Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 730780
Eingetragen
10.8.2009
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Baubedarfsartikeln aus KunststoffenBearbeitung und Veredlung von Kunststoffwaren
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist: - Kunststoffrecycling und -handel - Aufbereiten von allen thermoplastischen Kunststoffen - Herstellung von hochwertigen Mahlgütern, Regranulate und Recomounds sowie - Handel mit industriellen Gütern außer genehmigungspflichten Waren.

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Jasmina Gregorn
seit 8.3.2023
Prokura
Roland Albrecht
seit 8.3.2023
Prokura
Thomas Rätzsch
seit 29.11.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
MOL Downstream Zrt.HUN
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
26.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AURORA Kunststoffe GmbH

Neuenstein

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

AURORA Kunststoffe GmbH, Neuenstein

1. Grundlagen der Gesellschaft

Die AURORA Kunststoffe GmbH, im Folgenden kurz "AURORA", ist ein Tochterunternehmen der MOL Germany GmbH, München (HRB 67113), welche ein Tochterunternehmen der MOL MAGYAR OLAJ-ÉS GÁZIPARI NyRt, Budapest, Ungarn ("MOL Nyrt.", ISIN HU0000153937) ist.

Gegründet im Jahr 2009, wurde das Unternehmen zum 1. November 2019 in den MOL-Konzern integriert. Die Integration in den Konzern ist durch den Kauf von 100 % der Anteile erfolgt. Der Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der MOL MAGYAR OLAJ-ÉS GÁZIPARI NYILVANOSAN MÜKÖDÖ RÉSZVÉNITÁRSASÁG, Budapest, Ungarn, ("MOL Nyrt." bzw. MOL Plc.) einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss und Konzernlagebericht für den größten und kleinsten Kreis von Unternehmen auf.

Der Konzernabschluss und der Konzernlageberichtsind derzeit noch nicht veröffentlicht, sollen jedoch noch beim Unternehmensregister zur Veröffentlichung eingereicht werden und sind anschließend auf der Webpage "https://molgroup.info/en/investor-relations/publications #nav-annual-reports" einsehbar.

Als mittelgroße Kapitalgesellschaft produziert und verkauft die AURORA neben Mahlgütern Rezyklat-basierte Regranulate und Recompounds technischer Kunststoffe für verschiedene Anwendungsbereiche, vorrangig in der Automobilindustrie, aber auch der Möbel-, Elektro-, Bau- oder der Konsumgüterindustrie.

Darüber hinaus bietet die AURORA nachhaltige Konzepte zur Kunststoffentsorgung und Lohnverarbeitung an. Für die Umsetzung nutzt das Unternehmen ein spezielles kreislaufbasiertes Lean-Logistik-Konzept, bestehend aus einem eigenen Fuhrpark sowie einem Boxensystem zur sortenreinen Sammlung von Kunststofffehlteilen und Angüssen der kunststoffverarbeitenden Industrie.

Dank dieses Systems und des Lieferantennetzes verfügt AURORA über einen weitreichenden Zugang zu Sekundärrohstoffen, welche in den Produktionsanlagen umwelt- und ressourcenschonend aufgearbeitet werden.

Zur konstanten Qualitätssicherung prüft AURORA im eigenen Labor jedes produzierte Gebinde auf seine thermischen, rheologischen und mechanischen Eigenschaften. Durch die Kontrolle der gesamten Liefer- und Produktionskette sowie Optimierung der Rezepturen können die Compounds qualitativ die meisten Neuwareanwendungen ersetzen.

Die Marktposition der Konzernmutter in Mittel- und Osteuropa und das wettbewerbsfähige Portfolio an hochwertigen entsprechend den Kundenforderungen optimierten Produkten bilden eine solide Basis, um die Chancen zu nutzen, die sich aus dem Nachfrageanstieg nach Kunststoffen besonders im Heimatmarkt ergeben.

Als mittelständisches Unternehmen steuert die Geschäftsleitung das Unternehmen autark von der Konzernmutter mit Unterstützung durch die MOL Germany GmbH, die Knowhow und Personal zur Verfügung stellt.

Dazu bedient sich die Geschäftsleitung einer permanenten IST-Analyse sowie Planungen von Rentabilität und Liquidität. Ergänzend dazu bietet das interne Rechnungswesen eine Kostenstellenrechnung sowie Abweichungsanalysen.

Im Bereich Forschung und Entwicklung kann die AURORA Knowhow in der Entwicklung und Compoundierung Rezyklat-basierter technischer Kunststoffe vorweisen, welche permanent weiterentwickelt werden. Grundlagenforschung betreibt das Unternehmen jedoch nicht.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Für viele Industrien bot sich in 2023 regional wie auch global ein sehr herausforderndes Marktumfeld. Die Lieferkettenprobleme, welche im Vorjahr noch ein maßgeblicher Faktor für verschiedene Marktverwerfungen waren, konnten schrittweise aufgelöst werden, allerdings traten dann zunehmend andere Herausforderungen wieder mehr in den Vordergrund. Hervorzuheben sind hier die grundsätzlichen Marktbelastungen durch den Ukraine-Krieg, die anhaltend hohe Inflation sowie stark gestiegene Zinsen, welche einerseits das Industriewachstum verlangsamten und geplante Investitionen erschwerten, andererseits aber auch den Konsum negativ beeinflussten.

