Stammdaten

Register
Amtsgericht Mainz HRB 1051
Vorher
Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eingetragen
20.5.1975
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Wein, Sekt und SpirituosenGroßhandel mit GetränkenGroßhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und Körperpflegemitteln
Gegenstand
Der deutschlandweite Vertrieb von Qualitätsprodukten deutscher und europäischer Weingüter, Weinkellereien und Sektkellereien, der Vertrieb von Produkten südeuropäischer Herkunft, wie Olivenöl, der Vertrieb pflegender und dekorativer Kosmetika, insbesondere französischer Herkunft.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Björn Straßburger
seit 2.5.2024
Prokura
Andreas Hirt
seit 15.6.2021
Geschäftsführer
Andrea Engel
seit 18.7.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
96.91%
Pieroth Wein GmbHEigenbeteiligung
3.09%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
Pieroth Deutschland GmbH
Germany
562.422 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Weingraf GmbH (vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei Gesellschaft mit beschränkter Haftung)

Nackenheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bericht über die Lage der Gesellschaft für das Jahr 2023

Inhaltsverzeichnis

I. Geschäft und Rahmenbedingungen

1. Grundlagen des Unternehmens

2. Wichtige Vorgänge während des Geschäftsjahres

II. Wirtschaftsbericht

1. Marktumfeld

2. Geschäftsverlauf und Lage

Finanzielle Leistungsindikatoren

Umsatz- und Ertragslage

Finanzlage

Vermögenslage

Nichtfinanzielle Aspekte

III. Prognosebericht

IV. Risikobericht / Chancenbericht

I. Geschäft und Rahmenbedingungen

1. Grundlagen des Unternehmens

Die Weingraf GmbH (WGF, vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH, Nackenheim) mit Sitz in Nackenheim ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der Pieroth Deutschland GmbH, Rümmelsheim (PDE), welche eine 100%ige Tochtergesellschaft der DACH Direktvertriebsholding GmbH, Rümmelsheim ist. Diese wiederum gehört zu 100 % der Pieroth Wein GmbH (PIW), Rümmelsheim.

Das Kerngeschäft der WGF ist der Direkt- & Distanzvertrieb von Wein, Sekt und Perlwein. Für die WGF waren im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 105 Mitarbeiter tätig.

2. Wichtige Vorgänge während des Geschäftsjahres

Ukraine-Krieg

Am 24. Februar 2022 begann der Ukraine-Krieg. Auf das Geschäft von WGF wirkte sich dieser auch im Berichtsjahr im Wesentlichen in Form von allgemeiner Kaufzurückhaltung von Kunden sowie durch verstärkte Teuerung gegenüber dem Vorkriegsniveau generell aus. Absatzmärkte von WGF waren nicht von direkten Kriegshandlungen betroffen.

Verkauf von Immobilie und Grundstücken

Im Mai 2022 wurde ein Vertrag zum Verkauf von Grundstück und Gebäude des Vertriebsbüros in Bad Kreuznach abgeschlossen. WGF schloss zudem einen Mietvertrag für ein anderes Gebäude mit dem Käufer ab. Verkauf von Grundstück und Gebäude sowie der Mietvertrag wurden nach Erfüllung einer aufschiebenden Bedingung im März 2023 effektiv.

II. Wirtschaftsbericht

1. Marktumfeld

Als spezialisierter Nischenanbieter ist die WGF als Konzerngesellschaft der Pieroth-Gruppe auf dem deutschen Weinmarkt gut positioniert. In den B2C (Business to Consumer) -Geschäftsbereichen hebt sie sich durch die persönliche Kundenbeziehung, eine individuelle Beratung und ein durchweg hochwertiges Angebot an Weinen und Dienstleistungen klar vom Angebot des Lebensmitteleinzelhandels und der Online-Händler ab. Die WGF ist im Bereich des Direktvertriebsgeschäfts insbesondere im Telefonmarketing und mittels Mailorder tätig.

Für die Wirtschaftsleistung in Deutschland insgesamt rechnet das ifo Institut für 2024 mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 2,3 % sowie einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,2 %, jeweils gegenüber dem Vorjahr 1. Die Direktvertriebsbranche verzeichnete im Jahr 2022 in Deutschland ein Wachstum von 6,6 % 2 gegenüber dem Vorjahr.

Die 2023er Erntemenge in Deutschland liegt nach Schätzungen um 3 % unter dem Vorjahr und auf dem Niveau des langjährigen Mittels (DWI 3 ). Weltweit wird mit einem Rückgang der Erntemenge von rund 7 % zum Vorjahr gerechnet (OIV 4 ). Die WGF geht von konstanten bzw. je nach Anbaugebiet mit moderat steigenden Einkaufspreisen bei den Rohweinen aus, welche in die Einschätzung bei der Rohertragsentwicklung eingeflossen sind. Eine erhöhte Inflationsrate 5 und damit generelle Teuerungen beeinflussten das Geschäftsjahr 2023, was sich gemäß der Prognose des ifo Instituts 1 im Jahr 2024 weitestgehend normalisieren wird. Diese Teuerungen betrafen mit Bezug auf die Pieroth- Gruppe u.a. Frachten, Materialien wie Kartonagen, Paletten oder Glas sowie Energie wie Strom und Gas. Das Konsumklima befand sich im Jahr 2023 durchweg im negativen Bereich und eine Verbesserung ist auch im ersten Quartal 2024 bisher nicht zu erkennen 6.

