Stammdaten

Register
Amtsgericht Offenbach am Main HRB 51924
Eingetragen
16.7.2019
Branche
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieSonstige mit Finanzdienstleistungen verbundene Tätigkeiten a. n. g.Alle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.
Gegenstand
Wirtschafts- und Unternehmensberatung, insbesondere im Bereich der Nutzung von Software für die Zahlungsabwicklungssysteme; das E-Geldund Zahlungsdienste-Geschäft sowie sämtliche damit verbundene Nebendienstleistungen, Vertrieb und Installation elektronischer Zahlungsund/oder Abrechnungssysteme, einschließlich von Kundenkarten- und Bonuskartensystemen, die Bereitstellung von Programmen, Systemen und Lösungen zur Abrechnung von Dienstleistungen und Gütern im Internet und am Point of Sale

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Jens Mahlke
seit 30.10.2019
Geschäftsführer
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
RS2 SOFTWARE PLCMLT
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

RS2 Merchant Services Europe GmbH
Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

RS2 Financial Services GmbH

Neu-Isenburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

der RS2 Financial Services GmbH

Inhaltsverzeichnis

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftstätigkeit und Struktur

1.2. Leistungsangebot

1.3. Ziele und Strategien

1.4. Steuerungssystem

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2. Entwicklung der Branche

2.3. Lage der Gesellschaft

3. Risiko- und Chancenbericht

4. Prognosebericht

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Geschäftstätigkeit und Struktur

Die RS2 Financial Services GmbH (im Folgenden kurz "RS2 FS" oder "die Gesellschaft") hat ihren Sitz in Neu-Isenburg und wird beim Amtsgericht Offenbach unter der Handelsregisternummer HRB 51924 geführt. Sie ist eine 100% Tochtergesellschaft der RS2 Merchant Services Europe GmbH (Neu-Isenburg), die wiederum eine 100% Tochtergesellschaft der in Malta an der Börse notierten RS2 P.I.c. (vormals RS2 Software P.I.c.) mit Sitz in Mosta auf Malta ist.

Die RS2 FS ist dabei, ein umfassendes Angebot für die Abwicklung und Abrechnung von bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten für Handels- und Dienstleistungsunternehmen aufzubauen. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf Kredit- und Debitkarten der nationalen Brands, wie girocard, und der internationalen Zahlungssysteme MasterCard, Visa und Diners Club sowohl im Präsenzgeschäft (z.B. über Point of Sales (POS) -Terminals) oder Distanzgeschäft (z.B. E- Commerce).

Zur Abwicklung des Kreditkartengeschäfts hat die RS2 FS in 2022 die Principal Membership Lizenzen von MasterCard und Visa erhalten.

Die RS2 FS erhielt am 11. Februar 2022 die Erlaubnis zur Erbringung des E-Geld-Geschäftes nach § 11 Abs. 1 ZAG. Gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 ZAG umfasst die erteilte Erlaubnis hierbei die Erbringung aller Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Abs. 1 ZAG sowie weitere Tatbestände (vgl. § 11 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 ZAG). Die Geschäftsaufnahme zur Erbringung des E-Geld-Geschäftes nach § 11 Abs. 1 ZAG erfolgte am 14. Februar 2022.

1.2. Leistungsangebot

Das Produkt- und Leistungsportfolio der RS2 FS umfasst im Wesentlichen das Acquiring für Kunden mit POS Terminals und Kunden im E-/M-Commerce. Für E-Commerce-Kunden bietet die RS2 FS die PSP-Lösung Shop & Pay an. Zudem wurde in 2023 eine SoftPOS Lösung vorbereitet, die Anfang 2024 im Markt platziert wurde.

Zudem bietet die RS2 FS ihren Kunden über ihre Schwesterfirma RS2 Zahlungssysteme GmbH den Verkauf, die Vermietung und die Wartung von POS Terminals an. Die RS2 Zahlungssysteme GmbH dient mit ihrem Produktangebot als Türöffner für das Acquiringgeschäft. Der technische Netzbetrieb (Abwicklung der girocard Transaktionen) erfolgt über die Payone GmbH.

Die RS2 Gruppe bietet somit vom Acquiring, Netzbetrieb & Terminals, E-/ M-Commerce, SoftPOS und Value Added Services bis hin zum Processing über eigene IT-Plattformen sowie die dazugehörige Software, die ganze Breite der Wertschöpfungskette als Payment Service Provider an.

1.3. Ziele und Strategien

Im Geschäftsjahr 2023 lag der Fokus auf dem Aufbau des Vertriebs. Die RS2 FS setzt hierbei im Wesentlichen auf einen Vertrieb über Partner aus den Bereichen Kassenintegratoren, Kassenhersteller, Integrated Software Vendors (ISVs), kaufmännische Netzbetreiber, PSPs, andere Multiplikatoren und über ihre Schwestergesellschaft RS2 Zahungssysteme GmbH. Die RS2 FS differenziert sich im Markt durch schlanke Onboardingprozesse via API mit garantierten Onboardingzeiten und einen persönlichen inhouse Kundenservice. Die Leistungen für Partner werden konsequent digitalisiert und ausgebaut und werden auch in 2024 und den Folgejahren der vorwiegende Vertriebskanal bleiben. Neben Deutschland wurden auch erste Partner in Österreich dazugewonnen.

Daneben betreut die RS2 FS selektiv einige Key Accounts direkt. Dieser Bereich soll in 2024 ausgebaut werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf technikorientierten Kunden mittlerer Größe. Die RS2 FS folgt diesen Kunden mit ihren Lösungen in andere europäische Märkte und hat zu diesem Zweck die EMI-Lizenz entsprechend in weiteren EU-Ländern registrieren lassen.

Der indirekte Vertriebsansatz über Televertrieb wurde Anfang des 2. Quartals eingestellt.

Ein besonderer Schwerpunkt soll in 2024 auf dem Thema SoftPOS liegen. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor hierbei ist die Integration der Zahlungslösung in Kassensysteme und Softwarelösungen möglichst vieler Partner. Neben den vorgenannten Vertriebskanälen bietet die RS2 FS diese Dienstleistung auch an andere Kunden im Konzern (Banken und Acquirer) an.

1.4. Steuerungssystem

Die Organe des Unternehmens sind die Geschäftsführung sowie die Gesellschafterversammlung. Das Unternehmen wird durch die Geschäftsführer vertreten.

Die Geschäftsführung findet sich in regelmäßigen, geplanten Vor-Ort- bzw. virtuellen Sitzungen ein, in denen sie Unternehmensinformationen und -entscheidungen erörtert und beschließt.

Die RS2 FS nutzt finanzielle und nichtfinanzielle Kennzahlen zur Überwachung und Steuerung der Geschäftstätigkeit.

Als bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikator betrachtet die RS2 FS das Jahresergebnis.

Zu den weiteren finanziellen Kennzahlen gehören Transaktionsvolumen, Provisionserträge, und EBITDA vor Sondereffekten ("normalisiert"). Zur Ermittlung des normalisierten EBITDA wird das EBITDA um nicht wiederkehrende, einmalige Aufwendungen erhöht. Darunter sind unter anderem Aufwendungen im Zusammenhang mit der Realisierung strategischer Projekte zu verstehen. Darüber hinaus erfolgt nach Geschäftsaufnahme und mit dem Aufschalten der ersten Kunden eine Berechnung von Deckungsbeiträgen sowohl in Summe wie auch auf Kunden- und Produktebene. Hinzu kommen weitere Kennzahlen z.B. Transaktionsvolumina und Disagioerlöse.

Um Veränderungen in der Geschäftsentwicklung möglichst frühzeitig erkennen und bereits im Frühstadium einer Planabweichung entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen zu können, erfolgt eine detaillierte monatliche Soll-/ Ist-Abweichungsanalyse.

Die Überwachung und Steuerung der RS2 FS mittels finanzieller und nicht-finanzieller Kennzahlen (u.a. Kundenbasis, Neuaufschaltung von Kunden und Partnerverträgen) dient der Sicherung einer kontinuierlich erfolgreichen und profitablen Unternehmensentwicklung sowie der Aufrechterhaltung einer soliden Eigenkapitalausstattung und eines ausreichenden Finanzmittelbestands.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2023 war weiterhin von den Auswirkungen des Angriffskriegs von Russland auf die Ukraine verbunden mit einem deutlichen Anstieg der Inflation, Kaufzurückhaltung sowie einem rückläufigen Wirtschaftswachstum gekennzeichnet. Die Bundesrepublik Deutschland ist von dieser Entwicklung stärker betroffen und bildet in Europa das Schlusslicht. In 2023 nahm zudem die Anzahl der Insolvenzen und Firmenaufgaben deutlich zu. Dieser Trend wird in 2024 anhalten, auch wenn die Inflationsrate sich inzwischen wieder in den Zielkorridor bewegt. Der Bereich Travel und Entertainment hat inzwischen fast das Vorpandemieniveau erreicht.

2.2. Entwicklung der Branche

Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zahlen nach wie vor am liebsten mit Bargeld. 59,4 Prozent aller Transaktionen an der Ladenkasse wurden im vergangenen Jahr bar beglichen. Das geht aus einer Markterhebung des EHI hervor, eines Forschungs- und Beratungsinstituts des Handels. 2021 lag der Baranteil bei 60,9 Prozent. Vor allem für kleinere Beträge griffen Kundinnen und Kunden auf Bargeld zurück, bei größeren eher auf Kartenzahlung. Gemessen am Umsatz dominieren daher Kartenzahlungen bereits seit einigen Jahren. Der Anteil der Barzahlungen am Umsatz lag zuletzt bei 37,5 Prozent, ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Der Umsatzanteil von Kartenzahlungen stieg 2022 leicht auf knapp 60 Prozent. Der Rest entfällt unter anderem auf den Rechnungskauf.

Die EHI-Zahlen verdeutlichen die anhaltende Entwicklung zu mehr Kartenzahlungen und weniger Bargeldnutzung - allerdings zuletzt in geringem Tempo. Die Coronapandemie hatte zeitweise für eine Beschleunigung gesorgt. So baten viele Händler Kundinnen und Kunden mit Verweis auf Hygienegründe darum, mit Karte statt in bar zu zahlen.