Durch gewisse industriespezifische und regionale Probleme haben diese Faktoren besonders starken Einfluss auf das europäische Kunststoffgeschäft und die entsprechende Entwicklung in Deutschland. Ein wichtiger Punkt sind hier zusätzliche günstigere Rohstoffimporte, vorwiegend aus Asien, welche das Mengen- und Preisgefüge auf Basis der europäischen Produktion stören. Zudem fehlten Impulse zur Belebung für Schlüsselindustriesektoren, welche üblicherweise große Mengen an Kunststoffen für ihre entsprechenden Anwendungen benötigen, wie z. B. die Bauindustrie. Durch das Zusammenspiel dieser Faktoren kam es zu deutlichen Überkapazitäten am Markt, welche wiederum zu einem allgemeinen starken Preisverfall bei Kunststoffen führten.

Die allgemeine Preisentwicklung für Kunststoffe kann beispielhaft dem Plastixx-Polymerpreisindex der KI - Kunststoff Information (www.kiweb.de) entnommen werden. Dieser Index bildet repräsentativ die Preisentwicklung von Kunststoffen in Westeuropa ab und ist im Folgenden für Technische Thermoplaste für den Zeitraum von 2022-2023 dargestellt.

Im Umfeld generell steigender Produktionskosten, aufgrund hoher Energiepreise, Arbeits- und Servicekosten, verschärfte diese Entwicklung die bereits bestehenden Herausforderungen in der europäischen und deutschen Kunststoffindustrie.

2.2. Geschäftsverlauf

Auch wenn die AURORA Kunststoffe GmbH in den wichtigen und zukunftsorientierten Geschäftsbereichen der Aufarbeitung von Kunststoffabfällen und der Herstellung von Rezyklat-basierten Kunststoffcompounds tätig ist, führte dieses Umfeld auch für sie zu massiven Problemen.

Ohne zusätzliche Anreize aus der Lieferkette, eine erweiterte CO 2 -Bepreisung oder anderen gesetzlichen bzw. steuerlichen Rahmenbedingungen unterliegen entsprechende nachhaltige Produkte den gleichen Marktgegebenheiten wie die auf Basis von fossilen Rohstoffen hergestellten Neuware-Kunststoffe. In erster Linie bedeutet das, dass bei allgemein sinkenden Preisen auch die Preise für Rezyklate zumindest im gleichen Maße sinken müssen. Zusätzlich erschwerend wirkt das, zumindest unter den gegebenen Rahmenbedingungen, generell vorherrschende niedrigere Preisniveau von Rezyklaten gegenüber Neuware in Kombination mit einer relativ starren Kostenstruktur für die Sammlung und Aufarbeitung der Kunststoffabfälle. Damit schlagen stark sinkende Neuwarepreise direkt auf die Margen im Rezyklatgeschäft durch und sind schwer zu kompensieren. Wenn die Preisvorteile beim Einsatz von Rezyklat-basierten Produkten geringer oder nicht mehr existent sind, werden zudem kundenseitig meist Neuwareprodukte bevorzugt, außer im Fall von Projekten mit entsprechend starken Anreizen aus der jeweiligen Lieferkette, z. B. durch OEMs, welche sich individuell gegenüber ihren Kunden zum Einsatz von höheren Rezyklatanteilen in ihren Produkten verpflichtet haben, oder bei Produkten mit streng definierten Materialfreigaben.

Für AURORA führten diese Effekte, nach dem bereits herausfordernden Vorjahr, zu 22 % niedrigeren Umsätzen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023, welche damit auch deutlich unter der ursprünglichen Planung lagen. Hierbei war AURORA von einer schrittweisen umsatz- sowie ertragsseitigen Erholung des Geschäfts ausgegangen, basierend auf der Überwindung der Schwierigkeiten in den Lieferketten und tendenziell positiver Dynamik in der kunststoffverarbeitenden Industrie in den relevanten Industriesektoren.

Faktisch lagen die Verkaufsvolumen über alle Produktgruppen und Anwendungsbereiche 15 % unter denen des Vorjahres. Im wichtigen Geschäft mit hochwertigen Recompounds, vorrangig für den Automobilbereich, aber auch für andere größere Kundensegmente, d. h. die Möbel-, Bau- sowie die Elektroindustrie, fiel der Rückgang mit in Summe 13 % etwas moderater aus. Bei den Standardprodukten, d. h. den Regranulaten, kam es zu einem massiven Rückgang von 38 %, was durch die erwähnten Einflussfaktoren erklärt werden kann. Positiv hervorzuheben ist, das negative Preiseffekte im hochwertigen Recompound-Geschäft mit -2 % verhältnismäßig gut abgefedert werden konnten.

Neue Verkaufsprojekte konnten in dem vorherrschenden Marktumfeld nur bedingt und wenn dann meist nur mit gewissen Verzögerungen bzw. längeren Anlaufphasen umgesetzt werden. Nachweislich positive Effekte von diesen Projekten werden daher erst im kommenden Jahr erwartet.

Auch in den zusätzlichen Geschäftsbereichen Lohnverarbeitung, dem Handel mit Neuware-Kunststoffen und dem Mahlgutverkauf konnte im Jahr 2023 nicht der geplante Umsatz erzielt werden. Durch den starken Preisverfall und die Neuware-Überkapazitäten hatte speziell der Handelsbereich massive Rückgänge zu verzeichnen. Aus strategischer Sicht ist dieser Bereich für AURORA aber eher von geringer Bedeutung. Durch zusätzlichen Fokus auf das Geschäft mit Mahlgütern konnte dieses volumenseitig um 27 % und umsatzseitig um 8 % gesteigert werden. Bei der Lohnverarbeitung war volumen- und umsatzseitig ein Rückgang von 21 % zu verzeichnen.

