Global Tech I Offshore Wind GmbH

Rödingsmarkt 39, 20459 Hamburg, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Hamburg HRB 117586
Eingetragen
6.6.2008
Branche
BeteiligungsgesellschaftenElektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern zur VerteilungHerstellung von Turbinen
Gegenstand
die Entwicklung, Errichtung, der Betrieb und die Vermarktung von Offshore-Windparks und von dafür bestimmten Anlagen, ferner das Halten und Verwalten von Beteiligungen im Bereich erneuerbare Energien, insbesondere im Bereich der Windenergie. Der Gegenstand des Unternehmens der Gesellschaft kann von der Gesellschaft selbst oder durch Beteiligungsuntemehmen verfolgt werden.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

6 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 6 angezeigt

ENTEGA AG
Germany
249.000 €
24.90%
Stadtwerke München GmbH
Germany
249.000 €
24.90%
Axpo International S.A.
Luxembourg
241.000 €
24.10%
Renewables TWO AG
Liechtenstein
160.500 €
16.05%
Renewables ONE AG
Liechtenstein
100.000 €
10.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Global Tech I Offshore Wind GmbH

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Die Global Tech I Offshore Wind GmbH ("GT I") hat den Nordsee-Windpark Global Tech I errichtet und betreibt ihn seit 2015. Der Windpark liegt ca. 180 Kilometer in nordwestlicher Richtung vor Bremerhaven in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Der Windpark besteht aus 80 Windenergieanlagen (WEA) der 5-Megawatt-Klasse und hat eine Anschlussleistung von insgesamt 400 Megawatt (MW). Die Genehmigung für den Betrieb des Windparks ist auf 25 Jahre nach Inbetriebnahme und somit bis zum Jahr 2040 befristet.

Gliederung:

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell.

1.2. Betriebliche Kernprozesse

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

2.2. Geschäftsverlauf, Prognosevergleich

2.3. Lage

2.3.1. Zustand des Windparks

2.3.2. Energiewirtschaft und Redispatch

2.3.3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Gesamtbewertung

3. Nachhaltigkeitsbericht

3.1. Environmental

3.2. Social

3.2.1. Gesundheitsschutz, Arbeitsschutz und Umweltschutz (HSE)

3.2.2. Mitarbeitende - Zugehörigkeit und Personalentwicklung

3.2.3. Mobiles Arbeiten

3.3. Governance

4. Zukunftsorientierte Angaben

4.1. Prognosebericht

4.2. Chancen- und Risikobericht

4.2.1. Risikomanagementsystem

4.2.2. Risikobericht

4.2.3. Chancenbericht

4.3. Angaben zu Finanzinstrumenten (§ 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB)

5. Abschließende Beurteilung

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell

Der Unternehmenssitz der GT I befindet sich zentral zwischen Hafen, Speicherstadt und der Hamburger Innenstadt. Hier befindet sich der Betriebsleitstand, der für die allgemeine Betriebsüberwachung des Windparks, die Netzbetriebsführung und die Seeraum- und Wetterbeobachtung verantwortlich ist. Der Windpark der GT I ist nach § 36 EEG 2014 fernsteuerbar. Außerdem erfolgt hier die Kommunikation mit den Direktvermarktungsunternehmen und dem Übertragungsnetzbetreiber. GT I vermarktet seit dem 01.01.2015 den produzierten Strom durch Direktvermarktung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Direktvermarktung erfolgte im Jahr 2023 gemeinsam mit einem Direktvermarktungsunternehmen (DVU). GT I stellt dem DVU für die Direktvermarktung Verfügbarkeitsprognosen für den Windpark zur Verfügung. Diese Verfügbarkeitsprognosen werden im Falle von Verfügbarkeitsveränderungen 24/7 aktualisiert. Die Prozesse werden kontinuierlich verbessert und sind bereits zu einem Großteil automatisiert.

Das Herzstück des Windparks ist eine bemannte Umspannstation, die sich im Zentrum des Windparks befindet. Neben einem weiteren Logistikstandort in Emden dient die Plattform gemeinsam mit einem Service Operation Vessel (SOV) GT I als logistischer Stützpunkt. Somit soll dieses Konzept die zuverlässige Umsetzung von geplanten Wartungsarbeiten sowie zeitnahe Entstörungseinsätze sicherstellen, um eine möglichst hohe Verfügbarkeit der Windenergieanlagen zu erreichen. Über die Umspannstation fließt der Strom der 80 Windenergieanlagen zusammen. Der Strom wird dort transformiert und anschließend in südwestlicher Richtung zur Konverterstation "BorWin Gamma" des Übertragungsnetzbetreibers TenneT weitergeleitet. Von dort aus wird der Strom über ein 160 Kilometer langes Seekabel ans Festland und weitere 30 Kilometer bis zum Umspannwerk Emden-Ost in Niedersachsen transportiert und ins deutsche Stromnetz eingespeist.

1.2. Betriebliche Kernprozesse

Das übergeordnete Ziel von GT I ist die Maximierung der Umsatzerlöse durch Vermarktung des produzierten Stroms bei gleichzeitiger Optimierung des Windparks im Rahmen eines regelkonformen Betriebs.

GT I organisiert sich, abgeleitet aus dem übergeordneten Ziel, in drei Kernprozessen:

1.

Direktvermarktung

2.

Instandhaltung

3.

Betrieb

Ertragsrelevante Entscheidungen müssen von allen drei Kernbereichen freigegeben werden. Die Geschäftsführung ist bei Bedarf die oberste und entscheidende Eskalationsstufe. Über diese Vorgehensweise ist für jede relevante Entscheidung das Vier-Augen-Prinzip sichergestellt, welches relevante Entscheidungen immer über eine zweite Meinung absichert.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Im Geschäftsjahr 2023 speisten 27 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 257 MW erstmalig in das deutsche Stromnetz ein. Nach 2022 wurden zudem, im zweiten Jahr in Folge, neue Fundamente installiert. Somit speisten am 31.12.2023 in Summe 1.566 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 8,5 GW ins Stromnetz ein. Die Höhe der Stromeinspeisung 2023 lag mit 23,5 TWh niedriger als im Vorjahr (24,7 TWh). Die 1.566 Windenergieanlagen verteilen sich auf 29 Offshore-Windprojekte. Die im Jahr 2023 zugebauten Anlagen sind Teil des sogenannten Übergangssystems (Ausschreibungsrunden 2017 und 2018). Die Inbetriebnahme der letzten Anlagen aus dem Übergangssystem soll bis zum Jahresende 2025 erfolgen. Im Jahr 2023 wurde zudem für ein weiteres Projekt die finale Investitionsentscheidung getroffen. Des Weiteren erhielten 2023 weitere Projekte einen Zuschlag bzw. Anspruch auf Netzanbindung und befinden sich in der Planung. 1

Die Strommarktpreise haben sich im Geschäftsjahr 2023 nach dem Allzeithoch im Jahr 2022 wieder deutlich nach unten korrigiert (siehe Abbildung 1).

Der Jahresmarktwert Wind auf See lag im Jahr 2023 bei 8,187 ct/kWh und somit deutlich unter dem Wert von 2022 (18,349 ct/kWh) und auch unter dem Jahresmarktwert 2021 (9,017 ct/kWh), jedoch deutlich über dem Wert von 2020 (2,684 ct/kWh). 3

1 Vgl. Deutsche WindGuard: Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland (Jahr 2023), Seite 3 ff.
2 Vgl. NETZTRANSPARENZ.DE
3 Vgl. NETZTRANSPARENZ.DE

Der Trend zu stetig leistungsstärkeren Anlagen zeigt sich auch im Jahr 2023. So sind die neu in Betrieb genommenen Anlagen mit einer Leistung von über 9,5 MW die leistungsstärksten Offshore-Anlagen in Deutschland. Der Rotordurchmesser der neuen Anlagen lag bei 174 Metern. 4

2.2. Geschäftsverlauf, Prognosevergleich

Die aus betriebswirtschaftlicher Sicht für GT I wesentlichen Kennzahlen sind die Stromproduktion bzw. der Stromabsatz und die Schuldendiensttragfähigkeit der Gesellschaft (STF). Letztere Kennzahl ergibt sich aus den betrieblichen Aufwendungen bereinigt um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Zinsen (OPEX = operational expenditures) im Verhältnis zu den Einnahmen (Umsatzerlöse inkl. erhaltener Kompensationszahlungen):

STF = 1 - OPEX / Einnahmen

Für den Zeitraum des Stauchungsmodells wird eine STF in Höhe von 75% angestrebt, d.h., dass 75% der Einnahmen für den Schuldendienst verwendet werden können. Die für diesen Zeitraum ursprünglich geplanten Umsatzerlöse ergeben sich aus einer Planproduktion von ca. 1.550 GWh jährlich.