Der Weinkonsum in Deutschland ist laut Statistik des Deutschen Weininstitutes (DWI)7 für den Zeitraum August 2022 bis Juli 2023 mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 19,2 Litern um 0,7 Liter gegen- über dem Vorjahr zurückgegangen (Stillwein). "Die Entwicklung des Weinverbrauchs in Deutschland ist nach Einschätzung des DWI auf den demografischen Wandel und ein verändertes gesellschaftliches Konsumverhalten zurückzuführen, sowie auf die allgemeinen Kaufkraftverluste durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten" (DWI)8. Die insgesamt konsumierte Wein- und Schaumweinmenge betrug 18,8 Mio. Hektoliter. Sie teilt sich auf in 16,1 Mio. Hektoliter Wein und 2,7 Mio. Hektoliter Schaumwein 7. Deutschland liegt beim Weinkonsum hinter den USA, Frankreich und Italien weiterhin auf Rang vier. Die Kernmärkte der Pieroth-Gruppe außerhalb Deutschlands (Schweiz, Österreich und Großbritannien) weisen eine stabile bis leicht sinkende Entwicklung des Weinkonsums im Vorjahresvergleich auf8. Beim Weinexport sind die USA das wichtigste Exportziel für deutsche Weine, gefolgt von Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien 8.

Die Verbraucher haben ihren mengenseitigen Weinbedarf im Jahr 2022 zu 66 % im Lebensmitteleinzelhandel (Discounter, Supermärkte, Fachmärkte) und zu 9 % bei den Winzern direkt gedeckt. 11 % wurden über den Online-Handel, online bei den Winzern sowie über sonstige Online-Plattformen verkauft. Der Getränkehandel und der Weinfachhandel liegen bei jeweils 5 %. Sonstige Einkaufsstätten, zu denen auch die Gesellschaften der Pieroth-Gruppe gehören, machen unverändert gegenüber dem Vorjahr 4 % der Menge aus (DWI 8 ).

1 https://www.ifo.de/publikationen/2024/aufsatz-zeitschrift/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024
2 https://direktvertrieb.de/media/downloads/BDD-Marktstudie-Direktvertrieb-2023.pdf
3 https://www.deutscheweine.de/news-medien/meldungen/meldung/599/turbolese-mit-guten-quait%C3%A4ten-der-weinjahrgang-2023-in-den-deutschen-anbaugebieten/
4 https://www.oiv.int/sites/default/files/documents/OIV-Prognose_f%C3%BCr_die_weltweite_Weinerzeugung-Erste_Sch%C3%A4tzungen_f%C3%BCr_2023.pdf
5 https://www.ifo.de/publikationen/2024/aufsatz-zeitschrift/ifo-konjunkturprognose-fruehjahr-2024
6 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2425/umfrage/gfk-konsumklima-index/
7 https://www.deutscheweine.de/news-medien/meldungen/meldung/606/weinkonsum-gesunken/
8 https://www.deutscheweine.de/fileadmin/DWI/News_Medien/Publikationen/Deutscher_Wein_Statistik/Statistik_2023_2024-V1.pdf

2. Geschäftsverlauf und Lage

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit Kaufzurückhaltung der Kunden infolge hoher Inflation beeinflussten den Geschäftsverlauf von WGF insgesamt wesentlich. So ergab sich bei den Umsatzerlösen ein Rückgang, welcher auch signifikanten Einfluss auf den schlussendlichen Jahresüberschuss hatte. Zudem wirkten sich Teuerungen im Einkauf von Materialien und generell Kostensteigerungen durch den Ukraine-Krieg weiterhin aus. Trotz der vielseitigen Herausforderungen gelang es, auch durch die gute strukturelle Aufstellung, ein positives Jahresergebnis zu erzielen. Zugleich investierte WGF mit dem Ausbau der Online-Aktivitäten, nach wie vor umfassender Neukundengewinnung und dem Umbau der Marke, inklusive Umfirmierung, in die Zukunft der Gesellschaft. Die Reihe der seit 2017 positiven operativen Ergebnisse konnte somit fortgeführt werden.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind der Umsatz ohne sonstige Umsatzerlöse, das um einmalige Sondereffekte normalisierte EBT, der Jahresüberschuss sowie die Vorräte. Der Cashflow (Veränderung der liquiden Mittel) gehört für die WGF infolge der Einführung des Cash Pooling mit der PIW nicht mehr zu den bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren.

Umsatz- und Ertragslage

Die WGF erzielte im Geschäftsjahr 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 13.192 TEUR (Vorjahr: 14.601 TEUR). Die Umsatzreduzierung resultiert aus vermehrter Kaufzurückhaltung der Kunden infolge von generellen Preissteigerungen/Inflation und Unsicherheiten infolge des Ukraine-Krieges. Die zwischen 13.500 TEUR und 14.500 TEUR prognostizierten Umsatzerlöse der Gesellschaft wurden aufgrund der oben beschriebenen Effekte nicht erreicht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge belaufen sich im Geschäftsjahr auf 605 TEUR (Vorjahr: 555 TEUR). Im Wesentlichen sind hier vermehrte Buchgewinne aus Gebäude- und Rebflächenverkäufen bzw. Landtausch (387 TEUR, Vorjahr: 170 TEUR) sowie Auflösung von Rückstellungen (164 TEUR, Vorjahr: 342 TEUR) enthalten.

Der Materialaufwand belief sich im Geschäftsjahr auf 4.027 TEUR (Vorjahr: 4.256 TEUR), was einer Materialintensität von ca. 30,5 % entspricht. Diese liegt im Wesentlichen infolge von Preissteigerungen bei Materialien wie Flaschen oder Kapseln über dem Vorjahresniveau von 29,1 %.

