Fußboden-, Fliesen- und Plattenlegerei, Tapeziererei
Wasserkraft-Volk Aktiengesellschaft
Am Stollen 13, 79261 Gutach im Breisgau, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Philipp Lukas Baumann seit 6.8.2024 | Vorstandsmitglied |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wasserkraft-Volk AktiengesellschaftGutach im BreisgauJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Lagebericht1. Grundlagen des Unternehmens1.1 Geschäftsmodell des UnternehmensDie Wasserkraft Volk AG ist einer der technologisch führenden Ausrüster für kleine und mittlere Wasserkraftanlagen. Für unsere Kunden übernehmen unsere Mitarbeiter die komplette Projektrealisierung, von der Planung über die Herstellung bis zur Montage und Inbetriebnahme. Um den gesamten Anlagenlebenszyklus zu sichern, mit Ersatzteilen zu versorgen sowie Wartungen und Reparaturen durchzuführen steht unser After-Sales-Service mit einer erfahrenen Mannschaft für weltweite Einsätze zu Verfügung. Hierfür bietet die WKV AG den Kunden bedarfsgerechten Support-Level an, diese reichen von Basic-Support bis hin zu einem Premium-Support mit 24/7 Erreichbarkeit. Damit leisten wir einen zukunftsrelevanten Beitrag für die Nutzung von Wasserkraft in mehr als 50 Ländern der Erde. Verwaltung, Planung und Produktion werden hauptsächlich im Hauptwerk in Gutach-Bleibach ausgeführt. Der Bereich Steuerungs- und Leittechnik befindet sich - ebenso wie der Versuchsstand - im nahegelegenen Zweigwerk in Simonswald. Am Firmensitz der WKV AG betreiben wir ein eigenes Wasserkraftwerk. Das Kraftwerk besteht aus zwei Turbinen, eine kleine und eine große, die zusammen eine Leistung von grundsätzlich 320 kW liefern und jährlich zirka 1.400.000 kWh CO 2 freien Strom erzeugen. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie WKV für die Produktion und Verwaltung benötigt und entspricht ca. dem Verbrauch von 300 Haushalten. Der nicht benötigte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und somit zusätzliche Einnahmen generiert. 1.2 Ziele und StrategienEs galt die Auftragseingänge auf erhöhtem Niveau zu stabilisieren. Das Geschäftsjahr 2023 startete bezogen auf die Auftragseingänge zögerlich. Im Sommer schien sich die Situation in den Bestandsmärkten zu normalisieren. Die Märkte werden intensiv bearbeitet um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Dazu wurde das Vertreternetzwerk geschult und weiterentwickelt. Gegen Jahresende 2023 verbessert sich die Situation deutlich, es gehen mehrere Bestellungen ein. 1.3 SteuerungssystemZur Planung und Steuerung des Unternehmens werden verschiedene Controlling Systeme eingesetzt. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen werden Maßnahmen erarbeitet, die dazu beitragen die gesetzten Ziele zu erreichen. § Rentabilität: Es wird jährlich eine Jahres- sowie eine Zweijahresplanung erstellt, in welcher die Unternehmensziele in BWA-Form dargestellt werden. Die Erreichung dieses Businessplans wird unterjährig in regelmäßigen Abständen durch die Erstellung von Zwischenabschlüssen überwacht. Bei der Erstellung der Zwischenabschlüsse werden auch besondere Einflüsse oder Ereignisse, die sich auf die künftigen Entwicklungen auswirken, berücksichtigt und münden in eine Prognose zum Jahresende. § Liquidität: Die Überwachung der Liquidität erfolgt durch einen rollierenden Finanzplan. Die Geschäftsleitung wird in wöchentlichem Rhythmus über den Liquiditätsstatus informiert. Das Reporting an die Kreditinstitute findet regelmäßig statt. § Kostenträgerrechnung: Projekte werden regelmäßig nachkalkuliert. Größere Projekte werden mitlaufend kalkuliert. Für die interne Kommunikation der Geschäftsentwicklung finden regelmäßig Besprechungen mit den Führungskräften statt. 1.4 Forschung und Entwicklung (FuE)Seit der Gründung der Firma WKV fließt ein Teil der Mittel in Forschung und Entwicklung, um den technologischen Vorsprung weiter auszubauen. Nur mit höherem Wirkungsgrad werden die WKV-Produkte auch weiterhin im Wettbewerb bestehen und den Kunden klare Vorteile über die gesamte Lebensdauer einer Wasserkraftanlage bringen. Es wird konstant in allen technischen Bereichen sowie im eigenen Versuchslabor geforscht und entwickelt. Viele Tätigkeiten im Know-how-Bereich, für die früher externe Spezialisten aus Universitäten notwendig waren, können nun selbst auf hohem Niveau erledigt werden. Auf unserem Versuchsstand in der Außenstelle in Simonswald werden die Wirkungsgrade der Turbinen permanent getestet, überwacht und optimiert. Für fast alle Projekte werden Modell-Turbinen in kleinem Maßstab erstellt und im Echtbetrieb simuliert, um verschiedene Betriebssituationen darzustellen. Dies sind überzeugende Argumente für einen Großteil unserer Kunden. 2. Wirtschaftsbericht 2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 2.1.1 Marktsituation 2.1.1.1 Markt und Wettbewerb Der Ölpreis ist, wenn es um Energiegewinnung geht, der wohl wichtigste Wert an den Rohstoffmärkten. Bestimmt wird dieser sowohl von der aktuellen, internationalen Nachfrage als auch von gesamten geförderten Mengen. Ein niedriger Ölpreis macht es uns schwerer, gegen günstigere, mit Diesel betriebene Energiegewinnungsanlagen anzutreten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Ölpreis stabiler. Bis auf die Sommermonate August und September (bis zu 115 EUR/Barrel) bewegte sich der Brent Rohöl zwischen 65 - 80 EUR/Barrel. Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten ist dies aber immer noch hoch, was sich positiv auf die Märkte für erneuerbare Energien auswirken sollte. Der hohe Preisdruck am Markt für Kleinwasserkraftanlagen hält derweil leider unvermindert an. Die indischen und chinesischen aber auch europäischen Marktbegleiter erschweren durch ihre aggressive Preispolitik rentable Preise für hervorragende Qualitätsprodukte zu erzielen. Die Auswirkungen des Ukraine-Russland-Konfliktes, bezogen auf die gestiegenen Rohstoffpreise im Bereich Stahl und andere Werkstoffe, wirken sich immer noch erschwerend auf die Preissituation im Markt aus. Jedoch sind diese ähnlich dem Rohöl insgesamt gesunken und relativ stabil. Die WKV AG wird dem Preisdruck mit starker Innovationskraft, höchsten Ansprüchen auf Qualität und Langlebigkeit der Produkte sowie konsequenter Kosteneinsparung und weiter rationalisierter Fertigung begegnen, um sich so auch in Zukunft am Markt zu behaupten. Der Materialeinsatz der WKV AG blieb im Berichtsjahr konstant. 2.1.1.2 Nationale und Europäische Marktentwicklung Die Wasserkraft wird aufgrund ihres niedrigen CO2-Ausstoßes und ihrer Speicherfähigkeit von den Experten als entscheidender Faktor für das Erreichen der Klimaziele angesehen. So können beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke zur Speicherung regenerativ erzeugten Stromes aus Wind und Solar verwendet werden. Im Jahr 2023 wurden rund 4 Prozent des in Deutschland erzeugten Bruttostroms aus Wasserkraft gewonnen - das entspricht 18,7 Terawattstunden Strom. 1 Das entspricht 7 Prozent des gesamten regenerativen Stroms.2 Damit ist sowohl die erzeugte Strommenge im Vergleich zum Vorjahr (17,5 Terawattstunden) als auch der Anteil seit langem wieder gestiegen. Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland arbeiten zurzeit etwa 7.600 Wasserkraftanlagen.3 Ausgenutzt wird dabei die ausgeprägte Vielseitigkeit der Wasserkraft: Sie fällt ständig an, kann gespeichert werden und ist somit grundlastfähig. Andererseits können Speicherkraftwerke optional zur Abdeckung des Bedarfs in Spitzenlastbereichen genutzt werden. Beiden Aspekten kommt nach dem Atomausstieg in Deutschland eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung zu.4 Über 80 Prozent des Wasserkraftstroms werden im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg, erzeugt. Etwa 86 Prozent des gesamten Regelarbeitsvermögens der großen Wasserkraftanlagen liegt an nur neun großen Flüssen. Diese sind in absteigender Reihenfolge Inn, Rhein, Donau, Isar, Lech, Mosel, Main, Neckar und Iller.5 Automatisierte Abläufe mithilfe moderner Technik sowie ein Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent verringern die jeweiligen Betriebskosten nachhaltig. Experten rechnen mit etwa fünf Terawattstunden zusätzlich, die aufgrund von Modernisierungen bereits bestehender und außer Betrieb befindlicher Wasserkraftanlagen gewonnen werden können. Der Aufbau neuer Anlagen ist in Deutschland weitgehend beschränkt, denn Flussregionen mit kraftvoll fließendem Wasser zum Antrieb der Turbinen sind nicht weiter verfügbar. Auch der regionale Wasserhaushalt und der allgemeine Umweltschutz wirken Neubauten entgegen. Jedoch betrachten wir die Modernisierung bereits vorhandener Anlagen als ein wachsendes Potential. Modernisierung ist kostengünstiger als umfängliche Neubauten, wobei die Komplexität von Modernisierungsmaßnahmen nicht zu unterschätzen ist. Modernisierungsbedürftige deutsche Anlagen sind in der Regel mehr als 40 Jahre alt. Der Austausch von Turbinen und Generatoren erhöht den Automatisierungsgrad und steigert die Gesamteffektivität.6 Die Förderung der Wasserkraft wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nach Leistung des Kraftwerks gestaffelt vergütet. Im Vergleich zu den anderen regenerativen Energieträgern wie Photovoltaik und Geothermie ist diese allerdings gering. So wird im Durchschnitt die Wasserkraft niedriger als Solaranlagenbetreiber vergütet.7 Bei Neuanlagen liegt die Vergütung der PV Anlagen unter der der Wasserkraft.8 Wegen der fortbestehenden extrem restriktiven Genehmigungspraxis bei Wasserkraftanlagen sind die Entwicklungspotenziale in Deutschland für die Wasserkraft Volk AG nach wie vor limitiert. Allerdings wurden 2023 zwei Aufträge für Revisionierungen von Altanlagen in Deutschland abgeschlossen. Die stark gestiegenen Energie- und Strompreise werden vermutlich in naher Zukunft zu einer erhöhten Dynamik im Bereich der erneuerbaren Energien führen. Die Direktvermarktung des gewonnenen Stroms zu Börsenpreisen bringt aktuell deutlich höhere Erträge als die Vergütung nach EEG vor allem seit dem Krieg gegen die Ukraine. Die Nachfrage nach erneuerbarer Energieerzeugung wird auch durch Atom- und Kohleausstieg weiter ungebrochen sein. Mittelfristig könnte dies zu einer deutlich erhöhten Nachfrage von Erneuerungen/Revisionen bestehender und stillgelegter kleiner Wasserkraftanlagen führen. Innerhalb Europas ist die Wasserkraft Volk AG in verschiedenen Ländern mit Projekten vertreten und beteiligt sich an entsprechenden Ausschreibungen. Durch eine desaströse Preispolitik ist jedoch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Europa eingeschränkt. Generell ist das Jahr 2023 vor allem vom Krieg gegen die Ukraine überschattet. Kunden, Investoren und Banken sind sehr vorsichtig. Im Jahr 2023 blieb der Stahlpreis im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant. Die Lage bei den Zulieferern hat sich damit aber immer noch nicht entspannt. Angebotene Preise sind zwar ein paar Tage länger gültig, allerdings nicht über mehrere Wochen wie vor den Krisen der letzten Zeit. Auffällig ist, dass die Preise für Stahl europaweit sich doch unterscheiden und gerade aus Italien oft deutlich günstige Angebote abgegeben werden. Fazit: Die Entwicklungspotentiale