ista Deutschland GmbH
Selbe AdresseWärme- und Kältehandel
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sebastian Zunke seit 1.12.2025 | Prokura |
Daniel Glubrecht seit 15.10.2025 | Prokura |
Sebastian Josef Schwärzl seit 4.7.2025 | Prokura |
Annette Seifert seit 10.2.2025 | Prokura |
Jens Busse seit 3.1.2025 | Prokura |
Aljoscha Mario Brell seit 3.1.2025 | Prokura |
Anke Daßler seit 4.7.2024 | Vorstandsmitglied |
Michaela Hitzberger seit 4.7.2024 | Vorstandsmitglied |
Astrid Karmelita seit 21.5.2024 | Prokura |
Klaus Durau seit 4.3.2024 | Prokura |
Thomas Hinzmann seit 1.2.2024 | Prokura |
Johannes Fürwentsches seit 17.1.2024 | Prokura |
Rütger Egolf seit 12.4.2023 | Prokura |
Nils Engelke seit 30.3.2023 | Prokura |
Jörn Reckeweg seit 30.3.2023 | Prokura |
Sebastian Schulte Eickholt seit 30.3.2023 | Prokura |
Christoph Klinck seit 30.3.2023 | Prokura |
Jan Oliver Schlodder seit 15.9.2022 | Vorstandsmitglied |
Peter Kunz seit 25.8.2022 | Prokura |
Detlev Bruns seit 25.8.2022 | Prokura |
Günther Meggeneder seit 25.8.2022 | Prokura |
Svend Martin Kühn seit 25.8.2022 | Prokura |
Lin Braatz seit 25.8.2022 | Prokura |
Gerhard Niederfeld seit 8.6.2022 | Prokura |
Frithjof Dr. Behrens seit 27.12.2021 | Prokura |
Hagen Dr. Lessing seit 27.12.2021 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Trionista SEEssenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Inhaltsverzeichnis Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 Konzerngesamtergebnisrechnung zum 31. Dezember 2022 Konzernkapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2022 Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2022 Konzernanhang für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022AKTIVA
PASSIVA
Auf die Erläuterungen im Anhang wird verwiesen. Konzerngesamtergebnisrechnung zum 31. Dezember 2022
Auf die Erläuterungen im Anhang wird verwiesen. Konzernkapitalflussrechnung zum 31. Dezember 2022
(1) Zum Durchschnittskurs berechnet
Auf die Erläuterungen im Anhang wird verwiesen. Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung zum 31. Dezember 2022
Auf die Erläuterungen im Anhang wird verwiesen. Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022Grundlagen Mit notariellem Verschmelzungsvertrag vom 4. Juli 2022 wurde die Trionista TopCo GmbH, Essen, Deutschland, auf ihre Tochtergesellschaft Trionista SE, Essen, Deutschland, rückwirkend zum 1. Januar 2022 verschmolzen. Die Trionista TopCo GmbH war Mutterunternehmen der Trionista SE. Nach der Down-Stream-Verschmelzung ist die Trionista SE die Gesamtrechtsnachfolgerin der Trionista TopCo GmbH. Somit bleibt der Konzern unverändert. Als Vergleichszahlen des Vorjahres wurden die von dem geprüften Konzernabschluss der Trionista TopCo GmbH zugrunde gelegt. Trionista SE, Essen, (nachfolgend "Gesellschaft" oder "ista" oder "ista Gruppe") ist ein Energiedienstleister mit Fokus auf Energiemanagement-Dienstleistungen. Die angebotenen Leistungen reichen unter anderem von der Lieferung und Installation von Geräten über die Verbrauchserfassung und deren verursachungsgerechte Abrechnung von Wasser, Wärme, Gas, Strom und Kälte. Die Hauptmärkte des Konzerns befinden sich in Europa, hier im Wesentlichen in Deutschland und Frankreich. Die Gesellschaft ist im Handelsregister Essen, Deutschland, unter der Nummer HRB 32959 registriert. Alleinige Gesellschafterin der Gesellschaft ist die ista Luxembourg S.à r.l., Howald, Luxemburg, deren Anteile von der Lamarillo S.à r.l., Luxemburg, Luxemburg, gehalten werden. Sarvana S.à r.L, Luxemburg, Luxemburg, ist alleinige Gesellschafterin der Lamarillo S.à r.l. und somit oberstes Mutterunternehmen des Konzerns. Trionista SE erstellt den Konzernabschluss für ihre verbundenen Unternehmen. Die Trionista SE wird in den Konzernabschluss der Sarvana S.à r.l. einbezogen, welcher der Konzernabschluss für den kleinsten und den größten Konzernkreis ist und beim Registre de Commerce et des Sociétés in Luxemburg veröffentlicht wird. Unmittelbare Anteilseigner der Sarvana S.à r.l. sind mit 65 % die Admiral King Limited, Britische Jungferninseln, sowie mit 35 % die Swift Returns Global Limited, Britische Jungferninseln. Die Anteile der Admiral King Limited werden von der Splendour Success Holdings Limited, Britische Jungferninseln, gehalten, deren alleinige Gesellschafterin die CK Asset Holdings Limited, eine auf den Cayman Inseln gegründete Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Hong Kong, ist. Die Anteile der Swift Returns Global Limited werden von der European Household Infrastructure Limited, Britische Jungferninseln, gehalten, deren alleinige Gesellschafterin die CK Infrastructure Holdings Limited, eine auf Bermuda gegründete Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Hong Kong, ist. 76 % ihrer Anteile werden von CK Hutchison Holdings Limited, einer auf den Cayman Inseln gegründeten Gesellschaft mit beschränkter Haftung, gehalten. Der Sarvana-Konzern ist at equity sowohl in den Konzernabschluss der CK Infrastructure Holdings Limited als auch in den Konzernabschluss der CK Assets Holdings Limited einbezogen. Die Anteile beider Gesellschaften sind an der Börse in Hong Kong gelistet. Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, unter Anwendung und Beachtung der zusätzlichen Anforderungen des § 315e Abs. 1 i.V.m. Abs. 3 HGB, aufgestellt. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die gültigen International Accounting Standards (IAS). Alle für das Geschäftsjahr 2022 verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC), vormals Standing Interpretations Committee (SIC), wurden vollständig und uneingeschränkt angewendet. Die Konzerngesamtergebnisrechnung sowie die Konzernbilanz entsprechen den Gliederungsvorschriften des IAS 1, wobei die Konzerngesamtergebnisrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt ist. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung und der Konzernbilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt mit Ausnahme bestimmter Finanzinstrumente, die zu Zeitwerten ausgewiesen werden, auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt; sofern nicht anders angegeben, sind sämtliche Werte auf Tausend gerundet. Die nachfolgend beschriebenen Rechnungslegungsgrundsätze sind auf Going-Concern-Basis einheitlich für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewendet worden. Die Jahresabschlüsse der in- und ausländischen Konzernunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Die in den Konzernabschluss der Trionista SE einbezogene deutsche Gesellschaft ista SE, Essen, hat Erleichterungsvorschriften gemäß § 264 Abs. 3 HGB für das Geschäftsjahr 2022 in Anspruch genommen. Grundsätze der Rechnungslegung Konsolidierung Die in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 einbezogenen Unternehmen verteilen sich wie folgt auf das In- und Ausland:
Die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen verteilen sich im Vorjahr wie folgt auf das In- und Ausland:
Aufgrund der untergeordneten Bedeutung für ista wird bei einem (im Vorjahr: einem) Unternehmen (Viterra Energy Services Tehran Co. Ltd., Teheran, Iran) ohne Geschäftsaktivitäten auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss verzichtet. Es macht weniger als 1 % des Konzernumsatzes und -ergebnisses der ista aus. Dieses wird mangels Verfügbarkeit verlässlicher Zeitwerte at-cost bewertet und unter den Beteiligungen an sonstigen Unternehmen ausgewiesen. Eine Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns ist als Anlage B dem Konzernanhang beigefügt, um Anforderungen der lokalen Rechnungslegung zu erfüllen. Sie ist ein integraler Bestandteil des Konzernanhanges. In der Berichtsperiode veränderte sich der Konsolidierungskreis wie folgt:
Umstrukturierungen innerhalb der ista Gruppe In 2022 vereinfachte die ista ihre Gruppenstruktur durch verschiedene Transaktionen nach dem Umwandlungsgesetz, um die historisch gewachsene Holdingstruktur zu verschlanken. Die Transaktionen haben nur unwesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft:
Die kumulative Wirkung der Akquisitionen auf die Posten der Konzernbilanz wird nachstehend zusammengefasst:
Der Nettozahlungsmittelabfluss für Unternehmenserwerbe stellt sich folgendermaßen dar:
Die kumulative Wirkung der Akquisitionen auf die Posten der Konzernbilanz des Vorjahres wird nachstehend zusammengefasst:
Der Nettozahlungsmittelabfluss für Unternehmenserwerbe stellte sich folgendermaßen dar:
Kaufpreiszahlungen für Anteile an Gesellschaften, die in Vorjahren gekauft wurden, wurden nicht geleistet. Gemäß IFRS 3 werden Akquisitionen, die eine Änderung der Kontrolle herbeiführen, nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten werden zum Fair Value der übertragenen Vermögenswerte, Schulden und der vom Erwerber ausgegebenen Eigenkapitalanteile bewertet. Mit der Akquisition in Zusammenhang stehende Kosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Die übertragene Gegenleistung wird mit dem erworbenen, neubewerteten identifizierbaren Reinvermögen zum Erwerbszeitpunkt verrechnet. Ein verbleibender positiver Unterschiedsbetrag wird als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Die Allokation des Erwerbspreises basiert auf einer vorläufigen Bewertung, wobei die Einschätzungen und Annahmen der Gesellschaft Veränderungen innerhalb der Bewertungsperiode unterliegen, bis die Bewertungen abgeschlossen sind. Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Konzerninterne Salden und Transaktionen und sämtliche unrealisierten Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Transaktionen werden eliminiert. Die im Konzernabschluss ausgewiesenen Posten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen die nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen des ista Konzerns. Währungsumrechnung Die Umrechnung der in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse der ausländischen Tochterunternehmen in Euro erfolgt nach dem Konzept der funktionalen Währung (IAS 21) nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Aufgrund der rechtlichen und wirtschaftlichen Selbständigkeit der ausländischen Konzerngesellschaften ist die jeweilige Landeswährung als funktionale Währung zugrunde zu legen. Dementsprechend ist die Konzernbilanz zu Stichtagskursen und die Konzerngesamtergebnisrechnung zu Durchschnittskursen umgerechnet. Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldenposten gegenüber der Umrechnung in der Eröffnungsbilanz sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Konzernbilanz und Konzerngesamtergebnisrechnung werden als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse wesentlicher Währungen außerhalb der Europäischen Währungsunion stellen sich wie folgt dar:
Die Wechselkurse wesentlicher Währungen außerhalb der Europäischen Währungsunion im Vorjahr stellen sich wie folgt dar:
In den Einzelabschlüssen der Tochterunternehmen werden nominal in Fremdwährung gebundene Vermögenswerte und Schulden mit dem Kurs zum Zeitpunkt des Zugangs umgerechnet und zu jedem Stichtag an den jeweiligen Stichtagskurs angepasst; dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam als sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Umsatzrealisierung ista ist in den zwei Kernelementen der Sub-Metering Wertschöpfungskette tätig: Hardware und Dienstleistung. Zum Hardware-Bereich gehören die Lieferung und Installation sowie die Inbetriebnahme und Finanzierung von Mess- und Erfassungsgeräten durch Direktverkauf, Vermietung sowie Garantiewartung. Zum Dienstleistungsportfolio gehören Ablesung, Datenverarbeitung, Abrechnung von Verbräuchen, Energiedatenmanagement sowie Kundenbetreuung. Umsätze werden realisiert, wenn ista die Kontrolle über die Güter und Dienstleistungen an den Kunden überträgt. Der Umsatz wird durch die im Vertrag genannte Gegenleistung bestimmt. Ausgeschlossen sind Beträge, die im Namen von Dritten eingezogen werden. Kaufverträge Kaufverträge beinhalten den Verkauf sowie die dazugehörige Installation von Messgeräten für die verbrauchsgerechte Abrechnung von Wasser und Energie und sonstigen Geräten wie Rauchwarnmeldern. Die Umsatzrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt, zu dem die Kontrolle über das Messgerät auf den Kunden übertragen ist; in der Regel bei Lieferung oder Installation des Geräts. Die Zahlung erfolgt auf Basis der vereinbarten Zahlungsbedingungen, welche der üblichen Marktpraxis entsprechen. Mietverträge ista vermietet Messgeräte an Kunden für die verbrauchsgerechte Abrechnung von Wasser und Energie. Die Laufzeit der Verträge beträgt 5 bis 10 Jahre. Die Mietverträge erfüllen nicht die Definition eines Mietvertrages gemäß IFRS 16. Weder erfüllt ein Messgerät die Kriterien eines einzeln identifizierbaren Vermögenswerts, noch hat der Kunde das Recht bzw. die Möglichkeit, die Nutzung des Geräts zu bestimmen. Der Umsatz wird anteilig über die Vertragslaufzeit realisiert. Die vermieteten Messgeräte werden aktiviert und entweder über die Vertragslaufzeit mit dem Kunden oder über die technische Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Mietzahlungen sind, je nach Vertragsgestaltung, entweder am Anfang der Abrechnungsperiode (vorschüssige Zahlung) oder am Ende der Abrechnungsperiode (nachschüssige Zahlung) fällig. Garantiewartungsverträge Bei Garantiewartungsverträgen wartet ista die installierten Messgeräte und verpflichtet sich zum Austausch des Geräts spätestens zum Ende der Vertragslaufzeit. Diese Verträge haben eine ursprüngliche Vertragslaufzeit zwischen 5 bis 10 Jahren. Der Kunde zahlt eine jährliche Gebühr. Diese ist entweder vorschüssig am Anfang der Abrechnungsperiode oder nachschüssig am Ende der Abrechnungsperiode fällig. Nach den Kriterien des IFRS 15.60 ff. beinhalten diese Verträge eine Finanzierungskomponente. Als Folge dessen sind Zinsen über die Vertragslaufzeit abzugrenzen. Die abgegrenzten Zinsen erhöhen die vertragliche Verbindlichkeit (contract liability) aus den jährlichen Zahlungen des Kunden. Der Umsatz wird realisiert, wenn die Messgeräte am Vertragsende ausgetauscht werden. Der Umsatz umfasst sowohl die jährlichen Zahlungen des Kunden als auch die abgegrenzten Zinsen. Der Anteil der Zahlungen für die Wartung wird als unwesentlich angesehen, daher werden keine separaten Umsätze aus Wartung ausgewiesen. Serviceverträge Serviceverträge über die verbrauchsabhängige Abrechnung von Wasser und Wärme beinhalten nur eine einzelne Leistungsverpflichtung. Da die Kriterien des IFRS 15.35c erfüllt sind, wird der Umsatz der Serviceverträge zeitraumbezogen erfasst, ista schafft keinen Vermögenswert mit einer alternativen Nutzungsmöglichkeit. Des Weiteren hat ista einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch auf Zahlung des Kunden für die bereits erbrachte Leistung in dem Falle, dass der Vertrag vom Kunden gekündigt wird und der Kündigungsgrund sich nicht auf die Nichtleistungserbringung von vertraglich vereinbarten Leistungen seitens ista bezieht. Die erbrachte Leistung wird outputbezogen auf Basis der Meilensteine "Ablesung" und "Abrechnung" ermittelt. Zur Berechnung des zu realisierenden Umsatzes bei Erreichen dieser Meilensteine greift ista auf die jeweiligen Standardkosten auf Basis der sogenannten Cost-to-Cost-Methode zurück. Für jeden Vertrag wird das Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen Standardkosten zu den Gesamtstandardkosten ermittelt. Der Umsatz wird realisiert, wenn die betroffene Leistungsverpflichtung erfüllt ist. Die Zahlung der Servicegebühr ist abhängig von der Anzahl der im Kalenderjahr durchgeführten Abrechnungen, von jährlich bis monatlich, und ist in der Regel fällig, nachdem die Dienstleistung durchgeführt wurde. In einigen Landern werden Vorauszahlungen von den Kunden geleistet, welche als passiver Rechnungsabgrenzungsposten (abgegrenzte Erlöse) ausgewiesen werden. Multiple Element Arrangements ista kombiniert Hardware (Miete) und Dienstleistungen (verbrauchsabhängige Abrechnung) in Verträgen, die als Multiple Element Arrangements (MEA) klassifiziert werden Der erwartete Umsatz aus diesen Verträgen wird nach dem Cost-Plus-Margin-Ansatz auf die beiden identifizierten Leistungsverpflichtungen (Hardware und Dienstleistungen) aufgeteilt. Der auf die Hardware entfallene Umsatz wird anteilig zur Vertragslaufzeit realisiert. Der Umsatz, der den Dienstleistungen zugeordnet wird, wird gemäß der zuvor für Dienstleistungsverträge beschriebenen Vorgehensweise realisiert. Die Zahlungen sind, je nach Vertragsgestaltung, entweder am Anfang der Abrechnungsperiode (vorschüssige Zahlung) oder am Ende der Abrechnungsperiode (nachschüssige Zahlung) fällig. IFRS 15 benutzt die Bezeichnungen "Vertragsvermögen" und "Vertragsverbindlichkeiten", um aktivisch und passivisch abgegrenzte Beträge darzustellen. Der Standard untersagt jedoch nicht, alternative Beschreibungen in der Darstellung der Finanz- und Vermögenslage zu verwenden. ista hat sich entschieden, den Begriff "abgegrenzte Erlöse" statt "Vertragsverbindlichkeiten" zu verwenden, da dieser Begriff auch für interne Berichtszwecke genutzt wird. Leasing Leasinggeschäfte (ista als Leasingnehmer) werden nach dem Right-of-use-Modell bilanziert. Das Modell besagt, dass zu Beginn der Laufzeit eines Leasingverhältnisses ein Leasingnehmer eine Zahlungsverpflichtung gegenüber dem Leasinggeber für das Nutzungsrecht am zugrundeliegenden Vermögenswert über die Vertragslaufzeit des Leasinggegenstandes hat. Zu Beginn der Laufzeit erfasst ista die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der noch ausstehenden Leasingzahlungen, ista berechnet den Barwert der Leasingzahlungen mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Nach dem erstmaligen Ansatz wird die Leasingverbindlichkeit zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Zu Beginn der Laufzeit erfasst ista das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten. Nach erstmaligem Ansatz bewertet ista das Nutzungsrecht zu Anschaffungskosten vermindert um kumulierte Abschreibungen, Wertminderungen und angepasst um Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit. Die Nutzungsrechte werden als separate Bilanzposition ausgewiesen. ista wendet die Erleichterungsvorschriften für kurzfristige sowie wertmäßig unbedeutende Leasingverhältnisse an. Leasingzahlungen in Zusammenhang mit diesen Vermögenswerten werden als Aufwand ausgewiesen. ista schließt ausschließlich Standardleasingverträge über Büroräume, Fahrzeuge sowie übrige Betriebs- und Geschäftsausstattung ab. Immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden bei Zugang zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und abhängig von ihrer vertraglichen oder geschätzten Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Für die Markennamen, die auf mehrere Cash Generating Units verteilt sind, bestehen keine Nutzungsbeschränkungen. Dementsprechend wurde die Nutzungsdauer als unbegrenzt eingestuft. Wenn eine selbsterstellte Software oder ein neu entwickeltes Produkt eindeutig abgrenzbar und technisch realisierbar ist sowie entweder einen eigenen Nutzen hat oder die Vermarktung vorgesehen ist und den Entwicklungsausgaben mit hinreichender Wahrscheinlichkeit künftige Finanzmittelzuflüsse gegenüberstehen, werden die Entwicklungsausgaben aktiviert. Die aktivierten Entwicklungsausgaben werden planmäßig über den erwarteten Verkaufszeitraum der Produkte bzw. die planmäßige Nutzungsdauer der Software abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt linear planmäßig über ihre konzerneinheitlichen Nutzungsdauern:
(1) Aktivierte Kundenverträge beinhalten
auch Kundenbeziehungen
Die Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft. Zur Behandlung von Geschäfts- oder Firmenwerten vgl. Wertminderungsprüfung (Impairmenttest). Sachanlagen Sachanlagen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und - soweit abnutzbar - gemindert um kumulierte Abschreibungen bewertet. Die Herstellungskosten umfassen Einzelkosten und angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten. Finanzierungskosten werden, soweit zuzuordnen, als Teil der Herstellungskosten angesetzt. Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen werden insoweit aktiviert, wie der Zustand des Vermögenswertes durch die Ausgaben über seine ursprüngliche Ertragskraft hinaus verbessert wird. Den im Wesentlichen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Finanzanlagen Die Beteiligungen an sonstigen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten, vermindert um außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt, da sie über keinen notierten Marktpreis auf einem aktiven Markt verfügen und auch andere zulässige Bewertungsverfahren nicht zu verlässlichen Ergebnissen führen. Langfristige Darlehen an Mitarbeiter werden erstmals zum Nennwert oder Ausgabebetrag und im Weiteren zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Wertminderungsprüfung (Impairmenttest) In Übereinstimmung mit IAS 36 werden die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer jährlich im 4. Quartal eines Geschäftsjahres im Rahmen einer Werthaltigkeitsprüfung dahingehend überprüft, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen. Ergibt dieser Test Anzeichen für eine Wertminderung, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes ermittelt. Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert; der höhere Wert von Beiden ist maßgebend. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert der erwarteten Cash Flows. Als Diskontierungssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Soweit der erzielbare Betrag des Vermögenswertes den Buchwert unterschreitet, wird eine außerplanmäßige Abschreibung vorgenommen. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Die aus Unternehmenserwerben resultierenden Geschäfts- oder Firmenwerte (nachfolgend "Firmenwerte") werden den entsprechenden Cash Generating Units (CGU) zugeordnet Dabei stellen die einzelnen Geschäftsbereiche eine CGU dar. Für jede CGU wird der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten ermittelt. Nur wenn dieser Wert niedriger ist als der Buchwert, wird der Nutzungswert ermittelt. Die Ermittlung erfolgt auf Basis zukünftiger finanzieller Überschüsse einer detaillierten 10-Jahres-Planung auf der Grundlage der Budget- und Mittelfristplanung der betreffenden CGU. Das zehnte Planungsjahr wird grundsätzlich auch für die Cash Flows jenseits der Zehnjahresperiode angesetzt, dabei wird eine Wachstumsrate von 1,5 % für die Extrapolation des letzten Planungsjahres berücksichtigt. In der Planung werden steigende Umsatzerlöse und steigende Adjusted EBITDA angenommen. Das Management hat eine Sensitivitätsanalyse basierend auf einer Veränderung der Wachstumsrate im Terminal Value um -0,5 % und +1,0 % der Discount Rate durchgeführt. Hieraus resultierte keine Wertberichtigung. Der detaillierte Zehnjahresplan setzt sich aus den spezifischen Finanzplänen der Länder zusammen. Es werden aufgrund verschiedener Faktoren wachsende Umsätze und adjusted EBITDA angenommen. Grundsätzlich werden die moderaten Wachstumsraten der vergangenen Jahre im Plan extrapoliert. Der Zehnjahresplan beinhaltet die Annahme von Umsatzanstiegen aufgrund regulatorischer Änderungen. Hauptsächlich aus der Umsetzung der überarbeiteten Energieeffizienzrichtlinie wird maßgebliches Wachstum in unterschiedlichen Kernmärkten, darunter Deutschland und Frankreich, erwartet. Wir gehen von einer ansteigenden Sättigung der Märkte bei ungefähr gleichbleibenden ista Marktanteilen aus. ista investiert darüber hinaus maßgeblich in seine IT-Strukturen und strategische Produkt- und Prozessinnovationen im Kontext der fortschreitenden Digitalisierung der Wohnungswirtschaft. Die zehn Jahre enthalten die mittel- und längerfristigen Investitionsausgaben und Erträge. Der Gesamtkapitalkostensatz (WACC nach Steuer) wird für jede CGU unter Anwendung folgender Parameter ermittelt:
Der Gesamtkapitalkostensatz (WACC nach Steuer) für das Vorjahr wird für jede CGU unter Anwendung folgender Parameter ermittelt:
Darüber hinaus werden ein aus einer Peer-Group abgeleiteter Beta-Faktor, ein Steuersatz sowie die Kapitalstruktur berücksichtigt. Es handelt sich hierbei um einen Fair Value Level 3 gemäß IFRS 13. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag, wird eine außerplanmäßige Abschreibung auf den erzielbaren Betrag vorgenommen. Im Falle einer Wertminderung im Zusammenhang mit einer CGU werden zunächst die bestehenden Firmenwerte reduziert. Übersteigt der Wertberichtigungsbedarf den Buchwert des Firmenwertes, wird die Differenz in der Regel proportional auf die verbleibenden langfristigen Vermögenswerte der CGU verteilt, höchstens jedoch bis zum erzielbaren Betrag der verbleibenden Vermögenswerte, Wertminderungsaufwendungen auf Firmenwerte werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Eine Wertaufholung von vorgenommenen Wertberichtigungen auf Firmenwerte ist nicht zulässig. Bei immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter Nutzungsdauer, die regelmäßig abzuschreiben sind, werden Anzeichen auf Wertminderungsbedarf identifiziert. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbegrenzter bzw. unbestimmter Nutzungsdauer, die nicht abzuschreiben sind, wird unabhängig vom Vorliegen eines diesbezüglichen Anhaltspunktes jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. ista überprüft die Vermögenswerte des Sach- und Finanzanlagevermögens auf die Notwendigkeit außerplanmäßiger Abschreibungen, sobald Ereignisse oder veränderte Umstände darauf hindeuten, dass dauerhafte Wertminderungen vorliegen. Eine außerplanmäßige Abschreibung wird vorgenommen, falls der erzielbare Betrag des Vermögenswertes, der den höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten und Nutzungswert repräsentiert, den Buchwert unterschreitet. Wenn der Grund für eine früher durchgeführte Wertminderung entfallen ist, erfolgt eine Zuschreibung auf die fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Die Anschaffungskosten werden überwiegend nach der Durchschnittskostenmethode ermittelt. Bestandteile der Herstellungskosten sind neben dem Fertigungsmaterial und den Fertigungslöhnen anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten, sofern sie zuzuordnen sind. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwendbarkeit ergeben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. Forderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte werden erstmals zum beizulegenden Zeitwert und im Weiteren, mit Ausnahme der Derivate, zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Bei Anzeichen von Wertminderungen werden sie auf den niedrigeren erzielbaren Betrag erfolgswirksam wertberichtigt. Die Wertansätze von Forderungen werden unter Anwendung des Expected-Credit-Loss-Modells gemäß IFRS 9 korrigiert. Latente Steuern Nach IAS 12 werden aktive und passive latente Steuern auf zu versteuernde temporäre Unterschiede zwischen den Ansätzen in der Konzernbilanz und den steuerlichen Wertansätzen gebildet. Passive latente Steuern werden grundsätzlich für alle zu versteuernden Abweichungen gebildet, aktive latente Steuern nur insoweit, als zukünftig hinreichende zu versteuernde Ergebnisse zu ihrer Nutzung zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und Zinsvorträge angesetzt, soweit diese Vorträge in Folgejahren genutzt werden können. Zum Ende jeder Berichtsperiode wird die Nutzbarkeit der vorhandenen aktiven latenten Steuern auf der Grundlage zukünftiger Ertragsprognosen neu bewertet. Der Bestimmung der latenten Steuern liegen die nach derzeitiger Rechtslage geltenden Steuersätze der einzelnen Länder zum Zeitpunkt der voraussichtlichen Realisierung zugrunde. Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen werden im Jahr der Gesetzesänderung ergebniswirksam berücksichtigt. Latente Steuern auf Sachverhalte des sonstigen Ergebnisses werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst. Aktive oder passive latente Steuern werden, soweit zulässig, saldiert. Zahlungsmittel Zahlungsmittel beinhalten Schecks, Kassen- und Bankguthaben mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten zum Erwerbszeitpunkt. Sonstige Rücklagen In diesem Posten sind alle Veränderungen des sonstigen Ergebnisses erfasst. ista weist hier die Unterschiedsbeträge aus der Währungsumrechnung der Abschlüsse von konsolidierten Unternehmen sowie die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste aus der Bewertung der Pensionsverpflichtungen aus. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen werden die Verpflichtungen aus leistungsorientierten Altersversorgungszusagen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (projected unit credit method) gemäß IAS 19 bewertet. Danach werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftig zu erwartende Steigerungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in dem Jahr ihres Entstehens als Teil der Pensionsrückstellungen bilanziert und als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital (sonstige Rücklagen) erfasst. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen werden gesondert im Finanzergebnis ausgewiesen. Alle übrigen Aufwendungen aus der Dotierung der Pensionsverpflichtungen werden den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Bei beitragsorientierten Altersversorgungssystemen werden die einzahlungspflichtigen Beiträge unmittelbar als Aufwand verrechnet. Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen werden dafür nicht gebildet, da ista in diesen Fällen keinen zusätzlichen Verpflichtungen unterliegt. Sonstige Rückstellungen Die Sonstigen Rückstellungen werden auf Basis von IAS 37 gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Außenverpflichtung des Unternehmens, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultiert, besteht und deren Erfüllung für das Unternehmen erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist, zuverlässig geschätzt werden kann und die bezüglich ihrer Fälligkeit oder ihrer Höhe ungewiss ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst. Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten werden nach IFRS 9 zum beizulegenden Zeitwert passiviert und in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten werden gemäß IAS 12 ermittelt. Die Kosten der Fremdfinanzierung werden mit den Darlehensverbindlichkeiten saldiert ausgewiesen und über die Laufzeit der Darlehen ergebniswirksam aufgelöst. Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswertes und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbesondere Zahlungsmittel und - äquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige ausgereichte Ausleihungen und Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene originäre finanzielle und derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Verbindlichkeiten. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen und sonstige originäre Finanzinstrumente. Die Bilanzierung der Finanzinstrumente erfolgt gemäß IFRS 9. Finanzinstrumente werden grundsätzlich angesetzt, sobald ista Vertragspartner eines Finanzinstruments nach den Regelungen des IFRS 9 wird. Alle Kassageschäfte werden unabhängig von ihrer Kategorisierung zum Erfüllungstag bilanziert. Der Erfüllungstag ist der Tag, an dem ein Vermögenswert an oder durch das Unternehmen geliefert wird. Derivative Finanzinstrumente werden zum Handelstag bilanziert. Der Handelstag ist der Tag, an dem das Unternehmen bereits die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes eingegangen ist. Als finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur saldiert, sofern ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt wird, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Nicht-derivative Finanzinstrumente werden hauptsächlich in folgende Klassen eingeteilt: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel, Shareholder Loans sowie die Senior Credit Facility, Revolving Credit Facility und die Schuldschein Loans. Derivative Finanzinstrumente beinhalten Währungs- und Zinsderivate. Finanzielle Vermögenswerte werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Sofern diese nicht unmittelbar durch Rückgriff auf einen aktiven Markt verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Zugrundelegung von marktüblichen Zinssätzen berechnet. IFRS 9 unterscheidet für die Bilanzierung von finanziellen Vermögenswerten die Kategorien zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost), erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Profit or Loss) oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Fair Value through Other Comprehensive Income) bewertet. IFRS 9 beinhaltet die Option, einen finanziellen Vermögenswert oder eine finanzielle Verbindlichkeit beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (sogenannte Fair Value Option). Von der Fair Value Option wird weder bei den finanziellen Vermögenswerten noch bei den finanziellen Verbindlichkeiten Gebrauch gemacht. Die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten (Amortized Cost) beinhaltet bei ista Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige originäre finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Grundsätzlich werden Vermögenswerte dieser Kategorie unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Unverzinsliche Ausleihungen sowie unverzinsliche Forderungen werden auf ihren Barwert abgezinst. Vermögenswerte in der Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Profit or Loss) werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Diese Kategorie beinhaltet Sonstige Beteiligungen und derivate Finanzinstrumente, die nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgswirksam in der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasst. Vermögenswerte in der Kategorie erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis (Fair Value through Other Comprehensive Income) werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Ein aus der Folgebewertung resultierender Gewinn oder Verlust wird erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst, ista verfügt über keine finanziellen Vermögenswerte, die dieser Kategorie zuzuordnen sind. Im Berichtsjahr wurden keine Umwidmungen von Finanzinstrumenten in andere Bewertungskategorien vorgenommen. Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, ebenfalls angesetzt und über die Laufzeit amortisiert. Im Rahmen der Folgebewertung unterscheidet IFRS 9 hierbei neben der Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Financial Liabilities at Amortized Cost) die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten (Fair Value through Profit or Loss). Die Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (Financial Liabilities at Amortized Cost) beinhaltet bei ista neben Shareholder Loans die Senior Credit Facility, Revolving Credit Facility und die Schuldschein Loans sowie sonstige originäre Finanzverbindlichkeiten. Die Kategorie erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value through Profit or Loss) beinhaltet derivative Finanzinstrumente, die nicht in eine effektive Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind. Weitere Ausführungen zu den Finanzinstrumenten enthält Tz. (29). Derivative Finanzinstrumente Entsprechend den Vorgaben des IFRS 9 werden, soweit sie zur Sicherung zukünftiger Zahlungsströme aus schwebenden Geschäften oder geplanten Transaktionen abgeschlossen wurden, die Wertveränderungen von Derivaten bis zur Realisierung des Ergebnisses aus den abgesicherten Grundgeschäften als sonstiges Ergebnis im Eigenkapital (Sonstige Rücklagen) verbucht. Eine Umbuchung in die Konzerngesamtergebnisrechnung erfolgt zeitgleich mit der Ergebnisauswirkung des abgesicherten Grundgeschäftes. Der nicht durch das Grundgeschäft gedeckte Teil der Veränderung auf den beizulegenden Zeitwert wird unmittelbar im Ergebnis berücksichtigt. IFRS 9 enthält spezielle Vorschriften zum Hedge Accounting. Ziel ist es, die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente und der abgesicherten Geschäfte weitgehend kompensierend zu erfassen. Um die Regelungen des Hedge Accountings anwenden zu können, verlangt IFRS 9 den Nachweis einer effektiven Sicherungsbeziehung. Aufgrund dieser Vorschriften dokumentiert ista bei Abschluss der Transaktion die Beziehung zwischen den Sicherungsinstrumenten und den Sicherungsobjekten sowie die Risikomanagementziele und -strategien der Sicherungsgeschäfte. Bei diesem Verfahren werden alle als Sicherungsinstrument klassifizierten Derivate mit spezifischen, fest zugesagten und geplanten Transaktionen verknüpft. Des Weiteren berechnet ista die Effektivität sowie etwaige Ineffektivitäten von als Sicherungsinstrumente eingesetzten Derivaten durch den Einsatz anerkannter Methoden wie der hypothetischen Derivatemethode bzw. der Dollar Offset Method. Die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft ist qualitativ und quantitativ feststellbar und ista beurteilt die Effektivität der Sicherungsbeziehungen mithilfe der hypothetischen Derivatemethode. Ineffektivität wird hauptsächlich durch Veränderungen des Kreditrisikos oder aus zeitlichen Verschiebungen des Grundgeschäfts erwartet. Solche Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, der sowohl positiv als auch negativ sein kann. Sollte der beizulegende Zeitwert nicht vorliegen, wird dieser mittels Barwert- und Optionspreismodellen berechnet. Für diese Modelle werden als Eingangsparameter, soweit möglich, die am Bilanzstichtag beobachteten relevanten Marktpreise und Zinssätze auf Basis anerkannter Quellen eingesetzt. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente zu verbuchen; entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam. Das entscheidende Kriterium für die erfolgsneutrale Buchung ist, dass eine wirksame Sicherungsbeziehung, das heißt Hedge Accounting, vorliegt. Ist dies nicht der Fall, sind die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte erfolgswirksam zu buchen. IFRS 13 verlangt, dass Fair-Value-Bewertungen - insbesondere modellbasierte Mark-to-Market-Bewertungen von Zinsswaps - alle Risiken berücksichtigen, die auch Marktteilnehmer berücksichtigen würden. Eine Zinsswap-Bewertung sollte daher das Kreditrisiko der Gegenpartei berücksichtigen (d. h. das Kreditrisiko der Gegenpartei führt zu einer Kreditwertanpassung - CVA und das eigene Kreditrisiko zu einer Schuldenwertanpassung - DVA). Aufgrund der überschaubaren Anzahl offener Geschäfte innerhalb der ista Gruppe und einer erwarteten Unwesentlichkeit des Kreditrisikos in den Sicherungsbeziehungen wird das Kontrahentenausfallrisiko vorerst nicht explizit erfasst. Ungeachtet dessen überwacht ista monatlich die Mark-to-Market-Bewertung zur laufenden Beurteilung der Unwesentlichkeit des Kreditrisikos in den Sicherungsbeziehungen. Um nachzuweisen, dass Kreditrisiken in den Sicherungsbeziehungen unwesentlich sind, führt ista zusätzlich halbjährlich eine interne Kreditrisikoberechnung durch. Wenn das Kreditrisiko in der Sicherungsbeziehung nicht mehr unwesentlich ist, wird es gemäß IFRS 13 erfasst. ista setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung der aus Finanztransaktionen, Investitionen und der operativen Tätigkeit resultierenden Risiken und zu erwartenden korrespondierenden Cash Flows ein. Hierzu nutzt ista Zinssatzswaps im Rahmen eines Cash Flow Hedges, um das Zinsänderungsrisiko der variabel verzinslichen Senior Credit Facility abzusichern. Derivate, die im Rahmen eines Cash Flow Hedges als Sicherungsinstrumente eingesetzt werden, dienen der Absicherung zukünftiger Zahlungsströme. Das Bewertungsergebnis wird in einen effektiven und ineffektiven Teil zerlegt. Der effektive Teil ist der Teil des Bewertungsergebnisses, der eine wirksame Sicherung gegen das Cash Flow Risiko darstellt. Die Ergebnisauswirkungen der Veränderung des beizulegenden Zeitwertes von Finanzderivaten in Höhe des effektiven Teils werden erfolgsneutral gebucht. Der ineffektive Teil wird erfolgswirksam ausgewiesen. Nach Beendigung der Sicherungsbeziehung werden die in den Sonstigen Rücklagen erfassten Beträge aufgelöst, wenn die Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Grundgeschäft erfolgswirksam waren. ista wendet kein Fair Value Hedge Accounting an. Allerdings gibt es Finanzderivate, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, aber nicht die Anforderungen des Hedge Accounting erfüllen, obwohl diese im ökonomischen Sinne zur Sicherung von zukünftigen Positionen gehalten werden. Weitere Ausführungen zu den Finanzinstrumenten enthält Tz. (29). Schätzungen und Annahmen Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses muss das Management bei einigen Bilanzposten Schätzungen bzw. Beurteilungen und Annahmen, sogenannte Ermessensentscheidungen, treffen, die sich auf Ansatz und die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden, Erträgen und Aufwendungen auswirken. Schätzungen und ihre zugrunde liegenden Annahmen basieren auf vergangenen Erfahrungen und zahlreichen, im Rahmen der jeweiligen Umstände als angemessen erachteten Faktoren. Ihr Ergebnis bildet die Basis der Beurteilung von Buchwerten der Vermögenswerte und Schulden und ist nicht ohne weiteres aus anderen Quellen herzuleiten. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzwerten abweichen. Die Schätzungen und ihnen zugrunde liegenden Annahmen werden einer regelmäßigen Überprüfung unterzogen. Änderungen bilanzieller Schätzungen werden in dem Berichtszeitraum der Änderungen erfasst, falls sich diese nur auf diesen Berichtszeitraum auswirken. Anderenfalls erfolgt eine Erfassung in dem Berichtszeitraum der Änderungen und in den zukünftig betroffenen Berichtszeiträumen. Die Annahmen und Schätzungen durch das Management beziehen sich im Wesentlichen auf die im Rahmen von Unternehmenserwerben vorzunehmende Kaufpreisverteilung, die Werthaltigkeit der Firmenwerte und weiterer Vermögenswerte, die Bewertung von Rückstellungen sowie den Ansatz von latenten Steuern. Die Prognose und Diskontierung der künftigen Cash-Flows ist auch Basis für die Bestimmung der Werthaltigkeit der Firmenwerte und weiterer Vermögenswerte. Obwohl das Management davon ausgeht, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrages verwendeten Annahmen angemessen sind, können etwaige unvorhersehbare Veränderungen dieser Annahmen zu einem Wertminderungsaufwand führen, der die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachhaltig beeinflussen könnte. Eine der wesentlichen Schätzungen erfolgt im Rahmen der Kaufpreisallokation bei der Erstkonsolidierung von Erwerben. Alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert des Erwerbsstichtags angesetzt. Üblicherweise ist die Basis für die Prognose die Summe der künftigen erwarteten Cash-Flows. Diese Bewertungen sind eng mit den Annahmen, die das Management bezüglich der künftigen Weiterentwicklung der jeweiligen Vermögenswerte getroffen hat, verbunden, genauso wie die des anzuwendenden Diskontierungssatzes. Rückstellungen werden auf Basis der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses sowie anhand von Erfahrungswerten und den am Bilanzstichtag bekannten Umständen ermittelt. Insofern kann der später tatsächlich eintretende Nutzenabfluss von den Werten am Bilanzstichtag abweichen. Die Wahrscheinlichkeit der Realisierung künftiger Steuervorteile für den Ansatz von latenten Steuern wird jährlich zum Bilanzstichtag beurteilt. Dies erfordert vom Management unter anderem die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen, einschließlich weiterer positiver wie negativer Faktoren, ergeben. Änderungen von aktueller Steuergesetzgebung, der zeitliche Rahmen oder der Umfang der Realisierbarkeit können die Nutzung von Steuervorteilen beschränken. Einflüsse durch SARS-CoV-2/COVID-19, Ukraine-Krieg und Cyber-Angriff Das Geschäftsmodell der ista beruht größtenteils auf langfristigen Vertragsverhältnissen. Seit Beginn der Corona-Pandemie haben wir unsere Prozesse entsprechend angepasst, damit unsere Leistungen ohne maßgebliche Einschränkungen unter Zuhilfenahme von Schutz- und Hygienerichtlinien erbracht werden können. Der andauernde Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen die russische Föderation haben Einfluss auf die Weltmärkte. Im Jahr 2022 veräußerte ista die Beteiligung in Belarus und leitete den Verkaufsprozess für die Beteiligung in Russland ein. Einflüsse auf die Lieferketten konnten ohne wesentlichen Einfluss auf unser Geschäft gehandhabt werden. Im Juli 2022 wurde ista Opfer eines Cyber-Angriffs. Unmittelbar nach dem Erkennen des Cyber-Angriffes hat ista die Sicherheitsprotokolle aktiviert, alle Systeme vom Netz genommen, den Vorfall der zuständigen Aufsichtsbehörde für Datenschutz gemeldet und Strafanzeige bei der Polizei erstattet sowie die Kunden informiert. Die Wiederherstellung der Daten und Systeme kam nach dem Angriff schnell voran, die vorhandenen IT-Sicherheitsmaßnahmen wurden nochmals überprüft und verschärft. Erstmals angewendete Rechnungslegungsvorschriften In der Berichtsperiode wurde die Anwendung von einigen Standards und Interpretationen verpflichtend, aber hat keinen materiellen Einfluss auf die Konzernbilanz von ista. Die Änderungen zu IFRS 3, IAS 16, IAS 37 und die jährlichen Anpassungen 2018-2022 (erstellt im Mai 2020) wurden im Juli 2021 veröffentlicht und am 28. Juni 2021 EU-endorsed. ista wendet diese Änderungen seit 1. Januar 2022 an. Vorzeitig angewandte Rechnungslegungsvorschriften Das IASB hat derzeit keine auf ista zutreffenden neuen Standards, Interpretationen oder Änderungen bestehender Standards herausbegeben, die auch von der EU übernommen wurden, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von ista vorzeitig angewandt werden. Beschlossene, aber noch nicht wirksame Rechnungslegungsvorschriften Die Änderungen zu IAS 12, IAS 1 and IAS 8 sind wirksam mit dem Beginn der Geschäftsjahre nach dem 1. Januar 2023. Diese Änderungen haben keinen materiellen Einfluss auf die Konzernbilanz von ista. Alle anderen beschlossenen, aber zum Bilanzstichtag noch nicht anzuwendenen Rechnungslegungsvorschriften und Interpretationen haben keinen materiellen Einfluss auf die Konzernbilanz von ista. Erläuterungen zur Konzerngesamtergebnisrechnung (1) Umsatzerlöse Umsatzerlöse aus Kundenverträgen nach Herkunftsland:
Es gibt keine Kunden, deren Geschäftsvolumen mit ista im Vergleich zum Gesamtgeschäftsvolumen des Konzerns wesentlich ist. Umsatzerlöse aus Kundenverträgen aufgeführt nach Kategorien:
Umsatzerlöse aus MEA beziehen sich auf Vereinbarungen, bei denen Hardware- und Servicekomponenten kombiniert werden und die die Kriterien von multiple element arrangements erfüllen. ista erzielt Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum wie folgt:
Die Gesamthöhe des Transaktionspreises, der den zum Ende der Berichtsperiode nicht (oder teilweise nicht) erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet wird, beträgt €1.955.082 Tausend. Das Management erwartet, dass ein Betrag von €740.474 Tausend der zum 31. Dezember 2022 nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen im kommenden Berichtsjahr voraussichtlich als Umsatzerlöse ausgewiesen wird. Ein Betrag von €990.398 Tausend wird voraussichtlich in den Berichtsjahren 2024 bis 2027 als Umsatzerlöse ausgewiesen werden. Der verbleibende Betrag von €224.210 Tausend wird voraussichtlich ab dem Berichtsjahr 2027 als Umsatzerlöse ausgewiesen werden. (2) Umsatzkosten Die Umsatzkosten setzen sich wie folgt zusammen:
Zuwendungen der öffentlichen Hand für Sozialabgaben in Höhe von 56 T€ (Vorjahr: 0 T€) werden mit dem Personalaufwand saldiert. Mit diesen Zuwendungen sind keine unerfüllten Bedingungen oder sonstigen Erfolgsunsicherheiten verbunden. Andere Zuwendungen der öffentlichen Hand wurden dem Konzern nicht direkt gewährt. Kostenbezogene Zuwendungen der öffentlichen Hand werden abgegrenzt und erfolgswirksam über den Zeitraum erfasst, der erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Personalkosten, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen. (3) Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Die Vertriebskosten beinhalten:
Die allgemeinen Verwaltungskosten enthalten folgende Posten der Verwaltung, die weder der Produktion noch dem Vertrieb zugeordnet sind:
(4) Sonstige betriebliche Erträge
(1) Wertberichtigungen auf Forderungen und
sonstige Vermögenswerte
(5) Sonstige betriebliche Aufwendungen
(6) Zinsen und ähnliche Erträge
(7) Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Für weitere Informationen bezüglich der Zinsen für Shareholder Loans siehe Tz. (31) Nahestehende Unternehmen und Personen. (8) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Der Steueraufwand (-)/-ertrag (+) setzt sich wie folgt zusammen:
Für die Ermittlung der deutschen kurz- und langfristigen latenten Steueransprüche bzw. Steuerschulden ist ein Steuersatz von insgesamt 32,0 % (im Vorjahr: 32,0 %) zugrunde gelegt worden. Die ausländischen Steuern sind mit den jeweiligen ausländischen Steuersätzen berechnet worden. Die Bandbreite der Steuersätze reicht von 0 % bis 32,0 %. Die Auswirkungen aus Steuersatzänderungen resultieren insbesondere aus Veränderungen des Steuersatzes in Österreich. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom im Geschäftsjahr erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwandes wird der im Geschäftsjahr 2022 gültige deutsche kombinierte Ertragsteuersatz von 32,0 % mit dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vor Steuern multipliziert. Dieser setzt sich zusammen aus der Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag in Höhe von 15,82 % und der Gewerbesteuer in Höhe von 16,18 %.
Zum 31. Dezember 2022 bestehen im Konzern bei den ausländischen Gesellschaften ungenutzte, unbegrenzt vortragsfähige Verlustvorträge in Höhe von €12.515 Tausend (im Vorjahr: €13.332 Tausend), für die aufgrund der vorliegenden Ergebnisprognosen keine latenten Steuern angesetzt werden. Die laufenden Steuern vermindern sich um €817 Tausend (im Vorjahr: €40 Tausend) durch die Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen, für die bisher keine latenten Steuern gebildet wurden. Auf künftige Dividendenausschüttungen von Tochtergesellschaften wurden aufgrund erwarteter Gewinnausschüttungen passive latente Steuern in Höhe von €555 Tausend (im Vorjahr: €529 Tausend) gebildet. Die zu versteuernden temporären Differenzen aus thesaurierten Gewinnen von Tochtergesellschaften, die in absehbarer Zeit nicht ausgeschüttet werden und für die keine passiven latenten Steuern gebildet werden, betragen €81.552 Tausend (im Vorjahr: €168.445 Tausend). Die aktiven und passiven latenten Steuern werden nach den oben genannten Grundsätzen in Bezug auf die entsprechende Bilanzposition dargestellt.
