Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 228194
Eingetragen
12.9.2016
Branche
Elektrizitätserzeugung aus erneuerbaren Energieträgern zur VerteilungGaserzeugung aus erneuerbaren EnergieträgernWagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Gegenstand
Finanzierung, Entwicklung sowie Übernahme und Betrieb von Projekten und Anlagen im Bereich Energien, z.B. Biogasanlagen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Peter Lewinsky
seit 12.9.2016
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Grüngold AG

Weilheim i.OB

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell

Die Grüngold AG beabsichtigt den Erwerb und Betrieb von Biogasanlagen oder weiteren Erneuerbare-Energien-Anlagen mit dem Ziel, CO2 neutrale Energie zu produzieren.

Die Grüngold AG arbeitet bisher hauptsächlich mit der BayWa r.e. Bioenergy GmbH zusammen. Die BayWa r.e. Bioenergy GmbH ist ein führender Hersteller von Biogasanlagen, die jeweils nach Fertigstellung oder Sanierung verkauft werden.

In diesem Zusammenhang hat die Grüngold AG zum 1. April 2019 im Rahmen eines share-deals die Biogasanlage "23. KG" in Pliening bei München von der BayWa r.e. Bioenergy GmbH übernommen.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die BayWa r.e. Bioenergy GmbH von dem australischen Investmentfonds Macquarie zu 100 v. H. übernommen; fortan firmiert die r.e. Bioenergy GmbH als VORN GmbH. Zum 1. August 2023 hat sich die Grüngold AG von der VORN GmbH getrennt und betreibt die ebenfalls umfirmierte Grüngold Biogasanlage Pliening KG (vormals: r.e. Bioenergy Betriebs GmbH & Co. 23. KG) eigenständig.

Es ist geplant, dass weitere Biogasanlagen akquiriert werden.

1.2. Steuerungssystem und Kennziffern der Gesellschaft

Das Unternehmen arbeitet in der Berichtsperiode 2022 mit Key Performance Indicators respektive Steuerungskennziffern, um das Unternehmen zu navigieren und weiterzuentwickeln.

Hierbei wurden Vorschauen/Forecasts sowie PLAN-/IST-Abweichungen erstellt. Im Einzelnen betrachtet das Unternehmen insbesondere die nachfolgenden Hauptkennziffern und deren Entwicklung:

I. Jahresergebnis
II. Beteiligungsergebnis

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Über 9.700 Biogasanlagen in Deutschland tragen bereits heute maßgeblich zum Klimaschutz bei. Pro Jahr spart Biogas ca. 20 Mio. t CO2 ein. Nach dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist eine zusätzliche jährliche Reduktion der Treibhausgas-Emissionen von bis zu 174 Mio. t erforderlich, um das Reduktionsziel allein im Energiesektor zu erreichen. Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, das aus Biomasse, wie beispielsweise organischem Abfall, Mist und Gülle oder Energiepflanzen, in modernen Anlagen produziert wird - eine sehr nachhaltige Art der Energiebereitstellung, die absolut CO2-neutral abläuft. Biogas lässt sich problemlos speichern, transportieren, verteilen und vielfach nutzen, ganz nach Bedarf. Biogas ist außerdem ein Wirtschaftsmotor, insbesondere für den ländlichen Raum. Mit einem Umsatz von ca. 9 Mrd. EUR im Jahr werden ca. 46.000 Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen Betrieben in der Landwirtschaft gesichert. Quelle: Biogasverband
Aufgrund des Inkrafttretens der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED-II) ist mit einem deutlichen Anstieg des Biomethanpreises zu rechnen. Je nach Einsparung von CO2 werden Preissteigerungen bis zu einem Faktor 3,4 erwartet. Dies führt zu einer signifikanten Verbesserung der Ertragsprognose der bestehenden Anlage, eröffnet aber auch interessante unternehmerische Optionen für weitere Biogasaktivitäten.

2.2. Geschäftsverlauf

Die im April 2019 übernommene Biogasanlage Pliening produziert ca. 42 GWh Energie bei einem Umsatz von ca. EUR 4,76 Mio. im Geschäftsjahr 2022. Sie ist technisch in einem sehr guten Zustand und wurde früher von den Servicemitarbeitern der BayWa r.e. Bioenergy GmbH geführt. Seit Anfang 2023 wurde die Anlage von der Gesellschaft selbst geführt. Die Ertragskraft ist stabil mit klar steigender Tendenz bis zum Ende der Planungsperiode als Mais- danach als Bio-Reststoff-Anlage. Gemeinsam mit unserer früheren Betreiberfirma BayWa r.e. Bioenergy GmbH wurden einige wesentliche Optimierungen auf der Anlage angestoßen und teilweise bereits umgesetzt.

Die Gesellschaft konnte ab Ende 2017, nachdem der Prospekt zum Erwerb und Betrieb von Biogasanlagen durch die BaFin genehmigt wurde, beginnen, wie vorgesehen Beteiligungsgelder in Form von Nachrangdarlehen einzuwerben und hat bis Ende 2022 eine Summe von EUR 5.513.000,00 eingeworben. Davon wurden EUR 698.000,00 bis Ende 2022 bereits wieder getilgt. Ferner erhielt die Firma zusätzlich EUR 331.780,60 als atypisch stille Einlage seitens der Beteiligungsgesellschaft IntelligentEnergy AG & Co. KG. Davon wurden EUR 254.542,08 bis Ende 2022 bereits wieder getilgt.

