Stammdaten

Register
Amtsgericht Hagen HRB 10999
Vorher
Robert Zapp Service-GmbH
Eingetragen
30.3.2000
Branche
Erbringung von allen anderen wirtschaftlichen Dienstleistungen für Unternehmen und Privatpersonen a. n. g.Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der InformationstechnologieErbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Gegenstand
Die Erbringung von kaufmännischen, technischen und administrativen Dienstleistungen für Industrie- und Handelsunternehmen, insbesondere für Unternehmen der Zapp-Gruppe.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Daniela Scheidsteger
seit 2.10.2024
Geschäftsführer
Prokura
Malte Edward Dotzel
seit 3.6.2024
Prokura
Evelin Dr. Ratte
seit 3.6.2024
Prokura
Rainer Dr. Schmitz
seit 3.6.2024
Prokura
Britta Van Beurden
seit 3.6.2024
Prokura
Edo Ollermann
seit 3.6.2024
Prokura
Markus Krah
seit 26.5.2023
Prokura
Stefan Dr. Seng
seit 23.2.2023
Geschäftsführer
Marvin Dominik Schulz
seit 21.6.2018
Prokura
Michael Dr. Voß
seit 21.6.2018
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Zapp AG
Germany
30.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Zapp AG

Ratingen

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Die Gesellschaft ist unter der Firma

Zapp AG

im Handelsregister des Amtsgerichts Düsseldorf unter HRB 44176 eingetragen.

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVSEITE

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Sachanlagen
andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 230,00 495,00
II. Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 37.236.006,82 37.167.700,28
37.236.236,82 37.168.195,28
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 202.165.202,71 188.368.844,07
2. sonstige Vermögensgegenstände 4.206.110,74 3.904.583,91
206.371.313,45 192.273.427,98
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.613,04 656,71
206.373.926,49 192.274.084,69
C. AKTIVE LATENTE STEUERN 2.703.125,00 1.480.707,00
246.313.288,31 230.922.986,97

PASSIVSEITE

31.12.2022 Vorjahr
EUR EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital
1. gezeichnetes Kapital 11.000.000,00 11.000.000,00
2. eigene Anteile (170.000,00) (100.000,00)
10.830.000,00 10.900.000,00
II. Kapitalrücklage 10.000.000,00 10.000.000,00
III. Gewinnrücklagen 107.400.033,64 109.143.250,00
IV. Bilanzgewinn
1. Gewinnvortrag 8.916.281,56 11.078.159,46
2. Jahresüberschuss 26.419.790,96 11.844.622,10
35.336.072,52 22.922.781,56
163.566.106,16 152.966.031,56
B. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 4.291.392,07 4.055.235,05
2. Steuerrückstellungen 18.073.520,92 6.802.057,11
3. sonstige Rückstellungen 2.572.463,64 3.059.323,80
24.937.376,63 13.916.615,96
C. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 50.399.808,86 60.831.704,91
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28.755,88 54.900,51
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 3.689.643,70 1.389.055,17
4. sonstige Verbindlichkeiten 3.691.597,08 1.764.678,86
- davon aus Steuern: EUR 100.481,47 (Vj.: EUR 81.839,01)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
57.809.805,52 64.040.339,45
246.313.288,31 230.922.986,97

Anhang für 2022

Allgemeine Hinweise

Sitz der Zapp AG ist Ratingen. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 44176 im Register des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des AktG aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für kleine Kapitalgesellschaften. Von der Erleichterungsvorschrift des § 288 Abs. 1 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens wurden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten bzw. niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel wurden zum Nennwert bzw. Barwert angesetzt.

Bestehen sowohl Forderungen als auch Verbindlichkeiten gegenüber einem einzelnen verbundenen Unternehmen, so werden diese jeweils saldiert ausgewiesen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Projected Unit Credit Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck ermittelt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt unter der Berücksichtigung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten zehn Jahre in Höhe von 1,78 % (Vj. 1,87 %), der sich bei einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden aufgrund des beitragsorientierten bzw. mit Besitzstandsfestschreibung geschlossenen Pensionsplans mit 0 % und erwartete Rentensteigerungen mit 5,34 % alle drei Jahre berücksichtigt. Für die Fluktuation wurden keine Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt.

Da bereits zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 absehbar war, dass die in den Gutachten angenommene Gehaltssteigerung in Höhe von 5,34 % alle drei Jahre aufgrund des ungewöhnlich starken Anstiegs des Verbraucherpreisindex für die am 01. Januar 2024 anstehende Rentenerhöhung nicht ausreichend sein wird, wurde im Berichtsjahr, abweichend vom vorliegenden Gutachten, der bereits bekannte Teil, der über die 5,34 % hinausgehenden Rentenanpassung an den Verbraucherpreisindex anteilig berücksichtigt. Seit der letzten Rentenanpassung zum 01. Januar 2021 ist der Verbraucherpreisindex um etwa 14,8 % gestiegen. Abzüglich der im Gutachten berücksichtigten Rentenerhöhung in Höhe von 5,34 % alle drei Jahre, ergibt sich seit der letzten Rentenanpassung vor zwei Jahren bereits zum Ende des Berichtsjahres ein zusätzlicher Anstieg der Renten von etwa 9,0 %. Diese im Zuge der kommenden Rentenerhöhung am 01. Januar 2024 unweigerlich auf die Zapp AG zukommende zusätzliche Verpflichtung wurde anteilig bereits im Berichtsjahr erfasst.

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i.S.d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet.

Der IDW-Rechnungslegungshinweis zur Bewertung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021 vom 30. April 2021) fand zum 31.12.2022 erstmals Anwendung.

Die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste. Sie wurden in der Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Latente Steuern wurden für Bewertungsunterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz gebildet. Hierbei kam der unternehmensindividuelle Steuersatz zum Tragen, der im Zeitraum der Auflösung der Differenzen anzuwenden wäre. Aktive und passive Steuerlatenzen werden saldiert ausgewiesen.

Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr, mit Ausnahme von Beträgen in Höhe von TEUR 1.205 (Vj. TEUR 1.136) im Bereich der sonstigen Vermögensgegenstände.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus der Ergebnisabführung bzw. aus Beteiligungserträgen des abgelaufenen Geschäftsjahres (TEUR 34.080; Vj. TEUR 18.254), ausgegebene Darlehen (TEUR 201; Vj. TEUR 7.163) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Ergebnisabführungen der Vorjahre (TEUR 167.884; Vj. TEUR 162.952).

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 11.000 auf den Namen lautende Stückaktien.

Das gezeichnete Kapital von TEUR 11.000 und die Kapitalrücklage von TEUR 10.000 entsprechen den bei der Zapp AG ausgewiesenen Bilanzposten.

Die Zapp AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere 70 eigene Anteile zu einem Preis in Höhe von TEUR 1.813 mit einem auf diese Anteile entfallenden gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 70 erworben. Insgesamt hält die Zapp AG damit 170 eigene Anteile mit einem auf diese Anteile entfallenden gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 170, die in der Bilanz offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt werden.

Bilanzgewinn

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 wurde dem Vorschlag des Vorstands und des Aufsichtsrats der Zapp AG zugestimmt, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von EUR € 22.922.781,56 einen Betrag in Höhe von EUR 14.006.500,00 auszuschütten und den Restbetrag in Höhe von EUR 8.916.281,56 auf neue Rechnung vorzutragen.

Unter Berücksichtigung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 26.419.790,96 und des Gewinnvortrages von EUR 8.916.281,56 ergibt sich zum 31. Dezember 2022 ein Bilanzgewinn in Höhe von EUR 35.336.072,52.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2022 wurde gemäß § 246 Abs. 2 HGB das der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 4.668 (Vj. TEUR 4.134) mit den Pensionsrückstellungen verrechnet. Die auf das Geschäftsjahr 2022 entfallenden Zinsaufwendungen bzw. -erträge aus der Entwicklung des Erfüllungsbetrages der Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 151 (Vj. TEUR 183) sowie des Zeitwertes des Deckungsvermögens in Höhe von TEUR 126 (Vj. TEUR 99) und die Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 823 (Vj. TEUR 156) wurden ebenfalls miteinander verrechnet.

Die erstmalige Anwendung des IDW-Rechnungslegungshinweises zur Bewertung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021 vom 30. April 2021) hat zu einem Ertrag aus der Entwicklung der Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 107 geführt.

Aus der vorzeitigen Annäherung der Pensionsverpflichtungen an den ungewöhnlich starken Anstieg des Verbraucherpreisindex in den letzten zwei Geschäftsjahren wurde für die am 01. Januar 2024 erneut anstehende Rentenerhöhung ein zusätzlicher Rententrend in Höhe von anteiligen 9,0 % für die ersten beiden Jahre (laut Gutachten 5,34 % alle drei Jahre) berücksichtigt Dieser hat zu einem zusätzlichen Aufwand in Höhe von TEUR 179 geführt, der in den Aufwendungen für Altersversorgung enthalten ist.

Aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem Durchschnittszinssatz der letzten zehn Jahre ergibt sich gegenüber einer Bewertung mit dem Durchschnittszinssatz der letzten sieben Jahre ein nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag für die Zapp AG von TEUR 462 (Vj. TEUR 665).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten haben in Höhe von TEUR 23.664 (Vj. TEUR 52.978) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Der Betrag der Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit größer einem Jahr und bis zu fünf Jahren beträgt TEUR 34.146 (Vj. TEUR 11.062). Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen in diesem Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht. Besondere Sicherheiten wurden nicht gestellt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.690 (Vj. TEUR 1.389).

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im abgelaufenen Geschäftsjahr periodenfremde Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen in Höhe von TEUR 67 (Vj. TEUR 0).

Haftungsverhältnisse

Die Zapp AG haftet gesamtschuldnerisch für am Bilanzstichtag ausgenutzte Betriebsmittellinien ihrer verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 99.326, für die nicht mit einer Inanspruchnahme gerechnet wird.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

TEUR
Verpflichtungen aus Mietverträgen gegenüber Dritten 714
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (238)
Verpflichtungen aus Leasingverträgen 57
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (21)
Gesamt 771
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (259)

Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft stellt einen Konzernabschluss nach § 290 ff. HGB auf. Dieser wird im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Der Konzernabschluss wird seinerseits in den Konzernabschluss der Zapp Verwaltungs-GmbH, Ratingen, als höchste Konzernspitze einbezogen. Die Unterlagen werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn in Höhe von EUR 35.336.072,52 einen Betrag in Höhe von EUR 12.010.470,00 auszuschütten und den Restbetrag in Höhe von EUR 23.325.602,52 auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

 

Ratingen, 27. März 2023

Zapp AG

Dr. Stefan Seng, Vorstand

Billigung und Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 16. Mai 2023 gebilligt und festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Zapp AG, Ratingen:

Prüfungsurteil

Wir haben den Jahresabschluss der ZAPP AG, Ratingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 25. April 2023

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Groll, Wirtschaftsprüfer

gez. Bickmann, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat nahm auch im Jahr 2022 die ihm nach Gesetz und Satzung übertragenen Aufgaben wahr. Er hat die Arbeit des Vorstands der Zapp AG regelmäßig überwacht und beratend begleitet. Dabei informierte der Vorstand den Aufsichtsrat durch schriftliche und mündliche Berichte umfassend über die Entwicklung des Unternehmens im Jahr 2022, über die Planung für das Jahr 2023 und über alle wesentlichen Entscheidungen. In Quartalsberichten hat der Vorstand den Aufsichtsrat detailliert über die wirtschaftliche Lage der Zapp-Gruppe in allen Geschäftsbereichen unterrichtet. Soweit für Entscheidungen und Maßnahmen des Vorstands Zustimmungen erforderlich waren, haben die Mitglieder des Aufsichtsrats die entsprechenden Vorlagen sorgfältig geprüft und auf der Basis schriftlicher oder mündlicher Informationen die erforderlichen Beschlüsse gefasst.

Im Geschäftsjahr 2022 fanden drei ordentliche Aufsichtsratssitzungen statt.

