Juit GmbH
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Dr. August Oetker KGBielefeldKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Konzernabschluss und Konzernlagebericht zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023Vorwort zum KonzernlageberichtSehr geehrte Damen und Herren, die globalen Rahmenbedingungen des Jahres 2023 waren auch für die Oetker-Gruppe alles andere als einfach. Auf die bereits bestehenden Marktveränderungen durch die Nachwehen der Corona-Pandemie und den seit dem Vorjahr andauernden Krieg in der Ukraine folgte im Oktober 2023 die Eskalation des Nahost-Konflikts, die weitere Stellvertreterauseinandersetzungen, darunter vor allem die Angriffe der Huthi-Rebellen im Roten Meer, nach sich zog und damit die ohnehin fragilen weltweiten Lieferketten weiter unter Druck setzten. Dass die Weltmärkte darauf volatil reagierten, liegt auf der Hand. Zusätzlich verunsicherten Schlagwörter wie Klimakrise, Sicherstellung der Energieversorgung und Inflation (mit merklichen Kostensteigerungen) die Menschen, die in vielen Ländern mit Konsumzurückhaltung reagierten. Dass es der Oetker-Gruppe vor diesem Hintergrund dennoch gelungen ist, ihre Umsätze organisch um 6,3 % zu steigern, gibt uns Zuversicht. Besonders freue ich mich über die Synergien, die wir in unseren und über alle Gruppenunternehmen hinweg immer wieder schaffen, indem wir voneinander lernen und uns jederzeit gegenseitig unterstützen. Diese gegenseitige Unterstützung ist besonders wertvoll, da wir 2023 in allen Gruppenunternehmen unsere ehrgeizigen Wachstums- und Effizienzinitiativen erfolgreich fortgesetzt haben. Ihr Ziel ist es, in allen Unternehmensbereichen Potenziale für Wachstum und weitere Optimierungen, auch auf Kostenseite, zu identifizieren und diese auszuschöpfen. Gleichzeitig investierten wir kräftig in die Zukunftsfähigkeit der Gruppe, vor allem in Nachhaltigkeitsthemen, in Innovationen und in Digitalisierung. Dieser Spagat zwischen dem notwendig kurzfristigen Handeln einerseits, bei andererseits zugleich langfristig orientiertem Denken und Arbeiten auf die strategischen Ziele hin ist uns im abgelaufenen Geschäftsjahr gelungen. Das lässt mich optimistisch in die kommenden Jahre schauen und gibt mir Zuversicht, dass wir unsere ambitionierten Ziele auch erreichen werden. Die Weltwirtschaft wuchs 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 %. Dies liegt vor allem an dem Anstieg der weltweiten Produktion, insbesondere in den Vereinigten Staaten. Der Welthandel blieb dagegen deutlich hinter der Prognose zurück und schrumpfte um 2 %. Dies ist insbesondere mit der geringen Marktdynamik Chinas verbunden. Aber auch die Wirtschaft in dem für die Oetker-Gruppe so wichtigen Euroraum befand sich in einer Flaute. Erfreulicherweise verzeichnete der weltweite Markt für Lebensmittel ein Wachstum von 5 %. Allerdings zeigte sich, dass Verbraucher in schwierigen finanziellen Zeiten ihr Einkaufsverhalten ändern, auf ausgedehnten Konsum zugunsten von Grundnahrungsmitteln verzichten oder günstiger einkaufen und so vor allem das Wachstum der Discounter befördern. Gleichwohl waren und sind die globalen Trends der Digitalisierung und Nachhaltigkeit, einschließlich der Themen rund um einen bewussteren und gesünderen Konsum, ungebrochen - und zwar ungeachtet der aktuellen, durch Krisen geprägten Rahmenbedingungen. Aufgrund unserer gezielten Investitionen in diesen Bereichen gestalten wir diese Trends in den von uns bearbeiteten Märkten maßgeblich mit. Auch wenn im vergangenen Jahr die Preisentwicklungen auf den Beschaffungsmärkten für manche Rohstoffe und Energie leicht rückläufig waren, lagen sie doch weiterhin auf einem sehr hohen Niveau - zumal einzelne Rohwarenkategorien im Preis geradezu explodierten (wie etwa die Zucker- und Kakaopreise). Hinzu kommen die nachlaufenden Lohnkostensteigerungen. Dies galt auch für die Bierbranche: Die Preise für Malz, Glas, Kronkorken und Getränkedosen zogen deutlich an und verschärften im Verbund mit gestiegenen Transportkosten und einer höheren CO 2 -Abgabe den Kostendruck im Bier- und Getränkemarkt weiter. Zudem spielte das für den Absatz so wichtige Sommerwetter 2023 leider nicht mit, sodass sich der Absatz der deutschen Bierbranche im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,5 % verringerte. Erfreulicherweise konnte sich die Radeberger Gruppe von dieser Entwicklung merklich absetzen. Weiter erfreulich entwickelte sich die Hotelbranche und hier insbesondere die Luxushotellerie. Es gab weiterhin eine steigende Nachfrage nach exklusiven Reiseerlebnissen, die hohe Auslastungszahlen zur Folge hatten. Davon konnten auch unsere beiden in diesem Segment tätigen Hotels profitieren. Ungebrochen positiv und allen konjunkturellen Entwicklungen zum Trotz gestaltete sich das Wachstum für IT-Dienstleistungen. Besonders ausgeprägt war 2023 die Nachfrage nach Dienstleistungen in den Bereichen Cyber Security und IT-Modernisierungen, vor allem vor dem Hintergrund der weiteren digitalen Transformation. Schwierig allerdings gestaltete sich der Arbeitsmarkt aufgrund des signifikanten Mangels an IT-Fachkräften. Trotz der genannten Herausforderungen ist es der Oetker-Gruppe gelungen, im Jahr 2023 Umsätze in Höhe von 6,9 Milliarden Euro zu erzielen. Damit hat die Gruppe ihre Umsätze gegenüber Vorjahr erfreulich gesteigert - und das trotz der unerwarteten Entwicklung im Nahen Osten sowie ungeplant negativer Wechselkurseffekte im Geschäftsbereich Nahrungsmittel und des Geschäftsausstiegs aus dem russischen Markt im zweiten Halbjahr 2022. Insgesamt blicken wir auf ein im Ergebnis ordentliches Geschäftsjahr 2023 zurück. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir erneut steigende Umsatzerlöse, getrieben durch unsere digitalen Geschäftsmodelle und bessere Marktbedingungen für unsere Konsumgütersparten. Gleichzeitig werden wir unsere Initiativen für Wachstum und Effizienz fortsetzen. Mein Dank geht an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oetker-Gruppe, die mit ihrem engagierten Einsatz die Leistungsfähigkeit unserer schönen Unternehmensgruppe möglich gemacht haben. Ich danke ebenfalls unseren Geschäftspartnerinnen und Geschäftspartnern für die insgesamt gute Zusammenarbeit. Mein besonderer Dank gilt unseren Gesellschaftern, den Gesellschaftergremien und dem Beirat der Dr. August Oetker KG für die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. In diesem Sinne und mit den besten Grüßen Ihr
Dr. Albert Christmann Die Oetker-Gruppe mit Sitz der Unternehmenszentrale in Bielefeld gehört zu den großen deutschen Familienunternehmen. Mit ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern ist die international agierende Unternehmensgruppe weltweit mit Produktions-, Vertriebs- und Serviceeinheiten vertreten. Insgesamt hat die Gruppe im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 6,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. Die Oetker-Gruppe besteht aus den nachfolgenden konsolidierten Geschäftsbereichen:
Geschäftsbereiche Nahrungsmittel Der Geschäftsbereich Nahrungsmittel setzt sich aus den Unternehmensgruppen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese zusammen. Beide Unternehmensgruppen haben ihren Hauptsitz in Deutschland und produzieren Nahrungsmittel für End- und Großverbraucher weltweit. Unter dem Dach von Dr. Oetker, mit Hauptsitz in Bielefeld, werden Gesellschaften aus über 40 Ländern aller Kontinente geführt und Produkte in mehr als 60 Ländern verkauft. Die verschiedenen Produkte, die das Unternehmen herstellt und vermarktet, werden weltweit in allen wichtigen Distributionskanälen vertrieben. Die Vertriebsaktivitäten von Dr. Oetker sind dezentral aufgestellt und landesspezifisch organisiert, sodass der Vertrieb - ebenso wie die Sortimente - immer an den lokalen Bedürfnissen der Kunden und Konsumenten ausgerichtet sind. Des Weiteren ist der Vertrieb nach den übergeordneten Handelszielgruppen in Endverbraucher und Professional-Kunden getrennt. Im Endverbrauchergeschäft konzentriert sich Dr. Oetker auf die Kategorien Kuchen und Dessert sowie Pizza. Daneben verfügt Dr. Oetker über ein besonderes Angebot für Großverbraucher, das unter der Marke Dr. Oetker Professional entsprechende Gebindegrößen für Großküchen und Kantinen, Krankenhäuser und andere Institutionen umfasst. Die weltweit vertriebenen Produkte von Dr. Oetker werden in den Kernmärkten Europas, in Nord- und Südamerika sowie in Afrika, Asien und Australien produziert und verkauft. Neben der Marke Dr. Oetker führt das Unternehmen in mehreren Ländern weitere starke regionale Marken, die im Markt fest etabliert sind. Innerhalb Europas zählen dazu unter anderem in Italien cameo und Paneangeli, in den Niederlanden Koopmans und in Großbritannien Chicago Town. In Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Portugal und Marokko wird das Markenportfolio um Alsa ergänzt. Zudem hat Dr. Oetker 2023 die Marke Imperial erworben, die in Frankreich, Belgien und den Niederlanden vertrieben wird. Darüber hinaus verfügt die Gruppe mit Mavalério in Brasilien über einen bedeutenden Markenhersteller von Dekorartikeln auf dem südamerikanischen Kontinent. In Mexiko ist Dr. Oetker seit mehreren Jahren mit den starken Marken D'Gari und Rexal vertreten. Den nordamerikanischen Markt bearbeitet Dr. Oetker zudem mit Wilton, der in den USA führenden Marke für Dekor, Backformen und Backzubehör. Die Landesgesellschaften führen neben ausgewählten international vertriebenen Dr. Oetker Produkten vor allem dem jeweiligen landestypischen Geschmack angepasste nationale Artikel. Um die hohen Qualitätsanforderungen der Dr. Oetker Produkte zu erfüllen, erfolgt die Beschaffung sämtlicher Rohstoffe und Fertigungsmaterialien nur über sorgfältig ausgewählte und in einem regelmäßigen Qualitätssicherungsprozess freigegebene Lieferanten. Die Einhaltung der strengen Qualitätsnormen hat hierbei oberste Priorität. Die Verbraucherakzeptanz und das Vertrauen in die Qualität sind der Maßstab für alle Produkte und die kontinuierliche Verbesserung des bestehenden Sortiments. Internationale Teams begleiten die Erzeugnisse während des gesamten Lebenszyklus. Die Conditorei Coppenrath & Wiese ist Marktführer für tiefgekühlte Torten und Kuchen in Deutschland. Die in Mettingen hergestellten Backwaren werden national und international an den Lebensmitteleinzelhandel unter der Unternehmensmarke Conditorei Coppenrath & Wiese sowie unter Handelsmarken vertrieben. Das Sortiment des Unternehmens umfasst neben Sahnetorten, gebackenen Kuchen, Blechkuchen, Sahnerollen und -schnitten, Strudeln und Minigebäck unter anderem auch tiefgekühlte Brötchen und Baguettes. Das Geschäftsmodell verfolgt dabei das Credo "Wir bieten die beste Alternative zum Selberbacken" und verbindet klassische Backtraditionen und das Know-how des Konditorhandwerks mit modernen Herstellungsmethoden. Bei Coppenrath & Wiese sind die hohen Qualitätsanforderungen an die Backwaren sowie die Anforderungen der Kunden Maßstab für die Rohwaren- und Leistungsqualität der Lieferanten. Die Beschaffung agiert nah am Markt und ist durch langjährige enge Lieferantenbeziehungen geprägt. Bier und alkoholfreie Getränke Die Radeberger Gruppe mit ihrem Hauptsitz in Frankfurt am Main ist nicht nur Deutschlands größte private Brauereigruppe, sondern auch Anbieter von Lösungen rund um Getränke, sei es als Partner der Gastronomie und des Lebensmitteleinzelhandels, dem die Unternehmensgruppe logistische Lösungen rund um Voll- und Leergut bietet, oder als Getränkefachmarktbetreiber für den Endverbraucher. Die Unternehmensgruppe bildet den Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke der Oetker-Gruppe. Als Getränkehersteller bietet sie ein breites Markenportfolio starker internationaler, nationaler und regionaler Marken an, zu dem neben dem namensgebenden Radeberger Pilsner auch bekannte und beliebte