Die Personalaufwendungen summierten sich auf 3.247 TEUR (Vorjahr: 3.619 TEUR). Im Vergleich zum Vorjahr sinken die Personalkosten im Wesentlichen infolge geringerer Mitarbeiterzahlen sowie geringerer Provisions- und Prämienzahlungen insgesamt, beides durch die Umsatz- und Ergebnisentwicklung bedingt. Aufwendungen für Altersvorsorge reduzierten sich durch die aktuelle Bewertung der Pensionsverpflichtungen auf 1 TEUR (Vorjahr: 162 TEUR).

Die Abschreibungen betrugen im Geschäftsjahr 24 TEUR (Vorjahr: 27 TEUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen durch den Abgang von Anlagevermögen im vorherigen Geschäftsjahr begründet. Für diese entstanden im aktuellen Geschäftsjahr keine Abschreibungen mehr.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen reduzierten sich von 6.364 TEUR auf 5.990 TEUR infolge umsatzbedingt geringerer variabler Kosten für Reisen, Provisionen oder Frachten und Kartonage. Wesentliche Positionen im Geschäftsjahr waren Konzernumlagen und Weiterbelastungen (1.884 TEUR; Vorjahr: 1.786 TEUR), Frachten und Kartonage (1.478 TEUR; Vorjahr: 1.632 TEUR) sowie Provisionen für Handelsvertreter (644 TEUR; Vorjahr: 725 TEUR). Gegenläufig erhöhten sich die Werbekosten (792 TEUR; Vorjahr: 768 TEUR) insbesondere infolge gestiegener Kosten für Neukundengewinnung.

Das Zinsergebnis belief sich auf -12 TEUR (Vorjahr: -24 TEUR). Die Zinsaufwendungen ergaben sich im Geschäftsjahr, wie im Vorjahr, ausschließlich aus der Aufzinsung von Pensionsrückstellungen in Höhe von 25 TEUR.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag fallen mit 97 TEUR infolge des geringeren Ergebnisses vor Steuern niedriger aus als im Vorjahr (214 TEUR).

Das in Höhe von 359 TEUR im Wesentlichen um Buchgewinne aus Gebäude- und Rebflächenverkäufen normalisierte EBT beträgt 138 TEUR (Vorjahr: 705 TEUR). Der Planwert von 650 TEUR und 850 TEUR konnte somit infolge von Kostensteigerungen u.a. bei Materialien sowie bei der Neukundengewinnung nicht erreicht werden. Der Jahresüberschuss beträgt 400 TEUR (Vorjahr: 650 TEUR) und liegt damit unterhalb des geplanten Bereichs von 650 TEUR und 850 TEUR.

Finanzlage

Bei der WGF bestanden zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten in Höhe von 501 TEUR (Vorjahr: 489 TEUR). Bankguthaben und Kassenbestand bestanden zum Stichtag in Höhe von 476 TEUR (Vorjahr: 573 TEUR). Im vorherigen Geschäftsjahr wurde ein Cash Pooling mit der PIW vereinbart, bei dem überschüssige Liquidität bei der PIW gebündelt wird. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 650 TEUR an die PDE ausgeschüttet, welche sich entsprechend auf Cash und Forderungen v.U. aus dem Cash Pooling mit der PIW auswirkte. Es bestehen wie im Vorjahr keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der WGF belief sich zum Stichtag auf 4.485 TEUR (Vorjahr: 5.085 TEUR). Bilanzverkürzend wirkt im Wesentlichen die Auszahlung einer Dividende an die PDE.

Das Anlagevermögen reduzierte sich im Geschäftsjahr von 547 TEUR auf 347 TEUR aufgrund der Veräußerung einer Immobilie und von Rebflächen.

Das Vorratsvermögen erhöhte sich im Geschäftsjahr von 1.217 TEUR auf 1.398 TEUR durch gestiegene Materialkosten und somit erhöhten Vorratswerten pro Stück sowie stichtagsbedingt höhere Stückzahlen im Bestand und liegt damit auf dem Niveau des Planwertes von 1.400 TEUR.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich ähnlich zur Umsatzentwicklung zum Stichtag auf 800 TEUR (Vorjahr: 915 TEUR).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich von 1.674 TEUR auf 927 TEUR. Im Geschäftsjahr wurde eine Dividende in Höhe von 650 TEUR an die PDE ausgeschüttet, welche sich entsprechend auf die Forderungen aus dem Cash Pooling mit der PIW auswirkte.

Sonstige Vermögensgegenstände bestanden in Höhe von 537 TEUR (Vorjahr: 159 TEUR) und erhöhten sich im Wesentlichen wegen erhöhter Steuererstattungsansprüche für Vorauszahlungen auf Körperschaft- und Gewerbesteuer (492 TEUR; Vorjahr: 117 TEUR).

Die Bankguthaben und der Kassenbestand betrugen insgesamt 476 TEUR (Vorjahr: 573 TEUR) und liegen stichtagsbedingt auch leicht unter dem Planwert von 500 TEUR.

Die Rückstellungen sind mit 1.725 TEUR unter dem Niveau des Vorjahres (2.088 TEUR). Im Vorjahresvergleich ergeben sich, durch das geringer ausgefallene Ergebnis vor Steuern bei gleichzeitig hohen Steuervorauszahlungen, keine Rückstellungen für Körper- und Gewerbesteuer sowie niedrigere sonstige Rückstellungen u.a. für Prämien.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich von 167 TEUR auf 174 TEUR.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betrugen 131 TEUR (Vorjahr: 0 TEUR). Stichtagsbedingt resultieren höhere Verbindlichkeiten i.W. aus Warenlieferungen der PSS Weinkellerei GmbH.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betrugen 191 TEUR nach 322 TEUR im Vorjahr, was im Wesentlichen aus geringeren Umsatzsteuer-Verbindlichkeiten zum Stichtag resultiert.

