Grüngold AG
Weilheim
i.OB
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2022
1. Grundlagen des Unternehmens
1.1. Geschäftsmodell
Die Grüngold AG beabsichtigt den Erwerb und
Betrieb von Biogasanlagen oder weiteren
Erneuerbare-Energien-Anlagen mit dem Ziel, CO2 neutrale
Energie zu produzieren.
Die Grüngold AG arbeitet bisher
hauptsächlich mit der BayWa r.e. Bioenergy GmbH
zusammen. Die BayWa r.e. Bioenergy GmbH ist ein
führender Hersteller von Biogasanlagen, die jeweils
nach Fertigstellung oder Sanierung verkauft werden.
In diesem Zusammenhang hat die Grüngold AG zum
1. April 2019 im Rahmen eines share-deals die Biogasanlage
"23. KG" in Pliening bei München von der BayWa r.e.
Bioenergy GmbH übernommen.
Im Geschäftsjahr 2023 wurde die BayWa r.e.
Bioenergy GmbH von dem australischen Investmentfonds
Macquarie zu 100 v. H. übernommen; fortan firmiert die
r.e. Bioenergy GmbH als VORN GmbH. Zum 1. August 2023 hat
sich die Grüngold AG von der VORN GmbH getrennt und
betreibt die ebenfalls umfirmierte Grüngold
Biogasanlage Pliening KG (vormals: r.e. Bioenergy Betriebs
GmbH & Co. 23. KG) eigenständig.
Es ist geplant, dass weitere Biogasanlagen akquiriert
werden.
1.2. Steuerungssystem und Kennziffern der
Gesellschaft
Das Unternehmen arbeitet in der Berichtsperiode 2022
mit Key Performance Indicators respektive
Steuerungskennziffern, um das Unternehmen zu navigieren und
weiterzuentwickeln.
Hierbei wurden Vorschauen/Forecasts sowie
PLAN-/IST-Abweichungen erstellt. Im Einzelnen betrachtet
das Unternehmen insbesondere die nachfolgenden
Hauptkennziffern und deren Entwicklung:
I. Jahresergebnis
II. Beteiligungsergebnis
2. Wirtschaftsbericht
2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Über 9.700 Biogasanlagen in Deutschland tragen
bereits heute maßgeblich zum Klimaschutz bei. Pro
Jahr spart Biogas ca. 20 Mio. t CO2 ein. Nach dem
Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist eine
zusätzliche jährliche Reduktion der
Treibhausgas-Emissionen von bis zu 174 Mio. t erforderlich,
um das Reduktionsziel allein im Energiesektor zu erreichen.
Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, das aus Biomasse, wie
beispielsweise organischem Abfall, Mist und Gülle oder
Energiepflanzen, in modernen Anlagen produziert wird - eine
sehr nachhaltige Art der Energiebereitstellung, die absolut
CO2-neutral abläuft. Biogas lässt sich problemlos
speichern, transportieren, verteilen und vielfach nutzen,
ganz nach Bedarf. Biogas ist außerdem ein
Wirtschaftsmotor, insbesondere für den ländlichen
Raum. Mit einem Umsatz von ca. 9 Mrd. EUR im Jahr werden
ca. 46.000 Arbeitsplätze in kleinen und
mittelständischen Betrieben in der Landwirtschaft
gesichert. Quelle: Biogasverband
Aufgrund des Inkrafttretens der
Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED-II) ist mit einem
deutlichen Anstieg des Biomethanpreises zu rechnen. Je nach
Einsparung von CO2 werden Preissteigerungen bis zu einem
Faktor 3,4 erwartet. Dies führt zu einer signifikanten
Verbesserung der Ertragsprognose der bestehenden Anlage,
eröffnet aber auch interessante unternehmerische
Optionen für weitere Biogasaktivitäten.
2.2. Geschäftsverlauf
Die im April 2019 übernommene Biogasanlage
Pliening produziert ca. 42 GWh Energie bei einem Umsatz von
ca. EUR 4,76 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Sie ist
technisch in einem sehr guten Zustand und wurde früher
von den Servicemitarbeitern der BayWa r.e. Bioenergy GmbH
geführt. Seit Anfang 2023 wurde die Anlage von der
Gesellschaft selbst geführt. Die Ertragskraft ist
stabil mit klar steigender Tendenz bis zum Ende der
Planungsperiode als Mais- danach als Bio-Reststoff-Anlage.
Gemeinsam mit unserer früheren Betreiberfirma BayWa
r.e. Bioenergy GmbH wurden einige wesentliche Optimierungen
auf der Anlage angestoßen und teilweise bereits
umgesetzt.
Die Gesellschaft konnte ab Ende 2017, nachdem der
Prospekt zum Erwerb und Betrieb von Biogasanlagen durch die
BaFin genehmigt wurde, beginnen, wie vorgesehen
Beteiligungsgelder in Form von Nachrangdarlehen einzuwerben
und hat bis Ende 2022 eine Summe von EUR 5.513.000,00
eingeworben. Davon wurden EUR 698.000,00 bis Ende 2022
bereits wieder getilgt. Ferner erhielt die Firma
zusätzlich EUR 331.780,60 als atypisch stille Einlage
seitens der Beteiligungsgesellschaft IntelligentEnergy AG
& Co. KG. Davon wurden EUR 254.542,08 bis Ende 2022
bereits wieder getilgt.
Der Gesellschaft flossen im Berichtsjahr EUR
372.803,60 an Beteiligungserträgen der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG zu.
Gemäß § 24
Vermögensanlagengesetz werden folgende Angaben
gemacht.
Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 an
den Vorstand EUR 86.879,04 bezahlt. Verschiedene freie
Mitarbeiter erhielten EUR 224.410,00, davon EUR 108.000,00
der Gesellschafter. An festangestellte Mitarbeiter erfolgte
eine Zahlung in Höhe von EUR 106.351,69.
