Stammdaten

Register
Amtsgericht Ludwigshafen a.Rhein (Ludwigshafen) HRB 63432
Eingetragen
28.3.2013
Branche
Luft- und Raumfahrzeugbau für zivile ZweckeLuft- und Raumfahrzeugbau für militärische ZweckeHerstellung von Prüfmaschinen
Gegenstand
Die Entwicklung, Konstruktion und Produktion sowie der Vertrieb von Flugzeugteilen und verwandten Produkten, insbesondere von Frachtladesystemen und Rohrleitungen.

Historie

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Management

NameRolle
Nicolas Orance
seit 23.10.2025
Geschäftsführer
Patrick Bourdon
seit 23.10.2025
Prokura
Geschäftsführer
Maria Rita Geffers
seit 13.1.2025
Prokura
Laurent Bersot
seit 13.1.2025
Prokura
Christopher Moore
seit 13.12.2024
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Hutchinson S.A.FRA
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
7.433.765 €
100.00%

Konzern- und Jahresabschlüsse

PFW Aerospace GmbH

Speyer

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 und Lagebericht

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2018

Inhalt

A. Grundlagen des Konzerns

I. Geschäftsmodell

II. Entwicklung

III. Qualitätsmanagement

IV. Umwelt- und Sicherheitsmanagement

B. Wirtschaftsbericht

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

II. Geschäftsverlauf und Leistungsindikatoren

III. Ertragslage

IV. Vermögenslage

V. Finanzlage

VI. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gruppe

C. Risikobericht

I. Risikomanagement

II. Marktrisiken

III. Finanzwirtschaftliche Risiken

IV. Absatz- und Beschaffungsrisiken

V. Sonstige Risiken

VI. Gesamtaussage zur Risikosituation

D. Chancenbericht

E. Prognosebericht

F. Erklärung zur Unternehmensführung

A. GRUNDLAGEN DES KONZERNS

I. Geschäftsmodell

Die PFW Aerospace GmbH, Speyer, (im Folgenden auch kurz "PFW" oder "Gesellschaft") als Systemspezialist für Luftfahrtteile beliefert die internationale Luftfahrtindustrie und verfügt neben ihrem Hauptwerk in Speyer über einen türkischen Produktions- und englischen Logistikstandort. Neben der reinen Produktion ("Build-to-Print") wird insbesondere die gesamtverantwortliche, fertigungsvorbereitende Entwicklung und Produktion von Systemen ("Build-to-Spec") in den Produktsegmenten des Unternehmens angeboten. Darüber hinaus wird das vorhandene fundierte Fachwissen in der Metallurgie, bspw. zu Titan, dazu genutzt, innovative Konzepte zu entwickeln, die in den jüngsten Entwicklungsprogrammen als Serienstandard qualifiziert wurden. Die Kompetenz der PFW-Gruppe besteht darüber hinaus darin, ihren Kunden sämtliche Dienstleistungen zu liefern, die über die Fertigung hinaus während der Lebensdauer der Produkte benötigt werden. Dies beginnt mit der Entwicklung gewichts- und kostenoptimierter Systemfertigungskompetenzen einschließlich der kontinuierlichen Weiterentwicklung über die Wartung ihrer Kernprodukte und endet mit Ersatzteillieferungen für noch genutzte Flugzeuge, in denen ein Produkt von PFW verbaut wurde.

Das aktuelle Produkt- und Leistungsspektrum der PFW umfasst:

Komplette Rohrsysteme im Flugzeug für Treibstoffe, Hydraulikflüssigkeiten, Luft, Sauerstoff, Wasser und Abwasser, einschließlich heizbarer Rohrleitungen,

Strukturteile von tragenden Rumpfbaugruppen bis zu komplexen Baugruppen wie Treibstofftanks und Landeklappen,

Frachtladesysteme für Flugzeuge im militärischen Bereich.

Traditionell liegt die Spezialisierung der PFW-Gruppe auf metallischen Bauteilen, wobei im Rohrbereich zunehmend Kunststoff- sowie Verbundmaterialien zum Einsatz kommen. Bei PFW steht nicht nur die hochpräzise Fertigung von Bauteilen unter Einhaltung aller erforderlichen Standards im Vordergrund, sondern auch die Konzeption und Entwicklung von Systemlösungen, welche Kostenvorteile unter anderem durch Vereinheitlichung der eingesetzten Standards bieten. Neben dem Produkt- und Leistungsspektrum werden insbesondere die verwendeten Fertigungsverfahren und -prozesse permanent weiterentwickelt.

PFW ist mit ihren Produkten für die wesentlichen Flugzeugfamilien der OEMs als sogenannter Single Source Supplier tätig. Weltweit sind nur wenige Unternehmen in der Lage, das Produktportfolio und gleichzeitig die erforderlichen Ausbringungsmengen der PFW abzudecken.

Da es nicht zur strategischen Ausrichtung unserer Mehrheitsgesellschafterin Airbus gehört, Anteile an Zulieferern wie PFW zu halten, wurde Mitte des Jahres 2018 der M&A-Prozess zur Veräußerung sämtlicher PFW-Anteile durch beide Gesellschafter angestoßen. Planmäßig sollen die entsprechenden Kaufverträge im ersten Halbjahr 2019 unterzeichnet werden.

II. Entwicklung

Nachdem die spezifischen Produktentwicklungen für die neueren Programme unserer beiden wesentlichen Kunden Airbus (A350, A380, A400M) und Boeing (B787) abgeschlossen sind, konzentrieren sich unsere Entwicklungsaktivitäten auf die allgemeine Produktionstechnologie sowie die Verwendung neuer Werkstoffe. Automatisierung und Digitalisierung stehen ebenfalls im Vordergrund.

Die im Rahmen der Entwicklungsprojekte angefallenen und von PFW vorfinanzierten Entwicklungskosten, die so genannten Non-Recurring-Costs ("NRC"), sind Teil der Preisgestaltung der Serienprodukte und werden von den Auftraggebern über bestehende Rückvergütungsvereinbarungen, teilweise durch Einmalzahlungen, grundsätzlich jedoch auf Basis von Flugzeugmodell/-typ spezifizierten Auslieferungspaketen ("Shipsets") mit den jeweiligen Verkaufspreisen bezahlt. Die Entwicklungskosten, die insbesondere für eigene und externe Ingenieure angefallen sind, wurden als Sondereinzelkosten der Fertigung als Vorräte in der Bilanz aktiviert und werden seit Beginn der Serienfertigung in Abhängigkeit der ausgelieferten Shipsets amortisiert. Somit werden den jeweiligen Umsatzerlösen die angefallenen Entwicklungskosten periodengerecht zugerechnet.

Die Aktivierungsquote ist im Rahmen des aktuellen Entwicklungsumfeldes stetig rückläufig und beträgt für das Geschäftsjahr 2018 nur noch 3,2% (Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten) nach 25,9% im Vorjahr. Auch die absoluten Aufwendungen für Entwicklung sind weiterhin rückläufig. Laufende Produktdesignänderungen während der Serienfertigung werden regelmäßig nicht aktiviert.

Fertigungstechnologie

Der Fokus der Technologieentwicklung liegt auf der Automatisierung von Fertigungsprozessen. Ziel der Entwicklungstätigkeiten ist eine möglichst zeitnahe Serieneinführung der Neuentwicklungen einerseits zur Erreichung nachhaltiger Kostenoptimierungen und andererseits zur Erhöhung der Prozesssicherheit.

In jüngster Zeit befassten sich Technologieprojekte der PFW u. a. mit der Beschaffung einer Rohrfertigungszelle für die automatisierte Fertigung von längsnahtgeschweißten Metallrohren zur internen Weiterverarbeitung. Weiterhin wurde eine automatisierte Konnektoren-Fertigung für das Treibstoffsystem der A350XWB aufgebaut. Die Aluminium-Bauteile werden dabei durch Roboter den Bearbeitungsmaschinen zugeführt, was für eine kosten- und zeitoptimierte Herstellung sorgt. In 2018 wurde eine automatisierte Röntgenzelle beschafft, bei der kooperierende Roboter sowohl das Bauteilhandling innerhalb und außerhalb der Röntgenzelle als auch die Positionierung der digitalen Röntgeneinheit zur Prüfstelle übernehmen. Ferner wurden Projekte zur Vernetzung und Digitalisierung von Prozessen durchgeführt, um organisatorisch grundlegende Industrie 4.0-Fähigkeiten zu erlangen. Im Bereich der Rohrfertigung wurden für die verschiedensten Anwendungen Hybridkonzepte weiterentwickelt, die die Vorteile von Metall und Kunststoff optimal im System miteinander kombinieren. Diese Themen werden in den kommenden Jahren weiter verfolgt werden.

Parallel wurden erfolgreich Fertigungs- und Verarbeitungsverfahren für Kunststoffrohre entwickelt, mit welchem bedeutende Kosten- und Gewichtsvorteile erreicht werden. Die Kunststoffrohre haben erstmalig im Drainagesystem der A350XWB ihren Einsatz gefunden. Weitergehende Entwicklungen zielen auf die Anwendbarkeit der Kunststoffrohre auch bei Systemen mit höheren Innendrücken.

LuFo V

Im Rahmen des Luftfahrtforschungsprogramms unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Forschungs- und Technologievorhaben der zivilen, kommerziellen Luftfahrt am Standort Deutschland.

Die im 1. Programmaufruf geförderten Forschungsprojekte "HiPPP - Optimierung der Fertigungsprozesskette" und "Compete - Fertigung hochdruckfähiger, gebogener Kunststoffrohre" konnten im Jahr 2017 erfolgreich abgeschlossen werden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus diesen Projekten werden konsequent in die Serienfertigung überführt. So wurde im Jahr 2017 die Investition in eine Flexformanlage beschlossen, mit welcher im Projekt HiPPP wirtschaftliche Vorteile bei der Herstellung geschweißter Rohrelemente nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse aus dem Projekt Compete, bei dem ein hochdruckfähiges CFK-Rohr entwickelt wurde, werden im Folgeprojekt CREMA weiterverwendet.

Im 2. Programmaufruf von 2015 konnten drei, aktuell noch laufende Forschungsprojekte gewonnen werden, die sich mit den folgenden Themen befassen:

ProkettO - Prozesskettenoptimierung zur Herstellung gebogener Rohre

FETa4.0 - Fertigung und Entwicklung von Tanks unter Industrie 4.0-Bedingungen

CREMA - Verbundprojekt mit Airbus zum Fügen von CFK-Rohren mit MIM-Fittingen

Aufgrund der vielversprechenden inhaltlichen Projektentwicklungen wurden für alle drei Projekte Aufstockungen beantragt. Für FETa4.0 ist diese bereits formell bewilligt. Somit kann die Verlängerung mit angepasstem Budget zur Entwicklung von Mitarbeiterführungs- und -Assistenzsystemen sowie der Intensivierung der Entwicklungen im Bereich der Additiven Fertigung genutzt werden.

Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen - InKoWe

Im Mai 2017 wurde im Rahmen des Forschungsprogramms "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen" die Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen für "Industrie 4.0 - Kollaborationen in dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken (InKoWe)" bekannt gegeben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert mit dem Programm kooperative vorwettbewerbliche Forschungsvorhaben zur Stärkung der Produktion in Deutschland. PFW hat sich gemeinsam mit externen Partnern beworben und den Zuschlag für ein Verbundprojekt ab Q2/2019 in Aussicht stehen:

TensorMill - Intelligente Vernetzung zur autonomen Fräsbearbeitung von Strukturbauteilen.

"Linienintegration additiver Fertigungsverfahren" im Rahmen des Förderprogramms "Photonik Forschung Deutschland"

Im September 2017 wurde vom BMBF im Rahmen der Photonik Forschung Deutschland die Bekanntmachung der Fördermaßnahme "Linienintegration additiver Fertigungsverfahren" veröffentlicht. PFW hat sich in diesem Rahmen um Fördermittel zur Entwicklung von additiven Fertigungsverfahren in mehreren Konsortialprojekten beworben. Für zwei Projekte wurde die erste Stufe des zweistufigen Antragsverfahrens mit einem jeweils positiven Gutachtervotum abgeschlossen. Die Bewerbungsphase in der zweiten Stufe wird Anfang 2019 abgeschlossen sein. Es wird mit einer Genehmigung und Fördermittelfreigabe noch im 1. Halbjahr 2019 gerechnet. Es handelt sich um folgende Projekte:

GeKowiG - Generative Komplexität auf wirtschaftliche Grundkörper

Smart4DED - Entwicklung und Aufbau einer Fertigungslinie für Titanbauteile mittels eines durch vollständige Vernetzung optimierten Directed-Energy-Deposition-Prozess

Hybride Materialien - Neue Möglichkeiten, Neue Marktpotenziale - HyMat

Im August 2018 wurde durch das BMBF die Bekanntmachung zur Förderung von Vorhaben im Rahmen der "Werkstoffplattform Hybride Materialien - Neue Möglichkeiten, Neue Marktpotenziale (HyMat)" veröffentlicht. PFW hat sich mit zwei Projekten um Fördermittel zur Entwicklung von hybriden Werkstoffverbunden sowie hybriden Bauteilen beworben. Mit diesen Projekten sollen Konzepte zum potenziellen Einsatz von Faserverbundwerkstoffen in bestehenden und künftigen PFW-Produkten unterstützt und beschleunigt werden.

Folgende Verbundprojekte wurden eingereicht:

HyZTank - Hybride Materialien für Luftfahrtstrukturbauteile am Beispiel eines Zusatztanks

HyStruVe - Hybride Strukturen und Verbindungen für Composite-Rohrleitungen in der Luftfahrt

Die Kosten dieser Maßnahmen addieren sich für das Jahr 2019 zu einem Gesamtvolumen in der Höhe von rd. 2,1 Mio. EUR. Darin enthalten sind nicht rückzahlbare Zuschüsse in der Höhe von rd. 1,0 Mio. EUR. Weitere Förderanträge für diesen sowie den anschließenden Förderzeitraum sind eingereicht. Die genannten Projekte tragen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der PFW-Gruppe entscheidend bei.

Werkstofftechnologie

Dem allgemeinen Trend in der Luftfahrt folgend beschäftigt sich PFW auch mit neuen, nicht-metallischen Materialien. Durch einen vermehrten Einsatz dieser Werkstoffe erwartet die Branche sowohl Kosten- als auch Gewichtseinsparungen, welche neben der Sicherheit die wichtigsten Kriterien in der Luftfahrt sind. Besonders im Fokus stehen dabei thermoplastische Kunststoffe, die - insbesondere im Vergleich zu den heute verwendeten Metallen - einfach zu bearbeiten sind, sowie hitzebeständige Verbundwerkstoffe, die einen Einsatz in Bauräumen mit hoher Temperaturbeanspruchung im Flugzeug (z.B. in Triebwerksnähe) ermöglichen.

