Reflex Winkelmann Beteiligungs-GmbH
Selbe AdresseBeteiligungsgesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Sandra Dr. Bell seit 29.4.2025 | Geschäftsführer |
Alexander Eick seit 19.7.2022 | Geschäftsführer |
Christian Dr. Gerbaulet seit 7.1.2020 | Geschäftsführer |
André Schweitzer seit 1.8.2016 | Prokura |
Volker Hubert Mauel seit 1.7.2011 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Beteiligungs SE | 4.17% |
| 1.04% | |
Winkelmann Group | 0.83% |
| 0.52% |
Eigentümerstruktur und Kapitalverteilung des Unternehmens
2 von 3 Anteilseignern sichtbar
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KGAhlenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021A. Grundlagen des Konzerns Die Winkelmann Gruppe fokussiert sich auf die Herstellung von energieeffizienten Komponenten und Systemen für vielfältige Industriebereiche. Die Kernkompetenzen der Unternehmensgruppe werden in drei Geschäftsbereichen gebündelt: Im Geschäftsbereich Building + Industry, der mit mehreren Vertriebs- und Produktionsunternehmen am Markt agiert, werden emaillierte, indirekt beheizte Warmwasserspeicher/Warm- wassersolarspeicher, Einbaudruckausgleichsgefäße für wandhängende Heizungsthermen sowie die unter den Marken "reflex" und "nema" geführten Druckausgleichsgefäße und -anlagen sowie Nachspeise-, Entlüftungs- und Entgasungssysteme an den Großhandel sowie an OEM's geliefert. Das Produktsortiment wird durch "Heizungsverteiler" abgerundet, welche unter der Marke "Sinusverteiler" vertrieben werden und ihren Einsatz in Heizungszentralen sowie Kälteanlagen finden. Die Erfolgsfaktoren des Geschäftsbereichs Building + Industry liegen in der intensiven und internationalen Kundenbetreuung über ein Netz aus Produktions- und Vertriebsgesellschaften, reinen Vertriebsgesellschaften, Betriebsstätten und Repräsentanzen im In- und Ausland, kombiniert mit einem hoch leistungsfähigen Service für das Produktsortiment, sowie in dem Qualitätsstandard der hoch automatisierten Fertigungskapazitäten, die dennoch eine hohe Flexibilität auf Kundenwünsche in Form von kurzfristigen Mehrbedarfen aufweisen. Der Geschäftsbereich Automotive mit seinen verschiedenen Vertriebs- und Produktionsgesellschaften konzentriert sich auf die Entwicklung, die Fertigung und den Vertrieb von Motor- und Getriebebauteilen, die rotationssymmetrisch aus Stahl, Aluminium und Kunststoff geformt werden. Zum Produktspektrum zählen weiterhin Einspritzleitungen aus Edelstahl für Ottomotoren. Die Marktstellung in diesem Geschäftsbereich ergibt sich im Wesentlichen aus der Innovation hoch entwickelter Produkte mit teilweisen Alleinstellungsmerkmalen, aus effizienten Fertigungsverfahren, aus der bedienten Kundenvielfalt sowie aus dem Qualitätsstandard. Das Kundenportfolio setzt sich aus OEM's des Pkw- und Nutzfahrzeugbereiches sowie deren Systemlieferanten zusammen. Neben dem Standort Ahlen produziert und vertreibt der Geschäftsbereich seine Produkte mit eigenen Tochtergesellschaften in Polen, China, der Türkei und Mexiko und trägt damit der Internationalisierung und der Forderung nach kostengünstigen Fertigungsstandorten Rechnung. Der Geschäftsbereich Flowforming befasst sich mit der Entwicklung, der Fertigung und dem Vertrieb von rotationssymmetrischen Getriebekomponenten und Präzisionsrohren aus unterschiedlichsten Stahlsorten und Nichteisen-Legierungen. In Folge der Kaltverfestigung, die durch die vielfältigen spanlosen Umformverfahren erreicht wird, werden Bauteile produziert, die bei höchster Präzision wesentliche Gewichtsvorteile aufweisen. Die Produkte finden Einsatz in der Fahrzeugindustrie, dem Maschinenbau, der Luft-, Raumfahrt- und Wehrtechnik. Weiterhin umfasst das Produktspektrum Antriebswellen für Triebwerke, hydraulische Zylinder für Fahrwerke und für Türen sowie Akkumulatoren, die ebenfalls in der Luft- und Raumfahrttechnik Verwendung finden. Forschung und Entwicklung Der übergeordnete Rahmen für die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten wird durch die Unternehmensstrategie sowie durch die Unternehmensziele definiert. Oberstes Ziel hierbei ist es, die führende Position der Unternehmensgruppe Winkelmann in Bezug auf Technologie, Innovation und Qualität weiter auszubauen. Aus der Unternehmensstrategie und aus den konkret erkennbaren Chancen und Risiken relevanter Megatrends sind strategische Handlungsfelder für den Bereich Forschung und Entwicklung abgeleitet: Für den Geschäftsbereich Automotive liegt der Fokus in der Ausrichtung des Produktportfolios auf die rasante Entwicklung im Rahmen der Elektrifizierung, der Geschäftsbereich Building + Industry beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Entwicklung von Komponenten- und Systemlösungen für Anwendungen im Bereich der Heizung, Kühlung und Brauchwasser mit dem Fokus auf den Energiewandel insbesondere in Europa sowie der Integration digitaler Technologien. Die Bearbeitung der strategischen Handlungsfelder erfolgt zum Teil in intensiver Kooperation mit externen Partnern. Sowohl ein gutes Technologie-Netzwerk mit Forschungseinrichtungen als auch eine enge Zusammen- und Mitarbeit in externen Arbeitskreisen führen zu einem permanenten Austausch über Innovationen und Technologien und bieten somit neue Ansätze, um diese in marktfähige Anwendungen zu transferieren. Intern sind die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Wesentlichen zentral pro Geschäftsbereich organisiert. Die Produkt-Serienentwicklung ist ebenfalls zentral koordiniert, erfolgt jedoch in der Regel dezentral an den verschiedenen Produktionsstandorten. Insbesondere die letzten Jahre waren darauf ausgelegt, die Entwicklungsfunktion in den Geschäftsbereichen durch gezielte Investitionen in Personal und weitere Strukturmaßnahmen zu stärken und zu systematisieren. B. Wirtschaftsbericht 1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Im Berichtsjahr erholte sich die Weltwirtschaft vom tiefen Einbruch des Vorjahres infolge der weltweiten COVID-19-Pandemie kräftig und expandierte mit rund 5,5% so stark wie zuletzt in den 1970er-Jahren. In den Industrieländern erlaubte die zunehmende Verbreitung von Impfstoffen eine spürbare Lockerung der Beschränkungen und brachte damit eine dynamische Erholung in Gang. Die Wirtschaftsleistung erholte sich um rund 5% im Vergleich zum Vorjahr. Aber auch die Schwellenländer konnten den Einbruch des Vorjahres mehr als wettmachen und verzeichneten einen Zuwachs von rund 6,5%. In diesem Umfeld erholte sich auch der Welthandel und legte um gut 12% zu. Die andauernde Pandemie und regionale Einschränkungen führten jedoch zu teils erheblichen Störungen in den globalen Lieferketten und zu Versorgungsengpässen in vielen Wirtschaftsbereichen, was vor allem im zweiten Halbjahr eine sichtbare Verlangsamung der wirtschaftlichen Erholung und einen spürbaren Inflationsanstieg in vielen Regionen zur Folge hatte. Auch die USA konnten sich diesen Entwicklungen nicht entziehen. Nachdem im ersten Halbjahr die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen und Transferzahlungen die konjunkturelle Erholung antrieben, führten die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und die zunehmenden Lieferengpässe zu einer spürbaren Verlangsamung im Rest des Jahres. Der kräftige Anstieg der US-Verbraucherpreisinflation auf 7,0% im Dezember und 4,7% im Jahresdurchschnitt dämpfte außerdem die Stimmung und Kaufkraft der Verbraucher. Trotzdem wuchs die US-Wirtschaft in Summe um 5,7% im Berichtsjahr sehr dynamisch und konnte bereits im zweiten Quartal das Vorkrisenniveau wieder erreichen. In der Eurozone sorgte eine heftige Infektionswelle im Winterhalbjahr 2020/21 für eine erneute Rezession und einen schwachen Jahresstart. Dank rückläufiger Infektionszahlen konnten jedoch ab dem zweiten Quartal die Einschränkungen mehr und