Neben den Veränderungen im stationären Handel wächst der Online-Handel weiterhin signifikant. Wachstumstreiber im Online-Handel ist weiterhin das mobile Internet mit der zunehmenden Verbreitung von Bezahlvorgängen mit Smartphones. Zudem kann sich der Online-Handel durch eine Vielzahl von erweiterten Services sowie die Produktpräsentation über soziale Medien vom klassischen, stationären Handel positiv abheben. Es wird erwartet, dass die RS2 FS vom weiteren Wachstum bargeldloser Zahlungen im Präsenz- und E-Commerce- Geschäft profitieren wird, obgleich die Wettbewerbsintensität im Payment-Markt weiter zunehmen wird.

Der gesamte Payment-Sektor einschließlich des klassischen Kartenakzeptanzmarkts befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Eine Vielzahl unterschiedlicher Einflussfaktoren und Trends wirken ein, die zu nachhaltigen Veränderungen des Marktes führen werden.

Fokus auf das KMU-Segment

Das Kundensegment der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist der zweitgrößte und wichtigste Umsatz- und Ertragsbringer für Anbieter im elektronischen Zahlungsverkehr. Die Wettbewerber formulieren zunehmend kundenbezogene Lösungen für dieses Segment. Im Großkundengeschäft besteht weiterhin ein hoher Wettbewerbsdruck, obwohl es zunehmend gelingt, die Margen risikoadäquat zu vereinbaren.

Die RS2 FS möchte mit verschiedenen unternehmensübergreifenden Initiativen von diesem Trend profitieren. Durch die Ausweitung auf das Partnergeschäft wird ein starkes Wachstum in 2024 erwartet. Ein weiterer Fokus soll auf das Produkt- und Serviceangebot der RS2 FS gelegt werden. Durch ein transparentes und einfach strukturiertes Lösungsangebot, welches individuell auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Händlergruppen zugeschnitten ist und schnelle On- Boarding-Abläufe erlaubt, verspricht sich die RS2 FS Marktanteile zu gewinnen.

Zunehmende Bedeutung von Omnichannel

Die kontinuierliche Entwicklung des Handels in Richtung Omnichannel hat auch in 2023 weiter angehalten und wird sich weiter verstärken. Konsumenten möchten verschiedene Informations- und Vertriebskanäle gleichzeitig und parallel nutzen.

Diese Entwicklung führt letzten Endes zur endgültigen Verschmelzung von E-Commerce und klassischem Handel und zwingt nicht nur den Online-Handel, sondern auch stationäre Einzelhändler aus unterschiedlichsten Branchen zu Veränderungen. Kunden informieren sich beispielsweise Online über die Spezifikationen eines Produkts und vergleichen die Preise, bevor sie im stationären Handel das reale Produkt testen. Diese veränderten Anforderungen müssen auch im Payment-Angebot adäquat abgebildet werden, etwa indem Zahlungen am Point-of-Sale und im Online-Shop mithilfe derselben Payment-Software erfasst, durchgeführt und überwacht werden.

Wettbewerbsdruck und damit verbundene Marktkonsolidierung

Ein zentraler Trend im Markt für Zahlungsverkehrsdienstleistungen ist die Zunahme des Wettbewerbs - sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Vor dem Hintergrund weitgehend erschlossener Marktsegmente nimmt der Wettbewerbsdruck kontinuierlich zu. Daraus resultiert ein zunehmender Verdrängungswettbewerb, der abnehmende Margen und eine Steigerung der Konzentration zur Folge hat. Neben den großen Playern im Markt haben es auch zahlreiche FinTechs geschafft, die Kundenschnittstelle im B2B und B2C zu besetzen. Diese neuen Player zielen insbesondere darauf ab, neue Payment-Plattformen aufzubauen, statt veraltete Infrastrukturen zu nutzen. Diesen Ansatz verfolgt auch die RS2 FS. Hier baut man auf kürzere Innovationszyklen sowie agileren Produktentwicklungen, die es ermöglichen deutlich schneller auf Anforderungen der Kunden zu reagieren.

Durch vereinzelte Zukäufe und Weiterentwicklungen der Produkt- und Serviceangebote soll die Wertschöpfung der RS2 Gruppe verlängert werden. Aufgrund dessen strebt die RS2 FS an, sich von ihren Mitbewerbern abzusetzen und Wettbewerbsvorteile gegenüber den traditionellen Anbietern von Einzelleistungen in der Payment-Wertschöpfungskette zu erlangen. Je besser es gelingen wird, neue Technologien und Methoden in das eigene Produktportfolio einzubauen, umso größer ist die Chance Marktanteile zu gewinnen.

Verschiebung zu neuen Technologien und Methoden

Insbesondere die Digitalisierung der Geschäftsmodelle und des Handels wird eine große Marktveränderung mit sich bringen. Hierbei treffen gleich mehrere technologische Trends wie die mobile Datenkommunikation und mobile Nutzung des Internets, die Verlagerung von Daten und Anwendungen ins Internet, die verstärkte Kommunikation über soziale Netzwerke sowie die Bearbeitung und Analyse von sehr hohen Datenmengen in Echtzeit (Big Data) aufeinander. Die technologische Entwicklung wird zu einem tiefgreifenden Wandel auch in der Finanzbranche führen. Bestehende Geschäftsmodelle werden von innovativen Produkten und Dienstleistungen hinterfragt werden und eine Vielzahl neuer, innovativer Anbieter wird in den Markt drängen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Start-Up-Unternehmen, die mPOS- und App-Lösungen anbieten und in der Regel eine hohe technische Kompetenz sowie eine ausgeprägte Innovationskraft besitzen und sich bei Markteinführungen an die Kundenbedürfnisse schnell anpassen können. Die Kartenakzeptanz stellt hierbei nur eine Basisleistung dar. Auch werden verstärkt alternative Zahlungsmethoden am Markt angeboten, wie z.B. m-Payment oder Wallet- Systeme. Diese versuchen, über innovative Ansätze ebenfalls Mehrwert für die Nutzer zu generieren und dabei die klassischen Zahlsysteme zu verdrängen.

Darüber hinaus werden bestehende, manuelle Prozesse durch neue Technologien kontinuierlich verbessert und Kosten deutlich gesenkt. Besonders vielversprechende technologische Entwicklungen sind künstliche Intelligenz (KI) und Open Banking. Durch KI kann beispielsweise der Kundenservice optimiert werden. Dies beinhaltet enorme Kostensenkungspotenziale. Der Bedarf an Kl-Lösungen in den Back-Office-Bereichen wird vor allem bei erhöhter Marktdurchdringung von Echtzeitzahlungen ansteigen, um beispielsweise Betrugs- und Embargoprüfungen durchzuführen. Open Banking ermöglicht die Bereitstellung neuer Lösungen durch den Einsatz von Schnittstellen, die Kooperationen stark vereinfachen sollen. Neue Lösungen können somit schnell und ohne Reibungsverluste in Ökosysteme integriert werden. Unternehmen, denen es gelingt, neue Technologien erfolgreich mit bestehender Infrastruktur zu kombinieren oder diese gar reibungslos zu ersetzen, werden einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil erzielen.

Verschiebung von national zu international

Mit zunehmendem Anteil des E-Commerce bzw. Online-Handels erhöht sich die geografische Reichweite vieler Händler. Dies hat zur Folge, dass die größeren pan-europäisch aktiven Händler die zu erbringenden Payment-Dienstleistungen zunehmend im Rahmen eines Tender- Verfahrens ausschreiben. Hierbei spielt nicht nur der Preis eine Rolle. Viel entscheidender wird es sein, den technologischen Anforderungen der Händler mit einem entsprechenden innovativen Angebot zu begegnen. Für die RS2 FS ergibt sich daraus auf der einen Seite ein steigender Wettbewerbsdruck, in dem sie in den Ausschreibungsprozessen zunehmend auf andere große europäische Wettbewerber treffen wird. Auf der anderen Seite resultieren aber auch Chancen, aufgrund der hohen Komplexität und des steigenden Umfangs der eingeforderten Leistungen, mit innovativen, auf neuen Technologien und Methoden basierenden Angeboten zu punkten. So sind Services entlang der Wertschöpfungskette mit regionalen Besonderheiten, verschiedenen Bezahlmethoden und Unterstützung aller Vertriebskanäle zu erbringen.

2.3. Geschäftsentwicklung

Aufbau des Aquiringeschäftes

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 war durch den Aufbau der Vertriebsstrukturen und der Optimierung der unterliegenden Prozesse gekennzeichnet. Nachdem zu Jahresbeginn zunächst versucht wurde das KMU-Segment über Televertrieb zu adressieren, hat sich die RS2 FS nunmehr auf den Vertrieb über Partner fokussiert und entsprechende Wettbewerbsvorteile durch schlankes und schnelles Onboarding via API konzentriert. Zudem wurden zahlreiche Kunden der Schwestergesellschaft RS2 Zahlungssysteme GmbH erfolgreich in das eigene Acquiring überführt. Der Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten liegt auf Deutschland. Inzwischen wurden aber auch Händler und Partner in Österreich und den Niederlanden dazugewonnen. Zudem befindet man sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit Key Accounts über Dienstleistungen in weiteren europäischen Märkten.

Kunden und Transaktionen

Die RS2 FS betreut Kunden in erster Linie in Deutschland. Die RS2 FS erbringt Serviceleistungen rund um das Bezahlen mit Debit- und Kreditkarten sowie Online-Bezahlarten für Kunden, die Waren und Dienstleistungen über POS-Terminals, E-Payment Services für Internet Shops oder mobile Payments via mPOS-Geräte verkaufen. In 2023 hat man sich dabei auf Kunden aus dem KMU Segment insbesondere auf Kunden mit POS-Terminals konzentriert. In 2024 wird die Kundenbasis auf das E-Commerce und SoftPos Umfeld ausgeweitet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 konnte RS2 FS ein Transaktionsvolumen in Höhe von 16.644 TEUR (Vorjahr 976,3 TEUR) verarbeiten. Dabei wurden 461,3 Tausend (Vorjahr 33,3 Tausend) Kundentransaktionen mit internationalen Kredit- und Debitkarten verarbeitet, die Disagioerlöse betrugen 207,0 TEUR (Vorjahr 11,3 TEUR).

