Paracelsus Klinik Scheidegg GmbH
Lotter Straße 43, 49078 Osnabrück, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Annegret Balters seit 28.11.2024 | Geschäftsführer |
Jan Kiemele seit 8.8.2023 | Geschäftsführer |
Karolin Rädler seit 25.5.2023 | Geschäftsführer |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbHOsnabrückKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück1 ÜBERBLICK ÜBER DEN KONZERN1.1 Geschäftsmodell des Konzerns 1.1.1 Geschäftsmodell Das Mutterunternehmen des Konzerns ist unter der Firma Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH mit Sitz in Osnabrück im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück unter der Nummer HRB 215608 eingetragen. Der Konzern betreibt insgesamt 10 Rehabilitationskliniken, die in 5 Tochtergesellschaften der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH geführt werden. Trotz gesellschaftsrechtlicher Trennung treten die Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH und die Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH & Co. KGaA unter der gemeinsamen Marke der Paracelsus Gesundheitsfamilie auf. In den letzten Jahren waren in der Branche Konsolidierungstrends zu erkennen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl der Kliniken deutschlandweit perspektivisch verringert und sich der Trend zu Kliniken mit einer höheren Bettenanzahl unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Tragfähigkeit fortsetzen wird. Die Rehabilitationskliniken verfügen über eine Kapazität von insgesamt 1.603 Betten und decken die Fachbereiche Onkologie, Psychosomatik, Suchtbehandlung, Orthopädie sowie Kardiologie und Pneumologie ab. Die deutsche Rentenversicherung Bund (DRV), die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), die Unfallversicherungen sowie weitere private und sonstige Versicherungen bilden die wesentlichen Kostenträger für stationäre Rehabilitationsmaßnahmen. Die DRV und GKV sind die wichtigsten Marktteilnehmer und bündeln ein Nachfrage-Volumen von insgesamt 70%. Das nachgefragte Volumen gemessen in Fallzahlen hat sich seit 2007 bis zum Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 konstant um ca. 2 Mio. stationärer Fälle p.a. bewegt. In den Jahren 2020/21 sind die Patientenzahlen pandemiebedingt auf ein Niveau von ca. 1,6 Mio. Fälle zurückgegangen. Diese pandemiebedingte Entwicklung hat auch das Jahr 2022 geprägt. Für die Kostenträger ist ein Mix aus Preis, Leistungsangebot, Qualität und Verfügbarkeit für die Kontrahierung maßgeblich. Auf Seiten der Rehabilitationskliniken ist die kontinuierliche Auslastung gemessen an der Belegungsquote der zentrale Faktor zum wirtschaftlichen Erfolg. 1.1.2 Konzernstruktur Die Konzernmuttergesellschaft Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH führt als strategische Management Holding den Konzern. Es bestehen einstufige, einhundertprozentige Beteiligungsverhältnisse an 5 operativen Tochtergesellschaften und einer Servicegesellschaft, auf die durch die Konzernmutter ein unmittelbarer, beherrschender Einfluss ausgeübt wird. Die operativen Tochtergesellschaften sind nach Standorten gegliedert und fassen in Bad Gandersheim drei Kliniken und Bad Essen vier Kliniken in einer Gesellschaft zusammen. In Scheidegg, Bad Suderode und Bad Elster wird jeweils eine Klinik pro Standort betrieben. Der Konzern zählt nach der Anzahl der Rehabilitationskliniken zu den größten 20 Trägern in Deutschland. Die 5 Tochtergesellschaften sind in Bezug auf die regionale Zuordnung über ganz Deutschland verteilt. Abbildung 1: Beteiligungsstruktur der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH zum 31.12.2022
Alle aufgeführten Tochtergesellschaften werden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konsolidierungskreis des Konzerns einbezogen. 1.1.3 Leitung und Management Die Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH führt die Geschäfte durch ihren Geschäftsführer Phillip Fröschle (CEO, seit 28. Juni 2022). Die Führung der Rehabilitationskliniken wird durch personenidentische Geschäftsführung sowie zusätzliche lokale Klinikgeschäftsführer und deren Stellvertreter sichergestellt. 1.1.4 Personal Die personelle Situation hat sich 2022 konstant entwickelt und die Inhalte des 2021 gemeinsam mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erzielten Tarifabschlusses wurden im Jahr 2022 umgesetzt. Im November 2022 wurde den Mitarbeitern der Rehabilitationskliniken und der Paracelsus-Rehabilitationskliniken Service GmbH eine freiwillige Leistung in Form einer Inflationsausgleichsprämie durch den Arbeitgeber vor dem Hintergrund der steigenden Inflation ausgezahlt. Daneben wurde für einen Teil der tarifgebundenen Mitarbeiter, vor allem in der Klinik Bad Elster und der Klinik Bad Suderode, die sogenannte "Konvergenzphase" (Abschluss der Angleichung der Vergütungen an die Entgelttabelle nach Entgelttarifvertrag) zum 31.12.2022 abgeschlossen. Im Dezember 2022 wurden für den durch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zum 31.12.2022 gekündigten Entgelttarifvertrag die Tarifverhandlungen aufgenommen. Die Beschäftigtenzahl im Gesundheitswesen betrug laut Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit im Jahr 2021 6,0 Mio. (Vorjahr 5,8 Mio.). Die Verfügbarkeit der Mitarbeiter vor allem in den sogenannten "weißen Bereichen" (Pflegekräfte, Ärzte, Mitarbeiter der medizinisch-technischen Berufe und Mitarbeiter der Funktionsdienste) bleibt angespannt und stellt die Kliniken weiterhin vor kontinuierliche Herausforderungen. 2 WIRTSCHAFTSBERICHT2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach einer mehr als ein Jahrzehnt andauernden Wachstumsphase wurde der kontinuierliche Aufwärtstrend der Deutschen Wirtschaftsentwicklung durch den Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 gebrochen. In der Folge ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt lt. Statistischem Bundesamt in den Jahren 2021 und 2022 zu einem Wachstum von 2,6% bzw. 1,9% zurückgekehrt. Die Wirtschaftsleistung bewegt sich damit um 0,7% über dem Niveau vor der Pandemie. Das Jahr 2022 war in Bezug auf das Corona-Virus vom Übergang der pandemischen in die endemische Lage und damit von der Pandemiebewältigung geprägt. Die etablierten Hygiene- und Schutzmaßnahmen wurden zum Jahresende weitgehend aufgehoben und das gesellschaftliche Leben normalisierte sich. Mit dem Ausbruch des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine im Februar 2022 entstanden die nächsten sicherheits- und außenpolitischen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen. Die vom Bundeskanzler skizzierte "Zeitenwende" bildete sich praktisch u.a. in einer Vervielfachung der Energiepreise, staatlichen Eingriffen zur Milderung der Belastung von Bürgern und Unternehmen, einem Bundeswehrsondervermögen zur Stärkung der Bündnis- und Verteidigungsfähigkeit sowie wirtschaftlichen und militärischen Hilfen an die Ukraine ab. Lieferkettenengpässe und Materialknappheit sowie Energie- und Erzeugerpreissteigerungen führten zu einem Anstieg der Verbraucherpreise. Die Inflationsrate 2022 wird vom Statistischen Bundesamt mit einem Jahresdurchschnittswert von 7,9% angegeben und zeigte einen kontinuierlichen Anstieg in der ersten Jahreshälfte auf einen Maximalwert im Oktober von 10,4%. Das Niveau zum Jahreswechsel 2023 war weiterhin deutlich erhöht (8,6%) und hebt sich damit sehr klar vom Mittelfristziel der Europäischen Zentralbank von 2,0% sowie den historischen Werten der letzten beiden Dekaden ab. Zur Verbesserung der Preisstabilität wurden der Zinssatz für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von der Europäischen Zentralbank ab der Mitte des Jahres 2022 von einem Startzins von 0% sukzessive auf einen Wert von 2,5% zum Jahreswechsel erhöht. Die Europäische Zentralbank entschloss sich damit deutlich später als die Federal Reserve Bank (USA) zu einem im Vergleich abgeschwächten Handeln. Bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses ist der Hauptrefinanzierungszins auf 3,5% angestiegen. Die öffentliche Haushaltslage hat sich in den letzten Jahren pandemiebedingt drastisch verschlechtert: Das Finanzierungsdefizit des öffentlichen Gesamthaushaltes war durch ein Negativrekordjahr 2020 mit einem Defizit von Mrd. EUR 189,2 und zwei belastenden Folgejahren mit Defiziten von Mrd. EUR 133,2 im Jahr 2021 und Mrd. EUR 127,3 im Jahr 2022 geprägt. Die gestiegenen Zinsen schränken den haushaltspolitischen Gestaltungsrahmen zukünftig weiter ein. Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der beschriebenen Krisen weiterhin widerstandsfähig. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2022 erneut um 0,6 Mio. (Vorjahr + 0,5 Mio.) gestiegen und bewegt sich auf Rekordniveau. Die Zahl der Arbeitslosen ging im Jahresdurchschnitt verglichen zum Vorjahr von 2,6 Mio. um 0,2 Mio. auf 2,4 Mio. und die Arbeitslosenquote von 5,7% auf 5,3% weiter zurück. Unerfreulich ist die Entwicklung der Krankenstände: Nach einem bereits überdurchschnittlich hohen Krankenstand von 4,3% im Jahr 2021 stieg die Quote im Jahr 2022 weiter auf 5,6% an. Dabei ist ergänzend zu berücksichtigen, dass der Krankenstand im Gesundheitswesen noch deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnitt liegt. Nur kleine Teile des Leistungsspektrums des Konzerns folgen den gängigen Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage. Die Erbringung von Rehabilitationsleistungen im klinischen Bereich sowie deren Vergütung sind in sehr engem gesundheitspolitischen und -ökonomischen Systemzusammenhang zu sehen. Die Beitragsfinanzierung ist beschäftigungs- und konjunkturabhängig und somit eng mit der makroökonomischen Gesamtentwicklung verknüpft. Außerdem beeinflussen politische Verteilungserwägungen die Budgetsituation der Kostenträger und insbesondere der Deutschen Rentenversicherung. Die wesentlichen Vertragspartner des Konzerns sind beitragsfinanzierte Kostenträger, die gegenüber ihren Beitragszahlern unter einem gesetzlichen und gesellschaftlichen Leistungszwang zur Bereitstellung von Rehabilitationsmaßnahmen stehen. Der Großteil der erbrachten Rehabilitationsleistungen erfolgt auf Basis zwingender, medizinischer Indikationen. Somit ist die Nachfrage in Bezug auf die Budgetausstattung der Kostenträger weitgehend unelastisch. Die Höhe der abzurechnenden Tagessätze und die Dauer deren Gültigkeit werden mit dem jeweiligen Kostenträger individuell verhandelt. In der Regel betragen diese ein Jahr. Die Leistungserbringung in der Rehabilitation zeichnet sich durch eine hohe Personalintensität aus. Dies wird kennzahlenseitig regelmäßig in einer branchentypischen Personalaufwandsquote größer 60 % reflektiert. Somit haben das Lohn- und Gehaltsniveau sowie deren regelmäßige Anpassung über Tarifabschlüsse starke Auswirkungen auf die Personalkosten als wichtigsten Kostenblock. 2.2 Geschäftsverlauf 2.2.1 Ertragslage Das Geschäftsjahr 2022 stellt das erste Jahr dar, in dem die Geschäftstätigkeit vollständig in der aktuellen Konzernstruktur ausgeführt wurde. Auf Grund des unterjährigen Erwerbs der Rehabilitationsklinik Bad Elster zum 31. März 2021 ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahr eingeschränkt. Der Konzernumsatz beträgt im Geschäftsjahr 2022 67,3 Mio. EUR (Vj. 65,2 Mio. EUR). Der um Umsätze des 1. Quartals der Klinik Bad Elster adjustierte Vorjahreswert beträgt 67,4 Mio. EUR und liegt damit auf dem Niveau des Berichtsjahres 2022. Der Leistung liegen 408.815 Pflegetage und eine Auslastungsquote von 71,7% zugrunde (Vj. 391.224 Pflegetage bzw. 69,5% Auslastungsquote; inkl. Adjustierung 1. Quartal Bad Elster 405.086 Pflegetage bzw. 69,2% Auslastungsquote). Die im Vorjahr getroffene Prognose einer Steigerung der Umsatzerlöse auf 76,7 Mio. EUR und der Pflegetage auf 493.628 (Auslastung 85,1%) wurden Corona-bedingt deutlich verfehlt. Aufwendige und umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen mussten zu Lasten der Belegung weiterhin eingehalten werden. Den Einschränkungen wirken Ausgleichzahlungen für Mindererlöse nach § 111 d SGB V, Zuschüsse auf Grundlage des SodEG sowie pauschale Hygienezuschläge der Kostenträger entgegen. Insgesamt bleibt der Umsatz unter der Pandemie erheblich hinter dem Regelbetrieb zurück und die teilweise im Jahr 2022 ausgelaufenen Stützungsmaßnahmen bilden lediglich eine Teilkompensation zu den erlittenen Ausfällen. Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen im Geschäftsjahr 2022 bei 0,9 Mio. EUR (Vj. 0,3 Mio. EUR). Ursächlich für den Anstieg gegenüber dem Vorjahr sind Rückflüsse aus Schadensabwicklungen sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstelllungen. Der Personalaufwand beträgt im Geschäftsjahr 2022 43,9 Mio. EUR (Vj. 42,2 Mio. EUR). Dies entspricht einer Personalaufwandsquote von 65,3% (Vj. 64,8%). Der Materialaufwand liegt im Geschäftsjahr 2022 bei 11,2 Mio. EUR (Vj. 10,2 Mio. EUR) und entspricht einer Materialaufwandsquote von 16,7% (Vj. 15,7%). Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Leistungen betragen 6,9 Mio. EUR bzw. 4,3 Mio. EUR (Vj. 6,6 Mio. EUR bzw. 3,7 Mio. EUR). In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bilden die Aufwendungen für Lebensmittel und medizinische Bedarfe von 1,7 bzw. 1,6 Mio. EUR (Vj. 1,6 bzw. 1,6 Mio. EUR) sowie die Verbrauchskosten für Wasser und Energie mit 2,9 Mio. EUR (Vj. 2,6 Mio. EUR) die größten Aufwandsposten. Die Abschreibungen liegen im Geschäftsjahr 2022 bei 3,5 Mio. EUR (Vj. 3,3 Mio. EUR) und damit leicht über dem Vorjahreswert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Geschäftsjahr 2022 11,6 Mio. EUR (Vj. 10,1 Mio. EUR). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahreswert ist neben inflationsbedingten Kostensteigerungen v. a. auf gestiegene Aufwendungen für Instandhaltungsmaßnahmen, EDV und Personalbeschaffung zurückzuführen. Der Zinsaufwand beträgt 3,9 Mio. EUR (Vj. 3,9 Mio. EUR) und entfällt mit 3,0 Mio. EUR (Vj. 3,3 Mio. EUR) im Wesentlichen auf das im Zuge des Klinikerwerbs übernommene Gesellschafter-Darlehen. Die restlichen Aufwendungen entfallen u.a. auf Darlehens- sowie Bereitstellungszinsen gegenüber Banken. Der Konzernjahresfehlbetrag von 5,7 Mio. EUR liegt deutlich unterhalb des geplanten Konzernjahresüberschusses von 4,1 Mio. EUR und ist im Wesentlichen auf eine pandemiebedingte Planverfehlung des Leistungsgeschehens sowie erhebliche Kostensteigerungen in den Material- und Sachkosten zurückzuführen. 