VR Bank Mittelhaardt e.G.

Bad Dürkheim

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ludwigshafen a.Rhein (Ludwigshafen) GnR 10135
Eingetragen
18.2.1891
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute des GenossenschaftssektorsKreditinstitute mit Sonderaufgaben
Gegenstand
Die Durchführung von banküblichen und ergänzenden Geschäften, sowie des Waren- und Dienstleistungsgeschäfts, insbesondere a) die Pflege des Spargedankens, vor allem durch Annahme von Spareinlagen; b) die Annahme von sonstigen Einlagen; c) die Gewährung von Krediten aller Art; d) die Übernahme von Bürgschaften, Garantien und sonstigen Gewährleistungen sowie die Durchführung von Treuhandgeschäften e) die Durchführung des Zahlungsverkehrs; f) die Durchführung des Auslandsgeschäfts einschließlich des An- und Verkaufs von Devisen und Sorten; g) die Vermögensberatung, Vermögensvermittlung und Vermögensverwaltung; h) der Erwerb und die Veräußerung sowie die Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren und anderen Vermögenswerten; i) die Vermittlung oder der Verkauf von Bausparverträgen, Versicherungen und Reisen; j) der gemeinschaftliche Einkauf landwirtschaftlicher Bedarfsartikel; k) der gemeinschaftliche Verkauf landwirtschaftlicher Erzeugnisse; l) der Handel mit sonstigen Waren und Erbringung sonstiger Dienstleistungen. m) die Errichtung und Betreuung von Stiftungen. n) der Kauf und Verkauf, die Erschließung, Bebauung, Vermietung, Verpachtung und Vermittlung von Grundstücken und grundstücksgleichen Rechten. Die Genossenschaft kann Zweigniederlassungen errichten und sich an Unternehmen beteiligen. Die Ausdehnung des Geschäftsbetriebs auf Nichtmitglieder ist zugelassen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marco Rischar
seit 4.4.2025
Prokura
Franziska Kranz
seit 4.4.2025
Prokura
Stefan Langer
seit 15.1.2025
Vorstandsmitglied
Nicole Eckel
seit 2.2.2022
Prokura
Sven Weiss
seit 2.2.2022
Prokura
Thomas Laumerich
seit 25.5.2011
Vorstandsmitglied
Adrian Noering
seit 10.2.2009
Prokura

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

VR Bank Mittelhaardt e.G.

Bad Dürkheim

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

Gliederung des Lageberichts

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

b) Finanzlage

c) Vermögenslage

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

C. Risiko- und Chancenbericht

D. Prognosebericht

A. Grundlagen der Geschäftstätigkeit

Die Grundlagen unserer Geschäftstätigkeit haben sich nicht geändert.

Als Genossenschaftsbank besteht unsere Kernaufgabe darin, die wirtschaftliche Entwicklung unserer Mitglieder und Kunden zu fördern. Darin gründet auch die enge regionale Bindung an das Geschäftsgebiet.

Die Bank betreibt als zentrale Geschäftsfelder das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie als Ergänzung zum Kundengeschäft und zur Liquiditäts-, Ertrags- und Risikosteuerung das Eigengeschäft. Das Institut nutzt darüber hinaus das Leistungsangebot innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Wir unterhalten keine Zweigniederlassungen.

B. Geschäftsverlauf und Lage (Wirtschaftsbericht)

1. Rahmenbedingungen

Leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung

Im Jahr 2023 beeinträchtigten die Spätfolgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und der Coronapandemie die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Wegen dieser Belastungen sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,3 %, nachdem es 2022 noch merklich zugelegt hatte (+1,8 %). Die Inflationsrate verminderte sich zwar von 6,9 % im Jahresdurchschnitt 2022 auf 5,9 % 2023. Der Preisauftrieb blieb damit aber weiterhin ausgesprochen hoch.

Dämpfende Einflüsse überlagern sich

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene wirtschaftliche Schwächephase dauerte im Wesentlichen das gesamte Jahr 2023 an. Dabei überlagerten sich die dämpfenden Einflüsse vielfach. Die bis ins Frühjahr bestehenden Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung erfüllten sich nicht. Zu Jahresbeginn wurde die Konjunktur vor allem durch die nur langsam schwindenden Belastungen durch die hohe Inflation, die Materialengpässe und die teilweise noch bestehenden Coronaschutzmaßnahmen gedämpft. Im weiteren Jahresverlauf belasteten dann verstärkt die von den westlichen Notenbanken in Reaktion auf die Inflation vorgenommenen kräftigen Leitzinsanhebungen die wirtschaftliche Situation in Deutschland und weltweit. Überlagert wurden diese Einflüsse auch von dem andauernden Arbeits- und Fachkräftemangel hierzulande und den hohen Unsicherheiten, beispielsweise über die Folgen des Ende 2023 eskalierenden Nahostkonflikts und den wirtschaftspolitischen Kurs in Deutschland nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts im November. In Reaktion auf das Urteil musste die Bundesregierung zum Jahresende in ihrer Finanzplanung deutliche Kürzungen und Einsparungen vornehmen.

Inflation hemmt den Privatkonsum

Nach einem durch die Erholung von der Coronakrise getriebenen kräftigen Zuwachs im Vorjahr um 3,9 % gingen die privaten Konsumausgaben 2023 preisbereinigt um 0,7 % zurück. Hauptgrund war der kräftige Anstieg der Verbraucherpreise, der die Kaufkraft der Einkommen vieler Haushalte deutlich dämpfte. Vor allem in Bereichen, in denen die Preise auf dem hohen Stand des Vorjahres verharrten oder sogar weiter zulegten, kam es zu rückläufigen Ausgaben. Die Privathaushalte gaben insbesondere für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (-6,3 %) sowie Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (-4,5 %) erheblich weniger aus, trotz der vielfach deutlichen Lohn- und Gehaltssteigerungen und der insgesamt robusten Arbeitsmarktlage. Die staatlichen Konsumausgaben verminderten sich mit dem Wegfall von pandemiebedingten Sonderausgaben ebenfalls. Der Staatskonsum, der 2022 noch um 1,6 % gestiegen war, sank um deutliche 1,5 %. Insgesamt trugen die Konsumausgaben mit einem Beitrag von -0,7 Prozentpunkten wesentlich zum Rückgang des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts bei.

Gespaltene Investitionskonjunktur

Ähnlich wie bereits im Vorjahr zeigte sich die Investitionskonjunktur gespalten. Einerseits legten die Investitionen in Ausrüstungen wie Fahrzeuge und Maschinen erneut zu, wenn auch schwächer als 2022 (+3,0 % nach +4,0 %). Hier stützen die abnehmenden Lieferengpässe die Entwicklung, die eine sukzessive Abarbeitung der aufgestauten Auftragsbestände ermöglichten. Andererseits gaben die Bauinvestitionen, die im Vorjahr um 1,8 % gesunken waren, abermals nach. Sie wurden noch stärker als die Ausrüstungsinvestitionen durch die rasant steigenden Leitzinsen ausgebremst und verminderten sich, trotz eines witterungsbedingt günstigen Jahresauftakts, um 2,7 %. Neben dem zinsbedingten Nachfragerückgang, von dem der Wohnungsbau noch stärker als der Gewerbebau betroffen war, belastete die nur langsam nachlassende Baupreisdynamik das Investitionsgeschehen. Alles in allem gingen von den Bruttoanlageinvestitionen ein leicht negativer Impuls (-0,1 Prozentpunkte) für das preisbereinigte Wirtschaftswachstum aus.

Schwacher Außenhandel

Der grenzüberschreitende Handel der deutschen Wirtschaft konnte 2023 nicht an die deutlichen Zuwächse während der Erholung von der Coronakrise im Jahr 2022 anknüpfen. Sowohl die Exporte als auch die Importe sanken um 2,2 % beziehungsweise 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 3,3 % und 6,6 % gestiegen waren. Maßgeblich für den Rückgang des Exportgeschäfts war die im Jahresverlauf schwächer werdende weltwirtschaftliche Gangart. Zudem belasteten die hohen inländischen Energiekosten die deutschen Exportunternehmen, insbesondere in den energieintensiven Produktionsbereichen wie der chemischen Industrie.

Dämpfend auf die Importe wirkte wiederum die schwache inländische Produktions- und Konsumentwicklung. Da die Importe jedoch stärker sanken als die Exporte, wirkte der Außenhandel als Ganzes rechnerisch mit einem Wachstumsbeitrag von +0,6 Prozentpunkten dem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts entgegen.

Niedrigeres Finanzierungsdefizit des Staates

Die staatlichen Einnahmen expandierten 2023 mehr als die Ausgaben. Befördert wurde das Einnahmenwachstum nicht zuletzt durch steigende Sozialbeiträge und höhere Verkaufserlöse, unter anderem weil die Umsätze der meisten Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs mit der Einführung des 49-Euro-Tickets dem Sektor Staat zugerechnet wurden. Stärkste Treiber des Ausgabenwachstums waren Anpassungen bei den Renten und Pensionen sowie höhere Zinsaufwendungen. Hinzu kamen umfangreiche Mehrausgaben zur Abmilderung der Energiekrise, wie die Zahlungen für die Gas-, Fernwärme- und Strompreisbremsen der Bundesregierung. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit gab in Relation zum nominal kräftig gestiegenen Bruttoinlandsprodukt leicht von 2,5 % im Vorjahr auf 2,1 % nach. Die staatliche Schuldenquote, die 2022 noch bei 66,1 % lag, dürfte auf rund 65 % gesunken sein. Erste amtliche Angaben zur Schuldenquote im Jahr 2023 werden voraussichtlich Ende April 2024 veröffentlicht.

Robuste Arbeitsmarktlage

Trotz der allgemeinen Konjunkturschwäche blieb der Arbeitsmarkt in einer soliden Grundverfassung. Zwar stieg die Arbeitslosenzahl in der Statistik, auch wegen der verstärkten Erfassung Geflüchteter, von 2,4 Millionen Menschen im Vorjahr auf 2,6 Millionen Menschen. Die Arbeitslosenquote befand sich mit 5,7 % aber nach wie vor auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau und nur leicht über dem Stand von 2022 (5,3 %). Zudem hielt der Beschäftigungsaufbau an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte im Vorjahresvergleich um gut 300.000 auf einen neuen Rekordwert von rund 45,9 Millionen Menschen.

Inflationsrate nach Höchststand etwas gesunken

Nachdem die jährliche Veränderungsrate des Verbraucherpreisindex 2022 mit 6,9 % den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht hatte, ging sie 2023 etwas zurück. Im Jahresdurchschnitt lag die Inflationsrate bei 5,9 %, wobei die Monatswerte einen klar rückläufigen Trend zeigten. So ist die Inflationsrate ausgehend von den im Januar und Februar mit jeweils 8,7 % markierten Maximalwerten bis November und Dezember auf Jahrestiefstände von 3,2 % und 3,7 % gefallen. Generell haben sich die Triebkräfte der Inflation verschoben, weg von den Importpreisen hin zur Binnenteuerung. Verantwortlich für den Rückgang der Gesamtteuerung war in erster Linie der nachlassende Preisanstieg bei Energie. Angesichts staatlicher Entlastungsmaßnahmen und rückläufiger Notierungen für Energieträger verteuerten sich Energieprodukte 2023 um unterdurchschnittliche 5,3 %, nach einem enormen Anstieg um 29,7 % im Vorjahr. Bei Nahrungsmitteln hielt hingegen der hohe Preisauftrieb nahezu ungebremst an. Sie verteuerten sich um 12,4 %, nach einer Erhöhung um 13,4 % im Vorjahr.

Industrie mit leichtem Wertschöpfungsrückgang

Im Verarbeitenden Gewerbe belasteten die trotz der nachlassenden Preisdynamik insgesamt noch immer sehr hohen Energiepreise, die nur langsam schwindenden Materialengpässe und die globale Nachfrageschwäche die Lage. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs gab daher nochmals leicht nach. Sie sank gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % und damit in gleichem Umfang wie 2022 (-0,3 %). Innerhalb der Industrie zeigten sich abermals sehr unterschiedliche Entwicklungen, wie die Produktionsdaten verdeutlichen. Während die wichtige Automobilindustrie die noch recht hohen Auftragsbestände vom Jahresbeginn teilweise abarbeiten und ihre Erzeugung um deutliche 10,9 % steigern konnte, ging die Produktion im ebenfalls gewichtigen Maschinenbau um 1,3 % zurück, auch wegen der schwachen in- und ausländischen Nachfrage. Die stärksten Produktionseinbußen mussten aber erneut einige energieintensiven Industriezweige hinnehmen. Dazu zählen die chemische Industrie (-10,8 %), deren Produktion auf den niedrigsten Stand seit 1995 sank, die Herstellung von Glas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde (-14,4 %) sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung (-3,7 %). Ungeachtet des neuerlichen Wertschöpfungsrückgangs legte die Erwerbstätigenzahl im Verarbeitenden Gewerbe etwas zu, um 0,2 % auf fast 7,5 Mio. Menschen.

Verhaltene Baukonjunktur

Die Baukonjunktur präsentierte sich abermals schwach. Nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr (-3,3 %) verminderte sich die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Baugewerbes 2023 nochmals, wenngleich mit einer Veränderungsrate von -0,2 % weniger stark als zuvor. Hemmend auf die Aktivitäten des Wirtschaftsbereichs wirkten vor allem die weiterhin hohen Baukosten, der anhaltende Mangel an Arbeitskräften und die, wegen der gestiegenen Zinsen, verschlechterten Finanzierungsbedingungen. Hiervon war insbesondere der Hochbau betroffen, während sich die Geschäfte im Tiefbau und im Ausbaugewerbe vergleichsweise besser entwickelten. Darauf deuten unter anderem die amtlichen Umsatzdaten hin, die allerdings nicht preisbereinigt, sondern lediglich in jeweiligen Preisen verfügbar sind. So expandierte der baugewerbliche Umsatz im Hochbau in den ersten drei Quartalen gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum lediglich um 1,1 %. Im Tiefbau und im Ausbaugewerbe kam es hingegen zu kräftigen Zuwächsen um 12,2 % und um 15,7 %, befördert einerseits durch einen regen Straßenbau und anderseits durch eine hohe Nachfrage nach energetischen Sanierungen. Trotz der allgemeinen Schwäche hielt der Stellenaufbau im Baugewerbe an. Die Erwerbstätigenzahl kletterte um 0,5 % auf reichlich 2,6 Mio. Personen.

Stabile Geschäftsentwicklung im Handwerk

Das Handwerk hat die vielfältigen Herausforderungen des Jahres 2023 vergleichsweise robust gemeistert. Darauf lässt der Geschäftsklimaindikator des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks schließen, der nach einem Rückgang im Vorjahr wieder über die Marke von 100 Punkten stieg, die eine Grenze zwischen einer positiven und einer negativen Konjunkturlage markiert. Differenziert nach den einzelnen Gewerbezweigen zeigten sich aber teilweise recht unterschiedliche Entwicklungen. Dies verdeutlichen die Umsatzdaten der amtlichen Handwerksberichterstattung, die ebenfalls nur in jeweiligen Preisen vorliegen. Demnach übertraf der Umsatz des gesamten Handwerks in den ersten drei Quartalen seinen entsprechenden Vorjahreswert um 6,5 %. Besonders deutlich fiel das Wachstum im Kraftfahrzeuggewerbe (+9,0 %) und im Ausbaugewerbe (+8,0 %) aus, angeregt durch eine spürbare Belebung der Neuwagen- und Gebrauchtwagenmärkte sowie durch die hohe Nachfrage nach Energieeffizienzmaßnahmen und nach Photovoltaik-Anlagen. Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (+5,8 %) und in den Bauhauptgewerken (+1,2 %) stiegen die Umsätze demgegenüber weniger deutlich, was angesichts der allgemein schwachen Industrie- und Baukonjunktur nicht verwundert. 

Schwieriges Jahr für den Einzelhandel

Im Einzelhandel haben die im Vorjahresvergleich nur wenig verminderten Preisanstiege merkliche Spuren hinterlassen. Wegen der Kaufkraft zehrenden Inflation hielten sich die Verbraucher mit ihren Ausgaben zurück. Zusätzlich dämpften die hohen wirtschaftlichen Unsicherheiten die Anschaffungsneigung. Vor diesem Hintergrund sank der preisbereinigte Einzelhandelsumsatz um deutliche 3,3 %, nachdem er bereits 2022 um 0,7 % nachgegeben hatte. In den stärker von der Coronapandemie geprägten Jahren 2020 und 2021 war der Einzelhandelsumsatz noch um 4,8 % und 0,6 % gestiegen, befördert unter anderem durch eine Sonderkonjunktur im Internet- und Versandhandel. Besonders deutlich sank der Umsatz 2023 im Einzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf (-7,4 %) und im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (-6,0 %). Auch im Internet- und Versandhandel (-3,9 %) musste ein überproportionaler Rückgang hingenommen werden. Im sonstigen Einzelhandel (-0,5 %), der beispielsweise Fahrräder und Bücher umfasst, fiel die Entwicklung demgegenüber günstiger aus und im Einzelhandel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren (+2,6 %) konnte sogar ein Umsatzplus erzielt werden, entgegen der allgemeinen Tendenz. 

Umsatzrückgang im Großhandel 

Angesichts der rückläufigen Konsumausgaben und der verhaltenen Industriekonjunktur gab der preisbereinigte Absatz im Großhandel ebenfalls nach. Dies legen zumindest die amtlichen Monatsdaten nahe, die bis einschließlich November vorliegen. Demnach unterschritt der Großhandelsumsatz im Zeitraum von Januar bis November sein entsprechendes Vorjahresniveau um 4,2 %, wobei der Produktionsverbindungshandel (-4,9 %) einen stärkeren Rückgang erfuhr als der Konsumtionsverbindungshandel (-3,4 %). Der Gesamtverlauf war damit wesentlich ungünstiger als im Jahresdurchschnitt 2022 (+0,9 %). Mit Ausnahme des Großhandels mit landwirtschaftlichen Grundstoffen und lebenden Tieren, der von der verbesserten Lage im Agrarsektor profitierte und seinen preisbereinigten Umsatz um 5,3 % steigerte, verringerte sich der Absatz in allen Handelsgruppen. Am deutlichsten war der Umsatzrückgang im Großhandel ohne ausgeprägten Schwerpunkt (-10,0 %), der unter anderem den nicht anderweitig zuordenbaren Großhandel mit Rohstoffen und Halbwaren umfasst.