2.4. Lage der Gesellschaft

Ertragslage

Das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 war durch die Weiterentwicklung und Verbesserung der Prozesse und Strukturen, die zur Erbringung des E-Geld-Geschäftes und der Bereitstellung wesentlich sind, geprägt. Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf der Stabilisierung und Wachstum der Kundenbasis. Die RS2 FS ist daher als E-Geldinstitut /Zahlungsdienstleister momentan noch wie ein Startup Unternehmen zu sehen. Das Personal und die bereitgestellte Infrastruktur sowie die Abbildung der Prozesse und Strukturen, die zur Gewinnung von Kunden von Nöten sind, bedingen am Anfang einen höheren Kapitalbedarf zur Finanzierung der Anfangsverluste. Etwaiger Kapitalbedarf, der zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts sowie dessen Wachstum benötigt wird, wird durch Kapitaleinlagen der Muttergesellschaft gedeckt.

Die RS2 FS schloss das Geschäftsjahr 2023 mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von -1.860 TEUR (Vorjahr -1.391 TEUR) ab. Die Vorjahresprognose von einem 5-10% Verlust über dem von 2022 konnte nicht eingehalten werden. Im Wesentlichen dafür verantwortlich waren die höheren Kosten für die Principle Membership bei den Kartenorganisationen Visa und MasterCard als geplant. Ebenso führte die um drei bis sechs-monatige verspäteten Vertriebsaktivitäten bei der Kundengewinnung zu einem schlechteren Ergebnis als geplant. Diese Verzögerung hat man bewusst in Kauf genommen, um die Neukunden direkt auf die eigene BIN aufzuschalten, um sie nicht später von der BIN- Sponsoring migriere zu müssen.

Position (alle Werte in TEUR) 2023 2022 Delta Delta in%
Zinsergebnis -1 -1 -1 -44%
Laufende Erträge 0 0 0 0%
Provisionserträge 207 14 193 >100%
Provisionsaufwendungen -165 -3 -162 >100%
Sonstige betriebliche Erträge 653 814 161 -20%
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen -2.481 -2.163 -318 15%
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen -70 -52 -18 35%
Sonstige betriebliche Aufwendungen -4 0 -4 >100%
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -1.860 -1.391 -469 34%
Außerordentliche Erträge und Aufwendungen 0 0 0 0%
Steuern 0 0 0 0%
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -1.860 -1.391 -469 34%

Das negative Zinsergebnis von 1 TEUR ist auf ein Inter-Company Darlehn in Höhe von 50 TEUR zurückzuführen, das mit 2,7% plus den 3 Monats EURIBOR im Jahr verzinst wird. Das Inter-Company Darlehn wurde im laufenden Geschäftsjahr 2023 zurückgeführt

Die Provisionserlöse des Unternehmens bestehen überwiegend aus den Disagioerlösen im Acquiring und den Erlösen aus sonstigen erbrachten Dienstleistungen an Kunden. Die Erlöse betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 207,0 TEUR (Vorjahr 14,0 TEUR).

Die Provisionsaufwendungen bestehen überwiegend aus den Interchange und Scheme Fees der Banken und Kreditkartenorganisationen (MasterCard, Visa) sowie den Provisionen für Partner. Die Provisionsaufwendungen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 164,5 TEUR (Vorjahr 3,0 TEUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge unterteilen sich wie folgt:

2023 2022
(TEUR) (TEUR)
Erträge aus Inter-Company Dienstleistungen 629 764
Auflösung von Rückstellungen 0 15
Verrechnung Sachbezüge und Erstattungen Aufwendungsausgleich 22 33
Sonstige Erträge 2 2
653 814

Der Rückgang der sonstigen Erträge von 814 TEUR im Vorjahr auf 653 TEUR im Geschäftsjahr 2023 resultiert im Wesentlichen aus der Verringerung der abgerechneten Inter-Company Dienstleistungen. Diese beinhalten Dienstleistungen aus den Bereichen Finanzen, Vertrieb und Strategieentwicklung, die die RS2 FS gegenüber ihren Schwesterkonzerngesellschaften geleistet hat.

Die Erträge aus der Verrechnung Sachbezüge und Erstattungen Aufwendungsausgleich resultieren im Wesentlichen aus der Verrechnung der Dienstwagenpauschale an Mitarbeiter und der Erstattung der Mitarbeiterkrankheitstage durch die Krankenkassen.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen haben sich um 318 TEUR von 2.163 TEUR im Vorjahr auf 2.481 TEUR in 2023 erhöht. Während die Lohn- und Gehaltskosten in 2023 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken sind, sind die übrigen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

Die Lohn- und Gehaltskosten sind von 1.281 TEUR in 2022 um 69 TEUR auf 1.212 TEUR in 2023 gesunken. Der geringere Personalbedarf ist im Wesentlichen auf geringere Bonuszahlungen in 2023 zurückzuführen.

Die übrigen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr (882 TEUR) um 387 TEUR auf 1.269 TEUR in 2023 gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass das Geschäftsjahr 2023 das erste volle Geschäftsjahr als Zahlungsdienstleister ist, in dem unter anderem die Kosten für die eigene BIN und der erhöhte Versicherungsbedarf aufgrund der gestiegenen Transaktionsvolumina erstmalig für ein ganzes Geschäftsjahr angefallen sind.

So musste die RS2 FS sowohl die üblichen monatlichen Gebühren der Schemes von Visa und MasterCard für die eigene BIN entrichten, als auch die anteiligen Kosten für die Schemes bei unserem BIN-Sponsor. Dessen Vertrag wurde Anfang 2023 gekündigt. Die Kosten sind aber noch anteilig für die ersten 5 Monate angefallen. Der Kostenblock für die nicht transaktionsgebundenen Gebühren der Schemes belief sich auf 466 TEUR in 2023 (Vorjahr 324 TEUR).

Die Versicherungsprämien und Beiträge stiegen gegenüber dem Vorjahr um 17 TEUR auf 48 TEUR.

Um die gestiegenen Anforderungen an den Kundenservice, die Buchhaltung und das Controlling abzudecken, hat die RS2 FS Verbesserungen und Weiterentwicklungen bei den Bankworks Applikationen vorgenommen. Dies führte zu Mehraufwendungen von 158 TEUR gegenüber dem Vorjahr.

Die um 56 TEUR höheren Beratungs- und Prüfungskosten in 2023 gegenüber dem Vorjahr resultieren aus dem Tatbestand, dass die RS2 FS im Jahr 2023 ihren Prüfungsumfang, insbesondere bei der ausgelagerten internen Revision, ausgeweitet hat.

Alle anderen übrigen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr nahezu auf ähnlichem Niveau oder inflationsbedingt wie die Mietnebenkosten nur leicht gestiegen.

Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen sind im laufenden Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um 18 TEUR gestiegen und belaufen sich auf 70 TEUR. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Aktivierung der Kosten und Lizenzgebühren für die Principle Membership bei Visa und MasterCard und die daraus erfolgten planmäßigen Abschreibungen sowie der Abschreibung der SoftPos App.

Finanzlage

a) Kapitalstruktur

Zum 31. Dezember 2023 belief sich das Eigenkapital der RS2 FS auf 2.495 TEUR (Vorjahr: 955 TEUR). Im Geschäftsjahr 2023 sind die Kapitalrücklagen von 4.340,0 TEUR zum 31. Dezember 2022 um 3.400 TEUR auf 7.740 TEUR zum 31. Dezember 2023 erhöht worden.

Davon wurden Einlagen in Höhe von 1.850 TEUR bereits getätigt, um den Bilanzverlust des Geschäftsjahres 2023 auszugleichen und die Liquidität der RS2 FS zu gewährleisten. Von der im Dezember beschlossenen Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von 1.800 TEUR wurden 250 TEUR im Dezember eingezahlt. Für die übrigen 1.550 TEUR besteht zum Bilanzstichtag eine Forderung aus noch nicht eingebrachten Kapitalrücklagen gegenüber unserer Muttergesellschaft.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2023 wie im Vorjahr 25,0 TEUR.

Die kurzfristigen Verbindlichkeiten weisen eine Fristigkeit von bis zu 30 Tagen auf. Sie resultieren überwiegend aus der Abwicklung von Acquiring-Zahlungsdiensten und bestehen gegenüber den Händler-Vertragspartnern. Des Weiteren bestehen kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen sowie aus Lohn-, Kirchen- und Umsatzsteuer. Diesen Verbindlichkeiten stehen sowohl Forderungen aus dem Settlement an die Kreditkartenorganisationen entgegen als auch Forderungen gegenüber Unternehmen aus dem RS2 Konzernverbund. Sowohl die Forderungen als auch die Verbindlichkeiten sind zinsloser Natur.

Gemäß unserer kurz- und mittelfristigen Finanzplanung erwarten wir, dass der zukünftige Kapitalbedarf des laufenden Geschäftes und für Investitionen in das Anlagevermögen aus den vorhandenen Eigenkapitalressourcen (inklusive dem Cash-Zufluss aus genehmigten Kapitalerhöhungen) bzw. dem Cashflow aus dem laufenden Geschäftsbetrieb gedeckt werden kann.

b) Investitionen

Im Geschäftsjahr 2023 betrugen die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 93 TEUR (Vorjahr: 217 TEUR). Hiervon entfielen auf Investitionen in immaterielle Anlagewerte 93 TEUR (Vorjahr: 214 TEUR). Der Investitionsfokus der RS2 FS lag auf dem Erwerb und der Weiterentwicklung einer SoftPos App. Desweiteren sind im Nachgang in 2023 noch Implementierungs- und Anbindungskosten für die Principle Membership bei Visa angefallen.