Schwerpunkt der Sitzung im Mai war die Berichterstattung des Wirtschaftsprüfers über das abgelaufene Geschäftsjahr 2021 und die Erörterung des Jahres- und Konzernabschlusses, des Lageberichts und der Wirtschaftsprüfungsberichte für das Geschäftsjahr 2021. Darüber hinaus berichtete der Vorstand über die Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2022.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres sowie die strategische Positionierung der Zapp-Gruppe waren Schwerpunktthemen der September-Sitzung.

In der Dezember-Sitzung berichtete der Vorstand insbesondere über die Geschäftslage im Jahr 2022 sowie die Planung 2023.

Vorstand und Aufsichtsrat standen darüber hinaus das ganze Jahr auch außerhalb der turnusmäßigen Sitzungen ständig in enger Abstimmung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr standen neben den noch relevanten Auswirkungen der Pandemie und den Lieferkettenengpässen insbesondere die Veränderungen im wirtschaftlichen und politischen Umfeld mit ihren inflationären Konsequenzen im Mittelpunkt.

Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 21. Juni 2022 hat der Aufsichtsrat der Rödl & Partner GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Steuerberatungsgesellschaft, Köln, den Auftrag zur Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses und des Lageberichts für das Geschäftsjahr 2022 erteilt. Der Abschlussprüfer hat diese Abschlüsse geprüft und die Abschlüsse mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

In der Sitzung des Aufsichtsrats am 16. Mai 2023 billigte der Aufsichtsrat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und Konzernabschluss der Zapp AG für das Geschäftsjahr 2022. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Der Aufsichtsrat stimmt dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns zu.

In einem schwierigen Marktumfeld mit großen Verunsicherungen hinsichtlich Rohstoff- und Energieversorgung, hoher Inflation und schwacher Konjunktur ist es der Zapp-Gruppe trotzdem gelungen, das Geschäftsjahr 2022 erneut mit dem höchsten Umsatz und Ergebnis in der Geschichte des Unternehmens abzuschließen. Eine nochmalige Steigerung gegenüber dem bereits sehr guten Geschäftsjahr 2021.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeitenden der Zapp-Gruppe weltweit für die in diesen schwierigen Zeiten geleistete hervorragende Arbeit.

 

Ratingen, den 16. Mai 2023

Für den Aufsichtsrat

Dr. Manfred Puhlmann, Vorsitzender

Billigung des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss wurde am 16. Mai 2023 gebilligt.

Konzernlagebericht für 2022

KONJUNKTUR: HOHE INFLATION, LIEFERENGPÄSSE UND NIEDRIGES WACHSTUM; EIN DÜSTERES JAHR FÜR DIE WELTWIRTSCHAFT 1

Nachdem die Ausbreitung des Corona-Virus zu einem Konjunktureinbruch von historischem Ausmaß geführt hat und sich die Weltwirtschaft im Jahr 2021 wieder auf Erholungskurs befand, brachte der Ausbruch des Ukraine-Krieges im Februar 2022 und die dadurch hervorgerufene Energiekrise die Weltwirtschaft erneut aus dem Gleichgewicht. Im Jahr 2022 lag das BIP-Wachstum weltweit bei 3,2 % (Vorjahr: 5,6 %).

Die deutsche Wirtschaft blieb trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit anhaltender Corona-Pandemie, Lieferengpässen, weiter steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine insgesamt robust. Zum Jahresende verlor die Wirtschaft in Deutschland jedoch noch einmal deutlich an Schwung. Nachdem sich die deutsche Wirtschaft trotz schwieriger Bedingungen in den ersten drei Quartalen gut behaupten konnte, war im vierten Quartal ein BIP-Rückgang von - 0,2 % zu verzeichnen. Trotz hoher Inflation und der sich ausweitenden Energiekrise wurde die Wirtschaftsleistung - vor allem in der ersten Jahreshälfte - stark vom privaten Konsum getrieben. Insgesamt konnte das Gesamtjahr 2022 dennoch mit einem leichten BIP-Wachstum von 1,9 % (Vorjahr: 2,9 %) abschließen. Damit bildete Deutschland das Schlusslicht unter den großen Industriestaaten. Hohe Energie- und Nahrungsmittelpreise, anhaltende Lieferengpässe und auch ein Mangel an Arbeitskräften trieben die Inflation in Deutschland auf einen Höchststand von 7,9 % (Vorjahr: 3,1 %).

Auch im Euroraum war zum Jahresende ein deutlicher Abschwung zu beobachten. Im Schlussquartal 2022 rutschte die Euro-Zone, ebenso die meisten ihrer Mitglieder, in eine leichte Rezession. Wegen eines überraschend guten Wachstums in der ersten Jahreshälfte konnte die Wirtschaft im Gesamtjahr 2022 dennoch um 3,5 % (Vorjahr: 5,3 %) zulegen und damit insgesamt stärker als noch im Sommer gedacht.

In den USA wurden die Belastungen durch die massive geldpolitische Straffung der US-Notenbank in der zweiten Jahreshälfte immer sichtbarer. Dennoch wuchs das BIP im vierten Quartal erneut und schloss zum Jahresende damit deutlich besser ab als zunächst erwartet. Die meisten Ökonomen hatten eine Rezession als unausweichlich beschrieben. Im Jahr 2022 lag das BIP-Wachstum bei 2,1 % (Vorjahr: 5,6 %).

In China ist das BIP im Jahr 2022 nur noch um 3,0 % (Vorjahr: 8,1 %) gewachsen. Dies war vor allem auf die strikte Null-Covid-Politik zurückzuführen, die die Produktionstätigkeit und den Konsum immer stärker gebremst hat. Eine schleppende Exportnachfrage und geopolitische Unsicherheiten waren weitere Herausforderungen für Chinas Wirtschaft.

1 Konjunkturdaten wurden u. a. entnommen aus den Pressemitteilungen vom Statistischen Bundesamt sowie aus den von Eurostat und der OECD veröffentlichten Statistiken.

Der Nickelpreis und in der Folge auch die Legierungszuschläge sind ist in der ersten Jahreshälfte kontinuierlich gestiegen und erreichten im April ihren Höchststand mit einem Nickelpreis von 33.298 USD/t im Monatsdurchschnitt und einem Legierungszuschlag von 5.390 EUR/t im Mai. Im dritten Quartal war ein leichter Preissturz zu beobachten, jedoch zogen die Preise zum Jahresende bereits wieder an. Zum Jahresende lag der Nickelpreis bei 30.425 USD/T (Vorjahr: 20.925 USD/t). Der Legierungszuschlag lag im Jahresdurchschnitt bei 4.395 EUR/t (Vorjahr: 2.420 EUR/t).

In vielen Kundenindustrien der Zapp-Gruppe ging die Nachfrage zurück und vor allem in der Automobilindustrie blieb der Absatz durch Lieferengpässe bei Halbleitern sowie durch die Inflation und Kaufzurückhaltung auf einem niedrigen Niveau. Auch im Maschinenbau führten die konjunkturellen Unsicherheiten und die hohe Inflation zu weniger Investitionen seitens der Kunden. Lediglich die Medizintechnik erholte sich. Drohende Lieferengpässe auf der Versorgungsseite führten jedoch nicht nur bei der Zapp-Gruppe, sondern auch bei unseren Kunden zu vermehrten Bestellungen zur Sicherstellung der Materialverfügbarkeit. Dies machte sich trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes in einer anhaltend hohen Nachfrage unserer Kunden bemerkbar.

DIE ZAPP-GRUPPE: TROTZ EINES SCHWIERIGEN MARKTUMFELDES ERNEUT DAS BESTE JAHR DER UNTERNEHMESGESCHICHTE

Grundlagen der Zapp-Gruppe

Die Zapp-Gruppe ist mit insgesamt etwa 1.200 Mitarbeitenden an 16 Standorten in Deutschland, Großbritannien, Schweden, den USA sowie in China, Hongkong, Indien, Japan und Korea weltweit aufgestellt und ein führender Anbieter metallischer Halbzeuge. Damit ist sie in allen wichtigen Industrieregionen der Welt vertreten. Hinzu kommt ein weltweites Netz von Handelspartnern.

Die Kernkompetenzen umfassen die Kaltumformung von Präzisionshalbzeugen mit dem Schwerpunkt rostfreier Edelstahl sowie Speziallegierungen. Dies umfasst sowohl die Herstellung von Präzisionsband als auch die Verarbeitung der Produktformen Draht, Stab und Profil. Neben der Kaltumformung und Herstellung von Präzisionshalbzeugen schließen die Leistungen die Beratung, Konfektionierung und den Handel mit Hochleistungswerkstoffen ein.

Im Geschäftsjahr 2021 erfolgte letztmalig ein geschäftsbereichsbezogenes Reporting mit einer Unterteilung der Zapp-Gruppe in die Geschäftsbereiche Precision Strip (Kaltumformen von Präzisionsband), Precision Wire (Verarbeitung von Draht, Stab und Profil) und Materials Engineering (spezielle Beratungen und Lieferungen von Hochleistungswerkstoffen). Die neue Reportingstruktur passt sich seit dem Geschäftsjahr 2022 an die neue Organisationsstruktur der Zapp-Gruppe - hin zu einer digitalen und prozessorientierten Organisation - an und orientiert sich dabei weltweit an der Betrachtung der Produktionsstandorte, Service Center und Vertriebsbüros in den Regionen Europa, Amerika und Asien. Die begonnene Transformation zur digitalen prozessorientierten Organisation bedeutet eine Beschleunigung sämtlicher Prozesse sowie die gleichzeitige Verschlankung der Organisation und geht einher mit einer weltweiten Stärkung der Kernkompetenzen - Kundenservice, Materialverfügbarkeit und Technologieführerschaft - der Zapp-Gruppe.

Ein Schritt auf dem Weg dorthin war zum einen die Verschmelzung der Zapp Materials Engineering GmbH auf die Zapp Precision Metals GmbH, die mit Wirkung auf den 01. Januar 2022 erfolgte. Aber auch der Verkauf des Komponentengeschäfts mitsamt des Standortes Pforzheim sowie die damit einhergehende Verlagerung der dortigen Draht- und Profilfertigung an den Standort Schwerte führten zu einer Bündelung der Deutschen Geschäftsaktivitäten der Zapp-Gruppe an den Standorten Ergste, Unna und Ratingen unter dem gemeinsamen Dach der Zapp Precision Metals GmbH.

UMSATZ UND ERGEBNIS: ERSTMALS MEHR ALS EINE HALBE MILLIARDE EURO UMSATZ UND EIN ERGEBNIS ÜBER 50 MIO. EUR

Der Auftragseingang der Zapp-Gruppe erreichte einen Wert von 601,6 Mio. EUR und lag damit um 40,2 Mio. EUR bzw. 7 % über den Bestellungen des Vorjahres (561,7 Mio. EUR). Die Entwicklung der wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren der Zapp-Gruppe - Umsatz und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT) - übertrafen dabei insbesondere an den europäischen Produktionsstandorten und Service Centern die Erwartungen und erreichten erneut ein Rekordniveau.

Umsatz: Die Zapp-Gruppe erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 561,4 Mio. EUR (Vorjahr: 441,5 Mio. EUR) und verzeichnete damit einen Anstieg von 119,9 Mio. EUR bzw. 27 % gegenüber dem Vorjahr. Das Umsatzwachstum ist, sowohl bedingt durch die hohen Legierungszuschläge als auch durch höhere Basispreise, im Wesentlichen preisgetrieben. Die Absatzmenge hingegen lag nahezu auf Vorjahresniveau.