Dienstleistungssektor mit Wertschöpfungszuwachs 

Der Dienstleistungssektor blieb 2023 eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung des Wirtschaftsbereichs legte mit einem Anstieg um 0,5 % allerdings weniger dynamisch zu als im Vorjahr (+3,0 %). Innerhalb des tertiären Sektors fiel das Wachstum in den Bereichen Informations- und Kommunikationsdienstleister (+2,6 %) und sonstige Dienstleister (+1,8 %) am deutlichsten aus, weiterhin befördert durch die in vielen Lebensbereichen voranschreitende Digitalisierung beziehungsweise das Auslaufen von Infektionsschutzmaßnahmen. Auch in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen (+1,1 %) und öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+1,0 %) fiel das Wachstum überdurchschnittlich stark aus. Deutlich schwächer entwickelten sich die Bereiche Unternehmensdienstleister (+0,4 %), Finanz- und Versicherungsdienstleister (-0,4 %) sowie Handel, Verkehr, Gastgewerbe (-1,0 %), wofür nicht zuletzt die kraftlose Industriekonjunktur verantwortlich war. Die Erwerbstätigenzahl stieg im Dienstleistungssektor als Ganzes um knapp 300.000 beziehungsweise 0,9 % auf fast 34,6 Mio. Menschen. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft sind damit 9 von 10 zusätzliche Arbeitsplätze in diesem Sektor entstanden.

Verbesserte Lage in der Landwirtschaft 

Die ökonomischen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine blieben für die landwirtschaftlichen Betriebe 2023 ein wichtiges Thema. Angesichts der kriegsbedingt engen Versorgungslage an den globalen Nahrungsmittel- und Rohstoffmärkten kam es kurzfristig in einigen Bereichen zu enormen Preissteigerungen. Darüber hinaus wurde die Landwirtschaft durch strukturelle Veränderungen in der Tier- und hier vor allem in der Schweinehaltung beeinflusst, die zu einer geringeren Erzeugung von tierischen Lebensmitteln führten. Da jedoch die Erzeugerpreise allgemein stärker stiegen als die Betriebsmittelpreise, konnten viele Betriebe wieder zur wirtschaftlichen Profitabilität zurückfinden. Nach Angaben des Deutschen Bauernverbandes stieg das Unternehmensergebnis im Durchschnitt der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2022/23 gegenüber dem Vorjahr um 45 % auf 115.400 Euro. Abgesehen von den Wein- und Obstbaubetrieben konnten nahezu alle Betriebsformen ihr Ergebnis steigern. Auch im gesamten Agrarsektor, zu dem neben der Landwirtschaft die Forstwirtschaft und die Fischerei gezählt werden, hat sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung expandierte um 1,4 %, allerdings begleitet von einem weiteren Rückgang der Erwerbstätigenzahl um 0,5 % auf rund 550.000 Menschen. 

Die Finanzmärkte sehen Zins- und Inflationsgipfel erreicht

Das langsame, noch andauernde Abklingen des Inflationsschocks des Jahres 2022 dominierte das vergangene Jahr 2023 an den Finanzmärkten. Die Notenbanken setzten ihre geldpolitischen Straffungen aus dem Vorjahr fort und erhöhten ihre Leitzinsen weiter. Die größten westlichen Notenbanken, die Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve der USA (Fed), erreichten damit 2023 und binnen unter achtzehn Monaten Erhöhungsphase die höchsten Leitzinsniveaus seit der globalen Finanzkrise von 2008; im Falle der EZB die höchsten seit Einführung des Euro. Im Zuge dieser Zinspolitik sanken die konjunkturellen Aussichten der Weltwirtschaft aufgrund der steigenden Finanzierungskosten. Auch die Entwicklung in China trug zur einsetzenden Konjunkturbremsung bei, da das dortige Wachstum durch eine Immobilienkrise und Nachwirkungen der strengen Nullcovidpolitik geschwächt wurde. Geopolitische Unsicherheiten wie der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, der durch den Terrorangriff der Hamas auf Israel intensivierte Nahostkonflikt oder die Rivalität zwischen China und den USA belasteten die Konjunkturaussichten ebenfalls.

Die Finanzmärkte entwickelten sich trotz dieser Belastungen positiv und bewerteten die rückläufigen Inflationsraten des Jahres 2023 als Zeichen für schneller als zu Jahresbeginn erwartet folgende Zinssenkungen im Jahr 2024. So fiel die Verbraucherpreisinflation in den USA zum Jahresende auf 3,4 %, nachdem sie im Januar 2023 noch bei fast doppelt so hohen 6,4 % gelegen hatte. Im Euroraum war sie im selben Zeitraum von 8,6 % auf 2,9 % gefallen. Zwar entwickelte sich die für die Geldpolitik maßgebliche Kernrate, die um die schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrung bereinigt ist, weniger dynamisch. Sie fiel in den USA von 5,6 auf 3,9 % und im Euroraum von 7,1 auf ebenfalls 3,9 %. Doch die Finanzmärkte reagierten stark auf die Rückgänge, wodurch Aktien- und Anleihekurse vor allem zum Jahresende deutlich zulegten.

USA: Fed lässt Zinserhöhungszyklus auslaufen

Die US-Notenbank Fed beendete am 27. Juli 2023 ihren geldpolitischen Straffungskurs bei einem Leitzinskorridor von 5,25 bis 5,5 %. Damit erhöhte die Fed ihre Zinsen 2023 noch um 100 Basispunkte, nachdem sie 2022 mit 425 Basispunkten das Gros ihrer geldpolitischen Reaktion auf den Inflationsschock bereits vollzogen hatte. Den Abbau ihrer Bestände an Staatsanleihen und Mortgage-backed securities (hypothekarisch besicherten Wertpapiere) setzte die US-Notenbank in dem von ihr 2022 festgelegten Tempo fort.

Von August bis Dezember 2023 hielt die Fed ihre Leitzinsen schließlich stabil und kündigte an, diesen Kurs bis ins Jahr 2024 beibehalten zu wollen. Senkungen der Leitzinsen schloss die Fed in ihrer Außenkommunikation auch für 2024 bis zu jenem, noch zu erreichenden Zeitpunkt aus, an dem die Inflation gesichert zum Zielwert von 2 % zurückkehrt. Weitere Zinserhöhungen hielt sie sich für den Fall wieder steigender Inflation hingegen explizit offen, trotz zum Jahresende rückläufiger Kerninflationsraten.

Europa: EZB erhöht Leitzinsen um 200 Basispunkte auf höchstes Zinsniveau ihrer Geschichte

Nachdem die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen 2022 um 250 Basispunkte erhöht hatte, vollzog sie 2023 sechs weitere Zinserhöhungen um insgesamt 200 Basispunkte. Am 20. September 2023 erreichten die Leitzinsen ihren vorläufigen Höhepunkt mit 4 % für die Einlagefazilität und 4,5 % für die Hauptrefinanzierungsfazilität sowie 4,75 % für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Damit überschritt die EZB erstmals ihr vor der Finanzkrise erreichtes Leitzinsniveau, als die Einlagefazilität im Maximum bei 3,25 % gelegen hatte. Auf den nachfolgenden Sitzungen bis zum Jahresende bestätigte die EZB dieses Zinsniveau und kündigte ähnlich der Fed an, es so lange aufrecht halten zu wollen, bis die Inflation das mittelfristige EZB-Ziel von 2 % wieder erreiche. 

Parallel zu ihren Leitzinserhöhungen fuhr die EZB auch ihre Anleihekaufprogramme weiter zurück, um dadurch ihre restriktive Geldpolitik zu verstärken. Dadurch ging die zusätzliche Nachfrage der Notenbank an den Anleihemärkten deutlich zurück, die in der Niedrigzinsphase dazu gedient hatte, die langfristigen Zinsen zu senken. Indem sie diese Nachfrage entzog, wollte die EZB diese langfristigeren Zinsen wieder steigen lassen und damit die Wirkung ihrer zuerst die kurzen Fristen beeinflussenden Leitzinsen unterstützen. Ab Juli 2023 wurden fällig werdende Anleihen im Portfolio des 2014 eingeführten Programms APP nicht wieder reinvestiert, nachdem sie zuvor noch teilweise reinvestiert worden waren. Im Schnitt wurden 2023 monatlich ungefähr 27,6 Milliarden Euro APP-Volumen nicht wieder reinvestiert. Auf der letzten geldpolitischen Sitzung am 14. Dezember 2023 entschied die Notenbank zudem, fällig werdende Anleihen des 2020 aufgelegten Pandemiekaufprogramms PEPP ab Juli 2024 nur noch teilweise zu reinvestieren. Damit möchte sie ihre geldpolitische Straffung verstärken. Das Portfolio soll im Schnitt monatlich um 7,5 Milliarden Euro schrumpfen. Zum Jahresende 2024 sollen, laut Erklärung des EZB-Präsidiums, die Reinvestitionen dann komplett eingestellt werden. Das PEPP-Portfolio belief sich zum Jahresende 2023 auf rund 1,7 Billionen Euro, das APP-Portfolio auf rund 3 Billionen Euro. 

Anleihenachterbahn mit finalen Kursgewinnen

Inflations- und Zinserwartungen sowie die tatsächlichen Entscheidungen der Notenbanken prägten die Anleihemärkte 2023 in Form hoher Volatilität. Das Jahr begann, nach den starken Kursverlusten durch Kriegs-, Inflations- und Zinsschocks 2022, mit einer Kurserholung von Staatsanleihen. In der Folge fielen ihre Renditen. So belief sich die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihe am 02. Februar 2023 auf 2,07 %, nach noch 2,56 % an Neujahr. Aufgrund der weiterhin restriktiven Politik der Notenbanken stiegen die Renditen danach jedoch wieder an. In der Spitze erreichte die zehnjährige Bundesanleihe am 02. März 2023 eine Rendite von 2,75 %. Im Zuge der US-Regionalbankenkrise und der Schieflage der Credit Suisse, die zu einer von den Schweizer Behörden organisierten Zusammenlegung mit dem Schweizer Konkurrenten UBS führte, fiel diese Rendite jedoch bis zum 20. März auf 2,1 % zurück. 

Dieses Auf und Ab setzte sich im weiteren Jahresverlauf fort. Im Vorfeld der geldpolitischen Sitzungen der Notenbanken, vor allem der Fed und der EZB, stiegen oder fielen die Renditen teils deutlich. Im Nachgang der Sitzungen setzte in der Regel eine zum Vorfeld gegenläufige Korrektur ein. Gleiches galt für neue Inflationszahlen aus den USA oder Europa. Bis Ende September tendierten die Renditen dabei aufwärts und die Kurse abwärts. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte ihre maximale Rendite von 2,97 % am 28. September 2023.

Im vierten Quartal und insbesondere zum Jahresende erholten sich die Kurse der Anleihen jedoch deutlich, wodurch die zugehörigen Renditen sanken. Die zehnjährige Bundesanleihe erbrachte zum Jahresende mit 2,03 % ein Fünftel weniger Rendite als zum Jahresanfang. Ähnlich entwickelten sich andere Anleihen des Euroraumes, während amerikanische und britische Anleihen zwar ebenfalls Kursgewinne zum Jahresende verzeichneten, wegen der unterschiedlichen Zinszyklen damit aber nur auf die Niveaus des Jahresauftakts zurückfielen. Die Anleihen folgten hierbei den Erwartungen der Märkte an eine 2024 deutlich sinkende Inflation mit entsprechenden Leitzinssenkungen der Notenbanken.

Euro stabilisiert sich mit geopolitischer Lage und Leitzinserhöhungen der EZB

Die europäische Gemeinschaftswährung wertete im Verlauf des Jahres 2023 leicht von 1,07 US-Dollar auf 1,10 US-Dollar auf. Dabei profitierte die Gemeinschaftswährung von der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die ihre Leitzinsen um 200 Basispunkte erhöhte, während die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen um niedrigere 100 Basispunkte anhob. Dies verringerte den Zinsabstand der großen Währungsräume und ließ den Euro als Devise nach einem schwachen 2022 attraktiver werden. Weiterhin profitierte die Gemeinschaftswährung von der insgesamt erfolgreichen Selbstverteidigung der Ukraine gegen Russlands Invasion. Diese ließ Sorgen um ein Übergreifen der russischen Aggression auf andere europäische Staaten stärker in den Hintergrund treten. Der geopolitische Risikoabschlag des Euro gegenüber dem Dollar sank auf das Gesamtjahr gesehen.

Dennoch blieb der Euro relativ zum Dollar anfällig und reagierte insbesondere auf Veränderungen der geopolitischen Lage und das Zinsverhalten der EZB. So sank der Euro vom 30. August bis zum 13. Oktober von 1,09 auf 1,05 US-Dollar. In dieser Zeitspanne beendete die EZB einerseits ihre Zinserhöhungen, während andererseits die Hamas mit ihren Terrorangriffen auf Israel einen kriegsähnlichen Konflikt entfachte. Da dieser Konflikt im weiteren Verlauf des Jahres 2023 aber weitgehend isoliert blieb und die Finanzmärkte zum Jahresende für die Fed bereits deutliche Leitzinssenkungen im Jahr 2024 einpreisten, konnte sich der Euro wieder erholen und das Jahr 2023 mit 1,10 Dollar beschließen.

DAX schließt nahe Rekordhoch

Die Aktienmärkte setzten zum Jahresauftakt die Erholung von Ende 2022 fort. Der DAX stieg vom 01. Januar bis zum 09. März 2023 um 12,3 % auf 15.633,21 Punkte. Anschließend erschütterte jedoch die Krise der US-Regionalbanken die Finanzmärkte, insbesondere die plötzliche Zahlungsunfähigkeit der Silicon Valley Bank. Dies löste einen Schock auf den Aktienmärkten aus. Der DAX etwa verlor bis zum 17. März 5,5 % seines Kurswertes. Die Verluste konzentrierten sich dabei auf Finanzwerte. Zugleich führte die Unsicherheit in den USA, aber auch global zu größeren Bewegungen von Bankeinlagen, insbesondere von solchen oberhalb der Einlagensicherungsgrenzen. Die Krise kulminierte mit der Fusion der Schweizer Großbanken Credit Suisse und UBS am 19. März, die die Schweizer Behörden zur Abwicklung der erstgenannten Bank organisiert hatte. Dieser Akt konnte die Märkte beruhigen und ermöglichte die Erholung der Aktien- und Finanzmärkte von dem kurzzeitigen Einbruch. 

Diese Erholung flachte zum Sommer hin ab, setzte sich aber trotz wiederkehrender Volatilität insbesondere um die Leitzinsentscheide der Notenbanken fort. Ende Juli notierte der DAX bei 16.446,83 Punkten und damit 18,1 % über seinem Jahreseinstandswert. Über den Spätsommer und beginnenden Herbst gingen die Kurse wieder leicht zurück, nachdem sich optimistische Einschätzungen des ersten Halbjahres nicht oder nur teilweise bewahrheitet hatten. Diese Korrektur erreichte ihren Tiefpunkt mit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Der DAX verlor im Oktober 4,3 % und fiel damit auf 14.716,54 Punkte zurück. Da der Konflikt bis zum Jahresende weitgehend auf den Gazastreifen begrenzt blieb, setzte im November bereits eine neuerliche, vorsichtige Erholung an den Aktienmärkten ein.

Zum Jahresende verstärkte sich die Erholung aufgrund sinkender Inflationszahlen und damit verbundener Hoffnungen auf Leitzinssenkungen der Notenbanken, womit eine Belebung der Konjunktur im Jahr 2024 verbunden wurde. Der DAX legte von Anfang November bis Jahresende um 13,1 % zu. Dadurch schloss er das Jahr mit 16.751,64 Punkten und auf Jahressicht um 20,3 % im Plus ab. Im globalen Vergleich entwickelte sich der deutsche Leitindex damit ähnlich zum Euro Stoxx 50, der 19,2 % zulegen konnte, aber schwächer als der S&P 500 und der Nasdaq Composite. Letztere konnten 24,2 beziehungsweise 43,4 % zulegen.

Rheinland-pfälzische Wirtschaftsleistung sinkt um 4,9 %

Die Wirtschaftsleistung ging in Rheinland-Pfalz 2023 deutlich zurück - allerdings ausgehend von einem sehr hohen Niveau, das in den beiden Jahren zuvor erreicht wurde. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt nahm nach vorläufigen Berechnungen 2023 um 4,9 % ab. Die aktuelle Entwicklung ist stark vom Bereich Forschung und Entwicklung sowie der pharmazeutischen Industrie geprägt - 2021 hatten diese beiden Bereiche kräftig zu dem Rekordwachstum von 10 % beigetragen. In jeweiligen Preisen lag die Wirtschaftsleistung 2023 bei 174 Milliarden Euro. Damit hatte Rheinland-Pfalz einen Anteil von 4,2 % am deutschen Bruttoinlandsprodukt. Im Vergleich zu 2022 erhöhte sich das nominale Inlandsprodukt um 2,5 Milliarden Euro bzw. 1,5 %.

Einbruch der Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe

Das verarbeitende Gewerbe, das 2021 einen erheblichen Anteil am Rekordwachstum hatte, trug 2023 kräftig zum Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung bei. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm um 11 % ab (Deutschland: minus 0,3 %). Die Industrie erwirtschaftet in Rheinland-Pfalz 22 % der gesamten Bruttowertschöpfung. Trotz teils kräftiger Preissteigerungen mussten sechs der zehn umsatzstärksten Branchen des Landes zum Teil erhebliche nominale Umsatzeinbußen hinnehmen. Den mit Abstand größten Rückgang wies die pharmazeutische Industrie auf (minus 44 %), die 2021 und 2022 noch stark von der Impfstoffproduktion profitiert hatte. Auch die chemische Industrie verzeichnete, wie die meisten energieintensiven Branchen, deutliche Umsatzrückgänge.

Wertschöpfungsrückgang auch in den Dienstleistungsbereichen

Im Dienstleistungssektor sank die Bruttowertschöpfung 2023 um 3,2 % (Deutschland: plus 0,5 %). Der tertiäre Sektor erwirtschaftet in Rheinland-Pfalz 66 % der gesamten Wertschöpfung. Wie in den beiden Jahren zuvor hatte die Branche Forschung und Entwicklung einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis der Dienstleistungsbereiche. In den Jahren 2021 und 2022 hatte diese Branche außergewöhnlich hohe Lizenzeinnahmen aus der Impfstoffentwicklung erzielt. Im Jahr 2023 gingen diese Einnahmen jedoch erheblich zurück. Der Bereich Forschung und Entwicklung zählt zum Teilsektor "Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen", dessen Wertschöpfung infolgedessen um 9,4 % sank (Deutschland: plus 0,6 %).

Auch der kleinste Teilsektor "Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation" verzeichnete einen Rückgang. Mit einem preisbereinigten Minus von 0,8 % schrumpfte dieser Bereich stärker als im Bundesdurchschnitt (minus 0,2 %). Die Bruttowertschöpfung des Teilsektors "öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit" stieg 2023 hingegen um 1,5 % (Deutschland: plus 1,1 %).