Die für AURORA wichtige Verfügbarkeit von Kunststoffabfällen aus der produzierenden Industrie als wichtigste Rohstoffquelle, stellt auch im Geschäftsjahr 2023 eine Herausforderung dar. Die grundsätzlich niedrigeren Produktionslevel in der kunststoffverarbeitenden Industrie der AURORA sorgten im Jahresvergleich für 7 % geringere Materialeingänge aus dem AURORA-eigenen Sammelsystem. Die Mengen konnten allerdings durch den Zukauf an gleichwertigen Rohstoffen vom europäischen Markt ausgeglichen werden. Insgesamt war die Versorgungslage für die zusätzlich benötigten Rohstoffe ausgeglichen bis entspannt. Das sinkende Preisniveau in diesem Bereich sowie eine aktive starke Erweiterung des Lieferantennetzwerkes zur Vorbeugung der im Vorjahr erfahrenen massiven Engpässe führte zu einer signifikanten Senkung der spezifischen Rohstoffkosten im Zukauf, wodurch ein Teil der negativen Kosten- und Verkaufspreisentwicklungen ausgeglichen werden konnten. In Summe zeigt sich aber auch ein weiter steigender Anteil an Zukaufsmaterial im Vergleich zum Anteil an gut verwertbarem Materialeingang aus dem hauseigenen Sammel- bzw. Entsorgungssystem, was aus strategischer und kommerzieller Sicht einen Nachteil darstellt. Die Optimierung des Entsorgungssystems in Richtung höhere Mengen an produkt- und/oder verkaufsseitig gut verwertbaren Abfallströmen ist daher ein wichtiger Aspekt der zukünftigen operativen Entwicklung.

Neben den zurückgegangenen Verkaufsmengen stellten speziell die deutlich höheren Produktions- und Arbeitskosten eine große Herausforderung im Geschäftsjahr 2023 dar. Die bereits im Vorjahr schrittweise durchgeführten Anpassungen, insbesondere im Zuge der gesetzlichen Mindestlohnerhöhung, individuell notwendige inflationsgetriebene Lohn- und Gehaltssteigerungen sowie strukturelle Veränderungen in einigen Bereichen, trugen auch in 2023 weiterhin zu einer deutlichen Erhöhung der Arbeitskosten bei. Im Zusammenspiel mit etwas gesunkenen Produktionsmengen, weiterhin hohen Energie- und Servicekosten führte dies zu einer stark negativen Entwicklung der spezifischen Produktionskosten; je nach Produktionsbereich zwischen 17 % und 35 %.

Einen weiteren wichtigen Kostenfaktor stellen die spezifischen Transportkosten dar, für welche auf Seiten der Sammlung/Entsorgung wie auch bei der Auslieferung gegenüber dem Vorjahr gewisse Erhöhungen akzeptiert werden mussten.

Die Kapazität der Compoundieranlage in Neuenstein konnte durch die geringere Nachfrage im Schnitt nur zu etwa 50 %, gegenüber einer realistisch erreichbaren Kapazität bei erweitertem Schichtsystem, ausgelastet werden, wobei saisonal bedingt speziell im Sommer und Ende des Jahres der Ausstoß teilweise deutlich reduziert wurde. Die Auslastung der Mahlbetriebe in Neuenstein, Walldürn und Villingen-Schwenningen, ergibt sich grundsätzlich aus den Materialeingängen, welche durch das AURORA-eigene Sammelsystem zugeführt werden. Die sinkenden Abfallmengen bei vielen Lieferanten führten zu deutlich niedrigeren Durchsatzmengen als anhand der operativen Auslegung möglich.Die weiterhin sehr herausfordernde Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 hat gezeigt, dass trotz des grundsätzlich im strategischen Rahmen sehr positiv erwarteten Marktumfeldes für Rezyklat-basierte Compounds und generell nachhaltige Produktlösungen im kurzfristigeren taktischen Horizont, d. h. für die nächsten 1 - 3 Jahre, keine signifikanten positiven Impulse aus dieser Richtung erwartet werden können. Langfristig sollten die laufenden Initiativen auf nationaler und europäischer Ebene und auch innerhalb der verschiedenen Industrien und bei den jeweiligen OEMs über den verstärkten Einsatz von Kunststoffrezyklaten einen deutlichen positiven Einfluss auf den Geschäftsverlauf der AURORA haben.

Grundsätzlich ist zu bemerken, dass das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresfehlbetrag von TEUR 4.354 weit unter dem Vorjahresniveau und auch deutlich unter den Erwartungen abgeschlossen wurde. Auf Basis des weiterhin herausfordernden Marktumfelds im Bereich der kunststoffverarbeitenden Industrie, hervorgerufen durch eine generelle Nachfrageschwäche in verschiedenen Sektoren, erwartet AURORA allerdings für das Gesamtjahr 2024 keine systematische Belebung des Geschäfts.

2.3. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

2.3.1. Ertragslage

Der Jahresumsatz belief sich im Jahr 2023 auf 15.680 TEUR (2022: 20.252 TEUR). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze stark gesunken. Dies ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verkaufsmengen, aber auch auf niedrigere durchschnittliche Verkaufspreise zurückzuführen. Bis auf den Bereich der Mahlgüter haben sich bei allen Produktgruppen die Absatzmengen rückläufig entwickelt (2023: 7.149 t und im 2022: 8.386 t). Die durchschnittlichen Verkaufspreise lagen 2023 9,0 % unter dem Vorjahr.