Verkaufsprovisionen zur Anwerbung von Kapitalanlegern
wurden in Höhe von EUR 98.435,00 gezahlt, davon
EUR 34.450,00 an den Gesellschafter. Die Darlehensgeber der
Nachrangdarlehen erhalten Zinsen in Höhe von EUR
269.188,38. Die Auszahlung erfolgte nach dem Stichtag.
Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr
EUR 563.046,10 an Vergütungen gezahlt, davon
EUR 169.815,37 variabel.
Gemäß § 24 Abs. 1 Nr. 2
Vermögensanlagengesetz wurden im abgelaufenen
Geschäftsjahr EUR 264.729,04 an
Führungskräfte und Mitarbeiter gezahlt, deren
berufliche Tätigkeiten sich wesentlich auf das
Risikoprofil von Emittenten von Vermögensanlagen
auswirkte. Es wurden Vergütungen in Höhe von EUR
142.450,00 an den Gesellschafter geleistet.
Gemäß § 24 Vermögenanlagengesetz
wurden für das Jahr 2022 an Zinsen für
Nachrangdarlehen EUR 269.188,38 gezahlt, davon EUR
187.078,04 nach dem Bilanzstichtag.
2.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
Vermögenslage
Der Erwerb der Biogasanlage Pliening erfolgte durch
Unterzeichnung des Vertrags vom 4. Juli 2019 mit Wirkung
zum 1. April 2019. Der Anlagenwert - inkl. eines zu
übernehmenden Gesellschafterdarlehens betrug
einschließlich Working Capital EUR 5.870.457,80.
Die Grüngold AG ist alleinige Eigentümerin der
Biogasanlage Pliening. Die Anteile an dieser Gesellschaft
sind zum Bilanzstichtag mit EUR 1.398.065,12
angesetzt.
Die Bilanzsumme der Grüngold AG zum 31. Dezember
2022 beträgt EUR 5.693.132,84 (Vorjahr: EUR
5.247.231,72).
Das Anlagevermögen verzeichnete eine Abnahme um
EUR 630.301,17 auf EUR 1.472.901,63, da eine
Finanzanlage getilgt wurde.
Die Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände beliefen sich zum
Bilanzstichtag auf EUR 950.675,22 (Vorjahr: EUR
598.441,15).
Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat
sich um den Jahresfehlbetrag des Jahres 2022 auf EUR
2.925.230,31 erhöht.
Die Rückstellungen in Höhe von EUR
62.715,00 (Vorjahr: EUR 51.727,53) sind gestiegen aufgrund
höherer Prüfungskosten.
Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR
434.913,65 auf EUR 5.630.417,84. Dies betrifft im
Wesentlichen die sonstigen Verbindlichkeiten. Die sonstigen
Verbindlichkeiten betragen EUR 5.503.547,02 (Vorjahr:
EUR 4.930.530,70). Diese betreffen insbesondere die
Verbindlichkeiten der Nachrangdarlehen in Höhe von EUR
4.815.000,00, welche im Rahmen der Finanzierung der
Beteiligung der 23. KG (Biogasanlage Pliening)
abgeschlossen wurden. Die Nachrangdarlehen betragen zum
Stichtag EUR 4.815.000,00 (Vorjahr: EUR 4.257.000,00).
Es wurden im Geschäftsjahr 2022 EUR 981.000,00 neu
aufgenommen und EUR 423.000,00 getilgt. Außerdem
betreffen die sonstigen Verbindlichkeiten unter anderem
Darlehen atypischer Gesellschafter in Höhe von EUR
191.124,36, kurzfristige Darlehen in Höhe von EUR
100.000,00 sowie Verbindlichkeiten aus der Einbehaltung von
Kapitalertragsteuer in Höhe von EUR 206.944,00 und
Verbindlichkeiten aus noch nicht ausbezahlten Zinsen
für das Jahr 2022 in Höhe von EUR 187.078,04. Die
Kapitalertragsteuer wurde 2023 abgeführt.
Finanzlage
Zum Stichtag 31. Dezember 2022 belief sich das
Bankguthaben auf EUR 205.290,82 (Vorjahr: EUR 50.237,12).
Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr
jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen
nachzukommen.
Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Grüngold
AG Umsatzerlöse in Höhe von EUR 334.748,07
(Vorjahr: EUR 155.506,00). Diese entfallen im Wesentlichen
auf die Management-Fee der Beteiligungsgesellschaft in
Höhe von EUR 144.000,00 (Vorjahr: EUR 144.000,00)
sowie Weiterberechnungen von Kosten an der
Beteiligungsgesellschaft.
Die im Geschäftsjahr 2022 für die Erzielung
der Erlöse entstandenen Materialaufwendungen betrugen
EUR 203.589,50 (Vorjahr: EUR 150.725,92). Diese setzten
sich ausschließlich aus Aufwendungen für
bezogene Leistungen zusammen. Diese erhöhten sich im
Wesentlichen aufgrund von bezogenen sonstigen
Leistungen des Vorstands (EUR 86.879,04) sowie
aufgrund von Beraterleistungen (EUR 116.410,46).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe
von EUR 613.236,15 (Vorjahr: EUR 520.462,14) entfallen
auf Fremdarbeiten (Vertrieb und Akquisition) in Höhe
von EUR 71.380,00 sowie auf Verkaufsprovisionen in
Höhe von EUR 98.435,37. Die Beratungsleistungen von
EUR 108.000,00 wurden ausschließlich vom
Hauptaktionär erbracht.
Die Zinserträge betragen im Geschäftsjahr
2022 EUR 50.341,06 (Vorjahr: EUR 52.249,85) und stellen im
Wesentlichen Zinserträge aus verbundenen Unternehmen
in Höhe von EUR 33.826,58 (Vorjahr: EUR
42.143,52) dar.