Reales Minus im Baugewerbe

Das Baugewerbe litt wie im Jahr zuvor an hohen Baukosten, Fachkräftemangel und schlechteren Finanzierungsbedingungen infolge gestiegener Zinsen. Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung sank um 0,9 %. Damit entwickelte sich der Bereich schlechter als in Deutschland (minus 0,2 %). Auffällig ist der enorme Preisanstieg im Baugewerbe: In jeweiligen Preisen nahm die Wertschöpfung um 16 % zu. Zur Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft steuert das Baugewerbe im Vergleich der Wirtschaftsbereiche nur einen geringen Teil bei (6,8 %).

Landwirtschaft mit Plus

Nach kräftiger Schrumpfung 2022 wuchs der Bereich "Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" 2023 wieder. Die Bruttowertschöpfung des primären Sektors stieg um 7,1 % (Deutschland: plus 1,4 %). Im Gegensatz zum Baugewerbe gingen die Preise in der Land- und Forstwirtschaft nach dem massiven Anstieg 2022 im Jahr 2023 wieder zurück: In jeweiligen Preisen nahm die Wertschöpfung um 19 % ab (Deutschland: minus 16 %).

Erwerbstätigkeit steigt

Die Erwerbstätigkeit erhöhte sich 2023 zwar nur leicht um 0,4 % (Deutschland: plus 0,7 %), erreichte damit aber einen neuen Höchststand. Im Jahresdurchschnitt arbeiteten 2,06 Millionen Erwerbstätige in Rheinland-Pfalz.

Das Arbeitsvolumen, also die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen, stagnierte 2023 nahezu. Es erhöhte sich nur um 0,1 % auf 2,73 Milliarden Stunden (Deutschland: plus 0,4 %). Dazu trug der hohe Krankenstand bei, der ein Rekordniveau erreichte. Zudem sank die Pro-Kopf-Arbeitszeit unter anderem durch die Verschiebung von Vollzeit- zu Teilzeitbeschäftigung und den Anstieg der marginalen Beschäftigung. Je Erwerbstätigen wurden durchschnittlich 1.325 Stunden geleistet (minus 0,3 %); in Deutschland waren es 1.342 Stunden, also 17 Stunden mehr. Im Ländervergleich ist allerdings zu beachten, dass Rheinland-Pfalz den höchsten Anteil an marginal Beschäftigten aufweist. Auch die Teilzeitquote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt über dem Bundesdurchschnitt.

Arbeitsproduktivität nimmt ab

Aus dem deutlichen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts und der Stagnation des Arbeitsvolumens ergibt sich eine kräftige Verringerung der preisbereinigten Arbeitsproduktivität (minus 5 %; Deutschland: minus 0,7 %). Je Erwerbstätigenstunde wurden in Rheinland-Pfalz 2023 in jeweiligen Preisen 63,90 Euro erwirtschaftet. In Deutschland war das Bruttoinlandsprodukt je Arbeitsstunde um 2,94 Euro höher.

Entwicklung der Genossenschaftsbanken im Geschäftsjahr 2023

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld konnten die 697 Volksbanken und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparda-Banken sowie die sonstigen Genossenschaftsbanken ihr Kredit- und Einlagengeschäft mit ihren über 30 Millionen Privat- und Firmenkunden im Geschäftsjahr 2023 teilweise leicht ausweiten. Im Vergleich zu den Vorjahren verlor das bilanzielle Kundengeschäft insgesamt jedoch an Dynamik.

Die bereits Ende 2022 im Zuge des Ukrainekriegs eingetretene Wirtschaftsschwäche dauerte in Deutschland das gesamte Jahr 2023 an. Sie war geprägt durch mehrere kräftige Leitzinsanhebungen und damit als Folge höhere Kreditzinssätze, aber auch durch einen gravierenden Fachkräftemangel und Materialengpässe sowie einen deutlichen Kaufkraftentzug als Ergebnis der nach wie vor hohen Teuerung. Überlagert wurden diese Einflüsse von den hohen Unsicherheiten infolge des eskalierenden Nahostkonflikts zum Jahresende 2023 und dem wirtschaftspolitischen Kurs der Bundesregierung nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts.

Dennoch konnten die deutschen Genossenschaftsbanken in diesem dämpfenden Wirtschaftsumfeld ihre Kreditvergabe leicht steigern. So erhöhten sich die bilanziellen Kundenforderungen der Genossenschaftsbanken im Vorjahresvergleich um 20 Milliarden Euro auf 777 Milliarden Euro (+2,6 %). Die Entwicklung der Kundeneinlagen blieb weitgehend stabil. Das gestiegene Zinsniveau eröffnete den Kunden erstmals seit der Negativ- und Nullzinsphase attraktive Anlagemöglichkeiten in klassischen Fest- und Termingeldern oder Sparbriefen. Viele Kunden schichteten ihre während der Coronapandemie gebildeten hohen Sichteinlagenbestände in diese Einlagenformen um. Anderseits belasteten die höheren Lebenshaltungskosten infolge der Inflation die Sparfähigkeit der Kunden. Im Ergebnis betrugen die Kundeneinlagen der Genossenschaftsbanken Ende 2023 860 Milliarden Euro (-0,2 %). Die addierte Bilanzsumme aller Genossenschaftsbanken blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1.175 Milliarden Euro konstant.

Ertragslage im Verbandsgebiet des Genoverband e.V. stellt sich wie folgt dar:

Das Betriebsergebnis vor Bewertung hat sich deutlich verbessert (+0,18 %-Punkte). Ausschlaggebend ist diesbezüglich das Zinsergebnis (+0,24 %-Punkte), welches im Gegensatz zum faktisch unveränderten Provisionsergebnis deutlich stärker zugelegt hat als die Verwaltungsaufwendungen (+0,05 %-Punkte). Das Betriebsergebnis nach Bewertung hat sich ebenso positiv entwickelt (+0,74 %-Punkte); im Wesentlichen deshalb, weil das im Unterschied zum Vorjahr positive Bewertungsergebnis der Eigenanlagen (+0,65 %-Punkte) den höheren Kreditwertberichtigungsbedarf (+0,09 %-Punkte) größtenteils aufgefangen hat.

2. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Über unsere strategische Eckwert- und Kapitalplanung planen und steuern wir die Entwicklung unseres Institutes auf Grundlage von Kennzahlen und Limiten. Dabei verwenden wir die folgenden bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren, die sich auch aus unserer Geschäfts- und Risikostrategie ableiten lassen und die wir mithilfe unseres internen Berichtswesens regelmäßig überwachen:

Betriebsergebnis vor Bewertung in Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme ("BE vor Bewertung/dBS"),

Cost-Income-Ratio ("CIR") in Prozent und

Wachstum des betreuten Kundenvolumens in Prozent.

Als bedeutsamster Leistungsindikator für die Rentabilität der Bank wird die Relation des BE vor Bewertung/dBS festgelegt. Die Kennzahl BE vor Bewertung/dBS misst die Ertragskraft der Bank in Relation zum Geschäftsvolumen, gemessen als durchschnittliche Bilanzsumme. Für den Leistungsindikator hat die Bank eine Mindestzielgröße von mehr als 0,80 % festgelegt.

Als Leistungsindikator für die Wirtschaftlichkeit bzw. Produktivität des Instituts wurde die CIR bestimmt. Sie stellt das Verhältnis der Verwaltungsaufwendungen zum Zins- und Provisionsergebnis sowie dem Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen dar. Strategisch wird eine CIR von höchstens 70 % angestrebt.

Das Wachstum des betreuten Kundenvolumens definieren wir als Indikator für die Generierung von Erträgen. Wir streben ein strategisches Wachstum von mindestens 2 % p.a. an.

Die Darstellung, Analyse und Beurteilung der einzelnen finanziellen Leistungsindikatoren erfolgt in den nächsten Abschnitten.

Gemessen an einem Budget für Aus- und Fortbildung von 148 TEUR im Jahr 2023 zeigt sich ein nach unserer Einschätzung hoher Stellenwert für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Die Anzahl der Bankmitarbeiter ist im Jahr 2023 geringfügig gefallen - und zwar von durchschnittlich 93,5 auf durchschnittlich 93,0. Zum 31.12.2023 befanden sich in der Bank 7 Auszubildende. Im Rahmen unserer Personalentwicklung planen und steuern wir unsere Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

3. Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Die Entwicklung der von der Bank definierten bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren stellt sich im Geschäftsjahr 2023 wie folgt dar:

Das Verhältnis von Betriebsergebnis vor Bewertung zu durchschnittlicher Bilanzsumme belief sich in 2023 auf 0,80 % (Vorjahr 0,58 %): Die Bank hat ihr diesbezügliches Strategieziel damit erreicht.

Die Cost-Income-Ratio (CIR) lag in 2023 bei 68,5 % (Vorjahr 74,0 %): Die Bank hat ihr strategisches Ziel (CIR < 70,0 %) auch in diesem Fall erreicht.

Das betreute Kundenvolumen hat im Jahr 2023 um 4,2 % zugelegt und somit das strategische Wachstumsziel von 2,0 % p.a. deutlich übertroffen.

Die Entwicklung aller bedeutsamsten Leistungsindikatoren liegt insbesondere bei dem Betriebsergebnis vor Bewertung und der Cost-Income-Ratio im Bereich der Prognose- bzw. Planwerte.

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Bilanzsumme 661.006 673.552 -12.546 -1,9
Außerbilanzielle Geschäfte *) 139.803 138.843 960 0,7

*)  Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivatgeschäfte.

Die geringere Bilanzsumme ist im Wesentlichen auf den Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (Kundeneinlagen) zurückzuführen (-26.327 TEUR bzw. -4,79 %). Zum einen sind diese in die Kundendepots (Depot B) angelegt worden, zum anderen sind diese im Zuge gestiegener Zinsen zu Mitbewerbern abgeflossen. Die außerbilanziellen Geschäfte haben sich im Gegensatz dazu nicht wesentlich verändert.

Aktivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Kundenforderungen 459.060 441.281 17.779 4,0
Wertpapieranlagen 148.547 158.528 -9.981 -6,3
Forderungen an Kreditinstitute 27.549 46.248 -18.700 -40,4

Im Geschäftsjahr konnte das Kundenkreditgeschäft um 4,0 % zulegen. Der Schwerpunkt unseres Kreditgeschäftes liegt unverändert im Bereich der Privatkunden (vorwiegend private Immobilienfinanzierungen), welche 63,9 % des gesamten Kreditbestands ausmachen.

Die Kreditvergabe an Firmenkunden betrifft schwerpunktmäßig Finanzierungen des regionalen Mittelstands sowie von Gewerbetreibenden. Im gewerblichen Kreditgeschäft sind die Branchen Land- und Forstwirtschaft mit 7,5 % sowie Grundstücks- und Wohnungswesen mit 6,9 % der zugesagten Gesamtausleihungen am stärksten vertreten. Die Größenstruktur des Kreditgeschäftes zeigt ebenfalls eine breite Streuung. 22,2 % der von uns zugesagten Kredite bewegen sich in der Größenklasse zwischen 250 TEUR und 500 TEUR.

Der Rückgang der bankeigenen Wertpapieranlagen ist auf den gestiegenen Liquiditätsbedarf der Bank zurückzuführen - zum einen infolge abfließender Kundeneinlagen und zum anderen infolge einer Ende Juni 2023 ausgelaufenen EZB-Refinanzierung (10.000 TEUR). Aus demselben Grund wurden die Forderungen an Kreditinstitute deutlich reduziert.

Passivgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 67.337 57.847 9.490 16,4
Kundengelder 522.768 549.095 -26.327 -4,8
Spareinlagen 64.922 86.610 -21.688 -25,0
täglich fällige Einlagen 365.226 451.027 -85.802 -19,0
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 92.620 11.457 81.163 708,4

Die Kundengelder sind im Berichtsjahr um 4,8 % zurückgegangen. Diese sind in Teilen in Kundendepots (Depot B) investiert worden und in Teilen abgeflossen und verbraucht worden. Wir haben den Rückgang der Kundengelder zu einem Drittel über Banken-Refinanzierungen bei der DZ Bank ausgeglichen.

Dienstleistungsgeschäft Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften 1.753 1.529 224 14,7
Vermittlungserträge 951 1.129 -179 -15,8
Erträge aus Zahlungsverkehr 2.649 2.150 499 23,2

Die Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften haben getrieben von der positiven Stimmung an den Kapitalmärkten deutlich zugelegt. Die Wertpapier- und Depoterträge sind im Vergleich zu Genossenschaftsbanken ähnlicher Größe gemessen an den Vergleichswerten des Vorjahres weiterhin überdurchschnittlich ausgeprägt.

Die Vermittlungserträge (Provisionen aus der Vermittlung von Kredit-, Bauspar- und Versicherungsverträgen sowie Immobilien) sind hingegen weiter gefallen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass gestiegene Zinsniveau bzw. die hohe Inflation viele Kunden dazu bewogen hat, nicht unbedingt erforderliche Investitionen (z. B. Kauf/Bau Eigenheim) bzw. Ausgaben (z. B. Versicherungen) aufzuschieben bzw. auszusetzen.

Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr sind ebenso wie die Erträge aus Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäften gut gewachsen. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen dadurch bedingt, dass die Ende 2022 umgesetzte Preiserhöhung bei den Kontokorrenten im Jahr 2023 erstmals voll zur Anwendung gelangt ist.

4. Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage

a) Ertragslage

Die wesentlichen Erfolgskomponenten der Genossenschaft haben sich im Vorjahresvergleich wie folgt entwickelt:

Erfolgskomponenten Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Zinsüberschuss 1) 11.923 10.470 1.453 13,9
Provisionsüberschuss 2) 5.072 4.640 432 9,3
Verwaltungsaufwendungen 11.185 10.580 605 5,7
a) Personalaufwendungen 6.835 6.407 428 6,7
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.349 4.172 177 4,2
Betriebsergebnis vor Bewertung 5.334 3.860 1.473 38,2
Bewertungsergebnis 3) 425 -2.306 2.731 -118,4
Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.862 3.350 2.512 75,0
Steueraufwand 1.449 778 672 86,3
Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken 3.340 1.500 1.840 122,7
Jahresüberschuss 1.072 1.072 0 0,0

1) GuV-Posten 1 abzüglich GuV-Posten 2 zuzüglich GuV-Posten 3

2) GuV-Posten 5 abzüglich GuV-Posten 6

3) Saldo aus den GuV-Posten 13 bis 16

Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hat sich im Jahr 2023 deutlich verbessert - im Wesentlichen, weil Zins- und Provisionsüberschuss stärker gestiegen sind als die Verwaltungsaufwendungen. Positiv beigetragen hat zudem das Bewertungsergebnis, welches im Gegensatz zum Vorjahr sogar einen positiven Ergebnisbeitrag beigesteuert hat.

Die Zinserträge sind infolge des markant gestiegenen Zinsniveaus angestiegen, wobei der Zuwachs überwiegend (65 %) auf die Eigenanlagen entfällt. Der Ergebnisbeitrag des größtenteils festverzinsten Kundenkreditgeschäftes an dem Zuwachs ist gering. Die ebenfalls angestiegenen Zinsaufwendungen sind in der Weitergabe des höheren Zinsniveaus an unsere Kunden und Aufnahme von mehr Bankenrefinanzierungen bei der DZ Bank begründet.

Der Provisionsüberschuss hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Ausschlaggebend sind diesbezüglich das Wertpapierdienstleistungsgschäft sowie der Zahlungsverkehr, welche das rückläufige Vermittlungsgeschäft (Kredit-, Bauspar- und Versicherungsverträge sowie Immobilien) mehr als kompensiert haben.

Die Zunahme der Verwaltungsaufwendungen entfällt zu mehr als zwei Dritteln auf die Personalaufwendungen die trotz leicht gesunkener Mitarbeiterzahl (durchschnittlich 93 nach vorherigen 93,5 Mitarbeiterkapazität im Vorjahr) gestiegen sind. Diese Entwicklung ist auf tarifliche sowie individuelle Gehaltsanpassungen zurückzuführen. Der Fachkräftemangel ist in der Bankenbranche deutlich bemerkbar. Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen haben ebenfalls zugenommen. Ursachen sind hierfür preiserhöhende Inflation bei allen bezogenen Sach- und Dienstleistungen, der branchentypische Anstieg der IT-Kosten sowie Investitionen in das Niederlassungsnetz.

Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt deutlich über dem Vorjahresergebnis. Das Bewertungsergebnis ist insgesamt positiv ausgefallen. Der im Vorjahr erlittene Kurswertverfall hat sich nicht wiederholt, im Gegenteil wurden Wertkorrekturen des Vorjahres teilweise aufgeholt.

b) Finanzlage

Kapitalstruktur

Das längerfristige Refinanzierungsgeschäft mit der EZB ("GLRG") ist am 28.06.2023 ausgelaufen. Der Bedarf an Bankrefinanzierungen wurde über die DZ Bank in einem Laufzeitbereich von 12 bis 15 Monate abgedeckt und hat sich auf einen Betrag von 25.000 TEUR erhöht.

Investitionen

Im Berichtsjahr sind erneut Investitionen von bedeutendem Umfang zu verzeichnen, wie die Anschaffungskosten in Höhe von 557 TEUR belegen. Die Investitionen betreffen insbesondere bauliche Veränderungen in der Niederlassung in Mußbach zur Schaffung von modernen Beratungsplätzen.

Liquidität

Die Geschäfts- und Refinanzierungsstruktur der Bank ist maßgeblich geprägt durch das Kundengeschäft als Basis der Liquiditätsausstattung. Durch unsere Refinanzierungsstruktur besteht eine weitestgehende Unabhängigkeit von Entwicklungen am Geld- und Kapitalmarkt.

Die Zahlungsfähigkeit unseres Instituts war im abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit nach Art, Höhe und Fristigkeit gegeben. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) hat sich im Berichtszeitraum zwischen 119,5 % und 165,0 % bewegt. Die Bank hat den aufsichtsrechtlichen Mindestwert demnach stets eingehalten - zum Bilanzstichtag liegt die LCR bei 136,2 %.

Bei Liquiditätsschwankungen kann die Bank auf hochliquide Aktiva und ausreichende Liquiditätsreserven auch in Form von Bankguthaben zurückgreifen. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und die Refinanzierungsfazilitäten der EZB bestehen weitere Refinanzierungsmöglichkeiten bei der DZ BANK AG oder der Bundesbank.

Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass auch innerhalb des Planungshorizontes von einem Jahr nicht mit einer Beeinträchtigung der Zahlungsfähigkeit zu rechnen ist.

Liquiditätsbelastungen aus außerbilanziellen Verpflichtungen haben sich nicht ergeben.

c) Vermögenslage

Die Eigenkapitalstruktur der Bank ist geprägt von Geschäftsguthaben der Mitglieder und erwirtschafteten Rücklagen. Im Geschäftsjahr wurde das Eigenkapital durch Zuführung zu den Rücklagen und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB gestärkt. Der Anteil des bilanziellen Eigenkapitals an der Bilanzsumme ist im Vergleich zum Vorjahr von 8,8 % auf 9,7 % angestiegen.