2.2.2 Vermögens- und Finanzlage 2.2.2.1 Vermögens- und Kapitalstruktur Die Bilanzstruktur stellt sich wie folgt dar: Die immateriellen Vermögensgegenstände betragen 22,6 Mio. EUR (Vj. 24,2 Mio. EUR) und entfallen im Wesentlichen auf die Firmenwerte der erworbenen Rehabilitationskliniken. Diese wurden gegenüber dem Vorjahr durch planmäßige Abschreibungen in Höhe von 1,7 Mio. EUR (Vorjahr 1,7 Mio. EUR) vermindert. Das Konzernsachanlagevermögen von 46,9 Mio. EUR (Vj. 41,0 Mio. EUR) ist in Höhe von 34,0 Mio. EUR (Vj. 35,0 Mio. EUR) den Immobilien sowie den zugehörigen Liegenschaften in Bad Essen, Bad Gandersheim, Bad Elster und Scheidegg zuzuordnen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände betragen 6,7 Mio. EUR (Vj. 5,2 Mio. EUR). Davon entfallen 5,8 Mio. EUR (Vj. 4,4 Mio. EUR) auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für abgerechnete, aber noch nicht durch Kostenträger und Selbstzahler regulierte Leistungen. Die flüssigen Mittel in Höhe von 4,9 Mio. EUR (Vj. 8,0 Mio. EUR) sind rechtlich zweckungebunden einsetzbar und dienen sowohl der operativen Geschäftstätigkeit als auch der Finanzierung von Investitionen/Baumaßnahmen. Im Geschäftsjahr beträgt die Quote des wirtschaftlichen Eigenkapitals 52,0% 1 (Vj. 58,0% 2 ). Von den Rückstellungen von insgesamt 3,6 Mio. EUR (Vj. 3,6 Mio. EUR) entfallen 0,1 Mio. EUR (Vj. 0,1 Mio. EUR) auf Pensionsrückstellungen sowie 3,5 Mio. EUR (Vj. 3,5 Mio. EUR) auf sonstige Rückstellungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen aus einer Darlehensfinanzierung und betragen zum Stichtag 21,7 Mio. EUR (Vj. 18,8 Mio. EUR), wovon 3,9 Mio. EUR (Vj. 1,1 Mio. EUR) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr sowie 17,8 Mio EUR (Vj. 17,7 Mio. EUR) eine Restlaufzeit von einem Jahr bis fünf Jahren aufweisen. Für eine weitere Inanspruchnahme des Darlehens sind finanzwirtschaftliche Voraussetzungen zu erfüllen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen 59,7 Mio. EUR (Vj. 56,7 Mio. EUR) und resultieren im Wesentlichen aus einem langfristigen Gesellschafter-Darlehen mit einer Restlaufzeit von 4,5 Jahren in Höhe von 53,4 Mio. EUR (Vj. 53,4 Mio. EUR). In den sonstigen Verbindlichkeiten von 6,3 Mio. EUR (Vj. 3,1 Mio. EUR) sind Rückzahlungsverpflichtungen nach dem Sozialdienstleister-Einsatzgesetz (SodEG) in Höhe von 5,3 Mio. EUR (Vj. 2,5 Mio. EUR) enthalten. 2.2.2.2 Investitionen und Finanzierungen Der Konzern hat im Berichtsjahr Investitionen in Höhe von 8,2 Mio. EUR in das Anlagevermögen vorgenommen (Vj. 9,7 Mio. EUR). Davon entfielen u.a. 5,7 Mio. EUR auf geleistete Anzahlung im Bau für die Klinik Scheidegg, 0,6 Mio. EUR auf geleistete Anzahlung im Bau für die energetische Sanierung der Klinik an der Gande Bad Gandersheim sowie 0,8 Mio. EUR auf Einrichtungen und Ausstattungen. Die Investitionen wurden aus dem laufenden Cashflow und einer Bankenfinanzierung erbracht. Die Aufwendungen für Instandhaltung betrugen für das Geschäftsjahr 2022 1,8 Mio. EUR (Vj. 1,4 Mio. EUR). Dies entspricht einer Instandhaltungsquote von 2,7% (Vj. 2,2%) im Verhältnis zum Gesamtumsatz. 2.2.2.3 Liquiditätsanalyse Die Liquiditätsentwicklung kann der Konzernkapitalflussrechnung entnommen werden. Die Gesellschaft war im Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. 2.2.2.4 Gesamtaussage Das Geschäftsjahr 2022 war wie bereits die beiden vorangegangenen Geschäftsjahre fortwährend von der Bewältigung der Corona-Pandemie geprägt. Die wirtschaftlichen Folgen konnten durch politisch initiierte Gegenmaßnahmen nur bedingt abgemildert werden, da die Coronaschutzschirm-Leistungen im Bereich der GKV im 1. Quartal 2022 und im Bereich der DRV zum 2. Halbjahr 2022 eingestellt wurden. Gleichzeitig war eine vollständige Rückkehr zum Regelbetrieb aber weiterhin nicht möglich. So waren die maximalen Auslastungskapazitäten und insbesondere die Aufnahme von Begleitpersonen Großteils eingeschränkt. Erst im späteren Verlauf des Jahres 2022 konnten in Folge eines abgeschwächten Pandemiegeschehens wieder eingeschränkt Begleitpersonen in den Kliniken aufgenommen werden. Darüber hinaus haben die in Folge des Ausbruchs des russisch-ukrainischen Krieges seit Februar 2022 deutlich gestiegenen Energiekosten das Ergebnis im Geschäftsjahr 2022 spürbar belastet. Diese Einflussfaktoren haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich das Geschäftsjahr 2022 aus der Perspektive der Geschäftsführung unterhalb der gesetzten Ziele entwickelt hat. Das Geschäftsjahr 2022 war geprägt durch die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in verschiedenen Bereichen. Neben Projekten zur Einführung bzw. Migration neuer Systeme in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Personaladministration und Einkauf standen digitale Anwendungen in den klinisch-therapeutischen Bereichen im Fokus, u.a. zur digitalen Spracherkennung sowie der erfolgreiche Start der digital unterstützen Nachsorge per Therapie-App für die somatischen Indikationen. Der Nutzungsstart der Therapie-App erfolgte im 4. Quartal 2022. Durch dieses digital-medizinische Angebot soll einem stetig wachsenden Patientenkreis zukünftig ermöglicht werden, den Rehabilitationserfolg nachhaltig zu festigen. Als wichtige Maßnahme zur dauerhaften Stärkung und Sicherung der medizinisch-therapeutischen Behandlungsqualität ist darüber hinaus anzusehen, dass die Rehabilitationskliniken am Standort Bad Essen seit dem 01. Juli 2022 als akademische Kooperationseinrichtungen für Psychotherapie der Universität Osnabrück fungieren. In personeller Hinsicht konnten im vergangenen Geschäftsjahr Neubesetzungsverfahren für Führungspositionen im Bereich der Ärztlichen Direktion, Geschäftsführung und verschiedener Chefarztfunktionen erfolgreich abgeschlossen werden. Dies betrifft insbesondere die Standorte Bad Essen und Scheidegg, die ihre Führungsstruktur dadurch zukunftsfähig gestalten konnten. In administrativen Bereichen wie z.B. Finanzbuchhaltung und Personal, wurde im Geschäftsjahr 2022 eine stärkere Zentralisierung forciert. Diese organisatorische Neugestaltung wird auch im Geschäftsjahr 2023 fortgeführt. Daneben konnten im Geschäftsjahr 2022 verschiedene Maßnahmen zur Gebäudesanierung begonnen und teilweise bereits abgeschlossen werden. Damit verbunden waren zum Teil vorübergehende Einschränkungen der Belegungskapazitäten. Als wesentliche Maßnahmen sind hier neben der Sanierung eines Gebäudeteils der Rehabilitationsklinik Scheidegg die Patientenzimmer- und energetischen Sanierungen in Kliniken am Standort Bad Gandersheim sowie die Erneuerung der Brandmeldeanlage der Rehabilitationsklinik Bad Elster zu nennen. 3 PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT3.1 Prognosebericht 3.1.1 Gesamtwirtschliche Entwicklung und Branchenprognose Die Prognosen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz aus dem Januar 2023 gehen davon aus, dass Deutschland im Jahr 2023 einer Rezession knapp entgeht. Für das Jahr 2023 geht das Ministerium von einer Steigerung des preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 0,2% aus. Der mit dem Ausbruch des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine entstandene Versorgungsengpass mit fossilen Energieträgern hat massive Preissteigerungen und Energieknappheit im abgelaufenen Jahr nach sich gezogen und wird auf unbestimmte Zeit nachwirken. Im Jahreswirtschaftsbericht 2023 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz werden die Krise aber als "beherrschbar", die deutsche Wirtschaft als "widerstandsfähig" und die Energieversorgung als "sicher und stabil" beschrieben. Angesichts der tiefgreifenden Veränderungen im wirtschaftlichen Gesamtumfeld, fällt der Wirkungsgrad auf die deutsche Volkswirtschaft moderat aus. Es zeichnet sich aber keine Stabilisierung des wirtschaftlichen Gesamtumfeldes ab. Die verfassungsrechtlich verankerte Begrenzung der Neuverschuldung konnte