Stammdaten

Register
Amtsgericht Potsdam HRB 27464
Eingetragen
20.12.2007
Branche
Großhandel mit PhotovoltaikmodulenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenMontage, Installation und Aufbau von Ständen auf Märkten, Ausstellungen und Messen
Gegenstand
Die Eintragung betreffend den Gegenstand ist von Amts wegen berichtigt und wird wie folgt berichtigt eingetragen: Die Planung, die Entwicklung, die Produktion, der Vertrieb, der Handel, die Installation von Unterkonstruktionen von Photovoltaikanlagen bzw. regenerative Energielösungen. Die Bearbeitung und der Handel von Metallproduktionen und alle damit in Zusammenhang stehenden Geschäfte, insoweit hierzu eine behördliche Genehmigung nicht erforderlich ist. Die Einbringung von Lager- und Logistikdienstleistungen sowie die Vermietung und Verpachtung von Lager- und Büroflächen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Maria Stefanidou
seit 15.6.2023
Geschäftsführer
Karsten Weltzien
seit 15.6.2023
Prokura
Kevin Walter
seit 15.6.2023
Prokura
Jan Uhsemann
seit 30.4.2020
Prokura
Marcel Merten
seit 23.9.2019
Geschäftsführer
Susanne Kylla
seit 7.12.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (6)

NameAnteil
22.44%
22.44%
22.44%

Ungelöste Beteiligungen (1)

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Nordwest Industrie Finance GmbH
Germany
90.00%
DIAM LB GmbH
Germany
10.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Mounting Systems GmbH

Rangsdorf

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022

Lagebericht

Unternehmensdarstellung

Die Mounting Systems GmbH (nachfolgend "Gesellschaft" genannt) ist Hersteller von Befestigungssystemen im Bereich der Solarenergie. Das Geschäftsjahr der Gesellschaft ist aufgrund der Konzernvorgaben vom 1. Juli bis zum 30. Juni eingerichtet.

Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Rangsdorf/ Brandenburg und eine selbständige Niederlassung in Berlin und einen Vertriebsstandort in Köln. Am Standort Rangsdorf werden Dachbefestigungssysteme für den Großhandel und EPC entwickelt, produziert und vertrieben. Ein weiterer Vertriebsstandort befindet sich für diesen Geschäftszweig in Köln. Am Standort Berlin werden Untergestell-Konstruktionen für das Projektgeschäft entwickelt und vertrieben sowie die gesamte Projektabwicklung, Logistik und Einkauf koordiniert.

Die Gesellschaft hat Tochtergesellschaften in Rangsdorf, Deutschland, in St. Petersburg, Russland und in Sacramento, USA.

Forschung und Entwicklung

Die Mounting Systems GmbH setzt auf kontinuierliche Neu- und Weiterentwicklung des Produktportfolios um auch zukünftig konkurrenzfähig zu sein. Fortwährende Produktverbesserungen, regelmäßige Qualitätschecks der Produkte und Produktzertifizierungen stehen hierbei im Vordergrund. Im Fokus steht "Made in Germany". Die entsprechenden Entwicklungsleistungen wurden sowohl intern (TEUR 230) als auch durch externe Dienstleister (TEUR 211) erbracht.

Entwicklung von Konjunktur und Branche

1. Gesamtwirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr des Jahres 2022 als widerstandsfähig erwiesen. Trotz des Krieges in der Ukraine und der in dessen Folge drastisch gestiegenen Energiepreise blieb die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal unverändert. Insgesamt hat sich die deutsche Volkswirtschaft im ersten Halbjahr besser entwickelt als von vielen Beobachtern erwartet. Allerdings sorgen die seit Mitte Juni reduzierten Gaslieferungen, die nochmals gestiegenen Energiepreise, die fortwirkenden Lieferengpässe sowie die allgemein erhöhte Unsicherheit für deutlich schlechtere Aussichten für das zweite Halbjahr.

Die Weltwirtschaft ist dabei, den externen Schock durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zu verkraften. Die weltweite Industrieproduktion wurde im Mai um lediglich 0,4 % gegenüber dem Vormonat erhöht, nachdem sie im März sowie im April gedrosselt worden war (-1,0 % bzw. -2,3 %). Der Welthandel indes konnte im Mai (+2,5 %) die Abnahme aus dem März (-1,2 %) nach zwischenzeitlicher Stagnation im April (+0,0 %) wieder gut machen. Dennoch wird der Welthandel von der Störung der Lieferketten gedämpft.

Der Stimmungsindikator von S&P Global (ehemals IHS Markit) deutet auf eine leichte Erholung in den kommenden Monaten hin. Er fiel zwar im Juli von 53,5 recht deutlich auf 50,8 Punkte, lag damit aber weiterhin etwas über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die ifo-Exporterwartungen haben sich gegenüber dem Vormonat ebenfalls wieder eingetrübt (-0,5 nach +3,4 Saldopunkten). Erstmals seit März überwog damit der Anteil pessimistischer Unternehmen jene Fraktion, die mit einer Verbesserung in den nächsten Monaten rechnet.

(https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/Wirtschaftliche-Lage/2022/20220812-die-wirtschaftliche-lage-im-august-2022.html)

Branche

Europa ist auf dem Weg, zum ersten klimaneutralen Kontinent der Welt zu werden. Die Photovoltaik kann dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Insgesamt sind derzeit EU-weit 167,8 GW Photovoltaik-Leistung installiert. Dies entspricht einer Steigerung von 34% gegenüber dem Vorjahr. In 25 der 27 Mitgliedsstaaten wurde 2021 mehr Leistung zugebaut als im Vorjahr. Das mittlere Szenario des Verbands Solarpower geht von jährlichen Steigerungsraten zwischen 18 und 20 Prozent aus. 2030 könnten dann 672 Gigawatt Photovoltaikleistung in Europa installiert sein. Will Europa seinen Weg zur Klimaneutralität jedoch kosteneffizient beschreiten, müssten es 2030 bereits 870 Gigawatt sein.

