Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 41765
Vorher
A. Schulman Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eingetragen
5.12.1978
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von Platten, Folien, Schläuchen und Profilen aus KunststoffenHerstellung von Haushalts- oder Hauswirtschaftsartikeln aus Kunststoffen
Gegenstand
die Herstellung und Bearbeitung von Kunststoffen, Kautschuk und artverwandten Produkten sowie der Handel mit diesen. Die Gesellschaft kann alle Geschäfte und Maßnahmen durchführen, die dem Gegenstand des Unternehmens dienlich erscheinen. Die Gesellschaft ist insoweit berechtigt, in Deutschland oder im Ausland andere Unternehmen zu gründen, zu erwerben oder sich an diesen zu beteiligen, auch wenn diese einen anderen Geschäftszweck verfolgen, sowie Zweigniederlassungen zu errichten und die Geschäftstätigkeit durch Tochter-, Gemeinschafts- und verbundene Unternehmen auszuüben. Die Gesellschaft kann sich auch als persönlich haftende Gesellschafterin an einer Kommanditgesellschaft beteiligen und als deren Vertreter auftreten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Uwe Braun
seit 18.7.2023
Geschäftsführer
Ingo Nagel
seit 5.6.2019
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (4)

NameAnteil
LYB Luxembourg S.à r.l.LUX
84.51%
LyondellBasell Industries Holdings B.V.NLD
9.49%
LYB Luxembourg S.à r.l.LUX
5.00%
Basell North America Inc.USA
1.00%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Basell Bayreuth Chemie GmbH
Germany
35000000
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
0.28%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

A. Schulman GmbH

Kerpen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

I. Grundlagen

1. Geschäftsmodell

Gesellschaftsrechtliche und organisatorische Struktur der Gesellschaft

Alleinige Gesellschafterin ist zum 31. Dezember 2023 die Basell Bayreuth Chemie GmbH. Mit der Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH besteht seit dem 1. Januar 2020 ein Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrag.

Die A. Schulman GmbH ist Mitglied der weltweit operierenden LyondellBasell-Gruppe unter Führung der LyondellBasell Industries N.V.

Bereits im Geschäftsjahr 2020 waren mit Wirkung zum 1. Mai 2020 weitreichende operative Umstrukturierungen im Geschäftsmodell der A. Schulman GmbH erfolgt. So waren insbesondere sämtliche Marketing- und Vertriebsaktivitäten ("Distribution") innerhalb der LyondellBasell-Gruppe auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V. übertragen worden und der Bereich "Masterbatch" wird von anderen Konzerngesellschaften der LyondellBasell-Gruppe betrieben bzw. abgewickelt.

Die LyondellBasell-Gruppe hatte verschiedene Unternehmensfunktionen in Europa bei verschiedenen Landesgesellschaften zentralisiert. Dadurch wurden nach Einschätzung der LyondellBasell-Gruppe die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Gruppe erhöht und Geschäftsprozesse vereinheitlicht und gleichzeitig optimiert. Die Prozesse betrafen mit Vertriebs- und Einkaufsaktivitäten sowie auch den administrativen Funktionen - wie etwa die Steuerabteilung, das Finanz- und Rechnungswesen und den Personalbereich - nahezu das gesamte Spektrum der Unternehmensführung. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2021 war der Kundendienst ("Customer Service") auf die Basell Sales & Marketing Company B.V. übertragen worden. Zuletzt war dann im Vorjahr (2022) beschlossen worden, dass der technische Service ("Technical Service"), der Bereich der Entwicklung neuer Geschäftsfelder ("New Business Development") und der Bereich Computergestützte Technik ("Computer Aided Engineering") mit Beginn des Geschäftsjahres 2023 ebenfalls von der Basell Sales & Marketing Company B.V. wahrgenommen werden sollen. Von diesem Teilbetriebsübergang waren noch einmal 17 Mitarbeiter betroffen. Mit der Übertragung dieser beiden Bereiche sind die gesellschaftsrechtlichen und operativen Umstrukturierungsmaßnahmen nunmehr vollständig abgeschlossen.

Im Geschäftsjahr 2015/16 hatte die A. Schulman GmbH ihre Grundstücke und Gebäude an die damals neu gegründete A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG veräußert. Gleichzeitig wurde der veräußerte Grundbesitz von der A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG an die A. Schulman GmbH vermietet ("Sale and lease back").

Produkte

Die A. Schulman GmbH wird in der LyondellBasell-Gruppe innerhalb des Geschäftsbereichs "Advanced Polymer Solutions" im Produktsegment "Engineered Polymers" geführt.

Die A. Schulman GmbH zählt zu den Anbietern von "Engineering Compounds".

Produktionsstandort

Auf Extrusionsanlagen am Standort Kerpen bei Köln werden Kunststoffe und Compounds für viele bekannte Verarbeitungsverfahren hergestellt.

2. Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Die Gesellschaft ist nach Umsetzung der operativen Umstrukturierungsmaßnahmen als reine Produktionsgesellschaft tätig. Eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind nicht erfolgt und entsprechend sind auch 2023 keine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung angefallen.

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, von denen die Gesellschaft indirekt profitiert, erfolgen in der LyondellBasell-Gruppe bei Schwestergesellschaften.

II. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Vorjahr. Kalenderbereinigt betrug der Rückgang der Wirtschaftsleistung 0,1 %. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 im nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken", sagte Ruth Brand bei der Pressekonferenz "Bruttoinlandsprodukt 2023 für Deutschland" in Berlin. "Die trotz der jüngsten Rückgänge nach wie vor hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen dämpften die Konjunktur. Hinzu kamen ungünstige Finanzierungsbedingungen durch steigende Zinsen und eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort", so Brand weiter. Im Vergleich zu 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das Bruttoinlandsprodukt 2023 um 0,7 % höher. 1

Gemäß Aussage des Verbands der chemischen Industrie war 2023 ein schlechtes Jahr für die Branche. Insgesamt ging die Chemie- und Pharmaproduktion um 8 % zurück. Rechnet man das Pharmageschäft heraus, liegt der Rückgang bei 11 %. Den Unternehmen fehlten zunehmend die Aufträge. Die Kapazitäten der Branche waren mit durchschnittlich rund 77 % nicht ausgelastet. Damit liegt die Produktion seit neun Quartalen unterhalb der wirtschaftlich notwendigen Grundauslastung von 82 %. Mit rund € 230 Mrd. lag der Branchenumsatz 12 % niedriger als im Vorjahr. Besonders kräftig fiel der Rückgang im Inlandsgeschäft aus. Die Verkäufe sanken um 16 % auf € 86 Mrd. Der Auslandsumsatz lag mit € 144 Mrd. 10 % niedriger als im Vorjahr. Zum Umsatzrückgang haben auch rückläufige Chemikalienpreise beigetragen. Die Erzeugerpreise für chemisch-pharmazeutische Produkte waren 2023 durchschnittlich rund 1 % günstiger als im Vorjahr. 2

Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der A. Schulman GmbH wird weiterhin durch die Lage und die Aussicht des weltweiten Automobilmarkts bestimmt. Gemäß Aussage des Verbands der Automobilindustrie haben die großen internationalen Automobilmärkte im Jahr 2023 einen deutlichen Anstieg der Neuzulassungen verzeichnet. Im Vergleich zum Jahr 2022 war die Fahrzeugverfügbarkeit deutlich verbessert, was sich positiv auf den Pkw-Absatz auswirkte. Dennoch bleibt das Geschäftsumfeld für die Automobilwirtschaft herausfordernd. Insbesondere in Europa, aber auch in anderen Weltregionen, kam es infolge von geopolitischen und gesamtwirtschaftlichen Unsicherheiten zuletzt zu einer gedämpften gesamtwirtschaftlichen Nachfrage und damit zu einem verhaltenen Wirtschaftswachstum. Auch die nach wie vor hohen Energie- und Verbraucherpreise wirken sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Nachfrage aus. Auf dem europäischen Pkw-Markt wurden im Jahr 2023 gut 12,8 Mio. Fahrzeuge neu zugelassen und damit 14 % mehr als im Vorjahr. Auf dem chinesischen Pkw-Markt wurden 2023 knapp 25,8 Mio. Pkw neu zugelassen. Nie wurden in China in einem Jahr mehr Pkw verkauft. Der US-Light-Vehicle-Markt entwickelte sich im Jahr 2023 dynamisch. In den Vereinigten Staaten sind die Light-Vehicle-Verkäufe im vergangenen Jahr zweistellig um 12 % gestiegen. 3

2. Personal

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich im Geschäftsjahr 2023 auf durchschnittlich 266 (Vorjahr 291) vermindert. Der Rückgang ist dabei vor allem auf die Übertragung des technischen Service ("Technical Service"), der Bereich der Entwicklung neuer Geschäftsfelder ("New Business Development") und der Bereich Computergestützte Technik ("Computer Aided Engineering") zurückzuführen.

