Herzog
GmbH
Oldenburg
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
Herzog GmbH
,
Oldenburg (Oldenburg)
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023
A. Grundlagen des Unternehmens
I. Geschäftsmodell des Unternehmens
Die
Herzog GmbH führt mit der Entwicklung, dem Bau
und dem weltweiten Vertrieb von Flecht- und Spulmaschinen
seit dem 1. Januar 2017 das operative Geschäft der
August Herzog Maschinenfabrik GmbH & Co KG.
II. Ziele und Strategien
Zur Steuerung und Überwachung des Unternehmens
werden bilanz-, ertrags- und liquiditätsorientierte
Kennzahlen eingesetzt bzw. verwendet. Bedeutsame
Leistungsindikatoren sind insbesondere der Umsatz sowie das
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT).
B. Wirtschaftsbericht
I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Weltwirtschaftliches Umfeld
Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Kalenderjahr
2023 mit einem Wachstum von 3,1 Prozent etwas besser als noch
vor einem Jahr prognostiziert. Historisch betrachtet war das
Jahr 2023 jedoch - die Rezessionsjahre ausgenommen - eines
der wachstumsschwächsten der letzten drei Jahrzehnte.
Nur im Jahr 2019 war der Zuwachs mit +2,8 Prozent geringer.
In den USA (+2,5 Prozent) sowie in mehreren großen
Schwellen- und Entwicklungsländern fiel das
Bruttoinlandsprodukt 2023 höher aus als zunächst
erwartet. Im Falle der USA trug die Dynamik des Konsums
entscheidend dazu bei. Im Euro-Raum hingegen verhielten sich
die Verbraucher angesichts hoher Inflationsraten und
Energiekosten weiterhin zurückhaltend. Zudem litten der
private Konsum und die Unternehmensinvestitionen unter den
deutlich gestiegenen Finanzierungskosten.
Das Wachstum im Euro-Raum war zusammen mit dem im
Vereinigten Königreich mit jeweils +0,5 Prozent das
schwächste unter den großen entwickelten
Volkswirtschaften. Die direkten und indirekten negativen
Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind in Europa nach
wie vor am deutlichsten zu spüren. Während sich das
Wachstumstempo in den entwickelten Volkswirtschaften - mit
Ausnahme der USA - im abgelaufenen Berichtsjahr
gegenüber 2022 deutlich verlangsamte, konnte die Gruppe
der Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Dynamik mit
+4,1 Prozent beibehalten. Überraschend robust zeigte
sich die russische Wirtschaft trotz der Sanktionen (+3,0
Prozent). In China belasteten der Immobiliensektor,
geopolitische Verstimmungen mit den USA und der EU sowie
schwache Industrieinvestitionen die konjunkturelle Erholung.
Das gesamtwirtschaftliche Wachstum lag laut Internationalem
Währungsfonds (IWF) bei +5,2 Prozent.
Tabelle: Bruttoinlandsprodukt zum Vorjahr in Prozent
Land/Region
|
2023
|
2022
|
2021
|
Welt
|
3,1
|
3,5
|
6,1
|
Entwickelte
Volkswirtschaften
|
1,6
|
2,6
|
5,6
|
Euro-Zone
|
0,5
|
3,4
|
5,6
|
Deutschland
|
-0,3
|
1,8
|
3,2
|
Frankreich
|
0,8
|
2,5
|
6,4
|
Italien
|
0,7
|
3,7
|
7,0
|
Spanien
|
2,4
|
5,8
|
6,4
|
Vereinigtes
Königreich
|
0,5
|
4,3
|
7,6
|
USA
|
2,5
|
1,9
|
5,9
|
Japan
|
1,9
|
1,0
|
2,2
|
Aufstrebende Märkte
und Entwicklungsländer
|
4,1
|
4,1
|
6,9
|
ASEAN-5*
|
4,2
|
5,5
|
4,0
|
Brasilien
|
3,1
|
3,0
|
5,0
|
China
|
5,2
|
3,0
|
8,5
|
Indien**
|
6,7
|
7,2
|
9,1
|
Russland
|
3,0
|
-1,2
|
5,6
|
*) Indonesien, Malaysia, Philippinen,
Thailand, Vietnam.
**) Fiskaljahr vom 1.4. bis 31.3.
Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024,
für 2021: IMF October 2023 Database
Die pandemiebedingten Störungen der
Wertschöpfungsketten nahmen im Verlauf des Jahres 2023
sukzessive ab. Die Nationalbanken hielten weitgehend an ihrer
restriktiven Geldpolitik fest, wodurch sich die Kreditkosten
in mehreren Ländern im Laufe des Berichtsjahres weiter
erhöhten. Die Inflationsraten gingen im Jahresverlauf in
den meisten Ländern zwar zurück, lagen aber zumeist
noch deutlich über dem Zielniveau. Die globale
Inflationsrate lag bei geschätzt +6,8 Prozent. Der
globale Warenhandel wuchs im Gesamtjahr 2023 nur um
geschätzte +0,4 Prozent. Und auch die
Industrieproduktion entwickelte sich 2023 mit real +0,9
Prozent sehr schwach. In den entwickelten Volkswirtschaften
ging sie um -1,2 Prozent zurück. Nur in den USA konnte
ein Rückgang der Industrieproduktion vermieden werden.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer erreichten dagegen
einen Zuwachs von +2,8 Prozent, wobei China (+4,4 Prozent)
und die osteuropäischen Länder einschließlich
der GUS (+3,5 Prozent) überdurchschnittlich zulegten. In
China war die wirtschaftliche Entwicklung mit einem
BIP-Zuwachs von 3 Prozent ausgesprochen schwach. Der
Anstieg lag sogar unter dem durchschnittlichen Wachstum aller
Entwicklungs- und Schwellenländer in Summe, welches
geschätzt +3,9 Prozent betrug. Überdurchschnittlich
und weit vor China war der Zuwachs in Indien.
Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024,
cpb World Trade Monitor, Dezember 2023
Globaler Maschinenbau
Angesichts des anhaltend unsicheren politischen und
wirtschaftlichen Umfelds sowie der ge- stiegenen
Finanzierungskosten fiel die Nachfrage nach
Investitionsgütern schwächer aus als im Vorjahr.
Trotz rückläufiger Auftragseingänge
entwickelten sich die Umsätze im stark zyklischen
Maschinenbau im Jahr 2023 dennoch teilweise robust, da die
Auftragsbestände zu Jahresbeginn vielerorts noch
überdurchschnittlich hoch waren und somit die Produktion
und Umsatz pufferten. In der zweiten Jahreshälfte
ließ die Unterstützung durch die Auftragspolster
jedoch nach, so dass die Umsatzentwicklung preisbereinigt
meist negativ ausfiel. Auf Jahressicht stagnierte der
Maschinenumsatz preisbereinigt nach Schätzung der
VDMA-Volkswirte im Jahr 2023 weltweit. Nur in wenigen
Ländern verlief die Entwicklung besser. Mit Blick auf
die TOP-10-Maschinenbaustandorte sind hier Indien (+10
Prozent), das Vereinigte Königreich (+5 Prozent) und
China (+2 Prozent) zu nennen. Trotz
Investitionsförderprogrammen war die Umsatzentwicklung
in den USA und im Euro-Raum mit real -3 bzw. -1 Prozent
rückläufig. Noch stärker ist der
Umsatzrückgang in Südkorea (-5 Prozent) und Japan
(-6 Prozent) ausgefallen.
Quelle: Nationale Statistikämter, VDMA
(Originaltext), "Maschinenbau Konjunktur international",
Dezember 2023.
Wirtschaftsraum EU-27
In der EU-27 wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahr
2023 laut dem Internationalen Währungsfonds kaum. Der
Anstieg wird auf +0,5 Prozent geschätzt. Das ist weniger
als vor einem Jahr erwartet und ein merklicher
Wachstumsverlust gegenüber dem Kalenderjahr 2022 (+3,4
Prozent). Der private Konsum entwickelte sich angesichts der
anhaltend hohen Inflation von +6,4 Prozent im EU-Durchschnitt
schwach. Sowohl Exporte als auch die Importe schrumpften. Die
Investitionen stiegen in der EU-27 voraussichtlich um +1
Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen entwickelten sich
mit +4 Prozent abermals dynamischer, wobei die Niederlande,
Frankreich und erneut Italien die Wachstumstreiber waren. Die
Industrieproduktion in der EU wurde durch die schwache
Nachfrage und die hohen Energiekosten gedämpft. Zudem
litt die Nachfrage nach Investitionsgütern unter den
gestiegenen Finanzierungskosten. Die EU-Maschinenproduktion
schrumpfte nach vorläufigen Zahlen preis- und
kalenderbereinigt um -1,4 Prozent, nach +5 Prozent Wachstum
im Vorjahr. Besser als im EU-Durchschnitt entwickelten sich
Frankreich und Polen (jeweils +6 Prozent), Schweden (+5
Prozent) sowie Finnland und Belgien (jeweils +3 Prozent),
Österreich (+2 Prozent) und Spanien sowie Italien (0
Prozent). Deutlich unterdurchschnittlich zeigte sich der
Maschinenbau in den Niederlanden (Jan.-Sept.: -16 Prozent).
Überdurchschnittlich hoch war der Rückgang auch in
Bulgarien, Dänemark und Rumänien. Hier wurden
jeweils rund ein Zehntel weniger Maschinen hergestellt als im
Vorjahr. (Die Angaben beziehen sich auf den Maschinenbau in
der Abgrenzung des Kapitels 28 der NACE rev.2 und sind
vorläufig.)
Quelle: IWF, Eurostat, EU-Commission: European Economist
Forecast Autumn 2023 und Winter 2023.
Deutsche Konjunktur
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im
Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen
Bundesamtes um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die
gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im nach
wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Zudem
dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge
nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die
Konjunktur. Hinzu kamen ungünstigere
Finanzierungsbedingungen aufgrund der gestiegenen Zinsen und
eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit
setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen
Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort.
Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im
Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr
unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im produzierenden
Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 1,8
Prozent zurück. Entscheidend dafür war eine
signifikant niedrigere Produktion im Bereich
Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85
Prozent des produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war
im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,3
Prozent). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der
Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen
sanken Produktion und Wertschöpfung in den
energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und
Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in
diesen Branchen bereits 2022 besonders negativ auf die
steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe
machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem
Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren
Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Die meisten
Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen
Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und
stützten so die Wirtschaft im vergangenen Jahr.
Der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20
Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,5 Prozent).
Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter
Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen
für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern.
In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in
Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen
preisbereinigt deutlich mehr investiert als im Jahr 2022
(+3,0 Prozent). Dazu trug vor allem der Anstieg der
gewerblichen Pkw-Neuzulassungen bei, der durch den bis August
2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im
Firmenwagenbereich verstärkt wurde.
Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die
schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich
auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz
sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe
(preisbereinigt -3,4 Prozent) kräftiger als die Exporte
(preisbereinigt -2,2 Prozent). Damit kam es im Saldo zu einem
positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte.
Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von
durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit
Arbeitsort in Deutschland erbracht (+0,7 Prozent). Im vierten
Quartal 2023 wurde dabei mit durchschnittlich 46,2 Millionen
Erwerbstätigen ein neuer Höchststand erreicht. Die
Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die
Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu
kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen
Bevölkerung.
Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA (Originaltext)
Deutscher Maschinen- und Anlagenbau
Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in
Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen des
Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahr im Jahr
2023 um real 0,6 Prozent gesunken. Die Materialengpässe
haben sich weitgehend aufgelöst. Während die
Produktion im ersten Halbjahr noch von hohen
Auftragsbeständen abgepuffert wurde, brach diese
Stütze im weiteren Jahresverlauf Stück für
Stück weg, denn der Auftragseingang zeigte das gesamte
Jahr über eine schwache Dynamik. Bereits zum
Jahresbeginn kam es zu zweistelligen realen Minusraten, und
auch im Jahresverlauf war keine Trendwende in Sicht. Ein
herausforderndes wirtschaftliches Umfeld geprägt von
hoher Unsicherheit führte zu einer spürbaren
Zurückhaltung bei den Bestellungen.