Die Produktionsstandorte und Service Center in Europa erreichten ein Umsatzvolumen von 404,6 Mio. EUR (Vorjahr: 317,6 Mio. EUR) und verzeichneten damit ein Umsatzwachstum von 27 %. Der Auftragseingang stieg auf 424,7 Mio. EUR (Vorjahr: 409,1 Mio. EUR). Dies entspricht einem Plus von 4 %. Am Produktionsstandort Schwerte konnte der Rekordumsatz aus dem Vorjahr noch einmal übertroffen werden. Hierzu beigetragen haben sowohl der Bereich Automotive und Industrial als auch die Medizintechnik. Auch im Geschäftsjahr 2022 gab es insbesondere im ersten Halbjahr erhöhte Ausfallquoten durch das Corona-Virus. Dies verhinderte, dass die Produktivität bereits wieder das Vor-Corona-Niveau erreichte. Hervorzuheben ist hier die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Vertrieb, Einkauf, Logistik und Produktion, welche in einem von Lieferengpässen und hohen Kostensteigerungen geprägten Umfeld hervorragend funktionierte. Auch der Standort Unna verzeichnete trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes eines der stärksten Geschäftsjahre der Firmengeschichte. Hierzu trugen sowohl die margenstarken Produkte der Härterei als auch weitere Fortschritte bei dem aufwendigen Produktionsverfahren von Invar-Dünnstfolien für die Herstellung von OLED-Bildschirmen bei. Hier war eine spürbare Steigerung des Absatzes zu beobachten. Die tendenziell rückläufige Nachfrage aus der Automobilindustrie konnte somit überkompensiert werden. Durch den starken Anstieg des Auftragseinganges im Jahr 2021 erreichte auch der Standort in Sandviken ein deutliches Umsatzwachstum. Der vertragsgemäße Rückgang bei den Lohnarbeitsprodukten wurde vom Kerngeschäft kompensiert. Neben einer erhöhten Absatzmenge im Medizinbereich wurden auch an diesem Standort die Verkaufspreise in allen Bereichen deutlich erhöht.

Äußerst erfolgreich war auch das Service Center am Standort Unna. Der Bereich High Performance Alloys verzeichnete deutlich höhere Auftragseingänge und Umsätze bei sämtlichen Key Accounts. Die stark gestiegenen Bezugspreise von Nickelwerkstoffen konnten erfolgreich an die Kunden weitergegeben werden. Durch den konsequenten Ausbau der neuen Eigenmarkenstrategie in allen Regionen konnte auch der Bereich Tooling Alloys seine Auftragseingänge, Umsätze und Margen deutlich steigern. Getrieben durch hohe Umsätze in der Medizintechnik und in Öl & Gas-Anwendungen erreichte das Service Center in Sheffield ebenfalls das erfolgreichste Geschäftsjahr der Firmengeschichte mit einem Ergebnisbeitrag auf Rekordniveau.

In Amerika stieg der Umsatz um 25,4 Mio. EUR bzw. 28 % auf 115,5 Mio. EUR (Vorjahr: 90,1 Mio. EUR). Der Auftragseingang lag mit 136,3 Mio. EUR um 24,0 Mio. EUR bzw. 21 % über dem Vorjahr (112,3 Mio. EUR). In einem von Lieferengpässen und hoher Inflation geprägten Geschäftsjahr musste auch das Produktionswerk für Bandprodukte in Dartmouth, mit seinen Service Centern an der Ost- und Westküste, den Fokus auf Versorgungssicherheit sowie die Durchsetzung von Preiserhöhungen legen. Auch hier gelang es teilweise die stark gestiegenen Kosten durch Preiserhöhungen an die Kunden weiterzureichen. Erschwerend für alle Standorte in den USA war die aktuelle Arbeitsmarktsituation, die sich in einem erheblichen Fachkräftemangel zeigte. Dies schlug sich in hohen Fluktuationsraten, dem Ausfall von Produktionsschichten und stark steigenden Personalkosten nieder. Produktionsausfälle konnten zwar begrenzt, aber nicht vollends vermieden werden. Die im vergangenen Jahr begonnene Steigerung der Auslastung in der Stabproduktion in Summerville konnte fortgesetzt werden. Getrieben durch die Entwicklung des Ölpreises konnten Absatz und Umsatz im Segment Öl & Gas gesteigert werden. Einen großen Wachstumsschub verzeichneten die medizintechnischen Produkte. Durch den im vergangenen Geschäftsjahr erfolgten Umzug des Service Centers für Tooling Alloys an den Standort Pleasant Prairie, der nun eine wesentlich größere Fläche für die Service Center Aktivitäten bietet, konnte die für 2022 geplante Umsatzsteigerung deutlich übertroffen werden. Schnelle Lieferfähigkeit und Verfügbarkeit waren auch hier der Schlüssel zum Erfolg.

Der Umsatz in den Service Centern in Asien stieg auf 40,7 Mio. EUR (Vorjahr: 33,2 Mio. EUR). Die Region verzeichnete damit ein Umsatzwachstum von 22 %. Der Auftragseingang stieg um 1,6 Mio. EUR bzw. 4 % auf 40,0 Mio. EUR (Vorjahr: 38,4 Mio. EUR). Das Service Center in Taicang blickt ebenfalls auf ein starkes Geschäftsjahr zurück und schließt damit nahtlos an die gute Entwicklung der Vorjahre an. Besonders hervorzuheben ist die Marktdurchdringung mit hohen Wachstumsraten von Härtereiprodukten aus Unna sowie Invar-Dünnstfolien für die OLED-Produktion. Durch die Vertriebsbüros in Indien und Korea sowie die neue Niederlassung in Japan bietet sich durch eine stärkere Präsenz vor Ort zudem die Chance einer weiteren Marktdurchdringung im asiatischen Raum.

Ergebnis: Die Zapp-Gruppe verzeichnete im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des starken Umsatzwachstums sowie der hohen Produktionsleistung erneut einen deutlichen Ergebnissprung und erreicht ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von 51,2 Mio. EUR. Damit lag das EBT um 15,7 Mio. EUR über dem EBT des Vorjahres (35,5 Mio. EUR). Bei einem Umsatzwachstum von 119,9 Mio. EUR und einem Bestandsaufbau von 15,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) stieg die Gesamtleistung um 129,5 Mio. EUR auf 577,2 Mio. EUR.

Zu dieser positiven Ergebnisentwicklung haben vor allem die europäischen Produktionsstandorte sowie weltweit die Service Center der Zapp-Gruppe beigetragen. Der Produktionsstandort im US-amerikanischen Dartmouth konnte aufgrund der Produktionsausfälle sowie der stark gestiegenen Kosten, die nur in Teilen an die Kunden weitergereicht werden konnten, das gute Ergebnis des Vorjahres nicht erreichen.

In Europa stieg das EBT um 22,8 Mio. EUR auf den Rekordwert von 42,0 Mio. EUR (Vorjahr: 19,2 Mio. EUR). Neben der deutlich höheren Gesamtleistung und einem höhermargigen Produktmix ist es hier vor allem auch gelungen, Kostensteigerungen durch eine erfolgreiche Vertriebsarbeit an den Kunden weiterzureichen. Das EBT in Amerika lag trotz einer höheren Gesamtleistung mit 8,5 Mio. EUR um 4,4 Mio. EUR unter Vorjahr (12,9 Mio. EUR). Dies resultierte aus höheren Kosten vor allem im Personalbereich sowie einer geringeren Produktivität aufgrund von Produktionsausfällen. Auch in Asien lag das EBT mit 3,4 Mio. EUR um 1,1 Mio. EUR unter Vorjahr (4,5 Mio. EUR). Neben allgemein gestiegenen Kosten haben Kursverluste aus der Entwicklung des USD das Ergebnis belastet. Konsolidierungseffekte, welche im Wesentlichen aus der Eliminierung von Zwischengewinnen resultieren, haben das Ergebnis des Konzern um 2,8 Mio. EUR (Vorjahr: - 1,1 Mio. EUR) reduziert.

Die im Lagebericht des Vorjahres vorgenommene Prognose für die Geschäftsentwicklung der Zapp-Gruppe im Jahr 2022, die auf Basis einer anhaltend positiven Konjunkturentwicklung und einer sukzessiven Entspannung der Lieferengpässe erneut von einem starken Umsatz- und Ergebniswachstum ausging, wurde damit trotz des anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes erfüllt.

An sämtlichen Standorten wurden die bereits im vergangenen Jahr begonnen Maßnahmen zur Kapazitätserweiterung fortgesetzt. Durch eine Vielzahl an Neueinstellungen gelang es, weitere Produktionsschichten aufzubauen, um die Nachfrage der Kunden jederzeit bedienen zu können. Die Kapazitätserweiterungen spiegeln sich auch in dem Bestandsaufbau in Höhe von 15,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) wider. Die Gesamtleistung steigt gegenüber dem Vorjahr damit um 129,5 Mio. EUR bzw. 29 % auf 577,2 Mio. EUR. Der Materialaufwand steigt entsprechend der höheren Gesamtleistung um 93,5 Mio. EUR bzw. 34 % auf 368,7 Mio. EUR.

Der Personalaufwand steigt im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12,6 Mio. EUR bzw. 14 % auf 100,8 Mio. EUR. Dies resultiert neben dem sukzessiven Personalaufbau an allen Standorten vor allem auch aus Tariferhöhungen und steuerfreien Sonderzahlungen.

Die Abschreibungen liegen mit 21,7 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (22,6 Mio. EUR). Hier spiegelt sich vor allem das in den vorangegangen zwei Jahren niedrige Investitionsvolumen wider. Im Berichtsjahr lag dieses nun erstmals wieder über den laufenden Abschreibungen.

Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen abzgl. sonstiger betrieblicher Aufwendungen liegt mit 30,0 Mio. EUR um 7,3 Mio. EUR über dem Niveau des Vorjahres (22,7 Mio. EUR). Dies resultiert neben dem allgemeinen inflationsbedingten Anstieg sämtlicher Kosten unter anderem auch aus umsatzbedingt höheren Frachtkosten sowie gestiegenen Reisekosten, welche im letzten Jahr coronabedingt niedriger waren. Während den sonstigen Aufwendungen im Vorjahr einmalige betriebliche Erträge aus Zollerstattungen sowie der Umwandlung von Darlehen aus dem "Paycheck Protection Program" in den USA gegenüberstanden, entlasten im aktuellen Jahr einmalige Erträge aus Schadensersatzleistungen eines Kunden für vertraglich vereinbarte, jedoch nicht abgenommene Mengen, sowie Gewinne aus dem Verkauf des Komponentengeschäftes in Pforzheim das Ergebnis.

Bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag ergibt sich inklusive latenter Steuern ein Steueraufwand in Höhe von 15,2 Mio. EUR (Vorjahr: 9,7 Mio. EUR).

Der Jahresüberschuss beträgt 34,3 Mio. EUR (Vorjahr: 24,2 Mio. EUR).

Bilanz: Die Bilanzsumme erhöht sich um 89,2 Mio. EUR auf 465,1 Mio. EUR.

Bei einem Investitionsvolumen von 25,6 Mio. EUR, Abschreibungen von 21,7 Mio. EUR und Anlagenabgängen - vor allem aus dem Verkauf des Standortes in Pforzheim, inklusive des zugehörigen Grundstücks - mit einem Buchwert in Höhe von 4,2 Mio. EUR, ist das Anlagevermögen seit Jahresbeginn um 0,6 Mio. EUR auf 158,8 Mio. EUR gestiegen. Auch Währungseffekte aus der Umrechnung des Anlagevermögens ausländischer Tochtergesellschaften haben die Höhe des Anlagevermögens beeinflusst und dieses seit Jahresbeginn um 1,0 Mio. EUR ansteigen lassen.

Das Vorratsvermögen ist seit Jahresbeginn sowohl mengen- als auch preisbedingt um 83,7 Mio. EUR auf 245,7 Mio. EUR angestiegen. Neben der hohen Produktionsleistung des Geschäftsjahres, die sich in einer Bestandsveränderung in Höhe von 15,7 Mio. EUR niederschlägt, führten drohende Engpässe auf der Versorgungsseite und die zum Teil noch immer gestörten Lieferketten zu vermehrten Bestellungen und dem Aufbau von Sicherheitsbeständen. Die Produktionsstandorte der Zapp-Gruppe konnten somit stets bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet werden. Der Bestand an Rohstoffen ist vor diesem Hintergrund seit Jahresbeginn um 44,4 Mio. EUR angestiegen. In Relation zum ebenfalls starken Umsatzanstieg ist die Lagerreichweite bezogen auf den wertmäßigen Bestandsaufbau leicht angestiegen und liegt zum Jahresende bei 5,3 Monaten. Für das laufende Geschäftsjahr ist eine kontinuierliche Bestandsreduzierung zurück auf ein Normalniveau geplant.