mehr gelockert und mancherorts vollständig aufgehoben werden. Dies setzte in den Sommermonaten eine kräftige Erholung in Gang. Zum Jahresende bremsten jedoch auch hier die Versorgungsprobleme in der Industrie die weitere Erholung und ein erneutes Aufflammen der Pandemie belastete die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern. In Summe wuchs die Wirtschaft der Eurozone dennoch um 5,2% und kehrte damit zum Jahresende zum Vorkrisenniveau zurück. Mit großen Unterschieden zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten stiegen auch in der Eurozone die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt deutlich um 2,6% gegenüber dem Vorjahr an. Im Dezember lag die Inflationsrate sogar bei 5,0%. Die chinesische Wirtschaft hatte als erste große Volkswirtschaft den Erholungsprozess abgeschlossen. Infolge der konsequenten "Zero-Covid"-Strategie, einer restriktiveren Geld- und Fiskalpolitik, regulatorischer Eingriffe, der Verlangsamung im Immobiliensektor sowie der durch Kohleverknappung ausgelösten Energieknappheit büßte das Wachstum aber im Jahresverlauf spürbar an Dynamik ein. Dank positiver Basiseffekte konnte jedoch im Gesamtjahr noch ein kräftiger Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 8,1% erreicht werden. In diesem Umfeld waren die Wechselkurse volatil. Der Kurs des US-Dollar zum Euro bewegte sich im Jahresverlauf zwischen 1,121 und 1,234. Zum Jahresende war der Euro rund 8% schwächer als zum Jahresende 2020. Beim japanischen Yen ergab sich eine Schwankungsbreite zum Euro von 125,2 bis 134,1. Im Jahresendvergleich zeigte sich eine Aufwertung des Euro um rund 3%. Der Wert des britischen Pfunds gegenüber dem Euro war zum Jahresende 2021 im Vergleich zum Vorjahresabschluss um etwa 7% höher. Im Vergleich zur türkischen Lira betrug die Aufwertung des Euro annähernd 70%. Gegenüber dem russischen Rubel verlor der Euro mit einer Abwertung von rund 7% deutlich an Wert. Die Ölnachfrage erholte sich im Berichtsjahr von ihrem Corona-bedingten Einbruch im Vorjahr und wurde kurzfristig durch den starken Anstieg der Gaspreise zusätzlich angetrieben. Gleichzeitig war das Ölangebot eingeschränkt. Folglich stieg der Ölpreis im Jahresverlauf auf über 80 USD je Barrel, den höchsten Wert seit drei Jahren. Zum Jahresende lag der Ölpreis mit rund 78 USD je Barrel etwa 50% über dem Ende des Vorjahres, im Jahresdurchschnitt lag der Preis rund 65% über dem Vorjahr. Geschäftsbereich Building + Industry Neben der allgemeinen volkswirtschaftlichen Entwicklung einzelner Staaten und Regionen beeinflussen unter anderem die Bau- und Sanitärwirtschaft die wirtschaftliche Entwicklung des Geschäftsbereichs Building + Industry im besonderen Maße. Die Entwicklung dieser Branchen im Berichtsjahr ist wie folgt: Europas Baukonjunktur hat sich in der Pandemie bisher besser entwickelt als erwartet. Nach dem Branchennetzwerk Euroconstruct (u.a. ifo Institut) ist die reale Bauproduktion 2021 in den 19 wichtigsten europäischen Ländern nach vorläufigen Berechnungen um 5,6% auf ein Niveau von € 1,74 Bill. gestiegen (Vorjahr: -4,7%). Getragen wurde das Wachstum vor allem vom Wohnungsbau, wobei auch der sonstige Hochbau und der Tiefbau sich spürbar erholt haben. Allerdings verlief die Entwicklung regional uneinheitlich. So war die Erholung der Bauproduktion in Italien und Belgien mit zweistelligen Zuwächsen sowie auch in Frankreich und Spanien mit jeweils gut 6% nach den letztjährigen Rückgängen besonders stark. Skandinaviens Märkte setzten ihren robusten Aufschwung fort. Österreichs Bauproduktion erholte sich um 5,4%. Dagegen war das Wachstum in der Schweiz mit 1,5% und in den Niederlanden mit 0,8% sehr verhalten. In Großbritannien hat sich die Bauproduktion wiederum kraftvoll erholt. Hier betrug das Wachstum 13,4%. In Summe ist die reale Bauproduktion in Westeuropa um 5,9% gewachsen. In Osteuropa lag das Plus bei nur 2,0%, wobei die Branchenkonjunktur in Ungarn mit einem Wachstum von 3,3% und Polen mit 3,0% solide positiv war. Verzögerungen durch Lieferengpässe, deutliche Kostensteigerungen für Baumaterial und der Fachkräftemangel haben sich zwar auch in der deutschen Bauwirtschaft belastend ausgewirkt, dennoch hat sich die Branche 2021 dank einer lebhaften Nachfrage robust entwickelt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind die Bauinvestitionen real um 0,5% gestiegen. Das breit definierte nominale Bauvolumen ist nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) um 10,1% gewachsen, vor allem infolge starker Preissteigerungen von 8,5%. Beim Neubau von Wohnungen stieg das Bauvolumen um 10,5% auf € 87,8 Mrd. (Vorjahr: 5,7%). Bei sonstigen Gebäuden (Industrie, Gewerbe, öffentlich) erreichte der Zuwachs 7,0% auf € 49,3 Mrd. (Vorjahr: 3,1%). Mit rund zwei Dritteln des gesamten Bauvolumens bei Gebäuden entfällt der Löwenanteil aber nicht auf den Neubau, sondern auf Baumaßnahmen an Bestandsgebäuden, vor allem Aus- bzw. Umbauten, Instandsetzung und Modernisierung. Auch diese Baumaßnahmen konnten 2021 zulegen, bei Wohngebäuden um 11,8% auf € 196,6 Mrd. (Vorjahr: 4,6%), bei Nichtwohngebäuden um 9,4% auf € 70,4 Mrd. (Vorjahr: 0,8%). Gestützt durch die auf hohem Niveau befindlichen Bauaktivitäten und im Sog einer lebhaften Modernisierungsnachfrage hat sich die Sanitärwirtschaft in Deutschland 2021 erneut sehr positiv entwickelt. Gemäß dem Statistischen Bundesamt ist der Umsatz des Ausbaugewerbes mit der Installation von Gas-, Wasser-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen in den ersten drei Quartalen 2021 um 6,5% gewachsen (Vorjahr ganzjährig: 7,0%). Dabei dürften mit Blick auf neue technische Grenzwerte Vorzieheffekte und vermehrt auch gezielte Investitionen in klimafreundlichere Heizungsanlagen eine Rolle gespielt haben. Nach vorläufigen Angaben der Fachverbände hat die deutsche Heizungswirtschaft den Inlandsumsatz 2021 nochmals beschleunigt um 10,6% auf € 35,5 Mrd. gesteigert (Vorjahr: 8,4%). Der Klimaschutz gilt zukünftig als bestimmender Faktor. Das Klimaschutzziel der Bundesregierung bis 2045 stellt sämtliche Wirtschaftssektoren vor große Herausforderungen. Gebäude waren in 2020 für knapp 15% der Treibhausgasemissionen verantwortlich; diese sollen bis 2030 um gut die Hälfte reduziert werden. Dies muss vor allem durch energetische Sanierung bestehender Gebäude sowie den Neubau von energieeffizienten Gebäuden geschehen. Dieser Trend sogt für Aufträge bei den Bauunternehmen und stützt die Nachfrage nach Bauleistungen. Geschäftsbereich Automotive Die Entwicklung des weltweiten Pkw-Markts war im Jahr 2021 zweigeteilt. Dank der kräftigen weltwirtschaftlichen Erholung bewegten sich die Verkaufszahlen in der ersten Jahreshälfte noch deutlich zweistellig über dem pandemiebedingt schwachen Vorjahresniveau. Im weiteren Jahresverlauf kamen allerdings die durch den Halbleitermangel bedingten Angebotsengpässe immer stärker zum Tragen. Aus diesem Grund war der Weltmarkt trotz weiterhin günstiger Nachfragesituation auf Kundenseite im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich deutlich rückläufig. Im Gesamtjahr wurde das schwache Vorjahresniveau mit einem Plus von rund 5% leicht übertroffen. Diese unterjährige Entwicklung war über die großen Absatzregionen hinweg zu beobachten. Der chinesische Markt bewegte sich im zurückliegenden Jahr rund 6,5% über dem Vorjahresniveau, nachdem er im Pandemiejahr 2020 deutlich weniger stark gefallen war als andere Regionen. Der europäische Markt kam im Berichtsjahr nicht über das sehr geringe Vorjahresniveau hinaus. Der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verzeichnete im zweiten Halbjahr ebenfalls eine schwache Entwicklung und lag dabei deutlich unter dem Vorjahresniveau, konnte aber im Gesamtjahr das Niveau des Vorjahres mit einem Plus von rund 3% leicht übertreffen. Die schwungvolle gesamtwirtschaftliche Konjunktur spiegelte sich auf wichtigen Lkw-Absatzmärkten in einer insgesamt günstigen Marktentwicklung wider. Ohne die halbleiterbedingten Produktionsengpässe wäre aber vielerorts eine noch bessere Entwicklung möglich gewesen. 