Stammdaten

Register
Amtsgericht Oldenburg HRB 211311
Eingetragen
23.9.2016
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenHerstellung von Haushalts- oder Hauswirtschaftsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
Herstellung, Vertrieb und Handel von Gegenständen aller Art aus Metall und Kunststoffen, insbesondere aber von Flecht-, Spul- und Umspulmaschinen nebst Zubehör sowie die Beteiligung gleichgültig in welcher Rechtsform - an Industrie- und Handelsunternehmen und die Übernahme der Geschäftsführung und Verwaltung in diesen Unternehme und jede andere angemessene kaufmännische Nutzung des Gesellschaftsvermögens.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dennis Behnken
seit 5.7.2021
Geschäftsführer
Swantje Horn
seit 23.9.2016
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
SGC GmbH & Co. KG
Germany
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Herzog GmbH

Oldenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

Herzog GmbH , Oldenburg (Oldenburg)

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

I. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Herzog GmbH führt mit der Entwicklung, dem Bau und dem weltweiten Vertrieb von Flecht- und Spulmaschinen seit dem 1. Januar 2017 das operative Geschäft der August Herzog Maschinenfabrik GmbH & Co KG.

II. Ziele und Strategien

Zur Steuerung und Überwachung des Unternehmens werden bilanz-, ertrags- und liquiditätsorientierte Kennzahlen eingesetzt bzw. verwendet. Bedeutsame Leistungsindikatoren sind insbesondere der Umsatz sowie das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT).

B. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaftliches Umfeld

Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Kalenderjahr 2023 mit einem Wachstum von 3,1 Prozent etwas besser als noch vor einem Jahr prognostiziert. Historisch betrachtet war das Jahr 2023 jedoch - die Rezessionsjahre ausgenommen - eines der wachstumsschwächsten der letzten drei Jahrzehnte. Nur im Jahr 2019 war der Zuwachs mit +2,8 Prozent geringer. In den USA (+2,5 Prozent) sowie in mehreren großen Schwellen- und Entwicklungsländern fiel das Bruttoinlandsprodukt 2023 höher aus als zunächst erwartet. Im Falle der USA trug die Dynamik des Konsums entscheidend dazu bei. Im Euro-Raum hingegen verhielten sich die Verbraucher angesichts hoher Inflationsraten und Energiekosten weiterhin zurückhaltend. Zudem litten der private Konsum und die Unternehmensinvestitionen unter den deutlich gestiegenen Finanzierungskosten.

Das Wachstum im Euro-Raum war zusammen mit dem im Vereinigten Königreich mit jeweils +0,5 Prozent das schwächste unter den großen entwickelten Volkswirtschaften. Die direkten und indirekten negativen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine sind in Europa nach wie vor am deutlichsten zu spüren. Während sich das Wachstumstempo in den entwickelten Volkswirtschaften - mit Ausnahme der USA - im abgelaufenen Berichtsjahr gegenüber 2022 deutlich verlangsamte, konnte die Gruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Dynamik mit +4,1 Prozent beibehalten. Überraschend robust zeigte sich die russische Wirtschaft trotz der Sanktionen (+3,0 Prozent). In China belasteten der Immobiliensektor, geopolitische Verstimmungen mit den USA und der EU sowie schwache Industrieinvestitionen die konjunkturelle Erholung. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) bei +5,2 Prozent.

Tabelle: Bruttoinlandsprodukt zum Vorjahr in Prozent

Land/Region
2023
2022
2021
Welt
3,1
3,5
6,1
Entwickelte Volkswirtschaften
1,6
2,6
5,6
 Euro-Zone
0,5
3,4
5,6
 Deutschland
-0,3
1,8
3,2
 Frankreich
0,8
2,5
6,4
 Italien
0,7
3,7
7,0
 Spanien
2,4
5,8
6,4
 Vereinigtes Königreich
0,5
4,3
7,6
 USA
2,5
1,9
5,9
 Japan
1,9
1,0
2,2
Aufstrebende Märkte und Entwicklungsländer
4,1
4,1
6,9
 ASEAN-5*
4,2
5,5
4,0
 Brasilien
3,1
3,0
5,0
 China
5,2
3,0
8,5
 Indien**
6,7
7,2
9,1
 Russland
3,0
-1,2
5,6



*)   Indonesien, Malaysia, Philippinen, Thailand, Vietnam.
**) Fiskaljahr vom 1.4. bis 31.3.
Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024, für 2021: IMF October 2023 Database

Die pandemiebedingten Störungen der Wertschöpfungsketten nahmen im Verlauf des Jahres 2023 sukzessive ab. Die Nationalbanken hielten weitgehend an ihrer restriktiven Geldpolitik fest, wodurch sich die Kreditkosten in mehreren Ländern im Laufe des Berichtsjahres weiter erhöhten. Die Inflationsraten gingen im Jahresverlauf in den meisten Ländern zwar zurück, lagen aber zumeist noch deutlich über dem Zielniveau. Die globale Inflationsrate lag bei geschätzt +6,8 Prozent. Der globale Warenhandel wuchs im Gesamtjahr 2023 nur um geschätzte +0,4 Prozent. Und auch die Industrieproduktion entwickelte sich 2023 mit real +0,9 Prozent sehr schwach. In den entwickelten Volkswirtschaften ging sie um -1,2 Prozent zurück. Nur in den USA konnte ein Rückgang der Industrieproduktion vermieden werden. Die Schwellen- und Entwicklungsländer erreichten dagegen einen Zuwachs von +2,8 Prozent, wobei China (+4,4 Prozent) und die osteuropäischen Länder einschließlich der GUS (+3,5 Prozent) überdurchschnittlich zulegten. In China war die wirtschaftliche Entwicklung mit einem BIP-Zuwachs von 3 Prozent ausgesprochen schwach. Der Anstieg lag sogar unter dem durchschnittlichen Wachstum aller Entwicklungs- und Schwellenländer in Summe, welches geschätzt +3,9 Prozent betrug. Überdurchschnittlich und weit vor China war der Zuwachs in Indien.