Der Bestand der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist umsatzbedingt gegenüber dem Vorjahresende um 5,3 Mio. EUR auf 40,4 Mio. EUR angestiegen. Im Rahmen des mit der PB Factoring GmbH, Bonn, bestehenden Factoring-Vertrages wurden zum Jahresende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 29,7 Mio. EUR (Vorjahr: 22,9 Mio. EUR) verkauft.

Bei einem Jahresüberschuss von 34,3 Mio. EUR ist das Eigenkapital um 19,5 Mio. EUR auf 209,3 Mio. EUR angestiegen. Die Ausschüttung in Höhe von 14,0 Mio. EUR sowie der Erwerb eigener Anteile zu einem Kaufpreis von 1,8 Mio. EUR haben das Eigenkapital entsprechend reduziert. Eigenkapitaldifferenzen aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital seit Jahresbeginn hingegen um 1,0 Mio. EUR erhöht. Die Eigenkapitalquote sinkt aufgrund der deutlich höheren Bilanzsumme auf 45,0 %.

Die Steuerrückstellungen sind entsprechend des Ergebnisanstiegs bei gleichzeitig geringen Vorauszahlungen mit 18,1 Mio. EUR erwartungsgemäß höher als im Vorjahr (6,9 Mio. EUR). Die sonstigen Rückstellungen liegen mit 25,1 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahr (26,4 Mio. EUR). Dies ist insbesondere auf geringere Personalrückstellungen zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Vorjahresvergleich um 2,1 Mio. EUR auf 32,3 Mio. EUR reduziert. Hier spiegelt sich unter anderem die Zielsetzung des kontinuierlichen Bestandsabbaus und das zum Jahresende in der Folge bereits reduzierte Einkaufsvolumen wider.

Cashflow: Der Brutto-Cashflow 2 liegt mit 56,4 Mio. EUR infolge der positiven Ergebnisentwicklung um 9,9 Mio. EUR über dem Vorjahr. Durch den hohen Aufbau des Working Capital - insbesondere der Bestände - liegt der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit mit -20,6 Mio. EUR um 62,9 Mio. EUR unter Vorjahresniveau. Nach Investitionen in Höhe von 25,6 Mio. EUR, Dividendenzahlungen in Höhe von 14,0 Mio. EUR, Zinszahlungen in Höhe von 4,1 Mio. EUR, Auszahlungen für den Erwerb eigener Anteile in Höhe von 1,8 Mio. EUR sowie Einzahlungen aus dem Verkauf des Standortes in Pforzheim in Höhe von insgesamt 4,5 Mio. EUR ergibt sich ein negativer Free-Cashflow 3 in Höhe von 61,6 Mio. EUR. Dieser spiegelt sich im entsprechenden Aufbau der Nettofinanzverbindlichkeiten zum Jahresende wider.

2 Der Brutto-Cashflow ermittelt sich aus dem Jahresüberschuss, den Abschreibungen und der Veränderung der langfristigen Rückstellungen.

Durch die Aufnahme neuer Darlehen zur Finanzierung von Investitionen sowie durch die Inanspruchnahme verfügbarer Kreditlinien zur Finanzierung des Aufbaus von Working Capital liegen sowohl die kurzfristigen Bankverbindlichkeiten mit 104,4 Mio. EUR (Vorjahr 70,9 Mio. EUR) um 33,5 Mio. EUR über Vorjahr als auch die langfristigen Bankverbindlichkeiten. Diese sind gegenüber dem Vorjahr (17,7 Mio. EUR) um 27,7 Mio. EUR auf 45,4 Mio. EUR angestiegen. Durch die regelmäßige und fortlaufende Überwachung der Liquidität und ein angemessenes Niveau verfügbarer nicht ausgenutzter Kreditlinien wird sichergestellt, dass die Zapp-Gruppe ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen kann. Für weitere Aufgliederungen und Erläuterungen zur Kapitalstruktur sei an dieser Stelle auf den Anhang verwiesen.

Zum 31. Dezember 2022 verfügt die Zapp-Gruppe über weitere 58,8 Mio. EUR nicht ausgenutzte Kreditlinien.

WESENTLICHE INVESTITIONEN: AUFBAU KOMPETENZZENTRUM PROFIL IN ERGSTE UND NEUES WALZWERK FÜR DÜNNSTFOLIEN IN UNNA

Während der Fokus im vorangegangenen Geschäftsjahr vornehmlich auf der Erweiterung der Produktionskapazitäten und der Sicherstellung der Produktion lag, ist das Investitionsvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich gestiegen und liegt mit 25,6 Mio. EUR (Vorjahr: 14,9 Mio. EUR) wieder über den laufenden Abschreibungen in Höhe von 21,7 Mio. EUR.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr wurde die Komponentenfertigung am Standort Pforzheim (Anlagen, Bestände, Immobilie) an den ehemaligen Kunden Montblanc veräußert. Hiermit verbundenen war gleichzeitig der Umzug der dort ansässigen Profilfertigung mit Fokus auf dünne Profile nach Ergste, der bereits im Jahr 2021 begann und im Berichtsjahr nun erfolgreich abgeschlossen wurde. Alle Produktionsanlagen wurden nach Ergste verlagert, dort sukzessive in Betrieb genommen und sowohl technisch als auch systemisch in den Produktionsprozess in Ergste integriert. Mit dem Verkauf des Komponentengeschäftes in Pforzheim und dem Umzug der restlichen Anlagen befindet sich nun die gesamte Kompetenz in der Profilfertigung am Standort Ergste. Hierzu gehört auch die erfolgreiche Verlagerung einer Tandemanlage aus den USA nach Ergste, die damit die Anlagen des Kompetenzzentrums Profil an diesem Standort komplettiert.

Der Standort Unna hat seine Kompetenz bei der Fertigung technologisch sehr anspruchsvoller Invar-Dünnstfolien in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt. Die steigende Nachfrage im Bereich der Invar-Dünnstfolien für OLED-Bildschirme kann mit der bestehenden Anlagentechnik jedoch sowohl kapazitativ als auch technisch nicht bedient werden. Die Spezifikation eines neuen modernen Folienwalzwerkes wurde nach einem mehrjährigen Entwicklungsprozess erfolgreich abgeschlossen. Mit dem Bau des neuen Walzwerkes wird im laufenden Geschäftsjahr 2023 begonnen. Die Inbetriebnahme ist für 2025 vorgesehen. Diese Großinvestition wird der Zapp-Gruppe durch ein erweitertes technisches Potenzial und die Spezifikation auf hohe Produktqualitäten bei Invar-Folien die Möglichkeit eröffnen, sich in einem Markt für dünne, weiche Bänder mit hoher Oberflächengüte, engen Dickentoleranzen und hohen Planheitsanforderungen zu etablieren. Für den Aufbau des neuen Folienwalzwerkes, die Ausweitung der Service Center-Aktivitäten und die Zentralisierung des Versands wird in Unna gleichzeitig die größte Mehrzweckhalle der Zapp-Gruppe (12.300 m 2 ) errichtet werden. Nachdem im letzten Jahr auf dem erworbenen ehemaligen Nachbargrundstück bereits ein gemeinsames Service Center für High Performance Alloys (HPA) und Tooling Alloys (TA) entstanden ist, steht nun die Integration weiterer Service Center-Aktivitäten an. Hierzu gehören insbesondere die Handelsaktivitäten des Medizinbereiches.

3 Der Free-Cashflow entspricht der Veränderung der Nettofinanzverbindlichkeiten.

In Sandviken wurde die strategische Ausrichtung des Standortes auf hochmargige Nischenprodukte und der Ausbau zum weltweiten Draht-Kompetenzzentrum mit einem besonderen Schwerpunkt bei medizinischen Drähten innerhalb der Zapp-Gruppe konsequent vorangetrieben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Fokus auf der Weiterentwicklung der Glühtechnologie. Auch hat Sandviken damit begonnen, sukzessive die Draht-Vorfertigung für das Segment Öl & Gas für den US-Standort Summerville zu übernehmen. Damit können die technologischen Wettbewerbsvorteile der Anlagen- und Verfahrenstechnik in Sandviken auch für diesen wichtigen Markt in den USA genutzt werden.

Am Produktionsstandort Dartmouth in den USA wurde die technologische Weiterentwicklung der Anlagen mit einer Verbesserung der Produkteigenschaften hinsichtlich der Planlage erfolgreich abgeschlossen. Durch eine automatisierte Planheitsregelung während des Walzvorgangs können diese Produkteigenschaften nun eingestellt werden. Die Vergabe zum Bau einer solchen Regelung an den Lieferanten erfolgte bereits im Jahr 2020, der Einbau und die Inbetriebnahme erfolgten im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Diese neue Technik wird die Wettbewerbsfähigkeit weiter erhöhen und neue Kunden und Anwendungen bedienen können.

MITARBEITENDE: ÜBER 100 NEUEINSTELLUNGEN IM JAHR 2022

Nachdem bereits im letzten Jahr zahlreiche Neueinstellungen erfolgten, konnte der Aufbau des Personalbestandes zur Erweiterung der Kapazitäten erfolgreich fortgesetzt werden. Die Zapp-Gruppe beschäftigte im Geschäftsjahr durchschnittlich 1.228 Mitarbeitende und damit im Jahresdurchschnitt insgesamt 68 Mitarbeitende mehr als noch im Vorjahr. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Zuge des Verkaufs des Komponentengeschäftes in Pforzheim 44 Beschäftigte die Zapp-Gruppe im Laufe des Jahres verlassen haben. Damit erfolgten im Geschäftsjahr insgesamt mehr als 100 Neueinstellungen. Eine beachtliche Zahl angesichts des aktuellen Fachkräftemangels, welche sowohl die Personalabteilung als auch die Produktion vor große Herausforderungen stellte, wo das Anlernen neuer Mitarbeitender an den technisch sehr anspruchsvollen Anlagen mit viel Arbeit verbunden ist. Die Zapp-Gruppe beschäftigte 46 Auszubildende.

UMWELT UND QUALITÄT: IMMER IM FOKUS

Umwelt: Umweltschutz und Nachhaltigkeit genießen in der Zapp-Gruppe traditionell einen sehr hohen Stellenwert. Qualifizierte Fachleute beurteilen sämtliche Investitionsvorhaben über technische und wirtschaftliche Aspekte hinaus auch auf umweltrelevante Wirkungen. Dabei spielen sowohl Energieverbräuche, insbesondere Strom und Gas, als auch der Schutz der Umwelt vor Emissionen oder Belastungen des Bodens eine besondere Rolle. Der Schutz der Umwelt - unterstützt durch das hausinterne Umwelt-Management-System - ist zentraler Bestandteil des täglichen Handelns und wird durch externe Beauftragte laufend überwacht.

Nachhaltigkeit rückt zunehmend in den Fokus unternehmerischen Handelns und wird in der stahlverarbeitenden Industrie und auch in der Zapp-Gruppe immer bedeutender. Mit der Einführung eines ab dem Geschäftsjahr 2025 für alle Unternehmen verpflichtenden ESG- Reporting bekommt das Thema Nachhaltigkeit auch in der Unternehmensberichterstattung eine neue Dimension. Neben Umwelt (Environment) sollen auch Aspekte wie Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) Teil einer allumfassenden Nachhaltigkeitsbetrachtung sein. Zapp hat sich in diesem Jahr intensiv mit den Regularien und Anforderungen des ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtenden ESG-Reporting auseinandergesetzt und für die kommenden Jahre das Projekt »Nachhaltigkeit und ESG-Reporting« ins Leben gerufen. Eine enge Zusammenarbeit sämtlicher Unternehmensbereiche ist dabei die Basis für die erfolgreiche Umsetzung dieses Projektes. Intensive Workshops mit Verantwortlichen der betroffenen Unternehmensbereiche sowie mit externen Beratern haben bereits stattgefunden. Im kommenden Jahr wird zunächst der Fokus auf der Einführung weitgehend automatisierter und softwaregestützter Prozesse, Tools und KPIs in Deutschland liegen, die zur Messbarkeit diverser Nachhaltigkeitsmaßnahmen wie beispielsweise der weiteren Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes benötigt werden. In einem zweiten Schritt werden diese Prozesse, Tools und KPIs ebenfalls an allen internationalen Standorten etabliert.