Der Gesellschaft flossen im Berichtsjahr EUR 372.803,60 an Beteiligungserträgen der Grüngold Biogasanlage Pliening KG zu.

Gemäß § 24 Vermögensanlagengesetz werden folgende Angaben gemacht.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 an den Vorstand EUR 86.879,04 bezahlt. Verschiedene freie Mitarbeiter erhielten EUR 224.410,00, davon EUR 108.000,00 der Gesellschafter. An festangestellte Mitarbeiter erfolgte eine Zahlung in Höhe von EUR 106.351,69.

Verkaufsprovisionen zur Anwerbung von Kapitalanlegern wurden in Höhe von EUR 98.435,00 gezahlt, davon EUR 34.450,00 an den Gesellschafter. Die Darlehensgeber der Nachrangdarlehen erhalten Zinsen in Höhe von EUR 269.188,38. Die Auszahlung erfolgte nach dem Stichtag.

Die Gesellschaft hat im Berichtsjahr EUR 563.046,10 an Vergütungen gezahlt, davon EUR 169.815,37 variabel.

Gemäß § 24 Abs. 1 Nr. 2 Vermögensanlagengesetz wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 264.729,04 an Führungskräfte und Mitarbeiter gezahlt, deren berufliche Tätigkeiten sich wesentlich auf das Risikoprofil von Emittenten von Vermögensanlagen auswirkte. Es wurden Vergütungen in Höhe von EUR 142.450,00 an den Gesellschafter geleistet.

Gemäß § 24 Vermögenanlagengesetz wurden für das Jahr 2022 an Zinsen für Nachrangdarlehen EUR 269.188,38 gezahlt, davon EUR 187.078,04 nach dem Bilanzstichtag.

2.3. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Vermögenslage

Der Erwerb der Biogasanlage Pliening erfolgte durch Unterzeichnung des Vertrags vom 4. Juli 2019 mit Wirkung zum 1. April 2019. Der Anlagenwert - inkl. eines zu übernehmenden Gesellschafterdarlehens betrug ein­schließlich Working Capital EUR 5.870.457,80. Die Grüngold AG ist alleinige Eigentümerin der Biogasanlage Pliening. Die Anteile an dieser Gesellschaft sind zum Bilanzstichtag mit EUR 1.398.065,12 angesetzt.

Die Bilanzsumme der Grüngold AG zum 31. Dezember 2022 beträgt EUR 5.693.132,84 (Vorjahr: EUR 5.247.231,72).

Das Anlagevermögen verzeichnete eine Abnahme um EUR 630.301,17 auf EUR 1.472.901,63, da eine Finanzanlage getilgt wurde.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände beliefen sich zum Bilanzstichtag auf EUR 950.675,22 (Vorjahr: EUR 598.441,15).

Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag hat sich um den Jahresfehlbetrag des Jahres 2022 auf EUR 2.925.230,31 erhöht.

Die Rückstellungen in Höhe von EUR 62.715,00 (Vorjahr: EUR 51.727,53) sind gestiegen aufgrund höherer Prüfungskosten.

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR 434.913,65 auf EUR 5.630.417,84. Dies betrifft im Wesentlichen die sonstigen Verbindlichkeiten. Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen EUR 5.503.547,02 (Vorjahr: EUR 4.930.530,70). Diese betreffen insbesondere die Verbindlichkeiten der Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 4.815.000,00, welche im Rahmen der Finanzierung der Beteiligung der 23. KG (Biogasanlage Pliening) abgeschlossen wurden. Die Nachrangdarlehen betragen zum Stichtag EUR 4.815.000,00 (Vorjahr: EUR 4.257.000,00). Es wurden im Geschäftsjahr 2022 EUR 981.000,00 neu aufgenommen und EUR 423.000,00 getilgt. Außerdem betreffen die sonstigen Verbindlichkeiten unter anderem Darlehen atypischer Gesellschafter in Höhe von EUR 191.124,36, kurzfristige Darlehen in Höhe von EUR 100.000,00 sowie Verbindlichkeiten aus der Einbehaltung von Kapitalertragsteuer in Höhe von EUR 206.944,00 und Verbindlichkeiten aus noch nicht ausbezahlten Zinsen für das Jahr 2022 in Höhe von EUR 187.078,04. Die Kapitalertragsteuer wurde 2023 abgeführt.

Finanzlage

Zum Stichtag 31. Dezember 2022 belief sich das Bankguthaben auf EUR 205.290,82 (Vorjahr: EUR 50.237,12). Die Gesellschaft war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit in der Lage, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die Grüngold AG Umsatzerlöse in Höhe von EUR 334.748,07 (Vorjahr: EUR 155.506,00). Diese entfallen im Wesentlichen auf die Management-Fee der Beteiligungsgesellschaft in Höhe von EUR 144.000,00 (Vorjahr: EUR 144.000,00) sowie Weiterberechnungen von Kosten an der Beteiligungsgesellschaft.

