Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH
Selbe AdresseTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklern
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Peter Dr. Ritter von Zumbusch seit 22.2.2021 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
Wacker Chemie Aktiengesellschaft | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Wacker Chemie AGMünchenJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021Inhalt Bericht des Aufsichtsrats Zusammengefasster Konzernlagebericht Konzernabschluss mit Anhang Wiedergabe des Bestätigungsvermerks Organe Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung Zusammengefasster gesonderter nicht-finanzieller Bericht für den Wacker Konzern und die Wacker Chemie AG Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, WACKER hat das Geschäftsjahr 2021 mit neuen Bestwerten bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen. Nachdem wir durch die Corona-Pandemie ein Jahr zuvor einen Rückgang zu verzeichnen hatten, ist WACKER 2021 kräftig gewachsen. Zu dem starken organischen Wachstum haben alle vier Geschäftsbereiche beigetragen. Diese Entwicklung zeigt: WACKER hat anerkannt qualitativ hochwertige Produkte und verfügt über ein vielfältiges und einzigartiges Produktportfolio, um Kunden aus allen wichtigen Industriebranchen weltweit bedienen zu können. In den zwei Chemiebereichen ist es gelungen, unsere Wachstumspotenziale auszuschöpfen. Heute steht unser Chemiegeschäft, der ursprüngliche Kern, aus dem heraus das Unternehmen entstanden ist, für rund 70 Prozent des Konzernumsatzes. Diese Stärke spiegelt sich vor allem in den Wettbewerbspositionen wider, die die beiden größten Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS weltweit einnehmen. Bei Dispersionen und Dispersionspulver auf Vinyl-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS Weltmarktführer. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES nimmt die Top-2-Position unter den größten Siliconherstellern der Welt ein. Unser Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist in Zukunftsfeldern unterwegs, die ausgezeichnete Wachstumsperspektiven haben. Im Polysiliciumgeschäft ist WACKER Kosten- und Qualitätsführer mit einer weltweit ebenfalls starken Wettbewerbsposition. In der Halbleiterindustrie basiert nahezu jeder zweite Computerchip, der weltweit hergestellt wird, auf unserem hochreinen Polysilicium. Bei Solaranwendungen sind wir einer der ganz wenigen Anbieter, die qualitativ besonders hochwertiges Polysilicium für Solarzellen mit höchsten Wirkungsgraden liefern können. Wesentlichen Anteil an dem guten Jahresergebnis hatte auch das Programm "Zukunft gestalten". Bereits vor der Corona-Pandemie haben wir uns entschieden, WACKER für die Zukunft gut aufzustellen. Das Programm wurde zum richtigen Zeitpunkt initiiert und hat dazu beigetragen, dass wir mit hoher Disziplin unsere Kostenziele verfolgt haben. Einen großen Anteil am Geschäftserfolg im Jahr 2021 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihnen gilt der Dank des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG für ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement. Bei dem Thema der hohen Pensionsverpflichtungen sind wir auf der Zielgeraden. Das Niedrigzinsumfeld, in dem wir uns seit Jahren befinden, erfordert ein neues Verständnis für die Altersvorsorge. Für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir künftig auf reine Direktzusagen auf Kapitalbasis setzen. Sie werden abgesichert über eine Treuhandgesellschaft, die ihr Vermögen ausschließlich dazu verwendet, die Pensionsverpflichtungen zu finanzieren. Das hat den Vorteil, dass wir die Anlagemöglichkeiten des Kapitalmarktes wesentlich besser nutzen und ausschöpfen können, um angemessene Renditen zu erzielen. Auf lange Sicht wird dieses zukunftsweisende Pensionssystem das Unternehmen spürbar entlasten. Das verschafft uns weitere Handlungsspielräume für unsere langfristig angelegte Wachstumsstrategie. Die größte Sorge für die Zukunft sehen wir in der deutschen Energiepolitik. Sie ist eine große Hypothek, gerade für ein energieintensives Unternehmen unseres Zuschnitts, das einen wesentlichen Teil seiner Produktionskapazitäten in Deutschland hat. Eine sichere und kostengünstige Versorgung mit Energie ist für uns essenziell. Für uns ist zurzeit nicht erkennbar, wie angesichts der angestrebten Klimaneutralität der hohe Energie- und Strombedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Ab dem Jahr 2030 braucht allein die chemische Industrie dafür mehr Strom, als in Deutschland heute produziert wird. Dazu kommen hohe Energiepreise, die uns im globalen Wettbewerb stark belasten. Wir brauchen einen Industriestrompreis von unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Wenn wir unsere leistungsstarke Industrie erhalten wollen, muss die Politik hier mehr tun als in der Vergangenheit. Kontinuierlicher Dialog mit dem VorstandFür WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2021 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements sowie über Compliance- und Nachhaltigkeitsthemen informiert. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, hat mit diesem Fragen der Strategie, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens beraten und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Ein weiterer Fokus unserer Tätigkeit im Berichtsjahr waren die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens sowie die neuen Nachhaltigkeitsziele 2030. Im Geschäftsjahr 2021 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Schwerpunkte der Beratungen im AufsichtsratGegenstand der regelmäßigen Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 08. Dezember 2021 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2022 - 2026 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2022. Arbeit der AusschüsseDie Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Aufgaben und Mitglieder der Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185 im Einzelnen aufgeführt. Der Prüfungsausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Sitzungen ab. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Rechnungslegungsprozesse und internen Kontrollsysteme, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Abschlussprüfung, insbesondere deren Qualität, sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2021 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2021 einmal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (die Festlegung der Gesamtbezüge 2020 und der Erfolgsziele für die variable Vergütung 2021 sowie das Vergütungssystem des Vorstands). Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Aus- und FortbildungDie Aufsichtsratsmitglieder sind angehalten, sich regelmäßig fortzubilden. Die Gesellschaft unterstützt die Mitglieder dabei, insbesondere auch durch die Gewährung einer großzügig bemessenen Pauschale für Auslagen, die unter anderem für Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden kann und soll. Zur Amtseinführung erhalten neue Aufsichtsratsmitglieder ein Informationspaket zu den Rechten und Pflichten eines Aufsichtsratsmitglieds einschließlich Merkblättern zu Insiderverboten und Eigengeschäften von Führungskräften. Regelmäßig werden die Aufsichtsratsmitglieder außerdem über wesentliche Gesetzesänderungen und Gerichtsurteile, die ihre Arbeit betreffen, unterrichtet. So wurde im vergangenen Jahr über das Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) und die damit verbundenen neuen Anforderungen berichtet. Individualisierte Offenlegung der SitzungsteilnahmeAn zwei Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2021 hat jeweils ein Aufsichtsratsmitglied entschuldigt gefehlt. An den Sitzungen der Ausschüsse haben im Geschäftsjahr 2021 sämtliche Mitglieder der jeweiligen Gremien teilgenommen. Die Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:
Corporate GovernanceDer Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 08. Dezember 2021 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich und auch in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185 wiedergegeben. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei WACKER finden Sie ebenfalls in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185. In seiner Sitzung im Dezember 2021 hat der Aufsichtsrat eine Selbstbeurteilung vorgenommen und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen sowie der umfassenden Berichterstattung durch den Vorstand und der frühzeitig vor den Sitzungen erhaltenen Unterlagen - effizient arbeitet. Weitere Informationen zur regelmäßigen Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185. Jahres- und KonzernabschlussprüfungDie KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2021, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2021) geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2021 vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 22. Februar 2022 die Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 03. März 2022 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an. Der Vergütungsbericht nach § 162 AktG wurde gesondert geprüft. Zusätzlich zu der gesetzlich erforderlichen formellen Prüfung hat der Abschlussprüfer den Vergütungsbericht auch einer materiellen Prüfung unterzogen. Veränderungen in Aufsichtsrat und VorstandIm Geschäftsjahr 2021 gab es keine Änderungen im Aufsichtsrat. Der langjährige Vorstandsvorsitzende, Dr. Rudolf Staudigl, ist wie angekündigt mit Ablauf der letztjährigen ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand getreten. Er stand 13 Jahre lang an der Spitze des Unternehmens. Er hat das Unternehmen in dieser Zeit wesentlich mitgeprägt. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rudolf Staudigl für seine hervorragenden Leistungen und sein erfolgreiches Wirken zum Wohle des Unternehmens WACKER. Der Aufsichtsrat hatte bereits im Dezember 2020 Dr. Christian Hartel zu seinem Nachfolger und Frau Angela Wörl als neues Mitglied im Vorstand und als Arbeitsdirektorin bestellt, welche beide am 12. Mai 2021 ihr jeweiliges Amt angetreten haben. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen, die mit ihrer engagierten Arbeit dazu beigetragen haben, dass 2021 eines der erfolgreichsten Jahre in der Firmengeschichte war.
München, 03. März 2022 Der Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. Wichtigster Grundstoff ist Silicium Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. 23 technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte
26 Produktionsstandorte Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. » Siehe Grafik B.2 auf Seite 50 Rechtliche Unternehmensstruktur Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 48 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 44 Gesellschaften voll konsolidiert. Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind. » Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis. Vier operative Geschäftsbereiche WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche. Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern. » Siehe Grafik B.4 auf Seite 52 B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns 1
Leitung und Kontrolle Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 Der langjährige Vorstandsvorsitzende, Dr. Rudolf Staudigl, ist mit dem Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Dr. Christian Hartel, der den Vorstandsvorsitz nach Ablauf der Hauptversammlung übernommen hat. Zum gleichen Zeitpunkt ist Angela Wörl als neue Vorständin in den Vorstand der Wacker Chemie AG berufen worden. Sie bekleidet unter anderem die Rolle als Arbeitsdirektorin. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger Bezirksleiter der IGBCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der IGBCE Altötting, bestellt. » Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen. B.3 Unternehmensstruktur von WACKER
Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben. » www.wacker.com/corporate-governance Nichtfinanzielle Konzernerklärung Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2021, zur Verfügung. Er wird außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt, Sozial und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen. » https://www.wacker.com/geschaeftsbericht Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht nachzulesen. Der Vergütungsbericht wird als separater Bericht veröffentlicht und ist kein Bestandteil dieses Geschäftsberichts. Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2021 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens. Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen, Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig, wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her. B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung
Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz, Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft) WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit. Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien. WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für wachstumsstarke Sektoren, wie Lebensmittelinhaltsstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien. Bei der Auftragsherstellung pharmazeutischer Proteine, Plasmid-DNA, lebenden mikrobiellen Produkten (LMPS) und Impfstoffen auf bakterieller Basis verfügen wir inzwischen über eine gute Marktposition, die wir weiter ausbauen. Bei Cyclodextrinen und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. WACKER POLYSILICON zählt zu den weltweit führenden Herstellern hochreinen Polysiliciums. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und beim sogenannten n-type monokristallinen Silicium für Solarzellen mit besonders hohem Wirkungsgrad. Auf Grund der Entwicklung des Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie ist die Wettbewerbsintensität in diesem Geschäft weiterhin sehr hoch. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. Auftragsentwicklung Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER
(Tabelle B.5 ungeprüft) Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung und aus Kundengesprächen. Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Rohstoff- und Energiekosten Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten, indem wir bei den meisten Top-Rohstoffen mit mehreren Lieferanten zusammenarbeiten und die Verträge so gestalten, dass WACKER über eine möglichst große Mengenflexibilität verfügt und mittels Rohstoffindizierungen ein wettbewerbsfähiger Rohstoffeinkauf sichergestellt wird. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Einkauf und den Geschäftsbereichen versuchen wir höhere Rohstoffkosten weitgehend über Preisanpassungen an Kunden weiterzugeben. Dieses Ziel ist allerdings in Jahren mit starken Preisveränderungen nicht immer vollständig zu erreichen. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO 2 -Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen. Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Verglichen mit dem Jahr 2020 wollen wir unseren spezifischen Energieverbrauch bis 2030 um 15 Prozent reduzieren. Währungsschwankungen Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2021 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen (JPY) abgeschlossen. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-Konzerns Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer nachhaltigen Entwicklung aus. Im Geschäftsjahr 2022 wird WACKER neue strategische Wachstumsziele veröffentlichen. Bereits Mitte Dezember 2021 hat WACKER seine neuen Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht. Sie sind deutlich ambitionierter als die bisher geltenden Ziele. Mit konkreten Projekten und Maßnahmen wollen wir bis zum Jahr 2030 unsere Treibhausgasemissionen halbieren. Bis zum Jahr 2045 streben wir Klimaneutralität an. Die absoluten Treibhausgasemissionen sollen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2030 um 50 Prozent sinken. Bei unseren Produkten streben wir an, dass das gesamte Portfolio bis 2030 definierte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Von allen Schlüssellieferanten erwarten wir bis 2030 ebenfalls die Erfüllung definierter Nachhaltigkeitsstandards. Die Emissionen bei Vorprodukten, die WACKER einsetzt, sollen bis 2030 um 25 Prozent verringert werden. Neu ist das spezifische Ziel zur Wasserentnahme: Hier will WACKER bis 2030 eine Senkung von 15 Prozent erreichen. Gleichzeitig sehen wir in den Maßnahmen, dem Klimawandel entgegenzuwirken, große Chancen für das Geschäft von WACKER. Schon heute tragen rund zwei Drittel des Produktportfolios von WACKER dazu bei, den Kunden klima- und ressourcenschonende Lösungen anzubieten. Da die Nachfrage nach diesen Produkten ständig steigt, erwartet WACKER in den nächsten Jahren einen substanziellen Wachstumsbeitrag bei Umsatz und Ergebnis. » Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com Bis die neuen strategischen Wachstumsziele veröffentlicht werden, lauten die anderen strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern weiterhin:
Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an. Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern. Mit dem Programm "Zukunft gestalten" will WACKER ab Ende 2022 insgesamt 250 Mio. € pro Jahr bei den Sach- und Personalkosten einsparen. Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen, und konzentriert sich dabei auf Biopharmazeutika sowie auf Bioingredients, unter anderem für Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel. Bis 2030 soll der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS auf rund 1 Mrd. € wachsen. Im Geschäft mit Polysilicium liegt der Fokus darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie weiter auszubauen und mit besonders hochwertigem Material für monokristalline Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad (sogenanntes n-type mono) das Wachstum der Solarindustrie zu begleiten. WACKER ist in beiden Anwendungsfeldern auf Grund seiner Qualitätsprodukte einer der führenden Produzenten. Außerdem ist es das Ziel, die Herstellungskosten weiter zu senken sowie die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen und den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2021 unverändert geblieben:
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2021 EBITDA-Marge: Für das Jahr 2021 haben wir die EBITDA-Marge leicht über Vorjahr erwartet. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 24,8 Prozent. B.6 Soll/Ist-Abgleich
EBITDA: Für das Jahr 2021 hatte WACKER ein EBITDA von zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr (2020: 666 Mio. €) erwartet. Im Laufe des Jahres haben wir die Prognose für das EBITDA dreimal nach oben angehoben. Am Ende des Geschäftsjahres hat sich das EBITDA mit 130,9 Prozent mehr als verdoppelt. B.7 ROCE und Wertbeitrag
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht
operative Faktoren korrigiert.
ROCE: Der ROCE sollte deutlich positiv sein und über dem Vorjahr liegen. Tatsächlich lag er deutlich über den Kapitalkosten und war deutlich positiv. Erreicht hat WACKER im Jahr 2021 einen ROCE von 28,3 Prozent. Netto-Cashflow: In der Prognose wurde ein deutlich positiver, aber deutlich unter dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow erwartet. Mit 760,8 Mio. € war er deutlich positiv und neun Prozent über dem Vorjahr. Planungszyklus Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet.
Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Finanzierungsstrategie Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. » Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2021 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 73. Operative Steuerungsinstrumente Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche AngabenB.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche Entwicklung Nachdem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 zu einer globalen Rezession geführt hat, ist die Weltwirtschaft 2021 wieder gewachsen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 um 5,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Besonders deutlich fiel der Aufschwung in Asien aus. Auch wenn weiterhin Unsicherheiten bestehen, sei die Pandemie besser unter Kontrolle als im Vorjahr, hieß es seitens der Konjunkturforscher. Flankiert wurde die Erholung in vielen Ländern von konjunkturstützender Geld- und Fiskalpolitik. B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2021 in %
Branchenspezifische Rahmenbedingungen Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. Chemische Industrie wächst wieder Nach einer rückläufigen Entwicklung 2020 ist die chemische Industrie 2021 deutlich gewachsen. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika war hoch. Zeitweise gebremst wurde die Erholung in der Chemieindustrie durch Rohstoffknappheit und Probleme in der Lieferkette. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika) lag im Jahr 2020 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5 Bio. €. Knapp 60 Prozent der Umsätze entfielen auf Asien. In den vergangenen Jahren haben sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend hat sich 2021 fortgesetzt. Auch in Deutschland ist die chemisch-pharmazeutische Industrie 2021 gewachsen. Die Branche verzeichnete vor allem im ersten Halbjahr einen starken Zuwachs. Im zweiten Halbjahr führten die globale Materialknappheit, Probleme in der Logistik sowie stark gestiegene Energiepreise in einigen Chemiesparten zu Produktionsrückgängen. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche stieg laut VCI dennoch deutlich um 15,5 Prozent auf 220 Mrd. € (2020: 191 Mrd. €). Die Produktion wuchs insgesamt um 4,5 Prozent. Die Preise stiegen um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bauwirtschaft erholt sich Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2020 hat sich die Bauwirtschaft im Jahr 2021 erholt. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH sind die Bauinvestitionen in fast allen Märkten gestiegen. Das Wachstum war dabei von Neubauprojekten wie auch Bestandsmaßnahmen - vor allem im Bereich der energetischen Gebäudesanierung - geprägt. Besonders stark gestiegen ist die Bautätigkeit in Westeuropa und Asien. Weltweit wuchs das Bauvolumen 2021 um 2,5 Prozent auf rund 9,34 Bio. US-$ (2020: 9,11 Bio. US-$). B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2021 in %
Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Plus Nach einer Stagnation im Vorjahr ist das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes 2021 nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um neun Prozent gewachsen und lag bei rund 5,02 Bio. € (2020: 4,60 Bio. €). In den Industrieländern stieg das Volumen um rund sieben Prozent. In den Schwellenländern fiel das Plus mit zehn Prozent noch deutlicher aus. Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung Die globale Solarbranche ist im Jahr 2021 trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter gewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 170 Gigawatt (GW) Leistung neu installiert (2020: ca. 140 GW). Das sind rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2021 waren damit weltweit mehr als 900 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurde 2021 in China, Japan und den USA getätigt. Neben Fördermaßnahmen haben insbesondere die niedrigen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau der Photovoltaikinstallationen beigetragen. Photovoltaik ist inzwischen wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag der Handelspreis für Solarstrom bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde. B.12 Neu installierte PV-Leistungen 2021 und 2020
Quellen: Bundesnetzagentur, SolarPower Europe (SPE), Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.12 ungeprüft) B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa
Rohstoffpreise deutlich über Vorjahr Die Rohstoffpreise sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen. Bei einigen Stoffen erreichten die Preise ein Rekordhoch, das weit über die bisher normale Schwankungsbreite hinausgeht. Getrieben wurden die Preisentwicklungen durch die starke Nachfrage in allen Segmenten. Gleichzeitig kam es zu Verknappungen auf der Angebotsseite durch wetterbedingte Produktionsausfälle, Häufungen von technischen Störungen sowie logistische Probleme. Kostensteigerungen bei Grundstoffen wie Öl, Erdgas und Kohle wurden in den Folgeprodukten durch die Wertschöpfungsketten weitergegeben. Bei vielen Rohstoffen kamen teils massive Knappheitszuschläge hinzu. Bei den für WACKER wichtigen Rohstoffen Ethylen und Methanol entwickelten sich die Preise größtenteils analog zur Kostenentwicklung für fossile Grundstoffe. Die Preise für den Schlüsselrohstoff Vinylacetat wurden dagegen durch den Ausfall wesentlicher Produktionskapazitäten in den USA im Frühjahr infolge eines Eissturms massiv beeinflusst. Gleichzeitig verhinderten im zweiten Halbjahr Angebotseinschränkungen in Nordostasien eine Erholung der globalen Bestände für das Monomer. Im zweiten Halbjahr stiegen zudem die Preise für metallurgisches Silicium extrem an. Hier traf eine starke Nachfrage auf nicht vollständig zur Verfügung stehende Produktionskapazitäten in den westlichen Industrieländern. Getrieben wurden die Preise zusätzlich durch Produktionseinschränkungen in China infolge einer Knappheit von Elektrizität. Preise für Strom, Erdgas und CO 2 massiv gestiegen Die Preise aller Energieträger sind im Jahr 2021 weltweit massiv gestiegen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, eine hohe Nachfrage bei gleichzeitiger Angebotsknappheit sowie ungünstige Wetterereignisse trieben die Preise für Kohle und Erdgas auf Rekordniveaus. Die Rohölpreise erholten sich dagegen auf etwa 80 US-$ pro Barrel und lagen damit auf Vorkrisenniveau. Unterdurchschnittliche Stromerzeugung aus Windparks in Europa sowie trockenheitsbedingt niedrige Strommengen aus Wasserkraftwerken in Südamerika, Skandinavien und Europa sorgten für eine erhöhte Nachfrage nach Kohle und Erdgas. Bei Kohle kam es gleichzeitig auf Grund starker Regenfälle in Asien und Produktionseinschränkungen in China zu Engpässen in Logistik und Produktion. In der Folge stiegen die Kohlepreise auf bis zu 250 US-$ pro Tonne. Die erheblich gesteigerte Erdgasnachfrage aus China und anderen Ländern konnte auch durch das erhöhte Angebot an Flüssigerdgas kaum gedeckt werden und trieb die Spotpreise in Asien und Europa auf über 100 €/MWh. B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger
Durch die verstärkte Nutzung fossiler Brennstoffe in Europa und vor allem die verschärften Klimaziele der EU stieg der CO 2-Preis im Jahresverlauf auf über 70 € pro Tonne. Im 4. Quartal 2021 lagen die Spotmarktpreise für Strom in Deutschland auf Grund der hohen Gaspreise und CO 2 -Preise bei durchschnittlich 176 € pro Megawattstunde. Die Strompreise in Deutschland sind zusätzlich mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage. Neben den historisch hohen Preisen hat auch die Volatilität der Energiepreise 2021 erheblich zugenommen. Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung der Weltwirtschaft auch im Jahr 2021 maßgeblich beeinflusst. Durch die Zulassung und Verabreichung wirksamer Impfstoffe gegen das Coronavirus konnten lang andauernde Lockdowns vermieden werden. Es kam zu einer Erholung der Weltwirtschaft, allerdings nicht so stark wie von den Konjunkturforschern erwartet. Beschaffungsprobleme in allen Stufen der Wertschöpfungskette, Logistikengpässe und stark steigende Preise, insbesondere für Rohstoffe und Energie, haben das Wachstum gebremst. Angesichts dieser herausfordernden Rahmenbedingungen hat sich das Geschäft von WACKER in allen Geschäftsbereichen außerordentlich gut entwickelt. Das Chemiegeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr im Umsatz und auch im EBITDA deutlich zulegen. Ein kräftiger Anstieg der Absatzmengen und bessere Preise waren maßgeblich dafür verantwortlich. Lediglich im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag das EBITDA auf Grund stark gestiegener Rohstoffpreise leicht unter dem Vorjahr. Einen besonders deutlichen Zuwachs beim Umsatz wie auch im EBITDA verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Der Umsatz hat sich fast verdoppelt, das EBITDA erhöhte sich auf Grund der starken Nachfrage aus der Halbleiterindustrie und der deutlich höheren Preise für unser qualitativ besonders hochwertiges Solarsilicium sogar noch stärker. In allen drei großen Regionen sind die Umsätze deutlich gestiegen. Besonders deutlich war das Wachstum in Asien. Dort erhöhte sich der Umsatz um 56 Prozent auf 2,64 Mrd. €. In Europa legte der Umsatz um 23 Prozent zu, in der Region Amerika um acht Prozent. Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse Akquisitionen/Beteiligungen WACKER hat im Geschäftsjahr 2021 sein Biopharmageschäft mit dem Erwerb des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis in den USA gestärkt. Mit den Kompetenzen von Genopis in der pDNA-Technologie erweitert WACKER BIOSOLUTIONS sein Portfolio als Auftragshersteller für die Pharmaindustrie und schafft sich eine lokale Präsenz im amerikanischen Markt für biopharmazeutische Produkte. Der Kaufpreis beläuft sich auf 36 Mio. US-$ und mögliche weitere Zahlungen, die erfolgsabhängig sind. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat sein Silicongeschäft in China gestärkt und 60 Prozent der Anteile des Spezialsilanherstellers SICO Performance Material Co., Ltd. erworben. Organofunktionelle Silane sind wichtige Bestandteile von hochleistungsfähigen Kleb- und Dichtstoffen, Beschichtungen sowie Kompositwerkstoffen. Der Vollzug der Transaktion soll nach behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen im Laufe des ersten Halbjahres 2022 erfolgen. Der Kaufpreis für die Beteiligung beträgt 120 Mio. €. Desinvestitionen Das Bundeswirtschaftsministerium hat die erforderliche außenwirtschaftsrechtliche Freigabe für den Zusammenschluss der Siltronic AG mit GlobalWafers Co., Ltd. bis zum Ablauf der Frist für den Vollzug der Transaktion am 31. Januar 2022 nicht erteilt. Der geplante Zusammenschluss kommt daher nicht zustande. Infolgedessen ist auch die zwischen WACKER und GlobalWafers geschlossene verbindliche Vereinbarung hinfällig, in der sich WACKER verpflichtet hatte, seine Beteiligung an Siltronic, die 30,83 Prozent der Aktien des Halbleiterunternehmens umfasst, an GlobalWafers abzugeben. Im Abschluss des Geschäftsjahres 2021 bilanziert WACKER diese Beteiligung daher nicht mehr als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte, sondern wieder als at-Equity-Beteiligung. Investitionen Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant gestiegen. Sie beliefen sich auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere Chemiebereiche. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver. In Amsterdam haben wir in den Aufbau von Kapazitäten für Impfstoffproduktionen sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika investiert. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2020 ausgegebenen Ziele für das Jahr 2021 deutlich übertroffen und das beste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens erzielt. Ausschlaggebend dafür waren eine hohe Nachfrage nach WACKER-Produkten in allen Geschäftsbereichen sowie ein starker Anstieg der Polysiliciumpreise. WACKER hat Anfang des Jahres 2021 prognostiziert, seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht über dem Vorjahr liegen, das EBITDA um zehn bis 20 Prozent wachsen. Der ROCE sollte positiv sein und deutlich über dem Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv, aber deutlich unter dem Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und die Abschreibungen bei rund 400 Mio. € liegen. Für das Jahr 2021 wollte WACKER ein positives Nettofinanzvermögen ausweisen. Anhebung der Prognose nach Abschluss des 1. Quartals Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal im April 2021 hat WACKER seine Prognose angehoben. Der Umsatz wird demnach um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz steigen. Das EBITDA sollte jetzt 15 bis 25 Prozent über dem Vorjahr liegen statt zehn bis 20 Prozent. Für alle anderen Steuerungskennzahlen blieb die Jahresprognose unverändert. Auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung im Laufe des 2. Quartals hob WACKER am 16. Juni 2021 seine Prognose für die Umsatz- und EBITDA-Entwicklung im Gesamtjahr erneut an. Der Umsatz soll sich auf 5,5 Mrd. € belaufen. Vorher war WACKER von einem Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ausgegangen. Das EBITDA erwartet WACKER zwischen 900 und 1,1 Mrd. € statt der bis dahin prognostizierten 15 bis 25 Prozent über Vorjahr (666 Mio. €). Im Zwischenbericht zum 2. Quartal hat WACKER auch die Einschätzungen für die EBITDA-Marge, den ROCE und den Netto-Cashflow nach oben angehoben. Die EBITDA-Marge sollte jetzt deutlich über dem Vorjahr liegen und nicht leicht über dem Vorjahr. Höher wurde auch der ROCE prognostiziert: deutlich über den Kapitalkosten. Der Netto-Cashflow sollte deutlich positiv und auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor war WACKER von einem deutlich positiven Netto-Cashflow ausgegangen, allerdings deutlich unter dem Vorjahr. Die Erwartungen für die übrigen Steuerungskennzahlen blieben unverändert. Die anhaltend hohe Nachfrage in allen Geschäftsbereichen führte dazu, dass WACKER am 15. September 2021 seine Jahresprognose für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung nochmals anhob. Der Umsatz sollte sich für das Gesamtjahr auf rund 6 Mrd. € belaufen statt 5,5 Mrd. €. Das EBITDA wurde jetzt zwischen 1,2 und 1,4 Mrd. € erwartet und damit deutlich über der bisherigen Spanne von 900 und 1,1 Mrd. €. Mit der Veröffentlichung zum 3. Quartal Ende Oktober 2021 hat WACKER diese Prognose bestätigt. Der Netto-Cashflow sollte demnach deutlich positiv und über dem Niveau des Vorjahres liegen statt auf dem Niveau des Vorjahres. Die anderen Steuerungskennzahlen blieben unverändert. WACKER hat nach vorläufigen Berechnungen für das Gesamtjahr 2021 am 13. Januar 2022 seine letzte Prognose übertroffen. Den Umsatz erwartet das Unternehmen bei etwa 6,2 Mrd. €, das EBITDA bei etwa 1,5 Mrd. €. WACKER schließt das Geschäftsjahr 2021 über den Erwartungen ab WACKER hat 2021 einen Umsatz von 6,21 Mrd. € (2020: 4,69 Mrd. €) erzielt, 32,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Dafür maßgeblich verantwortlich waren deutlich höhere Absatzmengen und bessere Preise. Währungseffekte haben das Umsatzwachstum leicht gebremst. Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt und lag mit 1,54 Mrd. € (2020: 666,3 Mio. €) 130,9 Prozent über dem Vorjahr. Deutlich höhere Rohstoffpreise haben das EBITDA um etwa 500 Mio. € gemindert. Die EBITDA-Marge lag mit 24,8 Prozent (2020: 14,2 Prozent) ebenfalls deutlich über dem Vorjahr. Der Netto-Cashflow ist mit 760,8 Mio. € (2020: 697,7 Mio. €) um 9,0 Prozent über dem Vorjahr. Die wesentliche Ursache für diesen Anstieg sind die deutlich höheren Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft. Der ROCE ist mit 28,3 Prozent deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Investitionen auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Sie lagen damit deutlich über dem Wert des Vorjahres. WACKER weist zum Jahresende ein Nettofinanzvermögen von 546,5 Mio. € aus (2020: Nettofinanzschulden von 67,5 Mio. €). B.15 Aufwand Kostenarten
B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 6,21 Mrd. € 32 Prozent über dem Niveau des Vorjahres von 4,69 Mrd. € Der WACKER-Konzern hat im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz deutlich über dem Niveau des Vorjahres erzielt. Ausschlaggebend für den Anstieg waren in allen Geschäftsbereichen höhere Preise und höhere Absatzmengen. Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich stärkeren US-Dollar haben sich negativ ausgewirkt. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,60 Mrd. € (2020: 2,24 Mrd. €) und lag damit auf Grund höherer Absatzmengen und Preise um 16 Prozent über dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 1,67 Mrd. € (2020: 1,30 Mrd. €). Das ist ein Plus von 29 Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich um 20 Prozent auf 296,4 Mio. € (2020: 246,1 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich insbesondere auf Grund höherer Preise für Polysilicium für die Solarindustrie nahezu verdoppelt. Er stieg um 93 Prozent auf 1,53 Mrd. € (2020: 792,2 Mio. €). » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 67. B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich in Mio. €
Den Hauptteil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 5,25 Mrd. € (2020: 3,91 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 85 Prozent. » Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 69. Konzern-EBITDA liegt bei 1,54 Mrd. €, EBITDA-Marge beträgt 24,8 Prozent Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 131 Prozent gestiegen. Es beläuft sich auf 1,54 Mrd. € (2020: 666,3 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 24,8 Prozent über dem Vorjahr (2020: 14,2 Prozent). Neben dem deutlichen Umsatzanstieg konnte WACKER auch Einsparungen bei den laufenden Sachkosten und Funktionskosten erzielen. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Dagegen belasteten hohe Rohstoff- und Energiekosten das EBITDA stark. Bestandteil des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" war auch ein Personalabbau. In diesem Zusammenhang hat WACKER im Vorjahr für freiwillige Abfindungen an Mitarbeiter 48,0 Mio. € zurückgestellt. Diese Kosten haben im Vorjahr das EBITDA belastet. » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 67. B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT
EBIT liegt bei 1,13 Mrd. € Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 1,13 Mrd. € (2020: 262,8 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 18,3 Prozent (2020: 5,6 Prozent). Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Abschreibungen auf 404,2 Mio. € (2020: 403,5 Mrd. €). B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 1,67 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr (2020: 869,9 Mio. €) um 92 Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 4,54 Mrd. € (2020: 3,82 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 26,9 Prozent (2020: 18,5 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten jedoch deutlich ansteigen lassen. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 81 Prozent auf 73 Prozent deutlich gesunken. Funktionskosten steigen Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Sie erhöhten sich auf 620,6 Mio. € (2020: 586,7 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Anstieg vor allem auf höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten in allen Bereichen. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 19,9 Mio. € (2020: -57,4 Mio. €). Im Berichtsjahr wurden 15,0 Mio. € an erhaltenen Anzahlungen aus ausgelaufenen Langfristverträgen erfolgswirksam vereinnahmt. Der sonstige betriebliche Aufwand enthielt im Vorjahr 48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt wurden. Erträge aus dem Währungsergebnis verbessern das sonstige betriebliche Ergebnis um 4,7 Mio. € (2020: -7,8 Mio. €). Beteiligungsergebnis Im Vergleich zum Vorjahr ist das Beteiligungsergebnis deutlich gestiegen. Es beläuft sich auf 62,5 Mio. € (2020: 37,0 Mio. €). Im Wesentlichen ist hierfür das Equity-Ergebnis der Siltronic AG verantwortlich. Finanz- und Zinsergebnis Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Es belief sich auf -40,7 Mio. € (2020: -44,9 Mio. €). Zinserträge von 6,2 Mio. € (2020: 8,1 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,5 Mio. € (2020: 22,0 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis lag bei -16,3 Mio. € (2020: -13,9 Mio. €). Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -24,4 Mio. € (2020: -31,0 Mio. €). Neben geringeren Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden. Ertragsteuern Der Konzern weist für das Jahr 2021 einen Steueraufwand von 265,8 Mio. € (2020: 15,6 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 24,3 Prozent (2020: 7,1 Prozent). Im Vorjahr minderten steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern die Steuerquote. Konzernergebnis Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 827,8 Mio. €. Im Vorjahr hat WACKER ein Jahresergebnis in Höhe von 202,3 Mio. € ausgewiesen. Kapitalrendite (ROCE) Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 28,3 Prozent (2020: 5,6 Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung ist gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 4,11 Mrd. € auf 3,78 Mrd. €. Segmentberichterstattung WACKER SILICONES Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2021 deutlich gewachsen. Er belief sich auf 2,60 Mrd. € (2020: 2,24 Mrd. €). Das sind im Vergleich 15,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind gestiegene Mengen, höhere Preise sowie Produktmixeffekte. Währungseffekte haben das Umsatzwachstum leicht gebremst. Regional betrachtet hat der Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zugelegt. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich gewachsen. Es erhöhte sich um 42,6 Prozent auf 552,9 Mio. € (2020: 387,8 Mio. €). Dafür verantwortlich sind höhere Mengen und Preise. Die EBITDA-Marge belief sich auf 21,3 Prozent (2020: 17,3 Prozent). Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 47,8 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 143,2 Mio. € (2020: 96,9 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen für Zwischen- und Fertigprodukte. In 2021 wurde ein Vertrag über den Erwerb von 60 Prozent der Anteile an dem chinesischen Spezialsilanhersteller SICO Performance Material Co., Ltd. unterzeichnet. Das Closing der Transaktion steht noch aus. Mit dem geplanten Erwerb stärkt WACKER SILICONES sein Geschäft mit margenstarken Spezialsiliconen in China. Zum 31. Dezember 2021 waren im Geschäftsbereich 5.211 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2020: 5.076). B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES
WACKER POLYMERS Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat sich im Jahr 2021 deutlich erhöht. Er stieg um 28,9 Prozent auf 1,67 Mrd. € (2020: 1,30 Mrd. €). Maßgeblich verantwortlich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen, deutlich höhere Preise und Produktmixeffekte. Währungseffekte haben den Umsatzanstieg leicht gebremst. Besonders stark war das Geschäft mit Dispersionspulver. Das Geschäft mit VAE-Dispersionen ist ebenfalls gewachsen. Die Umsätze von WACKER POLYMERS sind in den drei Regionen Asien, Europa und Amerika gestiegen. Das EBITDA lag mit 252,6 Mio. € (2020: 270,5 Mio. €) 6,6 Prozent knapp unter dem Niveau von 2020. Das Vorjahresniveau konnte fast gehalten werden, da auf stark gestiegene Rohstoffpreise mit deutlich höheren Produktpreisen reagiert wurde. Die EBITDA-Marge belief sich auf 15,1 Prozent (2020: 20,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Sie betrugen 100,1 Mio. € (2020: 35,6 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2021 auf 1.595 gestiegen (31. Dezember 2020: 1.540). B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS
WACKER BIOSOLUTIONS Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2021 seinen Umsatz um 20,4 Prozent auf 296,4 Mio. € (2020: 246,1 Mio. €) steigern. Maßgeblich für diesen Anstieg sind höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und bei Cyclodextrinen sowie bessere Preise. Währungseffekte haben den Umsatzanstieg leicht gebremst. Regional betrachtet ist der Umsatz in allen Absatzregionen gewachsen. Das EBITDA liegt mit 38,6 Mio. € (2020: 38,1 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Integrationskosten des neuen Standorts in San Diego haben das EBITDA geschmälert. Die EBITDA-Marge belief sich auf 13,0 Prozent (2020: 15,5 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr um 68,3 Prozent auf 33,5 Mio. € (2020: 19,9 Mio. €) gestiegen. Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auf dem Ausbau des Produktionsstandortes Amsterdam. Mit der Übernahme der Genopis Inc. in den USA hat WACKER BIOSOLUTIONS sein Produktportfolio um die pDNA-Technologie erweitert und die Präsenz im wichtigen amerikanischen Biopharma-Markt gestärkt. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2021 auf 751 verringert (31. Dezember 2020: 764). B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
WACKER POLYSILICON Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2021 fast verdoppelt. Er belief sich auf 1.529,8 Mio. € (2020: 792,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 93,1 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen für hochwertiges Polysilicium für die Halbleiter- und Solarindustrie und deutlich gestiegene Preise vor allem für Polysilicium für die Solarindustrie. Asien war auch im Jahr 2021 die wichtigste Absatzregion für die Produkte des Geschäftsbereichs. Noch deutlicher stieg das EBITDA von WACKER POLYSILICON. Es summierte sich auf 656,7 Mio. € (2020: 4,7 Mio. €). Für diesen Ergebnisanstieg waren vor allem stark steigende Preise, höhere Absatzmengen, vor allem auch für die Halbleiterindustrie, und weitere Verbesserungen bei den Herstellungskosten, die durch gestiegene Rohstoffpreise überkompensiert wurden, verantwortlich. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Stromkosten beeinflussten die Herstellungskosten negativ. Die EBITDA-Marge belief sich auf 42,9 Prozent (2020: 0,6 Prozent). Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich leicht erhöht auf 30,6 Mio. € (2020: 24,9 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten zum 31. Dezember 2021 lag bei 2.219 (31. Dezember 2020: 2.180). B.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
Sonstiges Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 129,0 Mio. € (2020: 128,0 Mio. €). B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten in %
Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 38,5 Mio. € (2020: -35,3 Mio. €). Der Anstieg ist auf das hohe Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen. Im Vorjahr reduzierten Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten" das EBITDA. Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -34,2 Mio. € (2020: -117,6 Mio. €). Zum 31. Dezember 2021 waren im Segment "Sonstiges" 4.630 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2020: 4.723). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie Zentralfunktionen. Regionenbericht Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 6,21 Mrd. € (2020: 4,69 Mrd. €) erwirtschafteten wir 84,5 Prozent (2020: 83,3 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 15,5 Prozent. Region Asien mit starkem Umsatzanstieg Im Geschäftsjahr 2021 ist der Umsatz in der Region Asien stark gestiegen. Er erhöhte sich um 56,3 Prozent auf 2,64 Mrd. € (2020: 1,69 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China kletterte auf 1,79 Mrd. € (2020: 1,02 Mrd. €). Der Anteil der Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 42,5 Prozent (2020: 36,0 Prozent). Geschäft in Europa ebenfalls mit deutlichen Zuwächsen In Europa hat sich das Geschäft von WACKER ebenfalls positiv entwickelt. Der Umsatz erhöhte sich um 23,0 Prozent auf 2,37 Mrd. € (2020: 1,93 Mrd. €). Der Anteil am Konzernumsatz lag bei 38,2 Prozent (2020: 41,1 Prozent). B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden
Region Amerika verzeichnet moderaten Umsatzzuwachs Der Umsatz in der Region Amerika ist um 7,5 Prozent auf 895,7 Mio. € (2020: 832,9 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 14,4 Prozent (2020: 17,8 Prozent). B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
Sonstige Regionen In den sonstigen Regionen der Welt hat sich der Umsatz um 24,4 Prozent auf 304,0 Mio. € (2020: 244,4 Mio. €) erhöht. Der Anteil am Konzernumsatz beläuft sich auf 4,9 Prozent. VermögenslageDie Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2020 um 17,0 Prozent erhöht. Sie stieg um 1,18 Mrd. € und belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 8,13 Mrd. € (31. Dezember 2020: 6,95 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2021 auf Grund des hohen Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft liquide Mittel in Höhe von 1,98 Mrd. € aus. Auf der Passivseite sanken die Pensionsrückstellungen auf Grund der Zuführung von 250 Mio. € in ein Pensionstreuhandvermögen (CTA) zur Abdeckung der Verpflichtungen der Wacker Chemie AG. Auch höhere Diskontierungszinssätze und ein höherer Ertrag aus dem Vermögen der Pensionskasse führten zur Senkung der Pensionsrückstellungen. Das Eigenkapital stieg deutlich auf Grund des hohen Jahresergebnisses des Konzerns. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund haben wir im Vorjahr die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte umgegliedert. Die Beteiligung wird nun wieder at-Equity ausgewiesen, da zum 31. Dezember 2021 die Veräußerung nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft wurde, da nach Ablauf von zwölf Monaten keine Veräußerung stattgefunden hat und die Genehmigung durch die deutschen Behörden als schwierig eingeschätzt wurde. Diese Einschätzung hat sich mit der Nichtgenehmigung der Übernahme bestätigt. Am 31. Januar 2022 lief die Frist des Übernahmeangebots ab, ohne dass die Unbedenklichkeitsbestätigung der deutschen Behörden erteilt wurde. B.27 Bilanzentwicklung Aktiva
B.28 Vermögens- und Kapitalstruktur
Anlagevermögen steigt auf Grund von Investitionen und Nutzungsrechten aus Leasing Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 235,5 Mio. € auf 3,36 Mrd. € erhöht (31. Dezember 2020: 3,13 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen stieg auf 2,47 Mrd. € (31. Dezember 2020: 2,39 Mrd. €). Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €) gestiegen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. Mehr als die Hälfte der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 404,2 Mio. €. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € erhöht. Grund ist der im Jahresverlauf schwächere Euro im Vergleich zum US-Dollar. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen beliefen sich auf 138,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 110,8 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten aus Leasingverträgen betrugen 153,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 122,8 Mio. €). Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte bilanziert. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Beteiligung an der Siltronic AG wieder at-Equity bilanziert. Dies erfolgte rückwirkend zum 31. Dezember 2020. Zum Stichtag konnte die Veräußerung der Anteile nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft werden, da nach zwölf Monaten noch keine Veräußerung stattgefunden hatte und die Genehmigung der Übernahme durch die deutschen Behörden als schwierig eingestuft wurde. Diese Einschätzung hat sich mit der Nichtgenehmigung der Übernahme bestätigt. Am 31. Januar 2022 lief die Frist des Übernahmeangebots ab, ohne dass die Unbedenklichkeitsbestätigung der deutschen Behörden erteilt wurde. Zum 31. Dezember 2021 betrug somit die at-Equity bewertete Beteiligung der Siltronic in der Bilanz 659,0 Mio. € (31. Dezember 2020: 550,4 Mio. €). Darin ist unter anderem ein Equity-Ergebnis der Siltronic in Höhe von 62,1 Mio. € enthalten. Langfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2021 auf 923,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 794,2 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresende um 16,3 Prozent. Insbesondere Wertpapiere in Höhe von 318,5 Mio. € haben zu diesem Anstieg geführt. WACKER hat einen Teil des hohen Mittelzuflusses in festverzinslichen US-Dollar-Wertpapieren zur planmäßigen Tilgung eines US-Dollar-Darlehens angelegt. Deutlich gesunken sind die aktiven latenten Steuern von 770,8 Mio. € auf 569,7 Mio. €. Hier wirkte sich der Zinsanstieg bei den Pensionsrückstellungen aus. Working Capital steigt um 15 Prozent Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 27,1 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 3,85 Mrd. € (31. Dezember 2020: 3,03 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte stiegen ebenfalls um 33,8 Prozent von 879,5 Mio. € auf 1,18 Mrd. €. Dafür verantwortlich sind vor allem deutlich höhere Rohstoffpreise als im Vorjahr. Das Working Capital war zum 31. Dezember 2021 um 14,6 Prozent höher als zum Stichtag 31. Dezember 2020. Es belief sich auf 1,24 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,08 Mrd. €). Hier haben sich der Anstieg bei den Vorräten um 33,8 Prozent und der Anstieg bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 31,6 Prozent auf 824,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 627,0 Mio. €) ausgewirkt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 79,6 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ebenfalls auf stark gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen. B.29 Working Capital
Liquidität steigt auf 1,98 Mrd. € Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2021 auf 738,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 712,0 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2021 von 926,6 Mio. € (31. Dezember 2020: 626,0 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,98 Mrd. € an (31. Dezember 2020: 1,34 Mrd. €). Das sind 48,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind eine sehr gute operative Geschäftsentwicklung sowie erhaltene Anzahlungen für zukünftige Polysilicium-Lieferungen. Im 4. Quartal 2021 leistete WACKER eine Zahlung von 250 Mio. € in ein neu eingerichtetes Pensionstreuhandvermögen (CTA). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 99,4 Mio. € (2020: 24,8 Mio. €) hat im 2. Quartal 2021 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel geführt. B.30 Bilanzentwicklung Passiva
Eigenkapitalquote liegt bei 38,1 Prozent Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Es belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 3,10 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,69 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 38,1 Prozent (31. Dezember 2020: 24,3 Prozent). Der Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 827,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 202,3 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 99,4 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Anstieg der übrigen Eigenkapitalposten um 533,9 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 174,3 Mio. € beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 81,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 66,6 Mio. €). Schulden sinken durch geringere Pensionsrückstellungen Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 224,8 Mio. € gesunken. Das ist ein Rückgang um 4,3 Prozent auf 5,03 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sanken um 900,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 1,81 Mrd. €. Der Grund dafür sind höhere Diskontierungszinssätze und die Einzahlung in Höhe von 250 Mio. € in das Pensionstreuhandvermögen (CTA) für die Pensionsverpflichtungen der Wacker Chemie AG. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 1,24 Prozent (31. Dezember 2020: 0,70 Prozent) und in den USA 2,66 Prozent (31. Dezember 2020: 2,29 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Altersteilzeit. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 196,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 162,5 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 761,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 424,2 Mio. €). Hohe Rohstoff- und Energiepreise und längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 80,8 Prozent auf 577,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 319,3 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgsabhängige Vergütung für das Jahr 2021 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht die Verbindlichkeiten. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 155,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 46,7 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten nahezu konstant Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag um 31,3 Mio. € auf 1,44 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,41 Mrd. €) gestiegen. Auf Grund von Fälligkeiten im Jahr 2022 wurden rund 250 Mio. EUR in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten leicht reduziert. Die Finanzierungsverbindlichkeiten valutieren im Wesentlichen auf Euro und us-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst. WACKER weist zum 31. Dezember 2021 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 153,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 122,8 Mio. €) aus. Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 13 im Konzernanhang. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Neue Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2021 WACKER hat im Vorjahr mehrere langfristige Darlehen abgeschlossen und die Finanzplanung langfristig aufgestellt. Die Darlehen haben Laufzeiten von vier bis sechs Jahren. Dabei erfolgten die Ziehungen zum Teil im Jahr 2021, zum Teil erfolgen sie in 2022. Im Dezember 2021 wurde ein auslaufender Konsortialkredit in Höhe von 200 Mio. € durch einen neu abgeschlossenen Konsortialkredit in gleicher Höhe ersetzt. Der neu abgeschlossene Kredit dient als Kreditlinie und hat eine Laufzeit bis 2026. Finanzierungsanalyse Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Netto-Cashflow Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2021 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 760,8 Mio. € (2020: 697,7 Mio. €). B.31 Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere). B.32 Netto-Cashflow in Mio. €
Brutto-Cashflow Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 1,06 Mrd. € (2020: 873,7 Mio. €). Das Jahresergebnis von 827,8 Mio. € (2020: 202,3 Mio. €) verbesserte den Brutto-Cashflow deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Die Veränderungen des Working Capital betrug -53,7 Mio. € (2020: 100,0 Mio. €). Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 404,2 Mio. € (2020: 403,5 Mio. €) erhöhen den operativen Cashflow. Die Einzahlung in das Pensionstreuhandvermögen in Höhe von 250 Mio. € sowie die im Jahr 2021 geflossenen Abfindungen aus dem Effizienzprogramm "Zukunft gestalten" von 44,6 Mio. € wirkten sich negativ auf den Brutto-Cashflow aus. B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) in Mio. €
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2021 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -321,3 Mio. € über dem Vorjahresniveau (2020: -226,5 Mio. €). Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Inland getätigt. Aus der Rückzahlung einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte Unternehmen Dow Siloxane (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Zahlung in Höhe von 46,8 Mio. €. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2021 auf -303,6 Mio. € (2020: -176,0 Mio. €). B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren in Mio. €
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf -153,9 Mio. € (2020: 117,1 Mio. €). Er zeigt die Netto-Rückzahlung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von -12,1 Mio. € (2020: 177,1 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von -99,4 Mio. € führte im 2. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,4 Mio. € (2020: -31,8 Mio. €). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 926,6 Mio. € (2020: 626,0 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang- und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 1,34 Mrd. € auf 1,98 Mrd. € gestiegen. WACKER weist Nettofinanzvermögen aus Die Kennzahl Nettofinanzschulden beziehungsweise Nettofinanzvermögen definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Das Nettofinanzvermögen belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 546,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 67,5 Mio. € Nettofinanzschulden). B.35 Nettofinanzvermögen/Nettofinanzschulden in Mio. €
Das Nettofinanzvermögen ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus dem operativen Geschäft zurückzuführen. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 900 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. Rating WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur GewinnverwendungDie Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2021 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.734,9 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 8,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2021 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 397,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2021 ergibt sich eine Dividendenrendite von 6,0 Prozent. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand WACKER hat das Jahr 2021 mit neuen Bestwerten bei Umsatz, Ergebnis und Netto-Cashflow abgeschlossen. Zum kräftigen Umsatzplus des vergangenen Jahres haben alle unsere Geschäftsbereiche beigetragen. In den meisten unserer Abnehmerbranchen war die Nachfrage das gesamte Jahr hindurch anhaltend hoch. Gleichzeitig haben wir für unsere Produkte deutlich bessere Preise als 2020 erzielt. Das hat auch dazu beigetragen, dass wir die zum Teil stark gestiegenen Rohstoffpreise kompensieren konnten. In unserem Chemiegeschäft verzeichneten alle Bereiche beim Umsatz zweistellige Wachstumsraten. Besonders kräftig fiel das Plus im Geschäft mit Polysilicium aus. WACKER POLYSILICON hat 2021 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Das EBITDA der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich 2021 unterschiedlich entwickelt. In den Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und WACKER SILICONES ist das EBITDA im Jahresvergleich kräftig gewachsen. Auch WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnet ein leichtes Plus. Dagegen ging das EBITDA von WACKER POLYMERS wegen stark gestiegener Rohstoffpreise etwas zurück. Kosteneinsparungen aus den laufenden Effizienzprogrammen des Unternehmens haben das EBITDA in allen Geschäftsbereichen positiv beeinflusst. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Der Personalaufwand ist absolut gestiegen, im Verhältnis zum Umsatz aber zurückgegangen. Die Herstellungskosten sind im Verhältnis zum Umsatz zwar gesunken, absolut betrachtet haben höhere Rohstoff- und Energiekosten die Herstellungskosten jedoch deutlich ansteigen lassen. Die Abschreibungen liegen auf dem Niveau des Vorjahres und sind damit im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger. Das Konzerneigenkapital ist mit 3,10 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 1.408,6 Mio. € gestiegen. Wesentlich dafür verantwortlich sind der höhere Jahresüberschuss sowie die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 24,3 Prozent auf 38,1 Prozent erhöht. Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen und WACKER weist zum Ende des Jahres 2021 ein Nettofinanzvermögen aus. Die Hauptursache dafür ist der hohe Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Das Nettofinanzvermögen beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf -546,5 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Mit 343,8 Mio. € lagen sie aber weiterhin unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow ist mit 760,8 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Trotz der nach wie vor bestehenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat WACKER im Geschäftsjahr 2021 sehr gute Ergebnisse erzielt. Die hohe Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen unterstreicht die ausgezeichneten Wachstumspotenziale unseres Geschäftsportfolios. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und MarketingForschung und Entwicklung Mit seiner Forschung und Entwicklung (F & E) verfolgt WACKER drei Ziele:
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 2,6 Prozent (2020: 3,3 Prozent) unter dem Vorjahr. B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2021 haben wir 77 Erfindungen zum Patent angemeldet (2020: 91). Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" haben wir gemeinsam mit den operativen Bereichen das Patentportfolio bereinigt. Es umfasst nun weltweit rund 3.600 aktive Patente sowie rund 1.200 laufende Patentanmeldungen. Know-how von Dritten lizenzieren wir lediglich in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen tragen wir dafür Sorge, dass uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich sind. Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen F & E-Kompetenzzentren haben wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage mit einer neuen Technologie zur Herstellung von Siliconharzen errichtet. B.37 Investitionen in F & E-Einrichtungen in Mio. €
Ein Großteil der F & E-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energie, Elektronik, Automobil, Medizin, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir auf effizienten Energieeinsatz, Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie. B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen in %
Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen, Elektromobilität, Leichtbau, stofflicher Verwendung von CO 2 , künstlicher Intelligenz und Biotechnologie. Einige Projektbeispiele:
Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung (F & E) sowie dezentral in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität, Technologieposition und Nachhaltigkeitsbeitrag systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern. Forschungsarbeit bei WACKER In der F & E waren im Jahr 2021 konzernweit 762 Mitarbeiter beschäftigt (2020: 752). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2020: 5,3 Prozent). Davon arbeiteten 594 Mitarbeiter bei der F & E in Deutschland und 168 im Ausland. Alexander Wacker Innovationspreis Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums, für Leistungen in der Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung. Das deutschchinesische Gewinnerteam des Jahres 2021 hat den Prozess für Vinylacetat-Ethylen(VAE)-Polymerdispersionen hinsichtlich Produktdurchsatz und Energieeinsatz verbessert. Die Forscher optimierten die Wärmeabfuhr und erhöhten damit die Nachhaltigkeit des VAE-Produktionsprozesses deutlich. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung Im Fokus unserer Zentralen Konzernforschung stehen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen, beispielsweise Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger Verfahren, um den CO 2 -Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern. Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die biotechnologische Forschung, bei der wir zunehmend automatisiert und digitalisiert arbeiten. Im Berichtszeitraum haben wir Mittel- und Hochdurchsatzsysteme für das Screening von Stammbibliotheken etabliert. In der Fermentation erfassen wir umfangreiche Prozessdaten, um Verfahren computergestützt zu simulieren und zu optimieren. In der Mikrobiologie setzen wir zwei Schwerpunkte: Einerseits entwickeln und verbessern wir Technologien zur Produktion von Proteinen und Nukleinsäuren (DNA, RNA) für die Pharmabranche. Zum anderen forschen wir an Produktionssystemen und technologischen Synergien für neue Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Unsere Grundlagenforschung setzt weiterhin einen Schwerpunkt auf die Chemie des niedervalenten Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie an der TUM. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen Bei unseren Kunden gewinnen Nachhaltigkeit und Abbaubarkeit von Stoffen weiter an Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen und München arbeiten an Siliconsystemen in Kombination mit nachhaltigen Materialien und abbaubaren organischen Bausteinen. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht WACKER SILICONES an Füllstoffen für Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Automobil- und Elektronikindustrie. Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums liegt auf Faserverbundstoffen für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare, elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Im Kompetenzzentrum Anyang, Südkorea, forschen wir an harzgefüllten, optisch klaren Siliconsystemen für Optical Bonding, um die Funktionalität von Bildschirmen weiter zu erhöhen. Wir arbeiten weiterhin an UV-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor, Michigan, USA, entwickeln wir Siliconsysteme zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung. Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen. Mit der Initiative Innovation Heroes fördern wir die Innovationskultur bei WACKER SILICONES. Die besten Ideen und Entwicklungen würdigen wir mit einer Auszeichnung und verfolgen sie in unserer Forschungsarbeit. In interdisziplinären HIT-Teams (High Innovation ImpacT) arbeiten wir mit Innovationsmethoden wie Design Thinking, um Kundenbedürfnisse zu erkennen und gezielt Lösungen zu entwickeln. Im Berichtsjahr haben die HIT-Teams Schwerpunkte auf die Themen Hygiene und Pandemie gesetzt. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf nachhaltige, funktionelle polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen. Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen. Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts "ChangeLab! WACKER/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction" richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten. Wir vernetzen die Stufen der Bauwertschöpfungskette mit der Forschung, indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte Konstruktionen fördern. » https://changelab.exchange WACKER BIOSOLUTIONS stärkt seine biotechnologischen Kompetenzen für die Märkte Biopharma und Nahrungsmittel. Unsere Proteinproduktionsplattform ESETEC® haben wir im Berichtszeitraum weiterentwickelt und die Versorgung mit schwierig zugänglichen Pharmaproteinen über alle Entwicklungsstufen optimiert. Wir entwickeln effiziente Produktionsprozesse für Plasmid-DNA (pDNA). Das Team an unserem neuen Standort San Diego, Kalifornien, USA, ist erfahren in der Herstellung von pDNA nach den Qualitätsrichtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP). Am Standort Amsterdam können wir für Pharmakunden mRNA-basierte Wirkstoffe gemäß GMP produzieren. Weiter optimiert haben wir unsere LIBATEC®-Technologie zur Produktion von Lebendbakterien als pharmazeutisch aktiven Wirkstoffen. Im Bereich Nahrungsmittel entwickeln wir fermentative Verfahren zur Produktion hochwertiger, biobasierter Inhaltsstoffe für die Lebensmittelindustrie. Bei Zellkulturfleisch ("Clean Meat") sehen wir uns als Zulieferer für hochwertige Medienkomponenten und arbeiten mit Partnern an Produktionstechnologien. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter. WACKER POLYSILICON hat im Berichtsjahr das Projekt Quality LeaP (Quality Leadership in Polysilicon) initiiert, um bei weiter steigenden Reinheitsanforderungen der Kunden seine Qualitätsführerschaft auszubauen. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, beispielsweise Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Wir sind Mitglied der Initiative Ultra Low-Carbon Solar Alliance (ULCSA), die sich für den Einsatz von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO 2-Fußabdruck engagiert. » https://ultralowcarbonsolar.org/ Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2021 um 0,9 Prozent erhöht. In Deutschland arbeiten 69,5 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 30,5 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hatte sich das Unternehmen im Jahr 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Umgesetzt wird der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind in Deutschland ausgeschlossen. WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (48,5 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1 Prozent). B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
B.40 Personalaufwand
Der Personalaufwand lag mit 1.475,1 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2020: 1.329,4 Mio. €). Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 319,9 Mio. € (2020: 288,7 Mio. €). Die Pflegezusatzversicherung Care-Flex Chemie, die von dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) eingeführt wurde, gilt seit Juli 2021 für die tariflichen Beschäftigten der deutschen Standorte der Wacker Chemie AG. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet WACKER eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse hat rund 18.200 Mitglieder und leistet an rund 9.100 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug im Berichtsjahr 691 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. WACKER will die betriebliche Altersversorgung für künftige Pensionsansprüche reformieren und zukunftssicher, attraktiv und flexibler gestalten. Gleichzeitig soll das Unternehmen im Niedrigzinsumfeld entlastet werden. Das Unternehmen führt dazu Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen haben sich im Berichtsjahr auf ein Eckpunktepapier geeinigt, mit dem für bestehende Mitarbeiter bisherige Tarife und erworbene Ansprüche erhalten bleiben. Das Modell der lebenslangen Rente soll es für diesen Mitarbeiterkreis weiterhin geben, künftig mit zusätzlichen Optionen zur Auszahlung je nach individueller Lebenssituation. Für neu ins Unternehmen eintretende Mitarbeiter soll die betriebliche Altersvorsorge künftig im Wege einer attraktiven Direktzusage auf Kapitalbasis mit gleichzeitig hoher Risikoabsicherung im Notfall durchgeführt werden. Dieser Neutarif soll auch den Beschäftigten aus bestehenden Tarifen zu einem freiwilligen Wechsel offenstehen. Zur teilweisen Finanzierung der von WACKER über Direktzusagen eingegangenen Pensionszusagen hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 eine Einzahlung in eine Treuhandgesellschaft in Höhe von rund 250 Mio. € getätigt. Dabei geht es um diejenigen Firmenleistungen, die über die Grundversorgung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG hinausgehen. Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft) Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2021 auf 3,9 Mrd. € (2020: 2,8 Mrd. €) gewachsen. Die wichtigsten Gründe dafür sind die deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, aber auch die gestiegenen Mengen. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 62 Prozent annähernd auf dem Vorjahresniveau (2020: 61 Prozent). Die Zahl der Lieferanten lag im Zuge der fortlaufenden Konsolidierung mit ca. 10.000 rund zehn Prozent unter dem Vorjahr. Das Beschaffungsvolumen für Energie, Rohstoffe und Packmittel liegt mit 2,5 Mrd. € (2020: 1,8 Mrd. €) knapp 40 Prozent über dem Vorjahr. Der Großteil dieses Anstiegs ist auf höhere Rohstoffpreise zurückzuführen, der Rest entfällt auf höhere Mengen. B.41 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)
Produktion (Kapitel ungeprüft) Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken. B.42 Produktionsauslastung 2021
Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Investitionen 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio. €. B.43 Wichtige Inbetriebnahmen
Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms Mit dem kontinuierlichen Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2021 haben wir rund 1.000 Verbesserungsprojekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten. Schwerpunkte der Verbesserungsmaßnahmen waren 2021 auf Grund der hohen Auslastung der Anlagen Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung. Zusätzlicher Fokus lag auf Maßnahmen, die spezifischen Energieverbräuche im Rahmen der Nachhaltigkeit zu verringern. Die WOS-Academy entwickelte im Jahr 2021 auf Grund der Corona-Pandemie mehrere neue Online-Schulungen und konnte in zehn Schulungen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verbesserungsmethoden wie Six Sigma und LEAN trainieren. Vertrieb und Marketing (Kapitel ungeprüft) WACKER verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 in allen Geschäftsbereichen einen deutlichen Umsatzanstieg. Hohe Absatzmengen und bessere Preise sind wesentlich dafür verantwortlich. Den größten prozentualen Zuwachs erzielte der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, der seinen Umsatz fast verdoppeln konnte. Die drei Geschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS konnten im Umsatz jeweils prozentual im zweistelligen Bereich zulegen. Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 40 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2021 rund 26 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2021 haben wir dafür 5,7 Mio. € (2020: 7,5 Mio. €) ausgegeben. Die Zahl der Messen lag bei 48 (2020: 32). Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Lagebericht der Wacker Chemie AG(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 48 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB. B.44 Gewinn- und Verlustrechnung
1 EBITDA ist das Betriebsergebnis vor
Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.
Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Ertragslage der Wacker Chemie AG entwickelte sich im Geschäftsjahr 2021 positiv. Sie war geprägt durch einen deutlichen Anstieg der Gesamtleistung und des Betriebsergebnisses. Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresüberschuss von 635,7 Mio. € (Vorjahr Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €) aus. Das ist ein Anstieg um 737,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen deutlichen Anstieg von 34 Prozent auf 4,81 Mrd. € (2020: 3,58 Mrd. €). Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,95 Mrd. € Umsatz einen Anstieg um 15 Prozent (2020: 1,70 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wuchs auf 1,0 Mrd. € (2020: 780,1 Mio. €). Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich der Umsatz um 10,3 Mio. € auf 155,9 Mio. € (2020: 145,6 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 ein deutliches Umsatzwachstum von 93 Prozent auf 1,53 Mrd. € (2020: 794,2 Mio. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich insgesamt um 1,39 Mrd. € auf 4,94 Mrd. €. Der Materialaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 um 521,9 Mio. € auf 2,34 Mrd. € (2020: 1,82 Mrd. €). Dabei stiegen insbesondere die Aufwendungen aus dem Bezug von strategischen Rohstoffen. Vor allem wirkten sich die höheren Preise und Mengen bei Vinylacetatmonomer negativ auf das Ergebnis aus. Die Preise für Methanol, Ethylen und Essigsäure stiegen ebenfalls an. Auch die Aufwendungen für Energie erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Die Materialeinsatzquote betrug im Geschäftsjahr 2021 47,4 Prozent (2020: 51,3 Prozent). Der Personalaufwand erhöhte sich leicht um ein Prozent auf 1,08 Mrd. € (2020: 1,07 Mrd. €). Für diesen Anstieg sind neben den tariflichen Lohn- und Gehaltserhöhungen insbesondere die höheren variablen Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2022 ausgezahlt werden, verantwortlich. Im Vorjahr waren im Personalaufwand zusätzlich Sonderaufwendungen zur finanziellen Absicherung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG und für das Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" enthalten. Zum Jahresende 2021 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.724 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2020: 9.823). Die Personalaufwandsquote sank auf 21,9 Prozent (2020: 30,1 Prozent). Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 149,9 Mio. € (2020: 169,6 Mio. €). Das ist ein Minus von zwölf Prozent. Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, belief sich mit -541,5 Mio. € (2020: -539,3 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten stiegen im Geschäftsjahr 2021 leicht an. Im Vorjahr waren Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten" in Höhe von 48,9 Mio. € enthalten. Das Währungsergebnis verringerte sich um 52,6 Mio. € auf -25,5 Mio. € (2020: 27,1 Mio. €). Das Betriebsergebnis betrug 822,6 Mio. € und übertraf damit deutlich den Vorjahreswert von -49,5 Mio. €. Die im Geschäftsjahr 2021 höheren Umsätze sind die Hauptursache für diesen Anstieg. Das Beteiligungsergebnis enthält im Wesentlichen Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 99,2 Mio. € über dem Vorjahreswert von 63,8 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2021 wurden höhere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet. Gegenläufig verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG. Zudem erfolgten Zuschreibungen der Anteile an der WACKER Química do Brasil Ltda., Jandira - São Paulo, Brasilien, und der Anteile an der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur, in Höhe von insgesamt 24,0 Mio. €. Das Zinsergebnis verringerte sich auf -105,1 Mio. € (2020: -92,4 Mio. €). Vor allem der auf 93,8 Mio. € (2020: 85,4 Mio. €) gestiegene Zinsaufwand für die Pensionsverpflichtungen ist für diesen Anstieg verantwortlich. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt 202,5 Mio. € (Vorjahr -8,2 Mio. €). Die Steuerquote beläuft sich auf 24,9 Prozent. Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresüberschuss von 635,7 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2021 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 99,4 Mio. € auf insgesamt 1,73 Mrd. € (2020: 1,20 Mrd. €). Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent angestiegen und beläuft sich auf 6,99 Mrd. € (31. Dezember 2020: 6,04 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte. B.45 Bilanz
Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2021 mit 3,96 Mrd. € über dem Vorjahr (2020: 3,65 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, da die Investitionen in Höhe von 183,1 Mio. € (31. Dezember 2020: 155,3 Mio. €) die Abschreibungen in Höhe von 146,6 Mio. € (31. Dezember 2020: 164,0 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich ebenfalls, von 2,67 Mrd. € auf 2,94 Mrd. €. Im Geschäftsjahr 2021 wurden langfristige Wertpapiere in Höhe von 113,8 Mio. € sowie Anteile an einem geschlossenen Wertpapierfonds mit einem Anlagevolumen in Höhe von 200,0 Mio. € erworben. Gegenläufig wirkte die planmäßige Tilgung einer an die Dow Siloxane (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Mit Wirkung zum 01. Januar 2021 wurden sieben Vorratsgesellschaften auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Das sich daraus ergebende Verschmelzungsergebnis war von untergeordneter Bedeutung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 57 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 61 Prozent. Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Er belief sich auf 663,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 562,6 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf erhöhte Rohstoffkosten zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 26 Prozent von 346,8 Mio. € auf 438,6 Mio. €. Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei 391,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 322,5 Mio. €). Das ist ein Anstieg um 21 Prozent. Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 291,0 Mio. € (31. Dezember 2020: 246,8 Mio. €). Zum 31. Dezember 2021 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 712,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 680,6 Mio. €) mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 770,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 463,4 Mio. €). Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 3,14 Mrd. € (31. Dezember 2020: 2,60 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 44,9 Prozent (31. Dezember 2020: 43,2 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.099,2 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2021 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2021 in Höhe von 635,7 Mio. € und dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.734,9 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 151,5 Mio. € auf 828,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 980,0 Mio. €). Im Dezember 2021 wurde ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement mit Deckungsvermögen in Höhe von 250 Mio. € dotiert und mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Gegenläufig wirkten der gesunkene Diskontierungszins und weitere Zuführungen. Die anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 und betrugen 568,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 473,0 Mio. €). Grund für diesen Anstieg in Höhe von 95,2 Mio. € waren insbesondere die Steuerrückstellungen und Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 20 Prozent aus (31. Dezember 2020: 24 Prozent). Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.632,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.507,3 Mio. €). Das ist ein Anstieg von acht Prozent. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 1.054,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.057,5 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 127,4 Mio. € an und beliefen sich auf 571,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 444,4 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 23 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2020: 25 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen auf Grund der stark gestiegenen Bezugspreise für Rohstoffe um 182,2 Mio. € auf 446,4 Mio. € (31. Dezember 2020: 264,2 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 361,4 Mio. € (31. Dezember 2020: 189,1 Mio. €). Verantwortlich für den Anstieg sind im Wesentlichen die erhaltenen Anzahlungen aus Lieferverträgen insbesondere für Polysilicium. Sie stiegen um 91,7 Mio. € auf 203,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 112,0 Mio. €). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 15,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 17,5 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr von 351,9 Mio. € auf 702,6 Mio. € gesteigert werden. Zum großen Teil ist dies auf das höhere Jahresergebnis zurückzuführen. Die Einzahlung in Höhe von 250 Mio. € in ein Contractual Trust Arrangement zur teilweisen Finanzierung der Pensionsverpflichtungen als Deckungsvermögen wirkte sich negativ auf den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit aus. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG beträgt -453,4 Mio. € (2020: -703,2 Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 348,8 Mio. € investiert (2020: 589,4 Mio. €). Davon wurden 200 Mio. € zur Auflage eines geschlossenen Fonds verwendet. Mittelzuflüsse ergaben sich aus der vollständigen Rückführung eines Darlehens, das an die Dow Siloxane (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde. Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder) verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 598,0 Mio. € (2020: 222,8 Mio. €). Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 57,9 Mio. € (2020: 475,3 Mio. €). Aus der konzerninternen Finanzierung ergab sich ein Mittelzufluss von 161,1 Mio. € (2020: 210,6 Mio. €). Dieser resultiert im Wesentlichen aus dem bestehenden Cashpooling mit den US-amerikanischen Tochtergesellschaften. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -99,4 Mio. €. Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere, des WMM Universal Fonds sowie des Kassen- und Bankguthabens, ist zum 31. Dezember 2021 auf 1.799,2 Mio. € angestiegen. Im Vorjahr belief sich die Liquidität auf 1.144,0 Mio. €. Die Nettofinanzforderungen, definiert als Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten, erhöhten sich in der Folge auf 744,7 Mio. €. Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von 86,5 Mio. €. Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. » Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die WACKER Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem". AusblickDie wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2022 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,15. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Die wirtschaftlichen Risiken für das Geschäftsjahr 2022 bleiben bestehen. Beeinflusst wird die globale Entwicklung weiterhin dadurch, inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Für die Wacker Chemie AG gehen wir derzeit davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich ansteigen wird. Das Jahresergebnis soll leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. VeröffentlichungDer von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. RisikoberichtBeschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Beschäftigte, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert. Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell. » Siehe Grafik B.46 auf Seite 87 B.46 "Three Lines of Defense"-Modell
Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten. Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Beschäftigten durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu minimieren. Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Beschäftigten sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe prüferische Durchsichten beziehungsweise Prüfungen zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. B.47 Risikomanagementsystem
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren. Risikosteuerung WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand. Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
Risikoidentifikation Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem die Beobachtung der Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie die laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds. B.48 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)
Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab. Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für deren systematische Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern. Compliance-Management WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Beschäftigten für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Beschäftigten angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Beschäftigten haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität. Im Einklang mit den Vorgaben der Europäischen Union haben wir im Geschäftsjahr 2021 konzernweit ein Hinweisgebersystem eingeführt. Es ermöglicht den Beschäftigten und den Geschäftspartnern von WACKER, etwaige Regel- und Gesetzesverstöße dem Unternehmen vertraulich, anonym und direkt zu melden. Verantwortlich für die Umsetzung des Compliance-Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Beschäftigten auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Beschäftigten und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2021 nicht identifiziert. Konzernrevision Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben. Audits Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat. Zentrale Risikofelder Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:
Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2022. Gesamtwirtschaftliche Risiken Szenario: Konjunktur schwächt sich ab. Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen. B.49 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2022
Einschätzung und Risikobewertung: Nach der scharfen Rezession im Jahr 2020 auf Grund der Corona-Pandemie ist die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr wieder deutlich gewachsen. Wirtschaftsforscher erwarten, dass sich dieser Trend im Jahr 2022 weiter fortsetzen wird. Sie sehen aber pandemiebedingt nach wie vor erhebliche Risiken für die Konjunktur, insbesondere aus möglicherweise neuen Virusvarianten und den zum Teil unzureichenden Fortschritten bei der Impfung. Hinzu kommen Bremswirkungen aus den weltweit bestehenden Engpässen bei einzelnen Produktgruppen - etwa in der Chipindustrie - sowie in der Logistik. Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft wesentlich schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER. Absatzmarktrisiken Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen. Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft, können wir aber nur teilweise aussteuern. Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass im Jahr 2022 das Risiko von Überkapazitäten für unsere Produkte insbesondere im ersten Halbjahr gering sein wird. In den Chemiebereichen ist die Kundennachfrage anhaltend hoch, ebenso die Preise für unsere Produkte. Anzeichen für eine Abschwächung sind für uns gegenwärtig nicht erkennbar. Allerdings entwickelt sich die Corona-Pandemie weltweit nach wie vor sehr dynamisch. Wie sich das Infektionsgeschehen auf die für WACKER relevanten Abnehmerbranchen und Regionen auswirken wird, können wir vor allem für die zweite Hälfte des Jahres 2022 nicht verlässlich prognostizieren. Insgesamt halten wir die Wahrscheinlichkeit für gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. In unseren Prognosen gehen wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2022 weiter unter Kontrolle gebracht werden kann. Sollte das nicht gelingen, liegen die etwaigen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich. Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden. Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen. Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten. Einschätzung und Risikobewertung: Die Preise für Solarsilicium sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und liegen aktuell nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Nachfrage nach unserem qualitativ besonders hochwertigen Polysilicium ist sowohl in der Halbleiter- als auch in der Solarindustrie weiterhin stark. Allerdings wird sich der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie im Jahr 2022 aller Voraussicht nach fortsetzen. Gleichzeitig haben Wettbewerber angekündigt, neue Kapazitäten auf den Markt bringen zu wollen. Beides könnte dazu führen, dass die Preise für Polysilicium im Laufe des Jahres 2022 wieder unter Druck geraten. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein. Beschaffungsmarktrisiken Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Entfall wesentlicher Entlastungsregelungen für die stromintensive Industrie. Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben. Maßnahmen: Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Einkauf und den Geschäftsbereichen versuchen wir sicherzustellen, dass Mehrkosten im Einkauf möglichst weitgehend an die Kunden weitergegeben werden, so dass die Marge von WACKER stabil bleibt. Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten. In der Energiebeschaffung versuchen wir, möglichst alle Regelungen für Entlastungen zu nutzen. Außerdem setzt sich WACKER für die Einführung eines europäischen Industriestrompreises ein. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Bei den Stromkosten werden gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen. Bereits im Jahr 2021 sind die Rohstoff- und Energiepreise deutlich angestiegen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich diese Entwicklung 2022 fortsetzen wird. Dabei erwarten wir jedoch, dass wir die Verkaufspreise für unsere Produkte entsprechend anheben können. Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Da aber zwischen den Veränderungen unserer Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie und den Anpassungen der Verkaufspreise für unsere Produkte stets ein zeitlicher Versatz besteht, kann es zeitweise auch zu großen Ergebnisauswirkungen kommen. Investitionsrisiken Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen. Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2022 deutlich steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich. Das Risiko für unsere Bilanz aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. In Summe betrachtet schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Investitionsrisiken als möglich ein. Die möglichen Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage im Eintrittsfall sehen wir im mittleren Bereich. Produktions- und Umweltrisiken Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen. Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen. Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Finanzwirtschaftliche Risiken WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Kreditrisiko Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER. Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel mit Banken, die ein Mindestrating haben. Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich. Währungs- und Zinsrisiken Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen. Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden. Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft und ist in internen Anweisungen geregelt. Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2022 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Liquiditätsrisiko Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten. Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte. Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet. Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 1,98 Mrd. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 900 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen. Pensionen Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld). Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus. Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert. Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an. Auf Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Pensionskasse ihren aktuellen Tarif AVB 2013 zum Ende des Jahres 2021 für Neueintritte geschlossen. Ab dem Jahr 2022 will WACKER seinen Beschäftigten, die in Deutschland neu ins Unternehmen eintreten, eine betriebliche Altersversorgung nur noch in Form von Direktzusagen auf Kapitalbasis anbieten. Abgesichert werden sollen diese über ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement (CTA), eine Treuhandgesellschaft, die die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens finanziert. Beschäftigten in den bisherigen Tarifen soll der Neutarif zu einem freiwilligen Wechsel offenstehen. Ihnen will WACKER außerdem eine freiwillige Kapitaloption anbieten, mit der statt einer lebenslangen Rente auch eine Einmal- oder Ratenzahlung gewählt werden kann. Mit den Arbeitnehmervertretungen hat sich das Unternehmen zu diesem Konzept im Jahr 2021 bereits auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Die Verhandlungen zum Abschluss einer entsprechenden Betriebsvereinbarung laufen gegenwärtig. Aus der Umsetzung dieser Maßnahmen erwartet sich WACKER eine Verringerung der Pensionsrückstellungen, was wiederum die Bilanz entlasten würde. Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Beschäftigten werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Mit den oben beschriebenen Maßnahmen zur Reformierung unserer betrieblichen Altersversorgung steuern wir den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere Bilanz entgegen. Für das Jahr 2022 gehen wir nicht davon aus, dass Sonderzahlungen in die Pensionskasse erforderlich sein werden. Auf absehbare Zeit werden aber weiterhin die bislang bestehenden Tarife das Pensionssystem von WACKER dominieren. Wir halten deshalb die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass in den nächsten Jahren weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. Rechtliche Risiken Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können. Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können. Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf externe Rechtsexperten zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und Schutzrechte Dritter behindern könnten. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Beschäftigten verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen. Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Regulatorische Risiken Energiewende in Deutschland Szenario: Im Zuge der Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende), um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes zu erreichen, wird der Regulierungsrahmen voraussichtlich durch massive und wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein. Neben dem Stromsektor als der zukünftig wichtigsten Säule der Energieversorgung wird das auch die Erdgasversorgung und die Wasserstoffwirtschaft betreffen. Wesentliche Änderungen erwarten wir im Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, bei den Netzentgeltverordnungen einschließlich individueller Netzentgelte sowie bei den Regelungen zum nationalen und europäischen Emissionshandel. Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden, zusätzlicher Aufwand zur Erfüllung neuer administrativer Anforderungen. Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement). Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei den reduzierten Netzentgelten und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist. Seit 2021 greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union. Das kann zu höheren Preisen und zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2022 zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen. Handelsbeschränkungen Polysilicium Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre zu verlängern. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens- , Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen. Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (us-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den USA) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden 2022 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können. Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählte ausdrücklich auch Polysilicium für Solaranwendungen. Allerdings hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA nicht aufgehoben und WACKER konnte dadurch sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Ob die USA und China ein Nachfolgeabkommen zu ihrer Phase-1-Vereinbarung verhandeln werden, ist derzeit nicht klar. Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen auf unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2022 wären dann wahrscheinlich groß. Neue Regelungen für Produktionsverfahren, Produkte und ihre Verwendungen Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden. Zusätzliche gesetzliche Regelungen in Einzelstaaten erfordern einen höheren Aufwand für notwendige Registrierungen. Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern, zusätzliche Kosten für notwendige Prüfungen und Registrierungen. Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst. Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER im Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen. IT-Risiken Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Reputationsschaden, Know-how-Verlust. Maßnahmen: WACKER überprüft fortlaufend die eingesetzten Informationstechnologien und investiert kontinuierlich in den Schutz der IT-Systeme und Anwendungen, um die Funktion und Stabilität der IT-gestützten Geschäftsprozesse sicherzustellen. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Grundlegend für eine - wo notwendig - hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist unter anderem ein solider Backup- und Recovery-Prozess. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe (IT-Service Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik. Sie stellt sicher, dass Projektergebnisse und mögliche Änderungen an IT-Services nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt technische und organisatorische Gegenmaßnahmen ein. Unser Cyber Defence Center (CDC) überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer IT-Landschaft und unserer -Anwendungen. Werden dabei Defizite festgestellt, so veranlasst das CDC, dass diese zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip. Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Team von Sicherheitsexperten etabliert, das Risiken für unsere Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten und Systemen durch organisatorische und technische Maßnahmen entgegenwirkt. Veranstaltungen und Schulungen zur Informationssicherheit sorgen für die notwendige Sensibilität bei den Beschäftigten. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests, Audits und Assessments im In- und Ausland durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend, um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen. Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auch im Jahr 2021 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme und unsere Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen und Ausfällen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Personalrisiken Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen. Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs. Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Beschäftigten in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt. Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2022 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig. Externe Risiken Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg. Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen. Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Beschäftigten und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Ihre Auswirkungen sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben auch im Jahr 2021 die Wirtschaft und insbesondere die Lieferketten beeinträchtigt. In vielen Ländern sind die Infektionszahlen im Herbst und Winter des vergangenen Jahres erneut sprunghaft angestiegen. Bislang ist es uns dank unserer detaillierten Maßnahmenpläne zwar gut gelungen, die Auswirkungen von Corona auf das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen. Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns haben. Je nach dem, wie sich die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine weiterentwickeln, könnten mögliche Unterbrechungen in unserer Energie- und Rohstoffversorgung negative Auswirkungen auf die Produktion haben. Chancenbericht Chancenmanagementsystem Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung). Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschied Iiche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliche Chancen Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER. Branchenspezifische Chancen Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen. WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit den 2018 bzw. 2021 erworbenen Standorten in Amsterdam und San Diego hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien bzw. der Herstellung von Plasmid-DNA eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Wachstumschancen für unser Polysiliciumgeschäft ergeben sich in erster Linie aus der starken Nachfrage nach Halbleitern sowie nach monokristallinen Solarzellen mit besonders hohem Wirkungsgrad. Für immer leistungsfähigere Halbleiter ist Polysilicium von gleichbleibend ausgezeichneter Qualität, wie wir es liefern, eine essenzielle Voraussetzung. Bereits heute basiert fast jeder zweite Computerchip weltweit auf Polysilicium von WACKER. In der Photovoltaik geht der Trend immer stärker hin zu monokristallinen Solarzellen. Um größtmögliche Wirkungsgrade zu erzielen, ist monokristallines Silicium von besonders hoher Reinheit erforderlich (sogenanntes n-type mono). WACKER ist in diesem Segment nach eigener Einschätzung der weltweit führende Anbieter. Um die Chancen zu nutzen, die sich aus diesen Trends ergeben, setzt der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON seinen strategischen Fokus konsequent auf die Produktion von Polysilicium höchstmöglicher Qualität. Unternehmensstrategische Chancen Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren wir uns darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte, insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden im Jahr 2022 deutlich steigen. Im Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte. An unserem Standort Nünchritz errichten wir derzeit eine neue Fertigungslinie für silanterminierte Polymere, die unter anderem als Bindemittel für die Formulierung von hochwertigen Kleb- und Dichtstoffen zum Einsatz kommen. Ein weiteres Ausbauprojekt am Standort ist der Bau einer Alkoholyse-Lack-Anlage. Der Betrieb wird wichtige Vorprodukte für die Formulierung siliconbasierter Bautenschutzprodukte und Bindemittel für Fassadenfarben und Industriebeschichtungen liefern. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing. Leistungswirtschaftliche Chancen WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "WACKER Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft wird sich 2022 weiter erholen. Konjunkturforscher gehen jedoch davon aus, dass sich das Wachstum verlangsamen wird. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet 2022 mit 4,5 Prozent Wachstum, das sich 2023 auf 3,2 Prozent weiter abschwächen wird. Die OECD hat ihre Prognose auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie den Angebotsengpässen in wichtigen Wirtschaftszweigen unter Vorbehalt gestellt. Auch der Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Konjunkturforscher haben ihre Prognose zuletzt nach unten korrigiert. Sie gehen davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 um 4,4 Prozent steigen wird. Dabei belasten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie die Länder in unterschiedlichem Maße. Neben der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie bereiten den Konjunkturforschern die rapide steigende Schuldenlast aller Länder als Folge von Konjunkturprogrammen und die hohe Inflation Sorgen. Zusätzlich könnten geopolitische Krisen wie etwa in der Ukraine das Wirtschaftswachstum bremsen. B.50 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2022 in %
Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird auch im Jahr 2022 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang des Impf- und Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Dazu kommen Risiken auf Grund der andauernden Materialknappheit in vielen Industrien. Aus unserer Sicht werden sich die für uns bedeutenden Branchen dennoch positiv entwickeln. Aufschwung in der chemischen Industrie setzt sich im Jahr 2022 fort Nachdem die chemische Industrie im Jahr 2021 bereits kräftig gewachsen ist, soll sich der Aufschwung 2022 fortsetzen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erwartet für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ein Produktionsplus von zwei Prozent und einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent. Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die Corona-Pandemie bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER Risiken. Die Stärke unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir gehen davon aus, dass WACKER auch 2022 in allen Kernmärkten weiterwachsen wird. Dies gilt besonders für Anwendungen in der Pharmaindustrie und in der Medizintechnik sowie bei der Erzeugung von Etiketten. Hier profitieren wir vom wachsenden Versandhandel. Hochreine Silane und Säuren liefern wir an die elektronische Industrie. Hier führen der Ausbau des Mobilfunkstandards 5G sowie das autonome Fahren zu einer starken Nachfragesteigerung. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich für uns in allen Regionen Wachstumschancen durch Innovationen entlang der aktuellen Megatrends, wie zum Beispiel der fortschreitenden Digitalisierung. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze voraussichtlich weiter erhöhen werden. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden. Ein Teil unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt. Bauindustrie wächst weiter Das weltweite Bauvolumen wird nach Prognosen des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH mittelfristig weiterwachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen bis 2024 jährlich um 2,8 Prozent zulegen. Dabei werden die Bauinvestitionen in Asien und in Nordamerika voraussichtlich etwas stärker wachsen als in den restlichen Regionen. B.51 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2022 - 2024 in %
Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2022 eine positive Entwicklung, getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen Programme von Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal oder Chinas Pläne, bis zum Jahr 2060 Klimaneutralität zu erreichen, werden der Bauwirtschaft in den kommenden Jahren voraussichtlich zusätzliche positive Impulse geben. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen. Das gilt auch für silanbasierte Zementzusätze. Sie ermöglichen Energieeinsparungen bei der Herstellung, bieten eine verbesserte Lagerfähigkeit und erhöhen die Qualität und Lebensdauer des Betons. Zunehmende Bedeutung erlangt auch die Entwicklung neuartiger Bauzusatzstoffe, um mit sich ändernden Rohstoffqualitäten und -verfügbarkeiten besser umgehen zu können. Im Bereich thermische Isolierung gehen wir von einem wachsenden Geschäft aus, etwa bei Anwendungen im Haushaltsgerätebereich oder bei gekühlten Transportboxen, etwa für Impfstoffe. Gute Chancen sehen wir zudem für unsere "eco"-Produktlinie, in der wir ressourcenschonende Rohstoffe als Basis nutzen. Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Plus Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr 2022 mit weiterem Wachstum. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird das Plus demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern. WACKER sieht weiterhin gute Wachstumsperspektiven in der Automobilindustrie, beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren und optischen Displays. Sobald die Halbleiter-Krise überwunden ist, könnte sich eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auf unser Geschäft auswirken. Chancen bieten sich zudem auf Grund der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität. Hier werden verstärkt siliconbasierte Produkte verbaut. Photovoltaikleistung wird 2022 voraussichtlich weiter wachsen Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2022 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Ausstoß von Kohlendioxid im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen. China bleibt auch im Jahr 2022 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen mit großem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen im Jahr 2022 zwischen 180 und 230 Gigawatt (GW) liegen werden. B.52 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2022
Quellen: Bundesnetzagentur, SolarPower Europe (SPE), Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.52 ungeprüft) B.53 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER
Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt unter anderem davon ab, ob und inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie weiter einzudämmen und inwieweit geopolitische Krisen wie etwa in der Ukraine die Nachfrage dämpfen. Die größten Wachstumsimpulse kommen voraussichtlich aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa. Investitionen und Produktion Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2022 analog zum Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden mit 550 bis 600 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres und den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit rund 50 Prozent auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in die Errichtung einer neuen Anlage für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen und teilweise in Betrieb nehmen. B.54 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2022/2023
Künftige Produkte und Dienstleistungen WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive, Gesundheit und erneuerbare Energien. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff. Vielversprechend entwickeln sich auch unsere neuen silanbasierten Zementzusätze. Sie reduzieren den Energieverbrauch bei der Zementherstellung und verbessern die Lagerstabilität und Leistungsfähigkeit von Zement und Beton. WACKER entwickelt überdies Siliconharzbindemittel für Kompositstein. Solche Verbundmaterialien sind UV-stabil und lassen sich erstmals auch im Außenbereich einsetzen. Ein weiterer Schwerpunkt im Baubereich sind Faserverbundmaterialien. Siliconharze ermöglichen hier die Herstellung von Werkstoffen, die erhöhte Brandschutzanforderungen erfüllen. Im Fokusfeld Elektronik arbeiten wir an druckbaren und elastischen Elektrodenmaterialien für Sensoren, harzgefüllten sowie optisch klaren Systemen für Optical-Bonding-Anwendungen und elektroaktiven Silicon I aminaten für innovative Touchscreens für die Unterhaltungs-, Medizintechnik- und Automobilindustrie. Erhebliches Wachstumspotenzial bietet der aktuell stark steigende Bedarf für Siliconelastomere im Gesundheits- und Automobilsektor sowie im Bereich der Elektromobilität. Gefragt sind vor allem unsere wärmeleitfähigen Silicone. Neue oberflächenmodifizierte Füllstoffsysteme auf Siliciumbasis verbessern die Kühlung und das Wärmemanagement von Elektronikbauteilen und elektrischen Speichermodulen. Außerdem arbeiten wir an flammhemmenden Siliconen, die Insassen von Elektrofahrzeugen besser vor Brandgefahren schützen. Sie erzeugen bei großer Hitze eine keramische Schicht und verbessern somit die Brandfestigkeit des Batteriegehäuses. Im Fokusbereich erneuerbare Energien sind wir in der Brennstoffzellen-Technik aktiv. Hier entwickeln wir gemeinsam mit Autoherstellern und -zulieferern vernetzte Folien zur Auskleidung solcher Zellen. Vielversprechend entwickeln sich unsere siliconbasierten Wärmeträgeröle für die Solarthermie. Mit solchen Ölen lassen sich Parabolrinnen-Kraftwerke mit höheren Temperaturen und damit deutlich effizienter und kostengünstiger betreiben als mit organischen Medien. WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte Essigsäure zum Einsatz. Um die Verwendung nachwachsender Rohstoffe zu erhöhen, setzen wir den Biomassenbilanz-Ansatz ein. Die Produkte werden unter der Marke VINNAPAS® eco vertrieben. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion der CO 2 -Emissionen einhergeht. Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma- und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam. Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte (LMPS) herstellen, erweitern wir unsere Kapazitäten. Hier sind wir unter anderem nun in der Lage, neue Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte Impfstoffe herzustellen. An unserem Standort in San Diego, den wir 2021 übernommen haben, produzieren wir Plasmid-DNA. pDNA bildet die Basis für innovative Therapeutika wie etwa nukleinsäurebasierte Gentherapien, mRNA-Wirkstoffe und virale Vektoren. In der Entwicklung ist außerdem ein Prozess zur Herstellung von Lipid-Nanopartikeln - ein weiterer essenzieller Baustein für die Produktion von mRNA-Wirkstoffen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "gesunde Ernährung", unter anderem mit einer Reihe von funktionellen Inhaltsstoffen, die den Kreislauf unterstützen und die Herzgesundheit fördern. Hier bauen wir unser Portfolio kontinuierlich aus. Aktuell arbeiten wir an einem Herstellungsprozess für fermentatives Biotin. Unsere Cyclodextrine spielen zudem eine immer größere Rolle in der Formulierung von Wirkstoffen. Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin. Zudem bieten wir Lösungen zur Herstellung alternativer Proteine: Unser L-Cystein eignet sich beispielsweise als Rohstoff für herzhafte Aromen. Cyclodextrine helfen bei der Formulierung alternativer Proteine. Wir entwickeln außerdem Medienproteine, die künftig bei der Herstellung von Zellkulturfleisch eingesetzt werden sollen. Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren sowohl im Halbleiter- als auch im Solarbereich weiter steigen. Im Halbleiterbereich werden immer reinere Polysilicium-Qualitäten nachgefragt. Grund dafür sind steigende Anforderungen in der Chipfertigung und die Entwicklung neuer Technologien. Um diesen Trend begleiten zu können, erhöht WACKER in der Produktion kontinuierlich den Anteil an ultrareinem Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Im Solarbereich wächst vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen aus n-Typ-Silicium. Laut dem Verband Deutsche Maschinen und Anlagenbau (VDMA) wird bis zum Jahr 2031 jeder zweite Siliciumwafer mit dieser Technologie gefertigt. n-Typ-Solarzellen besitzen höhere Wirkungsgrade und altern langsamer als die derzeit dominierenden p-Typ-Zellen. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir dieses stark wachsende Segment sehr gut bedienen. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022 Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2022 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,15 (2021: 1,20). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise unserer wichtigsten Rohstoffe und die Energiepreise deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für das Jahr 2022 weitgehend gesichert. Dabei gehen wir davon aus, dass es durch die geopolitische Krise in Osteuropa nicht zu gravierenden Einschränkungen der Energieversorgung in Europa kommt. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Steuerungskennzahlen und Wertmanagement Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Konzernumsatz 2022 mit Mengenwachstum WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2022 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte in den Chemiebereichen. Währungseffekte wirken sich zusätzlich positiv auf den Umsatz aus. Wir gehen davon aus, dass wir in allen Regionen wachsen werden. Insgesamt rechnen wir mit einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 7 Mrd. €. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2022 weiterwachsen werden, wenn es nicht, beispielsweise durch geopolitische Krisen wie in der Ukraine, zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt wird. Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht. Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das EBITDA bewegt sich in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Mrd. €. Deutlich höhere Rohstoff- und Energiekosten von rund 1 Mrd. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung negativ. In der Prognose auf Konzernebene haben wir zudem einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich unter dem Vorjahr liegen. ROCE: Der ROCE wird deutlich über den Kapitalkosten liegen. Netto-Cashflow: Für das Jahr 2022 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow, der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür verantwortlich. Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene Investitionen: Im Jahr 2022 werden sich die Investitionen auf 550 bis 600 Mio. € belaufen und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen damit auch deutlich über den Abschreibungen. Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen sind getrieben von der starken Kundennachfrage. Sie fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Nanjing, in einen Kapazitätsausbau im Bereich Silicone in Burghausen sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz. Nettofinanzschulden: Das Nettofinanzvermögen liegt deutlich unter dem Vorjahr, bleibt aber positiv. Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2022 einen Umsatz in der Größenordnung von 3,0 Mrd. €. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen und höheren Durchschnittspreisen, mit denen wir die stark steigenden Rohstoffpreise kompensieren. Positiv wirkt sich hier zudem die Beteiligung an dem Spezialsilanhersteller SICO Performance Material in China aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg auf etwa 2,0 Mrd. € aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Die Absatzpreise werden über dem Vorjahr liegen, um die Steigerungen bei Rohstoff und Energiepreisen sowie sonstigen Kosten auszugleichen. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. B.55 Ausblick für das Jahr 2022
Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt aus dem Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Produkten, speziell aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika. Das EBITDA soll leicht unter dem Vorjahr liegen. Das Ergebnis wird durch den Ausfall einer wichtigen Anlage für chemische Vorprodukte sowie durch höhere Aufwendungen für Digitalisierung im Biopharma-Bereich belastet. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2022 von einem Umsatz von etwa 1,6 Mrd. € aus. Wir rechnen damit, dass die Absatzmengen unter Vorjahr liegen werden, da wir keine Bestandseffekte mehr realisieren können. Die Durchschnittspreise für Polysilicium werden über Vorjahr erwartet. Stark steigende Rohstoff- und Energiekosten wirken sich jedoch negativ aus. Wir werden unseren Produktmix weiter verbessern und Kostensenkungen konsequent fortsetzen. Das EBITDA wird sich in einer Bandbreite von 330 bis 500 Mio. € bewegen. Künftige Dividende Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu. Finanzierung Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2022 bleiben bestehen. Die globale Wirtschaftsentwicklung bleibt weiterhin durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2022. Wir rechnen mit einem Umsatz in der Größenordnung von 7 Mrd. €. Das EBITDA wird sich in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Mrd. € bewegen. Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Energie- und Rohstoffkosten. Sie belasten das EBITDA mit rund 1 Mrd. €. Die Investitionen werden getrieben von der starken Kundennachfrage. Sie werden mit 550 bis 600 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio. € und sind damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich unter dem Vorjahr liegen. Unser Nettofinanzvermögen wird deutlich unter dem Vorjahr liegen, bleibt aber positiv. In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden Produktportfolio unseren Wachstumskurs fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir von einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres aus. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert. Gewinn- und Verlustrechnung 01. Januar bis 31. Dezember
Gesamtergebnisrechnung 01. Januar bis 31. Dezember
Bilanz Zum 31. DezemberAktiva
Kapitalflussrechnung 01. Januar bis 31. Dezember
Entwicklung des Eigenkapitals 01. Januar bis 31. Dezember
Entwicklung der übrigen Eigenkapitalposten 01. Januar bis 31. Dezember
Segmentdaten nach Bereichen 01. Januar bis 31. Dezember
Segmentdaten nach Regionen 01. Januar bis 31. Dezember
Anhang des WACKER-KonzernsGrundlagen und MethodenDer WACKER-Konzern (WACKER) ist ein international tätiges Chemieunternehmen mit Kernaktivitäten in der Silicon- und der Polymerchemie, der Spezial- und Feinchemie und der Polysiliciumherstellung. Die Aktivitäten der einzelnen Segmente sind im Konzernlagebericht erläutert. Die Muttergesellschaft des Konzerns, die Wacker Chemie AG, ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland, mit Sitz in München (Handelsregister München, HRB 159705). Sie hat ihren Firmensitz am Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, Deutschland. Der von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Konzernabschluss und der zusammengefasste Lagebericht der Wacker Chemie AG sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und auf der Internetseite von WACKER veröffentlicht. » www.wacker.com/geschaeftsbericht Die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften werden in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung des Konzernabschlusses der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München erfolgt beim Betreiber des Bundesanzeigers. Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und auf der Internetseite von WACKER öffentlich zugänglich gemacht. » www.wacker.com/corporate-governance Der Konzernabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, sowie nach den ergänzenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB erstellt. Die für das laufende Geschäftsjahr verbindlichen Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) wurden ebenfalls angewendet. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Der Bilanzausweis von Vermögenswerten und Schulden erfolgt nach ihrer Fristigkeit. Der Konzern klassifiziert Vermögenswerte und Schulden als kurzfristig, wenn diese voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert oder erfüllt werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Berichtswährung des Konzerns ist Euro. Alle Beträge werden in Millionen Euro (Mio. €) angegeben, soweit nichts Anderes vermerkt ist. Alle Beträge sind jeweils für sich kaufmännisch gerundet; das kann bei der Addition zu geringfügigen Abweichungen führen. Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag werden ausführlich in Kapitel 26 des Anhangs dargelegt. Der Vorstand der Wacker Chemie AG hat den Konzernabschluss am 03. März 2022 freigegeben. Er wurde dem Aufsichtsrat für die Sitzung am 03. März 2022 vorgelegt. Neue RechnungslegungsvorschriftenIn diesem Konzernabschluss wurden keine wesentlichen neuen Standards und Interpretationen, die WACKER betreffen, erstmals angewandt. Andere erstmals anzuwendende Standards und Interpretationen sind mangels vorhandener Sachverhalte nicht relevant. Nicht vorzeitig angewandte Standards/InterpretationenDas International Accounting Standards Board (IASB) hat nachfolgende Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards herausgegeben, deren Anwendung noch nicht verpflichtend ist und die von der Wacker Chemie AG auch nicht vorzeitig angewendet werden. Es werden nur die für WACKER relevanten Standards angegeben. Soweit von neuen Standards bzw. Interpretationen keine offizielle Übersetzung vorliegt, verwenden wir den englischen Titel der neuen Verlautbarung. Die Auswirkungen der neuen Standards auf den Konzernabschluss werden laufend von WACKER geprüft.
KonsolidierungskreisIn den Konzernabschluss werden neben der Wacker Chemie AG alle Unternehmen einbezogen, über die die Wacker Chemie AG direkt oder indirekt Beherrschung im Sinne des IFRS 10 oder gemeinsame Beherrschung im Sinne des IFRS 11 ausüben kann. Gesellschaften, über die eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns gemeinsame Beherrschung ausübt, werden je nach Ausprägung quotal als gemeinschaftliche Tätigkeit (line-by-line) in den Konzernabschluss einbezogen oder als Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode bewertet. In Abwesenheit anderer einschränkender vertraglicher Vereinbarungen führt eine Mehrheit der Stimmrechte in der Regel zu Beherrschung. Bei gleich verteilten Stimmrechten liegt in der Regel gemeinsame Beherrschung vor, es sei denn, andere (vertragliche) Rechte führen zu Beherrschung durch einen Anteilseigner. Aktuell wird ein Unternehmen mit gemeinsamer Beherrschung at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Assoziierte Unternehmen, auf die WACKER maßgeblichen Einfluss im Sinne des IAS 28 ausüben kann, werden ebenfalls nach der Equity-Methode bewertet. Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn eine Gesellschaft des WACKER-Konzerns direkt oder indirekt 20 Prozent oder mehr der Stimmrechte an dem Beteiligungsunternehmen hält, es sei denn, dies kann eindeutig widerlegt werden. Strukturierte Einheiten werden im Sinne des IFRS 10 konsolidiert, wenn die wirtschaftliche Betrachtung des Verhältnisses zeigt, dass eine Beherrschung vorliegt. Gesellschaften, an denen die Wacker Chemie AG mit weniger als 20 Prozent beteiligt ist bzw. bei denen WACKER keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, werden als Beteiligungen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Eine detaillierte Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften und des gesamten Anteilsbesitzes der Wacker Chemie AG gemäß den §§ 285 und 313 HGB wird in der Anteilsbesitzliste dargestellt. » Siehe Ziffer 24 Zusammensetzung des Konzerns
Insgesamt werden in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 49 Unternehmen einbezogen (31. Dezember 2020: 54 Unternehmen). Der Konsolidierungskreis wurde im Vergleich zum 31. Dezember 2020 um zwei Tochtergesellschaften und eine strukturierte Einheit erweitert. Sieben Tochtergesellschaften wurden auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Um diese reduziert sich in 2021 der Konsolidierungskreis. Die Wacker Chemical Corp., Adrian, USA hat am 02. Februar 2021 100 Prozent der Anteile an der Wacker Biotech US Inc., San Diego, USA (vormals Genopis Inc.) in einem Share-Deal erworben. Das Closing fand am 24. Februar 2021 statt. Die Gesellschaft betreibt als Auftragshersteller eine spezialisierte Fermentationslinie zur Herstellung und Aufreinigung von pDNA. pDNA kann entweder direkt für Impfstoffe oder als Ausgangsbasis für innovative Therapeutika eingesetzt werden, beispielsweise zur Herstellung von Messenger-RNA (mRNA). Die Technologie ergänzt das Portfolio von WACKER Biopharma als Contract Development and Manufacturing Organisation (CDMO). Der Kaufpreis der Akquisition in Höhe von 40,3 Mio. US-$ bestand aus einer Barzahlung in Höhe von 35,6 Mio. US-$ und bedingten Kaufpreiszahlungen in Höhe von 4,7 Mio. US-$, die innerhalb von fünf Jahren nach Erwerb zu zahlen sind. Grundlage für die Ermittlung der Earn-out-Zahlung ist das zukünftig erwirtschaftete EBITDA der Gesellschaft. Der Ermittlung liegt die Unternehmensplanung zum Erwerbszeitpunkt zugrunde. WACKER erwirbt Vermögenswerte in Höhe von 24,5 Mio. US-$ und Schulden in Höhe von 13,6 Mio. US-$. Von den übernommenen Vermögenswerten entfielen 0,6 Mio. US-$ auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Der Unterschiedsbetrag zwischen Kaufpreis und Nettovermögen in Höhe von 29,4 Mio. US-$ teilt sich im Wesentlichen auf in immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 12,9 Mio. US-$ sowie Goodwill in Höhe von 19,3 Mio. US-$ und passive latente Steuern in Höhe von 2,8 Mio. US-$. Im Wesentlichen resultiert der Goodwill aus nicht ansatzfähigen zukünftigen Erwartungen an die Marktentwicklung sowie Synergieeffekten. Die erworbene Technologie stellt eine Abrundung des Portfolios des WACKER Biopharma-Business dar. WACKER hat gleichzeitig einen Vertrag zur strategischen Zusammenarbeit bei der Produktion des vom Verkäufer entwickelten Medikaments VM202 abgeschlossen. Dieses befindet sich aktuell in der klinischen Erprobung. Die Kosten der Transaktion wurden im Aufwand erfasst und waren von untergeordneter Bedeutung. Die Gesellschaft erzielte seit Erwerb 1,2 Mio. € Umsatz und ein negatives EBITDA in Höhe von 8,3 Mio. €. Hätte der Erwerb am Jahresanfang stattgefunden, hätten sich ebenfalls ein Umsatz von 1,2 Mio. € und ein negatives EBITDA ergeben. Am 12. November 2021 wurde die Wacker Chemicals Malaysia SDN. BHD., Kuala Lumpur, Malaysia neu gegründet. Mit Wirkung zum 26. Juli 2021 wurde für WACKER ein Spezialfonds mit festen Anlagebedingungen aufgelegt. WACKER hat in 2021 200 Mio. € in diesen Fonds eingelegt. Auf Grund der vertraglichen Gestaltung übt WACKER beherrschenden Einfluss aus und damit ist die Zweckgesellschaft als strukturierte Einheit zu konsolidieren. Die folgenden Gesellschaften wurden in 2021 auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Es handelte sich um sogenannte Vorratsgesellschaften ohne Vermögen:
Gesetzliche, vertragliche oder aufsichtsrechtliche Beschränkungen sowie Schutzrechte nicht beherrschender Anteile können den Konzern in seiner Fähigkeit beschränken, Zugang zu den Vermögenswerten zu erhalten und diese an andere oder von anderen Unternehmen ungehindert innerhalb des Konzerns zu transferieren und Schulden des Konzerns zu begleichen. Dividendenausschüttungen können durch den Vorrang der Tilgung von Gesellschafterdarlehen eingeschränkt sein. Es existieren zum Stichtag keine erheblichen Beschränkungen auf Grund von Schutzrechten zugunsten nicht beherrschender Anteile. Für weitere Angaben verweisen wir auf den Konzernanhang (Kapitel Eigenkapital/Anteile anderer Gesellschafter/Kapitalmanagement). » Siehe Ziffer 13 Regulatorische Anforderungen oder lokale gesellschaftsrechtliche Bestimmungen können in bestimmten Ländern die Fähigkeit des Konzerns einschränken, Vermögenswerte an oder von anderen Unternehmen innerhalb des Konzerns zu transferieren. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen in einigen asiatischen und südamerikanischen Ländern lokalen Devisenbeschränkungen. Dort ist die Kapitalausfuhr aus dem jeweiligen Land grundsätzlich nur nach vorheriger Genehmigung durch staatliche Behörden über Kapitalmaßnahmen (Dividende, Kapitalherabsetzung) möglich. Andere wesentliche Beschränkungen hinsichtlich der Nutzbarkeit von Vermögenswerten innerhalb des Konzerns bestehen nicht. KonsolidierungsmethodenDer Konzernabschluss beinhaltet Tochterunternehmen, gemeinsame Tätigkeiten, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen. Alle Gesellschaften haben den 31. Dezember als Bilanzstichtag. Unternehmenszusammenschlüsse werden mithilfe der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 bilanziert. Es erfolgt eine Bewertung der übernommenen Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert der erstmaligen Beherrschung. Als Geschäfts- und Firmenwert wird der Wert angesetzt, der sich zum Erwerbszeitpunkt aus dem Überhang der Anschaffungskosten, möglicherweise bestehenden Anteilen anderer Gesellschafter sowie des beizulegenden Zeitwerts gegebenenfalls vorher gehaltener Eigenkapitalanteile über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Unternehmens ergibt. Negative Unterschiedsbeträge werden nach einer nochmaligen Überprüfung der vorgenommenen Kaufpreisallokation sofort erfolgswirksam erfasst. Für jeden Unternehmenserwerb besteht das individuelle Wahlrecht, gegebenenfalls nicht erworbene Anteile entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil am beizulegenden Zeitwert des Nettovermögens des erworbenen Unternehmens zu erfassen. Diese nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz als Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden, sofern es sich nicht um Kosten für die Emission von Schuldtiteln oder Aktienpapieren handelt, aufwandswirksam als sonstiger betrieblicher Aufwand erfasst. Die nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen werden beim Erwerb mit den Anschaffungskosten bewertet. Soweit diese höher als das anteilige neubewertete Nettovermögen sind, verbleibt ein Unterschiedsbetrag (Geschäftswert oder Firmenwert) im Beteiligungsansatz. Dieser ist zum Bilanzstichtag auf das Vorliegen von Anzeichen einer Wertminderung zu untersuchen. Die Buchwerte dieser Gesellschaften werden jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden oder sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht beziehungsweise vermindert. Bei Hinweisen auf einen dauerhaft niedrigeren Wert einer Beteiligung wird eine ergebniswirksame Wertminderung vorgenommen. Zwischenergebnisse, Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Schulden zwischen den einbezogenen Gesellschaften sowie anteilige Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen mit assoziierten Unternehmen werden eliminiert. Unterzeichnete UnternehmenserwerbeDie Wacker Chemicals (China) Co., Ltd., Shanghai, China hat am 27. Oktober 2021 einen Kaufvertrag über 60 Prozent der Anteile des Spezialsilanherstellers SICO Performance Material Co., Ltd., Jining, China unterzeichnet. Die Übertragung der Anteile (Closing) findet erst nach der Aufstellung des Konzernabschlusses statt. Die erforderlichen behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen wurden bereits erteilt. Der Gesamtkaufpreis für die Akquisition besteht aus einem fixen Kaufpreis von rund 120 Mio. € nach Vollzug der Transaktion. Die 2013 gegründete SICO Performance Material stellt im Jining New Material Industrial Park in der chinesischen Provinz Shandong eine Reihe von organofunktionellen Silanen her, die beispielsweise in der Bauindustrie, im Automobilbau, in der Halbleiter- und in der Elektronikindustrie zum Einsatz kommen. Das Unternehmen, das auf diesem Gebiet zu den führenden Anbietern in China zählt, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, arbeitet sehr profitabel und erwirtschaftet einen positiven Cashflow. 2020 hat SICO einen Jahresumsatz von 54 Mio. € erzielt. Schätzungen und Annahmen im Rahmen von Unternehmenserwerben und der KonsolidierungDie Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen Vermögenswerte und Schulden erfordert bestimmte Schätzungen und Beurteilungen, vor allem der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen, der übernommenen Verbindlichkeiten sowie der Nutzungsdauer der erworbenen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Bewertung basiert in großem Umfang auf antizipativen Zahlungsmittelzu- und -abflüssen. Abweichungen zwischen den tatsächlichen und den bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte zugrunde gelegten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen können die zukünftigen Konzernergebnisse beeinflussen. Die Kaufpreisaufteilung wesentlicher Unternehmenszusammenschlüsse erfolgt unter der Mithilfe externer unabhängiger Gutachter. Die damit zusammenhängenden Bewertungen basieren auf Informationen, die zum Erwerbszeitpunkt verfügbar sind. Bei der Beurteilung, ob bei Gesellschaften, an denen WACKER weniger als 100 Prozent der Stimmrechte hält, Beherrschung, gemeinsame Beherrschung oder maßgeblicher Einfluss vorliegt, kann es zu Ermessensausübungen kommen. Vor allem in Fällen, in denen WACKER 50 Prozent der Stimmrechte hält, muss beurteilt werden, ob es weitere vertragliche Rechte oder insbesondere faktische Umstände gibt, die dazu führen können, dass WACKER die Entscheidungsgewalt über das potenzielle Tochterunternehmen hat, oder ob gemeinsame Beherrschung vorliegt. Änderungen der vertraglichen Vereinbarungen oder der faktischen Umstände werden überwacht und im Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Einschätzung, ob Beherrschung oder gemeinsame Beherrschung vorliegt, beurteilt. WährungsumrechnungIn den Einzelabschlüssen der Konzerngesellschaften werden sämtliche Forderungen und Schulden in fremden Währungen mit dem Kurs am Bilanzstichtag bewertet, unabhängig davon, ob sie kursgesichert sind oder nicht. Termingeschäfte, die - aus wirtschaftlicher Sicht - zur Kurssicherung dienen, werden zu ihren jeweiligen Zeitwerten (Fair Value) angesetzt. Dabei entstehende Umrechnungsdifferenzen werden ergebniswirksam bzw. beim Vorliegen von Cashflow Hedges im übrigen Eigenkapital erfolgsneutral erfasst. Die Umrechnung der in fremder Währung aufgestellten Jahresabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften erfolgt auf der Grundlage des Konzepts der funktionalen Währung nach der modifizierten Stichtagskursmethode. Nach dieser werden die Bilanzen von der funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Mittelkurs zum Bilanzstichtag und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den Durchschnittskursen der Berichtsperiode umgerechnet. Da die Tochtergesellschaften ihre Geschäfte in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht selbstständig betreiben, ist deren funktionale Währung grundsätzlich identisch mit der jeweiligen Landeswährung der Gesellschaft. Die sich aus der Umrechnung des Eigenkapitals ergebenden Nettogewinne oder -verluste werden in den übrigen Eigenkapitalposten erfolgsneutral erfasst. Umrechnungsdifferenzen, die aus abweichenden Umrechnungskursen in der Gewinn- und Verlustrechnung resultieren, werden ebenfalls dort berücksichtigt. Scheiden Konzernunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus, wird die betreffende Währungsumrechnungsdifferenz erfolgswirksam aufgelöst. Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der wichtigsten Währungen stellen sich im Verhältnis zu einem Euro wie folgt dar:
Schätzungen und Annahmen im Rahmen der RechnungslegungDie Aufstellung des Konzernabschlusses unter Beachtung der IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet werden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen auswirken. Diese richten sich nach den Verhältnissen und Einschätzungen am Bilanzstichtag und beeinflussen insoweit auch die Höhe der ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen der dargestellten Geschäftsjahre. Die Annahmen der Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung von Nutzungsdauern, die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen, Schätzungen im Rahmen der Leasingbilanzierung sowie die Bestimmung abgezinster Zahlungsströme im Zusammenhang mit Werthaltigkeitstests und Kaufpreisallokationen. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und wirken sich auf das Ergebnis der Periode der Änderung bzw. gegebenenfalls zukünftiger Perioden aus. Immaterielle Vermögenswerte inkl. Geschäfts- und Firmenwert, Sachanlagen und at equity bewertete BeteiligungenDie voraussichtlichen Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsverläufe von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen beruhen auf Erfahrungswerten, Planungen und Schätzungen. Hierbei werden auch der Zeitraum und die Verteilung der zukünftigen Mittelzuflüsse aus den getätigten Investitionen geschätzt. Der künftige technische Fortschritt und laufende Ersatz- und Entwicklungszyklen werden in die Ermittlung einbezogen. Werthaltigkeitstests werden für Vermögenswerte durchgeführt, wenn bestimmte Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung oder Wertaufholung hinweisen. Hierbei ist der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes zu schätzen, der dem höheren Wert von beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert entspricht. Zur Ermittlung des Nutzungswertes sind die diskontierten zukünftigen Cashflows des betreffenden Vermögenswertes zu bestimmen. Die Schätzung der diskontierten künftigen Cashflows beinhaltet wesentliche Annahmen wie insbesondere solche bezüglich der künftigen Verkaufspreise und Verkaufsvolumina, der Kosten, der Erhaltungsinvestitionen und der Diskontierungszinssätze. Diese beruhen auf einer fünfjährigen oder längeren Planungsphase, basierend auf Erfahrungen der Vergangenheit sowie den Erwartungen des Managements bezüglich der Marktentwicklung. Obwohl WACKER davon ausgeht, dass die Schätzungen der relevanten erwarteten Nutzungsdauern, die Annahmen bezüglich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Entwicklung der Branchen sowie die Einschätzungen der diskontierten künftigen Cashflows angemessen sind, könnte durch eine Veränderung der Annahmen oder Umstände eine Veränderung der Analyse erforderlich werden. Den größten Einfluss auf die zukünftigen Cashflows haben die künftigen Verkaufspreise von WACKER-Produkten sowie die Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise. Dies betrifft insbesondere den Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON auf Grund stark volatiler Verkaufspreise. Hieraus könnten in der Zukunft deutIiche Unterschiede zu den bilanzierten Werten auftreten, die zu zusätzlichen Wertminderungen oder Wertaufholungen führen können. Die Werthaltigkeitsprüfung beim Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill-Impairment-Test) erfolgt auf Basis zahlungsmittelgenerierender Einheiten, die sich im Wesentlichen auf Business Units von WACKER beziehen. Falls ein Wertberichtigungsbedarf vorliegt, wird in einem ersten Schritt der bestehende Geschäfts- oder Firmenwert gegebenenfalls vollständig abgeschrieben. Besteht danach weiterhin Wertberichtigungsbedarf, wird dieser auf die übrigen Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. » Siehe Ziffer 05 LeasingLeasingverbindlichkeiten werden anhand der vertraglichen Leasingdauer bilanziert. Annahmen und Schätzungen sind nötig bei der Bestimmung der Leasinglaufzeit sowie des der Abzinsung zugrunde liegenden Diskontierungszinssatzes. Der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz ist dem Leasingnehmer nicht bekannt, deshalb ermittelt WACKER den Grenzfremdkapitalzinssatz anhand eines risikolosen Zinses plus eines abgeleiteten Credit Spreads, der das Refinanzierungsniveau von WACKER abbildet. » Siehe Ziffer 06 FinanzinstrumenteFinanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet, andere finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten mit diesem Wert im Anhang veröffentlicht. Bei der Ermittlung des Fair Values von Finanzinstrumenten können, je nachdem, wie hoch der Anteil der nicht beobachtbaren Inputfaktoren ist, mehr oder weniger umfangreiche Schätzungen erforderlich sein. WACKER ist bestrebt, sich bei der Ermittlung des Fair Values auf möglichst viele beobachtbare Inputfaktoren zu stützen und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Wenn der Fair Value nicht verlässlich ermittelt werden kann, wird der Buchwert als Näherungswert zur Bestimmung des Fair Values herangezogen. Finanzinstrumente, die im Konzernabschluss zum Fair Value bewertet oder angegeben werden, werden gemäß der Fair-Value-Hierarchie nach IFRS 13 bemessen und klassifiziert. Die Hierarchie besteht aus drei Leveln, denen die Inputfaktoren je nach ihrer Beobachtbarkeit im Rahmen der entsprechenden Bewertungsverfahren zugeordnet werden. » Siehe Ziffer 21 Wertminderungen finanzieller VermögenswerteWertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustraten. WACKER übt bei der Erstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsgerichteten Schätzungen zum Ende der Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren basieren auf Kreditratings und Kreditversicherungen sowie makroökonomischen Analysen, die die Grundlage für die Einstufung in Risikoklassen darstellen. » Siehe Ziffer 10 RückstellungenWesentliche Risiken ergeben sich bei Umweltschutzrückstellungen sowie Rückstellungen für Schadenersatz und belastende Verträge durch mögliche Änderungen der Schätzungen zukünftiger Kosten und Nutzen, geänderte Eintrittswahrscheinlichkeiten für eine Inanspruchnahme und durch erweiterte gesetzliche Vorschriften für die Beseitigung und Vermeidung von Umweltschäden. Auch Änderungen des Diskontierungszinssatzes führen zu Veränderungen in der Ermittlung der langfristigen Rückstellungen. Hier spiegelt sich das aktuelle Niedrigzinsumfeld wider. Dadurch steigt der Buchwert der langfristigen Rückstellungen an. Die verwendeten Diskontierungszinssätze werden zum Stichtag 31. Dezember 2021 bei der Untergrenze von null gekappt. Es werden keine Negativzinssätze berücksichtigt. » Siehe Ziffer 15 Die Bilanzierung von Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen erfolgt in Übereinstimmung mit versicherungsmathematischen Bewertungen und Annahmen für das Planvermögen. Diese Bewertungen beruhen auf statistischen und anderen Faktoren, um auf diese Weise künftige Ereignisse zu antizipieren. Diese Faktoren beinhalten den Diskontierungszinssatz, erwartete Gehalts- und Rentensteigerungen, Sterblichkeitsraten und Steigerungsraten für Gesundheitsvorsorge. Für die Bewertung des Planvermögens werden Immobiliengutachten herangezogen, für Darlehen, Renten, Aktien und Fonds werden die Marktpreise zugrunde gelegt. Diese Annahmen können auf Grund von veränderten Markt- und Wirtschaftsbedingungen erheblich von den tatsächlichen Entwicklungen abweichen und deshalb zu einer wesentlichen Veränderung der Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen sowie des zugehörigen künftigen Aufwands führen. Insbesondere das aktuelle Niedrigzinsumfeld beeinflusst den Buchwert der Pensionsrückstellungen. » Siehe Ziffer 14 Die Höhe der Pensionsverpflichtung ergibt sich durch Diskontierung der WACKER-spezifischen erwarteten zukünftigen Zahlungsströme. Der Diskontierungszinssatz ermittelt sich aus der Zinsstrukturkurve hochrangiger festverzinslicher, laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen zum Bilanzstichtag. Die Anleihen lauten jeweils auf die gleiche Währung wie die zugrunde liegende Pensionsverpflichtung. WACKER verwendet in Deutschland Anleihen des markit iBoxx EUR AA Corporate Bond Index. Des Weiteren wird die zusammengesetzte Zinsstrukturkurve der Staatsanleihen von vier derzeit mit AA bewerteten Staaten (Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich) mit einer längsten Laufzeit von etwa 100 Jahren angewendet. Ein gegebenenfalls aus diesen Parametern abgeleiteter negativer Abzinsungssatz wird bei der Ermittlung des Barwerts der Pensionsrückstellungen sowie anderer langfristig fälliger Leistungen an Arbeitnehmer, wie Jubiläumsrückstellungen, entsprechend berücksichtigt. WACKER ist weltweit tätig und unterliegt den örtlichen Steuergesetzen. Obwohl wir davon ausgehen, steuerliche Unwägbarkeiten vernünftig eingeschätzt zu haben, kann nicht zugesichert werden, dass sich der tatsächliche Ausgang mit der ursprünglichen Einschätzung deckt. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von dieser Einschätzung ab, könnte sich dies in der jeweiligen Periode, in der der Sachverhalt endgültig entschieden wird, auf die Steuerverbindlichkeiten und die latenten Steuern auswirken. Die Steuerverbindlichkeiten enthalten unsichere Steuerpositionen für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können. Latente SteuernZu jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile für den Ansatz aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Dies erfordert vom Management unter anderem die Beurteilung der Steuervorteile, die sich aus den zur Verfügung stehenden Steuerstrategien und dem künftigen zu versteuernden Einkommen ergeben, sowie die Berücksichtigung weiterer positiver und negativer Faktoren. Im Falle von Gesellschaften, die in der Vergangenheit steuerliche Verluste im Sinne von IAS 12 ausgewiesen haben, werden aktive latente Steuern nur in Ausnahmefällen aktiviert, wenn substanzielle Hinweise der Realisierbarkeit bestehen. Risiken des KlimawandelsDen Risiken des Klimawandels stellt sich WACKER mit ambitionierten Nachhaltigkeitszielen bis zum Jahr 2030. » Siehe Kapitel Ziele und Strategien im Zusammengefassten Lagebericht Bei den neuen Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen handelt es sich um sogenannte science-based targets. Das bedeutet, dass sie mit dem Ziel eines weltweiten Temperaturanstiegs um maximal 1,5 Grad Celsius im Einklang stehen und somit konform mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sind. Aktuell sieht WACKER das Risiko, dass auf Grund einer unvollständigen EU-Taxonomie-Verordnung zum Ausweis nachhaltiger Produkte und Aktivitäten die Bedeutung von Produkten von WACKER für den Klimaschutz nicht abgebildet wird. WACKER wird in 2022 keine wesentlichen taxonomiekonformen Aktivitäten gemäß der Taxonomie-Verordnung der EU ausweisen können, also als nachhaltig einstufen können. Selbst Polysilicium, das für die Produktion von Solarmodulen der wesentliche Rohstoff ist, wird nicht als klimafreundlich eingestuft werden, da diese Aktivität nicht in der EU-Verordnung erscheint. Hieraus könnten sich Nachteile bei durch diese Kennzahl beeinflussten Finanzierungsentscheidungen von Anlegern oder staatlichen Förderungen ergeben. WACKER geht bei Investitionsentscheidungen von der Verfügbarkeit von ausreichend bezahlbarem grünen Strom in der Zukunft aus. Das Risiko besteht, dass sowohl die Menge als auch der Preis für Energie anders ausfällt als erwartet. Aktuelle Zahlen zur Nachhaltigkeit werden im nichtfinanziellen Bericht dargestellt. Weitere Details zu Schätzungen sowie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen und deren Auswirkungen auf den aktuellen Konzernabschluss sind in den einzelnen Kapiteln des Konzernanhangs angegeben. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDie Abschlüsse der Wacker Chemie AG sowie der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des letzten Konzernabschlusses zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres. Zusätzlich werden sie um neue Rechnungslegungsvorschriften des aktuellen Geschäftsjahres ergänzt, die erstmals anzuwenden sind. Der Konzernabschluss basiert auf den Grundlagen historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten, mit Ausnahme der Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert ausgewiesen werden, wie zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte, Derivate und das Planvermögen im Rahmen von Pensionsverpflichtungen. UmsatzerlöseDie Umsätze enthalten Erlöse aus Verträgen mit Kunden und andere Umsatzerlöse. Als Erlöse aus Verträgen mit Kunden sind diejenigen Beträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erfassen, die als Gegenleistung für die Übertragung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen an einen Kunden erwartet werden. Erlöse werden erfasst, wenn eine Leistungsverpflichtung erfüllt wurde und der Kunde Verfügungsmacht über Waren oder Dienstleistungen erlangt. Voraussetzung ist die Bereitschaft des Kunden, die Leistungserbringung anzuerkennen beziehungsweise abzunehmen. Die Erfassung der Erlöse kann über einen Zeitraum oder zu einem Zeitpunkt erfolgen. Dabei wird ein fünfstufiges Schema angewandt. Zunächst ist ein Kundenvertrag und die darin enthaltenen Leistungsverpflichtungen zu identifizieren. Anschließend ist der Transaktionspreis zu ermitteln und zuzuordnen. Der Umsatz ist für jede einzelne Leistungsverpflichtung zu realisieren, wenn der Kunde die Verfügungsmacht (Kontrolle) über die Ware oder die Dienstleistung erlangt. Transportkosten stellen bei bestimmten Transportklauseln eine eigene Leistungsverpflichtung dar, da die Fracht- und Transportleistung erst nach dem Kontrollübergang auf den Kunden abgeschlossen wird. Üblicherweise erfolgt die Umsatzrealisierung mit Übergabe der Güter an den Kunden oder anhand von vereinbarten Transportbedingungen. Umsätze aus Dienstleistungen werden zum Teil über einen Zeitraum hinweg erfüllt. Diese werden anhand von vertraglichen Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert. Die Umsatzlegung erfolgt bei Realisierung des Meilensteins, zeitgleich entsteht der Zahlungsanspruch. Andere Umsatzerlöse betreffen Erlöse, die nicht aus Verträgen mit Kunden stammen und mit dem beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen erhaltenen Gegenleistung oder Forderung erfasst werden. Der Ausweis der Umsatzerlöse erfolgt ohne Umsatzsteuer und andere im Zusammenhang mit Umsätzen anfallende Steuern sowie nach Berücksichtigung von Rabatten und Preisnachlässen. Umsätze werden nicht ausgewiesen, wenn Risiken im Zusammenhang mit dem Erhalt der Gegenleistung bestehen. Risiken aus der Rücknahme von Erzeugnissen und Waren, Gewährleistungen oder sonstigen Reklamationen werden nach dem Grundsatz der Einzelbewertung zurückgestellt. Hat eine Vertragspartei (Kunde oder Lieferant) ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, so hat das Unternehmen den Vertrag als Verkaufsvertragsvermögenswert oder als Verkaufsvertragsverbindlichkeit auszuweisen, je nachdem, ob das Unternehmen seine Leistung erbracht hat oder der Kunde die Zahlung geleistet hat. Jeder unbedingte Anspruch auf Erhalt einer Gegenleistung ist von einem Unternehmen gesondert als Forderung auszuweisen. WACKER weist aktuell ausschließlich Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in der Bilanz aus. Diese enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen und Vorauszahlungen von Kunden des Segments WACKER BIOSOLUTIONS. Auch kundenspezifische Rabattabgrenzungen werden als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen. Funktionale KostenIn den Herstellungskosten werden die Kosten der umgesetzten Erzeugnisse, Handelswaren und Leistungen ausgewiesen. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie den Material-, Personal- und Energiekosten auch die Gemeinkosten einschließlich der Abschreibungen sowie die Abwertungen auf Vorräte. Ausgangsfrachten werden ebenfalls in diesem Posten ausgewiesen. Die Vertriebskosten enthalten die Kosten der Vertriebsorganisation, der Werbung und der Marktforschung. Provisionsaufwendungen werden ebenfalls unter diesem Posten ausgewiesen. Zu den Allgemeinen Verwaltungskosten gehören die anteiligen Personal- und Sachkosten der Konzernsteuerung, des Personalbereichs, des Rechnungswesens und der Informationstechnologie, soweit sie nicht als interne Dienstleistung auf andere Kostenstellen und damit unter Umständen auf andere Funktionsbereiche verrechnet worden sind. Forschungs- und EntwicklungskostenZu den Forschungskosten gehören auch Kosten der Produkt- und Verfahrensentwicklung. Für die Forschungskosten im engeren Sinne besteht ein Aktivierungsverbot. Entwicklungskosten sind dann zu aktivieren, wenn kumulativ alle vorgeschriebenen Ansatzkriterien erfüllt sind, die Forschungsphase eindeutig von der Entwicklungsphase getrennt werden kann und die entstehenden Kosten den einzelnen Projektphasen überschneidungsfrei zugeordnet werden können. Ferner müssen mit hinreichender Sicherheit zukünftige Finanzmittelzuflüsse erfolgen. ErtragsteuernErtragsteuern umfassen alle in- und ausländischen Steuern auf Grundlage des zu versteuernden Ergebnisses. Sie umfassen sowohl die laufenden Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern. Die I aufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen und Vorschriften des Jahres berechnet. Enthalten sind weiterhin Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuernachzahlungen bzw. -erstattungen aus noch offenen Steuererklärungen vergangener Jahre und aus steuerlichen Außenprüfungen. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge eventuell nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Ertragsteuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung auf den Einzelsachverhalt (wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Ertragsteuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Ertragsteuerverbindlichkeit oder Ertragsteuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, stattdessen erfolgt eine Verrechnung der unsicheren Position mit dem ungenutzten steuerlichen Verlustvortrag oder der ungenutzten Steuergutschrift, sofern die Verrechnung keiner Beschränkung unterliegt. Aktive und passive latente Steuern werden für temporäre Differenzen zwischen den steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten Nutzung bestehender Verlustvorträge in Folgejahren ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Wahrscheinlichkeit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Saldierung von aktiven und passiven Steuerabgrenzungen wird nur vorgenommen, soweit sie im Verhältnis zu einer Steuerbehörde aufrechenbar sind. Aktive und passive latente Steuern werden erfolgswirksam erfasst. Bei Sachverhalten, deren Gewinne und Verluste direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden die darauf abzugrenzenden aktiven oder passiven latenten Steuern ebenfalls im übrigen Eigenkapital erfasst. Immaterielle VermögenswerteErworbene und selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte werden gemäß IAS 38 aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden ist und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit ihre Nutzungsdauer bestimmbar ist, planmäßig linear abgeschrieben. Als Nutzungsdauer werden drei bis 15 Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum z. B. auf Grund der Laufzeit eines Patents ergibt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den neuen Erwartungen angepasst. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte sind den nutzenden Funktionsbereichen zugeordnet. Immaterielle Vermögenswerte, deren Nutzungsdauern nicht bestimmbar sind, unterliegen einem jährlichen Impairment-Test. Derzeit sind keine immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer aktiviert. Geschäfts- und Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Für bestehende Geschäfts- und Firmenwerte wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Sofern der Werthaltigkeitstest zu einem Wert führt, der unter dem Buchwert liegt, erfolgen Wertminderungen auf den Geschäfts- und Firmenwert. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit erfolgt daneben, wenn Ereignisse oder Umstände eingetreten sind, die auf eine mögliche Wertminderung hindeuten. Die Wertminderungen des Geschäfts- und Firmenwerts werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Wertaufholungen auf einen Geschäfts- und Firmenwert werden nicht vorgenommen. Der jeweils erzielbare Betrag wurde unter Verwendung des Nutzungswerts bestimmt. Dabei wurden von der Unternehmensführung genehmigte Planungen und entsprechende Zahlungsströme für fünf Jahre bzw. länger verwendet, falls es berechtigte Gründe für eine Verlängerung des Detailplanungszeitraums gab. Für den Zeitraum danach wurde ein Endwert (Terminal Value) unter Fortführung des letzten detaillierten Planungsjahres als ewige Rente ermittelt. Die Planungen beruhen auf gesammelten Erfahrungen, den aktuellen Geschäftsergebnissen und der bestmöglichen Schätzung der Unternehmensführung zur zukünftigen Entwicklung einzelner Einflussfaktoren, wie zum Beispiel Rohstoffpreise und Gewinnmargen. Marktannahmen, wie beispielsweise das Marktwachstum, werden unter Berücksichtigung externer makroökonomischer und industriespezifischer Quellen einbezogen. Die bei den Werthaltigkeitsprüfungen erforderliche Abzinsung der Zahlungsströme erfolgt mit dem gewichteten Kapitalkostensatz nach Steuern, der unter Verwendung des Capital Asset Pricing Model bestimmt wird. Dessen Komponenten sind ein risikofreier Zins, die Marktrisikoprämie sowie eine auf Basis der jeweiligen branchenspezifischen Vergleichsgruppe (Peergroup) ermittelte Anpassung für das Kreditrisiko (Spread). SachanlagenSachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben. Ein Restwert wird nur in Ausnahmefällen ermittelt. Die Nutzungsdauer wird jährlich überprüft und gegebenenfalls entsprechend den Erwartungen angepasst. Anschaffungskosten umfassen neben dem Kaufpreis Anschaffungsnebenkosten sowie gegebenenfalls Kosten für Abbruch, Abbau und Beseitigung der Sachanlage von ihrem Standort und für die Wiederherstellung des Standorts. Anschaffungspreisminderungen reduzieren die Anschaffungskosten. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen enthalten alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Finanzierungskosten, die im Zusammenhang mit bestimmten, qualifizierten Vermögenswerten angefallen sind und diesen direkt oder indirekt zugeordnet werden können, werden bis zur erstmaligen Nutzung der Vermögenswerte als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Laufende Instandhaltungs- und Reparaturaufwendungen werden sofort als Aufwand erfasst. Kosten für den Ersatz von Komponenten oder für Generalüberholungen von Sachanlagen werden aktiviert, sofern es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließt und die Kosten verlässlich ermittelt werden können. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten; sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung oder Förderdarlehen) von staatlichen Stellen gewährt. Ertragszuschüsse, denen keine zukünftigen Aufwendungen gegenüberstehen, werden erfolgswirksam erfasst. Solange die Zuwendungen aus der Investitionsförderung noch nicht zugeflossen sind, werden sie als separater Vermögenswert aktiviert. Wenn Sachanlagen endgültig stillgelegt, verkauft oder aufgegeben werden, werden die Anschaffungs- oder Herstellungskosten gemeinsam mit den entsprechenden kumulierten Abschreibungen aus der Bilanz ausgebucht. Ein gegebenenfalls entstehender Gewinn oder Verlust aus der Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Restbuchwert wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen erfasst. Den planmäßigen Abschreibungen der Sachanlagen liegen im Wesentlichen folgende Nutzungsdauern zugrunde:
Eine Prüfung auf Wertminderungen findet statt, wenn entsprechende Ereignisse beziehungsweise Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. WACKER prüft zu jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen oder den Wegfall von Wertminderungen gegeben sind. Ein Wertminderungsverlust wird dann in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Der Nutzungswert ergibt sich dabei aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Cashflows aus der Nutzung des Vermögenswerts. Hierbei werden segmentspezifisch risikoadjustierte Vorsteuerzinssätze verwendet. Für die Ermittlung der Cashflows werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die Cashflows separat identifiziert werden können (sogenannte zahlungsmittelgenerierende Einheiten). Soweit die Gründe für die Wertminderungen nicht mehr bestehen, werden Zuschreibungen vorgenommen. Die Zuschreibung ist begrenzt auf den fortgeführten Buchwert, der sich ohne Wertminderung ergeben hätte. Wertminderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, Zuschreibungen in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Zuwendungen der öffentlichen HandZuwendungen der öffentlichen Hand für Vermögenswerte werden, wenn angemessene Sicherheit über den Zufluss besteht, von dem Buchwert des Vermögenswerts abgesetzt und mittels eines reduzierten Abschreibungsbetrags über die Lebensdauer des abschreibungsfähigen Vermögenswerts im Ergebnis erfasst. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die den Konzern für entstandene Aufwendungen kompensieren, werden in der Periode erfolgswirksam von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen, in der auch die zu kompensierenden Aufwendungen anfallen. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienAls Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien werden nach dem Anschaffungskostenmodell wie Sachanlagen bewertet. Sie umfassen Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Beizulegende Zeitwerte dieser Immobilien werden regelmäßig durch externe Immobiliengutachten ermittelt. Ebenfalls werden in diesem Bilanzposten Nutzungsrechte aus langfristigen Untermietverhältnissen ausgewiesen. LeasingBei Vertragsbeginn beurteilt WACKER, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Bei Vertragsabschluss oder Vertragsänderung ist das vereinbarte Entgelt in eine Leasingkomponente und eine Nichtleasingkomponente aufzuteilen. Für alle identifizierten Leasingverträge hat WACKER jedoch von der Trennung abgesehen, da es sich um reine Leasingentgelte handelte. WACKER erfasst ein Nutzungsrecht, das erstmals zu Anschaffungskosten bewertet wird und der Leasingverbindlichkeit entspricht. Die erstmalige Bewertung der Leasingverbindlichkeit umfasst geleistete Zahlungen zuzüglich etwaiger anfänglicher Kosten abzüglich möglicher Kosten der Demontage oder Wiederherstellung des Standortes. Anschließend wird das Nutzungsrecht linear über die Leasingdauer abgeschrieben. Geht der Vermögenswert am Ende der Laufzeit auf WACKER über oder es ist eine Kaufoption in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt, erfolgt die Abschreibung über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes. Erstmals wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungstag noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns, angesetzt. Zur Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt WACKER Zinssätze aus verschiedenen externen Finanzquellen, die dem Rating der Wacker Chemie AG für bestimmte Laufzeitbänder entsprechen. Im Rahmen des Immobilienleasings werden Anpassungen auf Grund der Sicherheitsfunktion des Leasingobjekts vorgenommen. In die Bewertung werden feste Leasingzahlungen sowie variable Leasingzahlungen mit einbezogen. Letztere sind an einen Index oder Zins gekoppelt und werden erstmals zum Bereitstellungstag ermittelt. Leasingzahlungen aus Verlängerungsoptionen oder Zahlungen aus Kaufoptionen werden nur berücksichtigt, wenn eine Ausübung hinreichend sicher ist. Strafzahlungen aus vorzeitigen Kündigungen werden angesetzt, wenn WACKER sicher ist, dass eine vorzeitige Kündigung vorgenommen wird. Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Eine Neubewertung erfolgt bei Vertragsanpassungen oder geänderten Einschätzungen zur Ausübung von Optionen. Nutzungsrechte werden in der Bilanz als eigene Position ausgewiesen. Leasingverbindlichkeiten werden unter den Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. WACKER hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie kurzfristige Leasingverhältnisse, einschließlich IT-Ausstattung, nicht anzusetzen. Die Leasingzahlungen werden als Aufwand erfasst. Geleaste Firmenfahrzeuge für Mitarbeiter werden nicht als Untermietverhältnis erfasst, da diese als Gehaltsbestandteil unter IAS 19 Leistungen an Mitarbeiter zu bilanzieren sind. Als Leasinggeber stuft WACKER ein Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein. WACKER tritt als Leasinggeber auf, wenn ein Untermietverhältnis für Immobilien vorliegt. Die Einstufung berücksichtigt Indikatoren wie zum Beispiel, ob das Leasingverhältnis den überwiegenden Teil der wirtschaftlichen Nutzung des Vermögenswerts oder des Nutzungsrechts umfasst. Der Konzern bilanziert Hauptleasingverhältnis und Unterleasingverhältnis separat, wenn er als zwischengeschalteter Leasinggeber auftritt. Er stuft das Unterleasingverhältnis auf Grundlage seines Nutzungsrechts aus dem Hauptleasingverhältnis ein. Beteiligungen, assoziierte Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenAnteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen und Beteiligungen werden zum Marktwert oder zu Anschaffungskosten angesetzt und bewertet. Bei Realisierung durch Abgang oder bei Absinken des Marktwerts unter die Anschaffungskosten werden Marktwertänderungen erfolgswirksam erfasst. Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet; dabei werden unverzinsliche und niedrig verzinsliche Ausleihungen mit dem Barwert angesetzt. Anteile an assoziierten Unternehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen werden gemäß der Equity-Methode mit ihrem anteiligen Eigenkapital bilanziert. Anteilige Ergebnisse werden hierbei erfolgswirksam berücksichtigt und dem Buchwert zu- oder von ihm abgeschrieben. Erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderungen werden spiegelbildlich auch im Konzernabschluss erfolgsneutral behandelt. Ausschüttungen von Gemeinschaftsunternehmen sowie assoziierten Unternehmen vermindern deren Eigenkapital und werden daher erfolgsneutral vom Buchwert abgesetzt. Soweit Verluste eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens dessen Eigenkapital aufgezehrt haben, werden keine weitergehenden Verluste mehr berücksichtigt. Ausnahmen bestehen, wenn langfristige unbesicherte Forderungen gegenüber dem Unternehmen bestehen bzw. zusätzliche Verpflichtungen eingegangen wurden oder für das Unternehmen Zahlungen geleistet wurden. Eine Erhöhung des Buchwerts erfolgt erst, nachdem der Verlustvortrag ausgeglichen wurde und wieder ein positives Eigenkapital vorliegt. Zusätzlich wird bei Vorliegen entsprechender Indikatoren ein Impairment-Test durchgeführt und bei Bedarf eine Wertminderung vorgenommen. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags folgt den Regelungen des IAS 36. Wertminderungen werden im Beteiligungsergebnis ausgewiesen. FinanzinstrumenteFinanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden zu dem Zeitpunkt im Konzernabschluss berücksichtigt, zu dem WACKER Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Sie werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Anrechte bzw. Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant, d. h. der Tag, an dem der Vermögenswert an oder durch WACKER geliefert wird. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen; sie werden nur dann saldiert, wenn bezüglich der Beträge zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Aufrechnungsrecht besteht und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen. Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Finanzielle Vermögenswerte bei WACKER umfassen insbesondere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Derivate sowie finanzielle Vermögenswerte, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden, und finanzielle Vermögenswerte, die mit Verkaufsabsicht gehalten werden. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Rückgabeanspruch in Zahlungsmitteln oder einem anderen finanziellen Vermögenswert. Darunter fallen insbesondere eigene Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Leasingverbindlichkeiten, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten. WACKER macht von dem Wahlrecht, finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten (Fair-Value-Option), keinen Gebrauch. Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten richtet sich danach, wie ein Finanzinstrument in die folgenden Kategorien nach IFRS 9 eingeordnet wird: Die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen nach IFRS 9 verlangt, dass das Geschäftsmodell des Unternehmens zur Steuerung finanzieller Vermögenswerte und die Charakteristika der Zahlungsströme des jeweiligen finanziellen Vermögenswerts die Klassifizierung und dessen Bewertung bestimmen. Zum erstmaligen Ansatz wird der jeweilige finanzielle Vermögenswert entweder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung" (FVPL), als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortized cost) oder als "zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in den übrigen Eigenkapitalposten" (FVOCI) klassifiziert. Für das Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) und für das Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) ist Voraussetzung, dass die Zahlungsströme des Finanzinstruments ausschließlich aus Zinszahlung und Tilgung bestehen (Solely Payment of Principal and Interest - SPPI). Instrumente, die den SPPI-Test erfüllen, sind - vorbehaltlich der weiterhin unter bestimmten Voraussetzungen bestehenden Möglichkeit zur Ausübung der Fair-Value-Option - im Geschäftsmodell "Halten" (held and collect) zu fortgeführten Anschaffungskosten und im Geschäftsmodell "Halten und Verkaufen" (Held to collect and to sell) zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) zu bewerten. Finanzinstrumente, die den SPPI-Test nicht bestehen, sind unter dem Geschäftsmodell "Handel" zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) zu klassifizieren und zu bewerten. Für Eigenkapitalanteile, beispielsweise in Form von Aktien, bei denen keine Handelsabsicht besteht, sieht IFRS 9 eine Ausnahme vor. Eigenkapitalinstrumente sind zwar, da sie die Kriterien des SPPI-Tests nicht erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten, allerdings besteht bei Zugang ein unwiderrufliches Wahlrecht, Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (OCI) auszuweisen. Dieses wird von WACKER aktuell nicht wahrgenommen. Dem Geschäftsmodell "Halten" (amortized cost) werden bei WACKER Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Forderungen, bestimmte Wertpapiere, Termingelder und Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet. Ist sowohl beabsichtigt als auch wirtschaftlich mit hinreichender Verlässlichkeit zu erwarten, dass ein Finanzinstrument bis zur Endfälligkeit gehalten wird, wird dieses unter Anwendung der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Wertpapiere werden, wenn sie das SPPI-Kriterium erfüllen, zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im sonstigen Ergebnis (FVOCI) bewertet. Hierbei handelt es sich um bis zur Endfälligkeit zu haltende Schuldtitel. Unrealisierte Gewinne und Verluste werden nach Berücksichtigung von latenten Steuern erfolgsneutral im übrigen Eigenkapital ausgewiesen. Mit der Ausbuchung der Finanzinstrumente werden die im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und Verluste erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Fondsanteile und Beteiligungen werden ins Geschäftsmodell "Handel" (FVPL) eingestuft, da sie Zahlungsströme aus Dividenden und Ausschüttungen generieren und das SPPI-Kriterium nicht erfüllen. Bei den Beteiligungen handelt es sich im Wesentlichen um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- und Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER sieht die historischen Anschaffungskosten als beste Näherung an den Fair Value dieser Eigenkapitalinstrumente an. Derivative Finanzinstrumente unterliegen keiner Bewertungskategorie und werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Rahmen von strategischen Sicherungsbeziehungen erfolgt die Bilanzierung erfolgsneutral im Eigenkapital. Originäre finanzielle Verbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet. Im Rahmen von Reverse-Factoring-Vereinbarungen stellt WACKER Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen auf einer Plattform für Lieferanten zur Verfügung. Der Lieferant kann vor dem vereinbarten Zahlungsziel die Begleichung der Rechnung vornehmen. Verbindlichkeiten mit langen Zahlungszielen werden bei Reverse-Factoring-Vereinbarungen in die Finanzschulden umgegliedert. Wertminderungen finanzieller VermögenswerteNach IFRS 9 werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Finanzderivaten, grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten entweder erfolgsneutral oder erfolgswirksam bilanziert. Eine Risikovorsorge wird durch die Bildung von Wertminderungen vorgenommen. Wertminderungen für Forderungsausfälle werden bereits beim Erstansatz der finanziellen Vermögenswerte auf Basis der zu diesem Zeitpunkt herrschenden Erwartungen potenzieller Forderungsausfälle erfasst. Falls sich das Ausfallrisiko am Bilanzstichtag seit dem Erstansatz nicht signifikant erhöht hat, erfasst WACKER eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle (Stufe 1). Diese spiegelt die erwarteten Forderungsausfälle wider, die aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate entstehen können. IFRS 9 erfordert die Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Forderungsausfälle über die gesamte restliche Laufzeit für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich das Ausfallrisiko signifikant erhöht hat (Stufe 2), und für am Bilanzstichtag notleidende Vermögenswerte (Stufe 3). Eine signifikante Erhöhung des Forderungsrisikos sieht WACKER als gegeben an, wenn sich das Rating des Kontrahenten deutlich verschlechtert und die Forderung mehr als 30 Tage überfällig ist. Für in die Stufe 3 übergehende notleidende Vermögenswerte definiert WACKER die Kriterien Insolvenz, interne Mahnstufe 4, Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen als wesentliche Indikatoren. Unabhängig davon ist jedoch eine Einzelfallprüfung vorzunehmen. Dies erfolgt im Rahmen des Kreditmanagementprozesses. In diesem erfolgt auch die Zuordnung zu intern definierten Risikoklassen, insbesondere für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die internen Kreditklassen beinhalten zukunftsorientierte Informationen unter Einbezug von makroökonomischen Faktoren sowie das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("expected credit loss", "ECL") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Ausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert. Die über die Laufzeit erwarteten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswerts wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch "PD"), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch "LGD") und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch "EAD"). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn keine Erwartung mehr besteht, den ausstehenden Cashflow noch zu erhalten. Eine Ausbuchung einer Forderung erfolgt nach spezieller Einzelfallprüfung. Dabei werden die ggf. gebildeten Wertminderungen gegen den Bruttowert der Forderung ausgebucht und somit verbraucht. Aufwendungen aus erwarteten Wertminderungen werden im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Barmittel, Sichteinlagen sowie finanzielle Vermögenswerte, die jederzeit in Zahlungsmittel umgewandelt werden können, einer geringen Wertschwankung unterliegen und eine Laufzeit von bis zu drei Monaten haben. Sie sind mit den fortgeführten Anschaffungskosten, welche dem Nennbetrag entsprechen, bewertet. Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da die Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. Wenn die Vertragsbedingungen eines Vermögenswertes modifiziert werden und die Modifizierung nicht in einer Ausbuchung unter IFRS 9 resultiert, wird ein Ertrag oder Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Betrag errechnet sich als Differenz zwischen den jeweils mit der originären Effektivzinsrate abgezinsten, ursprünglichen vertraglichen Zahlungsströmen und den modifizierten Zahlungsströmen. Für WACKER stellen Modifizierungen jedoch Ausnahmen dar, die bis jetzt nicht eingetreten sind. Derivative FinanzinstrumenteDerivative Finanzinstrumente werden nur zu Sicherungszwecken eingesetzt, um Währungs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken aus dem operativen Geschäft bzw. den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen zu reduzieren. Die bilanzielle Erfassung von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt am Handelstag. Sie werden grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bilanziert, und zwar unabhängig davon, zu welchem Zweck oder in welcher Absicht sie abgeschlossen wurden. Positive Zeitwerte führen zum Ansatz einer Forderung, negative Zeitwerte zum Ansatz einer Schuld. Unterschiede werden außerhalb des Hedge Accounting erfolgswirksam erfasst. Sofern derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Risiken aus zukünftigen Zahlungsströmen sowie zur Sicherung von Bilanzposten eingesetzt werden, wendet WACKER Hedge Accounting gemäß den Anforderungen des IAS 39 an. Marktwertänderungen von Finanzinstrumenten zur Absicherung von Zahlungsströmen ("Cashflow Hedge") werden unter Berücksichtigung von latenten Steuern bis zur Realisierung des Grundgeschäftes im übrigen Eigenkapital erfasst. Im Zeitpunkt der Realisierung des Grundgeschäfts wird der Erfolgsbeitrag des Sicherungsgeschäfts in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Wird ein entsprechendes Derivat veräußert oder sind die Voraussetzungen für eine bilanzielle Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt, verbleibt dessen Wertänderung bis zum Eintreten der geplanten Transaktion im übrigen Eigenkapital. Ineffektive Teile des Sicherungsgeschäftes werden sofort erfolgswirksam erfasst. Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Schulden bzw. nicht bilanzierter fester vertraglicher Verpflichtungen ("Fair Value Hedges") führen zur Erfassung der Marktwertänderungen sowohl des Grundgeschäftes als auch des Finanzderivats als Sicherungsinstrument in der Gewinn- und Verlustrechnung. Die Sicherung einer Nettoinvestition in eine ausländische Einheit durch einen "Hedge of a Net Investment in a Foreign Operation" wird derzeit von WACKER nicht angewendet. Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. Währungskurssicherungen der geplanten Umsätze werden im sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen, während Zinssicherungen Bestandteil des Zinsergebnisses sind. Im übrigen Finanzergebnis werden Währungskurssicherungen der internen Konzernfinanzierung und Währungsderivate zur Sicherung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Fremdwährung ausgewiesen. Zeitwertänderungen von Rohstoffsicherungen werden in den Herstellungskosten erfasst. VorräteVorräte sind zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten nach der Durchschnittsmethode bewertet. Niedrigere Nettoveräußerungswerte oder niedrigere realisierbare Preise am Bilanzstichtag werden durch Wertminderungen auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Vertriebsaufwendungen berücksichtigt. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie lineare Abschreibungen. Kosten für die betriebliche Altersversorgung und freiwillige soziale Leistungen des Unternehmens werden ebenfalls berücksichtigt, soweit sie auf die Herstellung entfallen. Finanzierungskosten werden auf Grund der relativ kurzfristigen Fertigungsprozesse nicht angesetzt. Auf Grund der Produktionsgegebenheiten in der chemischen Industrie werden unfertige und fertige Erzeugnisse zusammengefasst ausgewiesen. In den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind auch Ersatzteile für die laufende Instandhaltung der Produktionsanlagen enthalten. Sie werden anhand ihrer Lagerdauer und möglicher Verwertbarkeit bewertet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von null bilanziert. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Im Falle eines niedrigeren beizulegenden Zeitwertes am Bilanzstichtag erfolgt eine Abwertung auf diesen Wert. Der Verbrauch wird anhand eines laufenden Durchschnittswerts von entgeltlichen und unentgeltlichen Zertifikaten ermittelt. Er wird ratierlich anhand des quartalsweisen Emissionsausstoßes als Aufwand in den Herstellungskosten erfasst. Ertragsteuerforderungen und sonstige nichtfinanzielle VermögenswerteErtragsteuerforderungen und sonstige nichtfinanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt. Veränderungen von Ertragsteuerforderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Ertragsteuern ausgewiesen. Ertragsteuerforderungen enthalten auch unsichere Steuerpositionen. Sofern langfristige Forderungen unverzinslich oder niedrig verzinslich sind, werden sie abgezinst. Pensionsrückstellungen und ähnliche VerpflichtungenLeistungsorientierte Pensionszusagen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren ("Projected Unit Credit Method") bewertet. Bei diesem Verfahren werden nicht nur die am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch erwartete Steigerungen von Renten und Gehältern berücksichtigt. Des Weiteren beruht die Bewertung auf versicherungsmathematischen Berechnungen unter Berücksichtigung biometrischer und finanzieller Rechnungsgrundlagen. Vom Barwert der Pensionsverpflichtungen (Defined Benefit Obligation, DBO) wird der Zeitwert des zugehörigen Planvermögens abgezogen, sodass sich die Nettoschuld bzw. der Nettovermögenswert aus den leistungsorientierten Plänen ergibt. Für die Ermittlung des laufenden Dienstzeitaufwandes gelten die Annahmen, die der Ermittlung der DBO des Vorjahres zugrunde gelegt wurden. Der Nettozinsaufwand des Geschäftsjahres wird ermittelt, indem der zu Beginn des Geschäftsjahres festgelegte Diskontierungszinssatz auf die zu diesem Zeitpunkt ermittelte Nettoschuld angewandt wird. Die Nettozinsen aus der Netto-Pensionsverpflichtung umfassen den mit dem Rechnungszins kalkulierten Zinsertrag aus Planvermögen und den Zinsaufwand auf den Anwartschaftsbarwert. Neubewertungen umfassen versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste, die sich aus der Abweichung von der Einschätzung zum Periodenbeginn und dem tatsächlichen Verlauf während der Periode bzw. der neueren Schätzung zum Bilanzstichtag hinsichtlich der Sterblichkeitswahrscheinlichkeiten, Rententrends, Gehaltsentwicklungen und Diskontierungszinssätze ergeben. Sie werden erfolgsneutral unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis auszuweisen sind Differenzen zwischen dem am Periodenanfang ermittelten Zinsertrag aus Planvermögen und den am Ende der Periode tatsächlich festgestellten Erträgen aus Planvermögen. Ändert sich der Barwert einer leistungsorientierten Verpflichtung infolge einer Planänderung oder Plankürzung, erfasst WACKER den hieraus resultierenden Effekt als nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand. Dieser wird bei Entstehung sofort erfolgswirksam erfasst. Auch die aus einer Abgeltung resultierenden Gewinne und Verluste werden unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die Abgeltung eintritt. Verwaltungskosten, die nicht Bestandteil der Verwaltung des Planvermögens sind, werden bei Leistungserbringung ebenfalls erfolgswirksam erfasst. Der Aufwand aus laufendem und nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand wird den Kosten der betroffenen Funktionsbereiche zugeordnet. Die Nettozinsen werden im übrigen Finanzergebnis ausgewiesen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläen sind gemäß versicherungsmathematischen Gutachten gebildet und bewertet. Altersteilzeitrückstellungen stellen auf Grund ihrer Ausgestaltung ebenfalls andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer gemäß IAS 19 dar, da sie noch an die Erbringung von Arbeitsleistungen in der Zukunft geknüpft sind. WACKER hat Altersteilzeitvereinbarungen ausschließlich als Blockmodell ausgestaltet. Die bilanzielle Erfassung der Rückstellung erfolgt ratierlich über den Zeitraum des Erdienens des Anspruches in der Beschäftigungsphase. RückstellungenFür gegenüber Dritten bestehende rechtliche oder faktische Verpflichtungen werden Rückstellungen in der Bilanz angesetzt, wenn der Abfluss von Ressourcen zur Begleichung der Verpflichtungen wahrscheinlich und zuverlässig schätzbar ist. Der Wertansatz der Rückstellungen basiert auf den geschätzten Beträgen, die erforderlich sind, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen, erkennbare Risiken und ungewisse Verpflichtungen des Konzerns abzudecken. Langfristige Rückstellungen werden mit ihrem auf den Stichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Zinssatz entspricht dem Marktzins für risikofreie Anlagen, die in ihrer Laufzeit der Restlaufzeit der zu erfüllenden Verpflichtung entsprechen. Erwartete Erstattungen, soweit sie hinlänglich sicher oder rechtlich einklagbar sind, werden nicht mit Rückstellungen saldiert, sondern als separater Vermögenswert aktiviert, sofern die Realisierung so gut wie sicher ist. Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen werden gebildet, soweit ein detaillierter, formaler Restrukturierungsplan erstellt und dieser den betroffenen Parteien mitgeteilt worden ist. Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden gebildet, wenn der aus dem Vertrag resultierende erwartete Nutzen geringer ist als die zur Vertragserfüllung unvermeidlichen Kosten. Rückstellungen für Umweltschutz werden gebildet, wenn zukünftige Mittelabflüsse zur Erfüllung von Umweltauflagen oder für Sanierungsmaßnahmen wahrscheinlich sind, die Kosten hinreichend zuverlässig geschätzt werden können und die Maßnahmen keinen künftigen Nutzenzufluss erwarten lassen. Resultiert aus einer geänderten Einschätzung eine Reduzierung des Verpflichtungsumfangs, wird die Rückstellung anteilig aufgelöst und der Ertrag in den Funktionsbereichen erfasst, die ursprünglich bei der Bildung der Rückstellung mit dem Aufwand belastet waren. Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige finanzielle VerbindlichkeitenOriginäre finanzielle Verbindlichkeiten werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich gegebenenfalls angefallener Transaktionskosten bewertet. Die Folgebewertung erfolgt unter Verwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Derivative Finanzinstrumente werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Leasingverbindlichkeiten werden in Höhe des Barwertes der künftigen Leasingraten als Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Eventualverbindlichkeiten / EventualforderungenEventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss nicht wahrscheinlich ist oder die Höhe der Verpflichtung nicht hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden in der Bilanz nicht erfasst. Eventualforderungen sind mögliche Vermögenswerte, die aus vergangenen Ereignissen resultieren und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten eines oder mehrerer unsicherer künftiger Ereignisse erst noch bestätigt wird, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen. 01. Erlöse aus Verträgen mit KundenDie im Umsatz erfassten Erlöse teilen sich wie folgt auf Verträge mit Kunden und sonstigen Erlösquellen auf: Aufteilung der Umsatzerlöse
WACKER legt seinen Umsatz grundsätzlich zu einem bestimmten Lieferzeitpunkt. Das gängige Geschäftsmodell bei WACKER ist der Verkauf von chemischen Erzeugnissen auf Grund einer bindenden Einzelbestellung mit oder ohne einen bestehenden Rahmenvertrag mit dem Kunden. Üblicherweise resultiert jeweils eine Leistungsverpflichtung aus den Bestellungen des Kunden und diese wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt. Die Umsatzrealisierung erfolgt bei wirtschaftlichem Kontrollübergang gemäß Incoterm an den Kunden. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON ergeben sich auch mittel- und langfristige Lieferverträge mit einer vordefinierten Abnahmemenge sowie geleisteten Anzahlungen. Die Umsatzrealisierung erfolgt auch hier zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im Rahmen von kundenspezifischen Aufträgen im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS wird der Umsatz zeitraumbezogen gelegt. Das Geschäftsmodell besteht darin, Entwicklungsleistungen für die pharmazeutische Industrie im Rahmen von Dienstleistungsverträgen zu erbringen, die anhand von Meilensteinen abgearbeitet und dokumentiert werden. Der Zahlungsanspruch entsteht bei Realisierung des Meilensteins. Weiter werden kundenspezifische Produkte im Zusammenhang mit Produktlieferverträgen für Vorprodukte von Medikamenten erstellt. Der Zahlungsanspruch entsteht hier mit Abnahme durch den Kunden. Kunden leisten in bestimmten Fällen Kundenanzahlungen vor Lieferung bzw. vor Start der Dienstleistung. Auch der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS schließt mittelfristige Lieferverträge ab. In geringem Umfang werden Lizenzerträge aus der Lizenzierung des Prozess-Know-hows realisiert. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Umsatzerlöse aus Reservierungsgebühren in Höhe von 16,6 Mio. € aus einem Lohnfertigungsvertrag zur Herstellung von COVID-19-Impfstoffen in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Nach der Kündigung wurden auf Grund einer Neubewertung des Vertrags gemäß IFRS 15 keine weiteren Reservierungsgebühren mehr bilanziert. Es bestehen keine langfristigen Zahlungsziele, die eine Finanzierungskomponente darstellen könnten. Im Regelfall ist der Zahlungsanspruch innerhalb von 30 bis 60 Tagen fällig. Kunden mit schlechter Bonität leisten Vorauskasse oder erbringen Bankbürgschaften vor Lieferung durch WACKER. Bei WACKER gelten grundsätzlich gesetzliche Gewährleistungspflichten bei mangelnder Qualität. Hierbei werden im Rahmenvertrag mit dem Kunden genaue Spezifikationsanforderungen definiert. Dienstleistungen erfolgen im Wesentlichen im Geschäftsbereich "Sonstiges" durch die Medienversorgung und Organisation von Chemieparks für die dort angesiedelten Drittfirmen, insbesondere am Standort Burghausen, Deutschland. Ein weiterer Bestandteil des Umsatzes im Geschäftsbereich "Sonstiges" resultiert aus dem Verkauf von Salz und Lauge. Die Umsatzrealisierung erfolgt sowohl für die Medienversorgung als auch für die Lieferung von Salz und Lauge zeitpunktbezogen. Die Erlösrealisierung erfolgt zum Zeitpunkt der Lieferung. Bei WACKER entsprechen die Umsatzerlöse je Segment den unterschiedlichen Produktkategorien des Konzerns. In den Segmenten zeigen sich die Unterschiede der chemischen Produkte wie auch die unterschiedlichen Markt- und Kundengruppen. Einen weiteren wesentlichen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umsatzerlöse hat die Region, in die WACKER seine Produkte liefert. Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der Umsatzerlöse: Aufgliederung der Umsatzerlöse
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Forderungen aus Verträgen mit Kunden » Siehe hierzu Note Nr. 10. Die von WACKER in der Bilanz ausgewiesenen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten enthalten die von Kunden geleisteten Vorauszahlungen auf Polysiliciumlieferungen, Vorauszahlungen von Kunden des Segments WACKER BIOSOLUTIONS sowie Anzahlungen von Kunden für Infrastrukturprojekte in den Chemieparks des Geschäftsbereichs "Sonstiges". Im Segment WACKER POLYSILICON wird mit der jeweiligen Einzellieferung von Polysilicium an den Kunden ein fixierter Teil der erhaltenen Vorauszahlung als Umsatz realisiert und kürzt die Verbindlichkeit. Im Segment WACKER BIOSOLUTIONS werden die Vorauszahlungen von Kunden mit der Realisierung des betreffenden Meilensteins realisiert. Im Segment "Sonstiges" wird der Umsatz über die vertragliche Laufzeit des Kundenvertrags realisiert. Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen für Polysiliciumlieferungen mit einer Laufzeit bis zu elf Jahren. Der Anstieg der erhaltenen Anzahlungen resultiert im Wesentlichen aus erhaltenen Anzahlungen aus Polysiliciumverträgen. Ferner werden Rabattabgrenzungen als Verkaufsvertragsverbindlichkeiten ausgewiesen. Bei den Rabattabgrenzungen handelt es sich um vertraglich fixierte Rabatte, die bei Erreichen bestimmter Schwellengrößen gewährt werden und den Umsatz der laufenden Periode kürzen. Diese werden auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit geschätzt und in der Regel spätestens in der Folgeperiode beglichen. Entwicklungen der Verkaufsvertragsverbindlichkeiten
WACKER garantiert manchen Kunden in mehrjährigen Rahmenverträgen die Verfügbarkeit von bestimmten Mengenkontingenten pro Jahr. Die tatsächliche Mengen- und Preisfixierung ergibt sich in der Regel nur maximal für ein Jahr. Diese werden in unterjährlichen Detailverhandlungen fixiert. Aus Mindestabnahmemengen ergeben sich zukünftige Leistungsverpflichtungen (Auftragsbestand) mit Laufzeiten, die folgende Tabelle zeigt: Auftragsbestand
02. Herstellungskosten/Sonstige betriebliche Erträge/Sonstige betriebliche Aufwendungen
Im Vorjahr wurden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen für das Programm "Zukunft gestalten" 48,9 Mio. € als Restrukturierungsaufwendungen ausgewiesen. Es handelt sich hierbei im Wesentlichen um den Aufwand aus Abfindungszahlungen an Mitarbeiter in Deutschland. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON wurden erhaltene Anzahlungen aus ausgelaufenen Langfristverträgen in Höhe von 15,0 Mio. € erfolgswirksam vereinnahmt und unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. 03. Equity-Ergebnis/Sonstiges Beteiligungsergebnis/Zinsergebnis / Übriges Finanzergebnis
Die Equity-Ergebnisse entfallen auf die Beteiligungen an der Siltronic AG sowie an Unternehmen in Asien und dem Vereinigten Königreich. Sie enthalten neben den anteiligen Jahresergebnissen Effekte aus anteiligen Zwischengewinneliminierungen, Bewertungseffekten und sonstigen Konzernanpassungen. Im Geschäftsjahr wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €) aktiviert; hierdurch verbesserte sich das Zinsergebnis entsprechend. Der durchschnittliche Fremdkapitalzinssatz des Konzerns, der im Geschäftsjahr herangezogen wurde, belief sich auf 1,5 Prozent (Vorjahr 1,5 Prozent). Im Zinseffekt verzinslicher Rückstellungen sind die Netto-Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen und der kalkulierten Erträge aus Planvermögen in Höhe von 19,0 Mio. € (Vorjahr 28,1 Mio. €) und Nettozinsaufwendungen aus der Aufzinsung und Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr -1,2 Mio. €) enthalten. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen und Erträge ergeben sich im Wesentlichen aus Zinseffekten im Rahmen von Finanztransaktionen und deren Sicherung sowie aus erwarteten Zinsen auf unsichere Steuerpositionen. 04. ErtragsteuernAls Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sowie die latenten Steuerabgrenzungen ausgewiesen. In Deutschland wird neben der Körperschaftsteuer von 15,0 Prozent (Vorjahr 15,0 Prozent) auch ein Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 Prozent (Vorjahr 5,5 Prozent) erhoben. Außerdem ist eine in Abhängigkeit von der Gemeinde des ansässigen Unternehmens variierende Gewerbeertragsteuer von 13,0 Prozent (Vorjahr 13,0 Prozent) zu zahlen. Entsprechend werden latente Steuern inländischer Gesellschaften zum Bilanzstichtag mit einem Gesamtsteuersatz einschließlich Solidaritätszuschlag von 28,8 Prozent (Vorjahr 28,8 Prozent) bewertet. Die laufenden Steuern von ausländischen Tochtergesellschaften werden auf der Grundlage des jeweiligen nationalen Steuerrechts und mit den im jeweiligen Sitzland gültigen Steuersätzen ermittelt. Die für ausländische Gesellschaften zugrunde gelegten jeweiligen landesspezifischen laufenden Ertragsteuersätze liegen wie im Vorjahr zwischen 9,0 Prozent und 31,0 Prozent. Steuerabgrenzungen auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochtergesellschaften wurden nur vorgenommen, sofern eine Ausschüttung geplant ist. An ausschüttungsfähigen Beträgen sind 432,7 Mio. € (Vorjahr 373,2 Mio. €) vorhanden. Für die sich daraus ergebende temporäre Differenz von 21,6 Mio. € (Vorjahr 18,7 Mio. €) wurde eine passive latente Steuer in Höhe von 6,2 Mio. € (Vorjahr 5,4 Mio. €) nicht gebildet, da WACKER in der Lage ist, den zeitlichen Verlauf zu steuern. In den Ertragsteuern sind laufende Steueraufwendungen aus Vorjahren in Höhe von 0,3 Mio. € (Vorjahr 1,2 Mio. €) sowie Steuererträge aus Vorjahren in Höhe von 3,8 Mio. € (Vorjahr 14,0 Mio. €) enthalten. Überleitung tatsächliches Steuerergebnis
Der latente Steueraufwand im laufenden Geschäftsjahr enthält, wie auch im Vorjahr, keine bisher nicht berücksichtigten temporären Differenzen und aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge. Zuordnung der Steuerabgrenzungen
Die Erhöhung der aktiven latenten Steuer bei den übrigen Vermögenswerten resultiert im Wesentlichen aus der Dotierung von Deckungsvermögen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von 250,0 Mio. €. Auf Grund des gebotenen Bruttoausweises in der Steuerbilanz steht der sich hieraus ergebenden aktiven latenten Steuer von 72,0 Mio. € ein Rückgang der aktiven latenten Steuer auf Pensionsrückstellungen in gleicher Höhe gegenüber. Die Veränderungen der aktiven und passiven latenten Steuern wurden in Höhe von 10,3 Mio. € (Vorjahr Ertrag 0,2 Mio. €) als Aufwand erfasst, während -187,6 Mio. € (Vorjahr 136,5 Mio. €) direkt im Eigenkapital berücksichtigt wurden. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um aktive latente Steuern aus der Veränderung versicherungsmathematischer Gewinne und Verluste aus Pensionsrückstellungen. Die bestehenden steuerlichen Verlustvorträge können wie folgt genutzt werden:
Die entstandenen steuerlichen Verlustvorträge betragen insgesamt 64,0 Mio. € (Vorjahr 167,7 Mio. €). Diese sind in Höhe von 59,6 Mio. € (Vorjahr 78,2 Mio. €) voraussichtlich nicht realisierbar und deshalb wurden keine latenten Steuern angesetzt. Theoretisch würde sich jedoch ein Betrag in Höhe von 15,4 Mio. € (Vorjahr 19,6 Mio. €) errechnen. Von den steuerlich nicht realisierbaren Verlustvorträgen sind 42.8 Mio. € (Vorjahr 44,4 Mio. €) der Höhe und der Zeit nach unbegrenzt. Im Geschäftsjahr 2021 wurden Verlustvorträge in Höhe von 19,7 Mio. € genutzt, auf die zuvor keine aktiven latenten Steuern angesetzt wurden. Dies führt zu einer Minderung des tatsächlichen Steueraufwands in Höhe von 4,3 Mio. €. Zum 31. Dezember 2021 werden keine aktiven latenten Steuern für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 662.8 Mio. € (Vorjahr 820,1 Mio. €) angesetzt. Der Rückgang ergibt sich im Wesentlichen aus dem geringeren Nichtansatz von temporären Differenzen auf die Wertminderungen im Anlagevermögen. Es wurden aktive latente Steuern auf temporäre Differenzen und steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 569,7 Mio. € (Vorjahr 770,8 Mio. €) angesetzt, ohne dass diesen passive latente Steuern in entsprechender Höhe gegenüberstehen. WACKER geht davon aus, dass das zukünftige steuerpflichtige Einkommen ausreichen wird, um diese aktiven latenten Steuern wahrscheinlich realisieren zu können. 05. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte enthalten entgeltlich erworbene gewerbliche Schutzrechte, Software und ähnliche Rechte und Werte. Aus Unternehmenserwerben resultieren entgeltlich erworbene Technologien und Kundenstämme sowie Auftragsbestände. Sie werden über drei bis 15 Jahre abgeschrieben. In den immateriellen Vermögenswerten wird ein Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 17,1 Mio. € zum 31. Dezember 2021 ausgewiesen (Erstkonsolidierung: 16,0 Mio. €). Währungsdifferenzen haben den Geschäfts- und Firmenwert um 1,1 Mio. € erhöht. Der Business Unit Biopharma des Segments WACKER BIOSOLUTIONS ist in 2021 erstmals ein Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von 16,0 Mio. EUR aus dem Unternehmenserwerb Wacker Biotech US Inc., San Diego, USA (vormals Genopis Inc.) zugeordnet. Die Business Unit Biopharma stellt auch die zahlungsmittelgenerierende Einheit dar, der der Geschäfts- und Firmenwert zugeordnet wird. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung erfolgte im vierten Quartal 2021. Im Rahmen der Werthaltigkeitsprüfung werden sowohl die Kapitalstruktur als auch der Betafaktor der jeweiligen Peergroup sowie der durchschnittliche Steuersatz jeder zahlungsmittelgenerierenden Einheit berücksichtigt. Die Werthaltigkeitsprüfung der Einheit wurde unter der Annahme eines gewichteten Kapitalkostensatzes nach Steuern von 8,3 Prozent vorgenommen. Dies entspricht einem gewichteten Kapitalkostensatz vor Steuern von 10,3 Prozent. Wesentliche Annahme für die Ermittlung des Value in Use sind die Markterwartungen sowie Gewinnmargen im CDMO-Business für pharmazeutische Anwendungen. Das dynamische Marktumfeld insbesondere der noch neuen Technologie der mRNA basierten Entwicklung von Medikamenten begründet den verlängerten Planungshorizont von acht Jahren bevor ein Terminal Value ermittelt wurde. Für die Ermittlung des Terminal Values wurde eine Wachstumsrate von einem Prozent verwendet. Die wesentliche Einflussgröße auf den Value in Use ist das EBITDA der Business Unit Biopharma. Nach Bestimmung der erzielbaren Beträge der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ergab sich, dass bei einer Abweichung von 20 Prozent über den gesamten Planungszeitraum inkl. des Terminal Values die Buchwerte der Einheit deren erzielbare Beträge leicht übersteigen. Sachanlagen Die Anschaffungskosten der Sachanlagen wurden im Jahr 2021 in Höhe von 5,1 Mio. € (Vorjahr 3,1 Mio. €) durch Investitionsförderungen gemindert. Im Berichtsjahr sind Fremdkapitalkosten in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €) als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von qualifizierten Vermögenswerten aktiviert worden. Der durchschnittliche Finanzierungskostensatz beträgt 1,5 Prozent (Vorjahr 1,5 Prozent). 06. LeasingNutzungsrechte Die folgende Tabelle zeigt die Vermögenswerte, die im Rahmen einer Leasingvereinbarung als Nutzungsrecht bilanziert werden.
Im Bereich Grundstücke und Gebäude mietet WACKER Immobilien an. Darunter fallen Büro- und Lagerflächen. In 2021 wurde ein Mietvertrag über die Nutzung eines gemischt genutzten Gebäudes bei der Wacker Biotech US Inc. vorzeitig verlängert. Dies führte zu einem Zugang von 36,7 Mio. €. Des Weiteren fällt unter diese Kategorie die Hauptverwaltung der Wacker Chemie AG, die von der Pensionskasse VVaG gemietet wird. Unter den Nutzungsrechten für technische Anlagen und Maschinen befinden sich im Wesentlichen mietweise überlassene Betriebsvorrichtungen und Infrastruktureinrichtungen. Als Betriebs- und Geschäftsausstattung werden gemietete Fahrzeuge und Transportausstattungen wie Tanks und Transportwaggons ausgewiesen. Längerfristige Mietverträge bestehen insbesondere für Immobilien und Betriebsvorrichtungen. Leasingverträge können Verlängerungs- und Kündigungsoptionen haben. Die Leasingkonditionen werden individuell ausgehandelt und beinhalten eine Vielzahl von unterschiedlichen Konditionen. Künftige Mittelabflüsse können sich aus Verlängerungsoptionen ergeben. Zum Bilanzstichtag bestehen keine wesentlichen nicht bilanzierten Verlängerungsoptionen. Aus nicht begonnenen Leasingverhältnissen hat WACKER im Rahmen des Baus eines neuen Warenlagers und eines Verwaltungsgebäudes Verpflichtungen in Höhe von 6,1 Mio. € jährlich ab 2022. Ab 2023 erhöht sich die jährliche Verpflichtung um 3,0 Mio. € für ein weiteres Warenlager. Ab 2024 erhöht sich diese jährlich um weitere 7,7 Mio. € für ein weiteres Bürogebäude. Leasingverbindlichkeiten
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 31,4 Mio. € (Vorjahr 31,8 Mio. €) getilgt sowie 3,4 Mio. € (Vorjahr 3,7 Mio. €) an Zinsen für Leasingverhältnisse bezahlt. » Siehe auch Textziffer 22 Kapitalflussrechnung Zum Bilanzstichtag ergaben sich künftige Mittelabflüsse in Höhe von 171,9 Mio. € (Vorjahr 144,8 Mio. €). Es ergibt sich folgende Fälligkeitenstruktur der Leasingzahlungen:
WACKER als Leasinggeber WACKER ist Leasinggeber im Rahmen der Untervermietung der Hauptverwaltung in München. Diese Vermietungen werden sowohl als Operating Lease in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr: 1,2 Mio. €) als auch als Finance Lease in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr 1,5 Mio. €) bilanziert. Die Nutzungsrechte aus dem Sublease im Rahmen des Operating Lease werden gemäß IAS 40 ausgewiesen. WACKER trägt das Vermietungsrisiko für diese Mietflächen. In der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben sich folgende Aufwendungen und Erträge aus Leasingsachverhalten:
07. Als Finanzinvestition gehaltene ImmobilienDie Wacker Chemie AG ist Eigentümer von Immobilien am Produktionsstandort Köln. Hierbei handelt es sich um Grundstücke sowie um Infrastruktureinrichtungen (Energie, Abwasser usw.). Die Grundstücke sind vermietet bzw. langfristig verpachtet. Die Betreibung, Wartung und Pflege der Grundstücke und Infrastruktureinrichtungen werden durch Dritte vorgenommen, die die entstehenden Kosten direkt an die Mieter bzw. Pächter verrechnen. WACKER hat sich verpflichtet, zukünftige Instandhaltungsmaßnahmen im notwendigen Umfang in den nächsten Jahren durchzuführen. Darüber hinaus ist WACKER langfristige Untermietverträge für Teile der Münchener Hauptverwaltung eingegangen.
Der beizulegende Zeitwert der Immobilien am Produktionsstandort Köln beruht auf einem externen Gutachten, das periodisch aktualisiert wird. Die letzte Aktualisierung erfolgte in 2018. Zur Bewertung des beizulegenden Zeitwertes wurde der Verkehrswert auf Grund des Liquidationswertes des Betriebes ermittelt. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ist in der Fair-Value-Hierarchie der Stufe 2 zuzuordnen. Der Restbuchwert entfällt auf die Grundstücke. Das Bewertungsverfahren wurde im Vergleich zum letzten Bewertungszeitpunkt nicht geändert. Der beizulegende Zeitwert des Nutzungsrechts an der Münchener Hauptverwaltung beruht auf den diskontierten Mieteinzahlungen über die Restlaufzeit des Mietvertrags und entspricht dem Buchwert. 08. At equity bewertete BeteiligungenDer Konzern bilanziert Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen nach der Equity-Methode. Wesentliche at equity bewertete Beteiligung ist die Siltronic AG mit ihren Tochtergesellschaften. Zum 31. Dezember 2020 wurde die Siltronic gemäß IFRS 5 bilanziert. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Veräußerung der Siltronic-Anteile als nicht mehr hoch wahrscheinlich eingestuft und die Bilanzierung nach IFRS 5 ist entfallen. » Siehe dazu Anhangangabe Nr. 12. Der Siltronic-Konzern ist einer der weltweit führenden Hersteller von Siliciumwafern für die Halbleiterindustrie. WACKER liefert an Siltronic Polysilicium, den wichtigsten Rohstoff zur Herstellung von Siliciumwafern. Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
Zusammenfassende Finanzinformationen zur Siltronic AG und zu deren Tochterunternehmen 1 auf 100-Prozent-Basis:
1 Konzernabschluss der Siltronic AG nach IFRS
Überleitung des Equity-Buchwerts
Die restlichen Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen sind für sich genommen einzeln für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht wesentlich. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung der Beteiligungsbuchwerte im Berichtszeitraum. Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen Gemeinschaftsunternehmen
Zusammengefasste anteilige Finanzinformationen der einzeln für sich genommen unwesentlichen assoziierten Unternehmen
Wurden Ausleihungen an Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen von den Gesellschaftern ausgegeben, ist die Tilgung dieser Darlehen grundsätzlich vorrangig vor einer Dividendenausschüttung. Abweichungen zwischen dem anteiligen Jahresüberschuss und dem Equity-Ergebnis sowie dem anteiligen Eigenkapital und dem Buchwert der at Equity bewerteten Beteiligungen ergeben sich im Wesentlichen durch Fair-Value-Anpassungen und Konsolidierungsmaßnahmen. Im Folgenden werden die wesentlichen Kennzahlen der nach der Equity-Methode einbezogenen Unternehmen dargestellt.
09. Vorräte
Die Herstellungskosten enthalten Kosten für Vorräte in Höhe von 4,5 Mrd. € (Vorjahr 3,8 Mrd. €), die als Aufwand erfasst wurden. Die als Aufwand erfassten Wertberichtigungen nahmen in der Berichtsperiode um 99,5 Mio. € ab. Im Vorjahr ergab sich eine Zunahme in Höhe von 22,5 Mio. €. 10. Finanzielle und nichtfinanzielle Vermögenswerte/ForderungenBei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Verträgen mit Kunden. Forderungen sind zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, die den Marktwerten entsprechen. Ausfallrisiken sind - soweit nicht durch Versicherungen, Bankbürgschaften und erhaltene Anzahlungen abgedeckt - durch ausreichende Wertberichtigungen berücksichtigt. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet WACKER den sogenannten vereinfachten Ansatz zur Ermittlung von Wertminderungen nach IFRS 9 an. Dabei wird die Risikovorsorge sofort im Zeitpunkt der Ausreichung auf der Basis der erwarteten Forderungsausfälle der Gesamtlaufzeit bestimmt. Eine Änderung des Kreditrisikos ("expected credit loss (ECL)") muss nicht mehr nachverfolgt werden. Die erwarteten Forderungsausfälle werden mithilfe einer Wertminderungsmatrix ermittelt. Dabei werden die Verlustausfallraten je Überfälligkeitskategorie anhand der Risikoklassen der überfälligen Forderungen definiert.
Folgende Tabelle zeigt die Aufgliederung der erwarteten Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2021
Entwicklung der Überfälligkeiten auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31.12.2020
Die über die Laufzeit erwarteten Forderungsausfälle spiegeln alle möglichen Ausfallereignisse über die erwartete Restlaufzeit eines finanziellen Vermögenswertes wider. WACKER bestimmt die erwarteten Forderungsausfälle unter Berücksichtigung des Ausfallrisikos über die gesamte Vertragslaufzeit, die der Konzern dem Kreditrisiko ausgesetzt ist. Für langfristige und kurzfristige verzinsliche Forderungen (Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere) nutzt WACKER drei Hauptparameter zur Bewertung der erwarteten Forderungsausfälle. Zu diesen zählen die Ausfallwahrscheinlichkeit (Probability of Default, auch PD), die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, auch LGD) und die Schätzung des Risikopositionswerts bei Ausfall (Exposure at Default, auch EAD). Für Ausleihungen und festverzinsliche Wertpapiere wird eine Risikovorsorge in Höhe der zwölfmonatigen erwarteten Forderungsausfälle ermittelt, da es sich um Finanzinstrumente mit "low credit risk" handelt. Die Entwicklung der Wertberichtigungen und der Überfälligkeiten stellten sich wie folgt dar: Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Die Wertberichtigungen betreffen ausschließlich die Erlöse aus Verträgen mit Kunden. Zum 31. Dezember 2021 ergab sich kein wesentliches Ausfallrisiko. Permanente Bonitätseinschätzungen werden bezüglich der Werthaltigkeit der Forderungen durchgeführt und es werden gegebenenfalls Kreditausfallversicherungen abgeschlossen. Ferner werden Anzahlungen und Bankbürgschaften von Kunden geleistet. Das maximale Ausfallrisiko besteht in Höhe des Buchwerts der nicht versicherten Forderungen. Es sind keine Ausleihungen oder Forderungen vorhanden, die nachverhandelt wurden, um eine Überfälligkeit oder eine mögliche Wertminderung zu vermeiden. Auf Grund der Erfahrungen der Vergangenheit sowie der Bedingungen zum Bilanzstichtag ergeben sich keine Einschränkungen bezüglich der Kreditqualität. 11. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Wertpapiere, Liquidität
Die Kassenbestände und Bankguthaben sind zum Nennbetrag bilanziert. Bei den Zahlungsmitteläquivalenten handelt es sich um Termingelder und Commercial Paper, die von Emittenten mit erstklassiger Bonität ausgegeben werden und der Kategorie "Halten, amortized cost" zugeordnet werden. Auf Bankguthaben und Termingelder wird das allgemeine Wertminderungsmodell angewendet. Es handelt sich um Finanzinstrumente mit "low value risk", da WACKER nur Bankbeziehungen mit Kontrahenten im Investment-Grade-Bereich eingeht. Bei Banken, die zum Einlagensicherungsfonds gehören, werden keine Wertminderungen ermittelt, da diese Einlagen entsprechend abgesichert sind. Es ergeben sich nur unwesentliche Wertminderungen. WACKER verfügt über keine Zahlungsmittel, die Verfügungsbeschränkungen auf Grund von Devisenausfuhrbeschränkungen unterliegen. Wertpapiere enthalten Festgelder, die der Kategorie "Halten und Verkaufen" zugeordnet werden. Auch auf diese Finanzinstrumente ist das Wertminderungsmodell des IFRS 9 anzuwenden. Die Anlagerichtlinie von WACKER sieht nur die Anlage in Wertpapiere im Investment-Grade-Bereich vor. Das Wertminderungsrisiko ist somit gering. Fondsanteile, die der Kategorie "Handel, FVTPL" zugeordnet sind, fallen nicht unter das Wertminderungsmodell des IFRS 9. 12. Zur Veräußerung gehaltene VermögensgegenständeZum Stichtag 31. Dezember 2020 hat WACKER die zuvor at equity bewertete Beteiligung an der Siltronic AG in Höhe von 550,4 Mio. € in die Bilanzposition "zur Veräußerung gehaltene Vermögensgegenstände" umgegliedert. Die Wacker Chemie AG hatte mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sah eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer über 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Beteiligung an der Siltronic AG wieder at equity bilanziert. Zum Stichtag konnte die Veräußerung der Anteile nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft werden, da nach zwölf Monaten noch keine Veräußerung stattgefunden hat und die Genehmigung der Übernahme durch die deutschen Behörden als schwierig eingestuft wurde. Die Übernahme stand noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und außenwirtschaftlicher Genehmigungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Frist zur Freigabe am 31. Januar 2022 verstreichen lassen. Dadurch wurde sowohl die Vereinbarung zwischen der Wacker Chemie AG wie auch das Übernahmeangebot ungültig. Die Beteiligung an der Siltronic AG wird im Segment "Sonstiges" ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2021 wurde somit die at equity bewertete Beteiligung der Siltronic in der Bilanz in Höhe von 659,0 Mio. € ausgewiesen. Darin ist ein at-Equity-Ergebnis der Siltronic in Höhe von 62,1 Mio. € enthalten. Im OCI wurden 64,9 Mio. € aus Währungsveränderungen und Anpassungen von Pensionsrückstellungen erfasst. Die Ausschüttung von 18,5 Mio. € reduzierte den at-Equity-Ansatz. Gemäß IFRS 5 wurde der Ausweis der at-Equity-Beteiligung als zur Veräußerung gehaltener Vermögenswert im Vorjahr korrigiert und die Siltronic AG wieder als at equity bewertete Beteiligung gezeigt. 13. Eigenkapital / Anteile anderer Gesellschafter/KapitalstrukturmanagementDas gezeichnete Kapital (Grundkapital) der Wacker Chemie AG beträgt 260.763.000 €. Es besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien (Gesamtbestand). Dies entspricht einem rechnerischen Wert von 5 € je Stückaktie. Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht; es handelt sich ausschließlich um Stammaktien. Ein genehmigtes Kapital zur Ausgabe neuer Aktien besteht zum Stichtag nicht. Der Vorstand ist ermächtigt, innerhalb der gesetzlichen Regelungen des § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG eigene Aktien in Höhe von maximal zehn Prozent des Grundkapitals zu erwerben. Die Entwicklung im Berichtsjahr und im Vorjahr ergibt sich aus folgender Tabelle:
Zur Erläuterung der Aktionärsstruktur der WACKER Chemie AG wird auf den Abschnitt "Beziehungen zu nahestehenden Personen" verwiesen. » Siehe Ziffer 25 Die Kapitalrücklage enthält die in den Vorjahren bei der Ausgabe von Anteilen über den Nennbetrag hinaus erzielten Beträge sowie andere Zuzahlungen, die in das Eigenkapital geleistet wurden. In den Gewinnrücklagen sind enthalten: die in früheren Geschäftsjahren bei der Wacker Chemie AG gebildeten Beträge, Einstellungen aus dem Jahresergebnis des Konzerns, die Ergebnisse der einbezogenen Gesellschaften abzüglich der Anteile anderer Gesellschafter am Ergebnis, ergebniswirksame Veränderungen der Konsolidierungsposten und Konsolidierungskreisveränderungen. Im übrigen Eigenkapital sind die Unterschiede aus der erfolgsneutralen Währungsumrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochterunternehmen und die Effekte aus der erfolgsneutralen Bewertung von Finanzinstrumenten, Cashflow Hedge Accounting, Pensionen und Effekte aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe ausgewiesen. Die Ergebnisanteile anderer Gesellschafter teilen sich folgendermaßen auf Gewinn- bzw. Verlustanteile auf:
Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital entfallen auf folgende Gesellschaften: Anteile anderer Gesellschafter
1 inklusive der Tochtergesellschaften
Die Stimmrechte anderer Gesellschafter entsprechen ihrem Anteil am Eigenkapital. Weitere Informationen zu den einzelnen Gesellschaften sind in der Anteilsbesitzliste zu finden. » Siehe Ziffer 24 Angaben zum Kapitalmanagement Das Kapitalmanagement des WACKER-Konzerns verfolgt das Ziel, langfristig die Unternehmensfortführung zu sichern und angemessene Kapitalrenditen für die Anteilseigner zu erwirtschaften. Als Instrumente der Kapitalsteuerung dienen unter anderem Dividendenzahlungen an Anteilseigner und Aktienrückkäufe. Die Wacker Chemie AG beachtet im Rahmen des Kapitalmanagements die gesetzlichen Vorschriften zur Kapitalerhaltung. Sie unterliegt keinen satzungsmäßigen Kapitalerfordernissen. Besondere Kapitalbegriffe werden nicht verwendet. Die Dividendenpolitik orientiert sich grundsätzlich daran, rund 50 Prozent des Konzernjahresergebnisses an die Aktionäre auszuschütten, vorausgesetzt die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die Gremien stimmen zu. Überdies verfügt WACKER über ein aktives Fremdkapitalmanagement. Ziel sind ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsprofil und ein komfortables Liquiditätspolster. Im Rahmen des wertorientierten Managements gehört die Kennzahl Nettofinanzschulden zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen. » Siehe Kapitel "Steuerungssystem" und "Vermögenslage" im Konzernlagebericht Die Kapitalstruktur des WACKER-Konzerns stellt sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar: Kapitalstruktur
14. PensionsrückstellungenFür die Mitarbeiter des WACKER-Konzerns bestehen je nach den rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Landes unterschiedliche Systeme der Alterssicherung, die in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Entgelt der Mitarbeiter basieren. Bei der betrieblichen Altersversorgung wird zwischen beitrags- und leistungsorientierten Plänen unterschieden. Aus beitragsorientierten Plänen resultieren über die Entrichtung von Beiträgen an zweckgebundene Fonds hinaus keine weiteren Verpflichtungen für das Unternehmen. Bei WACKER existieren sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pläne, die teilweise über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, Fonds oder CTAS (Pensionstreuhandkonten) finanziert sind. Pensionsverpflichtungen ergeben sich aus leistungsorientierten Plänen in Form von Anwartschaften und laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter des WACKER-Konzerns sowie deren Hinterbliebene. Im Wesentlichen garantieren die unterschiedlichen Pensionspläne den Mitarbeitern lebenslange Renten auf Basis des während der Beschäftigung bei WACKER durchschnittlich bezogenen Gehalts (Karrieredurchschnittsplan) oder Kapitalzahlungen. Die Versorgungsansprüche in Deutschland sind durch den Pensionssicherungsverein a. G. gegen Insolvenz geschützt. Die Insolvenzsicherung ist nach oben begrenzt. Gesetzliche Mindestfinanzierungspflichten bestehen nicht. Im Konzern bestehen folgende Altersversorgungspläne: Versorgungspläne über die Pensionskasse Für Mitarbeiter in Deutschland wird eine Grundversorgung über die rechtlich selbstständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gewährt. Sie wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Die zugesagten Leistungen umfassen Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Die Pensionskasse ist ein kleiner Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit im Sinne des § 210 des Versicherungsaufsichtsgesetzes und ist reguliert nach § 233 Abs. 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes. Sie unterliegt damit den Regelungen für deutsche Versicherer und wird von der BaFin beaufsichtigt. Es bestehen gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, gilt in der Grundversorgung eine feste Leistungszusage, die bei der Bewertung der Pensionsverpflichtungen zu berücksichtigen ist. Die Rentenhöhe ist dabei unabhängig vom Alter bei Beitragszahlung und auch unabhängig von der erzielten Vermögensverzinsung. Für Mitarbeiter, die nach 2004 und vor 2022 in die Unternehmen eingetreten sind, gelten neue Tarife für die Grundversorgung. Den Leistungen liegen dort Garantiezinssätze zugrunde und die Leistungshöhe hängt vom Alter bei Beitragszahlung ab. Jährliche Überschussbeteiligungen können die zukünftige Leistung erhöhen. Zusätzlich können Mitarbeiter in Deutschland Beiträge zur freiwilligen Höherversicherung PK + an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG leisten. Vor allem werden die Beiträge aus der tarifvertraglich geregelten Altersversorgung auf Grund der Tarifverträge über Einmalzahlungen und Altersvorsorge und über Lebensarbeitszeit und Demografie in die freiwillige Höherversicherung eingezahlt. Direktzusagen des WACKER-Konzerns Neben den Zusagen der Pensionskasse erhalten Mitarbeiter in Deutschland direkte Leistungszusagen in Form einer Zusatzversorgung. Mit der Zusatzversorgung werden Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze abgesichert. Bis 2004 eingetretene Mitarbeiter und deren Hinterbliebene erhalten Rentenleistungen. Die Höhe der Rente hängt vom durchschnittlich während der Beschäftigung bei WACKER bezogenen Gehalt ab (Karrieredurchschnittsplan). Für Mitarbeiter, die zwischen 2005 und 2021 in die Unternehmen eingetreten sind, wird jährlich ein Prozentsatz des Gehalts oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bereitgestellt. Das sich hieraus ergebende Kapital wird verzinst. Die Leistungen können als lebenslange Rente oder, für Zusagen ab 2005, alternativ als Einmalzahlung abgerufen werden. Leistungsberechtigt sind die Mitarbeiter und ihre Hinterbliebenen. Die Ansprüche der Mitarbeiter gehen in die Ermittlung der Pensionsverpflichtungen ein. Dies gilt sowohl für bis 2004 eingetretene Mitarbeiter als auch für ab 2005 eingetretene Mitarbeiter. Für Mitglieder des Vorstands bestehen Einzelzusagen. Weitere Informationen zur Altersversorgung des Vorstands sind im Vergütungsbericht zu finden. Außertariflich bezahlte Mitarbeiter in Deutschland können in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan ("Deferred Compensation") Teile ihres Gehalts einzahlen. Dieser Plan gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, Teile ihrer künftigen Entgeltansprüche in ein wertgleiches Versorgungskapital umzuwandeln. Das Versorgungskapital wird in Abhängigkeit vom Abschluss der Teilnahmevereinbarung am Leistungsplan (Zusage) mit sieben Prozent (1996 - 2001), sechs Prozent (2002 - 2010) oder fünf Prozent (2011- 2013) verzinst. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von sieben Prozent oder sechs Prozent kann der Mitarbeiter zwischen einer Auszahlung in Rentenform und einer als Kapital wählen. Bei den Zusagen mit einer Verzinsung von fünf Prozent erfolgt die Auszahlung ausschließlich in Kapitalform. Ab 2015 können leitende Angestellte Teile ihres Gehalts zu einem variablen Zinssatz in einen arbeitnehmerfinanzierten Leistungsplan einzahlen. Der variable Zinssatz ist abhängig von der fünfjährigen Umlaufrendite inländischer Inhaberschuldverschreibungen und beträgt mindestens 2,5 Prozent und höchstens fünf Prozent. Die Auszahlung erfolgt ausschließlich in Kapitalform. Zusagen, die bis zum 31. Dezember 2000 erteilt wurden, werden mit dem m/n-tel Barwert (gemäß Projected-Unit-Credit-Methode) bewertet, Zusagen, die ab dem 01. Januar 2001 erteilt wurden, werden mit dem Barwert der erworbenen Anwartschaft bzw. mit dem erworbenen Kapital bewertet. Zur teilweisen Finanzierung und Sicherung der Pensionsverpflichtungen aus Direktzusagen und Deferred Compensation (bisher ungedeckte leistungsorientierte Verpflichtungen) besteht seit 2021 eine Treuhand in Form eines Contractual Trust Arrangements (CTA). Die Dotierung erfolgte in Höhe von 250 Mio. €. Pensionszusagen im Ausland Für die Mitarbeiter ausländischer Tochtergesellschaften bestehen unterschiedliche Pensionszusagen nach den rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder. Von diesen Zusagen sind nur die Pläne in den USA für den Konzern wesentlich. In den USA bestehen leistungsorientierte Pensionszusagen für Mitarbeiter der WACKER Chemicals Corporation, Adrian. Diese Pläne wurden für Neuzusagen ab dem 31. Dezember 2003 geschlossen und werden nur noch für die Altbestände fortgeführt. Die Versorgungsleistung besteht in einer monatlichen Rentenzahlung ab dem 65. Lebensjahr, die sich auf Basis des zuletzt gezahlten Durchschnittsgehaltes ermittelt. Spezielle Regelungen gibt es bei frühzeitiger Verrentung ab dem 55. Lebensjahr, abhängig von der Betriebszugehörigkeit. Auf Grund des ähnlichen Charakters werden auch Verpflichtungen für die medizinische Versorgung von Mitarbeitern nach deren Eintritt in den Ruhestand sowie für Austrittsentschädigungen unter den Pensionsrückstellungen ausgewiesen. Für neue Mitarbeiter in den USA existieren nur noch beitragsorientierte Pensionspläne. Der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen kann wie folgt auf die in der Bilanz ausgewiesenen Rückstellungen übergeleitet werden: Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen
Entwicklung der Nettoschuld der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen
In der Überleitungsposition "Beiträge Arbeitgeber" für 2021 ist die Zahlung in das CTA in Höhe von 250 Mio. € enthalten. Im Vorjahr ist eine Sonderzahlung in Höhe von 73,4 Mio. € an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG in dieser Position erfasst. Annahmen Die Pensionsverpflichtungen werden unter Berücksichtigung von unternehmensspezifischen und landesspezifischen biometrischen Rechnungsgrundlagen und Parametern ermittelt. Den Berechnungen liegen versicherungsmathematische Gutachten zugrunde, die folgende Parameter berücksichtigt haben: Versicherungsmathematische Annahmen
Hinsichtlich der Lebenserwartung werden in Deutschland die von der Heubeck AG entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen den aktuellen Stand der Lebenserwartung und der sozioökonomischen Faktoren und stellen aktuell die beste Schätzung der Lebenserwartung dar. In den USA werden aktuelle Sterbetafeln berücksichtigt, die regelmäßig an die neuesten Sterblichkeitserwartungen angepasst werden. Die bei der Berechnung der Pensionsverpflichtung berücksichtigten Diskontierungszinssätze und Gehaltssteigerungen wurden in Abhängigkeit von den entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen nach einheitlichen Grundsätzen abgeleitet. Der Rechnungszins beruht auf einer Zinsstrukturkurve, die aus Renditen hochrangiger festverzinslicher und laufzeitäquivalenter Unternehmensanleihen des jeweiligen Landes abgeleitet wurde. Er berücksichtigt die WACKER-spezifischen erwarteten zukünftigen Zahlungsströme der Verpflichtungen. Sensitivitätsanalyse Bei der folgenden Sensitivitätsanalyse wird jeweils nur eine Annahme verändert, d. h., die übrigen Annahmen bleiben gegenüber der ursprünglichen Bewertung unverändert, sodass die Sensitivität jeder Annahme isoliert betrachtet werden kann. Daraus folgt, dass mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen nicht berücksichtigt werden. Die folgende Übersicht zeigt, inwieweit sich der Barwert der Pensionsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen ändern würde. Sensitivitätsanalyse
Zusammensetzung des Planvermögens In Deutschland investiert die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG gemäß gesetzlichen Vorschriften und den Vorschriften ihrer Satzung das relevante Planvermögen. Die Pensionskasse investiert rund die Hälfte des Vermögens in Aktien- und Rentenfonds. Die andere Hälfte wird als Direktinvestition in die Anlageklassen Schuldscheindarlehen, Immobilien, Immobiliendarlehen, Private Debt und Private Equity angelegt. Der verbleibende Teil des Vermögens wird als Liquidität vorgehalten. Die Anlagestrategie erfolgt gemäß der vom Vorstand der Pensionskasse vorgegebenen Kapitalanlagerichtlinie. Die über ein Contractual Trust Arrangement (CTA) angelegten Mittel wurden zum 31. Dezember 2021 in einen Fonds, der überwiegend Anleihen und Barmittel hält, investiert. Maßgabe für die künftige Anlage sind die im Treuhandvertrag und in den Kapitalanlagerichtlinien festgelegten Anlagegrundsätze. Das Planvermögen der in den USA aufgelegten Pensionspläne wird überwiegend in Aktien und Fonds gemäß den vorgegebenen Kapitalanlageregelungen angelegt. Die Zusammensetzung des Planvermögens des Konzerns zeigt folgende Tabelle: Zusammensetzung Planvermögen
Der WACKER-Konzern nutzte zum Stichtag 31. Dezember 2021 95,0 Mio. € (Vorjahr 80,0 Mio. €) des Planvermögens für eigene Zwecke. Hierbei handelt es sich um die von der Wacker Chemie AG genutzte Immobilie der WACKER-Hauptverwaltung in München. Risiken Die mit den leistungsorientierten Verpflichtungen verbundenen Risiken betreffen neben den üblichen versicherungsmathematischen Risiken vor allem finanzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Planvermögen. In Deutschland werden wesentliche Teile der leistungsorientierten Verpflichtungen in der Pensionskasse verwaltet. Im Rahmen einer jährlich durchgeführten Asset-Liability-Studie wird das aktuelle und künftige Verhältnis von Portfoliostruktur zu den Verpflichtungen analysiert und prognostiziert. Als Resultat ermittelt sich das langfristige Renditeerfordernis der Pensionskasse. Darauf aufbauend definiert die Pensionskasse ein strategisches Zielportfolio. Das Renditeerfordernis, der Firmenbeitrag der Trägerunternehmen und die strategische Asset-Allokation werden somit jährlich überprüft und miteinander in Einklang gebracht. Grundsätzlich sind alle Kapitalanlagen Marktpreisänderungsrisiken ausgesetzt. Diese können aus Zins- , Aktienkurs- bzw. Wechselkursverschiebungen bestehen. WACKER zielt darauf ab, durch ein sogenanntes Overlay-Management Verluste auf ein vorgegebenes Maß zu beschränken. Teilweise werden Derivate zu Absicherungszwecken eingesetzt. Die leistungsorientierten Pläne in den USA unterliegen auf Grund der Anlage des Planvermögens in Aktien und Fonds neben den versicherungsmathematischen Risiken ebenfalls dem Marktpreisänderungsrisiko. Je nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften ist WACKER dazu verpflichtet, eine Unterdeckung der Pensionspläne durch Zuführung liquider Mittel zu reduzieren. Weitere Risiken ergeben sich insbesondere durch die Lebenserwartung der Leistungsempfänger, das Zinsgarantierisiko sowie aus Gehalts- und Rentensteigerungen. Das Zinsgarantierisiko wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses regelmäßig beobachtet. Es stellt bei der Ermittlung des langfristigen Zinserfordernisses und dessen Erfüllbarkeit ein Schwerpunktthema der Pensionskasse dar. Risiken aus der Zinsgarantie entfallen auch auf die Pläne zur "Deferred Compensation". Finanzierung der Pensionspläne Im Geschäftsjahr 2021 wurden für Pläne in Deutschland 82,4 Mio. € (Vorjahr 77,4 Mio. €) und für Pläne im Ausland 6,2 Mio. € (Vorjahr 6,4 Mio. €) an Rentenzahlungen geleistet. Für das folgende Geschäftsjahr erwartet WACKER Rentenzahlungen für Pensionen von rund 94 Mio. €. Die laufenden Beiträge des Arbeitgebers in das Planvermögen werden in 2022 rund 10 Mio. € betragen. Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtung beträgt zum 31. Dezember 2021 21,3 Jahre (Vorjahr 22,6 Jahre) in Deutschland und 12,5 Jahre (Vorjahr 13,0 Jahre) in den USA. Erwartete Fälligkeiten der Pensionszahlungen
Zusammensetzung Pensionsaufwands
Im Zusammenhang mit der Neustrukturierung der Vorstandsvergütung auf Grund der geänderten Anforderungen des § 162 AktG (ARUG II) ergaben sich auch Änderungen bei der betrieblichen Altersversorgung einiger Vorstände. Daraus ergaben sich Erträge aus nachzuverrechnendem Dienstzeitaufwand (past service costs) in Höhe von 4,3 Mio. €. 15. Andere Rückstellungen
Personalrückstellungen Sie enthalten Verpflichtungen zur Gewährung von Jubiläums- und Sterbegeldern sowie Rückstellungen auf Grund von Frühpensionierungs- und Altersteilzeitmodellen. Der Abfluss der langfristigen Jubiläumsrückstellungen sowie der Rückstellung für Altersteilzeitmodelle erfolgt kontinuierlich. Zinseffekte erhöhten die Jubiläumsrückstellungen; Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle stiegen auf Grund von neu abgeschlossenen Verträgen mit Mitarbeitern, die noch im Unternehmen tätig sind. Restrukturierungsrückstellung WACKER hat im Rahmen seines Programms "Zukunft gestalten" Mitarbeitern in Deutschland im Rahmen eines Freiwilligenprogramms Abfindungszahlungen angeboten. Der überwiegende Teil wurde in 2021 an die Arbeitnehmer ausgezahlt. Die verbleibende Rückstellung des Restrukturierungsprogramms wird im Wesentlichen als langfristig ausgewiesen. Verkaufs-/Einkaufsrückstellungen Die Rückstellungen auf Grund von Verkaufs- bzw. Einkaufsgeschäften umfassen Verpflichtungen aus Gewährleistungen oder Produkthaftung sowie zu zahlende Provisionen für die Vermittlung von Verkäufen und drohende Verluste aus vertraglichen Vereinbarungen. Der wesentliche Teil der Rückstellungen wird voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren zu Abflüssen führen. Umweltschutzrückstellungen Die Rückstellungen für Umweltschutz decken erwartete Belastungen für die Sanierung kontaminierter Standorte, für Maßnahmen zum Gewässerschutz, zur Rekultivierung von Deponien, zur Beseitigung von Umweltbeeinträchtigungen an bestehenden Produktions- oder Lagereinrichtungen und ähnliche Maßnahmen ab. Sie enthalten auch die voraussichtlichen Umweltabgaben an staatliche Stellen. Die langfristigen Umweltschutzrückstellungen werden voraussichtlich innerhalb von 25 Jahren zu Abflüssen führen. Sonstige Rückstellungen Die sonstigen Rückstellungen betreffen eine Vielzahl erkennbarer Einzelrisiken und ungewisser Verpflichtungen (z. B. für Schadenersatz, Erstattungsansprüche, Prozesskosten). Sie umfassen neben Risiken im Zusammenhang mit den Grund- und Vermögensteuern auch Risiken aus nicht in den Ertragsteuern erfassten steuerlichen Nebenleistungen. In Abhängigkeit von der jeweiligen landesspezifischen Situation wurden für die Ermittlung der Rückstellungen Diskontierungszinssätze bis zu 0,9 Prozent verwendet. Sie entfielen im Wesentlichen auf Rückstellungen für Altersteilzeitmodelle und Jubiläumsrückstellungen. Für Umweltrückstellungen wird auf Grund des Niedrigzinsumfeldes zum Stichtag ein Diskontierungszins von nahezu null verwendet. Andere Rückstellungen
16. Finanzierungsverbindlichkeiten
In 2021 hat WACKER keine wesentlichen Kreditaufnahmen oder Kreditrückzahlungen getätigt. Für die Finanzierungsverbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der Finanzierungsverbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind teilweise festverzinslich, teilweise handelt es sich um variable Verzinsungen. In Einzelfällen enthalten festverzinsliche Darlehen von WACKER ausübbare Kündigungsoptionen. Auf Grund der bei Kündigung zu zahlenden hohen Vorfälligkeitsentschädigungen haben die Optionen derzeit rechnerisch keinen positiven Wert und ihr Zeitwert ist zu vernachlässigen. Diese Kündigungsoptionen werden daher aus Wesentlichkeitsgründen nicht bilanziert. Teile der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden unter der Voraussetzung gewährt, dass bestimmte Kennzahlen (Covenants) eingehalten werden. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
Die Buchwerte der kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten entsprechen dem Rückzahlungsbetrag. Mit Ausnahme von sonstigen Krediten in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr 7,6 Mio. €) sind sämtliche Kredite und Darlehen endfällig. Der folgenden Übersicht können die zukünftigen Tilgungs- und Zinszahlungen für Kreditverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten entnommen werden.
Daneben bestehen langfristige ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 900 Mio. € (Vorjahr 690 Mio. €), für deren Inanspruchnahme alle Bedingungen erfüllt sind. Darunter wurde im Dezember 2021 eine auslaufende Konsortialkreditlinie in Höhe von 200 Mio. € durch eine neu abgeschlossene Konsortialkreditlinie in gleicher Höhe ersetzt. Der neue Kredit dient als langfristige Kreditlinie und hat eine Laufzeit bis 2026. 17. Finanzielle und nichtfinanzielle Verbindlichkeiten
Die Ertragsteuerverbindlichkeiten enthalten Steuerverpflichtungen aus laufenden Ertragsteuern sowie Beträge für unsichere Steuerpositionen. Als Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit sind insbesondere die noch abzuführenden Beträge an Sozialversicherungen ausgewiesen. Die sonstigen Personalverpflichtungen enthalten insbesondere Urlaubs- und Gleitzeitguthaben sowie andere Verpflichtungen aus dem Personalbereich. Die erhaltenen Anzahlungen stehen überwiegend im Zusammenhang mit zukünftigen Lieferungen von Polysilicium. Für die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen keine dinglichen Sicherheiten. Es gibt keine Sicherung der sonstigen Verbindlichkeiten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte. 18. Eventualverbindlichkeiten, Eventualforderungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und andere RisikenDie Wertansätze der Eventualverbindlichkeiten entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang. Eventualverbindlichkeiten bestehen bei WACKER im Wesentlichen aus eingegangenen Bürgschaften in Höhe von 0,7 Mio. € (Vorjahr 1,5 Mio. €). Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist unwahrscheinlich. Das Bestellobligo für Investitionsvorhaben beläuft sich auf 155,5 Mio. € (Vorjahr 103,0 Mio. €) und betrifft die operativen Segmente. Im Rahmen von langfristigen Abnahmeverpflichtungen von jährlich rund 173 Mio. € (Vorjahr 90 Mio. €) sichert der Konzern die Auslastung der Joint-Venture-Gesellschaft mit DowDuPont. Im Zusammenhang mit der aktuellen Rohstoffversorgung bestehen langfristige Abnahmeverpflichtungen für strategische Rohstoffe, Strom und Gas. Hieraus ergeben sich im Saldo sonstige finanzielle Verpflichtungen aus den wesentlichen Mindestabnahmeregelungen in Höhe von 1,2 Mrd. € (Vorjahr 1,1 Mrd. €). Die Laufzeit der Verträge liegt zwischen ein und 13 Jahren. Der Konzern erhält im Rahmen seiner Investitionstätigkeit Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand. Diese Zuschüsse sind an Bedingungen geknüpft, an bestimmten Standorten eine gewisse Anzahl von Arbeitsplätzen zu schaffen bzw. zu erhalten. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgezahlt werden. Die Dauer, für die der Konzern die Vertragszusagen einhalten muss, ist zeitlich begrenzt. WACKER ist von Zeit zu Zeit in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet WACKER keine wesentlichen negativen Auswirkungen. 19. Sonstige AngabenSoziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Beiträge zur gesetzlichen Altersvorsorge und die Zuführung zu Pensionsrückstellungen enthalten; Zinsanteile werden im Finanzergebnis ausgewiesen.
Der Honoraraufwand für Abschlussprüfer betrifft in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr 0,8 Mio. €) die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Davon entfallen 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,6 Mio. €) auf Abschlussprüfungsleistungen und 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €) auf andere Bestätigungsleistungen. Die anderen Bestätigungsleitungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 17 EnWG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie eine Bestätigungsleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht.