2. Geschäftsverlauf und Lage Der Geschäftsverlauf 2021 der Unternehmensgruppe Winkelmann kann in Summe als zufriedenstellend eingestuft werden. Die Umsatzerlöse liegen mit € 592,9 Mio. 3,6% über dem Niveau von 2020 und 7,5% über dem budgetierten Wert in Höhe von € 551,3 Mio. 1 Hierbei ist zu erwähnen, dass durch die Veräußerung der Anteile an der chinesischen Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. (SWL) mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2021 Umsatzerlöse in Höhe von € 52,9 Mio. im Vorjahresvergleich weggefallen sind. Bereinigt um diesen Konsolidierungskreiseffekt liegt das Umsatzwachstum bei guten 14,1%. Als Treiber hat sich hier besonders der Geschäftsbereich Building + Industry erwiesen. Weiterhin ist es gelungen, das EBITDA als Messgröße der operativen Leistungsfähigkeit von € 85,4 Mio. des Vorjahres auf € 92,9 Mio. im Berichtsjahr zu steigern und dieses trotz des Konsolidierungskreis-bedingten Wegfalls von € 13,6 Mio. EBITDA der SWL. Das budgetierte EBITDA für das Jahr 2021 lag bei € 75,1 Mio. Die wesentlichen Treiber dieser Ergebnisentwicklung sind die Zusatz-Deckungsbeiträge aus der Umsatzsteigerung, die konsequente Kontrolle der Strukturkosten sowie der Erfolg in der Weitergabe der vor allem in der zweiten Jahreshälfte drastisch gestiegenen Einkaufspreise an den Markt. Der Geschäftsbereich Building + Industry konnte sich bereits im Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzwachstum von 3,3% gegen die Auswirkungen der Corona-Pandemie behaupten. Dieser Trend hat sich äußerst positiv in 2021 fortgesetzt. Die Umsatzerlöse liegen im Berichtsjahr 2021 bei € 343,3 Mio. und damit 18,1% über dem Vorjahresniveau. Von dieser deutlichen Steigerung entfallen ca. 7% auf Preiseffekte (Teuerungszuschläge), die aufgrund der beträchtlichen Steigerungen der Einkaufspreise notwendig waren. Ca. 11% stellen allerdings reales Wachstum dar, welches insbesondere durch die nationalen und internationalen Förderprogramme zur Reduzierung der Netto-Emission von Treibhausgasen angetrieben worden ist. Dieses Wachstum konnte in sämtlichen Vertriebskanälen generiert werden. Zur Steigerung der Effizienz in der Fertigung sowie zur prozessualen Verbesserung wurden Maßnahmen eingeleitet um dem Marktdruck entgegen zu wirken. Im Berichtsjahr ist es weiterhin gelungen, das EBIT um 20% gegenüber dem Vorjahresniveau zu steigern. Der wesentliche Treiber hierfür liegt in den Zusatzdeckungsbeiträgen aus der Umsatzsteigerung. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Kontrolle der Strukturkosten. Unverändert ist der Geschäftsbereich Building + Industry das stabilisierende Element in der Unternehmensgruppe. Nachdem die Corona-Pandemie in 2020 insbesondere im zweiten und dritten Quartal deutliche Spuren im Geschäftsbereich Automotive hinterlassen hat, konnte im 4. Quartal 2020 wieder das ursprünglich geplante Umsatzniveau - je nach Werk - zu 80% bis 90% erreicht werden. Diese positive Entwicklung setzte sich in den ersten Monaten 2021 weiter fort und das Segment bewegte sich auf Budgetniveau. Ab dem zweiten Quartal 2021 zeigten sich dann sukzessive die negativen Effekte der Halbleiterkrise. Die zunächst noch hohen Lieferabrufe der OEMs, die den Anschein einer positiven Entwicklung suggerierten, wurden sukzessive zurückgenommen. Die Folge waren anfänglich steigende Lagerbestände, da die Materialdisposition auf die Lieferabrufe ausgerichtet war. Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Automotive konnten trotz der vorstehend genannten Entwicklungen und bereinigt um die Entkonsolidierung der Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. um 7,0% gesteigert werden. Hierzu hat im Wesentlichen der mexikanische Produktionsstandort beigetragen. Das EBITDA liegt im Berichtsjahr bei 6,2% und hat sich gegenüber den um die Konsolidierungskreisänderung korrigierten Vorjahreswert von 2,5% deutlich verbessert. Hierzu haben im Wesentlichen die Zusatz-Deckungsbeiträge aus der positiven Umsatzentwicklung beigetragen. Auf der Kostenseite zeigten sich gegenläufige Entwicklungen. Die massiven Einkaufspreiserhöhungen in allen relevanten Materialgruppen konnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden, so dass der Geschäftsbereich mit deutlichen Zusatzkosten belastet wurde. Auf der anderen Seite zeigten sich die Erfolge einer konsequenten Strukturkostensteuerung. Der Geschäftsbereich Automotive hat sich in 2021 vor dem Hintergrund der Fokussierung des aktuellen Produktportfolios auf den Verbrennungsmotor einem strikten "Werthaltigkeits"-Test unterzogen. Ziel ist es, die Werte in der Bilanz nicht über den erzielbaren Betrag hinaus anzusetzen, wobei dieser den höheren Wert aus dem Barwert der zukünftigen Cash Flows und einem aktuellen Netto-Veräußerungswert darstellt. In Folge dessen sind im Anlagevermögen deutliche Sonderabschreibungen in Höhe von knapp € 25 Mio. vorgenommen worden, die zu einem signifikant negativem EBIT geführt haben. Dieses Vorgehen war vor dem Hintergrund einer die realen Verhältnisse abbildenden Bilanzierung unumgänglich. Der Geschäftsbereich Flowforming, der ebenso wie das Segment Automotive in 2020 merklich durch die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen wurde, hat sich im Berichtsjahr 2021 erholt. Die Umsatzerlöse konnten im Vergleich zum Vorjahresniveau um 17,3% gesteigert werden. Maßgeblich für diese Entwicklung war das Seriengeschäft im Bereich der Bau- und Landmaschinen. Die positive Umsatzentwicklung sowie die ausgeprägte Kostendisziplin in diesem Geschäftsbereich führten zu einer Verdoppelung des EBITDA, so dass das Jahr 2021 als erfolgreich für das Segment Flowforming einzustufen ist. Im Jahr 2021 wurden insgesamt € 39,0 Mio. investiert. Hiervon entfallen € 24,0 Mio. auf Investitionen in Sachanlagen, € 5,5 Mio. auf Zugänge in Finanzanlagen und € 9,5 Mio. auf Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände. Die Zugänge in den Sachanlagen ergeben sich im Wesentlichen aus projektbezogenen und kapazitätserweiternden Investitionen in den Segmenten Automotive und Flowforming. Die Finanzanlagen haben sich durch Zuführungen in die Beteiligungen an einem Unternehmen der Energie- und Wasserstoffspeicherung sowie einer Private-Equity-Gesellschaft mit dem Fokus auf mittelständische Unternehmen erhöht. Die Zugänge in den immateriellen Vermögensgegenständen ergeben sich maßgeblich aus der SAP-Einführung in wesentlichen Unternehmen des Geschäftsbereichs Building + Industry. Die Anzahl der Mitarbeiter einschließlich der 100 (Vorjahr: 100) Auszubildenden in der Unternehmensgruppe Winkelmann beläuft sich zum Stichtag 31.12.2021 auf 4.033 Mitarbeiter nach 4.293 Mitarbeitern zum 31.12.2020. Die Mitarbeiteranzahl im Inland hat sich von 1.162 Mitarbeitern zum 31.12.2020 auf 1.150 Mitarbeiter zum 31.12.2021 leicht reduziert. Im Ausland waren zum Bilanzstichtag 2021 2.883 Mitarbeiter beschäftigt, in 2020 3.131 Mitarbeiter. Die Mitarbeiteranzahl der entkonsolidierten Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. betrug zum 31.12.2020 betrug 394 Mitarbeiter. Durch in- und externe Schulungsmaßnahmen werden umfangreiche Möglichkeiten zur betrieblichen Weiterbildung geboten, um die fachliche Kompetenz sowie die Flexibilität der Mitarbeiter zu erhalten und zu steigern. Für die Auszubildenden ist eigens das Winkelmann Talent Center mit eigenem, modernem Maschinenpark und neuester Kommunikations- und Präsentationstechnik eingerichtet worden, um optimal auszubilden und junge Talente an die Unternehmensgruppe zu binden.