Die Zinsaufwendungen betragen im Geschäftsjahr
2022 EUR 274.722,10 (Vorjahr: EUR 238.497,60). Die
Zinsaufwendungen beziehen sich nahezu ausschließlich
auf die abgeschlossenen Nachrangdarlehen.
Es wurde ein Jahresfehlbetrag von EUR 429.879,66
(Vorjahr: EUR 681.486,85) erzielt.
Gesamtaussage
Im Geschäftsjahr 2022 wurde wiederholt ein die
Prognose überschreitender Jahresfehlbetrag erzielt.
Der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2022 resultiert
aus hohen Zinsaufwendungen sowie höherer sonstiger
betrieblicher Aufwendungen für Projektentwicklung und
geringer Beteiligungserträge aus der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG. Die Prognose aus dem Vorjahr
wurde aufgrund des Ausbleibens von Erlösen aus
Beratungsleistungen im Bereich des erneuerbaren
Energiesektors, Merger & Acquisition nicht erreicht.
Diese stellen anfängliche Verluste dar, welche
seit dem Jahr 2023 durch die Einnahmen aus der Beteiligung
an der Grüngold Biogasanlage Pliening KG sowie
geplanten weiteren Akquisitionen ausgeglichen werden
sollen.
Wesentliche Quelle zur Aufrechterhaltung der
Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft ist neben den
Beteiligungserträgen seitens der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG die Umfinanzierung und Einwerbung
von Nachrangdarlehen zur Begleichung von Aufwendungen
insbesondere auch für die Projektentwicklung im
Bereich von Biogas und Windenergie.
Wir stufen die Lage im Geschäftsjahr 2022 unter
den erheblich hemmenden Einflüssen von Covid 19 als
dennoch befriedigend ein. Besonders hemmend stellte sich
allerdings die Suche nach weiteren, geeigneten
Investitionsobjekten dar.
Im Jahr 2023 flossen der Gesellschaft wesentlich
höhere Beteiligungserträge aus der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG zu, wodurch sich auch die
Liquiditätslage entspannte.
3. Prognosebericht
3.1. Prognosebericht Grüngold Biogasanlage
Pliening KG
Der originäre Plan für die Biogasanlage
Pliening sah für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis
zum 31. Dezember 2022 einen Umsatz von insgesamt EUR 4,44
Mio. vor. Tatsächlich wurden Umsatzerlöse in
Höhe von EUR 4,76 Mio. erzielt. Damit hat sich die
technische Leistung der Anlage bestätigt.
Aufgrund der Einführung erheblicher
Kontrollmechanismen bei Rohstoffqualität und
Ernteprozessen im Geschäftsjahr 2022 sowie durch neu
vereinbarte Abnahmepreise für das Biomethangas, wurden
neue Konditionen vereinbart, die bereits Ende des
Geschäftsjahres 2022 erhebliche Verbesserungen
brachten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird mit
einem positiven Jahresüberschuss von ca. EUR 1,1 Mio.
gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2024 wird mit
einem ähnlichen Jahresüberschuss als für das
Jahr 2023 geplant.
3.2. Prognosebericht Grüngold AG
In dem Geschäftsjahr 2023 wird aufgrund des
erwarteten positiven Beteiligungsergebnisses aus der KG mit
einem Jahresüberschuss von ca. EUR 300.000,00
gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2024 wird mit
einem ähnlichen Jahresüberschuss als für das
Jahr 2023 geplant.
4. Chancen- und Risikobericht
Durch den Erwerb der ersten Biogasanlage unterliegt
die Gesellschaft den üblichen betrieblichen Risiken
von Betreibern von Biogasanlagen. Es ist der Kauf weiterer
Biogasanlagen angedacht, so dass die erwartete Rendite der
Gesellschaft weiter erhöht werden kann. Ferner sind
diverse Erweiterungsmaßnahmen für Pliening
angedacht sowie die Installation einer
CO2-Verflüssigungsanlage
Dank der klaren Richtlinien des Geschäftsmodells
werden nur solche Projekte ausgewählt, die mit
langfristigen Abnahme-, Zuliefer- und
Bertreiberverträgen ausgestattet sind. Dadurch sind
sowohl die Erlösströme abgesichert und Dank
vorgegebener Kosten auch die Erträge stabil planbar.
Als Risiken sind politische Änderungen mit
negativen Auswirkungen anzusehen, jedoch durch die
zunehmende Umwelt- und CO2-Sensibilisierung kann eher ein
umgekehrter Effekt erwartet werden.
Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage
Pliening KG den Gasliefervertrag mit dem bisherigen
Abnehmer außerordentlich gekündigt, woraufhin am
20.05.2023 rechtliche Schritte gegen die Grüngold
Biogasanlage Pliening KG eingeleitet wurden. Der Streitwert
beläuft sich auf ca. EUR 11,5 Mio.; unsere
juristischen Berater rechnen jedoch, wie wir selbst, nicht
mit einer erfolgreichen Klage.
Die Zahlungsfähigkeit und damit die
Fortführung der Unternehmenstätigkeit der
Gesellschaft hängen davon ab, dass die
prognostizierten Beteiligungserträge, welche
wesentlich durch den Rechtsstreit in Zusammenhang mit der
Kündigung des Gasabnahmevertrags im November 2022
belastet werden könnten, und in 2024 f. insbesondere
auch die Umfinanzierung und Einwerbung von Nachrangdarlehen
realisiert werden können und die Grüngold AG auch
eine eventuelle zukünftige Rückabwicklung von
Nachrangdarlehen bewältigen kann.