Die in unserem Institut getroffenen Vorkehrungen zur ordnungsgemäßen Ermittlung des Kernkapitals und des Ergänzungskapitals im Rahmen der bankaufsichtlichen Meldungen sind angemessen. Nach den vertraglichen sowie satzungsmäßigen Regelungen erfüllen die angesetzten Kapitalinstrumente die Anforderungen der CRR zur Anrechnung als aufsichtsrechtlich anerkanntes Kern- und Ergänzungskapital.

Die relevanten Vorgaben des KWG sowie der CRR wurden eingehalten. Die Kapitalrendite gemäß § 26a Abs. 1 Satz 4 KWG beläuft sich wie im Vorjahr auf 0,16 %.

Das bilanzielle Eigenkapital sowie die Eigenmittelausstattung und Kapitalquoten stellen sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt dar:

Berichtsjahr 2022 Veränderung zu 2022
TEUR TEUR TEUR %
Eigenkapital laut Bilanz 1) 63.902 59.228 4.673 7,9
Eigenmittel (Art. 72 CRR) 63.391 60.566 2.825 4,7
Harte Kernkapitalquote 15,6 % 15,0 %
Kernkapitalquote 15,6 % 15,0 %
Gesamtkapitalquote 16,8 % 16,1 %

1) Hierzu rechnen die Passivposten 11 (Fonds für allgemeine Bankrisiken) und 12 (Eigenkapital).

Die Forderungen an unsere Kunden sind auch zum 31.12.2023 nach kaufmännischen Grundsätzen des Handelsgesetzbuches mit der gebotenen Vorsicht bewertet. Die für erkennbare akute bzw. latente Risiken in der erforderlichen Höhe gebildeten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen wurden von den entsprechenden Aktivposten abgesetzt. Des Weiteren bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Die Wertpapieranlagen der Genossenschaft entwickelten sich wie folgt:

Wertpapieranlagen Berichtsjahr 2022 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
Anlagevermögen 120.630 118.818 1.812 1,5
Liquiditätsreserve 27.917 39.710 -11.793 -29,7

Von den Wertpapieranlagen entfällt ein Anteil von 65,5 % auf Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 5), die überwiegend (71,3 %) dem Anlagevermögen zugeordnet sind und nach dem gemilderten Niederstwertprinzip bewertet werden. Die weiter ausmachenden Wertpapieranlagen des Aktivpostens 5 bilden zu 28,7 % die Liquiditätsreserve.

Die restlichen Wertpapiere (34,5 %) entfallen auf Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (Aktivposten 6). Diese Bilanzposition umfasst ausschließlich Anteile am bankeigenen Investmentfonds "VR Bank Mittelhaardt Spezial" und ist dem Anlagevermögen zugeordnet.

Im Wertpapierbestand des Aktivpostens 5 sind zu 73,9 % festverzinsliche und zu 26,1 % variabel verzinsliche Wertpapiere (jeweils ohne Berücksichtigung der Zinsabgrenzung) von Emittenten guter Bonität enthalten. Davon entfallen 8.082 TEUR auf öffentliche Emittenten, 74.720 TEUR auf Kreditinstitute und 14.480 TEUR auf Nichtbanken. Alle Wertpapiere lauten auf Euro und sind überwiegend von inländischen bzw. europäischen Emittenten aufgelegt worden. Wesentliche Veränderungen in der Struktur sowie Bonitätseinstufung bei den Wertpapieranlagen haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht ergeben.

Durch Fälligkeiten oder Verkäufe frei gewordene Mittel im Wertpapierportfolio wurden überwiegend zur Finanzierung der Kundenforderungen eingesetzt. Bei den Wertpapieranlagen wird unverändert auf eine Ausgewogenheit zwischen Bonität, Rentabilität und Liquidität geachtet.

Vom gesamten Wertpapierbestand wird ein Teilbetrag in Höhe von 118.567 TEUR wie Anlagevermögen bewertet. Abschreibungen auf diesen Teilbestand wurden in Höhe von 7.944 TEUR vermieden.

Aufgrund der zunehmend langfristigen Ausprägung des Kundenkreditgeschäfts mit Restlaufzeiten von mehr als fünf Jahren sowie des hohen Anteils an kurzfristigen Kundeneinlagen resultieren innerhalb der bilanziellen Aktiv-/Passivstruktur hohe Fristeninkongruenzen. Diese haben sich im Jahr 2023 aufgrund der Refinanzierung in Laufzeiten von etwa einem Jahr verringert.

5. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses gerade im Vergleich zum Vorjahr als stark verbessert. Volumenzuwächse beim betreuten Geschäftsvolumen haben sich eingestellt und mündeten in einer stabilen Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage. Die satzungsmäßige Rücklagendotierung ist gewährleistet, sodass die Reserven weiter gestärkt und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen gut eingehalten werden.

Das Wachstum des für die Bank wichtigsten Geschäftsbereichs, dem Geschäft mit Kunden überwiegend aus der Region, hat sich fortgesetzt. In Bezug auf das Kreditgeschäft wurden die Erwartungen aus der Eckwertplanung nahezu erfüllt. Bei den Kundeneinlagen fanden Mittelabflüsse insbesondere in die außerbilanziellen Kundendepots statt, so dass die Ziele der Eckwertplanung nicht erreicht wurden.

Die Vermögenslage unserer Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus; die aufsichtsrechtlichen Anforderungen wurden sowohl im Vor- als auch im Geschäftsjahr eingehalten.

Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen. Die Ertragslage der Bank hat sich insgesamt deutlich verbessert. Zins- und Provisionsüberschuss sind stärker gewachsen als die Verwaltungsaufwendungen. Das Bewertungsergebnis aus Krediten und eigenen Wertpapieren lieferte in Summe einen positiven Ergebnisbeitrag.

C. Risiko- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem und -prozess

Unsere im Risikohandbuch dokumentierte Geschäfts- und Risikostrategie basiert auf einem Strategieprozess und ist ausgerichtet auf das Kundengeschäft mit Mitgliedern und Kunden aus unserer Region. Wesentliche Bestandteile der Geschäftsstrategie sind die aus der Risikotragfähigkeit der Bank abgeleiteten Teilstrategien für die wesentlichen Geschäftsaktivitäten im Privatkunden- und Firmenkundengeschäft sowie im Eigenanlagengeschäft.

Konsistent zu unserer Geschäfts- und Risikostrategie wurde eine Unternehmensplanung entwickelt, die eine langfristige und umfassende Begleitung unserer Mitglieder und Kunden im Hinblick auf Finanzierungswünsche, Vermögensanlagen und Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr sicherstellt.

Mit Hilfe einer strategischen Eckwert- und Kapitalplanung für einen Zeitraum von 5 Jahren steuern wir die Entwicklung unseres Instituts. Die Annahmen für die Markt- und Volumenentwicklungen erfolgen hierbei durch Experten auf Basis von Marktprognosen. Die abgeleiteten Ertrags- und Vermögenswirkungen werden anhand von Simulationsrechnungen mit Unterstützung der Steuerungssoftware VR-Control ermittelt.

Die Geschäfts- und Risikostrategie wird im Rahmen des von uns festgelegten Strategieprozesses regelmäßig überprüft. Das von der Bank verwendete Strategiemodell zeigt den organisatorischen Rahmen für die Strategieüberprüfung und für die Vernetzung der strategischen und operativen Gesamtbanksteuerung auf.

Ziel unserer Risikostrategie ist nicht die Vermeidung von Risiken, sondern die Wahrung eines angemessenen Chancen-Risiko-Profils unserer Risikopräferenz entsprechend. Dabei beachten wir folgende Grundsätze:

Verzicht auf Geschäfte, deren Risiko vor dem Hintergrund der Risikotragfähigkeit und der Risikostrategie unserer Bank nicht vertretbar sind.

Systematischer Aufbau von Geschäftspositionen, bei denen Ertragschancen und Risiken in angemessenem Verhältnis stehen.

Weitestgehende Vermeidung von Risikokonzentrationen.

Schadensbegrenzung durch aktives Management aufgetretener Schadensfälle.

Hereinnahme von Sicherheiten zur Absicherung von Kreditrisiken.

Verwendung rechtlich geprüfter Verträge.

Wir haben ein System zur Früherkennung von Risiken implementiert. Vor dem Hintergrund wachsender Komplexität der Märkte im Bankgeschäft sehen wir dies als eine zentrale Aufgabe an. Die zuständigen Organisationseinheiten berichten unmittelbar an den Vorstand. In diesem Rahmen ist ein Risikocontrolling- und Managementsystem mit entsprechenden Instrumenten eingerichtet, um bei Bedarf gegensteuernde Maßnahmen einleiten zu können.

Unsere Entscheidungsträger werden durch das interne Berichtsystem über die Geschäfts- und Risikoentwicklung frühzeitig informiert, um Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Ziel des Risikomanagements unserer Bank ist es, Risiken, die den Erfolg wesentlich beeinflussen oder gar den Fortbestand gefährden können, frühzeitig zu erkennen sowie umfassend zu messen, zu überwachen und zu steuern. Integraler Bestandteil ist dabei die fortlaufende Sicherstellung der Risikotragfähigkeit. Die Planung und Steuerung der Risiken erfolgt auf Basis der Risiko- und Liquiditätstragfähigkeit der Bank unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie.

Zur Bestimmung unserer Risikotragfähigkeit haben wir zum 1. Januar 2023 auf die normative und ökonomische Perspektive als komplementäre, sich ergänzende Ansätze umgestellt. Unsere zur Risikotragfähigkeitssteuerung eingesetzten Methoden und Verfahren berücksichtigen somit das Ziel der Fortführung unseres Instituts (normative Perspektive), als auch den Schutz unserer Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht (ökonomische Perspektive).

Die Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive, die einen periodischen Steuerungskreis darstellt, zielt auf die Fortführung der operativen Geschäftstätigkeit. In der normativen Perspektive betrachten wir die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. Diese umfassen insbesondere die Kapitalgrößen wie Kapitalanforderungen sowie Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals wie beispielsweise die Höchstverschuldungsquote und die Großkreditgrenzen. Die Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, sofern der ermittelte Kapitalbedarf die Einhaltung der Kapitalquoten bewirkt und sämtliche Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals erfüllt werden.

Die normative Perspektive bilden wir ausgehend von der Gesamtbankplanung über einen Zeithorizont von 5 Jahren ab. In dieser wird die Entwicklung des regulatorischen Kapitalbedarfs im Rahmen einer mehrjährigen Kapitalplanung bestimmt. Neben einem Planszenario werden mögliche abweichende Entwicklungen wie Bonitätsverschlechterungen im Kundenkreditgeschäft in einem adversen Szenario berücksichtigt.

Die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive zielt auf den Schutz der Gläubiger ab. In der ökonomischen Perspektive, die in unserem Institut barwertig ermittelt wird, werden das Risikodeckungspotenzial und die konsistent dazu ökonomisch ermittelten Risiken gegenübergestellt. Die ökonomische Risikotragfähigkeit ist demnach gegeben, wenn die barwertigen Risiken durch das Risikodeckungspotenzial laufend gedeckt sind. Die Bewertung des Risikodeckungspotenzials erfolgt unabhängig von Rechnungslegungskonventionen und aufsichtlichen Eigenmittelanforderungen.

Ausgangspunkt bei der barwertigen Ermittlung des Risikodeckungspotenzials ist der Barwert (Marktwert) sämtlicher Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Dabei werden auch außerbilanzielle Größen berücksichtigt.

Auf Basis des ermittelten Risikodeckungspotenzials legen wir im Rahmen unseres Strategie- und Limitierungsprozesses einmal im Jahr unser Gesamtbankrisikolimit fest. Wir stellen dabei sicher, dass genügend freies Risikodeckungspotenzial zur Verfügung steht, um zukünftige Wertschwankungen aufzufangen.

Die Risikomessung für die in der ökonomischen Perspektive der Risikotragfähigkeit berücksichtigten Risikoklassen erfolgt mithilfe geeigneter Value at Risk (VaR)-Modelle mit einem Konfidenzniveau von 99,9 % und einem Risikobetrachtungshorizont von einem Jahr. Bei den Risikoklassen, für die kein statistisches Verlustverteilungsmodell verwendet wird, erfolgt eine expertenbasierte Risikoeinschätzung, die dem Ausmaß nach dem 99,9 %-Quantil entspricht. Die Risikoaggregation erfolgt ohne Berücksichtigung von Korrelationen zwischen den einzelnen Risikoarten additiv.

Die Ermittlung der Liquiditätstragfähigkeit erfolgt ebenfalls in einer normativen und einer ökonomischen Perspektive anhand von aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen sowie einer Überwachung des Überlebenshorizonts.

In der normativen Perspektive wird das Ziel verfolgt, kurzfristig und in unserer mehrjährigen Geschäftsplanung die aufsichtsrechtlichen Liquiditätsanforderungen einzuhalten. Dazu werden hochliquide Vermögenswerte den aufsichtsrechtlichen Nettomittelabflüssen gegenübergestellt. Für die Steuerung der normativen Liquiditätstragfähigkeit verwenden wir die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl Liquidity Coverage Ratio (LCR).

Zusätzlich wird die Net Stable Funding Ratio (NSFR) als normative Mindestgröße in der Banksteuerung berücksichtigt. Diese zeigt das Verhältnis von verfügbarer zur erforderlichen stabilen Refinanzierung auf.

In der ökonomischen Perspektive werden neben der Plan-Liquiditätsablaufbilanz Stress-Liquiditätsablaufbilanzen vierteljährlich erstellt. Diese berücksichtigen die Liquiditätsauswirkungen von institutseigenen und marktweiten Ursachen sowie eine Kombination daraus. Wir haben einen Mindest-Überlebenshorizont von 6 Monaten für die Plan-Liquiditätsablaufbilanz sowie die Stress-Liquiditätsablaufbilanzen definiert, dieser wurde im Berichtszeitraum nicht unterschritten.

Die Offenlegung der Risikomanagementziele und Risikopolitik entsprechen den Anforderungen des Artikels 435 CRR. Die Risikomanagementziele bzw. Strategien wurden dem Aufsichtsrat zur Kenntnis gegeben und mit diesem erörtert.

Die eingerichteten Systeme und Verfahren des Risikomanagements sind dem Profil und der Geschäfts- und Risikostrategie der Bank sowie ihrer Größe angemessen und entsprechen den Anforderungen der MaRisk.

Risiken

Für unsere Risikobeurteilung zum Abschlussstichtag legen wir konsistent zum Prognosezeitraum einen Zeitraum von einem Jahr zu Grunde, in dem auch das Vorliegen von bestandsgefährdenden Risiken beurteilt wird.

Bestandsgefährdende Risiken (wesentliche Risiken mit hohen Auswirkungen) liegen für den hier zugrunde gelegten Beurteilungszeitraum von einem Jahr nicht vor.

Adressenausfallrisiken bzw. Kreditrisiko

Das Kreditrisiko beschreibt die Gefahr, dass Verluste oder entgangene Gewinne aufgrund des Ausfalls von Geschäftspartnern, der Ratingmigration und/oder der adressbezogenen Spreadveränderung entstehen. Es umfasst das Ausfallrisiko, das Kontrahenten-, Abwicklungs- und Lieferrisiko, das Besicherungsrisiko, das Länderrisiko, das Spreadrisiko, das Beteiligungsrisiko sowie Migrationsrisiken. Dabei wird ausschließlich auf die potenzielle Erfolgswirkung abgestellt.

Auf Grundlage der Risikoinventur stuft die Bank das Adressenausfallrisiko bzw. Kreditrisiko im Kundengeschäft und Eigengeschäft als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich hoch ein.

Zur Steuerung des Kredit- bzw. Adressenausfallrisikos setzen wir im Kundengeschäft Ratingsysteme zur Beurteilung der Bonität einzelner Engagements ein (im wesentlichen VR-Rating). Mit Hilfe der Steuerungssoftware VR-Control können wir ungünstige Entwicklungen im Kreditportfolio rechtzeitig identifizieren und frühzeitige Maßnahmen einleiten.

Wir ermitteln vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Kundengeschäfte (KPM-KG) barwertig unter VR Control einen erwarteten und unerwarteten Verlust (Credit Value at Risk) aus dem Kundenkreditgeschäft. Die Berechnung erfolgt auf Basis von Kreditrisikoprämien in einem mehrstufigen Verfahren, dem sowohl die modellierten Verluste auf Basis des LGD-Modells (Loss Given Default) als auch Ausfallwahrscheinlichkeiten und Sektorparameter zugrunde liegen.

Das Kreditrisiko bei Eigenanlagen wird im Rahmen der Risikotragfähigkeitskonzeption der Bank vierteljährlich mit Hilfe des Kreditportfoliomodells für Eigengeschäfte (KPM-EG) ermittelt. Grundlage der Berechnungen sind verschiedene Marktpartnersegmente, die differenzierte Spread- und Ratingmigrationen, Spreadverteilungen sowie Migrationsmatrizen aufweisen.

Die Ermittlung des in der Risikomessung angesetzten unerwarteten Verlustes (Risikoszenario) basiert auf einer Haltedauer von 250 Tagen. Adressenausfallrisiken aus Fonds werden mittels einer von der Kapitalanlagegesellschaft ermittelten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer berücksichtigt, die nur das Adressenausfallrisiko abbildet. Das Marktpreisrisiko des Fonds berücksichtigen wir mittels einer separaten Ex-ante-Value-at-Risk-Kennziffer.

Bei den Eigenanlagen nutzen wir für Wertpapiere die Ratinginformationen der DZ BANK AG auf Basis externer Ratingagenturen und bei den Fonds die Risikoinformationen der Fondsgesellschaft Union Investment. Auch hier werden die Risikoentwicklungen im Rahmen von VR-Control über ein Portfoliomodell überwacht.

Turbulenzen an den Finanzmärkten begegnen wir durch eine breite Streuung der Eigenanlagen, Diversifikation in viele Anlageklassen und Beschränkung auf gute Bonitäten.

Marktpreisrisiken bzw. Marktrisiken

Das Marktrisiko beschreibt die Gefahr, dass aufgrund nachteiliger Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern Verluste entstehen können. Marktrisiken umfassen Zins-, Aktien- und Währungsrisiken sowie sonstige Marktrisiken.

Das Markt- bzw. Marktpreisrisiko stuft die Bank anhand der Risikoinventur als aufsichtsrechtlich wesentlich ein. Das Zinsänderungs- und Aktienrisiko wird betriebswirtschaftlich hoch eingestuft.