Biermarken wie Jever Pilsener, Clausthaler Alkoholfrei, Schöfferhofer Weizen, Allgäuer Büble Bier, Ur-Krostitzer, Stuttgarter Hofbräu, Berliner Pilsner und Freiberger gehören. Darüber hinaus ist die Radeberger Gruppe in Deutschland exklusiver Vertriebspartner für die Marken Guinness, Hop House 13 und Kilkenny aus dem Hause Diageo sowie seit Anfang 2024 für die tschechische Marke Staropramen aus dem Hause Molson Coors. Das Markenportfolio wird durch die Mineralwassermarke Original Selters abgerundet. Außerdem produziert und vertreibt die Radeberger Gruppe im Rahmen einer langfristig angelegten Partnerschaft mit der Firma PepsiCo in Deutschland exklusiv die Marken Pepsi, Schwip Schwap, Schwip Schwap Orange und 7Up im Außer-Haus-Markt sowie in ausgewählten Getränkefachmärkten. Mit ihrem Markenportfolio, das sie regelmäßig um Neuprodukte und Sortimentsergänzungen erweitert und aktualisiert, pflegt die Radeberger Gruppe Bier- und Getränkevielfalt. So können stets die jeweiligen Verbraucherwünsche bedient werden. Der Kernabsatzmarkt der Radeberger Gruppe ist Deutschland. Allerdings finden ihre Produkte auch immer mehr Zuspruch im Ausland: Inzwischen exportiert die Unternehmensgruppe in mehr als 70 Länder. Bereits seit vielen Jahren treibt die Radeberger Gruppe erfolgreich die strategische Vertikalisierung ihres Geschäftes voran; inzwischen ist sie entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit starken Unternehmen vertreten. Dazu gehören Getränke Hoffmann, mit knapp 600 Filialen Deutschlands führender Getränkefacheinzelhändler, sowie der DrinkPort-Verbund, in dem die Radeberger Gruppe ihre Aktivitäten im gastronomieorientierten Getränkefachgroßhandel (GFGH) bündelt. Zusätzlich entwickelt die Unternehmensgruppe sowohl allein als auch im Schulterschluss mit Partnern innovative Plattformmodelle entlang der Supply Chain und für den Außer-Haus-Markt. Hierzu zählen zum Beispiel das Joint Venture Food & Beverage Services (FBS) mit Fokus Gastronomie, im Streckengeschäft das Joint Venture Deutsche Getränke Logistik (DGL) und im Leergutmanagement die H. Leiter GmbH. Weitere Interessen Die flaschenpost SE mit Hauptsitz in Münster ist einer der führenden Getränke- und Lebensmittelsofortlieferdienste in Deutschland und optimiert seit der Gründung im Jahr 2016 die Letzte-Meile-Logistik. Das Unternehmen ist seit Ende 2020 Teil der Oetker-Gruppe. In nahezu allen Metropolregionen Deutschlands vertreten, bietet die flaschenpost mit der Lieferung von Getränken und Lebensmitteln innerhalb von 120 Minuten ein komfortables und effizientes Einkaufserlebnis. Die flaschenpost offeriert ein attraktives Supermarkt-Sortiment: Ein relevantes Angebot an Markenartikeln wird durch qualitativ hochwertige Eigenmarken im Getränke- und zunehmend auch im Lebensmittelsortiment abgerundet. Im Zuge des Wandels zum vollwertigen Online-Supermarkt hat die flaschenpost Geschäftsprozesse entlang der Wertschöpfungskette konsequent und effizienzfokussiert weiterentwickelt. OEDIV Oetker Daten- und Informationsverarbeitung ist seit inzwischen 28 Jahren Premiumanbieter von Infrastrukturlösungen und Managed Services für den Mittelstand sowie Großunternehmen. OEDIV hat sich in den vergangenen Jahren von einem reinen Inhouse-Dienstleister der Oetker-Gruppe zu einem vor allem am Drittkundenmarkt aktiven IT-Dienstleister gewandelt. Inzwischen beträgt der Drittkundenanteil mehr als 90 % des Kundenumfangs. In den beiden modernen Bielefelder Rechenzentren mit hochverfügbaren, sicheren und skalierbaren Infrastrukturen werden sensible Daten der Kunden aufbewahrt und geschützt. In Kombination mit der Nutzung globaler Cloud-Dienste wie Microsoft Azure und Google Cloud wird so eine optimale Servicebereitstellung gewährleistet. Der Schwerpunkt liegt im Management zentraler IT-Infrastrukturen und in der Ergänzung in der Bereitstellung von IT-Services, wie dem Basisbetrieb und dem Datenbankmanagement von SAP-Systemen sowie dem Betrieb von Microsoft-Lösungen. Ergänzend zu den Kernapplikationen betreibt OEDIV ein weitreichendes Spektrum angrenzender Dienste. Hierzu zählen unter anderem hybride Cloud-Szenarien, Human Resource Services sowie Security-Services. Aufgrund der wachsenden Anforderungen und des digitalen Wandels erweitert OEDIV kontinuierlich das Leistungsspektrum, auch über Unternehmenszukäufe und strategische Beteiligungen. Seit 2023 verstärkt die neu gegründete rumänische Tochtergesellschaft OEDIV Romania SRL in Timișoara die Gruppe. Das Team arbeitet eng mit den Teams an den anderen OEDIV-Standorten zusammen, um den Kunden noch umfassender einen qualitativ hochwertigen Servicebetrieb zu gewährleisten. Seit einigen Jahren wächst OEDIV als Arbeitgeber stetig: Neben den Standorten in Augsburg, Oldenburg, Chemnitz und Rostock stehen den Mitarbeitenden seit Ende des Jahres 2022 auch Co-Working-Spaces in Berlin, Frankfurt am Main und Köln zur Verfügung. Das Hotelportfolio der Oetker-Gruppe umfasst das Brenner's Park-Hotel in Baden-Baden sowie das Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes, Frankreich. Die beiden Hotels sind einzigartige Grandhotels mit langer Tradition, die das Wohlbefinden ihrer Gäste in den Mittelpunkt stellen. Sie werden nach wie vor im Verbund mit anderen Luxushotels unter dem Markendach Oetker Collection vermarktet. Seit der Gründung im Jahr 2016 unterstützt Oetker Digital die Unternehmen der Oetker-Gruppe aktiv auf ihrem Weg in die digitale Zukunft. Als Partner stärkt Oetker Digital die etablierten Marken der Gruppe und bietet Digitalisierungs- und Datenkompetenz an, die die digitale Leistungsfähigkeit der Oetker-Gruppe nachhaltig verbessern. Die Handelsgesellschaft Sparrenberg (HGS) als spezialisierter Informations- und Beschaffungsdienstleister bündelt das konzeptionelle Beschaffungs-Know-how in der Oetker-Gruppe und unterstützt diese sowie externe Kunden bei der Erschließung neuer strategischer Perspektiven im Einkauf. Die HGS verfügt über langjährige Erfahrung in der Analyse und Nutzung europäischer Beschaffungsmärkte, in der Recherche, Aufbereitung und Interpretation von Markt- und Preisdaten sowie in der Ableitung möglicher künftiger Entwicklungen. Als unabhängiger und serviceorientierter Fourth-Party-Logistics-Partner (4PL) bietet das Unternehmen Roland Transport umfassende Logistikdienstleistungen für den Mittelstand an. Das Unternehmen agiert als 4PL-Dienstleister stets neutral, ohne eigenen Fuhrpark, und optimiert dabei die verschiedenen Dienstleistungsangebote in einem Gesamtpaket. Führungsstruktur Die Vorgabe strategischer Leitlinien durch die Holding bzw. Gruppenleitung ermöglicht eine zentrale Steuerung der Gruppe. Gleichzeitig arbeiten die Unternehmen der Gruppe mit hoher Selbstständigkeit im Markt. Diese Führungsstruktur stellt sicher, dass marktnahe, an den Notwendigkeiten der jeweiligen Branchen orientierte Entscheidungen dezentral und operativ getroffen sowie Ressourcen gleichzeitig zentral gebündelt werden. Gruppenleitungsmitglieder und persönlich haftende Gesellschafter sind Dr. Albert Christmann und Ute Gerbaulet. Der Beirat der Dr. August Oetker KG, der aus Gesellschaftern und nicht zu den Gesellschafterfamilien gehörenden Personen besteht, wird von Rudolf Louis Schweizer geführt. Die in über 130 Jahren Unternehmensgeschichte geprägten Werte, die den Menschen in den Mittelpunkt allen Handelns stellen, werden von den Mitgliedern des obersten operativen Führungsgremiums, der Gruppenleitung, unverändert verkörpert, in den Gruppenunternehmen gelebt und aktiv in die zunehmend digitalisierte Zukunft transferiert. Gesellschafter Beirat Rudolf Louis Schweizer (Vorsitzender) Richard Oetker (stellvertretender Vorsitzender) Anna Maria Braun Ludwig Graf Douglas Dr. Andreas Jacobs Philip Oetker Gruppenleitung Dr. Albert Christmann Persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August Oetker KG und verantwortlich für die Bereiche Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke, Plattformen und Ökosysteme sowie Unternehmenskommunikation. Ute Gerbaulet Persönlich haftende Gesellschafterin der Dr. August Oetker KG und verantwortlich für die Bereiche Weitere Interessen, Oetker Digital, Be8 Ventures, Finanzen, Treasury, Controlling, Recht, Steuern, Personal, Datenschutz, Cyber Security und Revision. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Oetker-Gruppe erlebte auch im Jahr 2023 eine Welt, die von geopolitischen Konflikten, sich verändernden klimatischen Bedingungen und enormen wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt war. So dauerte der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine weiter an. Zudem eskalierte im Oktober der Konflikt im Nahen Osten nach dem Angriff der Hamas auf Israel. Dennoch stabilisierten sich im Jahresverlauf die Lieferketten auf den Beschaffungsmärkten. Auch infolge dieser Stabilisierung setzte sich die im Vorjahr zu beobachtende Preisexplosion auf Energie-, Rohstoff- und Transportmärkten 2023 nicht fort. Bei geringerer Volatilität verfestigten sich die Preise jedoch größtenteils auf einem gegenüber Anfang 2021 weiterhin deutlich erhöhten Niveau - auch getrieben durch eine Hitzewelle in Europa und den USA, welche die Sommerernte belastete. Die erhöhten Erzeugerpreise belasteten Unternehmen und konnten nur langsam an die Konsumenten weitergereicht werden, dennoch stiegen auch die Verbraucherpreise weiter an. So belief sich die Inflationsrate global auf 8,0 % (Vorjahr: 9,5 %). In den USA fiel die Inflation mit 4,1 % deutlich geringer aus als im Vorjahr (8,0 %). Dagegen betrug die Inflationsrate in Deutschland 5,9 % und lag nur leicht unter dem Vorjahreswert von 6,9 %. Die Inflationsrate im Euroraum lag bei 5,4 % und verringerte sich damit noch deutlicher gegenüber dem Vorjahreswert von 8,4 %. Die Eindämmung der Inflation im Euroraum ging maßgeblich auf die entschiedene Geldpolitik der EZB zurück, die den Hauptrefinanzierungszinssatz im Jahresverlauf sukzessive von 2,5 % auf 4,5 % anhob - ein Rekordwert seit der Einführung des Euro. Dennoch lag die Inflationsrate auch 2023 deutlich über der Zielmarke der EZB von 2,0 %. Die erhöhten Zinsen und das weiterhin von der Inflation geprägte Konsumverhalten belasteten die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowohl global als auch in Europa deutlich. So verzeichnete Deutschland 2023 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von - 0,3 % gegenüber dem Vorjahr - und lag damit im Vergleich zum Euroraum (0,5 %), aber auch im Vergleich zu den USA (2,5 %) und China (5,2 %) deutlich zurück. Die während der Corona-Pandemie gestiegene Staatsverschuldung reduzierte dabei ebenso wie die gestiegenen Zinsen für deutsche Staatsanleihen den fiskalpolitischen Spielraum zur Eindämmung der Stagflation in Deutschland. Insgesamt blickt die Oetker-Gruppe damit auf ein Jahr mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zurück. Geschäftsbereichsbezogene Rahmenbedingungen Nahrungsmittel Der weltweite Markt für Lebensmittel verzeichnete im Berichtsjahr ein Wachstum um 5,0 %, das in erster Linie durch Preiserhöhungen getrieben war. Die Inflation ist der bestimmende Faktor für die Entwicklung der globalen Lebensmittelmärkte: Mit zunehmender Verunsicherung in finanziell schwierigen Zeiten wechseln Verbraucher zu günstigeren Kanälen und Alternativen oder verzichten auf Konsum zugunsten von Grundnahrungsmitteln (sogenanntes Downtrading). Als unmittelbare Folge verstärkte das geänderte Konsumverhalten sowohl auf globaler als auch auf europäischer Ebene das Wachstum der Discounter und führte somit zu einer Verschiebung innerhalb der Absatzkanäle. Der stationäre Lebensmittelhandel wuchs global um 4,4 % und ist weiterhin der wichtigste Vertriebskanal für den Geschäftsbereich Nahrungsmittel. Im Wettbewerb um die Kunden im Einzelhandel stiegen sowohl die Promotions- als auch die Handelsmarkenanteile für das Segment der Fast