Die erfolgswirksamen und erfolgsneutralen Veränderungen der latenten Steuern verteilen sich auf die folgenden Bilanzpositionen:
Die erfolgsneutralen Veränderungen in Höhe von €-15.749 Tausend (im Vorjahr: €-797 Tausend) sind im Wesentlichen auf die Neubewertung der Pensionsverpflichtungen in Höhe von €-11.846 Tausend (im Vorjahr: €-721 Tausend), auf die Cashflow-Hedges in Höhe von €-3.883 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) und auf die Fremdwährungsumrechnung in Höhe von €-20 Tausend (im Vorjahr: €-76 Tausend) zurückzuführen. Laufende Ertragsteuerforderungen Die Ertragsteuerforderungen in Höhe von €4.633 Tausend (im Vorjahr: €4 226 Tausend) betreffen in- bzw. ausländische Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Trionista TopCo GmbH war vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2021 Organträgerin des deutschen Organkreises. Sie wurde zum 1. Januar 2022 auf die Trionista SE verschmolzen. Ihre Ertragsteuerforderungen betragen €182 Tausend. Die Trionista SE ist seit dem 1. Januar 2022 Organträgerin des deutschen Organkreises und hat zum 31.Dezember 2022 Ertragsteuerforderungen in Höhe von €0 Tausend. Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten Die Ertragsteuerverbindlichkeiten in Höhe von €17.585 Tausend (im Vorjahr: €14.054 Tausend) betreffen in- bzw. ausländische Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer. Von den Ertragsteuerverbindlichkeiten entfallen €14.865 Tausend (im Vorjahr: €11.171 Tausend) auf die deutsche Organschaft. Davon entfallen €6.162 Tausend auf Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und €8.703 Tausend auf Gewerbesteuer. Zudem entfallen €76 Tausend (im Vorjahr: €34 Tausend) Ertragsteuerverbindlichkeiten auf die ista Customer Service GmbH. Davon entfallen €0 Tausend auf Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und €76 Tausend auf Gewerbesteuer. (9) Gewinne, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen Gewinne, die auf nicht beherrschende Anteile entfallen, in Höhe von €314 Tausend (im Vorjahr: €148 Tausend) betreffen Anteile nicht beherrschender Gesellschafter von zwei (im Vorjahr: zwei) Unternehmen des Konzerns. (10) Zusätzliche Angaben zu einzelnen Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung Die in den Aufwandsposten der Konzerngesamtergebnisrechnung verrechneten Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Im Geschäftsjahr sind in den Personalaufwendungen Leistungen zwecks Beendigung von Arbeitsverhältnissen in Höhe von €4.896 Tausend (im Vorjahr: €4.546 Tausend) enthalten. Im Durchschnitt waren im Konzern, ohne Geschäftsführer und Auszubildende, beschäftigt (Anzahl pro Kopf):
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 waren insgesamt 6.046 Mitarbeiter (im Vorjahr: 5.882 Mitarbeiter) beschäftigt. Die Abschreibungen der Berichtsperiode auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen verteilen sich wie folgt auf die Aufwandspositionen der Konzerngesamtergebnisrechnung:
Im laufenden Geschäftsjahr wurden Honorare an die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für Abschlussprüfungsleistungen in Höhe von €872 Tausend (im Vorjahr: €898 Tausend), andere Bestätigungsleistungen in Höhe von €0 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) sowie sonstige Dienstleistungen von €3 Tausend (im Vorjahr: €59 Tausend) erfasst. Erläuterungen zur Konzernbilanz (11) Immaterielle Vermögenswerte Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Posten des immateriellen Anlagevermögens und ihre Entwicklung im Berichtsjahr ergeben sich aus dem beigefügten Konzernanlagenspiegel (Anlage A), welcher integraler Bestandteil des Konzernanhangs ist. Gemäß IAS 36 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert wie folgt auf die Einheiten aufgeteilt:
Der Geschäfts- oder Firmenwert des Vorjahres stellte sich wie folgt dar:
Im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr ergab sich im Rahmen des durchgeführten Wertminderungstests kein Abschreibungsbedarf (beizulegender Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten). Da der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten höher als der Buchwert der CGU ist, wurde der Nutzungswert nicht ermittelt. Während der Berichtsperiode haben sich keine Veränderungen der wesentlichen Annahmen ergeben, die einen niedrigeren erzielbaren Betrag im Vergleich zum Buchwert zur Folge hätten. Die Kundenverträge werden linear über die entsprechende Nutzungsdauer (10 bis 50 Jahre) abgeschrieben. Am Bilanzstichtag teilen sich die Kundenverträge auf folgende Einheiten auf:
Die Kundenverträge des Vorjahres stellen sich wie folgt dar:
Der Abschreibungsaufwand für aktivierte Kundenverträge wird in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Weder im abgelaufenen Geschäftsjahr noch im Vorjahr entstand eine außerplanmäßige Abschreibung auf Kundenverträge. Die Restnutzungsdauer der aktivierten Kundenverträge der Einheit Deutschland beträgt 28 Jahre und für Dänemark (Nord- & Osteuropa) und Frankreich 41 Jahre. Für den aktivierten Markennamen, welcher der CGU "Konzernservice" zugeordnet ist, entstand keine Wertminderung auf Grundlage des durchgeführten Wertminderungstests. Die Zugänge bei den Anlagen im Bau betreffen ausschließlich selbst erstellte Vermögenswerte in den Bereichen Software- und Produktentwicklung. Es entstand keine außerplanmäßige Abschreibung auf selbst erstellte Software und es ergaben sich keine Anzeichen für eine zusätzliche Wertminderung. (12) Sachanlagen Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Posten des Sachanlagevermögens sowie ihre Entwicklung im Berichtsjahr ergeben sich aus dem beigefügten Konzernanlagenspiegel (Anlage A), welcher integraler Bestandteil des Konzernanhangs ist. (13) Beteiligungen an sonstigen Unternehmen Die Aufgliederung der in der Konzernbilanz zusammengefassten Beteiligungen sowie ihre Entwicklung im Berichtsjahr ergeben sich aus dem beigefügten Konzernanlagenspiegel (Anlage A), welcher integraler Bestandteil des Konzernanhangs ist. Beteiligungen an sonstigen Unternehmen at-cost Unter den Beteiligungen an sonstigen Unternehmen werden die Anteile an der Viterra Energy Services Tehran Co. Ltd., Teheran, Iran, (Gesellschaft ohne aktiven Geschäftsbetrieb) in Höhe von 33,8 % ausgewiesen. Aus Wesentlichkeitsgründen wird auf weitere Angaben verzichtet. Ferner enthält der Posten folgende Anteile:
Die wesentlichen Kennzahlen der Beteiligungen an GTE stellen sich auf Basis der vorliegenden, nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüsse der Gesellschaften zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Die wesentlichen Kennzahlen der Beteiligungen an facilioo GmbH stellen sich auf Basis der vorliegenden, nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüsse der Gesellschaften zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar. Das Eigenkapital ist infolge der Aufbauphase negativ:
Aus Gründen der Wesentlichkeit wird auf weitere Angaben verzichtet. Beteiligungen an sonstigen Unternehmen at-equity Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 20. Januar 2022 hat die objego GmbH, Essen, Deutschland, ihre Kapitalrücklage um den Betrag von €4.300.000 erhöht. Der Anteil der ista SE (vormals: ista Venture Hub GmbH), Essen, an der Erhöhung beläuft sich auf €2.580.000, dementsprechend beträgt der Anteil der Bau Contact Immobilien GmbH, Wiesbaden, Deutschland, €1.720.000. Beide Anteile sind voll eingezahlt. Um die Kombination der Stärken der jeweiligen Partner zu unterstreichen, lag der Fokus anstelle auf einer anteilsbezogenen Gemeinschaft auf einer gleichberechtigten Joint Venture Vereinbarung.
Die wesentlichen Kennzahlen der Beteiligungen an objego GmbH stellen sich auf Basis der vorliegenden, nach landesspezifischen Vorschriften aufgestellten Abschlüsse der Gesellschaften zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Aus Gründen der Wesentlichkeit wird auf weitere Angaben verzichtet. (14) Vorräte
Unter den unfertigen Erzeugnissen/Leistungen werden zum einen halbfertige Messgeräte und zum anderen Installationen von Messgeräten ausgewiesen, für die bis zum Bilanzstichtag keine Fakturaerstellung erfolgte, da die Installation der Zähler noch nicht abgeschlossen war. Die unfertigen Erzeugnisse/Leistungen werden zu Herstellungskosten bewertet. In der Berichtsperiode wurden Wertberichtigungen in Höhe von €3.472 Tausend (im Vorjahr: €3.908 Tausend) als Umsatzkosten erfasst. (15) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst und entwickelten sich wie folgt:
Zum 31. Dezember 2022 gab es keine vertraglich ausstehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in der Berichtsperiode abgeschrieben wurden und bei denen eine Durchsetzung der Ansprüche noch möglich ist. (16) Sonstige Vermögenswerte
In den sonstigen Vermögenswerten sind Kosten zur Vertragserfüllung in Höhe von €19.117 Tausend (im Vorjahr: €17.021 Tausend) enthalten. Die Auflösung für diese Kosten richtet sich nach der jeweiligen Laufzeit der Verträge und betrug im Jahr 2022 €3.014 Tausend (im Vorjahr: €2.607 Tausend). In der Berichtsperiode fielen keine außerplanmäßigen Abschreibungen an. In den Vermögenswerten sind Forderungen gegen nahestehende Unternehmen in Höhe von €102 Tausend (im Vorjahr: €85 Tausend) enthalten. Die abgegrenzten Aufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus vorausbezahlten Mieten, Leasingraten und Versicherungsprämien zusammen. Wertberichtigungen werden als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. (17) Zahlungsmittel Die Zahlungsmittel umfassen Kassenbestände, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten mit einer Laufzeit von bis zu drei Monaten seit Erwerbszeitpunkt in Höhe von insgesamt €90.879 Tausend (im Vorjahr: €71.210 Tausend). (18) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Verbindlichkeiten betreffen die ISTA-RUS OOO., Moskau, Russland:
Die zur Veräußerung gehaltene Gesellschaft ist Teil der Focus and developing markets (FDM). Die Abschreibungen reflektieren den beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag. (19) Gezeichnetes Kapital In 2022 vereinfachte die ista ihre Gruppenstruktur durch verschiedene Transaktionen nach dem Umwandlungsgesetz, um die historisch gewachsene Holdingstruktur zu verschlanken. Die Transaktionen haben nur unwesentlichen Einfluss auf den Konzernabschluss der Gesellschaft. Die Reorganisation beinhaltete die Verschmelzung der Trionista TopCo GmbH auf ihre Tochtergesellschaft Trionista SE. Diese Verschmelzung wurde am 4. Juli 2022 notariell beurkundet. Der Eintrag der Verschmelzung in das Handelsregister des Amtsgerichts Essen erfolgte am 1. September 2022. Gemäß § 2 Nr. 1 UmwG erfolgte die Verschmelzung rückwirkend zum 1. Januar 2022. Infolge der Verschmelzung hat sich die Kapitalstruktur der Gruppe verändert. An die Stelle des gezeichneten Kapitals der Trionista TopCo GmbH in Höhe von €25 Tausend trat das gezeichnete Kapital der Trionista SE in Höhe von €125 Tausend bestehend aus 125.000 Anteilen zum Wert von je €1,00. Angaben zum Kapitalmanagement Das Ziel von ista ist es, mit ihrem Kapitalmanagement sicherzustellen, jederzeit ein solides Finanzprofil gewährleisten zu können. Ein wesentlicher Faktor ist dabei, den Kapitaldienst für die Fremdkapitalgeber zu garantieren. Ebenfalls Ziel des Kapitalmanagements ist die Einhaltung der vereinbarten Covenant-Regeln in Bezug auf das Kapital (weitere Ausführungen enthält Tz. (26)). In 2022 wurden alle Covenant-Regeln eingehalten. Das Management behält sich vor, basierend auf Excess-Cash Kalkulationen flüssige Mittel für obligatorische sowie freiwillige Rückzahlungen der Senior Credit Facility zu nutzen. Neben dem Schuldschein Loan aus 2021 wurden am 24. Juni 2022 ein weiterer Schuldschein Loan in Höhe von €198 Millionen mit den Banken abgeschlossen und Teile der Senior Credit Facility getilgt. Die flüssigen Mittel werden zur Sicherstellung der finanziellen Flexibilität für weiteres internes wie externes Wachstum sowie als Liquiditätsreserve vorgehalten. Im Rahmen der Kapitalmanagementstrategie wird stets gewährleistet, dass alle ista-Gesellschaften die lokalen Eigenkapitalanforderungen einhalten sowie mit dem notwendigen Finanz- und Liquiditätsspielraum ausgestattet sind. Dies wird insbesondere auf Basis von Cash Flows überwacht. (20) Kapitalrücklage Die Kapitalrücklage der Trionista SE (vormals: Trionista TopCo GmbH) beträgt zum 31. Dezember 2022 €111.279 Tausend (im Vorjahr: €111.379 Tausend). Durch die Verschmelzung der Trionista TopCo GmbH auf die Trionista SE wurde die Kapitalrücklage in Höhe der Veränderung des gezeichneten Kapitals von € 100 Tausend reduziert. (21) Gewinnrücklagen Die Gewinnrücklagen enthalten die erzielten Ergebnisse des Konzerns.
(1) Jahresergebnis nach Gewinnabführung und
Dividenden.
(22) Sonstige Rücklagen Die Entwicklung der sonstigen Rücklagen ist im Detail in der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. (23) Nicht beherrschende Anteile Nicht beherrschende Anteile betreffen zwei (im Vorjahr: zwei) Unternehmen des Konzerns. Aufgrund der Verflechtungen der ista Express Service GmbH, Leipzig, Deutschland, und der ista Customer Service GmbH, Essen, Deutschland, mit dem Geschäft der ista SE und der damit einhergehenden praktischen Ausübung der Verfügungsgewalt über beide Gesellschaften, werden diese in der Trionista SE Gruppe vollkonsolidiert und als nicht beherrschende Anteile in Höhe von 100 % ausgewiesen. (24) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Gesellschaft hat überwiegend in Deutschland verschiedenen Mitarbeitern individuelle Versorgungszusagen, die überwiegend auf Entgeltumwandlungen beruhen, gewährt. Für deren Höhe sind grundsätzlich die umgewandelten Beträge sowie die Differenz zwischen Lebensalter und gesetzlichem Rentenalter zum Zeitpunkt der Umwandlung maßgeblich. 92 % (im Vorjahr: 94 %) der Rückstellungen zum 31. Dezember 2022 betreffen Deutschland. Aufgrund der Versorgungszusagen bestehen bei ista Bewertungsrisiken hinsichtlich Sterblichkeitsrate und Zinssatz. Das Planvermögen besteht zu 100 % (im Vorjahr: 100 %) aus Rückdeckungsversicherungen, die die Voraussetzungen des IAS 19 als Vermögenswert erfüllen und dementsprechend mit den Rückstellungen verrechnet werden. Die Gesellschaft nutzt den internen Finanzierungseffekt der Pensionsverpflichtungen. Nur ein geringer Teil der Verpflichtungen ist durch Planvermögen (Rückdeckungsversicherungen) gedeckt.
Die Pensionsverpflichtungen haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
Die Pensionsverpflichtungen haben sich im Vorjahr wie folgt entwickelt:
Berechnet werden die Pensionsrückstellungen im Wesentlichen auf Grundlage folgender Annahmen:
Annahmen bezüglich der zukünftigen Sterblichkeitsrate erfolgen auf Basis von veröffentlichten Statistiken und Sterblichkeitstafeln. Für Deutschland wurden die "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Heubeck (im Vorjahr: "Richttafeln 2018 G") herangezogen. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtungen 18,6 Jahre (im Vorjahr: 22,4 Jahre). Während der Berichtsperiode waren keine Anpassungen aufgrund von Änderungen der Pensionspläne notwendig. Nachfolgend wird eine quantitative Sensitivitätsanalyse für wesentliche Annahmen zum 31. Dezember 2022 dargestellt. Die Sensitivitätsanalysen zeigen die Auswirkungen von angemessenen Änderungen einer Annahme auf die leistungsorientierten Verpflichtungen zum Bilanzstichtag, während die restlichen Annahmen konstant gehalten werden. Diese leistungsorientierten Verpflichtungen werden nach dem gleichen Anwartschaftsbarwertverfahren ermittelt, das auch für die leistungsorientierten Verpflichtungen angewandt wurde, die zum 31. Dezember 2022 in der Konzernbilanz ausgewiesen werden.
Die quantitative Sensitivitätsanalyse des Vorjahrs stellt sich wie folgt dar:
Bei einem Rückgang der Sterblichkeitsrate um ein Jahr ergibt sich eine leistungsorientierte Verpflichtung von €63.693 Tausend (im Vorjahr: €100.914 Tausend). Diese Sensitivitätsanalyse kann nicht repräsentativ für die tatsächliche Änderung der leistungsorientierten Verpflichtungen sein, da es unwahrscheinlich ist, dass sich Annahmen isoliert voneinander ändern, da einige Annahmen miteinander korrelieren. Neben den leistungsorientierten Versorgungszusagen besteht in Deutschland ein beitragsorientierter staatlicher Versorgungsplan. Die hieraus resultierenden Aufwendungen betrugen im Berichtsjahr €11.279 Tausend (im Vorjahr: €11.249 Tausend). (25) Sonstige Rückstellungen
Die Rückstellungen für Personalaufwendungen betreffen vor allem Rückstellungen für Abfindungen, Altersteilzeit- und Jubiläumsverpflichtungen. Die Rückstellungen für Absatzgeschäfte beinhalten im Wesentlichen Garantie- und Schadensersatzansprüche. Übrige sonstige Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Provisionen und Prämien gebildet. Die Auflösungen werden als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst. Auf der Grundlage der langjährigen Erfahrungen von ista können Sonstige Rückstellungen verlässlich geschätzt werden. (26) Finanzverbindlichkeiten
Weitere Ausführungen zu den Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Personen enthält Tz. (31). Credit Facilities Im Zusammenhang mit der Refinanzierung der ista Gruppe zum 10. August 2020 und der Umschuldung zum 23. September 2021 und zum 24. Juni 2022 wurden folgende Kreditaufnahmen abgeschlossen:
(1) Im Jahr 2022 hat ista die Laufzeit und die
Revolving Facilities erfolgreich bis zum 10. August 2027
verlängert.
Im Zusammenhang mit der Fremdfinanzierung der Gruppe hat die Trionista SE, Essen, Deutschland (vormals: Trionista TopCo GmbH, Essen, Deutschland), ein Garantenkonzept unterzeichnet. Die Senior Credit Facility trägt einen Kupon von EURIBOR zuzüglich einer Marge pro Jahr, die auf unserer Leverage Ratio (Margenraster) und ESG-Zielen basiert. Die Marge basierend auf unserer Leverage Ratio blieb im Jahr 2022 unverändert, während die Marge im Juli 2022 aufgrund unserer ESG-Zielerreichung weiter auf 1,50 % reduziert wurde. Für die revolvierende Kreditfazilität fallen Bereitstellungsgebühren in Höhe von 35 % der anwendbaren Marge pro Jahr an. Alle unter diesen Fazilitäten in Anspruch genommenen Beträge sind mit einem Kupon von EURIBOR zuzüglich der auf dem Margenraster pro Jahr basierenden Sätze versehen. Das Senior Facility Agreement und die Revolving Credit Facility behandeln negative EURIBOR-Sätze als 0 % (Floor). Im Rahmen des Senior Credit Facility Agreements verpflichtete sich der Konzern, bestimmte Vereinbarungen einzuhalten. Diese Covenants basieren auf dem Konzernabschluss und beinhalten eine Leverage Ratio und eine Interest Cover Ratio. Die Covenants werden regelmäßig überprüft und wurden im Berichtszeitraum vollständig eingehalten. Am 23. September 2021 hat ista ein Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt 450 Mio. € begeben und einen Teil der Senior Credit Facility abgelöst. Das Schuldscheindarlehen hat zwei Tranchen, eine mit festem und eine mit variablem Zinssatz. Der Fixzinssatz beträgt 0,9 % p.a., der variable Zinssatz trägt einen Kupon von EURIBOR plus 0,9 % p. a. Der Schuldscheindarlehensvertrag behandelt negative EURIBOR-Sätze als 0 % (Floor). Am 24. Juni 2022 hat ista ein weiteres Schuldscheindarlehen in Höhe von insgesamt €198 Mio. begeben und einen Teil der vorrangigen Kreditfazilität ersetzt. Das Schuldscheindarlehen hat zwei Tranchen, eine mit festem und eine mit variablem Zinssatz. Der feste Zinssatz beträgt 3,55 % p.a., der variable Zinssatz hat einen Kupon von EURIBOR plus 1,20 % p.a. Der Schuldscheindarlehensvertrag behandelt negative EURIBOR-Sätze als 0 % (Floor). Der EURIBOR ist als einer der wichtigsten IBORs einer jener Referenzzinssätze, die reformiert wurden, um mit der EU-Benchmark-Verordnung (BMR) konform zu gehen, und vorerst fortbestehen werden. Die Reform des EURIBOR wurde im November 2019 abgeschlossen. Dadurch kann der EURIBOR weiterhin als Referenzzinssatz verwendet werden. Zum 31. Dezember 2021 stellte sich die Vertragssituation wie folgt dar:
(1) Im Jahr 2021 hat ista die Laufzeit und die
Revolving Facilities erfolgreich bis zum 10. August 2026
verlängert. Es besteht eine weitere
Verlängerungsoption bis 2027.
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit Die folgende Tabelle fasst die Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit, einschließlich zahlungswirksamer und -unwirksamer Veränderungen, zusammen. Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten sind Verbindlichkeiten, für die Zahlungsmittelflüsse oder zukünftige Zahlungsmittelflüsse als Zahlungsmittelflüsse aus Finanzierungstätigkeit in der Konzernkapitalflussrechnung klassifiziert wurden bzw. werden.