Werksentwicklung

Die zur Absicherung der Hochläufe in den Flugzeugprogrammen unserer Kunden notwendigen Erweiterungen und Prozessoptimierungen in der Produktion sind plankonform in großen Teilen umgesetzt worden. Eine weitere Automation von Prozessen spielt hier eine wesentliche Rolle. Neben der Generierung weiterer Produktionsflächen durch Neu- und Erweiterungsbauten wurde mittlerweile auf dem in 2017 zugekauften Grundstück mit dem Bau einer zweiten Logistikhalle begonnen, die im Laufe des Jahres 2019 fertig gestellt werden wird. Dieser Neubau wird weitere Schritte der Produktionsoptimierung auf den dann frei werdenden Flächen ermöglichen. Im Hinblick auf die gestiegenen Produktionsvolumina wurden diverse Infrastrukturprojekte im Bereich der Medien- und Stromversorgung sowie IT und Netzwerkausbau/Glasfaser angegangen, und bereits in großen Teilen umgesetzt. Die künftige Werksentwicklung fokussiert sich auf die weitere Optimierung in den Fertigungsbereichen sowie die Unterstützung bei der Einführung von neuen Fertigungstechnologien und Produkten.

III. Qualitätsmanagement

Die branchenspezifische Zertifizierung gem. DIN EN 9100 und eine Zulassung als Herstellungsbetrieb für Luftfahrtgerät der Europäischen Agentur für Flugsicherheit nach EASA Part 21/G durch das Luftfahrt-Bundesamt bilden die Basis, um Produkte für den Einbau in Luftfahrzeuge zu produzieren und sie mit dem Freigabeformular für Komponenten der Luftfahrt, der sog. EASA Form 1 zertifizieren zu dürfen. Die entsprechenden Überwachungs-Audits durch das Luftfahrtbundesamt wurden durchgeführt und erfolgreich bestanden. Das Gleiche gilt für die Instandhaltungsgenehmigung EASA Part 145. In allen Fällen wurden sehr gute Ergebnisse erreicht.

Daneben verlangen die OEM auch die Zertifizierung von speziellen Prozessen und besonderen Erzeugnissen. Ein weltweiter Standard in der Luftfahrtindustrie ist "NADCAP". Auch in 2018 konnte PFW die Qualifizierung der Spezialprozesse zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, Schweißen, Wärmebehandlung und Chemische Prozesse durch NADCAP nachweisen. Dies bildet die Voraussetzung dafür, dass PFW ein umfangreiches Portfolio von Fertigungsprozessen anbieten kann, die nach höchstem Industriestandard für die Luftfahrt qualifiziert sind. Für 2019 ist der Standort Izmir für die NADCAP Erweiterung (Chemische Prozesse) angemeldet.

Ein standortübergreifendes PFW-Qualitätsmanagementsystem konnte durch die Re-Zertifizierungen gem. EN 9100 "Campus" erneut nachgewiesen werden.

IV. Umwelt- und Sicherheitsmanagement

Der Konzern hat alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen sowie verschiedene Systeme zur Umsetzung von sicherheits- und umweltrelevanten Anforderungen installiert, welche die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften zur Sicherheit sowie zum Gesundheits- und Umweltschutz gewährleisten. Im laufenden Geschäftsjahr wurden weitere Standards erarbeitet und damit die Abläufe verbessert. Es wurden keine Umweltschäden verursacht und die Quote bei Arbeitsunfällen gesenkt. Alle notwendigen Genehmigungen sind aktuell und die daraus resultierenden Auflagen werden eingehalten.

B. WIRTSCHAFTSBERICHT

I. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Bedingungen auf dem globalen Markt der Luftfahrtindustrie stellten sich im Jahr 2018 nicht mehr ganz so positiv wie in den vorangegangenen Jahren dar. Das Wirtschaftswachstum der größten Volkswirtschaften hat sich spürbar verringert. Das Zinsniveau in den USA ist deutlich angestiegen, in Europa wird mit Zinserhöhungen ab 2020 gerechnet. Der Ölpreis befindet sich zwar immer noch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau, zeigt aber einen ansteigenden Trend. Darüber hinaus erlebt die Luftfahrt auf Grund der Übernahme der Bombardier C-Series durch Airbus und des Einstiegs von Boeing in die Zivilflugzeugsparte von Embraer eine Konsolidierung. Damit befinden sich gegenwärtig alle wesentlichen Programme der zivilen Luftfahrt in den Händen der beiden großen Anbieter. Für die Zulieferer bedeutet das eine Verschärfung der Wettbewerbssituation. Demgegenüber erweist sich die Entwicklung des weltweiten Verkehrsaufkommens gemessen in per Flugzeug zurückgelegten Passagierkilometern als resilient hinsichtlich externer Schocks und verdoppelt sich auch in Zukunft bei einem jährlichen Wachstum von 4,4% unverändert alle 15 Jahre.

Marktstudien u.a. von IHS Markit haben einen Zusammenhang zwischen wachsendem Wohlstand, und dem Anstieg des Verkehrsaufkommens festgestellt. Mit dem Anteil von frei verfügbarem Einkommen steigt auch die Nachfrage nach Flugreisen, sei es geschäftlich oder privat. Rechnete man in 2002 lediglich etwa 25% der Weltbevölkerung zur sog. Mittelschicht, so sind es heute bereits etwa 40%. In 20 Jahren wird dieser Anteil auf gut über 50% ansteigen, was bedeutet, dass dann rd. 5 Milliarden Menschen zur potenziellen Zielgruppe der Fluggesellschaften gehören werden. Damit werden sich insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern die Anzahl der Flüge pro Kopf kräftig nach oben entwickeln, während sie in den Industrienationen nur noch leicht ansteigen. Daraus abgeleitet veranschlagt die Branche eine Nachfrage nach 37.390 auszuliefernden Flugzeugen bis zum Jahr 2037. Davon entfallen rd. 10.850 auf Ersatzbedarf, während rd. 26.540 zur Ausweitung der bestehenden Flotten beitragen werden. Damit ist der 20-Jahresbedarf in der Marktstudie von Airbus im Vergleich zur Vorjahresprognose erneut angehoben worden.

Die Auftragsbestände der beiden weltweit bedeutendsten Flugzeugbauer Airbus und Boeing umfassen Ende 2018 13.528 bestellte Flugzeuge. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von 3,2%. Bezogen auf die im Vergleich zu 2017 angestiegene Auslieferungsmenge von 1.606 Flugzeugen in 2018 ergibt sich eine rechnerische Auftragsreichweite von 8,4 Jahren. Dieser Wert erreicht nicht mehr das Vorjahresniveau, da die jährlichen Ausbringungsmengen seitens der Flugzeugbauer auf Grund des Marktdrucks kontinuierlich nach oben gefahren werden.

Obwohl die Auslieferungen unserer Mehrheitsgesellschafterin Airbus erstmals die Bestellungen überstiegen, konnte der Auftragsbestand durch den Einbezug des A220 des von Bombardier erworbenen Geschäftsbereiches zum Jahresende 2018 auf 7.577 (Vj. 7.260) Flugzeuge erhöht werden. Nach wie vor mit Abstand größter Posten im Auftragsbuch sind mittlerweile 6.536 (Vj. 6.141) Flugzeuge aus der A320/A220-Familie (Schmalrumpf- bzw. Single Aisle Flugzeuge), was einem Anteil am gesamten Auftragsbuch von 86% (Vj. 85%) entspricht. Es wurden 800 (Vj. 718) Flugzeuge an die Endkunden übergeben, was sowohl exakt dem im Vorjahr gesteckten Auslieferungsziel entspricht und darüber hinaus einem kontinuierlichen Anstieg der jährlichen Auslieferzahlen im 16. Jahr in Folge. Davon entfielen 626 auf den A320, was rechnerisch einer Monatsproduktion von 52 entspricht. Für 2019 ist ein Hochlauf auf eine monatliche Produktion von 63 A320 angestrebt. Ein Hochlauf auf eine künftige monatliche Rate von 70 wird geprüft. Nachdem Ende 2014 der erste A350XWB ausgeliefert worden war, folgten bis zum Ende 2018 235 Auslieferungen. Der Produktionshochlauf des A350-Programms wird noch mindestens bis Ende des 1. Quartals 2020 andauern, bis die angestrebte Auslieferungsrate von 11,5 Flugzeugen pro Monat bzw. 138 pro Jahr erreicht sein wird.

Der Mitbewerber Boeing verzeichnete in 2018 Auftragseingänge von 893 Flugzeugen. Bei Auslieferungen von 806 beläuft sich der Auftragsbestand damit auf 5.951 bestellte Flugzeuge. Davon entfallen auf die B737 4.763 bestellte Flugzeuge, was 80% vom Auftragsbuch bedeutet. Für den Dreamliner, die B787, für den PFW Rohrsysteme liefert, stehen zum 31. Dezember 2018 622 Stück im Auftragsbuch. Die Auslieferungen von Boeing an die Endkunden in 2018 stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 763 auf 806.

Bei wachsendem weltweitem Luftverkehr, steigendem Passagieraufkommen und hohen Auftragsbeständen stehen die Flugzeughersteller einschließlich deren Lieferanten vor der Herausforderung, die enorme Nachfrage nach neuen Flugzeugen zu befriedigen, indem die gesamte Wertschöpfungskette optimiert wird. Das bedeutet, einerseits die Einführungszeit für neue Technologien zu verkürzen und andererseits die Möglichkeiten der digitalen Transformation auszuschöpfen, um die Profitabilität zu erhöhen.

Die PFW profitiert aktuell und in Zukunft von diesem günstigen Marktumfeld, wobei sie sich der damit verbundenen Herausforderungen bewusst ist. Insgesamt jedoch ist der positive Trend in der Luftfahrt-Branche ungebrochen und wird von der Geschäftsführung der PFW weiterhin als nachhaltig erachtet.

II. Geschäftsverlauf und Leistungsindikatoren

Ein mehrjähriges Transformations-Programm wurde in 2017 zur nachhaltigen Sicherstellung der vertraglich vereinbarten Lieferbereitschaft mit unseren Kunden erfolgreich abgeschlossen und in den Regelbetrieb überführt. In diesem Projekt wurden sämtliche Prozesse der PFW von der Kundenbestellung über die Produktion bis hin zur Auslieferung analysiert und optimiert. Daneben wurden aber auch die vielfältigen Schnittstellen zum Hauptkunden Airbus einbezogen. Die vertragsgemäße Lieferbereitschaft als Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns wurde damit realisiert. Für 2018 hatten wir uns vorgenommen, die Ertragsfähigkeit insoweit zu steigern, als dass weiter in die Modernisierung der Standorte investiert wurde und auf höchste Kostendisziplin geachtet wurde. Daneben wurden diverse Projekte mit Bezug zu neuen Produkt- und Fertigungstechnologien gestartet.

Im Rahmen von sog. Make or Buy-Betrachtungen wurden für diverse Arbeitsschritte überprüft, ob die Eigen- oder Fremdfertigung günstiger ist. Nachdem die einzelnen Prozessschritte innerhalb der Produktion schon im Vorjahr im Hinblick auf die seitens unserer Kunden geplanten höheren Auslieferungszahlen skaliert und optimiert wurden, führte das zu einem deutlich ertrags- und finanzkräftigerem operativen Umfeld.

Die interne Steuerung der PFW durch die Geschäftsführung basiert auf konsolidierten IFRS-Zahlen für die PFW-Gruppe und orientiert sich sowohl an finanziellen Kennzahlen als auch an operativen Schlüsselgrößen, obwohl für die Einzelgesellschaft PFW Aerospace GmbH der Jahresabschluss - abweichend vom Konzern - nach HGB aufzustellen ist. Wie im Vorjahr verwendet die Gesellschaft im aktuellen Berichtsjahr als finanzielle Kennzahlen die Umsatzerlöse (IFRS, mit und ohne IFRS 15), operatives Ergebnis (EBIT, IFRS) und Free Cash Flow (FCF) des Konzerns.

Aufgrund von Unterschieden zwischen HGB und IFRS bei den Kriterien für die Umsatzrealisierung (Anwendung von IFRS 15) sind die Umsatzerlöse in der Einzelgesellschaft nach IFRS leicht höher als die Umsätze nach HGB. Die als finanzieller Leistungsindikator prognostizierten IFRS-Umsatzerlöse auf PFW-Gruppeneben fallen dagegen aufgrund der Intercompany-Beziehungen geringer aus. Das operative Betriebsergebnis (EBIT) der Einzelgesellschaft nach HGB fällt aufgrund der höheren Abschreibung auf Anlagevermögen nach IFRS leicht geringer aus, wogegen das operative Betriebsergebnis (EBIT IFRS) der PFW-Gruppe aufgrund des EBIT einer weiteren Tochtergesellschaft (HSDT) deutlich höher ausfällt. Diese Effekte sind sowohl für das abgelaufene, wie auch voraussichtlich für das kommende Geschäftsjahr einschlägig.

Die PFW-Gruppe erzielte im Jahr 2018 Umsatzerlöse von 412,7 Mio. EUR, wovon 4,9 Mio. EUR auf den erwähnten IFRS 15-Effekt entfallen. Die Umsatzerlöse ohne die Bilanzierungsänderung betragen demnach 407,8 Mio. EUR und liegen somit 12,7 Mio. EUR über dem Planumsatzvolumen von 395,1 Mio. EUR. Die positive Abweichung zum Planwert ist hauptsächlich auf höhere Erlöse mit Boeing und im Ersatzteilverkauf zurückzuführen. Was den Verkauf von Zusatztanks angeht, wurde die geplante Absatzmenge nicht erreicht, nachdem sie in 2017 noch deutlich übertroffen wurde. Grund ist, dass das Geschäft mit Zusatztanks nicht so stabil planbar ist, da die Fluggesellschaften die Tanks fakultativ bestellen können. Eine vorteilhafte Absicherung des Währungsrisikos trug ebenfalls zur Umsatzsteigerung bei. Im Einklang mit der Auftragslage in der Luftfahrtindustrie ist die Absatzsituation für die Lieferung von Produkten an die beiden Hauptkunden unverändert gut und nachhaltig. Daran ändert auch die angekündigte Einstellung des A380 Programms nicht, da die darauf entfallenden Umsätze für PFW nicht wesentlich sind und schon durch den Hochlauf im A320 Programm ausgeglichen werden können.