Die im Geschäftsjahr 2022 für die Erzielung der Erlöse entstandenen Materialaufwendungen betrugen EUR 203.589,50 (Vorjahr: EUR 150.725,92). Diese setzten sich ausschließlich aus Aufwendungen für bezogene Leistungen zusammen. Diese erhöhten sich im We­sentlichen aufgrund von bezogenen sonstigen Leistungen des Vorstands (EUR 86.879,04) sowie aufgrund von Beraterleistungen (EUR 116.410,46).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 613.236,15 (Vorjahr: EUR 520.462,14) entfallen auf Fremdarbeiten (Vertrieb und Akquisition) in Höhe von EUR 71.380,00 sowie auf Verkaufsprovisionen in Höhe von EUR 98.435,37. Die Beratungsleistungen von EUR 108.000,00 wurden ausschließlich vom Hauptaktionär erbracht.

Die Zinserträge betragen im Geschäftsjahr 2022 EUR 50.341,06 (Vorjahr: EUR 52.249,85) und stellen im Wesentlichen Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 33.826,58 (Vorjahr: EUR 42.143,52) dar.

Die Zinsaufwendungen betragen im Geschäftsjahr 2022 EUR 274.722,10 (Vorjahr: EUR 238.497,60). Die Zinsaufwendungen beziehen sich nahezu ausschließlich auf die abgeschlossenen Nachrangdarlehen.

Es wurde ein Jahresfehlbetrag von EUR 429.879,66 (Vorjahr: EUR 681.486,85) erzielt.

Gesamtaussage

Im Geschäftsjahr 2022 wurde wiederholt ein die Prognose überschreitender Jahresfehlbetrag erzielt. Der Jahresfehlbetrag im Geschäftsjahr 2022 resultiert aus hohen Zinsaufwendungen sowie höherer sonstiger betrieblicher Aufwendungen für Projektentwicklung und geringer Beteiligungserträge aus der Grüngold Biogasanlage Pliening KG. Die Prognose aus dem Vorjahr wurde aufgrund des Ausbleibens von Erlösen aus Beratungsleistungen im Bereich des erneuerbaren Energiesektors, Merger & Acquisition nicht erreicht.

Diese stellen anfängliche Verluste dar, welche seit dem Jahr 2023 durch die Einnahmen aus der Beteiligung an der Grüngold Biogasanlage Pliening KG sowie geplanten weiteren Akquisitionen ausgeglichen werden sollen.

Wesentliche Quelle zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft ist neben den Beteiligungserträgen seitens der Grüngold Biogasanlage Pliening KG die Umfinanzierung und Einwerbung von Nachrangdarlehen zur Begleichung von Aufwendungen insbesondere auch für die Projektentwicklung im Bereich von Biogas und Windenergie.

Wir stufen die Lage im Geschäftsjahr 2022 unter den erheblich hemmenden Einflüssen von Covid 19 als dennoch befriedigend ein. Besonders hemmend stellte sich allerdings die Suche nach weiteren, geeigneten Investitionsobjekten dar.

Im Jahr 2023 flossen der Gesellschaft wesentlich höhere Beteiligungserträge aus der Grüngold Biogasanlage Pliening KG zu, wodurch sich auch die Liquiditätslage entspannte.

3. Prognosebericht

3.1. Prognosebericht Grüngold Biogasanlage Pliening KG

Der originäre Plan für die Biogasanlage Pliening sah für den Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 einen Umsatz von insgesamt EUR 4,44 Mio. vor. Tatsächlich wurden Umsatzerlöse in Höhe von EUR 4,76 Mio. erzielt. Damit hat sich die technische Leistung der Anlage bestätigt.

Aufgrund der Einführung erheblicher Kontrollmechanismen bei Rohstoffqualität und Ernteprozessen im Geschäftsjahr 2022 sowie durch neu vereinbarte Abnahmepreise für das Biomethangas, wurden neue Konditionen vereinbart, die bereits Ende des Geschäftsjahres 2022 erhebliche Verbesserungen brachten. Für das Geschäftsjahr 2023 wird mit einem positiven Jahresüberschuss von ca. EUR 1,1 Mio. gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2024 wird mit einem ähnlichen Jahresüberschuss als für das Jahr 2023 geplant.

3.2. Prognosebericht Grüngold AG

In dem Geschäftsjahr 2023 wird aufgrund des erwarteten positiven Beteiligungsergebnisses aus der KG mit einem Jahresüberschuss von ca. EUR 300.000,00 gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2024 wird mit einem ähnlichen Jahresüberschuss als für das Jahr 2023 geplant.

4. Chancen- und Risikobericht

Durch den Erwerb der ersten Biogasanlage unterliegt die Gesellschaft den üblichen betrieblichen Risiken von Betreibern von Biogasanlagen. Es ist der Kauf weiterer Biogasanlagen angedacht, so dass die erwartete Rendite der Gesellschaft weiter erhöht werden kann. Ferner sind diverse Erweiterungsmaßnahmen für Pliening angedacht sowie die Installation einer CO2-Verflüssigungsanlage
Dank der klaren Richtlinien des Geschäftsmodells werden nur solche Projekte ausgewählt, die mit langfristigen Abnahme-, Zuliefer- und Bertreiberverträgen ausgestattet sind. Dadurch sind sowohl die Erlösströme abgesichert und Dank vorgegebener Kosten auch die Erträge stabil planbar.

Als Risiken sind politische Änderungen mit negativen Auswirkungen anzusehen, jedoch durch die zunehmende Umwelt- und CO2-Sensibilisierung kann eher ein umgekehrter Effekt erwartet werden.

Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage Pliening KG den Gasliefervertrag mit dem bisherigen Abnehmer außerordentlich gekündigt, woraufhin am 20.05.2023 rechtliche Schritte gegen die Grüngold Biogasanlage Pliening KG eingeleitet wurden. Der Streitwert beläuft sich auf ca. EUR 11,5 Mio.; unsere juristischen Berater rechnen jedoch, wie wir selbst, nicht mit einer erfolgreichen Klage.

Die Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft hängen davon ab, dass die prognostizierten Beteiligungserträge, welche wesentlich durch den Rechtsstreit in Zusammenhang mit der Kündigung des Gasabnahmevertrags im November 2022 belastet werden könnten, und in 2024 f. insbesondere auch die Umfinanzierung und Einwerbung von Nachrangdarlehen realisiert werden können und die Grüngold AG auch eine eventuelle zukünftige Rückabwicklung von Nachrangdarlehen bewältigen kann.

Denn die "Die Grüngold AG hat für die Einwerbung von Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017 genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlicht. In der Folgezeit hat sie im Falle von vier von 18 Serien bei jeweils mehr als 20 Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage eines prospektähnlichen Informationsmemorandums in Höhe von gesamt EUR 2,3 Mio. eingeworben. Deshalb hätte sie gemäß § 6 VermAnlG für vier Serien jeweils einen von der BAFin jeweils erneut genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlichen müssen, da die Ausnahme von der Veröffentlichungspflicht gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 3 a) VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher gemäß § 21 VermAnlG grundsätzlich zur Rückabwicklung ihrer Nachrangdarlehen berechtigt, ungeachtet der für sie eventuellen wirtschaftlichen Nachteiligkeit der Rückabwicklung. Derzeit lässt sich ferner nicht ausschließen, ob und inwieweit die von der Gesellschaft in den Darlehensverträgen verwandten Nachrangklauseln einer höchstrichterlichen Prüfung eventuell nicht standhalten könnten, womit für die Gesellschaft ein Rechtsrisiko verbleibt, dessen Realisierung zur Rückabwicklung von Darlehensverträgen durch die BAFin oder Darlehensgeber führen könnte.

Vor diesem Hintergrund besteht eine wesentliche Unsicherheit, die Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwirft und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Etwaige zur Diskussion stehende Reduzierungen von EEG-(Erneuerbare-Energien-Gesetz) Förderungen sind aufgrund der gesamtpolitischen Sensibilität hinsichtlich weiterer Umweltmaßnahmen nicht zu erwarten. Im Gegenteil, die bereits beschriebenen RED II Maßnahmen lassen deutliche Gewinnerhöhungen für Biogasanlagen annehmen.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Als Vorstand der Grüngold AG versichere ich, Peter Lewinsky, dass im Lagebericht nach bestem Wissen der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Grüngold AG vermittelt wird und dass die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft mit ihrenwesentlichen Chancen und Risiken beschrieben sind.

 

Weilheim, den 7. Dezember 2023

gez. Lewinsky, Vorstand

Bilanz

Aktiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Anlagevermögen 1.472.901,63 2.103.202,80
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1,00 1.068,00
II. Sachanlagen 732,00 1.677,00
1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 732,00 1.677,00
III. Finanzanlagen 1.472.168,63 2.100.457,80
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.398.065,12 1.398.065,12
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 74.103,51 702.392,68
B. Umlaufvermögen 1.295.000,90 648.678,27
I. Vorräte 139.034,86  
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 950.675,22 598.441,15
1. Forderungen gegen Gesellschafter 610.849,68 412.871,92
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 610.849,68 412.871,92
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 223.687,68 0,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 116.137,86 185.569,23
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 205.290,82 50.237,12
C. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.925.230,31 2.495.350,65
Aktiva 5.693.132,84 5.247.231,72

Passiva

31.12.2022
EUR
31.12.2021
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 50.000,00 50.000,00
II. Kapitalrücklage 12.500,00 12.500,00
III. Verlustvortrag 2.557.850,65 1.876.363,80
IV. Jahresfehlbetrag 429.879,66 681.486,85
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 2.925.230,31 2.495.350,65
B. Rückstellungen 62.715,00 51.727,53
C. Verbindlichkeiten 5.630.417,84 5.195.504,19
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,00 176.796,97
davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr 0,00 176.796,97
2. sonstige Verbindlichkeiten 5.630.417,84 5.018.707,22
davon mit Restlaufzeit bis zu einem Jahr 1.444.293,48 1.542.012,50
davon mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr 4.186.124,36 3.476.694,72
Passiva 5.693.132,84 5.247.231,72

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1. Rohergebnis 148.382,98 15.579,00
2. Personalaufwand 129.561,46 48.612,80
a) Löhne und Gehälter 106.351,69 38.168,00
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 23.209,77 10.444,80
3. Abschreibungen 6.310,13 16.234,13
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 6.310,13 2.734,13
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten   13.500,00
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 613.236,15 520.462,14
5. Erträge aus Beteiligungen 373.303,60 75.262,93
davon aus verbundenen Unternehmen 373.303,60 75.262,93
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 50.341,06 52.249,85
davon aus verbundenen Unternehmen 33.826,58 42.143,52
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 274.722,10 238.497,56
8. Ergebnis nach Steuern -451.802,20 -680.714,85
9. sonstige Steuern -21.922,54 772,00
10. Jahresfehlbetrag 429.879,66 681.486,85

Anhang


Grüngold AG Weilheim
Anhang zum Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022

1. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde nach den gesetzlichen Vorschriften des HGB- und des Aktiengesetzes erstellt. Weiterhin wurden die Bestimmungen des Vermögensanlagengesetzes beachtet.