Analog zur STF gibt die Debt Service Coverage Ratio (DSCR) das Verhältnis von zur Verfügung stehenden Zahlungsmitteln bzw. Cashflows (CFADS = cashflow available for debt service) zum Pflichtschuldendienst (Zinsen und Tilgung) an.

DSCR = CFADS / Pflichtschuldendienst

Mittels dieser Kennzahl ist eine Bewertung der Robustheit der Schuldendiensttragfähigkeit aus Sicht der finanzierenden Banken möglich. Der Darlehensvertrag mit den finanzierenden Banken sieht die Einhaltung eines auf die vergangen 12 Monate bezogenen DSCR ("Historic DSCR") von mindestens 1,05x vor. Eine Unterschreitung dieses Werts räumt den finanzierenden Banken ein Kündigungsrecht ein. Eine Auszahlung von Geld an die Gesellschafter setzt einen Historic DSCR sowie einen auf die Laufzeit der Finanzierung gerechneten Schuldendienstdeckungsgrad ("LLCR") von mindestens 1,15x voraus.

4 Vgl. Deutsche WindGuard: Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland (Jahr 2023), Seite 7

Diese Kennzahlen haben sich wie folgt entwickelt:

2022 Ist 2023 Ist 2024 Plan
CFADS [M€] 151 121 151
Pflichtschuldendienst [M€] 88 86 85
STF 67,9 % 61,8 % 62,2 %
DSCR 1,71 x 1,41 x 1,77 x

Mit EUR 150,1 Mio. (Vj.: EUR 204,7 Mio.) lagen die Erlöse aus Stromeinspeisung um ca. 26,7 % unter dem Vorjahreswert. Dies entspricht einem Stromabsatz von 1.015 GWh (Vj.: 1.207 GWh). Zusätzlich zu den Stromerlösen fielen EUR 34,1 Mio. (Vj.: EUR 31,2 Mio.) Umsatzerlöse an, die aus Kompensationszahlungen für Erlösausfälle durch den Übertragungsnetzbetreiber aufgrund von Redispatch-Maßnahmen stammen.

Unter Berücksichtigung der Kompensationszahlungen des Übertragungsnetzbetreibers für Netzausfälle und Einspeisemanagementmaßnahmen konnte GT I insgesamt EUR 184,4 Mio. erlösen (Vj.: EUR 235,9 Mio.). Die Jahresplanung für das Jahr 2023 wurde damit deutlich verfehlt. Die Mindererlöse gegenüber dem Vorjahr resultieren aus einer Kombination von unterdurchschnittlichen Windgeschwindigkeiten sowie relativ niedrigen Anlagenverfügbarkeiten im Berichtszeitraum.

Im Jahr 2023 lagen die Aufwendungen für den Betrieb des Windparks ohne Berücksichtigung von Abschreibungen, Steuern, Zinsaufwendungen und Sondereffekten mit ca. EUR 71,8 Mio. etwa 7 % unter dem geplanten Budgetwert in Höhe von EUR 77,1 Mio.

Die Abschreibungen in Höhe von EUR 142,0 Mio. bewegen sich auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen EUR 10,2 Mio. (Vj.: EUR 16,4 Mio.) und reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund von Kostensenkungsmaßnahmen. Auch die Zinsaufwendungen in Höhe von insgesamt EUR 32,9 Mio. (Vj.: EUR 36,8) haben sich im Jahr 2023 aufgrund der planmäßigen Tilgung der Projektfinanzierung weiter reduziert.

Das Ergebnis nach Steuern hat sich mit EUR -62,6 Mio. (Vj.: EUR -21,3 Mio.) insbesondere aufgrund der gesunkenen Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahreswert deutlich verschlechtert.

2.3. Lage

2.3.1. Zustand des Windparks

Verfügbarkeiten, technischer Zustand und Herausforderungen

Auf der Umspannstation von GT I im Zentrum des Windparks fließt der Strom der 80 Windenergieanlagen zusammen, wird von 33 KV auf 155 KV hochtransformiert und anschließend unter der Verantwortung des Übertragungsnetzbetreibers TenneT TSO GmbH in südwestlicher Richtung zu dessen Konverterstation "BorWin Gamma" weitergeleitet. Von dort aus wird der Strom über ein 160 Kilometer langes Seekabel ans Festland und weitere 30 Kilometer bis zum Umspannwerk Emden-Ost in Niedersachsen transportiert und ins deutsche Stromnetz eingespeist.

Die Umspannplattform der GT I beherbergt alle Betriebsmittel für den Netzanschluss des Offshore-Windparks und dient gleichzeitig auch als logistischer Stützpunkt. Die Topside besteht aus mehreren Decks: Auf dem Arbeitsdeck sind eine Krananlage, ein Containerlager für Ersatzteile und ein Hubschrauberlandeplatz untergebracht, welcher rund um die Uhr angeflogen werden kann. Außerdem befinden sich hier der Wohnbereich für bis zu 39 Betriebs-, Service- und Montagetechniker, die rund um die Uhr auf der Plattform sind, sowie weitere 6 temporäre Wohnplätze, sogenannte "Temporary Living Quarters". Auf dem Hauptdeck befinden sich der zentrale Leitstand und die Generatoren zur Eigenbedarfsversorgung für den Fall von Netzanbindungsunterbrechungen. Darunter befindet sich das Kabeldeck mit den Leistungstransformatoren und der Hochspannungsschaltanlage.

Die Umspannstation hatte keine technischen Ausfälle zu verzeichnen, die zu Ertragsverlusten geführt hätten. Die aus dem Betrieb erkannten Optimierungsmöglichkeiten oder angepasste gesetzliche oder behördliche Bedingungen werden konsequent umgesetzt, um einen sicheren und regelkonformen Betrieb zu gewährleisten.

Bedingt durch Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen der TenneT stand im Betriebsjahr 2023 der Netzanschluss insgesamt zu 97,6 % (Vj.: 97,8 %) zur Verfügung. Von diesen umgerechnet 206 Stunden (Vj.: 190 Stunden) Nichtverfügbarkeit entfielen 3 Stunden auf ungeplante Ausfälle (1,5 %) (Vj.: 4 Stunden, 2,1 %).

Windenergieanlagen, Lieferantensituation

Seit Anfang 2022 wird mit der REM ENERGY ein kompletter Neubau eines Service Operation Vessel (SOV) durch den Servicedienstleister Siemens Gamesa Renewable Energy Deutschland GmbH im Offshore-Windpark eingesetzt, der neben einem konventionellen Antrieb auch mittels Batteriesystem betrieben werden kann.

Die Kampagnen des Servicedienstleisters zur Wartung, Instandhaltung und Großkomponententausch, sowie zur vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfung (WKP) konnten im Jahr 2023 nicht vollständig umgesetzt werden. Dies begründet sich insbesondere durch die außergewöhnliche Wetterlage, welche eine Zugänglichkeit der Windenergieanlagen stark erschwert hat. Offene Punkte aus Wartung, Instandhaltung und Großkomponententausch, sowie zur vorgeschriebenen wiederkehrenden Prüfung (WKP) aus dem Jahr 2023 werden im Kalenderjahr 2024 entsprechend zusätzlich eingeplant.

2.3.2. Energiewirtschaft und Redispatch

Die Umsatzerlöse inklusive Stromerlöse und Zahlungen aus Redispatchmaßnahmen 5 des Übertragungsnetzbetreibers lagen im Geschäftsjahr 2023 bei insgesamt EUR 186,7 Mio. und damit deutlich unter den Umsatzerlösen des Vorjahres. Die Ursachen hierfür sind ein niedriges Niveau der Anlagenverfügbarkeit sowie vier sehr windschwache Monate (Februar, Juni, August und September). Verglichen mit den Planwerten kommt zusätzlich hinzu, dass im Jahr 2022 mit höheren Strompreisannahmen für 2023 gerechnet wurde.