Im aktuellen Geschäftsjahr 2018 hat der Konzern ein EBIT nach EU-IFRS von 23,6 Mio. EUR (Vj. 17,8 Mio. EUR) erwirtschaftet. Ohne die Auswirkungen aus der erstmaligen Anwendung des neuen Standards zur Umsatzrealisierung hätte sich ein EBIT von 22,1 Mio. EUR ergeben. Dieser Wert hat den Planwert von 25,0 Mio. EUR nicht erreicht. Die negative Planabweichung ist insbesondere auf Tarifabschlüsse sowohl in Deutschland als auch in der Türkei zurückzuführen, die zu höheren Personalaufwendungen als ursprünglich abgeschätzt geführt haben. Weitere ungeplante Einmaleffekte haben sich in ihren Auswirkungen gegeneinander nahezu aufgerechnet.

Der FCF des Jahres 2018, also der Wert an flüssigen Mitteln, der nach den operativen und investiven Zu- und Abflüssen zur dispositiven Verfügung steht, beträgt 12,8 Mio. EUR. Geplant war ein FCF von 9,6 Mio. EUR. Während geringere Auszahlungen für Investitionsmaßnahmen durch höhere Auszahlungen für den Aufbau von Umlaufvermögen kompensiert wurden, führten ungeplante Zuführungen zu Rückstellungen zu einem höheren Istwert.

Der operative Bereich wird insbesondere mit Hilfe von internen Indikatoren zur Lieferfähigkeit, zur Kostenentwicklung sowie zur Güte der Produktion und Qualität gesteuert. Sämtliche Kennzahlen erreichten 2018 ihre Zielwerte. Diese Entwicklung spiegelt das Bild einer im Vergleich zu früheren Jahren beruhigten Produktion wieder, die den Anforderungen unserer Kunden in gegenwärtig allen Aspekten entspricht.

Von Bedeutung für die Unternehmenssteuerung ist die Anzahl der Mitarbeiter mit den sich daraus direkt ergebenden Aufwendungen. Die Anzahl der zum Ende des jeweiligen Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter bei der Gesellschaft stellt sich wie folgt dar:

Mitarbeiterzahlen 2018 2017
Im direkten Bereich 1.111 1.124
Im indirekten Bereich 511 514
  1.622 1.638
davon Leiharbeitskräfte 87 154
Eigene Mitarbeiter 1.535 1.484
Auszubildende und dual Studierende 93 95
Arbeitnehmer 1.628 1.579

Nachdem es der Hochlauf in den neuen Programmen unserer Kunden erforderlich gemacht hatte, die personellen Kapazitäten in den vergangenen Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ stetig aufzustocken, hat sich diese Entwicklung in 2018 abgeschwächt. So hat die PFW zum Ende des Jahres 2018 einen leichten Abbau der Mitarbeiter zu verzeichnen. Es wurden einige Leiharbeitskräfte in ein befristetes Arbeitsverhältnis übernommen, was insgesamt zu einem leichten Anstieg der beschäftigten Arbeitnehmer führte. Die sich aus der Leiharbeit ergebende Flex Quote hat sich verringert. Neben der Befristung von Beschäftigten zur Überbrückung von Auslastungsspitzen stehen nach wie vor personalpolitische Flexibilitätsinstrumente, wie Arbeitszeitkonten, Mehrarbeit etc., zur zielgerichteten Deckung von Kapazitätsschwankungen zur Verfügung.

Es bleibt das erklärte Ziel der Geschäftsführung, die aktuelle Krankheitsquote weiter zu senken. Entsprechend wird dem Betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die kontinuierliche Kommunikation mit den Fachbereichen sichert die bedarfsgerechte Initiierung verschiedener zielgerichteter Aktionen.

III. Ertragslage

Die Ertragslage des Geschäftsjahres 2018 stellt sich wie folgt dar (durch die Angaben in TEUR kann es zu Rundungsdifferenzen kommen):

2018 2017 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Umsatzerlöse 418.411 412.017 6.394 1,6
Bestandsveränderungen - 11.291 - 7.323 - 3.968 54,2
Andere aktivierte Eigenleistungen 219 468 - 249 -53,2
Sonstige betriebliche Erträge 18.041 21.530 - 3.489 -16,2
Materialaufwand - 212.227 - 238.295 26.068 -10,9
Personalaufwand - 133.708 - 121.354 - 12.354 10,2
Abschreibungen - 10.872 - 7.527 - 3.345 44,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen - 52.172 - 62.233 10.061 -16,2
Betriebsergebnis 16.401 - 2.717 19.218 >100
Finanzergebnis - 18.613 - 15.556 - 3.057 19,7
Steuern - 1.317 - 1.119 - 198 17,7
Jahresfehlbetrag - 3.529 - 19.392 15.863 -81,8

Im Berichtsjahr wurde mengenmäßig mehr an unsere Kunden außerhalb der PFW-Gruppe ausgeliefert. So wurden im Vergleich zum Vorjahr 15,5 mehr Shipsets unserer Produkte für Airbus-Maschinen aus dem Single Aisle-Programm sowie 17,9 mehr Shipsets für die B787 ausgeliefert. Rückläufige Mengen insbesondere in den Airbus Long Range-Programmen (zweistrahlige Schmalrumpfflugzeuge mit hoher Reichweite) konnten so überkompensiert werden. Das in den Vorjahren stets deutliche Wachstum auf Grund des Hochlaufs des A350-Programms hat sich abgeschwächt. Es wurden 4,1 mehr A350-Shipsets als in 2017 verkauft. Der Absatz von Zusatztanks liegt im Berichtsjahr unter dem des Vorjahres. Da die Zusatztanks von den Kunden der OEMs jederzeit nachbestellt werden können und sie im Gegenteil zu Flugzeugbestellungen nicht fixiert sind, können die abgesetzten Mengen in den einzelnen Jahren relativ stark schwanken. Die Umsatzerlöse mit unserer Tochtergesellschaft in der Türkei gingen von 14,9 Mio. EUR auf 11,9 Mio. EUR zurück und minderten so das mengenbedingte Umsatzwachstum.

Die sich aus den Kurssicherungsgeschäften zur Abfederung des Währungsrisikos der laufenden Umsatzerlöse und Materialaufwendungen in USD ergebenden realisierten Währungskursgewinne/-verluste werden innerhalb der Umsatzerlöse ausgewiesen. Im Vergleich zu 2017 stützte die Entwicklung des USD-Kurses die Umsatzentwicklung.

Der höhere Bestandsabbau geht insbesondere einher mit der höheren Amortisation der aktivierten Entwicklungskosten auf Grund des Hochlaufs.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind deutlich um 3,5 Mio. EUR zurückgegangen und betragen 18,0 Mio. EUR nach 21,5 Mio. EUR im Vorjahr. Unverändert stammt ein Großteil der in diesem Ergebnisposten ausgewiesenen Erträge aus Währungskursdifferenzen, die im Berichtsjahr um 5,6 Mio. EUR auf 12,2 Mio. EUR gesunken sind. Diesen Erträgen stehen Aufwendungen aus Währungskursdifferenzen in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 12,9 Mio. EUR (Vj. 18,0 Mio. EUR) gegenüber, sodass sich saldiert ein Aufwand aus Währungskursdifferenzen von -0,8 Mio. EUR ergibt (i.Vj. -0,2 Mio. EUR). Daneben wurden um 1,9 Mio. EUR höhere periodenfremde Erträge erzielt.

Bei einer nahezu auf konstantem Niveau verbliebenen Betriebsleistung von 407,3 Mio. EUR (Vj. 405,2 Mio. EUR) ist der Materialaufwand (einschließlich der Transferpreisanpassung) um 10,9% auf 212,2 Mio. EUR gesunken. Die Materialaufwandsquote verbesserte sich entsprechend auf 50,7% nach 57,8% in 2017. Ursächlich ist im Wesentlichen die weiterhin verbesserte Qualität im Zusammenhang mit Material und Fertigung, wodurch Aufwendungen für Ausschuss und Nacharbeit abgesenkt wurden. Im Berichtsjahr wurden zudem die Materialaufwendungen aufgrund einer steuerrechtlich gebotenen Anpassung der Verrechnungspreise mit unserem türkischen Tochterunternehmen von 4,8 Mio. USD bzw. 3,9 Mio. EUR reduziert. Im Vorjahr wurde handelsrechtlich auf eine Anpassung verzichtet. Sie wurde lediglich in der Steuerbilanz vorgenommen. Auf Grund veränderter Warenströme zwischen der Gesellschaft und ihrer Tochter hätte diese Anpassung in Höhe von 14,5 Mio. USD bzw. 12,8 Mio. EUR den Materialaufwand gemindert.

Der Personalaufwand hat sich um 12,4 Mio. EUR oder 10,2% im Vergleich zu 2017 erhöht. Ursächlich sind sowohl der mengenmäßige Zuwachs an Mitarbeitern als auch höhere Gehälter. So beträgt die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter in 2018 1.701 Vollzeitkräften einschließlich Auszubildender und Dual Studierender, was einem Zuwachs im Vergleich zu 2017 (1.633 Mitarbeiter) von 68 Vollzeitkräften entspricht. Die Gehälter sind nach den Tarifrunden in Deutschland ab dem 01. April 2018 um 4,3% (zzgl. einer Einmalzahlung von 100 EUR) angestiegen. Die Zuführung zu den Rückstellungen für Arbeitszeitguthaben der Mitarbeiter, die aus einer veränderten Einschätzung der Inanspruchnahmemodalitäten resultierte, belastete den diesjährigen Personalaufwand ebenfalls.

In den Abschreibungen von insgesamt 10,9 Mio. EUR sind außerplanmäßige Wertminderungen auf die aktivierten Entwicklungskosten des A400M Programms von 1,85 Mio. EUR und auf das Sachanlagevermögen von 0,3 Mio. EUR enthalten. Im Vorjahr ergab der Werthaltigkeitstest der aktivierten Entwicklungskosten weder Ab- noch Zuschreibungen. Aufgrund der verstärkten Investitionsmaßnahmen in maschinelle Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung wächst nunmehr das jährliche Abschreibungsvolumen auf Sachanlagen stetig an. Die laufenden Abschreibungen auf Sachanlagen betragen in 2018 8,8 Mio. EUR (Vj. 7,1 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit insgesamt 52,2 Mio. EUR nach 62,2 Mio. EUR in 2017 um 16,2% geringer als im Vorjahr. Darin enthalten sind insbesondere Aufwendungen für Fremdleistungen, Instandhaltung, Frachtkosten und Mieten. Neben dem bereits erläutertem Rückgang der Währungskursverluste sind insbesondere die Aufwendungen für Leiharbeitskräfte deutlich um 4,6 Mio. EUR gesunken.

Das EBIT beträgt in 2018 16,4 Mio. EUR (Vj. -2,7 Mio. EUR). Das negative Betriebsergebnis im Vorjahr resultierte im Wesentlichen aus einer unterlassenen Transferpreisanpassung unserer türkischen Tochtergesellschaft in Höhe von 12,8 Mio. EUR.

Das Finanzergebnis hat sich von -15,6 Mio. EUR auf -18,6 Mio. EUR verschlechtert. Diese Entwicklung resultiert aus höherem Aufwand für die Finanzierung durch unsere Hauptgesellschafterin in Höhe von 1,1 Mio. EUR sowie aus einer um 1,7 Mio. EUR erhöhten Zinsaufwandskomponente in der Zuführung zur Pensionsrückstellung.

Der Steueraufwand des laufenden Jahres in Höhe von 1,3 Mio. EUR (i. Vj. 1,1 Mio. EUR) setzt sich aus Aufwendungen für effektive Ertragsteuern von 3,2 Mio. EUR sowie Erträgen für latente Ertragsteuern von ebenfalls 3,2 Mio. EUR zusammen, sodass saldiert nahezu keine Steuern vom Einkommen und Ertrag ausgewiesen werden. Die sonstigen Steuern summieren sich auf 1,3 Mio. EUR und bestehen hauptsächlich aus Ein- und Ausfuhrzöllen. Für Vorjahre sind Aufwendungen aus Ertragssteuern in Höhe von 0,1 Mio. EUR angefallen.

Das positive Betriebsergebnis von 16,4 Mio. EUR wird durch Finanz- und Steueraufwendungen überkompensiert, so dass sich ein negatives Jahresergebnis von -3,5 Mio. EUR ergibt.

IV. Vermögenslage

2018 2017 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Immaterielles Anlagevermögen 423 254 169 66,5
Sachanlagevermögen 64.817 55.184 9.633 17,5
Finanzanlagen 106 106 0 0,0
Summe Anlagevermögen 65.347 55.544 9.803 17,6
Vorräte 108.007 119.370 -11.363 -9,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.229 11.702 527 4,5
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 26.036 21.557 4.479 20,8
Sonstige Vermögensgegenstände 6.834 7.036 -202 -2,9
Bank- und Kassenbestand 4.329 4.817 -488 -10,1
Summe Umlaufvermögen 157.435 164.483 -7.048 -4,3
Rechnungsabgrenzungsposten, latente Steuern 10.101 7.045 3.056 43,4
Summe Aktiva 232.883 227.072 5.811 2,6
2018 2017 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital -40.323 -36.795 -3.529 9,6
Rückstellungen 119.382 106.960 12.422 11,6
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.299 13.293 -1.994 -15,0
Erhaltene Anzahlungen 10.373 15.433 -5.060 -32,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.510 31.276 -3.766 -12,0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 86.722 78.196 8.526 10,9
Sonstige Verbindlichkeiten 17.919 18.709 -790 -4,2
Summe Verbindlichkeiten 153.823 156.907 -3.084 -2,0
Summe Passiva 232.883 227.072 5.811 2,6

Die Erhöhung des Sachanlagevermögens steht weiterhin im Zusammenhang mit der Ausweitung und Optimierung der Fertigungskapazitäten. Innerhalb der letzten drei Jahre investierten wir jährlich mehr das Doppelte des jährlichen Abschreibungsvolumens. Die Wachstumsquote (Zugänge / Abschreibungen) beträgt 2,0 nach 2,4 im Vorjahr. So wurden u.a. Biege-, Schweiß- und Drehmaschinen sowie eine 3D Druck-Anlage beschafft, das mittelfristig angelegte Projekt zur Erneuerung und Modernisierung der IT-Landschaft weiter verfolgt und Produktionshallen erweitert und neu gebaut.

Auch im Berichtsjahr konnten die Vorräte um 11,4 Mio. EUR (Vj. 11,3 Mio. EUR) auf 108,0 Mio. EUR zurückgefahren werden. Der Großteil entfällt mit 9,2 Mio. EUR auf die aktivierten Entwicklungskosten (34,1 Mio. EUR; Vj. 43,3 Mio. EUR). Erhaltene Anzahlungen sind abgesetzt. Die mittlerweile nicht mehr wesentlichen Zuführungen werden durch die laufende Amortisierung deutlich überkompensiert. Daneben wurden die Bestände an unfertigen Erzeugnissen im Zusammenhang mit der erreichten hohen Liefertreue um 1,7 Mio. EUR gesenkt.