Die Gesundheit der Mitarbeiter wird durch ein Gesundheitsmanagement gefördert. Die Einhaltung der Sicherheitsrichtlinien wird kontrolliert sowie durch fortlaufende Sicherheitsschulungen gewährleistet. Diese Sicherheitsgrundsätze sind in der sogenannten "Goal Zero"-Philosophie verankert.

Das Ziel für die Ereignishäufigkeit ("Total Recordable Injury Rate") liegt grundsätzlich bei "Null". Im Berichtsjahr 2023 waren - wie bereits im Vorjahr - erneut wieder keine meldepflichtigen Arbeitsunfälle zu verzeichnen.

3. Umweltschutz und Zertifizierungen

Die A. Schulman GmbH befolgt nach eigener Einschätzung die Umweltschutzrichtlinien und -gesetze des Bundes und der Bundesländer sowie die internen Richtlinien und Vorgaben der LyondellBasell-Gruppe. Die A. Schulman GmbH ist nach ISO 14001:2015 zertifiziert. Darüber hinaus ist die Gesellschaft für das Qualitätsmanagementsystem gem. ISO 9001:2015 und IATF 16949:2016 sowie das Energiemanagementsystem gem. ISO 50001:2018 zertifiziert.

4. Finanzierung

Die A. Schulman GmbH ist weiterhin in den Cash-Pool des LyondellBasell Industries N.V.-Konzern unter Führung der LYB Finance Company B.V. eingebunden. Auf den Cash-Pool-Konten weist die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 weiterhin umfangreiche Guthaben von € 97,8 Mio. (Vorjahr € 71,5 Mio.) aus.

Abgesehen von kurzfristigen Lieferverbindlichkeiten, deren Höhe je nach den zuvor getätigten Einkaufsgeschäften schwankt, erfolgt die laufende Finanzierung des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes und der Investitionen im Wesentlichen aus eigenen liquiden Mitteln bzw. dem Cash-Pooling. Die Lieferverbindlichkeiten einschließlich der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr resultieren, belaufen sich auf insgesamt € 19,3 Mio. (Vorjahr € 17,4 Mio.).

Auf dem Verrechnungskonto bei der Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH werden zum 31. Dezember 2023 Verbindlichkeiten aus der Ergebnisabführung für das aktuelle Geschäftsjahr 2023 von € 9,9 Mio. (im Vorjahr: Forderungen aus der Verlustübernahme für das Geschäftsjahr 2022 von € 17,4 Mio.) ausgewiesen.

5. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 sind Investitionen (einschließlich geleisteter Anzahlungen) mit Anschaffungskosten von € 4,8 Mio. (Vorjahr € 3,3 Mio.) getätigt worden. Die Investitionen stehen im Zusammenhang mit Großinvestitionen in Produktionsanlagen (Extruder).

Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2023 überwiegend kleinere Investitionen getätigt und weiterhin aufwandswirksam erforderliche (Schönheits-)Reparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt worden.

Insbesondere aus Miet- und Leasinggeschäften bestehen langfristige vertragliche bzw. zukünftige finanzielle Verpflichtungen von € 1,8 Mio.

Darin enthalten sind Verpflichtungen aus der im Geschäftsjahr 2016/17 durchgeführten "Sale and lease back"-Transaktion bzgl. des Grundbesitzes.

6. Analyse des Geschäftsverlaufs

Der Geschäftsverlauf war im Geschäftsjahr 2023 weiterhin durch die negativen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und weiterer geopolitischer Spannungen (z.B. im Verhältnis zwischen den USA und China oder der Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten oder die Angriffe von Huthi-Rebellen auf Containerschiffe im roten Meer) geprägt.

Die Umsätze aus dem Verkauf von Kunststoffen sind - entgegen den Erwartungen - daher von € 166,1 Mio. im Vorjahr auf € 158,0 Mio. im Geschäftsjahr 2023 zurückgegangen. Die ursprüngliche Prognose einer moderaten Steigerung der Umsatzerlöse im Lagebericht des Vorjahres wurde trotz der erstmalig vereinnahmten Lizenzerlöse von € 12,3 Mio. nicht erreicht. Die Lizenzerlöse betreffen eine Kompensation für die Übertragung des Vertriebsbereichs ("Distribution") auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V. zum 1. Mai 2020 und sind in Höhe von € 8,7 Mio. periodenfremd.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023 waren die Produktionskapazitäten noch auf eine 4-Tage-Woche mit 12 Schichten reduziert und es wurde das Instrument der Kurzarbeit genutzt. Seit dem zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2023 wird aber wieder an 5 Tagen pro Woche in 15 Schichten produziert. Gleichzeitig hat sich auch die Auslastung der Produktionsanlagen etwas verbessert. Die Bezugspreise für Energie- und Rohstoffe waren weiterhin auf sehr hohem Niveau; sie waren aber im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 wieder rückläufig. Die ebenfalls unverändert hohen eigenen Verkaufspreise haben die Nachfrage weiter gedrosselt. Bei insgesamt rückläufigen Absatzmengen haben sich die Deckungsbeiträge aber verbessert. Die Rohertragsmarge (bezogen auf die Gesamtleistung) liegt mit 27,4 % unter anderem auch aufgrund der vorgenannten - teilweise periodenfremden - Lizenzerlöse danach deutlich über dem Niveau des Vorjahres (20,5 %).

Die Personalaufwendungen sind - wie erwartet - insbesondere aufgrund deutlich geringerer Zuführungen zu den Pensionsverpflichtungen bzw. Aufwendungen für die Altersversorgung deutlich zurückgegangen. Der deutliche Rückgang der Personalaufwendungen ist zudem auf den weiteren Rückgang in der Gesamtbelegschaft bzw. insbesondere die Übertragung der Bereiche "Technical Service", "New Business Development" und "Computer Aided Engineering" zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2023 werden im Zusammenhang mit der Übertragung von Pensionsverpflichtungen Gewinne von insgesamt € 1,1 Mio. ausgewiesen. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten darüber hinaus erneut umfangreiche periodenfremde Erträge von € 1,6 Mio. Die periodenfremden Erträge betreffen die (teilweise) Auflösung von Rückstellungen für Mindestabnahmeverpflichtungen und Rückstellungen für einen Reklamationsfall. Im Vorjahr (2022) betrafen die sonstigen betrieblichen Erträge dagegen periodenfremde Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten (€ 1,0 Mio.). Den periodenfremden Erträgen standen im Vorjahr (2022) Aufwendungen im Zusammenhang mit einen Reklamationsfall von € 1,0 Mio. gegenüber.

Weitere positive oder negative Sonder- und Einmaleffekte bzw. außergewöhnliche Posten waren im Geschäftsjahr 2023 nicht zu verzeichnen. Im Vorjahr (2022) hatte sich dagegen noch der Abzinsungseffekt aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit € 3,3 Mio. deutlich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Der Zinseffekt bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen beläuft sich im Berichtsjahr 2023 auf nur noch € 1,3 Mio. Gleichzeitig sind die Zinserträge, die vor allem die Verzinsung der umfangreichen Cash-Pool-Guthaben betreffen, aufgrund der gestiegenen Zinssätze von € 0,2 Mio. im Vorjahr auf € 2,4 Mio. im Berichtsjahr 2023 deutlich gestiegen.

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Gewinn von € 9,9 Mio. nach einem Verlust im Vorjahr (2022) von € -17,4 Mio. Die Prognose einer deutlichen Verbesserung des Ergebnisses wurde vor allem aufgrund der verschiedenen positiven Sonder- und Einmaleffekte bzw. außergewöhnlichen Posten - insbesondere der umfangreichen zum Teil periodenfremden Lizenzerlöse - erreicht. Aber auch das operative Ergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr signifikant verbessert und die Verlustsituation konnte inzwischen weitestgehend eingedämmt werden.

7. Lage der Gesellschaft

Vermögenslage

Die Bilanzsumme hat sich auf € 194,8 Mio. (Vorjahr € 187,0 Mio.) weiter moderat erhöht. Der größte Vermögensposten in der Bilanz ist unverändert das Cash-Pool-Guthaben mit 50,2 % (Vorjahr 38,3 %) der Bilanzsumme.

Das Sachanlagevermögen beträgt aufgrund der moderaten Investitionen inzwischen 6,4 % (Vorjahr 4,8 %) der Bilanzsumme und ist vollständig durch Eigenkapital gedeckt. Das Sachanlagevermögen umfasst vor allem technische Anlagen und Maschinen für die Fertigung (einschließlich geleisteter Anzahlungen).