Denn die "Die Grüngold AG hat für die
Einwerbung von Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017
genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlicht. In der
Folgezeit hat sie im Falle von vier von 18 Serien bei
jeweils mehr als 20 Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage
eines prospektähnlichen Informationsmemorandums in
Höhe von gesamt EUR 2,3 Mio. eingeworben. Deshalb
hätte sie gemäß § 6 VermAnlG für
vier Serien jeweils einen von der BAFin jeweils erneut
genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlichen
müssen, da die Ausnahme von der
Veröffentlichungspflicht gemäß § 2
Abs. 1 Nr. 3 a) VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die
Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien
jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben
hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher
gemäß § 21 VermAnlG grundsätzlich zur
Rückabwicklung ihrer Nachrangdarlehen berechtigt,
ungeachtet der für sie eventuellen wirtschaftlichen
Nachteiligkeit der Rückabwicklung. Derzeit lässt
sich ferner nicht ausschließen, ob und inwieweit die
von der Gesellschaft in den Darlehensverträgen
verwandten Nachrangklauseln einer höchstrichterlichen
Prüfung eventuell nicht standhalten könnten,
womit für die Gesellschaft ein Rechtsrisiko verbleibt,
dessen Realisierung zur Rückabwicklung von
Darlehensverträgen durch die BAFin oder Darlehensgeber
führen könnte.
Vor diesem Hintergrund besteht eine wesentliche
Unsicherheit, die Zweifel an der Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwirft und die ein
bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322
Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.
Etwaige zur Diskussion stehende Reduzierungen von
EEG-(Erneuerbare-Energien-Gesetz) Förderungen sind
aufgrund der gesamtpolitischen Sensibilität
hinsichtlich weiterer Umweltmaßnahmen nicht zu
erwarten. Im Gegenteil, die bereits beschriebenen RED II
Maßnahmen lassen deutliche Gewinnerhöhungen
für Biogasanlagen annehmen.
Versicherung der gesetzlichen Vertreter
Als Vorstand der Grüngold AG versichere ich,
Peter Lewinsky, dass im Lagebericht nach bestem Wissen der
Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so
dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Grüngold AG vermittelt
wird und dass die voraussichtliche Entwicklung der
Gesellschaft mit ihrenwesentlichen Chancen und Risiken
beschrieben sind.
Weilheim, den 7. Dezember
2023
gez.
Lewinsky, Vorstand
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2022
EUR |
31.12.2021
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
1.472.901,63 |
2.103.202,80 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
1,00 |
1.068,00 |
| II.
Sachanlagen |
732,00 |
1.677,00 |
| 1.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
732,00 |
1.677,00 |
| III.
Finanzanlagen |
1.472.168,63 |
2.100.457,80 |
| 1.
Anteile an verbundenen Unternehmen |
1.398.065,12 |
1.398.065,12 |
| 2.
Ausleihungen an verbundene Unternehmen |
74.103,51 |
702.392,68 |
| B.
Umlaufvermögen |
1.295.000,90 |
648.678,27 |
| I.
Vorräte |
139.034,86 |
|
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
950.675,22 |
598.441,15 |
| 1.
Forderungen gegen Gesellschafter |
610.849,68 |
412.871,92 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
610.849,68 |
412.871,92 |
| 2.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
223.687,68 |
0,00 |
| 3.
sonstige Vermögensgegenstände |
116.137,86 |
185.569,23 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
205.290,82 |
50.237,12 |
| C.
Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag |
2.925.230,31 |
2.495.350,65 |
| Aktiva |
5.693.132,84 |
5.247.231,72 |
Passiva
|
|
31.12.2022
EUR |
31.12.2021
EUR |
| A.
Eigenkapital |
0,00 |
0,00 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
50.000,00 |
50.000,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
12.500,00 |
12.500,00 |
| III.
Verlustvortrag |
2.557.850,65 |
1.876.363,80 |
| IV.
Jahresfehlbetrag |
429.879,66 |
681.486,85 |
| V.
nicht gedeckter Fehlbetrag |
2.925.230,31 |
2.495.350,65 |
| B.
Rückstellungen |
62.715,00 |
51.727,53 |
| C.
Verbindlichkeiten |
5.630.417,84 |
5.195.504,19 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
0,00 |
176.796,97 |
| davon
mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
0,00 |
176.796,97 |
| 2.
sonstige Verbindlichkeiten |
5.630.417,84 |
5.018.707,22 |
| davon
mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr |
1.444.293,48 |
1.542.012,50 |
| davon
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr |
4.186.124,36 |
3.476.694,72 |
| Passiva |
5.693.132,84 |
5.247.231,72 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
148.382,98 |
15.579,00 |
| 2.
Personalaufwand |
129.561,46 |
48.612,80 |
| a)
Löhne und Gehälter |
106.351,69 |
38.168,00 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
23.209,77 |
10.444,80 |
| 3.
Abschreibungen |
6.310,13 |
16.234,13 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
6.310,13 |
2.734,13 |
| b)
auf Vermögensgegenstände des
Umlaufvermögens, soweit diese die in der
Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen
überschreiten |
|
13.500,00 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
613.236,15 |
520.462,14 |
| 5.
Erträge aus Beteiligungen |
373.303,60 |
75.262,93 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
373.303,60 |
75.262,93 |
| 6.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
50.341,06 |
52.249,85 |
| davon
aus verbundenen Unternehmen |
33.826,58 |
42.143,52 |
| 7.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
274.722,10 |
238.497,56 |
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
-451.802,20 |
-680.714,85 |
| 9.
sonstige Steuern |
-21.922,54 |
772,00 |
| 10.
Jahresfehlbetrag |
429.879,66 |
681.486,85 |
Anhang
Grüngold AG Weilheim
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022
1. Allgemeine Angaben
Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr
2022 wurde nach den gesetzlichen Vorschriften des HGB- und
des Aktiengesetzes erstellt. Weiterhin wurden die
Bestimmungen des Vermögensanlagengesetzes beachtet.
Der Vorstand der Gesellschaft versichert,
gemäß § 264 Abs. II, Satz 3 HGB, dass nach
bestem Wissen der Jahresabschluss ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
im Sinne des Satzes 1 vermittelt.
Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft
im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Aufgrund des § 24
Vermögensanlagengesetz (VermAnIG) muss die
Gesellschaft die Rechnungslegungsvorschriften des §
267 Abs. 3 HGB für mittelgroße
Kapitalgesellschaften anwenden.
Die Gesellschaft firmiert unter
Grüngold AG
und hat ihren Sitz in Weilheim und ist beim
Registergericht München unter HRB 228194 eingetragen.
Der Abschluss wurde unter der Going Concern
Prämisse aufgestellt.
Wesentliche Quelle zur Aufrechterhaltung der
Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft ist neben den
Beteiligungserträgen seitens der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG, welche wesentlich durch einen
Rechtsstreit in Zusammenhang mit der Kündigung des
Gasabnahmevertrags im November 2022 belastet werden
könnten, die Umfinanzierung und Einwerbung von
Nachrangdarlehen zur Begleichung von Aufwendungen
insbesondere auch für die Projektentwicklung im
Bereich von Biogas und Windenergie. Insofern besteht ein
bestandsgefährdendes Risiko.
2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Immaterielle Vermögensgegenstände, das
Sachanlagevermögen sowie das Finanzanlagevermögen
sind mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände und das
Sachanlagevermögen sind um planmäßige
Abschreibungen vermindert.
Gegenstände des Anlagevermögens wurden im
Jahr des Zugangs pro rata temporis abgeschrieben.
Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach
der voraussichtlichen Nutzungsdauer der
Vermögensgegenstände und entsprechend den
steuerlichen Vorschriften linear vorgenommen. Geringwertige
Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 800,00
wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände wurden mit ihrem Nennwert
angesetzt.
Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten
werden mit ihrem Nominalwert angesetzt.
Die sonstigen Rückstellungen
berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und
ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.
Die Verbindlichkeiten werden zum
Erfüllungsbetrag bilanziert.
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
3. Erläuterungen zur Bilanz
(1) Anlagevermögen und
Finanzanlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens nach §
268 Abs. 2 HGB im Geschäftsjahr 2022 ist dem in Anlage
3/9 beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.
Die Gesellschaft hat am 15. September 2017 zusammen
mit Herrn Peter Lewinsky die IntelligentEnergy AG & Co.
KG mit Sitz in Weilheim gegründet (HRA 1076 96,
Amtsgericht München).
Diese Gesellschaft hat EUR 331.780,60 als atypisch
stille Einlage an die Grüngold AG geleistet.
Die Grüngold AG hat im Jahr 2020 für EUR
1.398.065,12 die Geschäftsanteile der Grüngold
Biogasanlage Pliening KG (vormals: r.e.rgie Betriebs GmbH
& Co. 23. KG genannt) endgültig erworben, die die
Biogasanlage in Pliening betreibt. Im Rahmen der
Übernahme der KG-Anteile hat sie zusätzlich ein
Darlehen in Höhe von EUR 972.000,00 als Finanzanlage
an die 23. KG ausgereicht. Dieses wurde im Berichtsjahr
komplett getilgt.
(2) Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen/Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände
betreffen Forderungen gegenüber Gesellschaftern in
Höhe von EUR 610.849,68 (Vorjahr: EUR 412.871,92).
(3) Flüssige Mittel
In den Bilanzposten sind Guthaben bei
Kreditinstituten enthalten.
(4) Eigenkapital
Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag einen nicht
durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von
EUR 2.925.230,31 aus.
Hierbei handelt es sich um Anlaufkosten der
Projektvorbereitung und -entwicklung; die Gesellschaft
konnte aufgrund von Verzögerungen bei der Erstellung
des BaFin-Verkaufsprospekts erst ab dem Ende des
Geschäftsjahres 2017 mit dem Einwerben des für
die angebotene Biogasanlage notwendigen Kapitals
(Nachrangdarlehen) beginnen.
Bis zum Ende des Jahres 2022 wurden Nachrangdarlehen
in Höhe von EUR 5.513.000,00 sowie eine atypisch
stille Einlage von EUR 331.780,60 eingeworben. Von der
atypisch stillen Einlage wurden EUR 225.503,60 bereits
zurückgezahlt. Von den Nachrangdarlehen wurden bis zum
Bilanzstichtag bereits EUR 698.000,00 getilgt. Im
Geschäftsjahr 2022 wurden EUR 423.000,00 getilgt.
(5) Sonstige Rückstellungen
Die ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen in
Höhe von EUR 62.715,00 (Vorjahr: EUR 51.727,53)
betreffen im Wesentlichen Kosten der Aufstellung und
Prüfung des Jahresabschlusses.
(6) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von EUR 126.870,82 (Vorjahr: EUR 88.176,52)
sind innerhalb eines Jahres fällig.
Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen EUR
5.503.547,02 (Vorjahr: EUR 4.930.530,70). Dies betreffen
zum einen Darlehensverbindlichkeiten von verbunden
Unternehmen in Höhe von EUR 106.277,00 und zum anderen
hauptsächlich Nachrangdarlehen, welche im Rahmen der
Finanzierung der Beteiligung der 23. KG (Biogasanlage
Pliening) abgeschlossen wurden. Die Nachrangdarlehen
betragen zum Stichtag EUR 4.815.000,00 (Vorjahr:
EUR 4.257.000,00). Es wurden im Geschäftsjahr
2022 Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 981.000,00 neu
aufgenommen.