Moving Consumer Goods (FMCG), wobei die positive Entwicklung der Handelsmarken wiederum ein wesentlicher Treiber für die gestiegenen Promotionen mit Markenartikeln war. In einem schwierigen Umfeld stabilisierten sich im Jahresverlauf die nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine stark disruptierten Lieferketten auf dem Beschaffungsmarkt zunehmend. Der Preisauftrieb bei ausgewählten Rohstoffen und Verpackungen setzte sich fort, wobei bestimmte Rohstoffpreise, wie etwa für Zucker oder Kakao, noch deutlich weiter angestiegen sind. Daraus folgten zwangsläufig auch Steigerungen der Verbraucherpreise, ohne jedoch dass die Lebensmittelbranche ihre Kostensteigerungen komplett an den Handel weitergegeben hätte. Ungeachtet der aktuell durch Krisen geprägten Rahmenbedingungen sind die globalen Trends der Digitalisierung und Nachhaltigkeit, einschließlich der Themen rund um einen bewussteren und gesünderen Konsum, ungebrochen. Somit hat die Relevanz von Natürlichkeit, Gesundheit und Regionalität der Lebensmittel keine grundsätzliche Änderung erfahren. Bier und alkoholfreie Getränke Nachdem sich der deutsche Biermarkt 2022 mit dem Abflauen der Corona-Pandemie etwas erholen konnte, ist die Bierproduktion in Deutschland gemäß der offiziellen Statistik des Statistischen Bundesamtes 2023 um 3,9 Mio. hl (- 4,5 %) gesunken. Die angespannte Marktsituation wird zusätzlich durch die Folgen des Krieges in der Ukraine verschärft. Auch wenn die Preisentwicklungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten zum Teil rückläufig waren, lagen die Preise auf den Beschaffungsmärkten im abgelaufenen Jahr weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Besonders die für den Bier- und Getränkemarkt relevanten Warengruppen, wie Malz, Glas, Kronkorken oder Getränkedosen, verzeichneten erneut deutliche Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahr und stellten eine entsprechende Belastung dar. Die angekündigte Anhebung des Mindestlohns, die beschlossene Erhöhung der LKW-Maut sowie die Erhöhung der CO 2 -Abgabe werden den Kostendruck im Bier- und Getränkemarkt weiter erhöhen. Dies führt auch dazu, dass die sich seit Jahren abzeichnende Marktkonsolidierung auf allen Stufen der Wertschöpfungskette weiter zunehmen wird. Die inflationsbedingte Reduzierung der verfügbaren Einkommen beim Endverbraucher spiegelte sich auch im Bereich Bier und alkoholfreie Getränke in einem preissensitiveren und reduzierten Kaufverhalten der Verbraucher wider. Gleichwohl stieg die Nachfrage nach alkoholfreien Bieren sowie Hellbieren. Der Markt für alkoholfreie Getränke (AfG) hat sich 2023 absatzseitig rückläufig entwickelt. Dieser mengenbedingte Umsatzrückgang konnte durch Preiserhöhungen der Hersteller nur zum Teil kompensiert werden. Das größte AfG-Segment Wasser war erneut rückläufig. Auch die hohe Nachfrage nach Wasser in Glas-Mehrweggebinden, die im Vorjahr bestand, ist vorerst gebrochen. Daneben verstärkte sich insbesondere bei Mineralwasser der Verbrauchertrend zur Eigenmarke. Das Segment der Wassersprudler erfuhr eine Marktsättigung, nachdem der Absatz in den Corona-Krisenjahren hohe Zuwachsraten erreicht hatte. Die allgemeine Marktentwicklung im Bereich der Getränkefach- und -abholmärkte war 2023 weiter rückläufig. Die während der Corona-Pandemie entliehenen Umsätze aus der Gastronomie flossen zum Großteil wieder zurück. Sinkende Realeinkommen der Verbraucher haben zudem den wachsenden Trend hin zu Discount- und Eigenmarken verstärkt. E-Commerce Auch das E-Grocery-Segment ist mit den makroökonomischen Bedingungen konfrontiert: Hohe Energiepreise und Inflation führten zu Preissensibilität und Kaufzurückhaltung bei den Konsumenten. Dennoch konnte das Online-Segment gegenüber dem Vorjahr deutlich wachsen. Die Anzahl der Verbraucher, die Online-Shops für ihre Supermarkt-Einkäufe nutzten, stieg auch nach dem Schub durch die Corona-Krise weiterhin kontinuierlich an. Im E-Grocery-Segment bildet sich zunehmend ein Wettbewerb um den relevantesten Konsumentenzugang. Unter den Wettbewerbern entwickeln sich zwei Geschäftsmodelle, die sich jeweils nach Servicelevel und Sortimentsgröße differenzieren lassen. Zum einen versprechen so genannte Quick-Commerce-Anbieter ein kleineres Sortiment mit einer Lieferung innerhalb kürzester Zeit. Dem gegenüber steht die Vollsortimenter-Strategie mit einer Lieferung innerhalb von wenigen Stunden bis hin zu einigen Tagen. Der makroökonomische Druck wirkte jedoch auch im Segment der Vollsortiment-Mitbewerber. Ähnlich wie bei den Quick-Commerce-Anbietern waren im Jahr 2023 Unternehmensübernahmen und Marktaustritte in einzelnen Ländern zu beobachten. Somit bestätigten sich im Online-Lebensmittelbereich die ersten Tendenzen der Marktkonsolidierung aus dem Jahr 2022. In Summe stärken die Marktentwicklungen im E-Grocery die strategische Position der flaschenpost. IT-Markt Entkoppelt von der verhaltenen konjunkturellen Entwicklung setzte der Markt für IT-Outsourcing sein ungebrochenes Wachstum der vergangenen Jahre fort. Besonders ausgeprägt war die Nachfrage nach IT-Dienstleistungen in den Bereichen Cyber Security und IT-Modernisierung, einhergehend mit Prozesseffizienz und -automatisierung im Zuge der digitalen Transformation. Data Analytics sowie Public-Cloud-Lösungen spielten ebenfalls eine weiterhin große Rolle im IT-Markt. Trotz des Cloud-Wachstums hält der Ausbau von Kapazitäten in Rechenzentren in Deutschland an. Neben regulatorischen Anforderungen treiben die hohen Bedarfe mit fortschreitender Cloud-Transformation und Digitalisierung das Wachstum an, ebenso wie die Nachfrage nach dezentralen Rechenzentrumskapazitäten. Im Wettbewerbsumfeld verschob sich die Wertschöpfung weiter. Vor allem im klassischen Markt für IT-Outsourcing zeigte sich ein preisaggressives Verhalten der Mitbewerber, die einen Großteil ihrer Margen inzwischen mit Beratungsleistungen erzielen. Ein großes Hemmnis im IT-Umfeld ist nach wie vor der ausgeprägte Fachkräftemangel. Die digitale Transformation aller Branchen steigert zusätzlich die Nachfrage nach IT-Fachkräften. Hotels Die Hotelbranche und insbesondere die Luxushotellerie haben sich im Jahr 2023 weiter positiv entwickelt. Der Luxussektor profitierte von einer steigenden Nachfrage nach exklusiven Reiseerlebnissen. Weitere unterstützende Effekte resultierten aus einer verbesserten wirtschaftlichen Situation in vielen Regionen. Hier konnten hohe Auslastungszahlen erreicht und starke Zimmerraten durchgesetzt werden. Geschäftsverlauf Oetker-Gruppe Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Was wir prognostiziert und was wir erreicht haben:
Beurteilung durch die Gruppenleitung:
Konzernumsatz um 6,2 % auf 6,9 Mrd. Euro gestiegen Die Oetker-Gruppe erzielte 2023 Umsatzerlöse in Höhe von 6.911 Mio. Euro, was einer Steigerung von 6,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach Bereinigung um Währungs- und Konsolidierungseffekte beläuft sich das organische Wachstum auf 6,3 %. Die konsumgüterorientierten Geschäftsbereiche Nahrungsmittel sowie Bier und alkoholfreie Getränke, die insgesamt einen Umsatzanteil von knapp 90 % aufwiesen, leisteten weiterhin den größten Beitrag zum Umsatzwachstum der Oetker-Gruppe. Dr. Oetker Nahrungsmittel und die Conditorei Coppenrath & Wiese steigerten zusammen ihre Umsatzerlöse um 4,6 % auf 4.145 Mio. Euro und konnten damit ihre Prognose nicht ganz erreichen. Ursächlich hierfür waren unter anderem negative Wechselkurseffekte und teilweise Absatzverluste in der Kategorie Kuchen und Dessert aufgrund der inflationsbedingten Konsumzurückhaltung. Besonders erfreulich verliefen das Pizza- und Professional-Geschäft. Die Radeberger Gruppe konnte mit einer Umsatzsteigerung von 8,3 % auf 2.012 Mio. Euro ihr Geschäftsjahr auf Planniveau abschließen. In einem anhaltend rückläufigen Marktumfeld, das zudem von einer schlechten Wetterlage in den für die Branche wichtigen Sommermonaten geprägt war, wirkten sich die Umsetzung von Preiserhöhungen und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung positiv auf den Geschäftsverlauf der Biersparte aus. Im Markenportfolio überzeugten erneut die nationalen Spezialitäten sowie die regionalen Premiummarken mit einem erfreulichen Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsbereich Weitere Interessen setzte seinen Wachstumskurs im Jahr 2023 fort und erzielte erneut eine deutliche Umsatzsteigerung von 9,8 % auf 754 Mio. Euro. Wachstumstreiber war wiederum die flaschenpost, die sich erfolgreich vom Getränkesofortlieferanten zum Online-Supermarkt transformiert und im Berichtsjahr den durchschnittlichen Bestellwert weiter steigern konnte. Auch OEDIV und die Hotelsparte verzeichneten Umsatzsteigerungen, wobei die Umsätze im Brenner's Park-Hotel aufgrund der Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten erwartungsgemäß deutlich unter dem Vorjahr lagen.
Umsatzerlöse nach Regionen - Anteil in Deutschland beträgt 56,5 % (Vorjahr: 56,0 %) Der in Deutschland erwirtschaftete Umsatz der Oetker-Gruppe erhöhte sich um 7,1 % auf 3.903 Mio. Euro, im Wesentlichen bedingt durch die flaschenpost und deutlich gestiegene Umsätze im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke. Der Anteil des außerhalb Deutschlands erzielten Umsatzes ist mit 43,5 % des Gesamtumsatzes leicht gesunken (Vorjahr: 44,0 %). Die zweitstärkste Region der Oetker-Gruppe ist weiterhin die Restliche EU, die einen stabilen Umsatzanteil von 21,0 % (Vorjahr: 20,5 %) und ein Wachstum von 8,5 % auf 1.451 Mio. Euro aufweisen konnte. Der Umsatzanstieg resultierte vor allem aus höheren Nahrungsmittelumsätzen bei Dr. Oetker und dem erfreulichen Geschäftsverlauf des Hotels in Südfrankreich. Während die Region Restliches Europa ebenfalls von Umsatzsteigerungen im Geschäftsbereich Nahrungsmittel profitierte, waren die Umsätze von Dr. Oetker in der Restlichen Welt leicht rückläufig: Zum einen belasteten negative Wechselkursentwicklungen in der Region 3A (Afrika/Asien/Australien) den Geschäftsverlauf, andererseits war vor allem das Geschäft von Wilton aufgrund einer gezielten Restrukturierung belastet.
Kräftiger Anstieg der Investitionen um 31,0 % auf 303 Mio. Euro Das Investitionsvolumen (ohne Erstkonsolidierungen) in der Oetker-Gruppe betrug 303 Mio. Euro und lag 72 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres (231 Mio. Euro). In allen Geschäftsbereichen wurden die Ausgaben für Investitionen erhöht. Besonders hoch war der Anstieg in der Nahrungsmittelsparte (+ 46 Mio. Euro). Daneben verzeichnete der Geschäftsbereich Weitere Interessen eine deutliche Erhöhung um 47,3 % bzw. 19 Mio. Euro, während die Investitionen in der Biersparte vergleichsweise moderat gestiegen sind. Dr. Oetker Nahrungsmittel investierte wie geplant im Rahmen eines langfristig angelegten Investitionsprogramms in die Zukunftsbereiche Innovationen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Ebenso entfiel ein großer Teil der Investitionen auf den Kapazitätsausbau in den internationalen Pizzawerken. Auch die Radeberger Gruppe hat in den Ausbau von Kapazitäten investiert und darüber hinaus zahlreiche standortspezifische Veränderungen zur Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen durchgeführt. Insgesamt beliefen sich die Investitionen auf 71 Mio. Euro, dies entspricht einem Anstieg von 9,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Investitionen des Geschäftsbereiches Weitere Interessen sind mit 61 Mio. Euro erneut deutlich gestiegen (Vorjahr: 41 Mio. Euro). Der Schwerpunkt lag hierbei auf der flaschenpost zur weiteren Transformation des Unternehmens zum Online-Supermarkt mit entsprechenden Investitionen in die Lageroptimierung. Daneben sind die Investitionsausgaben in der Hotelsparte deutlich gestiegen. Dort steht die Mittelverwendung vor allem im Zusammenhang mit den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Brenner's Park-Hotel.