Trotz der Corona-Pandemie und dem Ukraine Krieg kann die europäische Photovoltaik-Branche auf hervorragende Geschäfte zurückblicken: Der EU-Markt ist 2021 um ca. 34 % gewachsen. Insgesamt 25,9 GW Leistung wurden neu installiert. Das macht das Jahr zum zweitbesten der Branche, übertroffen nur von 2011. Mit 5,3 GW in 2021 ist die Bundesrepublik der mit Abstand größte Markt der EU. Insgesamt prognostizieren die Wirtschaftsforscher von EUPD Research Neuinstallationen im Förderrahmen mehr als 6,5 GWp im Jahr 2022, was in Deutschland einem Wachstum von über 20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Weitere europäische Länder wie die Niederlande, Spanien, Italien, Polen und Frankreich haben, begleitend zum Green Deal, sehr ambitionierte Ziele und prognostizieren ein jährlich durchschnittliches Wachstum von über 20% bis 2025.

https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/solar/2021-rekord-jahr-fuer-photovoltaik-in-europa/

Der Energiesektor könnte McKinsey zufolge Mitte 2040 als erster auf Netto-Nullemissionen kommen. Dafür müssten vor allem Wind- und Solarenergie massiv ausgebaut werden, um die zu erwartende verdoppelte Stromnachfrage (z.B. durch Wasserstoffelektrolyse) zu decken. Die Ausbaurate von Solarkapazität müsste auf 44 GW ab 2030 steigen, die von Windenergie sich verdoppeln von heute 10 GW pro Jahr auf 24 GW pro Jahr ab 2030.

https://www.mckinsey.de/news/presse/2020-12-03-net-zero-europe

1. Wettbewerb

Der Wettbewerb in der PV-Industrie ist weiterhin dadurch geprägt, dass ein starker Preiswettbewerb mit Commodity-Produkten vorherrscht. Es findet eine internationale Konsolidierung und Professionalisierung im Markt statt. Der Fokus liegt auf dem stark wachsenden europäischen Markt.

Der Wettbewerb von Lieferanten aus China hat auf Grund massiv gestiegener Transportkosten innerhalb Europas abgenommen. Neue lokal angesiedelte Marktbegleiter aus Ungarn, Bulgarien, der Türkei und, bis zum Krieg, aus der Ukraine sind auf dem Vormarsch.

Ein Sourcing aus Asien/China hat sich auch für Europäische Marktbegleiter erschwert, da hier zu den gestiegenen Transportkosten auch die langen, unberechenbaren Lieferzeiten sich negativ auswirken. Dies betriff vor allem dem Sigma II vergleichbare Produkte aber nicht Systeme wie Sigma Tracker. Besonders im Mittleren Osten, dem Balkan und Afrika ist ein Vordringen chinesischer Unternehmen (Trina und Artech) mit 1P und 2P Trackersystemen festzustellen.

Parallel dazu erfolgt eine zunehmende vertikale Wettbewerbsverschiebung durch das Eindringen europäischer Stahl-Rollierer (parallele Lieferantenstruktur). Ebenfalls verwenden Großkunden mit stabiler Projektpipeline zunehmend eigene Designs, welche sie bei den etablierten Zulieferern eigenverantwortlich produzieren lassen.

Um diesem Wettbewerbsdruck auszuweichen, wird es für etablierte Anbieter zunehmend nötiger sich auf das unmittelbar angrenzende Dienstleistungsspektrum zu fokussieren, sowie materialintensive Produkte risikoärmer zu designen und zu liefern.

Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

1. Umsatz- und Auftragsentwicklung, Leistungsindikatoren

Die Mounting Systems GmbH steuert das operative Geschäft durch finanzielle und nicht finanzielle Kennzahlen.

Die Wesentlichen Leistungsindikatoren sind die Umsatzentwicklung und das Jahresergebnis. Die Auftragseingänge und der Auftragsbestand stehen in Verbindung mit der Umsatzentwicklung stark im Fokus.

Der Auftragsbestand lag mit TEUR 63.903 per 30. Juni 2022 deutlich über Budget (Vorjahr TEUR 37.019).

Der Umsatz des Geschäftsjahres 2021/2022 hat sich wiederholt positiv entwickelt und lag mit TEUR 104.445 deutlich über dem Umsatz des Vorjahres (TEUR 58.391).

Im Geschäftsjahr 2021/2022 konnte erstmals ein positives Jahresergebnis in Höhe von TEUR 1.418 erzielt werden (Vorjahr TEUR -1.849).

Weitere Steuerungsgrößen sind die Rohertragsmarge sowie der vereinfachte Cash Flow. Der vereinfachte Cashflow ergibt sich aus der Bereinigung des Jahresergebnis um die Abschreibungen. Aufgrund des ausgeglichenen Jahresergebnisses hat sich dieser von TEUR -61 auf TEUR 3.018 erhöht.

2. Geschäftsergebnis

Der Umsatz des Geschäftsjahres 2021/2022 hat sich positiv entwickelt und lag bei TEUR 104.445. Der Vorjahresumsatz belief sich auf TEUR 58.391.

