Stammdaten

Register
Amtsgericht Augsburg HRB 39282
Vorher
Blitz 23-366 GmbH
Eingetragen
2.6.2023
Branche
Managementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieBeteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Erbringung von Engineering-Dienstleistungen aller Art im Bereich Automotive, Windenergie, Industrieautomation, Medizintechnik und/oder anderer Industriebereiche; Entwicklung von Tools zur Unterstützung und Automatisierung der Engineering-Dienstleistungen; Entwicklung von Softwarelösungen und Produkten im Bereich Automotive, Windenergie, Industrieautomation, Medizintechnik und/oder anderer Industriebereiche, Erbringung von entgeltlichen Dienstleistungen gegenüber Tochter- /Konzerngesellschaften und Dritten, insbesondere administrativer, finanzieller, kaufmännischer und/oder technischer Art, und Halten und Verwalten von Beteiligungen aller Art sowie sonstigen eigenen Vermögens.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Sebastian Liebetrau
seit 9.4.2025
Geschäftsführer
Sebastian Muhler
seit 13.8.2024
Prokura
Manuel Iglisch
seit 13.8.2024
Prokura
Tim Utz Krause
seit 13.8.2024
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

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Gesellschafter

11 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 11 angezeigt

Invest Unternehmensbeteiligungs Aktiengesellschaft
Austria
20.858 €
19.29%
Germany
19.554 €
18.09%
Germany
11.569 €
10.70%
Germany
11.569 €
10.70%
Liechtenstein
11.407 €
10.55%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sokratel GmbH (vormals: Blitz 23-366 GmbH)

Augsburg (vormals: München)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Allgemein

Die Sokratel GmbH ("Sokratel" oder "Gesellschaft") wurde am 11.05.2023 als Vorratsgesellschaft unter dem Namen Blitz 23-366 GmbH gegründet. Nach einem Gesellschafterwechsel erwarb die Gesellschaft mit Vertrag vom 03.08.2023 alle Anteile an der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH. Im weiteren Verlauf des Jahres 2023 wurde die Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH (handelsrechtlich rückwirkend zum 01.01.2023) auf die Gesellschaft verschmolzen, die daraufhin ihren Namen in Sokratel GmbH änderte und die Geschäftsaktivitäten der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH fortführt.

Da es sich bei der Sokratel GmbH und der nunmehr verschmolzenen Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH grundsätzlich um unterschiedliche Rechtssubjekte handelt, dienen sämtliche Vorjahresvergleiche in diesem Lagebericht lediglich zum Zwecke der Transparenz und Information des Lesers. Auf sich im Rahmen der Transaktion ergebende Besonderheiten hinsichtlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wird im Rahmen der Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs eingegangen

1.2 Geschäftsmodell

Die ehemalige Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH wurde 1994 gegründet. Sokratel ist ein mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Augsburg. Stand 31.12.2023 beschäftigte Sokratel 130 Mitarbeiter am Hauptsitz sowie weiteren Standorten in Bochum, Hamburg und Kiel. Das Leistungsspektrum umfasst im Wesentlichen Engineering-Dienstleistungen in zwei Kernsegmenten: Automotive und Industrieautomation.

Zum gefestigten Kundenstamm zählen mitunter namhafte Automobilhersteller und deren Zulieferer, sowie Hersteller von Windenergieanlagen und anderen Investitionsgütern mit hochkomplexer Steuerungstechnik.

Das Unternehmen hat sich im Bereich Automotive auf die Kerndienstleistungen E/E-Systemintegration und hochautomatisierte Testautomatisierung von Steuergeräten (XiL-Testing) spezialisiert und genießt mit seiner tiefen und langjährigen Expertise hohes Vertrauen beim Kunden.

Im Bereich Industrieautomation stehen die Kern-Dienstleistungen Model-Based-Design, SPS-Anwendungs-Entwicklung, Embedded und Firmware-Entwicklung, IIOT und Scada, Industrielle Kommunikation und XiL-Testing im Vordergrund. Darüber hinaus entwickelt Sokratel die Software-Produkte Sirius und Profinet over TSN.

1.3 Zielsetzung und Strategie

Als Engineering-Partner unserer Kunden begleiten wir diese von der Ideenfindung bis hin zur Serienreife. Dabei stehen seit jeher hohe Kundenorientierung, gepaart mit Innovationskraft und technischer Expertise stets im Vordergrund. Wir tragen mit unseren Dienstleistungen zur Steigerung der Produktivität, Qualität und Sicherheit in den Entwicklungs- und Fertigungsprozessen unserer Partner bei.

Um den anhaltenden und profitablen Wachstumskurs weiterhin fortzusetzen, entwickeln wir unsere Strategie in verschiedenen Bereichen:

• Ausbau des Geschäfts mit Stammkunden;

• Akquisition neuer Kunden in den Kernsegmenten;

• Erschließung neuer Marktsegmente im Bereich Industrieautomation;

• Entwicklung und Einführung neuer Produkte im Bereich Steuerungstechnik;

• Sicherstellung einer schlanken Gemeinkostenstruktur;

• Optimierte Ressourcenplanung und -Nutzung.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Jahr 2023 betrug das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands nach vorläufigen Berechnungen aus Januar 2024 rund 4,12 Billionen Euro. Preisbereinigt schrumpfte das BIP gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent. Grund für diese Entwicklung war im Wesentlichen ein deutlicher Rückgang der Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe, welches wie im vorangegangenen Jahr besonders stark auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte.1