Die Investitionen wurden aus dem generierten Cashflow der Berichtsperiode bzw. aus den verfügbaren Barmitteln finanziert. Die anfallenden Verpflichtungen kommender Jahre sind sowohl in der mittelfristigen Budgetplanung als auch in der Liquiditätsplanung antizipiert.

c) Liquidität

Die RS2 FS war im Berichtsjahr zu jedem Zeitpunkt in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Liquiditätsengpässe sind nicht aufgetreten.

Die Liquiditätsflüsse der RS2 FS aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden kontinuierlich ermittelt und überwacht.

Vermögenslage

Geschäftsbedingt bestehen Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber den Kreditkartengesellschaften bzw. den Händlern aus dem Kreditkarten-Acquiring. Die Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Kreditkartengeschäft unterliegen starken Schwankungen und sind neben dem Transaktionsvolumen davon beeinflusst, ob das Clearing und Settlement mit den Kartenorganisationen zum Bilanzstichtag bereits erfolgt ist oder noch bevorsteht. Die Forderungen gegen Verbundene Unternehmen resultieren aus Inter-Company Dienstleistungen.

Die Eigenkapitalausstattung entspricht vollumfänglich den Anforderungen des ZAG. Zum Bilanzstichtag besteht ein über den aufsichtsrechtlichen Anforderungen liegender Eigenmittelüberschuss von 403 TEUR.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die RS2 FS befand sich ich in 2023 und befindet sich auch in 2024 nach wie vor in dem Auf- und Ausbau der Geschäftstätigkeit als Zahlungsdienstleister. Die daraus resultierenden hohen Anfangsinvestitionen in den Aufbau des Kundenstamms sowie in innovative Produkte und Prozesse sichern die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Die Bereitstellung des benötigten Cash-Flows ist durch zugesagte und genehmigte Kapitaleinlagen der Muttergesellschaft RS2 P.I.c. gesichert. Die Vermögens- und Finanzlage ist geordnet.

3. Risiko- und Chancenbericht

Die Gesamtrisiko- und -chancensituation ergibt sich aus den dargestellten Einzelrisiken und -chancen. Um diese Risiken zu kontrollieren, wurde ein umfangreiches Risikomanagementsystem geschaffen.

Als E-Geld-Institut im Sinne von § 1 Abs. 2 S.1 Nr. 1 ZAG unterliegt die RS2 FS der regulatorischen Aufsicht durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank und ist gemäß § 27 Abs. 1 ZAG verpflichtet, ein angemessenes Risikomanagementsystem vorzuhalten.

Das Management und die Steuerung sämtlicher Risiken liegen im Verantwortungsbereich der Geschäftsführung und stehen im Einklang mit der Geschäfts- und Risikostrategie. RS2 FS übernimmt Risiken, soweit sie im angemessenen Verhältnis mit der geschäftlichen Ausrichtung und der Erzielung eines wirtschaftlichen Erfolgs stehen. Kernaufgabe des zu diesem Zweck eingerichteten Risikomanagementsystems ist die unabhängige Risikoüberwachungs- und Risikosteuerungsfunktion zur Vermeidung und Minderung unerwarteter Verluste oder anderer unvorhersehbarer Einflüsse auf die Geschäftstätigkeit der RS2 FS.

Die Geschäftsführung steht in der Verantwortung für die ordnungsgemäße Geschäftsorganisation und deren Weiterentwicklung. Diese Verantwortung umfasst die Festlegung der Risikostrategie sowie die Organisationsverantwortung für die Umsetzung und die Einrichtung angemessener interner Kontrollverfahren. Dazu gehören u.a. die Aufbau- und Ablauforganisation, die Risikosteuerungsprozesse sowie die interne Revision.

Organisation des Risikomanagements

Die Geschäftsführung ist im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung für ein funktionierendes Risikomanagement verantwortlich, das dem Umfang, der Komplexität und dem Risikogehalt der betriebenen oder beabsichtigten Geschäftstätigkeit des Unternehmens entspricht. Daraus ergeben sich folgende Aufgaben der Geschäftsführer:

a)

Formulierung einer Risikostrategie und Definition der Risikoneigung der RS2 FS

b)

Förderung einer offenen Risikokultur

c)

Definition von Zielen, (Teil-)Strategien, Ausrichtungen und internen Kontrollverfahren für das Risikomanagement

d)

Regelmäßige Überprüfung und fortlaufende Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems

e)

Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen für die Umsetzung der Risikomanagement-Ziele

f)

Verpflichtung des Risikomanagers sowie der Fachverantwortlichen und Risikoeigner zur Durchführung der im Risikomanagement-Prozess beschriebenen Aktivitäten

g)

Freigabe der Risikobudgets je Organisationseinheit oder Funktion.

Die Geschäftsführung unterrichtet die Gesellschafter regelmäßig und bei wichtigem Anlass unverzüglich über die geschäftliche Entwicklung, insbesondere über die Risikolage der RS2 FS.

Die Fachverantwortlichen führen regelmäßige und bei Bedarf anlassbezogene Risikoanalysen durch. Im Rahmen von Projekten übernimmt die Projektleitung die Rolle des Fachverantwortlichen. Der Fachverantwortliche identifiziert Risiken für sein Aufgabengebiet, bewertet sie nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß und schlägt für jedes Risiko Maßnahmen zur Risikobehandlung sowie einen Risikoeigner vor. Für Risiken, die er selbst verantworten und behandeln kann, setzt er sich als Risikoeigner ein.

Der Risikoeigner ist für das Management, die Überwachung und die Kontrolle aller Aspekte eines im Risikoregister verzeichneten Risikos (inkl. der Maßnahmen zur Risikobehandlung) verantwortlich.

Wenn zur Risikobehandlung Maßnahmen eingeleitet werden müssen, ist der Risikobearbeiter im Rahmen des Maßnahmenmanagements für die Durchführung der Maßnahmen verantwortlich. Er berichtet an den Risikoeigner.

Der Risikomanager steuert alle Aktivitäten rund um das Risikomanagement der RS2 FS und wirkt bei den damit verbundenen Aufgaben mit. Er ist zuständig für die unternehmensweite Planung und Koordination des Risikomanagements der RS2 FS und bildet anlassbezogen die Schnittstelle zu den weiteren Risikomanagern der RS2 Gruppe.

Die Weiterentwicklung, Steuerung und Optimierung des bestehenden Risikomanagementsystems obliegt im Wesentlichen neben der Geschäftsführung den Risikomanagern, der Abteilungsleitung Risk in Zusammenarbeit mit den Abteilungen Controlling, Finance, Legal und dem Datenschutzbeauftragten.

Risikomanagement-Prozess

Ein funktionierendes Risikomanagement setzt voraus, dass sämtliche Risiken, die wesentlich für den Geschäftserfolg sind, ermittelt und in das Risikomanagement einbezogen werden.

Um sicherzustellen, dass bestandsgefährdende Risiken im Allgemeinen sowie operationelle und sicherheitsrelevante Risiken für die Erbringung von erlaubnispflichtigen Geschäften und die Zahlungsdienstnutzer im Besonderen frühzeitig erkannt und angemessen gesteuert werden, werden bei der RS2 FS nach einem geregelten Verfahren eine Risikoinventur durchgeführt.

Risikobetrachtungen umfassen die Identifikation, Analyse und Bewertung von Risiken, die Festlegung der Risikobehandlung sowie erforderlichenfalls die Festlegung von Maßnahmen. Sie werden sowohl terminbezogen als auch anlassbezogen bei voraussichtlicher oder akuter Änderung der Risikolage durchgeführt.

Aus den geplanten Geschäftsaktivitäten werden die für das Unternehmen relevanten Risikoarten abgeleitet und in wesentliche und nicht wesentliche Risikoarten unterteilt (Gesamtrisikoprofil). Der Umgang mit den wesentlichen Risikoarten wird in der Risikostrategie festgelegt.

Die Risikostrategie bildet das Rahmenwerk für das Risikomanagement. Sie beinhaltet neben übergreifenden risikopolitischen Grundsätzen konkrete Vorgaben für die von RS2 FS als wesentlich definierten Risikoarten (Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationelle Risiken (inkl. sicherheitsrelevanter Risiken und Geschäftsrisiken) sowie für bestehende Risikokonzentrationen. Die Risikostrategie bildet den Ausgangspunkt für das Festlegen des jeweiligen Risikobudgets.

Zur Sicherstellung der langfristigen Risikotragfähigkeit werden unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapitaldeckung Schwellenwerte festgelegt, die bei Überschreitung zu Meldungen an die Geschäftsführung führen und Handlungen oder Entscheidungsprozesse initiieren.

Die Ermittlung der Gesamtrisikolage und der Risikotragfähigkeit erfolgt durch eine ökonomische Sichtweise. Ergänzend wird für interne Zwecke eine normative (regulatorische) Sichtweise betrachtet.

Wesentliche Risiken

Die identifizierten und überwachten Risiken lassen sich wie folgt spezifizieren:

Adressenausfallrisiken

Die RS2 FS versteht unter dem Adressenausfallrisiko mögliche Wertverluste von Aktivpositionen, die durch Zahlungsunfähigkeit oder -unwilligkeit eines Schuldners verursacht werden können.

Risikobehaftete Forderungen gegenüber Händlern können u. a. aufgrund von Insolvenz, schlechter Bonität, des Geschäftsmodells des Händlers sowie durch Verstöße des Händlers gegen geltende Regularien der Kartenorganisationen verursacht werden. Um dieses Risiko zu reduzieren, wird lediglich die sogenannte Nettomethode angewendet, bei der der RS2 FS zustehende Entgelte direkt von dem an die Händler auszuzahlenden Betrag abgezogen werden, wodurch keine nennenswerte Forderungen gegenüber den Händlern entstehen. Eine Risikobegrenzung der noch offenen Forderungen erfolgt durch individuelle Sicherheitseinbehalte bzw. alternative Sicherungsmittel, wie eine verzögerte Auszahlung an den Händler oder Bankgarantien bzw. Bürgschaften der Kunden. Zudem werden die Händler vor Abschluss einer Geschäftsbeziehung einer umfassenden Bonitätsanalyse unterzogen. Die Zahlungsströme des Händlers werden regelmäßig überprüft und offene Forderungen werden kontinuierlich verfolgt.