angesichts der notwendigen Krisenbewältigung ab dem Jahr 2020 nicht mehr gewährleistet werden. In den Jahren 2020 bis 2022 ist es zu einem kumulierten Defizit der öffentlichen Gesamthaushalte von Mrd. EUR 449,7 gekommen. Für das Jahr 2023 wird seitens des Bundes mit einen negativen Finanzierungssaldo von Mrd. EUR 86,4 geplant. Da der Großteil dieses Defizits auf investive Maßnahmen entfällt, würde die verfassungsrechtliche Obergrenze für die strukturelle Nettokreditaufnahme erstmals seit dem Jahr 2019 eingehalten werden. Die als Folge der hohen Inflation gestiegenen Zinssätze sowie die Zunahmen der absoluten Verschuldung wirken sich auf den Bundeshaushalt 2023 erheblich aus: Die Zinsausgabenquote wird im Jahr 2023 auf voraussichtlich 8,4% steigen und würde sich damit gegenüber dem Vorjahrswert von 3,2% mehr als verdoppeln. Perspektivisch werden steigende Zinsausgaben die zukünftigen Haushaltsspielräume deutlich einschränken. Für die weitere Branchenentwicklung werden die Ergebnisse der im Mai 2022 eingerichteten Regierungskommission für "Moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung" sowie deren politische Umsetzung wegweisend sein. Im Januar 2023 diskutierte die "Bund-Länder-Gruppe für die Krankenhausreform" über die Empfehlungen der Regierungskommission. Bis zur Sommerpause 2023 soll ein Vorschlag zur neuen Vergütungs- und Planungsstruktur entwickelt werden. Es bleibt somit abzuwarten, wie eine entsprechende Reform auf das Gesundheitswesen wirkt. Ein weiterer Problemkreis dürfte sich aus der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen ergeben. In einer Meldung des GKV-Spitzenverbands aus dem Februar 2023 ging dieser von einer Unterfinanzierung der gesetzlichen Krankenkassen für das Jahr 2023 in Höhe von Mrd. EUR 17 aus. Dieses nicht tragbare Defizit wird in einer noch zu definierenden Form gegenfinanziert werden müssen. Es ist aber davon auszugehen, dass dies von vielseitigen Spar- und Kürzungsmaßnahmen zu Lasten der Patienten und Leistungserbringer erfolgen wird. Das anhaltende Branchenwachstum spiegelt sich in steigenden Gesundheitsausgaben wider: In Deutschland sind die Gesundheitsausgaben im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr von Mrd. EUR 441,0 um Mrd. EUR 33,1 (+ 7,5%) auf Mrd. EUR 474,1 gestiegen. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamtes nahmen die Kosten im Jahr 2022 um weitere 5,0% auf Mrd. EUR 498,1 zu. Der Anteil der Gesundheitsausgaben betrug im Jahr 2021 bereits 13,2% des Brutto-Inlandsproduktes (Vorjahr: 13,1%) und es wird aufgrund der überproportionalen Kostensteigerung von einer weiteren Erhöhung des Anteils ausgegangen. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der Entwicklung des medizinischen Fortschritts, einer sich fortlaufend ändernden Arbeitswelt mit oft hohem Leistungsdruck, einem durchschnittlich höheren Renteneintrittsalter und der Zunahme von Umwelteinflüssen auf den menschlichen Körper ist von einem weiterhin steigenden Bedarf an Rehabilitations- und Vorsorgemaßnahmen auszugehen, um die Arbeitsfähigkeit der Patienten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu erhalten bzw. einer drohenden Pflegebedürftigkeit vorzubeugen. Dabei werden Rehabilitationsmaßnahmen in Deutschland oftmals in einem stationären Setting erbracht. Dienstleistungen von Rehabilitationseinrichtungen werden demzufolge eine weiterhin hohe Bedeutung haben und im Gegensatz zu anderen Bereichen des Gesundheits- und Pflegesektors voraussichtlich auch weiterhin auf das Konzept der stationären Versorgung und Behandlung von Patienten setzen. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass in den zurückliegenden Jahren auf Grund des pandemischen Geschehens ein Behandlungsstau entstanden ist, der zumindest in einzelnen Fachdisziplinen zu Nachholeffekten führen wird. Der positive Ausblick für das Folgejahr unterliegt der Annahme der Beendigung der pandemiebedingten Einschränkungen. 3.1.2 Prognose Die von der Geschäftsführung aufgestellte Planung für das Jahr 2023 geht von einem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen und damit einhergehend davon aus, dass sich insbesondere in den operativen Fächern Nachholeffekte zeigen werden und sich die Belegung zeitnah an das Niveau vor der Pandemie annähern wird. Im Jahr 2023 wird planerisch eine Steigerung um 126.249 Pflegetage auf insgesamt 535.064 Pflegetage bei einer geplanten Auslastung von 90,8% sowie eine daraus resultierende moderate Umsatzsteigerung erwartet. Die von der Geschäftsleitung aufgestellte Planung geht von einer moderaten Ergebnisverbesserung und somit von einem Konzernjahresfehlbetrag für das Jahr 2023 von 2,8 Mio. EUR aus. Obwohl auch die ersten Monate des Jahres 2023 noch von der Corona-Pandemie geprägt waren und die Hochrechnung Februar von belegungsbedingt unterplanmäßigen Erlösen ausgeht, kann das geplante Ergebnis im Jahr 2023 durch Gegenmaßnahmen bisher erreicht werden. Zahlreiche Projekte zur Optimierung und Weiterentwicklung der Klinikbetriebe sind im Geschäftsjahr 2023 geplant und sollen wesentliche Beiträge zur Erreichung der gesteckten Ziele leisten. Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Verschlankung von Prozessen und der Einführung effizienter Strukturen. Einige wesentliche Projekte und Maßnahmen sind im Folgenden bespielhaft aufgeführt. Die bereits begonnene zunehmende Digitalisierung des Konzerns wird im Geschäftsjahr 2023 konsequent fortgeführt. Neben der zunehmenden digitalen Erweiterung der Therapieangebote, z. B. Nachsorge per Therapie-App, wird die Erweiterung der digitalen Patientenakte ein wesentliches Digitalisierungsprojekt mit hohem Optimierungspotential darstellen. Darüber hinaus wird ebenfalls die Modernisierung der Klinikinfrastruktur im Jahr 2023 weiter vorangetrieben. Neben gebäudetechnischen Maßnahmen, wie z. B. Brandschutzmodernisierungen, stellt in diesem Bereich insbesondere der Abschluss der Sanierung (zzgl. 50 Betten) und Erweiterung eines Gebäudeteils der Klinik Scheidegg mit einer folgenden Erhöhung der Bettenkapazität um 12 Betten im Jahr 2023 eine wesentliche Weiterentwicklung dar. Das medizinisch-therapeutische Leistungsangebot der Rehabilitationskliniken unterliegt einer kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung. Hier steht neben der Optimierung des Qualitätsmanagements in allen Kliniken zur nachhaltigen Sicherung der Behandlungsqualität und Erfüllung der Qualitätsvorgaben der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung der angebotenen Leistungen im Fokus, wie z. B. Aufbau der ambulanten Physiotherapie und ambulante Leistungsausweitung der Klinik Scheidegg und bedarfsgerechte Anpassung der fachabteilungsbezogenen Bettenaufteilung der Klinik Bad Suderode im Geschäftsjahr 2023. Eine weitere Herausforderung stellt die Neuregelung des § 15 SGB VI dar, welche ab dem 01.07.2023 ein transparentes, verbindliches, diskriminierungsfreies und nachvollziehbares Verfahren für die Beschaffung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation gesetzlich festlegt. Dieses Vorgehen wird aus Sicht der Paracelsus Rehabilitationskliniken aufgrund unserer qualitäts- und rehabilitantenorientierten Fokussierung sehr positiv bewertet. Jedoch sind derzeit Detailpunkte hierzu noch nicht final geklärt. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse der Folgeperiode, wenn sich genannte oder andere Unsicherheiten manifestieren oder sich getroffene Annahmen im Nachgang als unzutreffend herausstellen, aufgrund des Prognosecharakters der obigen Aussagen wesentlich von unseren Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. 3.2 Risikobericht 3.2.1 Risikosituation 3.2.1.1 Finanzwirtschaftliche Risiken Die finanzielle Situation des Konzerns ist stabil, sodass keine unmittelbaren und tiefgreifenden finanziellen Risiken bestehen. Die Risiken im Finanzbereich beziehen sich im Wesentlichen auf Finanzierungs- und Marktpreisrisiken. Finanzierungsrisiken werden einerseits durch die Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten und anderseits durch die eigene Bonität als Voraussetzung zur Aufnahme von Finanzierungen determiniert. Die strategische Ausrichtung der Finanzierung des Konzerns sowie die Steuerung von kurz- und langfristigen Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken nimmt das zentrale Finanzmanagement wahr. In Bezug auf Marktpreisrisiken hat sich die Situation bereits während des Jahres 2022 durch einen kontinuierlichen Anstieg der Verbraucherpreise verändert. Der Ausbruch des russisch-ukrainischen Kriegs hat die Inflationstendenzen weiter verstärkt. Dem ist die Europäische Zentralbank bereits durch Zinsanpassungen nach oben in mehreren Schritten begegnet. Nach aktuell leicht rückläufiger Inflationsrate ist zumindest mittelfristig eine Zinsstabilität zu erwarten. Forderungsseitigen, finanzwirtschaftlichen Ausfallrisiken wird durch eine Kombination aus pauschalen- und einzelfallbezogenen Risikobewertungen kontinuierlich Rechnung getragen. In diesem Zusammenhang wird ein pauschaler Wertberichtigungssatz auf Forderungen von 0,5% angewendet. 3.2.1.2 Politische Risiken Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland unterliegen stetigen Veränderungen des Steuer-, Arbeits-, Tarif- und Sozialrechts, denen alle Unternehmen ausgesetzt sind. Die rechtlichen Rahmenbedingungen wirken mittel- oder unmittelbar auf die wirtschaftliche Situation der Branchenteilnehmer und können nachteilige Folgewirkungen entfalten. Innenpolitisch gilt Deutschland im internationalen Vergleich als ausgesprochen stabil. Konträr zeigt sich die außenpolitische Position Deutschlands und der Europäischen Union. Der russisch-ukrainische Krieg bildet eine Zäsur im Verhältnis zu Russland, und nach 75 Jahren des Friedens ist der Krieg auf europäischem Boden zurück und birgt zahlreiche politische Unsicherheiten. Das Kriegsgeschehen an den NATO-Außengrenzen bietet erhebliche Risiken einer weiteren Ausweitung des Konfliktes, und die mittel- und langfristigen humanitären, geostrategischen und wirtschaftlichen Folgen sind noch unabsehbar. 3.2.1.3 Personalrisiken Der bestehende Engpass an qualifizierten Führungskräften und Mitarbeitern und insbesondere von medizinischem Fachpersonal führt zu einem intensiven Wettbewerb. Diese Situation kann zu höheren Personalkosten oder schlimmstenfalls zu einer temporären Beeinträchtigung der Behandlungskapazitäten führen. Außerdem sind die Arbeitnehmervertretungen insbesondere vor dem Hintergrund inflationärer Tendenzen um erfolgreiche Tarifabschlüsse im Sinne der Mitarbeiter bemüht. Durch eine marktgerechte Vergütung und breit angelegte Maßnahmen zur Personalentwicklung und -bindung sind wir ständig bestrebt, neue Mitarbeiter zu gewinnen und bestehende Mitarbeiter zu halten. Allerdings zeigen die laufenden Tarifverhandlungen der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für den öffentlichen Sektor, dass die Arbeitgeber mit erheblichen Forderungen konfrontiert werden. In den unteren Lohngruppen werden teilweise zweistellige Tariferhöhungen gewerkschaftsseitig angestrebt, deren adäquate Refinanzierung unsicher ist. Die Krankenstände sind in den letzten Jahren stetig gestiegen, sodass es sich inzwischen um ein individuell zu betrachtendes Risiko handelt. Die Krankenstände wirken nicht nur als zusätzlicher Kostenfaktor, sondern gefährden darüber hinaus die Behandlungsqualität und -kapazitäten. Die Attraktivität der medizinischen und pflegenden Berufsbilder hat unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Tätigkeit an der Belastungsgrenze wurde für Teile des medizinischen und pflegerischen Personals erreicht. Bei ausgedünnter Personaldecke gefährdet ein zusätzlicher Imageverlust das ausreichende Angebot an Arbeitskräften. 3.2.1.4 Pandemie Bereits in der Vergangenheit sind in unregelmäßigen Abständen von einigen Jahren oder Jahrzehnten virale Infektionsgeschehen - Pandemien - aufgetreten, die viele Krankheits- und Todesfälle mit sich gebracht haben. Vor 2020 hat sich diese Pandemie in Europa zwar statistisch signifikant aber ohne wahrnehmbare Folgen für die Gesellschaft ereignet. Das hat sich seit der Corona-Pandemie grundlegend gewandelt: Höhere Infektions- und Todeszahlen sowie schwerwiegende gesundheitliche Spätfolgen haben umfangreiche Maßnahmen des Infektionsschutzes, der Eingriffe in Grundrechte bis zum flächendeckenden gesellschaftlichen Lockdown notwendig gemacht. Die Erfahrungen aus der Pandemie haben gezeigt, dass sowohl innerhalb der Wissenschaft als auch der Gesellschaft Analyse, Bewertung, Maßnahmendefinition als auch Prognose stark differieren. Gleichzeitig befindet sich das Gesamtsystem durch Erkenntnisgewinn, wirksamen Gegenmaßnahmen wie Impfungen und Schnelltests sowie Virusmutation in ständiger Veränderung. Die Notwendigkeit des stetigen Perspektivwechsels, Interessenausgleichs und Maßnahmenneufassung belastet und ermüdet Bürger gleichermaßen. Insbesondere das Auftreten von ansteckenderen und tödlicheren Virusmutationen, die die Gefährdungslage auch über Alterskohorten hinweg neu definieren, bildet ein wesentliches Risiko zukünftiger Pandemieentwicklungen. Eine Aussage über das Auftreten weiterer Pandemien und dem Ende der aus der Corona-Pandemie resultierenden konkreten Gefährdungslage lässt sich nicht verlässlich treffen und ist neben erregerspezifischen Faktoren wie Inkubationszeit, Ansteckungsrate und Mortalität auch von exogenen Faktoren wie den individualhygienischen und gesellschaftlichen Gegenmaßnahmen abhängig. Im Ausblick auf das Jahr 2023 und der von der Geschäftsführung aufgestellten Planung wird von einem Ende der pandemiebedingten Einschränkungen und damit einhergehend von einer Rückkehr der Auslastung der Rehabilitationskliniken auf das Vor-Pandemie-Niveau ausgegangen. Nichtsdestotrotz muss weiterhin mit punktuellen Ausbruchsgeschehen gerechnet werden. 3.2.1.5 Liquiditätsrisiken Liquiditätsrisiken entstehen aus einer deutlichen Verschlechterung der Geschäftsentwicklung, soweit diese nicht durch Gegenmaßnahmen kompensiert werden können. Die COVID-Pandemie hat gezeigt, dass das Leistungsgeschehen und damit die Liquidität von exogenen Faktoren negativ beeinflusst werden kann. Durch die langfristige Darlehensfinanzierung sowohl seitens des Gesellschafters als auch der finanzierenden Bank sind keine konkreten Liquiditätsrisiken erkennbar. 3.2.1.6 Preis- und Nachfragerisiken Gesetzliche Regelungen und die Entscheidungen der Kostenträger zur Bewilligung von Rehabilitationsmaßnahmen sind die wesentlichen Einflussfaktoren für die Belegung und Vergütung der Rehabilitationskliniken. Sie setzen den Rahmen für die Finanzierung und werden einzelvertraglich zwischen Kostenträger und Rehabilitationsklinik ausgehandelt. Es besteht ein grundsätzliches Risiko, dass bestehende Vergütungsstrukturen in Frage gestellt werden oder die Preissetzung sich zu Ungunsten des Konzerns von der Kostenentwicklung insbesondere im Personalbereich löst. Diesen Risiken wird durch regelmäßige Vergütungsverhandlungen mit den Kostenträgern begegnet. 