Anzahl der Beschäftigten ist mit 29.013 stabil geblieben Für die Oetker-Gruppe waren im Jahr 2023 insgesamt 19.140 Mitarbeiter (Vorjahr: 19.210) in Deutschland und 9.873 Mitarbeiter (Vorjahr: 10.189) im Ausland tätig. Damit ist die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten mit weltweit 29.013 im Berichtsjahr weitestgehend stabil geblieben (Vorjahr: 29.399). Wie im Vorjahr waren mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Geschäftsbereich Nahrungsmittel tätig, wobei sich dort die Anzahl um 2,4 % auf 16.510 Mitarbeiter reduzierte. Dieser leichte Personalrückgang entfällt auf Dr. Oetker und betrifft, mit Ausnahme von 3A, alle Regionen, wobei die Entwicklung in den Regionen West- und Osteuropa maßgeblich durch die Veränderungen im Konsolidierungskreis beeinflusst war. Die Biersparte verzeichnete einen Personalzuwachs von 4,3 % auf 6.385, der in erster Linie auf die Akquisitionen im Berichtsjahr zurückzuführen ist. Ohne die Veränderungen im Konsolidierungskreis sind die Personalzahlen um 0,8 % gestiegen. Der Personalrückgang um 3,7 % auf 6.118 Mitarbeiter im Geschäftsbereich Weitere Interessen resultierte hauptsächlich aus dem Rückgang bei der flaschenpost. Bedingt durch effizientere Prozesse hat sich dort die Mitarbeiterzahl reduziert. Dagegen hat OEDIV im Zuge der strategischen Weiterentwicklung deutlich Personal aufgebaut. Nahrungsmittel Geschäftsverlauf
Im Jahr 2023 setzte sich der inflationäre Kostenauftrieb auf der Beschaffungsseite in Teilen fort. Sämtliche Landesgesellschaften der beiden Nahrungsmittelunternehmen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese waren hiervon stark betroffen. Bereits im Vorjahr hatte die Gruppe ein Effizienzprogramm initiiert, mit dem strukturell und nachhaltig Kosten eingespart werden. Durch die schrittweise Umsetzung verschiedener Maßnahmen werden weltweit jährliche Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe realisiert. Im Fokus stehen dabei in erster Linie Maßnahmen zur Verschlankung von Prozessen und Reduzierungen nicht wertschöpfender Kosten. Trotz dieser erheblichen internen Effizienzverbesserungen waren dennoch Preiserhöhungen zu Beginn des Berichtsjahres nicht gänzlich zu vermeiden. In diesem operativ herausfordernden Umfeld konnte die Oetker-Gruppe im Geschäftsbereich Nahrungsmittel insgesamt Umsatzerlöse von 4.145 Mio. Euro erzielen, was einem Anstieg um 4,6 % entspricht. In der Umsatzkonsolidierung wirkten sich Wechselkurseffekte stark negativ aus, insbesondere bei Dr. Oetker in der Region 3A, aber auch in der Türkei, Kanada und den USA. Zusätzlich zu den Einflüssen aus Wechselkursen wurde die Umsatzentwicklung durch Änderungen im Konsolidierungskreis beeinflusst. Dies betrifft im Vorjahresvergleich im Wesentlichen die Aufgabe des Geschäfts von Dr. Oetker in Russland, die bereits kurz nach Kriegsbeginn im August 2022 erfolgte, sowie den Verkauf einer Tochtergesellschaft in Frankreich zu Beginn des Berichtsjahres. Die Umsatzverluste aus diesen Desinvestitionen konnten durch akquisitionsbedingte Zugänge teilweise kompensiert werden. Zum 1. März 2023 hat Dr. Oetker die Marke Imperial in Frankreich, Belgien und den Niederlanden erworben. Imperial ist eine bekannte und etablierte Marke in der Welt der Backwaren und Dessertzubereitungen. Des Weiteren wurde zum 31. Juli 2023 die Übernahme der Galileo Lebensmittel KG mit Sitz in Trierweiler vollzogen. Mit dieser Akquisition hat die Oetker-Gruppe ihre Präsenz im Bereich der innovativen Tiefkühl-Pizzasnacks vergrößert. Nach Bereinigung um diese konsolidierungskreisbedingten Effekte und Währungseinflüsse verzeichneten die beiden Nahrungsmittelunternehmen zusammen ein organisches Wachstum von 6,9 %. Dr. Oetker steigerte im Vergleich zum Vorjahr seine Umsatzerlöse um 4,4 % und konnte organisch um 7,1 % wachsen. Gleichwohl mussten absatzseitig zum Teil Mengenverluste hingenommen werden, vor allem bei Dekorationsartikeln in der Kategorie Kuchen und Dessert. Die Ursachen liegen im Wesentlichen in der inflationsbedingten Konsumzurückhaltung der Verbraucher bei dieser Produktgruppe, auf welche in schwierigeren Zeiten zugunsten von Grundnahrungsmitteln temporär verzichtet wird. Dies hat insbesondere bei Wilton, dem Marktführer für Tortendekoration in den USA, sowie im Geschäft mit den Backspezialartikeln der sogenannten Specialty-Retail-Unternehmen zu Umsatzeinbußen geführt. Insgesamt konnten die Umsatzerlöse der Kategorie Kuchen und Dessert gegenüber dem Vorjahr leicht zulegen. In der Kategorie Pizza konnten die Umsatzerlöse sogar deutlich über das Vorjahresniveau gesteigert werden. Neben erfolgreichen Innovationen wie My Pizza Slice in den skandinavischen Ländern haben auch gezielte Promotions-Aktivitäten zu den Absatzmengen beigetragen. Des Weiteren hat Dr. Oetker Konsumenten aus dem Out-of-Home-Sektor hinzugewonnen: Im Rahmen der Downtrading-Umschichtungen ist die qualitativ hochwertige Tiefkühlpizza eine gute Alternative zum Restaurantbesuch oder zu Lieferdiensten. Das Professional-Geschäft hat im Jahr 2023 seinen Erholungs- und Wachstumskurs nach dem Ende der Pandemie fortgesetzt. Die Umsätze konnten im Vergleich zum Vorjahr erheblich zulegen, wobei auch hier ein Teil der Umsatzsteigerungen preisbedingt war. Wachstumsimpulse resultierten aber insbesondere aus dem erfolgreichen Perfettissima-Angebot bei Pizzen sowie dem deutlich überplanmäßigen Geschäft mit Schnellrestaurantketten in Indien. Die Umsatzentwicklung in den weiteren Sortimenten lag ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau. Einen besonderen Anteil hatte Vitalis Müsli, das im deutschen Markt durch Innovationen, neue Listungen und eine erweiterte Distribution, aber auch über alle Länder hinweg zulegen konnte. Teilweise kompensierende Effekte resultierten aus der ernte- und wetterbedingt schwächeren Einmachsaison, die sich entsprechend im Verkauf von Einkochprodukten widerspiegelte. Regional zeigte sich ein differenziertes Bild: Die Region Deutschland erzielte ein moderates Wachstum. Neben Preiserhöhungen, die seit Mitte des Jahres 2022 zur teilweisen Kompensation des Kostenauftriebs auf der Beschaffungsseite nicht vermeidbar waren, wirkten sich insbesondere die gestiegenen Absatzmengen im Pizzabereich positiv auf den Umsatzverlauf aus. Hingegen blieb die Kategorie Kuchen und Dessert aufgrund der beschriebenen Kaufzurückhaltung der Konsumenten und von Auslistungen hinter den Erwartungen zurück, obwohl im Vergleich zum Vorjahr die Umsätze auch hier noch moderat gesteigert werden konnten. Zudem trug die Akquisition von Galileo zeitweise ebenfalls positiv zum Umsatzwachstum bei. Nach einem bereits guten Vorjahr verzeichnete die Region Westeuropa ebenso erneut Umsatzzuwächse wie die Region Osteuropa - trotz negativer Währungseffekte und der Aufgabe des Geschäftes in Russland, das im vorherigen Geschäftsjahr noch zeitanteilig enthalten war. In Osteuropa ist vor allem die sehr gute Umsatzentwicklung in Polen und der Türkei zu erwähnen, die auf zusätzliche Listungen, Innovationen und gezielte Promotions sowie eine verbesserte Distribution zurückzuführen ist. Die Umsätze der Region Amerika waren durch das herausfordernde Geschäft von Wilton mit Backdekoren belastet. Zudem verzichtete Dr. Oetker infolge der Restrukturierung bei Wilton bewusst auf Umsatz, der nicht die Profitabilitätsvorgaben erfüllte. Demgegenüber konnte Dr. Oetker in Kanada mit vielen innovativen Produkten erneut Marktanteile gewinnen, während sich auch die mittel- und südamerikanischen Landesgesellschaften in Mexiko und Brasilien in ihrem jeweiligen wettbewerbsintensiven Marktumfeld gut behaupten konnten. Insgesamt blieb die Region leicht unter dem Umsatzniveau des Vorjahres. Auch die Geschäftsentwicklung in der Region 3A lag in der Berichtswährung Euro umsatzseitig unter dem Vorjahr, da alle Länder der Region negative Wechselkursentwicklungen, vor allem durch die Abwertung des ägyptischen Pfunds und des südafrikanischen Rands gegenüber dem Euro, zu verzeichnen hatten. Demgegenüber konnte die Region organisch deutlich zulegen. Zuwächse wurden in erster Linie in Indien aufgrund der erfreulichen Entwicklung im Professional-Geschäft sowie in Tunesien und Ägypten erzielt. Hingegen musste Australien Einbußen verzeichnen, was unter anderem dem Preiswettbewerb in der Kategorie Kuchen und Dessert geschuldet war und sich vor allem negativ auf das lokal wichtige Geschäft mit Vanille auswirkte. Die Conditorei Coppenrath & Wiese erzielte im Jahr 2023 einen Umsatzanstieg um 5,8 %. Dieses Wachstum resultierte in Teilen aus Preiserhöhungen, die auch hier als Reaktion auf Kostenerhöhungen trotz signifikanter interner Effizienzsteigerungen nicht völlig zu vermeiden waren. Das Markengeschäft in Deutschland konnte sich insbesondere in den strategischen Segmenten Blechkuchen und Brötchen behaupten. Daneben ist das Handelsmarkengeschäft in Deutschland weiter gewachsen. Auch im wichtigen Exportmarkt Großbritannien haben sich die Umsätze positiv entwickelt, trotz des noch immer ungünstigen Wechselkurses des britischen Pfunds zum Euro. Die Investitionen im Geschäftsbereich Nahrungsmittel lagen im Jahr 2023 mit 171 Mio. Euro um 46 Mio. Euro über dem Niveau des Vorjahres (125 Mio. Euro). Mit dem hohen Investitionsniveau schaffen die Unternehmen nicht nur die Basis für das Wachstum auch in den kommenden Jahren, sondern investieren ebenso massiv in Nachhaltigkeitsprojekte gemäß ihrer Sustainability Charter sowie in die zukunftsfähige, datengetriebene Digitalisierung aller Unternehmensprozesse. Ein größerer Teil der Investitionen bei Dr. Oetker entfiel zudem auf den Ausbau von Kapazitäten in den internationalen Pizzawerken. Die Conditorei Coppenrath & Wiese hat im abgelaufenen Geschäftsjahr in Projekte für nachhaltige Energielösungen investiert, nachdem in den Vorjahren die Investitionen maßgeblich in den Ausbau der Fertigungs- und Lagerkapazitäten geflossen waren, um Grundlagen für das mittel- und langfristige Wachstum zu legen. Die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsbereich Nahrungsmittel ist mit 16.510 um 2,4 % gegenüber dem Vorjahr (16.924) gesunken. Bereinigt um Veränderungen im Konsolidierungskreis ergibt sich bei den Personalzahlen ein Rückgang um 1,9 %. Die Bereinigungen beziehen sich im Wesentlichen auf den Verkauf der russischen Landesgesellschaft im Vorjahr und die Veräußerung einer Tochtergesellschaft in Frankreich zu Beginn des Berichtsjahres sowie die akquisitionsbedingten Zugänge bei Galileo. Prognose Für das Jahr 2024 erwartet die Gruppe ein moderates Wachstum der Lebensmittelmärkte, wobei das Marktwachstum vor allem durch die Discounter und den E-Commerce getrieben sein wird. Die Inflation bleibt ein bestimmender Faktor für die Entwicklung der globalen Lebensmittelmärkte. Auf den Beschaffungsmärkten deutet sich noch keine Entspannung an. Das Preisniveau auf den meisten Rohstoff- und Verpackungsmärkten wird weiterhin als hoch eingestuft. Bei anhaltend herausfordernden Rahmenbedingungen rechnen die beiden Unternehmen Dr. Oetker und Conditorei Coppenrath & Wiese für 2024 mit einem moderaten Wachstum ihrer Umsätze. Die prognostizierte Umsatzsteigerung basiert auf einer stabilen Verbrauchernachfrage sowie auf operativen Maßnahmeninitiativen, Innovationen und Investitionen in den jeweiligen Märkten und Regionen. Ein auch preisbedingtes Wachstum wird insbesondere in denjenigen Ländermärkten unterstellt, die weiterhin eine hohe lokale Inflation aufweisen. Aus der Währungsprognose ergeben sich insgesamt negative Kurseinflüsse auf die Berichtswährung. Nach dem deutlichen Anstieg der Investitionsausgaben im abgelaufenen Geschäftsjahr plant die Gruppe auch für 2024 mit einer weiteren Erhöhung der Investitionen, die insbesondere für die Zukunftsbereiche Innovationen, Nachhaltigkeit und Digitalisierung zur Verfügung stehen. Daneben werden im Jahr 2024 die üblichen Ersatzinvestitionen getätigt. Bier und alkoholfreie Getränke Geschäftsverlauf