für herkömmliche Turbinenanlagen sind in Deutschland wegen der extrem restriktiven Genehmigungspraxis und in weiten Teilen Europas durch eine desaströse Preispolitik momentan limitiert, so dass die WKV AG zwar jede sich bietende Chance nutzt, sich aber nach wie vor bevorzugt um Exportmärkte außerhalb Europas kümmern wird. Aufgrund der massiv steigenden Preise für Energie gepaart mit erhöhtem Bewusstsein für die Probleme des Klimawandels, rechnet die Wasserkraft Volk AG mittelfristig weiterhin mit steigender Nachfrage nach Wasserkraftanlagen auf der ganzen Welt. 2.1.1.3 Internationale Marktsituation und Chancen Die Wasserkraft zählt global zu den bedeutendsten und am intensivsten genutzten erneuerbaren Energiequellen.9 Weltweit hat die Wasserkraft mit ungefähr 54 Prozent den größten Anteil an der erneuerbaren Stromerzeugung.10 Die weltweite installierte Leistung von Wasserkraftwerken lag Ende 2022 bei 1.220 GW (REN21 2023). Die weltweite Produktion aus Wasserkraft erreicht 4.429 TWh. Neuere Datenerhebungen lagen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vor. In China ist die mit Abstand meiste Wasserkraft installiert (368 GW). Weitere Länder mit einer hohen Wasserkraftkapazität sind Brasilien, Kanada, die USA, Russland, Indien, Norwegen, Türkei, Japan und Frankreich. Diese Verteilung ist stabil, da eine so große Kapazität nicht kurzfristig zugebaut werden kann. Beim Zubau bleibt China weiterhin das stärkste Land mit einem Zubau von 13 GW. Beim Zubau folgt auf China, Laos, Kanada, Frankreich und Äthiopien.11 Ebenso gab und gibt es weitere Planungen in Afrika. Die meisten Projekte wurden bisher in Angola, Äthiopien und Uganda umgesetzt. Oft erfolgen der Bau und die Finanzierung mit Unterstützung chinesischer Firmen und Banken. Die Märkte für Wasserkraft in Japan, Nordamerika und Europa sind dagegen fast vollständig erschlossen.12 Weltweit ist die Stromproduktion aus Wasserkraft um 5% gestiegen. Afrika, Asien, Europa und Nordamerika erlebten allesamt schweren Dürren. Dies führte zur Verringerung der Wasserversorgung und der Kapazitätsauslastung der Anlagen. Im Dezember 2022, im Einzugsgebiet des Sambesi Flusses zwischen Sambia und Simbabwe sank das 2,13 GW große Kariba-Reservoir (das größte der Welt) auf 0,97% seines nutzbaren Speichervolumens, was zu Stromrationierung und Ausfällen führte. Viele von Dürre betroffene Gebiete haben auf Kohle umgestellt um den Strombedarf zu decken. Der Klimawandel könnte auch die saisonale Produktion in Zukunft ändern, was dazu führt, dass bisher schneereiche Regionen im Winter mehr produzieren, da Regen Schnee ersetzt und die Stromerzeugung im Frühling und Sommer sinkt, auf Grund der geringeren Schneeschmelze erschlossen.13 Wie bei Solar-PV und Windkraft dominierte China den globalen Wasserkraftmarkt mit einer installierten Gesamtkapazität die die nächsten 4 führenden Länder (Brasilien, USA, Canada und Russland) kombiniert übersteigt.14 Die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung sind dabei von verschiedenen Faktoren wie den jeweiligen nationalen gesetzlichen Rahmenbedingungen, vorherrschende Topografie und die anfallenden Niederschlagsmengen abhängig. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Wasserkraft Volk AG nach wie vor der einzige Hersteller aller Komponenten einer Kleinwasserkraftanlage unter einem Dach wie Turbinen, Generatoren und Schalt- und Steueranlagen. Damit ist sie im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt und befähigt, bestehende Märkte auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Der außereuropäische Raum bietet der Wasserkraft Volk AG bevorzugte Einsatzmöglichkeiten für das umfangreiche Produktportfolio. 2.2 GeschäftsverlaufEntgegen der Erwartungen und entgegen berechtigter Annahmen hat sich die positive Marktentwicklung stärker verzögert als erwartet. Aufgrund des hohen Zinsniveaus wird die Realisierung vieler Wasserkraftprojekte weltweit ausgebremst. Zudem liegen die Preise der fertigungsrelevanten Rohstoffe, wenn auch auf wieder gesunkenem, so doch immer noch auf hohem Niveau. Aus diesen Gründen war das Jahr 2023 für WKV ein schwieriges Jahr wenngleich auch mit positiven Aufwärtstrend. Als Schwerpunkte der Unternehmensentwicklung im Jahr 2023 sind zu nennen: • Marktentwicklung und -ausweitung • Ausbau des Geschäftsfeldes Elektrokomponenten für PV-Anlagen in Südamerika • Weitere Erhöhung des Serviceumsatzes • Bau der Hallenerweiterung für die Elektroabteilung / Schaltschrankfertigung • Modernisierung des hauseigenen Kraftwerks 2.3 ErtragslageDas Rohergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf rd. 10,64 Mio. EUR (i. VJ. 11,39 Mio. EUR) und lag damit um rd. 6,55% hinter dem Vorjahr. Die Gesamtleistung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.713 rückläufig (= -13,2%). Der von 2021 bis 2023 verhaltene Markt bedingt durch die Nachwirkungen der Corona Krise , der Material- und Energiekrise sowie der sich daraus entwickelten Inflation ist ursächlich dafür, dass die im Vorjahr abgegebene Prognose für die Gesamtleistung in 2023 nicht erreicht werden konnte. Gleichzeitig verminderten sich die Inventurbestände im Bereich der "fertigen und unfertigen Erzeugnisse" um rd. -2,03 Mio. EUR. Der Personalaufwand ist absolut um TEUR 362 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Personaleinsatzquote hat sich von 36,2% in 2022 auf nunmehr 43,8% in 2023 entwickelt, was zu einer Anpassung der Personalkapazitäten Ende 2022 geführt hat. Die Materialeinsatzquote beläuft sich in 2023 auf 41,0%, was eine Verbesserung gegenüber 2022 (45,9%) darstellt. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist eine Zunahme von TEUR 558 gegenüber 2022 zu beobachten. Ursächlich hierfür sind vor allem gestiegene Ausgangsfrachten, eine mögliche Rückzahlungsverpflichtung für Coronahilfen sowie ausstehende Projektarbeiten, während sich Werbe- und Reisekosten und Reparaturen und Instandhaltungen merklich verringert haben. Der Jahresfehlbetrag betrug -2.922.577,22 EUR (i. VJ. -1.388.036,77 EUR). Die Bilanzsumme beträgt rd. 25.618 TEUR. Aufgrund der Auswirkungen der Ukraine-Krise bezogen auf die erhöhten Materialeinkaufspreise verzögerten sich die in 2023 erwarteten Auftragseingänge weiter. Die Verzögerungen lassen sich auf die notwenigen Projektnachfinanzierungen auch oder im Wesentlichen auf die gestiegenen Stahl, Beton und Sprengstoffkosten auf der Kundenseite verursacht durch die globalen Preissteigerungen zurückzuführen. Im vierten Quartal schienen sich diese aufzulösen und es herrscht wieder Aktivität auf Kundenseite, die sich in konkreten Anfragen und Auftragseingängen zeigen. Aufgrund dieser Verzögerungen konnte der prognostizierte Umsatz nicht erreicht werden. Die Lieferkettenproblematik sowie die verzögerten Auftragseingänge führte vor allem im dritten Quartal zu teilweise aufgetretene Unterauslastung. Die teilweise aufgetretene Unterauslastung gepaart mit den gestiegenen Materialpreisen sowie die dadurch verzögerten Auftragseingänge schränkten die Unternehmensentwicklung weiterhin noch ein. 2.4 FinanzlageTrotz der schwierigen Ertragslage in den letzten Jahren verfügt die Wasserkraft Volk AG weiterhin über eine ausgewogene Liquidität. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Eigenkapitalsituation und der Generierung von verhältnismäßig hohen Cash-Flow's in den vergangenen Jahren. Langfristige Verbindlichkeiten wurden planmäßig getilgt. Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden um ein Darlehn zur Finanzierung der neuen Elektrohalle erhöht. Eingegangene Lieferverpflichtungen 2023 aufgrund von Rahmenverträgen waren bereits durch abgeschlossene Projekte abgedeckt und flossen vollständig in die Materialkosten der Produkte ein. Für die Finanzlage haben diese Lieferverpflichtungen keine wesentlichen Auswirkungen. Der vereinfachte Cash-Flow (Jahresfehlbetrag zzgl. Abschreibungen) beträgt -1,131 Mio. EUR (i.VJ. +0,530 Mio. EUR). Lieferantenrechnungen werden, sofern in den Zahlungsbedingungen eingeräumt, immer unter Abzug von Skonto beglichen. Die Darlehen im Langfristbereich wurden regelmäßig getilgt. 2.5 VermögenslageDas Anlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 904 rückläufig, was auf die gegenüber den getätigten Investitionen höheren Abschreibungen zurückzuführen ist. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Gesamtinvestitionen in Höhe von 893 TEUR (i.VJ. 247 TEUR), mitunter durch den Bau einer neuen Elektrohalle, welche dem Anlagevermögen zugebucht wurden. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen wirken sich nach wie vor in besonderem Maß mit rd. 1,79 Mio. EUR ergebnisbelastend aus. Im Bereich des Umlaufvermögens haben wir einen Rückgang sowohl beim Vorratsvermögen als auch bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verzeichnen, sodass das Umlaufvermögen gegenüber 2022 um TEUR 3.146 rückläufig ist. Die Eigenkapitalquote i.H.v. 60,49% im Geschäftsjahr 2023 veränderte sich geringfügig (i.Vj. 62,09%), was noch immer weit über dem Durchschnitt des Mittelstandes von 31,2% liegt. Die Rückstellungen sind gegenüber 2022 um TEUR 786 erhöht, was auf die Erhöhung einer Rückstellung für mögliche Rückzahlungsverpflichtungen von Coronahilfen, auf Erhöhungen von Rückstellungen für Provisionen sowie für Nachlaufkosten von Projekten zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.908 rückläufig. Dies ist vor allem auf den Rückgang bei erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zurückzuführen. Die Bilanzsumme für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 25.618.320,82 EUR (i. Vj. 29.662 TEUR). Bei der Ermittlung des Bilanzverlustes für das Geschäftsjahr 2023 sind nachfolgend aufgeführte Faktoren zu berücksichtigen: • Ab dem Geschäftsjahr 2015 erfolgte keine Einstellung in die gesetzliche Rücklage mehr, da diese den Schwellenwert von 10 % des gezeichneten Kapitals nach § 150 Abs. 2 AktG mit EUR 318.300,40 erreicht hat. Zukünftig braucht in dieser Bilanzposition nicht mehr "angespart" zu werden, so lange das gezeichnete Kapital nicht erhöht wird. • Im Berichtsjahr wurde keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. • Der Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von EUR -4.606.415,39 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Somit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 zum 31.12.2023 ein Bilanzverlust in Höhe von EUR -7.528.992,61 EUR. 2.6 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren2.6.1 Finanzielle Leistungsindikatoren Die bilanzielle Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt 60,49% (i. VJ. 62,09%) des Gesamtkapitals und ist damit aufgrund des Jahresfehlbetrages gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt -18,86 % (i. VJ. -7,54%). Das Rohergebnis beträgt im Berichtsjahr 10.645 TEUR (i. VJ. 11.391 TEUR). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt rd. -2.878 TEUR (i. VJ. -1.345 TEUR). Unter Hinzurechnung der Abschreibungen (EBITDA) beläuft es sich auf -1.087 TEUR (i. VJ. 573 TEUR). Die Anlagenintensität (Anlagevermögen/Bilanzsumme) beträgt 71,95% (i. VJ. 65,00%) und spiegelt damit die relativ hohen Investitionen der Vergangenheit in Gebäude und technischen Anlagen wider. (Cash-Flow-Entwicklung vergleiche Punkt 2.4). 