Quelle: IMF World Economic Outlook Update January 2024, cpb World Trade Monitor, Dezember 2023

Globaler Maschinenbau

Angesichts des anhaltend unsicheren politischen und wirtschaftlichen Umfelds sowie der ge- stiegenen Finanzierungskosten fiel die Nachfrage nach Investitionsgütern schwächer aus als im Vorjahr. Trotz rückläufiger Auftragseingänge entwickelten sich die Umsätze im stark zyklischen Maschinenbau im Jahr 2023 dennoch teilweise robust, da die Auftragsbestände zu Jahresbeginn vielerorts noch überdurchschnittlich hoch waren und somit die Produktion und Umsatz pufferten. In der zweiten Jahreshälfte ließ die Unterstützung durch die Auftragspolster jedoch nach, so dass die Umsatzentwicklung preisbereinigt meist negativ ausfiel. Auf Jahressicht stagnierte der Maschinenumsatz preisbereinigt nach Schätzung der VDMA-Volkswirte im Jahr 2023 weltweit. Nur in wenigen Ländern verlief die Entwicklung besser. Mit Blick auf die TOP-10-Maschinenbaustandorte sind hier Indien (+10 Prozent), das Vereinigte Königreich (+5 Prozent) und China (+2 Prozent) zu nennen. Trotz Investitionsförderprogrammen war die Umsatzentwicklung in den USA und im Euro-Raum mit real -3 bzw. -1 Prozent rückläufig. Noch stärker ist der Umsatzrückgang in Südkorea (-5 Prozent) und Japan (-6 Prozent) ausgefallen.

Quelle: Nationale Statistikämter, VDMA (Originaltext), "Maschinenbau Konjunktur international", Dezember 2023.

Wirtschaftsraum EU-27

In der EU-27 wuchs das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2023 laut dem Internationalen Währungsfonds kaum. Der Anstieg wird auf +0,5 Prozent geschätzt. Das ist weniger als vor einem Jahr erwartet und ein merklicher Wachstumsverlust gegenüber dem Kalenderjahr 2022 (+3,4 Prozent). Der private Konsum entwickelte sich angesichts der anhaltend hohen Inflation von +6,4 Prozent im EU-Durchschnitt schwach. Sowohl Exporte als auch die Importe schrumpften. Die Investitionen stiegen in der EU-27 voraussichtlich um +1 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen entwickelten sich mit +4 Prozent abermals dynamischer, wobei die Niederlande, Frankreich und erneut Italien die Wachstumstreiber waren. Die Industrieproduktion in der EU wurde durch die schwache Nachfrage und die hohen Energiekosten gedämpft. Zudem litt die Nachfrage nach Investitionsgütern unter den gestiegenen Finanzierungskosten. Die EU-Maschinenproduktion schrumpfte nach vorläufigen Zahlen preis- und kalenderbereinigt um -1,4 Prozent, nach +5 Prozent Wachstum im Vorjahr. Besser als im EU-Durchschnitt entwickelten sich Frankreich und Polen (jeweils +6 Prozent), Schweden (+5 Prozent) sowie Finnland und Belgien (jeweils +3 Prozent), Österreich (+2 Prozent) und Spanien sowie Italien (0 Prozent). Deutlich unterdurchschnittlich zeigte sich der Maschinenbau in den Niederlanden (Jan.-Sept.: -16 Prozent). Überdurchschnittlich hoch war der Rückgang auch in Bulgarien, Dänemark und Rumänien. Hier wurden jeweils rund ein Zehntel weniger Maschinen hergestellt als im Vorjahr. (Die Angaben beziehen sich auf den Maschinenbau in der Abgrenzung des Kapitels 28 der NACE rev.2 und sind vorläufig.)

Quelle: IWF, Eurostat, EU-Commission: European Economist Forecast Autumn 2023 und Winter 2023.

Deutsche Konjunktur

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3 Prozent niedriger als im Vorjahr. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Zudem dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstigere Finanzierungsbedingungen aufgrund der gestiegenen Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort.

Die Entwicklung der Bruttowertschöpfung verlief im Jahr 2023 in den einzelnen Wirtschaftsbereichen sehr unterschiedlich: Die Wirtschaftsleistung im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) ging insgesamt deutlich um 1,8 Prozent zurück. Entscheidend dafür war eine signifikant niedrigere Produktion im Bereich Energieversorgung. Das Verarbeitende Gewerbe, das fast 85 Prozent des produzierenden Gewerbes (ohne Bau) ausmacht, war im Jahr 2023 preisbereinigt ebenfalls im Minus (-0,3 Prozent). Positive Impulse kamen hier vorrangig aus der Automobilindustrie und dem sonstigen Fahrzeugbau. Dagegen sanken Produktion und Wertschöpfung in den energieintensiven Industriezweigen wie der Chemie- und Metallindustrie erneut, nachdem die Wirtschaftsleistung in diesen Branchen bereits 2022 besonders negativ auf die steigenden Energiepreise reagiert hatte. Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Die meisten Dienstleistungsbereiche konnten ihre wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten und stützten so die Wirtschaft im vergangenen Jahr.