Das Eigenkapital reduziert sich von 2.508 TEUR auf 2.259 TEUR. An die Muttergesellschaft PDE wurde eine Dividende in Höhe von 650 TEUR als Ausschüttung aus dem Gewinnvortrag gezahlt. Erhöhend wirkt der im Geschäftsjahr erzielte Jahresüberschuss. Durch die gesunkene Bilanzsumme erhöht sich die Eigenkapitalquote auf 50,4 % (Vorjahr: 49,3 %).

Nichtfinanzielle Aspekte

Für den nachhaltigen Unternehmenserfolg sind neben wirtschaftlichen Kennzahlen auch nichtfinanzielle Aspekte von Bedeutung. Diese bestehen bei der WGF im Wesentlichen im Kundenzugang mit hoher Beratungskompetenz im Distanzvertrieb. Eine weitere Grundvoraussetzung für den Erfolg sind leistungsfähige Mitarbeiter, daher investiert WGF in Aus- und Weiterbildung und baut durch Personalentwicklungsmaßnahmen wie interne Coaching- und Ausbildungs-Programme fortlaufend den Fach- und Führungskräftenachwuchs auf. Neben ökonomischen Aspekten stehen auch die Bereiche Umwelt und Soziales im Mittelpunkt des Handelns. Das Ziel der Unternehmen der Pieroth-Gruppe ist es, in allen Bereichen möglichst nachhaltig und ressourcenschonend zu wirtschaften. In Bezug auf die Umwelt stehen u.a. die Reduktion von CO 2 -Emissionen pro Flasche, Papierverbrauch oder Abfallmengen im Fokus. Auch die Förderung von Inklusion, Diversität sowie Gesundheit der Mitarbeiter sind Bestandteile der Nachhaltigkeitsstrategie.

III. Prognosebericht

Die Planung der Gesellschaft berücksichtigt die im Abschnitt "Marktumfeld" beschriebenen Rahmenbedingungen, insbesondere die sich normalisierenden Beschaffungskosten sowie etwaige Auswirkungen einer rückläufigen Inflation auf die Kaufkraft der Kunden. Der Weinkonsum insgesamt wird gegenüber dem Vorjahr stabil erwartet. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für die Ertragslage ist die Kaufzurückhaltung bei den Kunden infolge der Teuerungen der vergangenen Jahre.

WGF plant im Geschäftsjahr 2024 Umsatzerlöse zwischen 11.500 TEUR und 12.500 TEUR. Das geplante normalisierte EBT soll zwischen 350 TEUR und 450 TEUR liegen. Ein Normalisierungsbetrag ist in Höhe eines Ertrages von 660 TEUR aus einem Gebäudeverkauf eingeplant. Der Jahresüberschuss soll zwischen 700 TEUR und 800 TEUR liegen. Die Vorräte sollen sich mit 1.425 TEUR auf dem Niveau von 2023 bewegen.

IV. Risikobericht / Chancenbericht

Die WGF greift im Bereich der Beschaffung und Administration in hohem Maße auf konzerninterne Strukturen zurück. Vor diesem Hintergrund wird nachfolgend auch auf installierte Kontroll- und Steuerungsinstrumente der Pieroth-Gruppe Bezug genommen. Diese gelten in diesen Fällen auch für die WGF als 100%ige Konzerngesellschaft der Pieroth-Gruppe.

Zur Kontrolle und Steuerung der unternehmerischen Risiken besteht in der Pieroth-Gruppe ein System von Controlling-Instrumenten. Monatliche Ergebnisüberwachung, interne Revisionen und ein kontinuierliches Bestands- und Forderungsmanagement sorgen dafür, dass Abweichungen von der Ergebnisplanung zeitnah erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden können. Ein Risikomanagementsystem überwacht und unterstützt alle relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen. Es stellt eine regelmäßige Information der Geschäftsführung der WGF und der Gesellschafterin über relevante Risiken sicher. Die Umsetzung und Einhaltung der Strategien zur Risikosteuerung werden im Rahmen der internen Revision sichergestellt.

Die in der Pieroth-Gruppe installierten klaren Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen sind auf eine vollständige und richtige Erfassung aller rechnungslegungsrelevanten Geschäftsvorfälle ausgerichtet. Die Nutzung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für die in den Konzernabschluss der Pieroth-Gruppe einbezogenen Unternehmen wird unter Beachtung der Vorschriften des HGB durch die Vorgaben in der Bilanzierungsrichtlinie gesichert. Die Organisation des Rechnungswesens sowie die Berücksichtigung der in die rechnungslegungsrelevanten Prozesse einbezogenen Unternehmensbereiche sind so gestaltet, dass eine der Unternehmensgröße und dem Unternehmensumfeld angemessene Trennung in Genehmigungs-, Ausführungs-, Abrechnungs- und Kontrollfunktionen vorhanden ist.

Die Gesellschaft ist von einer selbständigen Finanzierung ihrer Geschäftstätigkeit abhängig. Die derzeitige Planung sieht keinen externen Finanzmittelbedarf im Planungszeitraum bis Ende 2026 vor. Die Gesellschaft verfügte im Jahr 2023 über ausreichend liquide Mittel und geht von einer operativen Finanzierung der Finanzmittelbedarfe im Jahr 2024 aus.

Neben diesen und den allgemeinen Geschäftsrisiken ist die Pieroth-Gruppe folgenden wesentlichen Risiken ausgesetzt:

Personalrisiken: Entscheidend für den Erfolg des Geschäftsmodells der WGF ist die ausreichende Anzahl an qualifizierten Führungskräften und Vertriebsmitarbeitern. Das Hauptaugenmerk gilt der Identifizierung, Bindung und Weiterentwicklung von Leistungs- und Potenzialträgern sowie der erfolgreichen Gestaltung des Generationswechsels durch rechtzeitige Nachfolgeplanungen.