Der Rohertrag stieg von TEUR 14.776 im Vorjahr auf TEUR 26.046, bei einer um 0,4 % auf 24,0% gesunkenen Rohertragsmarge.

Die Abschreibungen im Geschäftsjahr 2021/2022 reduzierten sich um TEUR 188 auf TEUR 1.600 (Vorjahr TEUR 1.788).

Die sonstigen betrieblichen Erträge betragen TEUR 534. Wesentliche Positionen waren hierbei periodenfremde Umsatzrealisierungen (TEUR 264), Erträge aus Währungsumrechnungen (TEUR 108), Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 74) sowie andere sonstige betriebliche Erträge (TEUR 88).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 12.388 (Vorjahr TEUR 7.060). Die Erhöhung um TEUR 5.329 ist im Wesentlichen zurückzuführen auf die um TEUR 1.601 erhöhten Kosten der Warenabgabe, die um 588 TEUR gestiegenen Rechts- und Beratungskosten, die um TEUR 587 gestiegenen Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, die um TEUR 571 gestiegenen Werbe- und Reisekosten sowie die um TEUR 1.484 gestiegenen periodenfremden Aufwendungen. Hierbei vornehmlich die Bildung von Rückstellungen für Rechtstreitigkeiten i.H.v. TEUR 1.102.

Das Betriebsergebnis konnte um TEUR 3.875 verbessert werden und liegt bei TEUR 2.903 (Vorjahr: TEUR -973). Damit wurde das geplante positive Jahresergebnis erreicht.

3. Investitionen

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden insgesamt TEUR 3.573 (Vorjahr TEUR 2.598) in das Anlagevermögen investiert. Davon entfielen TEUR 1.750auf technische Anlagen und Maschinen, TEUR 910 andere Anlagen und Betriebs- und Geschäftsausstattung und TEUR 696 aus immaterielle Vermögensgegenstände.

4. Finanzierungen

Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden zur Finanzierung des operativen Geschäfts Darlehen über die Hauptgesellschafterin i.H.v. TEUR 11.919 aufgenommen. Es bestehen darüber hinaus keine Finanzierungsverbindlichkeiten gegenüber Banken oder sonstigen Fremdkapitalgebern über die regulären Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen hinaus. Die Liquidität des Unternehmens war durch die finanzielle Unterstützung der Hauptgesellschafterin jederzeit gesichert. Zukünftig rechnet die Gesellschaft damit, bei Eintreten der Prognosen, keine weiteren finanziellen Hilfeleistungen der Gesellschafterin in Anspruch nehmen zu müssen.

5. Personal- und Sozialbereich

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2021/2022 betrug TEUR 9.689 (Vorjahr TEUR 7.975). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 21% resultiert aus dem planmäßigen Personalzuwachs. Am Bilanzstichtag waren 178 Mitarbeiter beschäftigt, davon 106 kaufmännische, 71 gewerbliche und 2 Auszubildende (Vorjahr 140).

6. Restrukturierungen

Der Aufwand aus Restrukturierung betrug TEUR 380 (Vorjahr TEUR 309). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr um TEUR 71 ist mit personellen Umstrukturierungen zu begründen.

7. Darstellung der Vermögens- und Finanzlage

Das Gesamtvermögen der Mounting Systems GmbH betrug zum Bilanzstichtag TEUR 78.677 (Vorjahr TEUR 47.758).

Das Anlagevermögen bildet davon TEUR 7.529 (Vorjahr TEUR 5.557).

Der Buchwert der Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände beläuft sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 6.882 (Vorjahr TEUR 4.910). Der Zuwachs liegt bei den Technischen Anlagen und Maschinen. Im Finanzanlagevermögen werden Anteile an Tochterunternehmen in Höhe von TEUR 647 (Vorjahr TEUR 647) ausgewiesen.

Das Umlaufvermögen verzeichnete einen Anstieg um TEUR 30.346 auf TEUR 58.328, wovon das Vorratsvermögen eine Steigerung um TEUR 23.459 erfahren hat. Um der enorm angestiegenen Nachfrage nachzukommen, wurde insbesondere ein Bestandsaufbau bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen um TEUR 14.731 auf TEUR 18.879 und bei den Fertigen Erzeugnissen und Waren um TEUR 7.795 auf TEUR 14.886 betrieben.

Korrespondierend zur Umsatzsteigerung sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um TEUT 9.061 auf TEUR 16.731 gestiegen (Vorjahr TEUR 7.670).

Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen sind um TEUR 303 auf TEUR 353 gesunken (Vorjahr TEUR 656).

Bedingt durch höhere Steuererstattungsansprüche und einem Anstieg aus Forderungen gegenüber dem Factor sind die sonstigen Vermögensgegenstände um TEUR 1.778 auf TEUR 3.422 gestiegen (Vorjahr TEUR 1.645). Die verbleibenden Aktiva verteilen sich auf Rechnungsabgrenzungsposten i.H.v. TEUR 293, liquide Mittel i.H.v. TEUR 157, aktive latente Steuern i.H.v. TEUR 1.391 sowie auf den um TEUR 1.418 reduzierten nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag i.H.v. TEUR 11.135.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum Stichtag TEUR 25.428 und haben sich ggü. dem Vorjahr um TEUR 11.557 erhöht.

Die Rückstellungen erhöhten sich um TEUR 1.915 auf insgesamt TEUR 4.442 und resultieren aus ausstehende Eingangsrechnungen und Risiken (TEUR 3.443) und Personalrückstellungen (TEUR 999).