Der Bestelleingang verfehlte sein Vorjahresniveau im
Gesamtjahr 2023 preisbereinigt um 12 Prozent. Die
Auftragsreichweite lag zum Jahresende mit 10,2 Monaten zwar
immer noch ungewöhnlich hoch, doch hat die Reichweite
inzwischen spürbar an Länge eingebüßt.
Der Höchststand lag im Juli und August 2022 bei 12,2
Monaten. Zudem darf der immer noch ungewöhnliche,
Zweifel hegende Durchschnittswert nicht über eine sehr
unterschiedliche Verteilung innerhalb der Maschinenbaubranche
hinwegtäuschen.
Nach Ergebnissen der 20. VDMA-Blitzumfrage von Ende
Oktober 2023 lag die Auftragsreichweite in 60 Prozent der
Unternehmen bereits unter ihrem jeweiligen langjährigen
Durchschnitt. Und 34 Prozent der Maschinenbauer berichteten
laut ifo-Konjunkturtest im Oktober von
Produktionsbehinderungen aufgrund von Auftragsmangel.
Den ersten Produktionsstätten sind demnach die
Puffer fürs Produzieren abhandengekommen. Mit der Folge,
dass laut ifo die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau
von Juli (88,8 Prozent) auf Oktober (85,9 Prozent) deutlich
absank. Die konjunkturelle Abkühlung wirkt sich auch
mehr und mehr am Arbeitsmarkt aus. Die Einstellungsabsichten
der Unternehmen haben sich reduziert, und die Kurzarbeit
steigt auf einem niedrigen Niveau an. Nach Schätzungen
der Bundesanstalt für Arbeit waren im November etwa
20.000 Beschäftigte im Maschinenbau in Kurzarbeit. Unter
dem Strich konnte die Beschäftigtenzahl in den Betrieben
mit mindestens 50 Mitarbeitern im Jahresverlauf jedoch trotz
der Engpässe am Arbeitsmarkt um 1,3 Prozent zulegen.
Insgesamt wurden ca. 13.600 Stellen aufgebaut. Der
Arbeitskräftemangel bleibt aber nicht zuletzt aufgrund
der demografischen Entwicklung akut.
In Folge der gestiegenen durchschnittlichen Preise
für Maschinenbauprodukte nahm der Umsatz ausweislich der
Ergebnisse der VDMA Auftragseingangs- und Umsatzstatistik um
nominal +7 Prozent zu. Die Produktion erreichte zum
Jahresende ein Niveau von geschätzt 254 Mrd. Euro, der
Umsatz von 264 Mrd. Euro.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für
Arbeit, ifo Institut, VDMA
II. Geschäftsverlauf
Im Jahr 2023 gelang es Herzog, sich trotz der
anhaltenden, durch den Konflikt in der Ukraine geprägten
wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich zu
positionieren. Das Unternehmen verzeichnete über das
gesamte Geschäftsjahr hinweg sehr gute
Auftragseingänge. Besondere Erfolge wurden in den
Segmenten Medizintechnik und Großflechtmaschinen
erzielt. Der Auftragseingang 2023 lag aufgrund der genannten
Umstände 70 % über dem sehr schwachen Niveau des
Vorjahres bzw. sogar 5,6% über dem guten Niveau des
Jahres 2021.
Die strategische Fokussierung der Gesellschaft auf
Qualität, Innovation sowie die Realisierung
individueller Kundenwünsche, ergänzt durch einen
sehr guten Service, hat sich als signifikanter
Wettbewerbsvorteil erwiesen, an dem sich nunmehr auch
Konkurrenten zu orientieren versuchen. Im Berichtsjahr hat
das Unternehmen seine Innovationsführerschaft unter
Beweis gestellt, indem es innovative Maschinenkonzepte
für neue Einsatzgebiete in technologieintensiven
Branchen, darunter die Medizintechnik, erfolgreich entwickelt
und auf den Markt gebracht hat.
Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten blieb es
essenziell, die Kostenstruktur effizient zu gestalten, ohne
dabei Investitionen unverhältnismäßig zu
begrenzen. Zudem wurde gezielt staatliche Förderung in
Anspruch genommen, sofern verfügbar. Die Aufhebung der
Reisebeschränkungen ermöglichte es, Kundenbesuche
nahezu weltweit durchzuführen. Besonders zu
erwähnen ist die Wiedereröffnung Chinas für
internationale Besuche Anfang 2023 nach den strikten
Corona-Maßnahmen. Im Jahr 2023 waren neben kleineren
Messen wie der MD&M (Medizin) und der Techtextil in
Nordamerika, der JEC (Carbon) in Paris, der ITMA Asia und der
productronica (Kabelbaum) in München, vor allem die ITMA
in Mailand als weltweit größte Textilmesse von
herausragender Bedeutung. Auf dieser Plattform gelang es,
innovative Maschinen aus unserem umfangreichen Sortiment
einem internationalen Publikum aus 52 Ländern
vorzustellen und unsere Position als Technologieführer
zu stärken.
Die Beeinträchtigungen in den Wertschöpfungs-
und Lieferketten verzeichneten bis zum Ende des zweiten
Quartals einen deutlichen Rückgang, führten jedoch
aufgrund der aus dem Vorjahr resultierenden
Rückstände zu signifikanten Verschiebungen im
Umsatz. Obgleich die erforderlichen Komponenten sukzessive
geliefert und verbaut wurden, führten die
anschließend fast gleichzeitig erforderlichen
Programmierarbeiten und Tests zu weiteren Verzögerungen
in den Auslieferungsprozessen, sodass im September immer noch
ein beträchtlicher Rückstand festgestellt wurde.
Durch die engagierte Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure
konnte dieser Rückstand bis zum Ende des Jahres zwar
wesentlich verringert, jedoch nicht vollständig
aufgeholt werden.