Die Bierbranche war weiterhin durch das hohe Niveau der Preise für Energie, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Personaldienstleistungen belastet. Darüber hinaus führten höhere Tarifabschlüsse sowie die Anhebung des Mindestlohns zu weiteren Kostenbelastungen für die Radeberger Gruppe. Um dem entgegenzuwirken, wurden unternehmensweit Preiserhöhungen sowie Effizienz- und Kostenmaßnahmen umgesetzt. Darunter fällt auch die im Vorjahr beschlossene Schließung des Brauereistandorts Frankfurt am Main zum Ende des dritten Quartals 2023; die Produktions- und Abfüllmengen der Binding-Brauerei wurden auf andere Brauereistandorte der Unternehmensgruppe verlagert. Da im Jahr 2023 die letzten Corona-bedingt geliehenen Absätze aus dem Handel wieder in die Gastronomie zurückgeflossen sind, konnte der Out-of-Home-Kanal im ersten Halbjahr noch spürbare Zuwächse verzeichnen. Im zweiten Halbjahr belasteten sowohl die schlechte Wetterlage in den für die Branche wichtigen Sommermonaten als auch im weiteren Jahresverlauf eine inflationsbedingt zunehmend spürbare Konsumzurückhaltung die Geschäftsentwicklung im Handel und im Out-of-Home-Bereich. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Radeberger Gruppe im Rahmen ihrer Erwartungen die Umsatzerlöse um 8,3 % auf 2.012 Mio. Euro gesteigert. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungskreiseffekte betrug das operative Umsatzwachstum 5,6 % bzw. 104 Mio. Euro. Der Geschäftsverlauf innerhalb der einzelnen Unternehmensbereiche war unterschiedlich ausgeprägt. Im Brauereigeschäft führten vor allem die Entwicklung im zweiten Halbjahr 2023 sowie eine bewusste Sortimentsbereinigung zu einem leichten Absatzverlust gegenüber dem Vorjahr. Zur Kompensation der signifikant gestiegenen Beschaffungs- und Transportkosten wurde die ab Dezember 2022 geltende Preiserhöhung im Jahr 2023 erfolgreich umgesetzt. Nach den Corona-bedingten Rekordjahren musste Getränke Hoffmann einen Teil der Absätze erwartungsgemäß wieder an den Out-of-Home-Kanal abgeben. Im Jahr 2023 führten insbesondere die höheren Einstandspreise sowie gestiegene Personalkosten zu einer merklichen Ergebnisbelastung, die zumindest teilweise durch verbesserte Einkaufskonditionen sowie höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnte. Bei den DrinkPort-Betrieben wirkten sich die insgesamt erfreuliche Absatzentwicklung im Außer-Haus-Konsum und die in den Vorjahren umgesetzten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenstruktur deutlich positiv auf die Ergebnisentwicklung des Unternehmensbereiches aus. Die Streckenlogistik, die Radeberger gemeinsam mit der Brauerei C. & A. Veltins über das Joint Venture Deutsche Getränke Logistik (DGL) betreibt, konnte ihre Kostenstrukturen optimieren und notwendige Preiserhöhungen umsetzen. Dies führte in der Summe zu einer Steigerung des Ergebnisses im Jahr 2023. Die H. Leiter GmbH war im Jahr 2023 wieder eine entscheidende Stütze für die Absicherung der Lieferfähigkeit der Radeberger Gruppe. Weiter steigende Aufwendungen für Personal, Personaldienstleister sowie Energie belasteten trotz der erfolgreichen Umsetzung einer Preiserhöhung das Ergebnis. Das Markenportfolio der Radeberger Gruppe entwickelte sich im abgelaufenen Berichtsjahr in der Summe besser als der allgemeine Markttrend. Allerdings konnte sich die Radeberger Gruppe der rückläufigen Absatzentwicklung des Gesamtmarktes nicht völlig entziehen. So verzeichneten die nationalen Marken insgesamt einen moderaten Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr. Dabei entwickelte sich der Absatz der alkoholfreien Varianten Radeberger Alkoholfrei und Jever Fun leicht positiv, wohingegen die klassischen Pilsvarianten leicht verloren. Die sehr gastronomieorientierte Weizenbiermarke Schöfferhofer litt mit Ausnahme der alkoholfreien Varianten sowohl unter der allgemeinen Marktschwäche der Kategorie Weizenbiere und bei den Weizen-Mixgetränken als auch unter dem verregneten Sommer; sie verzeichnete somit spürbare Verluste gegenüber dem Vorjahr. Bei den nationalen Spezialitäten hat die Marke Allgäuer Büble Bier ihren erfolgreichen Wachstumstrend fortsetzen können. Auch die junge Marke Oberdorfer Helles überzeugte mit einem erfreulichen Wachstum gegenüber dem Jahr 2022. Die internationalen Marken mussten einen leichten Absatzrückgang gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Das Segment der regionalen Premiummarken war durch die positive Entwicklung der stärksten Marke des Segments, Ur-Krostitzer, sowie der Marke Freiberger geprägt. Beide Marken erreichten im abgelaufenen Geschäftsjahr deutliche Absatzsteigerungen. Die alkoholfreien Getränke konnten sich im Kerngeschäft gut entwickeln. Durch eine bewusste Sortimentsstraffung verzeichnete das Segment in der Summe jedoch einen moderaten Absatzrückgang. Die Investitionen der Radeberger Gruppe summierten sich auf 71 Mio. Euro und lagen damit um 9,9 % über dem Vorjahreswert (65 Mio. Euro). Ein Großteil der technischen Investitionen betraf den Standort Radeberg. Dort wurde das Projekt für die Entalkoholisierungsanlage erfolgreich abgeschlossen. Damit die Mengen zur Entalkoholisierung für alkoholfreie Biere aus dem Standort Frankfurt am Main übernommen werden konnten, wurde ein zusätzlicher Drucktank installiert. Zur Kapazitätserweiterung investierte auch der Standort Freiberg in zusätzliche Tanks und erhöhte damit sein Drucktankvolumen. Darüber hinaus gab es weitere standortspezifische Veränderungen zur Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen sowie notwendige Investitionen in den Leergutpool der Wachstumsmarken. Im Vertrieb investierte die Gruppe zielgerichtet in die Bereiche Gastronomie und Eventgeschäft sowie in den weiteren Ausbau der Commerce-Cloud. Die Modernisierung von Filialen bei Getränke Hoffmann bildete den Schwerpunkt der Investitionen im vertikalen Geschäft. Im Jahr 2023 lag die in Vollzeitäquivalenten angegebene Anzahl der Beschäftigten mit 6.385 über dem Niveau des Vorjahres (6.122). Bereinigt um die Zugänge im Konsolidierungskreis ergab sich 2023 ein leichtes Wachstum bei den Personalzahlen um 0,8 %. Prognose Die Radeberger Gruppe hat für das Jahr 2024 bereits Ende 2023 eine Preiserhöhung kommuniziert. Entsprechende Auswirkungen sind in der Absatz- und Umsatzprognose berücksichtigt. Darüber hinaus erwartet die Gruppe zusätzliche Mengen- und Umsatzsteigerungen in ihren Wachstumssegmenten Hellbiere, alkoholfreie Biere und alkoholfreie Getränke. Auch akquisitionsbedingte Effekte, zum Beispiel aus dem Portfoliozugang der internationalen Marke Staropramen, werden das künftige Umsatzwachstum stimulieren. In einem weiter stagnierenden Marktumfeld prognostiziert die Radeberger Gruppe insgesamt eine deutliche Steigerung ihrer Umsatzerlöse im Jahr 2024. Das geplante Investitionsbudget liegt wesentlich über den Ausgaben des Jahres 2023. Die Mittel entfallen größtenteils auf die Brauereien; dort liegt der Investitionsschwerpunkt auf dem Ersatz und der Optimierung der technischen und logistischen Infrastruktur. Daneben investiert die Gruppe in die Vertriebskanäle Gastronomie und Eventgeschäft ebenso wie in Projekte für die IT-Infrastruktur und zur weiteren Digitalisierung von Prozessen. Weitere Interessen Geschäftsverlauf
Der Geschäftsbereich Weitere Interessen umfasst die flaschenpost sowie weitere Unternehmen für Beschaffungs- und Logistikdienstleistungen, den IT-Dienstleister OEDIV, die Hotels Brenner's Park-Hotel in Baden-Baden und Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes, Frankreich, sowie Oetker Digital. Im Hinblick auf die verschiedenen Märkte haben sich die Unternehmen unterschiedlich entwickelt. Geschäftsjahr 2022 einen Umsatzanstieg um 9,8 % auf 754 Mio. Euro. Ursächlich hierfür waren in erster Linie die Entwicklung bei der flaschenpost und OEDIV sowie Umsatzsteigerungen des Hôtel du Cap-Eden-Roc in Antibes. Die Investitionen im Geschäftsbereich Weitere Interessen betrugen insgesamt 61 Mio. Euro im Berichtsjahr gegenüber 41 Mio. Euro im Jahr zuvor. Der Anstieg um 47,3 % ist maßgeblich getrieben durch höhere Ausgaben in der Hotelsparte. Die Zahl der Beschäftigten auf Basis von Vollzeitäquivalenten reduzierte sich von 6.353 im Jahr 2022 auf 6.118, hauptsächlich durch effizientere Prozesse und den in der Folge geringeren Personalbedarf bei der flaschenpost. Seit dem Jahr 2021 vollzieht die flaschenpost die konsequente Transformation vom Getränkesofortlieferdienst zum vollständigen Online-Supermarkt. Die Gruppe verfügt inzwischen über 32 Standorte und bietet ein attraktives Supermarkt-Sortiment an. Durch diese Transformation nutzt die flaschenpost die Chancen des dynamischen Marktumfelds und partizipiert am Wachstum des Online-Lebensmittelhandels. Allerdings belasteten die seit 2022 infolge des Krieges in der Ukraine deutlich gestiegenen Kosten für Material und Energie sowie für Transporte und Personal auch den Online-Handel mit Lebensmitteln und Getränken spürbar. Dies führte zu höheren Konsumentenpreisen, die wiederum eine höhere Preissensibilität der Kunden zur Folge hatten und dämpfend auf die Nachfrage bei dienstleistungsorientierten Geschäftsmodellen wirkten. Trotz der Inflation und des leichten Einbruchs der Konsumgüternachfrage war die Kaufbereitschaft der Konsumenten in Bezug auf Lebensmittel im Vergleich zu anderen Kategorien jedoch nach wie vor positiv. So konnte die flaschenpost den durchschnittlichen Bestellwert weiter steigern, und der Umsatz entwickelte sich weiter positiv. Wesentliche Investitionsprojekte wurden im Jahr 2023 im Bereich des Fuhrparks zur weiteren Elektrifizierung der Fahrzeugflotte sowie in der Lagerautomatisierung durchgeführt. Das Geschäftsjahr 2023 war für OEDIV von einer strategischen Weiterentwicklung geprägt. Der Fokus lag hierbei in erster Linie auf der Erweiterung des Geschäftsmodells um die Schwerpunktbereiche Cloud-Technologien sowie Cyber Security und einem in der Konsequenz deutlichen Personalaufbau. Insgesamt erzielte OEDIV 2023 erneut Umsatzzuwächse, die primär auf die erfreuliche Entwicklung im Geschäft mit Drittkunden zurückzuführen sind. Ebenso konnten die Lizenzumsätze im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Investitionen tätigte OEDIV in die Erweiterung und Ertüchtigung der Rechenzentren in Bielefeld. Zudem wurde neben technischen Ersatzinvestitionen die IT-Infrastruktur um technologisch modernste Großrechner erweitert. Die beiden Hotels konnten zusammen ihre Umsätze erheblich gegenüber dem Vorjahr steigern und somit das Geschäftsjahr besser als ursprünglich erwartet abschließen. Das resultiert vor allem aus der positiven Entwicklung des Hôtel du Cap-Eden-Roc, das mit einer hohen Belegung erfreute und in den Sommermonaten durchgehend ausgebucht war. Zusammen mit einer höheren Durchschnittsrate pro Nacht trugen so vor allem die Logiserlöse zu einem Umsatz und Ergebnis oberhalb des Vorjahres bei. Im Brenner's Park-Hotel stand das Jahr 2023 im Zeichen des bevorstehenden Infrastrukturprojekts. Die umfangreichen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten der Zimmer des Hauptgebäudes starteten im vierten Quartal 2023 und führten zu erheblich höheren Investitionsausgaben im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsätze entwickelten sich weitgehend planmäßig, lagen jedoch aufgrund der baulichen Einschränkungen und der reduzierteren Anzahl an verfügbaren Zimmern wesentlich unter dem Vorjahreswert. Prognose Für den Geschäftsbereich Weitere Interessen wird sich die dynamische Wachstumsentwicklung auch 2024 fortsetzen. Treiber für die geplante deutliche Umsatzsteigerung ist in erster Linie die flaschenpost. Das Unternehmen geht für das Jahr 2024 davon aus, dass sich die Entwicklung im E-Grocery-Markt weiterhin positiv von der Gesamtmarktentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels abheben wird. Die flaschenpost erwartet weiterhin eine steigende Nachfrage und sieht sich in dem dynamischen Marktumfeld gut positioniert. Entsprechend rechnet die Gruppe mit einem wesentlichen Umsatzwachstum. Diese Umsatzsteigerung basiert in erster Linie auf Mengeneffekten, aber auch Preiseffekte werden sich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken. Die geplanten Investitionsausgaben für 2024 werden etwas unter dem Vorjahresniveau liegen und wiederum maßgeblich auf die weitere Optimierung der Automatisierung der Lagerprozesse, die Elektrifizierung des Fuhrparks sowie auf Lagerausstattung und Hardware entfallen. OEDIV rechnet mit einem weiterhin wachsenden Marktvolumen im Bereich IT-Outsourcing in Deutschland. Eine besonders hohe Nachfrage erwartet das Unternehmen bei den Themen Cloud-Transformation, IT-Modernisierung, Data Analytics und Cyber Security sowie der Entwicklung und Implementierung von Software. Unter anderem wurde hierfür ein neues Unternehmen mit Schwerpunkt in der Cyber-Security-Beratung gegründet. Für 2024 prognostiziert OEDIV eine leichte Umsatzsteigerung, die hauptsächlich mit neuen Services in den Bereichen Security, Cloud und Consulting erreicht wird. Daneben plant das Unternehmen mit einem Mengenwachstum, unterstützt durch die weitere Gewinnung von Neukunden und durch zusätzlich an Bestandskunden verkaufte Services. Die Investitionsvorhaben im Jahr 2024 betreffen vor allem den Abschluss der Generalüberholung des zweiten Rechenzentrums sowie den energetischen Vollausbau des Rechenzentrums am Standort der Gesellschaft. Damit übersteigt das Investitionsbudget wesentlich die Investitionsausgaben für 2023. Darüber hinaus verschmilzt OEDIV zu Beginn des neuen Geschäftsjahres die Tochtergesellschaften PP Strixner und Reymann Beratung mit dem OEDIV-HR-Service-Bereich, um eine zusätzliche Marke im HR-Service-Markt dezidiert bei den Kunden zu platzieren. Die beiden Hotels werden im Jahr 2024 in der Summe einen moderaten Umsatzrückgang verzeichnen. Während das Hôtel du Cap-Eden-Roc die Umsätze weiter steigern wird, wird es beim Brenner's Park-Hotel 2024 zu Umsatzausfällen infolge der vollständigen Renovierung des Haupthauses kommen. Das Investitionsvolumen wird sich im kommenden Berichtsjahr wesentlich erhöhen. Grund hierfür sind vor allem die geplanten Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Brenner's Park-Hotel. Vermögens- und Finanzlage Vermögenslage