Entwicklung des Automobilsektors

Positive Impulse kamen hingegen vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. So konnte die Automobilindustrie ihren Gesamtumsatz in 2023 gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf rund 564 Milliarden Euro steigern. Insgesamt liefen in Deutschland 2023 somit 4,1 Mio. Pkw von den Bändern, 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 lag die Produktion allerdings noch um 12 Prozent unter dem damaligen Wert.2

Sorgen bereitet nach ersten Einschätzungen des VDA die Entwicklung bei Elektrofahrzeugen. So wurden in Deutschland 2023 insgesamt 0,7 Millionen Elektro- und Hybridfahrzeuge neu zugelassen - 16 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Dieser Effekt wird sich durch das abrupte Ende des Umweltbonus am 17. Dezember 2023 voraussichtlich in 2024 noch weiter verstärken.

Auch der Auftragseingang aus dem Inlandsmarkt ging im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent stark zurück. Mit -3 Prozent sanken die Auftragseingänge aus dem Ausland weit weniger stark, grundsätzlich geht die Automobilindustrie jedoch mit gedämpften Erwartungen ins Jahr 2024. 3

Entwicklung der Industrieautomation

Waren die Erwartungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau Anfang 2023 noch verhalten optimistisch, verschlechterte sich die Wachstumserwartung im Laufe des Jahres zunehmend und erreichte im letzten Quartal ihren Tiefpunkt. Dies geht laut VDI aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor.4 Wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilt, sank der Auftragseingang in 2023 gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent und eine Trendwende bei den Bestellungen sei weiterhin nicht erkennbar.5

Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI steht dem abgelaufenen Jahr zwiegespalten gegenüber. So konnte die Branche zwar ein Umsatzwachstum gegenüber 2022 um 6,1 Prozent auf insgesamt 238 Milliarden Euro verbuchen, jedoch gingen die Auftragseingänge im Vergleichszeitraum um 2,2 Prozent zurück. Anzumerken ist hier, dass der Effekt hauptsächlich auf einen Einbruch der Auslandsbestellungen zurückzuführen ist, wohingegen die Inlandsbestellungen um 2,6 Prozent zulegten.6

Die Branche Robotik und Automation blickte positiv auf das Jahr 2023 zurück - konnte sie doch ein Umsatzplus von 13 Prozent auf etwas mehr als 16 Milliarden Euro verbuchen und erwartet trotz eines von erheblichen Unsicherheiten geprägten Umfelds auch für 2024 ein Wachstum von 4 Prozent.7

2.2 Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs

Mit einem Umsatz von 12.239 TEUR konnte Sokratel in 2023 ein Umsatzwachstum von 1.618 TEUR bzw. +15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresumsatz von 10.621 TEUR erzielen.

Der Geschäftsbereich Industrieautomation wuchs dabei von 4.897 TEUR in 2022 um 1.073 TEUR bzw. 21,9 Prozent auf einen Umsatz von 5.970 TEUR. Im Geschäftsbereich Automotive konnte der Umsatz von 5.724 TEUR in 2022 um 545 TEUR bzw. 9,5 Prozent auf 6.269 TEUR gesteigert werden.

In 2022 fielen durch entsprechende Ausübung des Aktivierungswahlrechts für in Eigenentwicklung befindliche Softwareprodukte Erträge aus aktivierten Eigenleistungen in Höhe von 410 TEUR an. Unter Berücksichtigung der Bestandsveränderungen ergab sich im Jahr 2022 demnach eine Gesamtleistung von 11.108 TEUR, was verglichen mit der Gesamtleistung 2023 in Höhe von 12.164 TEUR einem Wachstum von 9,5 Prozent entspricht.

Im Rahmen des in Punkt 1.1 erläuterten Anteilserwerbs und der sich anschließenden Verschmelzung wurde zum 01.01.2023 ein Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 15.384 TEUR aktiviert, welcher einer 15-jährigen linearen Abschreibung unterliegt. Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr wird ergebnisseitig somit das EBITA als aussagekräftige Bezugsgröße herangezogen. Verglichen mit dem EBITA 2022 in Höhe von 1.980 TEUR sank diese Kennzahl in 2023 um 284T EUR auf insgesamt 1.696 TEUR, wobei hierin ein Einmaleffekt aus Transaktionskosten in Höhe von 206 TEUR enthalten ist.

Das Nachsteuerergebnis lag 2023 mit einem Verlust von 492 TEUR um 1.825 TEUR unter dem Vorjahresgewinn von 1.333 TEUR und wurde maßgeblich beeinflusst durch Effekte, die aus dem Anteilserwerb und der Verschmelzung resultieren, insbesondere Abschreibungen auf den Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 1.026 TEUR, die bereits erwähnten Transaktionskosten von 206 TEUR, sowie Zinsen auf im Zusammenhang mit dem Anteilsverkauf gewährte Gesellschafterdarlehen und aufgenommene Bankverbindlichkeiten in Höhe von 771 TEUR.

2.2.1 Vermögenslage

Die Bilanzsumme ist gegenüber dem Vorjahr um 16.979 TEUR von 3.584 TEUR auf 20.564 TEUR gestiegen. Dieser Anstieg begründet sich im Wesentlichen aus dem Anteilserwerb und der Verschmelzung, woraufhin einerseits auf der Aktivseite ein Geschäfts- und Firmenwert i.H.v. 14.358 TEUR entstand, andererseits auf der Passivseite nachrangige Gesellschafterdarlehen i.H.v. ursprünglich 13.250 TEUR (13.726 TEUR per 31.12.2023 einschließlich aufgelaufener Zinsen) und Bankverbindlichkeiten i.H.v. 5.000 TEUR zur Finanzierung der Transaktion aufgenommen wurden.