Die erhöhten Energiekosten führten zu
signifikanten Preisanpassungen bei allen energieintensiven
Produkten, insbesondere bei Guss- und Elektrokomponenten wie
beispielsweise Motoren. Um die gestiegenen Kosten zumindest
teilweise auszugleichen, wurden angemessene
Preiserhöhungen gegenüber den Kunden vorgenommen.
Darüber hinaus wurden die Herstellungskosten zahlreicher
Maschinen überprüft und entsprechende Anpassungen
der Maschinenpreise vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Ergebnisse
zusätzlich durch die Herausforderungen bei zwei
Großprojekten belastet. Ein Auftrag für einen
Großflechter wurde aufgrund von im Laufe des Projekts
aufgetretenen spezifischen Bedienungsanforderungen aus
Kulanzgründen rückabgewickelt. Zudem erforderte ein
universitäres Neuentwicklungsprojekt aufgrund
erhöhter mechanischer und physikalischer Anforderungen
eine Überarbeitung, was zu einer Verschiebung der
geplanten Auslieferung führte.
Angesichts der erhöhten Kosten, die unter anderem
durch die Krise in der Ukraine und anhaltende Störungen
in den Lieferketten verursacht wurden, lässt sich der
Geschäftsverlauf im Bereich des Auftragseingangs als
durchaus zufriedenstellend einstufen. Das Rohergebnis
hingegen erfüllt aufgrund der gestiegenen Preise und
Herstellungskosten sowie der Herausforderungen bei zwei
bedeutenden Großprojekten nicht die Erwartungen.
III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Ertragslage
Die Ertragslage der Herzog GmbH stellt sich wie folgt
dar:
|
2023
|
2022
|
Veränderung
|
|
TEUR
|
TEUR
|
TEUR
|
Rohergebnis
|
14.236
|
14.747
|
-511
|
EBIT
|
-140
|
654
|
-794
|
Jahresergebnis (EAT)
|
-69
|
459
|
-527
|
Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die Herzog GmbH
einen Umsatzrückgang von etwa TEUR 900 im Vergleich zum
Vorjahr. Ein Lichtblick war jedoch der Bereich Ersatzteile,
in dem ein Umsatzwachstum von ca. 2,2% erzielt wurde.
Demgegenüber stand ein Rückgang bei den
Neumaschinen um etwa 7,7% im Vergleich zum Vorjahr.
Ursächlich für die Umsatzeinbußen waren unter
anderem die Rückabwicklung des
Großflechter-Projekts sowie Verzögerungen bei der
Abnahme und Bezahlung durch zwei Kunden, was eine
Auslieferung im Geschäftsjahr 2023 verhinderte. Trotz
anfänglicher Herausforderungen durch Probleme in den
Lieferketten im ersten Halbjahr konnte die Gesamtleistung im
zweiten Halbjahr deutlich verbessert werden. Zudem stieg die
Exportquote um 5%, und der Rückgang der Umsätze in
Deutschland wurde durch signifikante Zuwächse in den USA
kompensiert.
Die gesamten betrieblichen Kosten der GmbH
erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um gut 2 %. Der
Vertriebsaufwand ist dabei um TEUR 505 angestiegen. Dieser
Anstieg ist größtenteils auf die gesteigerte
Exportquote und die damit einhergehenden höheren
Ausgaben für Vertreterprovisionen
zurückzuführen. Des Weiteren verzeichneten wir
signifikante Steigerungen bei den Ausgaben für
Messebeteiligungen, insbesondere der ITMA. Auch bei den
Energiekosten für Gas und Strom gab es
Kostensteigerungen. Zusätzliche finanzielle Belastungen
ergaben sich durch notwendige Investitionen in die
Instandhaltung sowie in den Ausbau unserer
Cybersicherheitsmaßnahmen im Bereich der EDV.
Demgegenüber standen Einsparungen von in Summe TEUR 184
im Bereich Betriebsaufwand, die im Wesentlichen durch eine
geringere variable Pacht realisiert wurde. Vor dem
Hintergrund der im Geschäftsjahr herrschenden Inflation,
konnten die Kosten insgesamt relativ stabil gehalten werden.
Aufgrund des um TEUR 511 gesunkenen Rohergebnisses und
zugleich leicht gestiegenen Betriebskosten hat sich das
Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um TEUR 794
verringert, was zu einem Jahresfehlbetrag von TEUR 69
führte.
Vermögenslage
Die Herzog GmbH verfügt ausschließlich
über kurzfristiges Vermögen. Das für die
Ausübung der Geschäftstätigkeit notwendige
Anlagevermögen wird von der Gesellschafterin gepachtet.
Die Finanzierung des Umlaufvermögens erfolgt im
Wesentlichen über Anzahlungen auf Bestellungen und
korrespondierenden Lieferantenverbindlichkeiten. Die
Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten
gegenüber Banken.
Im Wesentlichen aufgrund von Verzögerungen bei den
Auslieferungen von Maschinen (siehe Geschäftsverlauf)
sind die Vorräte um TEUR 369 gegenüber dem Vorjahr
angestiegen und dazu korrespondierend die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen um TEUR 909 zurück gegangen.
Die Bilanzsumme hat sich um TEUR 929 verringert.
Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag
35,8 % (Vorjahr: 34,1 %) und hat sich im Wesentlichen durch
das nur leicht verringerte Eigenkapital und durch die Tilgung
von Gesellschafterverbindlichkeiten (TEUR 1.424) entsprechend
erhöht. Bei den übrigen Verbindlichkeiten sind die
erhaltenen Anzahlungen um TEUR 616 angestiegen, was den
starken Auftragseingang wiederspiegelt.
Finanzlage
Kennzahlen der Finanzlage:
|
2023
|
|
2022
|
|
TEUR
|
|
TEUR
|
Cashflow aus der
|
|
|
|
laufenden
Geschäftstätigkeit
|
1.295
|
|
-662
|
Investitionstätigkeit
|
31
|
|
-44
|
Finanzierungstätigkeit
|
-1.424
|
|
947
|
Veränderung des
Finanzmittelfonds
|
-98
|
|
242
|
Finanzmittelfonds am 31.