Des Weiteren unterliegt die RS2 FS insbesondere dem Ausfallrisiko von Forderungen gegenüber Kreditinstituten. Diese Risikopositionen können aufgrund des Geschäftsmodells leider nicht ausreichend mitigiert werden und müssen von der RS2 FS akzeptiert werden. Diese Ausfallrisiken werden deshalb durch eine ausreichende Kapitaldeckung abgesichert.

Marktpreisrisiken

Die RS2 FS ist zu hundert Prozent durch Eigenkapital der Gesellschafter finanziert, wodurch Marktpreisänderungen von Zinsen keine wesentliche Rolle spielen.

Die Marktpreisrisiken der RS2 FS resultieren vor allem aus der Unsicherheit über Veränderungen von Fremdwährungskursen gegenüber dem Euro, insbesondere dem US-Dollar. Aufgrund des auf den Euroraum fokussierten Geschäftsmodells wird das Risiko durch Fremdwährungskursschwankungen auf einem vernachlässigbaren Niveau gehalten. Lediglich Kautionshinterlegungen bei den Kreditkartenorganisationen unterliegen einem bilanziellen Bewertungsrisiko.

Operationelle und sicherheitsrelevante Risiken

Die RS2 FS versteht unter operationellen und sicherheitsrelevanten Risiken die Gefahr von Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren und Systemen, von Menschen oder infolge externer Ereignisse eintreten können. Operationelle und sicherheitsrelevante Risiken bestehen insbesondere aus möglichen Ausfällen von IT-Systemen, externen Dienstleistungen (Auslagerungen), Prozessversagen, Verstöße gegen Geldwäsche-, Datenschutz- und Compliance-Richtlinien, strafbaren Handlungen sowie Rechtsrisiken im Rahmen von Vertragsabschlüssen mit Händlern als auch Betrugsrisiken. Betrugsrisiken können auch durch eine vorsätzliche Handlung oder Unterlassung, die seitens eines Mitarbeiters oder eines Dritten in unredlicher Weise erfolgt, entstehen.

Zur Begrenzung dieser Risiken sind zentrale Vorgaben durch Organisationsanweisungen und Prozessbeschreibungen eingerichtet worden (z.B. Vier-Augen-Prinzip). Weitere Maßnahmen sind insbesondere die Verwendung von rechtlich geprüften Vertragsformulierungen, der Einsatz von Notfall-, IT-Sicherheits-, Datenschutz- und Geldwäschebeauftragten sowie die laufende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Einmal jährlich, sowie anlassbezogen, wird ein Operational Self-Assessment im Rahmen der Risikoinventur durchgeführt. Identifizierte Risiken werden nach einem einheitlichen Schema klassifiziert und auf Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß bewertet (ökonomische Perspektive). Ebenso werden sie unter Risikokonzentrationsgesichtspunkten betrachtet. Durch geeignete Maßnahmen wird gewährleistet, dass die Risiken und die evtl. vorliegenden Risikokonzentrationen unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit wirksam begrenzt und überwacht werden. Schadensfälle werden in einer Schadensfalldatenbank zentral erfasst und bei der jährlichen Risikoinventur berücksichtigt.

Um den Geschäftsbetrieb auch in Notfallsituationen sicherstellen zu können, wurden umfassende Notfall- und Betriebsfortführungspläne sowie Wiederanlaufpläne erarbeitet.

Bei der Auswahl externer Dienstleister setzt die RS2 FS insbesondere auf zuverlässige und leistungsfähige Unternehmen, die eine hohe Fachkompetenz, eine hohe Verfügbarkeit und auch Notfallpläne nachweisen können. Im Rahmen des Auslagerungsmanagements werden die Auslagerungspartner kontinuierlich überwacht.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass das Unternehmen seinen Zahlungsverpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit nicht in voller Höhe nachkommen kann. Im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements werden regelmäßig Cash-Flow-Prognosen erstellt. Um die Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen, unterhält die RS2 FS stets eine angemessene Liquiditätsreserve. Zudem werden ausgewählte Frühwarnindikatoren in Form von Limits von Eigenmittelbeständen zur Zahlungsfähigkeit regelmäßig überwacht.

Chancen

Die Zahlungsverkehrsbranche ist seit einigen Jahren dynamisch, gekennzeichnet durch teilweise zweistellige Wachstumsraten und einen immer schnelleren technologischen Fortschritt, wie er in kaum einer anderen Branche zu beobachten ist.

Für RS2 FS sehen wir insbesondere Chancen aus der fortschreitenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie dem anhaltenden starken Wachstum im eCommerce und im Bereich SoftPOS. Die größte Wachstumschance sehen wir in einer konsequenten Fortführung unseres Fokus auf den Partnerkanal begleitet von weiteren Investitionen in die Digitalisierung des Onboardings und des Customer Service. Zudem sehen wir gute Chancen im Bereich Key Accounts mit Blick auf SoftPOS und x-border Lösungen.

4. Prognosebericht

Vor dem Hintergrund des grundsätzlich anhaltenden Marktwachstums in Folge zunehmender Akzeptanz von bargeldlosen Bezahllösungen bei Konsumenten sind die Geschäftsaussichten in der Zahlungsverkehrsbranche weiterhin positiv zu bewerten. Mit der Implementierung des Partnervertriebskanals, der Aufschaltung neuer Kunden im KMU Segment und der Ausdehnung der Kundenbasis auf den E-Commerce Bereich erwartet die RS2 FS deutlich steigende Transaktionsvolumina und Erträge gegenüber dem abgelaufenem Geschäftsjahr 2023. Dieser positive Trend ist bereits in den ersten Wochen des Jahres 2024 zu sehen. Im Januar und Februar lagen sowohl neu aufgeschaltete Akzeptanzstellen, als auch Transaktionszahlen und Transaktionsvolumina über den Erwartungen. Gleiches gilt für die Anzahl der aufgeschalteten und gewonnenen Partner.

Für die folgenden Geschäftsjahre erwartet die RS2 FS eine positive Entwicklung des Unternehmens mit einer überdurchschnittlichen Umsatzentwicklung. Aufgrund des kontinuierlichen Ausbaus der Kundenbasis und Umsetzung der Wachstumsstrategie rechnet die RS2 FS für die nächsten beiden Geschäftsjahre weiterhin mit Anfangsverlusten. In 2024 wird aufgrund von Investitionen in den Vertriebsausbau weiter mit einem negativen Jahresergebnis geplant. Dieses wird gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 um 10-15% leicht verbessert ausfallen. Der Kapitalbedarf wird durch Cash-Zuflüsse mittels bereits genehmigter Kapitaleinlagen durch die Muttergesellschaft gedeckt.

RS2 FS investiert auch weiterhin in innovative Lösungen, mit dem Ziel, einen Mehrwert für unsere Kunden, Partner und Gesellschafter zu schaffen. Hierbei setzen wir auf Faktoren wie Stabilität, Sicherheit und Integrität, um die Zukunft der RS2 FS positiv zu gestalten.

 

Neu-Isenburg, 3. Mai 2024

Die Geschäftsführung

Ulrike Schäffter

Jens Mahlke

Jahresbilanz zum 31.12.2023

der RS2 Financial Services GmbH

Aktivseite

2023 Vorjahr
EUR EUR EUR (in EUR)
1. Barreserve - -
2. Forderungen an Kreditinstitute 1.467.123,96 599.836,40
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 1.316.408,38 537.636,50
davon auf Treuhandkonten 741.455,70 65.339,43
b) aus sonstiger Tätigkeit 150.715,58 62.199,90
aa) täglich fällig 150.715,58 62.199,90
bb) andere Forderungen - -
3. Forderungen an Kunden 1.778.382,76 309.935,18
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 16.530,55 -
aa) aus Provisionen 16.530,55 -
bb) aus Krediten - -
b) aus sonstiger Tätigkeit 1.761.852,21 309.935,18
9. Immaterielle Anlagewerte: 486.316,11 459.990,33
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 486.316,11 459.990,33
aa) selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 81.267,62 117.386,56
bb) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 405.048,49 342.603,77
cc) Geschäfts- oder Firmenwert - -
dd) geleistete Anzahlungen - -
b) aus sonstiger Tätigkeit
10. Sachanlagen 15.851,66 19.501,39
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld - -
b) aus sonstiger Tätigkeit 15.851,66 19.501,39
13. Sonstige Vermögensgegenstände 8.868,87 20.348,51
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 6.403,37 -
b) aus sonstiger Tätigkeit 2.465,50 20.348,51
14. Rechnungsabgrenzungsposten 83.535,23 71.515,23
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 65.192,98 18.598,54
b) aus sonstiger Tätigkeit 18.342,25 52.916,69
Summe der Aktiva 3.840.078,59 1.481.127,04

Passivseite

2023 Vorjahr
EUR EUR EUR (in EUR)
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitute 6.825,50
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 6.825,50
aa) davon: täglich fällig - 6.825,50
bb) davon: mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - -
b) aus sonstiger Tätigkeit
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 903.563,54 142.372,86
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 743.408,76 63.881,37
aa) davon: zur Ausführung von Zahlungsvorgängen 743.408,76 63.881,37
bb) darunter: auf Zahlungskonten - -
b) aus sonstiger Tätigkeit 160.154,78 78.491,49
4. Sonstige Verbindlichkeiten 20.787,95 57.494,46
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 15.009,01 19.839,61
b) aus sonstiger Tätigkeit 5.778,94 37.654,85
6. Rückstellungen 420.651,89 266.025,84
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen -
b) Steuerrückstellungen -
c) andere Rückstellungen 420.651,89 266.025,84
aa) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 351.574,40 191.311,42
bb) aus sonstiger Tätigkeit 69.077,49 74.714,42
8. Nachrangige Verbindlichkeiten - 53.065,96
a) aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld - -
b) aus sonstiger Tätigkeit 53.065,96
11. Eigenkapital 2.495.075,21 955.342,42
a) Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
b) Kapitalrücklage 7.740.000,00 4.340.000,00
c) Gewinnrücklagen
d) Bilanzgewinn / Bilanzverlust laufendes Jahr - 5.269.924,79 - 3.409.657,58
Summe der Passiva 3.840.078,59 1.481.127,04

