Knauf Bauprodukte GmbH & Co. KG
Selbe AdresseHerstellung von Gipserzeugnissen für den Bau
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jan Dr. Ellringmann seit 21.1.2026 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Gebr. Knauf KGEigenbeteiligung | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Gebr. Knauf KGIphofenVerkürzter Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021KONZERNLAGEBERICHT für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021DER GEBR. KNAUF KGGRUNDLAGEN DER KNAUF GRUPPEGESCHÄFTSMODELL Die Knauf Gruppe ist eine vollständig in Familienbesitz befindliche Unternehmensgruppe mit Sitz in Iphofen, Deutschland. Knauf zählt zu den führenden Herstellern von Baustoffen und Bausystemen weltweit. Knauf ist auf fünf Kontinenten in mehr als 90 Ländern an über 300 Standorten mit Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen vertreten. Knauf Werke produzieren moderne Trockenbausysteme, Putze und Zubehör, Deckensysteme, Fließestriche und Bodensysteme sowie Maschinen und Werkzeuge für die Anwendung dieser Produkte. Die Herstellung von nachhaltigen Dämmstoffen und Wärmedämm-Verbundsystemen ergänzt das hochwertige Baustoffsortiment. Ein weiterer Unternehmenszweig widmet sich der Produktion von Isolierbaustoffen und Formteilen aus Kunststoff sowie der Produktion von Polystyrolverpackungen für die Lebensmittel- und Elektroindustrie. STRATEGIE UND ZIELE Die Knauf Gruppe verfolgt das strategische Ziel, nachhaltig profitabel zu wachsen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Sicherung sowie der weitere Ausbau der globalen Marktführerschaft. Knauf ist ein Familienunternehmen. Als solches denkt Knauf nicht in kurzfristigen Maßstäben, sondern von Generation zu Generation. Langfristiges Denken gilt für alles, was Knauf tut - den verantwortungsvollen Umgang mit den Mitarbeitern, mit der Umwelt und mit dem Kapital. Knauf setzt auf eine dezentrale Organisation. Dabei erschließt man die Märkte seit jeher mit Mitarbeitern aus den jeweiligen Regionen und Ländern. Der Respekt und der offene Umgang mit anderen Kulturen stehen im Einklang mit den Knauf Werten Menschlichkeit, Partnerschaft, Engagement und Unternehmergeist. Diese bilden das gemeinsame Fundament für ein nachhaltiges Wachstum sowie den partnerschaftlichen und verantwortungsvollen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Als starke Marke mit hohem innovativem Anspruch orientiert sich Knauf in besonderer Weise an den Bedürfnissen des Marktes und seiner Marktpartner. Qualität geht für Knauf deshalb über die Erfüllung von Normen und gesetzlichen Vorgaben hinaus. So unterliegen sämtliche Produkte einem permanenten Prozess der Gütesicherung und Optimierung. Darüber hinaus verschreibt sich Knauf dem Ziel, zukünftige Entwicklungen des Marktes zu erkennen, diese positiv zu gestalten und daraus frühzeitig abgestimmte Systemlösungen abzuleiten. Wichtiger Bestandteil der gesamten Knauf Unternehmenspolitik ist es, die für den Verwendungszweck und die damit verbundenen Kundenwünsche nachhaltige und optimale Qualität zu liefern und die Qualitätssicherung aktiv zu betreiben. Die ständige Verbesserung und damit einhergehende Innovation sind permanentes Ziel jeder Knauf Gesellschaft. UNTERNEHMENSINTERNES STEUERUNGSSYSTEM UND WESENTLICHE KENNZAHLEN Das unternehmensinterne Steuerungssystem der Knauf Gruppe besteht im Wesentlichen aus der operativen Jahresplanung, der unterjährigen Kontrolle und Steuerung mit Hilfe einer monatlichen Berichterstattung, den mindestens vierteljährlichen Sitzungen der Gruppengeschäftsführung und einem zentral koordinierten Investitionsprozess. Darüber hinaus kommt der Gesellschafterausschuss mindestens viermal im Jahr zusammen, um sich zur laufenden und künftigen Geschäftsentwicklung informieren zu lassen und um wesentliche Investitionen sowie Akquisitionen zu beschließen. Die unterjährige Kontrolle und Steuerung der Knauf Gruppe sowie der wesentlichen Tochterunternehmen werden anhand standardisierter Berichte zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage durchgeführt. Die dazu verwendeten Kennzahlen werden gruppenweit einheitlich ermittelt und präsentiert. Im Rahmen der Berichterstattung werden Berichte zur Umsatz- und Ertragslage, zur Entwicklung des Umlaufvermögens, zum Finanzstatus, zu Absatz- und Produktionsmengen sowie zu Preisentwicklungen wichtiger Produktgruppen erstellt. Abgerundet wird dies durch Vor-Ort-Gespräche bei einzelnen Gesellschaften und Regionalverantwortlichen. Bei den finanziellen Steuerungskennzahlen liegt der Fokus auf der kontinuierlichen Überwachung und Optimierung der Umsätze und des operativen Ergebnisses (EBITDA). Auf Ebene der Geschäftsbereiche und Regionen findet eine Steuerung im Wesentlichen auf Basis der Umsatzentwicklung statt. Die Entwicklung dieser Kennzahlen wird im Wirtschaftsbericht ab Seite 5 im Abschnitt "Vermögens-, Finanz- und Ertragslage" beschrieben. Neben den bereits genannten Steuerungsgrößen stellen die ständige Verbesserung der vorhandenen Produkte und Produktionsprozesse ebenso wie die Erforschung und Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren wichtige Erfolgsfaktoren für das Erreichen der Ziele der Knauf Gruppe dar. Im Geschäftsjahr fielen Aufwendungen im Bereich zentralgesteuerter Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Höhe von 54 Mio. EUR (Vorjahr 49 Mio. EUR) an, was den Erwartungen entsprach. 389 Personen (Vorjahr 347 Personen) bearbeiteten Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den vier Geschäftsbereichen der Knauf Gruppe Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen und Sonstiges. Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte die Knauf Gruppe in den Gesellschaften des Konsolidierungskreises 38.515 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahresende (34.959 Personen) entsprach dies einem Anstieg um 10,2 %. Dieser resultierte hauptsächlich aus der Einbeziehung der USG-Boral-Gesellschaften in den Konzernabschluss. Die Knauf Gruppe hat im Geschäftsjahr für Leistungen an das Personal sowie an Sozialsysteme und für die Altersvorsorge 2.113 Mio. EUR aufgewandt. Im Vorjahr betrug der Vergleichswert 1.868 Mio. EUR. Dies entsprach einem Anstieg um 13,1 %. Die Personalaufwandsquote betrug 16,8 % und lag damit 1,0 Prozentpunkte unter dem Vorjahr (17,8 %). WIRTSCHAFTSBERICHTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD Nachfolgende Ausführungen zum wirtschaftlichen Umfeld erfolgen auf Basis von Publikationen des Internationalen Währungsfonds und des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Im Geschäftsjahr war die weltwirtschaftliche Entwicklung weiterhin durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Allerdings verliefen die Infektionswellen weltweit weniger synchron. Auch waren die wirtschaftlichen Auswirkungen unterschiedlich; vor allem in den Ländern mit einer hohen Impfquote wurden auch höhere Inzidenzen toleriert, ohne dass Eindämmungsmaßnahmen ergriffen wurden, die die Konjunktur stark gedämpft hätten. So führte im Sommer ein verstärktes Infektionsgeschehen vor allem in vielen asiatischen Ländern zu konjunkturbelastenden Einschränkungen, während die Auswirkungen auf die Produktion in den Vereinigten Staaten und in Europa zumeist gering waren. Die Baubranche entwickelte sich entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Berichtsjahr über alle Regionen hinweg positiv. Im Laufe des Geschäftsjahres waren die Preise vieler Rohstoffe auf ein im historischen Vergleich hohes Niveau gestiegen. Im Herbst 2021 wurde das Geschehen an den Energiemärkten von einem drastischen Anstieg des Gaspreises geprägt. Die hohen Gaspreise strahlten auch auf den Ölpreis aus, der im November des Berichtsjahres auf rund 85 USD/Barrel der Sorte Brent stieg, das höchste Niveau seit 2014. Die Nachricht über das Aufkommen der neuen Virusvariante Omikron ließ dann aber die Notierungen deutlich sinken, weil negative Auswirkungen auf die Konjunktur und insbesondere den Luftverkehr befürchtet wurden. Zum Ende des Geschäftsjahres lag der Ölpreis wieder bei etwa 75 USD/Barrel. Im Geschäftsjahr stieg das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,8 % (Vorjahr Rückgang um 3,3 %), womit in Summe die im Vorjahr verzeichneten Verluste wieder wettgemacht wurden. So war die Weltproduktion im Berichtsjahr bereits höher als vor der Pandemie im Jahr 2019. Der Welthandel zog angesichts nachlassender Probleme in den globalen Lieferketten zum Ende des Geschäftsjahres kräftig an. Die im Sommerhalbjahr verzeichnete ausgeprägte Schwäche wurde überwunden. Das Welthandelsvolumen erhöhte sich im Berichtsjahr um 10,3 %, nachdem es im Vorjahr um 5,4 % schrumpfte. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften - und in geringerem Umfang auch in vielen Schwellenländern - wurden mit Ausbruch der Corona-Pandemie im Vorjahr umfangreiche staatliche Mehrausgaben und Steuerstundungen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ergriffenen Maßnahmen zu mildern. Angesichts immer neuer Infektionswellen wurden auch im Geschäftsjahr fiskalische Stützungsprogramme wirksam. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften war ein Anstieg des BIP in Höhe von 5,2 % (Vorjahr Rückgang um 4,8 %) zu verzeichnen. Gleichzeitig erhöhten sich die Verbraucherpreise im Verlauf des Berichtsjahres um 3,2 % kräftig (Vorjahr Anstieg um 0,8 %). Im Euroraum stieg das BIP um 5,3 %, womit das BIP-Wachstum um 12,1 Prozentpunkte über dem Vorjahr lag. Mit dem Fortschreiten der Impfkampagne und den sinkenden Fallzahlen ab dem Frühjahr 2021 konnten viele Beschränkungen zur Infektionskontrolle zurückgenommen werden. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum stieg im zweiten und dritten Quartal 2021 kräftig um jeweils mehr als 2 %. Ein erneuter Anstieg der Infektionszahlen im Herbst und Winter, die rasche Ausbreitung der Virusvariante Omikron sowie hartnäckige Probleme in den internationalen Lieferketten bremsten die Erholung zum Ende des Geschäftsjahres jedoch zunächst wieder aus. Das BIP in den Entwicklungs- und Schwellenländern erhöhte sich im Berichtsjahr um 6,9 %, was im Vergleich zum Vorjahr ein um 7,1 Prozentpunkte höheres Wachstum bedeutete. Vor allem in Asien zog die wirtschaftliche Aktivität im Herbst kräftig an, nachdem sie im Sommer in vielen Ländern durch pandemiebedingte Einschränkungen gebremst worden war. In China kam hinzu, dass wieder ausreichend Energie bereitgestellt werden konnte, sodass die Produktion von dieser Seite nicht mehr beeinträchtigt wurde. Zur Region Europa/Naher Osten/Afrika gehören neben den Ländern Europas, des Nahen Ostens und Afrikas auch die Nachfolgestaaten der Sowjetunion. In der Region stieg das Wirtschaftswachstum um 10,3 Prozentpunkte auf 5,0 %. In Deutschland stieg das Wirtschaftswachstum um 9,1 Prozentpunkte auf 3,1 %. Nachdem sich die privaten Konsumausgaben mit dem Rückgang des Pandemiegeschehens im Sommerhalbjahr des Berichtsjahres kräftig erholten, gingen sie mit dem Anstieg der Fallzahlen im letzten Quartal wieder zurück. Das seit dem Beginn der Corona-Pandemie zu beobachtende Muster großer Einbußen, insbesondere bei den kontaktintensiven Dienstleistungen, setzte sich bei zunehmendem Infektionsgeschehen fort. Insgesamt nahmen diese Belastungen aber von Pandemiewelle zu Pandemiewelle ab. Die Bauinvestitionen schwächten sich in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres über alle Geschäftsbereiche hinweg ab. So stagnierten sie im vierten Quartal lediglich, nach einem deutlichen Rücksetzer im dritten Quartal. Im Jahresdurchschnitt 2021 stiegen die Bauinvestitionen dennoch verhalten um 0,6 Prozentpunkte. Die Materialengpässe beim Bau und die stark gestiegenen Rohstoffpreise führten zu weiter anziehenden Baupreisen. Im Vereinigten Königreich stieg das Wirtschaftswachstum um 16,6 Prozentpunkte auf 6,8 %. Die britische Wirtschaft expandierte im vierten Quartal des Geschäftsjahres recht kräftig und erreichte zum Ende des Jahres nahezu das Produktionsniveau von vor der Krise. Impulse kamen von den Exporten, von einer verstärkten Investitionstätigkeit und höheren Staatsausgaben, während der private Verbrauch an Schwung verlor. Ende des Berichtsjahres kam es im Zuge der Ausbreitung der Omikron-Variante zu einer starken Corona-Infektionswelle. Vor allem eine hohe Zahl an Fehlzeiten durch Quarantänefälle bremste zeitweise die wirtschaftliche Aktivität spürbar, sodass die britische Regierung angesichts der geringen Krankheitslast dieser Virusvariante die Quarantäneregeln im Zusammenhang mit Corona aufhob. In Frankreich stieg das Wirtschaftswachstum um 16,1 Prozentpunkte auf 6,3 %. Die Bereiche Handel, Verkehr und Gastgewerbe blieben über lange Zeit belastet von der Corona-Pandemie, erst in der zweiten Jahreshälfte des Berichtsjahres konnte die Wachstumslücke in weiten Teilen geschlossen werden. Das BIP-Wachstum in Russland erhöhte sich um 8,8 Prozentpunkte auf 4,7 %. Die russische Wirtschaft befand sich im Geschäftsjahr in einer Phase moderater Expansion, wobei vor allem die Aktivität im Dienstleistungssektor durch die Corona-Pandemie gebremst wurde, während das Wachstum in der Industrie deutlich aufwärtsgerichtet war. Die Region Amerika setzt sich aus den Staaten Nord- und Südamerikas zusammen. Im Geschäftsjahr erhöhte sich das Wirtschaftswachstum um 15,2 Prozentpunkte auf 7,1 %. In den USA stieg das Wirtschaftswachstum um 10,3 Prozentpunkte auf 6,0 %. Die im dritten Quartal verzeichnete Verlangsamung der Konjunktur erwies sich als vorübergehend, das BIP legte im vierten Quartal des Berichtsjahres wieder stark zu. Im Jahresdurchschnitt ergab sich für das Berichtsjahr der höchste Anstieg seit 1984. Die Wirtschaft in den USA erholte sich damit fast vollständig von dem Corona-Schock des Vorjahres. In Südamerika erhöhte sich die Wirtschaftsleistung um 16,4 Prozentpunkte auf 7,7 %. Nachdem sich die Erholung von dem im Vorjahr verzeichneten pandemiebedingten Produktionseinbruch in Südamerika überraschend schnell vollzog, verlor die wirtschaftliche Dynamik im Geschäftsjahr deutlich an Fahrt. Dies lag vor allem an den beiden größten Volkswirtschaften der Region Brasilien und Mexiko. Hingegen setzte sich die kräftige Expansion in Chile, Peru, Kolumbien und bis zum dritten Quartal auch in Argentinien fort. Um der steigenden Inflation zu begegnen und den Abwertungsdruck auf die heimische Währung gegenüber dem US-Dollar stabil zu halten, wurden die Leitzinsen in den meisten Ländern bereits ab dem Frühsommer schrittweise angehoben. Die Region Asien/Pazifik setzt sich neben Australien und China aus den weiteren Ländern des asiatisch-pazifischen Raums wie beispielsweise Indien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Philippinen zusammen. In der Region stieg das Wirtschaftswachstum im Berichtsjahr um 8,7 Prozentpunkte auf 4,8 %. Das BIP-Wachstum für Australien erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozentpunkte auf 3,5 %. In China trat im Berichtsjahr der gesamtwirtschaftlich sehr wichtige Immobiliensektor in eine Phase der Konsolidierung ein. Zudem wurden Konsum und Produktion immer wieder durch Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie gebremst. Dennoch wurde im Geschäftsjahr ein Wirtschaftswachstum von 8,0 % erreicht, was um 6,1 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert lag. VERMÖGENS - , FINANZ - UND ERTRAGSLAGE ERTRAGSLAGE In den Konzernabschluss der Knauf Gruppe wurden erstmalig die im Berichtsjahr vollständig erworbenen USG-Boral-Gesellschaften einbezogen. Die Vergleichbarkeit des Abschlusses mit dem Vorjahr ist daher eingeschränkt. Zur besseren Vergleichbarkeit der aufeinanderfolgenden Abschlüsse wurden in der nebenstehenden Tabelle wesentliche Posten der Gewinn- und Verlustrechnung jeweils bereinigt um die neu erworbenen Unternehmen dargestellt.