Dezember
|
6.705
|
|
6.803
|
Die Zahlungsfähigkeit der Herzog GmbH war im
gesamten Geschäftsjahr sichergestellt.
Trotz der Herausforderungen durch Russlands
Angriffskrieg auf die Ukraine setzte die Herzog GmbH auch im
Jahr 2023 ihre zielgerichtete Investitionspolitik fort. Der
Fokus lag dabei vornehmlich auf technischen Anlagen und
Maschinen sowie auf der EDV, um sowohl die eigenen
Produktionskapazitäten und Flexibilität zu
verbessern als auch die Cybersicherheit zu erhöhen. Die
Finanzierung dieser Investitionen erfolgte allerdings nicht
direkt durch die Herzog GmbH, sondern über deren
Muttergesellschaft. Zwischen der Herzog GmbH und der
Muttergesellschaft besteht eine Pachtvereinbarung, die der
Herzog GmbH die Nutzung des Produktionsvermögens
ermöglicht.
C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
I. Chancen- und Risikobericht
Die Risiken werden von der Geschäftsführung
erfasst und in Besprechungsrunden diskutiert, um
Lösungen für Risikovermeidung und/oder -minimierung
zu finden.
Für das Jahr 2024 zeichnet sich das vorrangige
Risiko in der schwächelnden Konjunktur sowie in der
weiterhin relativ hohen Inflation ab. Nach Angaben des VDMA
setzte sich die Auftragsflaute im Maschinenbau auch im ersten
Quartal 2024 fort, wobei der Auftragseingang in einigen
Bereichen prozentual zweistellig zurückging. Im Jahr
2023 gelang es uns überwiegend, die Lieferketten stabil
zu halten. Dies war insbesondere unseren langjährigen,
engen und vertrauensvollen Beziehungen zu unseren
hauptsächlich regional, national und europäisch
orientierten Lieferanten zu verdanken. Allerdings besteht die
Befürchtung, dass die Lieferketten für bestimmte
Komponenten durch starke Abhängigkeiten, insbesondere
von asiatischen Märkten, auch mittelfristig
beeinträchtigt werden könnten. Dies könnte in
Einzelfällen zu unwiederbringlichen Umsatzeinbußen
führen. Als Reaktion darauf könnte es erforderlich
sein, Maßnahmen wie Kurzarbeit einzuleiten oder die
Verschiebung nicht zwingend notwendiger Investitionen in
Betracht zu ziehen. Zudem ist bei größeren
Verschiebungen eine besondere Aufmerksamkeit auf die
Liquiditätsplanung zu legen.
Auch wenn sich die weltweiten Zinserhöhungen der
Zentralbanken, die als Reaktion auf die Inflation
eingeführt wurden, mittlerweile stabilisiert haben,
besteht im Jahr 2024 weiterhin das Risiko einer Rezession.
Abhängig von deren Ausmaß könnte dies zu
einer rückläufigen Nachfrage führen. Die
Herzog GmbH überwacht diese Entwicklungen
sorgfältig und setzt gezielte Strategien um, um auf
diese Risiken effektiv reagieren zu können.
Der anhaltende Krieg in der Ukraine prägt
weiterhin ein herausforderndes ökonomisches Umfeld. Die
direkten Auswirkungen auf das Liefergeschäft durch
Sanktionen führen zu einem Umsatzrückgang, doch
darüber hinaus existieren zahlreiche weitreichende
indirekte Folgen, vor allem in Deutschland und den
angrenzenden europäischen Ländern. Zu diesen
zählen insbesondere die Preissteigerungen bei Energie
und Rohstoffen sowie eine generell gestiegene Unsicherheit
bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen
Entwicklung. Da der Exportanteil der Herzog GmbH in die drei
direkt betroffenen Länder Ukraine, Russland und
Weißrussland jedoch lediglich zwischen 1-2 % liegt, ist
das Risiko als überschaubar einzuschätzen.
Im Vergleich zu den signifikanten Preissteigerungen
unserer Zulieferer in den Jahren 2022 und 2023, stabilisieren
sich die Einkaufspreise im Jahr 2024 auf einem moderateren
Niveau. Nichtsdestotrotz führen die anhaltend hohen
Energiekosten, insbesondere bei der Produktion von
energieintensiven Produkten wie Gusskomponenten, immer noch
zu erheblichen Preissteigerungen. Da diese Komponenten einen
erheblichen Anteil der Herstellkosten ausmachen, werden sie
durch entsprechende Preisanpassungen größtenteils
an unsere Kunden weitergegeben. Die fortlaufende
Überprüfung und Anpassung der Herstellungskosten
ist entscheidend, um die Deckungsbeiträge auf einem
ausreichenden hohen Niveau zu halten. Allerdings ist eine
vollständige Weitergabe der gestiegenen Kosten aufgrund
der schnellen Preisentwicklung nicht immer möglich, was
ein zusätzliches Risiko darstellt.
Unser Anspruch einer Technologieführerschaft setzt
voraus, dass wir Mitarbeitende gewinnen können, die mit
ihrem Know-How die Innovationen der Zukunft sichern. Auch im
Jahr 2023 ist es uns erfolgreich gelungen, unsere
Konstruktions- und Entwicklungsabteilung sowohl zu
stärken als auch zu verjüngen. Darüber hinaus
haben wir im Bereich Kunststofftechnik neue junge Mitarbeiter
mit Erfahrung gewonnen, was unsere zukunftsorientierte
Aufstellung unterstreicht. Unser Ziel ist es gerade in diesem
Bereich, eine hohe Fertigungsqualität zu
gewährleisten und somit die Herstellkosten niedrig zu
halten. Diese Ambition erstreckt sich ebenso auf den Bereich
der weiteren Digitalisierung. Dabei sind insbesondere
Projekte zur Optimierung der Personalzeiterfassung und im
Personalwesen geplant.