(1) davon €13.472 Tausend zahlungsunwirksam
Die folgende Tabelle stellt die Veränderungen aus Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit zum 31. Dezember 2021 dar:
(1) davon €20.469 Tausend zahlungsunwirksam
(27) Leasing Leasingverhältnisse werden in der Konzernbilanz und der Konzerngesamtergebnisrechnung zum 31. Dezember wie folgt ausgewiesen: Leasing in der Konzerngesamtergebnisrechnung:
Die Zugänge zu Nutzungsrechten an Leasinggegenständen betragen im Geschäftsjahr 2022 €16.034 Tausend (im Vorjahr: €21.288 Tausend). Für weitere Informationen bezüglich der Laufzeit von Leasingverbindlichkeiten siehe Tz. (26). Leasing in der Konzerngesamtergebnisrechnung:
ista wendet die Änderungen an, die den Leasingnehmern ein optionales praktisches Mittel zur Berücksichtigung von Mietkonzessionen im Zusammenhang mit Covid-19, wie Mietstundungen und vorübergehenden Mietminderungen, mit rückwirkender Wirkung bis zum 1. Januar 2020 bietet. Im Geschäftsjahr 2022 hat ista, wie im Vorjahr, keine Mietkonzessionen erhalten. (28) Sonstige Verbindlichkeiten
In den übrigen sonstigen Verbindlichkeiten sind Steuern in Höhe von €37.688 Tausend (im Vorjahr: €33.355 Tausend) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von €5.682 Tausend (im Vorjahr: €4.222 Tausend) enthalten. Die abgegrenzten Erlöse enthalten Garantiewartungsgebühren, Ablese- und Liegenschaftsgebühren sowie vorschüssig vereinnahmte Mieten. Die abgegrenzten Erlöse setzen sich wie folgt zusammen:
Im Berichtsjahr ergaben sich keine signifikanten Veränderungen der abgegrenzten Erlöse. Ein Betrag von €162.307 Tausend, welcher in den abgegrenzten Erlösen zum 31. Dezember 2021 enthalten war, wurde im aktuellen Jahr als Umsatz ausgewiesen. (29) Finanzinstrumente Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2022: AKTIVA
PASSIVA
Bei den Zinsderivaten handelt es sich um Derivate, für die eine bilanzielle Sicherungsbeziehung designiert wurde. Die Währungsderivate werden in der Kategorie finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (FVTPL), gehalten. Gleichwohl werden sie für eine ökonomische Sicherung von Währungsrisiken eingesetzt. Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Originäre finanzielle Vermögenswerte (FAAC) und finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) werden zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Für kurzfristige Finanzverbindlichkeiten werden keine vom Buchwert abweichenden beizulegenden Zeitwerte ermittelt. Für die Senior Credit Facility, die Shareholder Loans und die Schuldschein Loans wird der beizulegende Zeitwert auf Basis von notierten Marktpreisen an aktiven Märkten für ähnliche Finanzinstrumente oder Bewertungsmethoden, die auf beobachtbaren Marktdaten basieren, bestimmt. Die verbleibenden finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten haben überwiegend kurze Restlaufzeiten, sodass deren Buchwerte näherungsweise den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Die Konditionen der finanziellen Vermögenswerte wurden nicht neu verhandelt. Die Buchwerte und beizulegende Zeitwerte der Finanzinstrumente des Vorjahres stellen sich wie folgt dar: AKTIVA
PASSIVA
Die folgende Tabelle fasst wesentliche Nettogewinne und -verluste gemäß IFRS 9 aus Finanzinstrumenten zum 31. Dezember 2022, aufgeteilt nach Bewertungskategorien, zusammen. Ergebnisse aus Verbindlichkeiten aus Leasing und Derivate designiert zum Hedge Accounting sind nicht enthalten, da sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 zugeordnet sind:
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" resultiert aus Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. In der Kategorie "Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung" sind Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Derivaten enthalten, die nicht in eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 eingebunden sind. Die folgende Tabelle stellt die wesentlichen Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten nach Bewertungskategorien zum 31. Dezember 2021 dar:
Die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt auf Basis der drei Stufen der Fair-Value-Hierarchie gemäß IFRS 13:
Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente gemäß IFRS 13 zum 31. Dezember 2022: AKTIVA
Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente gemäß IFRS 13 zum 31. Dezember 2021: AKTIVA
PASSIVA
Stufe 1 umfasst den beizulegenden Zeitwert von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten basierend auf einem an einem aktiven Markt (unbereinigten) notierten Preis. Stufe 2 beinhaltet neben Währungs- und Zinsderivaten auch die unter den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesene Senior Credit Facility sowie die Shareholder- und die Schuldschein Loans. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes von Währungsderivaten erfolgt auf Basis von Kassa- und Terminkursen unter Anwendung anerkannter mathematischer Grundsätze. Der beizulegende Zeitwert von Zinssatzswaps wird mit Hilfe von marktüblichen Bewertungsmodellen basierend auf am Markt verfügbaren Zinskurven ermittelt. Es werden Bankbewertungen für die Bewertung von Währungs- und Zinsderivaten verwendet. Credit default spreads werden als Inputfaktoren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendet. Der beizulegende Zeitwert der Senior Credit Facility sowie der Shareholder- und Schuldschein Loans wird auf Grundlage eines an aktiven Märkten notierten Marktpreises für ähnliche Finanzinstrumente oder Bewertungsmethoden, die auf beobachtbaren Marktdaten basieren, bestimmt. Stufe 3 beinhaltet die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Der beizulegende Zeitwert ist von indikativen Preisangeboten abgeleitet. Im Berichtsjahr erfolgte keine Umgliederung von Derivaten in andere Stufen, da keine Ereignisse zu einer Umgliederung innerhalb der 3-Stufen-Hierarchie eingetreten sind. Die Berechnung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte ohne die Berücksichtigung von gewährten Sicherheiten. Das von ista mit Geschäftsbanken eingegangene ISDA master agreement bezüglich Währungsderivaten erfüllt die Kriterien des IAS 32.42. Dennoch erfolgt in der Bilanz von ista keine Verrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, da das Recht zur Verrechnung nur im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Geschäftspartners durchsetzbar ist. Die Tabelle stellt das mögliche Aufrechnungsvolumen der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2022 dar: AKTIVA
Die Tabelle stellt das mögliche Aufrechnungsvolumen der derivativen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2021 dar: AKTIVA
Die Nominalbeträge der Derivate verteilen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt über ihre Restlaufzeit:
Die Nominalbeträge der Derivate verteilen sich zum 31, Dezember 2021 wie folgt über ihre Restlaufzeit:
Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Zinsrisikos ista hat zur Begrenzung des Zinsänderungsrisikos der Senior Credit Facility mehrere Zinssatzswaps abgeschlossen. Die Zinssatzswaps werden zum Bilanzstichtag mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt, indem die zukünftigen Zahlungsströme aus dem jeweiligen Vertrag zum Stichtag auf Basis der jeweiligen zero-coupon-Zinssätze der Zinszahlungszeitpunkte diskontiert werden. Dies geschieht für den fest und für den variabel verzinslichen Teil des Swaps (swap legs) getrennt. Die Projektion der variablen Zinszahlungen erfolgt mit Hilfe von forward Zinssätzen. Der beizulegende Zeitwert des Swaps wird als die Summe aus den beizulegenden Zeitwerten der einzelnen legs bestimmt. Zum 31. Dezember 2022 wird der positive beizulegende Zeitwert in Höhe von €12.135 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Gemäß IFRS 9 werden die Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte der Zinssatzswaps in Höhe von €12.135 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) und der zugehörigen latenten Steuern in Höhe von €3.883 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) im sonstigen Ergebnis im Eigenkapital erfasst. Die Aufwendungen aus Zinssatzswaps sind in Höhe von €2.095 Tausend (im Vorjahr: €0 Tausend) ausgewiesen. Der Sicherungszusammenhang zwischen den abgeschlossenen Zinssatzswaps und den Finanzierungen besteht darin, dass ista aus den Swapverträgen variable Zinszahlungen erhält, die hinsichtlich der zeitlichen Abfolge der Zinsverpflichtungen gegenüber den Gläubigern der Senior Credit Facility identisch sind. Das Risiko von steigenden Zinsen in Bezug auf zukünftig zu leistende Zinszahlungen wurde somit abgesichert und insgesamt betrachtet handelt es sich bei dem abgesicherten Volumen um eine synthetische Festzinsfinanzierung. Zum Ende des Geschäftsjahres waren Zinssatzswaps mit einem Nominalwert von €300 Millionen (im Vorjahr: €0 Millionen) abgeschlossen, damit waren 39,9 % (im Vorjahr: 0,0 %) der Senior Credit Facility abgesichert. Derivative Finanzinstrumente zur Absicherung des Währungsrisikos Zur Absicherung von Risikopositionen aus Währungsschwankungen im Bereich Materialwirtschaft werden Devisentermingeschäfte eingesetzt, um US-Dollar Wechselkursrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb der funktionalen Währung aus der Beschaffungstätigkeit in Asien zu sichern Der bilanzielle Ansatz der Devisentermingeschäfte zum Stichtag erfolgt zum jeweiligen beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte für die Devisentermingeschäfte betragen zum 31. Dezember 2022 €624 Tausend und €-1.230 Tausend (im Vorjahr: €936 Tausend) und werden unter den Sonstigen Vermögenswerten und sonstigen Verbindlichkeiten (Vorjahr: Sonstigen Vermögenswerten) ausgewiesen. Die Erträge bzw. Aufwendungen aus der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Devisentermingeschäften sind in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Währungskursverlusten in Höhe von €-1.542 Tausend (im Vorjahr Gewinne: €2.104 Tausend) enthalten. Am Bilanzstichtag waren Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von €37.689 Tausend (im Vorjahr: €15.480 Tausend) abgeschlossen. In der aktuellen Berichtsperiode wurden Gewinne aus Devisentermingeschäften in Höhe von €2.201 Tausend (im Vorjahr: Verluste von €538 Tausend) realisiert. (30) Zusätzliche Angaben gemäß IFRS 7 ista unterliegt hinsichtlich ihrer Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und geplanten Transaktionen insbesondere Risiken aus der Veränderung der Wechselkurse und der Zinssätze. Diese Risiken entstehen durch eine mögliche Veränderung von Risikofaktoren, die zu einer Verringerung bzw. Erhöhung des beizulegenden Zeitwertes der diesen Risikofaktoren unterliegenden Transaktionen führen. Vor dem Hintergrund der nachfolgend dargestellten Informationen unterliegt ista keiner expliziten Risikokonzentration aus Finanzrisiken. Ziel des finanzwirtschaftlichen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch laufende operative und finanzorientierte Aktivitäten zu begrenzen. Dabei steuert die ista International GmbH zentral das Liquiditäts-, Währungs- und Zinsmanagement der ista Gruppe und entsprechend alle Abschlüsse von Geschäften mit derivativen und sonstigen Finanzinstrumenten. Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind in der Treasury Richtlinie der ista festgelegt. Insbesondere gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung. Ziel des Liquiditätsmanagements ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der Gesellschaften der ista Gruppe zu gewährleisten. Um die in der ista Gruppe vorhandene Liquidität bestmöglich steuern zu können, wird der größte Teil der in der ista Gruppe verfügbaren Liquidität bei der ista SE (vormals: ista International GmbH) zusammengeführt und konzentriert. Ziel des Zinsrisikomanagements ist es, den Grad der Sicherheit der zukünftig zu empfangenden oder zu leistenden Zinszahlungen zu erhöhen. Im Rahmen des Zinsrisikomanagements wurde ein Teil des Kreditportfolios der ista Gruppe durch Zinssatzswaps gesichert. Finanzderivate zur Absicherung von Zinsrisiken wurden bis zum oben genannten Zeitpunkt für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 designiert. Im Rahmen des Währungsmanagements wird das so genannte Transaction Exposure gesteuert. Ziel des Währungsmanagements ist es, das Risiko zu reduzieren, dass sich der €-Gegenwert von Cash Flows in Fremdwährung im Zeitablauf durch Wechselkursschwankungen reduziert bzw. erhöht. Auf diese Weise soll der Grad der Sicherheit für die ista Gruppe erhöht werden. Finanzderivate, die zur ökonomischen Sicherung von Währungsrisiken dienen, werden dagegen nicht einer bilanziellen Sicherungsbeziehung nach IFRS 9 zugeordnet, sondern der Kategorie finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Zur Minderung des Bonitätsrisikos sind Kontraktpartner ausschließlich deutsche und internationale Banken mit guter oder sehr guter Bonität. Die Auswahl, die Zusammenarbeit und Bonitätsüberwachung und -steuerung der jeweiligen Banken erfolgen nach Maßgabe der Treasury Richtlinie. Grundsätzlich gilt, dass auf Ebene der Konzerngesellschaften lediglich Zahlungsmittel in Höhe des operativ notwendigen Zahlungsmittelbestandes vorgehalten werden. Darüber hinausgehende Zahlungsmittel werden bei der ista SE im Rahmen bestehender Cash-Pool-Vereinbarungen angelegt Zum 31. Dezember 2022 belaufen sich die Zahlungsmittel auf €90.879 Tausend (im Vorjahr: €71.210 Tausend). Dabei werden Zahlungsmittel in Höhe von €53.144 Tausend (im Vorjahr: ista International: €37.760 Tausend) von der ista SE gehalten. Zahlungsmittel werden grundsätzlich als Kontokorrentguthaben oder als Tagesgelder gehalten. Es werden grundsätzlich keine längerfristigen Anlagen gehalten. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko der ista liegt darin, dass mit Blick auf eine unzureichende Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen nicht bedient werden können. Das Management des Liquiditätsrisikos wird bei der ista zentral gemäß der Treasury Richtlinie gesteuert. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit des Konzerns gewährleisten zu können, werden auf Grundlage einer mehrjährigen sowie einer rollierenden monatlichen Finanzmittelplanung langfristige Kreditlinien und liquide Mittel vorgehalten. Das Cash-Pooling ist im Wesentlichen auf die ista SE konzentriert, während die externe Finanzierung hauptsächlich auf die Trionista SE konzentriert ist. Die Mittel werden bedarfsgerecht intern den jeweiligen Konzerngesellschaften zur Verfügung gestellt. Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2022 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen. Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten. Die Tabelle gibt die nicht diskontierten Mittelabflüsse für die nächsten Geschäftsjahre an. Die Mittelabflüsse für die finanziellen Verbindlichkeiten (einschließlich Zinsen) ohne festen Betrag oder Zeitraum basieren auf den Konditionen zum 31. Dezember 2022.
Die folgende Tabelle zeigt alle zum 31. Dezember 2021 vertraglich fixierten Zahlungen für Tilgungen, Rückzahlungen und Zinsen aus bilanzierten finanziellen Verbindlichkeiten,
Kreditausfallrisiko Die finanziellen Vermögenswerte von ista unterliegen einem Kreditausfallrisiko. Der Nachweis, dass finanzielle Vermögenswerte wertgemindert sind, beinhaltet zum Beispiel signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder Hinweise auf eine mögliche Insolvenz des Schuldners. Besteht ein Kreditausfallrisiko für einen finanziellen Vermögenswert, so wird eine Einzelwertberichtigung gebildet und auf einem separaten Konto erfasst. In einem zweiten Schritt schätzt ista die zu erwartenden Kreditausfälle der Forderungen, die nicht wertgemindert wurden. Zur Bestimmung des zu erwartenden Kreditausfallrisikos benutzt ista eine Wertberichtigungstabelle. Die Wertberichtigungstabelle basiert auf den historisch beobachteten Ausfallraten über die erwartete Laufzeit der Forderungen und wird um zukunftsgerichtete Schätzungen angepasst. Zu jedem Bilanzstichtag erfolgen eine Aktualisierung der historisch beobachteten Ausfallraten und eine Analyse der Änderungen der zukunftsgerichteten Schätzungen. Innerhalb istas Wertberichtigungstabelle wird eine feste Wertminderungsrate in Abhängigkeit von der Anzahl der Tage, die ein Vermögenswert ausstehend ist, angewendet. Eine Wertberichtigung wird auf separaten Konten erfasst und ausgewiesen. Die Wertberichtigung besteht aus zwei Komponenten: (1) einer Wertberichtigung für sämtliche Forderungen in Abhängigkeit von der Altersstruktur überfälliger Forderungen und (2) einer Einzelwertberichtigung bezüglich eines individuell bewerteten Risikos für jeden einzelnen Kunden abgesehen von der Fälligkeit. Wertberichtigungskonten werden so lange benutzt, wie ista erwartet, dass die Wertaufholung des fälligen Betrages möglich ist. Sobald dies nicht länger der Fall ist, werden die Beträge als uneinbringlich betrachtet und direkt gegen den finanziellen Vermögenswert abgeschrieben.
Die Altersstruktur des Vorjahres gliedert sich wie folgt:
Das maximale Kreditausfallrisiko entspricht dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte. ista hat keine Sicherheiten erhalten. Die Außenstände und Ausfallrisiken werden von den Konzerngesellschaften fortlaufend überwacht. Risiken aus Geschäften mit Großkunden und Derivaten unterliegen einer besonderen Bonitätsüberwachung. Es gibt keine Kunden, deren Geschäftsvolumen mit ista im Vergleich zum Gesamtgeschäftsvolumen des Konzerns wesentlich sind. Somit ergeben sich keine Forderungen, die außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie den Forderungen innerhalb der Position sonstige Vermögenswerte, die weder wertberichtigt noch überfällig sind, lagen zum 31. Dezember 2022 keine Anhaltspunkte vor, dass Zahlungsausfälle eintreten werden. Die Analyse des Risikos möglicher Zahlungsausfälle ist ein etablierter Prozess im Rahmen des Risikomanagements der ista. Wechselkursrisiken Die Wechselkursrisiken der ista resultieren im Wesentlichen aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Fremdwährungsrisiken werden gesichert, sofern sie die Cash Flows der ista Gruppe beeinflussen. Wechselkursrisiken, die den Cash Flow nicht betreffen (d. h. Risiken, die aus der Umrechnung der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht in Euro domizilierender ausländischer Unternehmenseinheiten resultieren, sog. Translationsrisiken) bleiben hingegen grundsätzlich ungesichert. Wechselkursrisiken im Investitionsbereich resultieren u. a. aus dem Erwerb von Beteiligungen an ausländischen Unternehmen. Zum Abschlussstichtag unterlag ista keinen wesentlichen Risiken aus auf Fremdwährung lautenden Transaktionen im Investitionsbereich. Die Entstehung von Wechselkursrisiken im Sinne des IFRS 7 durch Finanzinstrumente beruht auf der Abweichung der Währung eines bilanzierten Finanzinstrumentes monetärer Art von der funktionalen Währung des berichtenden Unternehmens (sog. Transaktionsrisiko). Wechselkursrisiken aus Finanzierungsmaßnahmen entstehen bei ista im Wesentlichen aus der Finanzierung von Tochtergesellschaften und aus Zinszahlungen aus bestehenden Fremdwährungsdarlehen. ista sichert diese Risiken aufgrund der geringen Volumina grundsätzlich nicht ab und ist auch keinen wesentlichen Währungskursrisiken im Finanzierungsbereich ausgesetzt. Das operative Geschäft der einzelnen Konzernunternehmen wird überwiegend in deren jeweiliger funktionaler Währung abgewickelt. Daher wird das Währungsrisiko der ista aus der laufenden operativen Geschäftstätigkeit als gering eingeschätzt. Sonstige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten unterliegen keinem wesentlichen Wechselkursrisiko. Der Bereich Materialwirtschaft der ista ist jedoch US-Dollar- Wechselkursrisiken im Zusammenhang mit geplanten Zahlungen außerhalb ihrer funktionalen Währung aus ihrer Beschaffungstätigkeit in Asien ausgesetzt. Zur Sicherung setzt ista Devisentermingeschäfte ein, um diese Zahlungsverpflichtungen im Voraus zu sichern, ista war zum Abschlussstichtag insgesamt keinen wesentlichen Wechselkursrisiken im operativen Bereich ausgesetzt. Gemäß IFRS 7 hat ista zur Darstellung der Marktrisiken eine Sensitivitätsanalyse für jede Risikoart zu erstellen. Mit Hilfe der Anwendung von Sensitivitätsanalysen wird für jede Risikoart ermittelt, welche Auswirkungen eine hypothetische Änderung der jeweiligen Risikovariablen auf die Gewinne/Verluste sowie auf das Eigenkapital zum Bilanzstichtag nehmen würde. Neben Währungsrisiken unterliegt die ista Gruppe im Wesentlichen Zinsänderungsrisiken. Die periodischen Auswirkungen werden bestimmt, indem die hypothetischen Änderungen der Risikovariablen auf den Bestand der Finanzinstrumente zum Abschlussstichtag bezogen werden. Dabei wird angenommen, dass der Bestand zum Abschlussstichtag repräsentativ für das Gesamtjahr ist. Im Rahmen der Wechselkurssensitivitätsanalyse gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen ista Finanzinstrumente nutzt, als relevante Risikovariablen. Für das Wechselkursrisiko wird eine Sensitivitätsanalyse für die Fremdwährungen vorgenommen, die wesentlich für das Unternehmen sind. Dabei handelt es sich um die Währungen US-Dollar und Dänische Krone. Neben den wesentlichen originären Finanzinstrumenten und den als Sicherungsinstrumente abgeschlossenen Devisentermingeschäften werden auch die für die kommende Periode geplanten Beschaffungsaktivitäten der ista in US-Dollar in die Währungssensitivitätsanalyse einbezogen. Gehaltene Eigenkapitalinstrumente sind nicht monetär und unterliegen daher keinem Wechselkursrisiko im Sinne des IFRS 7. Der Wertansatz von abgeschlossenen Devisentermingeschäften zum 31. Dezember 2022 wird auf Basis von Bestätigungen der jeweiligen Transaktionsbanken abgeleitet. Die Ermittlung der Sensitivität des Periodenergebnisses in Abhängigkeit von einer hypothetischen Veränderung des Wechselkurses erfolgt auf einer Vor-Steuer Basis. Da Währungsderivate nicht im Rahmen von Cash Flow Hedge Accounting abgebildet werden, besteht für ista bei einer hypothetischen Veränderung des Wechselkurses keine direkte Auswirkung auf das Eigenkapital. Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen der auf US-Dollar lautenden Einkäufe im Zusammenhang mit der Beschaffung in Asien sowie der damit zusammenhängenden Währungssicherungsgeschäfte:
Wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro zum 31. Dezember 2022 um 10 % aufgewertet (abgewertet) gewesen wäre, wäre das Ergebnis um €549 Tausend niedriger (€449 Tausend höher) gewesen. Im Vorjahr ergab die Analyse die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Werte:
Wenn der US-Dollar gegenüber dem Euro zum 31. Dezember 2021 um 10 % aufgewertet (abgewertet) gewesen wäre, wäre das Ergebnis um €1.052 Tausend niedriger (€861 Tausend höher) gewesen. Zinsrisiko Das Zinsrisiko resultiert im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung des Konzerns. Dabei sind die bestehende Senior Credit Facility und die Schuldschein Loans die entscheidenden Positionen zur Betrachtung des Zinsrisikos. Gemäß IFRS 7 wird das Zinsrisiko mit Hilfe von Sensitivitätsanalysen beschrieben. Auf diese Weise können die Effekte von hypothetischen Veränderungen der Marktzinssätze auf die Zinserträge und Zinsaufwendungen sowie das Eigenkapital dargestellt werden. Veränderungen der Marktzinssätze haben sowohl ein Fair-Value-Risiko bei festverzinslichen Finanzinstrumenten als auch ein Cash-Flow-Risiko bei variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Bei ista besteht das Fair Value Risiko im Wesentlichen nur für die im Bestand befindlichen Zinssatzswaps. Den Zinssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zu Grunde: Pro wesentliche Währung wurde ein steigendes und ein fallendes Zinsszenario definiert. Der Einfluss der Zinsszenarien wird auf die Cash Flows der bestehenden Senior Credit Facilities bestimmt. Die Analyse des Zinsrisikos bezüglich der in Euro lautenden Darlehen wird in der folgenden Tabelle dargestellt:
Wäre das Zinsrisikoniveau der in Euro lautenden Darlehen zum 31. Dezember 2022 über alle Laufzeiten um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen, wäre das Ergebnis um €8,6 Millionen höher (€-8,6 Millionen niedriger) gewesen. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge und der beizulegende Zeitwert des Sicherungsgeschäftes wären um €9,8 Millionen höher (€-9,9 Millionen niedriger) gewesen. Im Vorjahr ergab die Analyse die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Werte:
Wäre das Zinsrisikoniveau der in Euro lautenden Darlehen zum 31. Dezember 2021 über alle Laufzeiten um 100 Basispunkte höher (niedriger) gewesen, wäre das Ergebnis um €5,5 Millionen höher (€0 Millionen niedriger) gewesen. Sonstige Erläuterungen (31) Nahestehende Unternehmen und Personen Mutterunternehmen Zum 19. Juni 2013 gewährte die ista Luxembourg S.à r.l., Howald, Luxembourg, der Trionista SE (vormals: Trionista TopCo GmbH) ein Darlehen in Höhe von €550.000 Tausend. Entsprechend der Änderungsvereinbarung vom 24. April 2018 sind die bis zum 23. April 2018 aufgelaufenen, aber nicht gezahlten Zinsen in Höhe von €196.380 Tausend zum Nominalbetrag des Darlehens in Höhe von €495.027 Tausend hinzugefügt worden. Der daraus resultierende Darlehensbetrag in Höhe von €691.407 Tausend hat gemäß Änderungsvereinbarung vom 31. Juli 2020 eine Laufzeit bis zum 1. Juli 2030 und wird mit einem Zinssatz von 4,2 % verzinst. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Gesamtverbindlichkeit €703.022 Tausend (im Vorjahr: €703.022 Tausend) einschließlich abgegrenzter Zinsen in Höhe von €11.616 Tausend (im Vorjahr: €11.616 Tausend). Der Zinsaufwand betrug in 2022 €29.443 Tausend (im Vorjahr: €29.443 Tausend). Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 Umsatzerlöse mit der ista Luxembourg S.à r.l. in Höhe von €1.435 Tausend (im Vorjahr: €1.204 Tausend) erzielt und weist zum Bilanzstichtag Forderungen gegen die ista Luxembourg S.à r.l. in Höhe von €75 Tausend (im Vorjahr: €85 Tausend) aus. Zum 18. Oktober 2017 gewährte die Lamarillo S.à r.l., Luxemburg, der Trionista SE (vormals: Trionista TopCo GmbH) ein Darlehen in Höhe von €559.893 Tausend. Das Darlehen hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird mit einem Zinssatz von 4,2 % verzinst. Mit Änderungsvereinbarung vom 31. Juli 2020 wurde der Fälligkeitstermin des Darlehens auf den 1. Juli 2028 neu festgesetzt. In 2021 wurde ein Teilbetrag von €4.000 Tausend getilgt. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Gesamtverbindlichkeit €440.747 Tausend (im Vorjahr: €440.759 Tausend) einschließlich abgegrenzter Zinsen in Höhe von €7.282 Tausend (im Vorjahr: €7.295 Tausend). Der Zinsaufwand betrug in 2022 €18.458 Tausend (im Vorjahr: €18.574 Tausend). Zum 16. Dezember 2022 gewährte die Lamarillo S.à r.l., Luxemburg, der Trionista SE (vormals: Trionista TopCo GmbH) ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von bis zu €90 Millionen. Das Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 31. Januar 2023 und wird mit einem Zinssatz von 3,08 % pro Jahr verzinst. Die Trionista SE hat zum 31. Dezember 2022 einen Betrag von €20 Millionen von diesem Darlehen gezogen. Der Zinsaufwand betrug €7 Tausend. Sonstige nahestehende Unternehmen und Personen Mit sonstigen Beteiligungen unterhält der ista Konzern Geschäftsbeziehungen, die aus dem normalen Lieferungs- und Leistungsaustausch sowie aus Darlehensgewährungen resultieren. Der Umfang der Geschäftsbeziehungen ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
Management Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen des Konzerns umfasst die Vergütung des Vorstands/der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats der Trionista SE, Essen, Deutschland sowie der ista SE, Essen, Deutschland. Die Mitglieder des Vorstands/der Geschäftsführung haben Gesamtbezüge in Höhe von €3.597 Tausend (im Vorjahr: €4.785 Tausend) erhalten, davon waren €1.088 Tausend (im Vorjahr: €2.356 Tausend) variabel und €449 Tausend (im Vorjahr: €1.349 Tausend) langfristig. Daneben wurden den Mitgliedern des Vorstands/der Geschäftsführung Pensionszusagen aus Gehaltsumwandlung zugesagt. Für die daraus resultierenden Pensionsverpflichtungen sind zum 31. Dezember 2022 €893 Tausend (im Vorjahr: €1.531 Tausend) zurückgestellt. Der Pensionsaufwand des aktuellen Geschäftsjahres beläuft sich auf €11 Tausend. Zum Bilanzstichtag sind weder Kredite noch Vorschüsse an den Vorstand/die Geschäftsführung gewährt noch Haftungsverhältnisse zugunsten der Geschäftsführer eingegangen worden. Für ehemalige Geschäftsführer sowie für Hinterbliebene ehemaliger Geschäftsführer bestehen Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von €11.327 Tausend (im Vorjahr: €12.532 Tausend). Zum Bilanzstichtag sind für Vergütungen für Wettbewerbsverbote €36 Tausend (im Vorjahr: €253 Tausend) berücksichtigt, von denen €0 Tausend (im Vorjahr: €36 Tausend) langfristig sind. (32) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die Gesellschaft hat finanzielle Verpflichtungen gegenüber Lieferanten in Höhe von insgesamt €89,9 Millionen (im Vorjahr: €113,8 Millionen), davon in Höhe von €83,0 Millionen aus dem Erwerb von Messgeräten in 2023 und von €6,9 Million in 2024. (33) Rechtsstreitigkeiten Konzernunternehmen sind Beteiligte in verschiedenen Aktiv- und Passivprozessen, die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entstanden sind. Diese Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche sind Routineangelegenheiten, die sich aus dem normalen Geschäftsverlauf ergeben. Keine dieser Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche wird wesentliche bilanzielle, ergebnis- oder liquiditätsmäßige Auswirkungen für den Konzern haben. Die bereits berichtete Untersuchung der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) aufgrund von Verstößen gegen das Wettbewerbsrecht wurde im Dezember 2022 mit der Zahlung einer Geldbuße an das österreichische Bundeskartellamt abgeschlossen, welche im Rahmen der Erwartungen der Geschäftsführung lag. Im Juli 2022 fand ein Cyber-Angriff auf die IT Systeme der ista Gruppe statt. Unmittelbar nach dem Erkennen des Cyber-Angriffes hat ista alle Systeme kontrolliert vom Netz genommen. Der Vorfall wurde der zuständigen Aufsichtsbehörde für Datenschutz gemeldet und es wurde Strafanzeige bei der Polizei erstattet. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes sind uns keine gegen ista erhobenen Ansprüche aus diesem Sachverhalt bekannt, ista befindet sich derzeit in Verhandlungen mit der Gruppenversicherung über eine (teilweise) Erstattung der entstandenen Kosten. Die Geschäftsführung hat die Situation einer sorgfältigen und vollständigen Prüfung unterzogen und geeignete Maßnahmen ergriffen, um das Unternehmen zukünftig zu schützen. (34) Mitglieder der Geschäftsführung Die Geschäftsführung der Trionista SE setzt sich wie folgt zusammen:
Der Aufsichtsrat der Trionista SE setzt sich wie folgt zusammen:
(35) Wesentliche Ereignisse nach dem 31. Dezember 2022 Mit Kaufvertrag vom 30. Dezember 2022 und Wirkung zum 1. Januar 2023 erwarb die ista Metering Services Espana S.A., Spanien, 100 % der Anteile an der Habidat Smart Buildings S.L., San Sebastian, Spanien. Mit notariellem Kauf- und Abtretungsvertrag vom 27. Februar 2023 veräußerte die ista SE die von ihr gehaltenen 25,1 % der Geschäftsanteile an der facilioo GmbH, Berlin, mit Wirkung zum 31. März 2023. Dabei ist ein Veräußerungsgewinn von €640.265 entstanden. Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung der objego GmbH vom 1. Februar 2023 hat die ista SE eine freiwillige Zuzahlung in die Kapitalrücklage im Sinne von § 272 (2) Nr. 4 HGB von €2.880 Tausend geleistet.