Bedingt durch ein umsatzstarkes zweites Halbjahr 2023 erhöhte sich der Bestand an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 650 TEUR von 2.675 TEUR in 2022 auf nunmehr 3.325 TEUR und der Bestand an Barmitteln stieg um 2.194 TEUR auf 2.326 TEUR an.

Da die Eigenkapitalausstattungen aufgrund der Verschmelzung und der davor existierenden unterschiedlichen Rechtssubjekte nicht vergleichbar sind, wird an dieser Stelle auf eine detaillierte Darstellung verzichtet. Bedingt durch den Jahresfehlbetrag zum 31.12.2023 i.H.v. 492 TEUR ergibt sich zum Bilanzstichtag ein Gesamteigenkapital i.H.v. 8 TEUR. Das wirtschaftliche Eigenkapital (Eigenmittel), definiert als Summe aus Eigenkapital und nachrangigen Gesellschafterdarlehen, betrug zum Bilanzstichtag 13.734 TEUR und damit 66,8 % der Bilanzsumme.

Die Rückstellungen stiegen um 627 TEUR von 526 TEUR auf 1.153 TEUR an, was hauptsächlich auf eine Erhöhung der Steuerrückstellungen i.H.v. 330 TEUR sowie einer Zuführung zu Prämienrückstellungen i.H.v. 164 TEUR (enthalten in den sonstigen Rückstellungen) zurückzuführen ist.

Die Zusammensetzung der Verbindlichkeiten ist geprägt durch im Zusammenhang mit der Unternehmenstransaktion aufgenommene nachrangige Gesellschafterdarlehen von 13.726 TEUR (einschließlich bis 31.12.2023 aufgelaufener Zinsen) und neu aufgenommene Bankverbindlichkeiten i.H.v. 5.000 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bewegten sich mit 42 TEUR auf Vorjahresniveau und die sonstigen Verbindlichkeiten sanken um 119 TEUR auf 525 TEUR.

2.2.2 Finanzlage

Aufgrund des Anteilserwerbs hat sich die Finanzierungsstruktur der Sokratel GmbH verglichen mit der Rechtsvorgängerin maßgeblich verändert. So wurden zur Kaufpreisfinanzierung neben der Erhöhung des Eigenkapitals um insgesamt 475 TEUR zum einen endfällige nachrangige Gesellschafterdarlehen i.H.v. 13.250 TEUR (13.726 TEUR per 31.12.2023 einschließlich aufgelaufener Zinsen) mit einer Laufzeit bis 31.08.2033 abgeschlossen und darüber hinaus eine Fremdfinanzierung über die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG i.H.v. 5.000 TEUR vorgenommen, wovon 2.000 TEUR, beginnend am 30.09.2024, in halbjährlichen Raten bis zum 30.09.2029 und 3.000 TEUR endfällig zum 30.09.2030 getilgt werden. Der Fremdfinanzierungsumfang enthält zudem eine Vereinbarung zur Einräumung einer Kontokorrentlinie von 2.000 TEUR, welche im Falle der Inanspruchnahme zum 30.09.2029 zur Rückzahlung fällig ist.

Im Rahmen des Darlehensvertrags zur Fremdfinanzierung geht die Sokratel GmbH u.a. Verpflichtungen gegenüber dem Darlehensgeber zur Einhaltung einer Finanzkennzahl ("Nettofinanzverschuldungsgrad") ein.

Bedingt durch die positive Geschäftsentwicklung in 2023 und die erfolgte Vollauszahlung des Darlehens der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG ergab sich eine Erhöhung des Finanzmittelbestandes in 2023 um 2.194 TEUR auf 2.326 TEUR.

Die Kosten des laufenden Geschäfts konnten durchweg aus vorhandener Liquidität gedeckt werden und die Zahlungsfähigkeit der Sokratel GmbH war zu jeder Zeit gegeben.

2.2.3 Ertragslage

Im Jahr 2023 konnten die Umsatzerlöse um 15,2 Prozent bzw. 1.618 TEUR auf 12.239 TEUR gesteigert werden (Vorjahr: 10.621 TEUR). Unter Berücksichtigung von Bestandsveränderungen sowie der Aktivierung von Eigenleistungen in 2022 i.H.v. 410 TEUR, veränderte sich die Gesamtleistung von 11.108 TEUR in 2022 um 1.056 TEUR auf 12.164 TEUR im Berichtsjahr, was einem Wachstum von 9,5 Prozent entspricht.

Die Personalaufwendungen stiegen aufgrund von Neueinstellungen und allgemeiner Gehaltsanpassungen um 991 TEUR bzw. 11,7 Prozent von 8.448 TEUR in 2022 auf 9.438 TEUR in 2023. Dies entspricht einer leichten Erhöhung der Personalkostenquote von 76,1 Prozent im Vorjahr auf 77,6 Prozent im Berichtsjahr 2023.