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2023 bis 31.12.2023

YtD 2023 Vorjahr
EUR EUR EUR EUR (in EUR)
1. Zinserträge - -
2. Zinsaufwendungen 839,14 1.490,96
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 839,14 1.490,96
5. Provisionserträge 207.013,09 13.965,47
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 206.992,98 11.260,83
b) aus sonstigen Tätigkeiten 20,11 2.704,64
6. Provisionsaufwendungen 164.506,60 3.023,92
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 164.506,60 3.023,92
b) aus sonstigen Tätigkeiten - -
7. Sonstige betriebliche Erträge 653.451,68 813.761,02
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 653.451,68 813.761,02
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen 2.480.861,00 2.163.072,59
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 1.858.968,54 1.397.020,13
aa) Personalaufwand 801.930,59 743.554,05
aaa) davon: Löhne und Gehälter 680.713,65 638.819,59
bbb) davon: Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 121.216,93 104.734,46
darunter: für Altersvorsorge 94.000,09
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 1.057.037,95 653.466,08
b) aus sonstigen Tätigkeiten 621.892,46 766.052,46
aa) Personalaufwand 410.037,40 537.404,41
aaa) davon: Löhne und Gehälter 348.694,45 461.492,82
bbb) davon: Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 61.342,96 75.911,59
darunter: für Altersvorsorge 68.131,31
bb) andere Verwaltungsaufwendungen 211.855,06 228.648,05
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 69.823,97 51.737,46
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 66.174,21 44.347,84
b) aus sonstigen Tätigkeiten 3.649,76 7.389,62
10 Sonstige betriebliche Aufwendungen 4.287,27 -
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld 4.287,27 -
b) aus sonstigen Tätigkeiten - -
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit - 1.859.853,21 - 1.391.598,44
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - 1.886.943,64 -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 27.090,43 - 1.391.598,44
21. Sonstige Steuer, soweit nicht unter Posten 1000 ausgewiesen 414,00 -
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - -
b) aus sonstigen Tätigkeiten 414,00 -
24. Jahresüberschuss / Jahresfehlbetrag - 1.860.267,21 - 1.391.598,44
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - 1.886.943,64 - 1.433.131,06
b) aus sonstigen Tätigkeiten 26.676,43 41.532,62
25. Gewinnvortrag / Verlustvortrag aus dem Vorjahr - 3.409.657,58 - 2.018.059,14
a) aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld - 1.433.131,06 -
b) aus sonstigen Tätigkeiten - 1.976.526,52 - 2.018.059,14
31. Bilanzgewinn / Bilanzverlust - 5.269.924,79 - 3.409.657,58

Anhang zum 31.12.2023

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Angaben

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

3. Erläuterungen zur Bilanz

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

5. Sonstige Angaben

1. Allgemeine Angaben

Die RS2 Financial Services GmbH (im Folgenden kurz "RS2 FS" oder "die Gesellschaft") hat ihren Sitz in Neu-Isenburg und wird beim Amtsgericht Offenbach unter der Handelsregisternummer HRB 51924 geführt. Sie ist eine 100% Tochtergesellschaft der RS2 Merchant Services Europe GmbH (Neu-Isenburg), die wiederum eine 100% Tochtergesellschaft der in Malta an der Börse notierten RS2 p.l.c. (vormals RS2 Software p.l.c.) mit Sitz in Mosta auf Malta ist.

Die RS2 FS erhielt am 11. Februar 2022 die Erlaubnis zur Erbringung des E-Geld-Geschäftes nach § 11 Abs. 1 ZAG. Gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 1 ZAG umfasst die erteilte Erlaubnis hierbei die Erbringung aller Zahlungsdienste im Sinne des § 1 Abs. 1 ZAG sowie weitere Tatbestände (vgl. § 11 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 ZAG). Die Geschäftsaufnahme zur Erbringung des E-Geld-Geschäftes nach § 11 Abs. 1 ZAG erfolgte am 14. Februar 2022.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgt nach den allgemeinen Rechnungslegungsvorschriften des HGB unter besonderer Berücksichtigung der Gliederungsvorschriften gem. RechZahlV, sowie den ergänzenden Vorschriften des HGB für Finanzdienstleistungsinstitute (§§ 340 ff. HGB).

Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr.

Der Unterteilung der verschiedenen Bilanz- und GuV-Positionen nach Zahlungsdiensten und sonstigen Tätigkeiten weist die Gesellschaft die folgenden Geschäftstätigkeiten zu:

a)

aus Zahlungsdiensten: alle dem Acquiringgeschäft zuordenbaren Geschäftsvorfälle

b)

sonstige Tätigkeiten: alle sonstigen Geschäftsvorfälle.

Im Rahmen der allgemeinen Verwaltungsaufwendungen und sonstiger nicht direkt zuordenbarer Geschäftstätigkeiten wurden die entsprechenden Aufwendungen und Erträge anhand eines ermittelten Verteilungsschlüssels zugeordnet.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten wird durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen bzw.

pauschaler Abschläge Rechnung getragen. Gemäß § 256a HGB werden auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet und bei Bedarf abgewertet. Pauschalrisiken nach IDW BFA 7 sind aus Wesentlichkeitsgründen nicht gebildet worden.

Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte sind zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, über eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Erworbene Lizenzen, Zertifikate und aktivierte Aufwendungen zum Erlangen des Principle Member Status bei VISA und MasterCard werden über 15 Jahre abgeschrieben.

Selbsterstellte immaterielle Anlagewerte sind zu Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, über eine Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren um planmäßige Abschreibungen vermindert bzw. zu niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die planmäßigen Abschreibungen bei den immateriellen Anlagewerten sowie den Sachanlagen werden linear vorgenommen, im Zugangsjahr pro rata temporis.

Bei Anschaffungskosten bis 800 EUR pro Vermögensgegenstand erfolgt eine Buchung direkt in den Aufwand.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen. Auf der Passivseite werden als Rechnungsabgrenzungsposten Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Ertrag für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Die Steuerrückstellungen und die anderen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt.

Soweit relevant, werden für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

Forderungen an Kreditinstitute

Die ausgewiesenen Forderungen gegenüber Kreditinstitute der RS2 FS belaufen sich auf 1.467,1 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 599,8 TEUR). Davon entfallen 741,5 TEUR (Vorjahr 65,3 TEUR) auf Treuhandkonten, auf denen die Gelder verwahrt werden, die zur Auszahlung an Kunden bestimmt sind. Diese sind täglich fällig. Als Cash Collateral wurden bei den Kreditkartenorganisationen zum Bilanzstichtag insgesamt 224,9 TEUR (Vorjahr 89,2 TEUR) hinterlegt. Diese Vermögensgegenstände werden in Fremdwährungen (USD) gehalten. Für MasterCard wurde in 2022 ein Cash Collateral in Höhe von 89,2 TEUR (100 TUSD) hinterlegt. Für Visa wurde zum Bilanzstichtag 2023 Werte in Höhe von 135,7 TEUR (150 TUSD) auf ein entsprechendes Bankkonto gehalten. Weitere 500,7 TEUR sind Guthaben auf den Bankkonten (Vorjahr 412,2 TEUR). Diese werden als flüssige Mittel vorgehalten, um den Anforderungen der Eigenmittel nach § 1 Abs. 29 ZAG i.V.m. Artikel 26 der CRR gerecht zu werden und den Zahlungsverpflichtungen des operativen Geschäfts nachzukommen. Von den 500,7 TEUR Guthaben auf den Bankkonten (Vorjahr 412,2 TEUR) sind täglich fällig 150,7 TEUR (Vorjahr 62,2 TEUR)

Die Forderungen gegenüber den Kartenorganisationen in Höhe von 16,5 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 33,1 TEUR). Diese werden seit dem Geschäftsjahr 2023 nicht mehr als Forderungen gegnüber Kreditinstitute geführt, sondern werden nun als Forderungen gegenüber Kunden ausgewiesen.

Forderungen an Kunden

Bei Forderungen an Kunden handelt es sich um Forderungen gegenüber Vertragspartnern aus dem Acquiringgeschäft und Kartenorganisationen sowie denen aus sonstigen Tätigkeiten. Sie betragen 228,4 TEUR zum 31.Dezember 2023 (Vorjahr 309,9 TEUR).

Die Forderungen gegenüber Vertragspartnern aus dem Acquiringgeschäft sind Null zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr Null), da die Gesellschaft bei den bestehenden Kunden die Netto Abrechnungsmethode anwendet.

Die Forderungen gegenüber den Kartenorganisationen betragen 16,5 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 33,1 TEUR - in 2022 geführt unter Forderungen gegenüber Kreditinstituten). Hierbei handelt es sich um Forderungen aus dem Clearing & Settlement, die taggleich bzw. maximal mit zwei Tagen Valuta ausgeglichen werden.

Die Forderungen aus sonstigen Tätigkeiten sind Forderungen aus erbrachten Dienstleistungen gegenüber Gesellschaften aus der RS2 Gruppe. Sie betragen 211,8 TEUR zum 31.Dezember 2023 (Vorjahr 309,9 TEUR). Diese sind in der Regel innerhalb von 3 Monaten fällig.

Des Weiteren hat die RS2 FS noch Forderungen gegenüber ihrer Muttergesellschaft, der RS2 Merchant Services Europe GmbH in Höhe von 1.550 TEUR aus der im Dezember 2023 beschlossenen Kapitaleinlage in die Kaitalrücklage in Höhe von 1.800 TEUR. Die ausstehenden Kapitaleinlagen werden in 2024 bei Bedarf zugeführt.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Sie betragen 502,2 TEUR zum 31.Dezember 2023 (Vorjahr 479,5 TEUR).