Der Staat reduzierte im Jahr 2023 erstmals seit fast 20 Jahren seine preisbereinigten Konsumausgaben (-1,5 Prozent). Das lag vor allem am Wegfall staatlich finanzierter Corona-Maßnahmen wie Impfungen und Ausgleichszahlungen für freie Bettenkapazitäten in Krankenhäusern. In Ausrüstungen - das sind vor allem Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde dagegen preisbereinigt deutlich mehr investiert als im Jahr 2022 (+3,0 Prozent). Dazu trug vor allem der Anstieg der gewerblichen Pkw-Neuzulassungen bei, der durch den bis August 2023 geltenden Umweltbonus für Elektroautos im Firmenwagenbereich verstärkt wurde.

Die verhaltene weltwirtschaftliche Dynamik und die schwache inländische Nachfrage im Jahr 2023 machten sich auch beim Handel mit dem Ausland bemerkbar, der trotz sinkender Preise zurückging. Dabei sanken die Importe (preisbereinigt -3,4 Prozent) kräftiger als die Exporte (preisbereinigt -2,2 Prozent). Damit kam es im Saldo zu einem positiven Außenbeitrag, der das BIP stützte.

Die Wirtschaftsleistung wurde im Jahr 2023 von durchschnittlich 45,9 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht (+0,7 Prozent). Im vierten Quartal 2023 wurde dabei mit durchschnittlich 46,2 Millionen Erwerbstätigen ein neuer Höchststand erreicht. Die Beschäftigung nahm im Jahr 2023 unter anderem durch die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte zu. Hinzu kam eine steigende Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung.

Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA (Originaltext)

Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Die Produktion im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vorjahr im Jahr 2023 um real 0,6 Prozent gesunken. Die Materialengpässe haben sich weitgehend aufgelöst. Während die Produktion im ersten Halbjahr noch von hohen Auftragsbeständen abgepuffert wurde, brach diese Stütze im weiteren Jahresverlauf Stück für Stück weg, denn der Auftragseingang zeigte das gesamte Jahr über eine schwache Dynamik. Bereits zum Jahresbeginn kam es zu zweistelligen realen Minusraten, und auch im Jahresverlauf war keine Trendwende in Sicht. Ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld geprägt von hoher Unsicherheit führte zu einer spürbaren Zurückhaltung bei den Bestellungen.

Der Bestelleingang verfehlte sein Vorjahresniveau im Gesamtjahr 2023 preisbereinigt um 12 Prozent. Die Auftragsreichweite lag zum Jahresende mit 10,2 Monaten zwar immer noch ungewöhnlich hoch, doch hat die Reichweite inzwischen spürbar an Länge eingebüßt. Der Höchststand lag im Juli und August 2022 bei 12,2 Monaten. Zudem darf der immer noch ungewöhnliche, Zweifel hegende Durchschnittswert nicht über eine sehr unterschiedliche Verteilung innerhalb der Maschinenbaubranche hinwegtäuschen.

Nach Ergebnissen der 20. VDMA-Blitzumfrage von Ende Oktober 2023 lag die Auftragsreichweite in 60 Prozent der Unternehmen bereits unter ihrem jeweiligen langjährigen Durchschnitt. Und 34 Prozent der Maschinenbauer berichteten laut ifo-Konjunkturtest im Oktober von Produktionsbehinderungen aufgrund von Auftragsmangel.

Den ersten Produktionsstätten sind demnach die Puffer fürs Produzieren abhandengekommen. Mit der Folge, dass laut ifo die Kapazitätsauslastung im Maschinenbau von Juli (88,8 Prozent) auf Oktober (85,9 Prozent) deutlich absank. Die konjunkturelle Abkühlung wirkt sich auch mehr und mehr am Arbeitsmarkt aus. Die Einstellungsabsichten der Unternehmen haben sich reduziert, und die Kurzarbeit steigt auf einem niedrigen Niveau an. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeit waren im November etwa 20.000 Beschäftigte im Maschinenbau in Kurzarbeit. Unter dem Strich konnte die Beschäftigtenzahl in den Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern im Jahresverlauf jedoch trotz der Engpässe am Arbeitsmarkt um 1,3 Prozent zulegen. Insgesamt wurden ca. 13.600 Stellen aufgebaut. Der Arbeitskräftemangel bleibt aber nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung akut.

In Folge der gestiegenen durchschnittlichen Preise für Maschinenbauprodukte nahm der Umsatz ausweislich der Ergebnisse der VDMA Auftragseingangs- und Umsatzstatistik um nominal +7 Prozent zu. Die Produktion erreichte zum Jahresende ein Niveau von geschätzt 254 Mrd. Euro, der Umsatz von 264 Mrd. Euro.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Bundesagentur für Arbeit, ifo Institut, VDMA

II. Geschäftsverlauf

Im Jahr 2023 gelang es Herzog, sich trotz der anhaltenden, durch den Konflikt in der Ukraine geprägten wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich zu positionieren. Das Unternehmen verzeichnete über das gesamte Geschäftsjahr hinweg sehr gute Auftragseingänge. Besondere Erfolge wurden in den Segmenten Medizintechnik und Großflechtmaschinen erzielt. Der Auftragseingang 2023 lag aufgrund der genannten Umstände 70 % über dem sehr schwachen Niveau des Vorjahres bzw. sogar 5,6% über dem guten Niveau des Jahres 2021.

Die strategische Fokussierung der Gesellschaft auf Qualität, Innovation sowie die Realisierung individueller Kundenwünsche, ergänzt durch einen sehr guten Service, hat sich als signifikanter Wettbewerbsvorteil erwiesen, an dem sich nunmehr auch Konkurrenten zu orientieren versuchen. Im Berichtsjahr hat das Unternehmen seine Innovationsführerschaft unter Beweis gestellt, indem es innovative Maschinenkonzepte für neue Einsatzgebiete in technologieintensiven Branchen, darunter die Medizintechnik, erfolgreich entwickelt und auf den Markt gebracht hat.