Der positive operative Cashflow i.H.v. TEUR 3.018 im Geschäftsjahr 2021/2022 ist auf den positive Jahresüberschuss zurückzuführen

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt TEUR -3.562. Die Mittelabflüsse für Investitionen in das Anlagevermögen beliefen sich auf TEUR 3.507, denen Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagenvermögens in Höhe von TEUR 11 gegenüberstanden.

Die Gesellschaft wird weiterhin durch den Mittelhaushalt der Hauptgesellschafterin unterstützt und ist überwiegend durch diesen ausfinanziert. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden neue Darlehen von der Hauptgesellschafterin über TEUR 11.919 gewährt. Die Zahlungsmittel, bestehend aus dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten und jederzeit fälligen Bankverbindlichkeiten, haben sich um TEUR 3.649 auf TEUR 157 reduziert.

Trotz des positiven Jahresüberschusses verbleibt ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag i.H.v. 11.135 (Vorjahr TEUR 12.553) der durch qualifizierte Rangrücktritte und Forderungsverzichte mit Besserungsschein gedeckt ist. Auf Basis der Planung für das Geschäftsjahr 2022/2023 gehen wir aktuell davon aus, den nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag im Geschäftsjahr 2022/2023 zu beseitigen.

Gesamtaussage

Insgesamt stellt sich die Entwicklung im Geschäftsjahr 2021/2022 positiv dar.

Das prognostizierte zweistellige Umsatzwachstum konnte mit einem Zuwachs in Höhe von rd. 79 % deutlich erreicht werden.

Das Unternehmen konnte durch beständige wachsende Auftragseingänge, effizientere Arbeitsabläufe und einer weiteren Verbesserung der Kostenstruktur die Prognose hinsichtlich des positiven Jahresergebnisses, mit einem erzielten Jahresüberschuss in Höhe von TEUR 1.417, erreichen.

Das abgelaufene Geschäftsjahr ist aus Sicht der Geschäftsleitung als Erfolg zu werten und bestätigt das Vertrauen in die Marke Mounting Systems und unsere Position als nachhaltiger Partner im Bereich der erneuerbaren Energien.

Die Mounting Systems GmbH ist durch die negativen Vorjahresergebnisse bilanziell überschuldet. Zur Beseitigung der bilanziellen Überschuldung hat die Gesellschafterin Rangrücktrittserklärungen bis zur Gesamthöhe von TEUR 14.919 abgegeben.

Die anhaltende bilanzielle Überschuldung deckt sich dennoch mit den Annahmen der Geschäftsführung.

Die Betriebsmittelbeschaffungen und die Finanzierungen des laufenden Geschäfts wurden über Darlehensverträge der Gesellschafterin gesichert. Im Geschäftsjahr 2021/2022 wurden seitens der Hauptgesellschafterin neue Darlehen in Höhe von TEUR 11.919 gewährt.

8. Voraussichtliche Entwicklung, Chancen und Risiken

Chancen

Die Gesellschaft verfügt über eine erfahrene Organisation und ein hohes Know-how in der industriellen Fertigung, in der Automatisierung und bei der nationalen und internationalen Beschaffung sowie der Logistik. Ab Ende Q1 2023 wird der Logistik- und Fertigungsstandort um weitere 25.677 m 2 Hallenfläche erweitert.

Das breite Produktportfolio und die technische Begleitung erlauben es den Kunden, eine Vielzahl an Anwendungen abzudecken. Innerhalb von einem Freilandprojekt können z.B. feste Gestelle und nachführende Systeme zur Ertragsoptimierung kombiniert eingesetzt werden. Des Weiteren gibt es neue Anwendungsbereiche wie z.B. Residential Carports oder Agriphotovoltaik.

Die Gesellschaft ist international aufgestellt und baut ebenso nachhaltige Kundenverbindungen in allen wesentlichen europäischen Industrienationen weiterhin aus. Diese Grundlage zusammen mit den signifikant steigenden Bedarfen an Komponenten aufgrund u.a. des "EU-Green-Deals", stellt einen soliden Wachstumspfad der Gesellschaft dar.

Risiken

Die hohe Dynamik im Photovoltaikbereich stellt grundsätzlich ein Risiko dar. Dies ergibt sich durch die hohe Abhängigkeit von dem schlecht prognostizierbaren und sich stark verändernden regulatorischen bzw. politischen Umfeld. Verschärft wird dies durch das mit der Energiewende einhergehendes extreme Wachstum der Branche und der Abhängigkeit sich konträr verhaltenden Entscheidungs- vs. Verfügbarkeitszeiträume.

Die allgemeine Situation der Materialverknappung und -teuerung in den Bereichen Metalle, Verpackungsmaterialien und Verbindungsmitteln führt zu möglichen Engpässen und Effekten der Margenverschlechterung.

Insbesondere durch den potenziellen Finanzierungsbedarf und mögliche Vertragsstrafen stellen Großprojekte aufgrund des Volumens grundsätzlich ein erhöhtes Risiko dar, dies umso mehr bei dem Erbringen neuer Leistungen oder dem Einsatz neuer Produkte.

In der hart umkämpften Branche kann es zu Zahlungsausfällen von Kundenforderungen kommen. Die Gesellschaft versucht, diesem Risiko durch systematische Anforderung von Abschlagszahlungen und Abschluss von Warenkreditversicherungen bei Großprojekten zu begegnen.

Hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit besteht weiterhin eine Unsicherheit, da die Gesellschaft zum 30.06.2022 in Höhe von TEUR 11.135 bilanziell überschuldet ist. Zur Beseitigung der bilanziellen Überschuldung hat die Gesellschafterin Rangrücktrittserklärungen bis zur Gesamthöhe von TEUR 14.919 abgegeben.