Lieferantenrisiken: In vergangenen Jahren kam es teilweise zu Verzögerungen durch Engpässe bei diversen Materialien oder auch Nicht-Verfügbarkeit von Containern. Solche Verzögerungen führen zu Verschiebungen in der Produktion und schlussendlich auch beim Absatz der Produkte an die Kunden. Durch enge und langfristige Lieferantenbeziehungen wird versucht, dieses Risiko zu minimieren. Der Ukraine-Krieg führt zu steigenden Energiepreisen, welche wiederum die Inflation stark beeinflussen. Die Gesellschaften der Pieroth-Gruppe sind hier u.a. bei der Beschaffung von energieintensiven Materialien wie Glas mit der Folge erhöhter Einkaufspreise betroffen.

Produktrisiken: Qualität und verfügbare Menge des wichtigsten Produktionsfaktors Wein stellen ein natürliches Risiko dar. Im Jahr 2023 stellte sich die Erntesituation weltweit unterdurchschnittlich dar. Die deutsche Weinlese lag auf dem 10-jährigen Mittel. Es ist bei den Rohweinen mit geringfügigen Preiserhöhungen infolge der inflationären Rahmenbedingungen, insbesondere der Vorjahre in denen die Weine produziert wurden, zu rechnen. Das Einkaufsvolumen für das Jahr 2023 ist weitestgehend durch Einkaufskontrakte der WGF sowie der Schwestergesellschaft PSS im In- und Ausland abgedeckt. Ständige Qualitätskontrollen in Einkauf und Produktion und eine enge Zusammenarbeit mit renommierten Analyseinstituten stellen die einwandfreie Beschaffenheit der Weine sicher. Seit dem Jahr 2011 ist die Produktionsstätte Langenlonsheim der PSS Weinkellerei GmbH nach den Standards IFS und BRC zertifiziert. Seit 2012 liegt eine Zertifizierung der DLG vor und seit 2014 ist die Produktionsstätte in Langenlonsheim BIO zertifiziert.

Absatzrisiko: Bei negativer Umsatzentwicklung der Direktvertriebsgesellschaften ergibt sich ein Absatzrisiko mit entsprechend negativer Ergebnisauswirkung. Für diverse Grade der Zielunterschreitung existieren seitens der Geschäftsführung bereits Maßnahmen zur Aufwandsreduzierung und Absicherung des Planergebnisses. Bei einer positiven Umsatzentwicklung entstehen durch eine bessere Auslastung des Fixkostenblocks entsprechende Chancen für die Gesellschaft. Pandemien erhöhen für WGF die Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung. Da WGF im Wesentlichen über Telefonverkauf ihre Produkte vertreibt und lediglich in geringem Ausmaß über Face-to-Face- Verkauf, liegt das Risiko bei einer generell sinkenden Nachfrage bzw. Kaufkraft. Der Ukraine-Krieg und die damit einhergehende Knappheit von Gütern und Teuerung von Rohstoffen führen zu Unsicherheiten und genereller Kaufzurückhaltung der Kunden. Absatzchancen bestehen in einer raschen Erholung des Konsumklimas.

Zins- und Währungsrisiken: Da die Gesellschaft nur im Inland tätig ist, bestehen derzeit keine Währungsrisiken. Die Gesellschaft ist grundsätzlich auf eine selbstständige Finanzierung der Geschäftstätigkeit angewiesen. Die derzeitige Planung sieht eine ausreichende Liquidität bis Ende 2026 vor. Sollten jedoch Finanzierungsmaßnahmen notwendig sein, ist die Gesellschaft dem allgemeinen Zinsrisiko ausgesetzt. Die Zinsentwicklung hat des Weiteren einen wesentlichen Einfluss auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen. Eine Chance besteht in der Entwicklung der Leitzinsen der Europäischen Zentralbank. Die Gesellschaft hat eine Cash Pooling-Vereinbarung mit der PIW und profitiert darüber mittelbar durch erhöhte Zinserträge.

Forderungsrisiko: Die Gesellschaft hat eine Vereinbarung mit einem Dienstleister geschlossen, welche vorsieht, dass die Hauptforderungen der Kunden mit Erreichen der Mahnstufe 3 abgetreten werden (Factoring mit vertraglich vereinbarter Quote). Das Ausfallrisiko von Forderungen gegen Kunden ist deshalb im Wesentlichen abgesichert.

IT-Risiken: Zur Sicherstellung und Verbesserung der IT-Sicherheit innerhalb der Pieroth-Gruppe werden regelmäßig Sicherheits-Audits mit einem externen Beratungsunternehmen durchgeführt und es wurde eine IT-Sicherheitsrichtlinie erstellt. Im Februar 2022 wurde die IT-Sicherheitsrichtlinie letztmals aktualisiert. Über eine Cyber-Versicherung sind zudem wesentliche IT-Risiken abgedeckt.

Umweltrisiken: Die Pieroth-Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, mit den Umweltressourcen effizient, sparsam und schonend umzugehen. Der Klimawandel generell stellt für den Weinbau eine Herausforderung dar. So beeinflussen vermehrt heiße Sommer mit Wärme und Dürrezeiten oder Frost- und Sturmgefahr die Ernte in Menge und/oder Qualität. Erhöhter Einsatz von Bewässerungsanlagen führt zu steigenden Produktionskosten 9. Demzufolge ist zukünftig mit vermehrter Volatilität bei den Einkaufspreisen, Qualitäten und verfügbaren Mengen zu rechnen.