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten blieb es essenziell, die Kostenstruktur effizient zu gestalten, ohne dabei Investitionen unverhältnismäßig zu begrenzen. Zudem wurde gezielt staatliche Förderung in Anspruch genommen, sofern verfügbar. Die Aufhebung der Reisebeschränkungen ermöglichte es, Kundenbesuche nahezu weltweit durchzuführen. Besonders zu erwähnen ist die Wiedereröffnung Chinas für internationale Besuche Anfang 2023 nach den strikten Corona-Maßnahmen. Im Jahr 2023 waren neben kleineren Messen wie der MD&M (Medizin) und der Techtextil in Nordamerika, der JEC (Carbon) in Paris, der ITMA Asia und der productronica (Kabelbaum) in München, vor allem die ITMA in Mailand als weltweit größte Textilmesse von herausragender Bedeutung. Auf dieser Plattform gelang es, innovative Maschinen aus unserem umfangreichen Sortiment einem internationalen Publikum aus 52 Ländern vorzustellen und unsere Position als Technologieführer zu stärken.

Die Beeinträchtigungen in den Wertschöpfungs- und Lieferketten verzeichneten bis zum Ende des zweiten Quartals einen deutlichen Rückgang, führten jedoch aufgrund der aus dem Vorjahr resultierenden Rückstände zu signifikanten Verschiebungen im Umsatz. Obgleich die erforderlichen Komponenten sukzessive geliefert und verbaut wurden, führten die anschließend fast gleichzeitig erforderlichen Programmierarbeiten und Tests zu weiteren Verzögerungen in den Auslieferungsprozessen, sodass im September immer noch ein beträchtlicher Rückstand festgestellt wurde. Durch die engagierte Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure konnte dieser Rückstand bis zum Ende des Jahres zwar wesentlich verringert, jedoch nicht vollständig aufgeholt werden.

Die erhöhten Energiekosten führten zu signifikanten Preisanpassungen bei allen energieintensiven Produkten, insbesondere bei Guss- und Elektrokomponenten wie beispielsweise Motoren. Um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise auszugleichen, wurden angemessene Preiserhöhungen gegenüber den Kunden vorgenommen. Darüber hinaus wurden die Herstellungskosten zahlreicher Maschinen überprüft und entsprechende Anpassungen der Maschinenpreise vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden die Ergebnisse zusätzlich durch die Herausforderungen bei zwei Großprojekten belastet. Ein Auftrag für einen Großflechter wurde aufgrund von im Laufe des Projekts aufgetretenen spezifischen Bedienungsanforderungen aus Kulanzgründen rückabgewickelt. Zudem erforderte ein universitäres Neuentwicklungsprojekt aufgrund erhöhter mechanischer und physikalischer Anforderungen eine Überarbeitung, was zu einer Verschiebung der geplanten Auslieferung führte.

Angesichts der erhöhten Kosten, die unter anderem durch die Krise in der Ukraine und anhaltende Störungen in den Lieferketten verursacht wurden, lässt sich der Geschäftsverlauf im Bereich des Auftragseingangs als durchaus zufriedenstellend einstufen. Das Rohergebnis hingegen erfüllt aufgrund der gestiegenen Preise und Herstellungskosten sowie der Herausforderungen bei zwei bedeutenden Großprojekten nicht die Erwartungen.

III. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Ertragslage

Die Ertragslage der Herzog GmbH stellt sich wie folgt dar:


2023
2022
Veränderung

TEUR
TEUR
TEUR
Rohergebnis
14.236
14.747
-511
EBIT
-140
654
-794
Jahresergebnis (EAT)
-69
459
-527


Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete die Herzog GmbH einen Umsatzrückgang von etwa TEUR 900 im Vergleich zum Vorjahr. Ein Lichtblick war jedoch der Bereich Ersatzteile, in dem ein Umsatzwachstum von ca. 2,2% erzielt wurde. Demgegenüber stand ein Rückgang bei den Neumaschinen um etwa 7,7% im Vergleich zum Vorjahr. Ursächlich für die Umsatzeinbußen waren unter anderem die Rückabwicklung des Großflechter-Projekts sowie Verzögerungen bei der Abnahme und Bezahlung durch zwei Kunden, was eine Auslieferung im Geschäftsjahr 2023 verhinderte. Trotz anfänglicher Herausforderungen durch Probleme in den Lieferketten im ersten Halbjahr konnte die Gesamtleistung im zweiten Halbjahr deutlich verbessert werden. Zudem stieg die Exportquote um 5%, und der Rückgang der Umsätze in Deutschland wurde durch signifikante Zuwächse in den USA kompensiert.

Die gesamten betrieblichen Kosten der GmbH erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um gut 2 %. Der Vertriebsaufwand ist dabei um TEUR 505 angestiegen. Dieser Anstieg ist größtenteils auf die gesteigerte Exportquote und die damit einhergehenden höheren Ausgaben für Vertreterprovisionen zurückzuführen. Des Weiteren verzeichneten wir signifikante Steigerungen bei den Ausgaben für Messebeteiligungen, insbesondere der ITMA. Auch bei den Energiekosten für Gas und Strom gab es Kostensteigerungen. Zusätzliche finanzielle Belastungen ergaben sich durch notwendige Investitionen in die Instandhaltung sowie in den Ausbau unserer Cybersicherheitsmaßnahmen im Bereich der EDV. Demgegenüber standen Einsparungen von in Summe TEUR 184 im Bereich Betriebsaufwand, die im Wesentlichen durch eine geringere variable Pacht realisiert wurde. Vor dem Hintergrund der im Geschäftsjahr herrschenden Inflation, konnten die Kosten insgesamt relativ stabil gehalten werden.