1 bereinigt um die noch budgetierten
Umsatzerlöse der SWL
C. Ertragslage Mit € 592,9 Mio. liegt der Konzernumsatz in 2021 3,6% über dem Vorjahresniveau in Höhe von € 572,4 Mio. Unbereinigt um den Entkonsolidierungseffekt der chinesischen Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. liegt das Umsatzwachstum bei 14,1%. Das Rohergebnis hat sich mit 55,6% der Gesamtleistung gegenüber dem Vorjahr leicht reduziert. Hier lag die Rohgewinnmarge bei 56,2%. Diese Entwicklung resultiert im Wesentlichen aus Verwässerungseffekten aufgrund von Teuerungszuschlägen, die aufgrund der drastischen Einkaufspreiserhöhungen in allen wichtigen Materialgruppen notwendig waren. Im Automotive-Segment ist es allerdings nicht vollständig gelungen, die Materialverteuerung über Verkaufspreiserhöhungen zu kompensieren. Die Auswirkungen auf die Rohertragsmarge wären noch negativer ausgefallen, wenn nicht der Segmentanteil des Geschäftsbereiches Building + Industry, der ein höheres Deckungsbeitragsniveau aufweist, aufgrund des guten Geschäftsverlaufs dieses Segments gestiegen wäre. Die Personalkostenquote beträgt 24,4% der Gesamtleistung gegenüber einem Vorjahreswert von 25,5%. Die Reduzierung ist im Wesentlichen eine Folge des gestiegenen Umsatzvolumens und den damit einhergehenden Degressionseffekten. Daneben hat der Geschäftsbereich Automotive seine Restrukturierungsmaßnahmen an den Standorten Deutschland und Polen weiter fortgesetzt und im Stichtagsvergleich 31.12. die Mitarbeiteranzahl um weitere 115 Personen (= -9,4%) reduziert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind leicht überproportional um 5,6% angewachsen. Die wesentlichen Treiber dieser Entwicklung sind insbesondere stark gestiegene Ausgangsfrachten (+16,7%), IT-Dienstleistungskosten im Zuge des SAP-Rollouts im Geschäftsbereich Building + Industry sowie Beratungskosten im Segment Automotive. Das EBIT beläuft sich im Berichtsjahr auf € 40,9 Mio. und fällt damit um € 11,9 Mio. niedriger aus als in 2020. Hierbei sind zwei Sondereffekte zu erwähnen: Im Geschäftsbereich Automotive sind Sonderabschreibungen in Höhe von € 24,4 Mio. vorgenommen worden, um sicherzustellen, dass die Bilanzwerte nicht über dem höheren Wert aus dem Barwert der zukünftigen diskontierten Cash Flows und einem Nettoveräußerungswert angesetzt werden. Dieser konsequente Schritt ist vor dem Hintergrund der signifikanten Veränderung in der Automobilwirtschaft und des aktuellen Produktportfolios durchgeführt worden. Weiterhin sind durch die Entkonsolidierung der Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. € 11,4 Mio. im Vorjahresvergleich entfallen. Bereinigt um diese beiden Effekte ist das EBIT um € 23,9 Mio. gestiegen und dieses ist ausschlaggebend durch die Zusatzdeckungsbeiträge aus der bereinigten Umsatzsteigerung begründet. Im EBIT sind im Berichtsjahr saldierte Kursgewinne in Höhe von € 4,9 Mio. enthalten nach € 1,2 Mio. saldierten Kursverlusten in 2020. Dies geht im Wesentlichen auf die Abwertung der türkischen Lira zurück, während die Umsatzerlöse der türkischen Gesellschaften der Winkelmann Gruppe hauptsächlich in Euro generiert werden. Das Finanzergebnis liegt im Berichtsjahr bei € 17,1 Mio. nach € -1,1 Mio. in 2020. Für diese positive Entwicklung sind Erträge aus der Veräußerung der Anteile an der Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. sowie Gewinnzuweisungen aus einem Pri- vate-Equity-Fonds verantwortlich. Daneben haben sich die Zinsaufwendungen aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen von € 6,3 Mio. in 2020 auf € 5,4 Mio. in 2021 reduziert. Weiterhin sind Teile der freien Liquidität in einen Spezial-Anlageinvestmentfonds ausgegliedert, der als Finanzanlage zu Anschaffungskosten bilanziert wird. Das Volumen zu Anschaffungskosten beträgt € 50,9 Mio. Der Marktwert zum 31.12.2021 liegt bei € 52,3 Mio. Die Steuerquote im Konzern, definiert als Ertragsteueraufwand in Relation zum Ergebnis vor Steuern, hat sich von 24,0% in 2020 auf 36,1% in 2021 merklich erhöht. Diese Veränderung resultiert im Wesentlichen aus zwei Faktoren. Zum einen sind die Sonderabschreibungen auf das Anlagevermögen des Geschäftsbereichs Automotive im Berichtsjahr steuerlich nicht angesetzt worden, zum anderen wurden aktive latente Steuern ebenfalls des Segments Automotive wertberichtigt, um auch hier die erwartete zukünftige Entwicklung zu antizipieren. Auf Basis der vorstehend erläuterten Entwicklungen liegt der Konzernjahresüberschuss in 2021 bei € 35,7 Mio. nach € 37,6 Mio. im Vorjahr. Aufgrund der andauernden Corona-Krise, des Ukraine-Krieges sowie der Fragilität in den Lieferketten ist eine gesicherte Aussage über die Auftragslage in allen Geschäftsbereichen derzeitig schwierig zu treffen und deshalb sind Aussagen zur Auftragslage in den Segmenten naturgemäß derzeitig nur kurzfristiger Natur. D. Finanzlage Die Finanzierung ist durch ausreichende Liquiditätsreserven sichergestellt. Zum Bilanzstichtag standen konzernweit € 201,5 Mio. (Vorjahr: € 225,8 Mio.) an liquiden Mitteln zur Verfügung. Zusätzlich sind freie liquide Mittel zu Anschaffungskosten von € 50,9 Mio. in den Finanzanlagen investiert. Der Liquiditätsbedarf der Tochtergesellschaften wird - sofern erforderlich - über die Muttergesellschaft zur Verfügung gestellt. Die Unternehmensgruppe ist bankenunabhängig. Der Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit liegt in 2021 bei € 48,2 Mio. Die Liquiditätseffekte aus der Steigerung des EBITDAs im Vergleich zu 2020 sind durch die zusätzliche Kapitalbindung im Working Capital aufgrund der Ausweitung des Geschäftsvolumens teilweise absorbiert worden. Der Cash Flow aus der investiven Tätigkeit ist aufgrund der Veräußerung der Anteile an der Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. in Höhe von € 36,0 Mio. positiv. Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern sind in 2021 signifikant um € 64,1 Mio. zurückgeführt worden. E. Vermögenslage Die Konzernbilanzsumme liegt zum Abschlussstichtag 31.12.2021 bei € 723,7 Mio. und damit geringfügig unter dem Vorjahresniveau (€ 759,5 Mio.). Der Grund für den leichten Rückgang liegt im Wesentlichen in der Entkonsolidierung der Shanghai Winkelmann Longchuan SWL Motorcomponents Co., Ltd. Ihr Bilanzsummenanteil lag in 2020 bei € 75,5 Mio. Das langfristig gebundene Vermögen reduzierte sich um € 25,8 Mio. (= - 8,6%) auf € 273,6 Mio. und beträgt 37,8% (Vorjahr 39,4%) des Gesamtvermögens. Diese Entwicklung hat zwei wesentliche Treiber. Zum einen zeigt sich hier die Sonderabschreibung des Automotive-Anlagevermögens, zum anderen wirkt sich hier der vorstehend genannte Konsolidierungskreiseffekt aus. Das Konzerneigenkapital beläuft sich nach € 524,3 Mio. im Vorjahr auf € 539,4 Mio. im Berichtsjahr und beträgt damit 74,5% (Vorjahr 69,0%) der Konzernbilanzsumme. Der Anteil fremder Gesellschafter am Eigenkapital hat sich auf € 5,2 Mio. nach € 8,0 Mio. in 2020 reduziert und resultiert ebenfalls aus dem vorstehend genannten Konsolidierungseffekt, wobei € 0,6 Mio. aus dem Zukauf von 94,9% der Anteile an der Immobiliengesellschaft Winkelmann GbR gegenläufig wirkten. Der Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung liegt in 2021 bei € -40,3 Mio. (Vorjahr: € -36,7 Mio.). Diese Position geht im Wesentlichen auf die polnischen und türkischen Gesellschaften zurück und begründet sich darin, dass die türkische Lira und der polnische Zloty zum Bilanzstichtag deutlich schwächer waren als zu dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung dieser Gesellschaften. F. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Aus den aktuellen geo- und handelspolitischen Entwicklungen können Unsicherheiten für die Weltwirtschaft und die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe Winkelmann entstehen. An erster Stelle steht derzeit eine weitere Eskalation des Russland-Ukraine-Krieges und im schlimmsten Fall dessen Ausweitung auf andere Staaten. Ferner können eine weitere Verschärfung der Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China sowie eine weitere Eintrübung der politischen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und China zu erhöhten Unsicherheiten führen und sowohl die weltwirtschaftlichen Perspektiven als auch die Geschäftsentwicklung der Unternehmensgruppe Winkelmann beeinträchtigen. Einen weiteren wesentlichen Unsicherheitsfaktor stellt der weitere Verlauf der Corona-Pandemie dar. Unzureichender Impffortschritt, weitere Infektionswellen und neue Virusvarianten könnten wieder umfassendere und einschneidendere Eindämmungsmaßnahmen erforderlich machen als aktuell bestehend. Mobilitätsbeschränkungen bis hin zu weiteren Lockdowns könnten die wirtschaftliche Entwicklung regional und sogar weltweit beeinträchtigen und noch ausgeprägtere Störungen der internationalen Handelswege und globalen Lieferketten hervorrufen. Sollte die Pandemie hingegen schneller überwunden werden als derzeit angenommen, könnte das eine entsprechend günstigere wirtschaftliche Entwicklung sowie eine deutliche Verringerung der Corona-bedingten Störungen der globalen Lieferketten zur Folge haben. Neben den pandemiebedingten Störungen in den Lieferketten stellen auch Engpässe bei Halbleitern, Kabelbäumen und anderen wichtigen industriellen Vorprodukten Unsicherheiten dar. Auch anhaltend hohe und sogar weiter steigende Energie- und Rohstoffpreise können negative Einflüsse hervorrufen. Hohe Energiepreise stellen neben anderen Faktoren einen wesentlichen Treiber der stark steigenden Inflationsraten dar. Sollte die Inflation im Jahresverlauf auf einem hohen Niveau verbleiben, könnten der Privatkonsum und das Wirtschaftswachstum darunter leiden. Zudem könnten sich wichtige Notenbanken durch diese Entwicklung zu übermäßigen Zinserhöhungen gezwungen sehen, was Turbulenzen an den Finanzmärkten, eine geringere Konsumnachfrage, Zurückhaltung bei den Unternehmensinvestitionen und insgesamt eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung zur Folge haben kann. Zusammenfassend ist das aktuelle Unsicherheitspotenzial ausgesprochen hoch und kann deutliche Einflüsse auf die im Folgenden dargestellte Prognose für die Entwicklung der Unternehmensgruppe Winkelmann haben, wobei jeweils darauf eingegangen wird, welche Entwicklungsannahmen getroffen und antizipiert worden sind. Die Ende 2021 verabschiedete Planung sieht für das Jahr 2022 ein Umsatzvolumen von € 684 Mio. bei einem EBIT von € 53 Mio. vor. Das budgetierte Ergebnis liegt damit deutlich über dem EBIT des Jahres 2021 in Höhe von € 40,9 Mio., wobei dieses allerdings durch Sonderabschreibungen in Höhe von € 24,4 Mio. belastet war. Das verabschiedete Budget basiert auf der Annahme, dass die weiterhin andauernde Corona-Pandemie keine signifikanten Einflüsse auf der Absatzseite haben wird. Weiterhin sind die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges nicht antizipiert, da dieser Krieg zum Zeitpunkt der Erstellung des Budgets nicht zu antizipieren war. Festhalten wollen wir an dieser Stelle, dass sich eine negative Budget-Abweichung aufgrund der Einstellung unserer Geschäfte mit den Ländern Russland und Belarus ergibt, die sich auf einem jährlichen Umsatzniveau von ca. € 10 Mio. bewegt. Hinsichtlich der Halbleiterkrise besteht die Annahme, dass die negativen Auswirkungen für den Geschäftsbereich Automotive bis zum Ende des dritten Quartals 2022 anhalten und erst ab dem vierten Quartal von einer beginnenden Normalisierung ausgegangen werden kann. Entsprechende Abschläge sind in der Umsatzplanung enthalten. Weitere negative Effekte aus Engpässen z. B. bei Kabelbäumen sind nicht berücksichtigt. Auf der Beschaffungsseite wird von einer weiterhin deutlich ansteigenden Materialpreisverteuerung sowohl für Stahlblech als Haupteinsatzmaterial der Unternehmensgruppe als auch in allen sonstigen Materialgruppen ausgegangen. Als Hauptgegensteuerungsmaßnahme ist das Erheben von Teuerungszuschlägen und ansteigende Schrotterlöse in der Budgetierung vorgesehen, die die Materialverteuerungen weitestgehend kompensieren sollen. Diese werden aktuell auf Basis des Russland-Ukraine-Krieges neu bewertet und voraussichtlich angepasst. Eine Kompensation der steigenden Personal-, Energie- und Dienstleistungskosten wie Frachten über die Verkaufspreise und/oder einer Verbesserung der Produktivität wird in 2022 als nicht realistisch angesehen und wird das EBIT-Niveau deshalb negativ beeinflussen. Die Entwicklung der dargestellten geo- und handelspolitischen Risiken wird durch einen Krisenstab laufend verfolgt und - wenn notwendig - weitere Maßnahmen eingeleitet, die die Ergebnis- und vor allem die Liquiditätssituation sicherstellen. Ungeachtet der Krisen wird an wesentlichen Projekten konsequent weitergearbeitet. Auf oberster Konzernebene wird die WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG zu einer strategischen Finanzholding umgebaut, die als aktiver Business Development Partner der Geschäftsbereiche fungieren wird und auf eine unternehmensweite und übergreifende Portfoliostrategie fokussiert ist. Der bisherige Charakter der Holding ist eher operativer Natur. Daneben steht bis zum Jahresende 2022 als weiteres übergreifendes Projekt die SAP-Umstellung auf S/4HANA an. Der Geschäftsbereich Building + Industry führt seine Veränderungsprozesse konsequent fort. In 2022 erfolgt eine Investitionsoffensive im Logistik- und Fertigungsbereich, um zusätzliche Kapazitäten und Effizienzen zu schaffen. Daneben wird über ein umfassendes Strategieprojekt Fit for Future 2030 die zukünftige Entwicklung festgelegt, welches Wachstum, Rendite und Perspektive sicherstellen wird. Auch im Geschäftsbereich Automotive wird das Restrukturierungsprogramm WAM 2030, welches die Produktionsstandorte wieder auf ein konkurrenzfähiges Wettbewerbsniveau bringen soll, konsequent fortgesetzt. Es hat eine mehrjährige Laufzeit. Der vorgesehene Maßnahmenkatalog ist breit gefächert und umfasst im Wesentlichen den Abbau von Strukturkosten, Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in der Fertigung, die Überprüfung der internationalen Werksstruktur, die nachhaltige Ausschöpfung von sonstigen Kostensenkungspotenzialen sowie die systematische Bestimmung von zusätzlichen Umsatzpotenzialen. Neben diesen eher kurz- bis mittelfristigen Meilensteinen besteht natürlich die oberste strategische Aufgabe des Geschäftsbereichs Automotive darin, die Produktpalette vor dem Hintergrund sich rasant entwickelnder Veränderungen im Zuge der Elektrifizierung zukunftsorientiert und nachhaltig auszurichten. Hieran wird intensiv gearbeitet. Im Geschäftsbereich Flowforming liegt der wesentliche Schwerpunkt der Bestrebungen darin, Potenziale zum organischen und anorganischen Wachstum des noch relativ kleinen Segments zu identifizieren, um gemäß der strategischen Ausrichtung der Zulieferant von hochkomplexen Bauteilen - von der Umformung bis zur Montage - zu werden. Operative Chancen werden in der Unternehmensgruppe Winkelmann im Wesentlichen in den Regionen und Marktsegmenten identifiziert und bewertet. Dies erfolgt auf der Basis von enger Beobachtung und Analysen der jeweiligen Märkte. So können Trends und Entwicklungen frühzeitig erkannt und potenzielle Chancen abgeleitet werden. Die einzelnen Chancen werden dann im Rahmen des Planungsprozesses detailliert analysiert und bewertet. Über Szenariorechnungen fließen sie unmittelbar in die Mittelfristplanung ein. Die Koordination und Ressourcenallokation erfolgt auf Konzernebene. Chancen von übergeordneter strategischer Bedeutung wie Akquisitionen, Kooperationen oder auch Strategieanpassungen werden auf Ebene der Gruppengeschäftsführung in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Geschäftsbereichsleitung analysiert, bewertet und umgesetzt. Neben den Risiken werden auch die Chancen abgeleitet und analysiert, die sich aus den globalen Megatrends und den damit zukünftig verbundenen Implikationen für die Unternehmensgruppe Winkelmann ergeben können. Entsprechende Chancen werden somit im Rahmen der Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie systematisch berücksichtigt. G. Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten Im Rahmen der Risikosteuerung nutzt die Unternehmensgruppe Winkelmann Finanzinstrumente. Der Einsatz von originären Finanzinstrumenten wie Wertpapieren und Guthaben unterliegt einer strikten Risikopolitik. Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken aus Wertpapieren werden durch entsprechende Anlagerichtlinien und Wertsicherungskonzepte begrenzt. Guthaben und Kassenbestände unterliegen einer Kontrahentenrisikosteuerung. Entsprechende Einlagen werden nur bei Banken mit erstklassiger Bonität getätigt. Im Rahmen des Währungsrisikomanagements werden derivative Finanzinstrumente genutzt. Diese decken das durch "natural hedging" nicht gesicherte operative Währungsrisiko ab. Grundsätzlich werden nur genehmigte Instrumente zur Absicherung genutzt. Hierzu zählen Devisentermingeschäfte und Optionen. Dem aus dem Abschluss der Geschäfte resultierenden Ausfallrisiko wird durch Kontrahentenmanagement und Limitwesen Rechnung getragen. Wesentlichen Zahlungsstromschwankungen unterliegt die Unternehmensgruppe Winkelmann nicht. Schwankungen und etwaige Unterdeckungen werden durch die strategische Liquiditätsreserve gedeckt. H. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess Die Unternehmensgruppe Winkelmann hat Steuerungs- und Kontrollsysteme implementiert, die es dem Management ermöglichen, Risiken zu erkennen und notwendige Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Das einheitliche Planungs- und Reporting-System des Konzerns sowie eine monatlich zu bewertende Checkliste als Risikoleitfaden gewährleisten dabei eine sachgerechte und zeitnahe Information der jeweiligen Entscheidungsträger sowie eine Sensibilisierung für Risikoaspekte. Dieses wird ergänzt durch eine ad-hoc Risiko-Kommunikation. Durch die dezentrale Gruppenstruktur wird die Nähe der Entscheidungsträger zum Markt konsequent unterstützt. Der Grad der Zielerreichung wird fortlaufend überprüft und zeigt als Frühindikator Veränderungen der relevanten Risikofaktoren. Für alle erkennbaren Bestands- und Produktrisiken wurden - soweit möglich - entsprechende Versicherungen abgeschlossen. Um die Sicherheit im Bereich der Informationstechnologie zu gewährleisten, bestehen den Anforderungen entsprechende Zugangsregelungen. Durch eine integrierte Infrastruktur ist die Verfügbarkeit der Netzwerk- und Serversysteme sichergestellt. Daten werden regelmäßig archiviert und sind vor unbefugten Zugriffen geschützt. Das Risikomanagementsystem der Unternehmensgruppe Winkelmann kategorisiert Risiken in folgende Gruppen:
Allgemeine externe Risiken bzw. Marktrisiken: Die Unternehmensgruppe Winkelmann ist den Einflüssen allgemein-wirtschaftlicher sowie branchenspezifischer Entwicklungen ausgesetzt. Die Unternehmensgruppe steuert diese Risiken im Wesentlichen über zwei Stoßrichtungen: Erstens ist um die Kernkompetenz der Blechumformung ein diversifiziertes Produktspektrum aufgebaut worden, welches in die drei genannten Geschäftsbereiche aufgeteilt wurde, die jeweils über unterschiedliche Chancen- und Risikoprofile verfügen. Hierdurch entstehen ausgleichende Effekte. Zweitens sind laufende Kosteneinsparungs- und Effizienzsteigerungsprogramme mit dem entsprechenden Projekt-Management implementiert und erfolgreich umgesetzt worden. Hier profitiert die Unternehmensgruppe Winkelmann in hohem Maße von ihrer mittelständischen Ausprägung. Strategische Risiken: Um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern und um den Anforderungen des Marktes weltweit gerecht zu werden, hat die Unternehmensgruppe Winkelmann die internationalen Geschäftsaktivitäten in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Bei der Planung wurde das Marktpotenzial für den Absatz und in Bezug auf den jeweiligen Arbeitsmarkt entsprechend bewertet, die rechtlichen Gegebenheiten wurden geprüft und die politische Lage des jeweiligen Standortes wurde betrachtet. Eine positive Bewertung all dieser Parameter gab letztendlich den Ausschlag für die Akquisition oder die Gründung neuer Standorte. Trotz aller Sorgfalt können unzutreffende Einschätzungen oder unvorhergesehene Ereignisse die zukünftige Entwicklung dieser Standorte beeinträchtigen. Deshalb findet ein regelmäßiger, strukturierter Austausch zwischen der WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG und der Geschäftsführung der internationalen Standorte statt, um eine laufende strategische Risikoeinschätzung zu erhalten und Steuerungsmaßnahmen zu definieren. Leistungswirtschaftliche Risiken: Leistungswirtschaftliche Risiken ergeben sich durch die laufende operative Tätigkeit in den einzelnen Funktionsbereichen. Sie werden im Wesentlichen durch das gruppenweit einheitliche Reportingsystem sowie durch die monatliche Bearbeitung einer Checkliste als Risikoleitfaden kommuniziert. Identifizierte Risiken oder Veränderungen bereits identifizierter Risiken werden regelmäßig in den Führungsgremien bewertet. Finanzwirtschaftliche Risiken: Finanzwirtschaftliche Risiken ergeben sich grundsätzlich aus Fremdwährungs-, Zinsänderungs- und Liquiditätsrisiken. Für die Unternehmensgruppe Winkelmann stellen Währungsveränderungen kein signifikantes Risikopotenzial dar, da im Wesentlichen Einkaufs- und Verkaufswährung übereinstimmen und sich dadurch ein "natural hedge" ergibt. Hierdurch nicht abgedeckte Risiken werden durch entsprechende Finanzinstrumente gesichert. Zinsänderungsrisiken sind für die Unternehmensgruppe Winkelmann nicht relevant. Liquiditätsrisiken sind zurzeit nicht von Bedeutung. Zusammenfassung: Die Risikosituation der Unternehmensgruppe Winkelmann ist im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverändert. Das integrierte Risikomanagementsystem gewährleistet jederzeit die Steuerung aller identifizierten Risiken. Nach Einschätzung der Geschäftsführung sind Risiken oder Risikokombinationen, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden könnten, aus heutiger Sicht nicht erkennbar. In Kombination mit den überwiegend mittel- und langfristig attraktiven Chancen verfügt die Unternehmensgruppe über ein ausgewogenes, zukunftsgerechtes Risiko-Chancen-Profil, um gemäß der Unternehmensstrategie weiter profitabel zu wachsen. Aufgrund der derzeitigen geo- und handelspolitischen Krisen und Risiken kann sich diese Risikoeinschätzung kurzfristig ändern und eine langfristige Prognose ist derzeitig nur schwer zu erstellen.