Der Vorstand der Gesellschaft versichert, gemäß § 264 Abs. II, Satz 3 HGB, dass nach bestem Wissen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild im Sinne des Satzes 1 vermittelt.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB. Aufgrund des § 24 Vermögensanlagengesetz (VermAnIG) muss die Gesellschaft die Rechnungslegungsvorschriften des § 267 Abs. 3 HGB für mittelgroße Kapitalgesellschaften anwenden.

Die Gesellschaft firmiert unter
Grüngold AG

und hat ihren Sitz in Weilheim und ist beim Registergericht München unter HRB 228194 eingetragen.

Der Abschluss wurde unter der Going Concern Prämisse aufgestellt.

Wesentliche Quelle zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit und damit zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Gesellschaft ist neben den Beteiligungserträgen seitens der Grüngold Biogasanlage Pliening KG, welche wesentlich durch einen Rechtsstreit in Zusammenhang mit der Kündigung des Gasabnahmevertrags im November 2022 belastet werden könnten, die Umfinanzierung und Einwerbung von Nachrangdarlehen zur Begleichung von Aufwendungen insbesondere auch für die Projektentwicklung im Bereich von Biogas und Windenergie. Insofern besteht ein bestandsgefährdendes Risiko.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Immaterielle Vermögensgegenstände, das Sachanlagevermögen sowie das Finanzanlagevermögen sind mit den Anschaffungs-/Herstellungskosten angesetzt. Die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Gegenstände des Anlagevermögens wurden im Jahr des Zugangs pro rata temporis abgeschrieben.

Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände und entsprechend den steuerlichen Vorschriften linear vorgenommen. Geringwertige Wirtschaftsgü­ter bis zu einem Wert von EUR 800,00 wurden im Zugangsjahr voll abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände wurden mit ihrem Nennwert angesetzt.

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages bewertet.

Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag bilanziert.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

3. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen und Finanzanlagevermögen
Die Entwicklung des Anlagevermögens nach § 268 Abs. 2 HGB im Geschäftsjahr 2022 ist dem in Anlage 3/9 beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen.

Die Gesellschaft hat am 15. September 2017 zusammen mit Herrn Peter Lewinsky die IntelligentEnergy AG & Co. KG mit Sitz in Weilheim gegründet (HRA 1076 96, Amtsgericht München).
Diese Gesellschaft hat EUR 331.780,60 als atypisch stille Einlage an die Grüngold AG geleistet.

Die Grüngold AG hat im Jahr 2020 für EUR 1.398.065,12 die Geschäftsanteile der Grüngold Biogasanlage Pliening KG (vormals: r.e.rgie Betriebs GmbH & Co. 23. KG genannt) endgültig erworben, die die Biogasanlage in Pliening betreibt. Im Rahmen der Übernahme der KG-Anteile hat sie zusätzlich ein Darlehen in Höhe von EUR 972.000,00 als Finanzanlage an die 23. KG ausgereicht. Dieses wurde im Berichtsjahr komplett getilgt.

(2)  Forderungen aus Lieferungen und Leistungen/Sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen Forderungen gegenüber Gesellschaftern in Höhe von EUR 610.849,68 (Vorjahr: EUR 412.871,92).

(3) Flüssige Mittel
In den Bilanzposten sind Guthaben bei Kreditinstituten enthalten.

(4) Eigenkapital
Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von EUR 2.925.230,31 aus.

Hierbei handelt es sich um Anlaufkosten der Projektvorbereitung und -entwicklung; die Gesellschaft konnte aufgrund von Verzögerungen bei der Erstellung des BaFin-Verkaufsprospekts erst ab dem Ende des Geschäftsjahres 2017 mit dem Einwerben des für die angebotene Biogasanlage notwendigen Kapitals (Nachrangdarlehen) beginnen.

Bis zum Ende des Jahres 2022 wurden Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 5.513.000,00 sowie eine atypisch stille Einlage von EUR 331.780,60 eingeworben. Von der atypisch stillen Einlage wurden EUR 225.503,60 bereits zurückgezahlt. Von den Nachrangdarlehen wurden bis zum Bilanzstichtag bereits EUR 698.000,00 getilgt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden EUR 423.000,00 getilgt.

(5) Sonstige Rückstellungen
Die ausgewiesenen sonstigen Rückstellungen in Höhe von EUR 62.715,00 (Vorjahr: EUR 51.727,53) betreffen im Wesentlichen Kosten der Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses.

(6) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 126.870,82 (Vorjahr: EUR 88.176,52) sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen EUR 5.503.547,02 (Vorjahr: EUR 4.930.530,70). Dies betreffen zum einen Darlehensverbindlichkeiten von verbunden Unternehmen in Höhe von EUR 106.277,00 und zum anderen hauptsächlich Nachrangdarlehen, welche im Rahmen der Finanzierung der Beteiligung der 23. KG (Biogasanlage Pliening) abgeschlossen wurden. Die Nachrangdarlehen betragen zum Stichtag EUR 4.815.000,00 (Vorjahr:
EUR 4.257.000,00). Es wurden im Geschäftsjahr 2022 Nachrangdarlehen in Höhe von EUR 981.000,00 neu aufgenommen.