Um für die Unternehmensgruppe kritische Situationen frühzeitig erkennen und erfolgreich bewältigen zu können, besteht ein unternehmensübergreifendes Krisenmanagement- und Krisenkommunikationssystem. Dieses umfasst die gesamte Unternehmensstruktur und stellt Hilfsmittel für die systematische Prävention und erfolgreiche Bewältigung sowohl kommunikativer als auch operativer Krisen bereit. Die Schulung des Krisenteams findet in regelmäßigen Abständen statt, auch durch externe Beratung. Im Bereich Risikomanagement setzt die Pieroth-Gruppe seit 2015 eine Software zur systematischen Erfassung von Risiken ein, welche im November 2022 durch ein neues Release aktualisiert wurde.

WGF gelang es, trotz herausfordernder Rahmenbedingungen das Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. WGF investierte mit dem Ausbau der Online-Aktivitäten, nach wie vor umfassender Neukundengewinnung und dem Umbau der Marke, inklusive der Umfirmierung, umfassend in die Zukunft des Unternehmens. Auf dieser Basis sehen wir sehr gute Chancen auf eine Fortsetzung der operativen Erfolge und einen mittelfristig erfolgreichen Geschäftsverlauf der WGF.

 

Nackenheim, 13. Mai 2024

Andreas Hirt

9 https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/weinbau-klimawandel-deutschland-1.4369331

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Anlagevermögen
Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 234.280,00 462
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.557,00 85
346.837,00 547
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 19.996,38 23
2. Unfertige Erzeugnisse 34.020,00 34
3. Waren 1.344.136,86 1.160
1.398.153,24 1.217
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 799.661,53 915
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 927.132,64 1.674
3. Sonstige Vermögensgegenstände 536.573,63 159
2.263.367,80 2.748
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 476.324,67 573
4.137.845,71 4.538
4.484.682,71 5.085

Passiva

31.12.2023 Vorjahr
EUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 562.422,00 562
II. Kapitalrücklage 1.157.702,87 1.158
III. Gewinnvortrag 138.272,76 138
IV. Jahresüberschuss 400.222,19 650
2.258.619,82 2.508
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.320.371,00 1.385
2. Steuerrückstellungen 0,00 148
3. Sonstige Rückstellungen 404.771,31 555
1.725.142,31 2.088
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.605,59 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 174.061,50 167
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 130.913,82 0
4. Sonstige Verbindlichkeiten 191.339,67 322
500.920,58 489
4.484.682,71 5.085

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023 Vorjahr
EUR TEUR
1. Umsatzerlöse 13.192.247,80 14.601
2. Sonstige betriebliche Erträge 605.290,53 555
3. Materialaufwand
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 4.027.317,41 4.256
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 2.694.720,08 2.894
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 552.172,42 726
davon für Altersversorgung: EUR 1.472,87 (Vorjahr: TEUR 162)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 24.049,54 27
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.989.873,06 6.364
7. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 13.121,36 3
davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 12.511,41 (Vorjahr: TEUR 1)
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 24.924,00 26
davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: TEUR 0)
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 96.778,42 214
10. Ergebnis nach Steuern 400.824,76 652
11. Sonstige Steuern 602,57 2
12. Jahresüberschuss 400.222,19 650

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Inhaltsverzeichnis

I. Allgemeine Angaben

1. Ausweis- und Gliederungshinweise

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Anlagevermögen

Umlaufvermögen

Eigenkapital

Rückstellungen

Verbindlichkeiten

Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten

Latente Steuern

Umsatzerlöse

II. Angaben zur Bilanz

1. Anlagevermögen

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

3. Gezeichnetes Kapital

4. Weitere Posten des Eigenkapitals

5. Rückstellungen

6. Verbindlichkeiten

7. Haftungsverhältnisse

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

III. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Abschreibungen

2. Finanzergebnis

3. Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge

IV. Sonstige Angaben

1. Arbeitnehmerzahl

2. Geschäftsführung

3. Konzernverhältnisse

4. Nachtragsbericht

I. Allgemeine Angaben

Die Firma ist im Handelsregister beim Amtsgericht Mainz unter der Nummer HRB 1051 eingetragen.

Im Geschäftsjahr wurde die Firma von "Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH" in "Weingraf GmbH" umfirmiert.

1. Ausweis- und Gliederungshinweise

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB. Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach den Vorschriften des § 266 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach § 275 Abs. 2 HGB in der Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Das Wahlrecht in Bezug auf die Anwendung der neuen Schwellenwerte gemäß § 267 Abs. 1 und 2 HGB aus der Übergangsvorschrift zum Zweiten Gesetz zur Änderung des DWD-Gesetzes sowie zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften, Artikel 93, wird nicht angewendet.

Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die Vermerke, die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, sowie die Vermerke, die wahlweise bei den Posten der Bilanz bzw. der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang anzubringen sind, überwiegend in den Anhang übernommen.

Der Abschluss wurde unter Annahme der Unternehmensfortführung (Going Concern) aufgestellt.

Der Abschluss wird in Euro aufgestellt.

Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss ist unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung nach den Vorschriften der §§ 238 ff. und 264 ff. HGB bzw. ergänzender Vorschriften des EGHGB sowie des GmbHG aufgestellt worden. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind mit den unten beschriebenen Ausnahmen beibehalten worden.

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen ist zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten und abzüglich Anschaffungskostenminderungen und Abschreibungen bewertet.

Anlagegüter, die nach dem 1. Januar 2003 angeschafft wurden, werden grundsätzlich linear abgeschrieben.