Währungsrisiken waren zum Jahresende 2023 in Fonds sowie im Kundenbereich in Form von Fremdwährungsbürgschaften in geringem Umfang zu finden, sodass hieraus betriebswirtschaftlich ein geringes Markt- bzw. Marktpreisrisiko resultiert. Auch das Immobilienrisiko, das Optionsrisiko sowie die sonstigen Markt- bzw. Marktpreisrisiken stuft die Bank betriebswirtschaftlich gering bedeutend ein.

Im Rahmen der ökonomischen Risikomessung des Zinsrisikos berechnen wir vierteljährlich einen Value at Risk, der auf einem historischen Zeitraum basiert. Als Szenariotechnik verwenden wir die klassische historische Simulation. Die Ermittlung erfolgt mit Hilfe des Moduls Zinsmanagement unter VR Control.

Für die Beurteilung des strategischen Zinsbuches wird das Barwertkonzept eingesetzt. Für die wesentlichen variablen Positionen hat die Bank Ablauffiktionen auf der Grundlage gleitender Durchschnitte ermittelt. Die Risiken werden nach der Veränderung des Barwertes des Zinsbuches mit dem Value-at-Risk-Ansatz gemessen. Der Value-at-Risk für das strategische Zinsbuch basiert auf der historischen Simulation mit einem Beobachtungszeitraum ab 2011. Das Konfidenzniveau ist mit 99,9 % bei einer Haltedauer von 250 Tagen festgelegt.

Das Markt- bzw. Marktpreisrisiko der verwalteten Investmentfondsanlagen misst die Bank mittels bereitgestellter Risikokennzahlen. Diese Value-at-Risk-Kennziffern beinhalten neben dem Markt- bzw. Marktpreisrisiko auch das Kredit- bzw. Adressenausfallrisiko.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko umfasst das Risiko, illiquide zu werden bzw. höhere Kosten für Liquidität aufwenden zu müssen. Liquiditätsrisiken können grundsätzlich in der Form des Zahlungsunfähigkeitsrisikos, des Refinanzierungsrisikos und des Marktliquiditätsrisikos auftreten.

Zahlungsunfähigkeitsrisiken treten ein, wenn Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht oder nicht in ausreichender Höhe erfüllt werden können. Refinanzierungsrisiken entstehen, wenn die Liquidität nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann oder die Refinanzierungsmittel nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung stehen. Marktliquiditätsrisiken treten ein, wenn Anlagen nicht zum gewünschten Zeitpunkt oder in der geplanten Höhe liquidiert werden können.

Liquiditätsablaufbilanzen dienen als Frühwarnindikator für eine mögliche Zahlungsunfähigkeit und stellen dabei insbesondere den Überlebenshorizont dar. Stresstests für einen Zeitraum von zwei Jahren führen wir anhand institutseigener, marktweiter und kombinierter Szenarien für Liquiditätsrisiken durch. Durch die Anrechnung auf die Liquiditätspuffer wird auf dieser Grundlage der Überlebenshorizont ermittelt. Dabei werden auch adverse Entwicklungen außerhalb unseres Erwartungshorizontes reflektiert. Liquiditätsrisiken werden darüber hinaus von der Bank anhand von Fälligkeitslisten überwacht.

Das Liquiditätsrisiko wird anhand der aufsichtsrechtlichen Liquiditätskennzahlen Liquidity Coverage Ratio (LCR) und Net Stable Funding Ratio (NSFR) überwacht. Unsere Risikotoleranz haben wir für jede Kennzahl über die Festlegung einer Ziel-Quote von 115 % definiert.

Zur Begrenzung von Abrufrisiken sind Strukturlimits insbesondere für die größten Einleger implementiert.

Die Bank erachtet das Liquiditätsrisiko insgesamt als wesentlich im Sinne des Aufsichtsrechts. Dabei stuft die Bank das Zahlungsunfähigkeitsrisiko mit betriebswirtschaftlich hoher Bedeutung ein, während das Refinanzierungs- und Marktliquiditätsrisiko mit betriebswirtschaftlich geringer Bedeutung beurteilt werden.

Das Liquiditätsrisiko findet im Rahmen des Risikotragfähigkeitskonzeptes der Bank insofern Berücksichtigung, dass das Refinanzierungskostenrisiko mit einem Risikolimit bedacht wird.

Bezogen auf das Refinanzierungsrisiko wird unterschieden in Refinanzierungskostenrisiko und Refinanzierungsquellenrisiko. Refinanzierungsquellen sind die ausreichend diversifizierten Kundeneinlagen, Refinanzierungen bei der Bundesbank sowie Refinanzierungen durch Globaldarlehen bei unserem Zentralinstitut, der DZ Bank AG.

Operationelles Risiko

Operationelle Risiken betreffen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unzulänglichkeit oder des Versagens von internen Prozessen, Menschen oder Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten.

Die Bank hat eine einheitliche Festlegung und Abgrenzung der operationellen Risiken zu den anderen betrachteten Risikokategorien vorgenommen und diese in den Organisationsrichtlinien fixiert und kommuniziert. Die operationellen Risiken in den Bereichen der Kredit- und Marktrisiken gehen i.d.R. in diesen Risikoarten auf und werden dort gesteuert.

Wesentliche operationelle Risiken werden laufend identifiziert und jährlich analysiert. Hierzu wird auf eine Schadensfalldatenbank zurückgegriffen, in die eingetretene Schäden eingestellt werden.

Das IT-Risiko stellt ein spezielles operationelles Risiko dar. Hier betrachten wir insbesondere die Teilbereiche "zentrales Rechenzentrum" und "IT-Risiken Bank". Über die IT-Risiken, die das Rechenzentrum betreffen, erhalten wir regelmäßige Berichte vom lT-Dienstleister einschließlich Darstellung der eingeleiteten Maßnahmen bei Problemen. Über die Beseitigung der im Rahmen von Sonderprüfungen durch die Finanzaufsicht ermittelten Mängel beim IT-Dienstleister wurde zeitnah an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die vereinbarte Meilensteinplanung wurde eingehalten.

Für alle wesentlichen Schadensereignisse in Bezug auf bankinterne IT-Risiken besteht ein umfassender Versicherungsschutz. Betriebliche Notfallplanungen wurden insbesondere auf die Anforderungen aus dem lT-Bereich abgestimmt.

Rechtlichen Risiken begegnen wir durch die Verwendung der im Verbund entwickelten Formulare und die Inanspruchnahme juristischer Beratung im Fall von Rechtsstreitigkeiten.

Die Anrechnung der operationellen Risiken in der Risikotragfähigkeit erfolgt durch pauschale Risikobeträge, die auf bankeigenen Schätzungen beruhen und mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet werden sowie durch die Berücksichtigung der durchschnittlich eingetretenen Schäden aus der Schadensfalldatenbank. Das operationelle Risiko belastet das Gesamtbankrisikolimit in geringem Umfang.

Anhand der Risikoinventur stufen wir das operationelle Risiko als aufsichtsrechtlich wesentlich und betriebswirtschaftlich gering ein.

Sonstige Risiken

Unter dieser Kategorie analysieren wir alle nicht bankspezifischen Risiken. Die sonstigen Risiken umfassen das strategische Risiko und Geschäftsrisiko, das Pensionsrisiko, das Vertriebsrisiko, das Produktivitätsrisiko und das Sachwertrisiko. Darüber hinaus werden das Reputationsrisiko, Modellrisiko und das Nachhaltigkeitsrisiko risikoartenübergreifend betrachtet. Die Wesentlichkeit dieser Risiken überprüfen wir regelmäßig und anlassbezogen. Aktuell stufen wir alle sonstigen Risiken inklusive der querschnittlich zu betrachtenden Risiken als unwesentlich ein.

Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten

Zur Aktiv/Passiv-Steuerung setzen wir Zinsderivate (Festzinszahler- und Festzinsempfänger-Swaps) ein. Wir verfolgen damit das Ziel, bilanzielle Aktiv-Positionen (bspw. langfristige Wohnbaufinanzierungen mit Festzinsschreibung) gegen steigende Markzinsen abzusichern. Dementsprechend ist der Anteil an Festzinszahler-Swaps (76 Mio. Euro) erheblich höher als der Anteil an Festzinsempfänger-Swaps (15 Mio. Euro).

Im Berichtsjahr wurden zwecks Reduzierung des Zinsänderungsrisikos Festzinszahler-Swap-Kontrakte im Ausmaß von 10 Mio. Euro abgeschlossen.

Bei den Geldmarktzinsen rechnen wir für die Jahre 2024 und 2025 mit einem langsamen Rückgang. Wir positionieren uns perspektivisch durch Einsatz von Festzinsempfängerswaps mit überschaubarer Laufzeit. Hinsichtlich der bereits gehaltenen Zinsderivate rechnen wir bei fallenden Zinsen mit einem zurückgehenden positiven Beitrag zum Betriebsergebnis.

Aufgrund der liquiden Märkte und unserer Steuerungsinstrumentarien erwarten wir, die Risiken auf ein geringeres Maß reduzieren zu können.

Gesamtbild der Risikolage

Auf Grundlage unserer Verfahren des Risikomanagements zur Ermittlung der Risiken sowie des Risikodeckungspotenzials ist die Risikotragfähigkeit in beiden Perspektiven (ökonomisch und normativ) gegeben. Die internen Simulationen kommen darüber hinaus zum Ergebnis, dass die Liquidität sichergestellt und die Eigenmittelanforderungen erfüllt werden.

Bestandsgefährdende Risiken sind daher auch aufgrund der Zugehörigkeit zur kreditgenossenschaftlichen Sicherungseinrichtung nicht erkennbar. Zur Erfüllung von § 1 EinSiG i. V. m. § 1 Abs. 3d Satz 1 KWG gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG-Sicherungssystem) an. Das BVR-ISG-Sicherungssystem ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin (BVR-ISG), die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt. Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVR-ISG-Sicherungssystem tätig.

Die nachfolgende Tabelle zeigt, dass die Risikotragfähigkeit der Bank weiterhin gut gegeben ist, da das Risikodeckungspotential sowohl im Standard- als auch Stressszenario zur Abdeckung aller Risiken gut ausreicht.

Ein Vergleich mit dem Vorjahresstichtag ist in Bezug auf das Liquiditätsrisiko nicht möglich, da es im Vorjahr nicht quantifiziert wurde. Das Kreditrisiko ist gegenüber dem Vorjahr um 19,5 % gefallen, das Marktrisiko um 12,4 % gestiegen, während das operationelle Risiko unverändert ist.

Risikotragfähigkeit Berichtsjahr 2022 Veränderung
(Standardszenario) TEUR TEUR TEUR %
verfügbares Risikodeckungspotenzial 69.484 n.v. n.v. n.v.
berücksichtigtes Risikodeckungspotenzial 45.000 45.000 0 0,0
Marktrisiko 13.676 14.615 1.808 12,4
Kreditrisiko 11.776 14.023 -2.739 -19,5
operationelles Risiko 2.225 2.223 2 0,1
Liquiditätsrisiko 2.267 n.v. 2.261 n.v.
Gesamtrisiko 29.943 30.861 1.331 4,3
Auslastung verfügbares Risikodeckungspotential 43,1 % n.v.
Auslastung berücksichtigtes Risikodeckungspotential 66,5 % 68,6 %
historisch
Risikotragfähigkeit (Stressszenario - risikoartenspezifischer Stresstest) Stress restliches Risiko Gesamtbetrag Auslastung verfügbares RDP
TEUR TEUR TEUR %
Zins 14.281 17.324 31.606 45,5
Marktrisiko Fonds 2.203 28.885 31.088 44,7
Kundengeschäft 7.485 27.017 34.503 49,7
Eigengeschäft 14.815 24.491 39.306 56,6
Beteiligungen 2.110 28.342 30.451 43,8
Kreditrisiko Fonds 5.228 28.145 33.373 48,0
operationelle Risiken 2.360 27.718 30.078 43,3
Refinanzierungskostenrisiko 2.585 27.676 30.261 43,6
Risikotragfähigkeit (Stressszenario - risikoartenübergreifender Stresstest) schwerer konjunktureller Abschwung (SKA) Stagflation
TEUR TEUR
Zins -3.533 2.977
Marktrisiko Fonds 1.450 1.313
Kundengeschäft 6.729 5.483
Eigengeschäft 13.710 9.722
Beteiligungen 2.110 2.110
Kreditrisiko Fonds 3.688 1.987
operationelle Risiken 2.657 2.360
Refinanzierungskostenrisiko 2.585 2.267
Gesamtstress 29.394 28.219
Auslastung verfügbares Risikodeckungspotential in % 42,3 40,6

Den dargestellten Risiken stehen folgende Chancen gegenüber:

Sofern die Marktzinsen weniger steigen als im Stressszenario angenommen oder gar fallen - dies entspricht unseren Erwartungen - ist ein Rückgang des Marktrisiko bzw. ein positiver Verlauf des Bewertungsergebnis (Eigenanlagen) denkbar.

Sollte das Kreditvolumen stärker wachsen als geplant oder die Neukreditkonditionen höher ausfallen als geplant, steigen die Zinserträge.

Bei geringeren Kreditausfällen bzw. geringeren Bonitätsverschlechterungen der Kreditnehmer fällt der prognostizierte Bewertungsaufwand aus dem Kreditgeschäft niedriger aus.

D. Prognosebericht

Der Prognosezeitraum bezieht sich auf das Jahr 2024.

Wir teilen die Einschätzung der DZ BANK AG vom 22.11.2023 bzw. 05.04.2024:

Für das Wirtschaftsjahr 2024 erwarten wir demnach ein BIP-Wachstum von 0,5 % (Deutschland) bzw. 0,8 % (Europäischer Wirtschaftsraum). Im Hinblick auf die Inflation rechnen wir mit 3,2 % (Deutschland) bzw. 3,0% (Eurozone). Bezüglich Zinsentwicklung: Der Schnellschätzung von Eurostat zufolge ist die gesamteuropäische Teuerungsrate im März 2024 auf 2,4 % (J/J) gesunken. Damit hat der Preisdruck im ersten Quartal dieses Jahres sogar etwas stärker nachgelassen, als von der EZB in ihren März-Projektionen skizziert. Die Tür für einen ersten Zinssenkungsschritt öffnet sich damit zusehends.

Die Eckwertplanung bis zum Betriebsergebnis (vor Bewertung) basiert per 31.12.2023 im Wesentlichen auf folgenden Annahmen:

Der Zinsüberschuss legt unter der Prämisse eines am kurzen Ende (0 bis 2 Jahre) deutlich niedrigeren und am langen Ende (ab 2 Jahre) leicht höheren Zinsniveaus, eines um 4,5 % wachsenden Kreditgeschäfts sowie eines um 3,0 % wachsenden Einlagengeschäfts bei ansonsten unveränderter Geschäftsstruktur um 4,5 % zu.

Der Provisionsüberschuss steigt aufgrund kontinuierlicher Verbesserungen in Sachen Kundenberatung (Wertpapiergeschäft) um 3,7 % an. Die Erträge aus dem Zahlungsverkehr verlaufen in etwa konstant weiter, nachdem die Preisanpassung der Kontokorrente de facto abgeschlossen ist. Die Erträge aus dem Vermittlungsgeschäft (z. B. Bausparen, Verbraucherkredite, Immobilien) sollten mit nachlassender Inflation wieder etwas anziehen.

Der Personalaufwand wächst um 7,9 %; zum einen aufgrund tariflicher und individueller Lohnanpassungen und zum anderen aufgrund eines vorübergehenden Anstiegs der Mitarbeiterzahl (im Rahmen von Nachfolgeregelungen bzw. Nachbesetzungen). Des Weiteren wird ein inflationsgetriebener Anstieg von 2,0 % p.a. unterstellt (gemäß Inflationsziel der EZB).

Die anderen Verwaltungsaufwendungen nehmen um 10,0 % zu. Dies ist dadurch begründet, dass die Bank weiter in die Modernisierung bzw. Adaptierung ihrer Geschäftsstellen investiert. Zudem liegt dies daran, dass die IT-Dienstleistungen sowie Auslagerungsaufwendungen kontinuierlich steigen.

Aus der Kapitalplanung für die Jahre 2024 bis 2028 ergeben sich für das geplante Wachstum im Kreditgeschäft unter der Prämisse von Rücklagenzuführungen und der Einwerbung von Geschäftsguthaben derzeit keine Erkenntnisse für zusätzlichen Kapitalbedarf.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Entwicklungen erwarten wir für 2024 ein geringeres Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 0,72 % der dBS. Unser Augenmerk gilt weiterhin dem bilanzwirksamen Zinsgeschäft als auch dem Provisionsgeschäft und hier insbesondere dem Vermittlungsgeschäft.

Das Bewertungsergebnis wird im Unterschied zum Jahr 2023 moderat negativ (Aufwand) ausfallen. In Bezug auf das Kreditgeschäft ist ein Bewertungsaufwand von 700 TEUR vorgesehen. Bezüglich des Eigengeschäfts gehen wir von keiner nennenswerten Belastung aus. Dementsprechend erwarten wir das Betriebsergebnis nach Bewertung bei 0,62 % der dBS.

In Bezug auf die Cost-Income-Ratio erwartet die Bank für das Jahr 2024 demzufolge eine Erhöhung auf 72,0 %. Grund dafür ist, dass die Betriebsaufwendungen stärker wachsen als der Zins- und Provisionsüberschuss.

In dem Prognosezeitraum erwarten wir einen unverändert starken Wettbewerb im Kundengeschäft. In Verbindung mit dem hohen Marktzinsniveau besteht das Risiko einer Belastung der Zinsspanne durch Preisdruck bei den Kundeneinlagen sowie hohe Refinanzierungskosten.

Chancen sehen wir nach wie vor in unserem Geschäftsmodell und in unserer Kunden- und Produktphilosophie. Dem Ausbau unseres Dienstleistungsgeschäftes werden wir mit der weiteren Verfolgung des genossenschaftlichen Beratungsansatzes weiterhin große Bedeutung beimessen. Ebenso wird das digitale Angebot für Mitglieder und Kunden weiter ausgebaut. Die Belastungen aus Regulierungsmaßnahmen der deutschen und europäischen Bankenaufsicht schätzen wir unverändert hoch ein.

Die zukünftige Entwicklung ist auf Kontinuität ausgelegt. Wir erwarten unter Berücksichtigung unserer Risikoszenarien, dass auch für das Geschäftsjahr 2024 die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage den aufsichtsrechtlichen Anforderungen entsprechen wird.