Die Umsätze wurden hauptsächlich durch die Vermarktung von rezyklierten und recompoundierten Kunststoffen vorwiegend in Deutschland (58,34 %) sowie im Rest der EU (38,93 %) und dem Globalen Markt (2,73 %) erzielt.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Jahr 2023 gestiegen. Als wesentliche Kostenträger sind die Transportkosten bzw. Kosten der Warenabgabe und Raumkosten zu nennen. Die Transportkosten sind im Jahr 2023 trotz gesunkener Umsätze nur leicht auf 1.390 TEUR (2022: 1.489 TEUR) zurückgegangen, da insbesondere die Logistikpreise gestiegen sind. Im Wesentlichen aufgrund der im Mietvertrag vereinbarten Mieterhöhung sind die Raumkosten gestiegen und betrugen im Jahr 2023 1.965 TEUR (2022: 1.440 TEUR).

Bei den verbleibenden Aufwendungen handelt es sich im Wesentlichen um Personalaufwendungen in Höhe von 4.107 TEUR (2022: 3.516 TEUR). Ursächlich für den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist eine gestiegene Mitarbeiteranzahl und die Erhöhung des Mindestlohns.

Das negative Jahresergebnis in Höhe von 4.354 TEUR liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau (2022: minus 201 TEUR). Zusätzlich zum negativen operativen Ergebnis, hat die Gesellschaft auch ein negatives Finanzergebnis erzielt. Dies ist im Wesentlichen auf die Zinsen (433 TEUR) für das erhaltene Darlehen von der verbundenen Gesellschaft MOL Group Finance Zrt. zurückzuführen.

2.3.2. Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme ist im Geschäftsjahr von 34.524 TEUR auf 23.611 TEUR gesunken.

Die Investitionen im Geschäftsjahr betrugen 1.066 TEUR. Die Investitionen umfassen hauptsächlich die Implementierung des Lagersystems (294 TEUR), Neuanschaffungen und Umbauten im Mühlenbereich (257 TEUR) sowie Boxen für die Kunststoffsammlung (422 TEUR).

Die Ausleihung an verbundene Unternehmen i. H. v. 7.300 TEUR wurde im Jahr 2023 von der Konzerngesellschaft zurückbezahlt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2023: 2.130 TEUR, 2022: 2.602 TEUR) liegen unter dem Vorjahresniveau und sind mit dem Umsatzrückgang verbunden. Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (2023: 16.178 TEUR; 2022: 16.477 TEUR).

Zum 31. Dezember 2023 weist die Gesellschaft ein Eigenkapital in Höhe vom 9.564 TEUR aus (2022: 32.917 TEUR). Der Rückgang des Eigenkapitals resultiert aus der Dividendenzahlung an den Gesellschafter MOL Germany GmbH in Höhe von 19.000 TEUR, sowie dem Jahresfehlbetrag in Höhe von 4.353 TEUR.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten liegen mit 467 TEUR über dem Vorjahresniveau (2022: 192 TEUR).

Zum 31. Dezember 2023 hat die Gesellschaft eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 12.500 TEUR zuzüglich der noch offenen Zinszahlung in der Höhe von 214 TEUR. Die Kreditline wurde zuerst in der Höhe von 11.700 TEUR für Dividendenzahlung abgeschlossen und Ende November 2023 um 2.000 TEUR auf 13.700 TEUR erhöht. Die Erhöhung wurde aufgrund eines negativen Cashflows vorgenommen.

Die Liquidität der Aurora Kunststoffe GmbH ist durch einen mit MOL Group Finance Zrt., Budapest, abgeschlossenen Finanzierungsrahmen (Loan Agreement) in Höhe von bis zu 13.700 TEUR gesichert. Hieraus sind derzeit 12.500 TEUR (2022: 0 TEUR) in Anspruch genommen.

Im Geschäftsjahr ergab sich ein negativer Cash Flow aus dem operativen Bereich in Höhe von -1.944 TEUR (Vj.: 3.559 TEUR), der im Wesentlichen auf das negative Ergebnis des Geschäftsjahres zurückzuführen ist. Der positive CashFlow aus dem Investitionsbereich (Gj.: 6.339 TEUR; Vj.: -2.379 TEUR) im Wesentlichen bedingt durch die Rückzahlung der Ausleihung in Höhe von 7.300 TEUR konnte den Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit sowie den negativen CashFlow aus der operativen Tätigkeit nicht ausgleichen.

2.3.3. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Als langfristige Leistungsmerkmale hat die Geschäftsleitung folgende Kennzahlen ausgewählt:

Zielsetzung: Für das Jahr 2023 wurde ein Zielverkaufsvolumen von 15.360 Tonnen anvisiert. Mit dem Jahresverkauf von 7.149 t liegt 2023 deutlich unter dem geplanten Niveau.

Zielsetzung: eine Einsparung von mindestens 25.000 t CO 2 gegenüber der Verwendung von Neuware pro Jahr.

Auf Basis der validierten CO 2 -Einsparungen verschiedener AURORA Recompounds gegenüber den entsprechenden Neuwaren wurde für die Gesamtproduktion von 2023 eine Einsparung von etwa 35.000 t CO 2 -Äquivalenten ermittelt. Damit wurden die gesetzten Ziele nur zu einem Teil erfüllt.