Nutzungsdauer der Sachanlagen

Gebäude 25 bis 50 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 7 bis 13 Jahre
Rebanlagen 20 Jahre
Tanks 17 Jahre
Kraftfahrzeuge 6 Jahre

Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis zu 250,00 EUR werden grundsätzlich im Jahr der Anschaffung als Aufwand geltend gemacht. Darüber hinaus wurden bis inklusive dem Geschäftsjahr 2021 alle abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgüter mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von mehr als 250,00 EUR netto und bis zu 1.000,00 EUR netto, die im jeweiligen Geschäftsjahr angeschafft wurden, in einem jahresbezogenen Sammelposten zusammengefasst. Dieser Sammelposten wird einheitlich über fünf Jahre mit jeweils 20 % abgeschrieben. Ab dem Geschäftsjahr 2022 werden neu angeschaffte geringwertiger Wirtschaftsgüter von mehr als 250,00 EUR bis 800,00 EUR Anschaffungswert sofort abgeschrieben.

Umlaufvermögen

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen auch die anteiligen Frachtkosten und sonstige Anschaffungsnebenkosten. Die Herstellungskosten umfassen neben den direkten Einzelkosten für Fertigungsmaterial und -löhne anteilige Fertigungsgemeinkosten einschließlich zurechenbarer Abschreibungen.

Die Handelswaren sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet.

Bestandsrisiken aufgrund geminderter Verwendbarkeit werden durch Abschläge berücksichtigt. In Abstimmung mit der Qualitätssicherung wurden für bestimmte Weine Abwertungen anhand einer Matrix vorgenommen, welche die Vertriebslaufzeit abbildet. Darüber hinaus wird das Niederstwertprinzip bzw. das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich zum Nennwert abzüglich angemessener Einzel- und Pauschalwertberichtigungen angesetzt.

Liquide Mittel und Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert bilanziert.

Eigenkapital

Das Eigenkapital ist zum Nennwert bilanziert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde der von der Deutschen Bundesbank bekanntgegebene durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre, bei einer angenommenen restlichen Laufzeit von 15 Jahren, in Höhe von 1,83 % (Vorjahr: 1,78 %) zum Stichtag 31. Dezember 2023 verwendet. Bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre in Höhe von 1,75 % (Vorjahr: 1,44 %) ergibt sich eine Pensionsrückstellung in Höhe von 1.320 TEUR (Vorjahr: 1.443 TEUR). Der ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag gem. § 253 Abs. 6 HGB beträgt damit 12 TEUR (Vorjahr: 58 TEUR).

Bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde eine erwartete einmalige Rentensteigerung in Höhe von 7,0 % (Vorjahr: 7,0 %) sowie für alle Folgejahre eine Rentensteigerung in Höhe von 2,3 % (Vorjahr: 2,2 %) p.a. berücksichtigt. Für Gehaltstrend sowie Fluktuation wurden 0 % p.a. angesetzt, da der Anteil der in der Gesellschaft noch aktiven Pensionsanwärter sehr gering ist.

Die Zinsänderungseffekte aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden abgezinst.

Die Jubiläumsrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 1,74 % gebildet und Altersteilzeitrückstellung unter Berücksichtigung eines Zinssatzes von 1,05 %. Zu diesen Berechnungen liegen Gutachten von externen Versicherungsmathematikern vor.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Im Falle einer Kurssicherung kommt der abgesicherte Kurs zur Anwendung. Zum Stichtag bestehen keine Kurssicherungsgeschäfte.

Latente Steuern

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit den für Kapitalgesellschaften unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet. Eine Abzinsung bestehender latenter Steuern erfolgt nicht. Soweit aktive latente Steuern bestehen, werden diese mit den passiven latenten Steuern saldiert. Das Ansatzwahlrecht zur Aktivierung eines aktivischen Überhangs bei den latenten Steuern wird nicht ausgeübt.

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse werden im Zeitpunkt des Gefahrenübergangs realisiert, der sich aus den jeweiligen Lieferbedingungen ergibt. In der Regel erfolgt der Gefahrenübergang mit der Übergabe an den Kunden.

II. Angaben zur Bilanz

1. Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

2. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

davon Restlaufzeit mehr als 1 Jahr
31.12.2023 TEUR Vorjahr TEUR 31.12.2023 TEUR Vorjahr TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 800 915 0 0
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 927 1.674 0 0
Sonstige Vermögensgegenstände 537 159 18 3
2.263 2.748 18 3

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen 927 TEUR (Vorjahr: 1.674 TEUR). Davon resultieren 913 TEUR (Vorjahr: 1.501 TEUR) aus Cash Pooling mit der Pieroth Wein GmbH sowie 14 TEUR (Vorjahr: 173 TEUR) aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen.

Zum Stichtag bestanden keine Forderungen gegen Gesellschafter (Vorjahr: 0 TEUR).

Die sonstigen Vermögensgegenstände umfassen als wesentliche Posten Steuererstattungsansprüche in Höhe von 492 TEUR (Vorjahr: 117 TEUR).

Es besteht ein Vertrag mit einem Forderungsmanagementdienstleister, welcher vorsieht, dass die Hauptforderungen der Kunden nach der Mahnstufe 3 direkt an diesen abgetreten werden. Zum Bilanzstichtag beläuft sich das Volumen der verkauften Forderungen auf 15 TEUR (Vorjahr: 14 TEUR).

3. Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital beträgt unverändert 562.422,00 EUR.

4. Weitere Posten des Eigenkapitals

Der Gewinnvortrag beträgt zum Stichtag 138 TEUR (Vorjahr: 138 TEUR). Im Geschäftsjahr wurde der Jahresüberschuss des Vorjahres in Höhe von 650 TEUR auf neue Rechnung vorgetragen. An die PDE wurde im Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 650 TEUR ausgeschüttet. Diese Ausschüttung wurde aus dem Gewinnvortrag in Höhe von 650 TEUR vorgenommen. Im Berichtsjahr wurde ein Jahresüberschuss in Höhe von 400 TEUR erzielt.