Qualität und Innovation: Die Zapp-Gruppe gilt in ihren speziellen Anwendungsgebieten weltweit als einer der Qualitätsführer und unternimmt jede Anstrengung, um dieses Level zu halten. So ist das Unternehmen nach allen erforderlichen Vorschriften zertifiziert, inklusive der Automobilzulieferindustrie wie auch der Medizintechnik und Luft- und Raumfahrt. Fortlaufend unterziehen sich die Geschäftsbereiche den Audits von Kunden oder seitens des TÜV, sodass jederzeit höchste Qualitätsansprüche gesichert sind. Auch richten sich sämtliche Prozesse und Investitionen auf das Bewahren von Qualitätsstandards. Die Verfahrenstechniker der Abteilung Forschung und Entwicklung (F&E) entwickeln nicht nur bestehende oder neue Verfahren weiter, sondern dokumentieren zudem die entsprechenden Vorgänge und Verfahren. Nur dies ermöglicht letztlich reproduzierbare Qualität und damit einen Mehrwert für den Kunden.

Neben Qualität und Produktivität bestimmen Innovationen die Investitionsstrategie der Gruppe. Neue Maschinen und Anlagen sind stets so ausgerichtet, dass sie durch innovative Produktionsverfahren den Eintritt in technisch noch anspruchsvollere und komplexere Anwendungen ermöglichen.

CORPORATE GOVERNANCE, CORPORATE COMPLIANCE UND NACHHALTIGKEIT:

GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMERISCHEN ERFOLGS

Verantwortungsvolle Unternehmensführung (Corporate Governance) steht bei Zapp seit jeher im Mittelpunkt der Unternehmensphilosophie. Das nachhaltige Steigern des Unternehmenswerts ist allumfassendes Unternehmensziel. Unternehmerisches Handeln orientiert sich dabei selbstverständlich an den Rechtsordnungen der Länder, in denen die Zapp-Gruppe tätig ist.

Die Zapp-Gruppe verfügt dementsprechend über ein umfangreiches Compliance-Programm, das sie jährlich aktualisiert und weiterentwickelt. Ziel ist das Überwachen aller Geschäftsprozesse im Hinblick auf bestehende oder neue rechtliche Rahmenbedingungen. Dies schließt permanente Schulungen der Mitarbeitenden in relevanten Rechtsgebieten ein.

Für Zapp hat das Thema Nachhaltigkeit sowohl in Bezug auf ökologisches als auch soziales Handeln seit jeher eine große Bedeutung. Täglich wird daran gearbeitet, technisch innovative und zugleich wirtschaftlich tragbare Lösungen zu finden und Produkte sowie Prozessabläufe so zu gestalten, dass die Ressourcen der Natur bestmöglich geschont werden. Gelebte Nachhaltigkeit bildet den wesentlichen Innovationsmotor eines Unternehmens, fördert den kontinuierlichen Prozess zur Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Performance und sichert damit die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens. Dies ist der Grund, weshalb nachhaltiges und verantwortliches Wirtschaften bei Zapp seit jeher die Kultur des Unternehmens prägt.

Als diversifizierter Industriekonzern bieten wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten weltweit innovative Produktlösungen, die den nachhaltigen Erfolg unserer Kunden sichern und einen positiven Beitrag zu einer globalen dauerhaften Entwicklung leisten. Nachhaltigkeit verstehen wir als Verantwortung gegenüber all unseren Stakeholdern - begonnen bei den Mitarbeitern, über die Kunden und Lieferanten bis hin zum regionalen und gesellschaftlichen Umfeld, in dem wir tätig sind. Einer Verantwortung, der wir stets gerecht werden wollen und auch können, weil wir sie als integralen Bestandteil unserer Unternehmenskultur im operativen Geschäft aktiv leben.

Die Bereiche Corporate Governance, Corporate Compliance und Nachhaltigkeit waren nicht Gegenstand der diesjährigen Abschlussprüfung.

CHANCEN UND RISIKEN

Neben Corporate Governance und Corporate Compliance trägt ein adäquates Risikomanagement-System dazu bei, die strategischen Unternehmensziele zu erreichen und den Bestand des Unternehmens zu sichern. Es ist eingebettet in das wertorientierte Führungs- und Planungssystem der Zapp-Gruppe und somit Bestandteil des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses. Auf dieser Basis unterrichtet sich das Management, auch über monatlich festgelegte Besprechungsroutinen, zeitnah über die Veränderungen sämtlicher Risikopositionen des Unternehmens.

Zu den wesentlichen Risikofeldern gehören Beschaffungs- und Absatzrisiken, Risiken aus der Wertschöpfungskette sowie Risiken der kaufmännischen Prozesse wie etwa Human Resources oder Finanzen. Zu erwähnen sind exemplarisch das Ausfallrisiko von Forderungen oder die Sicherstellung der Liquidität und die Finanzierung der Gruppe. Diese Risiken managt die Gruppe aktiv mit entsprechenden Instrumenten. Dies gilt ebenso für die Absicherung von Währungsrisiken. Dafür setzt das Unternehmen marktgängige Devisentermingeschäfte ein. So wird auf Basis der geplanten Verkaufs- und Einkaufsvolumina in Fremdwährung regelmäßig ein Teilbetrag der hieraus zukünftig zu erwartenden Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten durch korrespondierende Devisentermingeschäfte abgesichert.

Dem Risiko eines Nachfragerückgangs aufgrund von Konjunktureinbrüchen begegnet die Zapp-Gruppe als diversifizierter und zugleich weltweit aufgestellter Industriekonzern mit Produktionsstandorten und Service Centern in Europa, Amerika und Asien sowie einer Vielzahl an Kundenindustrien. Konjunkturschwächen in einzelnen Regionen oder Branchen können somit zumindest teilweise durch die Präsenz in anderen Kundenindustrien und Märkten aufgefangen werden.

Den Risiken aus der Preisentwicklung auf den Rohstoffmärkten wird durch den Abschluss langfristiger Einkaufs- und Verkaufskontrakte begegnet. Aus der rückläufigen Entwicklung variabler Legierungszuschläge können jedoch sogenannte Windfall Losses entstehen, wenn der Legierungszuschlag auf der Verkaufsseite unter den Legierungszuschlag auf der Einkaufsseite fällt. Diesem Ergebnisrisiko stehen jedoch Windfall Profits im Falle steigender Legierungszuschläge gegenüber, wenn der Legierungszuschlag auf der Verkaufsseite über den Legierungszuschlag auf der Einkaufsseite steigt.

Der volkswirtschaftliche Ausblick ist auch weiterhin mit einer hohen Unsicherheit verbunden. Insbesondere die geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen - hier vor allem der anhaltende Krieg in der Ukraine und die Spannungen zwischen dem Westen und China bergen erhebliche Risiken für die Weltwirtschaft. Eine weitere Eskalation des Ukraine-Konfliktes und im schlimmsten Fall eine Ausweitung auf andere Staaten ist weiterhin nicht auszuschließen. Hieraus können sich weitreichende negative Folgen für die weitere Absatzentwicklung, Produktionsabläufe sowie Einkaufs- und Logistikprozesse ergeben. Hier sind insbesondere Unterbrechungen in den Lieferketten, Unsicherheiten bei der Energieversorgung, Engpasssituationen bei Rohstoffen sowie weiter steigende Inflationsraten zu nennen. Dabei sind der Weitergabe steigender Energie- und Rohstoffpreise durch höhere Absatzpreise immer auch Grenzen gesetzt. Die Zapp-Gruppe hat nur wenige direkte Geschäftsbeziehungen nach Russland und in die Ukraine und dort auch keine eigenen Standorte, sodass wir uns nur indirekten Risiken ausgesetzt sehen. Jedoch stellen die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, insbesondere die Auswirkungen auf unsere Kundenindustrien, mögliche Lieferengpässe und der weiter steigende Preisdruck, auch für die Zapp-Gruppe ein nicht einzuschätzendes Risiko dar. Die Zapp-Gruppe hat bereits im vorangegangenen Geschäftsjahr umgehend Maßnahmen ergriffen und diese erfolgreich umgesetzt, um sich gegen die möglichen Risiken abzusichern. Hierzu gehörten unter anderem eine Umlenkung der Warenströme durch den Einkauf sowie die Einstellung von Lieferungen an russische Kunden. Dabei werden die weiteren Entwicklungen des Ukraine-Konfliktes und die daraus folgenden Risiken fortlaufend durch die Geschäftsführung beobachtet, sodass eine Reaktion hierauf unmittelbar durch Einleitung erforderlicher Maßnahmen erfolgen kann.

Der sich explosionsartig entwickelnden Energiekrise wurde mit einem Krisenstab begegnet, welcher wichtige Entscheidungen für die Sicherstellung der Energieversorgung getroffen hat. Neben der Umstellung auf die mögliche Nutzung von LNG in Ergste und Unna, welche in Ergste auch bereits erfolgt ist, sind weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Wärmerückgewinnung aus Produktionsanlagen, der Aufbau einer großen Fotovoltaikanlage, der Übergang von Gasstaplern auf E-Stapler geplant und zu einem Teil bereits umgesetzt. Auch die permanente Überwachung und Reduzierung des Energieverbrauchs gehören zum täglichen Handeln. Alles Maßnahmen, die die Zapp-Gruppe unabhängiger von der weiteren Entwicklung der Energiekrise machen, Kosten senken und die Ausrichtung der Zapp-Gruppe hin zu vermehrtem nachhaltigem Handeln und optimierter Ressourcennutzung beweisen.

Bestandsgefährdende Risiken für die Zapp-Gruppe sind nicht identifiziert.

Auch die Chancen der Zapp-Gruppe erfahren ein aktives Management. Dazu gehören in allen Geschäftsbereichen insbesondere die permanente Suche nach neuen Marktchancen, das planmäßige Ausweiten des Produkt- und Anwendungsprogramms sowie das Besetzen weiterer wachstumsstarker Nischenmärkte. Hierzu gibt es spezielle Projektgruppen, die Marktkenntnisse über einzelne Anwendungen mit dem technisch Machbaren sowie dem ökonomisch Sinnvollen verknüpfen. In Gesprächsrunden mit dem Vorstand werden die erzielten Ergebnisse besprochen und weitere Vorgehensweisen beschlossen. Darüber hinaus sind Planungsprozesse installiert, die im Rahmen von Drei- bis Fünfjahresplanungen (Mittelfrist- und strategische Planungen) die Ausrichtung des Unternehmens auf neue Potenziale bestimmen. Notwendige aufbau- und ablauforganisatorische Änderungen im Unternehmen werden daraus abgeleitet und umgesetzt.

Insgesamt sind die verschiedenen Elemente des Risikomanagements an den aktuellen Herausforderungen und Risiken der Gruppe ausgerichtet. So wird sichergestellt, dass keine bestandsgefährdenden Risiken vorliegen und mögliche Chancen auch wahrgenommen werden können.

Mit den strategisch ausgerichteten Investitionen der letzten Jahre sowie den in der Planung befindlichen Projekten bietet sich der Zapp-Gruppe die Chance, zunehmend technologisch begründete Wettbewerbsvorteile zu erarbeiten. Die Basis für profitables Wachstum in den Märkten der Zukunft wurde damit gelegt und wird auch zukünftig erweitert werden.