Essen, 4. April 2023 Trionista
SE,
Dr. Hagen Lessing Thomas Lemper Entwicklung des Konzernanlagevermögens für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Entwicklung des Konzernanlagevermögens für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes zum 31. Dezember 2022
(1) Jahresergebnis vor Ergebnisabführung
Die Aufstellung des Konzernanteilsbesitzes ist dem Konzernanhang beigefügt, um Anforderungen der lokalen Rechnungslegung zu erfüllen. Konzernlagebericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022Inhaltsverzeichnis 1 Grundlagen des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell und wirtschaftliches Umfeld 1.2 Strategie und Produktportfolio 1.3 Organisation 2 Marktberichte 2.1 Deutschland 2.2 Frankreich 2.3 Nord- und Osteuropa 2.4 Niederlande und Belgien 2.5 Focus and Developing Markets (FDM) 3 Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Tatsächliche Entwicklung im Jahr 2022 im Vergleich zur Prognose 3.2 Ertragslage 3.3 Vermögens- und Finanzlage 3.4 Abschließende Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 4 Mitarbeiter 5 Prognosebericht 6 Nachhaltigkeit 7 Risiken und Chancen 7.1 Risiken 7.2 Chancen 7.3 Abschließende Einschätzung von Risiken und Chancen 8 Abschließende Beurteilung 9 Corporate Governance 10 Wichtige Ereignisse seit dem 31. Dezember 2022 11 Zukunftsgerichtete Aussagen 12 Danksagung an die Mitarbeiter 1 Grundlagen des Konzerns 1.1 Geschäftsmodell und wirtschaftliches Umfeld Die Trionista SE (nachfolgend auch das "Unternehmen", der "Konzern" oder "ista") ist nach unserer Einschätzung ein weltweit führender Anbieter von Lösungen für die Immobilienwirtschaft mit Sitz in Essen. Das Kerngeschäft ist die Erfassung und Abrechnung individueller Wärme- und Wasserverbräuche von Mietern in Mehrfamilienhäusern und Gewerbeimmobilien (Sub-Metering). Mit unseren mehr als 60 Millionen installierten Messgeräten betreuen wir rund 14 Millionen Haushalte bei mehr als 400.000 Kunden in 21 Ländern. In Deutschland, dem weltweit größten und für ista wichtigsten Sub-Metering-Markt, bedienen wir über 280.000 Kunden und mehr als 5 Millionen Haushalte mit über 35 Millionen Geräten. In den letzten Jahren ist Nachhaltigkeit bei der Nutzung natürlicher Ressourcen und insbesondere von Energie immer weiter ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Zusätzlich haben der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die daraus resultierenden geopolitischen Konsequenzen die Energieversorgungssituation in Deutschland und Europa vor neue Herausforderungen gestellt. Der Import von Erdgas, dem zentralen Energieträger beim Heizen, ist verknappt und die Energiepreise haben historische Höchststände erreicht. Zudem ist ein sparsames Verbrauchsverhalten im Gebäudebereich angesichts einer möglichen Gasmangellage zu einem der Topthemen mit Blick auf die Versorgungssicherheit in Europa und damit auf der politischen Agenda geworden In Deutschland entfallen derzeit etwa 32 % des Gesamtenergieverbrauchs auf Gebäude, und in Wohngebäuden werden etwa 84 % dieser Energie für Heizung und Warmwasser verwendet. Verbraucher haben daher hohe finanzielle Anreize zum Energiesparen. Sub-Metering macht den tatsächlichen individuellen Wärme- und Wasserverbrauch transparent. Dies ermöglicht es dem Eigentümer bzw. Verwalter, die Heiz- und Wasserkosten der gesamten Immobilie verursachungsgerecht auf die Mieter zu verteilen. Diese erhalten dadurch wiederum einen Anreiz, durch Änderung ihres Verbrauchsverhaltens Energie und damit CO 2 -Emissionen und Kosten zu sparen. Studien belegen, dass daraus eine potenzielle Energieeinsparung und CO 2 -Reduktion zwischen 15 % und 25 % resultiert. Weitere 10 % Einsparungen könnten durch regelmäßigere und zeitnahe Verbrauchsinformationen erzielt werden. Der Eigentümer profitiert von einer verbesserten Energieeffizienz, was zur Wertsteigerung seiner Immobilie beiträgt. Bewohner und Eigentümer tragen so gemeinsam aktiv zum Klimaschutz bei. Neben anderen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs wie der Gebäudeisolierung oder der Erneuerung von Heizungsanlagen bietet Sub-Metering ein attraktives Instrument, das sich insbesondere durch geringe Anfangsinvestitionen auszeichnet. Sub-Metering ist in vielen europäischen Ländern seit Jahren gesetzlich geregelt, in Deutschland beispielsweise seit 1981 durch die Heizkostenverordnung. Auch in anderen wichtigen Märkten wie Dänemark, Niederlande, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien sind Vorschriften zum Sub-Metering in Kraft. Auf EU-Ebene ist im Dezember 2012 die erste Energieeffizienz-Richtlinie (Energy Efficiency Directive, "EED") in Kraft getreten und wurde im Dezember 2018 aktualisiert und verschärft ("EED-2"). Damit sind für die Mitgliedstaaten weitgehende Verpflichtungen in Bezug auf Energieeffizienz festgelegt, und die Bedeutung des Sub-Metering wurde erheblich gestärkt. Bei Neuausstattung dürfen ausschließlich fernauslesbare Geräte installiert werden, und Vermieter sind verpflichtet, Bewohnern in fernauslesbaren Gebäuden mindestens monatlich eine Verbrauchsinformation zur Verfügung zu stellen. Für neue Abrechnungszeiträume müssen ergänzende Informationen mit der Abrechnung bereitgestellt werden, einschließlich Daten über die CO 2 -Emissionen sowie Informationen zu Brennstoffmix sowie erhobenen Steuern und Abgaben. Die das Sub-Metering betreffenden Maßnahmen sollten von allen EU-Mitgliedsstaaten bis Oktober 2020 in nationales Recht umgesetzt werden Dies ist bisher in Deutschland, Frankreich, Österreich, Niederlande, Spanien, Italien und Polen erfolgt. In Deutschland ist die neue Heizkostenverordnung zum 1.Dezember 2021 in Kraft getreten. Damit gilt: Bei Neuausstattung darf nur noch fernablesbare Messtechnik verbaut werden Zudem muss in Nutzeinheiten mit fernablesbarer Ausstattung eine monatliche Verbrauchsinformation bereitgestellt werden, die für folgende Abrechnungszeiträume ergänzende Informationen beinhalten muss. Im Jahr 2022 wurde ista bereits für insgesamt 1,6 Millionen Nutzeinheiten mit der monatlichen Verbrauchsinformation beauftragt. Die EU-Kommission hat im Juli 2021 das Ziel gesetzt, die Emission von Treibhausgasen bis zum Jahr 2030 um mindestens 55 % gegenüber dem Niveau von 1990 zu reduzieren anstatt wie ursprünglich geplant um 40 %. Es ist zu erwarten, dass dieses neue Ziel auch die Anforderungen an die effiziente Nutzung von Energie in Gebäuden und damit an Messdienstleister nochmals erhöhen wird. Wir rechnen aufgrund der zuletzt umgesetzten EU-Regelungen sowie nationalen und regionalen Gesetze und Verordnungen damit, dass die Zahl der Wohneinheiten, die mit Mess- und Erfassungsgeräten ausgestattet sind, steigen wird, ista hat bereits in den letzten Jahren verstärkt auf die Installation von fernauslesbaren Geräten gesetzt. Hierdurch steigt der Komfort für Vermieter und Mieter, weil wir auf Terminabsprachen und Wartezeiten verzichten können und die Wohnungen nicht mehr betreten müssen. Dieser Umstand trägt auch dazu bei, dass wir auch unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie unserer Geschäftstätigkeit mit nur geringfügigen Einschränkungen nachgehen konnten. Des Weiteren ermöglicht die digitale Infrastruktur neue Dienstleistungen rund um das Thema Energie- und Gebäudedatenmanagement. Dazu gehören Rauchwarnmelder, Trinkwasseruntersuchungen (auf Legionellen) sowie zunehmend digitalisierte Services rund um das Gebäude, wie zum Beispiel Verbrauchsanalysen und Energiedatenmanagement. Auf dem Weg zum klimaneutralen Gebäudebestand kommt nicht nur in Wohngebäuden der Erfassung des Energieverbrauchs wie der CO 2 -Emissionen große Bedeutung zu. So registrieren wir auch im Bereich Gewerbeimmobilien ein wachsendes Interesse an Transparenzprodukten, da immer mehr Gebäudeeigentümer beginnen, ihren CO 2 -Fußabdruck datenbasiert zu managen. Im Rahmen der EU Taxonomie unterliegt ein wachsender Kreis von Unternehmen Offenlegungspflichten hinsichtlich der Nachhaltigkeit ihrer Aktivitäten. Wenn Investoren bestimmte Nachhaltigkeitsziele verfolgen, können Unternehmen nicht nur ihre CO 2 -Emissionen verringern, sondern auch von günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten und einer besseren Reputation profitieren. Durch den Einsatz verschiedenster Messtechnik für alle Energieträger (Wärme, Strom, Gas, Wasser sowie Kälte) und die Zusammenführung und Visualisierung bieten wir unseren Kunden ein umfassendes Verbrauchs-Cockpit. Auch in Gebäuden der öffentlichen Hand wächst der Bedarf, Verbrauchsdaten systematisch zu erfassen und zur Grundlage etwa von Investitionsentscheidungen zu machen oder durch Information der Gebäudenutzer ein sparsames Verbrauchsverhalten anzuregen. Wir sehen daher den Bereich der Gewerbeimmobilien und öffentlichen Gebäude als ein weiteres Wachstumsfeld für ista an. Die Energie- und insbesondere die Immobilienwirtschaft unterliegen beständigen Veränderungsprozessen. Dazu gehören die zunehmende Digitalisierung, ein wachsendes Umweltbewusstsein und nicht zuletzt allgemeine soziodemographische Entwicklungen. Anbieter in diesen Märkten müssen daher ihre digitalen Kompetenzen erweitern und den Fokus viel stärker auf Kundenbedürfnisse und Qualität richten. Kunden erwarten ein vollständig digitales Serviceerlebnis und hervorragenden Kundenservice. Die Automatisierung und Digitalisierung von Abläufen sind hierfür wesentliche Voraussetzung. Davon profitieren finanzstarke Unternehmen, die die damit einhergehenden Investitionen leichter finanzieren können. In diesem Umfeld hat ista aus unserer Sicht eine starke Position im Sub-Metering-Markt aufgebaut. Wir unterhalten zu unseren Kunden insbesondere in unseren Hauptmärkten langjährige Beziehungen, wobei kein Kunde mehr als rund 1,5 % zu unserem Gesamtumsatz beiträgt. Unser Angebot richtet sich primär an private und professionelle Eigentümer und Verwalter von Mehrfamilienhäusern, Gewerbekunden, Energieversorger und -händler sowie Handwerker. Wir erwarten, dass sich das Geschäftsmodell Sub-Metering schrittweise zu einem Serviceangebot für die Immobilienwirtschaft rund um das digital vernetzte Gebäude erweitern wird. Im Sub-Metering wird sich z. B. die Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern verändern: Die klassische, papierbasierte Abrechnung, die einmal im Jahr per Post über die Hausverwaltung an die Mieter geschickt wurde, wird abgelöst werden. In Zukunft werden Vermieter, Hausverwalter, Handwerker und Bewohner regelmäßig über digitale Plattformen miteinander kommunizieren. Die COVID-19-Pandemie und die daraus resultierenden Maßnahmen der Regierungen haben die einzelnen Volkswirtschaften und die globale Wirtschaft in unterschiedlichem Maße geprägt. Insbesondere die angespannte Liefersituation im Bereich der Halbleiterproduktion erforderte ein entsprechendes Management unserer Lieferketten. Für das Geschäftsmodell der ista erwarten wir dennoch keine nachhaltigen negativen Auswirkungen. 1.2 Strategie und Produktportfolio Strategie Der Klimaschutz und unser Beitrag zur Erreichung der europäischen CO 2 -Zielsetzung sind das Kernstück unserer Strategie. Als einer der führenden Lösungsanbieter für die Immobilienwirtschaft betrachten wir es als unsere besondere Verantwortung, noch schnellere und einfachere Antworten auf die globale Herausforderung des Klimawandels im täglichen Leben und besonders im Gebäudesektor anzubieten. Unsere Strategie wird von drei Makrotrends geprägt. Erstens hat der Trend zur Dekarbonisierung in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen. Gesellschaft, Gesetzgeber und die Wirtschaft fordern und unterstützen das Bestreben nach Klimaneutralität und Nachhaltigkeit im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene wurden ambitionierte Klimaziele vereinbart. Für Nachhaltigkeit im Immobiliensektor sind Energieeffizienz und CO 2 -Einsparungen in Gebäuden entscheidende Faktoren. Die Besteuerung von CO 2 -Emissionen steigert die Attraktivität von Produkten, die es erlauben, den Energieverbrauch sichtbar zu machen und zu steuern. Sub-Metering ist eine anerkannte Maßnahme zur Erzeugung von Transparenz, um Verbrauchsverhalten zu verändern und damit zu Energie- und CO 2 -Einsparungen beizutragen. Nach unserer Auffassung wird die Nachfrage nach Lösungen zur Senkung von Energieverbräuchen und CO 2 -Emissionen, insbesondere bei deutlich steigenden Preisen für fossile Energieträger, unseren adressierbaren Markt vergrößern. Dies gilt sowohl im Wohnungsmarkt als auch für Gewerbeimmobilien insbesondere in Europa, aber auch anderen Regionen wie im Mittleren Osten. Die im kommenden Jahr erwartete Verlangsamung der Neubautätigkeit insbesondere im deutschen Markt schätzen wir als nicht temporär und daher nicht als signifikante Beeinträchtigung unseres Geschäfts ein. Mit smarten Produkten, datenbasierten Anwendungen und mit einer vernetzten Messinfrastruktur erleichtern wir die Einsparung von Energie in Immobilien. Durch unsere langjährige Erfahrung mit dem Management von Immobiliendaten, unsere ausgezeichneten Kundenbeziehungen und unsere Kompetenz in Entwicklung und Betrieb von batteriebetriebenen Funkmessgeräten sehen wir ista sehr gut positioniert, einen erheblichen Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz im Immobiliensektor leisten zu können. Insbesondere im Bereich der Gewerbekunden sehen wir erhebliches zusätzliches Wachstumspotenzial. Zweitens führt die Digitalisierung dazu, dass Daten über Energieverbräuche umfassender, schneller und häufiger erhoben werden können. Weiterentwicklungen der Datenverarbeitungsmethoden ermöglichen sowohl eine größere Transparenz als auch eine verbesserte Automatisierung der Verarbeitung. Dies erhöht auch die Qualität der Messdaten an sich und damit der darauf aufbauenden Dienstleistungen. Der verstärkte und durch die EED vorgeschriebene Einsatz von fernauslesbaren Messgeräten und auch digitale Plattformen im Bereich Smart Property Management treiben die Entwicklung neuer Dienstleistungen im "Next Generation Sub-Metering". Um Kundenbedürfnisse mit neuen und attraktiven Lösungen bedienen zu können, legt ista daher seinen strategischen Fokus auf die Entwicklung und Einführung digitaler Produkte und auf die Digitalisierung aller Prozesse vom Online-Vertrieb über die Steuerung interner und kundenbezogener Prozesse bis zum digitalen Customer Self Service. Wir verbessern damit die Transparenz von Energieverbräuchen verringern die Komplexität von Daten, Prozessen und Diensten und ermöglichen sowohl unseren gewerblichen und privaten Kunden als auch deren Mietern durch bessere Energieeffizienz, einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Mit einem relativ niedrigen Investitionsbedarf gelingt es so, die Immobilie zukunftsfähig und damit wertvoller zu machen. Drittens spielen langfristige demographische Entwicklungen eine wesentliche Rolle. Veränderungen der Gesellschaftsstruktur führen zu einem Anstieg von Einpersonenhaushalten. Der zunehmende Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung hat eine Verschiebung von Ein- zu Mehrfamilienhäusern zur Folge. Und schließlich erhöht die Immigration die Nachfrage nach Wohnraum in städtischen Lagen. Insgesamt erwarten wir daher im westlichen Europa eine steigende Zahl von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Wir wollen an diesem Marktwachstum partizipieren. Hierfür legen wir unseren strategischen Fokus auf die Servicequalität, die heute und auch in Zukunft ein wesentlicher Faktor unseres Erfolges im Sub-Metering-Markt ist. Insbesondere in den Bereichen des technischen Kundendienstes sowie im Kundenservice wollen wir intensiv in die Qualität unserer Serviceprozesse investieren. So haben wir beispielsweise die Zentralisierung und das Insourcing strategisch wichtiger Bereiche fortgesetzt. Dazu gehören Teile des Außendienstes und die Kundencenter in Deutschland. Der Markt ist bereits heute durch eine sehr große Kundennachfrage nach digitalen Lösungen für das Energiemanagement in Immobilien geprägt. Mit dem strategischen Fokus auf Digitalisierung und Qualitätsführerschaft erwarten wir eine Fortsetzung dieser Entwicklung mit deutlichem Mengenwachstum im Sub-Metering-Geschäft und weiteren Hardware-basierten Abonnements. Wir sehen ista in einer starken Position, Eigentümer, Verwalter und Mieter bei der Digitalisierung und Dekarbonisierung von Gebäuden zu begleiten. Konkret möchten wir dieses Ziel durch die Bereitstellung von gesetzeskonformer, hoch-frequenter und detaillierter Verbrauchstransparenz sowie mit Energiemanagement-Lösungen erreichen. Produktportfolio In unserem Kerngeschäft Sub-Metering bieten wir sowohl eine breite Palette von Dienstleistungen als auch die dafür erforderliche Ausstattung der Gebäude mit Mess- und Erfassungsgeräten sowie Gateways zur Datenübertragung (Hardware) an. Unser Dienstleistungsportfolio umfasst die Ablesung, Datenverarbeitung und Erstellung der Heizkostenabrechnung. Außerdem bieten wir unseren Kunden aus einer Hand weitere digitale Angebote wie Energiedatenmanagement-Services an. Hierzu gehört das kürzlich eingeführte Serviceprodukt EcoTrend, mit dem wir einem breiten und schnell wachsenden Kundenkreis eine monatliche Verbrauchsinformation für die Bewohner einer Immobilie über digitale Kanäle zur Verfügung stellen. EcoTrend erfüllt die Vorgaben der EED-2 zur monatlichen Verbrauchsinformation und ist dabei schnell, einfach und vor allem komfortabel für unsere Kunden. Speziell für unsere Gewerbekunden bieten wir MinuteView an, mit dem detaillierte, tagesaktuelle Verbrauchswerte so zusammengefasst werden, dass Einsparpotenziale schnell erkannt werden können. Wir begleiten den gesamten Prozess von der Messkonzepterstellung bis zur Datenanalyse. Darüber hinaus pilotieren wir weitere neue Subskriptionsmodelle, wie zum Beispiel den ESG-Manager ("Environmental Social Governance"), eine schnelle Lösung für ein vollumfängliches Management von Verbrauch, Emissionen und Kosten von Gebäuden inklusive gesetzeskonformer COj-Kosten-Aufteilung. Schließlich entwickeln wir unsere Prop Tech Engagements weiter. Dies betrifft insbesondere objego®, unser digitales SaaSProdukt für die Selbstverwaltung von Immobilien für private Vermieter, in Teilhaberschaft mit der Aareal Bank. Darüber hinaus bieten wir in Kooperation mit der facilioo GmbH eine Digitalplattform für die Immobilienwirtschaft an. Zu unserem Hardware-Geschäft gehören die Lieferung und Installation sowie die Inbetriebnahme und Garantiewartung der Geräte. Unsere starke Marktposition verdanken wir im Wesentlichen der kontinuierlichen internen Weiterentwicklung der Hardware, wodurch wir die Abhängigkeit von Systemlieferanten für wichtige Geräte in unserem Portfolio verringern. Die Entwicklung unserer Gateway-Familie und der Messgeräte umfasst auch die Integration der Geräte von Drittanbietern, um diese nahtlos in unsere Prozesse integrieren zu können. Im Bereich der Sicherheit und Wohngesundheit bietet ista die Installation, den Service und die Wartung von Rauchwarnmeldern einschließlich regelmäßiger Funktionstests an. Bei der Trinkwasseranalyse wird die Trinkwasserqualität eines Gebäudes mithilfe von Legionellen-Tests überprüft. Basierend auf regionalen Marktbedingungen und rechtlichen Vorschriften bieten wir in unseren Märkten darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Services an. 1.3 Organisation Einzige Gesellschafterin des Unternehmens ist die ista Luxembourg S.à r.l., Luxemburg, deren Anteile vollständig von der Lamarillo S.à r.l., Luxemburg gehalten werden. Einzige Gesellschafterin von Lamarillo S.à r.l. ist Sarvana S.à r.l., Luxemburg, die ihrerseits at Equity in die Konzernabschlüsse der CK Infrastructure Holdings Limited (CKI) und CK Assets Holding (CKA) einbezogen wird. CKI ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die auf den Bermudas gegründet wurde und in Hongkong ansässig ist und deren Anteile an der Börse Hongkong gelistet werden. CKA ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung, die auf den Kaimaninseln gegründet wurde und in Hongkong ansässig ist und deren Anteile ebenfalls an der Börse Hongkong gelistet werden. ista unterteilt seine Gesellschaften in fünf Business Units:
Die strategische und operative Führung des Konzerns obliegt der ista SE, einer direkten Tochtergesellschaft der Trionista SE, Essen. Die operativen Aktivitäten der ehemaligen ista International GmbH und ista Deutschland GmbH wurden infolge der im Jahr 2022 durchgeführten gesellschaftsrechtlichen Restrukturierung der deutschen Konzernstruktur von der ista SE mit Wirkung zum 1. Januar 2022 übernommen. Dem Vorstand der ista SE gehören drei Vorstandsmitglieder an: Dr. Hagen Lessing (CEO), Thomas Lemper (CFO) und Oliver Schlodder (CSO). Die Trionista TopCo GmbH war Mutterunternehmen der Trionista SE. Nach der Down-Stream-Verschmelzung ist die Trionista SE die Gesamtrechtsnachfolgerin der Trionista TopCo GmbH. Somit bleibt der Konzern unverändert. Als Vergleichszahlen des Vorjahres wurden die von dem geprüften Konzernabschluss der Trionista TopCo GmbH zugrunde gelegt. Wir haben in den für uns relevanten europäischen Märkten führende Marktpositionen. In Deutschland sehen wir uns an zweiter Stelle und in Frankreich, Dänemark sowie den Niederlanden an erster Stelle. Im Bereich FDM haben wir insbesondere in Spanien, Österreich und Polen eine starke Präsenz. 2 Marktberichte Umsatzerlöse und EBIT Der Vorstand der ista trifft alle wesentlichen Entscheidungen generell auf Basis von finanziellen Kennzahlen mit dem Ziel langfristiger Werterhaltung und -steigerung. Die wichtigsten finanziellen Kennzahlen, die bei der Ausrichtung des Geschäfts verwendet werden, sind die Umsatzerlöse und das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Die Umsatzerlöse sind Indikator für die Position und den Erfolg der ista am Markt. Das EBIT zeigt die Fähigkeit, Mittelzuflüsse zu generieren und Finanzverbindlichkeiten zu bedienen. Der Konzernumsatz belief sich im Jahr 2022 auf € 1.037 Millionen, ein Zuwachs von € 66 Millionen gegenüber € 971 Millionen im Jahr 2021. Damit hat ista beim Umsatz erstmalig die Marke von € 1 Milliarde übertroffen. Das EBIT des Konzerns lag im Jahr 2022 bei € 218 Millionen, ein Rückgang von € 5 Millionen gegenüber € 223 Millionen im Jahr 2021. Der Rückgang ist hauptsächlich der Umsetzung strategischer Maßnahmen zur Verbesserung der Servicequalität sowie dem im Juli 2022 auf ista verübten Cyberangriff geschuldet. Näheres zum Cyberangriff findet sich im Abschnitt "Chancen und Risiken". 2.1 Deutschland Der Umsatz- und Ergebnisausweis für Deutschland ist im Berichtsjahr dadurch geprägt, dass die operativen Aktivitäten der ista Deutschland GmbH und der ista International GmbH auf die ista SE übergegangen sind. Dadurch werden in Deutschland nun auch die Kosten der meisten Zentralfunktionen der früheren ista International GmbH ausgewiesen. Der Umsatz in Deutschland betrug im Jahr 2022 € 617 Millionen. Dies entspricht einem Anstieg von € 29 Millionen gegenüber € 588 Millionen im Jahr 2021 und macht damit 60 % des Konzernumsatzes gegenüber 61 % im Vorjahr aus. Zu dieser Entwicklung trug das Wachstum im Hardwaregeschäft bei, sowohl bei der Vermietung von Geräten als auch im Direktverkauf. Im Servicegeschäft wirkten steigende Durchschnittserlöse und unser neues Produkt EcoTrend positiv. Das EBIT lag 2022 bei € 152 Millionen und ging gegenüber € 191 Millionen im Jahr 2021 um € 39 Millionen zurück. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Integration der Zentralfunktionen der früheren ista International GmbH sowie auf Kosten im Zusammenhang mit dem auf ista verübten Cyberangriff zurückzuführen. Darüber hinaus haben wir wie geplant strategische Maßnahmen umgesetzt, die auf die Verbesserung der Servicequalität und damit eine höhere Kundenzufriedenheit ausgerichtet sind. Das operative Geschäft ist hinsichtlich der Nutzer- und Abrechnungsmengen sowie auch des durchschnittlichen Umsatzes je Nutzer im Dienstleistungsgeschäft gewachsen, wobei sich in den Kosten erste Auswirkungen der gestiegenen Inflation zeigten. Die COVID-19-Pandemie belastete unser Geschäft im Berichtszeitraum nicht mehr. Das Geschäft in Deutschland ist vor allem durch die verbrauchsgerechte Abrechnung von Wärme und Wasser geprägt. Die Ende 2018 in Kraft getretene Energieeffizienzrichtlinie (EED-2) gibt als europäisches Regelwerk den Rahmen für die individuelle Verbrauchsabrechnung vor. Dazu gehören unter anderem die Installation fernauslesbarer Zähler und eine unterjährige Verbrauchsinformation ab Oktober 2020. Die novellierte Heizkostenverordnung ("HKVO") wurde am 30. November 2021 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. In Deutschland ist Sub-Metering für Heizung und Warmwasser seit 1981 für fast alle Mehrfamilienhäuser in der HKVO geregelt. Sie schreibt die Installation von Geräten sowie eine jährliche Zählerablesung und verbrauchsgerechte Abrechnung vor. Die meisten Landesbauordnungen der Bundesländer beinhalten zumindest im Falle von Neubauten auch die Verpflichtung zur Installation von Kaltwasserzählern in Haushalten. Darüber hinaus sind Eichzyklen gesetzlich vorgeschrieben. Seit der Novellierung des Mess- und Eichgesetzes im Juni 2021 müssen auch Warmwasser- und Wärmezähler alle sechs Jahre neu geeicht oder ausgetauscht werden. Weil wir bereits seit einigen Jahren vor allem auf den Einbau von funkbasierten Geräten setzen, steigt deren Anteil kontinuierlich. Darüber hinaus haben wir in Maßnahmen zur Verbesserung der Servicequalität sowie in unsere Digitalisierungsstrategie investiert: Im Zuge der Umsetzung der EED-Vorschriften haben wir neue Produkte entwickelt und insbesondere in die Organisationseinheit "Digital Sales and Services" weiter investiert. Zur Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften hat ista das Produkt EcoTrend entwickelt. EcoTrend stellt monatlich Verbräuche dar und kann von Kunden, die bereits über fernauslesbare Zähler verfügen, genutzt werden. Seit Markteinführung des Produkts wurde EcoTrend bereits für 1,6 Millionen unserer Nutzer beauftragt. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Energiekrise sehen wir hier auch in Zukunft weitere Wachstumspotentiale. Darüber hinaus erhalten sämtliche Nutzer zukünftig im Rahmen ihrer Heizkostenabrechnung automatisiert die Abrechnungsinformation (AI). Diese beinhaltet u. a. Informationen zum genutzten Energiemix, zu den CO 2 -Emissionen und Vergleichswerte zu anderen Nutzern. Zur fortgesetzten Verbesserung der Servicequalität und Kundenzufriedenheit wurden weitere Ressourcen in der ista Express Service GmbH und ista Customer Service GmbH aufgebaut. Die ista Express Service GmbH ist auf die Installation und Wartung von Messgeräten spezialisiert, während unter dem Dach der ista Customer Service GmbH sukzessiv unser telefonischer Kundenservice und weitere Support-Funktionen zusammengefasst werden. Beide Gesellschaften treten als Dienstleister für die ista SE auf. Diese Maßnahmen in Summe haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr negativ auf das EBIT ausgewirkt. Darüber hinaus unterliegen Vermieter vielfältigen weiteren Regelungen zur Verbesserung der Energieeffizienz oder Mietersicherheit. ista bietet Hardware und Dienstleistungen an, mit denen Vermieter diese Anforderung erfüllen können. So stellt ista Energieausweise aus, die den Wärmeenergieverbrauch des jeweiligen Gebäudes mit dem eines Referenzgebäudes vergleicht. Das Geschäft mit Rauchwarnmeldern wurde im Berichtszeitraum kontinuierlich weiter ausgebaut. Weiter bietet ista einen umfassenden Service zur Trinkwasseranalyse an, mit der die Verbreitung von Legionellen-Bakterien in zentral geheiztem Trinkwasser verhindert werden soll. Gewerbekunden werden von ista durch das Energiedatenmanagementsystem Minute View dabei unterstützt, Transparenz über ihre Wärme-, Gas-, Strom- und Wasserverbräuche zu gewinnen und so ihre CO 2 -Emissionen zu senken. 2.2 Frankreich In Frankreich wurden im Jahr 2022 Umsatzerlöse in Höhe von € 110 Millionen erzielt. Dies entspricht einem Anstieg von € 4 Millionen gegenüber € 106 Millionen im Jahr 2021 und macht damit unverändert 11% des Konzernumsatzes aus. Das EBIT lag 2022 bei € 18 Millionen und ging damit gegenüber dem Vorjahr um € 2 Millionen zurück. Im Kerngeschäft Sub-Metering verzeichneten wir steigende Umsätze innerhalb des normalen Geschäftsverlaufs, was vor allem auf Mengenwachstum infolge der Umsetzung der EED im Wärmemarkt sowie auf Preisindexierung im Wassermarkt zurückzuführen ist. Zudem wurde das Wachstum durch die im April 2021 erfolgreich durchgeführte Akquisition eines Sub-Metering Unternehmens im Süden Frankreichs verstärkt. Daneben wurde deutlich in diverse strategische Maßnahmen, wie den Ausbau von Vertriebs- und Marketingfunktionen für erwartetes weiteres Wachstum im Wärmemarkt, die Migration auf funkauslesbare Geräte, sowie in neue Produkte für das Gewerbekundensegment investiert. Entsprechend war das EBIT im Berichtszeitraum leicht rückläufig. Das Geschäft im Wassermarkt war im Geschäftsjahr 2022 weiterhin von der gesetzlichen Vorgabe geprägt, dass öffentliche Kunden auslaufende Verträge ausschreiben müssen. Die sich daraus ergebenden Installationen führten zu einer Erhöhung des Anteils an fernauslesbaren Geräten in unserem Portfolio. Im Geschäft mit Privatkunden sehen wir Wachstumschancen aus einer weiter steigenden Marktdurchdringung. Sub-Metering für Warm- und Kaltwasser ist seit den 1970er Jahren gesetzlich geregelt. Im Wärmemarkt ist aufgrund der im Jahr 2019 eingeführten Regelungen die verbrauchsgerechte Verteilung der Heizkosten in allen Mehrfamilienhäusern verpflichtend, die mehr als 80 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen, sofern technisch machbar. Darüber hinaus müssen in neugebauten Mehrfamilienhäusern Wärmezähler installiert werden. Außerdem führt die Umsetzung der EED-2 in nationales Recht zu einer weiteren Vergrößerung des adressierbaren Marktes und einer Erhöhung des Anteils fernauslesbarer Geräte. Insgesamt sind die Haupttreiber des französischen Geschäfts vor allem der wachsende Wärmemarkt sowie der Trend zur Funktechnologie sowohl im Wasser- als auch im Wärmebereich. Zudem haben die Kunden die Vorteile der Fernablesung erkannt und fragen vermehrt Dienstleistungen wie z.B. monatliche Analysen und Warnmeldungen des Wärme- und Wasserverbrauchs, automatische Erkennung von Wasserleckagen sowie webbasierte Dienstleistungen nach. 2.3 Nord- und Osteuropa Der Umsatz in Nord- und Osteuropa betrug im Jahr 2022 € 98 Millionen, was gegenüber € 93 Millionen im Jahr 2021 einem Anstieg um € 5 Millionen entspricht und in beiden Jahren 9 % des Konzernumsatzes ausmacht. Das EBIT lag im Berichtszeitraum bei € 24 Millionen und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 3 % gestiegen. Dänemark ist ein reifer, durch ein beständiges Marktumfeld gekennzeichneter Markt, was zu stabilen Marktanteilen geführt hat. Der Übergang zu Funkgeräten hat sich als wesentlicher Wachstumstreiber erwiesen, was auch auf die Umsätze mit Wasserzählern zutrifft. Auch die bestehenden Gesetze mit Bezug auf verbrauchsgerechte Ablesung und Abrechnung von Wärmekosten haben sich positiv auf die Entwicklung des Wärmemarktes ausgewirkt. Nach gegenwärtiger Rechtslage ist die Messung des Warmwasserverbrauchs auf Haushaltsebene obligatorisch, wenn diese technisch durchführbar und kosteneffizient ist. Osteuropa ist ebenfalls durch beständige Märkte gekennzeichnet und umfasst die Länder Polen, Tschechien, Slowakei und Rumänien. Die positive Umsatzentwicklung der Märkte konnte im Berichtszeitraum fortgesetzt werden, wobei das Wachstum vor allem aus starken Hardware-Umsätzen, aber auch aus einem wachsenden Service-Geschäft generiert wurde. Das EBIT war gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Dies ist auch darauf zurückzuführen, dass die Inflationsentwicklung in den osteuropäischen Märkten zu Kostensteigerungen im Berichtszeitraum noch nicht voll kompensiert werden konnte. 2.4 Niederlande und Belgien Der Umsatz in den Niederlanden und Belgien betrug im Jahr 2022 € 33 Millionen, was gegenüber € 34 Millionen im Jahr 2021 einem Rückgang um € 1 Million entspricht. Der Anteil dieser Länder am Konzernumsatz beträgt wie im Vorjahr 3 %. Das EBIT lag im Berichtszeitraum bei € 7 Millionen und ging damit gegenüber dem Vorjahr um € 3 Millionen zurück. Der niederländische Markt ist ein ausgereifter und gut erschlossener Markt, der von verbrauchsgerechten Abrechnungsdienstleistungen und Geräteverkäufen bestimmt wird. Im operativen Geschäftsverlauf verzeichneten wir in den Niederlanden inflationsbedingt höhere Personalkosten. Um im Markt weiter wachsen zu können, integriert ista effektiv neue Beratungsdienstleistungen für das Energiemanagement in seine Wertschöpfungskette, um sich von einem Anbieter von Einzeldienstleistungen zu einem vertrauenswürdigen Berater und Partner für mehrere Dienstleistungen zu entwickeln. Der belgische Sub-Metering-Markt ist weitgehend gesättigt, wobei der Eintritt neuer Wettbewerber hohen Preisdruck verursacht. Unter anderem bedingt durch den Cyberangriff verzeichneten wir jedoch einen Rückgang von Umsatz und EBIT im Vorjahresvergleich. Zuwächse bei Neubauten und die Entwicklung neuer digitaler Dienste werden mittelfristig zusätzliches Wachstum generieren. 2.5 Focus and Developing Markets (FDM) Der Umsatz in den Focus and Developing Markets belief sich im Jahr 2022 auf € 177 Millionen und stieg damit gegenüber dem Vorjahr mit € 149 Millionen um € 28 Millionen. Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 17 % gegenüber 15 % im Vorjahr. Das EBIT lag im Jahr 2022 bei € 9 Millionen und ist damit gegenüber dem Vorjahr um € 1 Million gestiegen. Mit Beginn des Ukraine-Krieges haben wir unsere Gerätelieferungen an die Tochtergesellschaften in Russland und Weißrussland gestoppt und die Tochtergesellschaft in Weißrussland zum 31. August 2022 verkauft. Der Veräußerungsprozess der russischen Tochtergesellschaft ist zum 31. Dezember 2022 noch nicht abgeschlossen. Der Umsatzanteil dieser Gesellschaften an den Focus and Developing Markets liegt bei rund 2 %. Mit Ausnahme von Russland und Weißrussland ist der Umsatz in allen Ländern von FDM im Vorjahresvergleich gestiegen. Dieser Anstieg resultiert zum einen aus höheren Volumina in der Hardware. Zum anderen haben wir in nahezu allen Ländern im Wesentlichen preisgetrieben höhere Serviceumsätze verzeichnet, vor allem im Kaltmietegeschäft und auch gestützt durch eine Akquisition in Österreich. Zudem sehen wir in Spanien deutlich positive Effekte im Wärmemarkt aus der Umsetzung der EED-2 in nationales Recht. Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Verkaufs unserer russischen Tochtergesellschaft wurden deren Bilanzpositionen neu bewertet. Daraus resultierte eine Wertminderung von rund € 1 Million. Bereinigt um diesen Sondereffekt verzeichneten wir eine Steigerung des EBIT um rund 16 %, zu der fast alle Länder der Business Unit beigetragen haben. Der Bereich FDM besteht aus einer Reihe von Ländern mit sehr unterschiedlichen Marktvoraussetzungen und -reifegraden, so dass wir weiter in Focus Markets und Developing Markets unterteilen. Die Geräte werden überwiegend direkt verkauft, nicht vermietet. In den kommenden Jahren erwarten wir, in Abhängigkeit von der jeweiligen Gesetzeslage und auch unterstützt durch die EED-2, ein erhebliches Wachstum in Märkten wie Spanien und Italien. Weitere Impulse erhoffen wir uns durch die voranschreitende Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft. In diesem Bereich bieten wir mittlerweile eine Reihe von Produkten an, die wir nach und nach ausbauen und in weiteren Ländern einführen. Beides wird mittelfristig auch in reiferen Märkten wie Österreich und der Schweiz zu weiterem Wachstum führen. Hierdurch erwarten wir auch die marktführende Stellung in verschiedenen Ländern weiter ausbauen zu können. 3 Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage 3.1 Tatsächliche Entwicklung im Jahr 2022 im Vergleich zur Prognose Wir lagen sowohl bei den Umsatzerlösen als auch beim EBIT innerhalb der im letztjährigen Konzernlagebericht der Trionista TopCo GmbH erwarteten Bandbreite unserer Prognose.