2.6.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 2.6.2.1 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Die Wasserkraft Volk AG hat im Jahr 2021 begonnen die Marke WKV zusammen mit einer Markenagentur zu schärfen und ihr ein neues Design zu geben. Das neue Corporate Design zeigt Alleinstellungsmerkmale und soll WKV eine zielgerichtete Markenkommunikation ermöglichen. Anhand des neuen Designs wurde auch die Webseite neugestaltet. Die Webseite wurde im Juli 2022 live geschaltet. Abgerundet wurde die neue Markenidentität mit einem neuen Imagefilm der im Juni 2023 veröffentlicht wurde. Das Angebot auf der WKV AG Website, wie Broschüren und Anfrageformulare etc. in elektronischer Form herunterzuladen, wird nach wie vor rege genutzt. Um auf die Marke "WKV AG - Made in Germany" bei unseren Partnern im deutschsprachigen Raum aufmerksam zu machen, wurde in "zek" (Fachverlag für Zukunftsenergie + Kommunaltechnik) inseriert, dem wohl wichtigsten Branchenmagazin für den deutschsprachigen Raum. Hier haben wir auch 2 Fachartikel über unser neues SCADA und das Projekt Makari Gad veröffentlicht. Außerdem haben unsere Vertreter in den einschlägigen lokalen Fachzeitschriften Artikel und Inserate geschalten. Somit soll auch künftig sichergestellt sein, dass konstant interessante Projektanfragen die WKV AG erreichen. 2.6.2.2 Interessengemeinschaft Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. Um die Belange der Wasserkraft besser gegenüber der Landespolitik zu vertreten, ist die WKV AG Mitglied in der IG Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. Nach Auffassung der WKV AG ist Baden-Württemberg mit seinen idealen topografischen Bedingungen und als Standort weiterer Wasserkraftanlagenbauer ein Schaufenster der Wasserkrafttechnologie für Deutschland und den internationalen Markt. Ein entsprechend hoher Stellenwert sollte daher der Wasserkraft in der Umweltpolitik des Landes zukommen. Um dem Nachdruck zu verleihen, unterstützt die WKV AG mit ihrer Mitgliedschaft in der IG Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. den Ausbau der Wasserkraft. 2.6.2.3 Verein für eine nationale CO 2 -Abgabe Für das Klimaschutzziel, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, müssen rund zwei Drittel der noch vorhandenen fossilen Reserven im Boden bleiben15. Die WKV AG fördert den Verein, dessen Ziel es ist, eine zügige Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger (wie z.B. Kohle, Erdöl und Erdgas) und der daraus resultierenden Treibhausgase zu erreichen. 3. Chancen- und Risikobericht3.1 ChancenGenerell ist der weltweite Bedarf an Wasserkraftanlagen weiterhin hoch. Die in den letzten Jahren immer deutlicher gewordene Forderung nach Klimaschutz wird diesen Bedarf auch weiter ansteigen lassen. Klimaschutz ist nur möglich durch massiven Ausbau der regenerativen Energien, das gilt im Kleinen wie auch international. Die WKV AG bietet Kunden - soweit uns bekannt - weltweit als einziges Unternehmen komplette Wasserkraftanlagen, d.h. Turbinen, Generatoren sowie die Schalt- und Regeltechnik komplett aus eigener Fertigung unter einem Dach an - Made in Germany, Made in Gutach. Insbesondere die Produktion von Generatoren hat zu einer nachhaltigen Stärkung im internationalen Wettbewerb geführt. Unsere Kunden schätzen die "Alles aus einer Produktion"-Philosophie, hier hat die WKV AG ein Alleinstellungsmerkmal. Natürlich ist das wirtschaftliche Gedeihen der Absatzmärkte von zentraler Bedeutung. Dementsprechend wirkten sich die Ukrainekrise negativ auf die aktuelle Marktsituation aus. Es zeigt sich Ende 2023 wieder Aktivität im Markt und es lässt sich ein Aufwärtstrend erkennen. Die dramatisch angestiegenen Materialpreise und eine weiterhin bestehende Inflationsgefahr bergen Risiken in der Geschäftsplanung und -entwicklung. Gleichwohl steigt der Druck sich unabhängig zu machen von Öl- und Gasimporten. Alternative Energieerzeugung rückt mehr und mehr in den Focus der Gesellschaft. Unsere Strategie im Umgang mit dieser schwierigen Lage ist eine hohe Marktdiversifikation, so können wir ein breites Marktspektrum abdecken und sind in der Lage auf "Inseleffekte" (lokale Marktveränderungen) zu reagieren. Außerdem halten wir uns bereit für eine plötzliche und kräftige Marktbelebung bei der Schaffung alternativer Energiegewinnungsvorhaben. Die Anstrengungen, alternative Energiequellen zu erschließen, könnten sich für uns beschleunigen. Die Potentiale der Wasserkraft werden generell weiterhin aussichtsreich eingeschätzt. Durch die zusätzlichen, drastischen Preissteigerungen von Energie und Rohstoffen, hervorgerufen durch die Russland/Ukraine-Krise rechnen wir damit, dass der Ausbau der Wasserkraft deutlich an Fahrt aufnehmen wird. 3.2 RisikenDie Materialpreise normalisieren sich im Vergleich zu vor einem Jahr. Dennoch herrscht in nahezu allen Absatzmärkten der Welt ein hoher Inflationsdruck. Der internationale Markt für kleine und mittlere Wasserkraftanlagen ist sehr rege. Eine ordentliche Anzahl an Mitbewerbern verursacht jedoch einen harten Preiskampf. In diesem Kontext positionieren wir uns klar durch besonders hohe Qualität unserer Produkte - sowohl unserer Anlagen als auch unserer Dienstleistungen. Trotzdem kann eine Annäherung an das gesunkene Preisniveau nicht vollständig vermieden werden, was zu einer Belastung des Ergebnisses in den kommenden Jahren führen wird. Wenn aber nun mehr Anlagen gebaut werden, so wird sich der Preisdruck auch wieder normalisieren. Der Ausbau der Wasserkraft in Deutschland bleibt aufgrund der bürokratischen Hürden unattraktiv, der Schwerpunkt des Ausbaus in Deutschland wird weiterhin in der Modernisierung und Leistungssteigerung bestehender Anlagen liegen. Ziel des Finanz- und Risikomanagements ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Die Unternehmensleitung verfolgt eine konservative Risikopolitik. Vor dem Eingehen einer neuen Geschäftsbeziehung (sowohl mit Lieferanten als auch mit Kunden) wird stets die Bonität des Geschäftspartners abgefragt. Wesentliche Ausfallrisken sind nach Auffassung des Vorstandes derzeit nicht ersichtlich, da die Kundenprojekte immer pro Rata Zahlungseingang (Vorauskasse) bearbeitet werden. Eine Forderungsausfallversicherung ist daher nicht notwendig. Auslandsgeschäfte werden standardisiert durch Akkreditive abgesichert und weltweit grundsätzlich in Euro fakturiert. In Ausnahmefällen werden Wechselkurse über Devisentermingeschäfte abgesichert. Kurssicherungsgeschäfte wurden in diesem Berichtszeitraum nicht eingesetzt. Sofern bei finanziellen Vermögenswerten dennoch Ausfall- oder Bonitätsrisiken erkennbar sind, würden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein entsprechendes Debitorenmanagement und ein effizientes Mahnwesen. In geringem Maße aufgenommene Darlehen bei Banken sind langfristig zu festen Zinssätzen abgeschlossen und führen zu keiner Einschränkung der kurzfristigen Liquidität. Mögliche Einkaufsrisiken bestehen vor allem in der Lieferfähigkeit unserer Lieferanten. Hier wurden teilweise deutliche Lieferengpässe erkennbar, die sich wiederum auf die Lieferfähigkeit von WKV auswirken können. Des Weiteren sind in einigen Bereichen drastische Preissteigerungen im Einkauf zu beobachten, die sich jedoch wieder normalisieren. Die WKV AG versucht die gestiegenen Materialpreisentwicklungen entsprechend in die Verkaufspreise einzukalkulieren. Unvorhersehbare Preissteigerungen, die während des Beschaffungsprozesses auftreten, werden mit entsprechenden Preisgleitklauseln für Materialsteigerungen zu mindestens teilweise aufgefangen. Personell und technisch ist die WKV AG gut auf die künftigen Herausforderungen eingestellt und könnte die Nachfrage nach Wasserkraftanlagen effizient bedienen. Sollten sich die Rahmenbedingungen des Marktes ändern, wird die Gesellschaft zur Verminderung des Personalrisikos Maßnahmen ergreifen. Die WKV AG konnte in den vergangenen Jahren eine weitgehende Unabhängigkeit von Zulieferern im Bereich Fertigung sowie von Banken erreichen. Zum einen wurde in der Beschaffung der Lieferantenpool ausgeweitet (Second source-Strategie) und zum anderen wurde der Maschinenpark in den vergangenen Jahren an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. Insbesondere Langläuferteile oder Teile, die kritisch zu beschaffen sind, werden in Eigenfertigung hergestellt. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um flexibler und krisensicherer zu sein. Dennoch beobachten wir zum heutigen Zeitpunkt teilweise Lieferschwierigkeiten durch unsere Zulieferer insbesondere für Rohmaterial. Die Auswirkungen der Russland/Ukraine-Krise sorgen weltweit für Lieferkettenprobleme, die auch bei der WKV AG zu Produktions- und Terminstörungen führen können. Um das interne Know-how zu festigen und auszubauen, setzt die WKV AG auch und gerade in der Zukunft einen Schwerpunkt auf die qualifizierte Aus- und Fortbildung der Belegschaft, insbesondere von Nachwuchskräften sowie im Bereich der Forschung & Entwicklung. Auf dem Arbeitsmarkt ist bundesweit ein starker Fachkräftemangel entstanden. Ferner werden gesamtwirtschaftlich betrachtet rd. 30% der heute Beschäftigten binnen der kommenden 12 Jahre ihren Ruhestand antreten. Dieser Entwicklung wird man mit neuen Arbeitsmodellen und flexibleren Arbeitsbedingungen entgegenwirken müssen, um das Know-How der älteren Mitarbeiter zu halten bzw. den Wissenstransfer an jüngere Mitarbeiter zu begleiten. Die künftige Personalentwicklung, der angespannte Arbeitsmarkt und die damit verbundene Beeinträchtigung der Unternehmensentwicklung werden als neues Risiko der künftigen Entwicklung eingestuft. Die Auftragsvergabe durch Kunden stellt ein wesentliches Risiko dar, das derzeit mit einer wesentlichen Unsicherheit behaftet ist. Bedingt durch viele Angebote kurz vor der Bestellung und intensiver Auftragsverhandlungen ist der Vorstand zuversichtlich, dass die Auftragseingänge im weiteren Jahresverlauf erfolgen und damit auch die geplante Erreichung eines positiven Jahresergebnisses in 2024 möglich ist. Sollten sich die Auftragseingänge entgegen unseren Erwartungen nicht in naher Zukunft realisieren, hätte dieses Risiko bestandsgefährdenden Charakter. 4. AusblickDer Auftragsbestand beträgt (Stand März 2024) ca. 75% des Planumsatzes. Das Unternehmen ist seit Oktober 2023 in den meisten Bereichen voll ausgelastet. Die aktuell ersichtlichen Vertriebspotentiale geben Grund zur Annahme, dass die Umsätze in den Jahren 2024 und 2025 die der beiden Vorjahre übertreffen können. Nichtsdestotrotz bewegt sich die WKV AG langfristig in einem Wachstumsmarkt. Im Prognosezeitraum 2024 und 2025 bestehen Expansionsmöglichkeiten, die das Unternehmen strategisch bearbeitet. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet WKV aufgrund des aktuellen Auftragsbestandes mit einer höheren Gesamtleistung von rund 25 Mio. EUR und einem damit deutlich höheren Cash-Flow gegenüber dem Vorjahr. Der aktuelle Auftragsbestand unterstreicht diese Annahme. Es wird dabei eine Steigerung des Cash-Flow's angestrebt, um die finanzielle Schlagkraft des Unternehmens weiter zu festigen. Dennoch ist das Jahr 2024 aufgrund der Auswirkungen der Ukraine Krise und der Zinsentwicklung schwierig einschätzbar. Wir erwarten, dass sich das zögerlicher Verhalten bei der Auftragsvergabe auf Seiten der Kunden sukzessive reduzieren bzw. auflösen wird. Des Weiteren sind positive Effekte aus dem Umzug der Abteilung Schaltschrankbau vom derzeitigen Standort in Simonswald nach Gutach zu erwarten. 