Die im Jahr 2022 sehr volatilen Strompreise, haben sich im Geschäftsjahr 2023 wieder deutlich nach unten korrigiert.

Die Direktvermarktung des erzeugten Stroms wurde wie im Vorjahr vom selben Energiekonzern durchgeführt. Für das Geschäftsjahr 2024 wurde ein neuer Direktvermarktungsvertrag mit einem neuen Direktvermarktungsunternehmen abgeschlossen.

2.3.3. Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie Gesamtbewertung

Vermögenslage

Bedingt durch die laufenden Abschreibungen hat sich das Anlagevermögen planmäßig von EUR 694,3 Mio. im Vorjahr um EUR 141,6 Mio. auf EUR 552,7 Mio. verringert. Das Umlaufvermögen hat sich ebenfalls von EUR 71,4 Mio. um EUR 10,6 Mio. auf EUR 60,8 Mio. verringert. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen ein zum Stichtag niedrigerer Bestand an Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen.

Die Abschreibung der Wirtschaftsgüter erfolgt aufgrund von besonderen Bedingungen Offshore (höhere Volllaststunden im Vergleich zu Onshore-Anlagen, witterungsbedingte Faktoren, technische Herausforderungen usw.) einheitlich in der Handels- und Steuerbilanz über 12 Jahre.

Insgesamt haben sich die Aktiva von EUR 1.059,2 Mio. um EUR 89,7 Mio. auf EUR 969,5 Mio. vermindert.

Entwicklung der Passiva

Auf der Passivseite verminderten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungen aufgrund der planmäßigen Rückführung der Projektfinanzierung. Zum Stichtag betrugen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 137,7 Mio. (Vorjahr: EUR 206,6 Mio.) und die Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungen EUR 48,3 Mio. (Vorjahr: EUR 67,8 Mio.).

Durch den Jahresfehlbetrag hat sich der sogenannte "Nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag" von EUR 293,4 Mio. um EUR 52,0 Mio. auf EUR 345,4 Mio. erhöht.

Weiterhin ist die durch die Gesellschafter geleistete Einlage in Höhe von EUR 280,3 Mio. auf eine beschlossene Kapitalerhöhung, die bisher nicht in das Handelsregister eingetragen worden ist, bis zur Eintragung wie ein Gesellschafterdarlehen mit Rangrücktritt versehen. Darüber hinaus sind auch die übrigen Gesellschafterdarlehen in Höhe von insgesamt EUR 485,4 Mio. (Vorjahr: EUR 480,7 Mio.) mit Rangrücktritt versehen und haben ebenfalls Eigenkapitalcharakter ("Mezzanine"). Die auf dieser Basis berechnete Eigenkapitalquote liegt bei 42,2 % (Vorjahr: 44,1 %).

5 Unter Redispatch versteht man die vom Übertragungsnetzbetreiber vorgenommenen Abregelungen der Einspeisung von Strom aus Erneuerbaren Energien. Solche Zwangsabregelungen sind notwendig, wenn einzelne Abschnitte des Übertragungsnetzes überlastet sind und ein Engpass die Versorgungssicherheit bedroht.

Im Hinblick auf die handelsbilanzielle Überschuldung der Gesellschaft ist die Fortführung des Unternehmens aufgrund des stabilen operativen Cashflows sowie einer ausreichenden Liquiditätssituation gesichert. Bestandsgefährdende Risiken sind auf Basis der Unternehmensplanung derzeit nicht erkennbar.

Die Erhöhung der Rückstellungen von EUR 13,5 Mio. um EUR 1,2 Mio. auf EUR 14,7 Mio. ist im Wesentlichen bedingt durch die Zuführung zu Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 hat GT I EUR 184,5 Mio. (Vorjahr: EUR 236,4 Mio.) aus Stromverkäufen, sonstigen Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen erwirtschaftet.

Mit dem operativen Geschäft konnte GT I unter Berücksichtigung der Kompensationszahlungen des Übertragungsnetzbetreibers Redispatch-Maßnahmen insgesamt EUR 184,4 Mio. erlösen (Vj.: EUR 235,9 Mio.), was die Jahresplanung für das Jahr 2023 deutlich unterschreitet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Jahr 2023 bei EUR 0,1 Mio. (Vj.: EUR 0,5 Mio.).

Finanzlage

Auch im Geschäftsjahr 2023 hat GT I den Schuldendienst gegenüber den finanzierenden Kreditinstituten und Versicherungen vollumfänglich geleistet. Die im Jahr 2020 erneuerte Projektfinanzierung wurde somit im Berichtsjahr planmäßig zurückgeführt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern hingegen haben sich zum Stichtag gegenüber dem Vorjahr von EUR 480,7 Mio. um EUR 4,7 Mio. auf EUR 485,4 Mio. leicht erhöht.

Das Finanzmanagement von GT I stellt den effizienten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen sicher. Der weit überwiegende Teil der Verträge mit Lieferanten, aber auch die Darlehensverträge mit Banken und Versicherungen sowie die Umsatzerlöse aus der Stromeinspeisung bzw. Schadensersatzzahlungen werden in Euro geführt. Insofern sind im Rahmen des Finanzmanagements Währungs- und Wechselkursrisiken vernachlässigbar.

Kaufmännische Gesamtbewertung

Die Umsatzerlöse aus Stromverkäufen zuzüglich Kompensationszahlungen für entgangene Stromerlöse durch den Übertragungsnetzbetreiber lagen im Geschäftsjahr 2023 mit EUR 184,4 Mio. deutlich unter dem Vorjahreswert. Dies war im Wesentlichen bedingt durch mehr Monate mit geringeren Windgeschwindigkeiten in Kombination mit einer niedrigeren Anlagenverfügbarkeit, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte.

GT I war auch im Jahr 2023 in der Lage, neben der planmäßigen Tilgung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungen, Zahlungen auf Gesellschafterdarlehen zu leisten, was zum Stichtag aufgrund der auf diese Darlehen entfallenden kapitalisierten Zinsen aber nicht zu einer Reduzierung der Gesamtverbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern geführt hat.

3. Nachhaltigkeitsbericht

GT I unterliegt strengen gesetzlichen und behördlichen Auflagen, die das Unternehmen bereits erfüllt, wie z.B. Vorschriften in den Bereichen Compliance, Arbeitsschutz und Umweltmanagement zum Schutz von natürlichen Lebensräumen und Arten. Der Nachhaltigkeitsbericht ist eine freiwillige Erklärung und enthält zusätzliche Informationen zu ökologischen und sozialen Aspekten und Maßnahmen sowie Informationen zur Unternehmensführung. Damit möchte GT I seiner unternehmerischen Verantwortung nachkommen. Es werden diejenigen Environmental, Social und Governance (ESG) Kriterien betrachtet, auf die die GT I-Unternehmensaktivitäten wesentlich einwirken.

Der gesamte Abschnitt 3. Nachhaltigkeitsbericht ist lageberichtsfremd und unterliegt nicht der inhaltlichen Prüfung durch den Abschlussprüfer.

3.1. Environmental

Bei der Berichterstattung der Treibhausgasemissionen richtet sich GT I nach dem Greenhouse Gas Protocol das auf die Berechnung der CO 2 -Emissionen nach den Kategorien Scopes 1, 2 und 3 verweist.

Zur Erläuterung: Unter Scope 1 fallen alle direkten Emissionen, aus Quellen innerhalb der Berichtsgrenzen des Unternehmens stammende Emissionen, wie eigene Produktionsstätten. Die Produktion der Windenergie durch die 80 Windenergieanlagen wird als emissionsfrei erfasst, da keine Life Cycle Betrachtung erfolgt. Auch zu Scope 1 zählen Einsatzstoffe, wie Öle und Kraftstoffe, die im Betrieb verwendet werden, u.a. durch Dieselgeneratoren für den Netzersatzbetrieb. Diese Emissionen werden hier nicht aufgeführt.