Ahlen, im Mai 2022 Heinrich Winkelmann Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH gez. Heinrich Winkelmann gez. Christian Knechtel Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2021AKTIVSEITE
PASSIVSEITE
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2021I. Allgemeine Angaben Die WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG hat ihren Sitz in Ahlen, Deutschland, und ist beim Amtsgericht Münster unter der Registernummer HRA 6293 eingetragen. Der Konzernabschluss der WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG, Ahlen, zum 31.12.2021 wurde nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB aufgestellt. Die Bilanz wurde gemäß § 266 Abs. 2 und 3 HGB gegliedert. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt und hinsichtlich der Gewinnverwendung erweitert. Die Werte aus dem Vorjahreskonzernabschluss zum 31.12.2020 wurden unverändert zum 01.01.2021 übernommen. II. Währungsumrechnung In den Konzernabschluss einbezogene ausländische Einzelabschlüsse in Fremdwährung wurden gemäß § 308a HGB in der Bilanz mit dem Devisenkassamittelkurs zum Stichtag und in der Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die Umrechnung des Eigenkapitals erfolgte zu historischen Kursen. Die Währungsdifferenzen, die sich aus der Anwendung der unterschiedlichen Umrechnungskurse ergeben haben, wurden ebenso wie die Währungsdifferenzen aus der Verschiebung der Währungsparitäten seit dem vorangegangenen Bilanzstichtag gemäß § 308a HGB unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. III. Konsolidierungskreis und -methoden Neben der WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG wurden 19 inländische sowie 25 ausländische Gesellschaften nach den Vorschriften über die Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Veränderungen im Konsolidierungskreis, die sich im Berichtsjahr ergeben haben, werden nachfolgend dargestellt:
Wir verweisen auf die Aufstellung des Beteiligungsbesitzes, die als Anlage beigefügt und Bestandteil des Konzernanhangs ist. Für Zugänge bis zum 31.12.2009 erfolgte die Kapitalkonsolidierung in allen Fällen nach der Buchwertmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem anteiligen Eigenkapital der konsolidierten Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzernabschluss. Sich ergebende Unterschiedsbeträge zwischen Beteiligungsansatz und Buchwert sind den Vermögensgegenständen und Schulden der Tochterunternehmen soweit zugeordnet worden, wie die Zeitwerte von den Buchwerten abweichen. Darüber hinaus wurden aktivische Unterschiedsbeträge, soweit möglich, bereits in Vorjahren erfolgsneutral mit den Gewinnrücklagen verrechnet. Soweit eine Verrechnung nicht vorgenommen wurde, sind die Unterschiedsbeträge als Firmenwerte ausgewiesen, die gemäß § 309 Abs. 1 HGB über höchstens 4 Jahre linear abgeschrieben wurden. Für Zugänge ab dem 01.01.2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert und über 5 Jahre linear abgeschrieben. Bei Geringfügigkeit wurden die Unterschiedsbeträge unmittelbar im Jahr der Erstkonsolidierung aufwandswirksam erfasst. Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen Unternehmen wurden eliminiert. Zwischenergebnisse wurden gemäß § 304 Abs. 1 HGB eliminiert. IV. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden grundsätzlich unverändert fortgeführt. Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen bewertet. Im Jahr des Zugangs wurden die immateriellen Vermögensgegenstände pro rata temporis abgeschrieben. Selbsterstellte immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Die als Firmenwerte ausgewiesenen Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden linear über 4 bzw. 5 Jahre abgeschrieben. Im Berichtsjahr ergab sich bei der Erstkonsolidierung ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 262, der direkt im Zugangsjahr in voller Höhe ertragswirksam ausgebucht wurde. Die kumulierten Abschreibungen der Geschäfts- oder Firmenwerte haben sich wie folgt entwickelt (in TEUR):
Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und planmäßig linear abgeschrieben. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungskosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen. Die planmäßigen Abschreibungen richten sich nach den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern der jeweiligen Anlagen. Die vorgegebenen Nutzungsdauern wurden nach steuerlich höchstmöglichen Sätzen ermittelt. Sofern erforderlich wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert gemäß § 253 Abs. 3 S. 3 HGB vorgenommen. Im Berichtsjahr wurden außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von TEUR 24.391 (Vorjahr: TEUR 1.563) vorgenommen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen im Geschäftsjahr 2021 resultieren daraus, dass sich der Geschäftsbereich Automotive vor dem Hintergrund der Fokussierung des aktuellen Produktportfolios auf den Verbrennungsmotor einem strikten "Werthaltigkeits"-Test unterzogen hat mit dem Ziel, die Werte in der Bilanz nicht über den erzielbaren Betrag hinaus anzusetzen, wobei dieser den höheren Wert aus dem Barwert der zukünftigen Cash Flows und einem aktuellen Netto-Veräußerungswert darstellt. Dieses Vorgehen war vor dem Hintergrund einer die realen Verhältnisse abbildenden Bilanzierung unumgänglich. Geringwertige Anlagegüter mit Anschaffungskosten von jeweils unter EUR 800 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert werden bei Bedarf vorgenommen. Unter den Wertpapieren des Anlagevermögens werden 100% der Anteile an einem inländischen Spezial-AIF (Alternativer Investmentfonds) ausgewiesen. Bei dem Spezial-AIF "WAF" (Auflagedatum 07.03.2011) steht dem in der Bilanz ausgewiesenen Buchwert der Anteile in Höhe von TEUR 50.911 ein Marktwert von TEUR 52.255 (Vorjahr: TEUR 51.711) gegenüber. Dieser Marktwert verteilt sich auf Rentenpapiere (TEUR 43.644; Vorjahr: TEUR 46.326), Aktien (TEUR 7.076; Vorjahr: TEUR 4.309) sowie geldnahe Positionen (TEUR 1.535; Vorjahr: TEUR 1.076). Ausschüttungen wurden nicht vorgenommen. Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe bestehen nicht. Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie bezogene Waren wurden unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder niedrigeren Tageswerten bewertet; für überalterte und wenig gängige Materialien wurden Wertabschläge vorgenommen. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten unter Berücksichtigung angemessener Material- und Fertigungsgemeinkostenzuschläge. Ferner wurde der Werteverzehr des Anlagenvermögens berücksichtigt, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist. Sofern sich aus der Rückrechnung vom erzielbaren Verkaufspreis unter Abzug aller bis zur Fertigstellung noch anfallenden Kosten ein niedrigerer Wert ergab, wurde dieser angesetzt. Abwertungen für Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer und eingeschränkter Verwendbarkeit ergeben, wurden in ausreichendem Umfang vorgenommen; insgesamt sind die Vorräte verlustfrei bewertet. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit dem Nennwert bilanziert. Für erkennbare Ausfallrisiken wurden Einzelwertberichtigungen in Abzug gebracht. Dem allgemeinen Delkredere bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wurde durch eine Pauschalwertberichtigung Rechnung getragen. Die liquiden Mittel werden mit dem Nennbetrag angesetzt. Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tage darstellen; die Auflösung des Postens erfolgt entsprechend im Zeitablauf. Der aktive Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung betrifft Ansprüche aus verpfändeten Rückdeckungsversicherungen, die nach § 246 Abs. 2 HGB mit den Pensionsrückstellungen zu verrechnen waren. Zusätzlich wurde der Erfüllungsbetrag der Altersteilzeitverpflichtungen mit der an die Berechtigten verpfändeten Rückdeckungsversicherung verrechnet.