Die Einbeziehung dieser Gesellschaften in den Abschluss der Knauf Gruppe führte im Berichtsjahr zu einem Umsatzbeitrag in Höhe von 678 Mio. EUR. Die entsprechenden Materialaufwendungen betrugen 377 Mio. EUR, die Personalaufwendungen lagen bei 98 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe wies im Berichtsjahr Umsatzerlöse in Höhe von 12.550 Mio. EUR aus. Somit wurde ein Anstieg um 19,7 % erreicht. Durch eine besser als erwartet eingetretene Auftragslage und eine erfolgreiche Preispolitik konnte die Prognose des Vorjahres mit einem vor allem akquisitionsbedingten Anstieg der Umsatzerlöse im mittleren einstelligen Prozentbereich übertroffen werden. Auf Basis der Umrechnungskurse des Vorjahres hätte die Knauf Gruppe im Berichtsjahr um 271 Mio. EUR höhere Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Kursveränderungen der Währungen hatten somit einen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung. Im Wesentlichen war dies auf die Fremdwährungen US-Dollar, russischer Rubel und türkische Lira zurückzuführen. Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen erhöhte sich um 92 Mio. EUR. Im Vorjahr reduzierte sich dieser um 95 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 23,4 % auf 267 Mio. EUR. Der Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem Wegfall von Erträgen aus der Restrukturierung und Neufassung von Pensionsverpflichtungen im Vorjahr, gegenläufig wirkte im Geschäftsjahr ein um 94 Mio. EUR höherer Ertrag aus dem Abgang von Anlagevermögen. Der Materialaufwand war im Berichtsjahr um 31,2 % höher als im Vorjahr und betrug 5.613 Mio. EUR. Die Materialaufwandsquote stieg insbesondere durch höhere Preise für Rohstoffe und Energie um 3,9 Prozentpunkte auf 44,7 %. Die Personalaufwendungen stiegen um 13,1 % auf 2.113 Mio. EUR. Die Personalaufwandsquote sank dagegen um 1,0 Prozentpunkte auf 16,8 %. Neben der Erhöhung der Löhne und Gehälter durch Tarifsteigerungen wirkten im Geschäftsjahr insbesondere die aus der Akquisition neu hinzugekommenen Mitarbeiter aufwandserhöhend. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen beliefen sich auf 798 Mio. EUR und lagen damit 5,5 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres. Die unterjährige Akquisition der USG-Boral-Gesellschaften erhöhte die Abschreibungen um 69 Mio. EUR, gegenläufig wirkte der Wegfall von außerplanmäßigen Abschreibungen im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 15,9 % auf 2.663 Mio. EUR. Im Wesentlichen erhöhten sich die Frachtaufwendungen, ursächlich hierfür waren die gestiegenen Verkaufsmengen in Verbindung mit gestiegenen Frachttarifen. Darüber hinaus reduzierten sich die coronabedingten Sparmaßnahmen aus dem Vorjahr, sodass sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen insgesamt erhöhten. Das Finanzergebnis, d. h. Beteiligungs- und Zinserträge abzüglich Abschreibungen auf Finanzanlagen, Verlustübernahmen und Zinsaufwendungen, verringerte sich im Berichtsjahr um 37 Mio. EUR und betrug −154 Mio. EUR. Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen betrugen 183 Mio. EUR und lagen damit um 31,6 % über dem Vorjahreswert. Ursächlich hierfür waren insbesondere um 63 Mio. EUR auf 102 Mio. EUR gestiegene Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen, die im Wesentlichen auf Pensionen entfielen. Gegenläufig verringerten sich im Wesentlichen die Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens um 27 Mio. EUR auf 0,0 Mio. EUR. Den um 8,0 Mio. EUR höheren Erträgen aus assoziierten Unternehmen standen unter anderem um 7,0 Mio. EUR geringere Erträge aus Beteiligungen und um 22 Mio. EUR niedrigere sonstige Zinsen und ähnliche Erträge gegenüber. Insbesondere reduzierten sich hierin die Erträge aus der Bewertung von Deckungsvermögen bei Pensionen. Der Konzernjahresüberschuss stieg um 148 Mio. EUR auf 1.179 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe erwirtschaftete im Berichtsjahr ein EBITDA von 2.532 Mio. EUR, das damit um 9,9 % über dem Vorjahreswert lag. Im Vorjahr wurde für das Berichtsjahr mit einem vor allem akquisitionsbedingten Anstieg des EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Insbesondere durch die hohe Auslastung, Preisanpassungen und geringere Verwaltungskosten aufgrund der länger anhaltenden coronabedingten Sparmaßnahmen lag das tatsächlich erzielte EBITDA über dem prognostizierten Wert. Insgesamt reduzierte sich die EBITDA-Quote im Berichtsjahr von 22,0 % auf 20,2 %. Entwicklung der Geschäftsbereiche
Die Geschäftstätigkeit der Knauf Gruppe wird unterteilt in die vier Segmente Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen sowie Sonstiges. Im Berichtsjahr wurde eine Änderung in der Zuordnung der Umsatzerlöse zu den Geschäftsbereichen vorgenommen, um die durch die Akquisitionen veränderte interne Steuerung widerzuspiegeln. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Die Entwicklung verlief im Berichtsjahr in allen Geschäftsbereichen positiv. Neben dem positiven Beitrag des vollständigen Erwerbs der USG-Boral-Gesellschaften im Geschäftsjahr trugen Preisanpassungen sowie höhere Absatzmengen zu dieser Entwicklung bei. Mit Erlösen von 9.064 Mio. EUR erhöhte sich der Umsatz des Geschäftsbereichs Gips um 23,5 % gegenüber dem Vorjahreswert. Das Umsatzwachstum übertraf damit im Berichtsjahr das Wachstum der Knauf Gruppe von 19,7 %. Einen wesentlichen Beitrag lieferten die Neuzugänge im Berichtsjahr. Die Einbeziehung der USG-Boral-Gesellschaften erhöhte den Umsatz um 678 Mio. EUR beziehungsweise 9,2 %. Der Anteil des Geschäftsbereichs Gips am Gesamtumsatz erhöhte sich entsprechend von 70,0 % im Vorjahr auf 72,2 % im Berichtsjahr. Der Geschäftsbereich Dämmstoffe verzeichnete im Berichtsjahr einen Umsatzanstieg von 11,0 % auf 2.214 Mio. EUR. Der Anteil am Gesamtumsatz sank von 19,0 % auf 17,6 %. Im Geschäftsbereich Deckenlösungen stiegen die Umsatzerlöse um 5,4 % auf 846 Mio. EUR. Auf das Segment entfielen 6,7 % des Gesamtumsatzes (Vorjahr 7,7 %). Im Geschäftsbereich Sonstiges sind neben dem Geschäft mit Formteilen und Spritzgussprodukten die Aktivitäten zusammengefasst, die sich keinem der drei übrigen Geschäftsbereiche zuordnen lassen. Hier sind vor allem der Maschinen- und Anlagenbau, die Herstellung von Karton, Rohsteinverkäufe sowie Dienstleistungs- und Holdingaktivitäten zu nennen. Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs verzeichneten im Berichtsjahr einen Anstieg um 21,5 % auf 426 Mio. EUR. Der Anteil der in diesem Geschäftsbereich zusammengefassten Aktivitäten am Gesamtumsatz betrug 3,4 % (Vorjahr 3,3 %). Entwicklung der Regionen
Die Knauf Gruppe ist in den Regionen Europa/Naher Osten/Afrika, Amerika und Asien/Pazifik tätig. Im Berichtsjahr wurde eine Änderung in der Zuordnung der Umsatzerlöse zu den Regionen vorgenommen, um die durch die Akquisitionen veränderte interne Steuerung widerzuspiegeln. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. In der Region Europa/Naher Osten/Afrika, der größten Region der Knauf Gruppe, wurde im Berichtsjahr ein Anstieg der Umsätze um 14,8 % erwirtschaftet. Mit Umsatzerlösen von 7.176 Mio. EUR verringerte sich der Anteil am Gruppenumsatz von 59,6 % auf 57,2 %. Die Region Amerika verzeichnete Umsatzerlöse von 4.309 Mio. EUR. Dieses entsprach einem Anstieg von 14,1 %. Der Anteil am Gesamtumsatz lag mit 34,3 % unter dem Vorjahreswert von 36,0 %. In der Region Asien/Pazifik wurden Umsatzerlöse in Höhe von 1.065 Mio. EUR erwirtschaftet, was einem Anstieg um 131,1 % entsprach. Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der vollständige Erwerb der USG-Boral-Gesellschaften im Berichtsjahr. Der Anteil am Gruppenumsatz erhöhte sich entsprechend auf 8,5 % (Vorjahr 4,4 %). VERMÖGENS - UND FINANZLAGE Entwicklung der Vermögenslage Im Berichtsjahr wurden in den Abschluss der Knauf Gruppe erstmalig die vollständig erworbenen Anteile an den USG-Boral-Gesellschaften einbezogen. Für eine bessere Vergleichbarkeit der Geschäftsjahre wird auf das Kapitel im Anhang "Erläuterungen zur Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen" auf Seite 12 verwiesen. Diese Änderung des Konsolidierungskreises führte zu einem Anstieg der Bilanzsumme in Höhe von 1.853 Mio. EUR. Das Anlagevermögen erhöhte sich um 1.494 Mio. EUR, das Umlaufvermögen stieg um 348 Mio. EUR. Daneben erhöhten sich die Verbindlichkeiten um 118 Mio. EUR, und die Rückstellungen sind um 75 Mio. EUR angestiegen. Die Bilanzsumme der Knauf Gruppe stieg gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 14,4 % auf 14.620 Mio. EUR. Das Anlagevermögen stieg um 929 Mio. EUR auf 9.654 Mio. EUR. Der Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände um 622 Mio. EUR auf 3.167 Mio. EUR wurde insbesondere durch den Geschäfts- oder Firmenwert, der sich aus dem Erwerb der USG-Boral-Gesellschaften ergab, verursacht. Das Sachanlagevermögen erhöhte sich um 868 Mio. EUR auf 5.960 Mio. EUR. Die Zugänge zum Sachanlagevermögen durch Investitionstätigkeit betrugen 565 Mio. EUR und lagen damit unter den Abschreibungen in Höhe von 603 Mio. EUR. Positiv wirkte im Berichtsjahr die Entwicklung der für die Knauf Gruppe wichtigen Fremdwährungen zum Bilanzstichtag. Auf Basis der Vorjahreskurse wären das Sachanlagevermögen um 244 Mio. EUR und die immateriellen Vermögensgegenstände um 185 Mio. EUR niedriger ausgewiesen worden. Innerhalb des Sachanlagevermögens stiegen insbesondere die Beträge für Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken um 412 Mio. EUR und für technische Anlagen und Maschinen um 364 Mio. EUR. Die Finanzanlagen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 561 Mio. EUR auf 527 Mio. EUR. Die in der Bilanz ausgewiesenen Anteile an verbundenen Unternehmen sind um 29 Mio. EUR auf 149 Mio. EUR gesunken. Ausleihungen an verbundene Unternehmen reduzierten sich um 6,3 Mio. EUR auf 21 Mio. EUR. Die Anteile an assoziierten Unternehmen reduzierten sich im Wesentlichen aufgrund der USG-Boral-Gesellschaften, die im Berichtsjahr nach Erwerb der ausstehenden Anteile erstkonsolidiert wurden um 545 Mio. EUR auf 258 Mio. EUR. Die Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, wiesen im Berichtsjahr einen im Vergleich zum Vorjahr um 13 Mio. EUR höheren Wert von 22 Mio. EUR aus. Die sonstigen Ausleihungen betrugen 30 Mio. EUR und lagen damit leicht über dem Vorjahreswert von 28 Mio. EUR. Das Vorratsvermögen erhöhte sich sowohl durch Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie als auch durch Mengenanstiege um 476 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr und wies zum Bilanzstichtag einen Betrag von 1.481 Mio. EUR aus. Die Bestände unfertiger Erzeugnisse und unfertiger Leistungen stiegen um 34 Mio. EUR auf 99 Mio. EUR. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erhöhten sich um 288 Mio. EUR auf 780 Mio. EUR. Fertige Erzeugnisse und Waren erhöhten sich um 147 Mio. EUR auf 584 Mio. EUR. Die geleisteten Anzahlungen auf Vorräte stiegen um 71,4 % auf 17 Mio. EUR. Im Wesentlichen aufgrund des höheren Geschäftsvolumens und der erstmaligen Einbeziehung der USG-Boral-Gesellschaften war der Forderungsbestand um 32,8 % auf 1.344 Mio. EUR gestiegen, während sich die sonstigen Vermögensgegenstände um 9,6 % auf 352 Mio. EUR erhöhten. Die liquiden Mittel betrugen zum Bilanzstichtag 1.439 Mio. EUR. Das entsprach einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 13,0 %, welcher auf die positive Geschäftsentwicklung und die damit verbundenen Mittelzuflüsse im Berichtsjahr zurückzuführen war. Durch die Veränderung der Bewertungsparameter gemäß den Vorschriften des HGB reduzierte sich der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung um 127 Mio. EUR auf 114 Mio. EUR. Das Eigenkapital stieg um 21,9 % auf 8.445 Mio. EUR. Der Anstieg war vor allem auf den Konzernbilanzgewinn des Geschäftsjahres in Höhe von 976 Mio. EUR und die Einstellung des auf Ebene der Obergesellschaft der Knauf Gruppe erzielten Jahresüberschusses in Höhe von 190 Mio. EUR in die Gewinnrücklagen zurückzuführen. Eigenkapitalerhöhend wirkte auch die Veränderung des negativen Ausgleichspostens aus Währungsumrechnungsdifferenzen. Grund hierfür waren die vorteilhaften Wechselkursveränderungen wichtiger Fremdwährungen, insbesondere des US-Dollars, des russischen Rubels und des chinesischen Yuans, zum Bilanzstichtag. Die der Knauf Gruppe von den Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern zur Verfügung gestellten Darlehen erhöhten sich um 62 Mio. EUR auf 1.261 Mio. EUR. Die Fälligkeit dieser Darlehen beträgt grundsätzlich unter einem Jahr. Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 222 Mio. EUR auf 1.657 Mio. EUR. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen stiegen, im Wesentlichen aufgrund der Verminderung des Diskontierungszinssatzes, um 26 Mio. EUR. Die Steuerrückstellungen erhöhten sich um 16 Mio. EUR. Sonstige Rückstellungen nahmen, unter anderem aufgrund der erstmaligen Einbeziehung der USG-Boral-Gesellschaften sowie höherer Kundenboni, um 181 Mio. EUR zu. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich um 47 Mio. EUR und betrugen zum Bilanzstichtag 2.960 Mio. EUR. Innerhalb der Verbindlichkeiten sanken die Anleihen durch Rückkäufe um 55 Mio. EUR auf 5,7 Mio. EUR. Die Bankdarlehen sind durch Tilgungen um 373 Mio. EUR auf 1.221 Mio. EUR zurückgegangen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen, im Wesentlichen bedingt durch ein insgesamt deutlich gestiegenes Geschäftsvolumen, um 322 Mio. EUR auf 1.078 Mio. EUR. Sonstige Verbindlichkeiten erhöhten sich um 49 Mio. EUR auf 583 Mio. EUR. Die Knauf Gruppe verfügte zum Bilanzstichtag über ungenutzte Liquiditätszusagen für allgemeine Betriebsmittel in Höhe von rd. 1,8 Mrd. EUR. Entwicklung der Finanzlage Zum Ende des Geschäftsjahres erhöhte sich Finanzmittelfonds um 165 Mio. EUR auf 1.419 Mio. EUR. Die liquiden Mittel betrugen 1.439 Mio. EUR. Aus laufender Geschäftstätigkeit resultierte ein Mittelzufluss von 1.928 Mio. EUR, aus der Investitionstätigkeit ergab sich ein Mittelabfluss von 1.202 Mio. EUR insbesondere durch die Akquisition der restlichen Anteile der USG-Boral-Gesellschaften und Investitionen in das Sachanlagevermögen. Die Finanzierungstätigkeit war einerseits geprägt durch einen hohen Tilgungsanteil an Bankdarlehen aber gleichzeitig auch durch die Aufnahme neuer Bankdarlehen im Rahmen der Akquisition der USG-Boral-Gesellschaften. Insgesamt erfolgte ein Mittelabfluss in Höhe von 606 Mio. EUR. Durch Erst- und Entkonsolidierungen sind die liquiden Mittel per saldo um 45 Mio. EUR gestiegen. Die Finanzierungsstruktur der Knauf Gruppe ist durch eine hohe Eigenkapitalquote geprägt. Sie belief sich zum Bilanzstichtag auf 57,8 %. Wesentliche Investitionen Knauf investierte im Geschäftsjahr weltweit in Projekte, die der Erhaltung beziehungsweise der Steigerung der Produktionskapazitäten dienten. Mit Wirkung zum 31. März des Geschäftsjahres wurden für 866,8 Mio. EUR die ausstehenden Anteile an den bisherigen Gemeinschaftsunternehmen USG Boral Building Products Pty Ltd., North Sydney sowie USG Boral Building Products Pte. Ltd., Singapur erworben. RISIKO- UND CHANCENBERICHTDie Knauf Gruppe ist mit ihrer Tätigkeit einerseits vielfältigen Chancen, andererseits einer hinreichenden Anzahl von Risiken ausgesetzt. Das Chancen- und Risikomanagement orientiert sich an dem Ziel, den Unternehmenswert kontinuierlich zu steigern und somit das Fortbestehen der Knauf Gruppe langfristig zu sichern. Die beschriebenen Risiken und Chancen werden anhand der dargestellten Matrix bewertet:
Die Bewertung der Risiken und Chancen erfolgt dabei anhand von zwei Dimensionen: den möglichen finanziellen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe einerseits und den Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser Auswirkungen andererseits. Die Knauf Gruppe teilt die Risiken und Chancen anhand dieser Bewertung in jeweils vier Kategorien ein: gering, moderat, wesentlich und gravierend. RISIKOBERICHT Der folgende Abschnitt erläutert neben den wesentlichen Risiken, die Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der Knauf Gruppe haben können, auch die bereits ergriffenen beziehungsweise geplanten Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken. Dabei wird ein Risiko als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (beziehungsweise einer Folge von Ereignissen) verstanden, welches das Erreichen der Geschäfts- oder Finanzziele negativ beeinflussen kann. Eine Chance wird definiert als das potenzielle Eintreten eines internen oder externen Ereignisses (beziehungsweise einer Folge von Ereignissen), welches das Erreichen der Geschäfts- oder Finanzziele positiv beeinflussen kann. Die Einteilung der Risiken und Chancen wird anhand von vier Kategoriefeldern vorgenommen, die dem Risikomanagementsystem zugrunde liegen:
Finanzielle Risiken Währungsrisiken Geschäftsvorfälle in Fremdwährung führen zu Währungsrisiken, welche in Abhängigkeit von der Höhe des Fremdwährungsvolumens sowie dem Ausmaß der Währungsschwankungen die Profitabilität von Unternehmen beeinträchtigen können. In der Knauf Gruppe werden deshalb zur Reduzierung beziehungsweise Eliminierung von Währungsrisiken entsprechende Währungsderivate eingesetzt, welche unter Berücksichtigung der Vorgaben der gruppenweit geltenden Finanzrichtlinie abgeschlossen werden. Absicherungen gegen Währungsrisiken erfolgten im Berichtsjahr über Devisentermin- und Devisenswapgeschäfte. Zum Bilanzstichtag hatten abgeschlossene Devisentermingeschäfte ein Volumen von 200 Mio. EUR, das Volumen der Devisenswapgeschäfte belief sich auf 68 Mio. EUR. Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken resultieren aus möglichen Änderungen der Zinsniveaus an den Geld- beziehungsweise Finanzmärkten. Hierdurch können sich bei festverzinsten Finanzpositionen negative Änderungen des beizulegenden Zeitwertes ergeben. In der Vergangenheit finanzierte sich die Knauf Gruppe aufgrund ihrer hohen Innenfinanzierungskraft weitestgehend über eigene Mittel. Infolge des somit nur geringen Finanzierungsvolumens mit externen Kreditgebern hatten potenzielle Zinsänderungsrisiken im Hinblick auf den Unternehmenserfolg nur eine untergeordnete Bedeutung. Die Darlehensaufnahmen bei externen Kreditgebern aufgrund der realisierten Unternehmensakquisitionen der letzten Jahre konnten im Berichtsjahr weiter deutlich zurückgeführt werden. Dies hatte zur Folge, dass das Zinsänderungsrisiko für den Unternehmenserfolg der Knauf Gruppe erneut nur eine untergeordnete Bedeutung hatte, auch wenn sich in verschiedenen Währungsräumen eine Zinswende hin zu einem höheren Zinsniveau bereits abzeichnet. Dem verbleibenden Zinsänderungsrisiko wurde durch den Einsatz von Zinsderivaten begegnet. Liquiditätsrisiken Die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit hat in der betrieblichen Praxis höchste Priorität, da eine nicht ausreichende Liquidität die Handlungsmöglichkeiten eines Unternehmens stark einschränken kann oder im schlimmsten Fall das Risiko einer Insolvenz droht. Neben der Liquidität, die die Knauf Gruppe aus der operativen Tätigkeit generiert, wurden Rahmenkreditlinien abgeschlossen, welche sicherstellen, dass ein gegebenenfalls auftretender Finanzbedarf jederzeit abgedeckt werden kann. Unabhängig hiervon wurde dem Liquiditätsrisiko in der Knauf Gruppe bereits in der Vergangenheit mit einem effektiven Cash- und Working-Capital-Management Rechnung getragen. Zu den eingesetzten Instrumenten zählt eine standardisierte rollierende Liquiditätsplanung. Die Planwerte sind dabei in ihrer Ursprungswährung einzugeben, sodass neben potenziellen Liquiditätsdefiziten auch mögliche Währungsrisiken ermittelt und analysiert werden können. Kreditrisiken Als Adressenausfallrisiko beziehungsweise als Bonitätsrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass ein Vertragspartner seine eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nicht oder nicht fristgerecht erfüllen kann und es in der Folge zu einem Forderungsausfall kommt. Aufgrund des sowohl zahlenmäßig als auch geografisch breit gestreuten Kundenstamms sind die möglichen Auswirkungen dieser Risikoart für die Knauf Gruppe jedoch begrenzt. Darüber hinaus werden bei Bedarf Kreditversicherungen und Bankbürgschaften eingesetzt, um Forderungen gegenüber Kunden abzusichern und das Risiko möglicher Zahlungsausfälle weiter zu reduzieren. Der im Rahmen der Corona-Pandemie verabschiedete Maßnahmenkatalog der Knauf Gruppe sieht neben einem weiterhin konsequenten Forderungsmanagement auch eine zeitnahe Anpassung der maximal möglichen Forderungsbestände auf die von den Versicherungsgesellschaften gewährten Limits vor. Nachhaltigkeitsrisiken Im Rahmen ihrer "Sustainable Finance"-Strategie werden Kreditinstitute zukünftig die Bewertung von Nachhaltigkeitsrisiken auf Seiten der Kreditnehmer in ihre Kreditentscheidungsprozesse aufnehmen. Somit wird es künftig erforderlich sein, Kreditinstituten bei entsprechenden Kreditanfragen Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie und zu umweltrelevanten Aspekten der Geschäftstätigkeit bereitzustellen. Um diesem Risiko zu begegnen, wurden Arbeitskreise gebildet, welche die potenziellen Nachhaltigkeitsrisiken identifizieren und Maßnahmen ergreifen, diese Risiken zu minimieren, und somit Knauf in dem Streben nachhaltig zu wirtschaften unterstützen. Die Knauf Gruppe wird somit künftig gut aufgestellt sein, um sich ergebende regulatorische Anforderungen externer Kreditgeber und Geschäftspartner erfüllen zu können. Steuerrisiken Knauf ist in zahlreichen Ländern der Welt tätig und unterliegt damit vielfältigen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. Änderungen der Steuergesetze und Steuerregelungen können Einfluss auf Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Künftige Auslegungen beziehungsweise Entwicklungen der Steuersysteme können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen. Knauf wird regelmäßig von den Finanzbehörden geprüft und identifiziert und bewertet entsprechende Risiken fortlaufend. Laufende oder künftige Rechtsstreitigkeiten Den sich aus Rechtsstreitigkeiten insbesondere für Gewährleistungen ergebenden finanziellen Risiken wird durch die Bildung entsprechender Rückstellungen Rechnung getragen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher finanziellen Risiken auf die Vermögens- und Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Strategische Risiken Wettbewerbsumfeld Rund 86 % ihres Umsatzes erwirtschaftet die Knauf Gruppe im Ausland. Damit muss sie bei ihrer Geschäftstätigkeit dem von Land zu Land verschiedenen und sich ändernden wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Unternehmensumfeld Rechnung tragen. Folglich ist das Geschäft der Knauf Gruppe sowohl durch die inländische als auch die internationale Konjunkturlage, vor allem in der Baubranche, beeinflusst. Unternehmensstrategische Ziele Maßgebliche unternehmensstrategische Ziele der Knauf Gruppe sind die Internationalisierung und das Wachstum auf dem Baustoffsektor in den Geschäftsbereichen Gips, Dämmstoffe, Deckenlösungen und Sonstiges. Fehleinschätzungen zukünftiger Marktentwicklungen, technologischer Neuerungen oder veränderter Gesellschaftstrends stellen strategische Risiken dar. Es werden alle Anstrengungen unternommen, diesen u. a. durch intensive Markt- und Wettbewerbsbeobachtungen, regelmäßige Strategiegespräche mit Kunden und Lieferanten, Mitgliedschaften in Verbänden und Partnerschaften mit Hochschulen zu begegnen. Strategien werden kontinuierlich angepasst und überprüft, sobald neue Informationen zur Verfügung stehen. Investitionsobjekte unterliegen einer Prüfung hinsichtlich der strategischen Ausrichtung und Entwicklung sowie ihrer potenziellen Ertragskraft. Durch eindeutige Zuständigkeiten, Genehmigungs- und Freigabeprozesse sowie eine standardisierte Berichterstattung werden diese fortlaufend überwacht. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher strategischen Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Operative Risiken Volatilität von Energie - und Rohstoffpreisen Die dynamischen Preisentwicklungen wichtiger Rohstoffe und Energieträger sind beeinflusst durch Handelsabkommen, Verfügbarkeit sowie geopolitische Ereignisse. Im Berichtsjahr bestimmte eine starke globale Nachfrage bei sehr knappem Angebot den Energiemarkt. Sehr niedrige Füllstände bei den Erdgasspeichern in Europa sowie der sich zu diesem Zeitpunkt bereits abzeichnende Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sorgten zusätzlich für Aufwärtspotenzial an den Energiemärkten. Dazu kam ein Preisanstieg der europäischen CO 2 -Zertifikate. Preisrisiken begegnet die Knauf Gruppe mit einer Vielzahl von typischen Instrumenten wie flexible Beschaffungsmodelle, kostenoptimierte Verteilung der Beschaffungszeitpunkte, alternative Beschaffungsmöglichkeiten, langfristige Lieferverträge, Sicherungsgeschäfte sowie der Bildung von Warengruppen. Verfügbarkeit von Roh - und Zusatzstoffen Um der rückläufigen Verfügbarkeit von wichtigen Rohstoffen, wie z. B. REA-Gips oder Bruchglas, zu begegnen, erfolgten enge Kooperationen oder gemeinsame Investitionen mit Lieferanten. Weiterhin werden weltweit zusätzliche Naturgipsvorkommen gesichert. Zunehmend kommt es zum Einsatz von recycelten Rohstoffen, um die umweltpolitischen Ziele Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zu erreichen. Den damit einhergehenden Qualitätsproblemen wird durch ein gruppeneinheitliches umfangreiches Qualitätsmanagement und mit entsprechenden Forschungsinitiativen begegnet. Produktionstechnische Risiken Die qualitativ hochwertige Produktion sowie das Abdecken einer breiten Produktpalette, sowohl von gipsbasierten Erzeugnissen als auch von Dämmstoffen, bedingen kapitalintensive Produktionsanlagen sowie ausgereifte und reibungslos ablaufende Herstellungsprozesse. Dem Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen wird innerhalb der Knauf Gruppe durch vorbeugende Instandhaltung und Wartung sowie das Vorhalten strategischer Ersatzteile unmittelbar vor Ort in den Werken begegnet, um somit das Risiko auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Zusätzlich bietet sich vielfach die Möglichkeit, längere Stillstandszeiten durch verfügbare Kapazitäten anderer Werke zu kompensieren. Durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung verringert sich die verfügbare Menge an REA-Gips sukzessive. Diesem begegnet die Knauf Gruppe mit einer Strategie zur Umstellung auf alternative Gipse, z. B. auf Naturgips oder Recycling-Gips. Um ein unkontrolliertes Ausbreiten des Coronavirus in den Werken zu verhindern, wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Geschäftspartner eingeführt. Qualitätsrisiken Durch die Verlagerung der Fertigung von Anlagen- und Maschinenherstellern in Niedriglohnländer können Qualitätsprobleme auftreten, welche oft zu Nachbesserungen und verspäteten Inbetriebnahmen führen. Durch die gezielte Weiterentwicklung alternativer Lieferanten wird das Risiko in diesem Bereich begrenzt. In vielen Märkten steigen die Anforderungen an die Produkthaftung. Diesem Umstand wird mit intensiven Qualitätssicherungsmaßnahmen und einem zentralen gruppenweiten Qualitätsmanagement begegnet. Das Risiko von Qualitätsmängeln kann durch solche Maßnahmen zwar reduziert, allerdings nicht vollständig ausgeschlossen werden. Zusätzlich besteht das Bestreben, durch ein weltweites Versicherungsprogramm die Haftung aus Produktrisiken gegenüber Dritten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden zu begrenzen. IT - Risiken Die externe und interne Kommunikation sowie wesentliche Produktions- und Geschäftsprozesse bauen zunehmend auf komplexen und untereinander vernetzten Informationstechnologien auf. Ein Ausfall oder eine gravierende Störung der globalen, regionalen oder lokalen Systeme kann zu Datenverlusten und einer Beeinträchtigung dieser Prozesse führen. Um diesem Risiko zu begegnen, werden umfassende Maßnahmen zum organisatorischen und technischen Schutz gegen Datenverlust, unbefugte Manipulation und Diebstahl ergriffen. Es kommen modernste Hard- und Softwarelösungen wie mehrstufige Firewall- und Virenschutzeinrichtungen oder Datenverschlüsselungsverfahren zum Einsatz. Mit der zunehmenden globalen Bedeutung von leistungsfähigen IT-Werkzeugen für alle Bereiche der Knauf Gruppe steigt der Bedarf nach Softwarelizenzen. Im gleichen Maße nimmt die Komplexität des Lizenzmanagements zu. Um eine potenzielle Lizenzüber- beziehungsweise -unterdeckung zu erfassen und zu steuern, erfolgt durch die Knauf IT eine Analyse der Lizenzierungssituation. Für den Lizenzerwerb bestehen Richtlinien, welche fortlaufend geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Personalrisiken Der Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter, Experten und Talente ist intensiv. Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine entscheidende Voraussetzung für den Unternehmenserfolg. Durch ein internes Qualifizierungsprogramm sowie ein strukturiertes Weiterbildungskonzept für die fachliche und persönliche Entwicklung von qualifiziertem Personal sollen Mitarbeiter dauerhaft an das Unternehmen gebunden werden. Internationale Austauschprogramme ermöglichen eine gruppenweite Zusammenarbeit und eine Förderung der Persönlichkeitsentwicklung. Zur Sicherung von Nachwuchskräften für Fach- und Führungspositionen wurde ein weltweites Qualifizierungsprogramm aufgebaut. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist ein wesentlicher Bestandteil aller Arbeitsprozesse. Nur gesunde und motivierte Mitarbeiter können ihre Potenziale vollumfänglich in ihre tägliche Arbeit einbringen. Mithilfe eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie der Knauf Sicherheitsstandards wird ein gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld geschaffen, um präventiv das Auftreten von Arbeitsunfällen zu minimieren. Um den Ausfall beziehungsweise die Ansteckungsgefahr von Mitarbeitern aufgrund des Coronavirus zu reduzieren, wurden die Möglichkeiten für Arbeiten außerhalb des Büros ausgeweitet sowie umfangreiche Hygienemaßnahmen ergriffen. Nachhaltigkeitsrisiken Risiken, welche sich aus Nachhaltigkeitsthemen ergeben können, sind bisher nur schwer finanziell bewertbar und wirken sich vor allem mittel- bis langfristig auf die Geschäftstätigkeit aus. Die Baubranche steht als ressourcenintensive Branche weltweit vor großen Herausforderungen im Bereich der Nachhaltigkeit und ist diesbezüglich vermehrt im Fokus der Öffentlichkeit. Aus dem Umgang mit dem Thema Nachhaltigkeit ergeben sich zukünftig zum einen Risiken durch zusätzliche Kosten aufgrund neuer Regelungen bzw. Auflagen und zum anderen Reputationsrisiken. Für die Knauf Gruppe ist Nachhaltigkeit in den Unternehmenswerten fest verwurzelt. Dauerhaft nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit - Ökologie, Ökonomie und Soziales - dienen dabei als Leitlinien für nachhaltiges Handeln und sollten nicht isoliert betrachtet werden. Der Druck auf Nationen, Branchen und Unternehmen wächst besonders in diesen Zeiten zunehmend. Die Ausrichtung der Wirtschaftstätigkeit wird zukünftig nicht allein durch interne Regeln und einen selbstgewählten Anspruch, sondern zunehmend durch maßgebliche globale oder transnationale Rahmenwerke geprägt werden, wie z. B. EU-Taxonomie und Ausweitung der nicht finanziellen Berichterstattung auf große Unternehmen. Die pandemiebedingten Disruptionen der Lieferkette schärfen das Bewusstsein des Einzelnen, dass ein Umdenken erforderlich sein wird. Laut World Green Building Council stammen ca. 40 % der CO 2-Emissionen einer Volkswirtschaft aus dem Gebäudesektor. Als wichtiger Akteur der Wertschöpfungskette übernimmt die Knauf Gruppe Verantwortung und trägt zur Dekarbonisierung und Risikominimierung unvermeidbarer Einflüsse bei. Im laufenden Jahr ist die Zielstellung der Knauf Gruppe, für den Bereich Nachhaltigkeit ein abgestimmtes Zielbild zu entwickeln. Dies umfasst die Definition des Inhalts, die Skizzierung von Abhängigkeiten und Dringlichkeiten sowie einen abgestimmten Vorschlag für die Steuerungsstruktur. Recycling - Risiken Durch den vermehrten Einsatz von recycelten Baustoffen besteht einerseits das Risiko von Qualitätsproblemen aufgrund von Verunreinigungen. Andererseits stellen die derzeit noch nicht ausreichenden Kapazitäten von Sammelstellen und Aufbereitungsanlagen für diese Materialien einen Engpass dar. Mit der Vorstellung des Europäischen Grünen Deals im Dezember 2019 und des Circular Economy Actions Plans im Sommer 2020 wurden Weichen für den Übergang zu einer modernen und ressourceneffizienten Wirtschaft gestellt. Im Zuge dieser Konzepte wird eine nachhaltige Ressourcennutzung etabliert. Mit Blick auf das Recycling in der Baustoffindustrie ist die Einführung von Anforderungen an den Recyclinganteil für bestimmte Produkte, unter Berücksichtigung ihrer Sicherheit und Funktionalität, denkbar. Der Rohstoff Gips wird in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung einnehmen, da er multirecyclingfähig ist und damit das Potenzial besteht, hierbei den abfallwirtschaftlichen Kreislauf zu schließen. Zwar kann Recycling-Gips die rückläufigen REA-Gipsmengen von heute nicht vollständig ersetzen, aber die Knauf Gruppe kann durch Einsatz von Recycling-Gips einen Teil der Nachhaltigkeitsziele erfüllen und darüber hinaus den Kunden einen Lösungsansatz zur Entsorgung von Plattenabschnitten bieten. Neben Gipsabfällen fallen in den europäischen Ländern auch beträchtliche Mengen von Dämmstoffabfällen an. Derzeit wird der Großteil dieser Abfälle auf Deponien entsorgt. Diese wiederzuverwenden, zu reduzieren und zu recyceln ist nicht nur moralisch geboten, sondern auch wirtschaftlich von Nutzen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher operativer Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Rechtliche und Compliance - Risiken Die sich ändernden ökonomischen Rahmenbedingungen bringen immer wieder neue absatz- beziehungsweise umsatzbezogene Risikosituationen hervor. Zudem können sich Risiken aus nationalen und internationalen Regularien, Verordnungen und Gesetzen, wie z. B. die Änderung von relevanten Förderprogrammen, ergeben. Sie können die gesamte Wertschöpfungskette der einzelnen Gesellschaften betreffen. Mögliche Export- und Importbeschränkungen sowie außerordentliche innen- und außenpolitische Entwicklungen stellen dabei Handelshemmnisse dar. Die Entwicklungen werden aufmerksam verfolgt und, wo nötig und möglich, werden Maßnahmen zur Anpassung an die neuen Gegebenheiten vorbereitet und umgesetzt. Für die Geschäftstätigkeit der Knauf Gruppe ist eine Vielzahl öffentlich-rechtlicher Zulassungen und Genehmigungen Voraussetzung. Der Rahmen für deren Erteilung wird maßgeblich durch nationale Umwelt- und Bergrechtsgesetzgebungen gesteckt. Die Bedeutung dieser rechtlichen Rahmenbedingungen wird künftig weiter zunehmen. Für alle genehmigungsbedürftigen Tätigkeiten besteht nach Erteilung das Risiko, dass von dritter Seite Rechtsmittel gegen diese eingelegt und die Genehmigungen durch Gerichte aufgehoben werden. Darüber hinaus können Verlängerungen oder Neuerteilungen inhaltlich begrenzt, zeitlich befristet, dauerhaft verändert beziehungsweise versagt oder mit weiteren Auflagen versehen werden. Mithilfe von regelmäßigen Schulungen und Workshops zum Thema Compliance sowie der Bestimmung von Compliance-Beauftragten in den einzelnen Regionen beziehungsweise Geschäftsbereichen soll diesem Risiko begegnet werden. Die Maßnahmen haben zum Ziel, das rechtmäßige, verantwortungsbewusste und nachhaltige Handeln der Mitarbeiter sicherzustellen. Die Einhaltung der Gesetze sowie interner und externer Vorschriften ist unerlässlich. Die Nichteinhaltung kann zu Unternehmensstrafen, Bußgeldern oder dem Verfall des durch den Gesetzesverstoß erzielten Gewinnes führen. Jeder Mitarbeiter der Knauf Gruppe ist verpflichtet, im Rahmen seiner Tätigkeit korrekt zu handeln und Gesetze sowie interne und externe Bestimmungen einzuhalten. Die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Höhe des Ausmaßes sämtlicher rechtlichen und Compliance-Risiken auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage werden als moderat eingeschätzt. Konflikt in der Ukraine Der Konflikt in der Ukraine bremst die Expansion der Weltwirtschaft. Das Ausmaß und die Dauer der Beeinträchtigungen sind indes kaum zu prognostizieren. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind schon eine starke Volatilität des russischen Rubels, massive Import- und Exportbeschränkungen sowie eine drastische Verschlechterung des Investitionsklimas in Russland zu verzeichnen. Die Knauf Gruppe hält in der Ukraine nur in geringem Umfang Tochtergesellschaften und Beteiligungen, hat allerdings in Russland mehrere Produktionsstandorte sowie Vertriebseinheiten. Diese können vor allem durch die derzeit bereits beschlossenen, aber auch durch mögliche neue Sanktionen, im Bereich von Dienstleistungen und im Zahlungsverkehr, und die allgemeine Entwicklung in Russland beeinträchtigt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die weitere Eskalation des Konflikts die globale Konjunktur, die Baubranche, insbesondere hinsichtlich der Energieversorgung beziehungsweise der Energiepreise, sowie des Rubelwechselkurses und damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe weiter belastet. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken aus dem Konflikt in der Ukraine wird als wesentlich und die Höhe des Ausmaßes dieser Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage wird als moderat eingeschätzt. CHANCENBERICHT Unter den im Folgenden dargestellten Chancen sind mögliche zukünftige Entwicklungen und Ereignisse zu verstehen, die zu einer positiven Abweichung von der Prognose führen können. Eine Bewertung der Chancen erfolgt in der Regel nicht, da die Eintrittswahrscheinlichkeiten nur sehr schwer abzuschätzen sind. Finanzielle Chancen Den unter den finanziellen Risiken genannten Währungs- und Zinsänderungsrisiken stehen auch Chancen in der Weise gegenüber, dass sich die genannten Einflussfaktoren in eine für das Unternehmen vorteilhafte Richtung entwickeln. Bei Schwankungen der Wechselkurse kann sich für einen Käufer beziehungsweise Verkäufer von Fremdwährungen die Chance ergeben, dass Währungssicherungskontrakte auf günstigeren Kursniveaus abgeschlossen werden können, als dies gegebenenfalls zu früheren Zeitpunkten der Fall gewesen wäre. Strategische Chancen Der Ausbau der globalen Präsenz bei gleichzeitiger Stärkung und Diversifizierung der länderspezifischen Produktportfolios birgt zahlreiche Chancen. Wachstum soll dabei sowohl organisch als auch durch Zukäufe von Unternehmen erfolgen. Im Berichtsjahr wurden die ausstehenden Anteile an den bisherigen Gemeinschaftsunternehmen USG Boral Building Products Pte. Ltd., Singapur und USG Boral Building Products Pty Ltd., North Sydney erworben. Operative Chancen Die Professionalisierung hinsichtlich Verhandlungen, Strategieentwicklung auf Basis von Warengruppen und Lieferantenmanagement wird im globalen Einkauf weiter vorangetrieben. Die zunehmende Bedeutung der Nachhaltigkeit in Verbindung mit der steigenden Knappheit an Rohstoffen erfordert einen immer effizienteren Ressourceneinsatz. Hieraus ergeben sich zahlreiche Chancen, welche sich in verschiedenen Optimierungsprojekten niederschlagen. Im Rahmen der Produktion wird der Energieverbrauch durch Energiemanagementsysteme in Verbindung mit Energieeffizienzprojekten reduziert. Chancen, Produktionsprozesse effizienter zu gestalten und Prozessschwankungen zu verringern, werden in der Digitalisierung und in dem Einsatz von Produktionsleitsystemen gesehen. Kontinuierliche Verbesserungsprozesse dienen als eine wesentliche Säule zur weiteren Effizienzsteigerung. Durch die engere Verzahnung der Prozesse innerhalb der Knauf Gruppe können gemeinsame logistische Lösungen erarbeitet und genutzt werden, die zu einer Erhöhung der Kundenzufriedenheit und zu einer Reduzierung der Kosten führen können. Aufgrund der Digitalisierung der Prozesskette und der verstärkten Präsenz auf Kundenplattformen können die logistischen Leistungen transparenter dargestellt werden. Dies kann zu einer Reduzierung der Rückfragen und einem Wettbewerbsvorteil führen. Die Informationstechnologie bietet Chancen durch neue Anwendungen und Technologien wie die Verarbeitung großer Datenmengen für schnellere, aussagekräftigere Analysen und Berichte sowie die flexiblere Nutzung neuer mobiler Endgeräte. Weitere Chancen werden in der Standardisierung und Harmonisierung von Applikationen gesehen, um den Grad der Wiederverwendbarkeit zu erhöhen und eine möglichst große Kosteneffizienz zu erzielen. ZUSAMMENFASSUNG Als bedeutsam werden solche Risiken und Chancen eingeschätzt, die einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe haben können. Dabei ist zu beachten, dass sowohl Risiken als auch Chancen mit gegenwärtig geringeren Eintrittswahrscheinlichkeiten stärkere Auswirkungen haben könnten als solche Risiken und Chancen, deren Eintritt derzeit wahrscheinlicher erscheint. Die Zusammensetzung der Risikomatrix hat sich im Vergleich zum Vorjahr, mit Ausnahme der Risiken aus dem Konflikt in der Ukraine, nicht wesentlich verändert. Die Gesamtrisikosituation hinsichtlich der Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit der Risikokategorien zeigte ihren Schwerpunkt für beide Ausprägungen im Bereich moderat. Die Chancenlage, die sich mittelfristig bietet, ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls nahezu unverändert. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeiten und der potenziellen finanziellen Auswirkungen der erläuterten Risiken und Chancen wird zum jetzigen Zeitpunkt keine zukünftige Entwicklung erwartet, bei der Risiken einzeln oder in Wechselwirkung mit anderen Risiken zu einer dauerhaften und bestandsgefährdenden Beeinträchtigung der Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der Knauf Gruppe führen könnten. PROGNOSEBERICHTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD Der Internationale Währungsfonds erwartet für das laufende Jahr ein weltweites Wachstum von 3,6 %. Für die fortgeschrittenen Volkswirtschaften wird ein Wachstum von 3,3 % erwartet, während für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein Wachstum von insgesamt 3,8 % prognostiziert wird. Grundsätzlich wird erwartet, dass sich die Baukonjunktur ähnlich dem gesamtwirtschaftlichen Verlauf in der jeweiligen Region entwickeln wird. Am 24. Februar 2022 griff Russland die Ukraine an, und ein Ende der militärischen Auseinandersetzung ist gegenwärtig noch nicht abzusehen. Die westliche Staatengemeinschaft reagierte mit umfangreichen Sanktionen, die in ihrer Schärfe fast ohne Vorbild sind. Weltwirtschaftliche Auswirkungen ergeben sich zum einen über den Handelskanal, wobei der Ausfall von Exporten vor allem in einigen europäischen Ländern - insbesondere in Osteuropa - gesamtwirtschaftlich von erheblicher Bedeutung ist. Zudem drohen sich die Lieferengpässe, die seit einiger Zeit die wirtschaftliche Aktivität behindern, durch fehlende Vorleistungen und den Wegfall wichtiger Transportwege wieder zu verschärfen. Der wohl gewichtigste Kanal, über den der Krieg auf die Weltwirtschaft wirkt, ist der drastische Anstieg der Rohstoffpreise, der die Produktion verteuert und in vielen Bereichen reduziert, was über die Lieferketten auch auf die übrige Wirtschaft ausstrahlen wird. Der Krieg in der Ukraine bremst die Expansion der Weltwirtschaft, Ausmaß und Dauer der Beeinträchtigung sind indes kaum zu prognostizieren. Gegenwärtig sind die Kriegshandlungen in vollem Gange, und es ist nicht vorherzusehen, wie sich der Konflikt weiterentwickelt. Daher ist die Prognose für die Weltkonjunktur von besonderer Unsicherheit geprägt. Risiken für eine Abschwächung des globalen Wachstums bestehen insbesondere durch eine Ausweitung des Ukraine-Kriegs, eine weitere Verschärfung der Sanktionen gegen Russland sowie eine stärker als erwartete Abschwächung des Wachstums in China aufgrund der dortigen Null-COVID-Strategie. Darüber hinaus könnte das Auftreten einer neuen, ansteckenderen Variante des Coronavirus die weltweite Pandemielage verschärfen. PROGNOSE Die Knauf Gruppe erwirtschaftete im ersten Quartal des laufenden Jahres Umsätze in Höhe von 3.547 Mio. EUR. Damit generierte sie im Vergleich zum Vorjahreswert ein Plus von 27,5 %. Das EBITDA erreichte 661 Mio. EUR und übertraf den Vorjahreswert um 6,5 %. Die EBITDA-Quote verringerte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,7 Prozentpunkte auf 18,6 %. In allen Geschäftsbereichen konnten deutliche Umsatzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Im Geschäftsbereich Gips lagen die Erlöse nahezu um ein Drittel über dem Vorjahreswert. Im Geschäftsbereich Dämmstoffe fielen die Erlöse um etwa ein Viertel höher als im Vorjahr aus. Auch für den Geschäftsbereich Deckenlösungen wurde ein entsprechender Umsatzzuwachs ausgewiesen. Dieser lag im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die Erlöse im Geschäftsbereich Sonstiges legten im hohen einstelligen Prozentbereich zu. Die Geschäftsentwicklung in den Knauf Regionen verlief durchweg positiv. In der Region Asien/Pazifik konnten die Umsätze mehr als verdreifacht werden. Dieser Anstieg ist jedoch ausschließlich auf die Umsätze der USG-Boral-Gesellschaften zurückzuführen, die im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch nicht der Gruppe angehörten. In der Region Europa/Naher Osten/Afrika sowie auch in der Region Amerika konnten die Erlöse um jeweils etwa ein Fünftel gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Die Knauf Gruppe erreichte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres trotz der anhaltenden Beeinträchtigungen durch die Corona-Pandemie und des beginnenden Konfliktes in der Ukraine Umsätze, die oberhalb der ursprünglich für das laufende Jahr geplanten Werte liegen. Trotz der deutlichen Preissteigerungen bei der Beschaffung von Rohstoffen und insbesondere bei Energie konnten die geplanten Erträge übertroffen werden. Im weiteren Jahresverlauf dürften die Einflüsse der Corona-Pandemie auf die Geschäftsentwicklung weiter in den Hintergrund treten. Dagegen werden die Auswirkungen des Ukraine-Konfliktes auf die Entwicklung der Preise für Energie und wichtige Rohstoffe überwiegen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird in allen Geschäftsbereichen und Regionen mit Umsätzen und einem EBITDA im mittleren einstelligen Prozentbereich über dem Niveau des Berichtsjahres gerechnet. Aufgrund der unterjährigen Einbeziehung der USG-Boral-Gesellschaften wird der prozentuale Zuwachs in der Region Asien/Pazifik am größten ausfallen. Risiken für die Erreichung der Budgetziele stellen in erster Linie eine mögliche Eskalation oder Ausweitung des Konfliktes in der Ukraine sowie ungünstige Entwicklungen insbesondere der neben dem Euro wichtigsten Währung US-Dollar dar. Die Aufwendungen im Bereich Forschung und Entwicklung werden sich voraussichtlich auf dem Niveau des Berichtsjahres bewegen. Mit der Ausweitung der internationalen Personalstrategie stellt sich Knauf der Herausforderung, auch in Zukunft die besten Fachkräfte zu finden, langfristig an das Unternehmen zu binden und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu eröffnen. Die Initiativen zur Qualifizierung von Fach- und Führungskräften werden auch im laufenden Jahr weiter intensiv verfolgt. Das Thema Nachhaltigkeit wird in Zukunft noch mehr in den Fokus rücken und stellt bei Knauf inzwischen auch eines der fünf strategischen Handlungsfelder dar. Bei der Rohstoffsicherung liegt der Schwerpunkt im laufenden Jahr erneut auf der Identifizierung strategischer Rohstoffreserven sowie deren Sicherung und Erschließung, um die Versorgung der Knauf Werke langfristig zu sichern. Die Initiativen in den strategischen Handlungsfeldern Mitarbeiter, Digitalisierung, kommerzielle Exzellenz, kontinuierliche Verbesserung und Nachhaltigkeit werden auch in Zukunft die Basis für den nachhaltigen Erfolg der Knauf Gruppe darstellen. KONZERNABSCHLUSS für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021KONZERNBILANZ zum 31. Dezember 2021DER GEBR. KNAUF KGAktiva
KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
AnhangALLGEMEINE ANGABENDie Gebr. Knauf KG mit Sitz Am Bahnhof 7, 97346 Iphofen, Deutschland, eingetragen im Handelsregister Würzburg (HRA 2771), ist eine Kommanditgesellschaft nach deutschem Recht und Mutterunternehmen der Knauf Gruppe. Der Knauf Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 wurde entsprechend den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Publizitätsgesetzes aufgestellt. Der Konzernabschluss umfasst die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung und den Anhang. Im Interesse einer übersichtlicheren Darstellung sind in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert aufgeführt und erläutert. Für die konsolidierte Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewendet. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Mit drei materiell unbedeutenden Ausnahmen ist der Bilanzstichtag der Unternehmen des Konsolidierungskreises der 31. Dezember 2021. Die Angabe der in den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise Aufwendungen enthaltenen Erträge beziehungsweise Aufwendungen aus Währungsumrechnung erfolgt in Ausübung des Wahlrechts nicht mittels eines Davon-Vermerks in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Anhang. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen im Konzernabschluss der Knauf Gruppe nicht genau zur angegebenen Summe addieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Werte widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. KONSOLIDIERUNGSKREISDer Konsolidierungskreis umfasst eine Obergesellschaft in der Rechtsform der Kommanditgesellschaft und alle wesentlichen nachgeordneten in- und ausländischen Gesellschaften, auf die die Obergesellschaft mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann (§ 11 Abs. 1 PublG). Die Obergesellschaft befindet sich vollständig im Besitz der Familie Knauf. Im Berichtsjahr wurden 34 ausländische Gesellschaften erstmals vollkonsolidiert. 11 Gesellschaften schieden im Berichtsjahr aus dem Konsolidierungskreis aus. Eine ausländische Gesellschaft ist erstmals nach der Equity-Methode (Buchwertmethode) bewertet worden. Für die wesentlichen Auswirkungen der Veränderungen des Konsolidierungskreises auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres verweisen wir auf das Kapitel "Erläuterungen zur Vergleichbarkeit der Vorjahreszahlen". Insgesamt wurden in den Konzernabschluss einschließlich der Obergesellschaft 316 (im Vorjahr 293) Gesellschaften einbezogen. 311 (im Vorjahr 288) Gesellschaften wurden nach der Methode der Vollkonsolidierung einbezogen. Fünf (im Vorjahr fünf) Gesellschaften wurden nach der Methode der anteilmäßigen Konsolidierung bilanziert, da diese jeweils gemeinsam mit einem nicht in den Gruppenabschluss einbezogenen Unternehmen geführt werden. Die USG Corp., Chicago wird als Teilkonzern einbezogen. 131 (Vorjahr 115) Tochterunternehmen wurden gemäß § 13 Abs. 2 Satz 1 PublG i. V. m. § 296 HGB nicht in den konsolidierten Abschluss einbezogen, da sie für die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe auch insgesamt von untergeordneter Bedeutung waren. Gemäß § 313 Abs. 3 HGB wurde auf die Angabe von fünf Gesellschaften verzichtet. Im Konzernabschluss wurden 38 (im Vorjahr 83) Gesellschaften, auf deren Geschäfts- und Finanzpolitik ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), gemäß § 13 Abs. 2 Satz 1 PublG i. V. m. § 312 Abs. 1 Satz 1 HGB nach der Equity-Methode (Buchwertmethode) bewertet. Die folgenden Gesellschaften haben hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses und des Lageberichts (sofern ein solcher aufzustellen gewesen wäre) die Befreiungsvorschrift des § 264b HGB in Anspruch genommen: Danogips GmbH & Co. KG, Neuss Gipswerk Embsen GmbH & Co. Baustoffproduktion KG, Embsen Knauf Ceiling Solutions GmbH & Co. KG, Grafenau Knauf Aquapanel GmbH & Co. KG, Iserlohn Knauf Bauprodukte GmbH & Co. KG, Iphofen Knauf PFT GmbH & Co. KG, Iphofen KNAUF Riessler GmbH & Co. KG, Wolpertshausen Marbos GmbH & Co. KG, Dortmund Richter-System GmbH & Co KG, Griesheim Rump & Salzmann Gipswerk Uehrde GmbH & Co. KG, Osterode am Harz Sakret Bausysteme GmbH & Co. KG, Neuss VG-Orth GmbH & Co. KG, Stadtoldendorf Die folgenden Gesellschaften haben hinsichtlich der Offenlegung des Jahresabschlusses die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch genommen. Ferner waren sie von der Erstellung eines Lageberichts (sofern ein solcher aufzustellen gewesen wäre) befreit: Knauf (UK) GmbH, Iphofen/Sittingbourne Knauf Danogips GmbH, Iphofen/Åhus Knauf GmbH, Iphofen/Madrid Knauf Information Services GmbH, Iphofen KNAUF-Trans GmbH, Iphofen Knauf V.V.G. Versicherungsservice und -Vermittlungs-GmbH, Iphofen Knauf Digital GmbH, München KONSOLIDIERUNGSGRUNDSÄTZEDie Jahresabschlüsse der in den konsolidierten Abschluss einbezogenen Unternehmen basieren mit unwesentlichen Ausnahmen auf einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen. Ausländische Gruppengesellschaften haben grundsätzlich ihre nach jeweiligem Landesrecht erstellten Einzelabschlüsse, soweit diese von den nachstehenden Grundsätzen in Gliederung, Ansatz und Bewertung abweichen, für Zwecke der Einbeziehung in den Gruppenabschluss entsprechend angepasst. Soweit bei ausländischen Gesellschaften nach lokalen Rechnungslegungsgrundsätzen beziehungsweise nach international anerkannten Bilanzierungsstandards (IFRS) aufgestellte Abschlüsse unverändert übernommen wurden, ist hierdurch das tatsächliche Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Gruppenabschlusses nicht wesentlich beeinträchtigt. Die Kapitalkonsolidierung wird für Erstkonsolidierungen seit dem 1. Januar 2010 nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 HGB durchgeführt. Die bis zum 31. Dezember 2009 angewandte Buchwertmethode wird für die Kapitalkonsolidierungen, die bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführt wurden, weitergeführt (Art. 66 Abs. 3 Satz 4 EGHGB). Bei der erstmaligen Aufstellung des Gruppenabschlusses (zum 31. Dezember 1994) wurde als Zeitpunkt für die Ermittlung der Wertansätze bei der Kapitalkonsolidierung einheitlich der 1. Januar 1994 gewählt; im Übrigen gelten für die Kapitalkonsolidierung die Wertansätze zum erstmaligen Einbeziehungszeitpunkt beziehungsweise Erwerbszeitpunkt. Nach der Kapitalaufrechnung verbleibende aktive Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte ausgewiesen. Im Geschäftsjahr wurden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung, die aus Erstkonsolidierungen und dem Erwerb weiterer Anteile an bereits einbezogenen Gesellschaften resultierten, in Höhe von 638,9 Mio. EUR erstmals aktiviert; es wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 16,0 Mio. EUR vorgenommen. Die passiven Unterschiedsbeträge, die überwiegend durch die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen nach dem Wegfall der untergeordneten Bedeutung entstehen und aus Gewinnthesaurierungen aus der Zeit vor der Erstkonsolidierung resultieren, besitzen Rücklagencharakter und werden mit den Gewinnrücklagen saldiert. Diese betrugen zum Bilanzstichtag 183,0 Mio. EUR (Vorjahr 183,0 Mio. EUR). Aus der ergebniswirksamen Fortschreibung der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen zum 31. Dezember 2021 ergaben sich Erträge aus assoziierten Unternehmen in Höhe von 10,2 Mio. EUR (Vorjahr 2,2 Mio. EUR), die in einem gesonderten Posten im Finanzergebnis ausgewiesen wurden. Die Buchwerte der Anteile an assoziierten Unternehmen entsprachen grundsätzlich dem anteiligen Eigenkapital der assoziierten Unternehmen (historische Anschaffungskosten fortgeschrieben um das anteilige Ergebnis der Gesellschaften). Die fortgeschriebenen Buchwerte enthielten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von insgesamt 134,0 Mio. EUR (Vorjahr 266,3 Mio. EUR). Die übrigen Beteiligungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasst. Ausleihungen, andere Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen zwischen einbezogenen Gesellschaften der Knauf Gruppe, gruppeninterne Umsätze sowie andere interne Aufwendungen und Erträge werden eliminiert. Führen Konsolidierungsmaßnahmen zu Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden oder Rechnungsabgrenzungsposten und deren steuerlichen Wertansätzen und bauen sich diese Differenzen in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich wieder ab, so werden hierauf latente Steuern gebildet. Bei der Quotenkonsolidierung gemäß § 310 HGB erfolgen die Schulden- sowie die Aufwands- und Ertragskonsolidierung anteilsmäßig. Die Eliminierung von gruppeninternen Zwischenergebnissen wurde für wesentliche Sachverhalte vorgenommen. WÄHRUNGSUMRECHNUNGLangfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Briefkurs im Zugangszeitpunkt oder dem niedrigeren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Langfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Geldkurs am Einbuchungstag beziehungsweise mit dem höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag passiviert. Kurzfristige Fremdwährungsverbindlichkeiten (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Die Bilanzen der ausländischen Gruppenunternehmen mit Sitz in einem Staat außerhalb der Euro-Währungszone sind grundsätzlich einheitlich zu den am 31. Dezember 2021 gültigen Devisenkassamittelkursen in Euro (funktionale Währung) gemäß § 308a HGB nach der modifizierten Stichtagskursmethode umgerechnet worden. Das Eigenkapital - mit Ausnahme des zum Durchschnittskurs umgerechneten Jahresergebnisses - wird mit den historischen Kursen umgerechnet. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden innerhalb des Eigenkapitals nach den Gewinnrücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Sämtliche Posten der Gewinn- und Verlustrechnung werden mit den gewichteten Monatsdurchschnittskursen umgerechnet. Die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Betriebsstätten von deutschen Tochtergesellschaften werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt zu Anschaffungskosten und die der Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten keine Fremdkapitalzinsen. Neben den Einzelkosten werden auch notwendige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens einbezogen. Abnutzbare Gegenstände des Anlagevermögens werden entsprechend ihrer wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Soweit notwendig, werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Sofern die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung entfallen sind, werden erforderliche Zuschreibungen vorgenommen. Alle aktivierten immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens haben eine begrenzte Nutzungsdauer. Die Geschäfts- oder Firmenwerte werden linear über eine Nutzungsdauer zwischen 5 und 25 Jahren abgeschrieben. Die Schätzung der Nutzungsdauern der Geschäfts- oder Firmenwerte entspricht den Einschätzungen des Managements, welches grundsätzlich Transaktionen vor dem Hintergrund einer langfristigen Integration tätigt. Die Baustoffbranche ist traditionell langfristig ausgerichtet und zeichnet sich durch lange Produktlebenszyklen, hohe Bestandsdauern und Halteabsichten aus. Insbesondere aufwendige Zulassungsverfahren verbunden mit langfristigen Beschaffungs- und Absatzverträgen sind Gründe für eine langfristige Integration. Die Einschätzung der zeitlichen Ertragsrückflüsse erfolgt auf Basis der identifizierten Komponenten der Geschäfts- oder Firmenwerte. Diese Komponenten repräsentieren insbesondere Kundenstämme, Technologien und Know-how, die im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen übernommen wurden. Auf Basis dieser Einschätzungen wurden Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Restbuchwert von 0,9 Mio. EUR über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben. Geschäfts- oder Firmenwerte mit einem Restbuchwert von 4,6 Mio. EUR wurden über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte, die über eine Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben werden, betrug 714,4 Mio. EUR, während der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren 2,6 Mio. EUR betrug. Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte mit einer Nutzungsdauer von 25 Jahren belief sich auf 2.230,1 Mio. EUR. Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände werden nach Maßgabe der wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear über 3 bis 25 Jahre abgeschrieben. Die planmäßigen Abschreibungen werden für Gebäude über eine Nutzungsdauer von 20 bis 50 Jahren vorgenommen. Bewegliche Anlagegüter werden nach Maßgabe der wirtschaftlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben; diese liegt zwischen 6 und 15 Jahren. Bei beweglichen Anlagegütern erfolgt die Abschreibung - soweit erforderlich - im Anschaffungsjahr pro rata temporis. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Einzelanschaffungskosten bis zu 800 EUR werden bei den deutschen Gruppenunternehmen sofort aufwandswirksam erfasst. Ausländische Gruppengesellschaften haben teilweise von anderen landesrechtlichen Vereinfachungsregelungen Gebrauch gemacht. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten oder zu niedrigeren beizulegenden Stichtagswerten bilanziert. Sofern erforderlich erfolgen Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der Anschaffungskosten. Im Berichtsjahr erfolgten wie im Vorjahr keine Zuschreibungen. Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB wurden ebenfalls keine vorgenommen (Vorjahr 27,2 Mio. EUR). Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Ausleihungen bestanden nicht. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und Handelswaren werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Gesunkenen Wiederbeschaffungskosten und Gängigkeitsrisiken wird durch angemessene Abwertung Rechnung getragen. Bei Handelswaren wird zudem die Preisentwicklung auf dem Absatzmarkt berücksichtigt. Der Wertansatz der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung des Grundsatzes der verlustfreien Bewertung. Die Herstellungskosten der fertigen und unfertigen Erzeugnisse enthalten neben den direkt zurechenbaren Material- und Lohnkosten angemessene Teile der betrieblichen Gemeinkosten. Allgemeine Verwaltungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen des Betriebs, für freiwillige soziale Leistungen und für betriebliche Altersvorsorge sowie Vertriebskosten werden nicht aktiviert. Den Bestandsrisiken wird durch den jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten entsprechende angemessene Abwertungen Rechnung getragen. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden grundsätzlich nicht aktivisch von den Vorräten abgesetzt, sondern passivisch unter den Verbindlichkeiten ausgewiesen. Geleistete Anzahlungen und erhaltene Anzahlungen werden zum Nominalwert angesetzt. Emissionsrechte werden innerhalb der Vorräte unter den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen (67,4 Mio. EUR; Vorjahr 30,9 Mio. EUR) ausgewiesen. Unentgeltlich gewährte Emissionsrechte werden bei Zugang zum Zeitwert bewertet. In Höhe des aktivierten Zeitwertes wird ein Passivposten gebildet, der nach § 265 Abs. 5 Satz 2 HGB gesondert als "Sonderposten für unentgeltlich ausgegebene Emissionsberechtigungen" ausgewiesen wird. Entgeltlich erworbene Emissionsrechte werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Im Falle eines niedrigeren Marktwertes am Abschlussstichtag erfolgt eine Abschreibung auf diesen Wert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag beziehungsweise den Anschaffungskosten oder dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Alle erkennbaren Risiken werden durch Einzelwert- oder Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zum Nennwert oder dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die flüssigen Mittel (Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks) werden zum Nennwert ausgewiesen. Die Rechnungsabgrenzungsposten sind zum Nennwert bilanziert und beinhalten Ausgaben beziehungsweise Einnahmen vor dem Bilanzstichtag, die Aufwand oder Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen. Soweit in den Einzelabschlüssen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen bestehen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, werden aktive beziehungsweise passive latente Steuern angesetzt, die in den Konzernabschluss übernommen werden. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf bestehende steuerliche Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Auf erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen, deren Ergebniseffekte sich im Zeitablauf ausgleichen, werden auf Gruppenebene latente Steuerabgrenzungen vorgenommen. Die Ermittlung dieser latenten Steuern erfolgt auf Basis eines gewichteten durchschnittlichen Steuersatzes aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Dieser betrug im Geschäftsjahr 21,6 % (Vorjahr 20,9 %). Im Falle eines Aktivüberhanges der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Soweit zulässig, werden aktive und passive latente Steuern saldiert ausgewiesen. Zur Ermittlung der latenten Steuern werden die Steuersätze angewendet, die nach der derzeitigen Rechtslage für den Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich abbauen werden. Die Bewertung der Bilanzdifferenzen auf Ebene der Einzelabschlüsse und die Bewertung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen der jeweiligen inländischen und ausländischen Gesellschaften. Für Deutschland betrugen die Steuersätze im Wesentlichen 11,2 % für Personengesellschaften und 27,0 % für Kapitalgesellschaften. Die jeweils länderspezifischen Steuersätze der ausländischen Gesellschaften zur Berechnung der latenten Steuern lagen zwischen 0,0 % und 34,9 %. Die aktiven und passiven latenten Steuern werden nicht abgezinst. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung enthält ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Vermögensgegenstände, sofern der beizulegende Zeitwert dieser Vermögensgegenstände den Betrag der verrechneten Schulden aus Altersversorgungsverpflichtungen übersteigt. Der ausgewiesene Sonderposten für Investitionszuschüsse wird auf Basis handelsrechtlicher Vorschriften gebildet. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt analog der Wertentwicklung der bezuschussten Vermögensgegenstände. Die Rückstellungen decken in ausreichendem Maße die ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften und tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung. Sie sind in der Höhe bemessen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie werden in der Höhe des jeweiligen Erfüllungsbetrages, d. h. unter Berücksichtigung der voraussichtlich zum Erfüllungszeitpunkt geltenden Preis- und Kostenverhältnisse, gebildet. Langfristige Rückstellungen, mit Ausnahme von Pensionsrückstellungen, sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst, wie er von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Pensionsrückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre abgezinst, wie er ebenfalls von der Deutschen Bundesbank veröffentlicht wird. Hieraus ergaben sich zum 31. Dezember 2021 Rückstellungen für Pensionen in Höhe von 274,3 Mio. EUR. Diese lagen um 25,2 Mio. EUR unter dem Bewertungsansatz für Pensionsrückstellungen, wie er sich zum 31. Dezember 2021 bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergeben hätte. Wie im Vorjahr entfielen die Pensionsrückstellungen überwiegend auf die deutschen und US-amerikanischen Tochtergesellschaften der Knauf Gruppe. Die Rückstellungen der deutschen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der "Richttafeln 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Der von der Deutschen Bundesbank veröffentlichte Rechnungszinssatz gem. § 253 Abs. 2 HGB für eine pauschale Restlaufzeit von 15 Jahren (die gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. d. R. pauschal und laufzeitunabhängig bei der Abzinsung von Altersversorgungsverpflichtungen und anderen langfristig fälligen Verpflichtungen unterstellt werden kann) betrug zum Bilanzstichtag 1,9 % (Vorjahr 2,3 %). Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,5 % (Vorjahr 2,5 %) und Rentensteigerungen von jährlich 2,5 % (Vorjahr 2,5 %) zugrunde gelegt sowie eine Fluktuation von 5,0 % p.a. (Vorjahr 5,0 % p.a.) unterstellt. Die Pensionsrückstellungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaften werden ebenfalls auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method, unter Berücksichtigung der "Pri-2012 Blue Collar with Scale MP-2020" der amerikanischen Aktuarvereinigung) bewertet. Der Bewertung wurde zum Stichtag 31. Dezember 2021 ein Rechnungszinssatz von 4,0 % (Vorjahr 4,2 %) zugrunde gelegt. Die hierbei unterstellte pauschale Restlaufzeit der Altersversorgungsverpflichtungen betrug ebenfalls 15 Jahre. Bei der Ermittlung der Rückstellungen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,5 % bis 5,0 %, in Abhängigkeit vom jeweiligen Pensionsplan (Vorjahr 3,5 % bis 5,0 %), sowie analog zum Vorjahr keine jährliche Rentensteigerung zugrunde gelegt. Es wurde eine altersabhängige Fluktuation angenommen, die zwischen 0,0 % und 33,8 % (Vorjahr 0,0 % und 31,4 %) lag. Die Verpflichtungen aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden mit den Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungs- und ähnlichen Verpflichtungen dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind (sog. Deckungsvermögen), verrechnet. Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Betragsmäßig unwesentliche Pensionsrückstellungen von ausländischen Tochterunternehmen werden in der Regel unverändert nach lokalem Recht übernommen. Die Bewertung basiert im Wesentlichen auf versicherungsmathematischen Grundsätzen. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt. Abweichend von der gemäß § 275 Abs. 2 HGB vorgeschriebenen Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die sonstigen Steuern in Höhe von 64,7 Mio. EUR (Vorjahr 69,1 Mio. EUR) unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. ERLÄUTERUNGEN ZUR VERGLEICHBARKEIT DER VORJAHRESZAHLENDie Zusammensetzung der in den Konzernabschluss der Knauf Gruppe einbezogenen Unternehmen hat sich aufgrund der vollständigen Akquisition der USG-Boral-Gesellschaften sowie durch Verkäufe beziehungsweise Entkonsolidierungen im Berichtsjahr wesentlich verändert. Zur besseren Vergleichbarkeit der aufeinanderfolgenden Konzernabschlüsse werden im Folgenden wesentliche Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung jeweils bereinigt um die neu erworbenen Unternehmen dargestellt. Bilanz