Unter Scope 2 sind indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie (Strom, Dampf, Wärme und Kälte) zu bilanzieren. Für GT I fallen darunter die Verbräuche von extern bezogenem Strom an den beiden Standorten des Hamburger Büros und des OWP, der in windschwachen Zeiten und beim Hochfahren der Turbinen extern mit Strom versorgt werden muss. Am GT I Büro-Standort Hamburg fallen durch den Bezug von Ökostrom keine klimarelevanten Emissionen unter Scope 2 an. Im Jahr 2023 beträgt der Strombezug für den OWP 1.438.637 kWh, die durch den Erwerb von Grünstromzertifikaten in gleicher Höhe gedeckt wurde, sodass keine Treibhausgas-Emissionen zu bilanzieren sind. Der Strombezug liegt 42 % unter dem Vorjahreswert, was auf die höhere Anzahl windstarker Monate zurückzuführen ist, in denen der OWP seinen Eigenbedarf decken konnte.

Scope 3 umfasst die indirekten Emissionen, die in der vor- und nachgelagerten Liefer-, Wertschöpfungs- und Entsorgungskette anfallen. Diese Emissionen werden hier nicht aufgeführt.

Es ist unser Anspruch, Umweltbelastungen, die insbesondere bei dem Betrieb unserer Windenergieanlagen entstehen, zu erfassen, zu vermeiden und auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wir werden zukünftig konsequent Kriterien der ökologischen Nachhaltigkeit messen und verbessern, sowohl im Offshore-Betrieb als auch bei den unterstützenden Prozessen.

3.2. Social

3.2.1. Gesundheitsschutz, Arbeitsschutz und Umweltschutz (HSE)

Der Betrieb und die Wartung des Windparks auf hoher See schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem Arbeitssicherheit höchste Priorität hat. Im Rahmen des Arbeitsschutzmanagements sollen durch konsistente Anwendung von strengen HSE-Vorschriften (Health, Safety and Environment) und die kontinuierliche Schulung von Personal Unfälle oder sonstige Beeinträchtigungen verhindert werden.

3.2.2. Mitarbeitende - Zugehörigkeit und Personalentwicklung

GT I beschäftigt zum 31. Dezember 2023 insgesamt 75 (Vj.: 81) Mitarbeitende ohne Praktikantinnen und Praktikanten und studentische Aushilfen. Seit mehreren Jahren verantwortet GT I als eine der ersten Betreibergesellschaften erfolgreich und eigenständig den Betrieb der eigenen Umspannplattform, auf der 18 Mitarbeitende im Schichtrhythmus tätig sind sowie die Betriebsleitstelle in Hamburg, die mit insgesamt 7 Mitarbeitenden im Schichtrhythmus rund um die Uhr besetzt ist. Der Betrieb des Windparks verlief, wie in den Vorjahren, stabil, was weiterhin auch auf eine vorausschauende Personalplanung zurückzuführen ist.

Zahlreiche Mitarbeitende sind bereits langfristig für GT I tätig. Die Personalstruktur wird weiterhin geprägt durch Mitarbeitende mit Erfahrungen aus unterschiedlichen Branchen sowie Expertise im Offshore-Bereich, sodass sich die Kompetenzen optimal ergänzen. Seit der Inbetriebnahme des Windparks im Jahr 2015 unterstützt GT I die gezielte Förderung und Weiterentwicklung der Mitarbeitenden. Neben jährlichen Feedbackgesprächen bietet GT I individuelle und bedarfsgerechte Weiterbildungsmöglichkeiten.

3.2.3. Mobiles Arbeiten

Im Jahr 2023 wurde das Mobile Arbeiten, das während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 von der Geschäftsführung von GT I zum Schutz aller Mitarbeitenden in vollumfänglichem Maße am Standort Hamburg eingerichtet worden war, auf Basis einer Betriebsvereinbarung fortgeführt. Diese regelt ein hybrides Arbeitskonzept, welches sich nach den betrieblichen Erfordernissen nach Maßgabe der Geschäftsführung richtet und Präsenz und mobiles Arbeiten kombiniert.

3.3. Governance

Bei GT I findet Corporate Governance ihren Ausdruck in der verantwortungsvollen Leitung und Überwachung des Unternehmens. Die Geschäftsführung ist ethischen und moralischen Grundsätzen verpflichtet, die in einem Wertekanon zum Ausdruck kommen. Die Werte Arbeitssicherheit, Integrität, Verantwortung und Gleichbehandlung dienen den Mitarbeitenden zur Orientierung und als Handlungsmaxime.

Transparenz und Kommunikation in der Zusammenarbeit mit internen und externen Stakeholdern sind wesentliche Leitprinzipien im Unternehmen. Durch kontinuierliche Verbesserungen von Prozessen und Arbeitsstrukturen sollen die Zielsetzungen erreicht und die Effizienz im Unternehmen gesteigert werden.

4. Zukunftsorientierte Angaben

4.1. Prognosebericht

Im Fokus der Gesellschaft steht für das Jahr 2024 weiterhin die Optimierung der Umsatzerlöse aus der Stromproduktion und der hierfür notwendigen Maximierung der technischen Verfügbarkeit der Windenergieanlagen.

Die Umsatzerlöse aus Stromproduktion sind für das Jahr 2024 mit EUR 201,4 Mio. erneut niedriger geplant als für das Vorjahr (Vj.: EUR 223,4 Mio.). Nachdem im Geschäftsjahr 2023 im Wesentlichen die sinkende durchschnittliche Einspeisevergütung ursächlich war für die niedrigere Umsatzplanung, plant GT I im Geschäftsjahr 2024 mit einer reduzierten Verfügbarkeit der Windenergieanlagen aufgrund von umfangreichen Wartungskampagnen. Diese Umsatzplanung entspricht einer geplanten Stromproduktion von 1.358 GWh (Vj. 1.414 GWh). Insbesondere aufgrund der sinkenden Umsatzerlöse bei weiterhin hohen laufenden Abschreibungen rechnet GT I für das Geschäftsjahr 2024 mit einem erneuten Jahresfehlbetrag.

Das geplante Umsatzniveau ist ausreichend, um die planmäßige Fortführung des Schuldendienstes unter Berücksichtigung der Aufwendungen für den Betrieb des Windparks zu ermöglichen. Auf Basis dieser Planung ergibt sich für 2024 ein Wert für die Schuldendiensttragfähigkeit der Gesellschaft (STF) in Höhe von 62,2 % sowie ein DSCR-Multiple von 1,77 x. Auch für das Geschäftsjahr 2024 rechnet GT I mit einer weiteren Reduzierung der Verbindlichkeiten aufgrund der planmäßigen Tilgung der von Banken und Versicherungen zur Verfügung gestellten Projektfinanzierung sowie durch die weitere Rückführung bestehender Gesellschafterdarlehen.

4.2. Chancen- und Risikobericht

4.2.1. Risikomanagementsystem

GT I bewegt sich mit dem Betrieb eines Offshore-Windparks in einem Umfeld, welches sich durch eine Vielzahl von Risiken und Chancen auszeichnet. Durch die besondere Beschaffenheit des Risikoprofils als Projekt- und Betreibergesellschaft und der spezifischen Unsicherheiten ist es bei der Umsetzung wichtig, relevante Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu minimieren. Das Unternehmen verfolgt die Strategie, insbesondere Risiken für die Unversehrtheit der Offshore-Mitarbeiter auszuschließen.

Um Chancen und Risiken angemessen steuern zu können, wurde ein Risikomanagementprozess implementiert. Daraus ergibt sich eine konzeptionelle Vorgehensweise in Bezug auf eine einheitliche und strukturierte Identifizierung, Analyse, Kontrolle und Dokumentation von Risiken sowie von Maßnahmen zu deren Mitigation. Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Risikositzungen werden identifizierte Risiken auf ihren Status überprüft. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Risikoverminderung definiert bzw. angepasst sowie bestehende Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit überprüft. Alle identifizierten Risiken werden in einem Risikoregister erfasst und hinsichtlich ihrer Auswirkung auf das Betriebsbudget und/ oder Ertrag sowie einer erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeit analysiert. Die Ergebnisse dieser Analyse werden regelmäßig für das Management und die Gesellschafter aufbereitet und erläutert.