20. Ergebnis je Aktie/DividendeDas verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr dem unverwässerten Ergebnis. Für das Geschäftsjahr 2020 wurde eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € ausgeschüttet; dies entspricht pro dividendenberechtigtem Anteil einem Betrag von 2,00 €. Für das Geschäftsjahr 2020 wurden keine Einstellungen in die Gewinnrücklagen bei der Wacker Chemie AG geleistet. Für das Geschäftsjahr 2021 hat der Vorstand der Wacker Chemie AG eine Dividende in Höhe von 8,00 € pro Aktie vorgeschlagen. Der Dividendenvorschlag bezieht sich nur auf die dividendenberechtigten Aktien, d. h. ohne Aktien im Eigenbesitz. Die Zustimmung oder Ablehnung dieses Vorschlags obliegt der Hauptversammlung der Wacker Chemie AG. Vorbehaltlich dieser Zustimmung wird für die Gesamtzahl von 49.677.983 Stückaktien, die sich nicht im Eigentum der Gesellschaft befinden, ein Betrag von 397.423.864,00 € ausgeschüttet.
21. FinanzinstrumenteIn der folgenden Tabelle sind die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen dargestellt. Dabei werden auch Leasingverbindlichkeiten sowie Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, obwohl sie keiner Bewertungskategorie des IFRS 9 angehören. WACKER hat keine finanziellen Vermögenswerte als Sicherheiten verpfändet. Der beizulegende Zeitwert von zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten wird durch Abzinsung unter Berücksichtigung eines risikoadäquaten und laufzeitkongruenten Marktzinses ermittelt. Aus Wesentlichkeitsgründen wird der beizulegende Zeitwert für kurzfristige Bilanzposten dem Bilanzwert gleichgesetzt. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2021
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach Bewertungskategorien und Klassen 31. Dezember 2020
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Darlehen und Ausleihungen, Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden als bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten ausgewiesen. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Fremdwährung werden zum aktuellen Umrechnungskurs zum Stichtag bewertet. Der Buchwert entspricht dem beizulegenden Zeitwert. Der Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der Darlehen und Ausleihungen und ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bestimmte Wertpapiere (Fonds) und Beteiligungen werden zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen in der Gewinn- und Verlustrechnung (FVPL) klassifiziert. Wertpapiere, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, werden mit der Effektivzinsmethode bewertet. Die Beteiligungen werden ebenfalls zum Fair Value bewertet, wobei die Anschaffungskosten die beste Näherung an den Fair Value darstellen, da keine an aktiven Märkten beobachtbaren Preise vorliegen. Für die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von Finanzierungsverbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig zu erwartenden Cashflows. Die Abzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, betreffen im Wesentlichen zukünftige Zahlungen aus Unternehmenserwerben. Alle anderen finanziellen Verbindlichkeiten werden zu Anschaffungskosten bewertet, da keine beobachtbaren Preise vorliegen. Die folgende Tabelle stellt die Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten dar.
Das Nettoergebnis aus der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte" beinhaltet im Wesentlichen Nettoverluste / -gewinne aus der Währungsumrechnung, Zinserträge aus Finanzanlagen, Festgeldern und Bankguthaben sowie Wertberichtigungen auf Forderungen. Die Gewinne und Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Währungs-, Zins- und Warenderivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge Accounting erfüllen, sind in der Kategorie "Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte/Verbindlichkeiten" enthalten. Ebenfalls enthalten sind Ausschüttungen aus Fonds sowie Fair-Value-Änderungen von Beteiligungen. Die Zinserträge aus finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 6,2 Mio. € (Vorjahr 8,1 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinserträge aus Bankguthaben, Festgeldern und Ausleihungen. Die Zinsaufwendungen aus finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, belaufen sich auf 22,1 Mio. € (Vorjahr 21,7 Mio. €). Es handelt sich im Wesentlichen um Zinsaufwendungen aus Finanzierungsverbindlichkeiten. Die Nettoverluste in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" bestehen im Wesentlichen aus Zinsen für Bankverbindlichkeiten und sonstige Finanzierungsverbindlichkeiten sowie Nettoverlusten und -gewinnen aus der Währungsumrechnung. Es fanden weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr Umgliederungen bei finanziellen Vermögenswerten zwischen einer Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und einer Bewertung zu Marktwerten oder umgekehrt statt. Aus der Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten zu Anschaffungskosten ergaben sich keine wesentlichen Gewinne und Verluste. Die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte und Schulden wurden gemäß IFRS-13-Bewertungshierarchie den drei Kategorien des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie) zugeordnet. Die Zuordnung gibt Auskunft darüber, welche der ausgewiesenen Zeitwerte über Transaktionen am Markt zustande gekommen sind und in welchem Umfang die Bewertung wegen fehlender Markttransaktionen anhand von Modellen erfolgt. Die einzelnen Hierarchiestufen sind wie folgt gegliedert: Stufe 1 Mittels notierter Preise in aktiven Märkten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert direkt von Preisen an aktiven liquiden Märkten abgeleitet werden kann und bei denen das im Markt beobachtbare Finanzinstrument repräsentativ für das zu bewertende Finanzinstrument ist. Hierzu zählen festverzinsliche Wertpapiere sowie ein Publikumsfonds, die an liquiden Märkten gehandelt werden. Stufe 2 Mittels Bewertungsverfahren auf Basis beobachtbarer Marktdaten bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert aus gleichartigen an aktiven Märkten gehandelten Finanzinstrumenten oder mittels Bewertungsverfahren, deren sämtliche Parameter beobachtbar sind, ermittelt werden kann. Hierzu zählen derivative Finanzinstrumente innerhalb oder außerhalb von Sicherungsbeziehungen, Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten. Stufe 3 Mittels Bewertungsverfahren auf Basis nicht beobachtbarer Parameter bewertete Finanzinstrumente, deren beizulegender Zeitwert nicht aus am Markt beobachtbaren Daten ermittelt werden kann und die ein anderes Bewertungsverfahren benötigen. Die Finanzinstrumente dieser Kategorie weisen eine Wertkomponente auf, die nicht beobachtbar ist und einen wesentlichen Einfluss auf den beizulegenden Zeitwert hat. Hierzu zählen außerbörsliche Derivate sowie nicht notierte Eigenkapitalinstrumente und Verpflichtungen aus Unternehmenserwerben. Die folgende Tabelle zeigt die Einordnung in die Fair-Value-Hierarchie für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die zum beizulegenden Zeitwert in der Bilanz bewertet werden oder zu Anschaffungskosten in der Bilanz bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert im Anhang genannt wird. Fair-Value-Hierarchie 2021
Fair-Value-Hierarchie 2020
WACKER überprüft regelmäßig, ob die Zuordnung der Finanzinstrumente auf die Level der Bewertungshierarchie noch zutreffend ist. Wie im Vorjahr haben auch im Geschäftsjahr 2021 keine Umgliederungen innerhalb der Level-Hierarchie stattgefunden. WACKER bewertete im Berichtszeitraum ausschließlich finanzielle Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert. Die Marktwerte werden anhand der am Bilanzstichtag vorhandenen Marktinformationen, auf Basis quotierter Preise der Kontrahenten oder anhand geeigneter Bewertungsverfahren (Discounted Cashflow bzw. finanzmathematisch anerkannte Verfahren wie z. B. die PAR-Methode, Black-Scholes-Formel) ermittelt. Die derivativen Finanzinstrumente und die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden zum beizulegenden Zeitwert bilanziert und unterliegen damit einem wiederkehrenden Fair-Value-Ansatz. Der Fair Value der derivativen Finanzinstrumente wird auf Basis von Marktdaten wie Währungskursen oder Zinskurven gemäß marktbezogenen Bewertungsverfahren berechnet. Die Ermittlungen des beizulegenden Zeitwertes enthalten das eigene bzw. das Ausfallrisiko des Kontrahenten mit laufzeitadäquaten, am Markt beobachtbaren CDS-Werten. Der Fair Value von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten lässt sich mittels notierter Preise in aktiven Märkten ableiten. Die Ausleihungen und Finanzierungsverbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert, außer Finanzierungsverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben, die zum Fair Value bilanziert werden. Für alle ist im Anhang verpflichtend der beizulegende Zeitwert anzugeben. Der beizulegende Zeitwert der Ausleihungen entspricht dem Barwert der zukünftigen erwarteten Cashflows. Die Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung der marktgerechten Zinsen führt dazu, dass der Buchwert der Ausleihungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Finanzierungsverbindlichkeiten erfolgt über die Nettobarwertmethode. Bei dieser werden marktübliche Zinsen zugrunde gelegt. Die Finanzierungsverbindlichkeiten aus Unternehmenserwerben werden unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Methode unter Berücksichtigung marktgerechter Zinsen (WACC) ermittelt. Die Basis bilden die aus der Unternehmensplanung abgeleiteten EBITDA-Werte der erworbenen Gesellschaft. Zum 31. Dezember 2020 ergaben sich Earn-out-Zahlung in Höhe von 8,6 Mio. €. Im Berichtszeitraum erfolgten ein Zugang in Höhe von rund 4 Mio. € und eine erfolgswirksame Reduzierung von 6,2 Mio. € in den sonstigen betrieblichen Erträgen. Zum 31. Dezember 2021 ergaben sich Earn-out-Zahlungen in Höhe von 6,4 Mio. €. WACKER hat nicht zu Handelszwecken gehaltene Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 12,2 Mio. € (Vorjahr 11,9 Mio. €) zum beizulegenden Zeitwert nach IFRS 9 bewertet und in Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie eingruppiert. Dabei handelt es sich um kleine, regionale Beteiligungen an Non-Profit-Gesellschaften zum Betrieb von Infrastruktureinrichtungen. Für diese Gesellschaften existiert kein beizulegender Zeitwert, da Börsen- oder Marktwerte nicht verfügbar sind. WACKER überprüft die Beteiligungsbuchwerte einmal jährlich, um dem Risiko einer Wertänderung entgegenzuwirken. Für die zum 31. Dezember 2021 ausgewiesenen Anteile bestand keine Veräußerungsabsicht. Die von WACKER gehaltene einseitige Call-Option (Stufe 3 der Fair-Value-Hierarchie) zum Erwerb von einem Prozent der Anteile am Tochterunternehmen Wacker Asahikasei Silicone Co. Ltd., Japan wird zum Stichtag 31. Dezember 2021 zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Anschaffungskosten stellen hier die beste Näherung an den Fair Value der Option dar. Hinsichtlich der Bewertungsverfahren gab es keine Veränderungen zum Vorjahr. Management von finanzwirtschaftlichen Risiken WACKER ist im Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken und Marktrisiken aus Finanzinstrumenten ausgesetzt. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, die aus den operativen Geschäften sowie den daraus resultierenden Finanzierungserfordernissen entstehenden Risiken durch den Einsatz ausgewählter derivativer und nichtderivativer Sicherungsinstrumente zu begrenzen. Die Risiken im Zusammenhang mit Beschaffung, Finanzierung und Absatz der Produkte und Dienstleistungen von WACKER sind im Lagebericht ausführlich dargestellt. Finanzwirtschaftlichen Risiken begegnet WACKER durch ein implementiertes Risikomanagementsystem, welches vom Aufsichtsrat überwacht wird. Die Grundsätze verfolgen das Ziel, Risiken zeitnah zu erkennen, zu analysieren, zu steuern, zu überwachen und zu kommunizieren. Der Vorstand wird durch regelmäßige Analysen über das Ausmaß dieser Risiken unterrichtet. Marktrisiken, insbesondere Rohstoffpreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken, werden bezüglich ihres möglichen Einflusses auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bzw. auf das Zinsergebnis analysiert. Kreditrisiko (Ausfallrisiko) Der Konzern ist bei Finanzinstrumenten einem Ausfallrisiko ausgesetzt, das aus der möglichen Nichterfüllung einer Vertragspartei resultiert und daher maximal in Höhe des positiven beizulegenden Zeitwerts des betreffenden Finanzinstruments besteht. Zur Beschränkung des Ausfallrisikos, insbesondere bei der Anlage von Wertpapieren und Zahlungsmitteln, werden Transaktionen nur im Rahmen festgelegter Limits und mit Partnern sehr guter Bonität getätigt. Um ein effizientes Risikomanagement zu ermöglichen, werden die Marktrisiken im Konzern zentral gesteuert. Der Abschluss und die Abwicklung der Geschäfte erfolgen nach internen Kreditrisikogrundsätzen und unterliegen Kontrollen unter Berücksichtigung der Funktionstrennung. Im operativen Bereich werden die Außenstände und Ausfallrisiken fortlaufend überwacht und über Warenkreditversicherungen, Anzahlungen und Bankbürgschaften abgesichert. Kundenratings und -kreditlimite basieren auf allgemein verfügbaren Informationen von Ratingagenturen und internen Informationen. Sicherheiten für Finanzinstrumente bestehen nicht. Forderungen gegen Großkunden sind nicht so hoch, dass sie außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Ausfallrisiken wird durch Wertminderungen unter Berücksichtigung von erhaltenen Anzahlungen Rechnung getragen. Informationen zu Ausfallrisiken sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und in den Angaben zu den Bilanzposten enthalten. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko für den Konzern besteht darin, dass auf Grund unzureichender Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln bestehenden oder zukünftigen Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen werden kann. Um jederzeit die Zahlungsfähigkeit sowie die finanzielle Flexibilität des Konzerns sicherstellen zu können, werden auf Basis einer mehrjährigen Finanzplanung sowie einer rollierenden Liquiditätsplanung langfristige Kreditlinien mit Finanzinstituten hoher Bonität und liquide Mittel vorgehalten. Zur Begrenzung des Liquiditätsrisikos hält WACKER eine Liquiditätsreserve in Form von kurzfristigen Anlagen und offenen Kreditlinien vor. WACKER hat mit einer Reihe von Banken langfristige syndizierte Kredite und bilaterale Kreditverträge abgeschlossen. Hinsichtlich der Fälligkeitsanalyse für nichtderivative finanzielle Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Abschnitt Finanzierungsverbindlichkeiten. » Siehe Ziffer 16 Marktrisiken Als Marktrisiko wird das Risiko bezeichnet, dass die beizulegenden Zeitwerte oder künftigen Zahlungsströme eines originären oder derivativen Finanzinstrumentes auf Grund von Änderungen der Risikofaktoren schwanken. Währungsrisiko Die Ermittlung des Risikopotenzials (Währungs-Exposure) zum Hedging durch derivative Finanzinstrumente erfolgt auf Basis der wesentlichen Fremdwährungseinnahmen und -ausgaben. Das größte Risiko besteht gegenüber dem US-Dollar. Als US-Dollar-Einnahmen sind alle in US-Dollar fakturierten Umsätze zu verstehen, unter US-Dollar-Ausgaben werden sämtliche US-Dollar-Einkäufe sowie die Standortkosten in US-Dollar erfasst. Als relevante Risikovariable für die Sensitivitätsanalyse im Sinne von IFRS 7 findet ausschließlich der US-Dollar Berücksichtigung, da der weitaus größte Teil der Zahlungsströme in Fremdwährung in US-Dollar abgewickelt wird. Wechselkurserhöhungen des € gegenüber dem CNY und JPY haben demgegenüber einen geringen Einfluss. Bei der Ermittlung der Sensitivität wird eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem € simuliert. Die Ausgangsgröße bildet der in der Prognose verwendete Umrechnungskurs. Die Auswirkung auf das EBITDA hätte zum 31. Dezember 2021 -37 Mio. € und zum 31. Dezember 2020 -39 Mio. € betragen. Der Effekt aus den als Cashflow Hedge designierten Positionen hätte das Eigenkapital vor Ertragsteuern um 15,3 Mio. € (Vorjahr 15,0 Mio. €) erhöht. Das Währungs-Exposure lag zum 31. Dezember 2021 bei 375 Mio. € (Vorjahr 390 Mio. €). Zinsrisiko Das Zinsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzierungsverbindlichkeiten und zinstragenden Anlagen. Der Vorstand legt die Mischung aus fest und variabel verzinslichen Finanzschulden fest. Unter Berücksichtigung der gegebenen Struktur werden gegebenenfalls Zinsderivate abgeschlossen. Je nachdem, ob das entsprechende Instrument mit einem festen oder variablen Zinssatz ausgestattet ist, werden die Zinsrisiken entweder auf Basis einer Marktwertsensitivität oder einer Cashflow-Sensitivität gemessen. Finanzierungsverbindlichkeiten und Anlagen mit fester Verzinsung werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unterliegen somit nach IFRS 7 keinem Zinsänderungsrisiko. Festverzinsliche Wertpapiere werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Auf Grund ihrer kurzen Laufzeit unterliegen sie keinem wesentlichen Zinsänderungsrisiko. Für keines der Zinsderivate wird Hedge Accounting angewendet. Marktzinsänderungen wirken sich auf das Zinsergebnis von variabel verzinslichen Finanzinstrumenten aus und gehen demzufolge in die Berechnung der ergebnisbezogenen Sensitivität ein. Marktzinsänderungen von Zinsderivaten haben Auswirkungen auf das Finanzergebnis und werden daher bei einer ergebnisbezogenen Sensitivitätsanalyse berücksichtigt. Variabel verzinslich ergibt sich zum Stichtag 31. Dezember 2021 eine Nettoanlageposition. Wenn das Marktzinsniveau zum Stichtag 31. Dezember 2021 somit um 100 Basispunkte höher (31. Dezember 2020: höher) gewesen wäre, wäre das Zinsergebnis um 10,0 Mio. € (Vorjahr 9,0 Mio. €) besser (besser) ausgefallen. Rohstoffpreisrisiko Generell bestehen Risiken bezüglich der ausreichenden Versorgung mit Rohstoffen und ein Ergebnisrisiko bei möglichen Erhöhungen der Rohstoffpreise. Diese Risiken werden im Rahmen von Langfristverträgen abgedeckt. Rohstofftermingeschäfte werden nur in geringem Umfang zur Abdeckung des Strombedarfs in Norwegen eingesetzt. Die erfolgswirksame Erfassung erfolgt in den Herstellungskosten. Derivative Finanzinstrumente Die finanzwirtschaftlichen Risiken werden auch durch derivative Finanzinstrumente gesichert. Bei den Rohstoffpreisrisiken, die sicherungsmäßig behandelt werden, handelt es sich im Wesentlichen um die laufende Energiebeschaffung. Die Preissicherung der Stromzulieferung erfolgt über Vertragsgestaltungen, für die im Wesentlichen die own use exemption des IFRS 9 in Anspruch genommen werden kann. Diese Verträge, die für Zwecke des Empfangs oder der Lieferung nichtfinanzieller Güter entsprechend dem eigenen Bedarf abgeschlossen werden, werden nicht als Derivate bilanziert, sondern als schwebende Geschäfte behandelt. In den Fällen, in denen WACKER eine Absicherung gegen Währungsrisiken vornimmt, werden Derivate eingesetzt, insbesondere Devisenterminkontrakte sowie Devisenswaps und Devisenoptionen. Derivate werden nur dann eingesetzt, wenn sie durch aus dem operativen Geschäft entstehende Positionen, Geldanlagen und Finanzierungen oder geplante Transaktionen unterlegt sind; zu den geplanten Transaktionen gehören auch erwartete, aber noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Devisensicherungen erfolgen insbesondere für den US-Dollar und den japanischen Yen. Bei möglichen Zinssicherungen wird auf die Fälligkeit der Grundgeschäfte abgestellt. Die operative Sicherung im Devisenbereich bezieht sich auf die bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten und umfasst im Allgemeinen Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten, die strategische Sicherung umfasst den Zeitraum von drei Monaten bis maximal 15 Monaten. Im Falle des japanischen Yen wurden Sicherungen bis 2028 abgeschlossen. Die gesicherten Cashflows beeinflussen im Zeitpunkt der Umsatzrealisierung die Gewinn- und Verlustrechnung. Ihr Zufluss erfolgt üblicherweise je nach Zahlungsziel kurz danach. Gesichert werden neben den Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten auch konzerninterne Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Die beizulegenden Zeitwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag und werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Verfahren ermittelt. Die Derivate werden unabhängig von ihrer Zwecksetzung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt; der Ausweis erfolgt in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten. Bei strategischen Sicherungen von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen wird - sofern zulässig - Cashflow Hedge Accounting durchgeführt. Siehe hierzu die Ausführungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Der Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des Grundgeschäfts entweder im Betriebsergebnis oder bei der Sicherung von Finanzierungsverbindlichkeiten im Zins- bzw. übrigen Finanzergebnis. Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent, bezogen auf das erwartete NettoExposure in US-Dollar, angestrebt. Dabei ist das erwartete Netto-Exposure für 2022 zu rund 43 Prozent abgesichert. Die Sicherungsquote der operativen Sicherung in US-Dollar beträgt durchschnittlich rund 50 Prozent. Die Sicherungsquote für Umsätze im japanischen Yen bis 2028 beläuft sich auf rund zehn Prozent. Im Geschäftsjahr 2021 wurde in den kumulierten direkt im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von -22,1 Mio. € (Vorjahr 13,2 Mio. €) aus Cashflow-Hedge-Beziehungen berücksichtigt. Während des Geschäftsjahres 2021 wurden 4,2 Mio. € in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert (Vorjahr 2,2 Mio. €). WACKER bestimmt die Wirksamkeit der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument basierend auf Laufzeiten, Währungen und Nominalbeträgen, wobei die Sicherungsquote zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft im Hedge Accounting grundsätzlich 100 Prozent beträgt. WACKER überprüft, ob die designierten Derivate die Cashflows der Grundgeschäfte effektiv absichern, mittels Verwendung der hypothetischen Derivate-Methode. Das Kreditrisiko der Kontrahenten sowie Veränderung des zeitlichen Eintritts der gesicherten hoch wahrscheinlichen zukünftigen Transaktionen stellen mögliche Quellen der Ineffektivität dar. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten des Hedge Accounting erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren und die Wertänderungen der Sicherungsinstrumente somit annähernd gegenläufig zu denen der Grundgeschäfte waren. Folgende Tabelle zeigt die Effekte auf die Ertrags- und Vermögenslage des Konzerns aus der strategischen Sicherung von Währungsrisiken aus zukünftigen Fremdwährungspositionen im Rahmen des Hedge Accounting:
Die Währungsderivate beinhalten im Wesentlichen Devisenterminkontrakte, Devisenoptionen und Devisenswaps über 398 Mio. US-$, 10,5 Mrd. JPY, 130 Mio. CNY und 65,0 Mio. € (Vorjahr 565 Mio. US-$, 4,6 Mrd. JPY, 180 Mio. CNY und 80 Mio. €). Derivate mit Marktwerten von -10,9 Mio. € werden in 2022 fällig.
Die nachfolgende Tabelle enthält Angaben zur Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz. Die Tabelle zeigt neben den Finanzinstrumenten, die die Regelungen zur bilanziellen Saldierung nach IAS 32 erfüllen, auch jene Finanzinstrumente, die Aufrechnungsvereinbarungen oder Globalverrechnungsverträgen unterliegen, aber nach IAS 32 nicht saldierungsfähig sind. Finanzielle Vermögenswerte/Schulden, die Verrechnungsvereinbarungen, einklagbaren Globalverrechnungsverträgen und ähnlichen Vereinbarungen unterliegen
Im Rahmen der Abwicklung der strategischen Kurssicherung stellt WACKER Devisentermingeschäfte vor Fälligkeit mit einem Gegengeschäft glatt. Das strategische Devisentermingeschäft und das korrespondierende Devisentermingeschäft der Glattstellung werden gemäß den Kriterien des IAS 32 saldiert ausgewiesen. Weiter werden Generalverrechnungsvereinbarungen mit einigen Banken geschlossen, welche nur im Insolvenzfall gelten. Der Nettobetrag zeigt jenen Betrag an finanziellen Vermögenswerten bzw. finanziellen Verbindlichkeiten, der trotz Saldierung und Globalverrechnungsvereinbarung bei Insolvenz nicht erhalten werden bzw. bezahlt werden muss. 22. Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDer Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird nach der indirekten Methode ermittelt. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzposten um Effekte aus der Währungsumrechnung und aus Konsolidierungskreisveränderungen bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzposten können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf der Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanzen abgestimmt werden. Die im betrieblichen Cashflow ausgewiesenen Zinszahlungen wurden um aktivierungspflichtige Bauzeitzinsen gekürzt. Die Bauzeitzinsen erhöhen die Investitionen im Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €). Beim Cashflow aus investiver Tätigkeit werden die tatsächlich abgeflossenen Mittel ausgewiesen; diese Werte können deshalb ebenfalls nicht mit den Anlagenzugängen in der Konzernbilanz abgestimmt werden. Sofern Tochtergesellschaften bzw. Geschäftsaktivitäten erworben bzw. veräußert werden, werden die Einflüsse hieraus in der Kapitalflussrechnung in eigenen Posten dargestellt. Die Geldanlage in Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten wird beim Cashflow aus investiver Tätigkeit gesondert ausgewiesen, da diese Geschäfte wirtschaftlich als Liquiditätsbestandteil betrachtet werden. Die Konzernfinanzierung erfolgt überwiegend durch Bankkredite, die in Form von Kreditzusagen gewährt werden, wobei innerhalb der Kreditzusagen, sowohl unterjährig als auch im Verlaufe mehrerer Jahre, die Inanspruchnahme innerhalb des vorgegebenen Kreditrahmens Schwankungen unterliegen kann. Aufnahmen und Rückführung von Krediten in Fremdwährung werden mit dem Kurs zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Eine Überleitung der gesamten Zu- und Abflüsse und sonstiger nicht zahlungswirksamer Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten zeigt folgende Übersicht: Zahlungswirksame und nicht zahlungswirksame Veränderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten
Zur Zusammensetzung des aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten bestehenden Finanzmittelfonds verweisen wir auf Ziffer 11 des Anhangs. » Siehe Ziffer 11 23. Erläuterungen zur SegmentberichterstattungDie Segmentberichterstattung ist an der internen Organisations- und Berichtsstruktur ausgerichtet. WACKER berichtet über vier operative Segmente (Silicones, Polymers, Biosolutions und Polysilicon), die nach der Art der angebotenen Produkte und der unterschiedlichen Risiko- und Ertragsstrukturen eigenständig organisiert und geführt werden. Für eine genauere Beschreibung der Produkte und der Organisation der Segmente verweisen wir auf den Lagebericht. Es erfolgt keine Zusammenfassung von Geschäftssegmenten. Die keinem operativen Segment zugeordneten Aktivitäten und Ergebnisse werden als "Sonstiges" ausgewiesen, darunter auch das at-Equity-Ergebnis der Siltronic. Auch die Währungsergebnisse werden unter "Sonstiges" gezeigt. Die Zuordnung von Bilanzposten und von Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu den operativen Segmenten erfolgt entsprechend der wirtschaftlichen Verfügungsgewalt. Von mehreren Segmenten gemeinsam genutzte Vermögenswerte werden im Allgemeinen unter "Sonstiges" ausgewiesen, sofern sie nicht eindeutig einem Segment zuordenbar sind. Beim Fremdkapital wird analog verfahren. Auch der als strategisches Investment gehaltene at-Equity-Beteiligungsansatz der Siltronic wird unter "Sonstiges" gezeigt. Bei den geografischen Regionen erfolgt die Zuordnung des Vermögens und der Schulden entsprechend dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft. Die Umsätze werden sowohl nach dem Sitz des Kunden als auch nach dem Standort der jeweiligen Konzerngesellschaft aufgegliedert. Sowohl das Beteiligungsergebnis als auch der at-Equity-Ansatz der Siltronic werden der Region Deutschland zugeordnet. WACKER bemisst den Erfolg der Segmente anhand der Segmentergebnisgröße EBITDA. Das EBITDA ergibt sich durch Zurechnung der Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungen zum EBIT. Das EBIT setzt sich aus dem Bruttoergebnis vom Umsatz, den Vertriebs-, den allgemeinen Verwaltungskosten, den Forschungs- und Entwicklungskosten sowie den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen inklusive des Equity-Ergebnisses und des sonstigen Beteiligungsergebnisses zusammen. Die Anlagenzugänge sowie Abschreibungen und Zuschreibungen beziehen sich auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien sowie auf Finanzanlagen. Die Innenumsätze zeigen die Umsatzerlöse, die zwischen den Segmenten getätigt wurden. Sie werden überwiegend auf der Basis von Marktpreisen bzw. Planselbstkosten abgerechnet. Den Segmentinformationen liegen grundsätzlich dieselben Ausweis- und Bewertungsmethoden wie dem Konzernabschluss zugrunde. Forderungen und Schulden, Rückstellungen, Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den Segmenten werden in der Konsolidierung eliminiert. Die Vermögenswerte der Segmente umfassen grundsätzlich alle Vermögenswerte. Finanzforderungen, Liquidität sowie laufende Steuerforderungen und aktive latente Steuern werden jedoch grundsätzlich dem Segment "Sonstiges" zugeordnet. Die Segmentschulden beinhalten grundsätzlich alle Schulden, ausgenommen laufende Steuerverbindlichkeiten und passive latente Steuern, die im Segment "Sonstiges" gezeigt werden. Die Aufteilung der Finanzierungsverbindlichkeiten des Konzerns auf einzelne Segmente erfolgt proportional nach dem Segmentvermögen. Die Aufteilung der Pensionsrückstellungen erfolgt gemäß den geltenden Personalschlüsseln im Konzern. Die erhaltenen Anzahlungen werden dem jeweiligen Segment direkt zugeordnet. Zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge teilen sich wie folgt auf die einzelnen Segmente auf: Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen (+) und Erträge (-)
Wesentliche ergebnisneutral berücksichtigte Wertänderungen betreffen Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente (Cashflow Hedge) sowie Wertänderungen aus der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen. Die Marktwertänderungen derivativer Finanzinstrumente aus Cashflow Hedging entfallen in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr -1,5 Mio. €) auf das Segment SILICONES und in Höhe von -11,1 Mio. € (Vorjahr 8,1 Mio. €) auf "Sonstiges". In Höhe von -4,8 Mio. € (Vorjahr 2,7 Mio. €) ergibt sich eine Veränderung aus derivativen Finanzinstrumenten der Siltronic-Beteiligung, die ebenfalls im "Sonstigen" ausgewiesen werden. Die Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen verteilen sich wie folgt auf die Segmente: Wertänderungen auf Grund der Neubewertung von leistungsorientierten Pensionsplänen
Neben Deutschland sind die USA und China die einzigen Länder, in denen WACKER aus Konzernsicht wesentliche Umsatzerlöse erzielt. Diese beliefen sich, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in den USA, auf 652,3 Mio. € (Vorjahr 631,1 Mio. €) und, bezogen auf den Sitz der verkaufenden Einheit in China, auf 634,1 Mio. € (Vorjahr 513,2 Mio. €). Bezogen auf den Sitz des Kunden konnten in den USA und China Umsätze in Höhe von 651,1 Mio. € (Vorjahr 638,6 Mio. €) bzw. 1.680,2 Mio. € (Vorjahr 956,1 Mio. €) erzielt werden. Großkunden, mit denen angabepflichtige Umsätze getätigt werden, existieren nicht. Die Überleitung vom Gesamtergebnis der Segmente zum Jahresergebnis ergibt sich aus der folgenden Aufstellung: Überleitung des Segmentergebnisses (EBIT)
24. Aufstellung des AnteilsbesitzesSofern nicht anders angegeben, beziehen sich nachfolgende Werte für die ausländischen Tochtergesellschaften auf die IFRS-Ergebnisse.
1 Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
3 Beherrschender Einfluss auf Grund von
potenziellen Stimmrechten
4 Aufgeführt ist der Jahresabschluss
für den Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2020 nach
UK GAAP.
5 Anteile im Sondervermögen; Angaben nach
IFRS
25. Beziehungen zu nahestehenden PersonenNach IAS 24 müssen Personen oder Unternehmen, die die Wacker Chemie AG beherrschen oder von ihr beherrscht werden, angegeben werden, soweit sie nicht bereits als konsolidiertes Unternehmen in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG einbezogen werden. Beherrschung liegt hierbei vor, wenn ein Gesellschafter mehr als die Hälfte der Stimmrechte an der Wacker Chemie AG hält oder kraft Satzungsbestimmungen oder vertraglicher Vereinbarungen die Möglichkeit besitzt, die Finanz- und Geschäftspolitik des Vorstands des WACKER-Konzerns zu steuern. Der WACKER-Konzern wird im Berichtsjahr von den Angabepflichten nach IAS 24 in Bezug auf die Geschäftsbeziehungen zu den Hauptanteilseignern sowie zu den Mitgliedern des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG berührt. Ferner fallen alle Geschäfte mit nicht konsolidierten Tochtergesellschaften, assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen unter die Regelungen des IAS 24, da ein maßgeblicher Einfluss auf diese Unternehmen besteht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 07. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat der Wacker Chemie AG am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als zehn Prozent der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Der WACKER-Konzern wird durch die Mehrheitsgesellschafterin, die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, beherrscht. Diese hält mehr als 50 Prozent der Stimmanteile an der Wacker Chemie AG. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahen Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen nur von untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen in geringem Umfang das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch. Die Leistungsbeziehungen erfolgen zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus haben Gesellschaften des WACKER-Konzerns mit Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG sowie anderen Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen vertreten sind, keinerlei wesentliche Geschäfte vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises. Gemäß IAS 24 fällt auch die Pensionskasse der Wacker Chemie AG in die Kategorie der nahestehenden Unternehmen. Zwischen den Unternehmen bestehen Leistungsbeziehungen im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung. WACKER leistet Zuwendungen in das Planvermögen der Pensionskasse zur Deckung der Pensionsverpflichtungen. Zusätzlich mietet die Wacker Chemie AG das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörende Grundstück von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Zum 31. Dezember 2021 ergaben sich Leasingverpflichtungen in Höhe von 8,7 Mio. € (Vorjahr 13,3 Mio. €). Weiter bestanden Verbindlichkeiten in Höhe von 2,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 2,6 Mio. €) im Wesentlichen im Zusammenhang mit noch ausstehenden Beitragszahlungen. Die Wacker Chemie AG hat im Dezember 2021 eine Vorauszahlung für die zukünftigen Beiträge an die Pensionskasse in Höhe von 45 Mio. € geleistet. Weiterführende Detailinformationen sind im Unternehmensregister veröffentlicht. » www.unternehmensregister.de Geschäfte mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen, der Pensionskasse und nicht konsolidierten Tochtergesellschaften werden grundsätzlich zu Bedingungen durchgeführt, wie sie zwischen fremden Dritten üblich sind. Für Produktlieferungen von Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen wurden vertraglich fixierte Transferpreisformeln festgelegt. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen/Personen
Bei den Transaktionen mit Gemeinschafts- und assoziierten Unternehmen handelt es sich um Lieferungen und Leistungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit aus Umsatzerlösen, Lizenzerlösen und Verwaltungskostenumlagen. Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen haben Materialbezüge und Provisionen in Rechnung gestellt. Im Rahmen von langfristigen Verträgen erhielt WACKER Anzahlungen für zukünftige Leistungen. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten sind unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen. » Siehe Ziffer 18 Im Jahr 2020 bestand eine Ausleihung an ein assoziiertes Unternehmen in Höhe von 39,5 Mio. €. Diese wurde vollständig zurückgezahlt. Angaben zur Vergütung des Vorstands und Aufsichtsrats: Vergütungen für Organe
Die Gesamtbezüge (kurzfristige fällige Leistungen) der aktiven Mitglieder des Vorstands belaufen sich auf 7.407.816 € (Vorjahr 6.052.341 €). Im Geschäftsjahr 2021 wurden wie auch im Vorjahr keine Vorschüsse oder Kredite an die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gewährt. Die Detailangaben sind im Vergütungsbericht enthalten. Dieser wird auf der Website der Wacker Chemie AG veröffentlicht. » https://wacker.com Sonstige Geschäftsbeziehungen des Vorstands und Aufsichtsrats bestehen in dem Erwerb und Verkauf von Aktien der Wacker Chemie AG, die zu marktüblichen Bedingungen stattfinden. Die Veröffentlichung dieser Transaktionen erfolgte sowohl im Unternehmensregister als auch auf der Website der Wacker Chemie AG. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind in dem Kapitel "Weitere Informationen" aufgeführt. 26. Ereignisse nach dem BilanzstichtagDie Wacker Chemie AG hatte mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sah eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Die Übernahme stand unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und außenwirtschaftlicher Genehmigungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Frist zur Genehmigung am 31. Januar 2022 verstreichen lassen. Dadurch wurde sowohl die Vereinbarung zwischen der Wacker Chemie AG wie auch das Übernahmeangebot ungültig. Die Beteiligung an der Siltronic AG wurde bereits zum 31. Dezember 2021 wieder als at-Equity-Beteiligung bilanziert, da eine Veräußerung der Anteile nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft wurde. » Siehe auch Note 12 des Konzernanhangs. Die rechtliche Unternehmensstruktur von WACKER wie auch die Organisationsstruktur blieben weitgehend unverändert.
München, den 03. März 2022 Wacker Chemie AG Christian Hartel Auguste Willems Tobias Ohler Angela Wörl Erklärung des Vorstands zur Rechnungslegung und zur PrüfungFür die Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts der Wacker Chemie AG ist der Vorstand verantwortlich. Der Konzernabschluss von WACKER wurde unter Beachtung der vom International Accounting Standards Board (IASB) in London veröffentlichten und von der Europäischen Union anerkannten Regeln aufgestellt. WACKER hat zur Gewährleistung der Übereinstimmung des zusammengefassten Lageberichts und des Konzernabschlusses mit den anzuwendenden Regeln und der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensberichterstattung wirksame interne Kontroll- und Steuerungssysteme eingerichtet. Die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit der Kontroll- und Steuerungssysteme werden kontinuierlich von der internen Revision weltweit geprüft. Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Der Konzernabschluss von WACKER, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers wurden vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats in seiner Sitzung am 22. Februar 2022 ausführlich behandelt. Hinsichtlich der Prüfung durch den Aufsichtsrat verweisen wir auf dessen Bericht. Versicherung der gesetzlichen Vertreter gemäß §§ 297 Abs. 2, 315 Abs. 1 HGB Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
München, den 03. März 2022 Wacker Chemie AG Christian Hartel Auguste Willems Tobias Ohler Angela Wörl Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wacker Chemie AG, München Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Entwicklung des Eigenkapitals und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON Zur Darstellung des Segments WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr verweisen wir auf den Abschnitt "Segmentdaten nach Bereichen" im Konzernabschluss sowie den Abschnitt "Segmentberichterstattung" im zusammengefassten Lagebericht. Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im Konzernanhang, Abschnitte "Schätzungen und Annahmen im Rahmen der Rechnungslegung" sowie "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze". Hinsichtlich der Absatzmarktrisiken verweisen wir auf den Abschnitt "Risikobericht" im zusammengefassten Lagebericht. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS Der Buchwert des Vermögens im Segment WACKER POLYSILICON beträgt zum Stichtag EUR 972 Mio. Im Geschäftsjahr 2019 wurde eine Wertminderung in Höhe von EUR 760 Mio für das Sachanlagevermögen des Segments erfasst. Neben der planmäßigen Abschreibung erfolgten im Geschäftsjahr 2021 weder weitere Wertminderungen noch Zuschreibungen. Der für das Segment bedeutende Markt der Photovoltaik zeichnet sich durch eine hohe Volatilität und Wettbewerbsintensität aus. Dadurch war in der Vergangenheit die Geschäftsentwicklung im Segment WACKER POLYSILICON durch starke Preisschwankungen geprägt. Der Umsatz hat sich im Segment WACKER POLYSILICON im Geschäftsjahr nahezu verdoppelt. Der Grund für diese Entwicklung war der im Vergleich zur ursprünglichen Prognose für das Geschäftsjahr 2021 deutlich höhere Preis für Polysilicium, insbesondere im Bereich des Polysiliciums für die Solarindustrie. Trotz dieser positiven Entwicklung wird auch in Zukunft von einem Risiko von Überkapazitäten und damit einhergehend von einer weiteren hohen Volatilität des Preises ausgegangen. Dem Segment sind Produktionsanlagen aus Burghausen, Nünchritz und Charleston zugeordnet, die eine zahlungsmittelgenerierende Einheit bilden. Werthaltigkeitstests sind für Sachanlagen durchzuführen, wenn Indikatoren auf eine mögliche Wertminderung hinweisen. Des Weiteren hat ein Unternehmen an jedem Berichtsstichtag zu prüfen, ob ein Anhaltspunkt vorliegt, dass ein Wertminderungsaufwand, der für einen Vermögenswert in früheren Perioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Wenn ein solcher Anhaltspunkt vorliegt bzw. wegfällt, ist der erzielbare Betrag des Vermögens der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zu schätzen, der dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und Nutzungswert entspricht. WACKER hat in seiner Ermittlung den Nutzungswert zugrunde gelegt. Die operative Planung und somit die Einschätzung, ob das Sachanlagevermögen des Segments WACKER POLYSILICON werthaltig ist, ist ermessensbehaftet und erfordert Annahmen über den Abzinsungssatz sowie zahlreiche zukunftsorientierte Schätzungen - z. B. hinsichtlich der zukünftig nachgefragten Menge auf Basis des erwarteten Zubaus von Photovoltaikanlagen sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes, welches die wesentlichen Absatzmärkte von Polysilicium sind, der Preisentwicklung, des weltweiten Ausbaus von Produktionskapazitäten für Polysilicium und der damit zu erwartenden Zahlungsmittelzu- und -abflüsse. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass das zum Abschlussstichtag ausgewiesene Sachanlagevermögen des Segmentes WACKER POLYSILICON nicht in angemessener Höhe erfasst wurde. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG Wir haben uns durch Erläuterungen von Mitarbeitern des Corporate Accounting ein Verständnis über den Prozess der Gesellschaft zur Identifizierung von Anhaltspunkten auf Wertminderung und Wertaufholungen sowie Ermittlung der erzielbaren Beträge verschafft. Die von der Gesellschaft identifizierten Anhaltspunkte auf Wertveränderungen haben wir analysiert und anhand der im Rahmen unserer Prüfung gewonnenen Informationen beurteilt. Wir haben den von der Gesellschaft erstellten Wertminderungstest für das Segment WACKER POLYSILICON erhalten. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand, Vertretern des Segments WACKER POLYSILICON sowie der Abteilung Corporate Accounting haben wir uns die darin verwendeten Bewertungsannahmen und -parameter erläutern lassen und ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt. Unter Einbezug unserer Bewertungsspezialisten haben wir die Bewertungsannahmen und -parameter sowie die rechnerische Richtigkeit und die IFRS-Konformität des Bewertungsmodells der Gesellschaft gewürdigt. Des Weiteren haben wir die Angemessenheit der den erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüssen zugrunde liegenden Annahmen und Parameter durch Abgleich mit der durch den Aufsichtsrat genehmigten Unternehmensplanung und durch einen Abgleich mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen beurteilt. Letztere basieren insbesondere auf langfristigen externen Prognosen hinsichtlich der Installationsmenge im Bereich der Photovoltaik sowie der Entwicklung des Halbleiter-Marktes. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie aktuellen Zwischenergebnissen analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir darüber hinaus die Auswirkungen möglicher Veränderungen des Abzinsungssatzes und des erwarteten EBITDA auf den erzielbaren Betrag untersucht, indem wir alternative Szenarien des Mandanten nachgerechnet und mit den Bewertungsergebnissen der Gesellschaft verglichen haben (Sensitivitätsanalyse). UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN Die von der Gesellschaft zur Beurteilung der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens des Segments WACKER POLYSILICON verwendeten Annahmen und Parameter und die Schlussfolgerungen aus dem darauf basierenden Wertminderungstest sind sachgerecht. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "ESEF_03_03_2022.zip" (SHA256-Hashwert: c3b64263dac2afe5258ecd8436485e62f4f9641e2af63a9ad5295ffe795e61b2) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 8. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Konzernabschlussprüfer der Wacker Chemie AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die teilweise im Konzernabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Gesellschaft und ihre beherrschten Unternehmen erbracht: Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten der Halbjahresfinanzberichterstattung sowie der damit verbundenen Berichtspakete von Konzernunternehmen. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts. Weiterhin wurde eine Werthaltigkeitsbescheinigung eines Produktionsstandortes, die gesondert beauftragte Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 AktG sowie Beratungsleitungen in Bezug auf die Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung erbracht. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.
München, den 3. März 2022 KPMG
AG
Huber-Straßer, Wirtschaftsprüferin Hanshen, Wirtschaftsprüfer AufsichtsratDr. Peter-Alexander Wacker 1, 2, 3 Vorsitzender Bad Wiessee Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. Manfred Köppl *, 1, 2, 3 Stv. Vorsitzender Kirchdorf Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Peter Áldozó * Burghausen Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG Prof. Dr. Andreas Biagosch München Geschäftsführer der Impacting l GmbH & Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien (bis 10. November 2021) Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Vorsitzender des Beirats ATHOS Service GmbH Dr. Gregor Biebl München Ministerialdirektor Bayerische Staatskanzlei Matthias Biebl München Rechtsanwalt Markus Hautmann * Schwandorf Bezirksleiter IGBCE Altötting Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG SMP Deutschland GmbH (bis 31. März 2021) Ingrid Heindl * Reischach Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Eduard-Harald Klein *, 1 Neuötting Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Franz-Josef Kortüm 1, 2, 3 München Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA Barbara Kraller * Taching Stv. Vorsitzende Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Beate Rohrig * Unterhaching Landesbezirksleiterin IGBCE Bayern Mitglied des Aufsichtsrats Adidas AG Dr. Birgit Schwab * Burghausen Leiterin Qualitätsmanagement WACKER BIOSOLUTIONS Ann-Sophie Wacker München Rechtsanwältin und Syndikusrechtsanwältin/Beteiligungsmanagerin Dr. Susanne Weiss München Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzende des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Spielvereinigung Unterhaching UBM Development AG, Österreich Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr.
Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr.
Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender:
Franz-Josef Kortüm)
VorstandDr. Christian Hartel Vorsitzender (seit 12. Mai 2021) WACKER POLYSILICON WACKER BIOSOLUTIONS Konzernentwicklung Corporate Communications Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG (seit 13. Mai 2021) Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender (bis 12. Mai 2021) WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG (bis 13. Mai 2021) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Aufsichtsrats TÜV Süd AG Dr. Tobias Ohler Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherungen Investor Relations Information Technology Procurement & Logistics Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Auguste Willems WACKER SILICONES Sales and Distribution Werkleitungen Forschung und Entwicklung Corporate Security Umwelt/Gesundheit/Sicherheit Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Angela Wörl (seit 12. Mai 2021) WACKER POLYMERS Personal/Soziales (Arbeitsdirektorin) Obere Führungskräfte Intellectual Property Zentrale Ingenieurstechnik Region Asien Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Erklärung zur UnternehmensführungCorporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung. Entsprechenserklärung 2021 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2021 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2021 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht und ist dort - zusammen mit weiteren, nicht mehr aktuellen Entsprechenserklärungen - für mindestens fünf Jahre abrufbar. 1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG Im Dezember 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 16. Dezember 2019 mit den nachfolgend unter 2. a) bis h) aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in derselben Fassung weiter mit den nachfolgend unter 2. a) bis d) und f) bis h) aufgeführten Ausnahmen entsprechen. 2. Ausnahmen a) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Empfehlung C.1) Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG gehört diesem in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. b) Vorstandsmitglied soll nicht zugleich Aufsichtsratsvorsitzender einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft sein (Empfehlung C.5) Unser Vorstandsmitglied Dr. Tobias Ohler ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG. Die Siltronic AG war bis zu ihrer Entkonsolidierung im März 2017 eine Konzerntochter und ein Geschäftsbereich der Wacker Chemie AG, für den Herr Dr. Ohler als Ressortvorstand verantwortlich war. Die aus dieser Funktion resultierende Arbeitsbelastung war mindestens so hoch wie nun die Belastung aus der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender. Wir sehen daher keinen Anlass anzunehmen, dass Herr Dr. Ohler für eines seiner beiden Mandate zu wenig Zeit aufbringen kann. Wir halten es deshalb nicht für sinnvoll, dass Herr Dr. Ohler sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG vorzeitig niederlegt, zumal es angebracht erscheint, dass der größte Aktionär der Siltronic AG auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt. c) Unabhängigkeit von mehr als der Hälfte der Anteilseignervertreter von Gesellschaft und Vorstand (Empfehlung C.7) Nach der neuen Definition von "Unabhängigkeit" im Kodex gelten solche Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, nicht mehr als unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand. Dieses Kriterium der "zu langen" Zugehörigkeit erfüllen im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter - wobei eine Anteilseignervertreterin das Kriterium nur zugerechnet darüber erfüllt, dass sie eine nahe Familienangehörige eines anderen Mitglieds ist, das bereits seit mehr als zwölf Jahren im Aufsichtsrat vertreten ist, obwohl sie selbst dem Aufsichtsrat erst seit kurzem angehört. Wir halten die grundsätzliche Festlegung dieser Empfehlung für verfehlt. Aus unserer Sicht führt eine lange Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat gerade nicht zwangsläufig zu einem wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt - auf den es für die Beurteilung der Unabhängigkeit nach wie vor ankommen sollte. Erst recht nicht, wenn die lange Zugehörigkeit lediglich über ein Verwandtschaftsverhältnis "zugerechnet" wird. Wir halten es im Gegenteil für sehr wünschenswert, dass uns unsere Aufsichtsratsmitglieder über einen langen Zeitraum begleiten. Es fördert das unbedingt erforderliche tiefe Verständnis des Unternehmens, seines Geschäfts und des Wettbewerbsumfelds sowie der Chancen und Risiken und trägt zu einer auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichteten Beratung und Kontrolle bei. Wir halten es auch nicht für sinnvoll, nun einige der Anteilseignervertreter um Niederlegung ihres Mandats zu bitten, um die Kodex-Empfehlung zu befolgen. Aus diesem Grund weichen wir von dieser Empfehlung ab. Die übrigen Kriterien fehlender Unabhängigkeit von Gesellschaft und Vorstand treffen auf keinen der Anteilseignervertreter zu. d) Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Vorsitzenden des Präsidialausschusses (Empfehlungen C.10 und D.4) Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der zugleich Vorsitzender des Präsidialausschusses ist, gehört dem Aufsichtsrat bereits länger als zwölf Jahre an und gilt aus diesem Grund gemäß den Kodex-Empfehlungen als nicht unabhängig von Gesellschaft und Vorstand. Dasselbe gilt für den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, der dem Aufsichtsrat ebenfalls bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Insofern ist eine Abweichung von den Empfehlungen C.10 und D.4 zu erklären. Wir sehen bei beiden Mitgliedern des Aufsichtsrats keinerlei Hinweise auf drohende wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte und halten daher die Vermutung der fehlenden Unabhängigkeit auf Grund der langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat in beiden konkreten Fällen für unschädlich. Vielmehr profitieren das Gremium sowie die beiden Ausschüsse von der langjährigen Erfahrung ihrer Vorsitzenden. Einen Wechsel der Vorsitzenden halten wir nach Abwägung aller Umstände deshalb nicht für geboten. Der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses alle anderen gesetzlichen und vom Kodex empfohlenen Anforderungen erfüllt und zudem unabhängig vom kontrollierenden Aktionär ist. e) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Empfehlung C.14) Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Wir haben bislang davon abgesehen, weil wir die gesetzlich geforderten Angaben veröffentlicht haben und dies für ausreichend gehalten haben. Wir konnten den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, nicht erkennen. Deshalb haben wir in der Vergangenheit zu diesem Thema eine Abweichung erklärt. Das wird künftig nicht mehr erforderlich sein, da wir der Empfehlung nun folgen werden: Wir werden die Lebensläufe unserer Aufsichtsratsmitglieder künftig auf der Website der Gesellschaft veröffentlichen. f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Empfehlung C.15) Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist. g) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Empfehlung D.5) Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde. h) Festlegung der Leistungskriterien für die variable Vergütung für das bevorstehende Geschäftsjahr (Empfehlung G.7) Wir halten es für sinnvoll, die variable Vergütung für das kommende Geschäftsjahr in derselben Aufsichtsratssitzung festzulegen, in der über die variable Vergütung für das vergangene Geschäftsjahr entschieden wird. Dies erfolgt naturgemäß in der März-Sitzung des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch die Leistungskriterien für die variable Vergütung festgelegt. Diese Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit bewährt und wir halten es nicht für effizient, die Entscheidung über die Leistungskriterien und die Entscheidung über Ziel- und Maximalvergütung in zwei unterschiedlichen Sitzungen zu behandeln. Aus diesem Grund wird die Empfehlung, dass die Leistungskriterien für alle variablen Vergütungsbestandteile für das bevorstehende Geschäftsjahr festgelegt werden sollen, nicht befolgt. Vergütungsbericht/Vergütungssystem Unter https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/ investor-relations/corporate-governance/overview.html sind das geltende Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG, das von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 gebilligt wurde, sowie der von derselben Hauptversammlung gefasste Beschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats öffentlich zugänglich. Unter derselben Internetadresse werden der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2021 einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG öffentlich zugänglich gemacht werden. Berichterstattung zur Corporate Governance Aktionäre und Hauptversammlung Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Unser Investor-Relations-Team steht in engem Kontakt zu den Analysten und anderen Kapitalmarktteilnehmern. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Diese in englischer Sprache abgehaltenen Telefonkonferenzen sind öffentlich zugänglich und können im Nachgang über unsere Website abgerufen werden. Regelmäßig nehmen wir an Konferenzen und Roadshows teil und suchen aktiv den Kontakt zu institutionellen Anlegern. Im Jahr 2021 hat der Vorstand, unterstützt vom IR-Team, an insgesamt 16 virtuellen Konferenzen teilgenommen. Daneben finden regelmäßig Kapitalmarkttage statt, 2021 haben wir zwei solcher Veranstaltungen virtuell durchgeführt. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht sowie die Satzung der Wacker Chemie AG und die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das Podcast-Center. » www.wacker.com Hauptversammlung Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäftsbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den nichtfinanziellen Bericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auf unserer Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Die Wacker Chemie AG hat, wie im deutschen Aktiengesetz vorgeschrieben, ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite. Vorstand Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu. Besetzung des Vorstands Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand kontinuierlich für eine nachhaltige und langfristige Nachfolgeplanung im Vorstand, um eine dauerhafte, kompetente Führung sicherzustellen und auf kurzfristige Ausfälle oder Abgänge angemessen reagieren zu können. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt. Es werden außerdem die Anforderungen des Aktiengesetzes und des Kodex sowie die Aspekte des vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands beachtet. Der Präsidialausschuss erstellt unter Berücksichtigung dieser Kriterien, der unternehmerischen Bedürfnisse sowie der konkreten Qualifikationsanforderungen ein Anforderungsprofil. Auf dieser Basis erörtert und benennt der Präsidialausschuss für jeden Vorstandsposten eine Reihe von potenziellen Nachfolgern. Bei der Identifikation und Nominierung solcher Kandidaten wirkt der Vorstand mit. Um eine angemessene Nachfolgeplanung zu ermöglichen, greifen Aufsichtsrat und Vorstand auch auf die Ergebnisse der Evaluierung der weiteren Führungsebenen im Unternehmen zurück, um fortlaufend geeignete Personen zu identifizieren. Ist eine Stelle neu zu besetzen, erstellt der Präsidialausschuss so frühzeitig wie möglich eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten, führt mit diesen Gespräche und unterbreitet dem Aufsichtsrat anschließend einen begründeten Vorschlag sowie eine Empfehlung zur Beschlussfassung. Maßgeblich ist dabei stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls. Je nach Situation werden Personalberater in diese Arbeit einbezogen, um die persönliche Sicht der Aufsichtsratsmitglieder zu validieren und um ein vollständiges Bild des in Frage kommenden Kandidatenpools zu erlangen. Diversitätskonzept für den Vorstand Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt. Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitätsaspekte:
Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt. Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt, die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre. D.1 Zugehörigkeitsdauer der Aufsichtsratsmitglieder
Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet. Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2021 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (§§ 289b, 315b HGB) einer Vorprüfung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, und überprüft regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2021 Herr Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Manfred Köppl. Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3 MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2021 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an. Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung C.1 des Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat beschlossen: Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. (I) Ziele für die Zusammensetzung 1. Internationale Expertise Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören. 2. Vermeidung von/Umgang mit Interessenkonflikten Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. 3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. 4. Vielfalt (Diversity) Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 Aktiengesetz hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammenzusetzen. (II) Kompetenzprofil Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:
Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den beschlossenen Zielen und dem Kompetenzprofil. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider. Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen. Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, die Entscheidungen und die Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können. Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine Zusammensetzung und entspricht dem Kompetenzprofil Diversitätskonzept. Derzeit sind sechs Frauen im Aufsichtsrat vertreten, zwei auf Anteilseigner- und vier auf Arbeitnehmerseite, wodurch die gesetzlichen Anforderungen übererfüllt werden. Unabhängigkeit Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mit der Neufassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 wurden die Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern konkretisiert. Demnach gelten Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat länger als zwölf Jahre angehören, als nicht mehr unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Nach dieser Definition erfüllen zwei Anteilseignervertreter das Kriterium der Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft: Prof. Dr. Andreas Biagosch und Dr. Gregor Biebl. Wir halten darüber hinaus Frau Ann-Sophie Wacker für unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Zwar wird gemäß der Kodex-Definition vermutet, dass auch sie nicht unabhängig ist, weil ein naher Familienangehöriger von ihr (Dr. Peter-Alexander Wacker) dem Aufsichtsrat bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats ist in ihrer Einschätzung unter pflichtgemäßer Würdigung aller Umstände jedoch zu dem Ergebnis gelangt, dass dadurch keine fehlende Unabhängigkeit von Frau Wacker begründet wird. Es ist nicht anzunehmen, dass sie bei der Ausübung ihrer Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied von ihrem Vater beeinflusst wird - zumal die fehlende Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft im Fall von Herrn Dr. Wacker lediglich aus seiner langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat resultiert und es ansonsten keine besondere persönliche oder geschäftliche Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand gibt, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen könnte. Gerade beim Kriterium der Zugehörigkeitsdauer halten wir die pauschale Annahme, dass die fehlende Unabhängigkeit auf einen nahen Angehörigen abfärbt, für verfehlt. Unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sind die folgenden vier Anteilseignervertreter: Herr Franz-Josef Kortüm, Herr Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Herr Prof. Dr. Biagosch und Herr Dr. Gregor Biebl. Frau Dr. Susanne Weiss, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Matthias Biebl gehören der Geschäftsführung des kontrollierenden Aktionärs an und gelten nach der Kodex-Empfehlung C.9 damit - unwiderlegbar - als nicht unabhängig. Dasselbe gilt für Frau Ann-Sophie Wacker, deren fehlende Unabhängigkeit gemäß Kodex allein daraus resultiert, dass sie die Tochter von Herrn Dr. Wacker ist. Wir halten den Kodex hier für zu weitgehend, weil er die Besonderheiten von Familiengesellschaften nicht berücksichtigt. Beim kontrollierenden Aktionär handelt es sich in unserem Fall um eine Familien-Holding, deren einziges Geschäft im Halten der Anteile an der Wacker Chemie AG besteht. Der kontrollierende Aktionär übt also neben dem Halten der Beteiligung an der Wacker Chemie AG keine weitere unternehmerische Tätigkeit aus, es gibt daher keine anderweitige unternehmerische Interessenbindung. Im konkreten Fall besteht daher keine Gefahr eines typischen konzernrechtlichen Interessenkonflikts. Der Empfehlung C.1 des Kodex zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2021 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat überprüft jährlich, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat in seiner Dezember-Sitzung die Effizienz seiner Tätigkeit in Form einer allgemeinen Aussprache überprüft. Die Diskussion und Bewertung erfolgte anhand bestimmter Kriterien, darunter die Dauer und Frequenz von (Ausschuss-)Sitzungen, die Vorbereitung und Durchführung von Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen, die Qualität und Rechtzeitigkeit der Information der Aufsichtsratsmitglieder, die personelle Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Ausschüssen, der Umgang mit Interessenkonflikten sowie anderen Konflikten im Gremium und die allgemeine Befähigung des Aufsichtsrats, den Vorstand der Gesellschaft angemessen zu beraten und zu überwachen. Die Selbstbeurteilung bestätigte eine professionelle und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie mit dem Vorstand. Die Aufsichtsratsmitglieder kamen zu dem Ergebnis, dass insbesondere die im Vorfeld der Sitzung zur Verfügung gestellten Unterlagen umfassend, qualitativ hochwertig und sehr gut verständlich sind und so eine umfassende und effiziente Vorbereitung auf die Sitzungen und eine offene Diskussion in den Sitzungen ermöglichen. Als besonders zweckmäßig und einem offenen Austausch förderlich wurden die getrennten Vorgespräche von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern vor den Plenumssitzungen beurteilt. Grundlegender Veränderungsbedarf wurde nicht identifiziert, einzelne Anregungen werden auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt. Wesentliche Unternehmensführungspraktiken Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 87. Das Unternehmen hat in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland, der Türkei, Tschechien, Ungarn, Spanien, den Niederlanden und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance. In 2021 wurde ein systemgestütztes globales Hinweisgebersystem eingeführt. Dem Unternehmen können hierdurch von Mitarbeitern, aber auch von Dritten Compliance-Verstöße mitgeteilt werden. Auf Wunsch ist dies auch anonym möglich. Grundsätze der Unternehmensethik
» Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/wacker-at-a-glance/corporate-strategy-and-policy-guidelines/ethical-principles.html abrufbar. Responsible Care® und Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt. Neue, ambitionierte Ziele für Nachhaltigkeit WACKER hat sich in 2021 neue ambitionierte Ziele hin zur Klimaneutralität im Jahr 2045 gesetzt und diese im Rahmen eines virtuellen Kapitalmarkttages Investoren und Analysten vorgestellt. WACKER plant, seine absoluten Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Bei den neuen Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen handelt es sich um "science-based targets". Das bedeutet, dass sie mit dem Ziel eines weltweiten Temperaturanstiegs um maximal 1,5 Grad Celsius im Einklang stehen und somit konform mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sind. WACKER ist seit 2021 Teil der UN-Initiative für Klimaneutralität "Race To Zero". WACKER bekennt sich damit freiwillig zur Einhaltung der Obergrenze von 1,5 Grad Celsius und verpflichtet sich, den Weg in Richtung Klimaneutralität, der bis 2045 angestrebt wird, künftig mit transparenten Fortschrittsberichten zu dokumentieren. Zu den weiteren Nachhaltigkeitszielen von WACKER bis zum Jahr 2030 gehören:
Alle Aktivitäten werden aus der Abteilung Corporate Sustainability gesteuert, die zur Abteilung Corporate Development gehört und somit direkt dem CEO untersteht. Gesellschaftliches Engagement Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich. Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER Bestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt. Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 20.000 € erreicht oder übersteigt. » https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/investor-relations/corporate-governance/directors-dealings.html abrufbar. Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss und auch der gesamte Aufsichtsrat wird regelmäßig über das Compliance-Management-System und die konzerninternen Kontrollsysteme informiert. Beide sind ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Gemäß den Regelungen des Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken. D & O-Versicherung WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor. Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" (Erstes Führungspositionengesetz) verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen und mit mindestens zwei Männern zu besetzen. Die Wacker Chemie AG übertrifft mit zwei Frauen auf Anteilseigner- und vier Frauen auf Arbeitnehmerseite diese gesetzlichen Anforderungen. Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen. Gemäß dem am 12. August 2021 in Kraft getretenen Zweiten Führungspositionengesetz müssen dem Vorstand der Wacker Chemie AG, sofern er aus mehr als drei Personen besteht, mindestens eine Frau und ein Mann als Vorstandsmitglied angehören (§ 76 Abs. 3a AktG). Zudem sieht das neue Gesetz vor, dass die Festlegung der Zielgrößen für den Frauenanteil auf null vom Aufsichtsrat (für die Zielgröße im Vorstand) bzw. vom Vorstand (für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands) künftig begründet werden muss. Seit dem 12. Mai 2021 ist mit Frau Angela Wörl eine Frau im derzeit vierköpfigen Vorstand der Wacker Chemie AG vertreten, so dass die neue gesetzliche Anforderung des § 76 Abs. 3a AktG bereits erfüllt ist; die vom Aufsichtsrat 2017 auf der Grundlage der damaligen Rechtslage festgelegten Zielgröße (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022) ist damit obsolet. Bei den Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: 21 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 20 Prozent), für die eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Dezember 2022 festgesetzt wurde, befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Nach aktueller Lage gehen wir davon aus, dass wir beide Zielgrößen bis zum Ablaufen der Umsetzungsfrist erreichen werden. Zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AGAngaben für den WACKER-Konzern Das Geschäftsmodell der Wacker Chemie AG WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten. Das Geschäftsmodell und die rechtliche Unternehmensstruktur sind im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Grundlagen des Konzerns", beschrieben. Rahmenwerke und Prüfung des Berichts Unsere Berichterstattung zur Nachhaltigkeit und auch dieser zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Konzernbericht (im Folgenden: "Bericht") orientieren sich an den Standards zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI). Dieser Bericht ist zugleich die für den WACKER-Konzern und die Wacker Chemie AG zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Erklärung für das Geschäftsjahr 2021 im Sinne von §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e Handelsgesetzbuch (HGB). Der Bericht wurde vom Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG und in dessen Auftrag von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft, unter Beachtung des International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information" zum Zwecke der Erlangung einer begrenzten Prüfungssicherheit (Limited Assurance Engagement) bezüglich der gemäß §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB gesetzlich geforderten Angaben. Alle in diesem Bericht enthaltenen Verweise beziehen sich auf weiterführende Informationen mit Ausnahme der Verweise auf den Konzernlagebericht. Bedeutung von Nachhaltigkeit und anderen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren für WACKER Seit Jahren ist Nachhaltigkeit als Ziel in unseren Geschäftsprozessen verankert. Bei all unserem Tun wollen wir ökonomische, ökologische und soziale Faktoren in Einklang bringen. Wie wichtig uns Nachhaltigkeit ist, zeigt sich darin, dass wir sie zu einem unserer strategischen Ziele erklärt haben. Es lautet: "Noch stärkerer Fokus auf Nachhaltigkeit". WACKER als innovatives Chemieunternehmen leistet einen wichtigen Beitrag, die Lebensqualität der Menschen auf der Welt zu verbessern. Wir wollen auch in Zukunft Lösungen entwickeln und anbieten, die unseren eigenen Anspruch erfüllen: Mehrwert für unsere Kunden und Aktionäre schaffen und nachhaltig wachsen. Responsible Care® und UN Global Compact Wir orientieren unser Handeln an freiwilligen globalen Initiativen, die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER sind. Als Teilnehmer der Responsible-Care®- Initiative der chemischen Industrie sind wir verpflichtet, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Als Mitglied des UN Global Compact der Vereinten Nationen unterstützen wir die Ziele dieser weltweit wichtigsten und größten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption. Jährlich geben wir unsere Fortschrittsmitteilung ab, die auf der Website des UN Global Compact eingesehen werden kann. » https://www.unglobalcompact.org/what-is-gc/participants/10060-Wacker-Chemie-AG » Die jeweils aktuelle Fortschrittsmitteilung veröffentlichen wir zusätzlich auf der WACKER-Website: https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/sustainability/global-compact/detail.html Grundsätze der Unternehmensethik Neben unserer Vision und unseren Zielen bilden die Verhaltensgrundsätze die dritte Säule der Unternehmensleitlinien. Diese Grundsätze enthalten unseren Code of Sustainability, ergänzt durch ein Regelwerk von Richtlinien und Anweisungen. Sie sind für alle Mitarbeiter weltweit verpflichtend. Der Inhalt der Codes ist in der Erklärung zur Unternehmensführung beschrieben. » Unsere Verhaltensgrundsätze sind auf der WACKER-Website abrufbar: www.wacker.com/cms/de/wacker_group/wacker_facts/policy/policy.jsp Unsere Unternehmensführung ist in die CSR-Belange unter anderem durch die Verantwortlichen für EHS, PS und Sustainability (Umwelt- und Gesundheitsschutz, Produktsicherheit und Nachhaltigkeit) eingebunden. Unser Vorstand ist im Sustainability Council vertreten sowie im Human Rights Committee über den Chief Compliance Officer, der direkt an ihn berichtet. Darüber hinaus ist unser Vorstand im Vorsitz des Technik- und Umweltausschusses im Chemieverband VCI vertreten, in dessen Nachhaltigkeitsboard und bei dessen Initiative Chemie 3 wir mitwirken. » https://www.chemiehoch3.de/ Mit der Beteiligung an der UN-Initiative "Race To Zero" bekennt sich WACKER freiwillig dazu, die Obergrenze von 1,5 Grad Celsius einzuhalten. Wir haben uns damit verpflichtet, den Weg Richtung Klimaneutralität mit transparenten Fortschrittsberichten zu dokumentieren. » https://racefozero.unfccc.int Wir sind der Renewable Carbon Initiative (RCI) beigetreten, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Defossilisierung der chemischen Industrie voranzutreiben. Die Initiative treibt Technologien und Wertschöpfungsketten voran, um fossilen Kohlenstoff vollständig durch erneuerbaren Kohlenstoff aus alternativen Quellen wie Biomasse, CO 2 und Recycling zu ersetzen. » https://renewable-carbon-initiative.com Als Förderunternehmen Stiftung KlimaWirtschaft (vormals Stiftung 2°) setzen wir ein klares Zeichen für den unternehmerischen Klimaschutz. Lösungsansätze nennt die Initiative in ihrem Positionspapier "Unternehmerischer Klimaschutz in der Praxis". WACKER erklärt in diesem Dokument, dass im Unternehmen über 60 Prozent der Prozesse elektrifiziert sind. Somit ist eine Umstellung der Produktion auf erneuerbare Energien möglich, sobald genügend Strom aus Quellen wie Sonne oder Wind zur Verfügung steht. » https://klimawirtschaft.org/unternehmerischer-klimaschutz Wir sind als 200. Mitglied dem Wasserstoffbündnis Bayern beigetreten. Diese Vernetzungs-, Wissens- und Interessenplattform setzt sich dafür ein, Wasserstofftechnologien, insbesondere grünen Wasserstoff, als zentrales Element der Energiewende zum Einsatz zu bringen. Das Bündnis wird durch das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) koordiniert. » https://h2.bayern/ Nachhaltigkeitsstrategie Mit SustainaBalance® hat sich WACKER eine Nachhaltigkeitsstrategie mit Zielen gesetzt. Wir fördern das Gleichgewicht zwischen ökologischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Bedürfnissen nach drei Leitlinien:
Für Monitoring und Steuerung der Nachhaltigkeitsstrategie hat der Vorstand ein Sustainability Council einberufen, in dem sich Mitglieder aus Geschäfts- und Zentralbereichen über die Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung abstimmen. Das Sustainability Council steuert bereichsübergreifende Maßnahmen und überprüft die Fortschritte. Mit unserem Programm WACKER Sustainable Solutions (WACKER - nachhaltige Lösungen schaffen) verankern wir Nachhaltigkeitsaspekte noch stärker in unseren Geschäftsmodellen, um
Nachhaltigkeitsziele des WACKER-Konzerns Die globale Erwärmung auf Grund steigender Kohlendioxidemissionen ist ein gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanter Umweltfaktor. Als Unternehmen wollen wir vorangehen, durch unsere Produkte zur Bekämpfung des Klimawandels beitragen und unsere eigenen Emissionen sowie die unserer Produkte senken. Wir haben uns deshalb neue Nachhaltigkeitsziele gesetzt, mit denen wir Klimaneutralität bis 2045 anstreben. Gegenüber den bisherigen Vorgaben sind unsere neuen Ziele wesentlich ambitionierter. So will WACKER seine absoluten Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2030 um 50 Prozent senken. Bislang hatten wir uns eine Reduzierung der spezifischen Treibhausgasemissionen - also pro Tonne Produkt - um 33 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012 vorgenommen. Bei seinen Produkten arbeitet WACKER darauf hin, mit dem gesamten Portfolio bis 2030 definierte Anforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit zu erfüllen (bislang: 90 Prozent). Von unseren Schlüssellieferanten erwarten wir ebenfalls bis 2030 die Erfüllung definierter Standards im Hinblick auf Nachhaltigkeit (bislang: 90 Prozent). Im gleichen Zeitraum sollen die Emissionen bei Vorprodukten, die wir einsetzen, um 25 Prozent zurückgehen. Neu ist das Ziel zur spezifischen Wasserentnahme: Hier will WACKER bis 2030 eine Senkung um 15 Prozent erreichen. Bei den neuen Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen handelt es sich um "science-based targets". Das bedeutet, dass sie mit dem Ziel eines weltweiten Temperaturanstiegs um maximal 1,5 Grad Celsius im Einklang stehen und somit konform mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sind. D.2 Nachhaltigkeit hat für WACKER zwei Dimensionen
D.3 Nachhaltigkeitsziele des WACKER-Konzerns
3 Scope 1 und 2 gemäß GHG-Protokoll,
science-based target
4 Gemäß WACKER Sustainable Solutions
5 Entspricht 90 Prozent des gesamten
Einkaufsvolumens
8 Gemäß WACKER Process Safety
Incidents, Severity Level 1 und 2
Um das Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei unseren Mitarbeitern zu vertiefen, fand im Berichtsjahr zum vierten Mal eine konzernweite Nachhaltigkeitswoche statt, in deren Fokus diesmal die Kreislaufwirtschaft stand. Bei einem Ideenwettbewerb zum Thema Kreislaufwirtschaft gingen 32 Vorschläge ein, von denen mittlerweile fünf umgesetzt wurden. Analyse wesentlicher Nachhaltigkeitsthemen WACKER tauscht sich regelmäßig mit einer Vielzahl von Zielgruppen aus. Dazu gehören neben Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, Analysten, Investoren und Journalisten auch Wissenschaftler, Nachbarn, Politiker, Verbände und Nichtregierungsorganisationen. Seit Jahren befragt WACKER im Zuge der Nachhaltigkeitsberichterstattung regelmäßig seine Stakeholder. Im Jahr 2020 hatten wir eine indirekte Stakeholderbefragung durchgeführt. Dabei haben WACKER-Mitarbeiter jeweils für die Stakeholdergruppe, mit der sie im engen Austausch stehen, die Bedeutung der Themen abgeschätzt. Neben der Relevanz für die Stakeholder wurden auch der Einfluss der Themen auf WACKER und die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit von WACKER auf die Themen abgefragt. Die fünf Top-Themen sind Produktsicherheit, Sicherheit der Produktionsanlagen, Compliance, Transport- und Lagersicherheit, Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit. Den größten Einfluss auf WACKER haben laut Befragung Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung, Sicherheit der Produktionsanlagen, Energieeffizienz, Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und Mitarbeitergesundheit. CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz Wir berichten in diesem nichtfinanziellen Bericht über Themen, die nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wesentlich sind. Dies beinhaltet nach dem Ergebnis unserer Stakeholderbefragung 13 von 30 abgefragten Schwerpunkten. Über das Thema Menschenrechte berichten wir auf Grund der gesetzlichen Anforderungen. Darüber hinaus enthält dieser nichtfinanzielle Bericht weitere, nicht im Sinne des CSR-RUG wesentliche Themen, die wir aufgenommen haben, um eine Kontinuität der Inhalte zu gewährleisten. Im Jahr 2021 haben wir unseren Nachhaltigkeitsbericht über die Jahre 2019 und 2020 veröffentlicht. » https://berichte.wacker.com/2020/nachhaltigkeitsbericht/ D.4 Relevante Themen nach CSR-RUG
EU-Taxonomie-Verordnung (VO) Das von der Europäischen Union veröffentlichte Maßnahmenpaket "EU Action Plan on Sustainable Finance" zur nachhaltigen Finanzwirtschaft definiert ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten, die sogenannte EU-Taxonomie-VO. Dieses System trägt dazu bei, nachhaltige Tätigkeiten mit Klimabezug in berichtspflichtigen Unternehmen zu identifizieren und standardisiert zu berichten. Es begleitet den Übergang in eine nachhaltige Finanzwirtschaft, indem es die Verlässlichkeit und Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsinformationen stärkt. Rechtsakte zu treuhänderischen Pflichten, Anlage- und Versicherungsberatung sollen das Ziel des European Green Deal vorantreiben, die EU bis 2050 klimaneutral zu gestalten, indem Gelder in nachhaltige Tätigkeiten gelenkt werden. Mit der EU-Taxonomie-VO hat die EU sechs Umweltziele definiert, anhand derer sich wirtschaftliche Tätigkeiten von Unternehmen als nachhaltig einstufen lassen. In diesem Bericht gehen wir auf die im Berichtsjahr verpflichtenden ersten beiden Ziele "Klimaschutz" sowie "Anpassung an den Klimawandel" ein. Die erweiterten Angaben im Sinne der EU-Taxonomie-VO machen wir im Berichtsjahr 2021 als Unternehmen, das einen nichtfinanziellen Bericht im Sinne von § 289b, 315b Handelsgesetzbuch (HGB) erstellt und veröffentlicht. Gemäß Artikel 8 Absatz 2 der EU-Taxonomie-VO weisen wir ökologisch nachhaltig eingestufte Anteile von Umsatzerlösen, Investitionen sowie Betriebsausgaben aus. Für das Berichtsjahr sind gemäß einer von der EU gewährten Erleichterung lediglich die Anteile der taxonomiefähigen und nicht taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten an Umsatz sowie an Investitions- und Betriebsausgaben offenzulegen. Für die Taxonomiefähigkeit wurden die technischen Bewertungskriterien nicht berücksichtigt, gemäß Artikel 1 Nummer 5 der Delegierten Verordnung (EU) 2021/ 2178. Die Taxonomiekonformität ist noch nicht zu prüfen. Unsere identifizierten Wirtschaftstätigkeiten betreffen das Klimaziel "Klimaschutz". Wirtschaftliche Tätigkeiten zum Klimaziel "Anpassung an den Klimawandel" haben wir für das Geschäftsjahr nicht identifiziert. Wir haben den Stand der Verlautbarungen bis einschließlich 31. Januar 2022 berücksichtigt. Taxonomiefähige Umsatzanteile Wir haben die in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesenen Umsatzerlöse über alle Konzerngesellschaften hinweg daraufhin untersucht, ob sie mit taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten gemäß dem Annex I (wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz) und Annex II (wesentlicher Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel) der Delegierten Verordnung der (EU) 2021/ 2139 erzielt wurden. Nach einer Analyse haben wir die relevanten Umsatzanteile den taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten zugeordnet. Die gemäß EU-Taxonomie zu berichtende Umsatzkennzahl ergibt sich aus dem Verhältnis der Umsatzerlöse aus taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten zu den Gesamtumsatzerlösen des Geschäftsjahrs 2021. Unsere Analysen ergeben, dass die taxonomiefähigen Umsätze gemäß Annex I der Delegierten Verordnung (EU) 2021/ 2139 der Kommission zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 insbesondere dem Bereich "Herstellung von Kunststoffen in Primärformen" zuzuordnen sind. Darunter fallen WACKER POLYMERS mit Endprodukten auf Basis von Polyvinylacetat sowie WACKER SILICONES mit siliconbasierten Produkten wie Silicondichtstoffe und hochdisperse Kieselsäure als Isolationsmaterial. WACKER BIOSOLUTIONS ist mit dem Verkauf von Kaugummimassen auf Basis von Polyvinylacetat als taxonomiefähig einzustufen. Ein geringer Umsatzanteil ergibt sich im Bereich Abwasserreinigung am Standort Burghausen in der Wirtschaftstätigkeit Bau, Erweiterung sowie Betrieb von Abwassersammel- und -behandlungssystemen. Nach derzeitigem Stand der Regulatorik ist ein Großteil von Vorprodukten noch nicht von der EU-Taxonomie erfasst. Insofern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, dessen Kernprodukt hochreines Polysilicium als Grundbaustein für Halbleiteranwendungen und hocheffiziente Solarzellen für die Photovoltaik dient, in diesem Berichtszeitraum nicht von der EU-Taxonomie-VO abgedeckt. Taxonomiefähige Investitionen Die taxonomiefähigen Investitionen ergeben sich aus den Investitionsausgaben (CapEx), die mit einer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit, einem glaubwürdigen Plan zur Ausweitung oder Erreichung einer ökologisch nachhaltigen Wirtschaftstätigkeit verbunden sind oder sich auf den Erwerb von Produkten und Leistungen aus einer taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeit beziehen. Zur Ermittlung der zu berichtenden CapEx-Kennzahl stellen wir die taxonomiefähigen Investitionen ins Verhältnis zur Summe aus Zugängen zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten während des Geschäftsjahrs vor Abschreibungen und Neubewertungen, einschließlich Zugängen aus Unternehmenszusammenschlüssen. Wir identifizieren taxonomiefähige Investitionen anhand von Projektbeschreibungen der Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten. Der Großteil der taxonomiefähigen Investitionen bei WACKER entfällt auf die Geschäftsbereiche WACKER POLYMERS und WACKER SILICONES. Ein geringer Anteil entfällt auf unsere Energieerzeugung aus Wasserkraft am Standort Burghausen und die Abwasserreinigungsanlagen an den Standorten Burghausen und Nünchritz. Taxonomiefähige Betriebsausgaben Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben umfassen Kosten für Wartung und Instandhaltung von Sachanlagen (mit Gebäudesanierungsmaßnahmen), nicht kapitalisierte Kosten für Forschung und Entwicklung sowie kurzfristiges Leasing für taxonomiefähige Wirtschaftstätigkeiten. Wir ermitteln die OpEx-Kennzahl, indem wir die taxonomiefähigen Betriebsausgaben in Relation zu den gesamten direkten, nicht kapitalisierten Kosten setzen, die sich auf Forschung und Entwicklung beziehen sowie auf Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristiges Leasing, Wartung und Reparatur und direkte Ausgaben im Zusammenhang mit der Wartung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens zum Erhalt der Funktionsfähigkeit. Die taxonomiefähigen Betriebsausgaben entfallen überwiegend auf Instandhaltungskosten in den Geschäftsbereichen WACKER POLYMERS und WACKER SILICONES sowie auf Kosten für Forschung und Entwicklung. Die Methodik der Zuordnung der wirtschaftlichen Tätigkeiten erfolgt gemäß Anhang 1 der Delegierten Verordnung (EU) 2021/ 2139 zur Ergänzung der Verordnung (EU) 2020/852 unter Zuhilfenahme der zitierten NACE-Codes. Da wir taxonomiefähige Tätigkeiten ausschließlich für das Klimaziel "Klimaschutz" identifiziert haben, ist eine Doppelzählung der taxonomiefähigen Umsätze, CapEx und OpEx in anderen Umweltzielen ausgeschlossen. Da es sich ausschließlich um konsolidierte Zahlen handelt, ist eine Doppelzählung über die Wirtschaftstätigkeiten hinweg ausgeschlossen. Künftige Konformität der taxonomiefähigen Wirtschaftstätigkeiten Für die weitere Berichterstattung im Rahmen der EU-Taxonomie gehen wir nach derzeitigem Stand der Regulatorik davon aus, dass nur ein sehr geringer Anteil der taxonomiefähigen Tätigkeiten taxonomiekonform sein wird. Ursachen sind unter anderem die Bedingungen zum Einsatz erneuerbarer Rohstoffe, die auf Grund mangelnder Verfügbarkeit von Mengen am Weltmarkt und noch fehlender technischer Umsetzbarkeit sehr begrenzt zur Verfügung stehen. D.5 Relevante Anteile gemäß EU-Taxonomie-Verordnung
4 Gesamtumsatz gemäß Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung (GuV)
5 Gesamtinvestitionen gemäß
Segmentdaten nach Bereichen
Integriertes Managementsystem Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu Qualität, Sicherheit, Energie, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach den Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umweltschutz) und an den deutschen Standorten auch nach ISO 50001 (Energie) zertifizieren. Im Berichtsjahr wurde erstmals unser Standort in Istanbul nach der ISO 9001 auditiert. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeits- und Gesundheitsschutz richten wir nach der internationalen Norm ISO 45001 aus. Unser Standort in Jincheon, Korea, ist nach der neuen ISO 45001:2018 zertifiziert. Die Konzernzertifizierung unterstützt uns darin, gesetzliche und kundenbezogene Vorgaben sowie unsere Konzernstandards an allen Standorten umzusetzen. Fast alle unsere Produktionsstandorte sind in die Konzernzertifikate ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umwelt) eingegliedert. Ausnahmen sind die Wacker Biotech B. V., Amsterdam, Niederlande, Wacker Biotech US Inc., San Diego/Kalifornien, USA, und die Wacker Biotech GmbH, Halle und Jena, sowie die Wacker Dymatic Silicones (Shunde) Co., Ltd., Foshan City und Zhangjiagang City, China. Für den Standort Tsukuba der Wacker Asahi Kasei Silicone Co. Ltd., Tokio, Japan, liegen entsprechende Einzelzertifikate vor. Neben diesen klassischen Managementnormen hält WACKER zahlreiche Produktzertifikate gemäß den Standards FSSC 22000 (Lebensmittel) und EFfCI GMP (Kosmetik). An den deutschen Standorten Burghausen und Nünchritz sowie den außereuropäischen Standorten Jandira, Brasilien, Zhangjiagang, China, und Tsukuba, Japan, sind siliconproduzierende Betriebe nach der Norm ISO 22716 für die Kosmetikindustrie zertifiziert. Die am Standort Kalkutta, Indien, bis September 2022 gültige Iso-22716-Zertifizierung wird 2022 durch den höherwertigen Kosmetikstandard EFfCI ersetzt. Die Relevanz einer Zertifizierung unserer Produkte nach islamischen und jüdischen Speisevorschriften (halal bzw. koscher) nimmt zu. Unsere biomassenbilanzierten Produkte lassen wir gemäß dem REDcert 2 -Standard für die chemische Industrie zertifizieren. Mit diesen Produkten leistet WACKER einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da wir hier auf fossile Rohstoffe verzichten. Wir sind dem Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) beigetreten, der nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl fördert. Im Berichtsjahr wurden die Hauptverwaltung in München sowie die Standorte Burghausen und Nünchritz nach dem RSPO-Lieferketten-Zertifizierungsstandard 2020 auditiert. Alle Zertifikate stehen zum Download im Internet zur Verfügung: » www.wacker.com/certificates » Weitere Informationen zur ressourcenschonenden Produktion und zu nachhaltigen Produkten finden sich im zusammengefassten Lagebericht, Kapitel "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing". Umweltbelange Mit quantifizierbaren Umweltzielen wollen wir die Auswirkungen unserer Produktion auf die Umwelt vermindern. Unsere Ziele bezüglich CO 2 -Emissionen und Energieverbrauch gelten konzernweit. Umweltschutz WACKER legt besonderes Augenmerk auf den integrierten Umweltschutz. Er beginnt bereits in der Produktentwicklung und Anlagenplanung. WACKER arbeitet ständig daran, seine Produktionsprozesse zu verbessern, um Ressourcen zu schonen. Eine unserer Hauptaufgaben ist es, Stoffkreisläufe zu schließen und Nebenprodukte an anderer Stelle in die Produktion zurückzuführen. So verringern und vermeiden wir Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen und Abfälle und integrieren den Umweltschutz in unsere Produktionsprozesse. Ressourcen- und Abfallziele verfolgen wir bei WACKER auf Standort- bzw. Geschäftsbereichsebene. » Das Verbundsystem ist im zusammengefassten Lagebericht im Kapitel "Grundlagen des Konzerns" beschrieben. Unsere konzernweiten Standards zum Umweltschutz gelten für alle Produktionsstandorte und technischen Kompetenzzentren. Die Standortleiter stellen sicher, dass gesetzliche Auflagen im Umweltschutz sowie Umweltstandards eingehalten werden. D.6 Umweltschutzkosten
Im Jahr 2021 haben wir 1,9 Mio. € (2020: 0,8 Mio. €) in den Umweltschutz investiert. Die Umweltschutzbetriebskosten betrugen 81,5 Mio. € (2020: 83,0 Mio. €). Drei Viertel der Investitionen flossen ins Werk Nünchritz, wo wir eine DeNOx-Anlage zur Rauchgasentstickung in der Rückstandsverbrennung errichten, um die Emissionen von Stickstoffoxiden weiter zu reduzieren. Am chinesischen Standort Zhangjiag-ang haben wir in die Abwasserreinigung investiert. Energie Die chemische Industrie ist eine der energieintensivsten Branchen. WACKER verbessert ständig die Energieeffizienz seiner Prozesse. So bleiben wir auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz. D.7 Stromherkunft in %
Energieverbrauch Um den spezifischen Energieverbrauch (Energiemenge pro Nettoproduktionsmenge) weiter zu senken, hat der Vorstand das Ziel für WACKER festgelegt, den spezifischen Energieverbrauch im Konzern bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte des Werts von 2007 zu senken. Bezogen auf das Jahr 2020 bedeutet dies bis zum Jahr 2030 eine Reduktion des spezifischen Energieverbrauchs um weitere 15 Prozent. D.8 Energieverbrauch Konzern
2 Enthält Erdgaseinsatz für
Stromeigenerzeugung fossil
Bei vielen chemischen Reaktionen wird Wärme frei, die wir für weitere Produktionsprozesse nutzen. Zusätzlich zur Wärmerückgewinnung betreiben wir Wärmeverbundsysteme, die wir stetig weiterentwickeln und verbessern. So reduzieren wir den Einsatz von Primärenergie (Erdgas) in unseren Kraftwerken. Auch den Verbrauch an elektrischer Energie optimieren wir stetig. In der Energieerzeugung setzen wir vor allem auf Erdgas. An unserem größten Standort Burghausen erzeugen wir Dampf und Strom in gekoppelter Produktion in der KWK-Anlage. Die effiziente, emissionsarme Gasturbine erzeugt bis zu 137 MW elektrischen Strom. Zusammen mit dem Wasserkraftwerk in Burghausen und kleineren Erzeugungsanlagen haben wir im Berichtsjahr 1.295 GWh Strom erzeugt (2020: 1.236 GWh). Damit haben wir rund 22 Prozent unseres Gesamtstrombedarfs selbst erzeugt. Unser Wasserkraftwerk ist mit einer Leistung von 50 Megawatt eines der größten industriellen Wasserkraftwerke Deutschlands. Erläuterung der Umweltkennzahlen Wir berichten seit diesem Jahr zusammen mit den Kohlendioxidwerten auch die CO 2 -Äquivalente anderer klimawirksamer Emissionen als Summe CO 2 e. Die direkten Emissionen von CO 2e aus fossilen Quellen (Scope 1 nach Greenhouse Gas Protocol) stiegen im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Die Ursache für die Hälfte dieser Zunahme ist, dass wir weitere klimawirksamer Gase in die Berichterstattung aufgenommen haben. Die höheren Kohlendioxidemissionen resultieren auch aus der höheren Auslastung der KWK-Anlage in Burghausen sowie einer gestiegenen Produktion am Standort Holla. Die Emissionen an Stickoxiden stiegen im Konzern um fünf Prozent. Ursache waren höhere Produktionsmengen am Standort Holla sowie dort weiterhin laufende Optimierungsmaßnahmen am neuen Ofen. Die flüchtigen organischen Verbindungen (NMVOC) erhöhten sich um 27 Prozent. Gründe dafür sind die Aufnahme sonstiger klimawirksamer Gase in die Berichterstattung sowie deutlich gestiegene Produktionsmengen von WACKER POLYMERS an den Standorten Burghausen und Ulsan, Korea. Die Emission an Gesamtstaub ging trotz höherer Produktionsmengen um 14 Prozent zurück. Zu diesem guten Wert maßgeblich beigetragen hat eine stabile Betriebsweise nach Ende der Ausbaumaßnahmen am Standort Holla. Durch technische Maßnahmen an den Filtern der Dispersionspulveranlage haben wir die Staubemissionen am Standort Burghausen gesenkt. Die Wasserentnahme liegt gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent höher. Dies ist auf deutlich gestiegene Produktionsmengen und damit einen höheren Kühlwasserbedarf am Standort Burghausen zurückzuführen. Im Sinne der Bilanzgrenzen der CDP-Berichterstattung (Carbon Disclosure Project) berichten wir alle Wassermengen, die wir der Natur entnehmen, auch diejenigen, die wir an Dritte weitergeben. Die Abfallmenge sank konzernweit um neun Prozent. Dies beruht im Wesentlichen auf einem niedrigeren Abfallaufkommen am Standort Holla, nachdem wir dort das Ausbauprojekt abgeschlossen haben. Veränderungen bei den produktionsbezogenen Abfallströmen spiegeln den Verlauf der Produktionsauslastung wider. Im Zuge der organisatorischen Weiterentwicklung durch unser Effizienzprogramm "Zukunft gestalten" haben wir die Regionen und Standorte dabei gestärkt, Anforderungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit eigenverantwortlich umzusetzen. Damit entfallen die früheren Standortaudits durch die Konzernfunktionen. Das Reporting erfolgt über virtuelle Formate. D.9 Umweltkennzahlen
5 Seit 2021 berichten wir auch die Mengen an
NMVOC aus Treibhausgasen.