Verbindlichkeitenspiegel
|
Gesamt
|
|
bis zu 1 Jahr
|
mehr als 1 Jahr
|
mehr als 5 Jahre
|
|
EUR
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
Nachrangdarlehen
|
4.815.000,00
|
|
820.000,00
|
3.890.000,00
|
105.000,00
|
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen
|
106.277,00
|
|
0,00
|
0,00
|
106.277,00
|
Verbindlichkeiten
gegenüber stillen Gesellschaftern
|
84.847,36
|
|
0,00
|
84.847,00
|
0,00
|
Kurzfristige
Darlehensverbindlichkeiten
|
100.000,00
|
|
100.000,00
|
0,00
|
0,00
|
Sonstige
Verbindlichkeiten
|
397.422,66
|
|
397.422,66
|
0,00
|
0,00
|
|
5.503.547,02
|
|
1.317.422,66
|
3.974.847,36
|
211.277,00
|
Die Grüngold AG hat für die Einwerbung von
Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017 genehmigten
Verkaufsprospekt veröffentlicht. In der Folgezeit hat
sie im Falle von vier von 18 Serien bei jeweils mehr als 20
Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage eines
prospektähnlichen Informationsmemorandums eingeworben.
Deshalb hätte sie gemäß § 6 VermAnlG
für vier Serien jeweils einen von der BAFin
genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlichen
müssen, da die Ausnahme von der
Veröffentlichungspflicht gemäß § 2
Abs. 1 Nr. 3 a) VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die
Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien
jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben
hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher
gemäß § 21 VermAnlG grundsätzlich zur
Rückabwicklung ihrer Nachrangdarlehen berechtigt,
ungeachtet der für sie eventuellen wirtschaftlichen
Nachteiligkeit der Rückabwicklung.
Derzeit lässt sich ferner nicht
ausschließen, ob und inwieweit die von der
Gesellschaft in den Darlehensverträgen verwandten
Nachrangklauseln einer höchstrichterlichen
Prüfung eventuell nicht standhalten könnten,
womit für die Gesellschaft ein Rechtsrisiko verbleibt,
dessen Realisierung zur Rückabwicklung von
Darlehensverträgen durch die BAFin oder Darlehensgeber
führen könnte.
Die Risiken in Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten
der Grüngold AG aus den abgeschlossenen
Nachrangdarlehensverträgen sind im Übrigen im
Abschnitt "Chancen- und Risikenbericht" im Lagebericht der
Grüngold AG für das Geschäftsjahr 2022
dargestellt.
4. Erläuterungen zur Gewinn- und
Verlustrechnung
Umsatzerlöse
Bei den Umsatzerlösen in Höhe von EUR
334.748,07 handelt es sich im Wesentlichen um die
Management-Fee der Beteiligungsgesellschaft (EUR
144.000,00) sowie Weiterberechnung von Kosten an
verbundenen Unternehmen.
Materialaufwand
Der Materialaufwand des Geschäftsjahres von EUR
203.289,50 betraf Aufwendungen für bezogene
Leistungen.
Die Aufwendungen für bezogene Leistungen
betreffen hauptsächlich sonstige Leistungen des
Vorstands sowie Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der
Biogasanlage Pliening.
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in
Höhe von EUR 613.236,15 (Vorjahr: EUR 520.462,14)
handelt es sich im Wesentlichen um Beratungskosten in
Höhe von EUR 201.884,31 und Verkaufsprovisionen
in Höhe von EUR 98.435,37 sowie Fremdarbeiten im
Vertrieb in Höhe von EUR 71.380,00. Die
Beratungskosten werden größtenteils vom
Hauptaktionär (Gesellschafter) erbracht.
Erträge aus Beteiligungen
Die Erträge betreffen den Gewinnanspruch 2022
aus der Grüngold Biogasanlage Pliening KG in Höhe
von EUR 373.303,60.
Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage
Pliening KG den Gasabnahmevertrag mit dem bisherigen
Abnehmer außerordentlich gekündigt, nachdem der
Abnehmer, die seit Juni 2022 angezeigten nicht tragbaren
Herstellkostenerhöhungen ignorierte. Es wurde ein
neuer Abnahmevertrag mit einer dritten Partei geschlossen
und um Faktor 3 höhere Abnahmepreise festlegt.
Aufgrund dieser außerordentlichen Kündigung
wurden rechtliche Schritte gegen die Gesellschaft
eingeleitet. Der Streitwert beläuft sich zwar auf ca.
11,5 Millionen Euro; unsere juristischen Berater rechnen
wie wir nicht mit einer erfolgreichen Klage.
Vorsichtshalber wird in der Gesellschaft im Jahr 2023 EUR
200.000,00 zurückgestellt.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Zinserträge betragen im Geschäftsjahr
2022 EUR 50.341,06 und stellen im Wesentlichen
Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe
von EUR 33.826,58 (Vorjahr: EUR 42.143,62) dar.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Die Zinsaufwendungen betragen im Geschäftsjahr
EUR 274.722,10 (Vorjahr: EUR 238.497,56). Die
Zinsaufwendungen beziehen sich nahezu ausschließlich
auf die abgeschlossenen Nachrangdarlehen.
Jahresfehlbetrag
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
den Jahresfehlbetrag 2022 in Höhe von EUR 429.879,66
zusammen mit dem Verlustvortrag 2021 in Höhe von
EUR 2.557.850,65 auf neue Rechnung vorzutragen.
5. Haftungsverhältnisse und sonstige
finanzielle Verpflichtungen
Zum Bilanzstichtag bestand eine sonstige finanzielle
Verpflichtung aus:
Mietverhältnis:
Für das Büro in Weilheim sind monatlich
EUR 990,00 anzusetzen. Das Mietverhältnis ist
kurzfristig kündbar.
6. Angaben zu Geschäften mit nahestehenden
Unternehmen und Personen
Es bestehen folgende Verträge mit nahestehenden
Personen:
Verträge mit dem Alleinaktionär Rudolf
Wiesmeier:
o Vereinbarung über die Führung eines
Verrechnungskontos zwischen den Parteien: Es wird
vereinbart, dass der laufende Zahlungsverkehr zwischen den
Parteien mit 4 v. H. Verzinsung p.a. abgerechnet wird. Die
insoweit ungesicherten Forderungen der Gesellschaft
betragen zum 31.12.2022 EUR 610.849,68 (i.V.