Insgesamt werden im Rahmen der internen Steuerung die Risiken identifiziert, bewertet und gemanagt. Das Risiko-Reporting ist integraler Bestandteil des internen und externen Berichtswesens der GT I. Im Hinblick auf bestandsgefährdende Risiken hat GT I bekannte Risiken und deren Kombinationen analysiert und bewertet. Dabei wurden keine Einzelrisiken oder Kombination identifiziert, die einen intern definierten Schwellenwert für eine existenzielle Bedrohung überschreiten.

4.2.2. Risikobericht

Die in der Folge aufgeführten Risiken werden in abnehmender Reihenfolge der Bedeutung aufgeführt.

Ertragsrisiken

Die produzierte Strommenge hängt stark vom Windaufkommen und der technischen Verfügbarkeit des Windparks ab.

Ertragsausfallrisiken durch die Nichtverfügbarkeit von Windenergieanlagen sind soweit möglich vertraglich mitigiert. Der Vollwartungsvertrag ist mit einer entsprechenden Verfügbarkeitsgarantie versehen. Zwar ist der durch den Dienstleister potenziell zu leistende Schadensersatz nach oben gedeckelt, jedoch sieht GT I derzeit nicht das konkrete Risiko, dass bereits eingetretene oder zu erwartende Schäden diese Haftungsobergrenze überschreiten werden. Die Verfügbarkeitsgarantie sichert jedoch die Umsatzerlöse nicht in ihrer vollen Höhe ab.

Die in 2022 sehr hohen Strompreise, verursacht durch den Ukraine-Krieg, haben sich im Geschäftsjahr 2023 wieder deutlich nach unten bewegt.

Die Umspannplattform des Windparks wurde im Mai 2013 installiert. Die Verfügbarkeit der Plattform ist weiterhin sehr zuverlässig. Als Flaschenhals der Durchleitung der erzeugten Energie zum Netzbetreiber bestehen Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit der Plattform bzw. derer Komponenten. Erforderliche Umbaumaßnahmen an der Plattform werden stets unter dem Gesichtspunkt der Risikominimierung durchgeführt.

Liquiditätsrisiken entstehen durch die Pflicht zur pünktlichen und vollständigen Leistung des Schuldendienstes gegenüber den finanzierenden Banken. Sie werden durch das Finanzmanagement der GT I minimiert, indem durch eingespielte Prozesse der zu leistende Schuldendienst eng mit den Stromerträgen und den Betriebsausgaben abgeglichen wird. Durch den Prozess der Liquiditätssteuerung wird frühzeitig ein Handlungsbedarf erkannt und daher können Maßnahmen mit den finanzierenden Banken und Gesellschaftern rechtzeitig vereinbart und umgesetzt werden.

Der erfolgreiche Betrieb des Windparks GT I in der Nordsee hängt ganz entscheidend von hochqualifizierten Mitarbeitern und Experten ab. Daraus lässt sich das Risiko ableiten, dass nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Dieses minimiert GT I durch ein attraktives Vergütungsmodell einschließlich einer vom Unternehmenserfolg abhängigen variablen Komponente und durch zusätzliche freiwillige soziale Leistungen. Darüber hinaus ist es das Ziel von GT I, Mitarbeiter durch ein gutes Arbeitsklima und -umfeld an sich zu binden.

Risiken aus Rechtsstreitigkeiten

GT I war im Berichtszeitraums Partei eines Rechtsstreits, welcher noch nicht abgeschlossen ist. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass in diesem Verfahren ein für GT I nachteiliges Urteil gefällt wird. Die Geschäftsführung hat die Risiken aus diesem Verfahren gemeinsam mit ihren rechtlichen Beratern bewertet und, soweit erforderlich, entsprechende Rückstellungen gebildet.

Regulatorische Risiken

Das Geschäftsmodell Offshore-Wind bewegt sich in einem gesetzlich stark regulierten Umfeld. Grundsätzlich bestehen fortlaufend Risiken hinsichtlich genehmigungsrechtlicher und vergütungsrechtlicher Bestimmungen. Durch den Eintritt in die Betriebsphase sind diese Risiken durch die Wahrung des Vertrauensschutzes jedoch gering (konkludentes Handeln des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie).

Kostensteigerungsrisiken

Kostensteigerungsrisiken des Betriebs werden weitestgehend durch Eigenleistung und Verträge mit Lieferanten und Dienstleistern abgesichert. Verkaufsseitige Preisänderungsrisiken bestehen für die Dauer der garantierten Mindestvergütung gem. EEG bis Ende 2026 nicht. Die nachfolgende Preisentwicklung bleibt abzuwarten, jedoch gilt auch dann eine Mindestvergütung von 3,9 ct/KWh gemäß EEG. Aufgrund der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung in Kombination mit der Abnahmegarantie des Netzbetreibers unterliegt GT I derzeit keinem Marktpreisrisiko sowie keinem Absatzrisiko. Das Risiko beschränkt sich daher ausschließlich auf Einbußen bei der Stromproduktion und wird von GT I daher als relativ gering eingeschätzt.

Risiken bei der Nutzung von Informationstechnologie (IT)

Durch die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse bei GT I erhöht sich auch die Abhängigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien. Ein Ausfall von IT-Systemen könnte sich vorübergehend negativ auf den Betrieb des Offshore-Windparks auswirken und somit hohe Schäden verursachen. Seit dem 1. Januar 2022 ist GT I als Betreiber Kritischer Infrastrukturen registriert und somit auch gesetzlich verpflichtet, angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen der Verfügbarkeit, Integrität, Authentizität und Vertraulichkeit der informationstechnischen Systeme, Komponenten oder Prozesse zu treffen, die für die Funktionsfähigkeit, der von GT I betriebenen Kritischen Infrastrukturen maßgeblich sind. Im Hinblick auf einen möglichen Ausfall der IT-Systeme hat GT I bereits in den vergangenen Jahren umfangreiche Sicherheitsarchitekturen und -konzepte implementiert, um Cyber-Risiken zu minimieren und das Unternehmen somit vor derartigen Bedrohungen zu schützen. Die Einstufung als kritische Infrastruktur erfordert eine Zertifizierung unserer Informationssicherheit in Anlehnung an die Norm ISO27001. Die Zertifizierung bzw. das damit verbundene Projekt befindet sich aktuell in der Umsetzung.

Ferner besteht für GT I das Risiko durch den Verlust sensibler Daten oder die Nichteinhaltung datenschutzbezogener Gesetze von erheblichen Geldbußen im Falle eines Datenschutzverstoßes betroffen zu sein. Zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und zum Schutz personenbezogener Daten hat GT I umfassende Prozesse für das Datenschutzmanagement implementiert.

4.2.3. Chancenbericht

Die in der Folge aufgeführten Chancen werden in abnehmender Reihenfolge der Bedeutung aufgeführt.

Chancen werden in den Winderträgen gesehen mit einem entsprechend positiven Effekt auf die produzierte Strommenge. Tatsächliche Winderträge können über der vorgenommenen Planung liegen. Die Verfügbarkeit der Windenergieanlagen kann im Wesentlichen durch ein Ersatzteilkonzept mit Ersatzgondeln und durch signifikante Reduktion der Reparaturzeiten verbessert werden.

Ferner hat GT I die Möglichkeit, sofern dies kommerziell sinnvoll ist, bei einem Wechsel in die sonstige Direktvermarktung, Herkunftsnachweise zu vermarkten und damit zusätzliche Umsatzerlöse zu erzielen.

Ebenfalls können laufende Rechtsstreitigkeiten Zahlungen an GT I zum Ergebnis haben.

4.3. Angaben zu Finanzinstrumenten (§ 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB)

Im Rahmen der Anfang November 2020 erfolgten Refinanzierung wurden für den variabel verzinslichen Teil der neuen Fremdfinanzierung Zins-Swaps abgeschlossen. Hierüber wird sichergestellt, dass die Gesellschaft trotz der variablen, an den EURIBOR geknüpften Zinsregelung unter den Kreditverträgen langfristig mit einem fixierten Zinsniveau kalkulieren kann. Entsprechend der internen Dokumentation wurde die Bildung einer Bewertungseinheit nach § 254 HGB der Sicherungsgeschäfte mit den Grundgeschäften (Kreditverträge) vorgenommen. Zum 31. Dezember 2023 liegt je Zins-Swap eine Marktbewertung des jeweiligen Kreditinstituts vor. Die retrospektive Effektivität nach Abschluss der Zins-Swaps beträgt zum 31. Dezember 2023 annähernd 100 %. Vor diesem Hintergrund wurde der Bedarf zur Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste als nicht wesentlich angesehen.