 

Bad Dürkheim, 15. Mai 2024

VR Bank Mittelhaardt eG

Der Vorstand:

Schutt

Laumerich

1. Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023
VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim
Genossenschaftsregisternummer 10135 beim Amtsgericht Ludwigshafen am Rhein

Aktivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 3.305.329,64 4.073
b) Guthaben bei Zentralnotenbanken 5.234.804,88 5.759
darunter: bei der Deutschen Bundesbank 5.234.804,88 (5.759)
c) Guthaben bei Postgiroämtern 0,00 8.540.134,52 0
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei Zentralnotenbanken zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
darunter: bei der Deutschen Bundesbank refinanzierbar 0,00 (0)
b) Wechsel 0,00 0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 21.157.709,38 40.336
b) andere Forderungen 6.391.142,95 27.548.852,33 5.912
4. Forderungen an Kunden 459.059.797,46 441.281
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 195.331.707,26 (194.538)
Kommunalkredite 6.772.661,63 (8.817)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0,00 0
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 (0)
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 8.082.414,86 8.099
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 8.082.414,86 (8.099)
bb) von anderen Emittenten 89.199.210,82 97.281.625,68 99.163
darunter: beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 28.542.277,52 (35.601)
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 97.281.625,68 0
Nennbetrag 0,00 (0)
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 51.265.282,90 51.265
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften
a) Beteiligungen 9.375.157,44 9.212
darunter:
an Kreditinstituten 261.771,45 (262)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
b) Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 17.478,25 9.392.635,69 180
darunter:
bei Kreditgenossenschaften 150,00 (0)
bei Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
bei Wertpapierinstituten 0,00 (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.399.000,00 1.869
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 (0)
9. Treuhandvermögen 987.400,00 1.139
darunter: Treuhandkredite 987.400,00 (1.139)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 16.581,00 24
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 16.581,00 0
12. Sachanlagen 2.750.438,17 3.042
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.764.488,58 2.196
Summe der Aktiva 661.006.236,33 673.552

Passivseite

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 0,00 0
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 67.336.680,29 67.336.680,29 57.847
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 56.110.170,19 85.122
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 8.812.322,20 64.922.492,39 1.488
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 365.225.589,06 451.027
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 92.619.652,54 457.845.241,60 522.767.733,99 11.457
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 (0)
eigene Akzepte und Solawechsel im Umlauf 0,00 (0)
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 987.400,00 1.139
darunter: Treuhandkredite 987.400,00 (1.139)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 685.586,46 1.252
6. Rechnungsabgrenzungsposten 7.312,70 9
6a. Passive latente Steuern 0,00 0
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen u. ähnliche Verpflichtungen 4.229.924,00 4.309
b) Steuerrückstellungen 199.052,35 0
c) andere Rückstellungen 890.762,66 5.319.739,01 672
8. [gestrichen] 0,00 0
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 0,00 0
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter: vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 25.911.000,00 22.571
darunter: Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 0,00 (0)
12. Eigenkapital
a) Gezeichnetes Kapital 8.768.332,38 8.328
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Ergebnisrücklagen
ca) gesetzliche Rücklage 11.961.000,00 11.639
cb) andere Ergebnisrücklagen 16.188.884,98 28.149.884,98 15.618
d) Bilanzgewinn 1.072.566,52 37.990.783,88 1.073
Summe der Passiva 661.006.236,33 673.552
Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weiter-
gegebenen abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 17.785.516,33 21.939
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 0,00 17.785.516,33 0
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- u. Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 31.017.659,02 31.017.659,02 35.904
darunter: Lieferverpflichtungen
aus zinsbezogenen Termingeschäften 0,00 (0)

2. Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

    Geschäftsjahr  Vorjahr 
EUR EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 11.936.499,65 9.436
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 1.599.480,83 13.535.980,48 1.074
darunter: in a) und b)
angefallene negative Zinsen
0,00 (205)
2. Zinsaufwendungen 2.452.048,28 11.083.932,20 281
darunter: erhaltene
negative Zinsen
2.154,44 (125)
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 599.710,10 0
b) Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften 239.189,97 240
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 838.900,07 0
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs-
oder Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 5.684.142,22 5.146
6. Provisionsaufwendungen 612.312,75 5.071.829,47 506
7. Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 221.292,90 1.902
9. [gestrichen] 0,00 0
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 5.580.151,03 5.268
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.255.264,93 6.835.415,96 1.139
darunter: für Altersversorgung 260.762,28 (169)
b) andere Verwaltungsaufwendungen 4.349.218,10 11.184.634,06 4.172
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
400.716,75 443
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 193.942,17 333
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen
zu Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 1.746
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung
von Rückstellungen im Kreditgeschäft
680.635,43 680.635,43 0
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen,
Anteile an verbundenen Unternehmen und wie
Anlagevermögen behandelte Wertpapiere
255.779,64 560
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an
verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
0,00 -255.779,64 0
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. [gestrichen] 0,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 5.861.517,45 3.350
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 (0)
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 1.430.408,96 759
darunter: latente Steuern 0,00 (0)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 19.041,73 1.449.450,69 19
24a. Aufwendungen aus der Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken 3.340.000,00 1.500
25. Jahresüberschuss 1.072.066,76 1.072
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 499,76 1
1.072.566,52 1.073
27. Entnahmen aus Ergebnisrücklagen
a) aus der gesetzlichen Rücklage 0,00 0
b) aus anderen Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
1.072.566,52 1.073
28. Einstellungen in Ergebnisrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage 0,00 0
b) in andere Ergebnisrücklagen 0,00 0,00 0
29. Bilanzgewinn 1.072.566,52 1.073

VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim
3. Anhang für das Geschäftsjahr 2023

A. Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der VR Bank Mittelhaardt eG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, Finanzdienstleistungsinstitute und Wertpapierinstitute (RechKredV) aufgestellt. Gleichzeitig erfüllt der Jahresabschluss die Anforderungen des Genossenschaftsgesetzes (GenG) und der Satzung der Bank.

Unter Beachtung der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung erfolgte die Übertragung von Grundbesitz nach Tauschgrundsätzen unter Ansatz des vorsichtig geschätzten Zeitwertes eines bebauten Grundstückes. Im Zuge der Einbringung in die VR Mittelhaardt Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG sind im GuV-Posten 8 Erträge in Höhe von EUR 101.788 aus der Gewinnrealisierung sowie im GuV-Posten 12 Aufwendungen in Höhe von EUR 47.546 aus der Verlustrealisierung enthalten.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden

Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Gemäß Art. 67 Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (EGHGB) werden die im Jahresabschluss 2010 angewandten Übergangsvorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) (hier: Beibehaltungswahlrecht für einen bestimmten Bilanzposten) entsprechend der Rechtslage vor Inkrafttreten des BilMoG wie folgt fortgeführt:

- Beibehaltung der steuerrechtlichen Abschreibungen (§ 6b EStG) bei Sachanlagen nach § 279 Abs. 2 i. V. m. § 254 Satz 1 HGB a.F. (Art. 67 Abs. 4 Satz 1 EGHGB)

Barreserve

Die auf EUR lautende Barreserve wurde mit dem Nennwert angesetzt. Die Bewertung der Sorten erfolgte zum Kassakurs am Bilanzstichtag.

Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden

Forderungen an Kreditinstitute wurden mit dem Nennwert angesetzt. Die Forderungen an Kunden wurden mit dem Nennwert angesetzt, wobei der Unterschiedsbetrag zwischen dem höheren Nennwert und dem Auszahlungsbetrag - sofern Zinscharakter vorliegt - in den passiven Rechnungsabgrenzungsposten abgegrenzt wurde. Dieser Unterschiedsbetrag wird grundsätzlich planmäßig, und zwar zeitanteilig, aufgelöst.

Anteilige Zinsen, deren Fälligkeit nach dem Bilanzstichtag liegt, die aber am Bilanzstichtag bereits den Charakter von bankgeschäftlichen Forderungen oder Verbindlichkeiten haben, sind dem zugehörigen Aktiv- oder Passivposten der Bilanz zugeordnet.

Die bei den Forderungen an Kunden erkennbaren Bonitätsrisiken sind durch Bildung von Einzelwertberichtigungen abgedeckt.

Den latenten Risiken im Kreditgeschäft wurde durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen gemäß IDW RS BFA 7 Rechnung getragen. Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung erfolgt zum 31. Dezember 2023 über ein Expected-Credit-Loss-Modell, bei dem ein erwarteter Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne Anrechnung von Bonitätsprämien ermittelt wird. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt unter Berücksichtigung der Ausfallwahrscheinlichkeit, der Verlustquote bei Ausfall sowie der erwarteten Kredithöhe zum Ausfallzeitpunkt für alle unter den Bilanzpositionen Forderungen an Kreditinstitute und Forderungen an Kunden ausgewiesenen Geschäfte sowie für unter der Bilanz auszuweisende Eventualverpflichtungen und andere Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher und widerruflicher Kreditzusagen). Nicht beanspruchte Kreditzusagen (Kreditlinien) werden berücksichtigt, soweit ungeachtet vertraglicher Kündigungsrechte mit einer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist. Im Hinblick auf widerrufliche und unwiderrufliche Kreditzusagen sowie Eventualverpflichtungen erfolgt die bilanzielle Erfassung in Form einer Rückstellung.

Zusätzlich bestehen zur Sicherung gegen die besonderen Risiken des Geschäftszweigs Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und ein Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Wertpapiere

Die wie Umlaufvermögen behandelten festverzinslichen Wertpapiere wurden nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Dabei wurden die von den "Wertpapiermitteilungen" (WM Datenservice) zur Verfügung gestellten Jahresschlusskurse herangezogen.

Bei im Geschäftsjahr 2019 erworbenen nachrangigen Anleihen mit einem Nominalvolumen in Höhe von EUR 1.400.000 wurden die beizulegenden Werte anhand eines Bewertungsmodells ermittelt. Dabei wurden die künftigen Zins- und Tilgungszahlungen prognostiziert und mit risiko- und laufzeitadäquaten Zinssätzen auf ihren derzeitigen Barwert abgezinst (Discounted Cashflow-Verfahren).

Die wie Anlagevermögen behandelten Wertpapiere wurden nur bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf ihren niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben (gemildertes Niederstwertprinzip). Anschaffungskosten über pari wurden linear über die Restlaufzeit bis zum niedrigeren Einlösungskurs abgeschrieben.

Für den im Anlagevermögen gehaltenen Spezialfonds wurde der beizulegende Wert anhand einer Fondsdurchschau unter Berücksichtigung von erwarteten Ausgleichseffekten sowie Substanzminderungen ermittelt. Die erwarteten Ausgleichseffekte werden im Rahmen einer fondsspezifischen Prognoserechnung aus dem Wertaufholungspotenzial der im Fonds gehaltenen Vermögensgenstände sowie aus Gewinnthesaurierungen unter Berücksichtigung der geplanten Ausschüttungen und Kosten abgeleitet.

Derivative Finanzinstrumente

Strukturierte Finanzinstrumente, die keine wesentlich erhöhten oder zusätzlichen (andersartigen) Risiken oder Chancen aufweisen, werden als einheitlicher Vermögensgegenstand nach den allgemeinen Grundsätzen bilanziert und bewertet.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs

Die zinsbezogenen Finanzinstrumente des Bankbuchs, einschließlich der zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate, werden im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller Geschäfte nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. verlustfrei bewertet. Hierzu werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt und unter Hinzurechnung des Barwertes der zurechenbaren Gebühren- und Provisionserträge von dem positiven Überschuss die Risiko- und Bestandsverwaltungskostenbarwerte abgezogen. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang wird eine Drohverlustrückstellung gebildet, die unter den anderen Rückstellungen ausgewiesen wird. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden. Zins-Swaps der Aktiv-/Passivsteuerung mit langen Laufzeiten wurden dem Saldierungsbereich des Bankbuchs zugeordnet. Die Laufzeitkongruenz zu den übrigen Geschäften des Bankbuchs wurde anhand einer Kapitalflussrechnung belegt.

Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Beteiligungen und die Geschäftsguthaben bei Genossenschaften sowie die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden entsprechend den für das Anlagevermögen geltenden Regeln zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Im Zuge der Einbringung von Grundbesitz in die VR Mittelhaardt Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG haben wir Kommanditanteile an dieser erhalten. Unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung erfolgte die Aktivierung der Kommanditanteile nach den Tauschgrundsätzen unter Ansatz des vorsichtig geschätzten Zeitwertes.

Treuhandvermögen

Die Bewertung des Treuhandvermögens erfolgte zum Nennwert.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen wurden zu den Anschaffungskosten und, soweit abnutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Die Abschreibungen wurden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, die sich grundsätzlich an den von der Finanzverwaltung veröffentlichten Abschreibungstabellen orientiert, bei Gebäuden und beim beweglichen Sachanlagevermögen linear vorgenommen.

Eine Abschreibung gemäß § 6b EStG für eine vor dem 1. Januar 2010 angeschaffte Sachanlage wurde weitergeführt.

Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250 wurden als andere Verwaltungsaufwendungen erfasst. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250 und bis zu EUR 1.000 wurde eine Poolabschreibung nach steuerrechtlichen Vorgaben vorgenommen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die Bewertung der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgte nach dem strengen Niederstwertprinzip.

Aktive latente Steuern

Ein Überhang an aktiven latenten Steuern wird bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt (vgl. Erläuterungen im Abschnitt D.).

Der Berechnung der Steuerlatenzen wurde ein Steuersatz von 29,3 % zugrunde gelegt.

Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

Vermögensgegenstände, die die Voraussetzungen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB erfüllen, wurden mit den Altersversorgungsverpflichtungen und vergleichbaren langfristigen Verpflichtungen verrechnet. Das Deckungsvermögen mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von EUR 304.365 (Anschaffungskosten in Höhe von EUR 203.779) wurde mit dem Erfüllungsbetrag der Altersversorgungsverpflichtungen in Höhe von EUR 304.365 saldiert. Als beizulegender Wert wurde der von der Versicherungsgesellschaft mitgeteilte Aktivwert zugrunde gelegt. Erträge in Höhe von EUR 23.656 aus dem Vermögensgegenstand wurden mit Aufwendungen in Höhe von EUR 23.656 aus der Verpflichtung verrechnet.

Verbindlichkeiten

Die Passivierung der Verbindlichkeiten erfolgte zu dem jeweiligen Erfüllungsbetrag. Der Belastung aus Einlagen mit steigender Verzinsung und aus Zuschlägen sowie sonstigen über den Basiszins hinausgehenden Vorteilen für Einlagen wurde durch Rückstellungsbildung in angemessenem Umfang Rechnung getragen.

Treuhandverbindlichkeiten

Die Bewertung der Treuhandverbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag, der mit dem Nennwert der Verpflichtung übereinstimmt.

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind Bearbeitungsentgelte enthalten, die bei Ausreichung von Forderungen vereinnahmt und zeitanteilig abgegrenzt wurden.

Rückstellungen

Die Rückstellungen wurden in Höhe des Erfüllungsbetrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.

Den Pensionsrückstellungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Laufende Rentenverpflichtungen gegenüber ausgeschiedenen Mitarbeitern sind mit dem Barwert bilanziert.

Für die Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik in Höhe von 2,00 % (Vorjahr 1,75%) sowie in einem Fall in Höhe von 1,00 % (Vorjahr 1,00 %) zugrunde gelegt.

Der bei der Abzinsung der Pensionsrückstellungen angewendete Zinssatz von 1,83 % wurde unter Inanspruchnahme der Vereinfachungsregel nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (im Vorjahr 1,80 %) festgelegt. Dieser beruht auf einem Rechnungszinsfuß gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV).

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beträgt TEUR 32.

Den Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen liegen versicherungsmathematische Berechnungen auf Basis der "Heubeck-Richttafeln 2018 G" (Prof. Dr. Klaus Heubeck) zugrunde. Diese Rückstellungen wurden mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre in Höhe von 1,76 % (Vorjahr 1,44 %) abgezinst.

Im Übrigen wurden für ungewisse Verbindlichkeiten Rückstellungen in angemessener Höhe gebildet.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 HGB abgezinst.

Währungsumrechnung

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden gemäß § 256a HGB i. V. m. § 340h Abs. 1 HGB mit dem Devisenkassamittelkurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Sie haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Aufwendungen und Erträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

Als besonders gedeckt wurden gegenläufige Fremdwährungspositionen angesehen, soweit sie sich betragsmäßig und hinsichtlich ihrer Fristigkeit entsprechen.

Angaben zur Behandlung von negativen Zinsen

Negative Zinsen auf finanzielle Vermögenswerte bzw. finanzielle Verbindlichkeiten wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung bei den betreffenden Zinserträgen bzw. Zinsaufwendungen in Abzug gebracht. Der Umfang negativer Zinsen bei den Zinserträgen und Zinsaufwendungen wird in Form von Darunter-Vermerken in der Gewinn- und Verlustrechnung angegeben.

Im Falle von Zinsswaps werden die Zahlungsströme je Swapvertrag verrechnet und der verbleibende Saldo vorzeichengerecht als Zinsertrag bzw. -aufwand ausgewiesen.

Verwendung des Jahresergebnisses

Der Jahresabschluss wurde vor Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.

C. Entwicklung des Anlagevermögens 2023

Anschaffungs- / Zugänge (a) Umbuchungen (a) Anschaffungs- /
Herstellungskosten zu Zuschreibungen (b) Abgänge (b) Herstellungskosten
Beginn des am Ende des
Geschäftsjahres im Geschäftsjahr Geschäftsjahres
EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 167.323 3.042 (a) 0 (a) 170.365
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 8.353.664 305.127 (a) 0 (a) 7.703.911
Gebäude 0 (b) 954.880 (b)
b) Betriebs- und 3.673.297 269.377 (a) 0 (a) 3.705.619
Geschäftsausstattung 0 (b) 237.054 (b)
Summe a 12.194.284 577.546 (a) 0 (a) 11.579.895
0 (b) 1.191.934 (b)
Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit
Abschreibungen zu Abschreibungen Zugängen (a) Umbuchungen (a) Abschreibungen am Buchwerte
Beginn des Geschäftsjahr (a) Zuschreibungen (b) Abgängen (b)
Ende des Bilanzstichtag
Geschäftsjahres (gesamt) Zuschreibungen Geschäftsjahr (b)
Geschäftsjahres (gesamt)
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
Immaterielle Anlagewerte
a) Selbstgeschaffene 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
gewerbliche 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Schutzrechte und ähnliche Rechte
b) entgeltlich erwor- 143.167 10.617 (a) 0 (a) 0 (a) 153.784 16.581
bene Konzessio- 0 (b) 0 (b) 0 (b)
nen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
c) Geschäfts- oder 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Firmenwert 0 (b) 0 (b) 0 (b)
d) geleistete 0 0 (a) 0 (a) 0 (a) 0 0
Anzahlungen 0 (b) 0 (b) 0 (b)
Sachanlagen
a) Grundstücke und 5.950.655 156.732 (a) 0 (a) 0 (a) 5.628.265 2.075.646
Gebäude 0 (b) 0 (b) 479.122 (b)
b) Betriebs- und 3.034.506 233.368 (a) 0 (a) 0 (a) 3.030.827 674.792
Geschäftsausstattung 0 (b) 0 (b) 237.047 (b)
Summe a 9.128.328 400.717 (a) 0 (a) 0 (a) 8.812.876 2.767.019
0 (b) 0 (b) 716.169 (b)
Anschaffungskosten zu Beginn des Geschäftsjahres
Veränderungen (saldiert)

Buchwerte am Bilanzstichtag
EUR EUR EUR
Wertpapiere des 118.524.007 1.745.421 120.269.428
Anlagevermögens
Beteiligungen und 9.392.636 0 9.392.636
Geschäftsguthaben
bei Genossenschaften
Anteile an 1.869.000 530.000 2.399.000
verbundenen Unter-
nehmen
Summe b 129.785.643 2.275.421 132.061.064
Summe a und b 141.979.927 134.828.083

In der Veränderung des Postens "Anteile an verbundenen Unternehmen" sind Zuschreibungen aus der gewinnrealisierenden Einbringung von Grundbesitz nach Tauschgrundsätzen in Höhe von saldiert EUR 54.242 enthalten.