Der Bestand des Vorratsvermögens konnte von € 52,0 Mio. zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) insbesondere aufgrund der rückläufigen Bezugspreise für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen auf nunmehr von € 34,4 Mio. deutlich zurückgeführt werden. Zudem haben sich die Mengen sowohl bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen als auch bei den fertigen Erzeugnissen und Waren gegenüber dem Vorjahr reduziert.

Bereits seit dem Geschäftsjahr 2021 werden aufgrund der Änderungen im Geschäftsmodell keine nennenswerten Kundenforderungen gegen Dritte mehr ausgewiesen. Die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 ausgewiesenen Forderungen beinhalten - wie im Vorjahr - nahezu ausschließlich zweifelhafte Forderungen, die weiterhin in voller Höhe wertberichtigt wurden. Die Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen belaufen sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 auf insgesamt € 1,3 Mio. (Vorjahr € 1,3 Mio.).

Die Kundenforderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der preisbedingten Erhöhung des Geschäftsvolumens und der Ausweitung des Absatzvolumens infolge der Kapazitätserweiterungen von € 25,5 Mio. im Vorjahr auf € 38,5 Mio. erhöht. Sie umfassen überwiegend Forderungen gegen die Basell Sales & Marketing Company B.V.

Im Berichtsjahr 2023 wurde der Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2023 von € 9,9 Mio. aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages an die Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH abgeführt, während im Vorjahr (2022) noch der Jahresfehlbetrag von € 17,4 Mio. von der Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH übernommen wurde.

Aufgrund der Ergebnisabführung ist das gesamte Eigenkapital mit € 46,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die Eigenkapitalquote liegt zum 31. Dezember 2023 bei einer moderaten Erhöhung der Bilanzsumme mit 24,0 % entsprechend etwa auf dem Niveau des Vorjahres (25,0 %). Die Eigenkapitalrendite ist im Geschäftsjahr 2023 mit + 21,2 % deutlich positiv (im Vorjahr mit - 37,2 % deutlich negativ).

Die Rückstellungen, die sich gegenüber dem Vorjahr um € 3,9 Mio. bzw. 3,2 % vermindert haben, machen 60,9 % (Vorjahr 65,0 %) der Bilanzsumme aus. Die Pensionsrückstellungen haben sich u.a. aufgrund der Übertragung von Pensionsverpflichtungen in einem handelsrechtlichen Verpflichtungsumfang von € 3,3 Mio. auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V. vermindert (€ 105,9 Mio.; Vorjahr € 107,5 Mio.). Der Zinseffekt aus der Abzinsung sowie versicherungsmathematischer Verluste infolge der Änderung bei der Annahme der zukünftigen Rentensteigerungen haben sich im Berichtsjahr 2023 dagegen weniger deutlich ausgewirkt. So liegt der zugrunde gelegte Zehnjahresdurchschnittszinssatz zum 31. Dezember 2023 mit 1,82 % p.a. über dem Niveau des Vorjahresbilanzstichtages (1,79 % p.a.). Die erwarteten Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden zum 31. Dezember 2023 mit jährlich 3,50 % p.a. nach 3,00 % p.a. im Vorjahr berücksichtigt. Die erwarteten Rentensteigerungen liegen zum 31. Dezember 2023 bei unverändert 2,30 % p.a.

Die sonstigen Rückstellungen sind von € 15,1 Mio. im Vorjahr auf € 12,7 Mio. im Berichtsjahr weiter zurückgegangen. Der Rückgang der Rückstellungen resultiert vor allem aus der teilweisen Auflösung der Rückstellung für Mindestabnahmeverpflichtungen und der Inanspruchnahme der Rückstellung für einen Reklamationsfall. Der Reklamationsfall ist im Berichtsjahr 2023 durch Ersatzlieferung beigelegt worden und der danach verbleibende Rückstellungsbetrag ist nach der teilweisen Inanspruchnahme dann ebenfalls aufgelöst worden. Die Rückstellung für den Reklamationsfall von € 1,0 Mio. zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) konnte dieses Jahr aufgelöst werden. Bei den Rückstellungen für Prozessrisiken haben sich im Geschäftsjahr 2023 dagegen keine besonderen bzw. neuen Erkenntnisse ergeben. Die Rückstellung wurde entsprechend dem Vorsichtsprinzip zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 beibehalten. Die Rückstellungen im Personalbereich haben sich moderat vermindert.

Die Lieferverbindlichkeiten (einschließlich derer gegenüber verbundenen Unternehmen) liegen bei einer preisbedingten Erhöhung des Geschäftsvolumens und der Ausweitung des Einkaufsvolumens infolge der Kapazitätserweiterungen mit € 19,3 Mio. über dem Niveau des Vorjahres (€ 17,4 Mio.).

Finanzlage

Der deutlich positive Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit von € +11,3 Mio. resultiert vor allem aus dem erwirtschafteten Gewinn der Gesellschaft vor Ergebnisabführung (€ +9,9 Mio.). Bei einer weiterhin moderaten Investitionstätigkeit hat sich ein negativer Cashflow aus der Investitionstätigkeit von € -2,4 Mio. ergeben.

Im Geschäftsjahr 2023 hat die Basell Bayreuth Chemie GmbH im Rahmen der Finanzierungstätigkeit den Verlust des Vorjahres (2022) von € 17,4 Mio. auf Basis des bestehenden Ergebnisabführungsvertrages durch Zahlung ausgeglichen.

Gegenläufige Effekte ergeben sich aus der Veränderung der Cash-Pool-Forderungen, welche sich um € 26,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr erhöht haben. Aufgrund der Anbindung an den Konzern-Cash-Pool, besteht zum Bilanzstichtag kein Zahlungsmittelbestand. Dieser wurde zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) noch innerhalb des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2023 wird dieser jedoch nach Änderung des DRS 20 aufgrund einer quasi-permanenten Forderung gegenüber dem Cash-Pool-Führer innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit ausgewiesen.

Insgesamt sind keine berichtspflichtigen Liquiditätsengpässe eingetreten oder absehbar.

Ertragslage

Bei Umsätzen von € 172,2 Mio. (Vorjahr € 170,9 Mio.) bzw. einer Gesamtleistung um € 165,1 Mio. (Vorjahr € 175,7 Mio.) beläuft sich der absolute Rohertrag (aus Gesamtleistung und Materialaufwand) im Geschäftsjahr 2023 auf € 45,3 Mio. (Vorjahr € 36,1 Mio.). Die Rohertragsmarge (bezogen auf die Gesamtleistung) liegt entsprechend mit 27,4 % deutlich über dem Niveau des Vorjahres (20,5 %).

Im Geschäftsjahr 2023 werden neben periodenfremden Erträgen von € 1,6 Mio. (Vorjahr € 1,6 Mio.) Gewinne aus der Übertragung von Pensionsverpflichtungen von € 1,1 Mio. (Vorjahr € 0,0 Mio.) ausgewiesen. Darüber hinaus sind im Geschäftsjahr 2023 - wie bereits im Vorjahr - erneut keine nennenswerten sonstigen betrieblichen Erträge angefallen.

Die Personalaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) liegt im Geschäftsjahr 2023 bei einem erneuten Rückgang der Mitarbeiterzahl mit 12,2 % deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (16,6 %). Die vergleichsweise hohe Quote im Vorjahr (2022) war dabei auf die Erhöhung der Aufwendungen für Altersversorgung zurückzuführen, die wiederum im Zusammenhang mit der Entwicklung der Pensionsrückstellungen stand. Die Verbesserung der Personalaufwandsquote ist ebenfalls auf die Entwicklung der Pensionsrückstellungen bzw. den deutlichen Rückgang der Aufwendungen für Altersversorgung zurückzuführen. Mit Ausnahme der Übertragung von Pensionsverpflichtungen waren im Geschäftsjahr 2023 im Personalbereich keine nennenswerten Sondereffekte zu verzeichnen. So waren die umfangreichen operativen Restrukturierungsmaßnahmen bereits in den Jahren 2020 und 2021 weitestgehend abgeschlossen bzw. ergebniswirksam berücksichtigt worden. Im Berichtsjahr 2023 sind keine Tarifanpassungen erfolgt. Die aktuelle "Tarifrunde 2023" war auch bis zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 noch nicht abgeschlossen. Die letzte Tariferhöhung um 1,7 % war somit mit Wirkung zum 1. April 2022 erfolgt.