Aufgrund des um TEUR 511 gesunkenen Rohergebnisses und zugleich leicht gestiegenen Betriebskosten hat sich das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um TEUR 794 verringert, was zu einem Jahresfehlbetrag von TEUR 69 führte.

Vermögenslage

Die Herzog GmbH verfügt ausschließlich über kurzfristiges Vermögen. Das für die Ausübung der Geschäftstätigkeit notwendige Anlagevermögen wird von der Gesellschafterin gepachtet. Die Finanzierung des Umlaufvermögens erfolgt im Wesentlichen über Anzahlungen auf Bestellungen und korrespondierenden Lieferantenverbindlichkeiten. Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag keine Verbindlichkeiten gegenüber Banken.

Im Wesentlichen aufgrund von Verzögerungen bei den Auslieferungen von Maschinen (siehe Geschäftsverlauf) sind die Vorräte um TEUR 369 gegenüber dem Vorjahr angestiegen und dazu korrespondierend die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUR 909 zurück gegangen. Die Bilanzsumme hat sich um TEUR 929 verringert.

Die Eigenkapitalquote beträgt zum Bilanzstichtag 35,8 % (Vorjahr: 34,1 %) und hat sich im Wesentlichen durch das nur leicht verringerte Eigenkapital und durch die Tilgung von Gesellschafterverbindlichkeiten (TEUR 1.424) entsprechend erhöht. Bei den übrigen Verbindlichkeiten sind die erhaltenen Anzahlungen um TEUR 616 angestiegen, was den starken Auftragseingang wiederspiegelt.

Finanzlage

Kennzahlen der Finanzlage:


2023

2022

TEUR

TEUR
Cashflow aus der



   laufenden Geschäftstätigkeit
1.295

-662
   Investitionstätigkeit
31

-44
   Finanzierungstätigkeit
-1.424

947
Veränderung des Finanzmittelfonds
-98

242
Finanzmittelfonds am 31. Dezember
6.705

6.803


Die Zahlungsfähigkeit der Herzog GmbH war im gesamten Geschäftsjahr sichergestellt.

Trotz der Herausforderungen durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine setzte die Herzog GmbH auch im Jahr 2023 ihre zielgerichtete Investitionspolitik fort. Der Fokus lag dabei vornehmlich auf technischen Anlagen und Maschinen sowie auf der EDV, um sowohl die eigenen Produktionskapazitäten und Flexibilität zu verbessern als auch die Cybersicherheit zu erhöhen. Die Finanzierung dieser Investitionen erfolgte allerdings nicht direkt durch die Herzog GmbH, sondern über deren Muttergesellschaft. Zwischen der Herzog GmbH und der Muttergesellschaft besteht eine Pachtvereinbarung, die der Herzog GmbH die Nutzung des Produktionsvermögens ermöglicht.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

I. Chancen- und Risikobericht

Die Risiken werden von der Geschäftsführung erfasst und in Besprechungsrunden diskutiert, um Lösungen für Risikovermeidung und/oder -minimierung zu finden.

Für das Jahr 2024 zeichnet sich das vorrangige Risiko in der schwächelnden Konjunktur sowie in der weiterhin relativ hohen Inflation ab. Nach Angaben des VDMA setzte sich die Auftragsflaute im Maschinenbau auch im ersten Quartal 2024 fort, wobei der Auftragseingang in einigen Bereichen prozentual zweistellig zurückging. Im Jahr 2023 gelang es uns überwiegend, die Lieferketten stabil zu halten. Dies war insbesondere unseren langjährigen, engen und vertrauensvollen Beziehungen zu unseren hauptsächlich regional, national und europäisch orientierten Lieferanten zu verdanken. Allerdings besteht die Befürchtung, dass die Lieferketten für bestimmte Komponenten durch starke Abhängigkeiten, insbesondere von asiatischen Märkten, auch mittelfristig beeinträchtigt werden könnten. Dies könnte in Einzelfällen zu unwiederbringlichen Umsatzeinbußen führen. Als Reaktion darauf könnte es erforderlich sein, Maßnahmen wie Kurzarbeit einzuleiten oder die Verschiebung nicht zwingend notwendiger Investitionen in Betracht zu ziehen. Zudem ist bei größeren Verschiebungen eine besondere Aufmerksamkeit auf die Liquiditätsplanung zu legen.

Auch wenn sich die weltweiten Zinserhöhungen der Zentralbanken, die als Reaktion auf die Inflation eingeführt wurden, mittlerweile stabilisiert haben, besteht im Jahr 2024 weiterhin das Risiko einer Rezession. Abhängig von deren Ausmaß könnte dies zu einer rückläufigen Nachfrage führen. Die Herzog GmbH überwacht diese Entwicklungen sorgfältig und setzt gezielte Strategien um, um auf diese Risiken effektiv reagieren zu können.

Der anhaltende Krieg in der Ukraine prägt weiterhin ein herausforderndes ökonomisches Umfeld. Die direkten Auswirkungen auf das Liefergeschäft durch Sanktionen führen zu einem Umsatzrückgang, doch darüber hinaus existieren zahlreiche weitreichende indirekte Folgen, vor allem in Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern. Zu diesen zählen insbesondere die Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen sowie eine generell gestiegene Unsicherheit bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung. Da der Exportanteil der Herzog GmbH in die drei direkt betroffenen Länder Ukraine, Russland und Weißrussland jedoch lediglich zwischen 1-2 % liegt, ist das Risiko als überschaubar einzuschätzen.