Das Eigenkapital ist mit dem Nennbetrag angesetzt. Die Pensionsrückstellungen wurden versicherungsmathematisch nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) ermittelt. Dabei wurde gemäß dem Wahlrecht des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB pauschal mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (im Berichtsjahr 1,94%). Ferner wurden eine Rentendynamik von 1,75%, eine Gehaltsdynamik von 2,0% sowie die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck berücksichtigt. In diesen Rückstellungen sind TEUR 2.076 für frühere Organmitglieder und deren Hinterbliebene enthalten. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Jahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen 7 Jahre beträgt TEUR 7.106. Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen wurden für alle erkennbaren Risiken, Wagnisse und ungewissen Verbindlichkeiten in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Sofern erforderlich, wurden Rückstellungen mit Restlaufzeiten von mehr als einem Jahr mit dem Barwert bilanziert. Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag passiviert. V. Angaben zur Konzernbilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem Anlagespiegel, der dem Anhang beigefügt ist. Er enthält auch die Abschreibungen des Geschäftsjahres 2021. Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus dem Personalbereich, für Risiken aus dem Absatz- und Beschaffungsbereich sowie für Beratungs- und Jahresabschlusskosten gebildet. Die Fristigkeit der ausgewiesenen Verbindlichkeiten zum 31.12.2021 ergibt sich aus der nachstehenden Übersicht:
Fristigkeiten per 31.12.2020:
Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betreffen die Guthaben der Kommanditisten mit TEUR 7.561 (Vorjahr: TEUR 70.864) sowie Verbindlichkeiten gegenüber Fremdgesellschaftern in Höhe von TEUR 213 (Vorjahr: TEUR 0). Im Vorjahr waren zudem TEUR 997 Verbindlichkeiten aus noch nicht ausgezahlten Ausschüttungen enthalten (Berichtsjahr: TEUR 0). Der Ansatz der aktiven latenten Steuern resultiert in erster Linie aus der unterschiedlichen Bewertung insbesondere der Pensions- und Jubiläumsrückstellungen in Handels- und Steuerrecht sowie der Nichtanerkennung von handelsrechtlich gebotenen Rückstellungen. Ferner sind die aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf die Eliminierung von Zwischengewinnen im Anlage- und Umlaufvermögen zurückzuführen. Die ausgewiesenen passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.654 (Vorjahr: TEUR 1.175) resultieren im Wesentlichen aus steuerbilanziellen Verlustzuweisungen an der Beteiligung an einem Private Equity Fund, die handelsrechtlich nicht angesetzt werden. Bei der Ermittlung der latenten Steuern wurden unternehmensindividuelle Steuersätze zugrunde gelegt. Für inländische Personengesellschaften kam ein durchschnittlicher Gewerbesteuersatz in Höhe von 15,6% zur Anwendung. Bei den inländischen Kapitalgesellschaften wurde ein kombinierter Körperschaft- und Gewerbesteuersatz von 31,4% zugrunde gelegt. Die Steuersätze bei den ausländischen Gesellschaften betragen 15 - 30%. Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte, die für die Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form von verschiedenen Leasingverträgen. Zweck und Vorteil dieser Leasingverträge ist die Nutzung der Vermögensgegenstände ohne Eigentumserwerb unter Abwälzung der mit dem Eigentum verbundenen Risiken. Aus Leasingverträgen resultierende zukünftige Zahlungsverpflichtungen sind in den sonstigen finanziellen Verpflichtungen enthalten. VI. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres gliedern sich nach geographisch bestimmten Märkten wie folgt:
Nach Tätigkeitsbereichen ergibt sich folgende Aufteilung:
Das für das Geschäftsjahr 2021 vom Konzernabschlussprüfer berechnete Gesamthonorar betrifft mit TEUR 198,8 ausschließlich Wirtschaftsprüfungsleistungen. Die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung unterbleibt gemäß § 314 Abs. 3 HGB i.V.m. § 286 Abs. 4 HGB. Die Beiratsvergütungen für das Geschäftsjahr 2021 betrugen TEUR 105. Im Berichtsjahr werden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von TEUR 2.695 (Vorjahr: TEUR 353) ausgewiesen. Hierbei handelt es sich um die Abwertung von Anteilen an einem Private Equity Fund. VII. Sonstige Angaben Eine Aufstellung des Beteiligungsbesitzes bezüglich der in den Konzern einbezogenen Unternehmen ist dem Anhang als Anlage beigefügt. Der Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung setzt sich ausschließlich aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten zusammen. Wesentliche zahlungsunwirksame Investitions- und Finanzierungsvorgänge und Geschäftsvorfälle sind nicht enthalten. Der Konzernabschluss befreit die folgenden Gesellschaften gemäß § 264 Abs. 3 HBG von der Verpflichtung, den Jahresabschluss offen zu legen:
Außerdem wird auf Grund von § 264 Abs. 3 HGB die Winkelmann Metal Solutions GmbH, Ahlen, die Reflex Winkelmann GmbH, Ahlen, sowie die Sinusverteiler GmbH, Wettringen, von der Verpflichtung befreit, einen Lagebericht aufzustellen. Von der Pflicht zur Aufstellung eines Lageberichts und zur Offenlegung des Jahresabschlusses werden gemäß § 264 b HGB die folgenden Gesellschaften befreit:
Zusätzlich wird auf Grund von § 264 b HGB die WINKELMANN GROUP North-America GmbH & Co. KG von der Offenlegungspflicht des Jahresabschlusses befreit. Der Konzernabschluss befreit die nachfolgend aufgeführten Gesellschaften gemäß § 291 Abs. 2 HGB hinsichtlich der Aufstellung, der Offenlegung und der Prüfung eines eigenen (Teil-) Konzernabschlusses und eines Konzernlageberichts:
Im Geschäftsjahr 2021 wurden im Konzern im Durchschnitt 3.924 Arbeitnehmer in folgenden Gruppen beschäftigt (ohne Auszubildende):
Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus längerfristigen Miet-, Leasing-, Pacht- und Wartungsverträgen in Höhe von rd. EUR 8,0 Mio. Im Bereich des Finanzanlagevermögens bestehen noch Einzahlungsverpflichtungen in Höhe von TEUR 915. Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Bilanzgewinn enthält einen Gewinnvortrag in Höhe von TEUR 248.326. Nachtragsbericht Der seit dem 24. Februar 2022 existierende Russland-Ukraine-Krieg wird voraussichtlich zu Einschnitten im Wirtschaftsleben führen. Dies könnte sich negativ auf die zukünftige Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaften der Unternehmensgruppe Winkelmann auswirken. Einen weiteren Einflussfaktor stellt die seit März 2020 grassierende COVID-19-Pandemie dar. Sowohl anhaltende Lockdowns als auch weitere Virusvarianten können Folgen auf die wirtschaftliche Lage innerhalb der einzelnen Gesellschaften der Unternehmensgruppe bedeuten. Die Auswirkungen beider potenzieller Risiken werden durch einen Krisenstab laufend lokalisiert und - falls notwendig - weitere Maßnahmen eingeleitet, die die Ergebnis- und vor allem die Liquiditätssituation auch in diesen Krisensituationen sicherstellen. Für weitergehende Informationen hierzu wird auf den Konzernlagebericht verwiesen.
Ahlen, den 18.05.2022 Heinrich Winkelmann Beteiligungs- und Verwaltungs-GmbH gez. Heinrich Winkelmann gez. Christian Knechtel Aufstellung des Beteiligungsbesitzes 2021
1) davon 0,99% indirekt über die Winkelmann
Beteiligungs- und Verwaltungs GmbH
Entwicklung des Konzern-Anlagevermögens für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021
Kapitalflussrechnung im Konzern 2021
Entwicklung des Konzerneigenkapitals 2021
6.1.7 Bestätigungsvermerk BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG, Ahlen Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG, Ahlen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der WINKELMANN GROUP GMBH & CO. KG, Ahlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 18. Mai 2022 Rödl
& Partner GmbH
gez. Wambach, Wirtschaftsprüfer gez. Groll, Wirtschaftsprüfer Der Konzernabschluss wurde am 18. Juni 2022 gebilligt. |
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