Bei einem moderaten Investitionsvolumen bzw. vergleichsweise hohen geleisteten Anzahlungen liegen die Abschreibungen mit € 1,2 Mio. weiterhin auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (€ 1,2 Mio.).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit € 18,6 Mio. deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (€ 22,8 Mio.). Der Rückgang betrifft vor allem den Energieverbrauch; so sind die Energiekosten um rund € 2,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Im Vorjahr (2022) war das Ergebnis im Übrigen noch durch Aufwendungen von € 1,0 Mio. für die Bildung einer Garantierückstellung belastet. Vergleichbare negative Sonder- bzw. Einmaleffekte waren im Geschäftsjahr 2023 nicht festzustellen. Die Konzernweiterbelastungen liegen um rund € 0,1 Mio. leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Das positive Beteiligungs-, Finanz- und Zinsergebnis von € +1,7 Mio. (im Vorjahr mit € -2,4 Mio. negativ) resultiert vor allem aus der Verzinsung der Cash-Pool-Guthaben bei der LYB Finance Company B.V von € 2,4 Mio. (Vorjahr € 0,2 Mio.) und der Gewinngutschrift von der A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG von € 0,6 Mio. (Vorjahr € 0,7 Mio.) teilweise kompensiert durch Aufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen (insbesondere der Pensionsverpflichtungen) von € 1,3 Mio. (Vorjahr (€ 3,3 Mio.).

Im Berichtsjahr 2023 ist der Gewerbesteuerumlagevertrag mit der Basell Germany Holdings GmbH einvernehmlich gekündigt bzw. aufgehoben worden. Im Geschäftsjahr 2023 ist entsprechend auf die Erhebung einer Gewerbesteuerumlage für den Veranlagungszeitraum 2023 verzichtet worden. Danach verbleibt ein Jahresüberschuss (vor Ergebnisabführung) von € 9,9 Mio. (im Vorjahr Jahresfehlbetrag vor Verlustübernahme von € -17,4 Mio.).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Das Marktumfeld der A. Schulman GmbH war auch im Geschäftsjahr 2023 schwierig. So war die Geschäftsentwicklung durch die weiterhin anhaltend hohen Rohstoffpreise infolge des Kriegs in der Ukraine und weiterer geopolitischer Spannungen geprägt. Die hohen operativen Verluste der Vergangenheit konnten inzwischen aber weitestgehend eingedämmt werden. Die danach verbleibenden operativen Verluste konnten insbesondere durch die zum Teil periodenfremden Lizenzerlöse vollständig aufgefangen werden. Insofern wird die Gesamtsituation der A. Schulman GmbH noch immer kritisch, aber insgesamt etwas besser beurteilt.

Im nachfolgenden Geschäftsjahr 2024 sind bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts weder eine bedeutsame günstige noch ungünstige Geschäftsentwicklung eingetreten. Es waren auch keine besonderen oder außergewöhnlichen Geschäftsvorfälle zu verzeichnen.

III. Angaben zum internen Kontroll- und zum Risikomanagementsystem

Die A. Schulman GmbH ist in das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem der LyondellBasell-Gruppe eingebunden. Ziel ist es, den wirtschaftlichen Erfolg der gesamten Gruppe sicherzustellen und etwaige entwicklungsbeeinträchtigende Tatsachen oder bestandsgefährdende Entwicklungen für die gesamte Gruppe und auch einzelne Konzerngesellschaften frühzeitig zu erkennen. Die Planung erfolgt dabei innerhalb der Gruppe länder- und gesellschaftsübergreifend für die verschiedenen Geschäftsbereiche des Konzerns.

Das monatliche Reporting an die Muttergesellschaft LyondellBasell Industries N.V. ist ein wesentlicher Bestandteil des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems.

Die A. Schulman GmbH ist nur in geringem Maße Wechselkursrisiken ausgesetzt.

Investitionen müssen im Rahmen eines vorgegebenen Verfahrens beantragt und anschließend genehmigt werden. Vor Abschluss wesentlicher Verträge sind diese jeweils juristisch überprüfen zu lassen.

IV. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Chancen der zukünftigen Entwicklung

Das Geschäftsmodell der A. Schulman GmbH eröffnet gute Chancen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft. Die nachfolgend dargestellten Chancen werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger positiver) finanzieller Auswirkungen aufgeführt. Die Einschätzung der einzelnen Chancen basiert auf einem Bewertungszeitraum von mindestens einem Jahr.

Positive Auswirkungen auf die zukünftige Geschäftsentwicklung werden durch die fortschreitende Einbindung in die LyondellBasell-Gruppe ausgehen. So wird erwartet, dass sich im Konzern der LyondellBasell Industries N.V. die bestehende Organisationsstruktur weiterentwickelt. Es soll insbesondere ein Premiumanbieter für "Advanced Polymer Solutions" entstehen, der mit weltweiten Standorten und führenden Technologien sowie einem breit gefächerten Produktportfolio antritt.

Die umfangreichen Änderungen in den organisatorischen und gesellschaftsrechtlichen Strukturen und die damit verbundene strategische Neuausrichtung auf Ebene der A. Schulman GmbH sind inzwischen vollständig abgeschlossen. Es wird davon ausgegangen, dass man nun mittel- bis langfristig bzw. sukzessive an die Wachstumsstrategie der LyondellBasell-Gruppe anknüpfen kann. Die Produktionskapazitäten sind bereits im Geschäftsjahr 2023 wieder ausgeweitet worden. Die aktuelle Produktionskapazität (5-Tage-Woche mit 15 Schichten) und deren Auslastung kann sehr schnell bzw. relativ flexibel angepasst werden, wenn die Nachfrage weiter anziehen sollte.

Die Gesellschaft soll weiterhin davon profitieren, dass die Vertriebsaktivitäten in Europa zentralisiert und nach Märkten bzw. Industrien (z.B. Transportation, Consumer, Industrial etc.) ausgerichtet werden.

Die Finanzierung des Unternehmens ist nach Einschätzung der Geschäftsleitung durch die Einbindung in die LyondellBasell-Gruppe (i.e. Cash-Pool) gesichert. Mögliche Verluste werden auf Basis des bestehenden Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrages von der Basell Bayreuth Chemie GmbH übernommen.

Insgesamt ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die Chancenlage daher unverändert positiv zu beurteilen. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Eindämmung der Verluste leicht verbessert, aber nicht grundlegend verändert.

2. Risiken der zukünftigen Entwicklung sowie Einschätzung zum Gesamtbild der Risikolage

Die A. Schulman GmbH ist einer Vielzahl von Risiken ausgesetzt, die die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich beeinflussen könnten. Die nachfolgend dargestellten Risiken werden entsprechend einem absteigenden Grad (etwaiger negativer) finanzieller Auswirkungen aufgeführt. Die Einschätzung der einzelnen Risiken basiert auf einem Bewertungszeitraum von mindestens einem Jahr.

Am 24. Februar 2022 war der Konflikt zwischen der Russischen Föderation und der Ukraine eskaliert und wird seit der Invasion russischer Truppen militärisch ausgefochten. Es ist weiterhin festzustellen, dass sich der Krieg in der Ukraine auf die weltweite Realwirtschaft und den internationalen Waren- und Finanzverkehr negativ auswirken wird (z.B. die Energieversorgung und Rohstoffpreise sowie Lieferketten). Das Ausmaß ist auch nach inzwischen rund zwei Jahren Krieg bzw. zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin noch nicht abschließend abzuschätzen.

Das wesentliche Risiko der Gesellschaft ist vor allem das Konjunkturrisiko. So könnten sich die globalen Marktbedingungen, geprägt von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und konjunkturellen Zyklen, auf die Entwicklung der Umsätze und der Profitabilität sowie des operativen Ergebnisses und der Cashflows auswirken. Die Unsicherheiten bzgl. der weltweiten Wirtschaftslage sowie die Nervosität infolge weltweiter politischer Unruhen und Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten könnten sich noch weiter bzw. stärker negativ auf die Realwirtschaft auswirken.

Als Produktionsgesellschaft bestehen aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit grundsätzlich Produkthaftungs- und Reklamationsrisiken. Zum Ende des Geschäftsjahres 2023 hat ein Kunde Produktmängel angezeigt und gleichzeitig Schadenersatzforderung gestellt. Weder die Produktmängel noch die Schadenersatzforderungen sind nach Einschätzung der Geschäftsführung hinreichend konkretisiert bzw. begründet worden. Die A. Schulman GmbH geht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses bzw. Lageberichts davon aus, dass diese Reklamation haltlos ist und hat daher für diesen Sachverhalt im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 weder eine Rückstellung für Gewährleistungen noch für Prozessrisiken gebildet.

Grundsätzlich besteht aufgrund der Einbindung in den Konzern-Verbund der LyondellBasell Industries N.V. eine hohe Abhängigkeit zur Muttergesellschaft, die sowohl Chancen als auch Risiken in sich birgt. Die Risiken sind durch diverse Verträge mit verbundenen Unternehmen begrenzt. So ist bspw. durch die Einbindung in den Cash-Pool die Liquidität der Gesellschaft gesichert bzw. werden Zahlungsstromschwankungen ausgeglichen.