Im Vergleich zu den signifikanten Preissteigerungen unserer Zulieferer in den Jahren 2022 und 2023, stabilisieren sich die Einkaufspreise im Jahr 2024 auf einem moderateren Niveau. Nichtsdestotrotz führen die anhaltend hohen Energiekosten, insbesondere bei der Produktion von energieintensiven Produkten wie Gusskomponenten, immer noch zu erheblichen Preissteigerungen. Da diese Komponenten einen erheblichen Anteil der Herstellkosten ausmachen, werden sie durch entsprechende Preisanpassungen größtenteils an unsere Kunden weitergegeben. Die fortlaufende Überprüfung und Anpassung der Herstellungskosten ist entscheidend, um die Deckungsbeiträge auf einem ausreichenden hohen Niveau zu halten. Allerdings ist eine vollständige Weitergabe der gestiegenen Kosten aufgrund der schnellen Preisentwicklung nicht immer möglich, was ein zusätzliches Risiko darstellt.

Unser Anspruch einer Technologieführerschaft setzt voraus, dass wir Mitarbeitende gewinnen können, die mit ihrem Know-How die Innovationen der Zukunft sichern. Auch im Jahr 2023 ist es uns erfolgreich gelungen, unsere Konstruktions- und Entwicklungsabteilung sowohl zu stärken als auch zu verjüngen. Darüber hinaus haben wir im Bereich Kunststofftechnik neue junge Mitarbeiter mit Erfahrung gewonnen, was unsere zukunftsorientierte Aufstellung unterstreicht. Unser Ziel ist es gerade in diesem Bereich, eine hohe Fertigungsqualität zu gewährleisten und somit die Herstellkosten niedrig zu halten. Diese Ambition erstreckt sich ebenso auf den Bereich der weiteren Digitalisierung. Dabei sind insbesondere Projekte zur Optimierung der Personalzeiterfassung und im Personalwesen geplant.

Die Herausforderungen des Arbeitsmarktes und der Fachkräftemangel stellen potenzielle Risiken für die zukünftige Entwicklung unseres Unternehmens dar. Um diesen entgegenzuwirken, setzt die Herzog GmbH auf die Bereitstellung attraktiver Arbeitsplätze und ergreift zusätzliche Initiativen, wie den Aufbau und die Stärkung unserer Arbeitgebermarke sowie die aktive Teilnahme an Ausbildungsmessen. Diese Maßnahmen dienen dazu, unsere Position als bevorzugter Arbeitgeber in der Region weiter zu festigen und qualifizierte Fachkräfte langfristig für uns zu gewinnen.

Die Herzog GmbH beobachtet einen zunehmenden Trend, dass der bürokratische Aufwand, die Verwaltungsprozesse sowie die Durchsetzung von Schutzrechten und die Vermeidung von Produktnachahmungen kontinuierlich ansteigen. Ebenso stellt das Unternehmen fest, dass die Zusammenarbeit mit politischen Institutionen und Verwaltungsbehörden zunehmend herausfordernder und zeitintensiver wird.

Für die Herzog GmbH eröffnen sich Perspektiven aus den in den vergangenen Jahren gesammelten Projekterfahrungen, die erkennen lassen, dass der Markt zunehmend nach einem Anbieter sucht, der über den traditionellen Maschinenbau hinaus als Problemlöser agieren kann. Mit einem umfassenden Know-how in der Entwicklung ist die Herzog GmbH in der Lage, rasche und präzise Lösungen für Herausforderungen zu bieten und Produktentwicklungen erfolgreich umzusetzen. Innovationen, die eine Kostenreduktion ermöglichen, sowie die Qualität der Produkte, deren Verfügbarkeit und die Flexibilität der Anlagen stellen zentrale Erfolgsfaktoren für unsere Kunden dar und bilden daher auch die primären Ziele unserer Entwicklungsarbeit. Zugleich hat sich die Herzog GmbH die Fähigkeit und den Ruf erworben, Serienfertigungen in größeren Stückzahlen zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten und zu realisieren.

Weitere Chancen ergeben sich aus unserer Positionierung als kompetenter Ansprechpartner in allen Flechtfragen. Herzog ist als Anbieter in der Lage für den gesamten Flechtprozess Lösungen anzubieten. Dies geschieht unter anderem auch mit strategischen Partnern. Dazu gehört unser Bestreben unseren Kunden Lösungen und Konzepte anzubieten, die diesen eine produktive Fertigung ermöglichen. Hierzu gehören neue Maschinen- und Fertigungskonzepte. Diese Strategie wird sich durchsetzen. Dabei wird auch der Tatsache Rechnung getragen, dass nicht alle Märkte hochentwickelte Maschinen nachfragen. Grund hierfür sind immer häufiger kürzere Investitionshorizonte.

Im Rahmen kooperativer Forschung nimmt Herzog an diversen Förderungsvorhaben teil.

Derzeit konzentrieren wir uns intensiv auf die Entwicklung von Innovationen für diverse Bereiche und Anwendungen, oft in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Diese kooperativen Entwicklungsprojekte zielen darauf ab, unseren Kunden einen technischen sowie wettbewerblichen Vorsprung zu verschaffen. Im Zuge dessen evaluieren wir systematisch das Potenzial für Patente und nehmen gegebenenfalls Schutzrechtsanmeldungen vor. Unser Ziel ist es, die durch Innovationen erzielten Vorteile nicht nur zu sichern, sondern auch aktiv zu schützen und zu verteidigen.