Die Konzernbilanzsumme zum 31. Dezember 2023 reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresstichtag um 294 Mio. Euro auf 5.401 Mio. Euro. Der Rückgang auf der Aktivseite resultierte in erster Linie aus der Abnahme liquider Mittel, unter anderem infolge von Investitionen und Darlehenstilgungen, sowie aus Veränderungen im Anlagevermögen. Das immaterielle Anlagevermögen ist gegenüber dem Vorjahr um 201 Mio. Euro auf 617 Mio. Euro gesunken. Ursächlich hierfür sind vor allem die Abschreibungen in Höhe von 288 Mio. Euro; davon entfiel der überwiegende Teil planmäßig auf Geschäfts- und Firmenwerte sowie Markenrechte aus früheren Akquisitionen. Der Buchwert des Sachanlagevermögens betrug zum Bilanzstichtag 1.646 Mio. Euro und lag damit 106 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres (1.540 Mio. Euro). Den Zugängen von 311 Mio. Euro, davon waren 31 Mio. Euro akquisitionsbedingt, standen Abschreibungen von 201 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2023 gegenüber. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind um 16 Mio. Euro auf 389 Mio. Euro zum Bilanzstichtag gestiegen. Der Anstieg des Buchwerts resultierte in erster Linie aus der Equity-Bewertung der S. A. Damm, Barcelona (Spanien), und der Deutschen Getränke Logistik GmbH & Co. KG (DGL). Als weitere wesentliche Beteiligung, die nach der At-Equity-Methode bilanziert wird, zählt die Moers Frischeprodukte GmbH & Co. KG. Die Entwicklung des Working Capital ergab folgendes Bild:
Der Buchwert der Vorräte betrug 717 Mio. Euro und hat sich gegenüber dem Vorjahr um 5,8 % bzw. nach Bereinigung um Konsolidierungskreiseffekte um 6,6 % reduziert. Der Rückgang der Vorräte ist insbesondere der Restrukturierung des Geschäfts von Wilton in den USA geschuldet. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind um 47 Mio. Euro auf 871 Mio. Euro am Bilanzstichtag gestiegen. Auf konsolidierungskreisbereinigter Basis ergab sich hier ein Anstieg um 41 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren mit 473 Mio. Euro zum Bilanzstichtag nahezu unverändert (Vorjahr: 476 Mio. Euro). Per saldo ergab sich keine Veränderung für das Working Capital; somit bezifferte sich dies zum Bilanzstichtag weiterhin auf 1.100 Mio. Euro. Der Anteil des Working Capitals an der Bilanzsumme erhöhte sich von 19,3 % auf 20,4 % zum Geschäftsjahresende. Die sonstigen Vermögensgegenstände sind zum Bilanzstichtag auf 286 Mio. Euro (Vorjahr: 303 Mio. Euro) gesunken, maßgeblich bedingt durch geringere Steuererstattungsansprüche. Daneben enthält die Bilanzposition unter anderem nicht mit Passivposten verrechnete Ansprüche aus der Rückdeckung von Pensionsverpflichtungen bei der Condor-Versicherungsgruppe, Forderungen aus Leergut und Ähnliches. Während das Festkapital der Dr. August Oetker KG mit einem Buchwert von 1.125 Mio. Euro unverändert geblieben ist, reduzierten sich die Rücklagen des Konzerns um 108 Mio. Euro auf 1.246 Mio. Euro zum Bilanzstichtag. Die Eigenkapitalquote lag wie im Vorjahr bei 40,0 %. Der Anstieg der Rückstellungen um 64 Mio. Euro auf 1.395 Mio. Euro zum Geschäftsjahresende resultierte in erster Linie aus Veränderungen bei den sonstigen Rückstellungen. Diese umfassten am Bilanzstichtag vor allem Beträge für Erlösschmälerungen insbesondere im Nahrungsmittelbereich und Rückstellungen für den Personalbereich, für ausstehende Rechnungen, für Pfandguthaben aus dem Brauereibereich sowie für Drohverluste aus schwebenden Geschäften. Insgesamt erhöhten sich die sonstigen Rückstellungen um 62 Mio. Euro auf 965 Mio. Euro. Die Pensionsrückstellungen betrugen zum Bilanzstichtag 393 Mio. Euro und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 8 Mio. Euro reduziert, da die Verbräuche höher waren als die Effekte aus der Zuführung und Aufzinsung. Ein Teil der Altersversorgung der Belegschaftsangehörigen ist, wie bisher, durch Direktversicherungsverträge vor allem bei der Condor Lebensversicherungs-AG gedeckt. Finanzlage Die Finanzen der Oetker-Gruppe werden zentral durch die Holding gesteuert. Auf diese Weise können Finanzierungen sowie Geldanlagen von Tochtergesellschaften innerhalb der Oetker-Gruppe gebündelt werden, damit Optimierungspotenziale und Synergien genutzt werden. Zudem werden auf zentraler Ebene vor allem Währungssicherungen mittels derivativer Finanzinstrumente vorgenommen. Die Finanzlage der Oetker-Gruppe ist durch Innenfinanzierung, eine weitgehende Thesaurierung der Ergebnisse und langfristige, festverzinsliche Bankkredite geprägt. Liquidität Am Bilanzstichtag betrugen die Finanzmittel 585 Mio. Euro (Vorjahr: 807 Mio. Euro). Der Rückgang in Höhe von 222 Mio. Euro resultierte im Wesentlichen aus Investitionen und akquisitionsbedingten Anlagenzugängen (405 Mio. Euro) sowie dem Rückgang von Finanzschulden um 272 Mio. Euro. Zur Finanzierung der genannten Transaktionen wurden unter anderem Wertpapiere des Umlaufvermögens veräußert; entsprechend reduzierte sich der Buchwert um 479 Mio. Euro auf 7 Mio. Euro zum Bilanzstichtag. Per saldo verbesserte sich die Netto-Finanzposition von - 470 Mio. Euro zum 31. Dezember 2022 auf - 420 Mio. Euro zum Ende des Jahres 2023; dies entspricht dem geplanten Niveau.
Finanzschulden Die Bankverbindlichkeiten beruhen überwiegend auf Krediten mit mittel- und langfristigen Laufzeiten, die planmäßig bedient wurden. Im Berichtsjahr wurden langfristige Kredite in Höhe von 274 Mio. Euro getilgt. Neue langfristige Darlehen wurden in Höhe von 5 Mio. Euro aufgenommen. Daneben gab es einen Rückgang kurzfristiger Darlehen in Höhe von 3 Mio. Euro. Leasingvereinbarungen und andere außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente haben für die Oetker-Gruppe nur eine untergeordnete Bedeutung.
Das langfristige Vermögen der Oetker-Gruppe war zu 115,4 % (Vorjahr: 128,3 %) durch langfristige Finanzierungsmittel, bestehend aus Eigenkapital und langfristigen Schulden, gedeckt. Die Eigenkapitalausstattung ist gemessen an der Eigenkapitalquote von 40,0 % (Vorjahr: 40,0 %) weiterhin komfortabel. Insgesamt verfügt die Oetker-Gruppe unverändert über eine sehr solide Vermögens- und Kapitalstruktur. Sachinvestitionen Die gesamten Zugänge bei den Sachanlagen und immateriellen Anlagewerten beliefen sich auf 405 Mio. Euro (Vorjahr: 235 Mio. Euro). Hiervon entfielen 102 Mio. Euro auf Akquisitionen (Vorjahr: 4 Mio. Euro), die im Wesentlichen bei Dr. Oetker und dem Hotel in Südfrankreich getätigt wurden. Die laufenden Investitionen betrugen 303 Mio. Euro (Vorjahr: 231 Mio. Euro) bzw. 4,4 % (Vorjahr: 3,6 %) des Konzernumsatzes. Der Anstieg der Investitionsquote resultierte insbesondere aus höheren Ausgaben in der Nahrungsmittelsparte und bei den Hotels. Die Mittel sind überwiegend in Sachanlagen investiert worden. Der Großteil betraf technische Anlagen, Anlagen im Bau und Anzahlungen, welche überwiegend auf Dr. Oetker entfielen und dort in erster Linie von den Pizzawerken in Deutschland geleistet wurden. Weitere wesentliche geleistete Anzahlungen stehen im Zusammenhang mit den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Brenner's Park-Hotel in Baden-Baden. Die Verwendung der Investitionsmittel in der Biersparte und bei der flaschenpost zeigte sich vor allem in einem Anstieg der Buchwerte für Betriebs- und Geschäftsausstattung. Regional betrachtet lag der Fokus erneut auf Investitionen bei Inlandsgesellschaften; der Anteil der Auslandsgesellschaften an den laufenden Investitionen ist von 33,2 % im Vorjahr auf 26,4 % im Jahr 2023 gesunken. Prognosebericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Nach einem Jahr mit herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen richtet sich der Blick nach vorne. Auch 2024 wird von geopolitischen Konflikten geprägt sein: So dauert der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine weiter an, ebenso wie die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten zwischen Israel und der Hamas. Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer als Reaktion auf Israels Vorgehen gegen die Hamas bedrohen die erst kürzlich an Stabilität gewonnenen Lieferketten. Ein ganz erhebliches Risiko für die globale wirtschaftliche Entwicklung stellt darüber hinaus eine militärische Eskalation des Konflikts zwischen China und Taiwan dar. Auch unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen erwartet das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) für Deutschland ebenso wie für die Eurozone eine Inflationsrate von 2,3 % in 2024. Die Preissteigerungen der letzten Jahre, die von den Gewerkschaften verhandelten Tarifabschlüsse sowie die erwarteten Preissteigerungen für 2024 bergen zudem das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale, die auch mittelfristig zu Inflationsraten in Deutschland oberhalb der Zielmarke der EZB von 2,0 % führen könnte. Es ist daher zu erwarten, dass die EZB zunächst keine Zinssenkungen vornehmen und den Hauptrefinanzierungszins bei 4,5 % belassen wird. Das erhöhte Zinsniveau führt zu einer steigenden Zinslast und erschwert die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen. Weiterhin hohe Erzeugerpreise, ein von der Inflation belastetes Konsumklima sowie die Erwartung eines sich verhalten entwickelnden Welthandels infolge zunehmender Spannungen zwischen den USA und der Europäischen Union einerseits und China andererseits wirken zusätzlich belastend auf das antizipierte Wirtschaftswachstum. Insgesamt erwartet das IfW für Deutschland, dass die Stagnation in 2024 noch anhält und das Bruttoinlandsprodukt nur sehr leicht zulegen wird (0,1 %). Damit liegt Deutschland hinter dem erwarteten durchschnittlichen Wachstum der Eurozone von 0,7 % sowie hinter dem erwarteten Wachstum der USA (2,1 %) und Chinas (4,4 %). Von großer Bedeutung für die globale gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird zudem der Ausgang der Wahlen sein, die 2024 anstehen: Rund die Hälfte der weltweiten Bevölkerung wird 2024 wählen dürfen. Insbesondere die Europawahl in der Europäischen Union, die Präsidentschaftswahl in den USA, aber auch die Parlamentswahl in Indien werden maßgeblichen Einfluss auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Oetker-Gruppe haben. Ausblick zum Geschäftsverlauf Der Prognose für den Geschäftsverlauf der Oetker-Gruppe werden die oben genannten Erwartungen und Annahmen zu den allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die in den jeweiligen Abschnitten beschriebenen spezifischen Branchenentwicklungen, die für die einzelnen Geschäftsbereiche erwartet werden, zugrunde gelegt. Die Gruppenleitung geht in ihrer Prognose für das Geschäftsjahr 2024 davon aus, dass geopolitische Spannungen nicht eskalieren und keine signifikanten Engpässe in den Liefer- und Versorgungsketten bestehen werden. Auf einem stabilen Fundament aufbauend wird die Oetker-Gruppe den eingeschlagenen Wachstumspfad auch künftig erfolgreich beschreiten. Für 2024 beruht die Umsatzplanung in erster Linie auf organischem Wachstum, das um die ganzjährige Berücksichtigung der Akquisitionen aus dem Vorjahr ergänzt wird. Insgesamt werden die Umsatzerlöse erneut moderat steigen. Wachstumsimpulse erwartet die Gruppenleitung vor allem bei den digitalen Geschäftsmodellen, insbesondere bei der flaschenpost. Auch die zwei Konsumgütersparten Nahrungsmittel sowie Bier und alkoholfreie Getränke rechnen mit ordentlichen Umsatzsteigerungen, die bei Dr. Oetker auf einer angenommenen Erholung der Verbrauchermengen basieren. Die Entwicklung bei Radeberger wird überwiegend durch Preiseffekte bei stabiler Mengenentwicklung getrieben sein. Die Preisanpassungen bei den Produkten und Dienstleistungen der Oetker-Gruppe können die hohen Kosten auf der Beschaffungsseite, mit Folgeeffekten bei Löhnen und Gehältern, nur teilweise abfedern. Die verbleibende Lücke soll weiterhin durch ein striktes Kostenmanagement kompensiert werden, verbunden mit der Fortsetzung der Initiativen zur Kostensenkung und Effizienzverbesserung innerhalb der Gruppenfirmen. Das Investitionsbudget (ohne Erstkonsolidierungen) wird 2024 weiter angehoben und übersteigt deutlich die Ausgaben des vergangenen Jahres. Damit legt die Gruppe den Grundstein für künftiges Wachstum. Das Investitionsbudget ist Teil eines groß angelegten Plans über mehrere Jahre, mit dessen Hilfe Innovationen sowie der Ausbau von Digitalkompetenzen und Nachhaltigkeitsaktivitäten weiter vorangetrieben werden. Der Großteil der Investitionen entfällt wiederum auf den Geschäftsbereich Nahrungsmittel. Daneben sind höhere Investitionsausgaben vor allem bei den Hotels geplant; hier wirken sich die Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Brenner's