Der strategische Ausbau des Standortes Unna wird in den kommenden Jahren weiter fortgesetzt Durch eine Großinvestition in ein neues Folienwalzwerk wird der steigenden Nachfrage nach Invar-Dünnstfolien für die Herstellung von OLED-Bildschirmen sowohl kapazitativ als auch technisch entsprochen. Die hochmoderne Anlagentechnik wird es Zapp ermöglichen, sich in einem Markt für dünne, weiche Bänder mit hoher Oberflächengüte, engen Dickentoleranzen und hohen Planheitsanforderungen zu etablieren. Eingebettet wird die Fertigung in eine neue Halle, die größte der Zapp-Gruppe, in welcher auch die Service Center-Aktivitäten gebündelt werden sollen. Neben den bereits zusammengelegten Service Centern High Performance Alloys (HPA) und Tooling Alloys (TA) werden weitere Servicebereiche wie die Handelsaktivitäten des Medizinbereichs aus Ergste hinzukommen.

Durch den Ausbau und die Erweiterung der Standortinfrastruktur in Ergste und Unna wurde in den letzten Jahren ein weiterer wichtiger Grundstein für strategisches und nachhaltiges Wachstum in der Zapp-Gruppe gelegt. Die begonnene Transformation der Zapp-Gruppe hin zu einer digitalen prozessorientierten Organisation und die damit verbundene Beschleunigung sämtlicher Prozesse sowie die gleichzeitige Verschlankung der Organisation werden zur weiteren Effizienz- und damit auch Ergebnissteigerung beitragen. Die nach vierjähriger Projektarbeit im Dezember 2022 vollzogene erfolgreiche Umstellung sämtlicher Standorte auf S/4 HANA ist hierbei ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Zapp-Gruppe.

Die immer enger werdende produktbereichsübergreifende sowie weltweite Zusammenarbeit der Produktions- und Service-Center mit einer Stärkung kundenorientierter Vertriebs- und Beratungsaktivitäten ist dabei eine wichtige Basis für die weltweite Stärkung der Kernkompetenzen wie Kundenservice, Materialverfügbarkeit und Technologieführerschaft der Zapp-Gruppe.

AUSBLICK 2023: GESCHÄFTSENTWICKLUNG IM ERSTEN QUARTAL

ÜBERRASCHEND POSITIV; HOHE KOSTEN BELASTEN DAS ERGEBNIS

Der Ifo-Geschäftsklimaindex befindet sich seit Ende des letzten Jahres wieder im Aufwärtstrend. Die erwartete starke Rezession bleibt bisher aus, die Lieferengpässe lassen nach und die Konsumnachfrage ist weiterhin auf einem hohen Niveau. Der Höhepunkt der Inflation ist erreicht und die Stimmung in den deutschen Unternehmen hellt sich zunehmend auf. Der Nickelpreis ist im ersten Quartal wieder leicht gesunken. Die Legierungszuschläge bewegen sich aktuell noch auf einem konstanten Niveau. Allerdings ist die weitere wirtschaftliche Entwicklung mit einer hohen Unsicherheit verbunden.

Nach den hohen Auftragseingängen im letzten Jahr ist in der Zapp-Gruppe mittlerweile eine deutliche Nachfrageschwäche, vor allem an den Produktionsstandorten, erkennbar. Durch einen Anstieg bei den Basispreisen, weiterhin hohen Legierungszuschlägen sowie einen höhermargigen Produktmix infolge einer guten Geschäftsentwicklung in den Service Centern und bei den Medizinprodukten bewegt sich der Umsatz im ersten Quartal dennoch auf einem hohen Niveau. Dies ist auch auf den hohen Auftragsbestand zurückzuführen, mit dem die Zapp-Gruppe in das neue Geschäftsjahr gestartet ist und der nun langsam abgebaut wird. Angesicht des deutlichen Rückgangs der eingehenden Bestellungen ist zu erwarten, dass das hohe Umsatzniveau im weiteren Jahresverlauf nicht gehalten werden kann. Eine Normalisierung der Bestandssituation in den nachgelagerten Stufen der Lieferkette unserer Kunden trägt hierzu ebenfalls bei.

Auch wenn die erwartete starke Rezession bisher noch ausgeblieben ist, bleibt das wirtschaftliche Umfeld im laufenden Jahr weiterhin schwierig und die Weitergabe inflationsbedingter Kostensteigerungen stellt den Vertrieb vor immer größere Herausforderungen. In einigen Bereichen, zum Beispiel der Medizintechnik, wird sich das strategisch geplante Wachstum auch im Jahr 2023 weiter fortsetzen. Die entsprechenden Kundenaufträge reichen bereits bis in das Jahr 2024 hinein. In anderen Bereichen, beispielsweise Automotive, ist die Entwicklung unsicherer. Aber auch hier gibt es hoffnungsvolle neue Anwendungen wie zum Beispiel die Sensortechnik, die auch eine Alternative zum klassischen Verbrennermotor darstellen.

Nach dem Aufbau hoher Sicherheitsbestände im letzten Jahr steht im aktuellen Geschäftsjahr ein deutlicher Bestandsabbau im Fokus hin zu einem Normalniveau und einer damit ebenfalls einhergehenden Reduzierung des gebundenen Kapitals. Dies schafft zugleich Liquidität und Finanzierungsspielraum für die geplanten Großinvestitionen im laufenden Geschäftsjahr. Neben dem Bau eines modernen Walzwerkes zum weiteren Aufbau der Produktion von technologisch anspruchsvollen Dünnstfolien am Standort Unna, gehört hierzu auch die Investition in eine große Fotovoltaikanlage, mit der die Zapp-Gruppe einen weiteren wichtigen Schritt in der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie geht. Darüber hinaus steht auch die begonnene Digitalisierung sämtlicher Geschäftsprozesse und die damit einhergehenden Effizienzsteigerungen weiterhin im Fokus.

Die höheren Kosten - unter anderem durch den Personalaufbau zur Erweiterung der Kapazitäten, steigende Energiepreise sowie höhere Finanzierungskosten - bei einem allenfalls konstanten Umsatzvolumen werden das Ergebnis der Zapp-Gruppe im laufenden Jahr deutlich belasten. Somit wird bei einem preisbedingt konstanten Umsatzvolumen eine starke Ergebnisverschlechterung zu beobachten sein. Wie bereits beschrieben, sind die Prognosen für die konjunkturelle Entwicklung weiterhin mit großer Unsicherheit behaftet. Sollte sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld im Jahresverlauf überraschend positiv entwickeln, so könnte sich dies durch eine höhere Nachfrage und bessere Margenentwicklung auch entsprechend positiv in der Geschäftsentwicklung der Zapp-Gruppe niederschlagen. Zudem wird auch die Zapp-Gruppe von der Energiepreisbremse der Bundesregierung profitieren. Entsprechende Einsparungen bei den Energiekosten werden das Ergebnis entlasten. In welcher Höhe dies der Fall sein wird, lässt sich momentan jedoch noch nicht genau absehen.

 

Ratingen, 31. März 2023

Zapp AG

Dr. Stefan Seng, Vorstand

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.684 864
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 70.612 72.311
2. technische Anlagen und Maschinen 56.370 66.241
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.629 6.444
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 23.475 12.338
157.086 157.334
158.770 158.198
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 81.174 36.775
2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 39.787 32.179
3. fertige Erzeugnisse und Waren 124.574 93.044
4. geleistete Anzahlungen auf Vorräte 212 0
245.747 161.998
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40.374 35.075
2. sonstige Vermögensgegenstände 9.149 10.655
49.523 45.730
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.467 2.980
297.737 210.708
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.516 1.209
D. Aktive latente Steuern 7.048 5.764
465.071 375.879

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital
Gezeichnetes Kapital 11.000 11.000
Eigene Anteile -170 -100
10.830 10.900
II. Kapitalrücklage 10.000 10.000
III. Gewinnrücklagen
andere Gewinnrücklagen 111.073 113.125
IV. Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung 9.276 7.914
V. Bilanzgewinn 68.134 47.840
209.313 189.779
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.892 17.301
2. Steuerrückstellungen 18.139 6.856
3. sonstige Rückstellungen 25.085 26.449
60.116 50.606
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 149.765 88.639
2. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.327 1.120
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.346 34.470
4. sonstige Verbindlichkeiten 12.204 11.265
davon aus Steuern TEUR 2.655 (Vj. TEUR 3.317)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit TEUR 332 (Vj. TEUR 288)
195.642 135.494
465.071 375.879

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für 2022

2021
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 561.433 441.488
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 15.731 6.147
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 2 1
577.166 447.636
4. Sonstige betriebliche Erträge 12.455 10.742
davon für Währungsumrechnung TEUR 6.481 (Vj. TEUR 3.303)
589.621 458.378
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 354.681 264.264
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 14.007 10.887
368.688 275.151
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 81.634 71.390
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 19.153 16.851
davon für Altersversorgung TEUR 3.990 (Vj. TEUR 2.886)
100.787 88.241
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 21.720 22.635
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 42.421 33.406
davon für Währungsumrechnung TEUR 6.632 (Vj. TEUR 2.343)
533.616 419.433
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 18 35
davon für Abzinsung TEUR 0 (Vj. TEUR 21)
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 4.849 3.502
davon für Abzinsung TEUR 551 (Vj. TEUR 670)
-4.831 -3.467
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 51.174 35.478
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 15.163 9.691
davon für latente Steuern TEUR -1.219 (Vj. TEUR 152)
13. Ergebnis nach Steuern 36.011 25.787
14. Sonstige Steuern 1.710 1.576
15. Jahresüberschuss 34.301 24.211
16. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 33.833 23.629
17. Bilanzgewinn 68.134 47.840

Konzernanhang für 2022

Allgemeine Hinweise

Sitz der Zapp AG ist Ratingen. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 44176 im Register des Amtsgerichts Düsseldorf eingetragen.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss wurden neben der Muttergesellschaft alle direkt und indirekt gehaltenen in- und ausländischen Tochterunternehmen nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Folgende Unternehmen wurden im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 berücksichtigt:

Anteil am Kapital %
Zapp Precision Metals GmbH, Schwerte 100
Zapp Systems GmbH, Schwerte 100
Zapp Immobilien-Verwaltungs-GmbH, Ratingen 100
Zapp Immobilien GmbH & Co. KG, Ratingen 100
Argeste Edelstahlverarbeitung Beteiligungs-GmbH, Ratingen 100
Zapp Precision Metals (Taicang) Co. Ltd., Taicang/VR China 100
Zapp Precision Wire Inc., Summerville, South Carolina/USA 100
Zapp Precision Strip Inc., Dartmouth, Massachusetts/USA 100
Zapp Tooling Alloys Inc., Summerville, South Carolina/USA 100
Zapp Precision Metals (Hong Kong) Ltd., Hongkong/Hongkong 100
Zapp (GB) Ltd., Sheffield/England 100
Zapp Precision Metals (Sweden) AB, Sandviken/Schweden 100
Zapp Precision Metals (India) Pvt. Ltd., Pune/Indien 100
Zapp Precision Metals (Korea) Inc., Seoul/Korea 100
Zapp Precision Metals (Japan) Co., Ltd., Tokio/Japan 100

Die Zapp Materials Engineering GmbH, Ratingen, wurde im Geschäftsjahr 2022 rückwirkend zum 01. Januar 2022 im Wege der Aufnahme auf die Zapp Precision Metals GmbH verschmolzen.

Die Zapp Precision Metals (Japan) Co., Ltd., Tokio/Japan, wurde zum 31. Dezember 2022 erstmals in den Konsolidierungskreis einbezogen.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der Zapp AG einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt.

Realisations- und Imparitätsprinzip wurden beachtet; Vermögensgegenstände wurden höchstens zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet.

Die Bewertung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände sowie der Sach- und Finanzanlagen erfolgte zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung von Abschreibungen. Planmäßige Abschreibungen wurden nach der linearen Methode vorgenommen. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer bei den immateriellen Vermögensgegenständen liegt zwischen 3 und 5 Jahren. Bei Gebäuden und Bauten auf fremden Grundstücken wird eine Nutzungsdauer zwischen 10 und 50 Jahren unterstellt. Bei den technischen Anlagen und Maschinen liegt die Nutzungsdauer zwischen 6 und 25 Jahren und bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 5 und 25 Jahren.