Aus Konzernsicht besteht das wesentliche Risiko, Preiserhöhungen bei den Rohstoff- und Energiekosten bzw. den Vorprodukten nicht vollumfänglich über die Verkaufspreise abwälzen zu können. Auf die Verkaufspreise hat die A. Schulman GmbH als reine Produktionsgesellschaft keinen Einfluss. Da die Rohstoffe bzw. Vorprodukte im Wesentlichen von Unternehmen aus dem Konzernverbund bezogen werden, besteht auch hier keine Möglichkeit der Einflussnahme auf die Einstandspreise, welche sich am Markt orientieren.

Ein weiteres Risiko der Gesellschaft besteht in der Abhängigkeit von der Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V., da alle hergestellten Produkte an die Basell Sales & Marketing Company B.V. zum Kundenendpreis abzüglich eines festen Abschlags verkauft werden.

Die Gesellschaft hat Verpflichtungen gegenüber jetzigen und früheren Mitarbeitern aus Pensionszusagen. Veränderungen relevanter Bewertungsparameter wie etwa Zinssatz und Sterbewahrscheinlichkeiten sowie Renten- und Gehaltstrends können eine Erhöhung des Barwerts der Pensionsverpflichtungen bedingen, was zusätzliche Aufwendungen für Pensionspläne erforderlich machen kann.

Negative Auswirkungen auf die Profitabilität könnten schließlich auch das Verfehlen von Kosteneinsparungen oder die Verzögerungen bei der Umsetzung von Kosteneinsparungs- und Restrukturierungsmaßnahmen haben.

Generelle Risiken bergen die Vielzahl von Gesetzen sowie Umweltschutz-, Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften, die im Falle einer Nichteinhaltung die Geschäftstätigkeit beeinträchtigen könnten. Die Gesellschaft ist allerdings der Meinung, dass man den Gesetzen und Vorschriften nachkommt. Zu den generellen Risiken zählt auch die Möglichkeit eines Versagens der IT-Systeme, das ggf. geschäftsschädigend sein könnte.

Zunehmende globale Bedrohungen der Informationssicherheit und komplexere, gezielte Computerkriminalität stellen ein Risiko für die Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität von Daten, Abläufen und Infrastruktur dar. Obwohl diese Risiken durch eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen wie Mitarbeiterschulungen, umfassende Überwachung der Netzwerke und Systeme sowie die Aufrechterhaltung von Sicherungs- und Schutzmaßnahmen gemindert werden, bleiben die Mitarbeiter, Systeme, Netzwerke, Produkte, Einrichtungen und Dienstleistungen potenziell anfällig für Industriespionage oder Cyberangriffe. Je nach Art und Umfang könnten solche Bedrohungen zur missbräuchlichen Nutzung vertraulicher Informationen sowie Systeme und Netzwerke, zur Manipulation und Zerstörung von Daten, zu fehlerhaften Produkten, Produktionsausfällen und Betriebsunterbrechungen führen. Dieses würde sich wiederum negativ sowohl auf den Ruf als auch die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragslage auswirken.

Als Produktionsgesellschaft ist der Standort in Kerpen grundsätzlichen Unfallgefahren sowie den speziellen Risiken im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Polymeren ausgesetzt. Dazu gehören auch die Risiken aus der Lagerung und dem Transport der Bestände bzw. Produkte sowie der entstehenden Abfälle. Die verschiedenen Maßnahmen zur Gewährleistung der (Arbeits-)Sicherheit werden laufend überprüft und sofern erforderlich angepasst.

Bis zur Überwindung der Coronavirus-Pandemie im April 2023 wurden staatlich verordnete Kontaktbeschränkungen und Hygienemaßnahmen sowie sonstige Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus fortlaufend aktualisiert. Inzwischen sind sämtliche Corona-Schutzmaßnahmen aber aufgehoben worden.

Bei den vorgenannten Einzelrisiken wird aufgrund der bestehenden Maßnahmen bzw. der Ausgestaltung des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems - mit Ausnahme des Konjunkturrisikos - überwiegend von einer eher geringen Eintrittswahrscheinlichkeit bei jeweils geringem bis mittlerem Risikograd ausgegangen. Dennoch können gewisse kritische Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nicht vollends ausgeschlossen werden.

Die Gesamtrisikoposition des Unternehmens sieht sich gegenüber dem Vorjahr aufgrund der unbefriedigenden Geschäftsentwicklung auch nach Überwindung der Coronavirus-Pandemie erheblichen Unsicherheiten ausgesetzt, die sich angesichts des anhaltenden Kriegs in der Ukraine und weiterer geopolitischer Spannungen noch nicht entscheidend verbessert hat. Bestandsgefährdende Risiken sind derzeit aber nicht erkennbar.

3. Voraussichtliche Entwicklung

Nach Überwindung der Coronavirus-Pandemie werden - auch im Falle etwaiger lokaler Wellen aufgrund von Virusmutationen - keine nennenswerten Auswirkungen mehr erwartet. Der anhaltende Krieg in der Ukraine und weitere geopolitische Spannungen und die dadurch bedingt hohe Inflation sorgen allerdings weiterhin für erhebliche Unsicherheiten.

Die wirtschaftliche Entwicklung in der chemischen Industrie wie auch in der Automobilbranche können hierdurch weiter beeinträchtigt werden und entsprechend lässt sich auch die Geschäftsentwicklung der Gesellschaft aufgrund der dynamischen Entwicklung und dem damit verbundenen hohen Grad an Unsicherheit nicht verlässlich abschätzen. Sollte der Krieg in der Ukraine und die weiteren geopolitischen Spannungen weiter auf die Realwirtschaft durchschlagen, wäre auch für die Gesellschaft wieder ein negatives Ergebnis bei geringen oder sogar rückläufigen Umsätzen möglich.

Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2024 sind aufgrund der anhaltend hohen Energie- und Rohstoffpreise bzw. Bezugspreise (z.B. für Rohöl, Strom und Gas etc.) daher auch weiterhin verhalten. Nachdem sich sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufspreise im zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres 2023 aber wieder etwas normalisiert haben, bestehen nunmehr leicht verbesserte Erwartungen an die Absatzmengen im kommenden Geschäftsjahr 2024. Entsprechend sollen die Produktionskapazitäten mit einer 5-Tage-Woche mit 15 Schichten beibehalten und gleichzeitig die Auslastung der Produktionsanlagen moderat erhöht werden, wobei aber auch weiterhin noch keine Vollauslastung erwartet wird. Bei einer leichten Steigerung der Absatzmengen wird aufgrund der gesunkenen Verkaufspreise danach bestenfalls mit stagnierenden Umsatzerlösen aus dem Verkauf von Kunststoffen gerechnet.

Für das kommende Geschäftsjahr 2024 sind zwei Großinvestitionen geplant. Zudem erfolgt im Geschäftsjahr 2024 der Abschluss von in Bau befindlichen Projekten. Bedeutende Auswirkungen auf die Höhe der Abschreibungen bzw. eine erhebliche Belastung der Ergebnisentwicklung durch höhere Abschreibungen sind jedoch nicht zu erwarten.

Die aktuelle Tarifrunde 2023 hat bislang zu keinen Ergebnissen geführt. Mit einer Einigung wird aber im Geschäftsjahr 2024 gerechnet. Aufgrund der Inflation wird mit eher größeren Steigerungen bei den Löhnen und Gehältern (einschließlich Sonder- bzw. Einmalzahlungen) gerechnet.

Sowohl im kommenden Geschäftsjahr 2024 als auch in den beiden Folgejahren (2025 und 2026) wird in den handelsrechtlichen Jahresabschlüssen infolge der allgemeinen Zinsentwicklung mit positiven Zinseffekten bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen gerechnet. Eine sukzessive Erhöhung des im handelsrechtlichen Jahresabschluss anzusetzenden Rechnungszinssatzes in jeweils moderatem Ausmaß ist überwiegend wahrscheinlich. Infolge der anhaltend hohen Inflation sind allerdings auch versicherungsmathematische Verluste durch die Erhöhung bei den Annahmen zur jährlichen Entwicklung der Löhne und Gehältern sowie Renten möglich. Die handelsrechtlichen Ergebnisse der Folgejahre könnten entsprechend auch weiterhin durch größere Aufwendungen im Zusammenhang mit der Bewertung der Pensionsverpflichtungen belastet werden, wenn die negativen Effekte aus der Änderung versicherungsmathematischer Annahmen bei den Löhnen und Gehältern sowie Renten die zu erwartenden positiven Zinseffekte übersteigen.