D. Erläuterungen zur Bilanz

Forderungen an Kreditinstitute

In den Forderungen an Kreditinstitute (A 3) sind EUR 8.975.443 Forderungen an die genossenschaftliche Zentralbank enthalten.

Forderungen an Kunden

In den Forderungen an Kunden (A 4) sind EUR 7.408.185 Forderungen mit unbestimmter Laufzeit enthalten.

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Von den in der Bilanz ausgewiesenen Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren (A 5) werden im auf den Bilanzstichtag folgenden Geschäftsjahr EUR 13.441.116 fällig.

Aufgliederung der in den Bilanzposten A 5 und A 6 enthaltenen Wertpapiere

In folgenden Posten sind enthalten:

börsenfähig
davon:
börsennotiert
nicht börsennotiert
nicht mit dem Niederstwert bewertete börsenfähige Wertpapiere
EUR EUR EUR EUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 97.281.626 83.342.664 13.938.962 67.301.218
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere (A 6) 51.265.283 0 51.265.283 51.265.283

Im Wertpapierjournal sind die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewerteten Wertpapiere des Anlagevermögens besonders gekennzeichnet. Im Falle der Bewertung dieser Wertpapiere wie Umlaufvermögen wären Abschreibungen in Höhe von TEUR 7.944 notwendig gewesen.

Außerplanmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB sind für marktpreisbezogene Wertveränderungen unterblieben, da Störungen der Zins- und Tilgungsleistungen bei den betreffenden Wertpapieren nach unserer derzeitigen Einschätzung nicht zu erwarten sind. Weiter sind Anzeichen für eine Bonitätsbeeinträchtigung des jeweiligen Emittenten oder andere dauernde Wertminderungen nicht erkennbar.

Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 118.268.388, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 110.324.507.

Darüber hinaus deuten folgende Anhaltspunkte darauf hin, dass die Wertminderungen nicht dauerhaft sind: Die Wertpapiere sind im Investmentgrade-Bereich eingestuft. Eine Herabstufung um mehr als eine Notch fand im Berichtszeitraum nicht statt. Die Credit-Spreads haben sich nicht deutlich nachhaltig ausgeweitet. Die Wertminderungen sind zinsinduziert und eine Folge der Erhöhung des Marktzinsniveaus.

Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den Forderungen sind folgende Beträge enthalten, die auch Forderungen an verbundene Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Forderungen an
verbundene Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Forderungen an Kreditinstitute (A 3) 0 0 9.542.852 16.225.759
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere (A 5) 0 0 43.486.480 46.443.133

Investmentvermögen mit einem Anteil von mehr als 10 Prozent

Im Bilanzposten "Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere" (A 6) sind folgende Anteile an Sondervermögen mit Anteilsquoten von mehr als 10 % enthalten:

Anlageziel des Sondervermögens ist eine angemessene Rendite und marktgerechte Erträge zu erzielen
Wert der Anteile (Zeitwert)

EUR
Differenz
zum
Buchwert

EUR
Erfolgte
Ausschüttung
für das
Geschäftsjahr
EUR
VR Bank Mittelhaardt Spezial 48.462.028 -2.803.255 599.710

Beschränkungen in der täglichen Rückgabemöglichkeit bestehen für den Fall außergewöhnlicher Umstände, die eine Aussetzung unter Berücksichtigung der Interessen der Anleger erforderlich erscheinen lassen.

Eine Abschreibung gemäß § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB ist unterblieben, da die Bank nicht von einer dauernden Wertminderung ausgeht.

Der Buchwert der betreffenden Wertpapiere beträgt EUR 51.265.283, der beizulegende Zeitwert beläuft sich auf EUR 48.462.028.

Beteiligungen und Anteile an verbundenen Unternehmen

Beteiligungen von nicht untergeordneter Bedeutung bestehen zum 31. Dezember 2023 wie folgt:



Anteil am Gesellschafts- Eigenkapital der Gesellschaft Ergebnis des letzten vorliegenden Jahresabschlusses
Name und Sitz kapital % Jahr TEUR Jahr TEUR
a) DZ BANK AG, Frankfurt am Main 0,00 2022 10.638.000 2022 380.000
b) DZ PRIVATBANK S.A., Luxembourg 0,02 2022 1.168.122 2022 79.441
c) Bausparkasse Schwäbisch Hall AG, Schwäbisch Hall 0,00 2022 1.812.302 2022 0
d) TeamBank AG Nürnberg,
Nürnberg
0,01 2022 539.699 2021 0
e) R+V Versicherung AG, Wiesbaden 0,01 2022 2.397.253 2022 0
f) Union Asset Management Holding AG, Frankfurt am Main 0,00 2021 1.722.827 2021 730.949
g) DZ 1. Beteiligungs GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 0,80 2022 992.482 2022 24.518
h) Atruvia AG, Frankfurt am Main 0,00 2022 448.074 2022 7.592
i) AAG Holding GmbH & Co. KG, Neu-Isenburg 0,62 2022 59.460 2022 1.298
j) VcV GmbH, Ludwigshafen am Rhein 1,82 2022 6.231 2022 -39
k) Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main AG, Köln 0,51 2022 153.100 2022 24.200
l) VR Mittelhaardt Verwaltungs GmbH, Bad Dürkheim 100,00 2022 22 2022 -3
m) VR Mittelhaardt Immobilien- verwaltung GmbH & Co. KG, Bad Dürkheim 100,00 2022 1.839 2022 -5

Mit den unter Buchstaben l) und m) genannten Unternehmen besteht ein Konzernverhältnis. Ein Konzernabschluss wurde nicht aufgestellt, weil aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) auf die Aufstellung verzichtet werden konnte.

Die unter c), d) und e) genannten Unternehmen haben Ergebnisabführungsverträge mit der DZ BANK AG geschlossen.

Treuhandvermögen

Im Bilanzposten "Treuhandvermögen" (A 9) sind ausschließlich Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandforderungen handelt es sich um Forderungen an Kunden (A 4).

Sachanlagen

Im Bilanzposten "Sachanlagen" (A 12) sind Grundstücke und Bauten, die wir im Rahmen eigener Tätigkeit nutzen, in Höhe von EUR 2.037.184 und Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von EUR 674.792 enthalten.

Sonstige Vermögensgegenstände

In dem Bilanzposten "Sonstige Vermögensgegenstände" (A 13) sind folgende wesentliche Einzelbeträge enthalten:

31.12.2023
EUR
Eigenanlage Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr 711.270
Steuererstattungsansprüche 2022 356.878

Nachrangige Vermögensgegenstände

In dem folgenden Posten sind Vermögensgegenstände gegenüber einem Kreditinstitut, für die eine Nachrangklausel besteht, enthalten:

Posten Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
5 Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 2.411.282 2.406.329

Fremdwährungsposten

In den Vermögensgegenständen sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 180.980 enthalten.

Restlaufzeitenspiegel für Forderungen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben folgende Restlaufzeiten:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Andere Forderungen an Kreditinstitute (A 3b) (ohne Bausparguthaben) 0 2.500.000 2.500.000 0
Forderungen an Kunden (A 4) 9.751.891 24.673.352 103.111.023 314.107.438

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Restlaufzeitenspiegel für Verbindlichkeiten

Die in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:


bis 3 Monate
EUR
mehr als 3 Monate bis ein Jahr
EUR
mehr als ein Jahr bis 5 Jahre
EUR
mehr als 5 Jahre
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 1b) 8.956.981 12.964.203 12.542.001 31.837.950
Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten (P 2a ab) 9 218.448 8.593.865 0
Andere Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist (P 2b bb) 39.436.170 47.627.184 5.058.688 0

Anteilige Zinsen, die erst nach dem Bilanzstichtag fällig werden, wurden nicht nach den Restlaufzeiten gegliedert.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

In den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) sind EUR 67.336.680 Verbindlichkeiten gegenüber der genossenschaftlichen Zentralbank enthalten.

Treuhandverbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Treuhandverbindlichkeiten" (P 4) sind ausschließlich Refinanzierungsmittel für Kredite ausgewiesen, die im eigenen Namen für fremde Rechnung gehalten werden. Bei diesen Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1).

Sonstige Verbindlichkeiten

Im Bilanzposten "Sonstige Verbindlichkeiten" (P 5) ist folgender wesentlicher Einzelbetrag enthalten: 

31.12.2023
EUR
Einbehaltene Abgaben zur Kapitalertragssteuer 132.641

Passiver Rechnungsabgrenzungsposten

Im passiven Rechnungsabgrenzungsposten (P 6) sind vereinnahmte Bearbeitungsentgelte im Gesamtbetrag von EUR 7.313 (Vorjahr EUR 9.296) enthalten.

Passive latente Steuern

Latente Steuern sind nicht bilanziert. Bei einer Gesamtdifferenzbetrachtung errechnet sich ein aktiver Überhang von latenten Steuern, der in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht angesetzt wurde.

Die passiven latenten Steuern beruhen auf Differenzen zwischen handelsrechtlichem und steuerrechtlichem Wertansatz aus der Bewertung von Beteiligungen und Geschäftsguthaben bei Genossenschaften, Anteile an verbundenen Unternehmen und Sachanlagen. Dem stehen aktive latente Steuern aus Differenzen bei den Forderungen an Kunden, aus der Bewertung von Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie sonstige Vermögensgegenstände, Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen gegenüber. Für die Berechnung latenter Steuern wurde ein Steuersatz von 29,3 % zugrunde gelegt.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

In den nachstehenden Verbindlichkeiten sind folgende Beträge enthalten, die auch Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen oder Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind:

Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Geschäftsjahr
EUR
Vorjahr
EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 0 0 67.336.680 47.992.673
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (P 2) 61.262 26.335 0 0

Eigenkapital

Die unter dem Passivposten "Gezeichnetes Kapital" (P 12a) ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

EUR
Geschäftsguthaben
a) der verbleibenden Mitglieder 8.439.582
b) der ausscheidenden Mitglieder 318.350
c) aus gekündigten Geschäftsanteilen 10.400
Rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile EUR 18

Die Ergebnisrücklagen (P 12c) haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

Gesetzliche Rücklage andere Ergebnisrücklagen
EUR EUR
Stand 01.01.2023 11.639.000 15.617.885
Einstellungen
- aus Bilanzgewinn des Vorjahres 322.000 571.000
Stand 31.12.2023 11.961.000 16.188.885

Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen

Die in den Posten 1b) und 2c) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Verpflichtungen unterliegen den für alle Kreditverhältnisse geltenden Risikoidentifizierungs- und -steuerungsverfahren, die eine rechtzeitige Erkennung der Risiken gewährleisten.

Akute Risiken einer Inanspruchnahme aus den unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Haftungsverhältnissen sind nicht erkennbar. Für latente Risiken sind Pauschalwertberichtigungen in Form von Rückstellungen gebildet. Die ausgewiesenen Verpflichtungen betreffen überwiegend Bürgschaftsverträge gegenüber anderen Kreditinstituten für Absicherungen von Wohnungsbaufinanzierungen bzw. offene Kreditzusagen gegenüber Kunden.

Die Risiken wurden im Zuge einer Einzelbewertung der Bonität dieser Kunden beurteilt. Die unter Posten 1b) unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Beträge zeigen nicht die zukünftig aus diesen Verträgen zu erwartenden tatsächlichen Zahlungsströme, da die überwiegende Anzahl der Eventualverbindlichkeiten nach unserer Einschätzung ohne Inanspruchnahme auslaufen wird.

Durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesicherte Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

Von den Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten sind durch Übertragung von Vermögensgegenständen gesichert:

Passivposten Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögenswerte
in EUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (P 1) 41.301.281

Fremdwährungsposten

In den Schulden und Eventualverbindlichkeiten sind Fremdwährungsposten im Gegenwert von EUR 2.605.156 enthalten.

Derivative Finanzinstrumente

Zum Bilanzstichtag bestanden Zins-Swaps.

Die Zins-Swaps wurden als Sicherungsintrument im Rahmen der Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos im Bankbuch (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossen.

In der nachfolgenden Tabelle sind die nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Derivatgeschäfte, die am Bilanzstichtag noch nicht abgewickelt waren, zusammengefasst (§ 36 RechKredV bzw. § 285 Nr. 19 HGB). Neben der Gliederung nach Produktgruppen wird die Fälligkeitsstruktur auf Basis der Nominalbeträge dargestellt.

(Angaben in TEUR):  

Nominalbetrag Restlaufzeit
beizulegender Zeitwert
<= 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Summe negativ positiv
Zinsbezogene Geschäfte
OTC-Produkte
- Zins-Swap (gleiche Währung) 7.500 38.000 45.500 91.000 2.268 0

Zins-Swaps werden anhand der aktuellen Zinsstrukturkurve am Bilanzstichtag nach der Barwertmethode bewertet. Hierbei werden die Zahlungsströme (cashflow) mit dem risiko- und laufzeitadäquaten Marktzins diskontiert.

E. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Negative Zinsen aus Passivgeschäften sind in den Zinsaufwendungen (GuV 2) als Reduktion des Zinsaufwands enthalten.

Provisionserträge

Die Provisionserträge aus für Dritte erbrachte Dienstleistungen für die Verwaltung und Vermittlung, insbesondere für die Wertpapiervermittlung, die Vermittlung von Bausparverträgen, Versicherungen, Krediten und Immobilien nehmen in der Ertragsrechnung einen festen Bestandteil ein und machen 0,4 % der durchschnittlichen Bilanzsumme aus.

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen (GuV 8) ist folgender nicht unwesentlicher Einzelbetrag enthalten: 

Art EUR
Buchgewinne aus Sachanlagenabgängen 102.275

Die sonstigen betrieblichen Erträge betreffen mit EUR 15.862 (Vorjahr EUR 1.840) Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen (GuV 12) sind folgende nicht unwesentliche Einzelbeträge enthalten: 

Art EUR
Aufzinsung von Pensionsrückstellungen 74.537
Buchverluste aus Sachanlagenabgängen 47.554

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen mit EUR 75.176 (Vorjahr EUR 105.102) Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen.

Periodenfremde Erträge bzw. Aufwendungen

In den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sind periodenfremde Erträge in Höhe von EUR 147.406 und periodenfremde Aufwendungen in Höhe von EUR 112.766 enthalten.

Hiervon entfallen auf:

lfd. Posten der GuV - Art
Betrag
Aufwand
EUR
Betrag
Ertrag
EUR
GuV 8 Buchgewinne aus Sachanlagenabgängen 0 102.275
GuV 12 Buchverluste aus Sachanlagenabgängen 47.554 0
GuV 23 Steueraufwand für Vorjahre 50.368 0

Steuerrechtliche Abschreibungen aus Vorjahren beeinflussen das Jahresergebnis dadurch, dass bei Vermögensgegenständen in früheren Geschäftsjahren Abschreibungen nach § 254 HGB a.F. vorgenommen wurden. Für künftige Jahresabschlüsse ergeben sich hieraus nur unbedeutende Belastungen.

F. Sonstige Angaben

Vorstand und Aufsichtsrat

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen EUR 38.160.

Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wurde gemäß § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Die früheren Mitglieder des Vorstands bzw. deren Hinterbliebenen erhielten Gesamtbezüge in Höhe von EUR 336.623.

Für frühere Mitglieder des Vorstands und deren Hinterbliebenen bestehen zum 31. Dezember 2023 Pensionsrückstellungen in Höhe von EUR 4.229.924. 

Die Forderungen an und Verpflichtungen aus eingegangenen Haftungsverhältnissen betrugen für Mitglieder des Vorstands EUR 4.325 und für Mitglieder des Aufsichtsrats EUR 1.530.853.

Ausschüttungsgesperrte Beträge

Der aus der Bewertung von Altersversorgungsverpflichtungen nach § 253 Abs. 6 HGB ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag beträgt EUR 32.428, dem ausreichend frei verfügbare Rücklagen gegenüberstehen.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind, bestehen in Form von Garantieverpflichtungen gegenüber der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (Garantieverbund) in Höhe von EUR 1.376.456.

Ferner besteht eine Beitragsgarantie gegenüber dem institutsbezogenen Sicherungssystem der BVR Institutssicherung GmbH (BVR-ISG). Diese betrifft Jahresbeiträge zum Erreichen der Zielausstattung bzw. Zahlungsverpflichtungen, Sonderbeiträge und Sonderzahlungen, falls die verfügbaren Finanzmittel nicht ausreichen, um die Einleger eines dem institutsbezogenen Sicherungssystem angehörigen CRR-Kreditinstituts im Entschädigungsfall zu entschädigen, sowie Auffüllungspflichten nach Deckungsmaßnahmen.

Personalstatistik

Die Zahl der 2023 durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug: 

Vollzeitbeschäftigte Teilzeitbeschäftigte
Prokuristen 5 0
Sonstige kaufmännische Mitarbeiter 57 42
Gewerbliche Mitarbeiter 1 5
63 47

Außerdem wurden durchschnittlich 6 Auszubildende beschäftigt.

Mitgliederbewegung im Geschäftsjahr

Anzahl der
Mitglieder
Anzahl der
Geschäftsanteile
Haftsummen
EUR
Anfang 2023 13.456 161.369 8.068.450
Zugang 2023 391 14.618 730.900
Abgang 2023 556 7.195 359.750
Ende 2023 13.291 168.792 8.439.600
Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 371.151
Die Haftsummen haben sich im Geschäftsjahr vermehrt um EUR 371.150
Höhe des Geschäftsanteils EUR 50
Höhe der Haftsumme je Anteil EUR 50

Besondere Offenlegungspflichten

Gemäß Teil 8 der CRR (Art. 435 bis 455) offenzulegende Inhalte sind zum Teil im Lagebericht enthalten. Wir beabsichtigen, die weiteren Angaben in einem separaten Offenlegungsbericht zu machen und auf unserer Homepage zu veröffentlichen.