Zielsetzung für das Jahr 2023: der Jahresüberschuss vor Zinsen, aller Steuern und Abschreibungen sollte bei ca. 4.341 TEUR liegen.

Mit einem erreichten Jahresverlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibung von 2.374 TEUR wurde dieses Ziel nicht erreicht. Das Geschäftsjahr 2023 wurde damit deutlich unter Plan abgeschlossen.

3. Chancen- und Risikobericht

3.1. Chancen

Durch den generellen Trend zum vermehrten Einsatz von nachhaltigen Materialien, geht die Gesellschaft in den nächsten Jahren grundsätzlich von einer erhöhten Nachfrage bzw. zusätzlichen Vermarktungsmöglichkeiten für die hergestellten Rezyklat-basierten Produkte aus. Diese Entwicklung kann durch die erwarteten Änderungen der entsprechenden Gesetzeslage und den steigenden Einsatz von Kunststoffen beispielsweise in der Automobilindustrie zusätzlich beschleunigt werden.

Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch eine schrittweise Erweiterung des Produktportfolios in Richtung PCR-Kunststoffe (Post-Consumer-Rezyklate), in erster Linie basierend auf Rohstoffen aus den Aktivitäten der Muttergesellschaft im Bereich Abfallmanagement und Recycling sowie des stärkeren Wachstums der kunststoffverarbeitenden Industrie in Zentralosteuropa, welches durch die bestehende starke lokale Präsenz der Muttergesellschaft besser adressiert werden kann.

3.2. Risiken

Das Management überwacht die Risikolage der Gesellschaft durch regelmäßige interne Besprechungen, monatliches Reporting der wichtigsten Geschäftszahlen an den Gesellschafter, sowie quartalsweise formale Abstimmungen mit den wichtigsten operativen und funktionalen Bereichen der Muttergesellschaft. Relevante Risiken ergeben sich hauptsächlich aufgrund gewisser Gegebenheiten des operativen Geschäfts inklusive möglicher Liquiditätsrisiken, und zudem politischen Risiken und Risiken im Zusammenhang mit Cybersicherheit. Um die Klarheit und Übersichtlichkeit von Chancen- und Risikobericht zu erhöhen, sind die einzelnen Chancen und Risiken in einer Rangfolge bzw. in Kategorien geordnet, wobei größere Risiken und Chancen vor geringeren Risiken und Chancen geordnet werden. Die Bedeutung einzelner Chancen und Risiken ermittelt sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Höhe der möglichen Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Prognosen und Ziele. Risiken stellen für das Unternehmen eine mögliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation dar.

Risiken aus dem operativen Geschäft

Ein mögliches bestandsgefährdendes Risiko aufgrund des Umsatzeinbruchs in 2023 ist ausreichende Liquidität. Durch eine engmaschige kurzfristige Liquiditätsplanung wird das Liquiditätsrisiko ausreichend überwacht und ermöglicht eine rechtzeitige Absicherung durch weitere Ausschöpfung des zur Verfügung gestellten Kreditrahmens der MOL Group Finance Zrt., Budapest.

Liquiditätsrisiken, welche sich durch die Restrukturierung des Verschuldungsgrads der AURORA sowie die Dividendenausschüttung an die Muttergesellschaft ergeben könnten, wurden durch eine Kreditlinie der Schwestergesellschaft MOL Group Finance Zrt., Budapest, gedeckt.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die finanziellen Auswirkungen der Liquiditätsrisiken werden als moderat eingestuft.

Preisänderungsrisiken bestehen ausschließlich aufgrund der Abhängigkeit von Marktpreisen der Produkte.

Zum 31. Dezember 2023 bestehen keine wesentlichen Ausfall- und Liquiditätsrisiken aus Kundenbeziehungen. Das Unternehmen ist durch Versicherungen bezüglich genereller Unternehmens- und Produkthaftpflicht sowie Umweltschäden ausreichend abgedeckt.

Das Ausfallrisiko wird durch die Anwendung der MOL internen Kreditrisiko-Richtlinien minimiert und fortlaufend analysiert. Diese bereits umgesetzten Richtlinien umfassen Prozesse, unter anderem für die Bonitätsprüfung von Neukunden, für die laufende Bonitätsprüfung von bestehenden Kunden (beides unter Nutzung professioneller Marktanbieter), für die Kreditlimitgewährung und der Überprüfung deren Einhaltung sowie für das Außenstandsmanagement und das Berichtswesen.

Die Gesellschaft bezieht ihre Produkte überwiegend von langfristigen Lieferanten.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Ausfallrisikos wird als gering beurteilt. Die finanziellen Auswirkungen werden als moderat eingeschätzt.

Die Geschäfte werden in Euro getätigt, alle Finanzierungsaktivitäten werden ausschließlich in Euro abgewickelt - somit ist ein Währungsrisiko ausgeschlossen.

Politische Risiken

Die wirtschaftlichen Folgen der russischen Invasion in der Ukraine, die am 24. Februar 2022 begann, können sich auf die MOL-Gruppe auswirken. Das Management untersucht und bewertet kontinuierlich die möglichen Auswirkungen der aktuellen geopolitischen Lage, internationaler Sanktionen und anderer möglicher Einschränkungen auf die Lieferkette und die Geschäftstätigkeit.

Das gegenwärtige Geschäftsmodell der AURORA ist nicht von der aktuellen geopolitischen Lage betroffen.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit und finanziellen Auswirkungen der politischen Risiken werden als moderat eingestuft.