Auch unter Berücksichtigung möglicher Belastungen aus der handelsrechtlichen Bewertung der Pensionsverpflichtungen wird für das Geschäftsjahr 2024 insgesamt von einer Verbesserung des operativen Ergebnisses im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 ausgegangen. Lediglich bei den Lizenzerlösen wird ein deutlicher Rückgang erwartet, da die im Berichtsjahr 2023 vereinnahmten Lizenzerlöse überwiegend periodenfremd waren. Entsprechend wird das Gesamtergebnis im Vergleich zum Geschäftsjahr 2023 voraussichtlich moderat zurückgehen.

Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch wesentlich von der Erwartung über die voraussichtliche Entwicklung abweichen.

 

Kerpen, den 17. Juni 2024

Uwe Braun

Ingo Nagel

1 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html
2 https://www.vci.de/presse/pressemitteilungen/stuermische-zeiten-fuer-die-branche.jsp
3 https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2024/240118_PM_Internationale-Pkw-M-rkte-im-Jahr-2023-mit-kr-ftigem-Wachstum

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 220.359,00 42.706,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.676.012,10 6.821.470,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 93.228,97 154.725,97
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.509.301,65 1.905.320,96
12.498.901,72 8.924.223,03
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.974.000,00 1.974.000,00
14.472.901,72 10.898.223,03
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 14.820.676,20 25.083.874,66
2. Unfertige Erzeugnisse 429.917,99 373.117,11
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 19.151.886,31 26.501.308,05
34.402.480,50 51.958.299,82
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3.837,90 47.610,00
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 140.331.552,58 117.904.497,93
(davon gegen Gesellschafter € 0,00; Vorjahr € 17.427.743,89)
3. Sonstige Vermögensgegenstände 5.375.483,07 5.914.074,91
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr € 5.257.578,89; Vorjahr € 5.657.242,97)
145.710.873,55 123.866.182,84
180.113.354,05 175.824.482,66
C. Rechnungsabgrenzungsposten 223.957,20 266.814,57
194.810.212,97 186.989.520,26

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital (DM 35.000.000,00) 17.895.215,84 17.895.215,84
II. Kapitalrücklage 27.874.567,32 27.874.567,32
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 138.681,00 138.681,00
IV. Gewinnvortrag 907.545,88 907.545,88
46.816.010,04 46.816.010,04
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen 105.902.577,00 107.460.276,00
2. Sonstige Rückstellungen 12.742.674,24 15.133.113,04
118.645.251,24 122.593.389,04
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 15.560.319,14 13.619.282,37
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13.672.378,67 3.768.539,65
(davon gegenüber Gesellschaftern € 9.947.415,67; Vorjahr € 0,00)
3. Sonstige Verbindlichkeiten 116.253,88 192.299,16
(davon aus Steuern € 116.253,88; Vorjahr € 165.011,65)
29.348.951,69 17.580.121,18
194.810.212,97 186.989.520,26

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 172.235.956,52 170.933.564,50
2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -7.292.620,86 4.155.760,61
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 184.078,33 632.395,32
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.885.695,33 1.817.135,62
(davon Erträge aus Währungsumrechnung € 157.187,32; Vorjahr € 38.590,34)
5. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -119.851.719,78 -139.615.525,00
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -13.999.559,89 -16.094.362,53
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -6.089.932,21 -12.921.177,70
(davon für Altersversorgung € 3.389.782,28; Vorjahr € 9.931.642,46)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.226.932,31 -1.193.269,73
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -18.605.763,72 -22.779.654,16
(davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung € 32.821,35; Vorjahr € 108.313,26)
9. Erträge aus Beteiligungen 634.274,71 697.326,54
(davon aus verbundenen Unternehmen € 634.274,71; Vorjahr € 697.326,54)
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.376.730,19 195.450,82
(davon aus verbundenen Unternehmen € 2.376.730,19; Vorjahr € 195.450,82)
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -1.301.986,48 -3.254.688,26
(davon an verbundene Unternehmen € 1.008,05; Vorjahr € 727,26)
(davon Aufwendungen aus Aufzinsung von Rückstellungen € 1.300.978,43; Vorjahr € 3.253.961,00)
12. Ergebnis nach Steuern 9.948.219,83 -17.427.043,97
13. Sonstige Steuern -804,16 -699,92
14. Aufgrund Gewinnabführungsvertrag abgeführter Gewinn/Erträge aus Verlustübernahme -9.947.415,67 17.427.743,89
15. Jahresüberschuss 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Sitz der A. Schulman GmbH ist Kerpen. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HR B 41765 in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln eingetragen.

Das Geschäftsjahr umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.

Die A. Schulman GmbH ist eine große Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Abs. 3 und 4 HGB.

Der Jahresabschluss ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Aufwendungen und Erträge sind periodengerecht abgegrenzt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

1. Anlagevermögen

Das Anlagevermögen wird grundsätzlich zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige zeitanteilige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer, angesetzt. Anzahlungen werden zum Nennwert angesetzt.

Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu zählen die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie die anteiligen Kosten des sozialen Bereichs. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Reparaturkosten werden sofort als Aufwand erfasst.

Abschreibungen auf die immateriellen Vermögensgegenstände werden linear vorgenommen. Die Nutzungsdauern liegen zwischen 3 und 5 Jahren.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen erfolgen linear. Die Nutzungsdauer beträgt für

Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5 bis 10 Jahre
Maschinen, maschinelle Anlagen 5 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 5 bis 13 Jahre

Für geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen € 251 und € 1.000 wurde ein Sammelposten gebildet, der über fünf Jahre abgeschrieben wird. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu € 250 werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen zu Anschaffungskosten oder, bei voraussichtlich dauerhafter Wertminderung, mit den niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert.

2. Vorräte

Die Vorratsbestände werden nach dem System der permanenten Inventur ermittelt und auf den Bilanzstichtag fortgeschrieben.

Die Bewertung erfolgt bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bzw. Waren zu Anschaffungskosten i.S.v. § 255 Abs. 1 HGB und bei fertigen und unfertigen Erzeugnissen zu Herstellungskosten, soweit nicht ein niedrigerer Wertansatz geboten ist. Die notwendigen Herstellungskosten umfassen die Material- und Fertigungseinzelkosten, angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens sowie anteilige Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersvorsorge soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet.

Wertabschläge werden wegen niedrigerer Marktpreise, überdurchschnittlicher Lagerdauer oder qualitativer Mängel vorgenommen. Für fertige und unfertige Erzeugnisse, bei denen die erwarteten Verkaufspreise die Buchwerte zuzüglich noch anfallender Verwaltungs- und Vertriebskosten nicht decken, werden im Rahmen einer verlustfreien Bewertung angemessene Wertabschläge berücksichtigt.

3. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert angesetzt. Lediglich die Rückkaufwerte der Rückdeckungsversicherungsansprüche werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten (§ 253 Abs. 4 HGB) bilanziert.

Zusätzlich zu angemessenen Wertberichtigungen auf Forderungen werden voraussichtliche Skontoabzüge und entgangene Zinserträge durch eine pauschale Wertberichtigung abgedeckt.

4. Flüssige Mittel

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

5. Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach dem Stichtag darstellen.

6. Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert und ist voll eingezahlt.

Die zum 31. Dezember 2023 ausgewiesenen anderen Gewinnrücklagen resultieren - wie im Vorjahr - ausschließlich aus dem Umstellungseffekt der Jubiläumsrückstellungen im Rahmen der erstmaligen Anwendung des BilMoG zum 1. September 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz), der gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB unmittelbar in die Gewinnrücklagen eingestellt worden ist.

7. Rückstellungen

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.

Rückstellungen für Pensionen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von der Heubeck-Richttafeln-GmbH bewertet. Die Rückstellungen für Pensionen wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank im Monat Dezember 2023 veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,82 % p.a. (Vorjahr 1,79 % p.a.). Effekte aus der Änderung des Rechnungszinssatzes werden im Zinsaufwand ausgewiesen. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,50 % p.a. (Vorjahr 3,00 % p.a.) und Rentensteigerungen von jährlich 2,30 % p.a. (Vorjahr 2,30 % p.a.) zugrunde gelegt. Es wird eine alters- und geschlechtsspezifische Fluktuationsrate zugrunde gelegt.