Der Bilanzausweis an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen umfasst nur die nicht im Rahmen von Forfaitierung verkauften Forderungen. Er ist im Einklang mit der Geschäftstätigkeit leicht um 0,5 Mio. EUR oder 4,5% angewachsen. Die höheren Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren hauptsächlich aus erhöhten Forderungen aus Lieferungen an Airbus-Gesellschaften.

Die Bankbestände in Höhe von 4,3 Mio. EUR (Vj. 4,8 Mio. EUR) werden im Wesentlichen bei zwei internationalen Geschäftsbanken gehalten. Zum Bilanzstichtag überwiegen die Guthaben in USD, da die Umsätze in der Luftfahrtindustrie traditionell in US-Dollar abgewickelt werden.

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich um den Jahresfehlbetrag von 3,5 Mio. EUR auf 40,3 Mio. EUR verändert.

Für die positive Fortbestehensprognose des Unternehmens ist eine möglichst hohe Zielerreichung der mittelfristigen Geschäftsplanung wesentlich. Die Planung setzt insbesondere auf den Absatzplanungen des größten Kunden Airbus auf, der einen steten Anstieg seiner Auslieferungen plant. Nachdem wir im letzten Jahr auf Basis der Angaben von Airbus selbst noch mit in Single Aisle-Äquivalenten umgerechneten Auslieferungen von 1.280 Shipsets in 2019 ausgegangen waren, planen wir aktuell mit 1.329 Auslieferungen für 2019, 1.394 in 2020 und 1.412 in 2021 und 1.317 in 2020. Daneben ist die Realisation der geplanten Investitionsprojekte in Maschinen und Hallen sowie die Einhaltung der geplanten Kosten wesentlich. Obligatorisch ist die Kontinuität der Unternehmensfinanzierung, wie weiter unten im Abschnitt "Finanzlage" erläutert.

Die erhaltenen Anzahlungen sind stetig rückläufig, da einerseits aktuell keine Anzahlungen unserer Kunden mehr geleistet werden und die Anzahlungen aus den Vorjahren in Anhängigkeit der Auslieferungen in die Umsatzerlöse aufgelöst werden.

Die Rückstellungen haben sich von 107,0 Mio. EUR auf 119,4 Mio. EUR erhöht. Ursächlich sind vor allem um 8,6 Mio. EUR höhere Verpflichtungen aus Pensionszusagen, die insbesondere auf einen geringeren Zinssatz zurückzuführen sind (3,21%; Vj. 3,68%), sowie die Zuführung zur Rückstellung für Arbeitszeitkonten. Die höhere Vorsorge für Steuern des Berichtsjahres kompensiert die leicht zurückgegangene Vorsorge für sonstige Themen. Die Verbindlichkeiten im Verbundbereich werden unter den Aspekten Liquiditätsoptimierung und Fremdwährungsbewertung gesteuert.

V. Finanzlage

Die Basisfinanzierung der PFW besteht unverändert aus einem Darlehen der Mehrheitsgesellschafterin von 53,0 Mio. EUR. Nach dem Bilanzstichtag wurde dieses Darlehen bis zum 31. Dezember 2019, und zusätzlicher Option bis zum 31. Dezember 2020, verlängert. Im Rahmen des Flugzeug-Ausrüsterprogramms des BMWi wurde ein Darlehen zur Finanzierung der Kosten der Entwicklung des A350XWB-Programms aufgenommen, welches zum Bilanzstichtag mit 11,1 Mio. EUR (Vj. 13,1 Mio. EUR) valutiert.

Seitens der Hausbank besteht eine Betriebsmittellinie mit einer Laufzeit bis mindestens zum 30. Juni 2019. Diese belief sich vom 1. Januar bis 30. Juni 2018 auf 10,0 Mio. EUR und wurde ab dem 1. Juli 2018 auf 5,0 Mio. EUR heruntergefahren. Am 17. Dezember 2018 wurde mit der Volksbank Speyer ein Darlehensvertrag über 2,5 Mio. EUR und 20 Jahre Laufzeit zur Finanzierung einer neuen Logistikhalle abgeschlossen, der ab Januar 2019 zur Auszahlung kommt. Zur Sicherung der Liquidität werden darüber hinaus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen ausgewählte Kunden forfaitiert bzw. veräußert. Im Berichtsjahr wurden keine neuen Finanzierungsleasingverträge abgeschlossen.

Die liquiden Mittel der Gesellschaft betragen zum 31. Dezember 2018 4,3 Mio. EUR (im Vj. 4,8 Mio. EUR). Seit 2012 war die Zahlungsfähigkeit der PFW jederzeit gegeben. Alle finanziellen Verpflichtungen wurden planmäßig erfüllt.

Der Cash Flow der PFW-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 beläuft sich auf -0,8 Mio. EUR. Dem Mittelzufluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit von 37,2 Mio. EUR stehen Mittelabflüsse aus der der Investitionstätigkeit von 24,4 Mio. EUR sowie der Finanzierung von 13,6 Mio. EUR gegenüber. Insgesamt sind die Finanzmittel der PFW-Gruppe am Ende des Geschäftsjahres im Vergleich zur Vorperiode von 5,5 Mio. EUR auf 4,7 Mio. EUR gesunken. Die genannten Cash Flow-Größen sind in ihrer Entwicklung mit den entsprechenden Kennziffern der PFW Aerospace GmbH vergleichbar.

Auf Basis der vorgelegten Planung geht die Geschäftsführung der PFW davon aus, dass die Gesellschafterfinanzierung ausreichend ist, um den künftigen Finanzbedarf der Gesellschaft zu decken. Gleichwohl ist der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet, wenn die Finanzierung durch die Gesellschafter während des der Planung zugrunde liegenden Zeitraums entfällt und es der Gesellschaft nicht gelingt, eine Drittfinanzierung in der erforderlichen Höhe einzuwerben.

VI. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage der Gruppe

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 hat die PFW-Gruppe die Vorjahreswerte im Hinblick auf Umsatz, Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und Differenz zwischen Mittelzu- und abflüssen aus der betrieblichen sowie der investiven Tätigkeit (Free Cash Flow) deutlich überschritten. Auch die operativen Messgrößen im Zusammenhang mit Qualität und Prozessoptimierungen wurden kontinuierlich verbessert und stabilisiert.

Nachdem die Lage des Konzerns und damit auch insbesondere der Muttergesellschaft PFW in den Jahren bis 2014 durch die Entwicklung neuer Produkte für die aktuellen Flugzeugprogramme geprägt war, konzentrierte sich PFW ab 2015 insbesondere auf den An- und Hochlauf der Serienproduktion für den A350, bei gleichzeitiger kontinuierlicher Erhöhung der monatlichen Ausbringungen in allen wesentlichen Programmen über die kommenden Jahre hinweg. Um diese Herausforderungen zu meistern, wurde ab 2016 im Rahmen des Transformationsprojektes die Liefertreue spürbar nach oben ausgebaut und übertrifft mittlerweile die vertraglichen Anforderungen unserer Kunden. Ab 2017 fokussiert sich die Gesellschaft auf eine Vielzahl von Investitionsprojekten, die den Ausbau und die Modernisierung der Produktionsgegebenheiten zum Ziel haben.

Die Umsatzplanung der Gruppe für die beiden kommenden Jahr 2019 und 2020 weist weiter steigende Umsätze aus. Dabei kompensieren die seitens unserer Kunden avisierten Mengensteigerungen die in den bedeutsamen Programmen vertraglich vereinbarten Preisreduktionen. Die Materialaufwandsquote wird sich auf Grund des künftigen Produktmixes planmäßig erhöhen. Der Personalaufwand wird sich bei nahezu konstanten Mitarbeiterzahlen auf Basis der bereits vereinbarten Lohnsteigerungen leicht erhöhen. Ein nach wie vor rigides Kostenmanagement sowie die Effekte von Initiativen zur Kosteneinsparung werden dafür sorgen, dass die Verwaltungskosten sich leicht rückläufig entwickeln. Insgesamt erwarten wir somit weiter leicht steigende Ergebnisse. Im Jahr 2021 hingegen sind auf Basis unserer derzeitigen Planungsszenarien, die sich wiederum auf die Prognosen unserer Kunden stützen, keine wesentlichen Steigerungen des Umsatzes sowie der Ergebnissituation zu erwarten. Insgesamt wird eine kontinuierliche Verbesserung im Hinblick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PFW-Gruppe erwartet. Die Konzernleitung beurteilt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Geschäftsjahr 2018 als zufriedenstellend. Diese Einschätzung wird durch den positiven Verlauf der ersten Monate des Geschäftsjahres 2019 untermauert, die die Planwerte erreichten und teilweise auch übertroffen haben.

Die Ertragslage der PFW Aerospace GmbH als Einzelgesellschaft bleibt weiterhin angespannt. Trotz eines deutlich verbesserten und positiven Betriebsergebnisses, haben hohe Finanzaufwendungen wieder zu einem negativen Jahresergebnis geführt. Die Vermögens- und Finanzlage hingegen entspricht den Erwartungen der Geschäftsführung.

C. RISIKOBERICHT

I. Risikomanagement

PFW ist in das konzernweite, von Airbus gestaltete Enterprise Risk Management System (ERM) eingebunden. Damit werden die wesentlichen Richtlinien, Ziele und Verfahren, welche das ERM-System von Airbus definiert, auch in der PFW-Gruppe angewendet. Ziel des ERM ist es, Risiken und Chancen frühestmöglich zu identifizieren, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen bzw. unternehmerische Entscheidungen zu stützen.

Das Risiko- und Chancenmanagement wird von der Geschäftsführung der PFW verantwortet. Sie wird dabei durch die Bereiche Controlling und Finanzen sowie Recht und Compliance unterstützt. Eine Integration in die Strategie- und Planungsprozesse der PFW-Gruppe ist damit gewährleistet. Angemessenheit und Effizienz des gesamten Risikomanagements wird durch Airbus im Rahmen regelmäßiger Corporate Audits überwacht. Weiterhin erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung an den Aufsichtsrat und den Gesellschafterausschuss, im Zuge dessen die Geschäftsführung ihre Dokumentation und Bewertung der möglichen geschäftlichen Risiken und Chancen sowie die ergriffenen bzw. zu ergreifenden Maßnahmen darstellt und zur Diskussion stellt.

Dieser Lagebericht enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung der PFW sowie der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die wir auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts zur Verfügung stehenden Inforationen getroffen haben. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen oder weitere Chancen und Risiken eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten und hier berichteten Ergebnissen abweichen.

II. Marktrisiken

Mit dem Einstieg von Boeing bei Embraer und Airbus bei Bombardier wurde der sich abzeichnende strukturelle Wandel der Luftfahrtindustrie in Richtung eines Anwachsens wesentlicher Marktteilnehmer relativ jäh gestoppt. Das Duopol auf Seiten der OEMs hat sich damit verfestigt und wirkt sich auf deren Marktmacht aus. Die Auftragsbücher sind derzeit gut gefüllt, es zeichnet sich aber gleichzeitig ein Abschwächen der bisherigen Steigerungsrate der Auftragseingänge ab 2020 ab. Als Grund dafür wird das Fehlen neuer Flugzeuggenerationen angeführt. Die Einstellung des A380 Programms ab 2021 sowie das stete Schrumpfen der aktiven B747 Flotte mögen hier als erste Warnzeichen gedeutet werden. Darüber hinaus sind die OEMs wachsenden Forderungen der Fluggesellschaften nach Preisreduzierungen ausgesetzt. Diese Situation der Abnehmer drückt auf die Margen der Zulieferer, die sich wiederum regelmäßigen Preisreduktionen, turnusmäßigen Ausschreibungen und der Gefahr des Verlusts von Arbeitspaketen gegenübersehen. Nach einer Periode, in der die OEM ihre Fertigungstiefen zu Gunsten der Zuliefererbetriebe verringert haben, ist derzeit eine Gegenbewegung zu beobachten. Vergleichbar zur Automobilindustrie ist daneben auch der Trend zu bemerken, dass die OEMs ihre Entwicklungshoheit über die Arbeitspakete zurückholen.

Auch PFW sieht sich diesem Risiko ausgesetzt und schätzt es für sich derzeit als mittel ein. Wir begegnen diesem Risiko im Rahmen einer entsprechend angepassten Markt- und Produktstrategie. So wird einerseits unverändert eng mit den bestehenden Kunden zusammengearbeitet, andererseits aber auch neue Absatzkanäle bearbeitet. Produktseitig wird nach wie vor in enger Zusammenarbeit mit den Kunden das bestehende Portfolio konstant in Bezug auf Verbesserungspotential hinsichtlich Design, Material und Produktionstechnologie hinterfragt, aktualisiert und optimiert. Darüber hinaus werden aber auch neuartige Materialien auf ihre möglichen Anwendungen im Flugzeug hin überprüft und Prototypen hergestellt, die potentiellen Abnehmern vorgestellt werden können. Um zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten zu können, wurde in den letzten Jahren stetig an der optimalen Ausrichtung der Fertigung sowie der Logistik gearbeitet. Der strategische Schwerpunkt liegt dementsprechend künftig auf der Produkttechnologie.

Der Anteil von PFW im weltweiten Markt für komplexe Rohrsysteme im Hochdruckbereich ist unverändert hoch. PFW steht für die Entwicklung und Produktion mit neuen Materialien und für neue Flugzeugtypen wie die B797 bereit und sieht sich folglich gut aufgestellt, dem bestehenden Marktrisiko zu begegnen.

III. Finanzwirtschaftliche Risiken

Währungsrisiko

Wie in der Luftfahrtindustrie üblich, wird ein Großteil des Umsatzes der PFW in USD fakturiert. Somit hängt der wirtschaftliche Erfolg in besonderem Maße von der Entwicklung des USD/EUR Wechselkurses ab. So erzielt PFW fast 90% seiner Umsätze in USD, während Rohmaterialien und Lohnkosten auch in anderen Währungen bezahlt werden. Somit kann keine vollkommene natürliche Hedgebeziehung hergestellt werden und das Ergebnis und die Liquidität der Gruppe werden in erheblichem Maße von Währungsschwankungen beeinflusst.