5. Abschließende Beurteilung

Im Hinblick auf die Umsatzerlöse hat die Global Tech I Offshore Wind GmbH das Geschäftsjahr 2023 deutlich unterhalb der Planung abgeschlossen. Die Windgeschwindigkeiten lagen in neun von zwölf Monaten unter dem geplanten Niveau. Ferner lag die technische Verfügbarkeit der Windenergieanlagen, insbesondere in der zweiten Jahreshälfte, signifikant unter dem Vorjahreswert.

Im Bereich der Aufwendungen konnten im Geschäftsjahr 2023 teilweise erneut Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt werden. Das deutlich niedrigere Umsatzniveau führt jedoch im Ergebnis zu einem Anstieg des Jahresfehlbetrags auf EUR 62,6 Mio. (Vj.: 21,3 Mio.).

Die Global Tech I Offshore Wind GmbH ist auch im Geschäftsjahr 2023 sämtlichen finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Fremdfinanzierung vollumfänglich nachgekommen. Die Gesamtverbindlichkeiten konnten zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr erneut substanziell reduziert werden.

Für das Geschäftsjahr 2024 liegen die Umsatzerlöse und Betriebskosten nach dem ersten Quartal jeweils leicht unterhalb der Planung.

 

Hamburg, den 24. April 2024

Global Tech I Offshore Wind GmbH

Dr. David Baureis, Kaufm. Geschäftsführer

Dr. Martin Brölsch, Techn. Geschäftsführer

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Projektrechte "Global Tech I" 96.000.000,00 102.000.000,00
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 381.282,12 96.381.282,12 481.383,97 102.481.383,97
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 6.790,07 7.301,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 455.337.457,14 591.007.524,83
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 993.019,38 456.337.266,59 849.174,30 591.864.001,06
552.718.548,71 694.345.385,03
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.889.751,66 1.865.856,37
2. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 3.374.369,41 5.264.121,07 3.374.369,41
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23.678.673,90 38.646.533,69
2. Sonstige Vermögensgegenstände 1.496.616,75 25.175.290,65 934.460,84 39.580.994,53
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 30.315.493,39 26.569.808,06
60.754.905,11 71.391.028,37
C. Rechnungsabgrenzungsposten 70.760,98 80.242,63
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 355.969.081,13 293.408.413,21
969.513.295,93 1.059.225.069,24

Passiva

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 1.000.000,00 1.000.000,00
II. Verlustvortrag -294.408.413,21 -273.124.623,35
III. Jahresfehlbetrag -62.560.667,92 -21.283.789,86
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 355.969.081,13 293.408.413,21
0,00 0,00
B. Zur Durchführung der beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlage 280.317.000,00 280.317.000,00
C. Rückstellungen
1. Sonstige Rückstellungen 14.749.275,29 13.520.377,24
14.749.275,29 13.520.377,24
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 137.704.591,47 206.578.098,61
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.019.609,54 2.749.542,42
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 485.351.538,06 480.668.133,74
4. Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungen 48.275.916,54 67.794.587,40
5. Sonstige Verbindlichkeiten 95.365,03 7.597.329,83
674.447.020,64 765.387.692,00
969.513.295,93 1.059.225.069,24

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 184.353.298,97 235.896.668,98
2. Sonstige betriebliche Erträge 103.862,59 494.018,27
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 567.282,60 543.601,94
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 54.771.033,50 55.338.316,10 54.103.377,02 54.646.978,96
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.280.478,86 6.662.562,09
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.061.659,10 7.342.137,96 1.160.867,37 7.823.429,46
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 141.996.921,33 141.990.110,90
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 10.203.880,83 16.363.564,50
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 709.971,29 6,92
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 32.863.137,90 36.843.312,58
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (Ertrag, Vorjahr Aufwand) 10. Ergebnis nach Steuern -17.080,35 -62.560.180,92 6.125,63 -21.282.827,86
11. Sonstige Steuern 487,00 962,00
12. Jahresfehlbetrag -62.560.667,92 -21.283.789,86

Anhang für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Gliederung

A. Allgemeine Hinweise

B. Rechnungslegungsgrundsätze

C. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Eigenkapital

Rückstellungen

Verbindlichkeiten

Latente Steuern

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Sonstige betriebliche Erträge

Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen

Aufwendungen für Altersversorgung

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Zinsaufwendungen für Rückstellungen

Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz

E. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Derivative Finanzinstrumente

Personal

Organe der Gesellschaft

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nachtragsbericht

F. Ergebnisverwendung

A. Allgemeine Hinweise

Die Gesellschaft "Global Tech I Offshore Wind GmbH" hat ihren Sitz in 20459 Hamburg, Rödingsmarkt 39, und ist unter HR B Nr. 117586 im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG (GmbH-Gesetz) und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Die Darstellung und Gliederung des Jahresabschlusses entsprechen dem Vorjahr.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, haben wir einzelne Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung hinzugefügt und in diesem Anhang gesondert erläutert. Ebenfalls werden hier die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und Davon-Vermerke gemacht.

B. Rechnungslegungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen vermindert. Zinsen für Fremdkapital werden nicht aktiviert. Das aktivierte Projektrecht in Höhe von EUR 150 Mio. wird seit dem 1. Januar 2015 über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben.

Die beweglichen Sachanlagen werden grundsätzlich nach der linearen Methode abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der im Posten Technische Anlagen und Maschinen ausgewiesenen wesentlichen Bestandteile des Windparks in der Nordsee beträgt 12 Jahre. Für das übrige Anlagevermögen, insbesondere die Betriebs- und Geschäftsausstattung, erfolgt die AfA im Rahmen der relevanten offiziellen AfA-Tabellen. Für Nachaktivierungen zu bestehenden Anlagen nach Beginn der Abschreibung verkürzt sich die Nutzungsdauer so, dass sie gemeinsam mit der zugehörigen Anlage ausläuft.

Geringwertige Wirtschaftsgüter sind von untergeordneter Bedeutung. Die angeschafften geringwertigen Wirtschaftsgüter mit einem Wert von EUR 250 bis EUR 800 (netto) werden im Anlagevermögen des laufenden Geschäftsjahres vollständig aufwandswirksam erfasst.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten oder niedrigeren Zeitwerten.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Nennwerten angesetzt. Alle erkennbaren Einzelrisiken werden bei der Bewertung berücksichtigt.

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sowie die Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wird mit dem Nennwert ausgewiesen.

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.

Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre, der von der Deutschen Bundesbank zum Bilanzstichtag ermittelt wurde, abgezinst.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Vom Wahlrecht zur Aktivierung eines aktivischen Überhangs latenter Steuern wird kein Gebrauch gemacht.

Zum Stichtag bestehen keine Verbindlichkeiten oder Forderungen in Fremdwährung. Grundsätzlich erfolgt die Währungsumrechnung unterjährig mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt des Entstehens.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben bzw. Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwendungen bzw. Erträge für einen bestimmten Zeitraum danach darstellen.

C. Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die gesondert dargestellte Entwicklung des Anlagevermögens (Anlage zu diesem Anhang) ist integraler Bestandteil des Anhangs.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die unter den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen Forderungen haben, mit Ausnahme der Mietkaution i.H.v. TEUR 3,7 (Vj.: TEUR 140,3), sämtlich eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital betrifft das im Handelsregister eingetragene Stammkapital der Gesellschaft.

Da aufrechnungsfähige und unbeschränkt vortragsfähige Verlustvorträge vorliegen, wurden diese unabhängig von ihrem Realisierungszeitpunkt in den Saldierungsbereich der latenten Steuern einbezogen.