Verbindlichkeitenspiegel
Gesamt

bis zu 1 Jahr
mehr als 1 Jahr
mehr als 5 Jahre

EUR

EUR
EUR
EUR
Nachrangdarlehen
4.815.000,00

820.000,00
3.890.000,00
105.000,00
Darlehensverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen


106.277,00


0,00


0,00


106.277,00
Verbindlichkeiten gegenüber stillen Gesellschaftern
84.847,36

0,00

84.847,00

0,00
Kurzfristige Darlehensverbindlichkeiten
100.000,00

100.000,00

0,00

0,00
Sonstige Verbindlichkeiten
397.422,66

397.422,66
0,00
0,00

5.503.547,02

1.317.422,66
3.974.847,36
211.277,00



Die Grüngold AG hat für die Einwerbung von Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017 genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlicht. In der Folgezeit hat sie im Falle von vier von 18 Serien bei jeweils mehr als 20 Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage eines prospektähnlichen Informationsmemorandums eingeworben. Deshalb hätte sie gemäß § 6 VermAnlG für vier Serien jeweils einen von der BAFin genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlichen müssen, da die Ausnahme von der Veröffentlichungspflicht gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 3 a) VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher gemäß § 21 VermAnlG grundsätzlich zur Rückabwicklung ihrer Nachrangdarlehen berechtigt, ungeachtet der für sie eventuellen wirtschaftlichen Nachteiligkeit der Rückabwicklung.

Derzeit lässt sich ferner nicht ausschließen, ob und inwieweit die von der Gesellschaft in den Darlehensverträgen verwandten Nachrangklauseln einer höchstrichterlichen Prüfung eventuell nicht standhalten könnten, womit für die Gesellschaft ein Rechtsrisiko verbleibt, dessen Realisierung zur Rückabwicklung von Darlehensverträgen durch die BAFin oder Darlehensgeber führen könnte.

Die Risiken in Zusammenhang mit den Verbindlichkeiten der Grüngold AG aus den abgeschlossenen Nachrangdarlehensverträgen sind im Übrigen im Abschnitt "Chancen- und Risikenbericht" im Lagebericht der Grüngold AG für das Geschäftsjahr 2022 dargestellt.
4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Bei den Umsatzerlösen in Höhe von EUR 334.748,07 handelt es sich im Wesentlichen um die Management-Fee der Beteiligungsgesellschaft (EUR 144.000,00) sowie Weiterberechnung von Kosten an verbundenen Unternehmen.

Materialaufwand

Der Materialaufwand des Geschäftsjahres von EUR 203.289,50 betraf Aufwendungen für bezogene Leistungen.

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen hauptsächlich sonstige Leistungen des Vorstands sowie Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Biogasanlage Pliening.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von EUR 613.236,15 (Vorjahr: EUR 520.462,14) handelt es sich im Wesentlichen um Beratungskosten in Höhe von EUR 201.884,31 und Verkaufsprovisionen in Höhe von EUR 98.435,37 sowie Fremdarbeiten im Vertrieb in Höhe von EUR 71.380,00. Die Beratungskosten werden größtenteils vom Hauptaktionär (Gesellschafter) erbracht.

Erträge aus Beteiligungen

Die Erträge betreffen den Gewinnanspruch 2022 aus der Grüngold Biogasanlage Pliening KG in Höhe von EUR 373.303,60.

Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage Pliening KG den Gasabnahmevertrag mit dem bisherigen Abnehmer außerordentlich gekündigt, nachdem der Abnehmer, die seit Juni 2022 angezeigten nicht tragbaren Herstellkostenerhöhungen ignorierte. Es wurde ein neuer Abnahmevertrag mit einer dritten Partei geschlossen und um Faktor 3 höhere Abnahmepreise festlegt. Aufgrund dieser außerordentlichen Kündigung wurden rechtliche Schritte gegen die Gesellschaft eingeleitet. Der Streitwert beläuft sich zwar auf ca. 11,5 Millionen Euro; unsere juristischen Berater rechnen wie wir nicht mit einer erfolgreichen Klage. Vorsichtshalber wird in der Gesellschaft im Jahr 2023 EUR 200.000,00 zurückgestellt.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die Zinserträge betragen im Geschäftsjahr 2022 EUR 50.341,06 und stellen im Wesentlichen Zinserträge aus verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 33.826,58 (Vorjahr: EUR 42.143,62) dar.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen betragen im Geschäftsjahr EUR 274.722,10 (Vorjahr: EUR 238.497,56). Die Zinsaufwendungen beziehen sich nahezu ausschließlich auf die abgeschlossenen Nachrangdarlehen.

Jahresfehlbetrag

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2022 in Höhe von EUR 429.879,66 zusammen mit dem Verlustvortrag 2021 in Höhe von EUR 2.557.850,65 auf neue Rechnung vorzutragen.

5. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Bilanzstichtag bestand eine sonstige finanzielle Verpflichtung aus:

Mietverhältnis:
Für das Büro in Weilheim sind monatlich EUR 990,00 anzusetzen. Das Mietverhältnis ist kurzfristig kündbar.