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände sind mit 8,9 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 20,3 TEUR) ausgewiesen. Sie beziehen sich auf Forderungen gegenüber dem Finanzamt aus der Umsatzsteuervorauszahlung des laufenden Jahres 8,4 TEUR sowie Forderungen gegenüber den Krankenkassen in Höhe von 0,5 TEUR. Die sonstigen Forderungen in 2022 bestanden im Wesentlichen aus einem kurzfristigen Darlehen an die RS2 Zahlungssysteme GmbH in Höhe von 20 TEUR, welches im Januar 2023 zurückgeführt worden ist.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten resultieren aus Eingangsrechnungen, die bereits gezahlt wurden, deren Aufwand jedoch erst in der Zukunft entstehen wird. Im Wesentlichen sind das Versicherungsbeiträge und Softwarelizenzen. Sie betragen 83,5 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 71,5 TEUR).

Passiva

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 0 EUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 6,8 TEUR). Im Vorjahr waren unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auch die Verbindlichkeiten gegenüber den Kartenorganisationen ausgewiesen. Diese wurden im Geschäftsjahr 2023 umgegliedert in die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

Die Position umfasst Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Vertragspartnern aus dem Acquiringgeschäft, den Kartenorganisationen und um Verbindlichkeiten aus Liefer- und Leistungsbeziehungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden aus dem Acquiringgeschäft betragen 743,4 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 63,9 TEUR). Diese sind täglich oder wöchentlich fällig.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kartenorganisationen betragen 0 EUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 6,8 TEUR - in 2022 unter Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten ausgewiesen). Diese sind täglich fällig.

Die Verbindlichkeiten aus Liefer- und Leistungsbeziehungen betragen 160,2 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 78,5 TEUR). Diese sind innerhalb von 3 Monaten fällig.

Sonstige Verbindlichkeiten

Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen 20,8 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 57,5 TEUR). Sie beinhalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Lohn- und Sozialversicherungen, Lohn- und Kirchensteuer sowie Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Diese sind innerhalb von 30 Tage fällig.

Die Verbindlichkeiten aus Lohn- und Sozialversicherungen betragen 3,4 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 0 EUR).

Die Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer betragen 15,7 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 31,3 TEUR).

Die Verbindlichkeiten aus ausstehender Umsatzsteuer betragen 0 EUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 25,5 TEUR).

Die übrigen sonstigen Verbindlichkeiten betragen 1,7 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 0,7 TEUR).

Rückstellungen

Die Rückstellungen betragen 420,7 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 266,0 TEUR). Sie setzen sich aus Personalrückstellungen und anderen Rückstellungen zusammen. Aufgrund der Verluste in 2022 und 2023 sind keine Steuerrückstellungen in 2022 und 2023 gebildet worden. Eine Auflistung der Rückstellung nach Zahlungsdiensten und sonstigen Tätigkeiten befindet sich in der Anlage.

Personalrückstellungen

Die Personalrückstellungen unterteilen sich in Rückstellungen für nicht genommenen Urlaub und Bonusrückstellungen für Bonuszahlungen an die Mitarbeiter.

Die Urlaubsrückstellungen betragen 25,7 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 10,6 TEUR).

Die Bonusrückstellungen betragen 138,6 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 122,8 TEUR).

Andere Rückstellungen

Die anderen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für Liefer- und Leistungsbeziehungen sowie Rückstellungen für Prüfungs- und Abschlusskosten des Jahresabschlusses 2023.

Die Rückstellungen für Liefer- und Leistungsbeziehungen betragen 187,3 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 70,5 TEUR). Die höheren Rückstellungen für Liefer- und Leistungsbeziehungen sind im Wesentlichen aufgrund der Erweiterungen in Bankworks und den gestiegenen Provisionsrückstellungen zurückzuführen.

Rückstellungen für Liefer- und Leistungsbeziehungen 2023 2022
TEUR TEUR
Mastercard/Visa/Trust Payment 26,5 29,7
BankWorks 96,0 8,5
CRM System 3,1 13,9
Provisionen 46,6 18,0
Sonstige 15,1 0,4
Summe 187,3 70,5

Die Rückstellungen für Prüfungs- und Abschlusskosten für den Jahresabschluss betragen 69,1 TEUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 62,1 TEUR). Die leicht höheren Rückstellungen gegenüber dem Vorjahr resultieren aus dem Tatbestand, dass die RS2 FS im Jahr 2023 ihren Prüfungsumfang insbesondere bei der internen Revision ausgeweitet hat.

Nachrangige Verbindlichkeiten

Die Position betrifft Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen aus einem Inter- Company Darlehen der Muttergesellschaft RS2 p.l.c. in Höhe von 53,1 TEUR inklusiver Zinsen. Das Darlehen ist im Geschäftsjahr 2023 zurückbezahlt worden. Das Inter-Company Darlehen war nachrangig gegenüber den anderen Verbindlichkeiten. Die nachrangigen Verbindlichkeiten betragen 0 EUR zum 31. Dezember 2023 (Vorjahr 53,1 TEUR).

Eigenkapital

Bilanzgewinn/ -verlust

Da die RS2 Financial Services GmbH als E-Geldinstitut /Zahlungsdienstleister momentan noch wie ein Startup Unternehmen zu sehen ist, ist ein höherer Kapitalbedarf zur Finanzierung der Anfangsverluste von Nöten. Etwaiger Kapitalbedarf, der zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts sowie dessen Wachstum benötigt wird, wird durch Kapitaleinlagen der Muttergesellschaft gedeckt. Diesbezüglich hat die RS2 MS im Dezember 2023 eine Einlage in die Kapitalrücklage in Höhe von 1.800 TEUR beschlossen. Davon wurden zum Bilanzstichtag 250 TEUR bereits einbezahlt.

Der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2023 beträgt 1.860,3 TEUR (Vorjahr 1.391,6 TEUR). Der Verlustvortrag beläuft sich auf 3.409,7 TEUR (Vorjahr 2.018,1 TEUR).

Der Verlust wurde durch Einzahlungen der Gesellschafterin in die Kapitalrücklage kompensiert. Im Geschäftsjahr 2023 sind die Kapitalrücklagen von 4.340,0 TEUR zum 31 Dezember 2022 um ,3.400 TEUR auf 7.740 TEUR zum 31. Dezember 2023 erhöht worden.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2023 wie im Vorjahr 25,0 TEUR.

Das Eigenkapital beläuft sich zum 31. Dezember 2023 auf 2.495,1 TEUR (Vorjahr 955,3 TEUR).

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Provisionserträge und Provisionsaufwendungen

Die Provisionserträge der RS2 FS setzen sich zum überwiegenden Teil aus den für die Akzeptanz der Zahlungstransaktionen zu leistenden Provisionen (Disagien) für die mit der RS2 FS abgerechneten Kartenumsätze zusammen.

Grundlage des Geschäfts und der Acquiring-Lizenz sind Vereinbarungen der RS2 FS mit den internationalen Kartenorganisationen. Die Provisionsaufwendungen, die von den Kartenorganisationen für die kartenausgebende Seite eingezogen werden, basieren auf den internationalen "Rules & Regulations" der Kartenorganisationen. Des Weiteren fallen Provisionsaufwendungen für Partner an, die auf die Vermittlung von Kunden entfallen.

Aufgliederung der Erträge

nach geographischen Märkten

Umsätze werden mit 99,8% überwiegend aus Deutschland erzielt. Die restlichen 0,2% wurden in Österreich erzielt.

nach Geschäftstätigkeit

2023 2022
TEUR TEUR
Provisionserträge aus Zahlungsdiensten 207 11
Provisionserträge aus sonstigen Tätigkeiten 0 3
Summe 207 14

Die Provisionserträge aus sonstigen Tätigkeiten resultieren aus Provision für vermittelte Zahlungsvolumina an dritte Zahlungsdienstleister.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge unterteilen sich wie folgt:

2023 2022
TEUR TEUR
Erträge aus Inter-Company Dienstleistungen 629 764
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 15
Verrechnung Sachbezüge und Erstattungen
Aufwendungsausgleich 22 33
Sonstige Erträge 2 2
Summe 653 814

Die Erträge aus Inter-Company Dienstleistungen betreffen Dienstleistungen in den Bereichen Finanzen, Vertrieb und Strategieentwicklung, die die RS2 FS für Schwestergesellschaften im Konzern geleistet hat. Insgesamt wurden aus Inter-Company Dienstleistungen 395 TEUR (Vorjahr 534 TEUR) gegenüber unserer Muttergesellschaft RS2 p.l.c. auf Malta erbracht. Die restlichen sonstigen betrieblichen Erträge sind in Deutschland erzielt worden.

Allgemeine Verwaltungsaufwendungen

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen in 2023 betragen 2.481 TEUR (Vorjahr 2.163 TEUR). Für Zahlungsdienste wurden 1.859 TEUR (Vorjahr 1.397 TEUR) und 622 TEUR (Vorjahr 766 TEUR) für die sonstigen Tätigkeiten aufgewendet.

Unter die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen fallen insbesondere Aufwendungen für Personal in Höhe von 1.212 TEUR (Vorjahr: 1.281 TEUR) und andere allgemeine Verwaltungsaufwendungen in Höhe von 1.269 TEUR (Vorjahr 882 TEUR). Für Zahlungsdienste sind 802 TEUR Personalkosten sowie 1.057 TEUR andere allgemeine Verwaltungsaufwendungen angefallen. Die Aufwendungen für sonstige Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2023 beinhalteten 410 TEUR Personalkosten sowie 212 TEUR andere allgemeine Verwaltungsaufwendungen.