Cyber Risiko

Cyber-Kriminalität und -Angriffe können schwerwiegende Folgen haben, von finanziellen Verlusten bis hin zur Rufschädigung. In letzter Zeit ist weltweit ein Anstieg der Cyberkriminalität zu beobachten; teilweise dienen die Angriffe geopolitischen Zielen, aber auch die Öl- und Energieindustrie ist zu einem typischen Angriffsziel geworden.

Aurora Kunststoffe GmbH erhält Unterstützung in Bezug auf Cyber Security von der MOL Group IT. Dazu gehören Strategie- und Sicherheitsrichtlinien, Software- und Hardwarekomponenten, die Durchführung von regelmäßigen Sicherheitsschulungen und Vorgaben für den lokalen IT-Servicedienstleister bezüglich physischer Infrastruktur, Server-Patching und Benutzerschulung, Penetrationstests sowie die Behandlung von Vorfällen.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit in Bezug auf das Cyber Risiko wird als gering eingestuft. Die finanziellen Auswirkungen werden als moderat eingeschätzt.

Gesamteinschätzung der Risikolage

Die Risikolage der Gesellschaft kann unverändert als insgesamt moderat bezeichnet werden. Das Management der Gesellschaft sieht zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

4. Prognosebericht

Die Strategie und die Entwicklung der Geschäfte der AURORA ist der Teil der MOL-Group-Strategie. Die AURORA gehört zum Geschäftsbereich "New & Sustainable Business" der MOL-Gruppe.

Grundsätzlich gehen die MOL-Gruppe und die AURORA von einem positiven zukünftigen Marktumfeld für Rezyklat-basierte Kunststoffcompounds aus. Diskussionen auf nationaler und europäischer Ebene und auch innerhalb der Industrie über den verstärkten Einsatz von Kunststoffrezyklaten sollten diesen generellen Trend noch verstärken und zu einer guten mittel- und langfristigen Geschäftsentwicklung beitragen.

Auf Basis des weiterhin herausfordernden Marktumfelds im Bereich der kunststoffverarbeitenden Industrie, hervorgerufen durch eine generelle Nachfrageschwäche in verschiedenen Sektoren, erwartet AURORA allerdings für das Gesamtjahr 2024 keine systematische Belebung des Geschäfts. Die geringe Nachfrage in Verbindung mit nicht ausgelasteten Produktionskapazitäten für konventionelle Kunststoffe auf Rohölbasis in Europa sowie weiterhin hohe Importmengen werden dementsprechend einen starken Einfluss auf die Preis- und Mengenentwicklung am Markt haben.

Als mit Abstand umsatzstärkstes Kundensegment ist die Entwicklung der Automobilindustrie maßgeblich für die Produktverkäufe, einerseits durch Abrufmengen aus bereits laufenden Verkaufsprojekten, welche proportional zur entsprechenden Automobilproduktion sind; andererseits durch die erwarteten zusätzlichen Mengen einiger neu initiierter und in der Kundenevaluierung befindlicher Projekte. Aktuell geht AURORA von einer insgesamt stagnierenden europäischen Automobilindustrie aus, wobei speziell im Bereich der Volumenmodelle eher geringere Volumina produziert werden. Auch andere Industriesegmente, in welchen größeren Mengen technische Kunststoffe wie auch die von AURORA produzierten Produkte eingesetzt werden, wie z. B. die Bau- und die Elektroindustrie, werden durch die weiterhin hohen Kosten und das generelle Zinsumfeld belastet. Eine generelle Belebung wird auch hier noch mindestens bis 2025 dauern.

Ungeachtet dessen sollte der Trend zu höherer Nachhaltigkeit im Automobilbereich und anderen relevanten Kundensegmenten, wie der Möbel-, Konsumgüter- und Bauindustrie zu einer verstärkten Nachfrage nach Rezyklat-basierten Kunststoffen führen. In dem erwartet stark kostenorientierten Marktumfeld im Jahr 2024 ist, abgesehen von den üblichen langen Freigabeprozessen für neue Produkte in höherwertigen technischen Anwendungen, allerdings mit temporären zusätzlichen Herausforderungen für neue Verkaufsprojekte zu rechnen.

Die aktuell installierte Extrusionskapazität, abhängig vom Produktmix und Schichtsystem, von 12-14.000 t pro Jahr, sollte auf Basis der geplanten Produktverkäufe nur zu etwa 50 % ausgelastet werden. Eine Anpassung der Produktionsmengen an die final erzielten Verkaufsvolumina ist aufgrund der hohen Automatisierung und Flexibilität in der Produktion kurzfristig möglich, hat aber einen Einfluss auf die spezifischen Kosten.

Um im genannten Rahmen mit taktischem Horizont eine nachhaltige positive und resilientere Geschäftsentwicklung zu ermöglichen, wurde bereits Ende 2023 ein Effizienz- und Entwicklungsprogramm initiiert, welches umfangreiche Maßnahmen zur Kostenoptimierung und Erhöhung des Verkaufs- bzw. Umsatzvolumens unter den gegebenen Marktbedingungen beinhaltet. Wichtige Faktoren sind hierbei Anpassungen des operativen Setups im Bereich der Mahlbetriebe, die Optimierung der Lieferantenstruktur im Entsorgungsbereich sowie die Erweiterung und Neustrukturierung der Vertriebskanäle.