EUR 412.871,92).
o Beratungsvertrag: über Marketing und
Unternehmensdarstellung, Akquise von neuen Biogasanlagen
sowie Entwicklung neuer Geschäftsfelder über die
Gesellschaft. Es wird eine monatliche Pauschale in
Höhe von TEUR 9 vereinbart.
o Weiterer Beratungsvertrag: über die
Erarbeitung eines Gesamtkonzepts für die Platzierung
von Nachrangdarlehen für die Gesellschaft. Es wird
eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von
0,4 v. H. der eingesammelten Gelder vereinbart.
o Vertriebsvertrag für Kapitaleinwerbung:
Es werden für die Einwerbung von Nachrangdarlehen eine
Abschlussprovision in Höhe von 9 v. H., eine
jährliche Bestandsprovision von 0,5 v. H. sowie
eine Vergütung von 3 v. H. aus dem eingeworbenen
Kapital vereinbart. Seit dem 1. Januar 2020 wird eine
Erfolgsprovision von 10 v. H. der eingeworbenen Gelder
vereinbart. Ab 1. Januar 2021 beträgt die
Vermittlungsprovision 7 v. H. des eingeworbenen Kapitals.
o Managementvertrag: eine monatliche Pauschale
in Höhe von TEUR 7.
7. Sonstige Angaben
Nach § 267 Abs. 5 HGB sind
Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder,
Praktikanten und Auszubildende nicht, andererseits
Teilzeitbeschäftigte voll zu zählen. Demnach
beträgt die Zahl der angabepflichtigen Arbeitnehmer 2.
Mitglieder des Vorstands:
Peter Lewinsky, München
Auf die Angabe der Vorstandsbezüge wird in
Anwendung der Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB
verzichtet.
Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor,
den Jahresfehlbetrag 2022 in Höhe von EUR 429.879,60
zusammen mit dem Verlustvortrag 2020 in Höhe von EUR
2.557.850,65 auf neue Rechnung vorzutragen.
Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Kähler
(bis 31. Dezember 2022)
Rudolf G. Wiesmeier (seit 01. Januar 2023)
Aufsichtsrat Dr. Rüdiger Pantzer (seit 01.
September 2019)
Andreas Czerwinski (seit 11. Dezember 2020)
Das Honorar für den Aufsichtsrat beläuft
sich im Geschäftsjahr auf EUR 10.000,00.
Das Abschlussprüfungshonorar beträgt
EUR 34.000,00.
8. Nachtragsbericht
Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine neue
Beteiligungsgesellschaft, die Eversoon AG gegründet.
Die Grüngold AG ist zu 37,75 v. H. an der Gesellschaft
beteiligt. Hauptgeschäftszweck der Gesellschaft ist
der Vertrieb von neuartigen Windkraftanlagen.
Das Bundesamt für Justiz hat mit Schreiben vom
26.10.2023 gegen die Grüngold AG ein Bußgeld von
EUR 250.000,00 wegen verspätet offengelegten
Jahresabschlusses 2021 festgesetzt, wogegen die
Grüngold AG Rechtsmittel eingelegt hat, worüber
aktuell noch nicht entschieden ist.
Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage
Pliening KG den Gasliefervertrag mit dem bisherigen
Abnehmer außerordentlich gekündigt, woraufhin am
20.05.2023 rechtliche Schritte gegen die Grüngold
Biogasanlage Pliening KG eingeleitet wurden. Der Streitwert
beläuft sich auf ca. EUR 11,5 Mio.; unsere
juristischen Berater rechnen jedoch, wie wir selbst, nicht
mit einer erfolgreichen Klage. Die möglichen
Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Grüngold AG sind im Abschnitt
"Chancen- und Risikenbericht" im Lagebericht der
Grüngold AG für das Geschäftsjahr 2022
dargestellt.
Der Beschluss der Hauptversammlung über die
Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
2021 erfolgte am 30.11.2023.
Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren
Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die
wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.
Weilheim, den 7. Dezember
2023
gez.
Lewinsky, Vorstand
Anlagenspiegel zum 31.12.2022
Grüngold AG Betrieb und Finanzierung von
Biogasanlagen, Weilheim i.OB
|
Anschaffungs-,
Herstellungs-
|
Zugänge Abgänge-
|
kumulierte
Abschreibungen
|
|
kosten
|
|
|
|
01.01.2022
|
|
31.12.2022
|
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
A. Anlagevermögen
|
|
|
|
I. Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
|
|
|
1. entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
|
5.830,00
|
|
5.829,00
|
Summe Immaterielle
Vermögensgegenstände
|
5.830,00
|
|
5.829,00
|
II. Sachanlagen
|
|
|
|
1. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattung
|
7.688,91
|
4.298,13
|
11.255,04
|
Summe Sachanlagen
|
7.688,91
|
4.298,13
|
11.255,04
|
III. Finanzanlagen
|
|
|
|
1. Anteile an
verbundenen Unternehmen
|
1.398.065,12
|
|
0,00
|
2. Ausleihungen an
verbundene Unternehmen
|
702.392,68
|
628.289,17-
|
0,00
|
Summe Finanzanlagen
|
2.100.457,80
|
628.289,17-
|
0,00
|
Summe Anlagevermögen
|
2.113.976,71
|
4.298,13
628.289,17-
|
17.084,04
|
Abschreibungen
Zuschreibungen-
|
Buchwert
|
Buchwert
|
vom 01.01.2022
|
|
|
bis 31.12.2022
|
31.12.2022
|
31.12.2021
|
EUR
|
EUR
|
EUR
|
1.067,00
|
1,00
|
1.068,00
|
1.067,00
|
1,00
|
1.068,00
|
5.243,13
|
732,00
|
1.677,00
|
5.243,13
|
732,00
|
1.677,00
|
|
1.398.065,12
|
1.398.065,12
|
|
74.103,51
|
702.392,68
|
|
1.472.168,63
|
2.100.457,80
|
6.310,13
|
1.472.901,63
|
2.103.202,80
|
Bericht des Aufsichtsrats
Grüngold AG, Weilheim
Bericht des Aufsichtsrats zur Prüfung des
Jahresabschlusses zum 31.12.2022
Bericht an die Hauptversammlung:
Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss
bezüglich Bilanz/Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang
und Lagebericht geprüft.