6. Angaben zu Geschäften mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Es bestehen folgende Verträge mit nahestehenden Personen:

Verträge mit dem Alleinaktionär Rudolf Wiesmeier:

o Vereinbarung über die Führung eines Verrechnungskontos zwischen den Parteien: Es wird vereinbart, dass der laufende Zahlungsverkehr zwischen den Parteien mit 4 v. H. Verzinsung p.a. abgerechnet wird. Die insoweit ungesicherten Forderungen der Gesellschaft betragen zum 31.12.2022 EUR 610.849,68 (i.V. EUR 412.871,92).
o Beratungsvertrag: über Marketing und Unternehmensdarstellung, Akquise von neuen Biogasanlagen sowie Entwicklung neuer Geschäftsfelder über die Gesellschaft. Es wird eine monatliche Pauschale in Höhe von TEUR 9 vereinbart.
o Weiterer Beratungsvertrag: über die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts für die Platzierung von Nachrangdarlehen für die Gesellschaft. Es wird eine erfolgsabhängige Vergütung in Höhe von 0,4 v. H. der eingesammelten Gelder vereinbart.
o Vertriebsvertrag für Kapitaleinwerbung: Es werden für die Einwerbung von Nachrangdarlehen eine Abschlussprovision in Höhe von 9 v. H., eine jährliche Bestandsprovision von 0,5 v. H. sowie eine Vergütung von 3 v. H. aus dem eingeworbenen Kapital vereinbart. Seit dem 1. Januar 2020 wird eine Erfolgsprovision von 10 v. H. der eingeworbenen Gelder vereinbart. Ab 1. Januar 2021 beträgt die Vermittlungsprovision 7 v. H. des eingeworbenen Kapitals.
o Managementvertrag: eine monatliche Pauschale in Höhe von TEUR 7.

7. Sonstige Angaben

Nach § 267 Abs. 5 HGB sind Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder, Praktikanten und Auszubildende nicht, andererseits Teilzeitbeschäftigte voll zu zählen. Demnach beträgt die Zahl der angabepflichtigen Arbeitnehmer 2.

Mitglieder des Vorstands:

Peter Lewinsky, München
Auf die Angabe der Vorstandsbezüge wird in Anwendung der Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den Jahresfehlbetrag 2022 in Höhe von EUR 429.879,60 zusammen mit dem Verlustvortrag 2020 in Höhe von EUR 2.557.850,65 auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Klaus Kähler (bis 31. Dezember 2022)
Rudolf G. Wiesmeier (seit 01. Januar 2023)
Aufsichtsrat Dr. Rüdiger Pantzer (seit 01. September 2019)
Andreas Czerwinski (seit 11. Dezember 2020)

Das Honorar für den Aufsichtsrat beläuft sich im Geschäftsjahr auf EUR 10.000,00.

Das Abschlussprüfungshonorar beträgt EUR 34.000,00.

8. Nachtragsbericht

Im Geschäftsjahr 2023 wurde eine neue Beteiligungsgesellschaft, die Eversoon AG gegründet. Die Grüngold AG ist zu 37,75 v. H. an der Gesellschaft beteiligt. Hauptgeschäftszweck der Gesellschaft ist der Vertrieb von neuartigen Windkraftanlagen.

Das Bundesamt für Justiz hat mit Schreiben vom 26.10.2023 gegen die Grüngold AG ein Bußgeld von EUR 250.000,00 wegen verspätet offengelegten Jahresabschlusses 2021 festgesetzt, wogegen die Grüngold AG Rechtsmittel eingelegt hat, worüber aktuell noch nicht entschieden ist.

Im November 2022 hat die Grüngold Biogasanlage Pliening KG den Gasliefervertrag mit dem bisherigen Abnehmer außerordentlich gekündigt, woraufhin am 20.05.2023 rechtliche Schritte gegen die Grüngold Biogasanlage Pliening KG eingeleitet wurden. Der Streitwert beläuft sich auf ca. EUR 11,5 Mio.; unsere juristischen Berater rechnen jedoch, wie wir selbst, nicht mit einer erfolgreichen Klage. Die möglichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Grüngold AG sind im Abschnitt "Chancen- und Risikenbericht" im Lagebericht der Grüngold AG für das Geschäftsjahr 2022 dargestellt.

Der Beschluss der Hauptversammlung über die Feststellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts 2021 erfolgte am 30.11.2023.

Nach dem Bilanzstichtag sind keine weiteren Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die wesentliche finanzielle Auswirkungen haben.

 

Weilheim, den 7. Dezember 2023

gez. Lewinsky, Vorstand


Anlagenspiegel zum 31.12.2022
Grüngold AG Betrieb und Finanzierung von Biogasanlagen, Weilheim i.OB


Anschaffungs-,
Herstellungs-
Zugänge Abgänge-
kumulierte
Abschreibungen

kosten



01.01.2022

31.12.2022

EUR
EUR
EUR
A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
5.830,00

5.829,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände
5.830,00

5.829,00
II. Sachanlagen



1. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus­stattung
7.688,91
4.298,13
11.255,04
Summe Sachanlagen
7.688,91
4.298,13
11.255,04
III. Finanzanlagen