Sonstige wesentliche Veränderungen in der Ertragslage für 2023 sind bedingt durch die im Zusammenhang mit dem Anteilserwerb und der Verschmelzung angefallenen Kosten, welche in folgender Übersicht dargestellt sind:

Beschreibung Betrag
in TEUR
Abschreibung Geschäfts- und Firmenwert 1.026
Transaktionskosten (Rechts- und Beratungskosten) 206
Zinsen auf Gesellschafterdarlehen nach Anteilserwerb 475
Zinsen und Bereitstellungsentgelt Bankverbindlichkeiten nach Anteilserwerb 296
Gesamt 2.003

Unter Berücksichtigung von Transaktionskosten und periodenfremder Prämien, sowie außerordentlicher Vergütungen ergibt sich in 2023 ein bereinigtes EBITA von 2.246 TEUR (unbereinigt: 1.696 TEUR), dessen Herleitung in der folgenden Übersicht dargestellt ist:

Beschreibung Betrag
in TEUR
Ergebnis nach Steuern -491
+ Steuern vom Einkommen und Ertrag 330
+ Zinsen und ähnliche Aufwendungen 833
- sonstige Zinsen und ähnliche Erträge -2
+ Abschreibungen auf Geschäfts- und Firmenwert 1.026
Unbereinigtes EBITA 1.696
+ Transaktionskosten (Rechts- und Beratungskosten) 206
+ Periodenfremde Prämien und außerordentliche Vergütungen 343
Bereinigtes EBITA 2.246

Verglichen mit dem entsprechend bereinigten EBITA 2022 von 2.354 TEUR entspricht dies einem leichten Rückgang der Rentabilität von 21,2 Prozent auf nunmehr 18,5 Prozent (jeweils bezogen auf die Gesamtleistung). Diese Entwicklung wiederum begründet sich hauptsächlich aus der in 2022 aufgrund der Ausübung des entsprechenden handelsrechtlichen Wahlrechts erfolgten Aktivierung von Eigenleistungen, welche in 2023 nicht analog vorgenommen wurde, obwohl auch im Berichtsjahr Aufwendungen für die Entwicklung eigener Softwareprodukte i.H.v. 252 TEUR anfielen.

2.2.4 Mitarbeiter

Zum 31. Dezember 2023 beschäftigte das Unternehmen 130 Mitarbeiter, was einem Aufbau von 18 Mitarbeitern bzw. 16 Prozent gegenüber 2022 entspricht. Um das Wachstum 2023 zu realisieren und das erwartete weitere Wachstum gewährleisten zu können, wurden hiervon insgesamt 17 Stellen allein im operativen Bereich neu aufgebaut.

2.3 Gesamtaussage

Umsatz und Gesamtleistung konnten im Geschäftsjahr in einem schwierigen Umfeld erheblich gesteigert werden. Der Geschäftsverlauf, sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind zufriedenstellend. Sich aus dem Anteilsverkauf und der Verschmelzung ergebende, ergebniswirksame Sachverhalte wirken sich nicht negativ auf das operative Betriebsergebnis aus. Vorgänge, die die Lage des Unternehmens nachhaltig beeinträchtigen könnten, lagen zwischen dem Stichtag des Jahresabschlusses und dem Zeitpunkt der Berichterstattung nicht vor.

3. Chancenbericht

Wesentliche Chancen sind im Folgenden entsprechend ihrer Bedeutung in absteigender Reihenfolge aufgeführt.

Von maßgeblicher Bedeutung ist für Sokratel der Ausbau des Bestandskundengeschäfts. Speziell im Bereich der großen Automobilhersteller geht die Tendenz hin zu Rahmenverträgen mit langer Laufzeit und entsprechend hohen Projektvolumina, die es uns ermöglichen, langfristig zu planen und eine Grundauslastung zu gewährleisten. Auch im Bereich Windkraft sehen wir die Energiewende als Chance, neue, dringend benötigte Technologien am Markt zu etablieren und durch langfristige Partnerschaften mit den großen Windenergieherstellern unsere Marktposition zu stärken.

Darüber hinaus bietet die Akquisition von Neukunden auch in neuen Marktsegmenten entscheidende Potentiale, mit unserem bestehenden Kern-Dienstleistungsportfolio weitere Marktanteile zu gewinnen, organisches Wachstum zu generieren und das Kundenportfolio zu diversifizieren. Entsprechende Vertriebsaktivitäten wurden verstärkt und neue Netzwerke in Verbindung mit dem Einstieg der neuen Gesellschafter generiert.

Im Hinblick auf die Entwicklung und Vermarktung unserer neuen Softwareprodukte im Bereich Industrieautomation sehen wir zudem die Möglichkeit weiterer horizontaler Diversifikation und Schaffung eines Alleinstellungsmerkmals aufgrund des hohen Innovationsgrades und der technischen Komplexität unserer Produkte.

4. Risikobericht

Die Sokratel GmbH verfügt über ein der Unternehmensgröße angemessenes Risikomanagement. Einzel- bzw. Projektrisiken werden im Rahmen von Angebotserstellung und Projektabwicklung monetär, qualitativ und personell betrachtet, gewichtet und darüber hinaus im Rahmen eines Management Review in die Gesamtrisikobetrachtung des Unternehmens einbezogen. Anhand dieser Risikobetrachtung werden im Falle von Abweichungen zeitnah Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet und im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses nachverfolgt. Strategische Unternehmensrisiken fließen ebenso in die regelmäßige Risikoanalyse ein und werden mindestens jährlich im Rahmen des Management Reviews betrachtet und neu bewertet.

Wesentliche Risiken der Sokratel GmbH sind nachfolgend entsprechend ihrer Bedeutung in absteigender Reihenfolge aufgeführt.