5. Rückstellungen

Pensionsrückstellungen bestehen für Pensionsanwartschaften und laufende Pensionen.

Die sonstigen Rückstellungen betreffen personalaufwandsbezogene Rückstellungen (300 TEUR, Vorjahr: 264 TEUR) sowie übrige Rückstellungen von 105 TEUR (Vorjahr: 291 TEUR).

6. Verbindlichkeiten

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 174 167
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 131 0
Sonstige Verbindlichkeiten 191 322
- davon aus Steuern: 22 TEUR (Vorjahr: 144 TEUR)
-davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 7 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR)
501 489
davon mit einer Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr von mehr als 1 Jahr von mehr als 5 Jahren
31.12.2023 Vorjahr 31.12.2023 Vorjahr 31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 5 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 174 167 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 131 0 0 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 191 322 0 0 0 0
- davon aus Steuern: 22 TEUR (Vorjahr: 144 TEUR)
-davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 7 TEUR (Vorjahr: 7 TEUR)
501 489 0 0 0 0

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren wie im Vorjahr aus Lieferungs- und Leistungsbeziehungen.

Zum Stichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von 44 TEUR (Vorjahr: 5 TEUR).

7. Haftungsverhältnisse

Zum Stichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse.

8. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR
Leasing-/Mietverträge
fällig 2024 157
fällig 2025 bis 2028 343
500

Gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen keine Verpflichtungen.

III. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. Abschreibungen

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen enthalten Abschreibungen des Anlagevermögens in Höhe von 24 TEUR (Vorjahr: 27 TEUR).

2. Finanzergebnis

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufzinsungseffekte aus Pensionen und sonstigen Rückstellungen in Höhe von 25 TEUR (Vorjahr: 26 TEUR) enthalten.

3. Außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge

Im Berichtsjahr sind außergewöhnliche Erträge gem. § 285 Nr. 31 HGB in Höhe von 387 TEUR (Vorjahr: 170 TEUR) enthalten, welche aus Buchgewinnen aus Abgängen von Anlagegütern resultieren. Zudem resultieren 164 TEUR (Vorjahr: 342 TEUR) aus der Auflösung von Rückstellungen. Außergewöhnliche Aufwendungen fielen im Geschäftsjahr und im Vorjahr keine an.

IV. Sonstige Angaben

1. Arbeitnehmerzahl

Im Jahresdurchschnitt waren beschäftigt:

Administration 12
Vertrieb 93
105

2. Geschäftsführung

Geschäftsführer der Weingraf GmbH (vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH) war im Geschäftsjahr 2023:

Andreas Hirt, Kaufmann, hauptberuflich Geschäftsführer der Gesellschaft.

Es werden die Befreiungsvorschriften des § 286 Abs. 4 HGB angewandt.

Es bestehen Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsführern der Gesellschaft und deren Rechtsvorgängern in Höhe von 348 TEUR (Vorjahr: 361 TEUR).

3. Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft ist Tochtergesellschaft der Pieroth Deutschland GmbH. Die Gesellschaft wird in den befreienden Konzernabschluss der PBG Beteiligungsgesellschaft mbH, Rümmelsheim/Deutschland, einbezogen (größter und kleinster Kreis). Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt.

4. Nachtragsbericht

Verkauf eines Grundstücks und eines Gebäudes in Nackenheim

Im Februar 2024 wurde nach Erfüllung aller rechtlichen Bedingungen der Verkauf eines Grundstücks und eines Gebäudes in Nackenheim effektiv. Ein Teil der Räumlichkeiten wird zurückgemietet. Mit dem Verkauf wurde ein Buchgewinn erzielt.

Eigentümerwechsel bei der Pieroth Wein GmbH

Die PBG Beteiligungsgesellschaft mbH hat zum 8. April 2024 (Signing und Closing) die Pieroth Wein GmbH samt aller Tochtergesellschaften inklusive der Weingraf GmbH an die Pieroth Holding GmbH mit Sitz in Berlin veräußert.

 

Nackenheim, den 13. Mai 2024

Weingraf GmbH

Andreas Hirt

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Bruttobuchwerte
Stand am 1.1.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 93.485,81 0,00 0,00 93.485,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 899.500,55 0,00 459.921,71 439.578,84
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 794.958,68 47.034,45 12.902,46 829.090,67
1.694.459,23 47.034,45 472.824,17 1.268.669,51
1.787.945,04 47.034,45 472.824,17 1.362.155,32
kumulierte Abschreibungen
Stand am 1.1.2023 Zugänge Abgänge Stand am 31.12.2023
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 93.485,81 0,00 0,00 93.485,81
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 437.969,62 4.276,98 236.947,76 205.298,84
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 709.663,57 19.772,56 12.902,46 716.533,67
1.147.633,19 24.049,54 249.850,22 921.832,51
1.241.119,00 24.049,54 249.850,22 1.015.318,32
Nettobuchwerte
Stand am 31.12.2023 Vorjahr
EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 0,00 0,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 234.280,00 461.530,93
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 112.557,00 85.295,11
346.837,00 546.826,04
346.837,00 546.826,04

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Weingraf GmbH, Nackenheim (vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH)

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Weingraf GmbH, Nackenheim, (vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH) - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Dar- über hinaus haben wir den Lagebericht der Weingraf GmbH, Nackenheim, (vormals: Reichsgraf von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn Weingut und Weinkellerei GmbH) für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Düsseldorf, den 13. Mai 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Christian Schmitz, Wirtschaftsprüfer

Michael Habenicht, Wirtschaftsprüfer

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