5. Investor Relations5.1 Höhe und Einteilung des GrundkapitalsDas Grundkapital der Gesellschaft belief sich im Jahr 2023 auf EUR 3.183.004 und war eingeteilt in 3.183.004 Aktien zum Nennbetrag von EUR 1,00, wobei 1.868.626 Aktien Stamm- und Namensaktien und 1.314.378 Aktien Inhabervorzugsaktien waren. 5.2 AktienDie Aktien der Wasserkraft Volk AG befinden sich in breitem Streubesitz. Für eine Aktienbeteiligung standen auch im Geschäftsjahr 2023 zwei Aktiengattungen zur Wahl. • Die WKV-Inhabervorzugsaktie (ohne Stimmrecht) ISIN: DE0007763435 / WKN 776343 Auf die Inhabervorzugsaktien wird eine Vorzugsdividende in Höhe von mindestens 10 % des Nennbetrages ausgeschüttet. Der Nennbetrag lautet auf 1,00 EUR pro Aktie. Als Nachweis für ihre Beteiligung bei der Wasserkraft Volk AG erhalten die Vorzugsaktionäre jeweils bei aktuellem Anlass eine Bestandsmitteilung zugesandt. Diese erlaubt dem Aktionär eine Übersicht über die gegenwärtige Anzahl an den von ihm gehaltenen Inhabervorzugsaktien. • Die WKV-Stamm- und Namensaktie (mit Stimmrecht) ISIN: DE0007763401 / WKN 776340 Die angebotenen Stamm- und Namensaktien sind vinkulierte Aktien, deren Übertragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden ist. Diese Regelung, die die Übertragbarkeit der Aktien einschränkt, dient sowohl dem Schutz des Aktionärs als auch dem Schutz der Aktiengesellschaft. Durch ihr Stimmrecht gestalten die Inhaber von WKV-Stamm- und Namensaktien Geschäftspolitik aktiv mit. Auf die Stamm- und Namensaktien wird eine Dividende, die jeweils 2 % unter der Vorzugsdividende liegt ausgeschüttet. Der Nennbetrag lautet auf 1,00 EUR pro Aktie. Die Stammaktien werden als Sammelaktien ausgegeben und vom Anteilseigner in eigene Verwahrung genommen. Die Inhaber beider Aktiengattungen werden namentlich im WKV-Aktienregister geführt. Zum 31.12.2023 belief sich die Zahl der Anteilseigner auf 1.796. 5.3 Der Kontakt der Gesellschaft zu den AktionärenDer Dialog zwischen den Anteilseignern und der Gesellschaft ist gewünscht und wird praktiziert. Eine Kontaktaufnahme von Seiten der Aktionäre zu den bekannten Ansprechpartnern im Unternehmen ist jederzeit möglich. Alle Aktionäre sind im Aktienregister der Gesellschaft namentlich und mit Anschrift eingetragen. Aus aktuellem Anlass werden die Aktionäre jeweils auf dem Postweg oder per elektronischer Post angeschrieben. Auf der Investor-Relations-Seite im Internet stellen wir ebenso Informationen zur Verfügung. Im Rahmen unserer Hauptversammlung vom 28. Juli 2023 informierten wir die Aktionäre über die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2022 sowie über die Ziele für die Geschäftsjahre 2023 und 2024. Die Hauptversammlung fasste den Beschluss auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2022 keine Dividende auszuschütten. 5.4 AktienhandelAktionär werden - Aktienhandel WKV-Aktien können im außerbörslichen Handel erworben und veräußert werden. Die VALORA-EFFEKTEN HANDEL AG ist seit 1988 ein börsenunabhängiges Wertpapierhandelshaus für unnotierte deutsche Aktien. Hier sind beide Aktiengattungen der Gesellschaft gelistet. Die Kontaktaufnahme erfolgt über: 6. Grundlagen des Unternehmens 6.1 Geschäftsmodell des Unternehmens Die Wasserkraft Volk AG ist einer der technologisch führenden Ausrüster für kleine und mittlere Wasserkraftanlagen. Für unsere Kunden übernehmen unsere Mitarbeiter die komplette Projektrealisierung, von der Planung über die Herstellung bis zur Montage und Inbetriebnahme. Um den gesamten Anlagenlebenszyklus zu sichern, mit Ersatzteilen zu versorgen sowie Wartungen und Reparaturen durchzuführen steht unser After-Sales-Service mit einer erfahrenen Mannschaft für weltweite Einsätze zu Verfügung. Hierfür bietet die WKV AG den Kunden bedarfsgerechten Support-Level an, diese reichen von Basic-Support bis hin zu einem Premium-Support mit 24/7 Erreichbarkeit. Damit leisten wir einen zukunftsrelevanten Beitrag für die Nutzung von Wasserkraft in mehr als 50 Ländern der Erde. Verwaltung, Planung und Produktion werden hauptsächlich im Hauptwerk in Gutach-Bleibach ausgeführt. Der Bereich Steuerungs- und Leittechnik befindet sich - ebenso wie der Versuchsstand - im nahegelegenen Zweigwerk in Simonswald. Am Firmensitz der WKV AG betreiben wir ein eigenes Wasserkraftwerk. Das Kraftwerk besteht aus zwei Turbinen, eine kleine und eine große, die zusammen eine Leistung von grundsätzlich 320 kW liefern und jährlich zirka 1.400.000 kWh CO 2 freien Strom erzeugen. Das ist ungefähr doppelt so viel, wie WKV für die Produktion und Verwaltung benötigt und entspricht ca. dem Verbrauch von 300 Haushalten. Der nicht benötigte Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist und somit zusätzliche Einnahmen generiert. 6.2 Ziele und StrategienEs galt die Auftragseingänge auf erhöhtem Niveau zu stabilisieren. Das Geschäftsjahr 2023 startete bezogen auf die Auftragseingänge zögerlich. Im Sommer schien sich die Situation in den Bestandsmärkten zu normalisieren. Die Märkte werden intensiv bearbeitet um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. Dazu wurde das Vertreternetzwerk geschult und weiterentwickelt. Gegen Jahresende 2023 verbessert sich die Situation deutlich, es gehen mehrere Bestellungen ein. 6.3 SteuerungssystemZur Planung und Steuerung des Unternehmens werden verschiedene Controlling Systeme eingesetzt. Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen werden Maßnahmen erarbeitet, die dazu beitragen die gesetzten Ziele zu erreichen. § Rentabilität: Es wird jährlich eine Jahres- sowie eine Zweijahresplanung erstellt, in welcher die Unternehmensziele in BWA-Form dargestellt werden. Die Erreichung dieses Businessplans wird unterjährig in regelmäßigen Abständen durch die Erstellung von Zwischenabschlüssen überwacht. Bei der Erstellung der Zwischenabschlüsse werden auch besondere Einflüsse oder Ereignisse, die sich auf die künftigen Entwicklungen auswirken, berücksichtigt und münden in eine Prognose zum Jahresende. § Liquidität: Die Überwachung der Liquidität erfolgt durch einen rollierenden Finanzplan. Die Geschäftsleitung wird in wöchentlichem Rhythmus über den Liquiditätsstatus informiert. Das Reporting an die Kreditinstitute findet regelmäßig statt. § Kostenträgerrechnung: Projekte werden regelmäßig nachkalkuliert. Größere Projekte werden mitlaufend kalkuliert. Für die interne Kommunikation der Geschäftsentwicklung finden regelmäßig Besprechungen mit den Führungskräften statt. 6.4 Forschung und Entwicklung (FuE)Seit der Gründung der Firma WKV fließt ein Teil der Mittel in Forschung und Entwicklung, um den technologischen Vorsprung weiter auszubauen. Nur mit höherem Wirkungsgrad werden die WKV-Produkte auch weiterhin im Wettbewerb bestehen und den Kunden klare Vorteile über die gesamte Lebensdauer einer Wasserkraftanlage bringen. Es wird konstant in allen technischen Bereichen sowie im eigenen Versuchslabor geforscht und entwickelt. Viele Tätigkeiten im Know-how-Bereich, für die früher externe Spezialisten aus Universitäten notwendig waren, können nun selbst auf hohem Niveau erledigt werden. Auf unserem Versuchsstand in der Außenstelle in Simonswald werden die Wirkungsgrade der Turbinen permanent getestet, überwacht und optimiert. Für fast alle Projekte werden Modell-Turbinen in kleinem Maßstab erstellt und im Echtbetrieb simuliert, um verschiedene Betriebssituationen darzustellen. Dies sind überzeugende Argumente für einen Großteil unserer Kunden. 7. Wirtschaftsbericht 7.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen 7.1.1 Marktsituation 7.1.1.1 Markt und Wettbewerb Der Ölpreis ist, wenn es um Energiegewinnung geht, der wohl wichtigste Wert an den Rohstoffmärkten. Bestimmt wird dieser sowohl von der aktuellen, internationalen Nachfrage als auch von gesamten geförderten Mengen. Ein niedriger Ölpreis macht es uns schwerer, gegen günstigere, mit Diesel betriebene Energiegewinnungsanlagen anzutreten. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Ölpreis stabiler. Bis auf die Sommermonate August und September (bis zu 115 EUR/Barrel) bewegte sich der Brent Rohöl zwischen 65 - 80 EUR/Barrel. Im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten ist dies aber immer noch hoch, was sich positiv auf die Märkte für erneuerbare Energien auswirken sollte. Der hohe Preisdruck am Markt für Kleinwasserkraftanlagen hält derweil leider unvermindert an. Die indischen und chinesischen aber auch europäischen Marktbegleiter erschweren durch ihre aggressive Preispolitik rentable Preise für hervorragende Qualitätsprodukte zu erzielen. Die Auswirkungen des Ukraine-Russland-Konfliktes, bezogen auf die gestiegenen Rohstoffpreise im Bereich Stahl und andere Werkstoffe, wirken sich immer noch erschwerend auf die Preissituation im Markt aus. Jedoch sind diese ähnlich dem Rohöl insgesamt gesunken und relativ stabil. Die WKV AG wird dem Preisdruck mit starker Innovationskraft, höchsten Ansprüchen auf Qualität und Langlebigkeit der Produkte sowie konsequenter Kosteneinsparung und weiter rationalisierter Fertigung begegnen, um sich so auch in Zukunft am Markt zu behaupten. Der Materialeinsatz der WKV AG blieb im Berichtsjahr konstant. 7.1.1.2 Nationale und Europäische Marktentwicklung Die Wasserkraft wird aufgrund ihres niedrigen CO2-Ausstoßes und ihrer Speicherfähigkeit von den Experten als entscheidender Faktor für das Erreichen der Klimaziele angesehen. So können beispielsweise Pumpspeicherkraftwerke zur Speicherung regenerativ erzeugten Stromes aus Wind und Solar verwendet werden. Im Jahr 2023 wurden rund 4 Prozent des in Deutschland erzeugten Bruttostroms aus Wasserkraft gewonnen - das entspricht 18,7 Terawattstunden Strom. 