Großvolumige Rahmenverträge bieten einerseits die bereits erwähnten Chancen, stellen jedoch gleichzeitig im Hinblick auf nicht erfolgende Folgebeauftragungen eines der größten Risiken für Sokratel dar. Im Vordergrund steht hier der entsprechende Umsatzausfall, den es zu kompensieren gilt. Zum anderen ist die Ressourcenallokation bei langlaufenden Projekten meist individuell auf die Projektanforderungen zugeschnitten, was dazu führen kann, dass eine nicht erfolgte Folgebeauftragung in einer niedrigeren Auslastungsquote resultiert und die Rentabilität belastet. Sokratel steht stets im engen Austausch mit den Kunden, um deren Bedarf frühzeitig zu identifizieren und sich bereits vor der Ausschreibungs- bzw. Angebotsphase entsprechend zu positionieren.

Darüber hinaus stellt das Personalrisiko ein weiteres Fokusthema im Rahmen des Risikomanagements dar. Einerseits besteht durch die aktuell angespannte Arbeitsmarktsituation speziell bei Softwareentwicklern und Ingenieuren die Möglichkeit, dass im Falle zeitkritischer Großaufträge qualifiziertes Personal nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. Zum anderen stellen sowohl krankheitsbedingte Ausfälle als auch Fluktuation von Schlüsselpersonal und Leistungsträgern Herausforderungen dar. Sokratel wirkt diesen Risiken zum Beispiel durch optimierte Ressourcenplanung und Mitarbeiterbindungsprogramme entgegen.

Das Liquiditätsrisiko beschränkt sich im Wesentlichen auf die Vorfinanzierung von Personalkosten bei Projekten mit quartalsweiser Abrechnung oder Verzögerungen in der Abnahme größerer Gewerke. Bei entsprechenden Kunden bzw. Projekten werden als Gegenmaßnahme Teilabrechnungen und/oder verkürzte Zahlungsziele angestrebt. Hinsichtlich der erhaltenen Bankdarlehen sind vertraglich vereinbarte Zins- und Tilgungszahlungen zu leisten. Außerdem sind die Darlehen abhängig von der Einhaltung der Finanzkennzahl Netto-Finanzverschuldungsgrad, die von der Geschäftsführung laufend überwacht wird. Zudem bestehen Chancen und Risiken durch Zinsänderungen, da die Bankdarlehen variabel verzinst werden. Die in Anspruch genommenen Gesellschafterdarlehen werden fest verzinst. Außerdem liegen Rangrücktrittserklärungen der Gesellschaftergläubiger vor, so dass diese Darlehensbeträge zum wirtschaftlichen Eigenkapital gezählt werden können.

Ein Preisänderungsrisiko besteht lediglich abstrakt, z.B. im Falle steigender Personalkosten bei gleichbleibenden Stundensätzen langfristiger Projektverträge. Preise sind in der Regel vertraglich vereinbart und über die Vertragslaufzeit hinweg fixiert. Nachverhandlungen finden hauptsächlich im Rahmen von Folgebeauftragungen statt, wobei die Stundensätze neu kalkuliert werden.

Das Ausfallrisiko bei Forderungen schätzen wir aufgrund des Kundenstamms und der bisherigen Erfahrungen als sehr gering ein. Auf eine Pauschalwertberichtigung wurde daher bewusst verzichtet.

Bestandsgefährdende Risiken lagen zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts nicht vor.

5. Prognosebericht

Für das Jahr 2024 planen wir mit einem Umsatzwachstum gegenüber 2023 im niedrigen zweistelligen Prozentbereich bei moderatem Anstieg der Personalkosten. Da aufgrund des Geschäftsmodells die übrigen Aufwendungen des Unternehmens weitgehend Fixkostencharakter besitzen, wird das EBITA voraussichtlich im mittleren zweistelligen Prozentbereich steigen, sodass nach Berücksichtigung aller Kosten ein in etwa ausgeglichenes Nachsteuerergebnis prognostiziert wird.

Die positive Prognose im Hinblick auf das operative Betriebsergebnis wirkt sich entsprechend auf die Liquiditätssituation aus, sodass wir von einer Reduzierung der Netto-Finanzverschuldung ausgehen und die Zahlungsfähigkeit der Sokratel GmbH zu jeder Zeit gegeben sein wird.

 

Augsburg, 07.06.2024

gez.

Hermann Frei, Geschäftsführer

Thomas Frei, Geschäftsführer

1 Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 um 0,3 % gesunken - Statistisches Bundesamt (destatis.de) Statistischer Bericht - Statistisches Bundesamt (destatis.de) - 4. Vierteljahr 2023

2 Jahreszahlen der Automobilindustrie - Allgemeines | VDA

3 Produktion und Markt im Dezember 2023 | VDA

4 Deutscher Maschinenbau blickt mit Sorge auf das Jahr 2024 (vdi-nachrichten.com)

5 Aufträge im Maschinenbau 2023 um 12 % gesunken | springerprofessional.de

6 zvei.org/konjunktur-maerkte/aktuelles?showPage=3216569&cHash=c83b899ea2a9d6235a4e616836d81ca6

7 Robotik und Automation erwartet Rekordumsatz in 2024 | springerprofessional.de

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
A. Anlagevermögen 14.782.681,28
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 14.698.467,28
1. Geschäfts- oder Firmenwert 14.357.990,00
2. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 340.477,28
II. Sachanlagen 84.214,00
1. technische Anlagen und Maschinen 3.408,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 80.806,00
B. Umlaufvermögen 5.751.910,17
I. Vorräte 9.325,37
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 3.416.776,26
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.325.808,54
C. Rechnungsabgrenzungsposten 29.274,50
Aktiva 20.563.865,95