Auch unterjährig wurden die Zahlen der
Buchhaltung regelmäßig besprochen und sonstige
außerordentlichen Vorkommnisse mit dem Vorstand
besprochen.
Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Prüfung
des Abschlussprüfers zugestimmt.
Der Aufsichtsrat erhebt keine Einwendungen zur
Prüfung und billigt somit den Abschluss.
Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss per
31.12.2022 fest.
gez.Wiesmeier Vorsitzender des Aufsichtsrats
Weilheim, den 20. März
2024
sonstige Berichtsbestandteile
gez. Lewinsky
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 20.03.2024 festgestellt.
BESTÄTIGUNGSVERMERK
DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Grüngold AG Prüfungsurteile Wir haben
den Jahresabschluss der Grüngold AG - bestehend aus
der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und
Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang,
einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
- geprüft. Darüber hinaus haben wir den
Lagebericht der Grüngold AG für das
Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in
allen wesentlichen Belangen den deutschen, für
Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage und
der Gesellschaft zum 31.12.2022 sowie ihrer Ertragslage
für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum
31.12.2022 und
- vermittelt der beigefügte Lagebericht
insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht
dieser Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften unter
Berücksichtigung des VermAnlG und stellt die Chancen
und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB und
§ 25 VermAnlG i.V.m. § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben
unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts in Übereinstimmung § 317 HGB und
§ 25 VermAnlG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Wir
machen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter
im Abschnitt "Verbindlichkeiten" des Anhangs sowie im
Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts
aufmerksam, in welchen die gesetzlichen Vertreter
beschreiben, dass die Grüngold AG für die
Einwerbung von Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt
für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017
genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlicht und in der
Folgezeit im Falle von vier von 18 Serien bei jeweils mehr
als 20 Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage eines
prospektähnlichen Informationsmemorandums eingeworben
hat. Deshalb hätte sie gemäß § 6
VermAnlG im Falle der gegenständlichen vier Serien
jeweils einen erneut von der BAFin genehmigten
Verkaufsprospekt veröffentlichen müssen, da die
Ausnahme von der Veröffentlichungspflicht
gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 3 a)
VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die
Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien
jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben
hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher
gemäß § 21 VermAnlG zur Rückabwicklung
ihrer Nachrangdarlehen berechtigt.
Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir
verweisen auf die Ausführungen im Abschnitt
"Allgemeine Angaben" im Anhang sowie in den Abschnitten
"Gesamtaussage" und "Chancen- und Risikobericht" im
Lagebericht der Gesellschaft, in welchen die gesetzlichen
Vertreter erläutern, dass die Zahlungsfähigkeit
und damit die Fortführung der
Unternehmenstätigkeit der Grüngold AG davon
abhängt, dass die prognostizierten
Beteiligungserträge, welche seitens der r.e.
Bioenergie Betriebs GmbH & Co. 23. Biogas KG wesentlich
durch einen Rechtsstreit in Zusammenhang mit der
Kündigung des Gasabnahmevertrags im November 2022
belastet werden könnten, und auch die Umfinanzierung
und Einwerbung weiterer Nachrangdarlehen realisiert werden
können.
Im Abschnitt "Verbindlichkeiten" im Anhang sowie im
Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" im Lagebericht der
Gesellschaft beschreiben die gesetzlichen Vertreter ferner,
dass sich derzeit nicht ausschließen lässt, ob
und inwieweit die von der Grüngold AG in den
Darlehensverträgen verwandten Nachrangklauseln einer
höchstrichterlichen Prüfung eventuell nicht
standhalten könnten, womit für die Gesellschaft
ein Rechtsrisiko besteht, dessen Realisierung zur
Rückabwicklung von Darlehensverträgen durch die
BAFin oder Darlehensgeber führen könnte.
Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen
Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein
bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322
Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.
Sonstige Informationen Die sonstigen Informationen
betreffen die Versicherungen der gesetzlichen Vertreter zum
Jahresabschluss gemäß § 264 Abs. 2 Satz 3
HGB und zum Lagebericht gemäß § 289 Abs. 1
Satz 5 HGB.
Unsere Aufgabe im Rahmen der Abschlussprüfung
ist es die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu
würdigen, ob Abweichungen zu den Angaben im Abschluss,
Lagebericht und zu unseren ansonsten während der
Abschlussprüfung erlangten Erkenntnissen bestehen.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und
zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die oben
genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu
würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche
Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu
Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung
erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich
falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des
Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss und den
Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 25
VermAnlG i. V. m. § 317 HGB, unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine
wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder
Irrtümern resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken
wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter
- falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im
Lagebericht, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese
Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
ist bei Verstößen höher als bei
Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen
bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen
beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für
die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die
Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den
gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der
von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
geschätzten Werte und damit zusammenhängenden
Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die
Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im
Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen
oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser
jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum
Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise.
Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten
können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft
ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des
Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit
dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage der Gesellschaft.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von
den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch.
Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise
vollziehen wir dabei insbesondere die den
zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen.
Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger Mängel im internen
Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung
feststellen."
München, den
20.03.2024
WWT Wirtschaftstreuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez.
Christopher Schmitting, Wirtschaftsprüfer
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