1. Anteile an verbundenen Unternehmen
1.398.065,12

0,00
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
702.392,68
628.289,17-
0,00
Summe Finanzanlagen
2.100.457,80
628.289,17-
0,00
Summe Anlagevermögen
2.113.976,71
4.298,13 628.289,17-
17.084,04
Abschreibungen Zuschreibungen-
Buchwert
Buchwert
vom 01.01.2022


bis 31.12.2022
31.12.2022
31.12.2021
EUR
EUR
EUR
1.067,00
1,00
1.068,00
1.067,00
1,00
1.068,00
5.243,13
732,00
1.677,00
5.243,13
732,00
1.677,00

1.398.065,12
1.398.065,12

74.103,51
702.392,68

1.472.168,63
2.100.457,80
6.310,13
1.472.901,63
2.103.202,80

Bericht des Aufsichtsrats

Grüngold AG, Weilheim

Bericht des Aufsichtsrats zur Prüfung des Jahresabschlusses zum 31.12.2022
Bericht an die Hauptversammlung:

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss bezüglich Bilanz/Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Lagebericht geprüft.

Auch unterjährig wurden die Zahlen der Buchhaltung regelmäßig besprochen und sonstige außerordentlichen Vorkommnisse mit dem Vorstand besprochen.

Der Aufsichtsrat hat dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zugestimmt.

Der Aufsichtsrat erhebt keine Einwendungen zur Prüfung und billigt somit den Abschluss.

Der Aufsichtsrat stellt den Jahresabschluss per 31.12.2022 fest.

gez.Wiesmeier Vorsitzender des Aufsichtsrats

 

Weilheim, den 20. März 2024

sonstige Berichtsbestandteile


gez. Lewinsky


Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 20.03.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Grüngold AG Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Grüngold AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
- geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Grüngold AG für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2022 bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für
Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage und der Gesellschaft zum 31.12.2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und
- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht im Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften unter Berücksichtigung des VermAnlG und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB und § 25 VermAnlG i.V.m. § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung § 317 HGB und § 25 VermAnlG i.V.m. § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Hinweis zur Hervorhebung eines Sachverhalts Wir machen auf die Ausführungen der gesetzlichen Vertreter im Abschnitt "Verbindlichkeiten" des Anhangs sowie im Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts aufmerksam, in welchen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass die Grüngold AG für die Einwerbung von Nachrangdarlehen einen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in 2017 genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlicht und in der Folgezeit im Falle von vier von 18 Serien bei jeweils mehr als 20 Anlegern Nachrangdarlehen auf Grundlage eines prospektähnlichen Informationsmemorandums eingeworben hat. Deshalb hätte sie gemäß § 6 VermAnlG im Falle der gegenständlichen vier Serien jeweils einen erneut von der BAFin genehmigten Verkaufsprospekt veröffentlichen müssen, da die Ausnahme von der Veröffentlichungspflicht gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 3 a)
VermAnlG nur gegriffen hätte, wenn die Grüngold AG bei den gegenständlichen vier Serien jeweils nicht mehr als 20 Nachrangdarlehen eingeworben hätte. Die betroffenen Darlehensgeber sind daher gemäß § 21 VermAnlG zur Rückabwicklung ihrer Nachrangdarlehen berechtigt.
Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf die Ausführungen im Abschnitt "Allgemeine Angaben" im Anhang sowie in den Abschnitten "Gesamtaussage" und "Chancen- und Risikobericht" im Lagebericht der Gesellschaft, in welchen die gesetzlichen Vertreter erläutern, dass die Zahlungsfähigkeit und damit die Fortführung der Unternehmenstätigkeit der Grüngold AG davon abhängt, dass die prognostizierten Beteiligungserträge, welche seitens der r.e. Bioenergie Betriebs GmbH & Co. 23. Biogas KG wesentlich durch einen Rechtsstreit in Zusammenhang mit der Kündigung des Gasabnahmevertrags im November 2022 belastet werden könnten, und auch die Umfinanzierung und Einwerbung weiterer Nachrangdarlehen realisiert werden können.
Im Abschnitt "Verbindlichkeiten" im Anhang sowie im Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" im Lagebericht der Gesellschaft beschreiben die gesetzlichen Vertreter ferner, dass sich derzeit nicht ausschließen lässt, ob und inwieweit die von der Grüngold AG in den Darlehensverträgen verwandten Nachrangklauseln einer höchstrichterlichen Prüfung eventuell nicht standhalten könnten, womit für die Gesellschaft ein Rechtsrisiko besteht, dessen Realisierung zur Rückabwicklung von Darlehensverträgen durch die BAFin oder Darlehensgeber führen könnte.
Damit wird auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hingewiesen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.
Sonstige Informationen Die sonstigen Informationen betreffen die Versicherungen der gesetzlichen Vertreter zum Jahresabschluss gemäß § 264 Abs. 2 Satz 3 HGB und zum Lagebericht gemäß § 289 Abs. 1 Satz 5 HGB.
Unsere Aufgabe im Rahmen der Abschlussprüfung ist es die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob Abweichungen zu den Angaben im Abschluss, Lagebericht und zu unseren ansonsten während der Abschlussprüfung erlangten Erkenntnissen bestehen.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder zu Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 25 VermAnlG i. V. m. § 317 HGB, unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter
- falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten
internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise.
Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten
zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen.
Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

 

München, den 20.03.2024


WWT Wirtschaftstreuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Christopher Schmitting, Wirtschaftsprüfer

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