Passiva

31.12.2023
EUR
A. Eigenkapital 8.131,50
I. Gezeichnetes Kapital 100.000,00
II. Kapitalrücklage 400.000,00
III. Jahresfehlbetrag 491.868,50
B. Rückstellungen 1.153.034,67
C. Verbindlichkeiten 19.292.320,78
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.000.000,00
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 13.725.754,72
3. sonstige Verbindlichkeiten 566.566,06
D. Rechnungsabgrenzungsposten 4.379,00
E. Passive latente Steuern 106.000,00
Passiva 20.563.865,95

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1. Rohergebnis 12.186.887,16
2. Personalaufwand 9.438.941,22
a) Löhne und Gehälter 7.744.707,12
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.694.234,10
davon für Altersversorgung 1.742,48
3. Abschreibungen 1.175.578,66
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.175.578,66
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 901.279,61
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.004,11
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 833.232,28
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 330.370,00
8. Ergebnis nach Steuern -490.510,50
9. sonstige Steuern 1.358,00
10. Jahresfehlbetrag 491.868,50

Anhang

A. Allgemeine Angaben zu Jahresabschluss, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt.

Die Gesellschaft wurde mit Gesellschaftsvertrag vom 11.05.2023 unter der Firma Blitz 23-366 GmbH mit Sitz in München gegründet und am 02.06.2023 im Handelsregister des Amtsgerichts München unter HRB 285067 eingetragen.

Mit notariellem Vertrag vom 03.08.2023 hat die Blitz 23-366 GmbH sämtliche Geschäftsanteile an der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH mit Sitz in Diedorf (Amtsgericht Augsburg HRB 13935) erworben.

Aufgrund des Verschmelzungsvertrages vom 25.08.2023 wurde die Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH rückwirkend zum 01.01.2023 auf die Blitz 23-366 GmbH durch Aufnahme verschmolzen. Die Verschmelzung wurde am 18.09.2023 im Handelsregister des Amtsgerichts München (HRB 285067) eingetragen.

Die Gesellschafterversammlung vom 25.08.2023 hat - aufschiebend bedingt auf die Eintragung der Verschmelzung - die Umfirmierung der Blitz 23-366 GmbH in Sokratel GmbH und die Sitzverlegung von München nach Augsburg beschlossen. Die Sokratel GmbH wurde am 16.10.2023 im Handelsregister des Amtsgerichts Augsburg unter HRB 39282 eingetragen.

Die Sokratel GmbH ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft i.S. § 267 Abs. 2 HGB. Größenabhängige Erleichterungen wurden teilweise in Anspruch genommen.

Vorjahresvergleich

Aufgrund der Neugründung der Gesellschaft im Kalenderjahr 2023 existieren keine Vorjahreswerte.

Um eine Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr herzustellen, wurden alle Angaben zu Vorjahreswerten auf die verschmolzene Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH bezogen. Veränderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind dabei nicht zu verzeichnen.

Infolge des Erwerbs der Geschäftsanteile und der rückwirkenden Verschmelzung, die handelsrechtlich zu Zeitwerten und steuerrechtlich zu Buchwerten erfolgte, ist die Vergleichbarkeit mit dem Vorjahr eingeschränkt.

Der Jahresabschluss zum 31.12.2022 der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH weist folgende wesentliche Positionen auf:

Posten TEUR
Immaterielle Vermögensgegenstände 424
Sachanlagen 115
Vorräte 86
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.794
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 131
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 35
Bilanzsumme Aktivseite 3.585
Eigenkapital 918
Rückstellungen 526
Verbindlichkeiten 2.011
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten 5
Passive latente Steuern 125
Bilanzsumme Aktivseite 3.585
Gesamtleistung 11.108
Sonstige betriebliche Erträge 150
Materialaufwand 148
Personalaufwand 8.448
Abschreibungen 89
Sonstige betriebliche Aufwendungen 591
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 67
Steuern vom Einkommen und Ertrag 580
Sonstige Steuern 2
Jahresüberschuss 1.333

Gliederung

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sind nach den Bestimmungen des HGB gegliedert.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den handelsrechtlichen Vorschriften.

Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite wurden nicht mit Posten der Passivseite, und Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird.

Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.

Bewertungen erfolgten nach dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip. Alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden und bis zur Jahresabschlusserstellung bekannt geworden sind, wurden berücksichtigt. Gewinne wurden, soweit dies gesetzlich nicht ausdrücklich gefordert wird, nur berücksichtigt, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres wurden unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt.

Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen

Die immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Die handelsrechtliche Nutzungsdauer der einzelnen Anlagengegenstände wurde in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen angesetzt.

Bei den immateriellen Vermögensgegenständen beträgt die Nutzungsdauer 3 bis 5 Jahre, bei technischen Anlagen und Maschinen beträgt die Nutzungsdauer 3 bis 7 Jahre, bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre.