Um die bestehenden Währungsrisiken aus laufenden Forderungen und Verbindlichkeiten sowie aus hochwahrscheinlichen künftigen Transaktionen zu mindern, werden grundsätzlich die erwarteten Einzahlungsüberschüsse in USD mit Devisentermingeschäften gesichert. Die Effektivität des Sicherungsgeschäfts wird dadurch sichergestellt, dass die wesentlichen Bedingungen des Sicherungsgeschäfts und des Grundgeschäftes ganz oder weitgehend in vorgeschriebenen Grenzen übereinstimmen. Der Abschluss von Devisentermingeschäften dient der Festschreibung und damit der Planungssicherheit von Wechselkursen und deren Beitrag zu Geschäftsergebnis und Liquidität. Unerwartete wesentliche Verluste aus Wechselkursrisiken werden somit minimiert, mögliche Kursgewinne allerdings auch. Die Sicherungsstrategie der PFW erfolgt im Wesentlichen in Übereinstimmung mit den Treasury-Richtlinien der Mehrheitsgesellschafterin Airbus. Diese schreiben u.a. regelmäßig stattfindende Sitzungen des installierten Hedging-Komitees vor.

In Vorbereitung auf einen eventuellen Verkauf der Anteile der PFW durch die Gesellschafter wurde das Hedgebook zurückgefahren, indem keine neuen Devisentermingeschäfte mehr abgeschlossen wurden, womit das Risiko schwankender Wechselkurse erhöht wurde.

Liquiditätsrisiko

In der noch in 2019 andauernden Phase zur Optimierung und Digitalisierung der Produktion ist PFW Risiken in Zusammenhang mit der Finanzierung von Investitionen ausgesetzt. So wird Liquidität für Neu- und Ersatzinvestitionen in Maschinen abfließen. Im Rahmen der regelmäßigen Geschäftstätigkeit fließen Geldmittel für Material, Personal sowie Zinsen und Steuern ab. Darüber hinaus ergeben sich Liquiditätsrisiken, wenn Rohstoffe auf Grund teilweise sehr langer Lieferzeiten und/oder eines streng limitierten Lieferantenportfolios frühzeitig beschafft werden oder aber Fertigprodukte nicht abgenommen werden, sollte sich die Produktionsplanung unserer Kunden zeitlich verzögern. Luftfahrtrechtliche Vorschriften sowie Anforderungen unserer Abnehmer verlangen den Aufbau von Sicherheitsbeständen, was ebenfalls die laufende Liquidität der PFW belastet.

Mögliche kurzfristige Liquiditätsengpässe werden laufend durch die Verwendung eines Liquiditätsplanungs-Tools identifiziert. In diesem zentralen Planungs- und Steuerungsinstrument werden sowohl für die kommenden 12 Monate als auch deutlich detaillierter und rollierend für die jeweils nächsten 17 Wochen die erwarteten Ein- und Auszahlungen aus der betrieblichen und finanzwirtschaftlichen Tätigkeit der gesamten Gruppe termingerecht abgebildet sowie mögliche Risiken und Chancen, in Abhängigkeit ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet, verarbeitet und mit den aktuellen Beständen an liquiden Mitteln verglichen. Damit wird PFW in die Lage versetzt, bei Bedarf rechtzeitig geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit zu ergreifen. Flankierend stehen vertraglich vereinbarte, aus heutiger Sicht ausreichende, Kreditlinien zur Verfügung. Die aktuelle Basis-Finanzierung der PFW besteht aus einem Gesellschafterdarlehen, welches regelmäßig prolongiert wird. Aufgrund der verbesserten Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hat PFW auch in gewissem Umfang Zugang zu externen Finanzmitteln, die das Liquiditätsrisiko längerfristig spürbar auf ein geringeres Niveau absenken werden. In diesem Zusammenhang wird auch auf unsere Ausführungen über die Bedrohung des Fortbestands des Mutterunternehmens im Abschnitt "B. Wirtschaftsbericht - V. Finanzlage" verwiesen.

Kreditrisiko

Die PFW beliefert hauptsächlich namhafte Unternehmen der internationalen Luft- und Raumfahrtbranche, bei denen nur geringfügige Ausfallrisiken bestehen. Darüber hinaus werden Forderungen aus Lieferungen gegen ausgewählte Kunden im Rahmen von Factoring-Programmen veräußert, was eine Kreditversicherung mit einschließt. Einem Kreditrisiko ist der Konzern somit nur in sehr geringem Umfang ausgesetzt.

Zinsrisiko

Die Finanzierung der Gesellschaft basiert im Wesentlichen auf variablen Zinsvereinbarungen. Insoweit besteht das Risiko schwankender Marktzinssätze. Die Sensitivitäten hinsichtlich der Auswirkungen von Zinsveränderungen werden regelmäßig ermittelt, um bei Bedarf gegensteuern zu können. Da für den USD-Raum ein steter Zinsanstieg zu beobachten ist, werden zum Ausgleich langfristige Neuinvestitionen in Produktionshallen bspw. entsprechend langfristig mit festen EUR-Zinssätzen finanziert. Derzeit hat das Zinsänderungsrisiko keinen wesentlichen negativen Effekt auf die Ertrags- und Finanzlage der PFW, wird aber für die Zukunft als wesentlich angesehen.

IV. Absatz- und Beschaffungsrisiken

Die Absatzsituation in der Luftfahrtindustrie ist auf Grund der langen Lieferfristen und den damit frühzeitig platzierten Aufträgen verhältnismäßig gut planbar. Ein grundsätzliches Absatzrisiko sieht PFW auf Grund des aktuellen Bestandes der Aufträge und der hohen Lieferreichweite bei den OEMs nicht. Das Risiko von Programmverschiebungen besteht insbesondere in Anlaufphasen neuer Programme, auf Grund unvorhergesehener Produktionsverzögerungen, Programmeinstellungen oder aber durch die Anhebung der Lieferraten auf Grund hoher Auftragsbestände bei unseren Kunden. Diese Kadenzänderungen nach unten und auch nach oben könnten bei PFW Ertrags- und Liquiditätsausfälle in Form von Bestandsaufbau, personellen Überkapazitäten oder verstärkten Investitionsmaßnahmen bewirken. Da die Anlaufphasen der neueren Programme sämtlich überstanden sind, sieht sich die PFW diesem Teilrisiko zurzeit nicht akut ausgesetzt. Nach den angekündigten Anhebungen der Lieferraten insbesondere bei Airbus unternahm PFW seit 2016 enorme Anstrengungen, die Produktionsbedingungen auf erhöhte Ausbringungsmengen vorzubereiten. Dies schlug sich u.a. in Investitionen in Maschinen und IT, der Einstellung und Qualifizierung neuer Mitarbeiter, der Neustrukturierung der Produktions- und Logistikabläufe sowie der Optimierung und Stabilisierung der Fertigungstechnologie und -prozesse sowie der Produktdesigns nieder. Bei Auftreten ungeplanter Programmeinstellungen - wie aktuell die des A380 - werden diese auf Ihre Auswirkungen hinsichtlich möglicher Überkapazitäten analysiert, um abschätzen zu können, inwieweit das Erfordernis besteht, die Kapazitäten bezüglich Personal, Material und Fertigung entsprechend zu adjustieren.

Weiterhin besteht in diesem Zusammenhang das Risiko, dass bestehende Lieferverträge neu ausgeschrieben werden, und PFW dabei nicht den Zuschlag bekommt. Im Berichtsjahr 2018 hat sich dieses Risiko für ein Teilpaket und Lieferzeiten ab 2021 materialisiert. Diesem als mittel bis hoch bewertetem Risiko wird begegnet, indem die vertraglich vereinbarten Kenngrößen zur Lieferfähigkeit und Qualität eingehalten werden. Darüber hinaus werden die Produkte regelmäßig auf Kostensenkungspotenziale überprüft werden, die dann i.d.R. in Zusammenarbeit mit dem Kunden umgesetzt werden und u.U. zu Preisanpassungen führen können. Im Zuge der Entwicklung neuer Werkstoffe und deren industrieller Verwendung könnte PFW dem Risiko ausgesetzt sein, dass Produkte, die traditionell aus Metall gefertigt werden, künftig aber aus anderen Materialien produziert werden, die nicht zur PFW-Kernkompetenz gehören. Damit könnte ein Risiko entstehen, dass Mitbewerber Marktanteile der PFW an sich ziehen. PFW mindert dieses Risiko, indem sowohl die PFW-eigene Produktentwicklung als auch die Fertigungsentwicklung eng mit den Kunden auf der einen Seite und der Wissenschaft auf der anderen Seite zusammenarbeitet, um sämtliche diesbezügliche Trends zu bewerten und bei Bedarf nach einer eingehenden Testphase zu übernehmen.

Zur Sicherstellung ihrer eigenen Produktion könnten die Kunden verlangen, dass die PFW-Produkte direkt beim Kunden vorgehalten werden. Die Befüllung eines solchen Konsignationslagers würde bedeuten, dass die geplanten Produktionsmengen kurzfristig erhöht werden müssten, was bei einer vollausgelasteten Fabrik zu Kapazitätsengpässen und Kostenaufwuchs führen würde. Sollte das Lager auf PFW-Rechnung geführt werden, ergäbe sich ein zu finanzierender Bestandsaufbau. Da die Liefertreue auf dem von den Kunden geforderten hohen Niveau liegt, ist dieses Risiko nicht akut.

Den Beschaffungsrisiken in einem Markt steigender Rohstoffpreise stellen wir mehrjährige Lieferverträge entgegen, die teilweise auf Rohstoffverträgen basieren, die von Airbus ausgeschrieben bzw. verhandelt wurden. Dadurch ergibt sich für PFW ein eher geringes Beschaffungsrisiko. Da sich die Nachfragevolumina der PFW im Markt im Verhältnis zum Gesamtmarkt eher gering darstellen, begrenzen wir dieses Risiko insbesondere im Rahmen der Gewinnung neuer Lieferanten und der Förderung deren zeitnaher Qualifizierung für Boeing- bzw. Airbus-Produkte. In diesem Zusammenhang ist es auch unser Ziel, noch bestehende Single Source-Situationen bei Lieferanten, wenn möglich, aufzulösen.

Wann immer möglich wird untersucht, ob es unter Umständen effizienter sein könnte, Arbeitsgänge auszulagern, d.h. extern zu vergeben, oder aber wieder in die eigene Produktion zurückzuführen. Abhängig vom potenziellen Risiko werden die einzelnen Lieferanten intensiv auditiert.

Insgesamt bewertet PFW die bestehenden Absatz- und Beschaffungsrisiken als gut beherrschbar.

V. Sonstige Risiken

Nachdem im Rahmen eines Audits der IT-Infrastruktur durch die Muttergesellschaft festgestellt wurde, dass Neuinvestitionen in Netzwerk und Server-Landschaft obligatorisch sind, um Betriebsausfälle zu vermeiden und die zunehmende Digitalisierung der Produktion nicht zu behindern, wurden erhebliche diesbezügliche Investitionen getätigt. Der Projektabschluss ist für 2019 geplant. Das Investitionsvolumen betrug insgesamt rd. 14,0 Mio. EUR.

Auf Grund der intensiven fortgesetzten Anstrengungen in der Ausbildung junger Menschen sieht sich PFW im Hinblick auf die demographische Entwicklung gut aufgestellt. Neben der klassischen Ausbildung bspw. zum Fluggerätmechaniker wird die Ausbildung von Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieuren sowie Betriebswirten der Fachrichtung Industrie in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim sowie der Hochschule in Kaiserslautern seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt. Die Auszubildenden und Studierenden werden nach erfolgreichem Abschluss ihrer jeweiligen Ausbildung grundsätzlich in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Berufsbegleitende externe Weiterbildungsmaßnahmen werden durch attraktive Zeitmodelle unterstützt, es werden aber auch innerbetriebliche Programme zur Entwicklung und Bindung der Mitarbeiter angeboten. Da zusätzlich die Fluktuation vergleichsweise gering ist, wird PFW auch in Zukunft über ein Potenzial qualifizierter und engagierter Mitarbeiter verfügen.

Den sonstigen Risiken des Geschäftsbetriebs wie Unfällen, Bränden und technischen Störungen ist mit Versicherungen ausreichend Rechnung getragen. Der Abschluss einer ausreichenden Luftfahrtprodukthaftpflichtversicherung ist branchenspezifisch obligatorisch. PFW beobachtet die aktuellen politischen Ereignisse in der Türkei und in Großbritannien, den Standorten der Tochterunternehmen, sehr genau. In der Türkei sehen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt keinen besonderen Risiken ausgesetzt. Auf mögliche Auswirkungen der Brexit-Szenarien haben wir uns auch mit Unterstützung externer Fachleute entsprechend vorbereitet.

VI. Gesamtaussage zur Risikosituation

Die Geschäftsführung schätzt die bestehenden Risiken derzeit als gut beherrschbar ein und sieht sich für die kommenden Jahre der Herausforderung ausgesetzt, dem Zinsanstieg im USD-Raum zu begegnen sowie eine ausreichende Absicherung der Währungsrisiken zu generieren. Beide Themen stehen ständig im Fokus des unternehmensweiten Enterprise Risk Managements. Lösungsszenarien wurden erarbeitet und werden mit den Gesellschaftern abgestimmt, sodass die diesbezügliche aktuelle Risikosituation als beherrschbar angesehen wird.

Die Finanzierung durch die Mehrheitsgesellschafterin, die auch die Hauptabnehmerin der PFW-Produkte ist, wurde nach Ablauf des Berichtsjahres prolongiert. Dabei wurde vertraglich berücksichtigt, dass die Finanzierung auch im Falle eines Gesellschafterwechsels gewährleistet sein muss. Somit hat ein eventueller Wechsel der Gesellschafterstruktur auf die grundsätzliche Annahme des Fortbestehens ausreichender Finanzierung keine Auswirkung.

D. CHANCENBERICHT

Trotz der bestehenden Spannungen innerhalb und zwischen den großen Wirtschaftsmächten und den damit verursachten Unsicherheiten der künftigen weltwirtschaftlichen Entwicklung, geht PFW weiter von Wachstum auf den Märkten der Verkehrsluftfahrt aus. Diese Situation birgt Marktchancen für agile, qualifizierte und branchenweit akzeptierte Zulieferer wie PFW. Auf der Basis moderner Produktionsbedingungen, detaillierter Produkt- und Materialkenntnisse sowie optimal ausgebildeter und motivierter Mitarbeiter eröffnen sich vielfältige neue Geschäftspotenziale. Hierfür sieht sich PFW auch für die Zukunft gut aufgestellt.