Die Liquiditätslage war im Geschäftsjahr 2021/2022 durch die Unterstützung der Gesellschafterin stets gesichert, es sind gemäß Prognose keine Engpässe für das Geschäftsjahr 2022/ 2023 zu erwarten. Die Gesellschaft ist in diesem Bereich durch die Integration in die Nordwest Industrie Group gut und solvent aufgestellt, sofern diese an dem strategischen Investment festhält und die Gesellschaft bei Bedarf weiterhin mit Liquidität unterstützt. Bei Wegfall von Liquiditätshilfen durch die Gesellschafterin und/oder Planverfehlungen könnte der Gesellschaft die Zahlungsunfähigkeit drohen.

9. Prognosebericht

Der Erfolg der Solarbranche wird sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Die weitere Marktentwicklung hängt stark von den Regierungen ab, welche mittels nachhaltiger Konjunkturpakete über die Wiederbelebung der Wirtschaft entscheiden.

Die Corona -Pandemie hat den Trend zu dezentraler Energieerzeugung nicht gebremst, evtl. sogar verstärkt. Im Geschäftsjahr 2022/2023 erwarten wir ein deutliches Wachstum im Segment Photovoltaik, da sowohl ein wirtschaftlicher Nutzen, durch die Vermeidung steigender Stromkosten, als auch ein ökonomischer Nutzen besteht.

Die Branche wird seit 2021 erheblich durch eine Verknappung der Rohstoffpreise und einen deutlichen Anstieg der Logistikkosten beeinflusst.

Gemäß unserer Unternehmensplanung und Prognose wird im Geschäftsjahr 2022/2023 für die Gesellschaft erneut mit einem zweistelligen prozentualen Unternehmenswachstum, einem wiederholt positiven Jahresergebnis und einem positiven vereinfachten Cash Flow gerechnet, welches auch den erwarteten Materialpreissteigerungen Rechnung trägt.

 

Rangsdorf, 11. November 2022

gez. Marcel Merten, Geschäftsführer

Anlage 4 / Seite 000300011

Bilanz

Aktiva

30.6.2022
EUR
30.6.2021
EUR
A. Anlagevermögen 7.528.860,91 5.556.619,60
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.944.711,43 2.064.106,99
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.511.044,97 1.755.722,17
2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutz- und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 433.666,46 308.384,82
II. Sachanlagen 4.937.599,73 2.845.962,86
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 26.261,18 2.391,00
2. technische Anlagen und Maschinen 2.969.303,25 1.107.051,08
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.749.247,74 1.181.453,75
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 192.787,56 555.067,03
III. Finanzanlagen 646.549,75 646.549,75
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 646.549,75 646.549,75
B. Umlaufvermögen 58.328.605,47 27.982.700,54
I. Vorräte 37.664.665,81 14.205.967,15
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.879.067,68 4.148.309,23
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 3.139.818,67 2.504.029,14
3. fertige Erzeugnisse und Waren 14.886.373,33 7.090.894,55
4. geleistete Anzahlungen 759.406,13 462.734,23
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 20.506.902,64 9.970.475,00
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 16.731.139,34 7.670.014,17
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 353.434,50 655.666,35
3. sonstige Vermögensgegenstände 3.422.328,80 1.644.794,48
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 157.037,02 3.806.258,39
C. Rechnungsabgrenzungsposten 293.281,11 275.150,11
D. Aktive latente Steuern 1.390.540,00 1.390.540,00
E. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 11.135.492,56 12.553.061,59
Bilanzsumme, Summe Aktiva 78.676.780,05 47.758.071,84

Passiva

   
30.6.2022
EUR
30.6.2021
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. gezeichnetes Kapital 2.425.000,00 2.425.000,00
II. Kapitalrücklage 9.000,00 9.000,00
III. Verlustvortrag 14.987.061,59 13.137.787,70
IV. Jahresüberschuss 1.417.569,03 -1.849.273,89
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 11.135.492,56 12.553.061,59
B. Rückstellungen 4.441.673,25 2.526.375,95
1. sonstige Rückstellungen 4.441.673,25 2.526.375,95
C. Verbindlichkeiten 74.235.106,80 45.231.695,89
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 701.915,39 0,00
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.680.920,01 561.433,34
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 25.428.424,12 13.871.674,01
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 834.204,77 540.614,59
5. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 41.476.775,66 29.107.357,70
6. sonstige Verbindlichkeiten 3.112.866,85 1.150.616,25
Bilanzsumme, Summe Passiva 78.676.780,05 47.758.071,84

Gewinn- und Verlustrechnung

1.7.2021 - 30.6.2022
EUR
1.7.2020 - 30.6.2021
EUR
1. Umsatzerlöse 104.444.638,16 58.390.729,08
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 3.823.290,96 -1.013.263,45
3. andere aktivierte Eigenleistungen 229.680,00 324.046,00
4. sonstige betriebliche Erträge 534.426,54 1.074.132,03
5. Materialaufwand 82.451.809,15 42.925.665,35
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 78.050.907,24 30.727.617,19
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.400.901,91 12.198.048,16
6. Personalaufwand 9.689.036,29 7.974.586,30
a) Löhne und Gehälter 7.943.538,36 6.577.174,95
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.745.497,93 1.397.411,35
7. Abschreibungen 1.600.151,88 1.788.285,02
8. sonstige betriebliche Aufwendungen 12.388.209,28 7.059.644,28
9. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.808,92 22.597,35
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.485.869,95 898.301,95
11. Ergebnis nach Steuern 1.418.768,03 -1.848.241,89
12. sonstige Steuern 1.199,00 1.032,00
Jahresüberschuss 1.417.569,03 -1.849.273,89

Anhang

1. Allgemeine Angaben

Die Mounting Systems GmbH, Rangsdorf, ist beim Amtsgericht Potsdam unter HRB 27464 eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG und des Gesellschaftsvertrags aufgestellt. Die Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Es gelten die Vorschriften für große Gesellschaften gem. 267 Abs. 3 HGB.