6 Die Wasserentnahme enthält vom Jahr 2020
an auch Wassermengen, die an Dritte weitergegeben werden.
D.10 Abfall
1 Erstmalige Berichterstattung der Abfälle
nach GRI 306 im Jahre 2021
2 Für die Jahre 2020 und 2019 sind die
Daten nicht nach GRI 306 berichtet worden.
Treibhausgasemissionen Die konzernweite CO 2 -Bilanz ist ein Monitoringinstrument, aus dem wir Verbesserungsmaßnahmen zum Klimaschutz ableiten. Deshalb ermitteln wir neben den direkten Emissionen (Scope 1) auch indirekte Treibhausgasemissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) und alle für WACKER relevanten Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) entstehen, etwa durch zugekaufte Rohstoffe, den Transport von Produkten oder bei der Entsorgung. Wir berichten unsere indirekten Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) gemäß den Methoden "location-based" (basierend auf dem nationalen Energiemix) sowie gemäß "market-based" (basierend auf einem lieferantenspezifischen Energiemix). Wir berichten die Scope-3-Daten im Nachhaltigkeitsbericht sowie im Climate-Change-Bericht des Carbon Disclosure Project (CDP). Trotz eines leicht erhöhten Energiebedarfs durch Produktionssteigerungen an kleineren Standorten sind die Scope-2-Emissionen insgesamt auf Grund geänderter Umrechnungsfaktoren gesunken. Kleinere Änderungen der indirekten CO 2 -Emissionen an weiteren Standorten kompensieren sich auf Konzernebene. Die Umrechnungsfaktoren von Strom in CO 2 -Emissionen für die Stromerzeugung in nahezu all unseren Produktionsregionen nach der Methode "location-based" sind weiter gesunken (Daten gemäß "CO 2 -Emissions from Fuel Combustion, 2021 Edition" der International Energy Agency). Dieser Effekt hat den geringfügigen Anstieg der Scope-2-Emissionen nach der Methode "location-based", der sich durch höhere Mengen an zugekaufter Energie ergab, mehr als kompensiert und insgesamt zu einem Rückgang der Scope-2-Emissionen geführt. Unsere Emissionsdaten haben wir auch im Geschäftsjahr 2021 an das CDP weitergegeben, an dem WACKER seit 2007 teilnimmt. Die Wacker Chemie AG hat im Climate-Change-Bericht für den Sektor Chemie wie im Vorjahr das Ergebnis B erreicht (Vorjahr B auf einer Skala von A bis D für die Stufen A Leadership, B Management, C Awareness und D Disclosure). Details sind für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar. » https://www.cdp.net/en/data Wasser Im Water-Security-Bericht des CDP haben wir im Jahr 2021 das Ergebnis B erreicht (Vorjahr B auf einer Skala von A bis D; A Leadership, B Management, C Awareness und D Disclosure). Details sind für registrierte Benutzer beim CDP abrufbar. » https://www.cdp.net/en/data Beim WWF Water Risk Filter (World Wildlife Fund) haben wir für Risiken in Gewässereinzugsgebieten (Global Basin Risk) unserer Produktionsstandorte einen Wert von höchstens 3,8 erreicht (auf einer Skala von 1 für keine Risiken bis 5 für hohe Risiken). Die Veränderung (Vorjahr 3,6) resultiert daraus, dass wir den Standort Jandira, Brasilien, neu bewertet und den Standort Panagarh, Indien, neu aufgenommen haben. Die vom WWF Water Risk Filter vorgegebenen Indikatoren für das Global Basin Risk umfassen mehrere Risikotypen (physikalische, regulatorische, reputationelle) mit zwölf Risikokategorien. Die Hinweise aus dieser Einstufung berücksichtigen wir, wenn wir die Nutzung von Wasser an unseren Standorten analysieren. » https://waterriskfilter.panda.org/ In unserem Programm Water Stewardship haben wir ein systematisches Konzept für das Wassermanagement der Produktionsstandorte entwickelt und begonnen, dies konzernweit einzuführen. Unsere Geschäftsbereiche und Standorte engagieren sich über die gesamte Lieferkette hinweg für den verantwortlichen Umgang mit der Ressource Wasser. Produktbewertung nach nachhaltigen Kriterien Das Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 spielt bei der Entwicklung unserer Produkte eine zunehmend wichtigere Rolle. Beim Bewerten der Nachhaltigkeit unserer Produkte beziehen wir ökonomische, ökologische sowie soziale Aspekte entlang des gesamten Produktlebenszyklus ein. Wir nutzen dazu als Instrumente WACKER Sustainable Solutions und das WACKER ECOWHEEL®. Wir erstellen Ökobilanzen, mit denen wir den Produktlebensweg von der Herstellung bis zum Werktor nachvollziehen.
Naturschutz WACKER ist Gründungsmitglied des Umwelt- und Klimapakts Bayern, in dem die Bayerische Staatsregierung und die bayerischen Wirtschaftsverbände einen Schwerpunkt auf Klimaschutz setzen. » https://www.umweltpakt.bayern.de In einem Gemeinschaftsprojekt zur Förderung der Artenvielfalt engagiert sich WACKER am Standort Burghausen in Kooperation mit dem Landschaftspflegeverband Altötting. Im Verein Naturnahe Alz unterstützen wir mit sieben weiteren Unternehmen aus dem bayerischen Chemiedreieck den bayerischen Staat dabei, den Fluss Alz zu renaturieren und dessen Ökosystem nachhaltig zu stärken. » https://www.naturnahe-alz.de/ Anlagen-, Transport und Produktsicherheit Ein wichtiges Ziel für WACKER ist es, Anlagen und Prozesse so zu betreiben, dass Mensch und Umwelt nicht gefährdet werden. Wir haben deshalb ein konzernweites Sicherheitsmanagement, das Arbeitsschutz und Anlagensicherheit umfasst. Anlagensicherheit Um die Sicherheit unserer Anlagen zu gewährleisten, ermitteln wir zunächst systematisch Gefahren und bewerten sie. Dabei analysieren wir die in den Prozessen genutzte Energie (z. B. Druck, Wärme) und welchen Einfluss mögliche Einzelfehler auf eine Ereigniskette bis hin zum Stör- oder Unfall haben könnten. Entsprechend der Ergebnisse unserer Analysen legen wir Schutzmaßnahmen fest, um ungewünschte Ereignisse zu verhindern. D.11 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse - WACKER-Konzern
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)
Der Schwerpunkt unseres Sicherheitsmanagements liegt auf der Prävention. Dennoch lassen sich sicherheitskritische Ereignisse nicht immer verhindern. Wir erfassen alle sicherheits-, gesundheits- und umweltrelevanten Ereignisse konzernweit und zeitnah in unserem IT-System für das Nachhaltigkeitsreporting (SPIRIT), werten die Berichte aus und verfolgen die Maßnahmen. Über Ereignismeldungen mit bereichs- oder standortübergreifenden Lerneffekten informieren wir Unternehmenseinheiten mit ähnlichem Gefährdungspotenzial. Die Sicherheit von Rohrbrückenleitungen überprüfen wir in einem fortlaufenden Programm, in dem wir zum Beispiel Korrosionsschäden vorbeugen. WACKER legt besonderen Wert darauf, seine Sicherheitsexperten aus- und weiterzubilden. Die Kenntnisse unserer Experten für Explosionsschutz vertiefen wir mit webbasierten, interaktiven Trainings. Regelmäßig schult das Unternehmen beispielsweise in Themen der Anlagensicherheit und des Explosionsschutzes. Mit besonderer Würdigung zeichnen wir Betriebe aus, die lange Zeit keine meldepflichtigen Unfälle verzeichnen. Sicherer Transport von Gefahrgut WACKER achtet darauf, seine Produkte sicher zu transportieren. Das gilt besonders für Gefahrgut. Alle Standorte, an denen WACKER produziert und Waren versendet, müssen die lokalen und international gültigen Transportvorschriften sowie die hohen WACKER-Sicherheitsstandards beachten. Die konsequente Anwendung stellen wir über eine konzernweit gültige Anweisung für die Transportsicherheit von Chemikalien und Gefahrgut sicher. Wesentlich für die Transportsicherheit ist unser sowohl im Umgang mit Gefahrgut als auch zu den Anforderungen der Ladungssicherung sehr gut ausgebildetes Personal. An unsere Logistikdienstleister haben wir einen ebenso hohen Sicherheitsanspruch, den wir neben den gesetzlich einzuhaltenden Vorgaben in vertraglichen Vereinbarungen und einem umfassenden Anforderungsprofil verankern. Bei Abweichungen von unseren Vorgaben seitens der Vertragspartner sprechen wir Reklamationen aus und fordern Korrekturmaßnahmen ein, um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sicherzustellen. Für Produkte mit hohem Gefahrenpotenzial setzen wir Verpackungen und Tanks nach den anspruchsvollsten Qualitätsstandards ein. Im Berichtsjahr wurden aus unseren deutschen Werken rund 185.000 Tonnen Gefahrgut versendet. Wir haben kein meldepflichtiges Transportvorkommnis mit der Beteiligung von Gefahrgut verzeichnet. Bei der Überwachung der Distribution unserer Produkte erfassen wir auch Transportzwischenfälle ohne Gefahrgut und solche, die keine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben. Diese Ereignisse fließen als ein wichtiges Kriterium in die jährliche Bewertung der Logistikdienstleister mit ein. D.12 Transportvorkommnisse Deutschland
Produktsicherheit WACKER informiert über die sichere Verwendung seiner Produkte. Wir arbeiten kontinuierlich daran, für Mensch und Umwelt schädliche Substanzen in Produkten zu vermeiden oder zu verringern. WACKER hält das jeweils im Empfangsland seiner gelieferten Produkte gültige Chemikalienrecht ein. Der Aufwand steigt stetig, das jeweils geltende Chemikalienrecht weltweit zu beachten und umzusetzen. Zur Orientierung für unsere Produktentwickler pflegen wir eine Liste mit Stoffen, die bei WACKER nicht mehr in Produkten enthalten sein sollen. Das sind nicht nur verbotene oder beschränkte Chemikalien (z. B. Stoffe der Anhänge XIV und XVII der Chemikalienverordnung REACH), sondern auch Stoffe, die von vielen Unternehmen nicht gewünscht werden. Wir vermeiden so weit als möglich Stoffe, die von der Europäischen Chemikalienagentur in der Liste der "besonders bedenklichen Stoffe" (SVHC, Substances of Very High Concern) geführt sind. Die Chemikalienverordnung REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) regelt seit 2007 das Registrieren, Bewerten, Zulassen und Beschränken von Chemikalien in der Europäischen Union (EU). Mit REACH, das hohe Anforderungen an Hersteller, Importeure und Anwender von chemischen Produkten stellt, werden umfassende Daten ermittelt. Alle Stoffe, die sich auf dem europäischen Markt befinden, müssen ab einer Jahresmenge von einer Tonne registriert und bewertet werden. Der Prüfaufwand richtet sich hauptsächlich nach der hergestellten oder importierten Menge und den zu erwartenden Risiken. Besonders risikobehaftete Stoffe unterliegen einem behördlichen Zulassungsverfahren. Vom Beginn der Registrierungen im Jahr 2008 bis Ende 2021 reichte WACKER im Rahmen von REACH inklusive der überarbeiteten Versionen 764 Registrierungsdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) ein. Für viele der Dossiers stellt die ECHA im Rahmen ihrer regulären Bewertungstätigkeit Nachforderungen. Diese haben wir auch im Jahr 2021 fristgerecht bearbeitet. WACKER steht mit seinen Lieferanten zu noch nicht unter REACH registrierten Stoffen in intensivem Kontakt. Wir überprüfen anhand unserer Daten den Registrierstatus und fordern bei Bedarf Informationen an, um sicherzustellen, dass wir nur REACH-konforme Rohstoffe einsetzen. Als Beitrag zur sicheren Verwendung von Chemikalien stellt die ECHA im Internet Stoffinformationen in sogenannten Infocards mit den Daten der Registrierungsdossiers bereit. » https://echa.europa.eu/information-on-chemicals Arbeitnehmerbelange Der Erfolg von WACKER ist eine Teamleistung aller Mitarbeiter. Entsprechend dem UN-Nachhaltigkeitsziel Nr. 8 - Decent Work and Economic Growth - sorgt WACKER dafür, dass seine Mitarbeiter ihre persönlichen Potenziale entfalten, Verantwortung übernehmen und ihre Ideen einbringen können. Das fördern wir, indem wir unsere Mitarbeiter qualifizieren und weiterbilden. Wir wollen sichere Arbeitsplätze, gute Sozialleistungen und ein Arbeitsumfeld bieten, in dem Beruf und Privatleben vereinbar sind. Es ist uns wichtig, allen Mitarbeitern die gleichen Chancen einzuräumen. Unser Ziel ist es zudem, schwerbehinderte oder gesundheitlich eingeschränkte Mitarbeiter dauerhaft beruflich zu integrieren. Die betriebliche Ausbildung ist seit jeher ein Schwerpunkt der Personalstrategie von WACKER. Wir bieten unseren Mitarbeitern eine attraktive Entlohnung und Aufstiegsmöglichkeiten und beteiligen sie am Unternehmenserfolg. Alle wesentlichen Arbeitnehmerbelange werden bei uns in entsprechenden Vorstandsgremien behandelt. In unserem Code of Conduct bekennen wir uns ausdrücklich zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact. Das schließt die Prinzipien mit ein, die sich auf Arbeitsnormen beziehen: Prinzipien Nr. 3 "Wahrung der Vereinigungsfreiheit", Nr. 4 "Abschaffung aller Formen von Zwangsarbeit", Nr. 5 "Abschaffung von Kinderarbeit" und Nr. 6 "Vermeidung von Diskriminierung". Wir verpflichten uns auch gegenüber unseren Kunden zur Wahrung dieser Arbeitsnormen. Nachgewiesenes Fehlverhalten bei Personalbelangen ahnden wir entsprechend der Schwere des Vorfalls. Nennenswerte Vorfälle gab es im Berichtsjahr nicht. Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau Bei der Personalentwicklung setzt WACKER auch auf die betriebliche Ausbildung. Im Geschäftsjahr 2021 starteten 172 junge Menschen ihre Ausbildung bei WACKER oder im Berufsbildungswerk Burghausen (BBiW). In Summe hat das Unternehmen mit 600 Auszubildenden vier Prozent weniger Lehrlinge beschäftigt als im Vorjahr (2020: 625). Die Ausbildungsquote (Zahl der Auszubildenden im Verhältnis zur Konzernbelegschaft in Deutschland) liegt mit 5,7 Prozent fast auf dem Niveau des Vorjahres (2020: 5,8 Prozent; Anzahl und Quote 2021 zum 31. Dezember; im nichtfinanziellen Bericht 2020 zum 30. September). Fast alle der geeigneten Auszubildenden - 148 Absolventen - hat WACKER im Jahr 2021 übernommen, davon 78 unbefristet und 70 befristet. Das Berufsbildungswerk Burghausen bildet auch für Unternehmen außerhalb des WACKER-Konzerns aus. Um die demografische Entwicklung zu begleiten und für junge Menschen langfristige Perspektiven zu bieten, sieht eine bis zum 31. März 2026 gültige Konzernbetriebsvereinbarung vor, dass Auszubildende nach bestandenem Ausbildungsabschluss und bei entsprechender Eignung ein Übernahmeangebot erhalten. WACKER hat in Deutschland im Jahr 2021 insgesamt 5,4 Mio. € in Personalentwicklung und Weiterbildung investiert (2020: 4,9 Mio. €). Arbeitsschutz Für WACKER haben Arbeitsschutz und Anlagensicherheit eine herausragende Bedeutung. Aus diesem Grund legen wir gemeinsam mit Oberen Führungskräften und Leitenden Angestellten in Deutschland Sicherheitsziele in den jährlichen Zielvereinbarungen fest. Zum systematischen Arbeitsschutz gehört, dass die Gefährdungen regelmäßig beurteilt und die Arbeitsbereiche überwacht werden. Unsere Prozesse und Standards zum Arbeits- und Gesundheitsschutz richten wir nach der internationalen Norm ISO 45001 aus. Der Standort in Jincheon, Korea, ist nach der neuen Norm ISO 45001:2018 zertifiziert. Alle Mitarbeiter werden für ihren individuellen Arbeitsplatz in Sicherheitsthemen unterwiesen. So bietet WACKER Deutschland über 40 Online-Schulungen zu Themen der Arbeitssicherheit an. Die vermittelten Kenntnisse reichen von allgemeinen Sicherheitsunterweisungen für Büro- oder Labormitarbeiter bis hin zum sicheren Verhalten in explosionsgefährdeten Bereichen sowie der Einstufung von Gefahrstoffen. Die Entwicklung der Arbeitsunfälle zählt zu den wichtigsten nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir haben uns vorgenommen, dass die Zahl der Arbeitsunfälle pro einer Million Arbeitsstunden konzernweit nicht mehr als 2,0 betragen soll. Die Unfallhäufigkeit hat sich im Berichtsjahr mit 3,6 Arbeitsunfällen pro einer Million Arbeitsstunden gegenüber dem Vorjahr (3,0) verschlechtert. Ursache sind Arbeitsunfälle an europäischen Standorten. Zur Trendumkehr haben wir eine Sicherheitsinitiative vorbereitet. D.13 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter
2 Vom Jahr 2020 an haben wir das Burghauser
Berufsbildungswerk (BBiW) in die Berechnung aufgenommen.
3 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen
Die wenigsten Unfälle bei WACKER sind chemietypisch. Häufigste Ursachen sind Unachtsamkeit bei manuellen Tätigkeiten, Stolpern, Rutschen oder Stürze. Wir geben uns mit der Unfallhäufigkeit nicht zufrieden und passen unsere Initiativen im Arbeitsschutz regelmäßig an. Weiterhin zielen wir mit unserem Sicherheitsprogramm WACKER Safety Plus (WSP) darauf, unsichere Handlungen zu erkennen und zu vermeiden. Dabei nutzen wir erfolgreiche Sicherheitselemente von Standorten mit besonders niedrigen Unfallzahlen. Dazu zählen Sicherheitsrundgänge, Gespräche mit der Belegschaft und Notfallübungen. Einen Schwerpunkt haben wir im Berichtsjahr auf Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gelegt. Priorität hatte dabei, die Gesundheit der Mitarbeiter zu gewährleisten sowie die Produktion aufrechtzuerhalten, um unsere Kunden verlässlich zu beliefern. Mitarbeiter, denen es durch ihre Tätigkeit möglich war, arbeiteten von zu Hause aus. In Bereichen, die für das Funktionieren unserer Verbundstruktur besonders wichtig sind und in denen arbeitsbedingt der notwendige Abstand zu den Kollegen nicht eingehalten werden konnte, trugen die Mitarbeiter Schutzmasken. Diese Maßnahmen haben sich bewährt: Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter im Konzern war niedrig. Wir haben Corona-Selbsttests an die Mitarbeiter der deutschen Standorte ausgegeben und über die Vorteile einer Schutzimpfung gegen das Coronavirus aufgeklärt. Am Standort Burghausen wurde ein Impfzentrum eingerichtet, in dem Werkärzte entsprechend den gesetzlichen bzw. behördlichen Regelungen Schutzimpfungen gegen das Coronavirus durchführen. Auch an den Standorten Nünchritz und München organisierte der Gesundheitsdienst Impfaktionen. Beim Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter berücksichtigen wir die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitsprozesse sowie die Zunahme von Homeoffice und mobilen Arbeitsplätzen. So sind zum Beispiel die Mitarbeiter in Deutschland virtuell zu Fitnessübungen eingeladen, die entspannen und den Bewegungsapparat stärken. Vielfalt und Chancengleichheit (Diversity) Die Verschiedenheit der Menschen sehen wir als Bereicherung. Ungleichbehandlung oder Herabsetzung auf Grund von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, sexueller Ausrichtung oder Alter lehnen wir ab. Diese Prinzipien gelten unternehmensweit und sind als Teil unserer Unternehmenskultur in unserem Code of Teamwork & Leadership verankert. Mögliche Diskriminierungen können Mitarbeiter - auch anonym - melden. Dies kann bei den Führungskräften, den Compliance-Beauftragten, dem Betriebsrat oder den Verantwortlichen der Personalabteilung erfolgen. Jede Beschwerde wird inhaltlich überprüft und der Beschwerdeführer über das Ergebnis informiert. Mögliche Diskriminierungsfälle werden im Compliance-Bericht an den Vorstand quartalsweise aufgenommen. Auch sind sie Gegenstand der regelmäßigen Berichte an den Aufsichtsrat. Alle Mitarbeiter der deutschen Standorte sind verpflichtet, sich durch eine E-Learning-Schulung mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vertraut zu machen. Mitarbeiter mit einer Schwerbehinderung, gleichgestellte und gesundheitlich beeinträchtigte Mitarbeiter werden bei WACKER besonders geschützt und gefördert. Im betrieblichen Eingliederungsmanagement arbeiten Vorgesetzte, Mitarbeiter, Personalabteilung, Arbeitnehmervertretungen, Schwerbehindertenvertretung und Gesundheitsdienst eng zusammen, um betroffene Mitarbeiter entsprechend der lokalen Gesetzgebung gezielt zu unterstützen. D.14 Vielfalt und Chancengleichheit
1 OFK-Zahlen ohne ruhende
Arbeitsverhältnisse und ohne Vorstand Wacker Chemie AG
Neben dem Thema Inklusion beschäftigt sich das Diversity Management bei WACKER verstärkt mit den Themen Geschlecht und kultureller Hintergrund. Menschen aus 75 verschiedenen Nationen arbeiten für WACKER. Zum Jahresende 2021 waren 39 der konzernweit 159 Oberen Führungskräfte nicht deutscher Nationalität - das entspricht einem Anteil von 24,5 Prozent. Insgesamt waren im OFK-Kreis 15 Nationalitäten vertreten. Anteil Frauen in Führungspositionen Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in mittleren und oberen Führungspositionen mittel- bis langfristig signifikant zu erhöhen. Das Talent Management bei WACKER hilft dabei, das Potenzial der weiblichen Mitarbeiter systematisch zu erkennen und zu fördern. Der Corporate Governance Bericht enthält zusätzliche Informationen zum Frauenanteil und insbesondere dazu, wie bei WACKER das seit dem 01. Mai 2015 geltende Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen umgesetzt wird. Vereinbarkeit Familie und Beruf WACKER bietet den Mitarbeitern umfangreiche Möglichkeiten, ihr Privat- und Berufsleben in Einklang zu bringen. Dazu zählen vielfältige Arbeitszeitmodelle, Unterstützung bei der Kinderbetreuung, Ferienbetreuung am größten Standort Burghausen, eine einwöchige "Familienzeit" für Eltern von Kindern unter acht Jahren und Unterstützung für pflegende Angehörige. WACKER ist Mitglied im Netzwerk "Familienpakt Bayern" der Bayerischen Staatsregierung und der Wirtschaft und unterstreicht damit sein Ziel, die familienfreundliche Unternehmenskultur voranzutreiben. Am Familienpakt Bayern beteiligen sich Unternehmen, öffentliche Arbeitgeber, gemeinnützige Organisationen und Vereine. Fluktuation Mit guten Sozialleistungen, einer wettbewerbsfähigen Vergütung und motivierenden Aufgaben ist WACKER ein attraktiver Arbeitgeber. Die langjährige Betriebszugehörigkeit unserer Belegschaft bestätigt dies. Die Mitarbeiter in Deutschland (Stammpersonal) gehören im Durchschnitt seit 18,3 Jahren zu unserem Unternehmen (2020: 18,5 Jahre). Die durchschnittliche Unternehmenszugehörigkeit der Oberen Führungskräfte beträgt 21,8 Jahre. D.15 Fluktuationsrate
Bei der jährlichen Befindlichkeitsumfrage des Chemieführungskräfteverbands VAA lag WACKER auf dem 14. Platz von 23 untersuchten Unternehmen. Die im VAA organisierten Führungskräfte bewerteten den Konzern in diesem Jahr mit der Gesamtnote 3,0 (angelehnt an Schulnoten; im Vorjahr mit 2,7 auf dem zehnten Platz). Die Durchschnittsnote der bewerteten Unternehmen betrug wie im Vorjahr 2,8. Über weitere Arbeitnehmerbelange informieren wir im zusammengefassten Lagebericht. » Kapitel "Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Marketing". Mitarbeitervertretung Unsere Mitarbeiter in Deutschland nutzen die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Alle Standorte des WACKER-Konzerns in Deutschland haben Mitarbeitervertretungen. Bei WACKER wird Sozialpartnerschaft gelebt. Unternehmensleitung und Mitarbeitervertretungen gestalten die Arbeitsbeziehungen durch konstruktiven Dialog zum Wohl der Beschäftigten des Unternehmens. Das drückt sich unter anderem in zukunftsweisenden Betriebsvereinbarungen aus. Auch auf internationaler Ebene können sich WACKER-Mitarbeiter gewerkschaftlich organisieren. An ausländischen Standorten, in denen keine betrieblichen Vertretungen vorgegeben oder etabliert sind, übernehmen Mitarbeiter der Personalabteilung die Funktion als Ansprechpartner für Mitarbeiterbelange. Gesellschaftliche Verantwortung WACKER versteht sich als Teil der Gesellschaft, in der wir leben und arbeiten, und damit als Corporate Citizen - als unternehmerischer Bürger. Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung, insbesondere im regionalen Umfeld unserer Standorte. Sozialbelange Nachbarn: Corporate Citizenship beginnt mit einem guten Verhältnis zu den Kommunen und zu den Nachbarn. Wir sprechen offen über das, was hinter den Werktoren geschieht. Unsere Standorte weltweit gehen auf Fragen der Öffentlichkeit ein. Anwohner, die sich mit Anliegen an uns wenden, erhalten eine schnelle und verständliche Antwort. Dafür stehen Bürgertelefone und zentrale Ansprechpartner bereit. Mit Umweltberichten und weiteren Broschüren informieren wir über unsere Standorte. An einigen Standorten bieten wir der umliegenden Bevölkerung unentgeltliche Dienstleistungen, so zum Beispiel den Household Hazardous Waste Day, an dem die Nachbarschaft unseres Standorts in Adrian/Michigan, USA Gelegenheit hat, ihre im Haushalt verwendeten Chemieprodukte, die nicht über den Hausmüll entsorgt werden können, bei uns abzugeben. In München unterstützt WACKER seit dem Jahr 2006 das Kinder- und Jugendwerk Arche und spendete im Berichtsjahr zum 15. Mal 100.000 €, mit Sonderspenden insgesamt nun eine Summe von über 1,5 Mio. €. Die Arche betreut im Stadtteil Moosach Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien. WACKER stellte der Fluthilfe der "Aktion Deutschland Hilft e. V." über den WACKER HILFSFONDS 100.000 € zur Verfügung, um Aufräumarbeiten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und anderen zerstörten Gebieten zu unterstützen. Die Mitarbeiter in Deutschland spendeten zusätzlich rund 30.000 €, die vom Unternehmen verdoppelt wurden. Schulen und Universitäten: WACKER möchte Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeistern. Als Chemieunternehmen brauchen wir auch in Zukunft hervorragende Wissenschaftler, weshalb wir fortschrittliche Unterrichtsmethoden und ein modernes Schulmanagement unterstützen. Wir zählen zu den Gründungsmitgliedern der Stiftung Bildungspakt Bayern, in der sich der Freistaat Bayern gemeinsam mit Unternehmen dafür engagiert, das Bildungssystem zu modernisieren. Unsere Arbeitsdirektorin Angela Wörl ist Mitglied des Stiftungsvorstands. Mit dem WACKER-Schulversuchskoffer CHEM2DO® ermöglichen wir in Fortbildungen kostenlos geschulten Lehrern aus Deutschland und Österreich, im Unterricht mit Siliconen und Cyclodextrinen zu experimentieren. Den digitalen Chemieunterricht bereichern Animationen und Erklärfilme zu Lehrplanthemen wie Wechselwirkungen, Hydrophobierung, Vernetzung sowie Eigenschaften von Kunststoffen und Siliconen. » www.chem2do.de WACKER legt großen Wert darauf, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und engen Kontakt zu Hochschulen zu halten. Unsere Forscher werden von Universitäten zu Vorträgen und Gastvorlesungen eingeladen. Hochschulgruppen besuchen unsere Standorte, um Einblicke in die Arbeit eines Industrieunternehmens zu erhalten. Während der Corona-Pandemie wurden zunehmend virtuelle Formate genutzt. Studenten können bei WACKER Bachelor- und Masterarbeiten sowie Dissertationen anfertigen oder als Praktikanten und Werkstudenten tätig sein. Martin Oestreich, Professor für Synthese und Katalyse an der Technischen Universität Berlin, haben wir im Berichtsjahr mit dem Siliconpreis geehrt. WACKER verleiht seit 1987 diese mit 10.000 € dotierte Auszeichnung. Oestreich trieb auf dem Gebiet der organischen und siliciumorganischen Chemie die Grundlagenforschung für Katalysatoren voran. D.16 Korruptions- und Bestechungsvorfälle
1 Es werden nur Korruptionsfälle im engeren
Sinne betrachtet, wie Bestechung.
2 Höhe wesentlicher Bußgelder: ab
10.000 €
Achtung der Menschenrechte Wir sind streng darauf bedacht, Menschenrechtsverletzungen durch unsere Geschäftstätigkeit weder zu verursachen noch zu solchen beizutragen. Wir bekennen uns zu den zehn Prinzipien des UN Global Compact und damit zur Unterstützung der Menschenrechte und zum Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen. Wir verurteilen jegliche Form von Zwangs- oder Pflichtarbeit sowie Sklavenhaltung. Wir wenden keine körperliche oder geistige Gewalt oder jegliche Art von Missbrauch an. Dabei orientieren wir uns an den OECD-Leitsätzen für Multinationale Unternehmen, den ILO-Kernarbeitsnormen und den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte. Im Berichtsjahr haben wir die Neuerungen in der deutschen Gesetzgebung geprüft, um unsere Standards entsprechend zu aktualisieren und auf zusätzliche Anforderungen vorzubereiten. Unser Human Rights Committee hat die Aufgabe, potenzielle Auswirkungen auf Menschenrechte bei WACKER sowie in der gesamten Wertschöpfungskette zu bewerten, bestehende Managementansätze für Schutz- und Kontrollmechanismen zu prüfen, Schwachstellen zu identifizieren und Informationsbedarf zu decken. Das Gremium setzt sich aus Experten für Nachhaltigkeit, Compliance, Recht, Personal- und Sozialwesen, Einkauf und Logistik, Vertrieb sowie für Menschenrechte zusammen und tagt mindestens viermal pro Jahr. Es prüft Ergebnisse aus Audits und Assessments und stößt, soweit erforderlich, Verbesserungsmaßnahmen an. Im Berichtszeitraum wurden keine direkten Menschenrechtsverletzungen bekannt. Unser Vorstandsvorsitzender Dr. Christian Hartel ist auch für CSR-Belange und somit für das Thema Menschenrechte verantwortlich. Er unterzeichnet unsere Stellungnahme zum Modern Slavery Act sowie unseren Global-Compact-Fortschrittsbericht. Im Rahmen der Initiative Together for Sustainability (TfS) binden wir unsere Lieferkette bei Anforderungen zu den Menschenrechten ein. Bekämpfung von Korruption und Bestechung In unserem Geschäftsmodell haben Korruption und Bestechung keinen Platz. Entsprechende Grundsätze sind in unserem Code of Conduct enthalten. Alle WACKER-Mitarbeiter sind verpflichtet, diese einzuhalten. Der Chief Compliance Officer berichtet fachlich direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Der Gesamtvorstand wird quartalsweise über alle relevanten Compliance-Fälle des Konzerns informiert. Bei dringenden Fällen erfolgt eine unverzügliche Information an den Vorstand. Ein wesentliches Ziel ist es, eine Haftungsvermeidung von Unternehmen, aber auch Vorstand und Aufsichtsrat zu erreichen. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Mitarbeiter für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Das Schulungsthema Compliance ist für alle WACKER-Mitarbeiter konzernweit verpflichtend. Sogenannte Whistleblower Hotlines, die bei WACKER bislang in Brasilien, China, Italien und in den USA eingerichtet waren, haben wir im Berichtsjahr konzernweit ausgebaut. Über diese Strukturen können Mitarbeiter und Geschäftspartner mögliche Verstöße anonym melden. Gemäß Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) von Transparency International generiert WACKER die Hälfte seines Umsatzes in Ländern mit geringem oder sehr geringem Korruptionsrisiko. Nachhaltiges Lieferkettenmanagement Unser Unternehmen mit Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien bezieht Waren und Dienstleistungen aus einer Vielzahl von Ländern. Als Mitglied der Initiativen Global Compact der Vereinten Nationen und Responsible Care® der chemischen Industrie ist es uns wichtig, zu überprüfen, ob auch unsere Lieferanten die allgemein anerkannten Nachhaltigkeitsgrundsätze einhalten. Dabei geht es insbesondere um die Themen Arbeitsbedingungen, ethische Standards, Sicherheitsstandards (vor allem beim Umgang mit Gefahrstoffen) sowie den Umgang mit lokalen Ressourcen (z. B. Wassereinsatz oder Energieverbrauch). Mit unseren Lieferanten kommunizieren wir dazu beispielsweise bei technischen und kaufmännischen Gesprächen, bei der jährlichen Lieferantenbewertung und unseren Lieferantentagen sowie bei Audits und Schulungen. WACKER ist Mitglied der Initiative Together for Sustainability (TfS). Diese Einkaufsinitiative der chemischen Industrie hat ein Verfahren entwickelt, um die Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten zu bewerten. Die standardisierten Prüfungsergebnisse sind allen TfS-Mitgliedern zugänglich. TfS-Audit- und -Assessment-Ergebnisse sind ein fester Bestandteil unserer Lieferantenbewertung. Bei nicht zufriedenstellenden Ergebnissen vereinbaren wir mit den jeweiligen Lieferanten Aktionen, um Verbesserungen zu erreichen. Den Fortschritt verfolgen wir durch Reassessments oder wiederholte Audits. Unverändert schlechte Ergebnisse und fehlende Kooperationsbereitschaft haben Auswirkungen bis hin zur Beendigung der Geschäftsbeziehung. Bei der Bewertung unserer Lieferanten steht ein risikobasierter Ansatz im Vordergrund. Von unseren Schlüssellieferanten, die über 80 Prozent des Einkaufsvolumens entsprechen, erwarten wir einen Nachhaltigkeitsnachweis durch ein EcoVadis-Assessment mit einem Mindestergebnis von 45 Punkten oder ein TfS-Audit ohne Abweichungen. Zum Ende des Jahres 2021 waren 83 Prozent unserer Schlüssellieferanten und damit 96 Prozent des Einkaufsvolumens mit Schlüssellieferanten durch ein gültiges TfS-Assessment bzw. -Audit abgedeckt. Wir verfolgen unsere TfS-Ziele in monatlichen Managementberichten. » https://tfs-initiative.com/ Von unseren Lieferanten erwarten wir, dass sie ein Managementsystem verwenden, das den Ansprüchen der Norm ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umweltschutz) bzw. darüber hinaus gehenden Zertifikatsnachweisen (z. B. GMP, Good Manufacturing Practice) genügt. Unsere Compliance-Anforderungen an Lieferanten sind in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen integriert und in unserem Supplier Code of Conduct veröffentlicht. » https://www.wacker.com/cms/media/asset/about_wacker/procurement_ and_logistics_1/suppliers/supplier_code_of_conduct.pdf WACKER bewertet als Mitglied von TfS nicht nur seine Lieferanten unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten, sondern unterzieht sich selbst als Lieferant einer externen Bewertung durch EcoVadis. Im Berichtsjahr haben wir ein EcoVadis Recognition Level in Platin erreicht und zählen damit zum besten einen Prozent der bewerteten Unternehmen. Risiko- und Compliance-Management Unternehmensrisiken steuern Das Risiko- und Compliance-Management bei WACKER ist im Risikobericht des zusammengefassten Lageberichts detailliert dargestellt, ebenso die zentralen Risikofelder der Geschäftstätigkeit von WACKER sowie deren Handhabung. Insgesamt sehen wir keine schwerwiegenden Risiken, die aus Umweltbelangen, Personalbelangen, Sozialbelangen, Menschenrechten, Korruption und Bestechung resultieren. Wir sehen keine schwerwiegenden Risiken, die vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit aus unseren Geschäftsbeziehungen, Geschäftstätigkeiten oder unseren Produkten resultieren. Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung Zur Wettbewerbsfähigkeit und Wertentwicklung berichten wir im zusammengefassten Lagebericht. » Wertorientiertes Management: https://berichte.wacker.com/2021/geschaeftsbericht/lagebericht/steuerungssystem/wertorientiertes-management » Branchenspezifische Rahmenbedingungen: https://berichte.wacker.com/2021/geschaeftsbericht/lagebericht/wirtschaftsbericht/branche » Chancenbericht: https://berichte.wacker.com/2021/geschaeftsbericht/lagebericht/risikobericht/chancenbericht Angaben für die Wacker Chemie AG Ergänzend zu den auf den WACKER-Konzern bezogenen Angaben des zusammengefassten nichtfinanziellen Konzernberichts sind nachfolgend die wesentlichen Kennzahlen der Wacker Chemie AG wiedergegeben. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig. Die Wacker Chemie AG umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Die verwendeten Kennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Dies gilt auch für die Steuerung des Themas Nachhaltigkeit und der nichtfinanziellen Leistungsindikatoren. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. D.17 Energieverbrauch
2 Enthält Erdgaseinsatz für
Stromeigenerzeugung fossil
D.18 Sicherheits- und umweltrelevante Ereignisse
2 WACKER Process Safety Incident Rate (WPSIR)
D.19 Arbeitsunfälle Stammpersonal und Zeitarbeiter
2 Unfälle mit mehr als drei Ausfalltagen
D.20 Anzahl Mitarbeiter und Zeitarbeiter
D.21 Umweltkennzahlen
5 Ab 2021 berichten wir auch die Menge an NMVOC
aus Treibhausgasen.
6 Die Wasserentnahme enthält vom Jahr 2021
an auch Wassermengen, die an Dritte weitergegeben werden.
D.22 Abfall
1 Erstmalige Berichterstattung der Abfälle
nach GRI 306 im Jahre 2021
2 Für die Jahre 2020 und 2019 sind die
Daten nicht nach GRI 306 berichtet worden.
Vermerk des unabhängigen Wirtschaftsprüfers über eine Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen BerichtsAn den Aufsichtsrat der Wacker Chemie Aktiengesellschaft, München Wir haben die nichtfinanzielle Konzernerklärung der Wacker Chemie AG, München (im Folgenden "Gesellschaft" oder "Wacker Chemie AG") und die mit ihr zusammengefasste nichtfinanzielle Erklärung des Mutterunternehmens (im Folgenden "zusammengefasster gesonderter nichtfinanzieller Bericht") für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 einer Prüfung zur Erlangung begrenzter Sicherheit unterzogen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und mit Artikel 8 der VERORDNUNG (EU) 2020/852 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 18. Juni 2020 über die Einrichtung eines Rahmens zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen und zur Änderung der Verordnung (EU) 2019/2088 (im Folgenden "EU-Taxonomie-Verordnung") und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie mit deren in Abschnitt "EU-Taxonomie-Verordnung (VO)" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten eigenen Auslegung der in der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten enthaltenen Formulierungen und Begriffe. Diese Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft umfasst die Auswahl und Anwendung angemessener Methoden zur Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts sowie das Treffen von Annahmen und die Vornahme von Schätzungen zu einzelnen Angaben, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Angaben ist. Die EU-Taxonomie-Verordnung und die hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte enthalten Formulierungen und Begriffe, die noch erheblichen Auslegungsunsicherheiten unterliegen und für die noch nicht in jedem Fall Klarstellungen veröffentlicht wurden. Daher haben die gesetzlichen Vertreter ihre Auslegung der EU-Taxonomie-Verordnung und der hierzu erlassenen delegierten Rechtsakte im Abschnitt "EU-Taxonomie-Verordnung (VO)" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts niedergelegt. Sie sind verantwortlich für die Vertretbarkeit dieser Auslegung. Auf Grund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, ist die Rechtskonformität der Auslegung mit Unsicherheiten behaftet. Verantwortung des Wirtschaftsprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung ein Prüfungsurteil mit begrenzter Sicherheit über den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit dem International Standard on Assurance Engagements (ISAE) 3000 (Revised): "Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information", herausgegeben vom IAASB, als Limited Assurance Engagement durchgeführt. Danach haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir mit einer begrenzten Sicherheit beurteilen können, dass uns keine Sachverhalte bekannt geworden sind, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Gesellschaft im Berichtszeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie-Verordnung (VO)" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung durch die gesetzlichen Vertreter aufgestellt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass zu jeder Angabe jeweils ein separates Prüfungsurteil abgegeben wird. Bei einer Prüfung zur Erlangung einer begrenzten Sicherheit sind die durchgeführten Prüfungshandlungen im Vergleich zu einer Prüfung zur Erlangung einer hinreichenden Sicherheit weniger umfangreich, sodass dementsprechend eine erheblich geringere Prüfungssicherheit erlangt wird. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Wirtschaftsprüfers. Im Rahmen unseres Auftrags haben wir unter anderem folgende Prüfungshandlungen und sonstige Tätigkeiten durchgeführt:
Die gesetzlichen Vertreter haben bei der Ermittlung der Angaben gemäß Artikel 8 der EU-Taxonomie-Verordnung unbestimmte Rechtsbegriffe auszulegen. Auf Grund des immanenten Risikos, dass unbestimmte Rechtsbegriffe unterschiedlich ausgelegt werden können, sind die Rechtskonformität der Auslegung und dementsprechend unsere diesbezügliche Prüfung mit Unsicherheiten behaftet. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise hinreichend und angemessen sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Sicherung der Unabhängigkeit und Qualität des Wirtschaftsprüfers Bei der Durchführung des Auftrags haben wir die Anforderungen an Unabhängigkeit und Qualitätssicherung aus den nationalen gesetzlichen Regelungen und berufsständischen Verlautbarungen, insbesondere der Berufssatzung für Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie des IDW-Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1), beachtet. Prüfungsurteil Auf der Grundlage der durchgeführten Prüfungshandlungen und der erlangten Prüfungsnachweise sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Auffassung gelangen lassen, dass der zusammengefasste gesonderte nichtfinanzielle Bericht der Wacker Chemie AG für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 in allen wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den §§ 315b, 315c i. V. m. 289b bis 289e HGB und mit der EU-Taxonomie-Verordnung und den hierzu erlassenen delegierten Rechtsakten sowie der in Abschnitt "EU-Taxonomie-Verordnung (VO)" des zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Berichts dargestellten Auslegung aufgestellt worden ist. Verwendungsbeschränkung/AAB-Klausel Dieser Vermerk ist an den Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG, München, gerichtet und ausschließlich für diesen bestimmt. Gegenüber Dritten übernehmen wir insoweit keine Verantwortung. Dem Auftrag, in dessen Erfüllung wir vorstehend benannte Leistungen für den Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG, München, erbracht haben, lagen die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften vom 1. Januar 2017 zugrunde. Durch Kenntnisnahme und Nutzung der in diesem Vermerk enthaltenen Informationen bestätigt jeder Empfänger, die dort getroffenen Regelungen (einschließlich der Haftungsregelung unter Nr. 9 der Allgemeinen Auftragsbedingungen) zur Kenntnis genommen zu haben, und erkennt deren Geltung im Verhältnis zu uns an. » https://www.kpmg.de/bescheinigungen/lib/aab.pdf
München, den 3. März 2022 KPMG
AG
Hanshen, Wirtschaftsprüfer Vogl, Wirtschaftsprüferin Inhalt Bericht des Aufsichtsrats Corporate Governance Bericht
Zusammengefasster Lagebericht Jahresabschluss
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Damen und Herren, WACKER hat das Geschäftsjahr 2021 mit neuen Bestwerten bei Umsatz und Ertrag abgeschlossen. Nachdem wir durch die Corona-Pandemie ein Jahr zuvor einen Rückgang zu verzeichnen hatten, ist WACKER 2021 kräftig gewachsen. Zu dem starken organischen Wachstum haben alle vier Geschäftsbereiche beigetragen. Diese Entwicklung zeigt: WACKER hat anerkannt qualitativ hochwertige Produkte und verfügt über ein vielfältiges und einzigartiges Produktportfolio, um Kunden aus allen wichtigen Industriebranchen weltweit bedienen zu können. In den zwei Chemiebereichen ist es gelungen, unsere Wachstumspotenziale auszuschöpfen. Heute steht unser Chemiegeschäft, der ursprüngliche Kern, aus dem heraus das Unternehmen entstanden ist, für rund 70 Prozent des Konzernumsatzes. Diese Stärke spiegelt sich vor allem in den Wettbewerbspositionen wider, die die beiden größten Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS weltweit einnehmen. Bei Dispersionen und Dispersionspulver auf Vinyl-Ethylen-Basis ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS Weltmarktführer. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES nimmt die Top-2-Position unter den größten Siliconherstellern der Welt ein. Unser Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS ist in Zukunftsfeldern unterwegs, die ausgezeichnete Wachstumsperspektiven haben. Im Polysiliciumgeschäft ist WACKER Kosten- und Qualitätsführer mit einer weltweit ebenfalls starken Wettbewerbsposition. In der Halbleiterindustrie basiert nahezu jeder zweite Computerchip, der weltweit hergestellt wird, auf unserem hochreinen Polysilicium. Bei Solaranwendungen sind wir einer der ganz wenigen Anbieter, die qualitativ besonders hochwertiges Polysilicium für Solarzellen mit höchsten Wirkungsgraden liefern können. Wesentlichen Anteil an dem guten Jahresergebnis hatte auch das Programm "Zukunft gestalten". Bereits vor der Corona-Pandemie haben wir uns entschieden, WACKER für die Zukunft gut aufzustellen. Das Programm wurde zum richtigen Zeitpunkt initiiert und hat dazu beigetragen, dass wir mit hoher Disziplin unsere Kostenziele verfolgt haben. Einen großen Anteil am Geschäftserfolg im Jahr 2021 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von WACKER. Ihnen gilt der Dank des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG für ihre hohe Einsatzbereitschaft und ihr großes Engagement. Bei dem Thema der hohen Pensionsverpflichtungen sind wir auf der Zielgeraden. Das Niedrigzinsumfeld, in dem wir uns seit Jahren befinden, erfordert ein neues Verständnis für die Altersvorsorge. Für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir künftig auf reine Direktzusagen auf Kapitalbasis setzen. Sie werden abgesichert über eine Treuhandgesellschaft, die ihr Vermögen ausschließlich dazu verwendet, die Pensionsverpflichtungen zu finanzieren. Das hat den Vorteil, dass wir die Anlagemöglichkeiten des Kapitalmarktes wesentlich besser nutzen und ausschöpfen können, um angemessene Renditen zu erzielen. Auf lange Sicht wird dieses zukunftsweisende Pensionssystem das Unternehmen spürbar entlasten. Das verschafft uns weitere Handlungsspielräume für unsere langfristig angelegte Wachstumsstrategie. Die größte Sorge für die Zukunft sehen wir in der deutschen Energiepolitik. Sie ist eine große Hypothek, gerade für ein energieintensives Unternehmen unseres Zuschnitts, das einen wesentlichen Teil seiner Produktionskapazitäten in Deutschland hat. Eine sichere und kostengünstige Versorgung mit Energie ist für uns essenziell. Für uns ist zurzeit nicht erkennbar, wie angesichts der angestrebten Klimaneutralität der hohe Energie- und Strombedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Ab dem Jahr 2030 braucht allein die chemische Industrie dafür mehr Strom, als in Deutschland heute produziert wird. Dazu kommen hohe Energiepreise, die uns im globalen Wettbewerb stark belasten. Wir brauchen einen Industriestrompreis von unter 4 Cent pro Kilowattstunde. Wenn wir unsere leistungsstarke Industrie erhalten wollen, muss die Politik hier mehr tun als in der Vergangenheit. Kontinuierlicher Dialog mit dem Vorstand Für WACKER ist gute Unternehmensführung und -kontrolle damit verbunden, dass Vorstand und Aufsichtsrat vertrauensvoll im Unternehmensinteresse Zusammenarbeiten. Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben im Geschäftsjahr 2021 mit großer Sorgfalt wahrgenommen. Der Aufsichtsrat war in alle Entscheidungen, die von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen waren, frühzeitig eingebunden. Dazu hat uns der Vorstand regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die Unternehmensplanung, die strategische Weiterentwicklung, das operative Geschäft und die Lage der Wacker Chemie AG sowie des Konzerns einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements sowie über Compliance- und Nachhaltigkeitsthemen informiert. Auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen stand der Aufsichtsratsvorsitzende in engem Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dessen Vorsitzendem, hat mit diesem Fragen der Strategie, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance des Unternehmens beraten und wurde über die aktuelle Entwicklung, die Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden im Einzelnen erläutert. Zu den Berichten und Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat, soweit dies nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Bestimmungen erforderlich war, nach gründlicher Prüfung und Beratung sein Votum abgegeben. Unser besonderes Augenmerk galt im Berichtsjahr den Investitionsprojekten, der aktuellen Ertragssituation einschließlich der Risikolage und des Risikomanagements sowie der Liquiditäts- und Finanzlage des Unternehmens. Ein weiterer Fokus unserer Tätigkeit im Berichtsjahr waren die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens sowie die neuen Nachhaltigkeitsziele 2030. Im Geschäftsjahr 2021 ist der Aufsichtsrat zu vier ordentlichen Sitzungen, zwei im ersten und zwei im zweiten Halbjahr, zusammengetreten. Zwischen den Sitzungen hat uns der Vorstand in schriftlichen Berichten ausführlich über die Projekte und Vorhaben informiert, die für die Gesellschaft von besonderer Bedeutung waren. Für das Unternehmen wichtige Geschäftsvorgänge hat der Aufsichtsrat auf Basis der Berichte des Vorstands in den Ausschüssen und im Plenum ausführlich erörtert. Die Sitzungen des Plenums wurden von den Vertretern der Anteilseigner und der Mitarbeiter jeweils in getrennten Sitzungen vorbereitet. Schwerpunkte der Beratungen im Aufsichtsrat Gegenstand der regelmäßigen Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und seiner Segmente. In allen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung des Vorstands auf der Grundlage der von ihm erstatteten Berichte geprüft und die strategischen Entwicklungsmöglichkeiten sowie Themenschwerpunkte mit dem Vorstand erörtert. Zusätzliche Prüfungsmaßnahmen, wie die Einsichtnahme in Unterlagen der Gesellschaft und die Beauftragung besonderer Sachverständiger, waren nicht notwendig. Themenschwerpunkte, mit denen sich der Aufsichtsrat befasst hat, waren
Die Planung des WACKER-Konzerns für das Geschäftsjahr 2022 hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 08. Dezember 2021 behandelt. In dieser Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit der Mittelfristplanung 2022 - 2026 des Unternehmens. Ebenfalls erörtert und verabschiedet wurde das Investitionsbudget für das Jahr 2022. Arbeit der Ausschüsse Die Arbeit des Aufsichtsrats wird unterstützt durch die von ihm eingerichteten Ausschüsse. Der Aufsichtsrat von WACKER hat drei Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, den Präsidialausschuss und den Vermittlungsausschuss gemäß § 27 Abs. 3 MitbestG. Die Aufgaben und Mitglieder der Ausschüsse sind in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185 im Einzelnen aufgeführt. Der Prüfungsausschuss hielt im abgelaufenen Geschäftsjahr vier Sitzungen ab. Er befasste sich mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2021, der Prüfung des Konzernzwischenabschlusses zum Halbjahr, der Durchsprache der Quartalsfinanzzahlen des Konzerns, der CSR-Berichterstattung sowie mit Fragen des Risikomanagements, der Rechnungslegungsprozesse und internen Kontrollsysteme, der Compliance und der Revision. Er überwachte die Abschlussprüfung, insbesondere deren Qualität, sowie die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die von diesem zusätzlich erbrachten Leistungen. Weiter unterbreitete der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für dessen Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers für das Geschäftsjahr 2021, erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2021 und bestimmte die Prüfungsschwerpunkte. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2021 einmal, Gegenstand der Beratungen waren Personalangelegenheiten des Vorstands (die Festlegung der Gesamtbezüge 2020 und der Erfolgsziele für die variable Vergütung 2021 sowie das Vergütungssystem des Vorstands). Der Vermittlungsausschuss musste im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht einberufen werden. Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig über die Arbeit der Ausschüsse informiert. Aus- und Fortbildung Die Aufsichtsratsmitglieder sind angehalten, sich regelmäßig fortzubilden. Die Gesellschaft unterstützt die Mitglieder dabei, insbesondere auch durch die Gewährung einer großzügig bemessenen Pauschale für Auslagen, die unter anderem für Fortbildungsmaßnahmen genutzt werden kann und soll. Zur Amtseinführung erhalten neue Aufsichtsratsmitglieder ein Informationspaket zu den Rechten und Pflichten eines Aufsichtsratsmitglieds einschließlich Merkblättern zu Insiderverboten und Eigengeschäften von Führungskräften. Regelmäßig werden die Aufsichtsratsmitglieder außerdem über wesentliche Gesetzesänderungen und Gerichtsurteile, die ihre Arbeit betreffen, unterrichtet. So wurde im vergangenen Jahr über das Gesetz zur Stärkung der Finanzmarktintegrität (FISG) und die damit verbundenen neuen Anforderungen berichtet. Individualisierte Offenlegung der Sitzungsteilnahme An zwei Aufsichtsratssitzungen im Geschäftsjahr 2021 hat jeweils ein Aufsichtsratsmitglied entschuldigt gefehlt. An den Sitzungen der Ausschüsse haben im Geschäftsjahr 2021 sämtliche Mitglieder der jeweiligen Gremien teilgenommen. Die Teilnahme der Mitglieder des Aufsichtsrats an den Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse wird im Folgenden in individualisierter Form offengelegt:
Corporate Governance Der Aufsichtsrat hat sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder mit den Corporate Governance Standards auseinandergesetzt. Die Umsetzung des Kodex haben wir im Aufsichtsrat in der Sitzung vom 08. Dezember 2021 behandelt und die gemeinsam mit dem Vorstand abzugebende jährliche Entsprechenserklärung nach § 161 AktG verabschiedet. Sie ist den Aktionären auf der Website des Unternehmens zugänglich und auch in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185 wiedergegeben. Weitere Informationen zur Corporate Governance bei WACKER finden Sie ebenfalls in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185. In seiner Sitzung im Dezember 2021 hat der Aufsichtsrat eine Selbstbeurteilung vorgenommen und dabei festgestellt, dass der Aufsichtsrat - auch auf Grund der regelmäßigen Vorgespräche zu den Aufsichtsratssitzungen sowie der umfassenden Berichterstattung durch den Vorstand und der frühzeitig vor den Sitzungen erhaltenen Unterlagen - effizient arbeitet. Weitere Informationen zur regelmäßigen Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats finden Sie in der Erklärung zur Unternehmensführung auf Seite 185. Jahres- und Konzernabschlussprüfung Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2021, den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht (Bilanzstichtag 31. Dezember 2021) geprüft. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 12. Mai 2021 vergeben. Der Abschlussprüfer hat die Prüfung in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der Eu-Abschlussprüferverordnung unter Beachtung der vom Institut für Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt und einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Weiterhin unterzog der Abschlussprüfer den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern einer freiwilligen prüferischen Durchsicht. Diese ergab, dass der Bericht ebenfalls die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Die Abschlussunterlagen einschließlich der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, der zusammengefasste Lagebericht sowie der Vorschlag des Vorstands zur Gewinnverwendung lagen jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig vor. Der Prüfungsausschuss hat in seiner Sitzung vom 22. Februar 2022 die Abschlüsse, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern (§§ 289b, 315b HGB) sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers ausführlich diskutiert und geprüft. Der Gesamtaufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 03. März 2022 in Kenntnis und unter Berücksichtigung des Berichts des Prüfungsausschusses sowie der Prüfungsberichte des Abschlussprüfers die betreffenden Abschlussunterlagen - einschließlich des zusammengefassten nichtfinanziellen Berichts für die Wacker Chemie AG und den Konzern - intensiv geprüft und diskutiert. Die Abschlussprüfer nahmen an den Beratungen beider Gremien teil. Sie berichteten über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung, insbesondere auch über die im Bestätigungsvermerk beschriebenen besonders wichtigen Prüfungssachverhalte (Key Audit Matters), und standen für Fragen und ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfung erheben wir keine Einwendungen gegen den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, den Konzernabschluss, den zusammengefassten Lagebericht und den zusammengefassten nichtfinanziellen Bericht für die Wacker Chemie AG und den Konzern sowie die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers. Wir billigen daher den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sowie den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns schließen wir uns an. Der Vergütungsbericht nach § 162 AktG wurde gesondert geprüft. Zusätzlich zu der gesetzlich erforderlichen formellen Prüfung hat der Abschlussprüfer den Vergütungsbericht auch einer materiellen Prüfung unterzogen. Veränderungen in Aufsichtsrat und Vorstand Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Änderungen im Aufsichtsrat. Der langjährige Vorstandsvorsitzende, Dr. Rudolf Staudigl, ist wie angekündigt mit Ablauf der letztjährigen ordentlichen Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand getreten. Er stand 13 Jahre lang an der Spitze des Unternehmens. Er hat das Unternehmen in dieser Zeit wesentlich mitgeprägt. Der Aufsichtsrat dankt Dr. Rudolf Staudigl für seine hervorragenden Leistungen und sein erfolgreiches Wirken zum Wohle des Unternehmens WACKER. Der Aufsichtsrat hatte bereits im Dezember 2020 Dr. Christian Hartel zu seinem Nachfolger und Frau Angela Wörl als neues Mitglied im Vorstand und als Arbeitsdirektorin bestellt, welche beide am 12. Mai 2021 ihr jeweiliges Amt angetreten haben. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Arbeitnehmervertretungen, die mit ihrer engagierten Arbeit dazu beigetragen haben, dass 2021 eines der erfolgreichsten Jahre in der Firmengeschichte war.