PFW wird weiterhin ihre Anstrengungen darauf konzentrieren, im Bereich Rohrfertigung die bisher erreichte exzellente Marktposition weiter auszubauen. Dies betrifft mittelfristig die Einbindung in erste Studien der nächsten Generation von Single Aisle-Flugzeugen der beiden großen Hersteller Airbus und Boeing. Erste innovative Lösungen durch die Kombination von metallischen Werkstoffen mit alternativen Materialien wie Verbundwerkstoffen, Kunststoff und Carbon, aber auch die Weiterentwicklung von Kunststoffrohren für den Einsatz in weiteren Rohrsystemen dienen insbesondere dazu, das Gewicht der Flugzeuge weiter zu senken und somit einen Beitrag zur Absenkung des weltweiten CO 2-Ausstoßes zu liefern. Im Bereich der Strukturkomponentenmontage verfügt die PFW-Gruppe über ein Know-how, welches insbesondere von Airbus nachgefragt wird. Durch eine verstärkte Vermarktung dieses Segmentes in Kombination mit einer klaren Fokussierung auf metallische Strukturen sowie des verstärkten Ausbaus unseres türkischen Standortes kann eine Ausweitung des Produktionsspektrums erwartet werden. Hier ist die Produktion des New Belly Fairing für das A320 Programm zu nennen, das ab 2019 hochläuft. Ganz aktuell wurden wir für den finalen Anwärterkreis von Lieferanten für ein neuartiges Produkt im Bereich der Flugzeugstruktur ausgewählt.

Möglichkeiten, neue Märkte zu erschließen, sieht PFW in der Zusammenarbeit und/oder Übernahme mit Unternehmen, deren Produkt- und Kundenportfolien die von PFW ergänzen bzw. mit denen von PFW teilweise übereinstimmen. Das trifft insbesondere auf Forschungs- und Entwicklungsinitiativen zu.

PFW wird daher die existierenden Produktionsstandorte in Speyer und Izmir weiter modernisieren und die individuellen Kostenvorteile der jeweiligen Standorte nutzen. Der Standort Izmir ist von Airbus, Boeing und allen B787-Programmpartnern qualifiziert.

Allgemein werden die teilweise schon abgeschlossenen umfangreichen Neu- und Ersatzinvestitionen in den benötigten Maschinenpark, Fertigungshallen, Logistik sowie die IT-Ausstattung dazu beitragen, die operativen Prozesse und Zielgrößen abzusichern sowie Kostenvorteile zu generieren. In der fortgesetzten Automation und der digitalen Transformation sieht PFW weitere Chancen, industrielle Stabilität und den Einstieg in neue Geschäftsfelder zu gewinnen. Auf der einen Seite sind automatisierte Prozesse friktionsfreier, andererseits können die digital zu Verfügung stehenden Daten analysiert und auf Optimierungspotentiale untersucht werden. Eine grundlegende Digitalisierungsinitiative muss auf die besondere Situation der Luftfahrtindustrie zugeschnitten werden und erfordert weitere Investitionen.

E. PROGNOSEBERICHT

Die kurz- bis mittelfristigen wirtschaftlichen Aussichten von PFW werden einerseits extern durch die wirtschaftliche Entwicklung der OEM in der internationalen Luftfahrtindustrie beeinflusst, hängen andererseits aber auch maßgeblich davon ab, ob es gelingt, die anvisierten internen Ziele hinsichtlich Erhöhung der Ausbringung bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und kontrollierter Kostenentwicklung innerhalb der PFW-Gruppe zu erreichen.

Nach dem erfolgreichen Anlaufen der neueren Programme ist die Kadenzplanung der OEMs stabilisiert, was damit auch die Absatzplanung der PFW resistenter gegen unerwartete Ausschläge nach oben oder unten gestaltet. Die dem Gesellschafterausschuss vorgelegte Geschäftsplanung der PFW-Gruppe prognostiziert für 2019 einen Umsatz (ohne Anwendung von IFRS 15) in Höhe von 437,1 Mio. EUR bei einem Ergebnis vor Steuern und Zinsbelastung in Höhe von 29,0 - 29,5 Mio. EUR. Die Auswirkungen von IFRS 15 werden den Umsatz voraussichtlich leicht erhöhen. Planerisch soll damit ein Free Cash Flow von 24,9 Mio. EUR erwirtschaftet werden. Die entsprechenden Kennziffern der PFW Aerospace GmbH entwickeln sich tendenziell wie die genannten Kennzahlen der PFW-Gruppe. Die Ertrags- und Liquiditätssituation des Jahres 2019 wird weiterhin durch Aufwendungen und Investitionen belastet sein, die den Abschluss der Neuausrichtung und der Modernisierung der Produktionskapazitäten zur Sicherstellung der Bedienung der hohen Auslieferraten unserer Kunden sowie der Entwicklung von Produkten mithilfe neuartiger Materialien zum Ziel haben. Die Zahl der Mitarbeiter wird bis Ende 2021 planerisch am Hauptstandort in Speyer als auch in UK auf dem aktuellen Niveau verbleiben, während für das türkische Werk insbesondere für 2019 Neueinstellungen geplant sind.

Die Planung basiert auf den seitens der beiden Hauptkunden prognostizierten Auslieferungszahlen, den vertraglich fixierten bzw. avisierten Preisen sowie einem EUR/USD-Wechselkurs in Höhe der jeweiligen Forward Rates für die zum Jahresende schon gesicherten Umsätze zum Zeitpunkt des Abschluss des jeweiligen Devisentermingeschäfts, ansonsten von 1,25 USD/EUR. In die Planwerte geht eine tarifliche Wochenarbeitszeit von 35 Stunden ein sowie ein jährlicher Anstieg der Personalkosten und sonstige Aufwendungen von 2% pro Jahr. Eine weitere Annahme stellen Kosteneinsparungen für Material bspw. in Form von verbesserten Einkaufskonditionen sowie sinkende Kosten für Ausschuss und Nacharbeit dar. Über die derzeit eingeleiteten Verlagerungsmaßnahmen hinausgehende Produktionsverlagerungen aus dem Werk in Speyer zur türkischen Produktionsstätte sind in der Prognoserechnung nicht berücksichtigt und derzeit auch nicht geplant. Im Rahmen der Erstellung der Planung hat die Geschäftsführung keine Auswirkungen eines etwaigen Gesellschafterwechsels auf das Geschäftsjahr 2019 berücksichtigt.

Der Fokus der Geschäftsführung im Jahr 2019 wird auf dem Abschluss der Investitionsmaßnahmen und der damit verbundenen Re-Organisation des Werkes in Speyer, einer fortgesetzten rigiden Kostenkontrolle und der Fortführung der Entwicklungstätigkeiten für Produkte aus nicht-metallischen Materialien liegen. Für die Jahre 2019 und 2020 rechnet die Geschäftsführung mit einer positiven Geschäftsentwicklung.

F. ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" verpflichtet die PFW Aerospace GmbH dazu, Zielgrößen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, in der Geschäftsführung sowie in den nächsten beiden Führungsebenen zu bestimmen.

Für den Aufsichtsrat der Gesellschaft hat die Gesellschafterversammlung 2018 beschlossen, den aktuellen Frauenanteil von 11% beim Status Quo zu belassen und auch als Zielgröße festzusetzen. Das Gleiche gilt für die Besetzung der Geschäftsführung mit einem Frauenanteil von 0%. Für die beiden ersten Managementebenen der PFW hat die Geschäftsführung beschlossen, die aktuellen Frauenanteile von 20% für die erste Führungsebene und von 13% für die zweite Führungsebene konstant zu halten. Zum 31.12.2018 beträgt der Frauenanteil der ersten Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung 20%, der der zweiten Führungsebene 17%.

Damit wurden alle Zielgrößen eingehalten bzw. übertroffen.

 

Speyer, den 8. April 2019

PFW Aerospace GmbH

Jordi Boto

Mark Landmann

Dr. Ulrich Weber

Bilanz zum 31. Dezember 2018

Aktiva

31.12.2018 31.12.2017
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen            
I. Immaterielle Vermögensgegenstände            
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten     423     254
II. Sachanlagen            
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken   15.800     11.315  
2. Technische Anlagen und Maschinen   20.663     18.251  
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung   23.365     20.847  
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau   4.989 64.817   4.771 55.184
III. Finanzanlagen            
1. Anteile an verbundenen Unternehmen   80     80  
2. Beteiligungen   27 106   27 106
      65.347     55.544
B. Umlaufvermögen            
I. Vorräte            
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe   31.140     31.575  
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen   32.883     34.539  
3. Fertige Erzeugnisse   9.372     9.803  
4. Geleistete Anzahlungen   493     131  
5. Entwicklungskosten 82.166     101.453    
- abzüglich erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen - -48.046 34.120 108.007 -58.131 43.322 119.370
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände            
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   12.229     11.702  
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen   26.036     21.557  
3. Sonstige Vermögensgegenstände   6.834 45.099   7.036 40.295
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten     4.329     4.817
      157.435     164.483
C. Rechnungsabgrenzungsposten     427     562
D. Aktive latente Steuern     9.674     6.483
E. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag     40.323     36.795
      273.206     263.867

Passiva

           
          31.12.2018
TEUR
31.12.2017
TEUR
A. Eigenkapital            
I. Gezeichnetes Kapital         7.669 7.669
II. Kapitalrücklage         16.720 16.720
III. Gewinnrücklagen         1.624 1.624
IV. Bilanzverlust         -66.337 -62.808
V. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag         40.323 36.795
          0 0
B. Rückstellungen            
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen         63.390 54.768
2. Steuerrückstellungen         2.447 237
3. Sonstige Rückstellungen         53.545 51.955
          119.382 106.960
C. Verbindlichkeiten            
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten         11.299 13.293
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen         10.373 15.433
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen         27.510 31.276
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen         86.722 78.196
5. Sonstige Verbindlichkeiten         17.919 18.709
- davon aus Steuern EUR 3.228 (i. Vj. TEUR 3.511) -            
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 50 (i. Vj. TEUR 2) -            
          153.823 156.907
          273.206 263.867

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018

2018 2017
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse   418.411   412.017
2. Erhöhung (+) bzw. Minderung (-) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen   -11.291   -7.323
3. Andere aktivierte Eigenleistungen   219   468
4. Sonstige betriebliche Erträge   18.041   21.530
5. Materialaufwand        
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -194.973   -219.921  
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -17.254 -212.227 -18.374 -238.295
6. Personalaufwand        
a) Löhne und Gehälter -110.371   -99.836  
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -23.337 -133.708 -21.518 -121.354
- davon für Altersversorgung TEUR 3.214 (i. Vj. TEUR 2.554) -        
7. Abschreibungen        
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -9.022   -7.527  
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten -1.850 -10.872 0 -7.527
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen   -52.172   -62.233
9. Operatives Ergebnis   16.401   -2.717
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge   67   260
- davon aus verbundenen Unternehmen TEUR 14 (i. Vj. TEUR 174) -        
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen   -18.680   -15.816
- davon an verbundene Unternehmen TEUR 6.555 (i. Vj. TEUR 4.415) -        
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -1   -43
13. Ergebnis nach Steuern   -2.213   -18.316
14. Sonstige Steuern   -1.316   -1.076
15. Jahresfehlbetrag   -3.529   -19.392
16. Verlustvortrag aus dem Vorjahr   -62.808   -43.416
17. Bilanzverlust   -66.337   -62.808

Anhang für das Geschäftsjahr 2018

1. Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Die PFW Aerospace GmbH (kurz: PFW) hat ihren Sitz in Speyer und ist im Handelsregister Ludwigshafen unter HR B 63432 eingetragen. Das Geschäftsjahr der PFW beginnt am 1. Januar und endet am 31. Dezember.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (drei bis fünf Jahre; lineare Methode) vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. In die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen sind neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen einbezogen.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit steuerlich zulässig, wird für die vor dem Geschäftsjahr 2010 zugegangenen beweglichen Anlagegüter die degressive Abschreibungsmethode angewandt. Zur linearen Methode wird in dem Jahr, für welches die lineare Methode erstmals zu höheren Jahresabschreibungsbeträgen führt, übergegangen. Zugänge bei den beweglichen Anlagegütern werden ab dem Geschäftsjahr 2010 grundsätzlich linear abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen und pauschalierend jeweils 20 Prozent p. a. im Zugangsjahr und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden im Übrigen zeitanteilig vorgenommen.

Die Abschreibungsmethoden und die Nutzungsdauern stellen sich wie folgt dar:

Anlagegegenstände Bauten Abschreibungsmethode linear Nutzungsdauer in Jahren 10 bis 50
Technische Anlagen und Maschinen    
Maschinen und maschinelle Anlagen degressiv/linear 5 bis 15
Produktionsmaschinen degressiv/linear 7 bis 25
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung    
Fahrzeuge degressiv/linear 4 bis 11
Mess- und Prüfgeräte degressiv/linear 5 bis 10
EDV-Hardware linear 3 bis 7
Büroeinrichtungen degressiv/linear 4 bis 15

Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Abschreibungen auf einen niedrigeren Wert werden nur dann vorgenommen, wenn die Wertminderung voraussichtlich dauerhaft ist. Zuschreibungen werden vorgenommen, sofern die Gründe für eine zuvor vorgenommene Abschreibung entfallen sind.

Die Vorräte werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu durchschnittlichen Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sind zu Herstellungskosten bzw. unter Beachtung des Niederstwertprinzips zu den jeweils niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Löhne und Materialkosten, Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen. Bestandsrisiken wird durch Vornahme angemessener Bewertungsabschläge Rechnung getragen.

Auftrags- oder objektgebundene Entwicklungskosten (z. B. Kosten der Planung und Konstruktion) werden als Sondereinzelkosten der Fertigung im Vorratsvermögen aktiviert. Die aktivierten Entwicklungskosten und die für die auftragsbezogene Produktion der Flugzeugteile benötigten Werkzeuge (sog. Tooling) werden in Abhängigkeit der ausgelieferten Stückzahlen (Shipsets) abgeschrieben.

In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d. h. es wurden von den voraussichtlichen Verkaufspreisen Abschläge für noch anfallende Kosten vorgenommen. Erhaltene Anzahlungen auf Vorräte wurden offen von den Vorräten abgesetzt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. Sicherungsübereignungen von Vorräten an Kreditinstitute bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastungen mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen von derzeit aktuell 30,35% (im Vj. 30,35%) bewertet und nicht abgezinst. Der kombinierte Ertragssteuersatz umfasst Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag. Aktive und passive Steuerlatenzen werden verrechnet ausgewiesen.

Das Gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach der projizierten Einmalbeitragsmethode unter Verwendung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen wird mit 3,21 % (Vj. 3,68%) der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte durchschnittliche Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre verwendet, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,75% (im Vj. 2,75%), Rentensteigerungen mit 0,0% (im Vj 0,0%) berücksichtigt.

Unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB wird der sich aus der Änderung der Rückstellungsbilanzierung nach §§ 249 Abs. 1 Satz 1, 253 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 HGB durch das BilMoG ergebende Zuführungsbetrag über den Höchstzeitraum von 15 Jahren gleichmäßig verteilt.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden Marktzinssatz abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften in lokaler Währung werden erfolgswirksam erfasst und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen.

Es werden Bewertungseinheiten gemäß §254 HGB gebildet. Dabei kommt die Einfrierungsmethode zum Einsatz.

3. Erläuterungen zur Bilanz

3.1. Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

In den Zugängen für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sind TEUR 1.378 enthalten, die auf eine Umgliederung von für die auftragsbezogene Produktion der Flugzeuge benötigte Werkzeuge (sog. Tooling) aus den in den Vorräten aktivierten Entwicklungsleistungen in das Sachanlagevermögen zurückgehen.

3.2. Vorräte

Im Berichtsjahr sind unter den Vorräten auftragsbezogene Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 77.873 (Vj. TEUR 96.252) und die für die auftragsbezogene Flugzeugproduktion benötigten Werkzeuge (sog. Tooling) in Höhe von TEUR 4.293 (Vj. TEUR 5.199) enthalten. Beide Posten werden in der Bilanz zusammen unter den Entwicklungskosten mit den erhaltenen Anzahlungen verrechnet.

Die planmäßige Auflösung der aktivierten Entwicklungskosten und des Toolings erfolgt in Abhängigkeit der geschätzten Gesamtauslieferungen sowie der Anzahl der ausgelieferten Shipsets spezifisch je Programm. Eine außerplanmäßige Abschreibung ist dann vorzunehmen, wenn aus dem jeweiligen Vertrag insgesamt ein Verlust droht. Zur Sicherstellung der verlustfreien Bewertung wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Im Hinblick auf die dem Werthaltigkeitstest zugrunde liegende Anzahl der Auslieferungen haben sich im vorliegenden Jahresabschluss keine Änderungen im Vergleich zum Vorjahr ergeben.

Basierend auf dem Werthaltigkeitstest ergab sich im Geschäftsjahr ein Wertminderungsbedarf in Höhe von TEUR 1.850 (im Vorjahr kein Wertminderungsbedarf).

3.3. Angaben zum Anteilsbesitz

Ausländische Gesellschaft Sitz/Land Beteiligung 31.12.2018
in %
Eigenkapital (IFRS) 31.12.2018
in TEUR
Ergebnis (IFRS) 2018
in TEUR
PFW Havacilik Sanayi Ve Dis Ticaret Ltd. Izmir, Türkei 100 44.982 8.469
PFW UK Machining Ltd. Nuneaton, Großbritannien 100 846 216

3.4. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

3.5. Forderungen gegen verbundene Unternehmen

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind, wie im Vorjahr, keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Von den Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren TEUR 26.036 (Vj. TEUR 21.557) aus Lieferungen und Leistungen.

Darin sind Forderungen gegen die Mehrheitsgesellschafterin Airbus Operations GmbH, Hamburg, in Höhe von TEUR 14.627 (Vj. TEUR 13.375) enthalten. Darüber hinaus sind Forderungen in Höhe von TEUR 52.862 (Vj. TEUR 55.244) im Rahmen diverser Factoringprogramme verkauft worden. Es handelt sich bei diesen Forderungsverkäufen im Wesentlichen um in USD fakturierte Forderungen.

3.6. Sonstige Vermögensgegenstände

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind langfristige Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr in Höhe von TEUR 3.886 (Vj. TEUR 4.024) sowie kurzfristige Forderungen mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr in Höhe von TEUR 2.949 (Vj. TEUR 3.044) enthalten. Der Bilanzposten enthält langfristige Ansprüche gegen verbundene Unternehmen aus Garantiehinterlegungen in Höhe von TEUR 2.400 (Vj. TEUR 2.400). Außerdem beinhaltet der Bilanzposten eine langfristige Barhinterlegung bei der Commerzbank in Höhe von TEUR 1.285 (Vj. TEUR 1.285) zur Absicherung von Ansprüchen der Mitarbeiter aus Versicherungsguthaben für Altersteilzeit.

3.7. Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern resultieren aus folgenden Sachverhalten:

Darstellung Sachverhalte aktiver latenter Steuern
in TEUR
31.12.2018 31.12.2017
Latente Steueransprüche bzw. -schulden auf Differenzen bilanzieller Wertansätze für Steueransprüche Steuerschulden Steueransprüche Steuerschulden
Forderungen / Verbindlichkeiten 1.707 -665 1.440 -690
Sachanlagevermögen 42 0 41 0
Vorräte 906 0 417 0
Pensionsrückstellungen und sonstige Rückstellungen 7.683 0 5.275 0
Summe latente Steueransprüche bzw. -schulden 10.338 -665 7.173 -690
Latente Steueransprüche netto   9.674   6.483

Der Berechnung wurde ein Steuersatz von 30,35% (Vj. 30,35 %) zugrunde gelegt.

3.8. Gezeichnetes Kapital

Das Stammkapital der PFW GmbH beträgt EUR 7.669.500 und ist vollständig eingezahlt.

3.9. Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen resultieren aus der erstmaligen Anwendung des BilMoG und betreffen Bewertungsunterschiede bei Rückstellungen, die eine Auflösung erforderlich gemacht hatten (Art. 67 Abs. 1 S. 3 EGHGB) und die Berücksichtigung der darauf entfallenden latenten Steuern (Art. 67 Abs. 6 S. 2 EGHGB).

3.10. Bilanzgewinn/-verlust

Das Bilanzergebnis entwickelte sich wie folgt:

Entwicklung Bilanzergebnis TEUR
Bilanzverlust 31.12.2017 -62.808
Jahresfehlbetrag 2018 -3.529
Bilanzverlust 31.12.2018 -66.337

3.11. Pensionsrückstellungen

Durch das Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften wird seit dem Geschäftsjahr 2016 zur Abzinsung der Pensionsrückstellungen der durchschnittliche Marktzins der vergangenen 10 Jahre (bis einschließlich Geschäftsjahr 2015: 7 Jahre) angesetzt. Der Rechnungszins auf dieser Basis beträgt 3,21 % (Vj. 3,68%). Hätte im Geschäftsjahr 2018 weiterhin der durchschnittliche Marktzins der vergangenen 7 Jahre angesetzt werden müssen, hätte dieser bei 2,32% gelegen. Entsprechend wären die Pensionsrückstellungen um TEUR 10.309 höher anzusetzen gewesen.

Der Unterschiedsbetrag durch die BilMoG-Umstellung gemäß Art. 67 Abs. 1 Satz 2 EGHGB betrug zum 31. Dezember 2010 TEUR 4.502, wovon im aktuellen Geschäftsjahr 1/15 in Höhe von TEUR 300 zugeführt wurden. Unter Inanspruchnahme von Art. 28 EGHGB wurden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.801 nicht in der Bilanz ausgewiesen.

3.12. Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen 2018
in TEUR
2017
in TEUR
Arbeitszeitguthaben 29.403 27.076
Altersteilzeit 7.559 7.331
Jubiläum 1.976 1.729
Ausstehende Lieferantenrechnungen 5.729 6.146
Preisanpassungen 1.851 443
Sonstiges 7.027 9.230
Summe 53.545 51.955

In Hinblick auf die Rückstellung für Arbeitszeitkonten geht die Geschäftsführung angesichts von Veränderungen in der Auslastungssteuerung davon aus, dass die Konten in Freizeit ausgeglichen werden. Die entsprechenden Kosten werden auf Basis von 220 Arbeitstagen pro Jahr pro Mitarbeiter ermittelt. Im Vorjahr war die Geschäftsführung von einer Auszahlung in Geld auf Basis des nach steuerlichen Vorschriften ermittelten Werts ausgegangen.

3.13. Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.

Verbindlichkeitenspiegel
in TEUR
31.12.2018
Restlaufzeit Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.561 7.799 939 11.299
2. Erhaltene Anzahlungen 14.570 36.247 7.602 58.419
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.510 0 0 27.510
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 83.853 2.869 0 86.722
5. Verbindlichkeiten aus Finance Leasing 2.190 3.915 0 6.105
6. Sonstige Verbindlichkeiten 6.620 2.983 2.211 11.814
- davon aus Steuern 3.228 0 0 3.228
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 50 0 0 50
Gesamt 137.303 53.813 10.753 201.869
Verbindlichkeitenspiegel
in TEUR
31.12.2017
Restlaufzeit Bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.492 10.298 503 13.293
2. Erhaltene Anzahlungen 16.014 48.844 8.706 73.564
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.276 0 0 31.276
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 75.327 2.869 0 78.196
5. Verbindlichkeiten aus Finance Leasing 2.131 6.104 0 8.235
6. Sonstige Verbindlichkeiten 5.541 2.551 2.382 10.473
- davon aus Steuern 3.511 0 0 3.511
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 2 0 0 2
Gesamt 132.781 70.666 11.591 215.038

Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte an den gelieferten Gegenständen. Alle Verbindlichkeiten sind unbesichert.

Zu 2. Die erhaltenen Anzahlungen betreffen in Höhe von TEUR 53.521 erhaltene Anzahlungen für Entwicklungsleistungen und in Höhe von TEUR 4.898 erhaltene Anzahlungen für künftige Lieferungen. Anzahlungen in Höhe von TEUR 55.665 hat die PFW GmbH von verbundenen Unternehmen erhalten, wovon wiederum TEUR 20.653 auf die Gesellschafterin Airbus Operations GmbH entfallen. Die erhaltenen Anzahlungen für Entwicklungsleistungen wurden in Höhe von TEUR 48.046 offen von den Vorräten abgesetzt.

Zu 4. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um zwei Gesellschafterdarlehen der Airbus Operations GmbH in Höhe von TEUR 55.869 (im Vorjahr TEUR 55.869). Zusammen mit den aufgelaufenen Zinsaufwendungen für diese Darlehen betragen die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Airbus Operations GmbH nunmehr TEUR 57.548 (im Vorjahr TEUR 57.385). Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren TEUR 29.174 (im Vorjahr TEUR 20.811) aus Lieferungen und Leistungen. Davon entfallen TEUR 30 auf die Airbus Operations GmbH.

3.14. Haftungsverhältnisse und gewährte Sicherheiten

Die PFW Aerospace GmbH haftet bis zur endgültigen Erfüllung verkaufter Forderungen im Sinne einer Garantiehaftung für die Rechtswirksamkeit und Durchsetzbarkeit des Liefervertrages. In diesem Zusammenhang besteht eine Vertragserfüllungsgarantie in Höhe von TUSD 4.250 zu Gunsten der PFW, die zum 31. Dezember 2018 ausgelaufen ist. Zum Stichtag sind Forderungen in Höhe von TUSD 85.835 und TEUR 5.536 (Vorjahr: TUSD 83.997 und TEUR 4.544) verkauft worden. Mit einer Inanspruchnahme wird nicht gerechnet, da die Existenz der abgetretenen Forderungen einerseits durch das interne Kontrollsystem im operativen Geschäftsbetrieb der PFW sichergestellt ist und andererseits im Forfaitierungsprozess teilweise durch die Vertragspartner bestätigt wird.

Im Rahmen des Verkaufs der Spécitubes S.A.S. wurde eine Garantie von TEUR 2.400 für diverse aus der Veräußerung resultierende potenzielle Risiken bei einem verbundenen Unternehmen (Airbus S.A.S.) hinterlegt. Da die Gesellschaft die Umweltrisiken im Vorfeld des Verkaufs eingehend analysiert hat, wird mit einer Inanspruchnahme nicht gerechnet.

Ansprüche der Mitarbeiter aus Altersteilzeitguthaben werden durch eine Kautionsversicherung besichert, für die Barmittel von TEUR 1.285 hinterlegt wurden. Die gestellte Sicherheit dient somit der Absicherung eigener Verbindlichkeiten mittels eines Dritten. Eine Inanspruchnahme ist nicht wahrscheinlich, da von der Fähigkeit der PFW GmbH zu Bedienung sämtlicher Verpflichtungen ausgegangen wird.

3.15. Außerbilanzielle Geschäfte

Factoring Zweck Zur Beschaffung liquider Mittel zur Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit werden laufend Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verkauft; zum Stichtag waren Forderungen im Nominalwert von TUSD 85.835 und TEUR 5.536 verkauft, die nicht fällig waren.
  Risiken Keine.
  Vorteile Möglichkeit der schnellen, flexiblen und vergleichsweise zinsgünstigen Liquiditätsbeschaffung.
Operating-Leasing Zweck Die Gesellschaft hat zum Bilanzstichtag diverse Operating-Leasing-Verträge mit Gesamtzahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 2.585.
  Risiken Gewöhnliche Geschäftsrisiken.
  Vorteile Verbesserung der operativen Liquidität.

3.16. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR
Zahlungsverpflichtungen aus Operating-Leasing und Mietverträgen 5.350
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 13.593
Gesamtbetrag aus sonstigen finanziellen Verpflichtungen 18.943

Die Miet- und Leasingverträge enden zwischen 2019 und 2023.

3.17. Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestehen währungsbezogene Geschäfte, die der Absicherung der zukünftigen Zahlungseingänge aus Umsätzen in US-Dollar dienen. Diese wurden bis zum Jahr 2021 über die Airbus Group SE mit einem Volumen von insgesamt 224,0 Mio. USD (Vj. 471,0 Mio. USD) abgeschlossen. Diese beziehen sich alle auf Hedge-Beziehungen.

Folgende Bewertungsmethoden wurden dabei angewandt:

Die Marktwerte der Devisentermingeschäfte wurden auf Basis des am Bilanzstichtag geltenden Devisenterminkurses für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs errechnet. Als Bewertungsparameter der Devisentermingeschäfte wurden für alle Geschäfte einheitlich zum Stichtag der EUR/USD-Kassakurs (Mittelkurs) herangezogen.

Die systematische Überwachung des Wechselkursrisikos und die daran angepasste Währungskurssicherungsstrategie erfolgen im Rahmen des Risikomanagementsystems der Gesellschaft.