1 Das entspricht 7 Prozent des gesamten regenerativen Stroms.2 Damit ist sowohl die erzeugte Strommenge im Vergleich zum Vorjahr (17,5 Terawattstunden) als auch der Anteil seit langem wieder gestiegen. Auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland arbeiten zurzeit etwa 7.600 Wasserkraftanlagen.3 Ausgenutzt wird dabei die ausgeprägte Vielseitigkeit der Wasserkraft: Sie fällt ständig an, kann gespeichert werden und ist somit grundlastfähig. Andererseits können Speicherkraftwerke optional zur Abdeckung des Bedarfs in Spitzenlastbereichen genutzt werden. Beiden Aspekten kommt nach dem Atomausstieg in Deutschland eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung zu.4 Über 80 Prozent des Wasserkraftstroms werden im Süden Deutschlands, in Bayern und Baden-Württemberg, erzeugt. Etwa 86 Prozent des gesamten Regelarbeitsvermögens der großen Wasserkraftanlagen liegt an nur neun großen Flüssen. Diese sind in absteigender Reihenfolge Inn, Rhein, Donau, Isar, Lech, Mosel, Main, Neckar und Iller.5 Automatisierte Abläufe mithilfe moderner Technik sowie ein Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent verringern die jeweiligen Betriebskosten nachhaltig. Experten rechnen mit etwa fünf Terawattstunden zusätzlich, die aufgrund von Modernisierungen bereits bestehender und außer Betrieb befindlicher Wasserkraftanlagen gewonnen werden können. Der Aufbau neuer Anlagen ist in Deutschland weitgehend beschränkt, denn Flussregionen mit kraftvoll fließendem Wasser zum Antrieb der Turbinen sind nicht weiter verfügbar. Auch der regionale Wasserhaushalt und der allgemeine Umweltschutz wirken Neubauten entgegen. Jedoch betrachten wir die Modernisierung bereits vorhandener Anlagen als ein wachsendes Potential. Modernisierung ist kostengünstiger als umfängliche Neubauten, wobei die Komplexität von Modernisierungsmaßnahmen nicht zu unterschätzen ist. Modernisierungsbedürftige deutsche Anlagen sind in der Regel mehr als 40 Jahre alt. Der Austausch von Turbinen und Generatoren erhöht den Automatisierungsgrad und steigert die Gesamteffektivität.6 Die Förderung der Wasserkraft wird nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz nach Leistung des Kraftwerks gestaffelt vergütet. Im Vergleich zu den anderen regenerativen Energieträgern wie Photovoltaik und Geothermie ist diese allerdings gering. So wird im Durchschnitt die Wasserkraft niedriger als Solaranlagenbetreiber vergütet.7 Bei Neuanlagen liegt die Vergütung der PV Anlagen unter der der Wasserkraft.8 Wegen der fortbestehenden extrem restriktiven Genehmigungspraxis bei Wasserkraftanlagen sind die Entwicklungspotenziale in Deutschland für die Wasserkraft Volk AG nach wie vor limitiert. Allerdings wurden 2023 zwei Aufträge für Revisionierungen von Altanlagen in Deutschland abgeschlossen. Die stark gestiegenen Energie- und Strompreise werden vermutlich in naher Zukunft zu einer erhöhten Dynamik im Bereich der erneuerbaren Energien führen. Die Direktvermarktung des gewonnenen Stroms zu Börsenpreisen bringt aktuell deutlich höhere Erträge als die Vergütung nach EEG vor allem seit dem Krieg gegen die Ukraine. Die Nachfrage nach erneuerbarer Energieerzeugung wird auch durch Atom- und Kohleausstieg weiter ungebrochen sein. Mittelfristig könnte dies zu einer deutlich erhöhten Nachfrage von Erneuerungen/Revisionen bestehender und stillgelegter kleiner Wasserkraftanlagen führen. Innerhalb Europas ist die Wasserkraft Volk AG in verschiedenen Ländern mit Projekten vertreten und beteiligt sich an entsprechenden Ausschreibungen. Durch eine desaströse Preispolitik ist jedoch die Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Europa eingeschränkt. Generell ist das Jahr 2023 vor allem vom Krieg gegen die Ukraine überschattet. Kunden, Investoren und Banken sind sehr vorsichtig. Im Jahr 2023 blieb der Stahlpreis im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant. Die Lage bei den Zulieferern hat sich damit aber immer noch nicht entspannt. Angebotene Preise sind zwar ein paar Tage länger gültig, allerdings nicht über mehrere Wochen wie vor den Krisen der letzten Zeit. Auffällig ist, dass die Preise für Stahl europaweit sich doch unterscheiden und gerade aus Italien oft deutlich günstige Angebote abgegeben werden. Fazit: Die Entwicklungspotentiale für herkömmliche Turbinenanlagen sind in Deutschland wegen der extrem restriktiven Genehmigungspraxis und in weiten Teilen Europas durch eine desaströse Preispolitik momentan limitiert, so dass die WKV AG zwar jede sich bietende Chance nutzt, sich aber nach wie vor bevorzugt um Exportmärkte außerhalb Europas kümmern wird. Aufgrund der massiv steigenden Preise für Energie gepaart mit erhöhtem Bewusstsein für die Probleme des Klimawandels, rechnet die Wasserkraft Volk AG mittelfristig weiterhin mit steigender Nachfrage nach Wasserkraftanlagen auf der ganzen Welt. 7.1.1.3 Internationale Marktsituation und Chancen Die Wasserkraft zählt global zu den bedeutendsten und am intensivsten genutzten erneuerbaren Energiequellen.9 Weltweit hat die Wasserkraft mit ungefähr 54 Prozent den größten Anteil an der erneuerbaren Stromerzeugung.10 Die weltweite installierte Leistung von Wasserkraftwerken lag Ende 2022 bei 1.220 GW (REN21 2023). Die weltweite Produktion aus Wasserkraft erreicht 4.429 TWh. Neuere Datenerhebungen lagen bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vor. In China ist die mit Abstand meiste Wasserkraft installiert (368 GW). Weitere Länder mit einer hohen Wasserkraftkapazität sind Brasilien, Kanada, die USA, Russland, Indien, Norwegen, Türkei, Japan und Frankreich. Diese Verteilung ist stabil, da eine so große Kapazität nicht kurzfristig zugebaut werden kann. Beim Zubau bleibt China weiterhin das stärkste Land mit einem Zubau von 13 GW. Beim Zubau folgt auf China, Laos, Kanada, Frankreich und Äthiopien.11 Ebenso gab und gibt es weitere Planungen in Afrika. Die meisten Projekte wurden bisher in Angola, Äthiopien und Uganda umgesetzt. Oft erfolgen der Bau und die Finanzierung mit Unterstützung chinesischer Firmen und Banken. Die Märkte für Wasserkraft in Japan, Nordamerika und Europa sind dagegen fast vollständig erschlossen.12 Weltweit ist die Stromproduktion aus Wasserkraft um 5% gestiegen. Afrika, Asien, Europa und Nordamerika erlebten allesamt schweren Dürren. Dies führte zur Verringerung der Wasserversorgung und der Kapazitätsauslastung der Anlagen. Im Dezember 2022, im Einzugsgebiet des Sambesi Flusses zwischen Sambia und Simbabwe sank das 2,13 GW große Kariba-Reservoir (das größte der Welt) auf 0,97% seines nutzbaren Speichervolumens, was zu Stromrationierung und Ausfällen führte. Viele von Dürre betroffene Gebiete haben auf Kohle umgestellt um den Strombedarf zu decken. Der Klimawandel könnte auch die saisonale Produktion in Zukunft ändern, was dazu führt, dass bisher schneereiche Regionen im Winter mehr produzieren, da Regen Schnee ersetzt und die Stromerzeugung im Frühling und Sommer sinkt, auf Grund der geringeren Schneeschmelze erschlossen.13 Wie bei Solar-PV und Windkraft dominierte China den globalen Wasserkraftmarkt mit einer installierten Gesamtkapazität die die nächsten 4 führenden Länder (Brasilien, USA, Canada und Russland) kombiniert übersteigt.14 Die Voraussetzungen für eine weitere Entwicklung sind dabei von verschiedenen Faktoren wie den jeweiligen nationalen gesetzlichen Rahmenbedingungen, vorherrschende Topografie und die anfallenden Niederschlagsmengen abhängig. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist die Wasserkraft Volk AG nach wie vor der einzige Hersteller aller Komponenten einer Kleinwasserkraftanlage unter einem Dach wie Turbinen, Generatoren und Schalt- und Steueranlagen. Damit ist sie im internationalen Wettbewerb gut aufgestellt und befähigt, bestehende Märkte auszubauen und neue Märkte zu erschließen. Der außereuropäische Raum bietet der Wasserkraft Volk AG bevorzugte Einsatzmöglichkeiten für das umfangreiche Produktportfolio. 7.2 GeschäftsverlaufEntgegen der Erwartungen und entgegen berechtigter Annahmen hat sich die positive Marktentwicklung stärker verzögert als erwartet. Aufgrund des hohen Zinsniveaus wird die Realisierung vieler Wasserkraftprojekte weltweit ausgebremst. Zudem liegen die Preise der fertigungsrelevanten Rohstoffe, wenn auch auf wieder gesunkenem, so doch immer noch auf hohem Niveau. Aus diesen Gründen war das Jahr 2023 für WKV ein schwieriges Jahr wenngleich auch mit positiven Aufwärtstrend. Als Schwerpunkte der Unternehmensentwicklung im Jahr 2023 sind zu nennen: • Marktentwicklung und -ausweitung • Ausbau des Geschäftsfeldes Elektrokomponenten für PV-Anlagen in Südamerika • Weitere Erhöhung des Serviceumsatzes • Bau der Hallenerweiterung für die Elektroabteilung / Schaltschrankfertigung • Modernisierung des hauseigenen Kraftwerks 7.3 ErtragslageDas Rohergebnis belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf rd. 10,64 Mio. EUR (i. VJ. 11,39 Mio. EUR) und lag damit um rd. 6,55% hinter dem Vorjahr. Die Gesamtleistung ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 2.713 rückläufig (= -13,2%). Der von 2021 bis 2023 verhaltene Markt bedingt durch die Nachwirkungen der Corona Krise , der Material- und Energiekrise sowie der sich daraus entwickelten Inflation ist ursächlich dafür, dass die im Vorjahr abgegebene Prognose für die Gesamtleistung in 2023 nicht erreicht werden konnte. Gleichzeitig verminderten sich die Inventurbestände im Bereich der "fertigen und unfertigen Erzeugnisse" um rd. -2,03 Mio. EUR. Der Personalaufwand ist absolut um TEUR 362 gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Personaleinsatzquote hat sich von 36,2% in 2022 auf nunmehr 43,8% in 2023 entwickelt, was zu einer Anpassung der Personalkapazitäten Ende 2022 geführt hat. Die Materialeinsatzquote beläuft sich in 2023 auf 41,0%, was eine Verbesserung gegenüber 2022 (45,9%) darstellt. Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist eine Zunahme von TEUR 558 gegenüber 2022 zu beobachten. Ursächlich hierfür sind vor allem gestiegene Ausgangsfrachten, eine mögliche Rückzahlungsverpflichtung für Coronahilfen sowie ausstehende Projektarbeiten, während sich Werbe- und Reisekosten und Reparaturen und Instandhaltungen merklich verringert haben. Der Jahresfehlbetrag betrug -2.922.577,22 EUR (i. VJ. -1.388.036,77 EUR). Die Bilanzsumme beträgt rd. 25.618 TEUR. Aufgrund der Auswirkungen der Ukraine-Krise bezogen auf die erhöhten Materialeinkaufspreise verzögerten sich die in 2023 erwarteten Auftragseingänge weiter. Die Verzögerungen lassen sich auf die notwenigen Projektnachfinanzierungen auch oder im Wesentlichen auf die gestiegenen Stahl, Beton und Sprengstoffkosten auf der Kundenseite verursacht durch die globalen Preissteigerungen zurückzuführen. Im vierten Quartal schienen sich diese aufzulösen und es herrscht wieder Aktivität auf Kundenseite, die sich in konkreten Anfragen und Auftragseingängen zeigen. Aufgrund dieser Verzögerungen konnte der prognostizierte Umsatz nicht erreicht werden. Die Lieferkettenproblematik sowie die verzögerten Auftragseingänge führte vor allem im dritten Quartal zu teilweise aufgetretene Unterauslastung. Die teilweise aufgetretene Unterauslastung gepaart mit den gestiegenen Materialpreisen sowie die dadurch verzögerten Auftragseingänge schränkten die Unternehmensentwicklung weiterhin noch ein. 7.4 FinanzlageTrotz der schwierigen Ertragslage in den letzten Jahren verfügt die Wasserkraft Volk AG weiterhin über eine ausgewogene Liquidität. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Eigenkapitalsituation und der Generierung von verhältnismäßig hohen Cash-Flow's in den vergangenen Jahren. Langfristige Verbindlichkeiten wurden planmäßig getilgt. Die langfristigen Verbindlichkeiten wurden um ein Darlehn zur Finanzierung der neuen Elektrohalle erhöht. Eingegangene Lieferverpflichtungen 2023 aufgrund von Rahmenverträgen waren bereits durch abgeschlossene Projekte abgedeckt und flossen vollständig in die Materialkosten der Produkte ein. Für die Finanzlage haben diese Lieferverpflichtungen keine wesentlichen Auswirkungen. Der vereinfachte Cash-Flow (Jahresfehlbetrag zzgl. Abschreibungen) beträgt -1,131 Mio. EUR (i.VJ. +0,530 Mio. EUR). Lieferantenrechnungen werden, sofern in den Zahlungsbedingungen eingeräumt, immer unter Abzug von Skonto beglichen. Die Darlehen im Langfristbereich wurden regelmäßig getilgt. 7.5 VermögenslageDas Anlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr um TEUR 904 rückläufig, was auf die gegenüber den getätigten Investitionen höheren Abschreibungen zurückzuführen ist. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Gesamtinvestitionen in Höhe von 893 TEUR (i.VJ. 247 TEUR), mitunter durch den Bau einer neuen Elektrohalle, welche dem Anlagevermögen zugebucht wurden. Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen wirken sich nach wie vor in besonderem Maß mit rd. 1,79 Mio. EUR ergebnisbelastend aus. Im Bereich des Umlaufvermögens haben wir einen Rückgang sowohl beim Vorratsvermögen als auch bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu verzeichnen, sodass das Umlaufvermögen gegenüber 2022 um TEUR 3.146 rückläufig ist. Die Eigenkapitalquote i.H.v. 60,49% im Geschäftsjahr 2023 veränderte sich geringfügig (i.Vj. 62,09%), was noch immer weit über dem Durchschnitt des Mittelstandes von 31,2% liegt. Die Rückstellungen sind gegenüber 2022 um TEUR 786 erhöht, was auf die Erhöhung einer Rückstellung für mögliche Rückzahlungsverpflichtungen von Coronahilfen, auf Erhöhungen von Rückstellungen für Provisionen sowie für Nachlaufkosten von Projekten zurückzuführen ist. Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.908 rückläufig. Dies ist vor allem auf den Rückgang bei erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen zurückzuführen. Die Bilanzsumme für das Geschäftsjahr 2023 beträgt 25.618.320,82 EUR (i. Vj. 29.662 TEUR). Bei der Ermittlung des Bilanzverlustes für das Geschäftsjahr 2023 sind nachfolgend aufgeführte Faktoren zu berücksichtigen: • Ab dem Geschäftsjahr 2015 erfolgte keine Einstellung in die gesetzliche Rücklage mehr, da diese den Schwellenwert von 10 % des gezeichneten Kapitals nach § 150 Abs. 2 AktG mit EUR 318.300,40 erreicht hat. Zukünftig braucht in dieser Bilanzposition nicht mehr "angespart" zu werden, so lange das gezeichnete Kapital nicht erhöht wird. • Im Berichtsjahr wurde keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. • Der Verlustvortrag aus dem Vorjahr in Höhe von EUR -4.606.415,39 EUR wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Somit ergibt sich für das Geschäftsjahr 2023 zum 31.12.2023 ein Bilanzverlust in Höhe von EUR -7.528.992,61 EUR. 7.6 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren7.6.1 Finanzielle Leistungsindikatoren Die bilanzielle Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt 60,49% (i. VJ. 62,09%) des Gesamtkapitals und ist damit aufgrund des Jahresfehlbetrages gegenüber dem Vorjahr etwas gesunken. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt -18,86 % (i. VJ. -7,54%). Das Rohergebnis beträgt im Berichtsjahr 10.645 TEUR (i. VJ. 11.391 TEUR). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beträgt rd. -2.878 TEUR (i. VJ. -1.345 TEUR). Unter Hinzurechnung der Abschreibungen (EBITDA) beläuft es sich auf -1.087 TEUR (i. VJ. 573 TEUR). Die Anlagenintensität (Anlagevermögen/Bilanzsumme) beträgt 71,95% (i. VJ. 65,00%) und spiegelt damit die relativ hohen Investitionen der Vergangenheit in Gebäude und technischen Anlagen wider. (Cash-Flow-Entwicklung vergleiche Punkt 2.4). 7.6.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 7.6.2.1 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Die Wasserkraft Volk AG hat im Jahr 2021 begonnen die Marke WKV zusammen mit einer Markenagentur zu schärfen und ihr ein neues Design zu geben. Das neue Corporate Design zeigt Alleinstellungsmerkmale und soll WKV eine zielgerichtete Markenkommunikation ermöglichen. Anhand des neuen Designs wurde auch die Webseite neugestaltet. Die Webseite wurde im Juli 2022 live geschaltet. Abgerundet wurde die neue Markenidentität mit einem neuen Imagefilm der im Juni 2023 veröffentlicht wurde. Das Angebot auf der WKV AG Website, wie Broschüren und Anfrageformulare etc. in elektronischer Form herunterzuladen, wird nach wie vor rege genutzt. Um auf die Marke "WKV AG - Made in Germany" bei unseren Partnern im deutschsprachigen Raum aufmerksam zu machen, wurde in "zek" (Fachverlag für Zukunftsenergie + Kommunaltechnik) inseriert, dem wohl wichtigsten Branchenmagazin für den deutschsprachigen Raum. Hier haben wir auch 2 Fachartikel über unser neues SCADA und das Projekt Makari Gad veröffentlicht. Außerdem haben unsere Vertreter in den einschlägigen lokalen Fachzeitschriften Artikel und Inserate geschalten. Somit soll auch künftig sichergestellt sein, dass konstant interessante Projektanfragen die WKV AG erreichen. 7.6.2.2 Interessengemeinschaft Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. Um die Belange der Wasserkraft besser gegenüber der Landespolitik zu vertreten, ist die WKV AG Mitglied in der IG Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. Nach Auffassung der WKV AG ist Baden-Württemberg mit seinen idealen topografischen Bedingungen und als Standort weiterer Wasserkraftanlagenbauer ein Schaufenster der Wasserkrafttechnologie für Deutschland und den internationalen Markt. Ein entsprechend hoher Stellenwert sollte daher der Wasserkraft in der Umweltpolitik des Landes zukommen. Um dem Nachdruck zu verleihen, unterstützt die WKV AG mit ihrer Mitgliedschaft in der IG Wasserkraft Baden-Württemberg e.V. den Ausbau der Wasserkraft. 7.6.2.3 Verein für eine nationale CO 2 -Abgabe Für das Klimaschutzziel, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, müssen rund zwei Drittel der noch vorhandenen fossilen Reserven im Boden bleiben15. Die WKV AG fördert den Verein, dessen Ziel es ist, eine zügige Reduktion des Einsatzes fossiler Energieträger (wie z.B. Kohle, Erdöl und Erdgas) und der daraus resultierenden Treibhausgase zu erreichen. 8. Chancen- und Risikobericht8.1 ChancenGenerell ist der weltweite Bedarf an Wasserkraftanlagen weiterhin hoch. Die in den letzten Jahren immer deutlicher gewordene Forderung nach Klimaschutz wird diesen Bedarf auch weiter ansteigen lassen. Klimaschutz ist nur möglich durch massiven Ausbau der regenerativen Energien, das gilt im Kleinen wie auch international. Die WKV AG bietet Kunden - soweit uns bekannt - weltweit als einziges Unternehmen komplette Wasserkraftanlagen, d.h. Turbinen, Generatoren sowie die Schalt- und Regeltechnik komplett aus eigener Fertigung unter einem Dach an - Made in Germany, Made in Gutach. Insbesondere die Produktion von Generatoren hat zu einer nachhaltigen Stärkung im internationalen Wettbewerb geführt. Unsere Kunden schätzen die "Alles aus einer Produktion"-Philosophie, hier hat die WKV AG ein Alleinstellungsmerkmal. Natürlich ist das wirtschaftliche Gedeihen der Absatzmärkte von zentraler Bedeutung. Dementsprechend wirkten sich die Ukrainekrise negativ auf die aktuelle Marktsituation aus. Es zeigt sich Ende 2023 wieder Aktivität im Markt und es lässt sich ein Aufwärtstrend erkennen. Die dramatisch angestiegenen Materialpreise und eine weiterhin bestehende Inflationsgefahr bergen Risiken in der Geschäftsplanung und -entwicklung. Gleichwohl steigt der Druck sich unabhängig zu machen von Öl- und Gasimporten. Alternative Energieerzeugung rückt mehr und mehr in den Focus der Gesellschaft. Unsere Strategie im Umgang mit dieser schwierigen Lage ist eine hohe Marktdiversifikation, so können wir ein breites Marktspektrum abdecken und sind in der Lage auf "Inseleffekte" (lokale Marktveränderungen) zu reagieren. Außerdem halten wir uns bereit für eine plötzliche und kräftige Marktbelebung bei der Schaffung alternativer Energiegewinnungsvorhaben. Die Anstrengungen, alternative Energiequellen zu erschließen, könnten sich für uns beschleunigen. Die Potentiale der Wasserkraft werden generell weiterhin aussichtsreich eingeschätzt. Durch die zusätzlichen, drastischen Preissteigerungen von Energie und Rohstoffen, hervorgerufen durch die Russland/Ukraine-Krise rechnen wir damit, dass der Ausbau der Wasserkraft deutlich an Fahrt aufnehmen wird. 8.2 RisikenDie Materialpreise normalisieren sich im Vergleich zu vor einem Jahr. Dennoch herrscht in nahezu allen Absatzmärkten der Welt ein hoher Inflationsdruck. Der internationale Markt für kleine und mittlere Wasserkraftanlagen ist sehr rege. Eine ordentliche Anzahl an Mitbewerbern verursacht jedoch einen harten Preiskampf. In diesem Kontext positionieren wir uns klar durch besonders hohe Qualität unserer Produkte - sowohl unserer Anlagen als auch unserer Dienstleistungen. Trotzdem kann eine Annäherung an das gesunkene Preisniveau nicht vollständig vermieden werden, was zu einer Belastung des Ergebnisses in den kommenden Jahren führen wird. Wenn aber nun mehr Anlagen gebaut werden, so wird sich der Preisdruck auch wieder normalisieren. Der Ausbau der Wasserkraft in Deutschland bleibt aufgrund der bürokratischen Hürden unattraktiv, der Schwerpunkt des Ausbaus in Deutschland wird weiterhin in der Modernisierung und Leistungssteigerung bestehender Anlagen liegen. Ziel des Finanz- und Risikomanagements ist die Sicherung des Unternehmenserfolgs gegen finanzielle Risiken jeglicher Art. Die Unternehmensleitung verfolgt eine konservative Risikopolitik. Vor dem Eingehen einer neuen Geschäftsbeziehung (sowohl mit Lieferanten als auch mit Kunden) wird stets die Bonität des Geschäftspartners abgefragt. Wesentliche Ausfallrisken sind nach Auffassung des Vorstandes derzeit nicht ersichtlich, da die Kundenprojekte immer pro Rata Zahlungseingang (Vorauskasse) bearbeitet werden. Eine Forderungsausfallversicherung ist daher nicht notwendig. Auslandsgeschäfte werden standardisiert durch Akkreditive abgesichert und weltweit grundsätzlich in Euro fakturiert. In Ausnahmefällen werden Wechselkurse über Devisentermingeschäfte abgesichert. Kurssicherungsgeschäfte wurden in diesem Berichtszeitraum nicht eingesetzt. Sofern bei finanziellen Vermögenswerten dennoch Ausfall- oder Bonitätsrisiken erkennbar sind, würden entsprechende Wertberichtigungen vorgenommen. Zur Minimierung von Ausfallrisiken verfügt das Unternehmen über ein entsprechendes Debitorenmanagement und ein effizientes Mahnwesen. In geringem Maße aufgenommene Darlehen bei Banken sind langfristig zu festen Zinssätzen abgeschlossen und führen zu keiner Einschränkung der kurzfristigen Liquidität. Mögliche Einkaufsrisiken bestehen vor allem in der Lieferfähigkeit unserer Lieferanten. Hier wurden teilweise deutliche Lieferengpässe erkennbar, die sich wiederum auf die Lieferfähigkeit von WKV auswirken können. Des Weiteren sind in einigen Bereichen drastische Preissteigerungen im Einkauf zu beobachten, die sich jedoch wieder normalisieren. Die WKV AG versucht die gestiegenen Materialpreisentwicklungen entsprechend in die Verkaufspreise einzukalkulieren. Unvorhersehbare Preissteigerungen, die während des Beschaffungsprozesses auftreten, werden mit entsprechenden Preisgleitklauseln für Materialsteigerungen zu mindestens teilweise aufgefangen. Personell und technisch ist die WKV AG gut auf die künftigen Herausforderungen eingestellt und könnte die Nachfrage nach Wasserkraftanlagen effizient bedienen. Sollten sich die Rahmenbedingungen des Marktes ändern, wird die Gesellschaft zur Verminderung des Personalrisikos Maßnahmen ergreifen. Die WKV AG konnte in den vergangenen Jahren eine weitgehende Unabhängigkeit von Zulieferern im Bereich Fertigung sowie von Banken erreichen. Zum einen wurde in der Beschaffung der Lieferantenpool ausgeweitet (Second source-Strategie) und zum