Vorräte wurden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Dabei wurden die Werte bei den inländischen und ausländischen Gesellschaften mit Hilfe zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren (Lifo-Verfahren) ermittelt. Die Herstellungskosten enthielten Einzelkosten zuzüglich angemessener Gemeinkosten. Fremdkapitalzinsen wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden in angemessener Höhe aktiviert.

Dem Bestands- und Vertriebsrisiko wurde durch Abschreibungen bzw. durch die Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften Rechnung getragen.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide Mittel wurden zu Nennwerten abzüglich der Wertabschläge für Einzelrisiken und für das allgemeine Kreditrisiko bzw. bei unverzinslichen Forderungen und Restlaufzeiten über einem Jahr zu Barwerten bilanziert.

Aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden für Ausgaben gebildet, welche Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Projected Unit Credit Methode (Anwartschaftsbarwertverfahren) unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck ermittelt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt unter der Berücksichtigung des durchschnittlichen Marktzinssatzes der letzten zehn Jahre in Höhe von 1,78 % (Vj. 1,87 %), der sich bei einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden aufgrund des beitragsorientierten bzw. mit Besitzstandsfestschreibung geschlossenen Pensionsplans mit 0 % und erwartete Rentensteigerungen mit 5,34 % alle drei Jahre berücksichtigt. Für die Fluktuation wurden keine Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt.

Da bereits zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 absehbar war, dass die in den Gutachten angenommene Gehaltssteigerung in Höhe von 5,34 % alle drei Jahre aufgrund des ungewöhnlich starken Anstiegs des Verbraucherpreisindex für die am 01. Januar 2024 anstehende Rentenerhöhung nicht ausreichend sein wird, wurde im Berichtsjahr, abweichend vom vorliegenden Gutachten, der bereits bekannte Teil, der über die 5,34 % hinausgehenden Rentenanpassung an den Verbraucherpreisindex anteilig berücksichtigt. Seit der letzten Rentenanpassung zum 01. Januar 2021 ist der Verbraucherpreisindex um etwa 14,8 % gestiegen. Abzüglich der im Gutachten berücksichtigten Rentenerhöhung in Höhe von 5,34 % alle drei Jahre, ergibt sich seit der letzten Rentenanpassung vor zwei Jahren bereits zum Ende des Berichtsjahres ein zusätzlicher Anstieg der Renten von etwa 9,0 %. Diese im Zuge der kommenden Rentenerhöhung am 01. Januar 2024 unweigerlich auf die Zapp AG zukommende zusätzliche Verpflichtung wurde anteilig bereits im Berichtsjahr erfasst.

Die ausschließlich der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienenden, dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogenen Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen i. S. d. § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB) wurden mit ihrem beizulegenden Zeitwert mit den Rückstellungen verrechnet.

Der IDW-Rechnungslegungshinweis zur Bewertung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021 vom 30. April 2021) fand zum 31.12.2022 erstmals Anwendung.

Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste. Sie wurden in der Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Abweichend zum Vorjahr wurden die Gewährleistungsrückstellungen im Berichtsjahr in Höhe von 0,5 % auf den garantiebehafteten Umsatz gebildet. Der garantiebehaftete Umsatz entspricht dabei dem Umsatz eines Vierteljahres, da dies in etwa der durchschnittlichen Reklamationsdauer entspricht. Im Vorjahr wurden die Gewährleistungsrückstellungen zur Vereinfachung in Höhe von 0,6 % auf den Jahresumsatz gerechnet.

Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Latente Steuern wurden gebildet für Bewertungsunterschiede zwischen Handelsbilanz und Steuerbilanz, Verlustvorträge, die in den nächsten fünf Jahren genutzt werden, Anpassungen an einheitliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und ergebniswirksame Konsolidierungsbuchungen. Hierbei kam der Steuersatz zum Tragen, der im Zeitraum der Auflösung der Differenzen anzuwenden wäre. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen.

Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch Bildung von Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die "Einfrierungsmethode", bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die "Durchbuchungsmethode", wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode angewandt. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen werden ohne Berührung der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Währungsumrechnung

Die Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Bilanzen erfolgt zum Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Abschlussstichtag. Dabei wurden alle Bilanzposten der einbezogenen ausländischen Konzernunternehmen mit Ausnahme des Eigenkapitals (ohne Jahresergebnis), das zu historischen Kursen umgerechnet wird, mit dem jeweiligen Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank des Bilanzstichtags in Euro umgerechnet. Die aus der Veränderung der Euro-Referenzkurse zum Vorjahr entstehenden Differenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals wurden erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen.

Die Umrechnung der Aufwendungen und Erträge erfolgte mit den jeweiligen Monatsdurchschnitten des Euro-Referenzkurses. Die Jahresergebnisse der umgerechneten Gewinn- und Verlustrechnungen wurden in die Bilanzen übernommen und die Differenzen zur Stichtagskursumrechnung erfolgsneutral über die Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung nach den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Konsolidierungsgrundsätze

Die Kapitalkonsolidierung für Unternehmen, die aufgrund eines Erwerbs erstmals konsolidiert wurden, erfolgt grundsätzlich nach der Erwerbsmethode zum Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

Dabei wird der Wertansatz der dem Mutterunternehmen gehörenden Anteile mit dem auf diese Anteile entfallenden Betrag des Eigenkapitals des Tochterunternehmens verrechnet. Das Eigenkapital wird mit dem Betrag angesetzt, der dem zum Konsolidierungszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten und Sonderposten entspricht. Ein nach der Verrechnung verbleibender Unterschiedsbetrag wird, wenn er auf der Aktivseite entsteht, als Geschäfts- oder Firmenwert und, wenn er auf der Passivseite entsteht, unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" nach dem Eigenkapital ausgewiesen.

Für den Teil der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, die bereits 2009 zum Konsolidierungskreis gehörten, erfolgt die Kapitalkonsolidierung weiterhin nach der Buchwertmethode (gem. Art. 66 EGHGB finden § 301 Abs. 1 Satz 2 und 3, Abs. 2 HGB in der Fassung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes auf Erwerbsvorgänge Anwendung, die in Geschäftsjahren erfolgt sind, die nach dem 31. Dezember 2009 begonnen haben) durch Verrechnung der Buchwerte der Anteile mit dem auf den Konzern entfallenden Eigenkapital der einbezogenen Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung (01. Januar 1998) bzw. danach zum Zeitpunkt der Neugründung, des Anteilserwerbs oder der Kapitalerhöhung.

Überstieg der Buchwert das anteilige Eigenkapital, so wurden die im Unterschiedsbetrag enthaltenen stillen Reserven den einzelnen Bilanzpositionen zugeordnet und über die Nutzungsdauer ergebniswirksam abgeschrieben. Verbleibende Unterschiedsbeträge wurden als Geschäfts- oder Firmenwert entsprechend § 309 Abs. 1 Satz 3 HGB a. F. mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Lag das anteilige Eigenkapital über dem Beteiligungsbuchwert, wurde ein passiver Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung unter den Gewinnrücklagen ausgewiesen.

Forderungen, Rückstellungen, Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden gegeneinander aufgerechnet.

Umrechnungsbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung wurden erfolgsneutral behandelt und unter den Gewinnrücklagen als Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung ausgewiesen.

Eventualverbindlichkeiten wurden im erforderlichen Umfang konsolidiert.

Gewinne und Verluste aus den konzerninternen Lieferungs- und Leistungsbeziehungen wurden ebenso eliminiert wie Beteiligungserträge aus einbezogenen Unternehmen. Konzerninterne Umsatzerlöse wie auch andere konzerninterne Erträge wurden mit den auf sie entfallenden Aufwendungen verrechnet.

Das Geschäftsjahr der Zapp Precision Metals (India) Pvt. Ltd. beginnt am 01. April und endet am 31. März eines jeden Jahres. Es wird gem. § 299 HGB ein Zwischenabschluss auf den Stichtag des Mutterunternehmens aufgestellt.

Erläuterungen zur Konzernbilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 40.374 35.075
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (0) (0)
Sonstige Vermögensgegenstände 9.149 10.655
(davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr) (2.003) (1.847)
49.523 45.730

Die Pauschalwertberichtigung wurde im Berichtsjahr unverändert zum Vorjahr in Höhe von 1,0 % gebildet.

Eigenkapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 11.000 auf den Namen lautende Stückaktien.

Das gezeichnete Kapital von TEUR 11.000 und die Kapitalrücklage von TEUR 10.000 entsprechen den bei der Zapp AG ausgewiesenen Bilanzposten.

Die Zapp AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr weitere 70 eigene Anteile zu einem Preis in Höhe von TEUR 1.813 mit einem auf diese Anteile entfallenden gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 70 erworben. Insgesamt hält die Zapp AG damit 170 eigene Anteile mit einem auf diese Anteile entfallenden gezeichneten Kapital in Höhe von TEUR 170, die in der Bilanz offen vom gezeichneten Kapital abgesetzt werden.

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist im Eigenkapitalspiegel dargestellt.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2022 wurde gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 246 Abs. 2 HGB das der Erfüllung der Altersversorgungsverpflichtungen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Deckungsvermögen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 6.912 (Vj. TEUR 6.134) mit dem Erfüllungsbetrag der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 23.804 (Vj. TEUR 23.435) verrechnet. Die auf das Geschäftsjahr 2022 entfallenden Zinsaufwendungen bzw. -erträge aus der Entwicklung des Erfüllungsbetrages der Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 421 (Vj. TEUR 522) sowie des Zeitwertes des Deckungsvermögens in Höhe von TEUR 372 (Vj. TEUR 2) und die Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 1.741 (Vj. TEUR 859) wurden ebenfalls miteinander verrechnet.

Die erstmalige Anwendung des IDW-Rechnungslegungshinweises zur Bewertung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen (IDW RH FAB 1.021 vom 30. April 2021) hat zu einem Ertrag aus der Entwicklung der Rückdeckungsversicherungen in Höhe von TEUR 358 geführt.

Aus der vorzeitigen Annäherung der Pensionsverpflichtungen an den ungewöhnlich starken Anstieg des Verbraucherpreisindex in den letzten zwei Geschäftsjahren wurde für die am 01. Januar 2024 erneut anstehende Rentenerhöhung ein zusätzlicher Rententrend in Höhe von anteiligen 9,0 % für die ersten beiden Jahre (laut Gutachten 5,34 % alle drei Jahre) berücksichtigt. Dieser hat zu einem zusätzlichen Aufwand in Höhe von TEUR 1.018 geführt, welcher in den Aufwendungen für Altersversorgung enthalten ist.

Aus der Bewertung der Pensionsrückstellungen mit dem Durchschnittszinssatz der letzten zehn Jahre ergibt sich gegenüber einer Bewertung mit dem Durchschnittszinssatz der letzten sieben Jahre ein ausschüttungsgesperrter Unterschiedsbetrag für den Konzern der Zapp AG von insgesamt TEUR 1.108 (Vj. TEUR 1.726). Hiervon entfallen TEUR 462 (Vj. TEUR 665) auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen bei der Zapp AG sowie TEUR 558 (Vj. TEUR 925) auf die Bewertung der Pensionsrückstellungen bei den Tochtergesellschaften Zapp Precision Metals GmbH und TEUR 88 (Vj. TEUR 136) auf die Zapp Systems GmbH.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen personalbezogene Rückstellungen (u. a. Jubiläumsrückstellungen, Urlaubsrückstellungen, Tantiemen, Rückstellungen für Altersteilzeit und Abfindungen), Gewährleistungsrückstellungen, Rückstellungen für Umweltschäden sowie Rückstellungen für ausstehende Eingangsrechnungen.

Zum 31. Dezember 2022 wurde gemäß § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. § 246 Abs. 2 HGB das der Erfüllung der Verpflichtungen aus Altersteilzeitverträgen dienende und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogene Deckungsvermögen in Höhe von TEUR 1.692 (Vj. TEUR 1.353) mit dem Erfüllungsbetrag der Rückstellungen für Altersteilzeit in Höhe von TEUR 2.464 (Vj. TEUR 2.263) verrechnet.