Die Herausforderungen des Arbeitsmarktes und der
Fachkräftemangel stellen potenzielle Risiken für
die zukünftige Entwicklung unseres Unternehmens dar. Um
diesen entgegenzuwirken, setzt die Herzog GmbH auf die
Bereitstellung attraktiver Arbeitsplätze und ergreift
zusätzliche Initiativen, wie den Aufbau und die
Stärkung unserer Arbeitgebermarke sowie die aktive
Teilnahme an Ausbildungsmessen. Diese Maßnahmen dienen
dazu, unsere Position als bevorzugter Arbeitgeber in der
Region weiter zu festigen und qualifizierte Fachkräfte
langfristig für uns zu gewinnen.
Die Herzog GmbH beobachtet einen zunehmenden Trend,
dass der bürokratische Aufwand, die Verwaltungsprozesse
sowie die Durchsetzung von Schutzrechten und die Vermeidung
von Produktnachahmungen kontinuierlich ansteigen. Ebenso
stellt das Unternehmen fest, dass die Zusammenarbeit mit
politischen Institutionen und Verwaltungsbehörden
zunehmend herausfordernder und zeitintensiver wird.
Für die Herzog GmbH eröffnen sich
Perspektiven aus den in den vergangenen Jahren gesammelten
Projekterfahrungen, die erkennen lassen, dass der Markt
zunehmend nach einem Anbieter sucht, der über den
traditionellen Maschinenbau hinaus als Problemlöser
agieren kann. Mit einem umfassenden Know-how in der
Entwicklung ist die Herzog GmbH in der Lage, rasche und
präzise Lösungen für Herausforderungen zu
bieten und Produktentwicklungen erfolgreich umzusetzen.
Innovationen, die eine Kostenreduktion ermöglichen,
sowie die Qualität der Produkte, deren
Verfügbarkeit und die Flexibilität der Anlagen
stellen zentrale Erfolgsfaktoren für unsere Kunden dar
und bilden daher auch die primären Ziele unserer
Entwicklungsarbeit. Zugleich hat sich die Herzog GmbH die
Fähigkeit und den Ruf erworben, Serienfertigungen in
größeren Stückzahlen zu
wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten und zu
realisieren.
Weitere Chancen ergeben sich aus unserer Positionierung
als kompetenter Ansprechpartner in allen Flechtfragen. Herzog
ist als Anbieter in der Lage für den gesamten
Flechtprozess Lösungen anzubieten. Dies geschieht unter
anderem auch mit strategischen Partnern. Dazu gehört
unser Bestreben unseren Kunden Lösungen und Konzepte
anzubieten, die diesen eine produktive Fertigung
ermöglichen. Hierzu gehören neue Maschinen- und
Fertigungskonzepte. Diese Strategie wird sich durchsetzen.
Dabei wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass nicht
alle Märkte hochentwickelte Maschinen nachfragen. Grund
hierfür sind immer häufiger kürzere
Investitionshorizonte.
Im Rahmen kooperativer Forschung nimmt Herzog an
diversen Förderungsvorhaben teil.
Derzeit konzentrieren wir uns intensiv auf die
Entwicklung von Innovationen für diverse Bereiche und
Anwendungen, oft in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden.
Diese kooperativen Entwicklungsprojekte zielen darauf ab,
unseren Kunden einen technischen sowie wettbewerblichen
Vorsprung zu verschaffen. Im Zuge dessen evaluieren wir
systematisch das Potenzial für Patente und nehmen
gegebenenfalls Schutzrechtsanmeldungen vor. Unser Ziel ist
es, die durch Innovationen erzielten Vorteile nicht nur zu
sichern, sondern auch aktiv zu schützen und zu
verteidigen.
Wir engagieren uns in der Entwicklung innovativer
Lösungen in vielfältigen Bereichen, um die
technologische Führungsposition der Herzog GmbH zu
festigen und auszubauen. Diese Bemühungen betrachten wir
als zukunftsweisende Investitionen. Ein wesentlicher Baustein
hierfür ist die gezielte Verjüngung und
Stärkung unserer Konstruktions- und
Entwicklungsabteilung. Darüber hinaus setzen wir auf
eine intensivierte Kooperation zwischen den Bereichen
Konstruktion/Entwicklung und Produktion, von der wir uns
mittelfristig signifikante Verbesserungen in Bezug auf
Flexibilität, Qualität und Wirtschaftlichkeit
versprechen.
II. Prognosebericht
Die im vergangenen Jahr getroffenen Prognosen zur
Geschäftsentwicklung haben sich weitgehend bewahrheitet.
Allerdings wurde die Komplexität der spezifischen
Bedienungsanforderungen im Rahmen eines Auftrags für
einen Großkunden aus Asien unterschätzt, was zu
technischen Nachbesserungen führte, die letztendlich
nicht zur Zufriedenheit des Kunden umgesetzt werden konnten.
Aus Kulanzgründen wurde der Auftrag
rückabgewickelt. Ähnliche Herausforderungen ergaben
sich bei einem universitären Entwicklungsprojekt, bei
dem aufgrund technischer und insbesondere physikalischer
Schwierigkeiten eine Überarbeitung und Anpassung des
ursprünglichen Konzepts erforderlich war. Dies hatte
auch die Verschrottung bereits bestellter bzw. gefertigter
Komponenten zur Folge. Ohne diese Sondersachverhalte
hätte die Herzog GmbH im Wesentlichen wie prognostiziert
ein EBIT auf Vorjahresniveau erzielt.
Für das Jahr 2024 setzen sich die Unsicherheiten
aus dem Vorjahr hinsichtlich der wirtschaftlichen und
politischen Gesamtlage weitestgehend fort. Die
Corona-Pandemie stellt mittlerweile keinen signifikanten
Unsicherheitsfaktor mehr dar, jedoch bringen neue
geopolitische Spannungen sowie die anhaltende Inflation neue
Unwägbarkeiten mit sich.