anderen wurde der Maschinenpark in den vergangenen Jahren an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. Insbesondere Langläuferteile oder Teile, die kritisch zu beschaffen sind, werden in Eigenfertigung hergestellt. Dies ist von entscheidender Bedeutung, um flexibler und krisensicherer zu sein. Dennoch beobachten wir zum heutigen Zeitpunkt teilweise Lieferschwierigkeiten durch unsere Zulieferer insbesondere für Rohmaterial. Die Auswirkungen der Russland/Ukraine-Krise sorgen weltweit für Lieferkettenprobleme, die auch bei der WKV AG zu Produktions- und Terminstörungen führen können. Um das interne Know-how zu festigen und auszubauen, setzt die WKV AG auch und gerade in der Zukunft einen Schwerpunkt auf die qualifizierte Aus- und Fortbildung der Belegschaft, insbesondere von Nachwuchskräften sowie im Bereich der Forschung & Entwicklung. Auf dem Arbeitsmarkt ist bundesweit ein starker Fachkräftemangel entstanden. Ferner werden gesamtwirtschaftlich betrachtet rd. 30% der heute Beschäftigten binnen der kommenden 12 Jahre ihren Ruhestand antreten. Dieser Entwicklung wird man mit neuen Arbeitsmodellen und flexibleren Arbeitsbedingungen entgegenwirken müssen, um das Know-How der älteren Mitarbeiter zu halten bzw. den Wissenstransfer an jüngere Mitarbeiter zu begleiten. Die künftige Personalentwicklung, der angespannte Arbeitsmarkt und die damit verbundene Beeinträchtigung der Unternehmensentwicklung werden als neues Risiko der künftigen Entwicklung eingestuft. Die Auftragsvergabe durch Kunden stellt ein wesentliches Risiko dar, das derzeit mit einer wesentlichen Unsicherheit behaftet ist. Bedingt durch viele Angebote kurz vor der Bestellung und intensiver Auftragsverhandlungen ist der Vorstand zuversichtlich, dass die Auftragseingänge im weiteren Jahresverlauf erfolgen und damit auch die geplante Erreichung eines positiven Jahresergebnisses in 2024 möglich ist. Sollten sich die Auftragseingänge entgegen unseren Erwartungen nicht in naher Zukunft realisieren, hätte dieses Risiko bestandsgefährdenden Charakter. 9. AusblickDer Auftragsbestand beträgt (Stand März 2024) ca. 75% des Planumsatzes. Das Unternehmen ist seit Oktober 2023 in den meisten Bereichen voll ausgelastet. Die aktuell ersichtlichen Vertriebspotentiale geben Grund zur Annahme, dass die Umsätze in den Jahren 2024 und 2025 die der beiden Vorjahre übertreffen können. Nichtsdestotrotz bewegt sich die WKV AG langfristig in einem Wachstumsmarkt. Im Prognosezeitraum 2024 und 2025 bestehen Expansionsmöglichkeiten, die das Unternehmen strategisch bearbeitet. Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet WKV aufgrund des aktuellen Auftragsbestandes mit einer höheren Gesamtleistung von rund 25 Mio. EUR und einem damit deutlich höheren Cash-Flow gegenüber dem Vorjahr. Der aktuelle Auftragsbestand unterstreicht diese Annahme. Es wird dabei eine Steigerung des Cash-Flow's angestrebt, um die finanzielle Schlagkraft des Unternehmens weiter zu festigen. Dennoch ist das Jahr 2024 aufgrund der Auswirkungen der Ukraine Krise und der Zinsentwicklung schwierig einschätzbar. Wir erwarten, dass sich das zögerlicher Verhalten bei der Auftragsvergabe auf Seiten der Kunden sukzessive reduzieren bzw. auflösen wird. Des Weiteren sind positive Effekte aus dem Umzug der Abteilung Schaltschrankbau vom derzeitigen Standort in Simonswald nach Gutach zu erwarten. 10. Investor Relations10.1 Höhe und Einteilung des GrundkapitalsDas Grundkapital der Gesellschaft belief sich im Jahr 2023 auf EUR 3.183.004 und war eingeteilt in 3.183.004 Aktien zum Nennbetrag von EUR 1,00, wobei 1.868.626 Aktien Stamm- und Namensaktien und 1.314.378 Aktien Inhabervorzugsaktien waren. 10.2 AktienDie Aktien der Wasserkraft Volk AG befinden sich in breitem Streubesitz. Für eine Aktienbeteiligung standen auch im Geschäftsjahr 2023 zwei Aktiengattungen zur Wahl. • Die WKV-Inhabervorzugsaktie (ohne Stimmrecht) ISIN: DE0007763435 / WKN 776343 Auf die Inhabervorzugsaktien wird eine Vorzugsdividende in Höhe von mindestens 10 % des Nennbetrages ausgeschüttet. Der Nennbetrag lautet auf 1,00 EUR pro Aktie. Als Nachweis für ihre Beteiligung bei der Wasserkraft Volk AG erhalten die Vorzugsaktionäre jeweils bei aktuellem Anlass eine Bestandsmitteilung zugesandt. Diese erlaubt dem Aktionär eine Übersicht über die gegenwärtige Anzahl an den von ihm gehaltenen Inhabervorzugsaktien. • Die WKV-Stamm- und Namensaktie (mit Stimmrecht) ISIN: DE0007763401 / WKN 776340 Die angebotenen Stamm- und Namensaktien sind vinkulierte Aktien, deren Übertragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden ist. Diese Regelung, die die Übertragbarkeit der Aktien einschränkt, dient sowohl dem Schutz des Aktionärs als auch dem Schutz der Aktiengesellschaft. Durch ihr Stimmrecht gestalten die Inhaber von WKV-Stamm- und Namensaktien Geschäftspolitik aktiv mit. Auf die Stamm- und Namensaktien wird eine Dividende, die jeweils 2 % unter der Vorzugsdividende liegt ausgeschüttet. Der Nennbetrag lautet auf 1,00 EUR pro Aktie. Die Stammaktien werden als Sammelaktien ausgegeben und vom Anteilseigner in eigene Verwahrung genommen. Die Inhaber beider Aktiengattungen werden namentlich im WKV-Aktienregister geführt. Zum 31.12.2023 belief sich die Zahl der Anteilseigner auf 1.796. 10.3 Der Kontakt der Gesellschaft zu den AktionärenDer Dialog zwischen den Anteilseignern und der Gesellschaft ist gewünscht und wird praktiziert. Eine Kontaktaufnahme von Seiten der Aktionäre zu den bekannten Ansprechpartnern im Unternehmen ist jederzeit möglich. Alle Aktionäre sind im Aktienregister der Gesellschaft namentlich und mit Anschrift eingetragen. Aus aktuellem Anlass werden die Aktionäre jeweils auf dem Postweg oder per elektronischer Post angeschrieben. Auf der Investor-Relations-Seite im Internet stellen wir ebenso Informationen zur Verfügung. Im Rahmen unserer Hauptversammlung vom 28. Juli 2023 informierten wir die Aktionäre über die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2022 sowie über die Ziele für die Geschäftsjahre 2023 und 2024. Die Hauptversammlung fasste den Beschluss auf Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, für das Geschäftsjahr 2022 keine Dividende auszuschütten. 10.4 AktienhandelAktionär werden - Aktienhandel WKV-Aktien können im außerbörslichen Handel erworben und veräußert werden. Die VALORA-EFFEKTEN HANDEL AG ist seit 1988 ein börsenunabhängiges Wertpapierhandelshaus für unnotierte deutsche Aktien. Hier sind beide Aktiengattungen der Gesellschaft gelistet. Die Kontaktaufnahme erfolgt über: VALORA-EFFEKTEN HANDEL AG Postfach 9 12, 76263 Ettlingen / Am Hardtwald 7, 76275 Ettlingen Tel.: (0 72 43) 9 00 02 Fax: (0 72 43) 9 00 04 E-Mail: info@valora.de Internet: https://veh.de Die Kurse sind abrufbar über die Kursseite https://veh.de/kurse/w
Gutach, den 30.03.2024 Franziskus Rettenbacher, Vorstand 1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233230/umfrage/anteil-der-wasserkraft-an-der-stromerzeugung-in-deutschland/ 2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173871/umfrage/stromerzeugung-aus-erneuerbaren-energien-in-deutschland/ 3 https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/nutzung-belastungen/nutzung-von-fluessen-wasserkraft#wasserkraftnutzung-in-deutschland-. 4 https://www.ipcc-wg3.de/erneuerbare-energien/wasserkraft/ 5 https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/nutzung-belastungen/nutzung-von-fluessen-wasserkraft#wasserkraftnutzung-in-deutschland- 6 https://www.ipcc-wg3.de/erneuerbare-energien/wasserkraft/ 7 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173250/umfrage/durchschnittliche-eeg-verguetungssaetze-fuer-erneuerbare-energien/ 8 https://www.buzzer.de/40_EEG_2023.html & https://www.enpal.de/photovoltaik/einspeisevergütung 9 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/41998/umfrage/welt-insgesamt---verbrauch-an-wasserkraft-in-millionen-tonnen-oelaequivalent/ 10 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/610641/umfrage/ee-strommix-weltweit/ 11 (REN21 2023) 12 https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/analyse-weltweiter-energiemaerkte-2020.pdf?__blob=publicationFile&v=10 13 (REN21 2023) 14 (REN21 2023) 15 Germanwatch https://germanwatch.org/sites/germanwatch.org/files/publication/22255.pdf 1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/233230/umfrage/anteil-der-wasserkraft-an-der-stromerzeugung-in-deutschland/ 2 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173871/umfrage/stromerzeugung-aus-erneuerbaren-energien-in-deutschland/ 3 https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/nutzung-belastungen/nutzung-von-fluessen-wasserkraft#wasserkraftnutzung-in-deutschland-. 4 https://www.ipcc-wg3.de/erneuerbare-energien/wasserkraft/ 5 https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/fluesse/nutzung-belastungen/nutzung-von-fluessen-wasserkraft#wasserkraftnutzung-in-deutschland- 6 https://www.ipcc-wg3.de/erneuerbare-energien/wasserkraft/ 7 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/173250/umfrage/durchschnittliche-eeg-verguetungssaetze-fuer-erneuerbare-energien/ 8 https://www.buzzer.de/40_EEG_2023.html & https://www.enpal.de/photovoltaik/einspeisevergütung 9 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/41998/umfrage/welt-insgesamt---verbrauch-an-wasserkraft-in-millionen-tonnen-oelaequivalent/ 10 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/610641/umfrage/ee-strommix-weltweit/ 11 (REN21 2023) 12 https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Studien/analyse-weltweiter-energiemaerkte-2020.pdf?__blob=publicationFile&v=10 13 (REN21 2023) 14 (REN21 2023) 15 Germanwatch https://germanwatch.org/sites/germanwatch.org/files/publication/22255.pdf BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangAllgemeine Angaben und Erläuterungen zum Jahresabschluss Allgemeine Angaben Die Gesellschaft ist im Handelsregister beim Amtsgericht Freiburg i.Br., HRB-Nr. 280379, unter der Firma Wasserkraft-Volk Aktiengesellschaft eingetragen. Der Sitz der Gesellschaft ist Gutach im Breisgau. Der Jahresabschluss der Gesellschaft wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des Aktiengesetzes (AktG) und der Satzung zu beachten. Die Gesellschaft beachtet außerdem die Vorschriften des Handelsgesetzbuches in der Fassung, wie sie durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRuG) geändert wurden. Alle Davon-Vermerke, die laut HGB in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung gemacht werden müssen und die wahlweise gemacht werden können, sind insgesamt zur Verbesserung der Klarheit im Anhang aufgeführt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Größenabhängige Erleichterungen werden in Anspruch genommen. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Darstellung, Gliederung, Ansatz und Bewertung des Jahresabschlusses entsprechen den Vorjahresgrundsätzen. Der Jahresabschluss ist unter dem Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt. Es besteht eine wesentliche Unsicherheit, inwieweit die weitere Unternehmensentwicklung durch Auftragseingänge von Kunden gestützt wird. Der Vorstand überwacht laufend die Auftragslage der Gesellschaft und stellt eine laufende, darauf abgestimmte Liquiditätsplanung auf, um jederzeit die Liquidität der Gesellschaft sicherzustellen. Dennoch ist aufgrund der geschilderten wesentlichen Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Auftragseingänge nicht auszuschließen, dass die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen. Aktiva Anlagevermögen Die Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände zu Herstellungskosten bewertet. Soweit erforderlich, wird der niedrigere beizulegende Wert angesetzt. Die Herstellungskosten sind mit den notwendigen Kosten nach § 255 Abs. 2 HGB angesetzt und beinhalten die Materialkosten, die Fertigungskosten, die Sonderkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Wertverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Die der Abnutzung unterliegenden Vermögensgegenstände werden planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens erfolgt nach Maßgabe der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer (lineare Methode). Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die im Geschäftsjahr zugegangenen geringwertigen Anlagegüter, deren Anschaffungs-/Herstellungskosten Euro 250,00, aber nicht Euro 1.000,00 übersteigen, wurden in einen Sammelposten eingestellt und über eine Laufzeit von fünf Jahren linear abgeschrieben. Die geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau sind zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Umlaufvermögen Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind zu Anschaffungs- und Anschaffungsnebenkosten, in Arbeit befindliche Aufträge zu Herstellungskosten bewertet. Vom Wahlrecht nach § 255 Abs. 2 Satz 3 HGB, angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie angemessene Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebes und freiwillige soziale Leistungen in die Herstellungskosten einzubeziehen, wurde Gebrauch gemacht. Auf den Zeitraum der Herstellung entfallende Zinsen werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Im Bedarfsfall werden Abschläge zur Berücksichtigung eines niedrigeren beizulegenden Wertes vorgenommen. Im Bereich der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind für Schraubenteile Festwerte gem. § 240 (3) HGB angesetzt worden. Des Weiteren werden die erhaltenen Anzahlungen mit den korrespondierenden angearbeiteten Aufträgen in Höhe von TEUR 4.683 verrechnet . Die übrigen erhaltenen Anzahlungen werden passivisch unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Bilanzierung von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erfolgt zu Nennwerten. Die Risiken im Forderungsbestand sind durch Pauschalwertberichtigungen angemessen berücksichtigt worden. Die liquiden Mittel sind zum Nominalwert bilanziert. Sofern Fremdwährungsguthaben bestehen, erfolgt der Ansatz mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag. Passiva Die Rückstellungen wurden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken sowie zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Sofern langfristige Rückstellungen bestehen, werden sie abgezinst. Die erstmalige Einbuchung derartiger Rückstellungen erfolgt nach der sog. Nettomethode. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten sind zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet worden. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr kommt das Niederstwertprinzip im Anlage- und Umlaufvermögen zur Anwendung. Erläuterungen zur Bilanz Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ist aus dem beigefügten Brutto-Anlagespiegel ersichtlich. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sind im Berichtsjahr keine sonstigen Vermögensgegenstände mit Restlaufzeiten über einem Jahr mehr vorhanden (Vorjahr TEUR 1). Grundkapital Das Grundkapital der Gesellschaft betrug zum Bilanzstichtag Euro 3.183.004,00 Es ist wie folgt gegliedert: 1.868.626 Namens- und Stammaktien im Nennbetrag von je Euro 1,00 Euro 1.868.626,00 1.314.378 stimmrechtslose Vorzugsaktien im Nennbetrag von je Euro 1,00 Euro 1.314.378,00 Kapitalrücklage Die in Vorjahren gebildeten Kapitalrücklagen betreffen Beträge gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB. Bilanzverlust Der Bilanzverlust setzt sich wie folgt zusammen:
Ausschüttungssperre Zum Abschlussstichtag besteht die im Vorjahr noch mit TEUR 30 ausgewiesene Ausschüttungssperre gemäß § 268 Abs. 8 HGB, resultierend aus der Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens, gegebenenfalls abzüglich darauf entfallenden passiven latenten Steuern, nicht mehr. Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für noch nicht genommenen Urlaub und den Urlaubsanspruch aus Überstunden, Verkaufsprovisionen, für eventuelle Rückzahlungen von Corona-Überbrückungshilfen aus Schlussabrechnungen und Gewährleistungsverpflichtungen sowie darüber hinaus Aufwendungen für Abschluss- und Prüfungsarbeiten, Aufbewahrungskosten von Unterlagen und Prozesskosten, Beiträge zur Berufsgenossenschaft sowie ausstehende Rechnungen. Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch Grundschulden in Höhe von TEUR 1.756 abgesichert. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen unterliegen den geschäftsüblichen Eigentumsvorbehalten. Die anderen Verbindlichkeiten sind unbesichert. Die sonstigen Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Sonstige betriebliche Erträge davon aus der Währungsumrechnung TEUR 0 (Vj. TEUR 0). Personalaufwand davon aus Altersversorgung TEUR 16 (Vj. TEUR 15). Außergewöhnliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 336 für voraussichtliche Rückzahlungsverpflichtungen von Coronahilfen (Überbrückungshilfe III und IV) enthalten. Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen / außerbilanzielle Geschäfte Es bestehen folgende wesentliche zukünftige sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverhältnissen:
Die Verträge dienen der liquiditätsschonenden Beschaffung benötigter Ressourcen. Risiken bestehen in nennenswerten Umfang nicht. Organe der Gesellschaft Vorstand Herr Franziskus Rettenbacher, March, Diplomingenieur Gesamtbezüge des Vorstands Es wird von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht. Aufsichtsrat Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr an: • Herr Manfred Volk, Simonswald, Physiker, Aufsichtsratsvorsitzender, selbständiger Berater • Herr Aygün Ulas, Waldkirch, Dipl.-Ing. Maschinenbau, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender, selbständiger Berater • neu eingetreten am 11. Oktober 2023: Herr Josef Haas, Seelbach, Maschinenbauingenieur, selbständiger Berater (bisher: Ersatzmitglied) • ausgeschieden am 26. September 2023: Herr Hermann Tetzner, Bingen, Dipl.- Wirtschaftsingenieur, selbständiger Berater Die Bezüge des Aufsichtsrates beliefen sich für das Geschäftsjahr auf TEUR 29. Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer nach Gruppen während des Geschäftsjahres Gewerbliche Arbeitnehmer 49 , Angestellte 64, Auszubildende 6, Geringfügig Beschäftigte 18 Gewinnverwendung Gemäß § 17 der Satzung in Anlehnung an § 150 Abs. 2 AktG sind von dem um einen etwaigen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschuss vorab 5 % der gesetzlichen Rücklage zuzuweisen, bis diese 10 % des Grundkapitals erreicht. Außerdem sind mindestens 4 % des Grundkapitals an die Aktionäre zu verteilen. Über die Verwendung des Gewinns nach Abzug des Verlustvortrages sowie der gesetzlichen Rücklage und der Verteilung von 4 % des Grundkapitals an die Aktionäre entscheidet die Hauptversammlung. 5 % des danach verbliebenen Gewinns werden in ökologisch-soziale Projekte investiert. Der Vorstand unterbreitet hierzu der Hauptversammlung Vorschläge. Die Einstellung eines Betrages gemäß § 17 Abs. 1 der Satzung in die gesetzliche Rücklage ist nicht erforderlich, da der Maximalbetrag erreicht ist. Bilanzverlustverwendung Der Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den Bilanzverlust auf neue Rechnung vorzutragen. Anlagenspiegel zum 31.12.2023
Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat der Wasserkraft Volk AG hat die Arbeit des Vorstands im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 kontinuierlich geprüft und diesen bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Der Vorstand ist seinen Informationspflichten nachgekommen und hat den Aufsichtsrat regelmäßig in schriftlicher und mündlicher Form über die für das Unternehmen relevanten Vorkommnisse und Maßnahmen unterrichtet. So war der Aufsichtsrat stets zeitnah und umfassend informiert über die Unternehmensplanung sowie den Gang der Geschäfte sowie die Lage der Gesellschaft. Zu einzelnen Geschäftsvorgängen hat der Aufsichtsrat nach sorgfältiger Prüfung seine Zustimmung erteilt, soweit dies nach Gesetz oder Satzung erforderlich war. An den Sitzungen hat der Vorstand stets teilgenommen. Im Geschäftsjahr 2023 trat der Aufsichtsrat zu drei Sitzungen zusammen. Die Hauptversammlung der Wasserkraft Volk AG hat am 28. Juli 2023 die Weissflog Heinrich GmbH Heidelberg, zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2023 gewählt. Der Aufsichtsrat hat dieser somit den Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses der Wasserkraft Volk AG erteilt. Der vom Vorstand vorgelegte Jahresabschluss der Wasserkraft Volk AG sowie der Lagebericht bildeten den Gegenstand der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung am 25. April 2024 im Beisein eines Vertreters des Abschlussprüfers über den Jahresabschluss und den Lagebericht zum Geschäftsjahr 2023 sowie den Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzergebnisses beraten. Der Abschlussprüfer berichtete in der bilanzfeststellenden Sitzung am 22. Mai 2024 über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung und informierte über seine Feststellungen zum geprüften Jahresabschluss und Lagebericht. Ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Aufsichtsrat prüfte den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhob der Aufsichtsrat keine Einwendungen. Er hat den Jahresabschluss 2023 gebilligt, der somit gemäß § 172 AktG festgestellt ist. Als Aufsichtsrat danken wir dem Vorstand sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wasserkraft Volk AG für ihre Arbeit und ihr Engagement. Gleichfalls gilt unser Dank den Aktionären für das der Gesellschaft entgegengebrachte Vertrauen.
Gutach, den 23. Mai 2024 Der Aufsichtsrat Manfred Volk, Vorsitzender sonstige Berichtsbestandteile
Gutach, den 30. März 2024 Dipl.-Ing. Franziskus Rettenbacher Angaben zur Feststellung:Der Jahresabschluss wurde am 23.05.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkAn die Wasserkraft-Volk AG Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Wasserkraft-Volk AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Wasserkraft-Volk AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Angaben im Chancen- und Risikobericht des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Auswirkung der zögerlichen Auftragsvergaben seitens der Kunden für die Gesellschaft erhebliche Auswirkungen haben kann. Wie im Lagebericht dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Heidelberg, 25. April 2024 Weissflog Heinrich GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft Weissflog, Wirtschaftsprüfer |
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