Park-Hotel aus. Weitere Aspekte der erwarteten Entwicklung in den einzelnen Geschäftsbereichen sind in den jeweiligen Abschnitten beschrieben. Die tatsächliche Entwicklung der Oetker-Gruppe und ihrer Geschäftsbereiche kann aufgrund der nachfolgend erläuterten Chancen und Risiken oder in dem Fall, dass die Erwartungen und Annahmen sich nicht erfüllen, sowohl positiv als auch negativ von den Prognosen abweichen. Chancen- und Risikobericht Der Umgang mit Geschäftsrisiken ist ein wesentlicher Bestandteil der unternehmerischen Führung der Oetker-Gruppe. Übergeordnetes Ziel ist es, für ein ausgewogenes Chancen-Risiken-Verhältnis zu sorgen. In den zwei Konsumgütersparten der Oetker-Gruppe ist insbesondere die Konsumneigung der Verbraucher relevant. Ein diversifiziertes Produktportfolio und stetige Produktinnovationen helfen dabei, Markt- und Konsumentenbedürfnisse zu berücksichtigen. Hierbei wird auch der Trend hin zu mehr Qualitätsbewusstsein und zur verstärkten Nachfrage nach Produkten aus nachhaltiger Herstellung einbezogen. Insgesamt ist die Gruppe mit ihren drei Geschäftsbereichen Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke sowie Weitere Interessen diversifiziert aufgestellt. Die für die Gruppe relevanten Trends in den unterschiedlichen Branchen werden regelmäßig beobachtet. Dabei ist es zunehmend schwieriger geworden, zukünftige Veränderungen zu antizipieren: Nach der Pandemie haben die Herausforderungen in dem sich ohnehin stetig wandelnden Wettbewerbsumfeld spätestens mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine deutlich zugenommen. Um möglichst zeitnah auf externe Entwicklungen reagieren zu können, muss stets flexibel unter Berücksichtigung verschiedener Handlungsoptionen geplant werden. Operative Chancen und Risiken Beschaffungsmarktchancen und -risiken Infolge volatiler gewordener externer Einflussfaktoren erweisen sich Prognosen zu künftigen Rohwarenpreisentwicklungen als zunehmend schwierig. Die Oetker-Gruppe erwartet in ihrer Planung für das Jahr 2024, dass die Preise für Energie und Rohstoffe auf einem hohen Niveau verbleiben und in einigen Warengruppen noch einmal anziehen. Durch die Streuung über verschiedene Lieferanten und weitere Maßnahmen zur Volumenabsicherung werden sonstige Risiken in der Beschaffung gemindert. Eine enge Verzahnung der Schnittstellen sowie prozessuale Verknüpfungen innerhalb der gesamten Supply Chain ermöglichen ein schnelles Reaktionsvermögen in Bezug auf interne und externe Marktveränderungen. Aufgrund von Verwerfungen auf den Beschaffungsmärkten kann es zu Beeinträchtigungen in den Lieferketten und damit zu Rohstoff- und Produktionsengpässen oder -ausfällen kommen, die sich wiederum negativ auf die Lieferfähigkeit, die Qualität und die Kosten der Produkte und Dienstleistungen der Oetker-Gruppe auswirken können. Umfeld- und branchenbezogene Chancen und Risiken Für die Konsumgütergeschäftsbereiche ist das Konsumklima von entscheidender Bedeutung. Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust bei Unternehmen und privaten Haushalten wirkt dämpfend auf das Konsumklima. Eines der Kernrisiken für den Ausblick der Oetker-Gruppe ist, dass sich die Maßnahmen zur Eindämmung der Inflation in einer Konsumzurückhaltung niederschlagen oder sich der Verbrauchertrend zum Kauf preisgünstigerer Eigenmarken (Downtrading) signifikant verstärkt. Angesichts internationaler Krisen, Inflations- und Rezessionsrisiken sowie internationaler Handelskonflikte ist die weitere Entwicklung nach wie vor mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet. Die Auswirkungen können erheblich zwischen Regionen und Kunden variieren. Das Ausmaß und die Dauer individueller Folgen auf das Geschäft der Oetker-Gruppe sind daher schwer abschätzbar. Darüber hinaus können Eingriffe der nationalen Behörden oder unsichere geopolitische Situationen, wie bereits durch die russische Invasion in die Ukraine oder die militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten aufgetreten, großen Einfluss haben. Auch aus anhaltenden Schulden- und Finanzkrisen in einigen Ländern ergeben sich für die Geschäftsbereiche der Gruppe Risiken. Dabei stärken die Händler zunehmend ihre Eigenmarken gegenüber den Markenartikeln, indem sie ihre eigenen, datengetriebenen Primärmarktdaten exklusiv und zielgerichtet für die stetige Verbesserung ihres Angebots nutzen können. Darüber hinaus bestehen Risiken durch regelmäßige Preiskonflikte mit dem Lebensmitteleinzelhandel sowie durch zunehmende Konzentrationen von Einkaufsverbünden. Daneben bergen der zunehmend intensive Wettbewerb sowie die fortschreitende Handelskonzentration Risiken. Mit der kontinuierlichen Stärkung der Marken und stetigen Produktneuentwicklungen sowie strategischen Partnerschaften begegnen die Gruppenunternehmen diesen Risiken und generieren hierdurch auch neue Chancen. Funktionale Chancen und Risiken Finanzwirtschaftliche Chancen und Risiken Die Oetker-Gruppe unterliegt finanzwirtschaftlichen Chancen und Risiken in Bezug auf Liquidität, Währungen und Zinsen. Angesichts nicht gezogener Geldhandelslinien und einer guten Bonität aufgrund der soliden Bilanzstruktur der Oetker-Gruppe wird das Liquiditätsrisiko als gering erachtet. Währungsrisiken werden zum Großteil mit Hilfe von Devisentermingeschäften abgesichert, wodurch potenzielle Verluste limitiert werden. Das Zinsrisiko ist aufgrund der in großen Teilen langfristigen Fremdfinanzierung zu niedrigen Festzinssätzen derzeit überschaubar. Gestiegenen Zinsen in der kurzfristigen Geldaufnahme stehen außerdem erhöhte Chancen bei der Geldanlage gegenüber, wobei die Finanzmärkte aufgrund der geopolitischen Lage volatil sind. Rechtliche und regulatorische Risiken Als weltweit tätiges Unternehmen hat die Oetker-Gruppe eine Vielzahl rechtlicher und regulatorischer Vorgaben zu beachten. Zu ihrer Umsetzung dienen interne Standards, Leitlinien und Verhaltensanweisungen, die regelmäßig überprüft werden. Mit einer gruppenweit eingerichteten Compliance- und Datenschutzorganisation werden zudem alle relevanten rechtlichen und regulatorischen Anforderungen sowie die Einhaltung des Verhaltenskodex der Oetker-Gruppe beobachtet. Daneben wurden branchenübliche Versicherungen zur Abdeckung bestimmter rechtlicher Risiken abgeschlossen. Chancen und Risiken im Bereich IT/Digitalisierung Der Einsatz digitaler Technik ermöglicht eine weitere Vereinheitlichung von Datensystemen und darüber hinaus die Harmonisierung sowie Optimierung von Prozessen. Informationstechnischen Risiken wird durch umfangreiche Investitionen in die Sicherheitsarchitektur der IT-Systeme begegnet. Die Gefahr von Cyber-Angriffen bzw. Cyber-Terrorismus nimmt durch den Krieg in der Ukraine zu. Insbesondere OEDIV als IT-Unternehmen und Betreiber eigener Rechenzentren ist diesem Risiko ausgesetzt. Das OEDIV-Security-Team ist sensibilisiert und beobachtet die Entwicklungen engmaschig, um die notwendigen Absicherungsmaßnahmen kontinuierlich vorzunehmen und im Falle von Auffälligkeiten sofort reagieren zu können. Die digitale Transformation ist ein unaufhaltsamer Trend, der das Konsumentenverhalten und die Marktteilnehmer beeinflusst. Auch die zunehmende Verlagerung von Unternehmensdaten in verschiedene globale Clouds gefährden das Geschäftsmodell von OEDIV mit seinem klassischen Rechenzentrumsangebot. Neben Risiken, unter anderem durch den Eintritt neuer Marktteilnehmer, erwachsen hieraus auch neue Angebotsformen (IT-Services) und Geschäftsmodelle, die der Oetker-Gruppe neue Wachstumschancen bieten. Personalchancen und -risiken Der wirtschaftliche Erfolg der Oetker-Gruppe wird wesentlich durch die Leistungsbereitschaft und die Fähigkeiten der Mitarbeiter bestimmt. Die Gewinnung hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte und ihre langfristige Bindung an die Oetker-Gruppe sind daher von enormer Bedeutung. Hierfür setzt die Gruppe auf gezielte Maßnahmen zur Mitarbeiterförderung sowie auf leistungsabhängige Anreizsysteme. Ein weiterer Schwerpunkt der Personalarbeit liegt auf dem Gesundheitsmanagement und der Mitarbeiterberatung in verschiedenen Lebensphasen. Umwelt- und Sicherheitsaspekte Die Oetker-Gruppe hat sich dem verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen sowie hohen Umwelt- und Sozialstandards verschrieben. Über Zertifizierungen in den Bereichen Umwelt- (ISO 14001), Energie- (ISO 50001) oder Arbeitsschutzmanagement (ISO 45001) verfolgen viele Standorte kontinuierliche Verbesserungen in diesen Bereichen. Mittlerweile wurden weltweit an über zehn Standorten Photovoltaikanlagen installiert, wodurch sich die Oetker-Gruppe unabhängiger von fossilen Energieträgern sowie externen Energieversorgern macht und gleichzeitig aktiv zum Ausbau erneuerbarer Energien und damit zum Klimaschutz beiträgt. Die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels stellen die Oetker-Gruppe vor Herausforderungen, insbesondere in der Beschaffung von Rohstoffen. Extreme Wetterereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen können die Ernteerträge beeinträchtigen und damit die Verfügbarkeit von wichtigen Rohstoffen beeinflussen. Erste Aktivitäten im Bezug von Rohstoffen, die unter Formen der regenerativen Landwirtschaft erzeugt wurden, versprechen nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung der Bodengesundheit und Speicherung von Kohlenstoff, sondern auch eine gesteigerte Widerstandsfähigkeit gegenüber Extremwetterereignissen. Chancen ergeben sich durch das im Zuge des Klimawandels veränderte Konsumentenverhalten hinsichtlich Produkten mit verringerten CO 2 -Fußabdrücken. So nutzt die Oetker-Gruppe sich neu ergebende Marktpotenziale beispielsweise mit dem verstärkten Angebot veganer Produkte. Darüber hinaus stärkt die Oetker-Gruppe mit der Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes weiter die Menschenrechte im eigenen Geschäftsbereich sowie entlang der vorgelagerten Lieferkette. Trotz der umfangreichen Maßnahmen bleibt die Oetker-Gruppe weiterhin Risiken ausgesetzt. Regulatorische Änderungen, insbesondere im Bereich Umwelt- und Sozialgesetzgebung, könnten zusätzliche Anforderungen und Kosten mit sich bringen. Insgesamt begegnet die Oetker-Gruppe durch diverse Maßnahmen möglichen Risiken frühzeitig und ergreift, wo möglich, Chancen, die eine nachhaltige Zukunft für die Oetker-Gruppe und ihre Stakeholder ermöglichen. Logistikchancen und -risiken Die starke Konzentration der Logistikbranche, besonders im Bereich der Tiefkühlkost, hat im Zeitverlauf zu einer Wettbewerbsverschärfung geführt. Zudem ist der Markt für Transportkapazitäten weiterhin belastet. Der ohnehin seit längerem bekannte Fachkräftemangel in der Logistik- und LKW-Branche trifft auf Störungen der Liefer- und Transportketten, die ein Risiko für den termingerechten Warentransport darstellen. Um zusätzliche Potenziale in der Logistik auszuschöpfen, sind die Gruppenunternehmen kontinuierlich auf Effizienz und Effektivität in der Supply Chain bedacht. Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und Risikolage Risikokonzentrationen in bestandsgefährdendem Umfang liegen weder aufseiten der Kunden noch aufseiten der Lieferanten vor. Auch im Hinblick auf die Länder, in denen die Oetker-Gruppe tätig ist, sind solche Risiken nicht erkennbar. Die Gruppe ist mit ihren unterschiedlichen Geschäftsfeldern Nahrungsmittel, Bier und alkoholfreie Getränke sowie Weitere Interessen gut diversifiziert. Risiken, die zu einer Beeinträchtigung der langfristigen Existenz der Oetker-Gruppe führen könnten, sind auch in anderer Hinsicht nicht erkennbar. Zudem ist in den vergangenen Jahren über die solide Eigenkapitalausstattung ein erhöhtes Risikodeckungsvolumen geschaffen worden. Konzernabschluss KonzernbilanzAktiva
Passiva
Bielefeld, 11. April 2024 Dr. August Oetker KG Die persönlich haftenden Gesellschafter Dr. Albert Christmann Ute Gerbaulet KonzernanlagenspiegelDr. August Oetker KG
Anlage zur Bilanz gemäß § 13 Abs. 3 Satz 2 PublG in Verbindung mit § 5 Abs. 5 Satz 3 PublG