München, 03. März 2022 Der Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Erklärung zur UnternehmensführungCorporate Governance ist ein wichtiger Bestandteil für den Erfolg und die verantwortungsbewusste Führung und Kontrolle von Unternehmen. Die Wacker Chemie AG misst den Regeln ordnungsgemäßer Corporate Governance große Bedeutung bei. Der Vorstand berichtet in dieser Erklärung - zugleich auch für den Aufsichtsrat - gemäß Grundsatz 22 des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 ("Kodex") über die Corporate Governance sowie gemäß §§ 289f, 315d HGB über die Unternehmensführung. Entsprechenserklärung 2021 des Vorstands und des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Vorstand und Aufsichtsrat haben sich auch im Geschäftsjahr 2021 intensiv mit der Corporate Governance des Unternehmens und den Empfehlungen des Kodex auseinandergesetzt. Vorstand und Aufsichtsrat haben im Dezember 2021 die nachfolgende Entsprechenserklärung beschlossen. Die Entsprechenserklärung wurde auf der Internetseite der Gesellschaft öffentlich zugänglich gemacht und ist dort - zusammen mit weiteren, nicht mehr aktuellen Entsprechenserklärungen - für mindestens fünf Jahre abrufbar. 1. Grundsatzerklärung gemäß § 161 AktG Im Dezember 2020 haben Vorstand und Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ihre letzte Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG abgegeben. Die Wacker Chemie AG entsprach seither den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (Kodex) in der Fassung vom 16. Dezember 2019 mit den nachfolgend unter 2. a) bis h) aufgeführten Ausnahmen und wird den Empfehlungen des Kodex in derselben Fassung weiter mit den nachfolgend unter 2. a) bis d) und f) bis h) aufgeführten Ausnahmen entsprechen. 2. Ausnahmen a) Benennung konkreter Ziele für die Anzahl unabhängiger Mitglieder des Aufsichtsrats (Empfehlung C.1) Nach Einschätzung der Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG gehört diesem in seiner gegenwärtigen Zusammensetzung unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur eine angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Auch bei künftigen Wahlvorschlägen an die Aktionäre wird der Aufsichtsrat darauf achten, eine aus seiner Sicht angemessene Anzahl unabhängiger Kandidaten vorzuschlagen. Eine darüber hinausgehende Festlegung eines konkreten Ziels würde nicht nur die Auswahl geeigneter Kandidaten für den Aufsichtsrat begrenzen, sondern auch das Recht der Aktionäre einschränken, diejenigen Mitglieder des Aufsichtsrats zu wählen, die sie für die geeignetsten halten. Aus diesen Gründen wird die Empfehlung nicht befolgt. b) Vorstandsmitglied soll nicht zugleich Aufsichtsratsvorsitzender einer konzernexternen börsennotierten Gesellschaft sein (Empfehlung C.5) Unser Vorstandsmitglied Dr. Tobias Ohler ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG. Die Siltronic AG war bis zu ihrer Entkonsolidierung im März 2017 eine Konzerntochter und ein Geschäftsbereich der Wacker Chemie AG, für den Herr Dr. Ohler als Ressortvorstand verantwortlich war. Die aus dieser Funktion resultierende Arbeitsbelastung war mindestens so hoch wie nun die Belastung aus der Tätigkeit als Aufsichtsratsvorsitzender. Wir sehen daher keinen Anlass anzunehmen, dass Herr Dr. Ohler für eines seiner beiden Mandate zu wenig Zeit aufbringen kann. Wir halten es deshalb nicht für sinnvoll, dass Herr Dr. Ohler sein Mandat als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Siltronic AG vorzeitig niederlegt, zumal es angebracht erscheint, dass der größte Aktionär der Siltronic AG auch den Vorsitzenden des Aufsichtsrats stellt. c) Unabhängigkeit von mehr als der Hälfte der Anteilseignervertreter von Gesellschaft und Vorstand (Empfehlung C.7) Nach der neuen Definition von "Unabhängigkeit" im Kodex gelten solche Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat seit mehr als zwölf Jahren angehören, nicht mehr als unabhängig von der Gesellschaft und vom Vorstand. Dieses Kriterium der "zu langen" Zugehörigkeit erfüllen im Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG mehr als die Hälfte der Anteilseignervertreter - wobei eine Anteilseignervertreterin das Kriterium nur zugerechnet darüber erfüllt, dass sie eine nahe Familienangehörige eines anderen Mitglieds ist, das bereits seit mehr als zwölf Jahren im Aufsichtsrat vertreten ist, obwohl sie selbst dem Aufsichtsrat erst seit kurzem angehört. Wir halten die grundsätzliche Festlegung dieser Empfehlung für verfehlt. Aus unserer Sicht führt eine lange Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat gerade nicht zwangsläufig zu einem wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt - auf den es für die Beurteilung der Unabhängigkeit nach wie vor ankommen sollte. Erst recht nicht, wenn die lange Zugehörigkeit lediglich über ein Verwandtschaftsverhältnis "zugerechnet" wird. Wir halten es im Gegenteil für sehr wünschenswert, dass uns unsere Aufsichtsratsmitglieder über einen langen Zeitraum begleiten. Es fördert das unbedingt erforderliche tiefe Verständnis des Unternehmens, seines Geschäfts und des Wettbewerbsumfelds sowie der Chancen und Risiken und trägt zu einer auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichteten Beratung und Kontrolle bei. Wir halten es auch nicht für sinnvoll, nun einige der Anteilseignervertreter um Niederlegung ihres Mandats zu bitten, um die Kodex-Empfehlung zu befolgen. Aus diesem Grund weichen wir von dieser Empfehlung ab. Die übrigen Kriterien fehlender Unabhängigkeit von Gesellschaft und Vorstand treffen auf keinen der Anteilseignervertreter zu. d) Unabhängigkeit des Aufsichtsratsvorsitzenden, des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses sowie des Vorsitzenden des Präsidialausschusses (Empfehlungen C.10 und D.4) Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der zugleich Vorsitzender des Präsidialausschusses ist, gehört dem Aufsichtsrat bereits länger als zwölf Jahre an und gilt aus diesem Grund gemäß den Kodex-Empfehlungen als nicht unabhängig von Gesellschaft und Vorstand. Dasselbe gilt für den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses, der dem Aufsichtsrat ebenfalls bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Insofern ist eine Abweichung von den Empfehlungen C.10 und D.4 zu erklären. Wir sehen bei beiden Mitgliedern des Aufsichtsrats keinerlei Hinweise auf drohende wesentliche und nicht nur vorübergehende Interessenkonflikte und halten daher die Vermutung der fehlenden Unabhängigkeit auf Grund der langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat in beiden konkreten Fällen für unschädlich. Vielmehr profitieren das Gremium sowie die beiden Ausschüsse von der langjährigen Erfahrung ihrer Vorsitzenden. Einen Wechsel der Vorsitzenden halten wir nach Abwägung aller Umstände deshalb nicht für geboten. Der Vollständigkeit halber weisen wir darauf hin, dass der Vorsitzende des Prüfungsausschusses alle anderen gesetzlichen und vom Kodex empfohlenen Anforderungen erfüllt und zudem unabhängig vom kontrollierenden Aktionär ist. e) Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder (Empfehlung C.14) Nach dieser Empfehlung sollen Kandidatenvorschlägen Lebensläufe beigefügt und Lebensläufe der Aufsichtsratsmitglieder auf der Website veröffentlicht werden. Wir haben bislang davon abgesehen, weil wir die gesetzlich geforderten Angaben veröffentlicht haben und dies für ausreichend gehalten haben. Wir konnten den Mehrwert eines Lebenslaufs, insbesondere in Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht unserer Aufsichtsratsmitglieder, nicht erkennen. Deshalb haben wir in der Vergangenheit zu diesem Thema eine Abweichung erklärt. Das wird künftig nicht mehr erforderlich sein, da wir der Empfehlung nun folgen werden: Wir werden die Lebensläufe unserer Aufsichtsratsmitglieder künftig auf der Website der Gesellschaft veröffentlichen. f) Befristung von Anträgen auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds (Empfehlung C.15) Nach dieser Empfehlung sollen Anträge auf gerichtliche Bestellung eines Aufsichtsratsmitglieds bis zur nächsten ordentlichen Hauptversammlung befristet sein. Die Empfehlung wird von uns nicht befolgt. Vorschläge für einen durch das Gericht zu bestellenden Kandidaten werden im Vorfeld ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abgestimmt. Angesichts der Mehrheitsverhältnisse wäre die nachfolgende Wahl desselben Kandidaten in der nächsten ordentlichen Hauptversammlung lediglich eine Bestätigung seiner Bestellung, die aus unserer Sicht überflüssig ist. g) Bildung eines Nominierungsausschusses im Aufsichtsrat (Empfehlung D.5) Der Aufsichtsrat soll einen Nominierungsausschuss bilden, der ausschließlich mit Vertretern der Anteilseigner besetzt ist und dem Aufsichtsrat für dessen Wahlvorschläge an die Hauptversammlung geeignete Kandidaten vorschlägt. Diese Empfehlung wird von uns nicht befolgt, da unserer Ansicht nach die Einrichtung eines solchen Ausschusses bei unserer Aktionärsstruktur nicht sachgerecht ist. Kandidatenvorschläge für den Aufsichtsrat sind auf Grund der Mehrheitsverhältnisse ohnehin mit dem Mehrheitsaktionär abzustimmen, so dass ein zusätzlicher Nominierungsausschuss auch keinen Beitrag zur Effizienzsteigerung liefern würde. h) Festlegung der Leistungskriterien für die variable Vergütung für das bevorstehende Geschäftsjahr (Empfehlung G.7) Wir halten es für sinnvoll, die variable Vergütung für das kommende Geschäftsjahr in derselben Aufsichtsratssitzung festzulegen, in der über die variable Vergütung für das vergangene Geschäftsjahr entschieden wird. Dies erfolgt naturgemäß in der März-Sitzung des Aufsichtsrats. In diesem Zusammenhang werden auch die Leistungskriterien für die variable Vergütung festgelegt. Diese Vorgehensweise hat sich in der Vergangenheit bewährt und wir halten es nicht für effizient, die Entscheidung über die Leistungskriterien und die Entscheidung über Ziel- und Maximalvergütung in zwei unterschiedlichen Sitzungen zu behandeln. Aus diesem Grund wird die Empfehlung, dass die Leistungskriterien für alle variablen Vergütungsbestandteile für das bevorstehende Geschäftsjahr festgelegt werden sollen, nicht befolgt. Vergütungsbericht/Vergütungssystem Unter https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/investor-relations/corporate-governance/overview.html sind das geltende Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands gemäß § 87a Abs. 1 und 2 Satz 1 AktG, das von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 gebilligt wurde, sowie der von derselben Hauptversammlung gefasste Beschluss gemäß § 113 Abs. 3 AktG über die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats öffentlich zugänglich. Unter derselben Internetadresse werden der Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2021 einschließlich des Vermerks des Abschlussprüfers gemäß § 162 AktG öffentlich zugänglich gemacht werden. Berichterstattung zur Corporate Governance Aktionäre und Hauptversammlung Aktionäre und Öffentlichkeit transparent informieren WACKER verfolgt den Anspruch, alle Zielgruppen des Unternehmens - Aktionäre, Aktionärsvertreter, Analysten und Medien - sowie die interessierte Öffentlichkeit gleichberechtigt und zeitnah zu informieren. Wichtige Termine des Unternehmens veröffentlichen wir regelmäßig in einem Finanzkalender, der im Geschäftsbericht, in den Zwischenberichten sowie auf unserer Website veröffentlicht ist. Unser Investor-Relations-Team steht in engem Kontakt zu den Analysten und anderen Kapitalmarktteilnehmern. In Telefonkonferenzen zur jeweiligen Quartalsberichterstattung informieren wir Investoren und Analysten über die aktuelle und zukünftige Geschäftsentwicklung. Diese in englischer Sprache abgehaltenen Telefonkonferenzen sind öffentlich zugänglich und können im Nachgang über unsere Website abgerufen werden. Regelmäßig nehmen wir an Konferenzen und Roadshows teil und suchen aktiv den Kontakt zu institutionellen Anlegern. Im Jahr 2021 hat der Vorstand, unterstützt vom IR-Team, an insgesamt 16 virtuellen Konferenzen teilgenommen. Daneben finden regelmäßig Kapitalmarktlage statt, 2021 haben wir zwei solcher Veranstaltungen virtuell durchgeführt. Wichtige Präsentationen können im Internet frei eingesehen werden. Dort finden Sie auch Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen in deutscher und englischer Sprache sowie den Online-Geschäftsbericht, alle Zwischenberichte und den Nachhaltigkeitsbericht sowie die Satzung der Wacker Chemie AG und die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat. Weitere Informationen bieten die Online-Kundenzeitschrift, die Medienbibliothek und das Podcast-Center. » www.wacker.com Hauptversammlung Die jährliche Hauptversammlung dient dazu, sämtliche Aktionäre effizient und umfassend über die Lage des Unternehmens zu unterrichten. Bereits vor der Hauptversammlung erhalten die Aktionäre wichtige Informationen über das abgelaufene Geschäftsjahr im Geschäftsbericht. In der Einladung zur Hauptversammlung werden die Tagesordnungspunkte erläutert und die Teilnahmebedingungen erklärt. Die Einberufung nebst allen gesetzlich erforderlichen Berichten und Unterlagen einschließlich des Geschäftsberichts (der unter anderem den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht sowie den nichtfinanziellen Bericht enthält) sowie der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG sind auf unserer Website zugänglich. Im Anschluss an die Hauptversammlung veröffentlichen wir die Präsenz und die Abstimmungsergebnisse im Internet. All diese Kommunikationsmaßnahmen tragen zu einem regelmäßigen Informationsaustausch mit unseren Aktionären bei. WACKER erleichtert seinen Aktionären die persönliche Wahrnehmung ihrer Rechte und die Stimmrechtsvertretung. Für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechts der Aktionäre stehen Stimmrechtsvertreter zur Verfügung, die auch während der Hauptversammlung erreichbar sind. Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat Die Wacker Chemie AG hat, wie im deutschen Aktiengesetz vorgeschrieben, ein duales Führungssystem. Es besteht aus dem Vorstand, der das Unternehmen leitet, und dem Aufsichtsrat, der den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens überwacht und berät. Die beiden Gremien sind hinsichtlich ihrer Mitgliedschaft wie auch in ihren Kompetenzen streng voneinander getrennt. Um jedoch den langfristigen und nachhaltigen Erfolg des Unternehmens sicherzustellen, arbeiten Vorstand und Aufsichtsrat eng zusammen. Gemeinsames Ziel ist die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und seines Werts. Der Vorstand berichtet dem Aufsichtsrat und dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten Fragen der Strategie, der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements und der Compliance. Auch zwischen den Sitzungen hält der Aufsichtsratsvorsitzende Kontakt mit dem Vorstand, insbesondere mit dem Vorsitzenden des Vorstands, und berät sich mit ihm über die vorstehenden Themen. Der Vorstand erläutert dem Aufsichtsrat Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den aufgestellten Plänen und Zielen und nennt die Gründe dafür. Bestimmte in der Geschäftsordnung für den Vorstand der Wacker Chemie AG festgelegte Maßnahmen bedürfen vor ihrer Durchführung der Zustimmung des Aufsichtsrats. Dazu gehören unter anderem die Verabschiedung der Jahresplanung, einschließlich der Finanz- und Investitionsplanung, der Erwerb und die Veräußerung von Anteilen an Unternehmen, die Aufnahme neuer und Aufgabe vorhandener Produktions- und Geschäftszweige sowie die Aufnahme großer langfristiger Kredite. Vorstand Der Vorstand leitet das Unternehmen in eigener Verantwortung und vertritt die Wacker Chemie AG bei allen Geschäften mit Dritten. Sein Handeln und seine Entscheidungen sind bestimmt durch das Unternehmensinteresse und orientieren sich am Ziel einer nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes. Zu diesem Zweck bestimmt er die strategische Ausrichtung des WACKER-Konzerns und steuert und überwacht diese durch Zuteilung von finanziellen Mitteln, Allokation von Ressourcen und Kapazitäten sowie durch die Begleitung und Kontrolle der operativen Geschäftseinheiten. Er sorgt für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und ein angemessenes Risikomanagement und -controlling. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die Geschäftsführung. Dabei führt das einzelne Mitglied des Vorstands das ihm zugewiesene Ressort in eigener Verantwortung. Der Vorstand fasst seine Beschlüsse grundsätzlich mit einfacher Mehrheit. Bei Stimmengleichheit gibt die Stimme des Vorsitzenden den Ausschlag; ein Vetorecht gegen die Beschlüsse des Vorstands steht dem Vorsitzenden hingegen nicht zu. Besetzung des Vorstands Dem Vorstand gehören derzeit vier Mitglieder an. Der Aufsichtsrat sorgt gemeinsam mit dem Vorstand kontinuierlich für eine nachhaltige und langfristige Nachfolgeplanung im Vorstand, um eine dauerhafte, kompetente Führung sicherzustellen und auf kurzfristige Ausfälle oder Abgänge angemessen reagieren zu können. Der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats, der die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vorbereitet, berät regelmäßig über die langfristige Nachfolgeplanung für den Vorstand, wobei er im Austausch mit den Vorstandsmitgliedern die Führungskräfteplanung des Unternehmens berücksichtigt. Es werden außerdem die Anforderungen des Aktiengesetzes und des Kodex sowie die Aspekte des vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzepts für die Zusammensetzung des Vorstands beachtet. Der Präsidialausschuss erstellt unter Berücksichtigung dieser Kriterien, der unternehmerischen Bedürfnisse sowie der konkreten Qualifikationsanforderungen ein Anforderungsprofil. Auf dieser Basis erörtert und benennt der Präsidialausschuss für jeden Vorstandsposten eine Reihe von potenziellen Nachfolgern. Bei der Identifikation und Nominierung solcher Kandidaten wirkt der Vorstand mit. Um eine angemessene Nachfolgeplanung zu ermöglichen, greifen Aufsichtsrat und Vorstand auch auf die Ergebnisse der Evaluierung der weiteren Führungsebenen im Unternehmen zurück, um fortlaufend geeignete Personen zu identifizieren. Ist eine Stelle neu zu besetzen, erstellt der Präsidialausschuss so frühzeitig wie möglich eine engere Auswahl von verfügbaren Kandidaten, führt mit diesen Gespräche und unterbreitet dem Aufsichtsrat anschließend einen begründeten Vorschlag sowie eine Empfehlung zur Beschlussfassung. Maßgeblich ist dabei stets das Unternehmensinteresse unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls. Je nach Situation werden Personalberater in diese Arbeit einbezogen, um die persönliche Sicht der Aufsichtsratsmitglieder zu validieren und um ein vollständiges Bild des in Frage kommenden Kandidatenpools zu erlangen. Diversitätskonzept für den Vorstand Der Vorstand der Wacker Chemie AG ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur Geschäftsführung eines international tätigen Chemiekonzerns erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügen. Wir sind überzeugt, dass nur ein divers zusammengesetztes Gremium dieser Aufgabe gerecht werden kann. Es kommt entscheidend auf eine ausgewogene Zusammensetzung an, die dem Querschnitt der Aufgabenstellungen Rechnung trägt. Für die Zusammensetzung des Vorstands berücksichtigt der Aufsichtsrat auf dieser Basis im Wesentlichen die folgenden Diversitätsaspekte:
Ziel des beschriebenen Diversitätskonzepts ist die optimale Zusammensetzung des Vorstands, um eine erfolgreiche und nachhaltige Unternehmensführung sicherzustellen. Die diverse Zusammensetzung sorgt dafür, dass das Gremium alle relevanten Themen mit angemessenem Sachverstand beurteilen, alle wesentlichen Aspekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln berücksichtigen und die richtigen Schwerpunkte setzen kann. Die Regelaltersgrenze für Vorstandsmitglieder sorgt dafür, dass das Unternehmen einerseits von der langjährigen Berufs- und Lebenserfahrung einzelner Vorstandsmitglieder profitieren kann. Andererseits wird so für das Nachrücken jüngerer Mitglieder und neue Impulse gesorgt. Das Diversitätskonzept für den Vorstand wird bei der Besetzung der Vorstandsposten berücksichtigt. Die aktuelle Zusammensetzung des Vorstands entspricht dem vom Aufsichtsrat beschlossenen Diversitätskonzept. Aufsichtsrat Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand und ist in Entscheidungen, die von hoher Bedeutung für das Unternehmen sind, unmittelbar eingebunden. Grundlegenden Entscheidungen über die weitere Entwicklung des Unternehmens muss der Aufsichtsrat zustimmen. Zusammensetzung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat 16 Mitglieder. Entsprechend dem deutschen Mitbestimmungsgesetz (MitbestG) setzt er sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der Anteilseigner und der Arbeitnehmer zusammen. Die Vertreter der Anteilseigner werden von der Hauptversammlung, die Vertreter der Arbeitnehmer von den Arbeitnehmern nach Maßgabe des MitbestG gewählt, die Amtszeit beträgt in der Regel ca. fünf Jahre. D.1 Zugehörigkeitsdauer der Aufsichtsratsmitglieder
Ausschüsse erhöhen Effizienz des Aufsichtsrats Damit der Aufsichtsrat seine Aufgaben optimal wahrnehmen kann, hat er drei fachlich qualifizierte Ausschüsse gebildet. Über die Arbeit der Ausschüsse wird regelmäßig im Aufsichtsrat berichtet. Der Präsidialausschuss bereitet die Personalentscheidungen des Aufsichtsrats vor, insbesondere die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern sowie die Ernennung des Vorsitzenden. Er behandelt ferner die Vorstandsverträge und erarbeitet das System der Vorstandsvergütung, auf dessen Basis das Aufsichtsratsplenum die Vergütung der Vorstandsmitglieder festsetzt. Der Präsidialausschuss setzte sich im Geschäftsjahr 2021 zusammen aus dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzendem sowie den Aufsichtsratsmitgliedern Manfred Köppl und Franz-Josef Kortüm. Der Prüfungsausschuss bereitet die Entscheidung des Aufsichtsrats über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Billigung des Konzernabschlusses vor. Zu diesem Zweck obliegt ihm die Vorprüfung des Jahres- und Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lageberichts sowie des Vorschlags zur Gewinnverwendung. Er unterzieht zudem den zusammengefassten gesonderten nichtfinanziellen Bericht (§§ 289b, 315b HGB) einer Vorprüfung. Darüber hinaus erörtert und prüft er die Halbjahresfinanzberichte und die Quartalsfinanzzahlen. Der Prüfungsausschuss unterbreitet dem Aufsichtsrat eine begründete Empfehlung, wen dieser der Hauptversammlung als Abschlussprüfer vorschlagen soll. Entsprechend der Beschlussfassung der Hauptversammlung erteilt er den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legt die Prüfungsschwerpunkte fest. Er überwacht die Abschlussprüfung, insbesondere die Unabhängigkeit des Abschlussprüfers und die vom Abschlussprüfer zusätzlich erbrachten Leistungen, und überprüft regelmäßig die Qualität der Abschlussprüfung. Darüber hinaus ist der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses und der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems und Fragen der Compliance befasst. Mitglieder dieses Ausschusses waren im Geschäftsjahr 2021 Herr Franz-Josef Kortüm als Vorsitzender, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Manfred Köppl. Ferner besteht der gesetzlich zu bildende Vermittlungsausschuss (vgl. § 27 Abs. 3 MitbestG), der dem Aufsichtsrat Vorschläge für die Bestellung oder den Widerruf der Bestellung von Vorstandsmitgliedern unterbreitet, wenn im ersten Wahlgang nicht die erforderliche Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder erreicht wird. Im Geschäftsjahr 2021 gehörten diesem Dr. Peter-Alexander Wacker als Vorsitzender sowie Manfred Köppl, Franz-Josef Kortüm und Eduard-Harald Klein an. Ziele für die Zusammensetzung und Kompetenzprofil des Aufsichtsrats der Wacker Chemie AG Für WACKER war es schon immer wichtig, den Aufsichtsrat mit Mitgliedern zu besetzen, die eine hohe fachliche Qualifikation besitzen. Der Empfehlung C.1 des Kodex folgend hat der Aufsichtsrat von WACKER unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Kodex die nachfolgenden Ziele für seine Zusammensetzung einschließlich eines Kompetenzprofils für den Gesamtaufsichtsrat beschlossen: Der Aufsichtsrat ist so zusammenzusetzen, dass seine Mitglieder insgesamt über die zur ordnungsgemäßen Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen verfügen. (I) Ziele für die Zusammensetzung 1. Internationale Expertise Im Hinblick auf die internationale Tätigkeit des Unternehmens soll dem Aufsichtsrat eine angemessene Anzahl von Mitgliedern - mindestens jedoch ein Mitglied - mit internationaler Erfahrung angehören. 2. Vermeidung von/Umgang mit Interessenkonflikten Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat beinhaltet bereits umfassende Regelungen zur Verhinderung und zum Umgang mit Interessenkonflikten von Aufsichtsratsmitgliedern. Darüber hinaus strebt der Aufsichtsrat grundsätzlich die Verhinderung von wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikten an und wird dies bereits bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigen. 3. Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. 4. Vielfalt (Diversity) Der Aufsichtsrat strebt für seine Zusammensetzung im Hinblick auf Vielfalt (Diversity) die Berücksichtigung unterschiedlicher beruflicher Erfahrungen, Fachkenntnisse, Bildungshintergründe und insbesondere eine angemessene Beteiligung beider Geschlechter an. Gemäß § 96 Abs. 2 Aktiengesetz hat sich der Aufsichtsrat zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammenzusetzen. (II) Kompetenzprofil Bei der Besetzung unseres Aufsichtsrats streben wir eine Mischung aus alt und jung, branchenvertraut und branchenfremd und verschiedenen beruflichen Hintergründen an. Dabei erwarten wir von jedem Mitglied die Bereitschaft und Fähigkeit zu angemessenem inhaltlichen Engagement. Der Aufsichtsrat soll darüber hinaus als Gremium insgesamt über die Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen verfügen, die für die Geschäftstätigkeit des WACKER-Konzerns von Bedeutung sind und eine effektive Unternehmenskontrolle und qualifizierte Beratung des Vorstands ermöglichen. Hierzu gehört unter anderem:
Der Aufsichtsrat berücksichtigt die von ihm beschlossenen Ziele sowie das Kompetenzprofil bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung. Die derzeitige Zusammensetzung des Aufsichtsrats entspricht den beschlossenen Zielen und dem Kompetenzprofil. Diversitätskonzept für den Aufsichtsrat Das vom Aufsichtsrat für seine Zusammensetzung verfolgte Diversitätskonzept spiegelt sich in den vom Aufsichtsrat beschlossenen Zielen für seine Zusammensetzung sowie im Kompetenzprofil wider. Danach werden bei der Besetzung von Aufsichtsratspositionen die Diversitätskriterien internationale und interkulturelle Erfahrung, ausgewogene Altersstruktur sowie unterschiedliche berufliche Erfahrungen, Fachkenntnisse und Bildungshintergründe berücksichtigt. Außerdem sieht die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat eine Regelaltersgrenze von 80 Jahren für Aufsichtsratsmitglieder vor. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben hat sich der Aufsichtsrat außerdem zu mindestens 30 Prozent aus Frauen bzw. Männern sowie zu gleichen Teilen aus Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern zusammenzusetzen. Ziel des Diversitätskonzepts ist es, eine effektive Kontrolle und Beratung des Vorstands durch den Aufsichtsrat als Gesamtgremium zu gewährleisten. Ein nach den beschriebenen Kriterien divers besetzter Aufsichtsrat ist besser in der Lage, die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beurteilen und die Geschäftsführung, die Entscheidungen und die Strategie des Vorstands konstruktiv und umfassend zu hinterfragen. Die Altersgrenze ermöglicht es, dass Mitglieder ihre langjährige Berufs- und Lebenserfahrung zum Wohle des Unternehmens einbringen können. Gleichwohl ist sichergestellt, dass immer wieder jüngere Mitglieder nachrücken können. Bei seinen Wahlvorschlägen an die Hauptversammlung berücksichtigt der Aufsichtsrat das beschriebene Diversitätskonzept. Zudem führt der Aufsichtsrat im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Effizienzprüfung eine Selbstevaluierung durch, die auch Aspekte seiner Zusammensetzung und Diversität umfasst. Der Aufsichtsrat erfüllt in seiner derzeitigen Zusammensetzung die Ziele für seine Zusammensetzung und entspricht dem Kompetenzprofil Diversitätskonzept. Derzeit sind sechs Frauen im Aufsichtsrat vertreten, zwei auf Anteilseigner- und vier auf Arbeitnehmerseite, wodurch die gesetzlichen Anforderungen übererfüllt werden. Unabhängigkeit Unter Berücksichtigung der Eigentümerstruktur gehört dem Aufsichtsrat auf Anteilseignerseite eine nach deren Einschätzung angemessene Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Mit der Neufassung des Kodex vom 16. Dezember 2019 wurden die Kriterien für die Beurteilung der Unabhängigkeit von Aufsichtsratsmitgliedern konkretisiert. Demnach gelten Aufsichtsratsmitglieder, die dem Aufsichtsrat länger als zwölf Jahre angehören, als nicht mehr unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Nach dieser Definition erfüllen zwei Anteilseignervertreter das Kriterium der Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft: Prof. Dr. Andreas Biagosch und Dr. Gregor Biebl. Wir halten darüber hinaus Frau Ann-Sophie Wacker für unabhängig von Vorstand und Gesellschaft. Zwar wird gemäß der Kodex-Definition vermutet, dass auch sie nicht unabhängig ist, weil ein naher Familienangehöriger von ihr (Dr. Peter-Alexander Wacker) dem Aufsichtsrat bereits seit mehr als zwölf Jahren angehört. Die Anteilseignerseite des Aufsichtsrats ist in ihrer Einschätzung unter pflichtgemäßer Würdigung aller Umstände jedoch zu dem Ergebnis gelangt, dass dadurch keine fehlende Unabhängigkeit von Frau Wacker begründet wird. Es ist nicht anzunehmen, dass sie bei der Ausübung ihrer Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied von ihrem Vater beeinflusst wird - zumal die fehlende Unabhängigkeit von Vorstand und Gesellschaft im Fall von Herrn Dr. Wacker lediglich aus seiner langen Zugehörigkeit zum Aufsichtsrat resultiert und es ansonsten keine besondere persönliche oder geschäftliche Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand gibt, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen könnte. Gerade beim Kriterium der Zugehörigkeitsdauer halten wir die pauschale Annahme, dass die fehlende Unabhängigkeit auf einen nahen Angehörigen abfärbt, für verfehlt. Unabhängig vom kontrollierenden Aktionär sind die folgenden vier Anteilseignervertreter: Herr Franz-Josef Kortüm, Herr Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Herr Prof. Dr. Biagosch und Herr Dr. Gregor Biebl. Frau Dr. Susanne Weiss, Herr Dr. Peter-Alexander Wacker und Herr Matthias Biebl gehören der Geschäftsführung des kontrollierenden Aktionärs an und gelten nach der Kodex-Empfehlung C.9 damit - unwiderlegbar - als nicht unabhängig. Dasselbe gilt für Frau Ann-Sophie Wacker, deren fehlende Unabhängigkeit gemäß Kodex allein daraus resultiert, dass sie die Tochter von Herrn Dr. Wacker ist. Wir halten den Kodex hier für zu weitgehend, weil er die Besonderheiten von Familiengesellschaften nicht berücksichtigt. Beim kontrollierenden Aktionär handelt es sich in unserem Fall um eine Familien-Holding, deren einziges Geschäft im Halten der Anteile an der Wacker Chemie AG besteht. Der kontrollierende Aktionär übt also neben dem Halten der Beteiligung an der Wacker Chemie AG keine weitere unternehmerische Tätigkeit aus, es gibt daher keine anderweitige unternehmerische Interessenbindung. Im konkreten Fall besteht daher keine Gefahr eines typischen konzernrechtlichen Interessenkonflikts. Der Empfehlung C.1 des Kodex zur Festlegung einer konkreten Anzahl unabhängiger Mitglieder wird aus den in der Entsprechenserklärung vom Dezember 2021 dargelegten Gründen nicht gefolgt. Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat überprüft jährlich, wie wirksam der Aufsichtsrat insgesamt und seine Ausschüsse ihre Aufgaben erfüllen. Im Geschäftsjahr 2021 hat der Aufsichtsrat in seiner Dezember-Sitzung die Effizienz seiner Tätigkeit in Form einer allgemeinen Aussprache überprüft. Die Diskussion und Bewertung erfolgte anhand bestimmter Kriterien, darunter die Dauer und Frequenz von (Ausschuss-)Sitzungen, die Vorbereitung und Durchführung von Aufsichtsrats- und Ausschusssitzungen, die Qualität und Rechtzeitigkeit der Information der Aufsichtsratsmitglieder, die personelle Zusammensetzung von Aufsichtsrat und Ausschüssen, der Umgang mit Interessenkonflikten sowie anderen Konflikten im Gremium und die allgemeine Befähigung des Aufsichtsrats, den Vorstand der Gesellschaft angemessen zu beraten und zu überwachen. Die Selbstbeurteilung bestätigte eine professionelle und konstruktive Zusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse sowie mit dem Vorstand. Die Aufsichtsratsmitglieder kamen zu dem Ergebnis, dass insbesondere die im Vorfeld der Sitzung zur Verfügung gestellten Unterlagen umfassend, qualitativ hochwertig und sehr gut verständlich sind und so eine umfassende und effiziente Vorbereitung auf die Sitzungen und eine offene Diskussion in den Sitzungen ermöglichen. Als besonders zweckmäßig und einem offenen Austausch förderlich wurden die getrennten Vorgespräche von Anteilseigner- und Arbeitnehmervertretern vor den Plenumssitzungen beurteilt. Grundlegender Veränderungsbedarf wurde nicht identifiziert, einzelne Anregungen werden auch unterjährig aufgegriffen und umgesetzt. Wesentliche Unternehmensführungspraktiken Compliance als wesentliche Leitungsaufgabe des Vorstands Die Einhaltung von Recht, Gesetz und unternehmensinternen Richtlinien und deren Beachtung im Konzern gehören bei WACKER zu den Leitungs- und Überwachungsaufgaben. Das Compliance-Management-System des Konzerns wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Verantwortlich dafür ist das Compliance-Management von WACKER. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie im Risikobericht auf Seite 87. Das Unternehmen hat in Deutschland, den USA, China, Japan, Indien, Südkorea, Brasilien, Mexiko, Norwegen, Singapur, Russland, der Türkei, Tschechien, Ungarn, Spanien, den Niederlanden und den Vereinigten Arabischen Emiraten Compliance-Beauftragte ernannt und ausgebildet. Sie informieren die Mitarbeiter in regelmäßigen Schulungen über maßgebliche gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien. Sie sind Ansprechpartner für Fragen der Mitarbeiter und beraten, informieren und schulen zum Thema Compliance. In 2021 wurde ein systemgestütztes globales Hinweisgebersystem eingeführt. Dem Unternehmen können hierdurch von Mitarbeitern, aber auch von Dritten Compliance-Verstöße mitgeteilt werden. Auf Wunsch ist dies auch anonym möglich. Grundsätze der Unternehmensethik
» Die Codes sind unter https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/wacker-at-a-glance/corporate-strategy-and-policy-guidelines/ethical-principles.html abrufbar. Responsible Care® und Global Compact feste Bestandteile der Unternehmensführung Zwei freiwillige globale Initiativen bilden die Basis für die nachhaltige Unternehmensführung bei WACKER: Responsible Care® der chemischen Industrie und der Global Compact der Vereinten Nationen. In der Responsible-Care®-Initiative engagiert sich WACKER seit 1991. Die Teilnehmer des Programms - auch WACKER - verpflichten sich darin, in eigener Verantwortung die Leistungen für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz ständig zu verbessern - unabhängig von gesetzlichen Vorgaben. Das Gleiche gilt für die UN-Initiative Global Compact. Wir setzen die zehn Prinzipien des Global Compact zum Schutz der Menschenrechte, zu Sozial- und Umweltstandards und zur Bekämpfung von Korruption um. Auch unsere Lieferanten sollen die Prinzipien des Global Compact einhalten. Bei der Risikoprüfung bewerten wir unsere Lieferanten daher auch in diesem Punkt. Neue, ambitionierte Ziele für Nachhaltigkeit WACKER hat sich in 2021 neue ambitionierte Ziele hin zur Klimaneutralität im Jahr 2045 gesetzt und diese im Rahmen eines virtuellen Kapitalmarkttages Investoren und Analysten vorgestellt. WACKER plant, seine absoluten Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Bei den neuen Zielen zur Reduzierung von Treibhausgasen handelt es sich um "science-based targets". Das bedeutet, dass sie mit dem Ziel eines weltweiten Temperaturanstiegs um maximal 1,5 Grad Celsius im Einklang stehen und somit konform mit dem Pariser Klimaschutzabkommen sind. WACKER ist seit 2021 Teil der UN-Initiative für Klimaneutralität "Race To Zero". WACKER bekennt sich damit freiwillig zur Einhaltung der Obergrenze von 1,5 Grad Celsius und verpflichtet sich, den Weg in Richtung Klimaneutralität, der bis 2045 angestrebt wird, künftig mit transparenten Fortschrittsberichten zu dokumentieren. Zu den weiteren Nachhaltigkeitszielen von WACKER bis zum Jahr 2030 gehören:
Alle Aktivitäten werden aus der Abteilung Corporate Sustainability gesteuert, die zur Abteilung Corporate Development gehört und somit direkt dem CEO untersteht. Gesellschaftliches Engagement Unternehmen brauchen das Vertrauen der Gesellschaft, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Deshalb übernimmt WACKER gesellschaftliche Verantwortung im Umfeld seiner Standorte und weltweit dort, wo Menschen in Not geraten sind. Wir fördern und unterstützen regelmäßig eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte, Organisationen und Initiativen. Wir engagieren uns in Wissenschaft, Bildung und Sport sowie im sozialen und karitativen Bereich. Weitere Angaben zur Corporate Governance bei WACKER Bestimmungen des Art. 17 MAR werden erfüllt Den gesetzlichen Regelungen des Art. 17 Marktmissbrauchsverordnung (Verordnung (EU) Nr. 596/ 2014 - Market Abuse Regulation, "MAR") kommen wir nach. Wir haben seit Jahren eine Koordinationsstelle "Ad-hoc-Publizität", in der Vertreter verschiedener Fachbereiche Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz prüfen. Wir gewährleisten damit den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen. Mitarbeiter, die im Rahmen ihrer Aufgaben Zugang zu Insiderinformationen haben, werden in Insiderlisten geführt. Aktiengeschäfte von Vorstand und Aufsichtsrat Personen, die Führungsaufgaben wahrnehmen (bei der Wacker Chemie AG sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats), sowie zu diesen in enger Beziehung stehende Personen sind nach Art. 19 MAR verpflichtet, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und der Gesellschaft eigene Geschäfte mit Aktien oder Schuldtiteln der Gesellschaft oder damit verbundenen Derivaten oder anderen damit verbundenen Finanzinstrumenten innerhalb von drei Geschäftstagen mitzuteilen. Eine Meldepflicht besteht jedoch nur, wenn das Gesamtvolumen der von der betreffenden Person getätigten Geschäfte innerhalb eines Kalenderjahres 20.000 € erreicht oder übersteigt. » https://www.wacker.com/cms/de-de/about-wacker/investor-relations/corporate-governance/directors-dealings.html abrufbar. Verantwortungsvoller Umgang mit Chancen und Risiken Der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken ist wichtiger Bestandteil einer guten Corporate Governance. Mit einem systematischen Chancen- und Risikomanagement identifiziert und überwacht WACKER regelmäßig die wesentlichen Risiken und Chancen. Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Risiken frühzeitig erkannt und durch konsequentes Risikomanagement minimiert werden. Über bestehende Risiken und deren Entwicklung informiert der Vorstand den Aufsichtsrat regelmäßig. Mit dem Rechnungslegungsprozess sowie der Wirksamkeit des internen Kontroll-, Risikomanagement- und Revisionssystems beschäftigt sich regelmäßig der Prüfungsausschuss und auch der gesamte Aufsichtsrat wird regelmäßig über das Compliance-Management-System und die konzerninternen Kontrollsysteme informiert. Beide sind ebenfalls mit der Abschlussprüfung befasst. Das Chancen- und Risikomanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Rechnungslegung und Abschlussprüfung Gemäß den Regelungen des Kodex haben wir mit dem Abschlussprüfer, der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, vereinbart, dass der Aufsichtsratsvorsitzende unverzüglich über Ausschluss- und Befangenheitsgründe während der Prüfung informiert wird. Außerdem berichtet der Abschlussprüfer sofort über alle wesentlichen Feststellungen und Vorkommnisse, die die Aufgaben des Aufsichtsrats betreffen. Sollte der Abschlussprüfer bei der Abschlussprüfung Tatsachen feststellen, die eine Unrichtigkeit der vom Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung zum Kodex nach § 161 AktG ergeben, wird er den Aufsichtsrat darüber informieren bzw. dies im Prüfungsbericht vermerken. D & O-Versicherung WACKER hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung abgeschlossen, in der die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats miteinbezogen ist (D & O-Versicherung). Diese Versicherung sieht den gesetzlichen Selbstbehalt für die Mitglieder des Vorstands vor. Förderung der Teilhabe von Frauen an Führungspositionen Das am 01. Mai 2015 in Kraft getretene "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst" (Erstes Führungspositionengesetz) verlangt, dass sich der Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG zu mindestens 30 Prozent aus Frauen und zu mindestens 30 Prozent aus Männern zusammensetzt. Diese Geschlechterquote ist vom Aufsichtsrat insgesamt zu erfüllen, wenn nicht gemäß § 96 Abs. 2 Satz 3 AktG die Seite der Anteilseigner- oder Arbeitnehmervertreter der Gesamterfüllung widerspricht. Sowohl die Vertreter der Arbeitnehmer als auch die Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat haben der Gesamterfüllung der gesetzlichen Geschlechterquote jeweils widersprochen. Der Aufsichtsrat ist daher sowohl auf der Seite der Anteilseignervertreter als auch auf der Seite der Arbeitnehmervertreter jeweils mit mindestens zwei Frauen und mit mindestens zwei Männern zu besetzen. Die Wacker Chemie AG übertrifft mit zwei Frauen auf Anteilseigner- und vier Frauen auf Arbeitnehmerseite diese gesetzlichen Anforderungen. Das Gesetz verpflichtet die Wacker Chemie AG des Weiteren, Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand und in den beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen. Die Zielgrößen für den Vorstand sind dabei durch den Aufsichtsrat, die für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands durch den Vorstand festzulegen. Gemäß dem am 12. August 2021 in Kraft getretenen Zweiten Führungspositionengesetz müssen dem Vorstand der Wacker Chemie AG, sofern er aus mehr als drei Personen besteht, mindestens eine Frau und ein Mann als Vorstandsmitglied angehören (§ 76 Abs. 3a AktG). Zudem sieht das neue Gesetz vor, dass die Festlegung der Zielgrößen für den Frauenanteil auf null vom Aufsichtsrat (für die Zielgröße im Vorstand) bzw. vom Vorstand (für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands) künftig begründet werden muss. Seit dem 12. Mai 2021 ist mit Frau Angela Wörl eine Frau im derzeit vierköpfigen Vorstand der Wacker Chemie AG vertreten, so dass die neue gesetzliche Anforderung des § 76 Abs. 3a AktG bereits erfüllt ist; die vom Aufsichtsrat 2017 auf der Grundlage der damaligen Rechtslage festgelegten Zielgröße (Zielgröße 0, Umsetzungsfrist bis zum 30. Juni 2022) ist damit obsolet. Bei den Zielgrößen für die beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstands (Zielgröße erste Führungsebene: 21 Prozent, Zielgröße zweite Ebene unterhalb des Vorstands: 20 Prozent), für die eine Umsetzungsfrist bis zum 31. Dezember 2022 festgesetzt wurde, befinden wir uns auf einem sehr guten Weg. Nach aktueller Lage gehen wir davon aus, dass wir beide Zielgrößen bis zum Ablaufen der Umsetzungsfrist erreichen werden. Grundlagen des KonzernsGeschäftsmodell des Konzerns WACKER ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit hoch entwickelten chemischen Spezialprodukten, die sich in unzähligen Dingen des täglichen Lebens wiederfinden. Die Bandbreite reicht vom Fliesenkleber bis zur Solarzelle. Unser Produktportfolio besteht aus mehr als 3.200 Produkten, die in über 100 Länder geliefert werden. Wichtigster Grundstoff ist Silicium Der größte Teil unserer Produkte basiert auf anorganischen Ausgangsmaterialien. Rund 65 Prozent unseres Umsatzes erzielen wir mit Produkten, deren Grundstoff Silicium ist. Für die restlichen 35 Prozent wird überwiegend Ethylen verwendet. Unsere wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. 23 technische Kompetenzzentren dienen als Grundlage für die Vertriebsarbeit WACKER ist überall auf der Welt vertreten. Im Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie steht der Ausbau der Präsenz in Wachstumsmärkten. Mit einem Netz von technischen Kompetenzzentren, in denen sich die Kunden mit der Produktpalette von WACKER vertraut machen können, und mit der WACKER ACADEMY, in der wir fachspezifische Trainings zu unseren Produkten und Anwendungsgebieten anbieten, ergänzen wir unsere Vertriebsorganisation. B.1 Wesentliche Standortfaktoren der Mehrbereichsstandorte
26 Produktionsstandorte Der globale Produktionsverbund von WACKER besteht aus 26 Produktionsstandorten. Davon sind zehn in Europa, acht in Amerika und acht in Asien. Der wichtigste Produktionsstandort für WACKER ist Burghausen. » Siehe Grafik B.2 auf Seite 50 Rechtliche Unternehmensstruktur Seit November 2005 hat WACKER die Rechtsform einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht mit Sitz in München. Die AG ist direkt oder indirekt an 48 Gesellschaften beteiligt, die zum WACKER-Konzern gehören. Im Konzernabschluss sind 44 Gesellschaften voll konsolidiert. Vier Unternehmen werden nach der Equity-Methode einbezogen. Darüber hinaus unterhalten die Wacker Chemie AG und einige Tochtergesellschaften Zweigniederlassungen, die für den Konzern unbedeutend sind. » Nähere Angaben zu den Änderungen des Konsolidierungskreises und den sich daraus ergebenden Effekten finden sich im Konzernanhang im Kapitel Konsolidierungskreis. Vier operative Geschäftsbereiche WACKER arbeitet in einer Matrixorganisation mit klar definierter Geschäftsordnung und gliedert sich in vier operative Geschäftsbereiche. Die operativen Geschäftsbereiche verantworten weltweit zugeordnete Produkte, Produktionen, Märkte sowie Kunden und tragen Ergebnisverantwortung. Die Regionalorganisationen sind zuständig für das gesamte Geschäft in ihrem Land. Die Zentralbereiche erbringen größtenteils dienstleistungs-, aber auch produktionsnahe Funktionen für den gesamten Konzern. » Siehe Grafik B.4 auf Seite 52 B.2 Produktions- und Vertriebsstandorte, technische Kompetenzzentren des WACKER-Konzerns 1
Leitung und Kontrolle Wie im deutschen Aktiengesetz (AktG) vorgeschrieben, besitzt die Wacker Chemie AG ein duales Führungssystem, bestehend aus Vorstand und Aufsichtsrat. Der Vorstand der Wacker Chemie AG besteht aus vier Mitgliedern. Als konzernführende Gesellschaft bestimmt die Wacker Chemie AG die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung, die Ressourcenallokation, die Finanzierung und die Kommunikation mit den wichtigen Zielgruppen des Unternehmensumfelds, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Vorstand und Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2021 Der langjährige Vorstandsvorsitzende, Dr. Rudolf Staudigl, ist mit dem Ablauf der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Dr. Christian Hartel, der den Vorstandsvorsitz nach Ablauf der Hauptversammlung übernommen hat. Zum gleichen Zeitpunkt ist Angela Wörl als neue Vorständin in den Vorstand der Wacker Chemie AG berufen worden. Sie bekleidet unter anderem die Rolle als Arbeitsdirektorin. Mit Wirkung zum 31. Dezember 2020 ist Jörg Kammermann, ehemaliger Bezirksleiter der IGBCE Altötting, aus dem Aufsichtsrat der Wacker Chemie AG ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger wurde zum 01. Januar 2021 Markus Hautmann, Bezirksleiter der IGBCE Altötting, bestellt. » Angaben zur Ressortverteilung im Vorstand finden sich im Kapitel Weitere Informationen. Erklärung zur Unternehmensführung Die nach § 315d i. V. m. § 289f HGB abzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist im Corporate Governance Bericht enthalten. Sie ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet zur Verfügung. Darin enthalten sind die Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat, die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG sowie Angaben zu wesentlichen Unternehmensführungspraktiken. Auch Zielgrößen und Fristen für den Frauenanteil im Aufsichtsrat, Vorstand und in den beiden Führungsebenen unter dem Vorstand, gesetzliche Mindestquoten bei der Besetzung des Aufsichtsrats sowie Angaben zum Diversitätskonzept werden dort angegeben. » www.wacker.com/corporate-governance Nichtfinanzielle Konzernerklärung Die nach §§ 315b, 315c sowie §§ 289b, 289c HGB abzugebende nichtfinanzielle Erklärung ist in Form eines nichtfinanziellen Konzernberichts im Geschäftsbericht enthalten. Der nichtfinanzielle Konzernbericht ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts und steht auch im Internet, im Online-Geschäftsbericht 2021, zur Verfügung. Er wird außerdem im Bundesanzeiger veröffentlicht. Darin enthalten sind die Darstellung des Geschäftsmodells und Angaben zu Umwelt, Sozial und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte sowie zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung. Der nichtfinanzielle Konzernbericht wurde einer prüferischen Durchsicht durch den Konzernabschlussprüfer unterzogen. » https://www.wacker.com/geschaeftsbericht Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat Die Vergütung des Vorstands enthält als Elemente feste und variable Bezüge. Die Grundzüge des Vergütungssystems für Vorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht nachzulesen. Der Vergütungsbericht wird als separater Bericht veröffentlicht und ist kein Bestandteil dieses Geschäftsberichts. B.3 Unternehmensstruktur von WACKER
Wichtige Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsprozesse Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich im Geschäftsjahr 2021 insgesamt nicht verändert. In einigen Anwendungsgebieten haben wir unser Produktportfolio erweitert. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES bietet die breiteste Produktpalette des Unternehmens. Aus den beiden Rohstoffen Siliciummetall und Methanol werden über 2.800 Siliconprodukte in sieben Produktgruppen produziert, darunter Silane, Siloxane, Siliconöle, Siliconemulsionen, Siliconelastomere, Siliconharze und Kieselsäuren. Silicone besitzen eine Vielzahl chemischer, mechanischer und haptischer Eigenschaften, die sich ganz gezielt einstellen und immer wieder neu kombinieren lassen. Eine solche Vielseitigkeit und Anwendungsbreite bietet kein anderer Kunststoff. Silicone sind extrem langlebig, widerstandsfähig, wasserabweisend und UV-stabil. Als Werkstoffe sind sie in alltäglichen Anwendungen genauso unverzichtbar wie für die Entwicklung innovativer und neuer Technologien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS stellt hoch entwickelte Bindemittel und polymere Additive wie Dispersionspulver und Dispersionen her. Sie kommen in vielfältigen industriellen Anwendungen oder als Grundchemikalien zum Einsatz. Hauptabnehmer für polymere Bindemittel ist die Bauindustrie. Weitere Abnehmerbranchen sind die Lack- und Farben-, Papier- und Klebstoffindustrie. Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS liefert maßgeschneiderte Biotech-Produkte sowie Katalogprodukte für die Feinchemie. Dazu zählen Pharmaproteine und Impfstoffe, Cyclodextrine und Cystein, Polyvinylacetatfestharze für Kaugummirohmasse sowie Acetylaceton. Der Geschäftsbereich konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für Wachstumsbereiche wie Pharmawirkstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe und Agrochemikalien. Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON stellt hochreines Polysilicium für die Halbleiter- und für die Solarindustrie her. Integrierte Verbundproduktion ist die größte Stärke von WACKER Ein wesentlicher Vorteil, den WACKER gegenüber Wettbewerbern besitzt, sind die hochintegrierten Stoffkreisläufe, über die wir an den großen Produktionsstandorten Burghausen, Nünchritz, Charleston und Zhangjiagang verfügen. Das Grundprinzip der Verbundproduktion: Anfallende Nebenprodukte aus einem Produktionsschritt werden als Ausgangsmaterial für weitere Produkte verwendet. Die dafür benötigten Hilfsstoffe, beispielsweise Silane, werden in einem geschlossenen Kreislauf bewegt. Die Abwärme aus den Produktionsprozessen wird dabei für weitere chemische Prozesse genutzt. Damit senkt die Verbundproduktion den Energie- und Ressourcenverbrauch, verbessert die Nutzung der Rohstoffe nachhaltig und integriert den Umweltschutz in die Produktionsprozesse. Wesentliche Absatzmärkte und Wettbewerbspositionen (Kapitel ungeprüft) WACKER zählt in seinen drei größten Geschäftsbereichen zu den Top-3-Anbietern weltweit. Wettbewerbspositionen der einzelnen Geschäftsbereiche von WACKER Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES, weltweit die Nummer zwei, nimmt in Europa die führende Marktposition ein. Bei Siliconen für den Bautenschutz ist WACKER Weltmarktführer. Silicone kommen auf Grund ihrer vielfältigen Produkteigenschaften in allen wichtigen Industrien zum Einsatz. Das größte Wachstumspotenzial hat Asien. Bei VAE-Dispersionen und -Dispersionspulvern ist der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS der weltweit größte Hersteller. Als einziges Unternehmen am Markt verfügen wir über eine geschlossene Wertschöpfungskette bei Dispersionen und Dispersionspulvern in Europa, Amerika und Asien. Das größte Wachstumspotenzial sehen wir in Asien. B.4 Konzernstruktur aus der Perspektive der Managementverantwortung
WACKER BIOSOLUTIONS konzentriert sich auf kundenspezifische Lösungen für wachstumsstarke Sektoren, wie Lebensmittelinhaltsstoffe, Pharmawirkstoffe und Agrochemikalien. Bei der Auftragsherstellung pharmazeutischer Proteine, Plasmid-DNA, lebenden mikrobiellen Produkten (LMPS) und Impfstoffen auf bakterieller Basis verfügen wir inzwischen über eine gute Marktposition, die wir weiter ausbauen. Bei Cyclodextrinen und Cystein aus vegetarischen Rohstoffen ist der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS Weltmarktführer. WACKER POLYSILICON zählt zu den weltweit führenden Herstellern hochreinen Polysiliciums. Eigenen Analysen zufolge ist WACKER POLYSILICON weltweit die Nummer eins bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie und beim sogenannten n-type monokristallinen Silicium für Solarzellen mit besonders hohem Wirkungsgrad. Auf Grund der Entwicklung des Marktumfeldes in der globalen Solarindustrie ist die Wettbewerbsintensität in diesem Geschäft weiterhin sehr hoch. Wirtschaftliche und rechtliche Einflussfaktoren WACKER verkauft seine Produkte und Dienstleistungen in fast alle Branchen. Wir können uns konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Geschäftsbereichen nicht entziehen. Ausprägung und Eintrittszeitpunkt können aber unterschiedlich sein. Auf Grund des Produktportfolios und der breiten Kundenbasis haben wir jedoch auch die Möglichkeit, diese konjunkturellen Schwankungen in ihrem Ausmaß abzufedern. Auftragsentwicklung Die Auftragsvergabe ist in den einzelnen Geschäftsbereichen von WACKER sehr unterschiedlich. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist der größte Teil der Bestellungen kurzfristiger und zu einem geringeren Teil auch längerfristiger Natur. Das Geschäft im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS ist geprägt von Verträgen und Rahmenvereinbarungen mit Laufzeiten bis zu einem Jahr. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON schließen wir kurz- und langfristige Verträge ab; ein Anteil der Auftragseingänge sind kurzfristige Bestellungen anhand von Marktreferenzen. Der Ausweis des Auftragsbestands ist für den WACKER-Konzern auf Grund der Unterschiede in der Auftragsvergabe wenig aussagekräftig und wird deshalb als Kennzahl in unserem monatlichen Berichtswesen nicht aufgeführt. Operative Frühindikatoren als Gradmesser für künftige Entwicklungen Anhand ausgewählter operativer Frühindikatoren versuchen wir voraussichtliche Entwicklungen in unserer Geschäftsplanung zu berücksichtigen und unsere Kapazitäten zu steuern. Da wir in unterschiedlichen Geschäften und Märkten zu Hause sind, bedienen wir uns dabei einer Reihe verschiedener Frühindikatoren, die uns in den einzelnen Geschäftsbereichen Aufschluss über mögliche Entwicklungen geben können. Dazu zählen beispielsweise die Entwicklung von Rohstoff- und Energiepreisen, aber auch Daten aus unserer Marktforschung und aus Kundengesprächen. B.5 Wettbewerbspositionen von WACKER
(Tabelle B.5 ungeprüft) Wirtschaftliche Einflüsse auf unser Geschäft Die wirtschaftlichen Faktoren, die das Geschäft von WACKER maßgeblich beeinflussen, sind in vielen Bereichen gleich geblieben. Rohstoff- und Energiekosten Als chemisches Unternehmen gehören wir einer energieintensiven Branche an und benötigen eine Reihe von Rohstoffen zur Herstellung unserer Produkte. Ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten hat deshalb mit zeitlicher Verzögerung Auswirkungen auf unsere Kostenstruktur. WACKER strebt an, die Kosten auf einem wettbewerbsfähigen Niveau zu halten, indem wir bei den meisten Top-Rohstoffen mit mehreren Lieferanten zusammenarbeiten und die Verträge so gestalten, dass WACKER über eine möglichst große Mengenflexibilität verfügt und mittels Rohstoffindizierungen ein wettbewerbsfähiger Rohstoffeinkauf sichergestellt wird. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Einkauf und den Geschäftsbereichen versuchen wir höhere Rohstoffkosten weitgehend über Preisanpassungen an Kunden weiterzugeben. Dieses Ziel ist allerdings in Jahren mit starken Preisveränderungen nicht immer vollständig zu erreichen. Anpassungen des Regulierungsrahmens beispielsweise bei Netzentgelten, Energie- und Stromsteuer, CO 2 -Zertifikaten im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems (ETS) oder dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) können die Energiekosten von WACKER direkt wie indirekt negativ beeinflussen. Auf Grund der hohen Strompreise in Deutschland ergeben sich Nachteile für WACKER gegenüber Wettbewerbern. Wir fordern deshalb die Einführung eines Industriestrompreises und wirken diesbezüglich auf die politisch Verantwortlichen ein. Wir arbeiten zudem ständig daran, unsere Energieeffizienz zu verbessern. Verglichen mit dem Jahr 2020 wollen wir unseren spezifischen Energieverbrauch bis 2030 um 15 Prozent reduzieren. Währungsschwankungen Grundsätzlich sichert sich WACKER gegen Währungsschwankungen ab. Für rund die Hälfte unserer Dollar-Exposures des Folgejahres haben wir mit einem Mix aus Währungssicherungsgeschäften das Währungsrisiko begrenzt. Bei der Ermittlung der Sensitivität simulieren wir eine Abwertung von zehn Prozent des US-Dollar gegenüber dem Euro. Ein Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar hätte sich ungesichert im EBITDA mit rund 50 Mio. € negativ ausgewirkt. Zusätzlich haben wir im Jahr 2021 Sicherungsgeschäfte in japanischen Yen (JPY) abgeschlossen. Staatlich festgelegte Förder- und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien Als einer der weltweit führenden Hersteller von polykristallinem Reinstsilicium sind wir abhängig von regulatorischen Änderungen staatlich festgelegter Förder und Vergütungssysteme für erneuerbare Energien. Auf Grund der deutlich niedrigeren Preise für Solarmodule und -zellen hat die Solarenergie gegenüber fossilen Energieträgern und anderen Formen der Energieerzeugung ihre Wettbewerbsfähigkeit deutlich erhöht. Weitere absehbare Kostenrückgänge bei der Herstellung von PV-Produkten werden die Abhängigkeit von staatlich festgelegten Förder und Vergütungssystemen in den nächsten Jahren weiter verringern. Wir gehen davon aus, dass die Solarenergie in ein paar Jahren sogar ohne spezielle Förderung auskommt, insbesondere in Kombination mit kostengünstigen Speichermöglichkeiten. Rechtliche Einflüsse auf unser Geschäft China hat Antidumping- und Antisubventionszölle gegen US-Hersteller von Polysilicium für Solaranwendungen erlassen. Aktuell fallen die Polysiliciumlieferungen für Solaranwendungen aus unserem Produktionsstandort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee unter die entsprechende Regelung. Die USA haben ihrerseits Safeguard-Zölle im Rahmen eines "Section 201-Verfahrens" (Globale Abwehrzölle auf Solarmodule und -zellen) und weiterer "Section-Verfahren" eingeführt, die die Handelsbeziehungen mit China zusätzlich belasten. Eine gütliche Einigung der Handelsstreitigkeiten bei Solarprodukten könnte sich im Gesamtkontext einer übergreifenden Handelsvereinbarung zwischen den USA und China erreichen lassen. Ziele und StrategienStrategie des WACKER-Konzerns Die fünf übergreifenden strategischen Ziele von WACKER gelten nach wie vor. Im Mittelpunkt stehen profitables Wachstum und das Ziel, in der Mehrzahl unserer Geschäftsfelder führende Wettbewerbspositionen einzunehmen. Wir richten unser Handeln dabei an einer nachhaltigen Entwicklung aus. Im Geschäftsjahr 2022 wird WACKER neue strategische Wachstumsziele veröffentlichen. Bereits Mitte Dezember 2021 hat WACKER seine neuen Nachhaltigkeitsziele veröffentlicht. Sie sind deutlich ambitionierter als die bisher geltenden Ziele. Mit konkreten Projekten und Maßnahmen wollen wir bis zum Jahr 2030 unsere Treibhausgasemissionen halbieren. Bis zum Jahr 2045 streben wir Klimaneutralität an. Die absoluten Treibhausgasemissionen sollen im Vergleich zum Jahr 2020 bis 2030 um 50 Prozent sinken. Bei unseren Produkten streben wir an, dass das gesamte Portfolio bis 2030 definierte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Von allen Schlüssellieferanten erwarten wir bis 2030 ebenfalls die Erfüllung definierter Nachhaltigkeitsstandards. Die Emissionen bei Vorprodukten, die WACKER einsetzt, sollen bis 2030 um 25 Prozent verringert werden. Neu ist das spezifische Ziel zur Wasserentnahme: Hier will WACKER bis 2030 eine Senkung von 15 Prozent erreichen. Gleichzeitig sehen wir in den Maßnahmen, dem Klimawandel entgegenzuwirken, große Chancen für das Geschäft von WACKER. Schon heute tragen rund zwei Drittel des Produktportfolios von WACKER dazu bei, den Kunden klima- und ressourcenschonende Lösungen anzubieten. Da die Nachfrage nach diesen Produkten ständig steigt, erwartet WACKER in den nächsten Jahren einen substanziellen Wachstumsbeitrag bei Umsatz und Ergebnis. » Weitere Informationen finden Sie unter www.wacker.com Bis die neuen strategischen Wachstumsziele veröffentlicht werden, lauten die anderen strategischen Geschäftsziele für den WACKER-Konzern weiterhin:
Die Investitionen konzentrieren sich auf Produktionsanlagen für Zwischen- und Fertigprodukte in den einzelnen Regionen, die eine niedrigere Kapitalintensität haben als Großanlagen von Vorprodukten. Mit den neuen Kapazitäten, Expansion in aufstrebenden Märkten und Regionen, Innovationen sowie Substitution von Konkurrenzprodukten durch WACKER-Produkte wollen wir stärker wachsen als der Durchschnitt der Chemieindustrie. Wir wollen dabei den Anteil von Spezialprodukten weiter erhöhen. Die Fokusregionen und -länder für das weitere Wachstum sind unverändert China, Südostasien, Indien, der Nahe und Mittlere Osten sowie Brasilien. Aber auch in unseren etablierten Märkten in Europa und den USA sehen wir für unser Chemiegeschäft Wachstumspotenziale. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, attraktive Margen mit unseren Produkten zu erzielen. Für die Chemiebereiche streben wir eine Ziel-EBITDA-Marge von > 16 Prozent an. Um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren, streben wir einen positiven Cashflow an und wollen den Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft stetig steigern. Mit dem Programm "Zukunft gestalten" will WACKER ab Ende 2022 insgesamt 250 Mio. € pro Jahr bei den Sach- und Personalkosten einsparen. Strategie der einzelnen Geschäftsbereiche WACKER SILICONES will als weltweiter Hersteller von Siliconen den Anteil an margenstarken Spezialitäten weiter erhöhen und so profitabel wachsen. WACKER POLYMERS setzt für sein Wachstum auf den Trend zu qualitativ höherwertigen Bauprodukten und treibt die entsprechenden Standards in der Bauindustrie aktiv voran (Transformation). Mit den Vorteilen, die Dispersionen und Dispersionspulver auf VAE-Basis bieten, sollen herkömmliche Technologien ersetzt (Substitution) und neue Anwendungsfelder erschlossen werden. WACKER BIOSOLUTIONS legt den Fokus darauf, seine Biotechnologie-Aktivitäten auszubauen, und konzentriert sich dabei auf Biopharmazeutika sowie auf Bioingredients, unter anderem für Nahrungs- und Nahrungsergänzungsmittel. Bis 2030 soll der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS auf rund 1 Mrd. € wachsen. Im Geschäft mit Polysilicium liegt der Fokus darauf, die Mengen bei Kunden aus der Halbleiterindustrie weiter auszubauen und mit besonders hochwertigem Material für monokristalline Solarzellen mit hohem Wirkungsgrad (sogenanntes n-type mono) das Wachstum der Solarindustrie zu begleiten. WACKER ist in beiden Anwendungsfeldern auf Grund seiner Qualitätsprodukte einer der führenden Produzenten. Außerdem ist es das Ziel, die Herstellungskosten weiter zu senken sowie die Mengenausbeute der bestehenden Produktionsanlagen weiter zu erhöhen und den Energie- und Rohstoffeinsatz zu verringern. SteuerungssystemWertorientiertes Management ist zentraler Bestandteil der Unternehmenspolitik Wertorientiertes Management ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Es dient dazu, den Unternehmenswert langfristig und nachhaltig zu steigern. Bei der Steuerung unterscheiden wir Performance- und Budgetgrößen. Die Performancegrößen dienen der finanziellen Steuerung des Unternehmens. Zu den Performancegrößen gehören die EBITDA-Marge und der ROCE. Die EBITDA-Marge als Zielgröße zeigt den Erfolg des Unternehmens im Vergleich zum Wettbewerb und der ROCE die Kapitalrentabilität. Weiter werden die Budgetgrößen EBITDA und Netto-Cashflow zur Steuerung verwendet. Zusätzlich zu diesen Kennzahlen wird der BVC (Business Value Contribution) als reine Budgetgröße in das variable Vergütungssystem der Mitglieder des Vorstands einbezogen. Für die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt ist die EBITDA-Entwicklung die anerkannt wichtigste finanzielle Steuerungskennzahl. Wichtige finanzielle Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen für das Wertmanagement sind im Geschäftsjahr 2021 unverändert geblieben:
Ergänzende finanzielle Steuerungskennzahlen Die wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen ergänzen wir durch weitere Steuerungskennzahlen, die uns Informationen geben über die Umsatz- und Liquiditätsentwicklung sowie über die Verschuldung des Konzerns. Zu den ergänzenden finanziellen Steuerungskennzahlen gehören:
Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren dienen nicht der Konzernsteuerung Wir setzen keinen einzigen nichtfinanziellen Indikator ein, der durchgängig zur Steuerung des Unternehmens dient. Entwicklung der wichtigsten finanziellen Steuerungskennzahlen im Jahr 2021 EBITDA-Marge: Für das Jahr 2021 haben wir die EBITDA-Marge leicht über Vorjahr erwartet. Tatsächlich erreicht haben wir eine EBITDA-Marge im Konzern von 24,8 Prozent. B.6 Soll/Ist-Abgleich
EBITDA: Für das Jahr 2021 hatte WACKER ein EBITDA von zehn bis 20 Prozent über dem Vorjahr (2020: 666 Mio. €) erwartet. Im Laufe des Jahres haben wir die Prognose für das EBITDA dreimal nach oben angehoben. Am Ende des Geschäftsjahres hat sich das EBITDA mit 130,9 Prozent mehr als verdoppelt. B.7 ROCE und Wertbeitrag
3 Zur Ermittlung des BVC wird das EBIT um nicht
operative Faktoren korrigiert.