Entsprechend der Absatzentwicklung der Rezyklat-basierten Compounds und Regranulate in den ersten Monaten des Jahres 2024 wird erwartet, dass sich die Mengen in Summe etwa auf dem Niveau des Vorjahres stabilisieren, wobei das Preisumfeld weiterhin angespannt bleibt. Auf dieser Basis wird mit einem ähnlichen umsatz- und ertragsseitigen Ergebnis gerechnet. Durch bereits in der Umsetzung befindliche Effizienzmaßnahmen wird erwartet, dass weitere Kostensteigerungen abgefedert werden können und die Maßnahmen einen ersten positiven Beitrag zum Endergebnis liefern. Dementsprechend wird ein leicht verbessertes Jahresergebnis gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 erwartet.

 

Neuenstein, den 11. Dezember 2024

AURORA Kunststoffe GmbH

Thomas Rätzsch

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 4.675.750,00 12.731.842,30
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 209.622,00 91.037,80
II. Sachanlagen 4.461.628,00 5.336.304,50
III. Finanzanlagen 4.500,00 7.304.500,00
B. Umlaufvermögen 18.929.357,10 21.784.665,96
I. Vorräte 16.176.270,30 16.476.782,39
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 2.388.113,09 2.837.795,83
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 364.973,71 2.470.087,74
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.757,12 7.723,26
Summe Aktiva 23.610.864,22 34.524.231,52

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 9.563.736,41 32.917.253,67
I. gezeichnetes Kapital 26.000,00 26.000,00
II. Kapitalrücklage 5.648.895,50 5.648.895,50
III. Gewinnvortrag 8.242.358,17 27.442.957,82
IV. Jahresfehlbetrag 4.353.517,26 200.599,65
B. Rückstellungen 564.330,44 525.922,00
C. Verbindlichkeiten 13.338.075,71 806.516,31
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 13.338.075,71 806.516,31
D. Passive latente Steuern 144.721,66 274.539,54
Summe Passiva 23.610.864,22 34.524.231,52

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 7.746.644,75 10.353.875,74
2. Personalaufwand 4.107.027,29 3.516.493,66
a) Löhne und Gehälter 3.362.748,25 2.754.886,12
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 744.279,04 761.607,54
davon für Altersversorgung 13.640,40 12.904,71
3. Abschreibungen 1.716.746,23 1.473.322,95
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.716.746,23 1.473.322,95
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 6.000.827,13 5.401.224,07
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 0,00 15,89
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 132,53 90,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 40.929,68 215,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 433.392,09 3.470,61
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -129.817,88 111.155,13
a) Ertrag aus der Veränderung latenter Steuern 129.817,88 148.952,06
9. Ergebnis nach Steuern -4.340.467,90 -151.485,68
10. sonstige Steuern 13.049,36 49.113,97
11. Jahresfehlbetrag 4.353.517,26 200.599,65

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

AURORA Kunststoffe GmbH, Neuenstein

A. Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft ist unter der Firma AURORA Kunststoffe GmbH mit Sitz in Neuenstein im Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart unter der Nummer HRB 730780 eingetragen.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 wurde nach den Grundsätzen der §§ 238 ff HGB, insbesondere nach den Vorschriften für die Kapitalgesellschaften gem. §§ 264 HGB und den Vorschriften des GmbH-Gesetzes, erstellt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Für die Aufstellung des vorliegenden Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend, sofern nicht im Folgenden abweichend erläutert.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erworbene Gegenstände des immateriellen Anlagevermögens wurden mit den Anschaffungskosten bewertet und um planmäßige Abschreibungen vermindert (bei einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 5 bis 15 Jahren).

Der Wertansatz der Sachanlagen berechnete sich aus den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen (Nutzungsdauern zwischen 3 und 33 Jahren). Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear entsprechend der steuerlichen AfA-Tabellen abgeschrieben (Nutzungsdauern zwischen 3 und 33 Jahren). Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von 800,00 EUR wurden im Jahr der Anschaffung voll abgeschrieben.

Finanzanlagen wurden mit Anschaffungskosten bzw. Nennwerten angesetzt.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Herstellungskosten werden dabei entsprechend der retrograden Methode ermittelt. In die Herstellungskosten gehen neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen ein. Fremdkapitalzinsen sind nicht berücksichtigt.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten und angemessenen Gewinn vorgenommen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Liquide Mittel werden jeweils zum Nennwert angesetzt.

Der Rechnungsabgrenzungsposten betrifft Aufwendungen des folgenden Geschäftsjahres.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und sind in der Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Verbindlichkeiten wurden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und Entlastung mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst.

C. Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten in Euro

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr wurden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

D. Angaben zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben (wie im Vorjahr) eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Eigenkapital

Mit Beschluss vom 26. Juni 2023 und mit Zahlung vom 28. Juni 2023 hat Aurora Kunststoffe GmbH eine Gewinnausschüttung in Höhe von 19.000 TEUR an MOL Germany GmbH aus dem Gewinnvortrag in Höhe von 27.242 TEUR durchgeführt.