Die Bilanzierung und Bewertung im Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit vorgenommen, da die Nordwest Industrie Finance GmbH, Frankfurt am Main, in den Vorjahren Rangrücktrittserklärungen hinsichtlich ihrer Forderungen (insgesamt TEUR 14.929) abgegeben hat. Danach tritt die Gesellschafterin mit ihrem Anspruch auf Rückzahlung der Darlehensforderung hinter sämtliche kraft § 39 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 InsO nachrangige Forderungen aller gegenwärtigen und zukünftigen anderen Gläubiger (mit Ausnahme anderer Rangrücktrittsgläubiger und gleichrangigen Gläubiger) der Gesellschaft im Rang zurück. Darüber hinaus hat die Gesellschaft die Forderungen der Gesellschafterin nur aus ihren zukünftigen Gewinnen, aus einem Liquidationsüberschuss oder aus dem die sonstigen Verbindlichkeiten der Schuldnerin übersteigenden frei verfügbaren Vermögen zu erfüllen. In 2018 hat die Gesellschafterin zudem einen Forderungsverzicht mit Besserungsschein über TEUR 3.000 ausgesprochen. Nach den Planungen der Gesellschaft reicht die Finanzkraft in dem Prognosezeitraum mit überwiegender Wahrscheinlichkeit aus, nachhaltig die geschäftlichen Aktivitäten fortzuführen. Wir verweisen auf die weitergehenden Ausführungen im Lagebericht.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte betreffen Entwicklungskosten und werden mit den Herstellungskosten bilanziert. Dazu gehören die Materialeinzelkosten, die Fertigungseinzelkosten und die Sondereinzelkosten der Fertigung sowie angemessene Teile der Materialgemeinkosten, der Fertigungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit diese auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Nach Abschluss der Projektentwicklung erfolgt eine planmäßige lineare Abschreibung über die voraussichtliche betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 4 bis 7 Jahren. Sofern erkennbar ist, dass eine Projektentwicklung nicht weiterverfolgt wird, erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung.

Die übrigen immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten, bei abnutzbaren Vermögensgegenständen vermindert um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Abschreibungsmethode in Anlehnung an steuerlich zulässige Nutzungszeiten, bewertet. Im Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung pro rata temporis, außerplanmäßige Abschreibungen werden, soweit erforderlich, vorgenommen.

Geringwertige Anlagegüter bis EUR 250 werden im Zugangsjahr als Aufwand erfasst. Geringwertige bewegliche Anlagegüter mit Anschaffungskosten von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000 werden in einen Sammelposten eingestellt, der im Jahr der Anschaffung und in den folgenden vier Geschäftsjahren mit jeweils einem Fünftel abgeschrieben wird. Nach fünf Jahren wird im Anlagenspiegel ein Abgang dieser Vermögenswerte unterstellt.

Die Finanzanlagen werden mit den Anschaffungskosten bilanziert. Eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert erfolgt nur bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen.

Die Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten sowie unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bilanziert und bewertet. Hinsichtlich des Umfangs der Herstellungskosten gelten die gleichen Regeln wie für immaterielle Vermögensgegenstände. Alle Risiken im Vorratsvermögen, welche sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, werden durch angemessene Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, in der Regel dem Nennwert, ausgewiesen. Auf Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Einzelwertberichtigungen vorgenommen.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Anschaffungskosten, in der Regel dem Nennwert, angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten umfasst Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Sofern sich bei der Ermittlung der Steuerauswirkungen von temporären Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, unter Berücksichtigung von steuerlichen Verlustvorträgen, die voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren verrechnet werden können, ein aktiver Steuerabgrenzungsposten ergibt, wird von dem Wahlrecht der Aktivierung dieser Steuerentlastung in Einklang mit § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen, wie sie voraussichtlich zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen gelten. Dies sind ein Körperschaftsteuersatz von 15 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag sowie ein Gewerbesteuersatz in Höhe von 13,3 %.

Das Eigenkapital wurde zum Nennwert angesetzt.

Die Rückstellungen umfassen sämtliche drohende Verluste und ungewisse Verbindlichkeiten.

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen werden mit dem Nettobetrag passiviert. Die übrigen Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbeträgen passiviert.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Schulden werden zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden dabei das Realisationsprinzip und das Anschaffungskostenprinzip beachtet.

3. Erläuterungen zur Bilanz

Mitzugehörigkeitsvermerke

Einzelne Sachverhalte können im vorliegenden Gliederungsschema mehreren Bilanzposten zugeordnet werden. Aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit werden dazu folgende Erklärungen gegeben.

- Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 317 (Vorjahr TEUR 421).

- Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 0 (Vorjahr TEUR 49).

- Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 834 (Vorjahr TEUR 540).

- Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternahmen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 139 (Vorjahr TEUR 22).

- Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestehen in voller Höhe gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 41.477 (Vorjahr TEUR 29.107)).

Anlagevermögen

Im Geschäftsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von TEUR 441 als selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens aktiviert. Forschungsaufwendungen sind nicht angefallen.