3.2.1.7 Cybercrime Unter Cybercrime versteht man grundsätzlich die Ausnutzung der digitalen Informations- und Kommunikationstechnik zur Verübung von Straftaten. Dabei stehen die Bedrohung durch das Ausspähen und Abfangen von Daten sowie die digitale Erpressung häufig im Mittelpunkt von Schädigungsversuchen. Darüber hinaus kann der Klinikbetrieb unter Umständen durch schädigende Eingriffe gestört oder schlimmstenfalls eingeschränkt werden und es können hohe wirtschaftliche oder Reputationsschäden entstehen. Durch physischen und technischen Schutz sowie geeignete Gegenmaßnahmen haben Unternehmen die Möglichkeit, Einfallstore zu schließen, Übergriffe zu verhindern und Schadensbegrenzung zu betreiben. Soweit dies nicht gelingt, kann durch eine Cyberversicherung der wirtschaftliche Folgeschaden eines Angriffs verringert werden. Der Konzern verfügt im Bereich der IT-Sicherheit über konzernweite Präventionsstandards und hat nach erfolgreicher Auditierung einen Versicherungsschutz erworben. Darüber hinaus wurde in den vergangenen drei Jahren in "state-of-the-art" Technologien investiert und u.a. eine NextGen Firewall sowie KI-basierte Antiviren-Software an allen Standorten installiert. 3.2.1.8 Preisrisiken/Inflation Die Verbraucherpreise sind in der zurückliegenden Dekade ausgesprochen stabil gewesen. Die Inflation hat sich zwischen 2010 und 2020 immer in einem Korridor zwischen 2,1% und 0,5% und im Mittel bei 1,3% bewegt. Seit dem Mai 2021 liegt die Inflationsrate außerhalb des obigen Korridors und ist gem. Statistischem Bundesamt im Jahr 2022 stark angestiegen auf einen Rekordwert von 10,4% im Oktober. Der Ausbruch des Russisch-Ukrainischen Kriegs hat die Inflationsentwicklung im Jahr 2022 deutlich verstärkt. Aktuell ist der Anstieg der Inflationsrate in Deutschland leicht rückläufig und Prognosen zahlreicher Institutionen für das Jahr 2023 liegen zumeist in einem Bereich von ca. 5%-8%. Auf Grund der unsicheren weiteren politischen Entwicklung insbesondere vor dem Hintergrund des Russisch-Ukrainischen Kriegs ist die weitere Preisentwicklung als volatil anzusehen. Lieferengpässe, Rohstoffverknappung sowie gestiegene Energie- und Transportkosten zeigen sich auf der Lieferantenseite sehr deutlich und setzen einen Kumulationseffekt in Gang, der sich in verschiedenen Warenkategorien wie z. B. Lebensmittel zeigt. Die Erreichung wirtschaftlicher Ziele ist abhängig von Planungssicherheit und das Gesundheitswesen ist ungeeignet, einkaufsseitige Preissteigerungen an die Kostenträger weiterzugeben. Im Bereich der Energiekosten verfügt der Konzern über Verträge, die eine teils mehrjährige Konditionsfixierung sicherstellen. Allerdings setzen Preiseffekte damit nur verzögert ein und können nicht verhindert werden. Außerdem nimmt der Sicherungsrahmen im Zeitablauf ab. In 2022 wurden die Einkaufspreise für 2023 vollständig fixiert. Für das Folgejahr 2024 wurden die einzukaufenden Strom-Tranchen ebenfalls mehrheitlich fixiert. 3.2.1.9 Datenschutz Nicht erst seit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bestehen weitreichende Regelungen zur Verarbeitung personenbezogener Daten. Genetische und biometrische Daten werden nach DSGVO in die Definition besonderer Kategorien personenbezogener Daten aufgenommen und sind maximal schützenswert. Eine Datenpanne dieser Kategorien personenbezogener Daten kann einen erheblicheren Schaden darstellen und empfindlich pönalisiert werden. Neben Bußgeldern und strafrechtlichen Konsequenzen droht bei Verstößen ein erheblicher Reputationsschaden, der schlimmstenfalls das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Behandler zerstört. Neben der gesetzlich geregelten Funktion eines Datenschutzbeauftragten und der regelmäßigen, verpflichtenden Schulung der Mitarbeiter verfügt Paracelsus über weitreichende Prozeduren zur Gewährung des IT-seitigen Schutzes entsprechender Datenbestände wie beispielsweise ein Datenschutzmanagementsystem nach VdS Richtlinie 10010. 3.2.1.10 Gesamtbild der Risikolage Rehabilitationseinrichtungen brauchen für die Zukunftssicherung eine auskömmliche Finanzierung über die Kostenträger. Personalengpässe und Abwanderungstrends in andere Branchen sind nur durch gute Arbeitsbedingungen und angemessene Bezahlung bei auskömmlicher Finanzierung durch die Kostenträger zu realisieren. Profitables Wirtschaften setzt stabile Rahmenbedingungen und insbesondere ein kontrollierbares Infektionsgeschehen voraus. Für den Konzern liegen keine bestandsgefährdenden Risiken vor. 3.3 Chancenbericht Die im Weiteren dargestellten Chancen werden entsprechend ihres Gewichts für den Konzern in absteigender Reihenfolge geordnet. In Bezug auf die technische Entwicklung spielen bereits begonnene und weiterhin folgende Digitalisierungsprojekte in der Branche eine große Rolle. Durch neue IT-Lösungen wird der Digitalisierungsgrad weiter zunehmen und Optimierungen der klinikinternen Abläufe sowie Effizienzsteigerungen ermöglicht werden, die zu Kostensenkungen beitragen können. Der Konzern ist im Verbund organisiert und verfügt über die organisatorische und wirtschaftliche Bündelung unter dem Dach der Paracelsus-Gesundheitsfamilie über eine Marktposition, die es ihm erlaubt, einkaufseitig bessere Preise durchzusetzen und Fachwissen effizient zu bündeln. Die Vorteile der Verbundstruktur werden als Chance begriffen und liegen insbesondere in Synergieeffekten durch gemeinsame Nutzung von Verwaltungs- und Unterstützungsressourcen (z. B. Informationstechnologie, Einkauf, Personal und Rechnungswesen), gemeinsame Personalbeschaffung und -entwicklung sowie effiziente Steuerung des Kapitalflusses zum Ausgleich der unterschiedlichen Finanzierungskraft der einzelnen Klinikgesellschaften. Darüber hinaus definieren sich die Paracelsus Rehabilitationskliniken als privatwirtschaftlich organisiertes Unternehmen mit einer Kultur des Miteinanders, der Leistung und Eigenverantwortung sowie der flachen Hierarchien und unterscheiden sich dadurch im Wettbewerb von anderen Leistungserbringern. Personelle Veränderungen in Führungspositionen einiger Kliniken werden diese unternehmenskulturelle Entwicklung weiter unterstützen und vorantreiben. Nach dem Erwerb und der gesellschaftsrechtlichen Neustrukturierung der bestehenden Rehabilitationskliniken existiert nun ein Verbund, in dem die schnelle Erschließung strategischer Handlungsfelder und die kontinuierliche Modernisierung der bestehenden Klinikbetriebe auf stabiler wirtschaftlicher Basis möglich ist. Handlungsfelder zur Weiterentwicklung der einzelnen Kliniken werden fortlaufend, z. B. auf Basis von SWOT-Analysen, identifiziert und umgesetzt. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, werden durch den Personalbereich gezielte Maßnahmen zur Personalgewinnung/-rekrutierung entwickelt und eingesetzt. Durch Zentralisierung und Nutzung einer Matrix-Organisation in den Bereichen Personaladministration und Recruiting wird eine hohe Prozesseffizienz angestrebt. Die Weiterentwicklung wurde durch die Einführung und den Einsatz eines Mitarbeiterportals (Ticket-Systems), der flächendeckenden Nutzung der elektronischen Dienstplanung, der Einführung einer digitalen Personalakte und weiterhin des Einsatzes einer Bewerbermanagementsoftware zusätzlich unterstützt.