Entwicklung Gewinnvortrag:

Stand 1.1.2023 EUR 27.442.957,82
Jahresfehlbetrag 2022 EUR -200.599,65
Ausschüttung an Gesellschafter EUR -19.000.000,00
Stand 31.12.2023 EUR 8.242.358,17

Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Eingangsrechnungen (162 TEUR, Vj.: 274 TEUR), die Erfüllung von Aufbewahrungspflichten (40 TEUR, Vj.: 40 TEUR), Personalkosten (198 TEUR, Vj.: 70 TEUR), Gewährleistungsansprüche (8 TEUR, Vj.: 70 TEUR), Abschluss- und Prüfungskosten (60 TEUR, Vj.: 60 TEUR) sowie für die Prozesskosten (96 TEUR, Vj.:11 TEUR) gebildet.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten ergeben sich wie folgt (Vorjahre in Klammern):

Restlaufzeiten

bis 1 Jahr
TEUR
über 1 Jahr
TEUR
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 467 0
(192) (0)
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 214 12.500
(434) (0)
3. sonstige Verbindlichkeiten 157 0
(180) (0)

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen unterliegen den branchenüblichen Eigentumsvorbehalten.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 (Vj.: 434 TEUR) bestehen keine Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Lohnsteuer in Höhe von 43 TEUR (Vj.: 27 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit im Umfang von 10 TEUR (Vj.: 7 TEUR). Als sonstige Verbindlichkeiten wurden auch kreditorische Debitoren (103 TEUR) ausgewiesen.

Passive latente Steuern

Die Steuerlatenz entstand im Wesentlichen aufgrund der steuerrechtlichen Bildung und Übertragung einer Ersatzbeschaffungsrücklage nach § 6b EStG im Geschäftsjahr 2020. Der für die Auflösung zugrunde gelegte Steuersatz beträgt 28,81 %.

Entwicklung passive latente Steuern

Buchwert zum 31.12.2022 EUR 274.539,54
Buchwert zum 31.12.2023 EUR 144.721,66
Veränderung im GJ 2023 EUR -129.817,88

E. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Periodenfremde Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von 138 TEUR (Vj.: 60 TEUR) enthalten, die aus der Auflösung von Rückstellungen und der Ausbuchung von Verbindlichkeiten resultieren.

Latente Steuern

In der Position Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind Erträge aus der Auflösung von passiven latenten Steuern in Höhe von 130 TEUR (Vj.: 149 TEUR) enthalten.

F. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Verbindlichkeiten aus bestehenden Leasingverträgen belaufen sich auf insgesamt 289 TEUR, davon sind innerhalb eines Jahres fällig 109 TEUR (in 2024).

Die Verbindlichkeiten aus bestehenden Mietverträgen belaufen sich auf jährlich TEUR 1.458, die wichtigsten Verträge haben eine Laufzeit von 5 Jahren, endend zum 31. Dezember 2025 mit einer weiteren Mietoption von 5 Jahren.

Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren durchschnittlich 77 Personen beschäftigt.

davon Angestellte 25
Arbeiter 52

Geschäftsführung

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

Herrn Thomas Rätzsch (ausgeübter Beruf: hauptberuflich Geschäftsführer der AURORA Kunststoffe GmbH)

Auf die Angabe der Geschäftsführungsgehälter nach § 285 Nr. 9 HGB wird in Anwendung der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der AURORA Kunststoffe GmbH wird in den Konzernabschluss der MOL MAGYAR OLAJ-ÉS GÁZIPARI NYLVANOSAN MÜKÖDÖ RÉSZVÉNITÀRSASÁG, Budapest, Ungarn ("MOL Nyrt."), einbezogen. Diese stellt den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen auf. Der Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Damit weichen die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden von denen des handelsrechtlichen Jahresabschlusses der AURORA Kunststoffe GmbH ab. Die angewandten Methoden werden im Konzernabschluss der MOL Nyrt. ausführlich erläutert.

Der Konzernabschluss und der Konzernlageberichtsind derzeit noch nicht veröffentlicht, werden noch beim Unternehmensregister zur Veröffentlichung eingereicht werden und sind anschließend auf der Webpage "https://molgroup.info/en/investor-relations/publications-#nav-annual-reports" einsehbar.

Die Muttergesellschaft der AURORA Kunststoffe GmbH, die MOL Germany GmbH, München, macht von den Erleichterungen und Befreiungen des § 291 HGB Gebrauch und ist damit ihrerseits von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts befreit.

Ergebnisverwendung

Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf EUR 4.353.517,26 und wird auf das Geschäftsjahr 2024 vorgetragen. Der Gewinnvortrag zum 31. Dezember 2023 beträgt EUR 8.242.358,17.

Nachtragsbericht

Mit Ende Juli 2024 wurden die Produktionsaktivitäten der Aurora Kunststoffe GmbH an den Standorten Villingen-Schwenningen und Walldürn eingestellt. Die Stilllegungen sind Teil der Effizienzmaßnahmen im operativen Betrieb zur Optimierung der Auslastung der Verarbeitungskapazitäten sowie auch der Erhöhung des Anteils an wirtschaftlich verwertbaren Kunststoffabfällen durch eine Anpassung der Lieferantenstruktur. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde auch die Mitarbeiterzahl der Aurora Kunststoffe GmbH um 18 FTE reduziert.

 

Neuenstein, den 11. Dezember 2024

AURORA Kunststoffe GmbH

Thomas Rätzsch, Geschäftsführer

sonstige Berichtsbestandteile

 

Neuenstein, den 11. Dezember 2024

gez. Thomas Rätzsch, Geschäftsführer

Angaben zur Feststellung

Der Jahresabschluss wurde am 11.12.2024 festgestellt.

Bestätigungs-/Versagungsvermerk/Bescheinigungstext

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die AURORA Kunststoffe GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der AURORA Kunststoffe GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der AURORA Kunststoffe GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

•entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

•vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

•identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

•gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

•beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

•ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

•beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

•beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

•führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

München, den 11. Dezember 2024

ALR Treuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Uhl, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

5 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.