Aufwendungen für den Abschlussprüfer

Das vom Prüfungsverband für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar schlüsselt sich in folgende Honorare auf:

- Abschlussprüfungsleistungen EUR 198.000
- Andere Bestätigungsleistungen EUR 39.828
- Steuerberatungsleistungen EUR 18.865

Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Der Name und die Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes lauten:


Genoverband e.V.
Wilhelm-Haas-Platz
63263 Neu-Isenburg 

Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats

Mitglieder des Vorstands, ausgeübter Beruf     

Schutt, Thomas, Vorstandssprecher der VR Bank Mittelhaardt eG, Ressort Markt
Laumerich, Thomas, Vorstandsmitglied der VR Bank Mittelhaardt eG, Ressort Marktfolge

Mitglieder des Aufsichtsrats, ausgeübter Beruf    

Wolf, Christiane, - Vorsitzende - , Wirtschaftsassistentin, geschäftsführende Gesellschafterin der Wolf Bauelemente GmbH, Wachenheim, Mitgesellschafterin der Wolf GbR, Wachenheim

Schmidt, Frank, - stellvertretender Vorsitzender - , Diplom-Ingenieur, Vice President, Fa. Process Automation Solutions GmbH, Ludwigshafen

Burger, Felix, Diplom-Kaufmann, geschäftsführender Gesellschafter der B+B EDV Unternehmensberatung GmbH & Co. KG, Bad Dürkheim

Christmann, Sophie, geschäftsführende Gesellschafterin der Weingut Christmann, Steffen und Sophie Christmann GbR, Neustadt, geschäftsführende Gesellschafterin der Sektgut Christmann & Kauffmann GmbH & Co. KG, Neustadt

Knittel, Alexander, Leiter Strategie und Steuerung bei der Mercedes Benz Group AG

Nickl, Dr. Dörte, Fachärztin für radiologische Diagnostik, Angestellte, Radiologisches Zentrum Speyer

Steffen, Joachim, Diplom-Betriebswirt BA, geschäftsführender Gesellschafter der Reinhardt Kellereibedarf GmbH, Deidesheim, geschäftsführender Gesellschafter der WineFill GmbH, Deidesheim, geschäftsführender Gesellschafter der Wickert Kellereibedarf GmbH, Landau

Vorschlag für die Ergebnisverwendung

Der Vorstand schlägt im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat vor, den Jahresüberschuss von EUR 1.072.066,76 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von EUR 499,76 (Bilanzgewinn von EUR 1.072.566,52) - wie folgt zu verwenden:

EUR
Ausschüttung einer Dividende von 3,00 % 253.240,88
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
a) Gesetzliche Rücklage 322.000,00
b) Andere Ergebnisrücklagen 497.000,00
Vortrag auf neue Rechnung 325,64
1.072.566,52

 

Bad Dürkheim, 27. März 2024

VR Bank Mittelhaardt eG

Der Vorstand

Schutt

Laumerich

Bestätigungsvermerk

des unabhängigen Abschlussprüfers

An die VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim (im Folgenden "Genossenschaft") - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Genossenschaft für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Genossenschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. §§ 55 Abs. 2, 38 Abs. 1a GenG, dass alle bei uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1. Bewertung der Kundenforderungen
2. Verändertes Marktzinsumfeld und Auswirkungen auf den Jahresabschluss

Unsere Darstellung der besonders wichtigen Prüfungssachverhalte haben wir jeweils wie folgt strukturiert:

a) Sachverhalt und Problemstellung

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c) Verweis auf weitergehende Informationen

zu 1. Bewertung der Kundenforderungen

zu 1.a) Sachverhalt und Problemstellung

Die Forderungen an Kunden, saldiert mit den gebildeten Risikovorsorgen, belaufen sich auf 459,1 Mio. EUR. Dies entspricht 69,4 % der Bilanzsumme. Zudem bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 17,8 Mio. EUR und unwiderrufliche Kreditzusagen in Höhe von 31,0 Mio. EUR.

Die Identifizierung von Wertminderungen und die Ermittlung von Einzelwertberichtigungen sowie die Bemessung von Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen unterliegen wesentlichen Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräumen. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass Wertberichtigungsbedarf nicht rechtzeitig identifiziert wird bzw. die Höhe der Wertberichtigung von der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der jeweiligen Kreditnehmer sowie von der Bewertung der Kreditsicherheiten beeinflusst wird. Daher ist die zutreffende Bewertung der Kundenforderungen für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und stellt nach unserer Einschätzung einen besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar.

zu 1.b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen der Jahresabschlussprüfung haben wir zunächst die Angemessenheit des relevanten internen Kontrollsystems der Genossenschaft zur Bewertung von Kundenforderungen beurteilt. Dabei haben wir Kontrollmaßnahmen in den zur Bewertung der Kundenforderungen relevanten Prozessen der Genossenschaft identifiziert. Für die relevanten Kontrollmaßnahmen haben wir deren Aufbau bzw. Ausgestaltung gewürdigt und uns vergewissert, dass diese Kontrollen eingerichtet sind.

In Folge haben wir uns von der Wirksamkeit der eingerichteten relevanten Kontrollen der Genossenschaft stichprobenhaft überzeugt.

Des Weiteren haben wir analytische Prüfungshandlungen durchgeführt. Dabei wurde der Datenbestand der Genossenschaft im Hinblick auf vordefinierte Prüfkriterien ausgewertet. In diesem Zuge wurden neben den Ratingeinstufungen, die Gesamtzusage, die Höhe der ungesicherten Kreditteile sowie sonstige erkennbare Negativkriterien berücksichtigt.

Aufbauend auf den vorstehend genannten verschiedenen Prüfungshandlungen haben wir bewusst ausgewählte Kreditengagements hinsichtlich der Notwendigkeit und - soweit erforderlich - der Angemessenheit einer Risikovorsorge einer Einzelfallprüfung unterzogen.

zu 1.c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Forderungen im Kreditgeschäft sind im Anhang im Abschnitt Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten. Darüber hinaus beinhaltet der Lagebericht Ausführungen zu den Kreditstrukturen und den Verfahren der Risikoerkennung.

zu 2. Verändertes Marktzinsumfeld und Auswirkungen auf den Jahresabschluss

zu 2.a) Sachverhalt und Problemstellung

Die im Geschäftsjahr gestiegenen Marktzinsen haben insbesondere Auswirkungen auf die künftige Zinsmarge der Genossenschaft sowie auf die Marktpreise der Wertpapiere.

Mit den Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden, den Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren sowie den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren auf der Aktivseite (insgesamt 635,2 Mio. EUR bzw. 96,1 % der Bilanzsumme) und den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden auf der Passivseite (insgesamt 590,1 Mio. EUR bzw. 89,3 % der Bilanzsumme) gehören wesentliche Teile der Bilanz sowie die zur Steuerung des allgemeinen Zinsänderungsrisikos (Aktiv/Passiv-Steuerung) abgeschlossenen Zinsderivate mit einem Nominalwert von 91,0 Mio. EUR zu den Finanzinstrumenten des Zinsbuchs der Bank.

Die Finanzinstrumente des Zinsbuchs sind im Rahmen einer Gesamtbetrachtung aller zinstragenden bilanziellen und außerbilanziellen Positionen des Bankbuchs nach Maßgabe von IDW RS BFA 3 n. F. von der Genossenschaft verlustfrei zu bewerten. Hierbei werden die zinsinduzierten Barwerte den Buchwerten gegenübergestellt. Der sich daraus ergebende positive Differenzbetrag wird anschließend um den Barwert der direkt aus den Zinsprodukten des Bankbuchs resultierenden Gebühren- und Provisionserträge erhöht und um den Risikokostenbarwert und den Bestandsverwaltungskostenbarwert vermindert. Für einen danach eventuell verbleibenden Verlustüberhang ist eine Drohverlustrückstellung zu bilden, die unter den anderen Rückstellungen auszuweisen wäre. Nach dem Ergebnis der Berechnungen zum 31. Dezember 2023 war keine Rückstellung zu bilden.

Die Wertpapierbestände (Aktivposten 5 und 6) belaufen sich auf insgesamt 148,5 Mio. EUR. Dies entspricht 22,5 % der Bilanzsumme. Davon werden 118,6 Mio. EUR (17,9 % der Bilanzsumme) im Jahresabschluss 2023 wie Anlagevermögen bewertet. Durch die Bewertung wie Anlagevermögen konnten außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich nicht dauernden Wertminderungen in Höhe von 7,9 Mio. EUR unterbleiben. 

Sowohl dem Ansatz und der Folgebewertung von Rückstellungen als auch der Beurteilung einer voraussichtlich dauernden Wertminderung bei Wertpapieren des Anlagevermögens einschließlich der hierbei zugrundeliegenden Annahmen und Parameter liegen in einem hohen Ausmaß Einschätzungen, Annahmen und Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Das Risiko für den Jahresabschluss liegt darin, dass wesentliche Annahmen und Parameter nicht sachgerecht berücksichtigt werden bzw. Ermessenspielräume nicht sachgerecht genutzt werden. Daher waren diese Sachverhalte für den Jahresabschluss und insbesondere für die Ertragslage von entscheidender Bedeutung und waren aus unserer Sicht von besonderer Bedeutung für unsere Prüfung.

zu 2.b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

Im Rahmen unserer Prüfung der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir uns unter anderem mit den bei der Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Parametern sowie der Abgrenzung des Bankbuchs auseinandergesetzt. Schwerpunkt war die Würdigung der Annahmen zur Schätzung der direkt aus den zinsbezogenen Geschäften des Bankbuchs resultierenden Provisionserträge, der zugrundeliegenden Kostenannahmen, insbesondere im Bereich der Verwaltungskosten, der Standard-Risikokosten im Eigen- und Kundengeschäft sowie der zugrundeliegenden Annahmen für Geschäfte mit unbestimmter Zins- bzw. Kapitalbindung. Des Weiteren haben wir die zutreffende Ableitung der laufzeitadäquaten Zinssätze aus Marktdaten nachvollzogen und haben uns von der Kongruenz der verwendeten Methoden, Steuerungsinstrumente und Parameter zur internen Risikosteuerung überzeugt.

Das Berechnungsschema der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs haben wir anhand der einfließenden wesentlichen Annahmen und Parameter einschließlich der Diskontierung nachvollzogen und plausibilisiert. Dabei haben wir bestimmte von den gesetzlichen Vertretern angewandte Annahmen und Parameter einer Einzelfallprüfung unterzogen.

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir weiter die Bestände an Wertpapieren analysiert, deren Bewertungen mit erhöhter Ermessensentscheidung behaftet sind. Wir haben uns ein Verständnis darüber verschafft, wie die gesetzlichen Vertreter die für die Schätzwerte relevanten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Annahmen und Datenquellen identifiziert haben. Anhand ausgewählter Einzelfälle haben wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Ermessensentscheidungen und genutzten Bewertungswahlrechte risikoorientiert im Hinblick auf erhöhte Bewertungsunsicherheiten nachvollzogen. Bei Verzicht auf Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert bei Wertpapieren des Anlagevermögens haben wir beurteilt, ob die Wertminderung lediglich von vorübergehender Natur ist.

zu 2.c) Verweis auf weitergehende Informationen

Weitere Angaben der Genossenschaft zur Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, Forderungen und Wertpapieren sind im Anhang im Abschnitt Erläuterungen zu den Bilanzierungs-, Bewertungs- und Umrechnungsmethoden enthalten. Im Lagebericht sind Ausführungen unter den Abschnitten Darstellung, Analyse und Beurteilung der wirtschaftlichen Lage im Unterabschnitt Vermögenslage sowie Risiko- und Chancenbericht im Unterabschnitt Marktpreisrisiken enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitere Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses und Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

- wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

- anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter der Genossenschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditgenossenschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Genossenschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Genossenschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 53 Abs. 2 GenG, §§ 340k, 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Genossenschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Genossenschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

- beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Genossenschaft vermittelt.

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Genossenschaft.

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit dem Aufsichtsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber dem Aufsichtsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Aufsichtsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir sind als zuständiger Prüfungsverband gesetzlicher Abschlussprüfer der Genossenschaft.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit unserer Berichterstattung an den Aufsichtsrat nach Artikel 11 EU-APrVO i. V. m. § 58 Abs. 3 GenG (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Bei uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht der geprüften Genossenschaft angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die geprüfte Genossenschaft bzw. für die von dieser beherrschten Unternehmen erbracht:

- Depot- und Wertpapierdienstleistungsprüfung gemäß § 89 Abs. 1 Satz 1 und 2 WpHG

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Georg Gulde.

 

Neu-Isenburg, 5. Juni 2024

Genoverband e.V.

Lothar Engels
Wirtschaftsprüfer

Georg Gulde
Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung

Die Vertreterversammlung vom 26.06.2024 hat den Jahresabschluss zum 31.12.2023 festgestellt und die Verwendung des Jahresüberschusses in Höhe von EUR 1.072.066,76 - unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages in Höhe von EUR 499,76 - wie vom Vorstand vorgeschlagen beschlossen.

VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim
Bericht des Aufsichtsrates

Im Berichtsjahr 2023 hat sich der Aufsichtsrat fortlaufend und ausführlich mit der Situation der Bank befasst und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Kontroll- und Beratungsaufgaben wahrgenommen. In allen operativen und strategischen Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung für die Bank war der Aufsichtsrat durch die Berichte des Vorstandes unmittelbar und rechtzeitig eingebunden und fasste die in seine Zuständigkeit fallenden Beschlüsse.

Es fanden 19 Aufsichtsrats- /Personalausschusssitzungen sowohl in Präsenz als auch digital statt. Dort wurden alle Themen mit besonderer Relevanz für die Bank behandelt. Im Rahmen einer Strategietagung wurden zwischen Vorstand und Aufsichtsrat die Gesamtbankstrategie sowie ihre Teilstrategien gemeinsam erörtert. Zwischenzeitlich standen die Aufsichtsratsvorsitzende und ihr Stellvertreter mit dem Vorstand in einem regen Informations- und Gedankenaustausch. Alle zustimmungsbedürftigen Vorgänge wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft, mit dem Vorstand erörtert und entschieden. Der Aufsichtsrat hat sich zu aktuellen Entwicklungen im Aufsichts- und Bankenrecht regelmäßig fortgebildet.

Für Personalangelegenheiten besteht ein Personalausschuss. Dieser hat Entscheidungskompetenz. Gemeinsam mit dem Vorstand hat das Gesamtgremium den Prozess der Vorstandsnachfolge ab 2025 geplant und konstruktiv gestaltet.

Der vorliegende Jahresabschluss 2023 mit Lagebericht wurde vom Genoverband e.V. geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die Aufsichtsratsvorsitzende hat sich fortlaufend über den Verlauf der Prüfung informiert. In der Sitzung am 5. Juni 2024 haben die Abschlussprüfenden dem Gesamtgremium gegenüber die wesentlichen Ergebnisse ihrer Prüfung berichtet und Fragen des Aufsichtsrates beantwortet. Der Aufsichtsrat hat das Ergebnis zustimmend zur Kenntnis genommen.

Der Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes wurde am 20. März 2024 beraten und befürwortet. Der Beschluss über den Gewinnverwendungsvorschlag wird Gegenstand der Tagesordnung der am 26. Juni 2024 stattfindenden Vertreterversammlung sein.

Der Aufsichtsrat empfiehlt der Vertreterversammlung, den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 festzustellen und die vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses zu beschließen.

Weiterer Tagesordnungspunkt dieser Vertreterversammlung sind die Wahlen zum Aufsichtsrat. Gemäß § 24 Abs. 3 der Satzung scheiden jedes Jahr ein Drittel des Aufsichtsrates, demnach drei Mitglieder aus dem Gremium aus. Durch Ablauf der satzungsgemäßen Amtsdauer betrifft dies in diesem Jahr Herrn Joachim Steffen. Herr Steffen erklärte, für eine Wiederwahl nicht zur Verfügung zu stehen. Der Aufsichtsrat dankt ihm für sein über zwei Jahrzehnte erbrachtes ehrenamtliches Wirken zum Wohle unserer Genossenschaft. Im Rahmen der Vertreterversammlung wird Herr Steffen aus dem Amt verabschiedet. Durch Losentscheid stehen Frau Sophie Christmann und Frau Christiane Wolf zur Wiederwahl. Der Aufsichtsrat schlägt die Damen Christmann und Wolf zur Wiederwahl vor.

Das betreute Kundenvolumen konnte auf 1.554 Millionen Euro gesteigert werden. Die Bilanzsumme verringerte sich auf 661 Millionen Euro. 330 Neukunden und 391 neue Mitglieder zeigen, dass unser soziales Engagement für die Region sowie unser genossenschaftliches, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Geschäftsmodell überzeugt.

In einem gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Umfeld, welches durch die Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine und der Coronapandemie belastet war, konnte unsere Bank auf der Grundlage der strategischen und operativen Entscheidungen ihre positive Entwicklung weiter fortsetzen. Der Aufsichtsrat war in die Entscheidungsfindungen mit eingebunden und konnte diese somit intensiv begleiten.

Mit bedachtem Handeln werden wir dem Vorstand als Ratgeber und Entscheider für die kommenden Herausforderungen konstruktiv zur Seite stehen.

Die in 2021 begonnenen, strategischen Projekte zum Ausbau unserer flächendeckenden Beratungsstrategie zur Verbesserung der Qualität in der Kundenberatung, einhergehend mit den baulichen Veränderungen in der Niederlassung, werden wir weiter an die Bedürfnisse und Wünsche unserer Kunden anpassen. Im Februar 2024 konnten wir nach den bereits 2022 an die Beratungsstrategie angepassten Niederlassungen Ellerstadt und Weisenheim am Berg die Niederlassung Mussbach wiedereröffnen. Auch 2024 und in den Folgejahren investieren wir kontinuierlich in eine moderne Infrastruktur unserer Niederlassungen.

Den Mitgliedern, Kunden und Geschäftspartnern, dankt der Aufsichtsrat für Ihr Vertrauen, ihre Treue und für die konstruktive Begleitung.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei dem Vorstand, der Belegschaft und den Beiräten für die vertrauensvolle Zusammenarbeit, das besondere Engagement und die ambitionierte Veränderungsfähigkeit, die der vorangetriebene Strukturwandel mit sich bringt.

 

Bad Dürkheim, 5. Juni 2024

Der Aufsichtsrat

Christiane Wolf
Vorsitzende

VR Bank Mittelhaardt eG, Bad Dürkheim
Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")

Die VR Bank Mittelhaardt eG hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Kreditgenossenschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der VR Bank Mittelhaardt eG besteht darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.

Die VR Bank Mittelhaardt eG definiert den Umsatz aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 TEUR 17.216.

Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt 82,3. 

Der Gewinn vor Steuern beträgt TEUR 5.862.

Die Steuern auf Gewinn betragen TEUR 1.430 und betreffen laufende Steuern.

Die VR Bank Mittelhaardt eG hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

11 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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