Die anderen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen unterteilen sich wie folgt nach aus Zahlungsdiensten (ZD) und aus sonstigen Tätigkeiten (sT):

2023 2022
TEUR TEUR
Softwarelizenzen (ZD) 32 26
Softwarelizenzen (sT) 16 19
Werbe- und Reisekosten (ZD) 18 3
Werbe- und Reisekosten (sT) 10 2
KFZ Betriebskosten (ZD) 13 9
KFZ Betriebskosten (sT) 6 7
Leasingaufwendungen (ZD) 46 39
Leasingaufwendungen (sT) 24 27
Büromiete, Büronebenkosten (ZD) 73 63
Büromiete, Büronebenkosten (sT) 37 44
Versicherung und Beiträge (ZD) 32 18
Versicherung und Beiträge (sT) 16 13
Abschluss- und Prüfkosten (ZD) 95 47
Abschluss- und Prüfkosten (sT) 42 33
Rechtsberatungskosten (ZD) 6 13
Rechtsberatungskosten (sT) 3 9
Fremd- und Dienstleistungen (ZD) 85 67
Fremd- und Dienstleistungen (sT) 41 46
Personalbeschaffung und Fortbildung (ZD) 18 20
Personalbeschaffung und Fortbildung (sT) 9 14
Aufwendungen für MasterCard/Visa (ZD) 466 324
Aufwendungen für Bankworks 158 -
Sonstige Aufwendungen (ZD) 16 23
Sonstige Aufwendungen (sT) 7 16
Summe aus Zahlungsdiensten 1.057 653
Summe aus sonstigen Tätigkeiten 212 229
Gesamtsumme 1.269 882

Die Werbe- und Reisekosten sind gegenüber dem Vorjahr aufgrund von vermehrten Vermarktungskampagnen bei den Zahlungsdienstleistungen gestiegen. Die Miet- und Raumaufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr aufgrund höheren Energiekosten gestiegen. Die deutlich gestiegenen Transaktionsvolumina in 2023 gegenüber dem Vorjahr führten dazu, dass das Risiko für etwaige Schadensfälle ebenfalls gestiegen ist. Um sich gegen etwaige Schadensfälle abzusichern, haben sich die Versicherungsbeiträge ebenfalls erhöht. Die höheren Beratungs- und Prüfungskosten gegenüber dem Vorjahr resultieren aus dem Tatbestand, dass die RS2 FS im Jahr 2023 ihren Prüfungsumfang, insbesondere bei der ausgelagerten internen Revision, ausgeweitet hat. Die Rechtsberatungskosten sind gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen. Die Fremd- und Dienstleistungskosten sind in 2023 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Dies hängt mit der Tatsache zusammen, dass die RS2 FS weitere Dienstleistungen für die Verbesserung und Weiterentwicklung des CRM-System und die Anbindung von Partnern aufgewendet hat.

Die Aufwendungen für die allgemeinen Kosten der Kartenorganisationen MasterCard und Visa betrugen im Geschäftsjahr 2023 466 TEUR (Vorjahr 324 TEUR). Diese Kosten sind den anderen allgemeinen Verwaltungsaufwendungen aus Zahlungsdiensten zuzuordnen. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der Tatsache, dass das Geschäftsjahr 2023 das erste Geschäftsjahr ist, in dem die Kosten für die Principle Member Ship bei den Kartenorganisationen für ein ganzes Jahr angefallen sind.

Um die gestiegenen Anforderungen an den Kundenservice, die Buchhaltung und das Controlling abzudecken, hat die RS2 FS Verbesserung und Weiterentwicklung bei den Bankworks Applikationen vorgenommen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Geschäftsjahr 2023 4,3 TEUR (Vorjahr 0 EUR). Sie resultieren aus Währungsverlusten, aufgrund der Abwertung der in USD gehaltenen Cash Collaterals von Visa.

5. Sonstige Angaben

Zahlungsvolumen und Vorgänge

Im Berichtsjahr wurden im Auftrag von unterschiedlichen Kunden über die Gesellschaft ein Zahlungsvolumen von 16.644 TEUR (Vorjahr 976,3 TEUR) mit 461,3 Tausend Transaktionen (Vorjahr 33,3 Transaktionen) abgewickelt.

Angaben gemäß § 285 Ziff. 3a HGB (finanzielle Verpflichtungen)

Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind (in TEUR)

2024 2025 2026
Serviceverträge 87,1 41,3 41,3
Mietverträge 99,6 99,6 99,6
GESAMT 186,7 140,9 140,9

Die Serviceverträge beinhalten auch den Dienstleistungsvertrag mit der Infor Deutschland GmbH über unsere Buchungssoftware SUN (pro Jahr 45,8 TEUR). Der Vertrag läuft in 2025 nach 5 Jahren aus. Die RS2 FS strebt eine Verlängerung des Vertrages ab 2025 um weitere 3 bis 5 Jahre an.

Geschäftsführung

Als Geschäftsführer sind bestellt Ulrike Schäffter und Jens Mahlke. Beide Geschäftsführer sind auch bei weiteren Gesellschaften der RS2 Gruppe als Geschäftsführer bestellt. Von der RS2 FS haben sie für Ihre Geschäftsführertätigkeit kein Honorar in 2023 und im Vorjahr erhalten.

Anzahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter

Im Jahresdurchschnitt waren 11,9 (Vorjahr 12,0) Arbeitnehmer beschäftigt.

Wirtschafts- /Abschlussprüfer

Als Abschlussprüfer für den Jahresabschluss 2023 wurde die PKF TREUWERK AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestellt. Das Honorar für die Abschlussprüfung beträgt 50,0 TEUR (Vorjahr 45,0 TEUR).

Verwendung des Jahresergebnisses

Im Geschäftsjahr 2023 wurde ein Verlust erwirtschaftet, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll.

 

Neu-Isenburg, 3. Mai 2024

Die Geschäftsführung

Ulrike Schäffter

Jens Mahlke

Rückstellungsspiegel 2023

01.01.2023 Zuführung Auflösung Verbrauch 31.12.2023
Euro Euro Euro Euro Euro
1. Personalrückstellungen
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E- Geld 82,744 82,744 118.639
Urlaub- und Bonusrückstellungen 82,744 118.639 82,744 118.639
aus sonstigen Tätigkeiten 50,714 638 50,714 45.679
Urlaub- und Bonusrückstellungen 50,714 45.679 50,714 45.679
Summe Rückstellung Personalkosten 133,458 164.318 133,458 164.318
2. Rückstellung Abschluss-u. Prüfungskosten
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E- Geld 38,490 49.861 38,490 49.861
Jahresabschlusskosten 27,900 36.100 27,900 36.100
Internes Audit 2023 10,590 13.761 10,590 13.761
aus sonstigen Tätigkeiten 23,590 19.199 23,590 19.199
Jahresabschlusskosten 17,100 13.900 17,100 13.900
Internes Audit 2023 6,490 5.299 6,490 5.299
Summe Rückstellung Abschluss-u. Prüfungskosten 62,080 69.060 62,080 69.060
3. sonstige Rückstellungen
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E- Geld 70,078 183.074 70,078 183.074
operative Aufwendungen 70,078 172.167 70,078 172.167
sonstige betriebliche Aufwendungen 10.907 10.907
aus sonstigen Tätigkeiten 410 4.200 410 4.200
allgemeine Verwaltungsaufwendungen
sonstige betriebliche Aufwendungen 410 4.200 410 4.200
Summe sonstige Rückstellungen 70,488 187.274 70,488 187.274
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 191,312 351.574 191,312 351.574
aus sonstiger Tätigkeit 74,714 69.078 74,714 69.078
Gesamt 266,026 420.652 266,026 420.652

Anlagenspiegel 2023

AHK Anfangsbestand Aktuelles Jahr Zugänge Akt. Jahr Abgänge Akt. Jahr Endbestand Gesamt
Immaterielle Anlagewerte 522.178 92.500 0 614.678
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 522.178 92.500 0 614.678
selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 142.478 0 0 142.478
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 379.700 92.500 0 472.200
aus sonstigen Tätigkeiten 0 0 0 0
Sachanlagen 25.955 0 0 25.955
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0 0 0 0
aus sonstigen Tätigkeiten 25.955 0 0 25.955
Gesamt 548.133 92.500 0 640.633
AfA Anfangsbestand Vorjahre Abschreibung Akt. Jahr Abgänge Akt. Jahr Abschreibung Gesamt
Immaterielle Anlagewerte -62.188 -66.174 0 -128.362
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld -62.188 -66.174 0 -128.362
selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -25.092 -36.119 0 -61.211
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten -37.096 -30.055 0 -67.152
aus sonstigen Tätigkeiten 0 0 0 0
Sachanlagen -6.453 -3.650 0 -10.103
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0 0 0 0
aus sonstigen Tätigkeiten -6.453 -3.650 0 -10.103
Gesamt -68.641 -69.824 0 -138.465
Restbuchwert Akt. Jahr Restbuchwert Vorjahr
Immaterielle Anlagewerte 486.316 459.990
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 486.316 459.990
selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 81.268 117.387
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 405.048 342.604
aus sonstigen Tätigkeiten 0 0
Sachanlagen 15.852 19.501
aus Zahlungsdiensten und der Ausgabe von E-Geld 0 0
aus sonstigen Tätigkeiten 15.852 19.501
Gesamt 502.168 479.492

A. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir den Jahresabschluss zum 31.12.2023 in der diesem Bericht als Anlage 1 bis Anlage 3 beigefügten Fassung sowie den Lagebericht zum 31.12.2023 in der diesem Bericht als Anlage 4 beigefügten Fassung mit folgendem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die RS2 Financial Services GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der RS2 Financial Services GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der RS2 Financial Services GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

Eine Verwendung des oben wiedergegebenen Bestätigungsvermerkes außerhalb dieses Prüfungsberichts bedarf unserer vorherigen Zustimmung. Bei Veröffentlichung oder Weitergabe des Jahresabschlusses in einer von der bestätigten Fassung abweichenden Form (einschließlich der Übersetzung in andere Sprachen) bedarf es zuvor unserer erneuten Stellungnahme, sofern hierbei unser Bestätigungsvermerk zitiert oder auf unsere Prüfung hingewiesen wird; wir weisen insbesondere auf § 328 HGB hin.

Die Weitergabe des Prüfungsberichtes an einen Dritten bedarf gemäß Ziff. 6 (1) der "Allgemeinen Auftragsbedingungen vom 01. Januar 2017" unserer schriftlichen Zustimmung.

 

Hannover, den 06.05.2024

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Brosig, Wirtschaftsprüferin

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