ROCE: Der ROCE sollte deutlich positiv sein und über dem Vorjahr liegen. Tatsächlich lag er deutlich über den Kapitalkosten und war deutlich positiv. Erreicht hat WACKER im Jahr 2021 einen ROCE von 28,3 Prozent. Netto-Cashflow: In der Prognose wurde ein deutlich positiver, aber deutlich unter dem Vorjahr liegender Netto-Cashflow erwartet. Mit 760,8 Mio. € war er deutlich positiv und neun Prozent über dem Vorjahr. Planungszyklus Die strategische Planung legt fest, wie die Wert- und Unternehmensziele erfüllt werden können. Zunächst ermitteln die Geschäftsbereiche ihre Markt- und Wettbewerbspositionen sowie ihre wertmäßige Attraktivität. Die Ergebnisse fließen in einen Vorschlag zur strategischen Ausrichtung und zu den geplanten Maßnahmen ein. Das Ganze wird um die geplanten Innovations- und Investitionsvorhaben ergänzt und in der Strategieklausur verabschiedet. B.8 Strategische und operative Planung
Die operative Planung in der zweiten Jahreshälfte nimmt die Entscheidungen der strategischen Planungen in einem Zeithorizont von fünf Jahren mit auf. Vorstand und Aufsichtsrat verabschieden gemeinsam die Jahresplanung. Auf dieser Basis werden dann Anfang Februar die Basisprognosen für das laufende Jahr festgelegt. Im Ziel-Ist-Vergleich wird monatlich überprüft, ob wir unsere Prognosen erreichen. Finanzierungsstrategie Mit der Finanzierungsstrategie verfolgt WACKER das Ziel, das nachhaltige Wachstum und die Stabilität des Unternehmens sicherzustellen. Dabei setzen wir sowohl auf Finanzierung aus eigener Kraft als auch auf Fremdfinanzierungsinstrumente. Die permanente Zahlungsfähigkeit stellen wir durch die rollierende Cashflow-Steuerung wie auch durch einen ausreichenden Bestand an schriftlich zugesagten Kreditlinien sicher. Der Finanzbedarf wird für den Gesamtkonzern ermittelt und Finanzierungen in der Regel zentral abgeschlossen. In Einzelfällen existieren für bestimmte Projekte bzw. Regionen Sonderfinanzierungen. » Einzelheiten zu den Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2021 finden Sie im Kapitel zur Finanzlage auf Seite 73. Operative Steuerungsinstrumente Die operativen Prozesse steuern wir über unser Integriertes Managementsystem (IMS). Es definiert konzernweit einheitliche Standards zu den Themen Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Unser Konzern-Managementsystem lassen wir durch eine weltweit tätige Zertifizierungsgesellschaft nach einheitlichen Maßstäben nach ISO 9001 (Qualität) und ISO 14001 (Umweltschutz) bewerten. Übernahmerechtliche AngabenB.9 Angaben nach § 315a Abs. 1 HGB
WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche Entwicklung Nachdem die Corona-Pandemie im Jahr 2020 zu einer globalen Rezession geführt hat, ist die Weltwirtschaft 2021 wieder gewachsen. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) lag das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2021 um 5,9 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Besonders deutlich fiel der Aufschwung in Asien aus. Auch wenn weiterhin Unsicherheiten bestehen, sei die Pandemie besser unter Kontrolle als im Vorjahr, hieß es seitens der Konjunkturforscher. Flankiert wurde die Erholung in vielen Ländern von konjunkturstützender Geld- und Fiskalpolitik. B.10 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2021 in %
Branchenspezifische Rahmenbedingungen Mit unseren Produkten bedienen wir eine Vielzahl von Branchen. Die wichtigsten Abnehmerbranchen sind die Chemie-, die Bau-, die Elektro- und Elektronik- sowie die Photovoltaikindustrie. Chemische Industrie wächst wieder Nach einer rückläufigen Entwicklung 2020 ist die chemische Industrie 2021 deutlich gewachsen. Die Nachfrage nach Chemikalien und Pharmazeutika war hoch. Zeitweise gebremst wurde die Erholung in der Chemieindustrie durch Rohstoffknappheit und Probleme in der Lieferkette. Der weltweite Branchenumsatz der chemischen Industrie (inkl. Pharmazeutika) lag im Jahr 2020 nach Angaben des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) bei 5 Bio. €. Knapp 60 Prozent der Umsätze entfielen auf Asien. In den vergangenen Jahren haben sich die Wachstumszentren immer mehr in Richtung der aufstrebenden Schwellenländer verschoben. Investitionen finden verstärkt in Ländern mit geringen Energie- und Rohstoffkosten statt. Europa profitiert über den Außenhandel von den Wachstumsmärkten. Dieser Trend hat sich 2021 fortgesetzt. Auch in Deutschland ist die chemisch-pharmazeutische Industrie 2021 gewachsen. Die Branche verzeichnete vor allem im ersten Halbjahr einen starken Zuwachs. Im zweiten Halbjahr führten die globale Materialknappheit, Probleme in der Logistik sowie stark gestiegene Energiepreise in einigen Chemiesparten zu Produktionsrückgängen. Der Umsatz in Deutschlands drittgrößter Branche stieg laut VCI dennoch deutlich um 15,5 Prozent auf 220 Mrd. € (2020: 191 Mrd. €). Die Produktion wuchs insgesamt um 4,5 Prozent. Die Preise stiegen um 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und damit so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Bauwirtschaft erholt sich Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2020 hat sich die Bauwirtschaft im Jahr 2021 erholt. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH sind die Bauinvestitionen in fast allen Märkten gestiegen. Das Wachstum war dabei von Neubauprojekten wie auch Bestandsmaßnahmen - vor allem im Bereich der energetischen Gebäudesanierung - geprägt. Besonders stark gestiegen ist die Bautätigkeit in Westeuropa und Asien. Weltweit wuchs das Bauvolumen 2021 um 2,5 Prozent auf rund 9,34 Bio. US-$ (2020: 9,11 Bio. US-$). B.11 Wachstumsrate der Bauleistungen nach Regionen 2021 in %
Markt für Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Plus Nach einer Stagnation im Vorjahr ist das Volumen des weltweiten Elektrotechnik- und Elektronikmarktes 2021 nach Schätzungen des Zentralverbandes der Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) um neun Prozent gewachsen und lag bei rund 5,02 Bio. € (2020: 4,60 Bio. €). In den Industrieländern stieg das Volumen um rund sieben Prozent. In den Schwellenländern fiel das Plus mit zehn Prozent noch deutlicher aus. Photovoltaik etabliert sich als tragende Säule der weltweiten Energieversorgung Die globale Solarbranche ist im Jahr 2021 trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie weiter gewachsen. Nach Angaben verschiedener Marktstudien sowie eigener Marktuntersuchungen wurden weltweit ca. 170 Gigawatt (GW) Leistung neu installiert (2020: ca. 140 GW). Das sind rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Jahresende 2021 waren damit weltweit mehr als 900 GW Photovoltaikleistung installiert. Rund die Hälfte der Neuinstallationen wurde 2021 in China, Japan und den USA getätigt. Neben Fördermaßnahmen haben insbesondere die niedrigen Systemkosten erheblich zum weltweiten Ausbau der Photovoltaikinstallationen beigetragen. Photovoltaik ist inzwischen wettbewerbsfähig mit der Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern. In einzelnen Ausschreibungen in sonnenreichen Regionen lag der Handelspreis für Solarstrom bereits bei unter 15 US-$ pro Megawattstunde. B.12 Neu installierte PV-Leistungen 2021 und 2020
Quellen: Bundesnetzagentur, SolarPower Europe (SPE), Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.12 ungeprüft) B.13 Marktpreisentwicklung der für WACKER wichtigsten Rohstoffe in Europa
Rohstoffpreise deutlich über Vorjahr Die Rohstoffpreise sind im Jahr 2021 deutlich gestiegen. Bei einigen Stoffen erreichten die Preise ein Rekordhoch, das weit über die bisher normale Schwankungsbreite hinausgeht. Getrieben wurden die Preisentwicklungen durch die starke Nachfrage in allen Segmenten. Gleichzeitig kam es zu Verknappungen auf der Angebotsseite durch wetterbedingte Produktionsausfälle, Häufungen von technischen Störungen sowie logistische Probleme. Kostensteigerungen bei Grundstoffen wie Öl, Erdgas und Kohle wurden in den Folgeprodukten durch die Wertschöpfungsketten weitergegeben. Bei vielen Rohstoffen kamen teils massive Knappheitszuschläge hinzu. Bei den für WACKER wichtigen Rohstoffen Ethylen und Methanol entwickelten sich die Preise größtenteils analog zur Kostenentwicklung für fossile Grundstoffe. Die Preise für den Schlüsselrohstoff Vinylacetat wurden dagegen durch den Ausfall wesentlicher Produktionskapazitäten in den USA im Frühjahr infolge eines Eissturms massiv beeinflusst. Gleichzeitig verhinderten im zweiten Halbjahr Angebotseinschränkungen in Nordostasien eine Erholung der globalen Bestände für das Monomer. Im zweiten Halbjahr stiegen zudem die Preise für metallurgisches Silicium extrem an. Hier traf eine starke Nachfrage auf nicht vollständig zur Verfügung stehende Produktionskapazitäten in den westlichen Industrieländern. Getrieben wurden die Preise zusätzlich durch Produktionseinschränkungen in China infolge einer Knappheit von Elektrizität. Preise für Strom, Erdgas und CO 2 massiv gestiegen Die Preise aller Energieträger sind im Jahr 2021 weltweit massiv gestiegen. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, eine hohe Nachfrage bei gleichzeitiger Angebotsknappheit sowie ungünstige Wetterereignisse trieben die Preise für Kohle und Erdgas auf Rekordniveaus. Die Rohölpreise erholten sich dagegen auf etwa 80 US-$ pro Barrel und lagen damit auf Vorkrisenniveau. Unterdurchschnittliche Stromerzeugung aus Windparks in Europa sowie trockenheitsbedingt niedrige Strommengen aus Wasserkraftwerken in Südamerika, Skandinavien und Europa sorgten für eine erhöhte Nachfrage nach Kohle und Erdgas. Bei Kohle kam es gleichzeitig auf Grund starker Regenfälle in Asien und Produktionseinschränkungen in China zu Engpässen in Logistik und Produktion. In der Folge stiegen die Kohlepreise auf bis zu 250 US-$ pro Tonne. Die erheblich gesteigerte Erdgasnachfrage aus China und anderen Ländern konnte auch durch das erhöhte Angebot an Flüssigerdgas kaum gedeckt werden und trieb die Spotpreise in Asien und Europa auf über 100 €/MWh. B.14 Marktpreisentwicklung der für WACKER relevanten Energieträger
Durch die verstärkte Nutzung fossiler Brennstoffe in Europa und vor allem die verschärften Klimaziele der EU stieg der CO 2-Preis im Jahresverlauf auf über 70 € pro Tonne. Im 4. Quartal 2021 lagen die Spotmarktpreise für Strom in Deutschland auf Grund der hohen Gaspreise und CO 2 -Preise bei durchschnittlich 176 € pro Megawattstunde. Die Strompreise in Deutschland sind zusätzlich mit Abgaben und Umlagen belastet. Dazu zählen unter anderem Netzentgelte, Stromsteuer und die EEG-Umlage. Neben den historisch hohen Preisen hat auch die Volatilität der Energiepreise 2021 erheblich zugenommen. Gesamtaussage des Vorstands zu den Rahmenbedingungen Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung der Weltwirtschaft auch im Jahr 2021 maßgeblich beeinflusst. Durch die Zulassung und Verabreichung wirksamer Impfstoffe gegen das Coronavirus konnten lang andauernde Lockdowns vermieden werden. Es kam zu einer Erholung der Weltwirtschaft, allerdings nicht so stark wie von den Konjunkturforschern erwartet. Beschaffungsprobleme in allen Stufen der Wertschöpfungskette, Logistikengpässe und stark steigende Preise, insbesondere für Rohstoffe und Energie, haben das Wachstum gebremst. Angesichts dieser herausfordernden Rahmenbedingungen hat sich das Geschäft von WACKER in allen Geschäftsbereichen außerordentlich gut entwickelt. Das Chemiegeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr im Umsatz und auch im EBITDA deutlich zulegen. Ein kräftiger Anstieg der Absatzmengen und bessere Preise waren maßgeblich dafür verantwortlich. Lediglich im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS lag das EBITDA auf Grund stark gestiegener Rohstoffpreise leicht unter dem Vorjahr. Einen besonders deutlichen Zuwachs beim Umsatz wie auch im EBITDA verzeichnete der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON. Der Umsatz hat sich fast verdoppelt, das EBITDA erhöhte sich auf Grund der starken Nachfrage aus der Halbleiterindustrie und der deutlich höheren Preise für unser qualitativ besonders hochwertiges Solarsilicium sogar noch stärker. In allen drei großen Regionen sind die Umsätze deutlich gestiegen. Besonders deutlich war das Wachstum in Asien. Dort erhöhte sich der Umsatz um 56 Prozent auf 2,64 Mrd. €. In Europa legte der Umsatz um 23 Prozent zu, in der Region Amerika um acht Prozent. Für den Geschäftsverlauf wesentliche Ereignisse Akquisitionen/Beteiligungen WACKER hat im Geschäftsjahr 2021 sein Biopharmageschäft mit dem Erwerb des Plasmid-DNA-Herstellers Genopis in den USA gestärkt. Mit den Kompetenzen von Genopis in der pDNA-Technologie erweitert WACKER BIOSOLUTIONS sein Portfolio als Auftragshersteller für die Pharmaindustrie und schafft sich eine lokale Präsenz im amerikanischen Markt für biopharmazeutische Produkte. Der Kaufpreis beläuft sich auf 36 Mio. US-$ und mögliche weitere Zahlungen, die erfolgsabhängig sind. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES hat sein Silicongeschäft in China gestärkt und 60 Prozent der Anteile des Spezialsilanherstellers SICO Performance Material Co., Ltd. erworben. Organofunktionelle Silane sind wichtige Bestandteile von hochleistungsfähigen Kleb- und Dichtstoffen, Beschichtungen sowie Kompositwerkstoffen. Der Vollzug der Transaktion soll nach behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen im Laufe des ersten Halbjahres 2022 erfolgen. Der Kaufpreis für die Beteiligung beträgt 120 Mio. €. Desinvestitionen Das Bundeswirtschaftsministerium hat die erforderliche außenwirtschaftsrechtliche Freigabe für den Zusammenschluss der Siltronic AG mit GlobalWafers Co., Ltd. bis zum Ablauf der Frist für den Vollzug der Transaktion am 31. Januar 2022 nicht erteilt. Der geplante Zusammenschluss kommt daher nicht zustande. Infolgedessen ist auch die zwischen WACKER und GlobalWafers geschlossene verbindliche Vereinbarung hinfällig, in der sich WACKER verpflichtet hatte, seine Beteiligung an Siltronic, die 30,83 Prozent der Aktien des Halbleiterunternehmens umfasst, an GlobalWafers abzugeben. Im Abschluss des Geschäftsjahres 2021 bilanziert WACKER diese Beteiligung daher nicht mehr als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte, sondern wieder als at-Equity-Beteiligung. Investitionen Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr wie geplant gestiegen. Sie beliefen sich auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit von WACKER standen mehrere Projekte in verschiedenen Ländern für unsere Chemiebereiche. In Nanjing, China, erweitern wir unsere Produktionskapazitäten um einen neuen Reaktor für Dispersionen und einen Sprühtrockner für Dispersionspulver. In Amsterdam haben wir in den Aufbau von Kapazitäten für Impfstoffproduktionen sowie in Anlagen zur Produktion von Biopharmazeutika investiert. Daneben hat WACKER in eine Reihe kleiner und mittelgroßer Projekte für Zwischen- und Endprodukte investiert sowie in Infrastrukturmaßnahmen an unseren vollintegrierten Verbundstandorten in Burghausen und Nünchritz. Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf WACKER hat seine im Geschäftsbericht 2020 ausgegebenen Ziele für das Jahr 2021 deutlich übertroffen und das beste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens erzielt. Ausschlaggebend dafür waren eine hohe Nachfrage nach WACKER-Produkten in allen Geschäftsbereichen sowie ein starker Anstieg der Polysiliciumpreise. WACKER hat Anfang des Jahres 2021 prognostiziert, seinen Umsatz um einen mittleren einstelligen Prozentsatz zu steigern. Die EBITDA-Marge sollte leicht über dem Vorjahr liegen, das EBITDA um zehn bis 20 Prozent wachsen. Der ROCE sollte positiv sein und deutlich über dem Vorjahr liegen. Der Netto-Cashflow wurde deutlich positiv, aber deutlich unter dem Vorjahr erwartet. Die Investitionen sollten bei rund 350 Mio. € und die Abschreibungen bei rund 400 Mio. € liegen. Für das Jahr 2021 wollte WACKER ein positives Nettofinanzvermögen ausweisen. Anhebung der Prognose nach Abschluss des 1. Quartals Mit der Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal im April 2021 hat WACKER seine Prognose angehoben. Der Umsatz wird demnach um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz steigen. Das EBITDA sollte jetzt 15 bis 25 Prozent über dem Vorjahr liegen statt zehn bis 20 Prozent. Für alle anderen Steuerungskennzahlen blieb die Jahresprognose unverändert. Auf Grund der positiven Geschäftsentwicklung im Laufe des 2. Quartals hob WACKER am 16. Juni 2021 seine Prognose für die Umsatz- und EBITDA-Entwicklung im Gesamtjahr erneut an. Der Umsatz soll sich auf 5,5 Mrd. € belaufen. Vorher war WACKER von einem Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich ausgegangen. Das EBITDA erwartet WACKER zwischen 900 und 1,1 Mrd. € statt der bis dahin prognostizierten 15 bis 25 Prozent über Vorjahr (666 Mio. €). Im Zwischenbericht zum 2. Quartal hat WACKER auch die Einschätzungen für die EBITDA-Marge, den ROCE und den Netto-Cashflow nach oben angehoben. Die EBITDA-Marge sollte jetzt deutlich über dem Vorjahr liegen und nicht leicht über dem Vorjahr. Höher wurde auch der ROCE prognostiziert: deutlich über den Kapitalkosten. Der Netto-Cashflow sollte deutlich positiv und auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Zuvor war WACKER von einem deutlich positiven Netto-Cashflow ausgegangen, allerdings deutlich unter dem Vorjahr. Die Erwartungen für die übrigen Steuerungskennzahlen blieben unverändert. Die anhaltend hohe Nachfrage in allen Geschäftsbereichen führte dazu, dass WACKER am 15. September 2021 seine Jahresprognose für die Umsatz- und Ergebnisentwicklung nochmals anhob. Der Umsatz sollte sich für das Gesamtjahr auf rund 6 Mrd. € belaufen statt 5,5 Mrd. €. Das EBITDA wurde jetzt zwischen 1,2 und 1,4 Mrd. € erwartet und damit deutlich über der bisherigen Spanne von 900 und 1,1 Mrd. €. Mit der Veröffentlichung zum 3. Quartal Ende Oktober 2021 hat WACKER diese Prognose bestätigt. Der Netto-Cashflow sollte demnach deutlich positiv und über dem Niveau des Vorjahres liegen statt auf dem Niveau des Vorjahres. Die anderen Steuerungskennzahlen blieben unverändert. WACKER hat nach vorläufigen Berechnungen für das Gesamtjahr 2021 am 13. Januar 2022 seine letzte Prognose übertroffen. Den Umsatz erwartet das Unternehmen bei etwa 6,2 Mrd. €, das EBITDA bei etwa 1,5 Mrd. €. WACKER schließt das Geschäftsjahr 2021 über den Erwartungen ab WACKER hat 2021 einen Umsatz von 6,21 Mrd. € (2020: 4,69 Mrd. €) erzielt, 32,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Dafür maßgeblich verantwortlich waren deutlich höhere Absatzmengen und bessere Preise. Währungseffekte haben das Umsatzwachstum leicht gebremst. Das EBITDA hat sich mehr als verdoppelt und lag mit 1,54 Mrd. € (2020: 666,3 Mio. €) 130,9 Prozent über dem Vorjahr. Deutlich höhere Rohstoffpreise haben das EBITDA um etwa 500 Mio. € gemindert. Die EBITDA-Marge lag mit 24,8 Prozent (2020: 14,2 Prozent) ebenfalls deutlich über dem Vorjahr. Der Netto-Cashflow ist mit 760,8 Mio. € (2020: 697,7 Mio. €) um 9,0 Prozent über dem Vorjahr. Die wesentliche Ursache für diesen Anstieg sind die deutlich höheren Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft. Der ROCE ist mit 28,3 Prozent deutlich positiv und deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Investitionen auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Sie lagen damit deutlich über dem Wert des Vorjahres. WACKER weist zum Jahresende ein Nettofinanzvermögen von 546,5 Mio. € aus (2020: Nettofinanzschulden von 67,5 Mio. €). B.15 Aufwand Kostenarten
B.16 Vergleich tatsächlicher mit prognostiziertem Geschäftsverlauf
ErtragslageKonzernumsatz liegt mit 6,21 Mrd. € 32 Prozent über dem Niveau des Vorjahres von 4,69 Mrd. € Der WACKER-Konzern hat im Geschäftsjahr 2021 einen Umsatz deutlich über dem Niveau des Vorjahres erzielt. Ausschlaggebend für den Anstieg waren in allen Geschäftsbereichen höhere Preise und höhere Absatzmengen. Wechselkursveränderungen durch den im Jahresvergleich stärkeren US-Dollar haben sich negativ ausgewirkt. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erzielte einen Jahresumsatz von 2,60 Mrd. € (2020: 2,24 Mrd. €) und lag damit auf Grund höherer Absatzmengen und Preise um 16 Prozent über dem Wert des Vorjahres. WACKER POLYMERS erwirtschaftete 2021 einen Umsatz von 1,67 Mrd. € (2020: 1,30 Mrd. €). Das ist ein Plus von 29 Prozent. Der Umsatz von WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich um 20 Prozent auf 296,4 Mio. € (2020: 246,1 Mio. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich insbesondere auf Grund höherer Preise für Polysilicium für die Solarindustrie nahezu verdoppelt. Er stieg um 93 Prozent auf 1,53 Mrd. € (2020: 792,2 Mio. €). » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 67. Den Hauptteil des Konzernumsatzes erzielte WACKER im Ausland. Der Auslandsumsatz belief sich auf 5,25 Mrd. € (2020: 3,91 Mrd. €). Bezogen auf den Gesamtumsatz sind das 85 Prozent. » Wir verweisen für weitere Informationen auf den Regionenbericht Seite 69. Konzern-EBITDA liegt bei 1,54 Mrd. €, EBITDA-Marge beträgt 24,8 Prozent Das operative Ergebnis (EBITDA) des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr um 131 Prozent gestiegen. Es beläuft sich auf 1,54 Mrd. € (2020: 666,3 Mio. €). Die EBITDA-Marge liegt mit 24,8 Prozent über dem Vorjahr (2020: 14,2 Prozent). Neben dem deutlichen Umsatzanstieg konnte WACKER auch Einsparungen bei den laufenden Sachkosten und Funktionskosten erzielen. Das hat das EBITDA positiv beeinflusst. Dagegen belasteten hohe Rohstoff- und Energiekosten das EBITDA stark. Bestandteil des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" war auch ein Personalabbau. In diesem Zusammenhang hat WACKER im Vorjahr für freiwillige Abfindungen an Mitarbeiter 48,0 Mio. € zurückgestellt. Diese Kosten haben im Vorjahr das EBITDA belastet. » Wir verweisen für weitere Informationen zu den Geschäftsbereichen auf den Segmentbericht Seite 67. B.17 Umsatzentwicklung im Jahresvergleich in Mio. €
B.18 Überleitung EBITDA auf EBIT
EBIT liegt bei 1,13 Mrd. € Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) summierte sich im Geschäftsjahr auf 1,13 Mrd. € (2020: 262,8 Mio. €). Das entspricht einer EBIT-Marge von 18,3 Prozent (2020: 5,6 Prozent). Im Geschäftsjahr 2021 beliefen sich die Abschreibungen auf 404,2 Mio. € (2020: 403,5 Mrd. €). B.19 Überleitung EBIT auf Periodenergebnis
Herstellungskosten steigen im Vergleich zum Vorjahr Das Bruttoergebnis vom Umsatz ist mit 1,67 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr (2020: 869,9 Mio. €) um 92 Prozent gestiegen. Die Herstellungskosten belaufen sich auf 4,54 Mrd. € (2020: 3,82 Mrd. €). Die Bruttoumsatzmarge betrug 26,9 Prozent (2020: 18,5 Prozent). WACKER konnte die Herstellungskosten durch Effizienzmaßnahmen reduzieren. Höhere Rohstoff- und Energiekosten haben die Herstellungskosten jedoch deutlich ansteigen lassen. Die Herstellungskostenquote des Konzerns ist von 81 Prozent auf 73 Prozent deutlich gesunken. Funktionskosten steigen Die übrigen Funktionskosten (Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie allgemeine Verwaltungskosten) sind im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gestiegen. Sie erhöhten sich auf 620,6 Mio. € (2020: 586,7 Mio. €). Zurückzuführen ist dieser Anstieg vor allem auf höhere Vertriebs- und Verwaltungskosten in allen Bereichen. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Der Saldo der sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 19,9 Mio. € (2020: -57,4 Mio. €). Im Berichtsjahr wurden 15,0 Mio. € an erhaltenen Anzahlungen aus ausgelaufenen Langfristverträgen erfolgswirksam vereinnahmt. Der sonstige betriebliche Aufwand enthielt im Vorjahr 48,9 Mio. € Aufwendungen für Abfindungsleistungen, die im Rahmen eines Freiwilligenprogramms im Wesentlichen im Jahr 2021 ausgezahlt wurden. Erträge aus dem Währungsergebnis verbessern das sonstige betriebliche Ergebnis um 4,7 Mio. € (2020: -7,8 Mio. €). Beteiligungsergebnis Im Vergleich zum Vorjahr ist das Beteiligungsergebnis deutlich gestiegen. Es beläuft sich auf 62,5 Mio. € (2020: 37,0 Mio. €). Im Wesentlichen ist hierfür das Equity-Ergebnis der Siltronic AG verantwortlich. Finanz- und Zinsergebnis Das Finanzergebnis des WACKER-Konzerns verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr. Es belief sich auf -40,7 Mio. € (2020: -44,9 Mio. €). Zinserträge von 6,2 Mio. € (2020: 8,1 Mio. €) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 22,5 Mio. € (2020: 22,0 Mio. €) gegenüber. Das Zinsergebnis lag bei -16,3 Mio. € (2020: -13,9 Mio. €). Das übrige Finanzergebnis belief sich auf -24,4 Mio. € (2020: -31,0 Mio. €). Neben geringeren Zinseffekten aus Pensions- und anderen Rückstellungen sind hier Kurseffekte und Kosten der derivativen Finanzinstrumente enthalten, die zur Sicherung von Konzernfinanzierungen eingesetzt werden. Ertragsteuern Der Konzern weist für das Jahr 2021 einen Steueraufwand von 265,8 Mio. € (2020: 15,6 Mio. €) aus. Die Steuerquote des Konzerns beträgt 24,3 Prozent (2020: 7,1 Prozent). Im Vorjahr minderten steuerfreie Erträge und periodenfremde Steuern die Steuerquote. Konzernergebnis Das Konzernergebnis beträgt auf Grund der genannten Effekte 827,8 Mio. €. Im Vorjahr hat WACKER ein Jahresergebnis in Höhe von 202,3 Mio. € ausgewiesen. Kapitalrendite (ROCE) Die Kapitalrendite (ROCE) setzt das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Bezug zum für die Geschäftstätigkeit notwendigen Kapital (Capital Employed). Das Equity-Ergebnis der Siltronic sowie der entsprechende Equity-Buchwert fließen nicht in die Berechnung des ROCE ein. Die Kapitalrendite (ROCE) belief sich im Berichtsjahr auf 28,3 Prozent (2020: 5,6 Prozent). Ursächlich für den Anstieg ist das deutlich bessere EBIT. Die Mittelbindung ist gesunken. Das Capital Employed sank im Geschäftsjahr von 4,11 Mrd. € auf 3,78 Mrd. €. Segmentberichterstattung WACKER SILICONES Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER SILICONES ist im Jahr 2021 deutlich gewachsen. Er belief sich auf 2,60 Mrd. € (2020: 2,24 Mrd. €). Das sind im Vergleich 15,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dafür verantwortlich sind gestiegene Mengen, höhere Preise sowie Produktmixeffekte. Währungseffekte haben das Umsatzwachstum leicht gebremst. Regional betrachtet hat der Umsatz von WACKER SILICONES in Amerika, Asien und Europa zugelegt. Das EBITDA ist gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich gewachsen. Es erhöhte sich um 42,6 Prozent auf 552,9 Mio. € (2020: 387,8 Mio. €). Dafür verantwortlich sind höhere Mengen und Preise. Die EBITDA-Marge belief sich auf 21,3 Prozent (2020: 17,3 Prozent). Die Investitionen sind gegenüber dem Vorjahr um 47,8 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 143,2 Mio. € (2020: 96,9 Mio. €). Die Mittel gingen in neue Anlagen für Zwischen- und Fertigprodukte. In 2021 wurde ein Vertrag über den Erwerb von 60 Prozent der Anteile an dem chinesischen Spezialsilanhersteller SICO Performance Material Co., Ltd. unterzeichnet. Das Closing der Transaktion steht noch aus. Mit dem geplanten Erwerb stärkt WACKER SILICONES sein Geschäft mit margenstarken Spezialsiliconen in China. Zum 31. Dezember 2021 waren im Geschäftsbereich 5.211 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2020: 5.076). B.20 Segmentdaten WACKER SILICONES
WACKER POLYMERS Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS hat sich im Jahr 2021 deutlich erhöht. Er stieg um 28,9 Prozent auf 1,67 Mrd. € (2020: 1,30 Mrd. €). Maßgeblich verantwortlich für den Anstieg waren höhere Absatzmengen, deutlich höhere Preise und Produktmixeffekte. Währungseffekte haben den Umsatzanstieg leicht gebremst. Besonders stark war das Geschäft mit Dispersionspulver. Das Geschäft mit VAE-Dispersionen ist ebenfalls gewachsen. Die Umsätze von WACKER POLYMERS sind in den drei Regionen Asien, Europa und Amerika gestiegen. Das EBITDA lag mit 252,6 Mio. € (2020: 270,5 Mio. €) 6,6 Prozent knapp unter dem Niveau von 2020. Das Vorjahresniveau konnte fast gehalten werden, da auf stark gestiegene Rohstoffpreise mit deutlich höheren Produktpreisen reagiert wurde. Die EBITDA-Marge belief sich auf 15,1 Prozent (2020: 20,8 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Sie betrugen 100,1 Mio. € (2020: 35,6 Mio. €). Die Investitionen flossen im Wesentlichen in den Ausbau der Kapazitäten in Nanjing, China. Die Zahl der Mitarbeiter ist zum 31. Dezember 2021 auf 1.595 gestiegen (31. Dezember 2020: 1.540). B.21 Segmentdaten WACKER POLYMERS
WACKER BIOSOLUTIONS Der Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS konnte im Geschäftsjahr 2021 seinen Umsatz um 20,4 Prozent auf 296,4 Mio. € (2020: 246,1 Mio. €) steigern. Maßgeblich für diesen Anstieg sind höhere Absatzmengen im Geschäft mit biopharmazeutischen Produkten und bei Cyclodextrinen sowie bessere Preise. Währungseffekte haben den Umsatzanstieg leicht gebremst. Regional betrachtet ist der Umsatz in allen Absatzregionen gewachsen. Das EBITDA liegt mit 38,6 Mio. € (2020: 38,1 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Integrationskosten des neuen Standorts in San Diego haben das EBITDA geschmälert. Die EBITDA-Marge belief sich auf 13,0 Prozent (2020: 15,5 Prozent). Die Investitionen sind im Vergleich zum Vorjahr um 68,3 Prozent auf 33,5 Mio. € (2020: 19,9 Mio. €) gestiegen. Ein Schwerpunkt der Investitionen lag auf dem Ausbau des Produktionsstandortes Amsterdam. Mit der Übernahme der Genopis Inc. in den USA hat WACKER BIOSOLUTIONS sein Produktportfolio um die pDNA-Technologie erweitert und die Präsenz im wichtigen amerikanischen Biopharma-Markt gestärkt. Die Zahl der Mitarbeiter hat sich zum 31. Dezember 2021 auf 751 verringert (31. Dezember 2020: 764). B.22 Segmentdaten WACKER BIOSOLUTIONS
WACKER POLYSILICON Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON hat sich im Geschäftsjahr 2021 fast verdoppelt. Er belief sich auf 1.529,8 Mio. € (2020: 792,2 Mio. €). Das ist ein Anstieg von 93,1 Prozent. Die wesentlichen Gründe dafür sind höhere Absatzmengen für hochwertiges Polysilicium für die Halbleiter- und Solarindustrie und deutlich gestiegene Preise vor allem für Polysilicium für die Solarindustrie. Asien war auch im Jahr 2021 die wichtigste Absatzregion für die Produkte des Geschäftsbereichs. Noch deutlicher stieg das EBITDA von WACKER POLYSILICON. Es summierte sich auf 656,7 Mio. € (2020: 4,7 Mio. €). Für diesen Ergebnisanstieg waren vor allem stark steigende Preise, höhere Absatzmengen, vor allem auch für die Halbleiterindustrie, und weitere Verbesserungen bei den Herstellungskosten, die durch gestiegene Rohstoffpreise überkompensiert wurden, verantwortlich. Deutlich gestiegene Rohstoff- und Stromkosten beeinflussten die Herstellungskosten negativ. Die EBITDA-Marge belief sich auf 42,9 Prozent (2020: 0,6 Prozent). Die Investitionen von WACKER POLYSILICON haben sich leicht erhöht auf 30,6 Mio. € (2020: 24,9 Mio. €). Die Zahl der Beschäftigten zum 31. Dezember 2021 lag bei 2.219 (31. Dezember 2020: 2.180). B.23 Segmentdaten WACKER POLYSILICON
Sonstiges Der unter "Sonstiges" ausgewiesene Umsatz belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 129,0 Mio. € (2020: 128,0 Mio. €). B.24 Umsatzanteile der Geschäftsbereiche vom Umsatz mit Dritten in %
Das EBITDA aus "Sonstiges" betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 38,5 Mio. € (2020: -35,3 Mio. €). Der Anstieg ist auf das hohe Equity-Ergebnis der Siltronic zurückzuführen. Im Vorjahr reduzierten Einmalaufwendungen aus dem Programm "Zukunft gestalten" das EBITDA. Das EBIT aus "Sonstiges" lag bei -34,2 Mio. € (2020: -117,6 Mio. €). Zum 31. Dezember 2021 waren im Segment "Sonstiges" 4.630 Mitarbeiter beschäftigt (31. Dezember 2020: 4.723). WACKER erfasst in diesem Segment unter anderem die Werkleitungen und die Mitarbeiter der Infrastruktureinheiten seiner Standorte Burghausen und Nünchritz sowie Zentralfunktionen. Regionenbericht Das operative Geschäft von WACKER ist stark vom Ausland geprägt. Von den 6,21 Mrd. € (2020: 4,69 Mrd. €) erwirtschafteten wir 84,5 Prozent (2020: 83,3 Prozent) im Ausland. Der Umsatzanteil in Deutschland lag bei 15,5 Prozent. Region Asien mit starkem Umsatzanstieg Im Geschäftsjahr 2021 ist der Umsatz in der Region Asier stark gestiegen. Er erhöhte sich um 56,3 Prozent au 2,64 Mrd. € (2020: 1,69 Mrd. €). Der Umsatz in Greater China kletterte auf 1,79 Mrd. € (2020: 1,02 Mrd. €). Der Anteil de Region Asien am Gesamtumsatz des WACKER-Konzerns betrug 42,5 Prozent (2020: 36,0 Prozent). Geschäft in Europa ebenfalls mit deutlichen Zuwächsen In Europa hat sich das Geschäft von WACKER ebenfalls positiv entwickelt. Der Umsatz erhöhte sich um 23,0 Prozen auf 2,37 Mrd. € (2020: 1,93 Mrd. €). Der Anteil am Konzernum satz lag bei 38,2 Prozent (2020: 41,1 Prozent). B.25 Außenumsatz am Sitz des Kunden
Region Amerika verzeichnet moderaten Umsatzzuwachs Der Umsatz in der Region Amerika ist um 7,5 Prozent auf 895,7 Mio. € (2020: 832,9 Mio. €) gestiegen. Der Anteil der Region Amerika am Konzernumsatz belief sich auf 14,4 Prozent (2020: 17,8 Prozent). B.26 Außenumsatz am Sitz der Gesellschaft
Sonstige Regionen In den sonstigen Regionen der Welt hat sich der Umsatz um 24,4 Prozent auf 304,0 Mio. € (2020: 244,4 Mio. €) erhöht. Der Anteil am Konzernumsatz beläuft sich auf 4,9 Prozent. VermögenslageDie Bilanzsumme des WACKER-Konzerns hat sich im Vergleich zum 31. Dezember 2020 um 17,0 Prozent erhöht. Sie stieg um 1,18 Mrd. € und belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 8,13 Mrd. € (31. Dezember 2020: 6,95 Mrd. €). Die größten Veränderungen betreffen die Liquidität. WACKER weist zum 31. Dezember 2021 auf Grund des hohen Mittelzuflusses aus dem operativen Geschäft liquide Mittel in Höhe von 1,98 Mrd. € aus. Auf der Passivseite sanken die Pensionsrückstellungen auf Grund der Zuführung von 250 Mio. € in ein Pensionstreuhandvermögen (CTA) zur Abdeckung der Verpflichtungen der Wacker Chemie AG. Auch höhere Diskontierungszinssätze und ein höherer Ertrag aus dem Vermögen der Pensionskasse führten zur Senkung der Pensionsrückstellungen. Das Eigenkapital stieg deutlich auf Grund des hohen Jahresergebnisses des Konzerns. WACKER hat im Dezember 2020 ein Angebot von GlobalWafers Co. Ltd., Taiwan, angenommen, seine Siltronic-Anteile an GlobalWafers Co. Ltd. im Rahmen eines Übernahmeangebots abzugeben, falls dieses erfolgreich ist. Aus diesem Grund haben wir im Vorjahr die at-Equity-Beteiligung in den Posten zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte umgegliedert. Die Beteiligung wird nun wieder at-Equity ausgewiesen, da zum 31. Dezember 2021 die Veräußerung nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft wurde, da nach Ablauf von zwölf Monaten keine Veräußerung stattgefunden hat und die Genehmigung durch die deutschen Behörden als schwierig eingeschätzt wurde. Diese Einschätzung hat sich mit der Nichtgenehmigung der Übernahme bestätigt. Am 31. Januar 2022 lief die Frist des Übernahmeangebots ab, ohne dass die Unbedenklichkeitsbestätigung der deutschen Behörden erteilt wurde. B.27 Bilanzentwicklung Aktiva
B.28 Vermögens- und Kapitalstruktur
Anlagevermögen steigt auf Grund von Investitionen und Nutzungsrechten aus Leasing Das Anlagevermögen einschließlich der at-Equity-Beteiligungen hat sich im Vergleich zum Ende des letzten Geschäftsjahres um 235,5 Mio. € auf 3,36 Mrd. € erhöht (31. Dezember 2020: 3,13 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen stieg auf 2,47 Mrd. € (31. Dezember 2020: 2,39 Mrd. €). Die Investitionen sind im Geschäftsjahr auf 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €) gestiegen. Sie verteilen sich im Wesentlichen auf die Geschäftsbereiche WACKER SILICONES und WACKER POLYMERS sowie auf Infrastrukturmaßnahmen. Mehr als die Hälfte der Investitionen wurden in Deutschland getätigt. Die laufenden Abschreibungen beliefen sich auf 404,2 Mio. €. Währungsveränderungen haben den Bilanzwert des Sachanlagevermögens um rund 100 Mio. € erhöht. Grund ist der im Jahresverlauf schwächere Euro im Vergleich zum US-Dollar. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen beliefen sich auf 138,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 110,8 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten aus Leasingverträgen betrugen 153,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 122,8 Mio. €). Die Wacker Chemie AG hat mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG, am 09. Dezember 2020 eine Vereinbarung über den Verkauf ihrer Siltronic-Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Der Andienungszeitraum endete am 10. Februar 2021 mit einer mehr als 50-prozentigen Annahme des Angebots von 145 € pro Anteil durch die Siltronic-Aktionäre. WACKER hat die Siltronic-Beteiligung in Höhe von 550,4 Mio. € zum Stichtag 31. Dezember 2020 als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte bilanziert. Zum 31. Dezember 2021 wurde die Beteiligung an der Siltronic AG wieder at-Equity bilanziert. Dies erfolgte rückwirkend zum 31. Dezember 2020. Zum Stichtag konnte die Veräußerung der Anteile nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft werden, da nach zwölf Monaten noch keine Veräußerung stattgefunden hatte und die Genehmigung der Übernahme durch die deutschen Behörden als schwierig eingestuft wurde. Diese Einschätzung hat sich mit der Nichtgenehmigung der Übernahme bestätigt. Am 31. Januar 2022 lief die Frist des Übernahmeangebots ab, ohne dass die Unbedenklichkeitsbestätigung der deutschen Behörden erteilt wurde. Zum 31. Dezember 2021 betrug somit die at-Equity bewertete Beteiligung der Siltronic in der Bilanz 659,0 Mio. € (31. Dezember 2020: 550,4 Mio. €). Darin ist unter anderem ein Equity-Ergebnis der Siltronic in Höhe von 62,1 Mio. € enthalten. Langfristige Vermögenswerte Die sonstigen langfristigen Vermögenswerte summierten sich zum 31. Dezember 2021 auf 923,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 794,2 Mio. €). Sie erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahresende um 16,3 Prozent. Insbesondere Wertpapiere in Höhe von 318,5 Mio. € haben zu diesem Anstieg geführt. WACKER hat einen Teil des hohen Mittelzuflusses in festverzinslichen US-Dollar-Wertpapieren zur planmäßigen Tilgung eines US-Dollar-Darlehens angelegt. Deutlich gesunken sind die aktiven latenten Steuern von 770,8 Mio. € auf 569,7 Mio. €. Hier wirkte sich der Zinsanstieg bei den Pensionsrückstellungen aus. Working Capital steigt um 15 Prozent Die kurzfristigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 27,1 Prozent gestiegen. Sie beliefen sich auf 3,85 Mrd. € (31. Dezember 2020: 3,03 Mrd. €). Zurückzuführen ist das im Wesentlichen auf den Aufbau von liquiden Mitteln. Die Vorräte stiegen ebenfalls um 33,8 Prozent von 879,5 Mio. € auf 1,18 Mrd. €. Dafür verantwortlich sind vor allem deutlich höhere Rohstoffpreise als im Vorjahr. Das Working Capital war zum 31. Dezember 2021 um 14,6 Prozent höher als zum Stichtag 31. Dezember 2020. Es belief sich auf 1,24 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,08 Mrd. €). Hier haben sich der Anstieg bei den Vorräten um 33,8 Prozent und der Anstieg bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 31,6 Prozent auf 824,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 627,0 Mio. €) ausgewirkt. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 79,6 Prozent. Der Anstieg bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist ebenfalls auf stark gestiegene Rohstoffpreise zurückzuführen. B.29 Working Capital
Liquidität steigt auf 1,98 Mrd. € Ein wesentlicher Bestandteil der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte sind Wertpapiere und Festgelder sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Die kurzfristigen Wertpapiere und Festgelder beliefen sich zum Ende des 4. Quartals 2021 auf 738,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 712,0 Mio. €). Hier hat WACKER liquide Mittel als Festgeld mit fixer Laufzeit und in Fonds angelegt. Es ergaben sich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2021 von 926,6 Mio. € (31. Dezember 2020: 626,0 Mio. €). Insgesamt stiegen die liquiden Mittel (lang- und kurzfristige Wertpapiere, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) im Vergleich zum Vorjahr damit auf 1,98 Mrd. € an (31. Dezember 2020: 1,34 Mrd. €). Das sind 48,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die wesentlichen Gründe für den Anstieg sind eine sehr gute operative Geschäftsentwicklung sowie erhaltene Anzahlungen für zukünftige Polysilicium-Lieferungen. Im 4. Quartal 2021 leistete WACKER eine Zahlung von 250 Mio. € in ein neu eingerichtetes Pensionstreuhandvermögen (CTA). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von 99,4 Mio. € (2020: 24,8 Mio. €) hat im 2. Quartal 2021 ebenfalls zu einem Rückgang der liquiden Mittel geführt. B.30 Bilanzentwicklung Passiva
Eigenkapitalquote liegt bei 38,1 Prozent Das Konzerneigenkapital ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Es belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 3,10 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,69 Mrd. €). Damit beträgt die Eigenkapitalquote 38,1 Prozent (31. Dezember 2020: 24,3 Prozent). Der Jahresüberschuss erhöhte die Gewinnrücklagen um 827,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 202,3 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG hat die Gewinnrücklagen um 99,4 Mio. € gemindert. Die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen führte zu einem Anstieg der übrigen Eigenkapitalposten um 533,9 Mio. €. Effekte aus der Währungsumrechnung haben das Eigenkapital um 174,3 Mio. € beeinflusst. Der Anteil der anderen Gesellschafter am Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 81,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 66,6 Mio. €). Schulden sinken durch geringere Pensionsrückstellungen Die Schulden des WACKER-Konzerns sind im Jahresvergleich um 224,8 Mio. € gesunken. Das ist ein Rückgang um 4,3 Prozent auf 5,03 Mrd. €. Die Pensionsrückstellungen sanken um 900,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr und belaufen sich auf 1,81 Mrd. €. Der Grund dafür sind höhere Diskontierungszinssätze und die Einzahlung in Höhe von 250 Mio. € in das Pensionstreuhandvermögen (CTA) für die Pensionsverpflichtungen der Wacker Chemie AG. Die Diskontierungssätze betrugen im Inland 1,24 Prozent (31. Dezember 2020: 0,70 Prozent) und in den USA 2,66 Prozent (31. Dezember 2020: 2,29 Prozent). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen Jubiläumsrückstellungen sowie Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen und Altersteilzeit. Die sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf 196,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 162,5 Mio. €). Sie enthalten im Wesentlichen Verkaufsvertragsverbindlichkeiten in Form von erhaltenen Anzahlungen und langfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen deutlich auf 761,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 424,2 Mio. €). Hohe Rohstoff- und Energiepreise und längere Zahlungsziele sind im Wesentlichen dafür verantwortlich. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind um 80,8 Prozent auf 577,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 319,3 Mio. €) gestiegen. Hier wirkt sich ein Anstieg der Personalverbindlichkeiten und Personalrückstellungen aus. Die erfolgsabhängige Vergütung für das Jahr 2021 ist im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen und erhöht die Verbindlichkeiten. Die kurzfristigen erhaltenen Anzahlungen beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 155,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 46,7 Mio. €). Finanzierungsverbindlichkeiten nahezu konstant Die lang- und kurzfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten sind zum Bilanzstichtag um 31,3 Mio. € auf 1,44 Mrd. € (31. Dezember 2020: 1,41 Mrd. €) gestiegen. Auf Grund von Fälligkeiten im Jahr 2022 wurden rund 250 Mio. EUR in den kurzfristigen Bereich umgegliedert. Währungseffekte haben die Finanzierungsverbindlichkeiten leicht reduziert. Die Finanzierungsverbindlichkeiten valutieren im Wesentlichen auf Euro und us-Dollar. Der wesentliche Teil der Finanzierungsverbindlichkeiten wird fest verzinst. WACKER weist zum 31. Dezember 2021 Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 153,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 122,8 Mio. €) aus. Für weitere Informationen über unsere Finanzierungsverbindlichkeiten siehe Ziffer 16 im Konzernanhang. Für weitere Informationen zu den Angaben und Zielen des Finanzmanagements siehe Ziffer 13 im Konzernanhang. FinanzlageGrundsätze und Ziele unseres Finanzmanagements Wichtigstes Ziel unseres Finanzmanagements ist, die Finanzkraft von WACKER langfristig zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, den Finanzbedarf des operativen Geschäfts sowie den Finanzbedarf für Investitionen ausreichend zu decken. Das Finanzmanagement bei WACKER umfasst das Kapitalstrukturmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement und das Management von Marktpreisrisiken (Währung, Zinsen). Das Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung erfasst. Die entstehenden Liquiditätsbedarfe deckt WACKER mittels geeigneter Instrumente wie beispielsweise der internen Konzernfinanzierung durch Ausleihungen oder durch lokale externe Bankdarlehen. WACKER folgt einer bedachten Finanzierungspolitik, die auf ein ausgewogenes Finanzierungsportfolio, ein diversifiziertes Fälligkeitsportfolio und ein komfortables Liquiditätspolster ausgerichtet ist. Die wichtigste Liquiditätsquelle des Konzerns ist die operative Geschäftstätigkeit unserer Konzerngesellschaften und die daraus resultierenden Einzahlungen. Der zentrale konzerninterne Finanzausgleich verringert das Volumen der benötigten Fremdfinanzierung und unseren Zinsaufwand. Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe, die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen und Zinssätzen auf das Ergebnis des Konzerns zu begrenzen. Neue Finanzierungsmaßnahmen im Jahr 2021 WACKER hat im Vorjahr mehrere langfristige Darlehen abgeschlossen und die Finanzplanung langfristig aufgestellt. Die Darlehen haben Laufzeiten von vier bis sechs Jahren. Dabei erfolgten die Ziehungen zum Teil im Jahr 2021, zum Teil erfolgen sie in 2022. Im Dezember 2021 wurde ein auslaufender Konsortialkredit in Höhe von 200 Mio. € durch einen neu abgeschlossenen Konsortialkredit in gleicher Höhe ersetzt. Der neu abgeschlossene Kredit dient als Kreditlinie und hat eine Laufzeit bis 2026. Finanzierungsanalyse Ein wesentliches Instrument des Liquiditätsmanagements stellt die Cashflow-Entwicklung des Konzerns dar. Als interne Kennzahl zur Liquiditätsmessung des operativen Geschäfts dient der Netto-Cashflow. Netto-Cashflow Das langfristige Ziel von WACKER, Investitionen im Wesentlichen aus dem eigenen Cashflow zu finanzieren, hat WACKER im Jahr 2021 deutlich erreicht. Der Netto-Cashflow belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 760,8 Mio. € (2020: 697,7 Mio. €). B.31 Netto-Cashflow
Der Netto-Cashflow ist definiert als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere). B.32 Netto-Cashflow in Mio. €
Brutto-Cashflow Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) belief sich im Geschäftsjahr 2021 auf 1,06 Mrd. € (2020: 873,7 Mio. €). Das Jahresergebnis von 827,8 Mio. € (2020: 202,3 Mio. €) verbesserte den Brutto-Cashflow deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Die Veränderungen des Working Capital betrug -53,7 Mio. € (2020: 100,0 Mio. €). Die im Periodenergebnis enthaltenen Abschreibungen von 404,2 Mio. € (2020: 403,5 Mio. €) erhöhen den operativen Cashflow. Die Einzahlung in das Pensionstreuhandvermögen in Höhe von 250 Mio. € sowie die im Jahr 2021 geflossenen Abfindungen aus dem Effizienzprogramm "Zukunft gestalten" von 44,6 Mio. € wirkten sich negativ auf den Brutto-Cashflow aus. B.33 Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit (Brutto-Cashflow) in Mio. €
Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit wird durch die Investitionsprojekte des Konzerns geprägt. Im Jahr 2021 lagen die Auszahlungen für Investitionen mit -321,3 Mio. € über dem Vorjahresniveau (2020: -226,5 Mio. €). Mehr als die Hälfte dieser Investitionen hat WACKER im Inland getätigt. Aus der Rückzahlung einer strategischen Ausleihung an das at Equity bilanzierte Unternehmen Dow Siloxane (Zhangjiagang) Co., Ltd. erhielt WACKER eine Zahlung in Höhe von 46,8 Mio. €. Der Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum Januar bis Dezember 2021 auf -303,6 Mio. € (2020: -176,0 Mio. €). B.34 Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit vor Wertpapieren in Mio. €
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit belief sich im Geschäftsjahr auf -153,9 Mio. € (2020: 117,1 Mio. €). Er zeigt die Netto-Rückzahlung von externen Finanzierungsverbindlichkeiten in Höhe von -12,1 Mio. € (2020: 177,1 Mio. €). Die Dividendenzahlung der Wacker Chemie AG in Höhe von -99,4 Mio. € führte im 2. Quartal zu einem Mittelabfluss. Rückzahlungen von Leasingverbindlichkeiten beliefen sich auf -31,4 Mio. € (2020: -31,8 Mio. €). Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Der Finanzmittelbestand erhöhte sich auf 926,6 Mio. € (2020: 626,0 Mio. €). Die Liquidität aus Zahlungsmitteln sowie lang- und kurzfristigen Wertpapieren ist deutlich von 1,34 Mrd. € auf 1,98 Mrd. € gestiegen. WACKER weist Nettofinanzvermögen aus Die Kennzahl Nettofinanzschulden beziehungsweise Nettofinanzvermögen definiert WACKER als den Saldo aus der Bruttofinanzverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzierungsverbindlichkeiten) und der vorhandenen langfristigen und kurzfristigen Liquidität, bestehend aus Wertpapieren, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten. Das Nettofinanzvermögen belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 546,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 67,5 Mio. € Nettofinanzschulden). B.35 Nettofinanzvermögen/Nettofinanzschulden in Mio. €
Das Nettofinanzvermögen ist im Wesentlichen auf die Einzahlungen aus dem operativen Geschäft zurückzuführen. Neben den im Bericht zur Vermögenslage ausgewiesenen Finanzierungsverbindlichkeiten verfügt WACKER über ausreichende nicht in Anspruch genommene Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von über 900 Mio. €. Über die bestehenden Kreditlinien haben wir genügend finanziellen Spielraum, das weitere Wachstum des Konzerns sicherzustellen. Außerbilanzielle Finanzierungselemente setzt der Konzern nicht ein. Rating WACKER verfügt über ausreichende Kreditlinien bei Banken und nimmt geratete Finanzierungsinstrumente wie Anleihen und Commercial Papers nicht in Anspruch. Aus diesem Grund hat WACKER bisher kein Kreditrating veröffentlicht. Vorschlag zur GewinnverwendungDie Wacker Chemie AG weist für das Jahr 2021 nach handelsrechtlichen Vorschriften einen Bilanzgewinn von 1.734,9 Mio. € aus. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 8,00 € je Aktie vor. Bezogen auf die am 31. Dezember 2021 dividendenberechtigten Aktien entspricht die Bardividende einer Ausschüttungssumme von 397,4 Mio. €. Bezogen auf den durchschnittlichen Börsenkurs der WACKER-Aktie im Jahr 2021 ergibt sich eine Dividendenrendite von 6,0 Prozent. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns durch den Vorstand WACKER hat das Jahr 2021 mit neuen Bestwerten bei Umsatz, Ergebnis und Netto-Cashflow abgeschlossen. Zum kräftigen Umsatzplus des vergangenen Jahres haben alle unsere Geschäftsbereiche beigetragen. In den meisten unserer Abnehmerbranchen war die Nachfrage das gesamte Jahr hindurch anhaltend hoch. Gleichzeitig haben wir für unsere Produkte deutlich bessere Preise als 2020 erzielt. Das hat auch dazu beigetragen, dass wir die zum Teil stark gestiegenen Rohstoffpreise kompensieren konnten. In unserem Chemiegeschäft verzeichneten alle Bereiche beim Umsatz zweistellige Wachstumsraten. Besonders kräftig fiel das Plus im Geschäft mit Polysilicium aus. WACKER POLYSILICON hat 2021 seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Das EBITDA der einzelnen Geschäftsbereiche hat sich 2021 unterschiedlich entwickelt. In den Geschäftsbereichen WACKER POLYSILICON und WACKER SILICONES ist das EBITDA im Jahresvergleich kräftig gewachsen. Auch WACKER BIOSOLUTIONS verzeichnet ein leichtes Plus. Dagegen ging das EBITDA von WACKER POLYMERS wegen stark gestiegener Rohstoffpreise etwas zurück. Kosteneinsparungen aus den laufenden Effizienzprogrammen des Unternehmens haben das EBITDA in allen Geschäftsbereichen positiv beeinflusst. Der ROCE ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. Der Personalaufwand ist absolut gestiegen, im Verhältnis zum Umsatz aber zurückgegangen. Die Herstellungskosten sind im Verhältnis zum Umsatz zwar gesunken, absolut betrachtet haben höhere Rohstoff- und Energiekosten die Herstellungskosten jedoch deutlich ansteigen lassen. Die Abschreibungen liegen auf dem Niveau des Vorjahres und sind damit im Verhältnis zum Umsatz deutlich niedriger. Das Konzerneigenkapital ist mit 3,10 Mrd. € gegenüber dem Vorjahr um 1.408,6 Mio. € gestiegen. Wesentlich dafür verantwortlich sind der höhere Jahresüberschuss sowie die erfolgsneutrale Anpassung der Pensionsrückstellungen. Die Eigenkapitalquote hat sich von 24,3 Prozent auf 38,1 Prozent erhöht. Die Nettofinanzschulden des Konzerns sind deutlich zurückgegangen und WACKER weist zum Ende des Jahres 2021 ein Nettofinanzvermögen aus. Die Hauptursache dafür ist der hohe Mittelzufluss aus dem operativen Geschäft. Das Nettofinanzvermögen beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf -546,5 Mio. €. Die Investitionen haben sich gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Mit 343,8 Mio. € lagen sie aber weiterhin unter den Abschreibungen. Der Netto-Cashflow ist mit 760,8 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Trotz der nach wie vor bestehenden Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hat WACKER im Geschäftsjahr 2021 sehr gute Ergebnisse erzielt. Die hohe Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen unterstreicht die ausgezeichneten Wachstumspotenziale unseres Geschäftsportfolios. Weitere Informationen zu Forschung und Entwicklung, Mitarbeiter, Einkauf, Produktion, Vertrieb und MarketingForschung und Entwicklung Mit seiner Forschung und Entwicklung (F & E) verfolgt WACKER drei Ziele:
Die F & E-Quote - das Verhältnis der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen zum Konzernumsatz - liegt mit 2,6 Prozent (2020: 3,3 Prozent) unter dem Vorjahr. B.36 Ausgaben für Forschung und Entwicklung
Im Geschäftsjahr 2021 haben wir 77 Erfindungen zum Patent angemeldet (2020: 91). Im Rahmen des Programms "Zukunft gestalten" haben wir gemeinsam mit den operativen Bereichen das Patentportfolio bereinigt. Es umfasst nun weltweit rund 3.600 aktive Patente sowie rund 1.200 laufende Patentanmeldungen. Know-how von Dritten lizenzieren wir lediglich in geringem Umfang. Bei Forschungskooperationen mit Hochschulen tragen wir dafür Sorge, dass uns die Ergebnisse in der Regel mittels Übertragung der Nutzungsrechte oder kostenlos zugänglich sind. Wir haben in neue Labore und deren Ausstattung sowie in Pilotanlagen und Pilotreaktortechnologien investiert. Die Arbeitsprozesse unserer internationalen F & E-Kompetenzzentren haben wir weiter automatisiert und digitalisiert. Am Standort Nünchritz haben wir eine Pilotanlage mit einer neuen Technologie zur Herstellung von Siliconharzen errichtet. B.37 Investitionen in F & E-Einrichtungen in Mio. €
Ein Großteil der F & E-Kosten entfiel darauf, Produkte und Produktionsverfahren zu entwickeln. Die Zukunftsfelder, in denen WACKER tätig ist, sind insbesondere Energie, Elektronik, Automobil, Medizin, Consumer Care, Biotechnologie und Bauanwendungen. Besonderes Augenmerk legen wir auf effizienten Energieeinsatz, Energiespeicherung und Erzeugung regenerativer Energie. B.38 Struktur der F & E-Aufwendungen in %
Mit unserer Initiative "New Solutions" entwickeln wir technisch und kommerziell überlegene Lösungen für neue Anwendungen. Wir bündeln unsere Kompetenzen konzernweit und setzen sie bereichsübergreifend bedarfsgerecht ein. Einige unserer Forschungsprojekte werden durch Zuwendungen von öffentlicher Hand gefördert. Der Schwerpunkt dieser Projekte lag im Berichtszeitraum auf Prozessthemen, Elektromobilität, Leichtbau, stofflicher Verwendung von CO 2 , künstlicher Intelligenz und Biotechnologie. Einige Projektbeispiele:
Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf zwei Ebenen WACKER forscht und entwickelt auf zwei Ebenen: im Zentralbereich Forschung und Entwicklung (F & E) sowie dezentral in den Geschäftsbereichen, die anwendungsnah forschen und entwickeln. Der Zentralbereich F & E koordiniert diese Arbeiten unternehmensweit und bindet andere Bereiche ein. Im Projekt System Innovation (PSI) steuern wir unsere Produkt und Prozessinnovationen konzernweit, indem wir Kundennutzen, Umsatzpotenzial, Profitabilität, Technologieposition und Nachhaltigkeitsbeitrag systematisch bewerten. Strategische Zusammenarbeit mit Kunden und Forschungseinrichtungen Wir kooperieren mit Kunden, wissenschaftlichen Instituten und Universitäten, um schneller und effizienter Forschungserfolge zu erzielen. Die Themen unserer Kooperationen sind unter anderem Stromspeicherung, Bauanwendungen sowie Prozesssimulation und -entwicklung. Die Wacker Chemie AG gründete im Jahr 2006 gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) das am Forschungscampus Garching beheimatete WACKER-Institut für Siliciumchemie, das wir seither fördern. Forschungsarbeit bei WACKER In der F & E waren im Jahr 2021 konzernweit 762 Mitarbeiter beschäftigt (2020: 752). Dies entspricht 5,3 Prozent der Mitarbeiter (2020: 5,3 Prozent). Davon arbeiteten 594 Mitarbeiter bei der F & E in Deutschland und 168 im Ausland. Alexander Wacker Innovationspreis Den mit 10.000 € dotierten Alexander Wacker Innovationspreis verleihen wir seit dem Jahr 2006 im Rahmen der WACKER Innovation Days, eines jährlichen Forschungssymposiums, für Leistungen in der Produktinnovation, Prozessinnovation und Grundlagenforschung. Das deutschchinesische Gewinnerteam des Jahres 2021 hat den Prozess für Vinylacetat-Ethylen(VAE)-Polymerdispersionen hinsichtlich Produktdurchsatz und Energieeinsatz verbessert. Die Forscher optimierten die Wärmeabfuhr und erhöhten damit die Nachhaltigkeit des VAE-Produktionsprozesses deutlich. Ausgewählte Forschungsthemen des Zentralbereichs Forschung und Entwicklung Im Fokus unserer Zentralen Konzernforschung stehen Projekte, die nachhaltige Themen voranbringen, beispielsweise Kreislaufwirtschaft und nachwachsende Rohstoffe. Wir forschen am Einsatz nachhaltiger Verfahren, um den CO 2 -Fußabdruck unserer Produkte und Produktionsverfahren kontinuierlich zu verringern. Ein Schwerpunkt unserer Aktivitäten ist die biotechnologische Forschung, bei der wir zunehmend automatisiert und digitalisiert arbeiten. Im Berichtszeitraum haben wir Mittel- und Hochdurchsatzsysteme für das Screening von Stammbibliotheken etabliert. In der Fermentation erfassen wir umfangreiche Prozessdaten, um Verfahren computergestützt zu simulieren und zu optimieren. In der Mikrobiologie setzen wir zwei Schwerpunkte: Einerseits entwickeln und verbessern wir Technologien zur Produktion von Proteinen und Nukleinsäuren (DNA, RNA) für die Pharmabranche. Zum anderen forschen wir an Produktionssystemen und technologischen Synergien für neue Inhaltsstoffe von Lebensmitteln. Unsere Grundlagenforschung setzt weiterhin einen Schwerpunkt auf die Chemie des niedervalenten Siliciums und Germaniums zum industriellen Einsatz, beispielsweise in der Katalyse und Synthese. Dabei kooperieren wir eng mit dem WACKER-Institut für Siliciumchemie an der TUM. Ausgewählte Forschungsprojekte aus unseren Geschäftsbereichen Bei unseren Kunden gewinnen Nachhaltigkeit und Abbaubarkeit von Stoffen weiter an Bedeutung. Unsere Forscher in Burghausen und München arbeiten an Siliconsystemen in Kombination mit nachhaltigen Materialien und abbaubaren organischen Bausteinen. Im Kompetenzzentrum Shanghai forscht WACKER SILICONES an Füllstoffen für Wärmeleitmaterialien insbesondere für die Automobil- und Elektronikindustrie. Ein Schwerpunkt des Burghauser Kompetenzzentrums liegt auf Faserverbundstoffen für temperaturstabile, feuerfeste Leichtbauelemente aus Kohle- oder Glasfasern und Siliconharzen. Zum Einsatz in Sensoren hat WACKER SILICONES druckbare, elastische Elektrodenmaterialien entwickelt. Im Kompetenzzentrum Anyang, Südkorea, forschen wir an harzgefüllten, optisch klaren Siliconsystemen für Optical Bonding, um die Funktionalität von Bildschirmen weiter zu erhöhen. Wir arbeiten weiterhin an UV-aktivierbaren Siliconen, deren Einsatz im Vergleich zur thermischen Härtung Energie spart. Am Forschungsstandort Ann Arbor, Michigan, USA, entwickeln wir Siliconsysteme zum gezielten Freisetzen von Wirkstoffen in der Wundversorgung. Unsere Forschungsaktivitäten digitalisieren wir durch Molekülsimulation und Big-Data-Analysen. Mit der Initiative Innovation Heroes fördern wir die Innovationskultur bei WACKER SILICONES. Die besten Ideen und Entwicklungen würdigen wir mit einer Auszeichnung und verfolgen sie in unserer Forschungsarbeit. In interdisziplinären HIT-Teams (High Innovation ImpacT) arbeiten wir mit Innovationsmethoden wie Design Thinking, um Kundenbedürfnisse zu erkennen und gezielt Lösungen zu entwickeln. Im Berichtsjahr haben die HIT-Teams Schwerpunkte auf die Themen Hygiene und Pandemie gesetzt. WACKER POLYMERS legt einen Forschungsschwerpunkt auf nachhaltige, funktionelle polymere Bindemittel für die Baubranche und Konsumgüter. Wir verbessern fortlaufend Produkte, die frei von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) sind und den Einsatz nachhaltiger Formulierungskomponenten in den verschiedensten Materialien ermöglichen. Im Fokus stehen nachwachsende Rohstoffe sowie polymere funktionelle Additive zur Produktion bioabbaubarer Materialien. Im Berichtszeitraum haben wir funktionalisierte Polymerdispersionen, polymere Dispersionspulver und polymere Harze auf den Markt gebracht, mit denen unsere Kunden veredelte Dispersionsfarben und leistungsfähige Kompositmaterialien herstellen. Wir haben nachhaltige Bindemittel für Klebstoffe sowie für zementäre Baustoffe eingeführt. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützen wir beim Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen. Das Angebot unseres gemeinsamen Förderprojekts "ChangeLab! WACKER/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainable Construction" richten wir an Studenten des KIT sowie an Architekten, Ingenieure und Bauexperten. Wir vernetzen die Stufen der Bauwertschöpfungskette mit der Forschung, indem wir den Austausch über Ideen und Denkansätze für Materialentwicklung sowie kreislaufgerechte Konstruktionen fördern. » https://changelab.exchange WACKER BIOSOLUTIONS stärkt seine biotechnologischen Kompetenzen für die Märkte Biopharma und Nahrungsmittel. Unsere Proteinproduktionsplattform ESETEC® haben wir im Berichtszeitraum weiterentwickelt und die Versorgung mit schwierig zugänglichen Pharmaproteinen über alle Entwicklungsstufen optimiert. Wir entwickeln effiziente Produktionsprozesse für Plasmid-DNA (pDNA). Das Team an unserem neuen Standort San Diego, Kalifornien, USA, ist erfahren in der Herstellung von pDNA nach den Qualitätsrichtlinien der Good Manufacturing Practice (GMP). Am Standort Amsterdam können wir für Pharmakunden mRNA-basierte Wirkstoffe gemäß GMP produzieren. Weiter optimiert haben wir unsere LIBATEC®-Technologie zur Produktion von Lebendbakterien als pharmazeutisch aktiven Wirkstoffen. Im Bereich Nahrungsmittel entwickeln wir fermentative Verfahren zur Produktion hochwertiger, biobasierter Inhaltsstoffe für die Lebensmittelindustrie. Bei Zellkulturfleisch ("Clean Meat") sehen wir uns als Zulieferer für hochwertige Medienkomponenten und arbeiten mit Partnern an Produktionstechnologien. Für unsere vielfältig einsetzbaren Cyclodextrine entwickeln wir Anwendungen in der Lebensmittelbranche, Landwirtschaft und Pharmazie weiter. WACKER POLYSILICON hat im Berichtsjahr das Projekt Quality LeaP (Quality Leadership in Polysilicon) initiiert, um bei weiter steigenden Reinheitsanforderungen der Kunden seine Qualitätsführerschaft auszubauen. Die technologische Entwicklung der Solarmodule macht über alle Schritte der Wertschöpfungskette enorme Fortschritte, was sich in kontinuierlich steigenden Zellwirkungsgraden widerspiegelt. Höchste Zellwirkungsgrade können nur mit höchstreinem Polysilicium erzielt werden, wie WACKER POLYSILICON es produziert. Referenzstudien wie die International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) weisen für monokristalline Solarzellen mit PERC-Technologie (Passivated Emitter Rear Cell) Wirkungsgrade von mittlerweile über 22 Prozent aus. Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel der eingestrahlten Energie eine Solarzelle in Strom umwandelt. Monokristalline Hochleistungszellen, beispielsweise Heterojunction- oder Interdigitated-Back-Contact-Solarzellen, erreichen Wirkungsgrade von 23 bis 25 Prozent. Solche Hochleistungssegmente setzen die hohe Qualität des Polysiliciums von WACKER voraus. Wir sind Mitglied der Initiative Ultra Low-Carbon Solar Alliance (ULCSA), die sich für den Einsatz von Photovoltaikkomponenten mit einem niedrigen CO 2-Fußabdruck engagiert. » https://ultralowcarbonsolar.org/ Mitarbeiter Die Zahl der Mitarbeiter bei WACKER hat sich im Geschäftsjahr 2021 um 0,9 Prozent erhöht. In Deutschland arbeiten 69,5 Prozent der Mitarbeiter von WACKER; 30,5 Prozent sind an ausländischen Standorten beschäftigt. Bei der Umsetzung des Effizienzprogramms "Zukunft gestalten" hatte sich das Unternehmen im Jahr 2020 mit den Arbeitnehmervertretungen auf ein Rahmenkonzept zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Umgesetzt wird der Stellenabbau in Deutschland ausschließlich mit sozialverträglichen und freiwilligen Maßnahmen wie Altersteilzeitregelungen oder Aufhebungsverträgen. Betriebsbedingte Kündigungen im Rahmen dieses Projekts sind in Deutschland ausgeschlossen. WACKER hat als produzierendes Unternehmen einen hohen Anteil gewerblicher Arbeitnehmer (48,5 Prozent). Rund jede achte gewerbliche Stelle wird von einer Frau besetzt (12,1 Prozent). B.39 Anzahl Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember
B.40 Personalaufwand
Der Personalaufwand lag mit 1.475,1 Mio. € über dem Niveau des Vorjahres (2020: 1.329,4 Mio. €). Darin enthalten sind Aufwendungen für Sozialleistungen und die betriebliche Altersversorgung in Höhe von 319,9 Mio. € (2020: 288,7 Mio. €). Die Pflegezusatzversicherung Care-Flex Chemie, die von dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) eingeführt wurde, gilt seit Juli 2021 für die tariflichen Beschäftigten der deutschen Standorte der Wacker Chemie AG. Die betriebliche Altersversorgung ist für WACKER ein wichtiger Bestandteil der Vergütung. Sie wird an den meisten Standorten im In- und Ausland gewährt. In Deutschland bietet WACKER eine betriebliche Altersversorgung über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Mitarbeiter können ihre betriebliche Altersversorgung durch eigene Beiträge ergänzen. Die ergänzende Vorsorge wird von WACKER nach den tarifvertraglichen Bestimmungen gefördert. Mitarbeiter in Deutschland erhalten zur Absicherung des Gehaltsteils oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze eine Zusatzversorgung. Die Pensionskasse hat rund 18.200 Mitglieder und leistet an rund 9.100 Rentenbezieher Pensionsleistungen. Die durchschnittlich ausgezahlte Rente betrug im Berichtsjahr 691 € pro Monat. Zu den Beiträgen der Mitglieder steuerte WACKER je nach Vertragsart bis zum Vierfachen der Eigenbeiträge bei. WACKER will die betriebliche Altersversorgung für künftige Pensionsansprüche reformieren und zukunftssicher, attraktiv und flexibler gestalten. Gleichzeitig soll das Unternehmen im Niedrigzinsumfeld entlastet werden. Das Unternehmen führt dazu Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertretungen haben sich im Berichtsjahr auf ein Eckpunktepapier geeinigt, mit dem für bestehende Mitarbeiter bisherige Tarife und erworbene Ansprüche erhalten bleiben. Das Modell der lebenslangen Rente soll es für diesen Mitarbeiterkreis weiterhin geben, künftig mit zusätzlichen Optionen zur Auszahlung je nach individueller Lebenssituation. Für neu ins Unternehmen eintretende Mitarbeiter soll die betriebliche Altersvorsorge künftig im Wege einer attraktiven Direktzusage auf Kapitalbasis mit gleichzeitig hoher Risikoabsicherung im Notfall durchgeführt werden. Dieser Neutarif soll auch den Beschäftigten aus bestehenden Tarifen zu einem freiwilligen Wechsel offenstehen. Zur teilweisen Finanzierung der von WACKER über Direktzusagen eingegangenen Pensionszusagen hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2021 eine Einzahlung in eine Treuhandgesellschaft in Höhe von rund 250 Mio. € getätigt. Dabei geht es um diejenigen Firmenleistungen, die über die Grundversorgung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG hinausgehen. Einkauf und Logistik (Kapitel ungeprüft) Das Beschaffungsvolumen von WACKER ist im Geschäftsjahr 2021 auf 3,9 Mrd. € (2020: 2,8 Mrd. €) gewachsen. Die wichtigsten Gründe dafür sind die deutlich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, aber auch die gestiegenen Mengen. Die Einkaufsquote - die Beschaffung für Rohstoffe, Dienstleistungen und Material, bezogen auf den Umsatz - lag mit 62 Prozent annähernd auf dem Vorjahresniveau (2020: 61 Prozent). Die Zahl der Lieferanten lag im Zuge der fortlaufenden Konsolidierung mit ca. 10.000 rund zehn Prozent unter dem Vorjahr. Das Beschaffungsvolumen für Energie, Rohstoffe und Packmittel liegt mit 2,5 Mrd. € (2020: 1,8 Mrd. €) knapp 40 Prozent über dem Vorjahr. Der Großteil dieses Anstiegs ist auf höhere Rohstoffpreise zurückzuführen, der Rest entfällt auf höhere Mengen. B.41 Beschaffungsvolumen (inkl. Beschaffung für Investitionen)
Produktion (Kapitel ungeprüft) Die Produktionsmengen sind im Vergleich zum Vorjahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz gestiegen. Die Produktionskosten sind dagegen leicht gesunken. B.42 Produktionsauslastung 2021
Im Geschäftsjahr 2021 betrugen die Investitionen 343,8 Mio. € (2020: 224,4 Mio. €). Die Instandhaltungskosten beliefen sich auf rund 386,2 Mio. €. B.43 Wichtige Inbetriebnahmen
Schwerpunkte des Produktivitätsprogramms Mit dem kontinuierlichen Programm "Wacker Operating System" (WOS) steigern wir unsere Produktivität über die gesamte Wertschöpfungskette. Wichtigstes Ziel ist es, die spezifischen Betriebskosten Jahr für Jahr weiter zu verringern. Im Geschäftsjahr 2021 haben wir rund 1.000 Verbesserungsprojekte bearbeitet. Dabei betreffen die Kosteneinsparungen alle Kostenarten. Schwerpunkte der Verbesserungsmaßnahmen waren 2021 auf Grund der hohen Auslastung der Anlagen Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung. Zusätzlicher Fokus lag auf Maßnahmen, die spezifischen Energieverbräuche im Rahmen der Nachhaltigkeit zu verringern. Die wos-Academy entwickelte im Jahr 2021 auf Grund der Corona-Pandemie mehrere neue Online-Schulungen und konnte in zehn Schulungen über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verbesserungsmethoden wie Six Sigma und LEAN trainieren. Vertrieb und Marketing (Kapitel ungeprüft) WACKER verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 in allen Geschäftsbereichen einen deutlichen Umsatzanstieg. Hohe Absatzmengen und bessere Preise sind wesentlich dafür verantwortlich. Den größten prozentualen Zuwachs erzielte der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON, der seinen Umsatz fast verdoppeln konnte. Die drei Geschäftsbereiche WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS und WACKER BIOSOLUTIONS konnten im Umsatz jeweils prozentual im zweistelligen Bereich zulegen. Unser Chemiegeschäft wird bestimmt von drei Kundenkategorien: Key Accounts, regionale Kunden und Distributoren. Aktuell hat WACKER 40 Key Accounts, mit denen wir im Jahr 2021 rund 26 Prozent unseres Umsatzes in den Chemiebereichen erwirtschaftet haben. Mehr als 50 Prozent des Umsatzes resultieren aus dem Geschäft mit rund 5.000 aktiven Kundenbeziehungen. Rund 22 Prozent entfallen auf Umsätze mit unseren Distributoren. Die Marketingkommunikation ist ein zentrales Element, um den Markenauftritt und den Absatz unserer Produkte zu unterstützen. Im Jahr 2021 haben wir dafür 5,7 Mio. € (2020: 7,5 Mio. €) ausgegeben. Die Zahl der Messen lag bei 48 (2020: 32). Den Erfolg unserer Messekommunikation analysieren wir qualitativ und quantitativ. Lagebericht der Wacker Chemie AG(Ergänzende Erläuterungen nach HGB)Der Lagebericht der Wacker Chemie AG und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2021 sind nach § 315 Abs. 5 HGB in Verbindung mit § 298 Abs. 2 HGB zusammengefasst. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG nach HGB und der zusammengefasste Lagebericht werden zeitgleich im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der zusammengefasste Lagebericht umfasst grundsätzlich auch alle gesetzlich verpflichtenden Bestandteile für die Wacker Chemie AG. Ergänzend zur Berichterstattung über den WACKER-Konzern erläutern wir die Entwicklung der Wacker Chemie AG. Die Wacker Chemie AG ist das Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns und hat ihren Sitz in München. Sie ist operativ in den vier Geschäftsbereichen WACKER SILICONES, WACKER POLYMERS, WACKER BIOSOLUTIONS und WACKER POLYSILICON tätig und erzielt in diesen Geschäftsbereichen einen wesentlichen Teil des Konzernumsatzes. Die Wacker Chemie AG ist stark durch ihre direkten und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften und Beteiligungen im In- und Ausland geprägt. Die Wacker Chemie AG hält insgesamt 48 Tochtergesellschaften, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen und umfasst ferner die Zentralfunktionen des Konzerns. Wesentliche Leitungsfunktionen des Gesamtkonzerns liegen in der Verantwortung des Vorstands der Wacker Chemie AG. Er legt unter anderem die Konzernstrategie fest, verteilt Ressourcen wie zum Beispiel Investitionsmittel und verantwortet das Führungskräfte- und das Finanzmanagement. Der Vorstand der Wacker Chemie AG bestimmt auch die Kommunikation mit wichtigen Zielgruppen des Unternehmens, insbesondere mit dem Kapitalmarkt und den Aktionären. Die verwendeten Steuerungskennzahlen zur Unternehmenssteuerung werden konzernweit in den Geschäftsbereichen eingesetzt. Die Unternehmensziele werden für die Geschäftsbereiche konzernweit definiert und berichtet. Für die Wacker Chemie AG als selbstständige Einheit erfolgt keine eigenständige Steuerung. Wir verweisen hierzu auf die für den Konzern gemachten Erläuterungen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Wacker Chemie AG entsprechen im Wesentlichen denen des Konzerns. Der Jahresabschluss der Wacker Chemie AG ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Wesentliche Abweichungen zu den IFRS-Werten bestehen beim Anlagevermögen, bei den Abschreibungen, bei Nutzungsrechten sowie Finanzverbindlichkeiten im Rahmen der Leasingbilanzierung, den Pensionsrückstellungen und den latenten Steuern. Bezogen auf das EBITDA ergeben sich nur geringfügige Unterschiede zwischen IFRS und HGB. B.44 Gewinn- und Verlustrechnung
1 EBITDA ist das Betriebsergebnis vor
Abschreibung / Zuschreibungen auf Anlagevermögen.