Die Gesellschafterversammlung hat am 22. September 2010 die Erhöhung des gezeichneten Kapitals von EUR 1 Mio. um bis zu EUR 3,5 Mio. auf EUR 4,5 Mio. beschlossen. Ein Antrag auf Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister Hamburg erfolgte am 27. Dezember 2011. Die Eintragung der Kapitalerhöhung in das Handelsregister ist zum Abschlussstichtag noch ausstehend. Die bereits geleisteten Einlagen (Stammeinlagen und Agio) werden daher zwischen den Posten Eigenkapital und Rückstellungen als Sonderposten ausgewiesen. Die erforderlichen Einzahlungen wurden vollständig geleistet.

Die Gesellschafterversammlung hat am 6. Dezember 2010 eine weitere Erhöhung des gezeichneten Kapitals um bis zu EUR 3,3 Mio. auf bis zu EUR 7,8 Mio. beschlossen, in Abhängigkeit der bis zum 10. Februar 2011 übernommenen Geschäftsanteile. Für sämtliche Geschäftsanteile liegt eine Übernahmevereinbarung vor. Die erforderlichen Einzahlungen wurden vollständig geleistet. Die Gesellschaft stand in Rechtsstreitigkeiten mit einem Gesellschafter über die Wirksamkeit der am 22. September 2010 und 6. Dezember 2010 beschlossenen Kapitalerhöhungen. Aufgrund dessen konnten die Kapitalerhöhungen noch nicht in das Handelsregister eingetragen werden. Der Rechtsstreit wurde im Januar 2023 von den Parteien übereinstimmend für erledigt erklärt. Der Prozess zur Eintragung der Kapitalerhöhungen wurde aufgenommen; die lange Dauer zwischen den Kapitalerhöhungsbeschlüssen und der Eintragung bedingt einen erhöhten Aufwand.

Im Hinblick auf die bilanzielle Überschuldung der Gesellschaft ist die Fortführung des Unternehmens aufgrund des stabilen operativen Cashflows sowie einer ausreichenden Liquiditätssituation gesichert. Bestandsgefährdende Risiken sind auf Basis der Unternehmensplanung derzeit nicht erkennbar.

Rückstellungen

Die Rückstellungen zum 31. Dezember 2023 betragen EUR 14,7 Mio. (Vj.: EUR 13,5 Mio.).

Alle Angaben in Mio. EUR
Sie beinhalten 31.12.2022 31.12.2023
Rückstellungen für den Rückbau des Windparks 11,1 12,6
Verpflichtungen aus dem Personalbereich 0,9 0,7
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, ausstehende Rechnungen und sonstige Verpflichtungen 1,5 1,4

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeitenspiegel

31.12.2022
Angaben in Mio. EUR Restlaufzeit Gesamt Davon besichert
Bis zu ein Jahr Mehr als ein Jahr Mehr als fünf Jahre
1. Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 68,9 137,7 --- 206,6 206,6
2. Verbindlichkeiten aus Lieferung u. Leistung 2,7 --- --- 2,7 ---
3. Verbindlichkeiten ggü. Gesellschaftern --- --- 480,7 480,7 ---
4. Verbindlichkeiten ggü. Versicherungen 19,5 48,3 --- 67,8 67,8
5. Sonstige Verbindlichkeiten 7,6 --- --- 7,6 ---
Verbindlichkeiten insgesamt 98,7 186,0 480,7 765,4 274,4
31.12.2023
Angaben in Mio. EUR Restlaufzeit Gesamt Davon besichert
Bis zu ein Jahr Mehr als ein Jahr Mehr als fünf Jahre
1. Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 69,5 68,2 --- 137,7 137,7
2. Verbindlichkeiten aus Lieferung u. Leistung 3,0 --- --- 3,0 ---
3. Verbindlichkeiten ggü. Gesellschaftern --- --- 485,4 485,4 ---
4. Verbindlichkeiten ggü. Versicherungen 19,7 28,5 --- 48,3 48,3
5. Sonstige Verbindlichkeiten 0,1 --- --- 0,1 ---
Verbindlichkeiten insgesamt 92,3 96,7 485,4 674,4 186,0

Von den Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2023 haben EUR 582,1 Mio. eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Davon sind EUR 68,2 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, EUR 28,5 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber Versicherungen sowie EUR 485,4 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Versicherungen betrugen zum Stichtag EUR 186,0 Mio. und stehen im Zusammenhang mit der Projektfinanzierung der Gesellschaft. Diese Verbindlichkeiten haben sich zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr planmäßig reduziert und sind vollständig und einheitlich besichert. Die Kreditinstitute und Versicherungen haben sich folgende Sicherheiten einräumen lassen: Verpfändung der Gesellschaftsanteile, Globalzession sämtlicher Forderungen, Verpfändung sämtlicher Konten und umfangreiche Sicherungsübereignungen.

Zusätzlich sind die Gesellschafter zur Gestellung von Gesellschafterdarlehen für den Fall der Nichteintragung der Kapitalerhöhungen verpflichtet. Diese Darlehensverträge wurden vollständig abgeschlossen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern, welche vollständig aus gewährten Darlehen bestehen, betrugen zum Stichtag EUR 485,4 Mio. (Vj.: EUR 480,7 Mio.) und haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.

Innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten bestehen zum 31. Dezember 2023 sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 85 (VJ: EUR 7,6 Mio) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von TEUR 11 (VJ: TEUR 15). Diese Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuer, Lohn- und Kirchensteuer sowie Sozialabgaben.

Latente Steuern

Latente Steuern werden insbesondere für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen des Projektrechts ermittelt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden unbeschränkt vortragsfähige steuerliche Verlustvorträge bis zur Höhe der passiven latenten Steuern berücksichtigt.

Die Bewertung der temporären Differenzen und der verrechneten steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr geltenden Steuersatz für Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer in Höhe von insgesamt ca. 31 %.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse sind dem Inland zuzurechnen. Sie betreffen zu 81,4 % (Vj.: 86,8 %) Einspeiseerlöse aus der Erzeugung von Strom aus Windenergie. Ferner wurden sonstige Umsatzerlöse im Wesentlichen aufgrund von Kompensationszahlungen für Redispatch-Maßnahmen des Übertragungsnetzbetreibers sowie aus sonstigen Kompensationsansprüchen erzielt.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von EUR 50 enthalten.

Angaben in Mio. EUR
31.12.2022 31.12.2023
Sonstige betriebliche Erträge, gesamt 0,5 0,1
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 0,4 0,0
Übrige sonstige betriebliche Erträge 0,1 0,1

Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen

Die Aufwendungen für Fremdleistungen und -arbeiten werden in den Materialaufwendungen ausgewiesen, sofern sie in einem direkten Zusammenhang mit der Stromerzeugung stehen. Der Großteil des Materialaufwands betrifft den Servicevertrag für die Wartung und die Instandhaltung der Windenergieanlagen.

Aufwendungen für Altersversorgung

Im Posten "Soziale Abgaben und Aufwendungen" sind EUR 11.136 (Vj.: EUR 11.482) für Altersversorgung enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich gegenüber dem Vorjahr reduziert und unterteilen sich wie folgt:

Alle Angaben in Mio. EUR
31.12.2022 31.12.2023
Sonstige betriebliche Aufwendungen 16,4 10,2
Aufwendungen aus der Bildung von Rückstellungen 2,9 1,5
Versicherungen und sonstige Abgaben 9,1 4,7
Rechts- und Beratungskosten 1,0 0,9
Büromaterial, IT und Telekommunikation 1,2 1,2
Übrige Sonstige betriebliche Aufwendungen 2,2 1,9

Zinsaufwendungen für Rückstellungen

Aus der Aufzinsung der Rückbaurückstellung ergibt sich ein Aufwand in Höhe von EUR 197.069 (Vj.: EUR 168.121), der im Zinsaufwand enthalten ist.

Unterschiede zwischen Handels- und Steuerbilanz

Es bestehen aktive steuerliche Latenzen aus der Bewertung von Rückstellungen sowie aus steuerlichen Verlustvorträgen und passive steuerliche Latenzen aus der Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen und sonstigen Rückstellungen. Die aktiven Steuerlatenzen übersteigen die passiven Steuerlatenzen.