KonzernanhangAnwendung der handelsrechtlichen Vorschriften Die Dr. August Oetker KG mit Sitz in Bielefeld, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Bielefeld unter HRA 8242, ist als Personenhandelsgesellschaft nach den Vorschriften des zweiten Abschnitts des PublG verpflichtet, einen Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufzustellen und offenzulegen. Dieser Konzernabschluss und Konzernlagebericht, erstellt nach § 13 PublG i. V. m. §§ 294 bis 315 HGB, haben für die in der Anteilsbesitzliste gemäß § 313 HGB gekennzeichneten Unternehmen (veröffentlicht im Unternehmensregister des Bundesanzeigers) befreiende Wirkung im Sinne von § 264 Abs. 4 HGB, § 264 b HGB bzw. § 5 Abs. 6 PublG. Mit Ausnahme der Angaben gemäß § 313 Abs. 2 HGB entspricht dieser Geschäftsbericht den Regelungen des § 13 PublG in Verbindung mit §§ 294 bis 315 HGB. Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss wurden alle wesentlichen in- und ausländischen Unternehmen einbezogen, auf die die Dr. August Oetker KG unmittelbar oder mittelbar einen beherrschenden Einfluss ausüben kann. Der Konsolidierungskreis umfasste zum Bilanzstichtag insgesamt 243 Unternehmen (Vorjahr: 241), davon 159 (Vorjahr: 156) deutsche und 84 (Vorjahr: 85) ausländische Unternehmen. Wegen insgesamt untergeordneter Bedeutung gemäß § 296 Abs. 2 HGB wurden 68 Unternehmen nicht vollkonsolidiert (Vorjahr: 71). Daneben wurden sechs Unternehmen at equity bewertet (Vorjahr: acht). Im Konsolidierungskreis sind die folgenden nennenswerten Veränderungen eingetreten: Im abgelaufenen Geschäftsjahr sind zehn Erstkonsolidierungen vorgenommen worden (Vorjahr: keine). Als wesentlicher Zugang ist im Geschäftsbereich Nahrungsmittel der Erwerb der Galileo Lebensmittel KG zum 31. Juli 2023 zu nennen. Im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke wurden unter anderem die Huster GmbH & Co. Getränkegroßhandels KG zum 1. Mai 2023 erworben und bereits zum 1. April 2023 die Anteile an der Löffelsend & Wein Company GmbH von 40,0 % auf 100,0 % aufgestockt. Zudem wurde im Geschäftsbereich Weitere Interessen die Villa La Guettière S. A. S., Frankreich, zum 1. Juli 2023 erstkonsolidiert. Nicht mehr im Konsolidierungskreis enthalten sind mehrere kleine und aus Konzernsicht unbedeutende Unternehmen, die fusioniert, liquidiert oder verkauft wurden. Eine Aufstellung über den Anteilsbesitz wird als Bestandteil des Konzernanhangs im Unternehmensregister veröffentlicht. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden In den für Konsolidierungszwecke erstellten Einzelabschlüssen der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wird nach einheitlichen Kriterien nach den Bestimmungen des Publizitätsgesetzes (PublG) und des Handelsgesetzbuchs (HGB) auf Grundlage der Ausweis-, Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinie der Oetker-Gruppe bilanziert und bewertet (Handelsbilanz II). Die Abschlüsse der at equity einbezogenen Unternehmen sind teilweise an die konzerneinheitlichen Richtlinien angepasst. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Anlagewerte sind nach Maßgabe des § 253 HGB bewertet. Von dem in § 248 Abs. 2 Satz 1 HGB geregelten Wahlrecht zur Aktivierung selbst geschaffener immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens wird innerhalb der Oetker-Gruppe kein Gebrauch gemacht. Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Bewertungsobergrenze bei den Herstellungskosten bilden die Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 Satz 1 und 2 HGB. Investitionszuschüsse werden anschaffungskostenmindernd berücksichtigt. Planmäßig abgeschrieben wird sowohl nach der linearen als auch nach der degressiven Methode (mit Übergang auf die lineare Methode, wenn der hiernach ermittelte Betrag höher ist als der bei degressiver Abschreibung). Im Inland erfolgt die Abschreibung unter weitgehender Verwendung der von der deutschen Finanzverwaltung anerkannten Nutzungsdauern. Dabei werden geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis 800 Euro im Jahr des Zugangs vollständig abgeschrieben. Im Ausland wird bei vergleichbaren Sachverhalten ähnlich vorgegangen. Finanzanlagen werden höchstens zu Anschaffungskosten bewertet, soweit nicht niedrigere Wertansätze geboten sind. Dauernde Wertminderungen im Anlagevermögen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Der Bewertung des Umlaufvermögens liegen die Vorschriften des § 253 HGB und des § 256 HGB zugrunde. Die Herstellungskosten der Vorräte enthalten angemessene Fertigungsgemeinkosten unter Beachtung der Herstellungskostengrenze der Finanzverwaltung; Fremdkapitalzinsen werden nicht aktiviert. Erkennbaren Risiken der Vorratshaltung wird durch verlustfreie Bewertung Rechnung getragen. Ausreichende Einzel- und Pauschalwertberichtigungen decken die Risiken im Forderungsbestand. Fremdwährungsvorgänge werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls umgerechnet, aus Vereinfachungsgründen teilweise auch mit Monatsdurchschnittskursen. Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Die Pensionsrückstellungen werden nach den Regeln des Teilwertverfahrens unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet. Hierbei wird die Vereinfachungsregel des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB angewendet und mit dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten Zinssatz für 15-jährige Restlaufzeiten mit dem Stand vom 30. September 2023 und prognostiziert auf den 31. Dezember 2023 gerechnet (1,83 %, Vorjahr: 1,79 %); daneben wurden eine erwartete Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,8 % (Vorjahr: 2,7 %) und eine erwartete Rentensteigerung von 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %) zugrunde gelegt. Die Pensionsverpflichtungen der ausländischen Unternehmen werden nach den jeweiligen nationalen Vorschriften bewertet und sind von untergeordneter Bedeutung. Die Differenz gemäß § 253 Abs. 6 HGB betrug 5 Mio. Euro. Bei den Jubiläumsrückstellungen wird dieselbe Lohn- und Gehaltssteigerung wie bei den Pensionsrückstellungen unterstellt. Der Zinssatz wurde analog wie dort ermittelt, allerdings auf der Basis des Durchschnitts aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren; dieser betrug 1,75 % (Vorjahr: 1,44 %). Vermögensgegenstände im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden in Höhe von 27 Mio. Euro mit entsprechenden Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen verrechnet. Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Aufgrund eines Aktivüberhangs bei den latenten Steuern aus Einzelabschlüssen werden die latenten Steuern ausschließlich nach Maßgabe des § 306 HGB gebildet. Aktive und passive latente Steuern aus Konsolidierungsvorgängen werden miteinander verrechnet, wobei ein Passivüberhang verbleibt. Dieser ist gegenüber dem Vorjahr um 2 Mio. Euro auf 22 Mio. Euro gestiegen. Dabei werden die folgenden unternehmensindividuellen Steuersätze je Land zugrunde gelegt:
Bewertungseinheiten im Sinne von § 254 HGB wurden in geringfügigem Umfang gebildet. Hierbei kam die Einfrierungsmethode zur Anwendung. In den Konzernabschluss wird ein Tochterunternehmen mit Sitz in der Türkei, einem Hochinflationsland, einbezogen. Die Inflationsbereinigung erfolgt durch Indexierung der nichtmonetären Bilanzposten mit dem türkischen Verbraucherpreisindex. Hieraus resultierende Bewertungseffekte sind im Zinsergebnis erfasst worden. Währungsumrechnung Die Währungsumrechnung von Fremdwährungsposten in den Bilanzen der einbezogenen Unternehmen richtet sich nach § 256a HGB. Die Bilanzen der ausländischen Tochterunternehmen, sofern nicht bereits in Euro aufgestellt, werden nach der modifizierten Stichtagskursmethode des § 308a HGB umgerechnet. Die Bewegungen im Konzernanlagenspiegel sind zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Konsolidierungsmethoden Die Jahresabschlüsse aller einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses aufgestellt. Bei der Kapitalkonsolidierung werden zum Erstkonsolidierungszeitpunkt die Anschaffungskosten bzw. Beteiligungsbuchwerte nach den Grundsätzen der Neubewertungsmethode gegen das anteilige Eigenkapital verrechnet. Die Erstkonsolidierung wird zu dem Zeitpunkt durchgeführt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen wurde. Dabei wird der Zeitwert der erworbenen Vermögensgegenstände, übernommenen Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten möglichst aus Marktpreisen im Rahmen vergleichbarer Transaktionen abgeleitet. Die verbleibenden aktivischen Unterschiedsbeträge sind als Geschäfts- oder Firmenwert ausgewiesen und werden in den Folgejahren gemäß § 309 Abs. 1 HGB ergebniswirksam abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt linear, die Nutzungsdauer beträgt fünf Jahre. Analoges gilt für die at equity einbezogenen Unternehmen. Alle Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen konsolidierten Unternehmen sind aufgerechnet, aus konzerninternen Lieferungen und Leistungen stammende Zwischenergebnisse sind eliminiert, ebenso Aufwendungen und Erträge zwischen einbezogenen Unternehmen. Bei ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen sind für Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, latente Steuern berücksichtigt. Konzerninterne Ergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit at equity einbezogenen Unternehmen werden nicht eliminiert. Sonstige Angaben Das in der Konzernbilanz ausgewiesene Festkapital von 1.125 Mio. Euro entspricht dem Festkapital der Dr. August Oetker KG. Die Anteile am Festkapital, die auch den Stimmrechten entsprechen, werden von den Kommanditisten der Dr. August Oetker KG gehalten. Die Verbindlichkeiten betrugen 1.817 Mio. Euro (Vorjahr: 2.059 Mio. Euro). Nach Restlaufzeiten sind die einzelnen Posten wie in Tabelle 2 zu gliedern.
Es wurden keine angabepflichtigen Sicherheiten für diese Verbindlichkeiten eingeräumt. Am Bilanzstichtag bestanden folgende Haftungsverhältnisse gemäß § 251 HGB:
Risiken aus der Inanspruchnahme bei den Haftungsverhältnissen werden aufgrund der Bonität der jeweiligen Schuldner nicht erwartet. Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB betrugen insgesamt 874 Mio. Euro, davon für das nächste Jahr 175 Mio. Euro. Außerbilanzielle Geschäfte gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 2 HGB wurden nur in einem für die Finanzlage der Oetker-Gruppe vernachlässigbaren Umfang vorgenommen. Die Dr. August Oetker KG und ihre Tochtergesellschaften unterliegen als international operierende Unternehmen Zins-, Preis- und Währungsrisiken. Um diese Risiken zu begrenzen, hat vor allem die Dr. August Oetker Finanzierungs- und Beteiligungs-GmbH derivative Finanzinstrumente (Termingeschäfte, Swaps und Optionen) abgeschlossen. Am Bilanzstichtag bestanden Devisenterminkäufe/-verkäufe mit einem Transaktionsvolumen von 85 Mio. Euro und einem beizulegenden Zeitwert von 0,5 Mio. Euro. Für die nicht in Bewertungseinheiten eingehenden Termingeschäfte, Swaps und Optionen sind keine nennenswerten Rückstellungen gebildet worden. Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente beruht auf bestimmten Annahmen und Bewertungsmodellen, wie zum Beispiel der Barwertmethode. Der Personalbestand der zum Konsolidierungskreis der Oetker-Gruppe zählenden Unternehmen ist im Berichtsjahr um 4,0 % auf durchschnittlich 44.802 Beschäftigte (Vorjahr: 46.662) gesunken. Im Geschäftsbereich Nahrungsmittel ist die durchschnittliche Mitarbeiterzahl von 17.877 auf 17.308 zurückgegangen. Im Geschäftsbereich Bier und alkoholfreie Getränke erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten um 5,7 % auf durchschnittlich 7.283 Mitarbeiter (Vorjahr: 6.892). Der Personalbestand im Geschäftsbereich Weitere Interessen ging von 21.894 auf durchschnittlich 20.210 Mitarbeiter zurück. Das Gesamthonorar gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB belief sich auf 2.856 Tsd. Euro. Davon entfielen 1.291 Tsd. Euro auf Abschlussprüfungsleistungen, 75 Tsd. Euro auf andere Bestätigungsleistungen, 156 Tsd. Euro auf Steuerberatungsleistungen sowie 1.335 Tsd. Euro auf sonstige Leistungen. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 13 HGB wurden nur in unwesentlichem Umfang abgeschlossen. Gewinn- und Verlustrechnung Eine Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 13 Abs. 3 Satz 2 PublG nicht veröffentlicht. In analoger Anwendung des PublG für den Lagebericht werden dort ebenfalls keine Aussagen zur Ertragslage und zu finanziellen Leistungsindikatoren, mit Ausnahme der Umsatzerlöse, getroffen. Die nach § 5 Abs. 5 Satz 3 PublG erforderlichen Angaben werden in einer Anlage publiziert - siehe Tabelle 4.
Die Umsatzerlöse gliedern sich nach geografisch bestimmten Märkten und Tätigkeitsbereichen wie in Tabelle 5 gezeigt.
Die Umsatzerlöse haben sich bereinigt um die Veränderungen im Konsolidierungskreis gegenüber dem Vorjahr um 342 Mio. Euro erhöht. Unter Ausschluss von Wechselkurseffekten ergab sich ein operativer Anstieg der Umsatzerlöse von 406 Mio. Euro.
Bielefeld, 11. April 2024 Dr. August Oetker KG Die persönlich haftenden Gesellschafter Dr. Albert Christmann Ute Gerbaulet Anteilsbesitzliste gem. § 313 Abs. 2 HGB
Wiedergabe des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers für den vollständigen KonzernabschlussAn die Dr. August Oetker KG, Bielefeld Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Dr. August Oetker KG, Bielefeld, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Dr. August Oetker KG, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den nach § 13 PublG anzuwendenden deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 14 PublG unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Bielefeld, den 12. April 2024 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Diana Plaum, Wirtschaftsprüfer Tim Dieckmann, Wirtschaftsprüfer |
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