Bei Anwendung des 10-Jahres-Durchschnittszinssatzes und unter Berücksichtigung des vollumfänglichen BilMoG-Unterschiedsbetrages (Höchstrückstellung) ergeben sich zum 31. Dezember 2023 Pensionsverpflichtungen in Höhe von T€ 107.230 (Vorjahr T€ 108.787). Diese liegen um T€ 1394 (Vorjahr T€ 6.452) unter dem Bewertungsansatz für Pensionsverpflichtungen, die sich zum 31. Dezember 2023 bei Anwendung des 7-Jahres-Durchschnittszinssatzes (1,74 % p.a.; Vorjahr 1,45 % p.a.) ergeben hätten (T€ 108.624; Vorjahr T€ 115.239). Der Unterschiedsbetrag zum 31. Dezember 2023 in Höhe von T€ 1.394 (Vorjahr T€ 6.452) unterliegt einer Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB.

Aus der Umstellung der Pensionsrückstellungen im Rahmen der erstmaligen Anwendung des BilMoG zum 1. September 2010 (BilMoG-Eröffnungsbilanz) ergab sich ein Zuführungsbetrag im Vergleich zum alten Ansatz zum 31. August 2010 von T€ 10.681. Die Gesellschaft macht von dem Wahlrecht des Art. 67 Abs. 1 S. 1 EGHGB Gebrauch und verteilt den Aufwand aus der Umstellung über einen Zeitraum von maximal 15 Jahren. Im Geschäftsjahr 2023 wurden in diesem Zusammenhang T€ 664 (Vorjahr T€ 664) als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 sind der technische Service ("Technical Service"), der Bereich der Entwicklung neuer Geschäftsfelder ("New Business Development") und der Bereich computergestützte Technik ("Computer aided Engineering") innerhalb der LyondellBasell-Gruppe auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V. übertragen worden. In diesem Zusammenhang sind Pensionsverpflichtungen in einem handelsrechtlichen Verpflichtungsumfang von T€ 3.262 zu einem Kaufpreis von T€ 2.148 auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V. übertragen worden. Der Gewinn aus der Übertragung von Pensionsverpflichtungen von T€ 1.114 wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen.

Der noch zu verrechnende Unterschiedsbetrag (Unterdeckung) beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf T€ 664 (Vorjahr T€ 1.327). Danach werden zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von T€ 105.903 (Vorjahr T€ 107.460) ausgewiesen.

Sonstige Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Die Bewertung von Rückstellungen für Jubiläumsverpflichtungen erfolgt dabei unter Zugrundelegung eines Rechnungszinssatzes von 1,74 % p.a. (Vorjahr 1,45 % p.a.) und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von der Heubeck-Richttafeln-GmbH nach versicherungsmathematischen Grundsätzen.

8. Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

9. Latente Steuern / Steuerumlagen

Bereits mit Vertrag vom 3. Juni 2020 war rückwirkend zum 1. Januar 2020 ein Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrag mit der Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH abgeschlossen worden. Bei der Basell Bayreuth Chemie GmbH besteht wiederum ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu ihrer Gesellschafterin Basell Polyolefine GmbH als beherrschendem Unternehmen. Die Basell Polyolefine GmbH hat zudem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Basell Germany Holdings GmbH als beherrschendem Unternehmen abgeschlossen.

Danach besteht zwischen der A. Schulman GmbH (als Organgesellschaft) und der Basell Germany Holdings GmbH (als Organträgerin) im Rahmen der vorgenannten Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge eine steuerliche Organschaft. Die A. Schulman GmbH als Organgesellschaft ist entsprechend kein Besteuerungsobjekt.

Im Geschäftsjahr 2023 ist der bis dato bestehende Gewerbesteuerumlagevertrag mit der Basell Germany Holdings GmbH einvernehmlich gekündigt bzw. aufgehoben worden. Im Geschäftsjahr 2023 ist entsprechend auf die Erhebung einer Gewerbesteuerumlage für den Veranlagungszeitraum 2023 verzichtet worden. Eine Körperschaftsteuerumlage wurde bereits zuvor bzw. wird ebenfalls nicht erhoben. Es wurden zudem weder aktive noch passive latente Steuern belastet.

Im Vorjahr (2022) war entsprechend der Regelungen des ursprünglichen Steuerumlagevertrags ebenfalls auf die Erhebung einer Gewerbesteuerumlage verzichtet worden, da der - der A. Schulman GmbH zuzurechnende - Gewerbeertrag im Veranlagungszeitraum 2022 negativ war.

10. Währungsumrechnungen

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst. Sämtliche Beträge in Fremdwährung sind kurzfristig und werden zu den jeweiligen Devisenkassamittelkursen am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Zusammensetzung und die Entwicklung des Anlagevermögens sind in der separaten Anlage dargestellt. Der Anlagenspiegel ist Bestandteil des Anhangs.

Unter den Finanzanlagen werden folgende Anteile an verbundenen Unternehmen ausgewiesen (Angaben zum Stichtag 31. Dezember 2023):

Anteil
%
Eigenkapital
T€
Ergebnis
T€
A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG, Kerpen 94 2.100 675

Die A. Schulman GmbH ist Komplementärin der A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG.

Die Gesellschaft ist gemäß § 290 HGB grundsätzlich verpflichtet, einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht zu erstellen. Die Gesellschaft wird jedoch von der Befreiungsvorschrift nach § 291 HGB Gebrauch machen, da die A. Schulman GmbH und ihr Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der LyondellBasell Industries N.V., Rotterdam/Niederlande, einbezogen werden. Weitere Voraussetzungen sind, dass der befreiende Konzernabschluss und der befreiende Konzernlagebericht der LyondellBasell Industries N.V. nach den Anforderungen des § 291 Abs. 2 Nr. 2 HGB aufgestellt ist und entsprechend § 291 Abs. 2 Nr. 3 HGB geprüft sowie § 325 HGB in deutscher oder englischer Sprache offengelegt wird. Bei dem Mutterunternehmen, das den befreienden Konzernabschluss aufstellen wird, handelt es sich um die LyondellBasell Industries N.V. Der Konzernabschluss der LyondellBasell Industries N.V. wird nach International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Er wird von der Basell Germany Holdings GmbH, Wesseling, im Unternehmensregister offengelegt.

2. Forderungen

Zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) bestanden Forderungen gegen die Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH von T€ 17.428; sie resultierten aus der Verlustübernahme für das Vorjahr (2022).

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 bestehen Forderungen aus umsatzsteuerlicher Organschaft gegen die Basell Polyolefine GmbH von T€ 78 (Vorjahr T€ 49).

Darüber hinaus enthalten die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen die A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG von T€ 3.998 (Vorjahr T€ 3.364). Die Forderungen gegen die A. Schulman Real Estate GmbH & Co. KG betreffen das Gesellschafterverrechnungskonto und resultieren aus der anteiligen Gutschrift der Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2023 (T€ 634), für das Geschäftsjahr 2022 (T€ 697), für das Geschäftsjahr 2021 (T€ 1.578) und für das Geschäftsjahr 2020 (T€ 289) sowie für das Geschäftsjahr 2018/19 (T€ 665) und für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. September bis zum 31. Dezember 2019 (T€ 135). Zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) wurde auf dem Gesellschafterverrechnungskonto die anteilige Gutschrift der Jahresergebnisse für das Geschäftsjahr 2022 (T€ 697), für das Geschäftsjahr 2021 (T€ 1.578) und für das Geschäftsjahr 2020 (T€ 289) sowie für das Geschäftsjahr 2018/19 (T€ 665) und für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. September bis zum 31. Dezember 2019 (T€ 135) ausgewiesen.

Die übrigen Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren mit T€ 97.793 (Vorjahr T€ 71.534) aus dem Cash-Pool mit der Cash-Pool-Führerin LYB Finance Company B.V. und mit T€ 38.462 (Vorjahr T€ 25.529) aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

3. Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für ausstehende Eingangsrechnungen (T€ 4.665, Vorjahr T€ 4.882), Prozessrisiken (T€ 3.850; Vorjahr T€ 3.850) und den Personalbereich (T€ 2.913, Vorjahr T€ 3.216) sowie Mindestabnahmeverpflichtungen (T€ 794; Vorjahr T€ 1.594) gebildet. Zum Vorjahresbilanzstichtag (31. Dezember 2022) wurden darüber hinaus Rückstellungen für Reklamationen von T€ 1.002 ausgewiesen.

4. Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 - wie im Vorjahr -eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 bestehen Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Basell Bayreuth Chemie GmbH von T€ 9.947; sie resultieren aus der Ergebnisabführung für das Geschäftsjahr 2023. Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren mit T€ 3.725 (Vorjahr T€ 3.769) aus dem Lieferungen- und Leistungsverkehr.

IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Umsatzerlöse

Die Umsätze setzten sich folgendermaßen zusammen:

2023
T€
2022
T€
Verkauf von Kunststoffen (inbesondere Engineering und Masterbatch Products) 157.933 166.057
Lizenzerlöse 12.309 0
Kostenweiterbelastungen 1.994 4.877
172.236 170.934

Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf von Kunststoffen betreffen Verkäufe an die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V.