Verbindlichkeiten

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten sind im nachfolgenden Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt. Besondere Sicherheiten sind nicht gestellt worden.

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR

Restlaufzeit Gesamt
1 bis 5 31.12.2022 31.12.2021
bis 1 Jahr Jahre TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 104.402 45.363 149.765 88.639
(Vorjahr) (70.911) (17.728)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1.327 0 1.327 1.120
(Vorjahr) (1.120)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.346 0 32.346 34.470
(Vorjahr) (34.470)
Sonstige Verbindlichkeiten 12.204 0 12.204 11.265
(Vorjahr) (11.265)
150.279 45.363 195.642 135.494
(117.766) (17.728)

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren bestehen in diesem Geschäftsjahr und im Vorjahr nicht.

Latente Steuern

Die Zapp-Gruppe weist saldiert aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 7.048 (Vj. TEUR 5.764) aus. Diese resultieren aus passiven latenten Steuern im Anlagevermögen aus der unterschiedlichen Behandlung der Versicherungserstattung für den Brandschaden in Ergste in Handels- und Steuerbilanz (TEUR -2.072, Vj. TEUR -2.828) und aus weiteren temporären Differenzen im Anlagevermögen der übrigen in- und ausländischen Tochtergesellschaften (TEUR -2.044, Vj. TEUR -1.104). Darüber hinaus bestehen aktive latente Steuern bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen und sonstigen personalbezogenen Rückstellungen (TEUR 4.640, Vj. TEUR 4.731), unterschiedlichen Wertansätzen bei den Vorräten (TEUR 3.546, Vj. TEUR 3.103) sowie sonstigen Posten (TEUR 726, Vj. TEUR 568). Aus Konsolidierungseffekten - insbesondere aus der Eliminierung der Zwischengewinne - resultieren aktive latente Steuern in Höhe von insgesamt TEUR 1.401 (Vj. TEUR 663). Latente Steuern auf aktivierte Verlustvorträge wurden in Höhe von TEUR 851 (Vj. TEUR 631) gebildet.

31.12.2022 31.12.2021 Veränderung
TEUR TEUR TEUR
Aktive (+) / passive (-) latente Steuern aus temporären Differenzen
Anlagevermögen -4.116 -3.932 -184
Vorratsvermögen 3.546 3.103 443
Pensionen und sonstige personalbezogene Rückstellungen 4.640 4.731 -91
Sonstige Posten 726 568 158
Aktivierte Verlustvorträge 851 631 220
Aktive (+) / passive (-) latente Steuern aus Konsolidierungseffekten 1.401 663 738
7.048 5.764 1.284

In Deutschland wird aufgrund der Körperschaft- und gewerbesteuerlichen Organschaft der inländischen Tochtergesellschaften zur Zapp AG mit einem Steuersatz von 32,65 % gerechnet. Für die ausländischen Tochtergesellschaften kommen die entsprechenden lokalen Steuersätze zum Zeitraum der Auflösung der Differenzen zum Tragen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen nachfolgende sonstige finanzielle Verpflichtungen:

31.12.2022
TEUR
aus Mietverträgen 6.551
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (2.510)
aus Leasingverträgen 3.385
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (1.561)
aus EDV-Verträgen 4.928
(davon mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr) (3.512)

Weiterhin bestehen zum Bilanzstichtag bereits verbindliche Bestellungen sowie Abnahmeverpflichtungen in Höhe von TEUR 40.163.

Abschlussprüfungshonorar

Das im Geschäftsjahr angefallene Honorar für den Konzernabschlussprüfer lässt sich wie folgt aufteilen:

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 141
Steuerberatungsleistungen 38
Sonstige Leistungen 4
Abschlussprüferhonorar 183

Bewertungseinheiten

Bewertungseinheiten wurden im Geschäftsjahr nicht gebildet.

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

2022 2021
TEUR % TEUR %
nach Regionen
Deutschland 168.672 30,0 137.943 31,3
EU-Länder 115.417 20,6 92.890 21,1
Nordamerika 108.114 19,3 82.162 18,6
Ozeanien, Asien 97.336 17,3 85.130 19,3
Europäische Drittländer 62.456 11,1 36.409 8,2
Übriges Amerika 7.970 1,4 6.390 1,4
Afrika 1.467 0,3 564 0,1
561.433 100,0 441.488 100,0

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge aus der Auflösung sonstiger Rückstellungen in Höhe von TEUR 1.968 (Vj. TEUR 3.046), Erträge aus der Wertberichtigung von Forderungen in Höhe von TEUR 310 (Vj. TEUR 93) sowie sonstige periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 228 (Vj. TEUR 1.286).

Sonstige Angaben

Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

2022 2021
TEUR TEUR
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.467 2.980
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -80.433 -13.236
Finanzmittelfonds -77.966 -10.256

§ 264 Abs. 3 HGB und § 264b Nr. 3 HGB

Die deutschen Tochter-Kapitalgesellschaften Zapp Precision Metals GmbH, Schwerte, die Zapp Systems GmbH, Ratingen, die Argeste Edelstahlverarbeitung Beteiligungs-GmbH, Ratingen, die Zapp Immobilien-Verwaltungs-GmbH, Ratingen, sowie die Zapp Immobilien GmbH & Co. KG, Ratingen, nehmen die nach § 264 Abs. 3 HGB und § 264b Nr. 3 HGB möglichen Erleichterungen in Anspruch.

Gesamtbezüge des Aufsichtsrates

Die Bezüge des Aufsichtsrates der Zapp AG beliefen sich satzungsgemäß auf TEUR 255 (Vj.TEUR 285).

Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder der Geschäftsleitung und Vorstände der Zapp AG

Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung der Zapp AG und ihre Hinterbliebenen betrugen die Bezüge TEUR 144.

Die Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsleitung der Zapp AG und ihre Hinterbliebenen belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 4.599.

Auf die Angabe der Bezüge des Vorstands wird mit Hinweis auf die §§ 314 Abs. 1 Nr. 6a und b, 285 Satz 1 Nr. 9a und b i. V. m. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Mitarbeitende

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeitenden ist nachfolgend dargestellt.

2022 2021
Europa
Gewerbliche Arbeitnehmer 632 599
Angestellte 363 347
995 946
Amerika
Gewerbliche Arbeitnehmer 88 79
Angestellte 61 56
149 135
Asien
Gewerbliche Arbeitnehmer 8 8
Angestellte 30 25
38 33
Auszubildende 46 46
1.228 1.160

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

Konzernverhältnisse

Der Konzernabschluss der Zapp AG wird seinerseits in den Konzernabschluss der Zapp Verwaltungs-GmbH, Ratingen, als höchster Konzernspitze einbezogen. Die Unterlagen werden im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn des Mutterunternehmens in Höhe von EUR 35.336.072,52 einen Betrag in Höhe von EUR 12.010.470,00 auszuschütten und den Restbetrag in Höhe von EUR 23.325.602,52 auf neue Rechnung vorzutragen.

Entwicklung des Konzernanlagevermögens 2022

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2022 Umbuchungen Währungsänderung Zugänge Abgänge 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten 11.433 482 -12 844 184 12.563
11.433 482 -12 844 184 12.563
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 114.451 1.322 1.189 2.436 4.683 114.715
2. technische Anlagen und Maschinen 343.828 1.359 4.193 5.687 13.093 341.974
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 38.053 222 125 2.120 2.462 38.058
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 12.338 -3.385 45 14.477 23.475
508.670 -482 5.552 24.720 20.238 518.222
520.103 0 5.540 25.564 20.422 530.785
Kumulierte Abschreibungen
1.1.2022 Währungsänderung Zugänge Abgänge 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten 10.569 -9 503 184 10.879
10.569 -9 503 184 10.879
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 42.140 360 2.695 1.092 44.103
2. technische Anlagen und Maschinen 277.587 4.126 16.441 12.550 285.604
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 31.609 102 2.081 2.363 31.429
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0
351.336 4.588 21.217 16.005 361.136
361.905 4.579 21.720 16.189 372.015
Buchwerte
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen
Rechten und Werten 1.684 864
1.684 864
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 70.612 72.311
2. technische Anlagen und Maschinen 56.370 66.241
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.629 6.444
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 23.475 12.338
157.086 157.334
158.770 158.198

 

Ratingen, 31. März 2023

Dr. Stefan Seng, Vorstand

Konzern-Kapitalflussrechnung für 2022

2022 2021
TEUR TEUR
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Periodenergebnis 34.301 24.211
Abschreibungen (+) auf Gegenstände des Anlagevermögens 21.720 22.635
Abnahme (-) / Zunahme (+) der langfristigen Rückstellungen 339 -371
Cashflow 56.360 46.475
Abnahme (+) / Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva -87.917 -38.564
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten sowie anderer Passiva -4.469 25.426
Gewinne (-) / Verluste (+) aus Anlageabgängen -119 -52
Zinsaufwendungen (+) 4.298 2.832
Ertragsteuerertrag (-) / Ertragsteueraufwand (+) 15.163 9.691
Ertragsteuerzahlungen (-) -3.900 -3.493
Cashflow aus laufender Tätigkeit -20.584 42.315
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Auszahlungen (-) für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -844 -170
Einzahlungen (+) aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 4.355 76
Auszahlungen (-) für Investitionen in das Sachanlagevermögen -24.720 -14.762
Auszahlungen (-) für Zugänge zum Konsolidierungskreis -13 -11
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -21.222 -14.867
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlungen (-) für den Erwerb eigner Anteile -1.813 0
Einzahlungen (+) aus der Aufnahme von Finanzkrediten 56.175 0
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Finanzkrediten -62.246 -23.403
Gezahlte Zinsen (-) -4.118 -2.750
Auszahlungen (-) an Unternehmenseigner -14.007 0
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -26.009 -26.153
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensumme 1-3) -67.815 1.295
Wechselkurs- und Bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 105 2.555
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode -10.256 -14.106
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -77.966 -10.256
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks 2.467 2.980
Kurzfristige Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten -80.433 -13.236
Finanzmittelfonds -77.966 -10.256

Konzern-Eigenkapitalspiegel 31. Dezember 2022

Gewinnrücklagen
Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Unterschiede aus Währungsumrechnung Unterschiede aus Erstkonsolidierung Andere Gewinnrücklagen
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand am 31. Dezember 2020/ 1. Januar 2021 11.000 10.000 -214 3.832 110.500
Währungsänderungen 375
Konzernjahresüberschuss
Erwerb eigener Anteile -100 -1.357
Änderungen des Konsolidierungskreises -11
Übrige Veränderungen
Stand am 31. Dezember 2021/ 1. Januar 2022 10.900 10.000 161 3.821 109.143
Dividende
Währungsänderungen -296
Konzernjahresüberschuss
Erwerb eigener Anteile -70 -1.743
Änderungen des Konsolidierungskreises -13
Übrige Veränderungen
Stand am 31. Dezember 2022 10.830 10.000 -135 3.808 107.400
Eigenkapitaldifferenzen aus Währungsumrechnung Bilanzgewinn/-verlust Eigenkapital Gesamt
TEUR TEUR TEUR
Stand am 31. Dezember 2020/ 1. Januar 2021 2.996 23.629 161.743
Währungsänderungen 375
Konzernjahresüberschuss 24.211 24.211
Erwerb eigener Anteile -1.457
Änderungen des Konsolidierungskreises -11
Übrige Veränderungen 4.918 4.918
Stand am 31. Dezember 2021/ 1. Januar 2022 7.914 47.840 189.779
Dividende -14.007 -14.007
Währungsänderungen -296
Konzernjahresüberschuss 34.301 34.301
Erwerb eigener Anteile -1.813
Änderungen des Konsolidierungskreises -13
Übrige Veränderungen 1.362 1.362
Stand am 31. Dezember 2022 9.276 68.134 209.313

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Zapp AG, Ratingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Zapp AG, Ratingen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Zapp AG, Ratingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Köln, den 25. April 2023

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Groll, Wirtschaftsprüfer

gez. Bickmann, Wirtschaftsprüfer

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