E. Sonstige Angaben

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Haftungsverhältnisse bestehen zum Bilanzstichtag nicht. Sonstige finanzielle Verpflichtungen gegenüber Dritten im Sinne von § 285 Nr. 3a HGB bestehen aus Bestellobligos in Höhe von TEUR 3.100 (Vj.: TEUR 2.888).

Der langfristige Service- und Wartungsvertrag für die Windenergieanlagen läuft seit Ende 2015. Dadurch entstehen jährliche Verpflichtungen im Jahr 2024 in Höhe von ca. TEUR 642 pro Windenergieanlage (im Jahr 2025 ansteigend in Abhängigkeit von der Preiseskalationsklausel). Dieser Vertrag hat eine unkündbare Laufzeit bis zum 31. Dezember 2025.

Weiterhin bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von insgesamt TEUR 408 (Vj.: TEUR 560).

Honorar des Abschlussprüfers

Für Leistungen des Abschlussprüfers wurden im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von TEUR 54 erfasst. Diese entfallen in Höhe von TEUR 52 auf Abschlussprüfungsleistungen und in Höhe von TEUR 2 auf sonstige Leistungen.

Derivative Finanzinstrumente

Die Gesellschaft setzt derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von zukünftigen Zahlungsströmen aus variabel verzinslichen Darlehen (Grundgeschäfte) ein. Dafür wurden als Sicherungsinstrumente Zinssatzswaps abgeschlossen.

Nach HGB stellen Derivate schwebende Geschäfte dar, die in der Bilanz i. d. R. nicht angesetzt werden. Schwebende Geschäfte sind unter HGB imparitätisch zu bewerten. Für unrealisierte Verluste aus schwebenden Geschäften muss eine Drohverlustrückstellung gebildet werden, während unrealisierte Gewinne nicht angesetzt werden. Demnach ist für Derivate, die zum Stichtag einen negativen Marktwert aufweisen, i. d. R. eine Drohverlustrückstellung auszuweisen.

Als Ausnahme zu dieser Grundregel dürfen für Derivate unter bestimmten Voraussetzungen Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet werden. Im Fall der Bildung von Bewertungseinheiten werden Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Zahlungsströme aus dem Eintritt vergleichbarer Risiken mit Finanzinstrumenten zusammengefasst. Dabei darf die Durchbuchungs- oder Einfrierungsmethode angewendet werden. Die Gesellschaft wendet die Einfrierungsmethode an, bei der keine Anpassung der Bilanzausweise für Marktwertänderungen aus effektiven Sicherungsbeziehungen erfolgt.

Die Bewertungseinheiten können in Form eines Micro-, Macro- oder Portfolio-Hedges zusammengefasst werden wobei Micro-Hedges einen 1:1 Zusammenhang zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft abbilden, Macro-Hedges bei Zusammenfassung ganzer Gruppen von Grundgeschäften gebildet werden zur Sicherung des Netto verbleibenden Risikos.

Das Risiko der Grundgeschäfte wird im Rahmen von Macro-Hedges durch mehrere Sicherungsinstrumente abgesichert. Aus den variablen Zinszahlungen der Darlehen resultierende Zinsrisiken werden somit durch die zu erhaltenden variablen Zinszahlungen aus den Payer Swaps vollständig eliminiert. Die von der Gesellschaft verwendeten Sicherungsgeschäfte bilden zusammen mit den dazugehörigen Grundgeschäften eine Bewertungseinheit im Sinne des § 254 HGB.

Zum Ende des Geschäftsjahres sind noch Verbindlichkeiten auf Grundlage von variabel verzinslichen Darlehen in Höhe von EUR 145,2 Mio. vorhanden. Diese werden durch Payer Swaps in gleicher Höhe abgesichert.

Der beizulegende Zeitwert (NPV) der Payer Swaps beträgt aufgrund der vorliegenden Marktwert- bzw. Mark-to-Market-Bestätigungen (Dirty Price) der Kreditinstitute zum 31. Dezember 2023 ca. EUR 6,8 Mio.. Die variabel verzinslichen Darlehen werden für Zeiträume bis zum 30. Dezember 2025 gesichert.

Die Ermittlung der prospektiven und retrospektiven Effektivität erfolgt anhand der hypothetischen Derivate Methode. Nach Vorlage des Effektivitätstests beträgt der Wert der Swaps zum 31. Dezember 2023 auf Basis der retrospektiven Effektivitätsmessung 102,2 %. Vor diesem Hintergrund gab es keinen Bedarf zur Bildung von Drohverlustrückstellungen.

In Bewertungseinheiten einbezogene Vermögensgegenstände und Schulden:

Risiko Grundgeschäft Sich.-Instrumente
Typ Art Art Betrag Art
Variabler Zins Kontrahierter Zahlungsstrom Variabelverzinsl. Darlehen EUR 145,2 Mio. Swap
Risiko Sich.-Instrumente Bewert.- Einheit Prospekt. Effektivit.
Typ Betrag
Variabler Zins EUR 145,2 Mio. Macro- Hedge Laufzeit- u. Volumenkongruenz

Personal

Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer lag im Geschäftsjahr 2023 bei 80 (Vj.: 89). Davon waren 2 leitende Angestellte (Geschäftsführung), 78 Angestellte und keine gewerblichen Arbeitnehmer.

Organe der Gesellschaft

Zu Geschäftsführern waren im Geschäftsjahr 2023 bestellt:

 

Herr Dr. David Baureis, Hamburg (kaufmännischer Geschäftsführer)

 

Herr Dr. Martin Brölsch, Hamburg (technischer Geschäftsführer)

Die Geschäftsführer vertreten die Gesellschaft gemeinsam.

Die Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB wird in Anspruch genommen.

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Marktunübliche Geschäfte mit nahen stehenden Unternehmen und Personen bestehen nicht.

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahres 2023 sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

F. Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Verlustvortrag zusammen mit dem Jahresfehlbetrag vollständig auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Hamburg, den 24. April 2024

Global Tech I Offshore Wind GmbH

Dr. David Baureis, Kaufm. Geschäftsführer

Dr. Martin Brölsch, Techn. Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Projektrechte "Global Tech I" 150.000.000,00 150.000.000,00
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 3.434.622,28 7.503,00 3.442.125,28
153.434.622,28 7.503,00 0,00 0,00 153.442.125,28
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 7.376,00 381,28 7.757,28
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.731.240.241,15 1.731.240.241,15
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.312.358,42 364.352,69 4.880,91 2.671.830,20
1.733.559.975,57 364.733,97 0,00 4.880,91 1.733.919.828,63
1.886.994.597,85 372.236,97 0,00 4.880,91 1.887.361.953,91
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2023 Abschreibungen des Geschäftsjahres Abgänge 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Projektrechte "Global Tech I" 48.000.000,00 6.000.000,00 54.000.000,00
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 2.953.238,31 107.604,85 3.060.843,16
50.953.238,31 6.107.604,85 0,00 57.060.843,16
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 74,07 893,14 967,21
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.140.232.716,32 135.670.067,69 1.275.902.784,01
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.463.184,12 218.355,65 2.728,95 1.678.810,82
1.141.695.974,51 135.889.316,48 2.728,95 1.277.582.562,04
1.192.649.212,82 141.996.921,33 2.728,95 1.334.643.405,20
Buchwerte
31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Projektrechte "Global Tech I" 96.000.000,00 102.000.000,00
2. Entgeltlich erworbene Software und Lizenzen 381.282,12 481.383,97
96.381.282,12 102.481.383,97
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 6.790,07 7.301,93
2. Technische Anlagen und Maschinen 455.337.457,14 591.007.524,83
3. Betriebs- und Geschäftsausstattung 993.019,38 849.174,30
456.337.266,59 591.864.001,06
552.718.548,71 694.345.385,03

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Global Tech I Offshore Wind GmbH, Hamburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Global Tech I Offshore Wind GmbH, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Global Tech I Offshore Wind GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Den Abschnitt "3. Nachhaltigkeitsbericht" des Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen den Abschnitt "3. Nachhaltigkeitsbericht" als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hamburg, den 26. April 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Eden, Wirtschaftsprüfer

ppa. Katharina Mundt, Wirtschaftsprüferin

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der Global Tech I Offshore Wind GmbH zum 31. Dezember 2023 wurde am 21. Juni 2024 durch die Gesellschafterversammlung festgestellt.

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