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in der Anlage zum Anhang dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Der Betrag der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr beträgt TEUR 1.021.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

Verbindlichkeitenspiegel

Restlaufzeit der Verbindlichkeiten
< 1 Jahr
T€
1-5 Jahre
T€
über 5 Jahre
T€
Summe
T€
Besichert
T€
Sicherheit
Verbindlichkeiten über Kreditinstituten 702 0 0 702 702  
Vorjahr: 0 0 0 0 0  
erhaltene Anzahlungen Bestellungen 2.681 0 0 2.681 0  
Vorjahr: 561 0 0 561 0  
Verbindlichkeiten aus und Leistungen 25.428 0 0 25.428 25.428 1)
Vorjahr: 13.872 0 0 13.872 13.872 1)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen 834 0 0 834 0  
Vorjahr: 541 0 0 541 0  
Verbindlichkeiten gegenüber 35.702 5.775 0 41.477 0  
Vorjahr: 28.659 448 0 29.107 0  
sonstige Verbindlichkeiten 1.464 999 650 3.113 0  
davon aus Steuern 111 0 0 111    
davon i.R.d. soz. Sicherheit 1 0 0 1    
Vorjahr: 339 812 0 1.151 0  
davon aus Steuern 87 0 0 87    
davon i.R.d. soz. Sicherheit 0 0 0 0    
Summe 66.811 6.774 650 74.235 26.130  
Vorjahr: 43.972 1.260 0 45.232 13.872  

Erläuterung der Sicherheiten:

1): branchenübliche Eigentumsvorbehalte

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen TEUR 41.477 (Vorjahr: TEUR 29.120).

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen betreffen im Wesentlichen ausstehende Rechnungen und Risiken (TEUR 3.443) und Verpflichtungen aus dem Personalbereich TEUR 999).

1. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 74 sowie Erträge aus Währungsumrechnungen in Höhe von TEUR 108 (TEUR 28).

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von TEUR 380 und Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von TEUR 47 (TEUR 132) enthalten.

Von den sonstigen betrieblichen Erträgen entfallen TEUR 241 (Vorjahr TEUR 332) auf Posten, die einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen sind.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen in Höhe von TEUR 1.820 (Vorjahr TEUR 406) einem anderen Geschäftsjahr zuzurechnen.

2. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind und weder in der Gewinn- und Verlustrechnung noch in der Bilanz berücksichtigt sind, liegen nicht vor.

3. Sonstige Angaben

Anteilsbesitz

Die Gesellschaft ist zu 100 % an der Mounting Systems Inc., Sacramento/Kalifornien (USA) beteiligt. Ebenfalls hat die Gesellschaft im Januar 2015 100% der Anteile an der HatiCon Germany GmbH, Rangsdorf (Deutschland) und an der HatiCon Solar LLC., Ontario/Kalifornien (USA) erworben. Des Weiteren hat die Gesellschaft im August 2017 die OOO Mounting Systems RU, Sankt-Petersburg (Russland) neu gegründet.

Das Eigenkapital und das Ergebnis der jeweiligen Tochtergesellschaften betragen:

Firma und Sitz Ergebnis Eigenkapital Geschäftsjahr
Mounting Systems Inc. (USA) 1.195.310,00 US$ -10.359.420,00 US$ 01.07.21-30.06.22
HatiCon Germany GmbH (Deutschland) 44.302,36 EUR 572.339,11 EUR 01.07.21-30.06.22
HatiCon Solar LLC. (USA) 4.003,00 US$ -295.826,00 US $ 01.01.18- 31.12.18
OOO Mounting Systems RU (Russland) -17.058.509,83 RUB 31.171.200,82 RUB 01.01.20-31.12.20

Ausschüttungssperre

Aufgrund der Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens (Entwicklungskosten) unter Berücksichtigung der darauf entfallenden latenten Steuern sind TEUR 1.244, aufgrund der vorgenommenen Aktivierung latenter Steuern auf voraussichtlich nutzbare steuerliche Verlustvorträge sind weitere TEUR 1.902 ausschüttungsgesperrt (§ 268 Abs. 8 HGB).

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Arbeitnehmer

Jul 21 - Jun 22
Angestellte 104
Arbeiter 71
  175

Haftungsverhältnisse

Die Gesellschaft haftet zusammen mit anderen Gesellschaften gesamtschuldnerisch für Verbindlichkeiten des verbundenen Unternehmen Nordwest Industrie Finance GmbH, Frankfurt am Main, gegenüber Kreditinstituten bis zu einer Höhe von maximal EUR 60.499.998,02. Die Kreditlinie wurde zum Abschlussstichtag in Höhe von EUR 51.037.803,26 in Anspruch genommen. Aufgrund der aktuellen und mittelfristig geplanten Erfolgs- und Liquiditätslage der Nordwest Industrie Finance GmbH ist eine Inanspruchnahme aus der gesamtschuldnerischen Haftung nicht zu erwarten.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen diverse Mietverhältnisse für Lager- und Büroräume, Leasingverhältnisse und Materialsicherungsverträge deren finanzielle Verpflichtungen im nachfolgenden Abschnitt "Sonstige finanzielle Verpflichtungen" dargestellt sind.

Diese Verhältnisse werden abgeschlossen aus Erwägungen zur optimierten Liquiditäts- und Ressourcenallokation, zur Risikominderung, um liquide Mittel nicht langfristig zu binden und um eine höhere Flexibilität zu wahren.

Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte mit folgenden Restlaufzeiten:

in EUR bis 1 Jahr 1-5 Jahre über 5 Jahre Gesamt davon gegenüber verbundenen Unternehmen
Miete 524.696,82 660.784,60 0,00 1.185.481,42 150.500,00
Leasing 128.318,72 230.524,07 0,00 415.509,56 0,00
Pacht 120.000,00 300.000,00 0,00 420.000,00 420.000,00
Übrige 30.801.510,39 171.263,95 0,00 27.780.884,27 0,00
Summe 31.574.525,93 1.362.572,62 0,00 32.937.098,55 570.500,00

Geschäftsführung (= ausgeübter Beruf)

Als Geschäftsführer waren im Geschäftsjahr 2021/2022 bestellt:

Herr Marcel Merten, Berlin und Herr Michael Sehner, Kleinmachnow, in der Zeit von 07.2021 bis 01.2022.

Angaben hinsichtlich der im Geschäftsjahr an Geschäftsführer gewährten Gesamtbezügen unterbleiben gem. § 286 Abs. 4 HGB

Konzernzugehörigkeit

Mutterunternehmen der Gesellschaft ist die Nordwest Industrie Finance GmbH, Frankfurt am Main, die in den Konzernabschluss des obersten Mutterunternehmens Nordwest Industrie Group GmbH, Frankfurt am Main, einbezogen wird. Der Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger offengelegt.

 

Rangsdorf, den 11. November 2022

gez. Marcel Merten, Geschäftsführer

Anlagespiegel

Anschaffungs-, Herstellungskosten 01.07.2021
Euro
Zugänge
Euro
davon FK-Zinsen
Euro
Abgänge
Euro
Anlagevermögen        
Immaterielle Vermögensgegenstände        
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 3.543.222,03 441.069,72 0,00 0,00
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.704.878,68 255.129,77 0,00 0,00
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 7.248.100,71 696.199,49 0,00 0,00
Sachanlagen        
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 30.666,24 24.402,18 0,00 0,00
technische Anlagen und Maschinen 3.749.822,76 1.749.703,98 0,00 33.787,29
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.204.129,45 910.143,86 0,00 2.565,63
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 555.067,03 192.787,56 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 6.539.685,48 2.877.037,58 0,00 36.352,92
Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 646.549,75 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 646.549,75 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 14.434.335,94 3.573.237,07 0,00 36.352,92
Umbuchungen
Euro
Anschaffungs-, Herstellungskosten 30.06.2022
Euro
Anlagevermögen    
Immaterielle Vermögensgegenstände    
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 3.984.291,75
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 3.960.008,45
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 7.944.300,20
Sachanlagen    
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 55.068,42
technische Anlagen und Maschinen 550.758,16 6.016.497,61
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.308,87 3.116.016,55
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -555.067,03 192.787,56
Summe Sachanlagen 0,00 9.380.370,14
Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 646.549,75
Summe Finanzanlagen 0,00 646.549,75
Summe Anlagevermögen 0,00 17.971.220,09
kumulierte Abschreibungen 01.07.2021
Euro
Abschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
kumulierte Abschreibungen 30.06.2022
Euro
Anlagevermögen            
Immaterielle Vermögensgegenstände            
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1.787.499,86 685.746,92 0,00 0,00 0,00 2.473.246,78
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.396.493,86 129.848,13 0,00 0,00 0,00 3.526.341,99
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 5.183.993,72 815.595,05 0,00 0,00 0,00 5.999.588,77
Sachanlagen            
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 28.275,24 532,00 0,00 0,00 0,00 28.807,24
technische Anlagen und Maschinen 2.642.771,68 438.207,97 0,00 33.785,29 0,00 3.047.194,36
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.022.675,70 345.816,86 0,00 1.723,75 0,00 1.366.768,81
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 3.693.722,62 784.556,83 0,00 35.509,04 0,00 4.442.770,41
Finanzanlagen            
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Anlagevermögen 8.877.716,34 1.600.151,88 0,00 35.509,04 0,00 10.442.359,18
Zuschreibungen Geschäftsjahr
Euro
Buchwert 30.06.2022
Euro
Buchwert 30.06.2021
Euro
Anlagevermögen      
Immaterielle Vermögensgegenstände      
Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 1.511.044,97 1.755.722,17
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 433.666,46 308.384,82
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00
Summe immaterielle Vermögensgegenstände 0,00 1.944.711,43 2.064.106,99
Sachanlagen      
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 26.261,18 2.391,00
technische Anlagen und Maschinen 0,00 2.969.303,25 1.107.051,08
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 0,00 1.749.247,74 1.181.453,75
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 192.787,56 555.067,03
Summe Sachanlagen 0,00 4.937.599,73 2.845.962,86
Finanzanlagen      
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 646.549,75 646.549,75
Summe Finanzanlagen 0,00 646.549,75 646.549,75
Summe Anlagevermögen 0,00 7.528.860,91 5.556.619,60

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 23.01.2023 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die Mounting Systems GmbH, Rangsdorf

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Mounting Systems GmbH, Rangsdorf, - bestehend aus der Bilanz zum 30.06.2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Mounting Systems GmbH für das Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 30.06.2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.07.2021 bis zum 30.06.2022 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 III 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angabe im Anhang sowie die Angaben im Rahmen der Risikoberichterstattung des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass bei einem Wegfall von Liquiditätshilfen durch die Gesellschafterin und/oder einem Unterschreiten der Umsatzerwartungen der Gesellschaft die Zahlungsunfähigkeit drohen könnte.

Wie diese Ausführungen darlegen, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 II 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.

Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Detmold, 14. November 2022

dhs GmbH
Wirtschaftprüfungsgesellschaft

Alexander Demant, Wirtschaftsprüfer

Frank Wehrmann, Wirtschaftsprüfer

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