Auch unter herausfordernden Bedingungen verfolgen wir
das Ziel, unsere Wettbewerbsposition weiterhin auszubauen und
in Märkten mit erkennbarem Potenzial unsere Präsenz
zu stärken. Zudem liegt uns am Herzen, exzellente
Arbeitsbedingungen zu schaffen und attraktive, gut
vergütete Arbeitsplätze anzubieten. Wir sind
zuversichtlich, dass wir auf diesem Weg nicht nur unsere
Marktposition gegenüber Kunden, Geschäftspartnern
und Mitarbeitenden nachhaltig stärken, sondern auch den
Gesellschaftern einen angemessenen Ertrag sichern können
- und das unabhängig von externen Einflüssen.
Im Zuge unserer Bestrebungen, die Digitalisierung
weiter voranzutreiben und Arbeitsabläufe zu optimieren,
verfolgen wir das übergeordnete Ziel, die langfristige
Zukunftsfähigkeit der Herzog GmbH zu sichern. Ein
wesentlicher Schritt in dieser Strategie war der geplante
Umzug in ein neu zu errichtendes Betriebs- und
Verwaltungsgebäude an einem neuen Standort. Hierfür
hat unsere Gesellschafterin ein etwa 3 Hektar großes
Areal im Gewerbegebiet Rastede erworben. Nachdem die
Entwürfe für den Bau vorlagen, wurden
Gespräche mit möglichen Bau- bzw.
Generalunternehmen geführt und Kalkulationen für
das Bauvorhaben erstellt. Jedoch haben wir uns aufgrund
signifikanter Kostenerhöhungen, die durch die hohe
Inflation und gestiegene Bauzinsen bedingt waren, gepaart mit
den wirtschaftlichen, konjunkturellen und politischen Risiken
gegen den Neubau entschieden. Statt eines Neubaus
konzentrieren wir uns nun auf die Optimierung und Renovierung
der Betriebsgebäude am aktuellen Standort, um unsere
Produktionskapazität und -effizienz zu verbessern.
Gleichzeitig ist der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes
geplant, wobei die Machbarkeit derzeit von Architekten
geprüft wird.
Angesichts der aktuellen Entwicklung unseres Umsatzes
sowie der vorliegenden Auftragslage blicken wir optimistisch
auf das Geschäftsjahr 2024 und erwarten eine leicht
gesteigerte Gesamtleistung. Dabei rechnen wir mit einem
Betriebsergebnis (EBIT), das sich im niedrigen bis mittleren
sechsstelligen Bereich bewegen dürfte.
Die in diesem Bericht dargelegten Prognosen
stützen sich auf mehrere Annahmen:
- stabiler Auftragseingang und weitere leichte
konjunkturelle Erholung
- Aufrechterhalten der wesentlichen Lieferketten und
der Produktion über die größte Zeit des
Geschäftsjahres
- geringe Mitarbeiterfluktuation und keine ungeplant
hohen Lohnsteigerungen
- Weitergabe der wesentlichen Kostensteigerungen an die
Kunden
Vor dem Hintergrund einer stabilen
Lieferkettensituation, die eine ungestörte
Produktionsfortführung ermöglicht, sowie bei einer
möglichen Abschwächung weiterer Risikofaktoren wie
dem Konflikt in der Ukraine und der Inflation, könnte
sich für die Herzog GmbH eine Verbesserung der
Gesamtleistung sowie eine entsprechende Steigerung des
Betriebsergebnisses (EBIT) über die ursprüngliche
Prognose hinaus ergeben.
Oldenburg, den 7. Mai 2024
gez.
Swantje Horn, Geschäftsführerin
gez.
Dennis Behnken, Geschäftsführer
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
1,00 |
1,00 |
| I.
Sachanlagen |
1,00 |
1,00 |
| 1.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
1,00 |
1,00 |
| B.
Umlaufvermögen |
14.042.854,74 |
14.983.295,63 |
| I.
Vorräte |
6.032.146,38 |
5.662.758,23 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
1.305.302,60 |
2.517.534,13 |
| III.
Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten |
6.705.405,76 |
6.803.003,27 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
125.452,24 |
114.967,88 |
| Bilanzsumme,
Summe Aktiva |
14.168.307,98 |
15.098.264,51 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
5.077.530,14 |
5.146.172,77 |
| I.
gezeichnetes Kapital |
500.000,00 |
500.000,00 |
| II.
Bilanzgewinn |
4.577.530,14 |
4.646.172,77 |
| B.
Rückstellungen |
494.641,35 |
581.010,85 |
| C.
Verbindlichkeiten |
8.596.136,49 |
9.371.080,89 |
| davon
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern |
519.757,54 |
1.950.720,59 |
| Bilanzsumme,
Summe Passiva |
14.168.307,98 |
15.098.264,51 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
14.236.421,48 |
14.747.466,63 |
| 2.
Personalaufwand |
9.261.205,98 |
9.276.326,28 |
| a)
Löhne und Gehälter |
7.638.718,89 |
7.479.638,49 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
1.622.487,09 |
1.796.687,79 |
| 3.
Abschreibungen |
29.394,82 |
44.793,78 |
| a)
Abschreibungen auf Sachanlagen |
29.394,82 |
44.793,78 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
5.085.828,14 |
4.772.313,88 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
60.664,34 |
1.105,76 |
| 6.
Steuern vom Einkommen und Ertrag |
-10.700,49 |
196.354,42 |
| Jahresfehlbetrag |
68.642,63 |
-458.784,03 |
Ergebnisverwendung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Jahresfehlbetrag |
68.642,63 |
-458.784,03 |
| 2.
Gewinnvortrag aus dem Vorjahr |
4.646.172,77 |
4.187.388,74 |
| 3.
Bilanzgewinn |
4.577.530,14 |
4.646.172,77 |
Anhang für das Geschäftsjahr 2023
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember
2023 wird entsprechend den handelsrechtlichen
Bilanzierungsvorschriften für Kapitalgesellschaften
sowie den Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Die Gesellschaft erfüllt zum 31. Dezember 2023 die
Merkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im
Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.
Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut
Registergericht
| Firmenname laut
Registergericht: |
Herzog GmbH |
| Firmensitz laut
Registergericht: |
Oldenburg |
| Registereintrag: |
Handelsregister |
| Registergericht: |
Oldenburg (Oldenburg) |
| Register-Nr.: |
HRB 211311 |
Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige
Abschreibungen vermindert.
Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren
Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen, werden
im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.
Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am
Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. In
die Herstellungskosten wurden neben den Material- und
Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material-
und Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Soweit Bestandsrisiken
vorliegen, sind angemessene Abschläge vorgenommen
worden. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die Fifo-Methode
angewendet.
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter
Berücksichtigung von Wertberichtigungen für
Einzelrisiken angesetzt. Darüber hinaus wird bei den
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine
Pauschalwertberichtigung aller nicht einzelwertberichtigten
Forderungen in Höhe von 1 % auf den
Nettoforderungsbestand gebildet.
Die liquiden Mittel wurden zum Nennwert angesetzt.
Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite
Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie
Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag
darstellen.
Das gezeichnete Kapital wurde zum Nennwert angesetzt.
Die sonstigen Rückstellungen wurden für
ungewisse Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle
erkennbaren Risiken berücksichtigt. Bei
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem
Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen in
Höhe einer pauschalen Inflationsrate von 2 %
berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag
vorgenommen. Als Abzinsungssatz werden die den Restlaufzeiten
der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen
Marktzinssätze der vergangenen 7 Geschäftsjahre
verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank
gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung
monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden.
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Angaben zur Bilanz
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in
Höhe von TEUR 208 (Vj.: TEUR 72) eine Restlaufzeit
von mehr als einem Jahr. Alle übrigen Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände haben im
Geschäftsjahr sowie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis
zu einem Jahr.
Verbindlichkeiten
Sämtliche Verbindlichkeiten haben ebenso wie im
Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
sind in der Regel durch branchenübliche
Eigentumsvorbehalte abgesichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
betreffen ebenso wie im Vorjahr in voller Höhe
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.
In den sonstigen Verbindlichkeiten sind
Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von
EUR 83.692,90 (Vorjahr: EUR 82.038,54) enthalten.
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Sonstige betriebliche Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind
Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR
119,04 (Vorjahr: EUR 263,82) enthalten.
Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung
Die Aufwendungen für die Altersversorgung betragen
EUR 40.584,11 (Vorjahr: EUR 64.543,17).
Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind
Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR
1.721,49 (Vorjahr: EUR 2.385,31) enthalten.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinserträge beinhalten im Zusammenhang mit der
Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen einen
Zinseffekt in Höhe von EUR 1.364,34 (Vorjahr: EUR
541,76).
Sonstige Angaben
Durchschnittliche Zahl der während des
Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer
Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren
während des Geschäftsjahres im Unternehmen
beschäftigt:
|
2023
|
|
2022
|
Angestellte
|
58
|
|
53
|
Gewerbliche Mitarbeiter
|
84
|
|
99
|
|
142
|
|
152
|
Namen der Geschäftsführer
Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs
wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende
Personen geführt:
- Swantje Horn,
Volkswirtin, Wardenburg
|
|
|
- Dennis Behnken,
Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), Hude
|
|
|
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es besteht ein Pachtvertrag mit der Gesellschafterin
über EUR 240.000,00/ jährlich zzgl. einer variablen
Komponente. Im Geschäftsjahr resultierten hieraus
Verpflichtungen in Höhe von EUR 1.054.029,52 (Vj.: EUR
1.393.816,03). Der Pachtvertrag ist auf unbestimmte Zeit
abgeschlossen und jährlich kündbar.
Oldenburg, den 7. Mai 2024
gez.
Swantje Horn, Geschäftsführerin
gez.
Dennis Behnken, Geschäftsführer
Anlagespiegel
|
|
Kumulierte Anschaffungs- und
Herstellungskosten
|
|
|
Stand
|
|
|
Stand
|
|
|
01.01.2023
|
Zugänge
|
Abgänge
|
31.12.2023
|
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
A.
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
I.
|
Sachanlagen
|
|
|
|
|
1.
|
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
|
146.944,27
|
29.394,82
|
29.394,82
|
146.944,27
|
|
|
146.944,27
|
29.394,82
|
29.394,82
|
146.944,27
|
|
Kumulierte Abschreibungen
|
|
|
Stand
|
|
|
Stand
|
|
|
01.01.2023
|
Zugänge
|
Abgänge
|
00.01.1900
|
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
A.
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
I.
|
Sachanlagen
|
|
|
|
|
1.
|
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
|
146.943,27
|
29.394,82
|
29.394,82
|
146.943,27
|
|
|
146.943,27
|
29.394,82
|
29.394,82
|
146.943,27
|
|
Buchwerte
|
|
|
Stand
|
Stand
|
|
|
31.12.2023
|
31.12.2022
|
|
|
EUR
|
EUR
|
A.
|
Anlagevermögen
|
|
|
I.
|
Sachanlagen
|
|
|
1.
|
Andere Anlagen, Betriebs-
und Geschäftsausstattung
|
1,00
|
1,00
|
|
|
1,00
|
1,00
|
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 14.11.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um
die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke
verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen
Jahresabschluss und Lagebericht wurde der folgende
Bestätigungsvermerk erteilt:
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Herzog GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Herzog GmbH -
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem
Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Herzog GmbH
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum
31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum
31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 und · vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser
Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht
den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3
Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit
des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung
nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im
Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für
die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und
berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen
deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen
Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die
von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht
zu dienen.
Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter
für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung
und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben
sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft
vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen
Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der
zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als
notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und
um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen
mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung
gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen,
der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können
aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und
werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise
erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt
die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und
Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von
Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch
sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und
geeignet sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen
Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen
nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass
aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen
kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen
beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem
für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um
Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen
Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel,
ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der
Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von
den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den
gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte
und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben
unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu
modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der
Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass
die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und
Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der
Lage der Gesellschaft.
· führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die
den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden
Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Oldenburg, 7. Mai 2024
Qualitatus Revision GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaschaft
gez.
Rohsiepe, Wirtschaftsprüfer
gez.
Müller, Wirtschaftsprüfer
|