Die Lizenzerlöse betreffen eine Kompensation für die Übertragung des Vertriebsbereichs ("Distribution") auf die Schwestergesellschaft Basell Sales & Marketing Company B.V.; sie sind in Höhe von T€ 8.676 (Vorjahr T€ 0) periodenfremd. Bei den periodenfremden Lizenzerlösen handelt es sich um Ertragsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung.

Die Umsätze werden in den folgenden Regionen erwirtschaftet:

2023
T€
2022
T€
Inland 82.564 86.533
Ausland 89.672 84.401
172.236 170.934

2. Sonstige betriebliche Erträge

Im Geschäftsjahr 2023 werden periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen von T€ 1.575 (Vorjahr T€ 0) und aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen von T€ 35 (Vorjahr T€ 0) ausgewiesen. Darüber hinaus werden Gewinne im Zusammenhang mit der Übertragung von Pensionsverpflichtungen von insgesamt T€ 1.114 (Vorjahr T€ 0) ausgewiesen. Im Vorjahr (2022) wurden periodenfremde Erträge aus der Ausbuchung von Verbindlichkeiten von T€ 1.002 und aus der Erstattung von Management-Gebühren für das Vorjahr von T€ 618 ausgewiesen.

Darüber hinaus werden im Geschäftsjahr 2023 - wie im Vorjahr - weder nennenswerte periodenfremde Erträge noch Ertragsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung ausgewiesen.

3. Materialaufwand

Im Geschäftsjahr 2023 werden - wie im Vorjahr - unter dem Materialaufwand keine Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung ausgewiesen.

4. Personalaufwand

Im Geschäftsjahr 2023 werden - wie im Vorjahr - unter dem Personalaufwand keine Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung ausgewiesen.

5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Im Geschäftsjahr 2023 werden - wie im Vorjahr - keine nennenswerten periodenfremden Aufwendungen ausgewiesen.

Im Vorjahr (2022) wurden Aufwendungen für einen Garantie- bzw. Reklamationsfall von T€ 1.002 ausgewiesen. Es handelt sich um einen Aufwandsposten von außergewöhnlicher Größenordnung oder Bedeutung.

Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wird der BilMoG-Umstellungseffekt aus der Neubewertung der Rückstellungen für Pensionen gem. § 253 Abs. 2 HGB ausgewiesen (T€ 664; Vorjahr T€ 664).

V. Sonstige Angaben

1. Außerbilanzielle Geschäfte / sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat Miet-, Leasing und Wartungsverträge abgeschlossen. Der Vorteil aus dem Abschluss von Miet- und Leasingverträgen besteht insbesondere in der geringeren Kapitalbindung, während der Vorteil aus dem Abschluss von Wartungsverträgen insbesondere aus der geringeren Personalbindung besteht. Risiken bestehen in der (langfristigen) vertraglichen Bindung an die Miet- und Leasingobjekte bzw. Wartungsverträge. Ferner besteht ggf. zum Ende der jeweiligen Vertragslaufzeiten das Risiko, dass keine Einigung über die Verlängerung der Verträge erzielt werden kann.

Aus Miet- und Leasingverträgen sowie aus sonstigen Verträgen ergeben sich sonstige finanzielle Verpflichtungen in folgender Höhe:

Fällig in einem Jahr
T€
Fällig in zwei bis fünf Jahren
T€
Fällig nach fünf Jahren
T€
Gesamt
T€
Gebäude 436 51 0 487
Maschinen und Betriebsausstattung 655 634 0 1.289
Sonstige Leasingverpflichtungen 30 26 0 56
1.121 711 0 1.832

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen mit T€ 331 verbundene Unternehmen. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind innerhalb eines Jahres fällig.

2. Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers beläuft sich auf T€ 68 und betrifft Abschlussprüfungsleistungen (einschließlich Auslagen).

3. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2023 bzw. sind gegenwärtig die folgenden Herren:

 

Uwe Braun, Director Technical Service Advanced Polymer Solutions Europe bei LyondellBasell, Großrosseln

(seit dem 13. Juni 2023)

 

Frank Noeltgen, Vice President Advanced Polymer Solutions Europe bei LyondellBasell, Bad Soden

(bis zum 12. Juni 2023)

 

Ingo Nagel, Werkleiter, Frechen

Die Gesellschaft macht von den Erleichterungsvorschriften des § 286 Abs. 4 HGB hinsichtlich der Angabe der Geschäftsführerbezüge Gebrauch, da während des Geschäftsjahres 2023 nur ein Geschäftsführer Bezüge von der Gesellschaft erhalten hat.

4. Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und ihren Hinterbliebenen

Für Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsführern und ihren Hinterbliebenen hat die Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 Rückstellungen in Höhe von T€ 11.629 (Vorjahr T€ 11.826) gebildet. Die laufenden Rentenbezüge ehemaliger Geschäftsführer betragen T€ 726 (Vorjahr T€ 932).

5. Anzahl der Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter betrug im Durchschnitt:

2023
Anzahl
2022
Anzahl
Angestellte 83 100
Gewerbliche Mitarbeiter 183 191
266 291

6. Konzernzugehörigkeit

Alleinige Gesellschafterin ist zum 31. Dezember 2023 unverändert die Basell Bayreuth Chemie GmbH, Wesseling.

Über die Basell Bayreuth Chemie GmbH gehört die A. Schulman GmbH zum Konzern der LyondellBasell Industries N.V., Rotterdam/Niederlande. Die LyondellBasell Industries N.V. stellt für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen einen Konzernabschluss auf. Der Konzernabschluss der LyondellBasell Industries N.V. wird entsprechend den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt und ist auch am Sitz dieser Gesellschaft in Rotterdam/Niederlande erhältlich bzw. er wird von der Basell Germany Holdings GmbH, Wesseling, im Unternehmensregister veröffentlicht.

7. Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit unterhält die Gesellschaft Geschäftsbeziehungen zu zahlreichen Unternehmen. Dazu gehören auch verbundene Unternehmen, die als nahestehende Unternehmen gelten. Von einer Anhang-Angabe wesentlicher Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen wird abgesehen, da sie zu marktüblichen Bedingungen erfolgen.

Geschäfte mit nahe stehenden Personen betreffen ausschließlich die Geschäftsführervergütung.

8. Ergebnisverwendung

Auf Grundlage des Ergebnisabführungs- und Beherrschungsvertrages wurde der Gewinn für das Geschäftsjahr 2023 von T€ 9.947 an die Basell Bayreuth Chemie GmbH abgeführt.

9. Nachtragsbericht

Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2023 sind keine Ereignisse eingetreten, die für die A. Schulman GmbH von wesentlicher Bedeutung wären und zu einer veränderten Beurteilung der wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft führen könnten.

 

Kerpen, den 17. Juni 2024

Uwe Braun

Ingo Nagel

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
01.01.2023
Zugänge
Umbuchungen
Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.006.219,41 0,00 0,00 1.798.640,78 1.207.578,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 899.027,97 0,00 195.444,65 7.870,40 1.086.602,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 36.226.071,75 292.284,08 717.771,98 0,00 37.236.127,81
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.027.215,45 0,00 0,00 0,00 8.027.215,45
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.905.320,96 4.517.197,32 -913.216,63 0,00 5.509.301,65
47.057.636,13 4.809.481,40 0,00 7.870,40 51.859.247,13
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.974.000,00 0,00 0,00 0,00 1.974.000,00
52.037.855,54 4.809.481,40 0,00 1.806.511,18 55.040.825,76
Abschreibungen
01.01.2023
Zugänge
Abgänge
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.006.219,41 0,00 1.798.640,78 1.207.578,63
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 856.321,97 9.921,25 0,00 866.243,22
2. Technische Anlagen und Maschinen 29.404.601,65 1.155.514,06 0,00 30.560.115,71
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.872.489,48 61.497,00 0,00 7.933.986,48
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
38.133.413,10 1.226.932,31 0,00 39.360.345,41
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
41.139.632,51 1.226.932,31 1.798.640,78 40.567.924,04
Restbuchwerte
31.12.2023
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 220.359,00 42.706,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 6.676.012,10 6.821.470,10
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 93.228,97 154.725,97
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.509.301,65 1.905.320,96
12.498.901,72 8.924.223,03
III. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 1.974.000,00 1.974.000,00
14.472.901,72 10.898.223,03

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die A. Schulman GmbH, Kerpen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der A. Schulman GmbH, Kerpen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der A. Schulman GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 17. Juni 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ting Bracht, Wirtschaftsprüferin

ppa. Richard Hindmarsh, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 20.08.2024 festgestellt.

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