3.18. Bewertungseinheiten

Zum Bilanzstichtag bestanden folgende Kurssicherungsgeschäfte:

Grundgeschäft Künftige Umsätze in Fremdwährung
Sicherungsinstrument Devisentermingeschäft
Risiko Währungsrisiko
Art der Bewertungseinheit Macro Hedge
Einbezogener Betrag (1) -380.820 TEUR
Höhe des abgesicherten Risikos 471.000 TUSD

(1) zum jeweiligen Sicherungskurs umgerechnes Sicherungsvolumen

Für einen Teil der geplanten Umsätze der künftigen Geschäftsjahre, die in USD fakturiert werden, wurden Devisentermingeschäfte zur Vermeidung von Risiken aus Wechselkursschwankungen abgeschlossen. Für diese wurden angesichts des zuverlässig planbaren Umfangs und zeitlichen Anfalls antizipative Bewertungseinheiten gebildet. Zum Bilanzstichtag haben die Sicherungsinstrumente einen saldierten negativen Marktwert in Höhe von TEUR 9.880 (Vorjahr: negativer Marktwert in Höhe von TEUR 2.632). Die Devisentermingeschäfte, die in einer Hedgebeziehung stehen, sichern Umsätze der Geschäftsjahre 2019 bis 2021 über 224,0 Mio. USD ab. Die gegenläufigen Wertänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft gleichen sich vollständig aus. Somit erfolgt kein Bilanzansatz. Zur Messung der Effektivität der Sicherungsbeziehung wird die "First-cash-inflow-Methode" verwendet.

3.19. Ausschüttungssperre

Gemäß § 268 Abs. 8 bzw. § 253 Abs. 6 S. 2 HGB bestehen folgende zur Ausschüttung gesperrte Beträge:

Ausschüttungssperren TEUR
aus der Aktivierung aktiver latenter Steuern 9.674
aus der Differenz zwischen Pensionsrückstellungen nach alter und neuer Regelung 10.309
Zur Ausschüttung gesperrter Betrag 19.983

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

4.1. Umsatzerlöse

Umsatzerlöse 2018 2017
TEUR % TEUR %
- nach Geschäftsbereichen        
Frachtladesysteme 0 0,0 53 0,0
Gebogene Rohre 137.894 33,0 138.891 33,7
Geschweißte Rohre 146.765 35,1 141.329 34,3
Strukturbaugruppen 131.685 31,5 129.988 31,5
Sonstiges 2.067 0,5 1.756 0,4
Summe 418.411 100,0 412.017 100,0
- nach Regionen        
Inland 244.380 58,4 243.698 59,1
Ausland 174.031 41,6 168.319 40,9
Summe 418.411 100,0 412.017 100,0

4.2. Sonstige betriebliche Erträge

Sonstige betrieblichen Erträge 2018
in TEUR
2017
in TEUR
Währungskursdifferenzen 12.180 17.753
Periodenfremde Erträge (Auflösung in Vorjahren gebildeter Rückstellungen, Erträge aus der Ausbuchung verjährten Verbindlichkeiten) 2.560 658
Übrige Erträge 3.301 3.119
Summe 18.041 21.530

4.3. Abschreibungen

Im Geschäftsjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung auf das Umlaufvermögen in Höhe von TEUR 1.850 vorgenommen, die auf eine Wertminderung der in den Vorräten aktivierten Entwicklungskosten für das A400M-Programm zurückgeht. Im Vorjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Umlaufvermögen vorgenommen.

In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen sind außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen in Höhe von TEUR 260 enthalten.

4.4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Sonstige betrieblichen Aufwendungen 2018
in TEUR
2017
in TEUR
Fremdleistungen 16.585 21.657
Währungskursdifferenzen 12.943 17.961
Instandhaltung an Gebäuden, Maschinen und Geschäftsausstattung 5.127 5.052
Ausgangsfrachten 4.048 3.974
Rechts- und Beratungskosten 2.520 3.136
Software, Wartung und Lizenzen 1.645 1.137
Mieten und Pachten 1.566 1.542
Reisekosten 1.009 1.034
Bankgebühren 740 1.090
Versicherungskosten 706 672
Periodenfremde Aufwendungen 299 571
Übrige Aufwendungen 4.984 4.407
Summe 52.172 62.233

4.5. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2018
in TEUR
2017
in TEUR
Zinsaufwendungen für Darlehen 7.923 6.883
Aufwand aus der Aufzinsung von personalbezogenen Rückstellungen (Pensionen, Arbeitszeit, etc.) 7.581 5.981
Übrige Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.176 2.952
Summe 18.680 15.816

4.6. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Steuern vom Einkommen und Ertrag 2018
in TEUR
2017
in TEUR
Gewerbeertragssteuer 1.663 784
- davon periodenfremde Erträge -195 138
Körperschaftssteuer (inkl. Solidaritätszuschlag) 1.529 262
- davon periodenfremde Aufwendungen 68 0
Erträge (-) bzw. Aufwendungen (+) aus latenten Steuern -3.191 -1.003
Summe 1 43

4.7. Sonstige Steuern

In den sonstigen Steuern sind periodenfremde Aufwendungen für Zölle in Höhe von TEUR 707 enthalten.

5. Sonstige Angaben

5.1. Aufsichtsrat

Name AR-Funktion Ausgeübter Beruf Ort Eintritt oder Austritt in 2018
Mario Heinen Vorsitzender Executive Vice President Industrial Airbus S.A.S. und Member of Airbus Executive Committee Toulouse, Frankreich Austritt 31.05.2018
Dr. Andre Walter Vorsitzender Head of Airbus Plant Bremen, Airbus Operations GmbH Bremen, Deutschland  
Rainer Grohe stellvertretender Vorsitzender Unternehmensberater Otterstadt, Deutschland  
Philippe Balducchi Mitglied Head of Airbus Finance Operations, Airbus S.A.S. Toulouse, Frankreich Austritt 16.03.2018
Didier Loiselet Mitglied Head of Performance Management Airbus Commercial, Airbus S.A.AS. Toulouse, Frankreich Eintritt 28.03.2018
Marco Wagner Mitglied Senior Vice President Human Resources, Member of the Board of Management, Airbus Operations GmbH Hamburg, Deutschland  
Daniela Lamm Mitglied Head of Airbus Affiliates Governance, Airbus S.A.S. Toulouse, Frankreich  
Dr. Oliver Furtak Mitglied Head of Corporate Audit & Forensic, Airbus S.A.S. Bremen, Deutschland  
Rüdiger Lütjen Mitglied Vorsitzender des Airbus-Konzernbetriebsrates Fredenbeck, Deutschland Austritt 31.05.2018
Frank Bergmann Mitglied Vorsitzender des Airbus-Konzernbetriebsrates Frankfurt, Deutschland Eintritt 01.06.2018
Werner Rieder Mitglied stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der PFW Aerospace GmbH Landau, Deutschland  
Andreas Gaa Mitglied Betriebsratsmitglied der PFW Aerospace GmbH Freisbach, Deutschland  

Nach dem Ausscheiden von Mario Heinen hat zum 1. Juni 2018 Dr. Andre Walter den Vorsitz des Aufsichtsrates übernommen.

Die Bezüge des Aufsichtsrats beliefen sich auf TEUR 72 (Vorjahr: TEUR 72).

5.2. Geschäftsführung

Jordi Boto, Vorsitzender der Geschäftsführung

Mark Landmann, Geschäftsführer Finanzen

Dr. Ulrich Weber, Geschäftsführer Produktion

Gesamtbezüge der Geschäftsführung

Die Bezüge der Geschäftsführung betrugen für 2018 TEUR 1.407 (Vj. TEUR 1.138).

Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung sind in voller Höhe gebildet worden und belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 1.506 (Vj. TEUR 1.387). Des Weiteren bestehen für ehemalige Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung Verbindlichkeiten aus Altersversorgung in Höhe von TEUR 179 (Vj. TEUR 217). Die Bezüge ehemaliger Mitglieder des Vorstands bzw. der Geschäftsführung beliefen sich auf TEUR 49 (Vj. TEUR 352).

Die PFW Aerospace GmbH hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihren Geschäftsführern weder Vorschüsse noch Kredite gewährt und ist zugunsten dieser Personen auch keine Haftungsverhältnisse eingegangen.

5.3. Anzahl der Mitarbeiter

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter 2018
Arbeitnehmer im direkten Bereich 1.066
Arbeitnehmer im indirekten Bereich 548
Mitarbeiter 1.614
Auszubildende (inklusive Dual Studierende) 87
Eigene Mitarbeiter 1.701
Fremdarbeitskräfte 115
Beschäftigte 1.816

Die hier dargestellte Anzahl der Mitarbeiter sind auf Vollzeitäquivalente umgerechnet.

5.4. Konzernverhältnisse

Die PFW Aerospace GmbH, Speyer, ist Mutterunternehmen des PFW Konzerns. Der Konzernabschluss wird beim Bundesanzeiger eingereicht und im zentralen Unternehmensregister (www.unternehmensregister.de) veröffentlicht.

Die PFW Aerospace GmbH ist ein Unternehmen der Airbus SE, Leiden/Niederlande, und wird auch in den nach den International Financial Reporting Standards aufgestellten Konzernabschluss der Airbus SE, einbezogen. Dieser Konzernabschluss wird auf der Homepage von Airbus veröffentlicht und im niederländischen Handelsregister unter der Nummer 24288945 hinterlegt.

5.5. Honorar des Abschlussprüfers

Die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers (KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft) erfolgt im Konzernabschluss der PFW Aerospace GmbH.

6. Gewinnverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung schlägt der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2018 in Höhe von TEUR 3.529 auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im März 2019 verlängerte die Mehrheitsgesellschafterin Airbus Operations GmbH das ausgereichte Darlehen bis zum 31. Dezember 2019 mit einer Option auf Verlängerung bis zum 31. Dezember 2020.

8. Annahme der Unternehmensfortführung

Auf Basis der vorgelegten Planung geht die Geschäftsführung der PFW davon aus, dass die Gesellschafterfinanzierung ausreichend ist, um den künftigen Finanzbedarf der Gesellschaft zu decken. Mithin ist der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet, wenn die Finanzierung durch die Gesellschafter während des der Planung zugrunde liegenden Zeitraums entfällt und es der Gesellschaft nicht gelingt, eine Drittfinanzierung in der erforderlichen Höhe einzuwerben.

 

Speyer, 8. April 2019

Jordi Boto

Mark Landmann

Dr. Ulrich Weber

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2018

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2018
TEUR
Zugänge
TEUR
Umbuchungen
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2018
TEUR
I. Immterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.963 351 0 6 7.308
Summe Immaterielle Vermögensgenstände 6.963 351 0 6 7.308
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 30.579 3.750 1.277 0 35.606
2. Technische Anlagen und Maschinen 55.989 3.497 3.240 1.774 60.952
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 48.404 6.703 464 901 54.671
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.245 4.725 -4.981 0 4.989
Summe Sachanlagen 140.216 18.676 0 2.674 156.218
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 80 0 0 0 80
2. Beteiligungen 27 0 0 0 27
Summe Finanzanlagen 107 0 0 0 107
Summe Anlagevermögen 147.286 19.026 0 2.680 163.633
Kumulierte Abschreibungen
01.01.2018
TEUR
Abschreibungen
TEUR
Umgliederungen
TEUR
Abgänge
TEUR
31.12.2018
TEUR
I. Immterielle Vermögensgegenstände          
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 6.709 182 0 6 6.885
Summe Immaterielle Vermögensgenstände 6.709 182 0 6 6.885
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 19.264 542 0 0 19.806
2. Technische Anlagen und Maschinen 37.738 3.839 474 1.762 40.289
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27.556 4.459 0 710 31.305
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 474 0 -474 0 0
Summe Sachanlagen 85.032 8.841 0 2.472 91.400
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0
2. Beteiligungen 0 0 0 0 0
Summe Finanzanlagen 0 0 0 0 0
Summe Anlagevermögen 91.741 9.022 0 2.477 98.285
Buchwerte
31.12.2018
TEUR
31.12.2017
TEUR
I. Immterielle Vermögensgegenstände    
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 423 254
Summe Immaterielle Vermögensgenstände 423 254
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 15.800 11.315
2. Technische Anlagen und Maschinen 20.663 18.251
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.365 20.847
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.989 4.771
Summe Sachanlagen 64.817 55.184
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 80 80
2. Beteiligungen 27 27
Summe Finanzanlagen 106 106
Summe Anlagevermögen 65.347 55.544

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die PFW Aerospace GmbH, Speyer

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PFW Aerospace GmbH, Speyer - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2018 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PFW Aerospace GmbH, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote), die im Abschnitt F im Lagebericht enthalten ist, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2018 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2018 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt B.V. "Finanzlage" des Lageberichts sowie in Abschnitt 8. "Annahme der Unternehmensfortführung" des Anhangs, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass sie auf Basis der vorgelegten Planung davon ausgehen, dass die Gesellschafterfinanzierung ausreichend ist, um den künftigen Finanzbedarf der Gesellschaft zu decken. Gleichwohl ist der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet, wenn die Finanzierung durch die Gesellschafter während des der Planung zugrunde liegenden Zeitraums entfällt und es der Gesellschaft nicht gelingt, eine Drittfinanzierung in der erforderlichen Höhe einzuwerben. Diese Ereignisse und Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote). Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 8. April 2019

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Schwebler, Wirtschaftsprüfer

Weinmann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2018

der PFW Aerospace GmbH

Aufsichtsrat und Geschäftsführung haben sich im Geschäftsjahr 2018 gemeinsam in ordentlichen Sitzungen am 12. April, 14. Juni, 06. September und 07. Dezember 2017 mit der Lage des Unternehmens, der strategischen Entwicklung sowie mit verschiedenen Einzelthemen einschließlich Compliance-Bericht befasst. Bei der Aufsichtsratssitzung am 12. April 2017 wurde die Beschlussfassung über den Jahresabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 vorgenommen. In dieser Sitzung wurde auch eine Beschlussempfehlung zu Zielquoten des Frauenanteils in Geschäftsführung bzw. dem Aufsichtsrat an die Gesellschafterversammlung gegeben.

Die Geschäftsführung hat dem Aufsichtsrat über die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens in den jeweiligen Sitzungen mit einem Lagebericht sowie im Rahmen einer regelmäßigen Berichterstattung umfassend informiert.

Über besondere Vorgänge, die über die Einzelbefassung in den Sitzungen hinausgingen, wurde schriftlich und mündlich berichtet.

Der Aufsichtsrat dankt der Geschäftsführung, der Belegschaft und dem Betriebsrat für die im Jahr 2018 geleistete Arbeit.

Der nach den deutschen Bilanzierungsvorschriften erstellte Jahresabschluss für 2018 der PFW Aerospace GmbH ist von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, geprüft und mit den Büchern und den gesetzlichen Vorschriften als übereinstimmend befunden worden. Der Aufsichtsrat hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen und als Ergebnis seiner eigentlichen Prüfung festgestellt, dass Einwendungen nicht zu erheben sind. In seiner Sitzung im April 2019 wird der Aufsichtsrat den Jahresabschluss der PFW Aerospace GmbH billigen und der Gesellschafterversammlung die Feststellung des Jahresabschlusses empfehlen.

 

Speyer, im April 2019

Der Aufsichtsrat

Dr. Andre Walter, Vorsitzender

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 wurde am 11. April 2019 festgestellt.

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