Osnabrück, 2. Juni 2023 Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück Phillip Fröschle, Geschäftsführer, CEO
1 Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
(TEUR -9.911) + langfristiges Gesellschafterdarlehen (TEUR
53.404) / bereinigte Bilanzsumme (TEUR 83.865)
* 100
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Das Mutterunternehmen des Konzerns ist unter der Firma Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH mit Sitz in Osnabrück im Handelsregister des Amtsgerichts Osnabrück unter der Nummer HRB 215608 eingetragen. 1. Allgemeine Angaben und Erläuterungen zum KonzernabschlussDer Konzernabschluss der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB unter Beachtung der deutschen handelsrechtlichen Ansatz-, Ausweis- und Bewertungsvorschriften aufgestellt. Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen sind nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt worden. Der Konzern betreibt insgesamt 10 Rehabilitationskliniken, die in 5 Tochtergesellschaften der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH geführt werden. Zudem betreibt der Konzern eine Service-Gesellschaft, die Reinigungs- und Catering-Dienstleistungen erbringt. Das Geschäftsjahr 2022 stellt das erste Jahr dar, in dem die Geschäftstätigkeit vollständig in der aktuellen Konzernstruktur ausgeführt wurde. Aufgrund des unterjährigen Erwerbs der Rehabilitationsklinik Bad Elster zum 31. März 2021 ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahr eingeschränkt. Gemäß § 297 Abs. 1 HGB besteht der Konzernabschluss aus der Konzernbilanz, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzernanhang, der Konzernkapitalflussrechnung und dem Konzerneigenkapitalspiegel. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. Der Konzernabschluss ist gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 244 HGB in Euro aufgestellt worden. Die Geschäftsführung hat den Konzernabschluss trotz der bilanziellen Überschuldung aufgrund der positiven Planergebnisse für die Geschäftsjahre 2023 bis 2027 unter der Prämisse der Unternehmensfortführung aufgestellt. 2. KonsolidierungskreisNach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung wurden neben dem Abschluss der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück, als Muttergesellschaft insgesamt sechs inländische Tochterunternehmen in den Konzern einbezogen. Die Muttergesellschaft übt auf die Tochtergesellschaften einen unmittelbaren beherrschenden Einfluss aus. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich keine Änderungen im Konsolidierungskreis. Sämtliche in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben ihre Jahresabschlüsse einheitlich auf den 31. Dezember 2022 aufgestellt. Konsolidierte Tochterunternehmen
* = Die Gesellschaft übt als mittelgroße Kapitalgesellschaft ihr Befreiungswahlrecht gemäß § 264 III HGB aus und verzichtet auf die Aufstellung von Anhang und Lagebericht sowie die Prüfung und Offenlegung des Jahresabschlusses. ** = Die Gesellschaft übt als kleine Kapitalgesellschaft ihr Befreiungswahlrecht gemäß § 264 III HGB aus und verzichtet auf die Aufstellung des Anhangs und die Offenlegung des Jahresabschlusses. VK = Im Wege der Vollkonsolidierung einbezogenes Unternehmen. 3. Konsolidierungsgrundsätzea) Kapitalkonsolidierung Für die ab 2021 erstmalig in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurde die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode (§ 301 HGB) durchgeführt. Da die Tochtergesellschaften ihren jeweiligen Geschäftsbetrieb im Wege des Asset Deals erworben haben, sind die Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände und Schulden bereits in den Jahresabschlüssen der Tochtergesellschaften neu bewertet und wurden in den Konzern übernommen. Die aus der Verrechnung von Beteiligungsbuchwerten und Eigenkapital resultierenden aktivischen Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwerte bilanziert. b) Schuldenkonsolidierung Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Entstehende Aufrechnungsdifferenzen wurden erfolgswirksam behandelt. c) Zwischenergebniseliminierung Auf eine Zwischenergebniseliminierung wurde gemäß § 304 Abs. 2 HGB aufgrund von untergeordneter Bedeutung verzichtet. d) Aufwands- und Ertragskonsolidierung Die Aufwands- und Ertragskonsolidierung erfolgt zwischen den Konzernunternehmen gemäß § 305 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Umsatzerlöse und sonstigen betrieblichen Erträge mit den auf sie entfallenden Aufwendungen. Zinsen und ähnliche Erträge wurden ebenfalls mit den entsprechenden Zinsaufwendungen verrechnet. e) Steuerabgrenzung Latente Steuern werden entsprechend § 306 HGB aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den im Konzernabschluss bilanzierten, handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge gebildet. Die Beträge werden mit der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung auf Basis der unternehmensindividuellen Steuersätze im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. 4. Bilanzierung und BewertungDie Wertansätze der Vermögensgegenstände und Schulden in der Konzernbilanz sind aus den konzerneinheitlich ermittelten Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen übernommen worden. Die Bewertung der Vermögens- und Schuldposten erfolgt einheitlich und entspricht den handelsrechtlichen Vorschriften sowie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung. Für die Aufstellung des Konzernabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend. Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Geschäfts- und Firmenwerte werden sowohl aus den Jahresabschlüssen der Tochterunternehmen übernommen als auch aus Konsolidierungsmaßnahmen auf Konzernebene gebildet. Bei Übernahme aus den Jahresabschlüssen erfolgt unter dem Gesichtspunkt eines langfristigen Branchenzyklus die Abschreibung planmäßig linear über 15 Jahre. Die Abschreibungsdauer aus Konsolidierungsmaßnahmen beträgt planmäßig linear 5 Jahre. Das Sachanlagevermögen ist mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen linear abgeschrieben. Auf die Zugänge bei den abnutzbaren Anlagen werden Abschreibungen zeitanteilig vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu EUR 250,00 wurden im Jahr der Anschaffung oder Herstellung in voller Höhe als Aufwand wirksam. Vermögensgegenstände, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten mehr als EUR 250,00 jedoch nicht mehr als EUR 1.000,00 betragen, wurden im Rahmen eines Sammelpostens über 5 Jahre linear abgeschrieben. Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Berücksichtigung von außerplanmäßigen Abschreibungen, mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bewertet. Die Vorräte setzen sich aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und unfertigen Leistungen zusammen. Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe erfolgt mit den Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Soweit Vorräte gleichartiger Vermögensgegenstände von nachrangiger Bedeutung sind, erfolgt ein Wertansatz zu Festwerten. In diesen Fällen wird der Bestand alle 3 Jahre durch körperliche Bestandsaufnahme überprüft. Bei den unfertigen Leistungen handelt es sich um Leistungen für am Bilanzstichtag noch nicht entlassene Patienten ("Überlieger"). Bestandswerte werden retrograd unter Berücksichtigung eines Gewinnabschlags in Höhe von 5 % aus den entsprechenden Erlösen errechnet. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich gegebenenfalls erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt. Zur Abdeckung des allgemeinen Ausfallrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 0,5 % gebildet. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nominalwert angesetzt. Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen. Latente Steuern werden aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge gebildet. Die Beträge werden mit der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung auf Basis der unternehmensindividuellen Steuersätze im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Das bestehende Wahlrecht für die Bilanzierung aktiver latenter Steuern wird nicht ausgeübt. Das Stammkapital wird zum Nennwert bilanziert. Die Pensionsrückstellungen wurden nach dem Projected-Unit-Credit-Verfahren (PUC) auf der Grundlage der "Richttafeln 2018 G" von Dr. Heubeck ermittelt. Es wurde der Rechnungszins, der sich bei Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren nach der Rückstellungsabzinsungsverordnung ergibt, zugrunde gelegt (1,79 %, Vj. 1,87 %). Dabei wurde der Rechnungszins auf Basis einer zehnjährigen Durchschnittsbildung und für die zur Angabe des Unterschiedsbetrags nach § 253 Abs. 6 HGB erforderliche zusätzliche Bewertung auf Basis einer siebenjährigen Durchschnittsbildung (1,45 %, Vj. 1,35 %) bestimmt. Künftige, zu erwartende Steigerungen der Rentenverpflichtungen werden durch einen Gehaltstrend von 2,00 % (Vorjahr 1,50 %), einen Rententrend von 1,50 % (Vorjahr 1,25 %) und einen Trend zur Steigerung der Beitragsbemessungsgrenzen in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 1,75 %) berücksichtigt. Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Anwendung eines Zinssatzes von 1,44 % (Vj. 1,35 %) ermittelt. Zum Ansatz kamen gemäß IDW RS HFA 3 sowohl der Erfüllungsrückstand als auch künftig zu gewährende Aufstockungsbeträge für diejenigen Arbeitnehmer, die von der Altersteilzeitregelung bereits Gebrauch machen. Außerdem wurden künftig zu erwartende Steigerungen der Altersteilzeitverpflichtungen durch einen Gehaltstrend von 2,00 % (Vj.1,50 %) sowie einen Trend zur Steigerung der Beitragsbemessungsgrenzen von 2,00 % (Vj. 1,75 %) berücksichtigt. Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt worden. Die erhaltenen Anzahlungen werden zum Nennwert bilanziert. 5. Erläuterungen zur Bilanza) Anlagevermögen Die Entwicklung der in der Konzernbilanz enthaltenen Posten des Anlagevermögens wird im Bruttokonzernanlagenspiegel dargestellt. Die Geschäfts- und Firmenwerte setzen sich aus übernommenen Firmenwerten aus den Jahresabschlüssen der in den Konzern einbezogenen Unternehmen in Höhe von TEUR 22.366 und aus Konzernkonsolidierungsmaßnahmen in Höhe von TEUR 10 zusammen. b) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt TEUR 6.700 (Vj. TEUR 5.181) beinhalten Forderungen aus Lieferung und Leistungen in Höhe von TEUR 5.804 (Vj. TEUR 4.375). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus der Weiterberechnung von Leistungen. Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, Restlaufzeiten von bis zu einem Jahr. c) Flüssige Mittel Die flüssigen Mittel in Höhe von TEUR 4.867 sind rechtlich zweckungebunden einsetzbar und dienen sowohl der operativen Geschäftstätigkeit als auch der Finanzierung von Investitionen/Baumaßnahmen. d) Latente Steuern Aktive latente Steuern könnten auf Urlaubs-, Jubiläums- und Altersteilzeitrückstellungen gebildet werden. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines Ertragssteuersatzes von 15,8 %. Dieser umfasst die Körperschaftsteuer und den Solidaritätszuschlag. Das Wahlrecht zur Bildung aktiver latenter Steuern wird nicht ausgeübt. e) Eigenkapital Das Stammkapital beträgt TEUR 25. Der Eigenkapitalspiegel ist dem Konzernabschluss beigefügt. Im Konzernbilanzverlust von TEUR 9.936 zum 31.12.2022 sind der Konzernjahresfehlbetrag in Höhe von TEUR 5.721 sowie der Konzernverlustvortrag in Höhe von TEUR 4.215 enthalten. Am Abschlussstichtag ergibt sich ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 9.911. f) Pensionsrückstellungen Der Unterschiedsbetrag nach § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 6 (Vj. TEUR 10). g) Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betragen TEUR 3.476 (Vj. TEUR 3.457). Die Insolvenzabsicherung von Altersteilzeit-Arbeitsverhältnissen wird über ein Zeitwertkontenrückdeckungsmodell realisiert. h) Verbindlichkeiten Der Verbindlichkeitenspiegel ist als Anlage dem Anhang beigefügt. Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen ein langfristiges Darlehen der Porterhouse-Group AG, Luzern (Schweiz) sowie daraus resultierende Zinsverpflichtungen. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Weiterberechnungen von Leistungen. 6. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDa der Geschäftsbetrieb der Paracelsus Klinik am Schillergarten Bad Elster GmbH erst mit dem 01.04.2021 übernommen wurde, ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahr eingeschränkt. a) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse der Gesellschaft (Gewinn- und Verlustrechnung Position 1-4a) in Höhe von TEUR 67.287 wurden, wie im Vorjahr, ausschließlich im Inland erzielt. b) Sonstige betriebliche Erträge In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung aus der Auflösung von Rückstellungen für Instandhaltungsverpflichtungen i.H.v. TEUR 200 sowie Erträge von außergewöhnlicher Größenordnung aus einer Versicherungserstattung bzgl. eines Gebäudeschadens in Scheidegg i.H.v. TEUR 403 enthalten. 7. Ergänzende Angabena) Außerbilanzielle Geschäfte Im Berichtsjahr wurden keine neuen Leasingverträge oder wesentlichen Transaktionen getätigt, die keinen dauerhaften Eingang in die Bilanz finden. b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Für die nächsten fünf Jahre belaufen sich die sonstigen finanziellen Verpflichtungen auf einen Betrag von insgesamt TEUR 15.331.
c) Abschlussprüfungshonorar Die Abschlussprüferhonorare betragen für das Geschäftsjahr:
d) Aufgliederung der Mitarbeiterzahl Im Konzern waren im Berichtsjahr durchschnittlich 1.031 (Vj. 924) Arbeitnehmer beschäftigt, die Aufteilung auf die einzelnen Dienstarten ist aus folgender Aufgliederung ersichtlich:
8. OrganeDie Geschäftsführung wird durch die Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück, wahrgenommen, vertreten durch ihre Geschäftsführer
Die Angabe gem. § 285 Nr. 9 HGB unterbleibt unter Anwendung der Schutzklausel. 9. KonzernabschlussVon der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück, wird ein Konzernabschluss und -lagebericht für den kleinsten und größten Kreis der Unternehmen aufgestellt und im elektronischen Bundesanzeiger offenlegt. 10. NachtragsberichtZur mittelfristigen Finanzierung des Konzerns wurde ein Änderungsvertrag zum Kreditvertrag mit der Sparkasse Osnabrück über bis zu 45,0 Mio. EUR vom 17. Dezember 2020 geschlossen. Der Änderungsvertrag vom 16. Mai 2023 beinhaltet u.a. eine Reduzierung der planmäßigen Tilgungsbeträge. Die vierteljährlichen Tilgungsraten reduzieren sich gem. Änderungsvertrag von TEUR 1.125 auf TEUR 726.
Osnabrück, 2. Juni 2023 Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück Phillip Fröschle, Geschäftsführer, CEO Entwicklung des Anlagevermögens 2022
Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2022
Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022
Konzerneigenkapitalspiegel für das Geschäftsjahr 2022
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH, Osnabrück, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Paracelsus Rehabilitationskliniken Deutschland GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernla geberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Osnabrück, den 2. Juni 2023 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Christoph Hölscher, Wirtschaftsprüfer ppa. Jan Unger, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 wurde am 19. Februar 2024 gebilligt. |
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