Wir engagieren uns in der Entwicklung innovativer Lösungen in vielfältigen Bereichen, um die technologische Führungsposition der Herzog GmbH zu festigen und auszubauen. Diese Bemühungen betrachten wir als zukunftsweisende Investitionen. Ein wesentlicher Baustein hierfür ist die gezielte Verjüngung und Stärkung unserer Konstruktions- und Entwicklungsabteilung. Darüber hinaus setzen wir auf eine intensivierte Kooperation zwischen den Bereichen Konstruktion/Entwicklung und Produktion, von der wir uns mittelfristig signifikante Verbesserungen in Bezug auf Flexibilität, Qualität und Wirtschaftlichkeit versprechen.

II. Prognosebericht

Die im vergangenen Jahr getroffenen Prognosen zur Geschäftsentwicklung haben sich weitgehend bewahrheitet. Allerdings wurde die Komplexität der spezifischen Bedienungsanforderungen im Rahmen eines Auftrags für einen Großkunden aus Asien unterschätzt, was zu technischen Nachbesserungen führte, die letztendlich nicht zur Zufriedenheit des Kunden umgesetzt werden konnten. Aus Kulanzgründen wurde der Auftrag rückabgewickelt. Ähnliche Herausforderungen ergaben sich bei einem universitären Entwicklungsprojekt, bei dem aufgrund technischer und insbesondere physikalischer Schwierigkeiten eine Überarbeitung und Anpassung des ursprünglichen Konzepts erforderlich war. Dies hatte auch die Verschrottung bereits bestellter bzw. gefertigter Komponenten zur Folge. Ohne diese Sondersachverhalte hätte die Herzog GmbH im Wesentlichen wie prognostiziert ein EBIT auf Vorjahresniveau erzielt.

Für das Jahr 2024 setzen sich die Unsicherheiten aus dem Vorjahr hinsichtlich der wirtschaftlichen und politischen Gesamtlage weitestgehend fort. Die Corona-Pandemie stellt mittlerweile keinen signifikanten Unsicherheitsfaktor mehr dar, jedoch bringen neue geopolitische Spannungen sowie die anhaltende Inflation neue Unwägbarkeiten mit sich.

Auch unter herausfordernden Bedingungen verfolgen wir das Ziel, unsere Wettbewerbsposition weiterhin auszubauen und in Märkten mit erkennbarem Potenzial unsere Präsenz zu stärken. Zudem liegt uns am Herzen, exzellente Arbeitsbedingungen zu schaffen und attraktive, gut vergütete Arbeitsplätze anzubieten. Wir sind zuversichtlich, dass wir auf diesem Weg nicht nur unsere Marktposition gegenüber Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitenden nachhaltig stärken, sondern auch den Gesellschaftern einen angemessenen Ertrag sichern können - und das unabhängig von externen Einflüssen.

Im Zuge unserer Bestrebungen, die Digitalisierung weiter voranzutreiben und Arbeitsabläufe zu optimieren, verfolgen wir das übergeordnete Ziel, die langfristige Zukunftsfähigkeit der Herzog GmbH zu sichern. Ein wesentlicher Schritt in dieser Strategie war der geplante Umzug in ein neu zu errichtendes Betriebs- und Verwaltungsgebäude an einem neuen Standort. Hierfür hat unsere Gesellschafterin ein etwa 3 Hektar großes Areal im Gewerbegebiet Rastede erworben. Nachdem die Entwürfe für den Bau vorlagen, wurden Gespräche mit möglichen Bau- bzw. Generalunternehmen geführt und Kalkulationen für das Bauvorhaben erstellt. Jedoch haben wir uns aufgrund signifikanter Kostenerhöhungen, die durch die hohe Inflation und gestiegene Bauzinsen bedingt waren, gepaart mit den wirtschaftlichen, konjunkturellen und politischen Risiken gegen den Neubau entschieden. Statt eines Neubaus konzentrieren wir uns nun auf die Optimierung und Renovierung der Betriebsgebäude am aktuellen Standort, um unsere Produktionskapazität und -effizienz zu verbessern. Gleichzeitig ist der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes geplant, wobei die Machbarkeit derzeit von Architekten geprüft wird.

Angesichts der aktuellen Entwicklung unseres Umsatzes sowie der vorliegenden Auftragslage blicken wir optimistisch auf das Geschäftsjahr 2024 und erwarten eine leicht gesteigerte Gesamtleistung. Dabei rechnen wir mit einem Betriebsergebnis (EBIT), das sich im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich bewegen dürfte.

Die in diesem Bericht dargelegten Prognosen stützen sich auf mehrere Annahmen:

- stabiler Auftragseingang und weitere leichte konjunkturelle Erholung
- Aufrechterhalten der wesentlichen Lieferketten und der Produktion über die größte Zeit des Geschäftsjahres
- geringe Mitarbeiterfluktuation und keine ungeplant hohen Lohnsteigerungen
- Weitergabe der wesentlichen Kostensteigerungen an die Kunden

Vor dem Hintergrund einer stabilen Lieferkettensituation, die eine ungestörte Produktionsfortführung ermöglicht, sowie bei einer möglichen Abschwächung weiterer Risikofaktoren wie dem Konflikt in der Ukraine und der Inflation, könnte sich für die Herzog GmbH eine Verbesserung der Gesamtleistung sowie eine entsprechende Steigerung des Betriebsergebnisses (EBIT) über die ursprüngliche Prognose hinaus ergeben.