Der entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwert resultierend aus der Verschmelzung der Sokratel Kommunikations- und Datensystem GmbH wurde aktiviert und wird planmäßig linear über 15 Jahre abgeschrieben. Die angenommene Nutzungsdauer begründet sich damit, dass die Beziehungen des Unternehmens zu seinen wichtigsten Kunden seit langem gewachsen sind und es demzufolge eine auf Langfristigkeit angelegte Zusammenarbeit mit verfestigten Strukturen gibt. Die Absatzmärkte für die Produkte der Sokratel GmbH (Software) weisen eine hohe Stabilität auf, insbesondere im Bereich der Automobilindustrie. Weiterhin ist der Personalbestand des Unternehmens seit längerem sehr stabil und es wird davon ausgegangen, dass insbesondere die erfahrenen Mitarbeiter auch künftig langfristig für das Unternehmen tätig sein werden. Der Markt für Entwicklungsdienstleistungen unterliegt in seiner Entwicklung zwar konjunkturbedingten Schwankungen, es wird aber auch in der Zukunft sowohl für Deutschland wie auch global mit einem langfristigem Marktwachstum gerechnet. Auch erzeugt der technische Fortschritt eine Nachfrage nach permanenter Weiterentwicklung der Software-Produkte der Gesellschaft.

Selbständig nutzbare bewegliche Vermögensgegenstände des Anlagevermögens mit Anschaffungskosten bis EUR 800,00, wurden in analoger Anwendung von § 6 Abs. 2 EStG im Geschäftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Aufwand erfasst.

Vorräte

Unfertige Leistungen und Waren wurden bestandsmäßig erfasst und unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Forderungen, Sonstige Vermögensgegenstände, Flüssige Mittel

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel wurden mit dem Nennbetrag angesetzt. Die Bewertung erfolgte unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Der Ausweis erfolgte mit dem Nennbetrag.

Rückstellungen

Rückstellungen betreffen ungewisse Verbindlichkeiten, deren Höhe nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung das Risiko der Inanspruchnahme deckt.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag passiviert.

Latente Steuern

Die Berechnung der latenten Steuern beruht auf temporären Differenzen zwischen Bilanzposten aus handelsrechtlicher und steuerrechtlicher Betrachtungsweise gemäß § 274 HGB.

B. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im beigefügten Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen

Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Ansprüche mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr von EUR 9.070,00 (Miet-Kautionen).

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital in Höhe von EUR 100.000,00 entspricht dem im Gesellschaftsvertrag ausgewiesenen Wert und ist vollständig einbezahlt. Das Eigenkapital ist zum Nennwert angesetzt.

Im Geschäftsjahr wurde ein Betrag von EUR 400.000,00 in die Kapitalrücklage eingestellt.

Die Bilanz weist einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus (bilanzielle Überschuldung). Aus der bilanziellen Überschuldung resultieren aufgrund der nachrangigen Gesellschafterdarlehen über EUR 13.250.000,00 keine rechtlichen Konsequenzen.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen (Gesamtbetrag: EUR 822.664,67) berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostenänderungen angesetzt. Zum Bilanzstichtag bestehen keine Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr.

Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf:

Gewährleistungsrisiken 320 TEUR (Vorjahr: 311 TEUR)Urlaubs- und Überstundenansprüche 226 TEUR (Vorjahr: 198 TEUR)

Personalkosten 164 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR)

Abschluss- und Prüfungskosten 57 TEUR (Vorjahr: 13 TEUR)

Verbindlichkeitenspiegel

Die Angaben zu den Restlaufzeiten ergeben sich aus nachfolgender Tabelle:

Bestand zum 31.12.2023 Restlaufzeit bis zu 1 Jahr Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre Restlaufzeit größer 5 Jahre
Verbindlichkeiten ggüb. Kreditinstituten 5.000.000,00 181.819,00 1.454.552,00 3.363.629,00
Vorjahr 0,00 0,00 0,00 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen/Leistungen 42.020,46 42.020,46 0,00 0,00
Vorjahr 39.019,12 39.019,12 0,00 0,00
Verbindlichkeiten ggüb. Gesellschaftern 13.725.754,72 833,00 0,00 13.724.921,72
Vorjahr 1.328.125,75 1.328.125,75 0,00 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 524.545,60 524.545,60 0,00 0,00
Vorjahr 643.899,90 643.899,90 0,00 0,00
Summe 19.292.320,78 749.218,06 1.454.552,00 17.088.550,72
Vorjahr 2.011.044,77 2.011.044,77 0,00 0,00

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Pfandrechte und Forderungsabtretungen besichert.

Angabe der Davon-Vermerke in der Bilanz

Sonstige Verbindlichkeiten:

• davon aus Steuern EUR 511.550,96 (Vorjahr: EUR 639.820,95),

• davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 6.881,69 (Vorjahr: EUR 0,00).

Haftungsverhältnisse

Zum Bilanzstichtag bestanden Bankbürgschaften der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich im Umfang von EUR 45.926,68. Es handelt sich um Mietkautionsbürgschaften für angemietete Büroräume.

Weitere vermerkpflichtige Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB bestanden nicht.

Latente Steuern

Der Ansatz passiver latenter Steuern resultiert aus den bei der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH aktivierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen (Software), die im Zuge der Verschmelzung auf die Sokratel GmbH von dieser entgeltlich erworben wurden. Auf die Angabe der Steuersätze wird gemäß § 288 Abs. 2 Satz 1 HGB verzichtet.

Im Geschäftsjahr wurden passive latente Steuern von EUR 106.000,00 gebildet. Zum 31.12.2023 betragen die passiven latenten Steuern EUR 106.000,00.

C. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Angabe der Davon-Vermerke in der Gewinn- und Verlustrechnung

Personalaufwand:

• davon für Altersversorgung EUR 1.742,48 (Vorjahr: EUR 2.134,55).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen:

• davon gegenüber Gesellschaftern EUR 537.403,29 (Vorjahr: EUR 66.829,32).

D. Sonstige Angaben

Sonstige Finanzielle Verpflichtungen

Restlaufzeit bis zu 1 Jahr
TEUR
Restlaufzeit 2 bis 5 Jahre
TEUR
Restlaufzeit größer 5 Jahre
TEUR
Gesamtbetrag
TEUR
Miet-/Leasingverträge 245 701 43 989

Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer

Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren durchschnittlich folgende Mitarbeiter beschäftigt:

Anzahl der Arbeitnehmer (insgesamt) 123 (Vj. 108)
davon Geschäftsführer: 2
davon Geschäftsbereiche:
Automation 54
Automotive 58
Verwaltung 9

Geschäftsführung

Geschäftsführer der Sokratel GmbH (vormals Blitz 23-366 GmbH) im Zeitraum 11.05.2023 bis 12.07.2023:

Frau Sandra Luther, Angestellte, München

Frau Katja Gogalla, Angestellte, Dießen am Ammersee

Geschäftsführer der Sokratel GmbH (vormals Blitz 23-366 GmbH) im Zeitraum 12.07.2023 bis 31.10.2023:

Herr Dr. Martin Beck, Kaufmann, Ingolstadt

Geschäftsführer der Sokratel Kommunikations- und Datensysteme GmbH und (ab 18.08.2023) der Sokratel GmbH (vormals Blitz 23-366 GmbH):

Herr Hermann Frei, Geschäftsführer kaufmännischer Bereich, Diedorf

Herr Thomas Frei, Geschäftsführer Bereiche Technik und Vertrieb, Diedorf

Da nur Herr Hermann Frei und Herr Thomas Frei im Geschäftsjahr Gehalt von der Gesellschaft erhalten haben, wurde von der Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung gemäß § 286 Abs. 4 HGB abgesehen.

Beirat

Zusammensetzung des Beirats im abgelaufenen Geschäftsjahr:

Herr Dr. Martin Beck (Vorsitzender des Beirats),

Geschäftsführer de MM Mittelstandsbeteiligungen GmbH, Herr Mathias Schirmer (Stellvertretender Vorsitzender des Beirats), Geschäftsführer der MM Mittelstandsbeteiligungen GmbH, Herr Christoph Hikes, Vorstandsmitglied bei der Invest Unternehmensbeteiligungs Aktiengesellschaft Herr Michael Neisen, Geschäftsführer der MINE Beteiligungs GmbH.

Gemäß der Satzung der Gesellschaft finden § 52 GmbHG und die aktienrechtlichen Vorschriften über den Aufsichtsrat, soweit gesetzlich zulässig, auf den Beirat keine Anwendung.

Von der Angabe der Gesamtbezüge der Mitglieder des Beirats für die Tätigkeit im Geschäftsjahr wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB abgesehen.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Sämtliche Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen erfolgten zu marktüblichen Bedingungen.

Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Von der Angabe des für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars des Abschlussprüfers wurde gemäß § 288 Abs. 2 Satz 2 HGB abgesehen.

E. Nachtragsbericht

Es liegen keine Vorgänge von besonderer Bedeutung vor, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Bilanz noch in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt wurden.

F. Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 491.868,50 als Verlustvortrag auf neue Rechnung vorzutragen.

G. Unterzeichnung Jahresabschluss durch die gesetzlichen Vertreter gemäß § 245 HGB

 

Augsburg, den 07.06.2024

gez. Hermann Frei, Geschäftsführer

Thomas Frei, Geschäftsführer

Anschaffungskosten/Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Stand 31.12.2023
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 477.276,77 0,00 0,00 477.276,77
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 15.384.110,95 0,00 15.384.110,95
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 477.276,77 15.384.110,95 0,00 15.861.387,72
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 7.845,49 3.480,00 0,00 11.325,49
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 366.433,49 36.982,71 14.335,66 389.080,54
Summe Sachanlagen 374.278,98 40.462,71 14.335,66 400.406,03
Summe Anlagevermögen 851.555,75 15.424.573,66 14.335,66 16.261.793,75
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Stand 31.12.2023
Euro
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 53.589,49 83.210,00 0,00 136.799,49
2. Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 1.026.120,95 0,00 1.026.120,95
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 53.589,49 1.109.330,95 0,00 1.162.920,44
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 7.844,49 73,00 0,00 7.917,49
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 251.660,49 66.174,71 9.560,66 308.274,54
Summe Sachanlagen 259.504,98 66.247,71 9.560,66 316.192,03
Summe Anlagevermögen 313.094,47 1.175.578,66 9.560,66 1.479.112,47
Buchwert Stand 31.12.2023
Euro
Buchwert Stand 31.12.2022
Euro
Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 340.477,28 423.687,28
2. Geschäfts- oder Firmenwert 14.357.990,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 14.698.467,28 423.687,28
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 3.408,00 1,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 80.806,00 114.773,00
Summe Sachanlagen 84.214,00 114.774,00
Summe Anlagevermögen 14.782.681,28 538.461,28

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 13.06.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Sokratel GmbH, Augsburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Sokratel GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sokratel GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandte Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, obeine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

München, den 7. Juni 2024

Baker Tilly GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Düsseldorf)

Weissinger, Wirtschaftsprüfer

Fußstetter, Wirtschaftsprüfer

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