Unser Umsatzwachstum von 6,7 % auf € 1.037 Millionen im Jahr 2022 lag oberhalb unserer prognostizierten Bandbreite von kleinen einstelligen Prozentwerten. Fast alle Märkte haben zu dieser Entwicklung beigetragen. In Deutschland konnten wir von Wachstum im Hardwaregeschäft profitieren, sowohl bei der Vermietung von Geräten als auch im Direktverkauf. Im Servicegeschäft wirkten steigende Durchschnittserlöse im Servicegeschäft und unser neues Produkt EcoTrend positiv. Im Kaltmietegeschäft in Österreich verzeichneten wir steigende Umsätze, wozu auch eine Akquisition beitrug. Insbesondere in Spanien, aber auch in einigen anderen Ländern stiegen die Umsätze infolge der Umsetzung der EED-2 in nationales Recht. Außerdem leisteten die osteuropäischen Länder einen positiven Beitrag. Mit einem Rückgang von 2,5 % auf € 218 Millionen haben wir beim EBIT die prognostizierte Bandbreite eines Rückgangs im kleinen einstelligen Prozentbereich erreicht. Die geplanten Investitionen in die Verbesserung von Servicequalität und Kundenzufriedenheit insbesondere in Deutschland sowie der Cyberangriff haben das EBIT belastet. Dies konnten wir beinahe kompensieren, indem wir das starke Umsatzwachstum in operatives Wachstum des EBIT überführen konnten. 3.2 Ertragslage Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 auf € 1.037 Millionen; im Vergleich zu € 971 Millionen im Jahr 2021 ist dies ein Anstieg um € 66 Millionen. Bezogen auf den Gesamtumsatz entfielen im Geschäftsjahr 2022 auf Geräte, Service und MEA (Multiple Element Arrangement - Mehrkomponentenverträge, bei denen Geräte, Miet- und Abrechnungsleistungen in einem Vertrag zusammengefasst werden) 37 %, 53 % bzw. 10 % im Vergleich zu 37 %, 52 % bzw. 11 % im Geschäftsjahr 2021. Umsatzkosten Die Umsatzkosten betrugen im Geschäftsjahr 2022 € 594 Millionen im Vergleich zu € 555 Millionen im Geschäftsjahr 2021 und betrugen in Prozent des Gesamtumsatzes wie im Vorjahr 57 %. Die Umsatzkosten setzen sich im Wesentlichen aus Kosten für Geräte, Service und MEA zusammen. Der Anstieg der Umsatzkosten ist im Wesentlichen durch das Geschäftswachstum im Hardware- und Servicegeschäft verursacht. Die Inflation wirkte sich negativ auf Gerätepreise und Installationskosten aus. Außerdem schlug sich der höhere Anteil des Kaltmietegeschäfts in Österreich nieder. Dieses Geschäft ist gekennzeichnet durch hohe Umsätze bei niedrigen Rohmargen. Vertriebs- und Verwaltungsaufwendungen Die Vertriebsaufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr um € 10 Million auf € 91 Millionen. Dies ist insbesondere auf Aufwendungen zur weiteren Verbesserung der Kundenzufriedenheit sowie den Ausbau von Vertriebskapazitäten infolge der Umsetzung der EED-2 und der daraus resultierenden Wachstumschancen zurückzuführen. Bezogen auf den Gesamtumsatz lagen die Vertriebskosten mit 9 % über dem Vorjahresniveau von 8 %. Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2022 um € 17 Millionen auf € 69 Millionen. Hierzu trugen neben dem Personalaufbau im Rahmen der agilen Transformation (Näheres hierzu im Abschnitt "Mitarbeiter") auch eine Reihe von einmaligen Aufwendungen bei. Darunter waren Kosten für die Verschmelzung der ista International GmbH und der ista Deutschland GmbH zur ista SE sowie aufgrund des Cyberangriffs im Wesentlichen für IT- und Beratungsdienstleistungen angefallene Aufwendungen. Bezogen auf den Gesamtumsatz lagen die Verwaltungsaufwendungen im Jahr 2022 bei 7 % gegenüber 5 % im Vorjahr. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Der Nettobetrag der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen betrug im Geschäftsjahr 2022 minus € 65 Millionen und enthält im Wesentlichen die Aufwendungen für die Amortisation der aktivierten Kundenbeziehungen. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten wir eine Änderung um minus € 5 Million. Zum einen entwickelte sich das Wechselkursergebnis leicht rückläufig. Die Beschaffung von Messgeräten wird zum Teil in US- Dollar fakturiert. Um materiellen Wechselkursrisiken entgegenzuwirken, erfolgt ein partieller Cashflow-Hedge. Im Vorjahr resultierte daraus ein Wechselkursgewinn, im Berichtsjahr ein neutrales Ergebnis. Zum anderen war im Vorjahr der Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Abschluss des Kartellverfahrens in Österreich enthalten. Finanzergebnis Das Finanzergebnis beinhaltet Zinsaufwendungen für unsere bestehende Kreditfazilität und unsere Schuldscheindarlehen, einschließlich der Zinsen auf Gesellschafterdarlehen von Mutterunternehmen, sowie Abschreibungen aktivierter Finanzierungskosten, Zinsaufwendungen auf Leasingverbindlichkeiten und das Ergebnis aus at-equity einbezogenen Unternehmen. Dies wird teilweise durch Dividendenerträge aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen sowie durch sonstige Zinsen und ähnliche Erträge kompensiert. Das Nettofinanzergebnis belief sich auf minus € 82 Millionen und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr (minus € 83 Millionen) verbessert. Die teilweise Ablösung des syndizierten Kredits durch eine weitere Emission eines Schuldscheindarlehens hat im Berichtsjahr zu günstigeren Finanzierungskonditionen geführt. Gegenläufig wirkten der Anstieg der EURIBOR sowie höhere Aufwendungen aus der Implementierung von Zinssicherungsinstrumenten. Ertragsteuern Die Ertragsteuern lagen im Geschäftsjahr 2022 bei minus € 45 Millionen gegenüber minus € 42 Millionen im Vorjahr. Der laufende Steueraufwand lag trotz des rückläufigen Vorsteuerergebnisses wegen höherer nicht abzugsfähiger Betriebsausgaben über Vorjahr. Dies ist im Wesentlichen auf den laufenden Steueraufwand zurückzuführen. Dieser lag trotz des rückläufigen Vorsteuerergebnisses wegen höherer nicht abzugsfähiger Betriebsausgaben über Vorjahr. Konzernergebnis Unser Konzernjahresüberschuss belief sich 2022 auf € 91 Millionen und lag damit um € 7 Millionen unter dem Vorjahreswert von € 98 Millionen. EBIT Der Konzern erwirtschaftete ein EBIT von € 218 Millionen gegenüber € 223 Millionen im Jahr 2021. Wir konnten insgesamt ein erfreuliches operatives Wachstum verzeichnen. Der Rückgang des EBIT ist hauptsächlich der Umsetzung strategischer Maßnahmen zur Verbesserung der Servicequalität sowie dem im Juli 2022 auf ista verübten Cyberangriff geschuldet. 3.3 Vermögens- und Finanzlage Vermögenswerte Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf € 353 Millionen (Vorjahr: € 270 Millionen) und wurden im Wesentlichen durch Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vorräte und Kassenbestände beeinflusst. Die Kassenbestände stiegen um € 20 Millionen. Zwar war der operative Cash Flow aufgrund eines Anstiegs des Working Capital gegenüber Vorjahr rückläufig, wegen geringerer Ausgaben für Investitionen und Zahlungen an unsere Kapitalgeber lagen die Kassenbestände aber dennoch über dem Vorjahresniveau. Die langfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum 31. Dezember 2022 auf insgesamt € 3.730 Millionen (Vorjahr: € 3.772 Millionen). Sie bestehen hauptsächlich aus aktivierten Kundenbeziehungen und Goodwill. Die aktivierten Kundenbeziehungen werden linear über 10 bis 50 Jahre abgeschrieben. Das bilanzielle Gesamtvermögen belief sich zum 31. Dezember 2022 auf € 4.083 Millionen (Vorjahr: € 4.041 Millionen). Working Capital Unser Working Capital betrug minus € 16 Millionen und erhöhte sich somit gegenüber minus € 72 Millionen im Jahr 2021. Das Working Capital beinhaltet Forderungen aus Lieferungen und Leistungen einschließlich Wertberichtigungen, Vorräte, abgegrenzte Erlöse, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und erhaltene Anzahlungen von Kunden. Der Ausbau des Kaltmietegeschäfts in Österreich und die Einführung von EcoTrend in Deutschland sowie Inflationseffekte in verschiedenen Ländern und vorübergehende Verzögerungen bei den Abrechnungen durch den Cyberangriff sind die wesentlichen Treiber des Anstiegs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Vorräte stiegen an, da es infolge des Cyberangriffs auch zu Verzögerungen bei der Montage von Geräten gekommen ist. Außerdem schlug sich auch hier die Inflation erhöhend nieder. Investitionen Im Jahr 2022 haben wir insgesamt einen Nettobetrag von € 135 Millionen investiert. Diese Investitionen entfielen im Wesentlichen auf Investitionen in Mietgeräte einschließlich deren Installation und auf Investitionen in IT und immaterielle Vermögenswerte. Wir finanzieren unsere Investitionen hauptsächlich aus dem operativen Cashflow. Die Investitionen von € 93 Millionen in Mietgeräte resultierten hauptsächlich aus neuen Miet- und MEA-Verträgen sowie dem Austausch von Geräten unter bestehenden Verträgen gegen neue Geräte (z.B. Funkgeräte). U.a. bedingt durch den Cyberangriff konnten die Installationen das Vorjahresniveau nicht erreichen. Die Investitionen in Mietgeräte gingen trotz Preissteigerungen um € 16 Millionen gegenüber dem Vorjahr zurück. Der Großteil unserer Investitionen in Mietgeräte entfiel auf Deutschland und Frankreich. Die sonstigen Investitionsausgaben von € 42 Millionen beinhalteten in erster Linie Investitionen in unsere Software, integrierte IT- und Betriebsplattform, Produktentwicklungskosten zur weiteren Verbesserung unserer Betriebsinfrastruktur und Vorbereitung auf künftiges Wachstum sowie Akquisitionen. Hier verzeichneten wir einen Anstieg von € 3 Millionen gegenüber 2021. Während die Investitionen in IT und Produktentwicklung das hohe Niveau des Vorjahres nicht mehr ganz erreichten, lagen die Ausgaben für Akquisitionen deutlich über Vorjahr. Liquiditäts- und Kapitalstruktur Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich 2022 auf € 307 Millionen, ein Rückgang von € 41 Millionen gegenüber dem Vorjahr. Das erfreuliche operative Wachstum wurde von einem Anstieg des Working Capital begleitet. Neben Inflationseffekten wirkten sich das Kaltmietegeschäft in Österreich und die Einführung von EcoTrend in Deutschland sowie Verzögerungen bei der Gerätemontage infolge des Cyberangriffs erhöhend auf die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Vorratsbestände aus. Im Geschäftsjahr 2022 haben wir € 137 Millionen an unsere Gesellschafter in Form von Dividenden und Zinszahlungen auf Gesellschafterdarlehen ausgeschüttet. ista konnte seinen finanziellen Verpflichtungen jederzeit nachkommen. Die folgende Tabelle zeigt die Kapitalstruktur des Konzerns zum 31. Dezember 2022 und zum 31. Dezember 2021:
Das Eigenkapital stieg im Vergleich zum Vorjahr um € 36 Millionen im Wesentlichen durch die im sonstigen Ergebnis erfassten Erträge und Aufwendungen, die sich auf € 34 Millionen beliefen. Hier wirkten versicherungsmathematische Gewinne gemäß IAS 19 und die nicht realisierte Veränderung des Fair Value aus Zinssicherungsinstrumenten positiv. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten stiegen auf € 478 Millionen (Vorjahr: € 427 Millionen) unter anderem wegen einer gegenüber dem Vorjahr höheren Inanspruchnahme der Revolving Credit Facility und einer Erhöhung der kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Lamarillo S.à r.l. Die langfristigen Schulden beliefen sich auf € 3.416 Millionen (Vorjahr: € 3.461 Millionen) und bestehen primär aus Finanzschulden in Form einer Senior Credit Facility, Schuldscheindarlehen und Gesellschafterdarlehen. Neben dem operativen Cashflow, der auch im Berichtszeitraum solide war, ist unsere wichtigste fortlaufende Finanzierungsquelle die Inanspruchnahme von syndizierten Kreditfazilitäten, Schuldscheindarlehen sowie Gesellschafterdarlehen der ista Luxembourg S.à r.l. und der Lamarillo S.à r.l. Darüber hinaus verfügen wir über eine Revolving Credit Facility in Höhe von insgesamt € 450 Millionen, womit weitere Liquidität zur Verfügung steht. Zum Stichtag 31. Dezember 2022 haben wir daraus € 70 Millionen in Anspruch genommen. Die Restlaufzeit der syndizierten Kreditfazilitäten beträgt knapp fünf Jahre. Im Berichtsjahr wurde die zweite einjährige Verlängerungsoption erfolgreich ausgeübt. Die Zinssätze bzw. die Marge und die Bereitstellungsprovision variieren in Abhängigkeit von unserem Netto-Verschuldungsgrad und den erreichten Fortschritten bei unseren fünf ESG-Zielen (Environmental, Social, Governance). Durch die weiterhin positive Entwicklung im Berichtsjahr konnten wir einerseits unsere Marge in Abhängigkeit von unserem Netto-Verschuldungsgrad für die syndizierte Kreditfazilitäten konstant halten und darüber hinaus durch die erfolgreiche Umsetzung unserer ESG-Ziele die Marge weiter reduzieren. Im Juni 2022 haben wir unsere bestehende Kreditfazilität teilweise durch ein weiteres Schuldscheindarlehen in Höhe von € 198 Millionen ersetzt und konnten somit unseren durchschnittlichen Finanzierungskostensatz weiter reduzieren. Auch bei der Begebung des Schuldscheindarlehens hat sich das Vertrauen der Kapitalgeber in das stabile Geschäftsmodell und das Entwicklungspotenzial der ista-Gruppe gezeigt. Wie die syndizierten Kreditfazilitäten enthalten auch die Schuldscheindarlehen eine ESG-Komponente. Damit bestätigen wir unser Bekenntnis zur langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie der ista-Gruppe, da der Zinssatz nun direkt an die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt ist. Die folgende Tabelle fasst die Finanzschulden des Konzerns ohne aufgelaufene Zinsen und aktivierte Finanzierungskosten zum 31. Dezember 2022 zusammen:
Die Nettoverschuldung des Konzerns (Finanzverbindlichkeiten einschließlich aufgelaufener Zinsen abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) blieb zum 31. Dezember 2022 mit € 2.604 Millionen gegenüber dem Vorjahr (€ 2.596 Millionen) ungefähr konstant. 3.4 Abschließende Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Das Geschäftsmodell der ista hat sich auch in der aktuellen, von multiplen Krisen geprägten Phase als weiterhin ausgesprochen resilient erwiesen. Das operative Geschäft hat sich erfreulich entwickelt, was sich in steigendem Umsatz widerspiegelt. ista hat im Berichtsjahr weiter in die Verbesserung der Servicequalität und Kundenzufriedenheit investiert und beabsichtigt, dies in den folgenden Jahren fortzuführen. Daher betrachten wir auch die Entwicklung von EBIT und operativem Cash Flow als weiterhin solide. Wir sehen den Fortbestand von ista weder unter Vermögens- noch unter Liquiditäts- oder Ertragsgesichtspunkten als gefährdet an. Die Kernmärkte, in denen ista tätig ist, sind weitestgehend von langfristigen Kundenbeziehungen gekennzeichnet. Die Kündigungsquote bewegt sich auf langfristig niedrigem Niveau und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Entsprechend ist die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns wie auch in den Vorjahren stabil. Unser Geschäftsmodell ist hinreichend nachhaltig und flexibel, um zeitweise Restriktionen unserer Tätigkeiten und daraus resultierende Einbußen abfedern zu können. 4 Mitarbeiter Zum 31. Dezember 2022 beschäftigten wir 5.831 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) im Vergleich zu 5.515 im Vorjahr. Zur weiteren Verbesserung der Servicequalität haben wir den Personalbestand in der ista Customer Service GmbH und der ista Express Service GmbH aufgestockt. Die positiven Impulse aus der Umsetzung der EED-2 in nationales Recht haben zu höheren Mitarbeiterzahlen u. a. in Frankreich, Spanien und UK geführt. Und schließlich hatten wir zum Jahresende einen temporär höheren Personalbedarf, um die Folgen des Cyberangriffs zu beheben. Der Erfolg unseres Unternehmens hängt erheblich vom Engagement unserer Mitarbeiter ab. Deshalb nimmt ista seine Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitern sehr ernst und unterstützt sie auf vielfältige Weise. Durch regelmäßige Personalgespräche treten wir in einen intensiven Dialog mit unseren Mitarbeitern und sorgen so für eine stetige Verbesserung. Zu diesem Zweck wurde auch im Jahr 2022 wieder die globale Mitarbeiterumfrage "istaVoice" durchgeführt. Wir fördern das Know-how und die Leistungen der Mitarbeiter im Rahmen kontinuierlicher Schulungsmaßnahmen. Dies reicht von Einführungsprogrammen für neue Mitarbeiter über professionelle Schulungen für Angestellte bis hin zu Initiativen zur Entwicklung strategischer Kompetenzen für Manager. Auszubildende, dual Studierende und Trainees nehmen, insbesondere mit Blick auf Nachfolgeplanung und Talentmanagement, einen großen Stellenwert bei uns ein. So bietet ista in Deutschland Ausbildungen, Traineeprogramme und Stellen für Junior-Außendienstmitarbeiter an, teilweise im Rahmen eines dualen Studienprogramms. Die Gleichstellung von Frauen und Männern bei gleichen beruflichen Chancen an allen Standorten ist uns ein sehr wichtiges Anliegen, Flexible Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit oder die Möglichkeit, von zu Hause arbeiten zu können, tragen zum Beispiel dazu bei, dass Mütter und Väter Beruf und Familie besser vereinbaren können. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung in einer Welt mit zunehmenden physischen und psychischen Belastungen haben wir das bewährte Employee Assistance Program (EAP) fortgeführt, das umfassende Unterstützung und Hilfe in allen Lebenssituationen bietet. Zur Gesundheitsförderung unserer Mitarbeiter gibt es ein betriebliches Gesundheitsmanagement mit vielfältigen Angeboten für alle Mitarbeiter in unserer Zentrale und an den übrigen deutschen Standorten. Das Jahr 2022 stand zwar nicht mehr unter dem Einfluss der COVID-19-Pandemie, dennoch werden weiterhin Tätigkeiten in der Zentrale und in der ista Customer Service GmbH teilweise aus dem Home-Office erbracht. Viele Trainingsmaßnahmen und Einführungsprogramme wurden in der Zeit der COVID-19-Pandemie virtualisiert. Wir setzen weiterhin virtuelle Formate ein, haben aber auch wieder - wo möglich - auf Präsenzveranstaltungen zurückgegriffen. Bei ista setzen wir uns nachdrücklich für ein freiwilliges soziales und ökologisches Engagement unserer Mitarbeiter ein. Beispielsweise unterstützen wir die Teilnahme unserer Kollegen an Programmen, in denen Kinder zu "Energiedetektiven" ausgebildet werden und ihnen ein Bewusstsein für den Verbrauch und die Einsparung von Energie vermittelt wird. Das Jahr 2022 stand unter dem Motto Agile@Scale. Hier haben wir die zentralen Bereiche der ista SE in einer neuen agilen Struktur aufgebaut und insbesondere agile Arbeitsweisen eingeführt. Das gesamte Projekt wurde durch diverse (digitale) Formate flankiert, mit denen die Mitarbeiter:innen auf die agile Reise eingestimmt und vorbereitet wurden. 5 Prognosebericht Der Prognosebericht von ista berücksichtigt relevante Fakten und Ereignisse, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses bekannt waren und einen Einfluss auf die Geschäftsentwicklungen im Konzern haben können. Wir erwarten, dass die zukünftige Marktdynamik von Digitalisierung, demografischen Trends, zunehmender Urbanisierung und dem Streben nach Klimaschutz geprägt sein wird. Auch das Kundenverhalten entwickelt sich weiter: So vergeben beispielsweise mittelständische Kunden zunehmend Aufträge über Ausschreibungen und lassen sich dabei von externen Beratern unterstützen. Die Inflation wird weiterhin unsere Kostenseite negativ beeinflussen. Wir gehen aber davon aus, dass der negative Effekt auf das EBIT im Zeitablauf abnehmen wird. Wir rechnen für 2023 mit operativem Wachstum, das sich in einem Anstieg der Umsätze im oberen einstelligen Prozentbereich niederschlagen soll. Haupttreiber für die geplante Umsatzentwicklung sind Mengen- und Preissteigerungen im Kerngeschäft in unseren wichtigsten Märkten. Wir wollen weiterhin von der Implementierung der EED-2 in verschiedenen Märkten wie Frankreich oder Osteuropa profitieren. Außerdem erwarten wir positive Beiträge von unserem Produkt EcoTrend sowie im Geschäft mit Gewerbekunden. In Bezug auf das EBIT erwarten wir operativ ebenfalls weiteres Wachstum, wobei wir weiterhin in strategische Maßnahmen investieren wollen, die auf die Verbesserung der Servicequalität und damit eine höhere Kundenzufriedenheit ausgerichtet sind. Die Inflation wird insgesamt trotz Preissteigerungen im Jahr 2023 voraussichtlich noch negativ wirken. Des Weiteren profitiert die Entwicklung des EBIT davon, dass die Belastungen aus dem Cyberangriff einmalig waren. Insgesamt erwarten wir eine Steigerung des EBIT im einstelligen Prozentbereich. Dank des stabilen und langfristigen Geschäftsmodells erwarten wir, dass die kurzfristige gesamtwirtschaftliche Situation in Europa, wie auch in der Vergangenheit, keinen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsentwicklung haben wird. 6 Nachhaltigkeit Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement stehen bei ista seit über 10 Jahren im Fokus. Die größte Wirkung erzielen wir bei unseren Kunden und ihren Mietern mit Hilfe unserer Produkte und Dienstleistungen. In unserem Kerngeschäft machen wir individuelle Energie- und Wasserverbräuche in Gebäuden transparent. Damit motivieren wir Verbraucher zu klimafreundlichem Handeln, denn nur wer weiß, was er verbraucht, kann sein Verhalten bewusst verändern. Darüber hinaus entwickeln wir digitale Lösungen für smartes Immobilienmanagement und vernetztes Wohnen. Mit langfristigen Investitionen und verantwortlichem Handeln wollen wir nachhaltigen Mehrwert erzielen und damit die Lebensbedingungen und Chancen der heutigen und nachfolgenden Generationen positiv beeinflussen. Seit Juni 2021 arbeitet ista CO 2 -neutral, Emissionen, die wir noch nicht vermeiden können, kompensieren wir, indem wir zertifizierte Klimaschutzprojekte unterstützen. Im Berichtsjahr haben wir uns über unsere Geschäftstätigkeit hinaus wieder für Klimaschutz und Nachhaltigkeit starkgemacht - in Branchenverbänden, mit Umfragen und Studien, im Rahmen von Spendenaktionen und verstärkten Maßnahmen zur Klimaneutralität und ambitionierten Klimazielen. Unser klares Ziel ist jedoch Net Zero, das heißt, wir wollen bis 2030 unsere CO 2 -Emissionen auf null senken. Im Jahr 2021 betrugen die Emissionen noch 1,4 Tonnen CO 2 pro FTE. Diese Kennzahl findet Eingang in die ESG-Komponente unserer Kreditverträge. Mit unserem Verhaltenskodex verpflichten wir alle Mitarbeiter von ista, wichtige internationale Grundsätze einzuhalten. Dazu gehören die UN-Deklaration für Menschenrechte, die Grundsatzerklärung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und die UN-Konvention gegen Korruption. Interne Richtlinien konkretisieren unsere Verhaltensanforderungen, darunter zu den Themen Umweltschutz, Korruption und Bestechung sowie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Unser Lieferantenkodex enthält grundlegende Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards, die wir von unseren weltweiten Lieferanten und deren Mitarbeitern einfordern. Hierzu gehören neben den Prinzipien des UN Global Compact die Grundsatzerklärung der ILO, die Leitsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der UK Modern Slavery Act. Echte Nachhaltigkeit braucht eine umfassende Strategie und ein wirksames Management. Deshalb setzen wir klare Ziele, implementieren Prozesse und übertragen Verantwortlichkeiten, verbunden mit effizienten Managementtools und regelmäßigen Bestandsaufnahmen. So halten wir Kurs für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit in allen Bereichen unseres Handelns. Mit den seit 2020 durchgeführten Refinanzierungen enthalten unsere Kreditverträge eine ESG-Komponente (Environmental, Social, Governance). Damit geben wir ein klares Bekenntnis zur langfristigen Nachhaltigkeitsstrategie der ista Gruppe, da der Zinssatz nun direkt an die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen gekoppelt ist. Dies wird anhand von fünf Kennzahlen gemessen:
Wir achten bewusst darauf, natürliche Ressourcen zu schonen und negative Auswirkungen auf die Umwelt so weit wie möglich zu vermeiden oder zu verringern. So haben wir im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere Dienstreiserichtlinie überarbeitet und die Prinzipien "Rail first", "Video first" und "Office first" etabliert. Ziel ist es, innerdeutsche Flüge zu vermeiden, die Reisetätigkeit zu minimieren und auf die bestehende Infrastruktur zurückzugreifen. Darüber hinaus stellen wir alle unsere Standorte auf erneuerbare Energiequellen um. Erste Verträge wurden bereits entsprechend angepasst. Und auch die Umstellung unserer Dienstwagenflotte auf alternative Antriebe einschließlich des Ausbaus der Ladeinfrastruktur haben wir aktiv vorangetrieben. Weitere Informationen zum jährlichen Fortschritt einschließlich relevanter Kennzahlen und Details können dem jährlichen Fortschrittsbericht entnommen werden. 7 Risiken und Chancen 7.1 Risiken ista verfügt über ein Risikomanagementsystem, um operative und finanzielle Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu überwachen und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Der Vorstand wird in einem regelmäßigen Risikomanagementprozess zweimal im Jahr dazu unterrichtet. Bei Risiken mit wesentlichem Schadenspotenzial oder hoher Eintrittswahrscheinlichkeit wird der Vorstand unverzüglich informiert. Gemäß dem Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht gehen wir ausschließlich marktübliche Risiken aus operativen Geschäftstätigkeiten ein. Alle darüber hinausgehenden Risiken sollen vermieden oder abgesichert werden, u. a. durch Abschluss von Versicherungen zur Absicherung finanzieller Verpflichtungen aus Schadensfällen und Haftungsrisiken. Generell erwarten wir jedoch für keinen unserer Märkte wesentliche Risiken. Externe Risiken Der Sub-Metering-Markt ist in vielen Ländern durch nationale und lokale Verordnungen gesetzlich reguliert. Wir rechnen nicht damit, dass sich die bestehende Gesetzeslage zu unserem Nachteil ändert. Dennoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass künftige Gesetze die aktuellen Anforderungen zur verbrauchsgerechten Erfassung des Wärme- und Warmwasserverbrauchs zu unserem Nachteil ändern. Wir erwarten, dass die EED und die EED-2 mittelfristig zu einem steigenden Marktpotenzial und damit in einigen europäischen Ländern zu positiven Wachstumseffekten führen. Wir beobachten zurzeit jedoch Verzögerungen bei der Umsetzung in nationale Gesetze. Falls die EU-Vorgaben nicht oder nicht vollständig gemäß unseren Erwartungen in unseren Märkten umgesetzt werden, ist entsprechend mit einem geringeren Wachstum unseres Geschäfts zu rechnen. Darüber hinaus könnte die Umsetzung auch zu Reformen bestehender nationaler Vorschriften führen, die sich zu unserem Nachteil auswirken. Am 4. November 2015 hat das Bundeskabinett in Deutschland das Gesetz zur "Digitalisierung der Energiewende" verabschiedet. Dieses Gesetz legt den Rahmen für den Ausbau von intelligenten Verbrauchsmessgeräten (Smart Meter) bis 2032 fest und enthält die technischen Voraussetzungen sowie die datenschutzrechtlichen Bestimmungen für die Digitalisierung. ista überwacht die Entwicklungen proaktiv und arbeitet an Projekten zur Entwicklung geeigneter Lösungen im Rahmen des Messstellenbetriebsgesetzes und der EED. ista unterliegt auch gesamtwirtschaftlichen und marktbezogenen Risiken. Durch das regulatorische Umfeld und unsere langfristigen Kundenbeziehungen haben makroökonomische Entwicklungen bisher keine großen Auswirkungen auf unser Geschäft. So waren beispielsweise während der Finanz- und Weltwirtschaftskrise 2008 keine wesentlichen negativen Auswirkungen zu verzeichnen. Ebenso sind durch die anhaltende COVID-19-Pandemie keine wesentlichen Risiken sowie keine existenziellen Bedrohungen für die langfristigen Entwicklungen der ista erkennbar dank unseres robusten Geschäftsmodells und unserer operativen Aufstellung, insbesondere durch unsere digitalen Lösungen. Wir sind derzeit jedoch betroffen von den weltweiten Lieferengpässen bei Halbleitern, die in den elektronischen Bauteilen unserer Hardware benötigt werden. Wir haben deswegen eine Reihe von Gegenmaßnahmen ergriffen, z. B. Verhandlungen über zusätzliche Kontingente von unseren Lieferanten oder die Neuterminierung von Installationen. Dadurch können wir nicht nur unsere Bestandskunden bedienen, sondern auch Neugeschäft generieren. Seit 2022 befinden wir uns in einem Umfeld steigender Inflationsraten in allen wesentlichen ista Märkten. Die damit einhergehenden Kostenerhöhungen werden zum Teil aufgrund von Anpassungsklauseln in den Kundenverträgen sowie marktüblichen Preisverhandlungen nach Möglichkeit weitergegeben. Darüber hinaus steigt mit den höheren Energiepreisen nochmals die Bedeutung von Submetering und digitalen Produkten, so dass wir daraus positive Effekte für das operative Geschäft von ista erwarten. Viele unserer geografischen Märkte sind durch einen hohen Reifegrad und eine Anbieterstruktur mit wenigen großen und vielen kleinen Sub-Metering Anbietern gekennzeichnet. Dadurch können wir zusätzliche Marktanteile häufig nur durch Verdrängung von Wettbewerbern gewinnen, was in der Regel eine bessere Servicequalität, ein breiteres Dienstleistungsangebot oder eine wettbewerbsfähigere Preisgestaltung erfordert. Hinzu kommt die im Jahr 2023 zu erwartende temporäre Verlangsamung der Neubautätigkeit. Darüber hinaus beobachten wir in einigen Ländern bei Mess- und Erfassungsgeräten sowie zunehmend bei Dienstleistungen einen spürbaren Preisdruck, was sich auch bei öffentlichen Ausschreibungen bemerkbar macht. Dies könnte sich negativ auf unsere Margen auswirken. Wir treten dieser Entwicklung mit einer kontinuierlichen Verbesserung unserer Produkte und Dienstleistungen entgegen, um zusätzliche Alleinstellungsmerkmale gegenüber unseren Mitbewerbern zu schaffen. Teilweise bieten wir diese Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit externen Partnern an, um die Risiken und notwendige Investitionen zu begrenzen. Regulatorische Veränderungen und neue Kundenwünsche werden künftig eine höhere Flexibilität und Interoperabilität sowie eine Digitalisierung unseres Service-Portfolios erforderlich machen. Dies kann unter anderem die Einführung neuer Standards, Protokolle oder Technologien beinhalten und auch den Markteintritt neuer Wettbewerber zur Folge haben. ista blickt hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher, technologischer und marktbezogener Anforderungen bei gleichzeitiger Befriedigung der Kundenbedürfnisse allerdings auf eine Erfolgsbilanz zurück. Betriebliche Risiken Ein wesentlicher Bestandteil unseres Leistungsangebotes sind die Mess- und Erfassungsgeräte, die hohen Qualitätsanforderungen und gewissen Produktspezifikationen entsprechen müssen Designmängel und Qualitätsfehler können zu Haftungsverpflichtungen führen sowie unserem Ruf schaden. Bei Defekten tauschen wir die betroffenen Mess- und Erfassungsgeräte aus, was regelmäßig zu zusätzlichen Garantie- und Austauschkosten führt. Solchen qualitätsbezogenen Risiken begegnen wir durch kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Technologie und reagieren damit auch auf Marktänderungen wie Preiserhöhungen bei Rohstoffen. Die hohe Qualität und Zuverlässigkeit unserer Mess- und Erfassungsgeräte wird hierbei durch Qualitätsmanagementprozesse gesichert. Potenzielle Risiken bei der Beschaffung von Mess- und Erfassungsgeräten reduzieren wir durch den Bezug von mindestens zwei Lieferanten ("Second-Source-Politik") sowie durch langfristige Rahmenverträge mit jährlichen Preisverhandlungen auf Basis einer offenen Kalkulation. Bei der Montage von Geräten beobachten wir aufgrund der hohen Kundennachfrage einen zunehmenden Mangel an erfahrenen Installateuren. Um auf potenzielle Kapazitätsengpässe zu reagieren, optimieren wir kontinuierlich unsere Installationsprozesse, Unser Ziel ist die Gewährleistung einer hohen Servicequalität durch professionelle IT-Tools (z. B. mobile Technologie) und umfassende Schulungen von Servicetechnikern. Im Geschäftsjahr 2020 haben wir die ista Express Service GmbH eingerichtet. Mit dieser Gesellschaft möchten wir durch eigene Servicetechniker für besonders eilige oder komplizierte Aufträge zunächst in Deutschland die Auftragserfüllungsquote deutlich verbessern und so die Kundenzufriedenheit steigern. Das interne ista Shared Service Center hat insbesondere hinsichtlich der Abrechnungserstellung und Supportleistungen eine große Bedeutung für den Konzern. Das Risiko von Ausfällen dort reduzieren wir durch die Möglichkeit zum Kapazitätsausgleich zwischen den internationalen Shared Service-Standorten. Unsere Geschäftsprozesse beruhen in zunehmendem Maße auf IT-Lösungen mit höchsten Anforderungen an Prozessstabilität und Datensicherheit. Dies ist mit Risiken verbunden, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen haben können. Beim Betrieb der IT-Infrastruktur arbeiten wir insbesondere in Deutschland und Polen mit internationalen Anbietern und Data-Center-Dienstleistern zusammen, um für hohe Standards in den Bereichen Ausfallsicherheit, Datensicherheit und Notbetriebseigenschaften zu sorgen. Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg unserer zukünftigen digitalen Innovationsprojekte wird unsere Fähigkeit sein, die Implementierung neuer IT-Systeme zu steuern. Dabei sind wir auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Deren Anwerbung gestaltet sich aufgrund des Fachkräftemangels und eines intensiven Wettbewerbs um Talente zunehmend schwierig. Daher setzt ista nicht nur auf die Digitalisierung des Arbeitsumfelds und innovative Formen der Arbeitsgestaltung wie Home-Office, agiles Arbeiten und digitale Lernkultur, sondern auch verstärkt auf die Nutzung innovativer Kanäle der Kandidatenansprache, um die Aufmerksamkeit der relevanten Talente zu gewinnen. Die am 25. Mai 2018 in Deutschland in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung stellt hohe Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten. Wir legen bei der Weiterentwicklung unserer Produkte, Systeme und Prozesse besonderes Augenmerk auf die Einhaltung dieser Regelungen und geben dem Schutz der personenbezogenen Daten einen hohen Stellenwert. Insbesondere in unserem Kerngeschäft Sub-Metering erheben, speichern und verwenden wir personenbezogene Daten. Technische oder organisatorische Mängel können zu einem Verlust der Vertraulichkeit, Integrität oder Verfügbarkeit dieser Daten führen und somit Geldstrafen zur Folge haben sowie eine Schädigung unseres Rufs bedeuten. Zum Schutz der personenbezogenen Daten unserer Kunden und deren Kunden betreiben wir ein Managementsystem für Datenschutz, durch das die Implementierung und kontinuierliche Überwachung von risikoadäquaten technischen und organisatorischen Maßnahmen gesteuert werden. Damit erfüllen wir nicht nur gesetzliche Vorgaben, sondern gehen auch auf die Bedürfnisse unserer Kunden ein, die ihrerseits zum Datenschutz verpflichtet sind. Die Verbesserung des Schutzniveaus sowie die kundenorientierte Umsetzung von Anforderungen im Rahmen der Auftragsverarbeitung können komplexe technische Anpassungen in unserem Produktportfolio und damit erhebliche Investitionen erfordern. Wir sind uns bewusst, dass die Gefährdungslage von Bedrohungen aus dem Cyberraum für ista, aber auch für alle anderen Unternehmen zugenommen hat. Dies ist u. a. auf den steigenden Umfang mobilen Arbeitens zurückzuführen und wird insbesondere durch die stetig weitergeführte Digitalisierung bei ista noch weiter zunehmen. ista ist im Juli 2022 Opfer eines externen Cyberangriffs geworden. Als Sofortmaßnahme wurden alle betroffenen IT-Systeme des Unternehmens kontrolliert vom Netz genommen. Gleichzeitig haben wir die Datenschutzaufsichts- und Polizeibehörden sowie unsere Kunden über den Vorfall informiert. Die Wiederherstellung der Services erfolgte planmäßig und zügig. Analysen zeigten, dass weder Messgeräte noch unser Abrechnungssystem betroffen waren. Dadurch wurden alle Messwerte korrekt erfasst. Es wurden jedoch Kundendaten gestohlen und von einer Hackergruppe veröffentlicht. Alle betroffenen Kunden wurden unverzüglich individuell informiert. Wir haben den Vorfall zum Anlass genommen, die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen nochmals gründlich zu überprüfen und wo nötig zu verschärfen. Um kontinuierlich ein hohes Maß an Informationssicherheit zu gewährleisten, werden die notwendigen Kompetenzen ständig ausgeweitet, weiterentwickelt und verbessert. Wir führen fortlaufend Systemüberprüfungen durch, um die Einhaltung aller geltenden Vorschriften sicherzustellen. Der Vorstand wird regelmäßig über etwaige Risiken informiert, um gegebenenfalls rechtzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten. Im Juli 2019 wurde gegen ista Österreich und andere Unternehmen ein Ermittlungsverfahren seitens der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) eingeleitet. ista hat unverzüglich eine interne Untersuchung durchgeführt und die BWB umfassend bei der Aufklärung unterstützt. Nach Abschluss der Ermittlungen hat die BWB einen Antrag beim zuständigen Kartellgericht eingereicht. ista hat den Abschluss der Untersuchungen begrüßt, eine Kartellstrafe akzeptiert und im abgelaufenen Geschäftsjahr bezahlt. Die bei ista Österreich bereits bestehenden Compliance-Vorgaben wurden systematisch ausgebaut. Eine Null-Toleranz-Politik gegen unlauteres Verhalten wurde noch fester im Unternehmen verankert und an alle Mitarbeiter kommuniziert. Aus dem Verfahren besteht ein potenzielles Folgerisiko, dass Kunden Vertragsstrafzahlungen einfordern, für die ista allerdings keine rechtliche Grundlage sieht. Finanzwirtschaftliche und administrative Risiken In unserem Geschäft ist die Einräumung von Zahlungszielen marktüblich. Um Ausfallrisiken zu begrenzen, berücksichtigen wir bei der Gewährung von Zahlungszielen die Solvenz unserer Kunden und gehen davon aus, keiner übermäßigen Risikokonzentration zu unterliegen. Forderungen werden bei spezifischem Ausfallrisiko sowie in Abhängigkeit einer definierten Überfälligkeit oder der erreichten Mahnstufe wertberichtigt. Zweifelhafte Forderungen werden in Höhe ihres potenziell erzielbaren Betrags geführt; uneinbringliche Forderungen werden vollständig abgeschrieben. Ein Teil unserer finanziellen Verbindlichkeiten unterliegt einem variablen Zinssatz, welcher wiederum teilweise durch sogenannte Interest Rate Swaps gegen Zinsschwankungen abgesichert ist. Der nicht abgesicherte Teil betrifft im Wesentlichen die ista SE und die Trionista SE, die die variabel verzinslichen Senior Credit Facility und Schuldscheindarlehen in Anspruch genommen haben. Außerdem enthält das Senior Credit Facility Agreement Financial Covenants, deren Verletzung die Gläubiger unter bestimmten Bedingungen zur Kündigung berechtigen. Die Schuldscheindarlehen enthalten außerdem eine wechselseitige Vorfälligkeitsklausel. Alle daraus resultierenden finanziellen und administrativen Risiken, insbesondere Zinsänderungs- und Covenantrisiken, werden ständig zentral durch den Bereich Treasury überwacht. Aus dem Zinsänderungsrisiko können sich höhere Finanzierungskosten ergeben, die aber nicht als kritisch für den Fortbestand des Unternehmens eingeschätzt werden. Darüber hinaus bewertet der Vorstand die Eintrittswahrscheinlichkeit der Covenantrisiken als sehr gering. Der Konzernumsatz ist keinem materiellen Währungsrisiko ausgesetzt, da er überwiegend im Euroraum erzielt wird. Zur Absicherung des Einkaufsvolumens in US-Dollar werden Devisentermingeschäfte abgeschlossen. 7.2 Chancen ista bieten sich zahlreiche Chancen, das Geschäft langfristig positiv weiterzuentwickeln. Der Kampf gegen den Klimawandel und die Dekarbonisierung des Gebäudesektors stehen ganz oben auf der politischen Agenda in Deutschland, unserem wichtigsten Markt, sowie in den übrigen Mitgliedstaaten der EU. Wir glauben, dass Sub-Metering eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Klimainitiativen im Immobiliensektor spielt, sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeimmobilien. Sub-Metering hilft dabei, die Transparenz von Wasser- und Energieverbräuchen zu erhöhen und erlaubt dadurch Mietern, Vermietern und Gebäudeverwaltern, die Energieeffizienz zu verbessern, bei im Vergleich zu anderen Maßnahmen geringeren anfänglichen Investitionen. Unsere Einschätzung wird von der Gesetzgebung gestützt. Beispielsweise erhebt die Europäische Energieeffizienz-Richtlinie (EED, 2018 überarbeitet) funkbasiertes Sub-Metering und monatliche Verbrauchsabrechnungen zum EU-weiten Standard. Schlüsselmärkte wie Frankreich, Spanien und Italien haben die Umsetzung in nationales Recht bereits abgeschlossen, und der Bundesrat hat im November 2021 der Novellierung der deutschen Heizkostenverordnung zugestimmt. Diese Schritte vergrößern unseren adressierbaren Markt. Insbesondere durch den Fokus der EED-2 auf fernauslesbare Geräte und die häufigere Erhebung von Verbrauchsdaten erwarten wir aus der Umsetzung in nationales Recht eine steigende Nachfrage nach den entsprechenden Geräten und Dienstleistungen, wie Energiedatenmanagement und unserer smarten Verbrauchsinformation. Damit unterstützen wir unsere Kunden und deren Mieter durch kürzere Informationszyklen bei der Senkung ihres Energieverbrauchs. Ein derartiges Produkt ist EcoTrend, das wir derzeit am Markt einführen. Es erfüllt alle rechtlichen Vorgaben zur monatlichen Verbrauchsinformation. Unter Verwendung fernauslesbarer Messtechnik können wir mit EcoTrend automatisch und regelmäßig Verbrauchsinformationen auf mehreren digitalen Kanälen zur Verfügung stellen. Eine übersichtliche und transparente grafische Darstellung der Verbräuche zielt darauf ab, Energieeinsparung zu erleichtern und damit die CO 2 -Emission eines Gebäudes zu reduzieren. In unserem Geschäft mit Gewerbekunden haben wir kürzlich unser neues Produkt MinuteView eingeführt, das eine intelligente Überwachung von Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmeverbrauch bietet. Umfassende, Hardware-unabhängige Datenerfassung erleichtert es den Kunden, ihre Energieverbräuche über einzelne Messpunkte, Gebäude, Standorte oder Länder zu vergleichen. Ein deutliches regulatorisches Momentum sowie unsere starke Marktposition, unsere Kundenbeziehungen und die bestehende Geräteinfrastruktur eröffnen uns Chancen, auf der Grundlage unserer neuen Produkte weitere Produktinnovationen und neue Lösungen in unseren Geschäftsbereichen erfolgreich am Markt einzuführen. In Schlüsselmärkten mit einer hohen Marktdurchdringung im Sub-Metering erwarten wir Volumenwachstum, unterstützt durch Makrotrends wie Klimawandel, steigende Energiepreise, Konnektivität in Gebäuden sowie eine fortschreitende Urbanisierung zusammen mit der Zunahme von Ein-Personen-Haushalten. Unserer Einschätzung nach wird dies künftig die Anzahl von Mehrfamilienhäusern erhöhen und somit den adressierbaren Sub-Metering-Markt sowie die Nachfrage nach weiteren digitalen Lösungen vergrößern, die die Energieeffizienz verbessern und damit CO 2 -Emissionen reduzieren. Darüber hinaus nehmen wir an, auch in Märkten mit hoher Sättigung Wachstum zu generieren, beispielsweise indem wir Kunden von Wettbewerbern, deren Verträge dort auslaufen, für uns gewinnen. Vor dem Hintergrund dieses günstigen Marktumfelds wollen wir über die Zeit unser operatives Ergebnis deutlich steigern, indem wir unsere Margen durch Volumenzuwächse vergrößern, Kostensteigerungen begrenzen und dabei auch die gestiegene Inflation im Rahmen von Preisverhandlungen berücksichtigen. Dies wollen wir unter anderem dadurch erreichen, dass wir unsere Kunden über neue, vermehrt digitale Vertriebskanäle ansprechen sowie unsere Effizienzinitiativen weiter vorantreiben. Diese Ziele erfordern jedoch substanzielle Investitionen in unsere Strategie, die unser kurzfristiges Wachstum dämpfen werden. 7.3 Abschließende Einschätzung von Risiken und Chancen Die Gesellschafter werden regelmäßig über die Risiken und Chancen des Konzerns informiert. Die Bewertung der Risikolage hat nach Auffassung des Vorstandes ergeben, dass die Risiken allgemein überschaubar und die Risikomanagementmaßnahmen geeignet sind, um wesentliche Risiken auf Konzernebene sowie in allen Regionen zu vermeiden. Hinsichtlich der identifizierten Einzel- und Kollektivrisiken besteht daher zumindest während der kommenden 12 Monate keine Gefahr für den Fortbestand des Konzerns im Hinblick auf Liquidität oder Überschuldung. Wir sind überzeugt, dass die Ertragskraft des Konzerns eine solide Grundlage für positive Entwicklungen sowie die Nutzung zahlreicher Geschäftsmöglichkeiten bietet. Insbesondere bei einer adäquaten Umsetzung und Durchsetzung der EED und der EED-2 können bedeutende Chancen aus einem schnelleren Marktwachstum entstehen. 8 Abschließende Beurteilung Im Berichtszeitraum erwirtschaftete der Konzern einen Konzernjahresüberschuss von € 91 Millionen. Bei Abschreibungen auf aktivierte Kundenbeziehungen in Höhe von € 67 Millionen und einem Finanzergebnis von minus € 82 Millionen ist dies vor allem auf das starke operative Betriebsergebnis zurückzuführen. Wesentliche Indikatoren für die Ertragskraft des Unternehmens sind der Umsatz, das EBIT und der operative Cashflow, die sich vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Inflation und des Cyberangriffs erfreulich entwickelt haben. Für den Planungszeitraum bis 2023 ist der Fortbestand von ista weder unter Vermögens- noch unter Liquiditäts- oder Ertragsgesichtspunkten gefährdet. Dies ist vor allem auf die stabilen gesetzlichen Rahmenbedingungen, die daraus resultierende Planungssicherheit, die starke Wettbewerbsposition, eine langfristig stabile Finanzierungsstruktur und eine starke, durch langfristige Kundenverträge abgesicherte Liquiditätslage zurückzuführen. 9 Corporate Governance Unser Ziel ist es, den Konzern im Einklang und unter Beachtung der geltenden rechtlichen Bestimmungen, der Satzung der Gesellschaft, der Geschäftsordnung ihrer Organe sowie sonstiger interner Richtlinien und Verfahrensbeschreibungen zu führen. Der Vorstand ist für die Umsetzung der Unternehmensstrategie verantwortlich. Er führt das Geschäft nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen, um den Markterfolg und die profitable Entwicklung des Konzerns sicherzustellen. Mehrere wichtige interne Richtlinien wie der Code of Conduct, die Anti-Korruptionsrichtlinie oder die Wettbewerbsrichtlinie sind verpflichtend für alle Mitarbeiter und umfassen Regelungen zur Einhaltung der internen Unternehmensrichtlinien und -leitlinien sowie aller relevanten Gesetze und Verordnungen. Diese Richtlinien werden regelmäßig aktualisiert, zuletzt im Jahr 2022. ista hat in den vergangenen Jahren ein globales Compliance Management implementiert. Dadurch wurden eine neue Compliance-Organisation (Compliance Delegates in jedem Land, zuständige Compliance-Manager für die Regionen), eine umfassende Compliance-Risikoanalyse, zusätzliche Richtlinien und Verfahren, erweiterte Compliance-Prozesse (Case Management), zusätzliche Compliance-Kontrollen, einheitliche Prozesse für Investigationen und regelmäßige Überwachungsprozesse etabliert, die nun laufend weiterentwickelt und verbessert werden. 2022 wurde erstmals ein Internet-basiertes Compliance-Training für alle ista-Mitarbeiter angeboten. Zur Teilnahme waren alle Mitarbeiter verpflichtet. Die tatsächliche Teilnahme wurde dann auch entsprechend nachgeprüft. Das Training umfasste wesentliche Compliance-Themen wie Anti-Korruption, Wettbewerbsrecht und Umgang mit Geschäftspartnern. 10 Wichtige Ereignisse seit dem 31. Dezember 2022 Mit Kaufvertrag vom 30. Dezember 2022 und Wirkung zum 1. Januar 2023 erwarb die ista Metering Services Espana S. A , Spanien, 100 % der Anteile an der Habidat Smart Buildings S. L., San Sebastian, Spanien. Mit notariellem Kauf- und Abtretungsvertrag vom 27. Februar 2023 veräußerte die ista SE die von ihr gehaltenen 25,1 % der Geschäftsanteile an der facilioo GmbH, Berlin, mit Wirkung zum 31. März 2023. Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung der objego GmbH vom 1. Februar 2023 hat die ista SE eine freiwillige Zuzahlung in die Kapitalrücklage im Sinne von § 272 (2) Nr. 4 HGB von €2.880 Tausend geleistet. Der Konzernabschluss wurde am 4. April 2023 zur Veröffentlichung freigegeben. 11 Zukunftsgerichtete Aussagen Bei einigen Sachverhalten in diesem Dokument handelt es sich um zukunftsgerichtete Aussagen, die sich auf Annahmen und Schätzungen stützen, die sich als richtig erweisen können oder nicht. Künftige Ergebnisse oder Marktentwicklungen könnten daher aufgrund einer Vielzahl von Faktoren von diesen Erwartungen abweichen, unter anderem auch durch das wirtschaftliche Umfeld sowie Veränderungen des Marktes, der regulatorischen oder sonstigen Rahmenbedingungen. Auch andere Faktoren, die ista bisher noch nicht bekannt sind oder die ista derzeit als nicht wesentlich erachtet, könnten zur Folge haben, dass die Ergebnisse oder die Marktentwicklungen von den zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Dokument abweichen. ista übernimmt keine Verpflichtung, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren, noch werden die Gründe aktualisiert, warum die tatsächlichen Ergebnisse oder Marktentwicklungen von denen in den zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. 12 Danksagung an die Mitarbeiter Der Vorstand möchte allen Mitarbeitern für ihre gute Arbeit und ihr persönliches Engagement danken. Ihr Engagement und ihr Einsatz hatten einen wesentlichen Einfluss auf den Erfolg des Unternehmens im Jahr 2022.
Essen, 4. April 2023 Trionista SE Hagen Lessing, Vorstand Thomas Lemper, Vorstand BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Trionista SE, Essen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Trionista SE, Essen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Trionista SE, Essen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung des Vorstands und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mangel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Düsseldorf, den 4. April 2023 Deloitte
GmbH
Rolf Künemann, Wirtschaftsprüfer Rong Wang, Wirtschaftsprüferin |
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