 

Oldenburg, den 7. Mai 2024

gez. Swantje Horn, Geschäftsführerin

gez. Dennis Behnken, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 1,00 1,00
I. Sachanlagen 1,00 1,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1,00 1,00
B. Umlaufvermögen 14.042.854,74 14.983.295,63
I. Vorräte 6.032.146,38 5.662.758,23
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.305.302,60 2.517.534,13
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 6.705.405,76 6.803.003,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 125.452,24 114.967,88
Bilanzsumme, Summe Aktiva 14.168.307,98 15.098.264,51

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 5.077.530,14 5.146.172,77
I. gezeichnetes Kapital 500.000,00 500.000,00
II. Bilanzgewinn 4.577.530,14 4.646.172,77
B. Rückstellungen 494.641,35 581.010,85
C. Verbindlichkeiten 8.596.136,49 9.371.080,89
davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 519.757,54 1.950.720,59
Bilanzsumme, Summe Passiva 14.168.307,98 15.098.264,51

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 14.236.421,48 14.747.466,63
2. Personalaufwand 9.261.205,98 9.276.326,28
a) Löhne und Gehälter 7.638.718,89 7.479.638,49
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.622.487,09 1.796.687,79
3. Abschreibungen 29.394,82 44.793,78
a) Abschreibungen auf Sachanlagen 29.394,82 44.793,78
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 5.085.828,14 4.772.313,88
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 60.664,34 1.105,76
6. Steuern vom Einkommen und Ertrag -10.700,49 196.354,42
Jahresfehlbetrag 68.642,63 -458.784,03

Ergebnisverwendung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Jahresfehlbetrag 68.642,63 -458.784,03
2. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 4.646.172,77 4.187.388,74
3. Bilanzgewinn 4.577.530,14 4.646.172,77

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 wird entsprechend den handelsrechtlichen Bilanzierungsvorschriften für Kapitalgesellschaften sowie den Regelungen des GmbH-Gesetzes aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Die Gesellschaft erfüllt zum 31. Dezember 2023 die Merkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Herzog GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Oldenburg
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Oldenburg (Oldenburg)
Register-Nr.: HRB 211311

Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungskosten EUR 800,00 nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Sofern die Tageswerte am Bilanzstichtag niedriger waren, wurden diese angesetzt. In die Herstellungskosten wurden neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Soweit Bestandsrisiken vorliegen, sind angemessene Abschläge vorgenommen worden. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die Fifo-Methode angewendet.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert unter Berücksichtigung von Wertberichtigungen für Einzelrisiken angesetzt. Darüber hinaus wird bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen eine Pauschalwertberichtigung aller nicht einzelwertberichtigten Forderungen in Höhe von 1 % auf den Nettoforderungsbestand gebildet.

Die liquiden Mittel wurden zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten sind auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Das gezeichnete Kapital wurde zum Nennwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen in Höhe einer pauschalen Inflationsrate von 2 % berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssatz werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen 7 Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Angaben zur Bilanz
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben in Höhe von TEUR 208 (Vj.: TEUR 72) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Alle übrigen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben im Geschäftsjahr sowie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben ebenso wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind in der Regel durch branchenübliche Eigentumsvorbehalte abgesichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen ebenso wie im Vorjahr in voller Höhe Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

In den sonstigen Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von EUR 83.692,90 (Vorjahr: EUR 82.038,54) enthalten.

Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 119,04 (Vorjahr: EUR 263,82) enthalten.

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung

Die Aufwendungen für die Altersversorgung betragen EUR 40.584,11 (Vorjahr: EUR 64.543,17).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 1.721,49 (Vorjahr: EUR 2.385,31) enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge beinhalten im Zusammenhang mit der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen einen Zinseffekt in Höhe von EUR 1.364,34 (Vorjahr: EUR 541,76).

Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:




2023

2022
Angestellte
58

53
Gewerbliche Mitarbeiter
84

99

142

152


Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

- Swantje Horn, Volkswirtin, Wardenburg


- Dennis Behnken, Diplom-Wirtschaftsingenieur (FH), Hude



Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es besteht ein Pachtvertrag mit der Gesellschafterin über EUR 240.000,00/ jährlich zzgl. einer variablen Komponente. Im Geschäftsjahr resultierten hieraus Verpflichtungen in Höhe von EUR 1.054.029,52 (Vj.: EUR 1.393.816,03). Der Pachtvertrag ist auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und jährlich kündbar.

 

Oldenburg, den 7. Mai 2024

gez. Swantje Horn, Geschäftsführerin

gez. Dennis Behnken, Geschäftsführer

Anlagespiegel



Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten


Stand


Stand


01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023


EUR
EUR
EUR
EUR
A.
Anlagevermögen




I.
Sachanlagen




1.
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
146.944,27
29.394,82
29.394,82
146.944,27


146.944,27
29.394,82
29.394,82
146.944,27

Kumulierte Abschreibungen


Stand


Stand


01.01.2023
Zugänge
Abgänge
00.01.1900


EUR
EUR
EUR
EUR
A.
Anlagevermögen




I.
Sachanlagen




1.
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
146.943,27
29.394,82
29.394,82
146.943,27


146.943,27
29.394,82
29.394,82
146.943,27
 
Buchwerte


Stand
Stand


31.12.2023
31.12.2022


EUR
EUR
A.
Anlagevermögen


I.
Sachanlagen


1.
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
1,00
1,00


1,00
1,00

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 14.11.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Herzog GmbH
Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Herzog GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Herzog GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und · vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
· gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungs­legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
·  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Oldenburg, 7. Mai 2024


Qualitatus Revision GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaschaft

gez. Rohsiepe, Wirtschaftsprüfer

gez. Müller, Wirtschaftsprüfer

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