Der Rückgang des Anlagevermögens der Knauf Gruppe ohne USG-Boral-Gesellschaften im Vergleich zum Vorjahr resultierte aus der Erstkonsolidierung der im Vorjahr noch hierin enthaltenen Anteile an den USG-Boral-Gemeinschaftsunternehmen. Die Vermögensgegenstände und Schulden der veräußerten australischen Gesellschaften sowie der sonstigen entkonsolidierten Gesellschaften sind in der Bilanz per 31. Dezember 2021 nicht mehr enthalten. Im Vorjahr belief sich deren Anlagevermögen auf 97,3 Mio. EUR, das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten auf 62,0 Mio. EUR, die Rückstellungen auf 12,1 Mio. EUR sowie die Verbindlichkeiten auf 11,4 Mio. EUR. Gewinn - und Verlustrechnung
Der Personalaufwand entwickelte sich entsprechend der Veränderung der Mitarbeiterzahlen. Der Anstieg der Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und auf Sachanlagen war im Wesentlichen auf die Abschreibungen des im Rahmen der Akquisition erworbenen Sachanlagevermögens zurückzuführen. ERLÄUTERUNG ZUR BILANZ UND GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGKONZERNBILANZ Anlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr ist im nachfolgenden Anlagenspiegel dargestellt:
1 darin enthalten Equity-Fortschreibung in Höhe von-5.816 Tsd. EUR 2 darin enthalten Abgänge von 733.044 Tsd. EUR und Zugänge von 175.526 Tsd. EUR 3 darin enthalten keine Zuschreibungen 4 darin enthalten Zuschreibungen von 814 Tsd. EUR 5 darin enthalten Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 202.667 Tsd. EUR 6 darin enthalten Anteile an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 771.200 Tsd. EUR Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 16,0 Mio. EUR ausgewiesen. Dies war aufgrund der negativen Ertragsentwicklung der betroffenen Gesellschaften erforderlich. Aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderungen wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagevermögen in Höhe von 26,0 Mio. EUR (Vorjahr 85,1 Mio. EUR) vorgenommen. Finanzanlagen mussten im Berichtsjahr nicht außerplanmäßig wertberichtigt werden (Vorjahr 27,2 Mio. EUR). Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultierten im Wesentlichen aus Darlehen in Höhe von 23,1 Mio. EUR (Vorjahr 9,1 Mio. EUR), aus Cash-Pool-Forderungen in Höhe von 10,4 Mio. EUR (Vorjahr 7,6 Mio. EUR) und dem Liefer- und Leistungsverkehr in Höhe von 9,5 Mio. EUR (Vorjahr 6,1 Mio. EUR). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthielten Forderungen gegen assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen von 16,1 Mio. EUR (Vorjahr 13,0 Mio. EUR). Diese wiederum beinhalteten Forderungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr in Höhe von 6,0 Mio. EUR (Vorjahr 4,3 Mio. EUR). Latente Steuern Latente Steuern resultierten im Wesentlichen aus Bruttodifferenzen zwischen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz, die sich aus der unterschiedlichen Abschreibung von Sachanlagen und der unterschiedlichen Bewertung von Forderungen, Rückstellungen für Pensionen, sonstigen Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten ergaben. Sie führten auf Einzelgesellschaftsebene in Summe sowohl zu aktiven als auch zu passiven latenten Steuern. Zudem wurden aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die voraussichtlich innerhalb der nächsten fünf Jahre genutzt werden können, sowie auf andere Steuervorteile angesetzt. Aus Konsolidierungsmaßnahmen ergaben sich ebenfalls aktive latente Steuern. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die aktiven latenten Steuern um 14,3 Mio. EUR sowie die passiven latenten Steuern um 89,4 Mio. EUR. Die latenten Steuersalden im Geschäftsjahr sind nachfolgend dargestellt:
Eigenkapital Nicht beherrschende Anteile Der Ausgleichsposten für nicht beherrschende Anteile (31,4 Mio. EUR; Vorjahr 18,5 Mio. EUR) beinhaltete die Anteile gruppenfremder Gesellschafter am Eigenkapital (einschließlich Währungsumrechnungsdifferenzen) sowie am Jahresergebnis der einbezogenen Gruppengesellschaften. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern Die der Knauf Gruppe von den Gesellschaftern und sonstigen Familienmitgliedern zur Verfügung gestellten Darlehen erhöhten sich um 62,4 Mio. EUR auf 1.260,8 Mio. EUR (Vorjahr 1.198,4 Mio. EUR) und haben aufgrund der grundsätzlich jederzeit möglichen Abrufbarkeit eine Fälligkeit von unter einem Jahr. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung Zum 31. Dezember 2021 bestanden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen von 274,3 Mio. EUR (Vorjahr 248,3 Mio. EUR). Zum Bilanzstichtag wurden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB bestehende Verpflichtungen mit Deckungsvermögen mit einem Zeitwert von 138,8 Mio. EUR (Vorjahr 113,2 Mio. EUR) verrechnet. Neben den Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde im Berichtsjahr ein aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung von 114,2 Mio. EUR (Vorjahr 241,7 Mio. EUR) ausgewiesen. In diesem auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisenden Posten wurde zum Zeitwert bilanziertes Deckungsvermögen mit Pensionsverpflichtungen in Höhe von 823,4 Mio. EUR (Vorjahr 1.106,9 Mio. EUR) verrechnet. Bei den Deckungsvermögen handelte es sich um zweckgebundene und insolvenzgeschützte Wertpapiere des Anlagevermögens sowie um von verschiedenen Vermögensverwaltern gehaltene Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und Immobilien. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens beliefen sich auf 1.056,9 Mio. EUR (Vorjahr 1.368,9 Mio. EUR). Der beizulegende Zeitwert wurde im Wesentlichen anhand von Marktpreisen auf einem aktiven Markt bestimmt. Im Berichtsjahr wurden Pensionsverpflichtungen sowie das zugehörige Deckungsvermögen mit 385,3 Mio. EUR an Dritte ausgelagert beziehungsweise übertragen. Sonstige Rückstellungen Innerhalb der sonstigen Rückstellungen wurden insbesondere Rückstellungen für Personalaufwendungen (402,3 Mio. EUR; Vorjahr 340,7 Mio. EUR), Rückstellungen für Kundenboni (312,1 Mio. EUR; Vorjahr 257,5 Mio. EUR), Rückstellungen für Rekultivierung (131,8 Mio. EUR; Vorjahr 117,5 Mio. EUR), Rückstellungen für Prozessrisiken, Rechts- und Beratungskosten (67,5 Mio. EUR; Vorjahr 67,9 Mio. EUR), Rückstellungen für ausstehende Lieferantenrechnungen (52,8 Mio. EUR; Vorjahr 49,7 Mio. EUR), Rückstellungen für Bergschäden (34,2 Mio. EUR; Vorjahr 30,7 Mio. EUR), Rückstellungen für Palettenrücknahmeverpflichtungen (22,7 Mio. EUR; Vorjahr 13,2 Mio. EUR) und Rückstellungen für Abbruchverpflichtungen (20,5 Mio. EUR; Vorjahr 15,9 Mio. EUR) ausgewiesen. Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, resultierten im Wesentlichen aus Dividendenansprüchen und Ergebnisabführungsverträgen in Höhe von insgesamt 29,2 Mio. EUR (Vorjahr 23,9 Mio. EUR), aus Cash-Pool-Verbindlichkeiten in Höhe von 13,7 Mio. EUR (Vorjahr 11,1 Mio. EUR), dem Liefer- und Leistungsverkehr in Höhe von insgesamt 8,7 Mio. EUR (Vorjahr 8,2 Mio. EUR) sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,4 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthielten Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr 2,1 Mio. EUR), wovon 0,9 Mio. EUR (Vorjahr 2,0 Mio. EUR) aus dem Liefer- und Leistungsverkehr resultierten. Derivative Finanzinstrumente und Bewertungseinheiten Zur Absicherung des Fremdwährungsrisikos von Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in Fremdwährung fakturiert werden, und Zahlungsströmen im Zusammenhang mit der Vergabe von gruppeninternen Darlehen sowie sonstigen Geschäftsvorfällen in Fremdwährung sind einzelfallbezogen Devisentermin- und Devisenswapgeschäfte abgeschlossen worden. Hierbei handelte es sich um Derivate, die bis zum Bilanzstichtag zur Absicherung von Transaktionen in US-Dollar, japanischen Yen, australischen Dollar, tschechischen Kronen, Schweizer Franken, norwegischen Kronen, polnischen Zloty, britischen Pfund, schwedischen Kronen und in Euro abgeschlossen wurden. Die Vertragspartner bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken, deren Bonität stetig überwacht wird. Sofern die gesetzlichen Voraussetzungen vorlagen, wurden Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wurde die sog. Durchbuchungsmethode angewendet. Im Zusammenhang mit zulässigen Grundgeschäften wurden somit die Derivate mit den sich gegenläufig verhaltenden Fremdwährungstransaktionen in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge) zusammengefasst. Soweit sich während der Laufzeit der Sicherungsbeziehungen die bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft nicht änderten und von einem vollständigen Ausgleich der Wertänderungen auszugehen war, wurden die gegenläufigen Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von Grund- und Sicherungsgeschäft bilanziell und ergebniswirksam berücksichtigt. Die Fälligkeiten der Sicherungsgeschäfte erstrecken sich über einen Zeitraum vom 10. Januar 2022 bis zum 29. Dezember 2023. Bei schwebenden Grundgeschäften wurden ebenfalls Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt waren. Die bilanzielle Abbildung der wirksamen Teile der Bewertungseinheiten erfolgte mittels der sog. Einfrierungsmethode. Im Zusammenhang mit zulässigen Grundgeschäften wurden auch hier die Derivate mit den sich gegenläufig verhaltenden Fremdwährungstransaktionen in Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge) zusammengefasst. Soweit sich während der Laufzeit der Sicherungsbeziehung die bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft nicht änderten und von einem vollständigen Ausgleich der Wertänderungen auszugehen war, wurden die gegenläufigen Änderungen der beizulegenden Zeitwerte von Grund- und Sicherungsgeschäft weder bilanziell noch ergebniswirksam berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag waren keine aktiven Sicherungsgeschäfte zur Absicherung schwebender Grundgeschäfte im Bestand. Zum Bilanzstichtag wurden Devisentermingeschäfte mit einem Nominalvolumen von 126,5 Mio. EUR (Vorjahr 937,1 Mio. EUR) in Bewertungseinheiten einbezogen. Devisenswapgeschäfte, die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden, hatten ein Nominalvolumen von 67,9 Mio. EUR (Vorjahr 113,8 Mio. EUR). Die Nominalwerte waren die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- oder Verkaufsbeträge. Aus der Mark-to-Market-Bewertung aller in Bewertungseinheiten einbezogenen Fremdwährungsderivate ergab sich zum 31. Dezember 2021 per saldo ein negativer Marktwert von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert 30,7 Mio. EUR). Um das Zinsrisiko von variabel verzinsten Bankkrediten in Euro und US-Dollar abzusichern, wurden Zinsswaps in entsprechender Höhe abgeschlossen. Das Nominalvolumen zum 31. Dezember 2021 belief sich auf 843,5 Mio. EUR. Der Sicherungszeitraum endet am 30. September 2023. Für die Mark-to-Market-Bewertung der Derivate zum 31. Dezember 2021 ergab sich ein negativer Marktwert in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert 14,1 Mio. EUR). Zur Absicherung des Zins- und Währungsrisikos eines internen Darlehens in chilenischen Peso wurde im Berichtsjahr ein Zinswährungsswap abgeschlossen. Das Nominalvolumen zum 31. Dezember 2021 belief sich auf 6,9 Mio. EUR. Der Sicherungszeitraum erstreckt sich bis zum 30. September 2025. Für die Mark-to-Market-Bewertung des Derivates zum Bilanzstichtag ergab sich ein negativer Marktwert in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert 0,5 Mio. EUR). Für das interne Darlehen in chilenischen Peso und den Zinswährungsswap wurde gemäß § 254 HGB eine Bewertungseinheit (Mikro-Hedge) gebildet. Die ineffektiven Anteile der Sicherungsbeziehungen, also sich nicht ausgleichende Wertänderungen, sowie nicht gesicherte Fremdwährungspositionen werden nach allgemeinen Bewertungsgrundsätzen behandelt und durch die Bildung von Drohverlustrückstellungen bilanziell berücksichtigt. Die Effektivität der Sicherungsbeziehungen wird zu jedem Bilanzstichtag prospektiv und retrospektiv durch den Abgleich wertbestimmender Komponenten (Critical Terms Match) festgestellt. Das Nominalvolumen der Devisentermingeschäfte, welche zum Bilanzstichtag nicht in Bewertungseinheiten einbezogen wurden, betrug 73,5 Mio. EUR (Vorjahr 44,3 Mio. EUR). Aus der Mark-to-Market-Bewertung aller nicht in Bewertungseinheiten einbezogenen Fremdwährungsderivate ergab sich zum 31. Dezember 2021 per saldo ein negativer Marktwert von 1,0 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert 0,9 Mio. EUR). Negative Marktwerte von nicht in Bewertungseinheiten einbezogenen Derivaten wurden grundsätzlich durch die Bildung einer Drohverlustrückstellung bilanziell berücksichtigt. Gesellschaften der Knauf Gruppe sind im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit Rohstoffpreisrisiken, wie z. B. schwankenden Preisen für Gas, ausgesetzt. Deren Absicherung erfolgte teilweise durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Es handelt sich um außerhalb der Börse gehandelte Instrumente (sogenannte OTC-Geschäfte) in Form von Commodity Swaps, bei denen der variable Rohstoffpreis gegen einen fixen Rohstoffpreis getauscht wird. Ihr Einsatz erfolgt nach einheitlichen Richtlinien, unterliegt strengen internen Kontrollen und bleibt auf die Absicherung des operativen Geschäfts beschränkt. Ziel des Einsatzes von derivativen Finanzinstrumenten ist, in Bezug auf Ergebnis und Zahlungsmittelflüsse die Schwankungen zu reduzieren, die auf Veränderungen von Marktpreisen zurückgehen. Die Knauf Gruppe hat monatliche Gaslieferungen mit einem Gesamtvolumen von 44,5 Mio. MMBTU über Commodity Swaps zu einem Fixpreis in Höhe von durchschnittlich 2,76 USD/MMBTU bis Dezember 2025 abgesichert. Gemäß Mark-to-Market-Bewertung zum 31. Dezember 2021 ergab sich per saldo ein positiver Marktwert von 21,6 Mio. EUR (Vorjahr negativer Marktwert 3,5 Mio. EUR). Weiterhin benötigt Knauf für den Produktionsprozess Dextrose, die aus Mais gewonnen wird. Zur Absicherung des Preisrisikos dieses Rohstoffs wurden Commodity Swaps abgeschlossen. Das gesicherte Volumen für die Periode bis März 2022 betrug zum Bilanzstichtag brutto 240 Tsd. BU zu einem Fixpreis in Höhe von durchschnittlich 5,53 USD/BU. Gemäß Mark-to-Market-Bewertung zum 31. Dezember 2021 ergab sich ein Marktwert von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,0 Mio. EUR). Für die Grund- und Sicherungsgeschäfte wurden jeweils gemäß § 254 HGB Bewertungseinheiten (Mikro-Hedge oder Portfolio-Hedge) gebildet. Durch den Portfolio-Hedge-Ansatz konnte die Anzahl der Rohstoffderivate zur Absicherung gleichartiger Grundgeschäfte reduziert werden. Die Marktwerte entsprachen den beizulegenden Zeitwerten der derivativen Finanzinstrumente, die mit marktüblichen Bewertungsmethoden unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten ermittelt wurden. Die Knauf Gruppe hält die Mehrheit der Anteile an verschiedenen verbundenen Unternehmen, an denen neben Knauf noch ein Minderheitsgesellschafter beteiligt ist. Knauf hat sich verpflichtet, die Anteile des anderen Gesellschafters an einem vertraglich festgesetzten Zeitpunkt zu einem fest vereinbarten Kaufpreis von dem anderen Gesellschafter zu erwerben. Der andere Gesellschafter hat sich verpflichtet, seine Anteile an dem festgesetzten Zeitpunkt zu dem fest vereinbarten Kaufpreis an Knauf zu veräußern. Auf Grundlage der bestehenden, gegenläufig verpflichtend auszuübenden Kauf- beziehungsweise Verkaufsoptionen werden Knauf wirtschaftlich bereits 100 % der Anteile an diesen Gesellschaften zugerechnet. In Höhe der fest vereinbarten verzinslichen Kaufpreise wurden entsprechende Verbindlichkeiten passiviert. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung erfolgte für die konsolidierten Gesellschaften somit kein Ausweis von Minderheitenanteilen. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Umsatzerlöse Die Nettoumsatzerlöse von 12.550,1 Mio. EUR (Vorjahr 10.486,0 Mio. EUR) teilten sich wie nachstehend dargestellt auf die Regionen und Geschäftsbereiche auf:
Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken im Geschäftsjahr um 81,5 Mio. EUR auf 266,7 Mio. EUR (Vorjahr 348,2 Mio. EUR). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus einem Rückgang der übrigen sonstigen betrieblichen Erträge um 172,4 Mio. EUR auf 24,7 Mio. EUR (Vorjahr 197,2 Mio. EUR). Im Vorjahr war hierin ein Ertrag im Zusammenhang mit der Restrukturierung von Pensionsverpflichtungen enthalten. Zudem verringerten sich die Auflösung von Rückstellungen um 10,3 Mio. EUR auf 33,4 Mio. EUR (Vorjahr 43,7 Mio. EUR) sowie die Erträge im Zusammenhang mit Versicherungsentschädigungen um 2,2 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR (Vorjahr 7,1 Mio. EUR). Dagegen erhöhten sich die Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen um 94,0 Mio. EUR auf 108,2 Mio. EUR (Vorjahr 14,2 Mio. EUR), die Erträge aus Fremdwährungsgeschäften um 4,7 Mio. EUR auf 75,9 Mio. EUR (Vorjahr 71,2 Mio. EUR) sowie die Erträge aus öffentlichen Zuwendungen um 3,8 Mio. EUR auf 9,9 Mio. EUR (Vorjahr 6,1 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalteten periodenfremde Erträge in Höhe von insgesamt 45,6 Mio. EUR (Vorjahr 50,9 Mio. EUR). Personalaufwand Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr um 245,4 Mio. EUR auf 2.113,4 Mio. EUR (Vorjahr 1.868,0 Mio. EUR). Aus der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen resultierten Aufwendungen in Höhe von 29,6 Mio. EUR. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr um 365,8 Mio. EUR auf 2.663,0 Mio. EUR (Vorjahr 2.297,2 Mio. EUR). Die Veränderung resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg der Frachtaufwendungen um 207,8 Mio. EUR auf 1.281,4 Mio. EUR (Vorjahr 1.073,6 Mio. EUR) und der Aufwendungen für Rechte und Dienste um 75,0 Mio. EUR auf 578,1 Mio. EUR (Vorjahr 503,2 Mio. EUR). Außerdem stiegen die Aufwendungen für Verwaltung, Kommunikation, Reisen und Werbung um 26,2 Mio. EUR auf 189,5 Mio. EUR (Vorjahr 163,3 Mio. EUR) sowie die Aufwendungen für Beiträge und Versicherungen um 17,9 Mio. EUR auf 63,4 Mio. EUR (Vorjahr 45,5 Mio. EUR). Darüber hinaus erhöhten sich die Instandhaltungsaufwendungen um 12,2 Mio. EUR auf 167,6 Mio. EUR (Vorjahr 155,4 Mio. EUR), die sonstigen Personalaufwendungen um 9,2 Mio. EUR auf 64,2 Mio. EUR (Vorjahr 55,0 Mio. EUR) sowie die übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 17,8 Mio. EUR auf 124,0 Mio. EUR (Vorjahr 106,2 Mio. EUR). Demgegenüber gingen die Aufwendungen aus Währungsumrechnung um 5,9 Mio. EUR auf 102,8 Mio. EUR (Vorjahr 108,7 Mio. EUR) und die Aufwendungen aus Wertberichtigungen auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände um 4,6 Mio. EUR auf 10,6 Mio. EUR (Vorjahr 15,1 Mio. EUR) zurück. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalteten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 20,9 Mio. EUR (Vorjahr 4,6 Mio. EUR). Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens wurden im Berichtsjahr nicht vorgenommen. Im Vorjahr wurden Anteile an nichtkonsolidierten Gesellschaften in Höhe von 27,2 Mio. EUR wertberichtigt. Zinsen und ähnliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen haben sich nach 138,7 Mio. EUR im Vorjahr auf 182,6 Mio. EUR erhöht. Die rückläufigen Bankzinsen aus Finanzierungstätigkeiten wurden durch gestiegene Zinsen aus der Aufzinsung langfristiger Rückstellungen überkompensiert. Aufwendungen, verrechnet mit Erträgen, im Zusammenhang mit der Bewertung von Pensionsrückstellungen erhöhten die Zinsen und ähnliche Aufwendungen um insgesamt 76,1 Mio. EUR (Vorjahr Ertrag 21,9 Mio. EUR). Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthielten Aufwendungen aus latenten Steuern in Höhe von 23,4 Mio. EUR (Vorjahr 69,0 Mio. EUR). In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag waren periodenfremde Steueraufwendungen in Höhe von 3,7 Mio. EUR (Vorjahr Steuerertrag 0,2 Mio. EUR) enthalten. Der ausgewiesene Steueraufwand des Geschäftsjahres von 400,6 Mio. EUR war um 58,9 Mio. EUR höher als der zu erwartende Steueraufwand von 341,7 Mio. EUR, der sich bei der Anwendung des durchschnittlichen gewichteten Steuersatzes über alle Gruppengesellschaften von 21,6 % ergeben hätte. Der Anstieg der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ist neben den erstmals konsolidierten Gesellschaften auf ein insgesamt gestiegenes zu versteuerndes Einkommen auf Ebene der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften zurückzuführen. Erträge und Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung Aufgrund des vollständigen Erwerbs der Gemeinschaftsunternehmen USG Boral Building Products Pty Ltd., North Sydney sowie USG Boral Building Products Pte. Ltd., Singapur erfolgte im Berichtsjahr ein kartellrechtlich notwendiger Verkauf der bisherigen Geschäftstätigkeit in Australien. Hieraus resultierte ein sonstiger betrieblicher Ertrag in Höhe von 103,8 Mio. EUR. Darüber hinaus gab es im Berichtsjahr weder Erträge noch Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung. Nicht beherrschende Anteile Die Anteile gruppenfremder Gesellschafter am Ergebnis betrugen 13,8 Mio. EUR (Vorjahr 8,6 Mio. EUR). Es handelte sich dabei um anteilige Erträge in Höhe von 14,9 Mio. EUR (Vorjahr 8,8 Mio. EUR) und anteilige Verluste in Höhe von 1,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,2 Mio. EUR). SONSTIGE ANGABEN HAFTUNGSVERHÄLTNISSE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN Zum 31. Dezember 2021 ergaben sich Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen aus der Begebung und Übertragung von Wechseln (0,2 Mio. EUR; Vorjahr 0,8 Mio. EUR), aus Gewährleistungsverträgen (449,1 Mio. EUR; Vorjahr 342,4 Mio. EUR) sowie aus Bürgschaften und Wechselbürgschaften (0,1 Mio. EUR; Vorjahr 0,3 Mio. EUR). Für die aufgeführten, zu Nominalwerten angesetzten Eventualschulden wurden keine Rückstellungen gebildet, da die zugrundeliegenden Verbindlichkeiten voraussichtlich erfüllt werden können und daher mit einer Inanspruchnahme oder Belastung der Gruppe nicht zu rechnen ist. Ferner bestanden Verpflichtungen aus langfristigen Vereinbarungen mit Lieferanten (583,3 Mio. EUR; Vorjahr 452,6 Mio. EUR), langfristigen Miet- und Pachtverträgen (155,0 Mio. EUR; Vorjahr 39,0 Mio. EUR) und langfristigen Leasingverträgen (110,2 Mio. EUR; Vorjahr 161,5 Mio. EUR). Der Vorteil dieser Miet- und Leasingverträge liegt in der geringeren Kapitalbindung im Vergleich zum Erwerb und im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte vor Ablauf der Laufzeit nicht mehr oder nicht mehr vollständig genutzt werden können. Hierzu gibt es derzeit keine Anzeichen.
Gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen bestanden zum Bilanzstichtag Verpflichtungen aus langfristigen Mietverträgen in Höhe von 0,1 Mio. EUR (Vorjahr 0,1 Mio. EUR). Gegenüber assoziierten Unternehmen beziehungsweise nicht quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen bestanden zum Bilanzstichtag weder Haftungsverhältnisse noch sonstige finanzielle Verpflichtungen. MITARBEITER Zum 31. Dezember 2021 waren beschäftigt:
Im Durchschnitt waren im Geschäftsjahr beschäftigt:
Durch Zugänge aus Erstkonsolidierungen erhöhte sich die Zahl der Mitarbeiter um 3.211 Personen. Bei den quotal einbezogenen Unternehmen waren im Jahresdurchschnitt 191 (Vorjahr 192) beziehungsweise zum Bilanzstichtag 192 (Vorjahr 190) Mitarbeiter beschäftigt. Aufgrund von Entkonsolidierungen verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter um 445 Personen. HONORAR UND DIENSTLEISTUNGEN DES ABSCHLUSSPRÜFERS Im Berichtsjahr entstand der Knauf Gruppe folgender Honoraraufwand für die Leistungen des Abschlussprüfers PricewaterhouseCoopers GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main: GESCHÄFTE MIT NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN Im Berichtsjahr gab es keine Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen vereinbart wurden. GEWINNVERWENDUNGSVORSCHLAG Das Jahresergebnis der Obergesellschaft des Knauf Konzerns, Gebr. Knauf KG, Iphofen in Höhe von 189,8 Mio. EUR wurde wie in den Vorjahren vollständig in die Gewinnrücklagen eingestellt. NACHTRAGSBERICHT Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichtes besteht das Risiko, dass sich die jüngsten Entwicklungen im Russland-Ukraine-Konflikt negativ auf die Geschäftstätigkeit von Knauf auswirken. Die konkreten Auswirkungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilen. Knauf hält in der Ukraine nur in geringem Umfang Tochtergesellschaften und Beteiligungen, hat allerdings in Russland mehrere Produktionsstandorte sowie Vertriebseinheiten. Diese können vor allem durch die derzeit bereits beschlossenen, aber auch durch mögliche neue Sanktionen, im Bereich von Dienstleistungen und im Zahlungsverkehr, und die allgemeine Entwicklung in Russland beeinträchtigt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass die weitere Eskalation des Konflikts die globale Konjunktur, die Baubranche, insbesondere hinsichtlich der Energieversorgung beziehungsweise der Energiepreise, sowie des Rubelwechselkurses und damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Knauf Gruppe weiter belastet. Am 26. April 2022 wurde ein Tender-Offer-Verfahren mit dem Ziel, weitere 25,0 % der Anteile an der Chiyoda Ute Co. Ltd., Kawagoe-Cho zu erwerben, gestartet. Daneben sind nach Ablauf des Geschäftsjahres keine Ereignisse bekannt geworden, die für den Knauf Konzern von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen würden. GESCHÄFTSFÜHRUNG DER KNAUF GRUPPE Geschäftsführer der Gebr. Knauf KG waren im Geschäftsjahr die Herren:
Vorschüsse und Kredite an die Mitglieder der Geschäftsführung wurden weder durch die Obergesellschaft noch durch deren Tochterunternehmen gewährt. Haftungsverhältnisse zugunsten der Mitglieder der Geschäftsführung wurden nicht eingegangen.
Iphofen, den 29. April 2022 Jörg Kampmeyer, Geschäftsführender Gesellschafter Alexander Knauf, Geschäftsführender Gesellschafter, Sprecher Dr. Uwe Knotzer, Geschäftsführender Gesellschafter ANTEILSBESITZLISTEVollkonsolidierte Unternehmen
Nicht einbezogene verbundene Unternehmen
Gemeinschaftsunternehmen quotal einbezogen
Assoziierte Unternehmen / Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode einbezogen
Nicht einbezogene Beteiligungen
* oberste Konzerngesellschaft 1 = untergeordnete Bedeutung für die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des Konzerns 2 = unwesentliche Bedeutung für die Vermögens- Finanz- und Ertragslage des Konzerns BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS(Dieser Bestätigungsvermerk bezieht sich auf den unverkürzten Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 und unverkürzten Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021) An die Gebr. Knauf KG, Iphofen Eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Wir haben den Konzernabschluss der Gebr. Knauf KG, Iphofen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Gebr. Knauf KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkung des Prüfungsurteils zum Konzernabschluss zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und für das Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht Entgegen der gesetzlichen Verpflichtung gem. § 13 Abs. 2 Satz 1 PublG i. V. m. § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstaben a) und b) HGB wurden im Konzernanhang die Gesamtbezüge der Mitglieder des Geschäftsführungsorgans und der ehemaligen Mitglieder des Geschäftsführungsorgans sowie die für die ehemaligen Mitglieder des Geschäftsführungsorgans gebildeten Pensionsrückstellungen nicht angegeben. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser eingeschränktes Prüfungsurteil zum Konzernabschluss und unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 29. April 2022 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Thorsten Neumann, Wirtschaftsprüfer ppa. Heiner Ketelhut, Wirtschaftsprüfer |
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