Ertragslage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Ertragslage der Wacker Chemie AG entwickelte sich im Geschäftsjahr 2021 positiv. Sie war geprägt durch einen deutlichen Anstieg der Gesamtleistung und des Betriebsergebnisses. Zum Jahresende wies die Wacker Chemie AG einen Jahresüberschuss von 635,7 Mio. € (Vorjahr Jahresfehlbetrag von -101,5 Mio. €) aus. Das ist ein Anstieg um 737,2 Mio. € gegenüber dem Vorjahr. Beim Umsatz verzeichnete die Wacker Chemie AG einen deutlichen Anstieg von 34 Prozent auf 4,81 Mrd. € (2020: 3,58 Mrd. €). Hierzu trugen alle Geschäftsbereiche bei. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES verzeichnete mit 1,95 Mrd. € Umsatz einen Anstieg um 15 Prozent (2020: 1,70 Mrd. €). Der Umsatz im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wuchs auf 1,0 Mrd. € (2020: 780,1 Mio. €). Dies entspricht einem Anstieg von 28 Prozent. Im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS erhöhte sich der Umsatz um 10,3 Mio. € auf 155,9 Mio. € (2020: 145,6 Mio. €). Der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON verzeichnete im Geschäftsjahr 2021 ein deutliches Umsatzwachstum von 93 Prozent auf 1,53 Mrd. € (2020: 794,2 Mio. €). Die Gesamtleistung erhöhte sich insgesamt um 1,39 Mrd. € auf 4,94 Mrd. €. Der Materialaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 um 521,9 Mio. € auf 2,34 Mrd. € (2020: 1,82 Mrd. €). Dabei stiegen insbesondere die Aufwendungen aus dem Bezug von strategischen Rohstoffen. Vor allem wirkten sich die höheren Preise und Mengen bei Vinylacetatmonomer negativ auf das Ergebnis aus. Die Preise für Methanol, Ethylen und Essigsäure stiegen ebenfalls an. Auch die Aufwendungen für Energie erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Die Materialeinsatzquote betrug im Geschäftsjahr 2021 47,4 Prozent (2020: 51,3 Prozent). Der Personalaufwand erhöhte sich leicht um ein Prozent auf 1,08 Mrd. € (2020: 1,07 Mrd. €). Für diesen Anstieg sind neben den tariflichen Lohn- und Gehaltserhöhungen insbesondere die höheren variablen Vergütungsbestandteile, die im Jahr 2022 ausgezahlt werden, verantwortlich. Im Vorjahr waren im Personalaufwand zusätzlich Sonderaufwendungen zur finanziellen Absicherung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG und für das Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" enthalten. Zum Jahresende 2021 beschäftigte die Wacker Chemie AG 9.724 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31. Dezember 2020: 9.823). Die Personalaufwandsquote sank auf 21,9 Prozent (2020: 30,1 Prozent). Die Abschreibungen reduzierten sich weiter auf 149,9 Mio. € (2020: 169,6 Mio. €). Das ist ein Minus von zwölf Prozent. Das sonstige betriebliche Ergebnis, bestehend aus sonstigem betrieblichen Ertrag und sonstigem betrieblichen Aufwand, belief sich mit -541,5 Mio. € (2020: -539,3 Mio. €) auf Vorjahresniveau. Im sonstigen betrieblichen Aufwand sind neben Währungsverlusten Aufwendungen für Vertriebskosten, Instandhaltung, sonstige Fremdarbeiten, Mieten, Wartungskosten, Forschungs- und Entwicklungskosten sowie Kostenübernahmen für Tochtergesellschaften ausgewiesen. Die Aufwendungen für Instandhaltung und sonstige Fremdarbeiten stiegen im Geschäftsjahr 2021 leicht an. Im Vorjahr waren Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt "Zukunft gestalten" in Höhe von 48,9 Mio. € enthalten. Das Währungsergebnis verringerte sich um 52,6 Mio. € auf -25,5 Mio. € (2020: 27,1 Mio. €). Das Betriebsergebnis betrug 822,6 Mio. € und übertraf damit deutlich den Vorjahreswert von -49,5 Mio. €. Die im Geschäftsjahr 2021 höheren Umsätze sind die Hauptursache für diesen Anstieg. Das Beteiligungsergebnis enthält im Wesentlichen Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenausschüttungen. Diese lagen mit 99,2 Mio. € über dem Vorjahreswert von 63,8 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2021 wurden höhere Dividendenzahlungen von Tochtergesellschaften geleistet. Gegenläufig verringerte sich der Dividendenertrag aus der Beteiligung an der Siltronic AG. Zudem erfolgten Zuschreibungen der Anteile an der WACKER Química do Brasil Ltda., Jandira - São Paulo, Brasilien, und der Anteile an der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur, in Höhe von insgesamt 24,0 Mio. €. Das Zinsergebnis verringerte sich auf -105,1 Mio. € (2020: -92,4 Mio. €). Vor allem der auf 93,8 Mio. € (2020: 85,4 Mio. €) gestiegene Zinsaufwand für die Pensionsverpflichtungen ist für diesen Anstieg verantwortlich. Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beträgt 202,5 Mio. € (Vorjahr -8,2 Mio. €). Die Steuerquote beläuft sich auf 24,9 Prozent. Das Geschäftsjahr endete mit einem Jahresüberschuss von 635,7 Mio. €. Der Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2021 beläuft sich nach Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr und der Dividendenausschüttung in Höhe von 99,4 Mio. € auf insgesamt 1,73 Mrd. € (2020: 1,20 Mrd. €). Vermögens- und Finanzlage der Wacker Chemie AG nach HGBDie Bilanzsumme der Wacker Chemie AG ist gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent angestiegen und beläuft sich auf 6,99 Mrd. € (31. Dezember 2020: 6,04 Mrd. €). In den einzelnen Posten ergaben sich dabei einige gegenläufige Effekte. B.45 Bilanz
Das Anlagevermögen liegt im Geschäftsjahr 2021 mit 3,96 Mrd. € über dem Vorjahr (2020: 3,65 Mrd. €). Das Sachanlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht, da die Investitionen in Höhe von 183,1 Mio. € (31. Dezember 2020: 155,3 Mio. €) die Abschreibungen in Höhe von 146,6 Mio. € (31. Dezember 2020: 164,0 Mio. €) überstiegen. Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich ebenfalls, von 2,67 Mrd. € auf 2,94 Mrd. €. Im Geschäftsjahr 2021 wurden langfristige Wertpapiere in Höhe von 113,8 Mio. € sowie Anteile an einem geschlossenen Wertpapierfonds mit einem Anlagevolumen in Höhe von 200,0 Mio. € erworben. Gegenläufig wirkte die planmäßige Tilgung einer an die Dow Siloxane (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, gegebenen Ausleihung. Mit Wirkung zum 01. Januar 2021 wurden sieben Vorratsgesellschaften auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Das sich daraus ergebende Verschmelzungsergebnis war von untergeordneter Bedeutung. Insgesamt beträgt das Anlagevermögen 57 Prozent der Bilanzsumme. Im Vorjahr waren es 61 Prozent. Der Bestand an Vorräten hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Er belief sich auf 663,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 562,6 Mio. €). Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent. Dies ist im Wesentlichen auf erhöhte Rohstoffkosten zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 26 Prozent von 346,8 Mio. € auf 438,6 Mio. €. Die anderen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum Stichtag bei 391,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 322,5 Mio. €). Das ist ein Anstieg um 21 Prozent. Die darin enthaltenen Forderungen an verbundene Unternehmen betrugen 291,0 Mio. € (31. Dezember 2020: 246,8 Mio. €). Zum 31. Dezember 2021 verfügte die Wacker Chemie AG über Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 712,9 Mio. € (31. Dezember 2020: 680,6 Mio. €) mit einer Laufzeit von mehr als drei Monaten. Das Bankguthaben der Wacker Chemie AG belief sich zum 31. Dezember 2021 auf 770,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 463,4 Mio. €). Das Eigenkapital betrug zum Bilanzstichtag 3,14 Mrd. € (31. Dezember 2020: 2,60 Mrd. €). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 44,9 Prozent (31. Dezember 2020: 43,2 Prozent). Die Hauptversammlung der Wacker Chemie AG beschloss, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2020 eine Dividende in Höhe von 99,4 Mio. € auszuschütten. Der verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 1.099,2 Mio. € wurde auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2021 setzt sich aus dem laufenden Ergebnis des Jahres 2021 in Höhe von 635,7 Mio. € und dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr zusammen und beläuft sich auf 1.734,9 Mio. €. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 151,5 Mio. € auf 828,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 980,0 Mio. €). Im Dezember 2021 wurde ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement mit Deckungsvermögen in Höhe von 250 Mio. € dotiert und mit den Pensionsverpflichtungen verrechnet. Gegenläufig wirkten der gesunkene Diskontierungszins und weitere Zuführungen. Die anderen Rückstellungen, bestehend aus Personal-, Steuer- und Umweltschutzrückstellungen, erhöhten sich im Geschäftsjahr 2021 und betrugen 568,2 Mio. € (31. Dezember 2020: 473,0 Mio. €). Grund für diesen Anstieg in Höhe von 95,2 Mio. € waren insbesondere die Steuerrückstellungen und Rückstellungen für variable Gehaltsbestandteile. Im Verhältnis zur Bilanzsumme machen die Rückstellungen 20 Prozent aus (31. Dezember 2020: 24 Prozent). Die Finanzverbindlichkeiten betrugen zum Bilanzstichtag 1.632,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.507,3 Mio. €). Das ist ein Anstieg von acht Prozent. Die Kreditaufnahme bei Banken belief sich auf 1.054,5 Mio. € (31. Dezember 2020: 1.057,5 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen um 127,4 Mio. € an und beliefen sich auf 571,8 Mio. € (31. Dezember 2020: 444,4 Mio. €). Der Anteil der Finanzverbindlichkeiten an der Bilanzsumme reduzierte sich insgesamt auf 23 Prozent der Bilanzsumme (31. Dezember 2020: 25 Prozent). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen auf Grund der stark gestiegenen Bezugspreise für Rohstoffe um 182,2 Mio. € auf 446,4 Mio. € (31. Dezember 2020: 264,2 Mio. €). Die übrigen Verbindlichkeiten betrugen zum Stichtag 361,4 Mio. € (31. Dezember 2020: 189,1 Mio. €). Verantwortlich für den Anstieg sind im Wesentlichen die erhaltenen Anzahlungen aus Lieferverträgen insbesondere für Polysilicium. Sie stiegen um 91,7 Mio. € auf 203,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 112,0 Mio. €). Der passive Rechnungsabgrenzungsposten betrug zum Bilanzstichtag 15,7 Mio. € (31. Dezember 2020: 17,5 Mio. €). Er betrifft im Wesentlichen eine geleistete Zahlung der Siltronic AG an die Wacker Chemie AG für die Übernahme von Mitarbeitern. Der Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit konnte im Vergleich zum Vorjahr von 351,9 Mio. € auf 702,6 Mio. € gesteigert werden. Zum großen Teil ist dies auf das höhere Jahresergebnis zurückzuführen. Die Einzahlung in Höhe von 250 Mio. € in ein Contractual Trust Arrangement zur teilweisen Finanzierung der Pensionsverpflichtungen als Deckungsvermögen wirkte sich negativ auf den Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit aus. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit der Wacker Chemie AG beträgt -453,4 Mio. € (2020: -703,2 Mio. €). Freie Mittel wurden in Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 348,8 Mio. € investiert (2020: 589,4 Mio. €). Davon wurden 200 Mio. € zur Auflage eines geschlossenen Fonds verwendet. Mittelzuflüsse ergaben sich aus der vollständigen Rückführung eines Darlehens, das an die Dow Siloxane (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde. Der Netto-Cashflow als Summe aus dem Cashflow der betrieblichen Geschäftstätigkeit und dem Cashflow aus langfristiger Investitionstätigkeit (ohne Wertpapiere und Termingelder) verbesserte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 598,0 Mio. € (2020: 222,8 Mio. €). Die Zuflüsse aus Finanzierungstätigkeit betragen 57,9 Mio. € (2020: 475,3 Mio. €). Aus der konzerninternen Finanzierung ergab sich ein Mittelzufluss von 161,1 Mio. € (2020: 210,6 Mio. €). Dieser resultiert im Wesentlichen aus dem bestehenden Cashpooling mit den US-amerikanischen Tochtergesellschaften. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 führte zu einem Mittelabfluss in Höhe von -99,4 Mio. €. Die Liquidität, definiert als Summe der Wertpapiere, des WMM Universal Fonds sowie des Kassen- und Bankguthabens, ist zum 31. Dezember 2021 auf 1.799,2 Mio. € angestiegen. Im Vorjahr belief sich die Liquidität auf 1.144,0 Mio. €. Die Nettofinanzforderungen, definiert als Saldo aus Liquidität und Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten, erhöhten sich in der Folge auf 744,7 Mio. €. Im Vorjahr bestanden Nettofinanzschulden in Höhe von 86,5 Mio. €. Risiken und ChancenDie Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des WACKER-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Wacker Chemie AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Bewertung der Beteiligungen ist insbesondere abhängig von den im Risikobericht dargestellten Risiken. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finanzierungen) Belastungen resultieren. Diese Haftungsverhältnisse werden im Anhang der Wacker Chemie AG dargestellt. Die Wacker Chemie AG als Mutterunternehmen des WACKER-Konzerns ist eingebunden in das konzernweite Risikomanagementsystem. » Weitere Informationen hierzu finden sich im Kapitel "Finanzinstrumente" dieses Geschäftsberichts. Die nach § 289 Abs. 5 HGB erforderliche Beschreibung des internen Kontrollsystems für die WACKER Chemie AG erfolgt im Abschnitt "Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem". AusblickDie wichtigsten Prämissen, die WACKER bei der Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2022 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum US-Dollar von 1,15. Die Erwartung für die weitere Geschäftsentwicklung der Wacker Chemie AG im kommenden Jahr ist im Wesentlichen identisch mit dem Ausblick des WACKER-Konzerns, der im Prognosebericht des Konzerns ausführlich beschrieben wird. Die wirtschaftlichen Risiken für das Geschäftsjahr 2022 bleiben bestehen. Beeinflusst wird die globale Entwicklung weiterhin dadurch, inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Für die Wacker Chemie AG gehen wir derzeit davon aus, dass der Umsatz gegenüber dem Vorjahr deutlich ansteigen wird. Das Jahresergebnis soll leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen. VeröffentlichungDer von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, aus dem hier insbesondere die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung wiedergegeben sind, wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und ist über die Website des Unternehmensregisters zugänglich. Er wird zusammen mit dem Konzernabschluss veröffentlicht. Dieser Abschluss kann bei der Wacker Chemie AG, Hanns-Seidel-Platz 4, 81737 München, angefordert oder im Internet abgerufen werden. RisikoberichtBeschreibung und Erklärung zum Risiko- und Compliance-Management Ganzheitlicher Ansatz für das Risiko- und Compliance-Management Das Risiko- und Compliance-Management ist für WACKER ein integrierter Bestandteil der Unternehmensführung. Als weltweit tätiges Unternehmen sind wir einer Vielzahl unterschiedlicher Risiken ausgesetzt, die sich unmittelbar aus unserer operativen Tätigkeit ergeben. Ausgehend vom vertretbaren Gesamtrisiko entscheidet der Vorstand, welche Risiken wir eingehen, um Chancen nutzen zu können, die sich dem Unternehmen bieten. Das Risikomanagement von WACKER hat das Ziel, Risiken so früh wie möglich zu erkennen, sie angemessen zu bewerten und durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Risiken sind für uns interne und externe Ereignisse, die ein Erreichen unserer Ziele und Prognosen negativ beeinflussen können. Das bestehende Risikomanagementsystem haben wir im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Als Chemieunternehmen haben wir eine besondere Verantwortung für den Betrieb unserer Anlagen und den Schutz von Menschen und Umwelt. An allen unseren Produktionsstandorten gibt es Beschäftigte, die für die Themen Anlagen- und Arbeitssicherheit sowie Gesundheits- und Umweltschutz verantwortlich sind. Unser Risikomanagement entspricht den gesetzlichen Anforderungen und ist Bestandteil aller Entscheidungen und Geschäftsprozesse. Vorstand und Aufsichtsrat werden regelmäßig über die aktuelle Risikolage des Konzerns und der einzelnen Geschäftsbereiche informiert. Um Unternehmensrisiken effektiv zu steuern und sicherzustellen, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden, folgt WACKER dem "Three Lines of Defense"-Modell. » Siehe Grafik B.46 auf Seite 87 Die erste Verteidigungslinie liegt beim Management des operativen Geschäfts, das die Steuerung und Kontrolle der dort auftretenden Risiken sowie deren Handhabung verantwortet. Dazu gehört auch der Aufbau von funktionierenden internen Kontrollsystemen in den einzelnen operativen Einheiten. Die zweite Verteidigungslinie bilden das Risikomanagement und das Compliance-Management. Das Risikomanagement verfolgt systematisch die wesentlichen Risiken der operativen Einheiten und berichtet hierzu an den Vorstand. Das Compliance-Management sorgt dafür, dass die ethischen Grundsätze der Unternehmensführung eingehalten werden. Es identifiziert die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen und Neuregelungen, gibt sie an alle betroffenen Unternehmenseinheiten weiter und führt Compliance-Schulungen für die Beschäftigten durch. Das steuerliche Compliance-Management stellt sicher, dass die Wacker Chemie AG und ihre Tochtergesellschaften ihren steuerrechtlichen Verpflichtungen rechtzeitig und in vollem Umfang nachkommen. Die frühzeitige Einbindung der Steuerabteilung und Kontrollen der steuerlichen Vorprozesse tragen dazu bei, entsprechende Risiken zu minimieren. B.46 "Three Lines of Defense"-Modell
Die interne Revision arbeitet im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie prüft über Audits in regelmäßigen Abständen das Risikomanagement der Unternehmenseinheiten und die internen Kontrollsysteme der operativen Einheiten auf ihre Wirksamkeit. Dabei stimmt sich die Revision auch mit dem Compliance-Management ab, beispielsweise bei Untersuchungen und Maßnahmen zur Verhinderung von Korruption. Internes Kontrollsystem (IKS) und rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem Das interne Kontrollsystem (IKS) ist ein integraler Bestandteil des Risikomanagementsystems. Mit dem internen Kontrollsystem in Bezug auf die Rechnungslegung verfolgen wir das Ziel, die gesetzlichen Vorgaben, die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung sowie die Regeln der International Financial Reporting Standards (IFRS) einheitlich umzusetzen und zu gewährleisten. Dadurch sollen Fehlaussagen in der Konzernrechnungslegung sowie in der externen Berichterstattung vermieden werden. Zusätzlich zu den beschriebenen Grundlagen des IKS nehmen wir Bewertungen und Analysen vor, um Risiken mit direktem Einfluss auf die Finanzberichterstattung zu identifizieren und zu minimieren. Um das Risiko von Fehlaussagen in der Bilanzierung komplexer, anspruchsvoller Teilbereiche zu verringern, beispielsweise beim Thema Pensionen, ziehen wir externe Experten hinzu. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem ist so konzipiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte Bilanzierung aller Geschäftsvorfälle vorgenommen wird und dass kontinuierlich zuverlässige Daten über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vorliegen. Wir halten dabei die gesetzlichen Normen, Rechnungslegungsvorschriften und internen Bilanzierungsregelungen ein. Wesentliche Bilanzierungsrichtlinie ist das konzernweit gültige, im Intranet zugängliche Bilanzierungshandbuch. Es formuliert verbindliche Regeln für die konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung. Die Konzernrichtlinie zur Bilanzierung enthält einheitliche Vorgaben für die organisatorische Verantwortung von bilanzierungsrelevanten Themen. Der Organisationsablauf ist zudem durch Bilanzierungs- und Organisationsrichtlinien sowie Buchungsanweisungen vorgegeben. Die Einhaltung der Berichtspflichten und -fristen wird zentral durch das Konzernrechnungswesen überwacht. Die Funktionstrennung von Bilanzbuchhaltung und Bilanzanalyse sowie Bilanzierungsstrategie beugt der Gefahr vor, dass mögliche Fehler vor Fertigstellung des Abschlusses nicht identifiziert werden oder dass Rechnungslegungsvorschriften nicht eingehalten werden. Die Tochtergesellschaften sind verantwortlich dafür, dass die bestehenden Regelungen dezentral umgesetzt werden. Sie werden dabei vom Konzernrechnungswesen unterstützt und überwacht. Die gemeldeten Daten werden durch automatische Validierungen im System sowie durch Berichte und Analysen kontrolliert. Die Wirksamkeit der Kontrollen gewährleisten wir durch Feedback-Gespräche der verantwortlichen Beschäftigten sowie durch die laufende Kontrolle wesentlicher Kennzahlen im Rahmen der monatlichen Managementberichterstattung und systemgestützter Testläufe. Daneben gibt es regelmäßig externe prüferische Durchsichten beziehungsweise Prüfungen zum Ende des Geschäftsjahres und zum Halbjahr. Das Management der Geschäfts- und Zentralbereiche sowie der Tochtergesellschaften bestätigt quartalsweise durch bereichsbezogene Bestätigungen, dass alle für den Quartals- oder Jahresabschluss wesentlichen Sachverhalte gemeldet wurden. B.47 Risikomanagementsystem
Der Aufsichtsrat ist durch den Prüfungsausschuss ebenfalls in das Kontrollsystem eingebunden. Der Prüfungsausschuss überwacht insbesondere den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems sowie die Abschlussprüfung. Zudem prüft er die Unterlagen zum Einzelabschluss der Wacker Chemie AG und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für diese Abschlüsse und erörtert sie mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer. Alle eingesetzten Finanzsysteme sind durch entsprechende Berechtigungskonzepte, Freigabekonzepte und Zugangsbeschränkungen vor Missbrauch geschützt. Eine absolute Sicherheit hinsichtlich der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems können wir jedoch auch mit angemessenen und funktionsfähigen Systemen nicht zu 100 Prozent garantieren. Risikosteuerung WACKER konzentriert sich darauf, Risiken im Rahmen eines nachvollziehbaren, alle Unternehmensprozesse umfassenden Risikomanagement- und -kontrollsystems zu identifizieren, zu bewerten, zu steuern und zu überwachen. Die Grundlage dafür bilden die definierte Risikostrategie und ein effizientes Berichtswesen. Dabei wird die Risikostrategie vom Vorstand regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wird vom Vorstand über bestehende Risiken regelmäßig unterrichtet. Alle Unternehmensebenen sind in das Risikomanagement eingebunden. Es besteht aus drei miteinander verzahnten Elementen:
Die Gesamtverantwortung im Hinblick auf die Wirksamkeit und Angemessenheit der Risikomanagementsysteme obliegt dem Finanzvorstand. Organisation und Instrumente des Risikomanagementsystems Das konzernweite Risikomanagementsystem greift auf bestehende Organisations- und Berichtsstrukturen zurück, ergänzt um zusätzliche Elemente:
Risikoidentifikation Risiken werden bei WACKER auf zwei Ebenen identifiziert: auf Geschäftsbereichs- und Konzernebene. Um Risiken zu erkennen und zu ermitteln, setzen wir unterschiedliche Instrumente ein. Dazu gehören unter anderem die Beobachtung der Auftragsentwicklung, Markt- und Wettbewerbsanalysen, Kundengespräche sowie die laufende Beobachtung und Analyse des wirtschaftlichen Umfelds. B.48 Grundlagen internes Kontrollsystem (IKS)
Bewertung, Quantifizierung und Management von Risiken Identifizierte Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Ergebnis analysiert. In monatlichen Berichten wird der Vorstand durch das Konzerncontrolling über die gegenwärtige und die voraussichtliche zukünftige Geschäftsentwicklung und deren Risiken informiert. Risiken und Chancen bewerten wir in regelmäßigen Besprechungen mit den Geschäftsbereichen und wägen sie gegeneinander ab. Der Zentralbereich Konzerncontrolling stellt sicher, dass die Standards des Risikomanagements umgesetzt werden und der Risikomanagementprozess weiterentwickelt wird. Er ist verantwortlich für das konzernweite Erfassen aller wesentlichen Risiken sowie für deren systematische Bewertung. Wesentliche sowie bestandsgefährdende Risiken werden sofort über ein Ad-hoc-Reporting gemeldet. Da die Geschäftsbereiche Ergebnisverantwortung tragen, ist dieser Prozess eng mit dem operativen Controlling verknüpft. Die Risiken der einzelnen Geschäftsbereiche werden monatlich identifiziert und eingeschätzt. Das Management finanzwirtschaftlicher Risiken liegt in der Verantwortung des Zentralbereichs Finanzen und Versicherungen. Das Forderungsmanagement gegenüber Kunden überwacht der Zentralbereich Bilanzierung und Steuern. Compliance-Management WACKER arbeitet nach ethischen Grundsätzen der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Das Compliance-Management hat die Aufgabe, darauf hinzuwirken, dass diese Grundsätze sowie alle diesbezüglichen gesetzlichen Regelungen überall im Unternehmen eingehalten werden. Compliance-Schulungen sensibilisieren die Beschäftigten für die einschlägigen Risiken und vermitteln Verhaltensregeln, die im Tagesgeschäft zu beachten sind. Geregelt ist das durch die Compliance-Richtlinie. Bei beobachteten Verstößen sind die Beschäftigten angehalten, ihre Vorgesetzten, die Compliance-Beauftragten, den Betriebsrat oder die Verantwortlichen der Personalabteilung zu informieren. Die Beschäftigten haben dabei auch die Möglichkeit, solche Hinweise auf Rechtsverstöße im Unternehmen geschützt zu geben, insbesondere unter Wahrung ihrer Anonymität. Im Einklang mit den Vorgaben der Europäischen Union haben wir im Geschäftsjahr 2021 konzernweit ein Hinweisgebersystem eingeführt. Es ermöglicht den Beschäftigten und den Geschäftspartnern von WACKER, etwaige Regel- und Gesetzesverstöße dem Unternehmen vertraulich, anonym und direkt zu melden. Verantwortlich für die Umsetzung des Compliance-Regelwerks sind die Compliance Officer des Konzerns, die den Beschäftigten auch als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Compliance zur Verfügung stehen. Eine Kernaufgabe der Compliance Officer liegt dabei in der Prävention. Sie schulen, informieren und beraten die Beschäftigten und das Management, beispielsweise zu Strategien und Maßnahmen, um Korruption und andere Gesetzesverstöße zu verhindern. Wesentliche Verstöße gegen die Compliance im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze einer Ergebnisauswirkung von mehr als 5 Mio. € wurden im Jahr 2021 nicht identifiziert. Konzernrevision Die interne Konzernrevision fungiert im Sinne einer dritten Verteidigungslinie als unabhängige Kontrollinstanz des Vorstands. Sie hat Mitverantwortung für wirksame interne Kontrollsysteme in den verschiedenen operativen Prozessen und Systemen. Die von den operativen Einheiten anzuwendenden Ausgestaltungsprinzipien für ein internes Kontrollsystem wie zum Beispiel das Vier-Augen-Prinzip sind in einer weltweit gültigen Richtlinie verbindlich festgelegt und für kritische Funktionen dort näher erläutert. Die Konzernrevision überprüft so im Auftrag des Vorstands primär prozessbezogen und mit Fokus auf interne Kontrollsysteme regelmäßig alle relevanten Funktionen und Unternehmensteile. Die Auswahl der Prüfungsthemen erfolgt nach einem risikoorientierten Ansatz. Dabei wird das Berichtswesen des Risikomanagements ebenso mit einbezogen wie die Berichte und Hinweise der Zentral- und Geschäftsbereiche und der größeren Beteiligungsgesellschaften. Der Prüfungsplan wird vom Vorstand ergänzt und verabschiedet sowie mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Wenn notwendig wird der Plan unterjährig flexibel an geänderte Rahmenbedingungen angepasst. Aus den Audits abgeleitete Maßnahmen zur Prozessoptimierung werden umgesetzt und von der Revision systematisch verfolgt. Zu den Ergebnissen und zum Realisierungsstatus der Maßnahmen berichtet die Revision regelmäßig an den Vorstand und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liegen keine Sachverhalte vor, die eine Gefährdung der ordnungsgemäßen Funktion der Kontrollsysteme darstellen oder eine Ergebnisauswirkung im Sinne der oben angegebenen Wertgrenze von mehr als 5 Mio. € haben. Audits Extern wird das Risikofrüherkennungssystem durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Jahresabschlussprüfung untersucht. Er berichtet darüber an Vorstand und Aufsichtsrat. Zentrale Risikofelder Definition der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkungen von Risiken Wir beschreiben die Eintrittswahrscheinlichkeit der von uns aufgeführten Risiken mithilfe von Schlüsselbegriffen. Sie ermöglichen es, unsere Einschätzungen zu den einzelnen Risikofeldern nachzuvollziehen. Prozentual entsprechen diese Begriffe diesen Bandbreiten:
Die Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns für den Fall, dass die aufgeführten Risiken eintreten sollten, beschreiben wir ebenfalls anhand von Schlüsselbegriffen. Wir bewerten den möglichen Ergebniseffekt dabei nach der Nettomethode, also nach Durchführung entsprechender Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel gebildete Rückstellungen oder Hedging. Die folgenden Begriffe entsprechen dabei diesen Bandbreiten:
Die Tabelle gibt unsere Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und zu ihren möglichen Auswirkungen auf die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns im Eintrittsfall wieder. Die Aussagen beziehen sich auf den Prognosezeitraum, also auf das Geschäftsjahr 2022. Gesamtwirtschaftliche Risiken Szenario: Konjunktur schwächt sich ab. Auswirkungen für WACKER: Produktionsauslastung sinkt, höhere spezifische Herstellungskosten, Umsatz- und Ergebnisrückgang im Konzern. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir die konjunkturelle Entwicklung in unseren wesentlichen Absatzmärkten fortlaufend beobachten. Schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung ab, treffen wir frühzeitig Vorbereitungen, um unsere Produktionskapazitäten, Ressourcen und Vorräte der Kundennachfrage flexibel anpassen zu können. In einem solchen Fall konzentrieren wir beispielsweise die Auslastung auf Produktionsstandorte mit den besten Kostenpositionen. B.49 Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Auswirkungen unserer Risiken für 2022
Einschätzung und Risikobewertung: Nach der scharfen Rezession im Jahr 2020 auf Grund der Corona-Pandemie ist die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr wieder deutlich gewachsen. Wirtschaftsforscher erwarten, dass sich dieser Trend im Jahr 2022 weiter fortsetzen wird. Sie sehen aber pandemiebedingt nach wie vor erhebliche Risiken für die Konjunktur, insbesondere aus möglicherweise neuen Virusvarianten und den zum Teil unzureichenden Fortschritten bei der Impfung. Hinzu kommen Bremswirkungen aus den weltweit bestehenden Engpässen bei einzelnen Produktgruppen - etwa in der Chipindustrie - sowie in der Logistik. Angesichts der anhaltenden Risiken halten wir es für möglich, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 hinter den derzeitigen Erwartungen zurückbleibt. Sollte sich die Weltwirtschaft wesentlich schwächer entwickeln als derzeit angenommen, so hätte das möglicherweise große Auswirkungen auf die Ertragslage von WACKER. Absatzmarktrisiken Szenario 1: Überkapazitäten in den Chemiebereichen. Auswirkungen für WACKER: Preis- und Mengendruck auf unsere Produkte. Maßnahmen: Wir begegnen diesem Risiko, indem wir unsere Produktionskapazitäten anpassen und die Anlagenauslastung durch Mengensteuerung und intensives Bearbeiten von Wachstumsmärkten sichern. Es ist weiterhin unser Ziel, den Anteil konjunkturstabiler Produktbereiche im Geschäftsportfolio auszubauen und dort weltweit zu den führenden Anbietern zu zählen. Kurzfristige, starke Nachfrageschwankungen, wie sie aktuell die Corona-Krise hervorruft, können wir aber nur teilweise aussteuern. Einschätzung und Risikobewertung: Wir erwarten, dass im Jahr 2022 das Risiko von Überkapazitäten für unsere Produkte insbesondere im ersten Halbjahr gering sein wird. In den Chemiebereichen ist die Kundennachfrage anhaltend hoch, ebenso die Preise für unsere Produkte. Anzeichen für eine Abschwächung sind für uns gegenwärtig nicht erkennbar. Allerdings entwickelt sich die Corona-Pandemie weltweit nach wie vor sehr dynamisch. Wie sich das Infektionsgeschehen auf die für WACKER relevanten Abnehmerbranchen und Regionen auswirken wird, können wir vor allem für die zweite Hälfte des Jahres 2022 nicht verlässlich prognostizieren. Insgesamt halten wir die Wahrscheinlichkeit für gering, dass es in einzelnen Feldern unseres Chemiegeschäfts zu Überkapazitäten und infolgedessen zu Preisdruck kommen wird. In unseren Prognosen gehen wir Stand heute davon aus, dass die Corona-Pandemie im Verlauf des Jahres 2022 weiter unter Kontrolle gebracht werden kann. Sollte das nicht gelingen, liegen die etwaigen Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung des Konzerns voraussichtlich im mittleren Bereich. Szenario 2: Überkapazitäten und sehr niedrige Preise bei Polysilicium für die Solarindustrie, schwierige Marktbedingungen auf Grund rückläufiger staatlicher Förderprogramme, angespannte finanzielle Situation vieler Kunden. Auswirkungen für WACKER: Mengenrisiken bestehen, wenn zu starke und zu schnelle Kürzungen der staatlichen Solarförderung oder Einschränkungen beim Zubau den Photovoltaikmarkt negativ beeinflussen. Überkapazitäten könnten über einen intensiven Preiswettbewerb Druck auf die Margen ausüben. Beides könnte zu rückläufigem Umsatz und Ergebnis führen. Maßnahmen: Diesem Risiko begegnen wir, indem wir unsere Kostenpositionen ständig verbessern und unser Produkt- und Kundenportfolio entsprechend der Marktentwicklung optimieren, beispielsweise durch den Ausbau unserer Marktanteile bei Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Liquiditätsproblemen unserer Kunden begegnen wir durch das Verlangen von Sicherheiten. Einschätzung und Risikobewertung: Die Preise für Solarsilicium sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und liegen aktuell nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Nachfrage nach unserem qualitativ besonders hochwertigen Polysilicium ist sowohl in der Halbleiter- als auch in der Solarindustrie weiterhin stark. Allerdings wird sich der Konsolidierungsprozess in der Solarindustrie im Jahr 2022 aller Voraussicht nach fortsetzen. Gleichzeitig haben Wettbewerber angekündigt, neue Kapazitäten auf den Markt bringen zu wollen. Beides könnte dazu führen, dass die Preise für Polysilicium im Laufe des Jahres 2022 wieder unter Druck geraten. In unseren Planungen und Prognosen gehen wir von einer solchen Entwicklung aus. Sollte die Nachfrage nach Solarsilicium das Angebot deutlich übersteigen, so würde das die Ertragslage von WACKER POLYSILICON vermutlich positiv beeinflussen. Umgekehrt hätte ein Einbruch der Nachfrage nach Solarsilicium von WACKER wahrscheinlich mittlere Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung in diesem Geschäft. Das Risiko sinkender Preise schätzen wir als möglich ein. Beschaffungsmarktrisiken Szenario: höhere Rohstoff- und Energiepreise, Engpässe in der Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe, Entfall wesentlicher Entlastungsregelungen für die stromintensive Industrie. Auswirkungen für WACKER: Ergebnisbelastung auf Grund höherer Rohstoff- und Energiepreise. Bei Engpässen in der Verfügbarkeit erhöhen sich die Lieferzeiten zum Kunden und es können sich Absatzverluste ergeben. Maßnahmen: Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Einkauf und den Geschäftsbereichen versuchen wir sicherzustellen, dass Mehrkosten im Einkauf möglichst weitgehend an die Kunden weitergegeben werden, so dass die Marge von WACKER stabil bleibt. Für strategische Rohstoffe und Energie erarbeiten wir jährlich systematische Beschaffungsstrategien, die eine Einschätzung des Beschaffungsrisikos beinhalten. Sofern die Beschaffungsrisiken als relevant eingestuft werden, treffen wir, wenn möglich, entsprechende Gegenmaßnahmen. Dazu zählen langfristige Lieferverträge, eine strukturierte Beschaffung bei mehreren Lieferanten mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit, eine Ausweitung der Lieferantenbasis und höhere Sicherheitsbestände. Durch teilweise Rückwärtsintegration, etwa mit unserer Siliciummetallproduktion oder unserer Vinylacetatproduktion, verringern wir unsere Abhängigkeit von externen Lieferanten. In der Energiebeschaffung versuchen wir, möglichst alle Regelungen für Entlastungen zu nutzen. Außerdem setzt sich WACKER für die Einführung eines europäischen Industriestrompreises ein. Einschätzung und Risikobewertung: WACKER hat sich im Rohstoff- und Energieeinkauf so aufgestellt, dass wir im Auf- wie im Abschwung der wirtschaftlichen Entwicklung die Risiken gut steuern können. Sollte sich die Weltwirtschaft deutlich abschwächen, sind unsere Verträge bei wichtigen Rohstoffen so angelegt, dass wir die Abnahmemengen flexibel anpassen können und, wo immer es geht, durch entsprechende Preismodelle von niedrigeren Preisen profitieren. Sollte die Weltwirtschaft unerwartet stark wachsen, sind wir bei den Mengen so abgesichert, dass wir keine größeren Risiken in der Rohstoffversorgung sehen. Bei den Stromkosten werden gemäß der geltenden Gesetzeslage in Deutschland energieintensive Unternehmen von verschiedenen Umlagen und Zusatzkosten teilweise entlastet. Auch WACKER profitiert von diesen Regelungen. Eine Einschränkung der Entlastungsregeln würde die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Geschäftsaktivitäten deutlich schwächen. Generell wird die weitere Energiepreisentwicklung (Großhandelspreise, Infrastrukturkosten, Zusatzkosten) auch künftig stark von der weiteren Ausgestaltung der Energiewende durch die deutsche und europäische Politik abhängen. Bereits im Jahr 2021 sind die Rohstoff- und Energiepreise deutlich angestiegen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sich diese Entwicklung 2022 fortsetzen wird. Dabei erwarten wir jedoch, dass wir die Verkaufspreise für unsere Produkte entsprechend anheben können. Dieses Szenario bildet die Grundlage unserer Planungen. Da aber zwischen den Veränderungen unserer Einkaufspreise für Rohstoffe und Energie und den Anpassungen der Verkaufspreise für unsere Produkte stets ein zeitlicher Versatz besteht, kann es zeitweise auch zu großen Ergebnisauswirkungen kommen. Investitionsrisiken Szenario: Fehlinvestitionen, höhere Investitionskosten als geplant, Inbetriebnahme verzögert sich, ursprüngliche Marktprämissen verändern sich negativ, Übernahme von Risiken aus at-Equity-Beteiligungen. Auswirkungen für WACKER: Fehlinvestitionen führen zu Leerkosten bzw. Wertminderungen auf Anlagen und Beteiligungen. Das kann zu hohen Ergebniseffekten führen. Höhere Investitionskosten führen zu höheren Mittelabflüssen und zukünftig zu einem höheren Abschreibungsaufwand im operativen Ergebnis. Verzögerte Inbetriebnahmen bergen die Gefahr, dass wir Lieferverträge nicht erfüllen können und Umsatz- sowie Ergebnisrückgänge verzeichnen. Sollte sich der Börsenwert der Siltronic AG deutlich verringern, so könnte das eine entsprechende Wertberichtigung auf den Buchwert unserer at-Equity-Beteiligung an Siltronic erforderlich machen und die Ertragslage von WACKER negativ beeinflussen. Maßnahmen: WACKER verfügt über eine Vielzahl an Maßnahmen, um Investitionsrisiken entgegenzuwirken. Investitionsvorhaben werden mit einem Risikomanagementprozess begleitet und deren Planung wird grundsätzlich auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Anhand von Studien für den Vergleich mit anderen Projekten, auch von Wettbewerbern, prüfen wir die Wirtschaftlichkeit. Größere Investitionen werden nur in Teilabschnitten freigegeben. Ein intensives Projektcontrolling dient dazu, Zeitverzögerungen zu minimieren bzw. auszuschließen. Einschätzung und Risikobewertung: Unsere Investitionen werden im Jahr 2022 deutlich steigen. Der Grund dafür sind Projekte zum Kapazitätsausbau in unseren Chemiebereichen. Das Risiko, dass unsere Investitionen höher ausfallen als von uns erwartet, sehen wir derzeit als gering an. Sollte dies dennoch eintreten, so lägen die Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage voraussichtlich im mittleren Bereich. Das Risiko für unsere Bilanz aus einer negativen Entwicklung des Börsenwerts der Siltronic AG schätzen wir aktuell ebenfalls als gering ein. In Summe betrachtet schätzen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Investitionsrisiken als möglich ein. Die möglichen Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage im Eintrittsfall sehen wir im mittleren Bereich. Produktions- und Umweltrisiken Szenario: Risiken bei Produktion, Lagerung, Abfüllung und Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen. Auswirkungen für WACKER: Personen-, Sach- und Umweltschäden, Produktionsausfälle und Betriebsunterbrechungen, Verpflichtung zu Schadenersatzzahlungen. Maßnahmen: WACKER steuert seine Prozesse über das Integrierte Managementsystem (IMS). Es regelt Abläufe und Verantwortlichkeiten und berücksichtigt gleichrangig Produktivität, Qualität, Sicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz. Basis für das IMS sind gesetzliche Regelungen sowie nationale und internationale Standards wie Responsible Care® und UN Global Compact, die weit über die von Gesetzen geforderten Standards hinausgehen. Durch umfangreiche Instandhaltungskontrollen und laufende Inspektionen versuchen wir, höchstmögliche Betriebssicherheit an unseren Produktionsstandorten zu gewährleisten. Um die Sicherheit der Anlagen zu garantieren, führen wir von der Konzeption bis zur Inbetriebnahme umfangreiche Sicherheits- und Risikoanalysen durch. Wir führen regelmäßig Seminare zu Anlagensicherheit, Explosions- und Arbeitsschutz durch. Im Schadensfall regeln an jedem WACKER-Standort Gefahrenabwehrpläne die Zusammenarbeit von internen und externen Einsatzkräften sowie mit den Behörden. Gegen Schadensfälle an unseren Anlagen und die sich daraus möglicherweise ergebenden Folgen sind wir nach den in der chemischen Industrie üblichen Standards versichert. Bei der Zusammenarbeit mit Logistikdienstleistern werden Gefahrguttransporte vor jedem Beladen kontrolliert. Mängel werden konsequent erfasst und verfolgt. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus der Produktion, Lagerung, Abfüllung und dem Transport von Rohstoffen, Erzeugnissen und Abfällen ergeben, sind erfahrungsgemäß nie ganz auszuschließen. Doch auch wenn es grundsätzlich möglich ist, dass solche Risiken eintreten können, halten wir die Wahrscheinlichkeit eines gravierenden Schadensereignisses derzeit für gering. Sollte es allerdings zu einem solchen Fall kommen, so könnte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns haben. Finanzwirtschaftliche Risiken WACKER ist finanzwirtschaftlichen Risiken aus seiner laufenden Geschäftstätigkeit und aus der Finanzierung ausgesetzt. Dazu gehören Kreditrisiken, Marktpreisrisiken sowie Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken. Der Konzernanhang informiert ausführlich über die Sicherung von Risiken durch derivative Finanzinstrumente. Kreditrisiko Szenario: Kunde oder Geschäftspartner kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nach. Auswirkungen für WACKER: Forderungsausfall aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Ausfall von Banken bezüglich ihrer Verpflichtungen gegenüber WACKER. Maßnahmen: Wir setzen verschiedene Instrumente ein, um das Risiko des Forderungsausfalls zu verringern. Je nach Art und Höhe der jeweiligen Leistungen verlangen wir Sicherheiten. Unsere Vorsorgemaßnahmen umfassen das Einholen von Referenzen und Kreditauskünften sowie die Auswertung des historischen Zahlungsverhaltens. Ausfallrisiken begrenzen wir durch Kreditversicherungen, Vorauszahlungen und Bankbürgschaften. Dem Kontrahentenrisiko bezüglich der Banken und Vertragspartner begegnen wir durch eine sorgfältige Auswahl unserer Vertragspartner. Geldanlagen und Derivategeschäfte tätigen wir in der Regel mit Banken, die ein Mindestrating haben. Einschätzung und Risikobewertung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Kreditrisiken aus dem Kundengeschäft eintreten, schätzen wir als gering ein. Wir gehen davon aus, dass durch unsere Regelungen zum Kontrahentenrisiko unsere Risikokonzentration bezüglich des Ausfalls von Banken gering ist. Sollten dennoch wider Erwarten Ausfälle von Banken eintreten, so lägen die Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER voraussichtlich im niedrigen Bereich. Währungs- und Zinsrisiken Szenario: Währungs- und Zinsschwankungen. Auswirkungen für WACKER: Einfluss auf Ergebnis, Liquidität und Finanzanlagen und -schulden. Maßnahmen: Währungsrisiken entstehen im Wesentlichen durch Wechselkursschwankungen bei Forderungen, Verbindlichkeiten, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten und Finanzschulden, die nicht in Euro gehalten werden. Das Währungsrisiko ist insbesondere für den US-Dollar bedeutsam. Das resultierende Netto-Fremdwährungsexposure sichert WACKER ab einer bestimmten Größenordnung durch derivative Finanzinstrumente ab. Devisensicherungen erfolgen vorwiegend für den US-Dollar. Außerdem begegnen wir Wechselkursrisiken auch durch unsere Produktionsstandorte außerhalb des Euroraumes. Zinsrisiken entstehen durch Veränderung der Marktzinsen. Das wirkt sich auf zukünftige Zinszahlungen für variabel verzinsliche Aufnahmen und Anlagen aus. Zinssicherungen nehmen wir bei identifiziertem Exposure vor. Der Abschluss derivativer Finanzinstrumente erfordert ein operatives Grundgeschäft und ist in internen Anweisungen geregelt. Einschätzung und Risikobewertung: Einen Teil unseres US-Dollar-Geschäfts sichern wir ab. Mögliche Belastungen oder Erträge, die sich aus Wechselkursschwankungen ergeben könnten, werden durch Hedgingmaßnahmen teilweise aufgehoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass es im Jahr 2022 zu Währungskurs- und Zinsänderungen kommt, die substanziell von unseren Planungsannahmen abweichen, schätzen wir aus heutiger Sicht als möglich ein. Das hätte vermutlich mittlere Auswirkungen auf das Konzernergebnis. Liquiditätsrisiko Szenario: mangelnde Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln, erschwerter Zugang zu den Kreditmärkten. Auswirkungen für WACKER: steigende Finanzierungskosten, Einfluss auf die weiteren Investitionsprojekte. Maßnahmen: Das Liquiditätsrisiko wird bei WACKER zentral gemanagt. Der Zentralbereich Finanzen und Versicherungen setzt effiziente Systeme ein, um Cashmanagement und rollierende Liquiditätsplanung zu betreiben. Dem Finanzierungsrisiko beugt WACKER durch eine ausreichende Verfügbarkeit von fest zugesagten längerfristigen Kreditlinien sowie vorgehaltene Liquidität vor. Wir legen liquide Mittel nur bei Emittenten oder Banken an, die eine Bonität im soliden Investment-Grade-Bereich haben. Im Rahmen des Cashpoolings werden die liquiden Mittel intern im Konzern bedarfsgerecht weitergeleitet. Einschätzung und Risikobewertung: Die Liquidität von WACKER belief sich zum Bilanzstichtag auf 1,98 Mrd. €. Gleichzeitig bestanden ungenutzte Kreditlinien mit einer Laufzeit von über einem Jahr von rund 900 Mio. €. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit des Eintritts von Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken als gering ein. Risiken, die sich aus Verstößen gegen Financial Covenants ergeben, sehen wir aktuell nicht. Sollte es dennoch wider Erwarten zu Finanzierungs- oder Liquiditätsengpässen kommen, wären ihre Auswirkungen auf das Konzernergebnis niedrig. Die Nettofinanzschulden würden durch die Nutzung der ungenutzten Kreditlinien ansteigen. Pensionen Szenario: steigende Lebenserwartung Pensionsberechtigter, Gehalts- und Rentenanpassungen, sinkende Abzinsungsfaktoren, signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des investierten Fondsvermögens und der Kapitalmarktzinsen (Niedrigzinsumfeld). Auswirkungen für WACKER: Ein Anstieg der Pensionsverpflichtungen sowie ein Sinken des Fondsvermögens und eine mögliche Zuführung finanzieller Mittel an die Pensionskasse bzw. in das Deckungsvermögen beeinflussen die Finanzlage und das Ergebnis des Konzerns. Die höhere Lebenserwartung der Bezugsberechtigten sowie Gehalts- und Rentenanpassungen und der Abzinsungsfaktor (Barwertermittlung aus künftigen Zahlungsströmen) wirken sich ebenfalls erheblich auf das Eigenkapital und das Ergebnis von WACKER aus. Maßnahmen: Ein Großteil der betrieblichen Pensionszusagen von WACKER ist über die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, über Pensionsfonds und Zweckvermögen sowie über Versicherungen abgedeckt. Damit eine ausreichende Verzinsung des Vermögens sichergestellt und Anlagerisiken begrenzt werden können, ist das Anlageportfolio diversifiziert. Die Pensionskasse optimiert alle Vermögenspositionen mit dem Ziel, bei vorgegebenen Risikogrenzen die erforderliche Rendite zu erreichen. WACKER leistet als eines der Trägerunternehmen bedarfsorientierte finanzielle Zuwendungen an die Pensionskasse. So wird eine ausreichende Deckung der Pensionsverpflichtungen sichergestellt. Im Rahmen der übrigen leistungsorientierten Pensionszusagen passen wir von Zeit zu Zeit die Berechnungsparameter, beispielsweise die Lebenserwartung, an. Auf Anordnung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat die Pensionskasse ihren aktuellen Tarif AVB 2013 zum Ende des Jahres 2021 für Neueintritte geschlossen. Ab dem Jahr 2022 will WACKER seinen Beschäftigten, die in Deutschland neu ins Unternehmen eintreten, eine betriebliche Altersversorgung nur noch in Form von Direktzusagen auf Kapitalbasis anbieten. Abgesichert werden sollen diese über ein sogenanntes Contractual Trust Arrangement (CTA), eine Treuhandgesellschaft, die die Pensionsverpflichtungen des Unternehmens finanziert. Beschäftigten in den bisherigen Tarifen soll der Neutarif zu einem freiwilligen Wechsel offenstehen. Ihnen will WACKER außerdem eine freiwillige Kapitaloption anbieten, mit der statt einer lebenslangen Rente auch eine Einmal- oder Ratenzahlung gewählt werden kann. Mit den Arbeitnehmervertretungen hat sich das Unternehmen zu diesem Konzept im Jahr 2021 bereits auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Die Verhandlungen zum Abschluss einer entsprechenden Betriebsvereinbarung laufen gegenwärtig. Aus der Umsetzung dieser Maßnahmen erwartet sich WACKER eine Verringerung der Pensionsrückstellungen, was wiederum die Bilanz entlasten würde. Einschätzung und Risikobewertung: Die bezugsberechtigten Beschäftigten werden immer älter und die Kapitalmarktzinsen lagen in den vergangenen Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird zukünftig wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Pensionsverpflichtungen auf Dauer zu erfüllen. Mit den oben beschriebenen Maßnahmen zur Reformierung unserer betrieblichen Altersversorgung steuern wir den Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unsere Bilanz entgegen. Für das Jahr 2022 gehen wir nicht davon aus, dass Sonderzahlungen in die Pensionskasse erforderlich sein werden. Auf absehbare Zeit werden aber weiterhin die bislang bestehenden Tarife das Pensionssystem von WACKER dominieren. Wir halten deshalb die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass in den nächsten Jahren weitere Sonderzahlungen in die Pensionskasse notwendig werden, dass der Pensionsaufwand und die Rentenzahlungen weiter steigen und höhere Pensionsrückstellungen die Bilanz belasten. Dies hätte mittelfristig große Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von WACKER. Rechtliche Risiken Szenario: vielfältige steuerliche, marken-, patent-, wettbewerbs-, kartell-, umwelt-, arbeits- und vertragsrechtliche Risiken, die sich aus unserem internationalen Geschäft ergeben können. Auswirkungen für WACKER: langwierige Rechtsstreitigkeiten, die sich auf unser operatives Geschäft, auf das Image und die Reputation unseres Unternehmens auswirken und hohe Kosten verursachen können. Maßnahmen: Rechtliche Risiken begrenzen wir durch ein zentrales Vertragsmanagement und juristische Prüfung durch unsere Rechtsabteilung. Falls erforderlich greifen wir auch auf externe Rechtsexperten zurück. Patente, Marken und Lizenzen schützen und überwachen wir durch unseren Zentralbereich Intellectual Property. Anhand von Recherchen stellen wir sicher, dass vor der Aufnahme von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geklärt ist, ob uns bestehende Patente und Schutzrechte Dritter behindern könnten. Mögliche Rechts- und Gesetzesverletzungen begrenzen wir durch Compliance-Programme. Im Code of Conduct des WACKER-Konzerns sind Verhaltensregeln definiert und festgelegt, die für alle Beschäftigten verbindlich sind. Durch Schulungen steigern wir die Sensibilität für diese Themen. Einschätzung und Risikobewertung: Auf Grund der Vielfalt unserer geschäftlichen Aktivitäten ist es grundsätzlich immer denkbar, dass rechtliche Risiken eintreten. Zurzeit sehen wir keine Rechtsstreitigkeiten, Patentverletzungen oder andere rechtliche Risiken, die unser Geschäft erheblich beeinflussen könnten, und halten die Wahrscheinlichkeit, dass solche Risiken eintreten, grundsätzlich für gering. Sollte das im Einzelfall geschehen, so hätte das voraussichtlich niedrige Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Regulatorische Risiken Energiewende in Deutschland Szenario: Im Zuge der Transformation des Energieversorgungssystems in Deutschland (Energiewende), um die für 2030 bis 2050 gesetzten Ziele zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes zu erreichen, wird der Regulierungsrahmen voraussichtlich durch massive und wiederholte Anpassungen des Gesetzgebers geprägt sein. Neben dem Stromsektor als der zukünftig wichtigsten Säule der Energieversorgung wird das auch die Erdgasversorgung und die Wasserstoffwirtschaft betreffen. Wesentliche Änderungen erwarten wir im Erneuerbare-Energien-Gesetz einschließlich der Entlastungen für energieintensive Unternehmen und Eigenstrom, bei den Netzentgeltverordnungen einschließlich individueller Netzentgelte sowie bei den Regelungen zum nationalen und europäischen Emissionshandel. Auswirkungen für WACKER: Mehrbelastungen bei den Energiekosten wegen steigender staatlich regulierter Entgelte und Umlagen, wenn die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie nicht im bisherigen Umfang beibehalten werden, zusätzlicher Aufwand zur Erfüllung neuer administrativer Anforderungen. Maßnahmen: Wir beobachten kontinuierlich das regulatorische Geschehen in Deutschland und der Europäischen Union. Bei absehbaren Änderungen der geltenden Rechtslage versuchen wir, unsere Positionen durch Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern und durch Mitarbeit in den Wirtschaftsverbänden in die relevanten Gesetzgebungsverfahren einzubringen. Zudem nutzen wir Marktchancen, die sich aus Änderungen des Regulierungsrahmens ergeben (z. B. industrielles Lastmanagement). Einschätzung und Risikobewertung: Änderungen bei den reduzierten Netzentgelten und bei den Berechnungsgrundlagen für die Netzumlagen haben bereits dazu geführt, dass die Entlastung von WACKER bei den Netzentgelten in den vergangenen Jahren gesunken ist. Seit 2021 greifen für die Phase 4 des europäischen Emissionshandels Vorschriften zu einer beschleunigten Reduzierung der Emissionshöchstmenge in der Europäischen Union. Das kann zu höheren Preisen und zu geringeren Zuteilungen von Emissionszertifikaten führen. Wir halten es außerdem für möglich, dass es 2022 zu weiteren Änderungen an den gesetzlichen Bestimmungen in der Energieversorgung kommen kann. Die Auswirkungen solcher Änderungen auf das Ergebnis von WACKER wären im laufenden Jahr voraussichtlich niedrig, könnten sich aber in den Folgejahren deutlich erhöhen. Handelsbeschränkungen Polysilicium Szenario: abgeschlossenes Antidumpingverfahren des chinesischen Wirtschaftsministeriums (MOFCOM) gegen Polysiliciumimporte aus den USA. Am 20. Januar 2020 hat das MOFCOM nach einer Auslaufüberprüfung der bestehenden Antidumping- und Antisubventionszölle auf in den USA produziertes Solarsilicium beschlossen, die Zölle um weitere fünf Jahre zu verlängern. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss von Antidumping- und Antisubventionszöllen auf die Vermögens- , Finanz- und Ertragslage, Einfluss auf Absatzmengen, Einfluss auf langfristige Kundenbeziehungen. Maßnahmen: Trotz des Handelskonflikts zwischen den USA und China versuchen wir in zahlreichen Gesprächen mit den politischen Verantwortungsträgern in den beiden Ländern, die Ausübung von Strafzöllen im Solarsektor (US-Zölle auf chinesische Solarmodule und -zellen bzw. chinesische Zölle auf Solarsilicium aus den USA) und damit chinesische Antidumping- und Antisubventionszölle sowie weitere Strafzölle auf Solarsilicium von WACKER aus den USA abzumildern oder aufzuheben. Darüber hinaus haben wir an unserem Standort Charleston hergestelltes Polysilicium für Halbleiteranwendungen bereits bei Kunden qualifiziert und werden 2022 weitere Qualifikationen für Halbleiterkunden abschließen können. Einschätzung und Risikobewertung: Am 15. Januar 2020 haben die USA und China die Phase 1 eines Handelsabkommens unterzeichnet. In diesem Abkommen hat sich China unter anderem verpflichtet, in den Jahren 2020 und 2021 in den USA produzierte Güter im Gesamtwert von mindestens 250 Mrd. US-$ zu erwerben. Dazu zählte ausdrücklich auch Polysilicium für Solaranwendungen. Allerdings hat China seine Zölle auf Solarsilicium aus den USA nicht aufgehoben und WACKER konnte dadurch sein am US-amerikanischen Standort Charleston hergestelltes Solarsilicium weiterhin nicht zu wettbewerbsfähigen Konditionen nach China importieren. Ob die USA und China ein Nachfolgeabkommen zu ihrer Phase-1-Vereinbarung verhandeln werden, ist derzeit nicht klar. Mit Blick auf die anhaltenden handelspolitischen Auseinandersetzungen weltweit halten wir es für möglich, dass auch das Polysiliciumgeschäft von WACKER von weiteren Handelsbeschränkungen und Strafzöllen betroffen sein könnte. Die Auswirkungen auf unsere Ergebnisentwicklung im Jahr 2022 wären dann wahrscheinlich groß. Neue Regelungen für Produktionsverfahren, Produkte und ihre Verwendungen Szenario: Durch neue gesetzliche Regelungen werden die Herstellung und die Verwendung chemischer Substanzen strenger reguliert. Neue Vorschriften machen Änderungen an unseren Produktionsverfahren sowie Umformulierungen unserer Produkte notwendig und führen zu erweiterten Informationspflichten bei uns und gegebenenfalls auch bei unseren Kunden. Zusätzliche gesetzliche Regelungen in Einzelstaaten erfordern einen höheren Aufwand für notwendige Registrierungen. Auswirkungen für WACKER: zusätzliche Investitionen in Produktionsanlagen, Umstellungskosten, Umsatzverluste in einzelnen Anwendungsfeldern, zusätzliche Kosten für notwendige Prüfungen und Registrierungen. Maßnahmen: WACKER beobachtet ständig das regulatorische Umfeld für seine Produkte und Produktionsprozesse, um bei sich abzeichnenden Änderungen rechtzeitig reagieren zu können. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Herstellungsverfahren. Weitere notwendige Maßnahmen werden entsprechend der Entwicklung des regulatorischen Umfelds der jeweiligen Situation angepasst. Einschätzung und Risikobewertung: Grundsätzlich ist es immer möglich, dass es auf Grund neuer gesetzlicher Regelungen notwendig wird, unser Produktportfolio zu modifizieren oder unsere Produktionsprozesse anzupassen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass neue Vorgaben zusätzliche Investitionen in unsere Produktionsanlagen oder Änderungen an unserem Produktangebot erfordern, als hoch ein. Sollten solche Änderungen eintreten, so wären ihre kurzfristigen Auswirkungen auf das Ergebnis von WACKER im Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich niedrig. Mittelfristig könnten die Auswirkungen jedoch auch im mittleren bis großen Bereich liegen. IT-Risiken Szenario: Angriff, Störung und unerlaubter Zugriff auf unsere Informationstechnologie(IT)-Systeme, Produktionsanlagen und Netzwerke, dadurch Gefährdung der Datensicherheit. Auswirkungen für WACKER: negativer Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, auf Produktions- und Arbeitsabläufe, Reputationsschaden, Know-how-Verlust. Maßnahmen: WACKER überprüft fortlaufend die eingesetzten Informationstechnologien und investiert kontinuierlich in den Schutz der IT-Systeme und Anwendungen, um die Funktion und Stabilität der IT-gestützten Geschäftsprozesse sicherzustellen. Unser IT-Sicherheits- und -Risikomanagement hat die Aufgabe, Gefährdungen in wirtschaftlicher Weise zu beherrschen. Dies geschieht in Anlehnung an den ISO-Standard 27001. Grundlegend für eine - wo notwendig - hochverfügbare Auslegung unserer Systeme ist unter anderem ein solider Backup- und Recovery-Prozess. Für den Notfall existieren vordefinierte Prozesse und Abläufe (IT-Service Continuity Management). IT-Risiken im Projektumfeld minimieren wir durch eine einheitliche Projekt- und Qualitätsmanagementmethodik. Sie stellt sicher, dass Projektergebnisse und mögliche Änderungen an IT-Services nach definierten Prozessen kontrolliert in unsere Systemlandschaft integriert werden. Auftretende Risiken im operativen Betrieb erfassen wir im Rahmen des Risikomanagements, bewerten sie und leiten gezielt technische und organisatorische Gegenmaßnahmen ein. Unser Cyber Defence Center (CDC) überprüft fortlaufend die Sicherheit unserer IT-Landschaft und unserer -Anwendungen. Werden dabei Defizite festgestellt, so veranlasst das CDC, dass diese zeitnah behoben werden. Unsere Berechtigungskonzepte basieren auf dem Need-to-know-Prinzip. Wir hinterfragen sie regelmäßig und evaluieren neue Konzepte, die der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung tragen. Angriffen auf unsere IT-Systeme durch Schadsoftware begegnen wir durch effiziente und ständig aktualisierte Schutzprogramme. Weltweit haben wir ein Team von Sicherheitsexperten etabliert, das Risiken für unsere Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten und Systemen durch organisatorische und technische Maßnahmen entgegenwirkt. Veranstaltungen und Schulungen zur Informationssicherheit sorgen für die notwendige Sensibilität bei den Beschäftigten. Zusätzlich führen wir in regelmäßigen Abständen umfassende Penetrationstests, Audits und Assessments im In- und Ausland durch. Die Techniken potenzieller Angreifer beobachten und bewerten wir fortlaufend, um gegebenenfalls unsere Verteidigungsstrategien entsprechend anzupassen. Einschätzung und Risikobewertung: Ein langfristiger Ausfall der IT-Systeme oder ein wesentlicher Datenverlust können den Geschäftsbetrieb von WACKER erheblich beeinträchtigen. Auch im Jahr 2021 haben wir eine hohe Zahl von Versuchen beobachtet, unsere IT-Systeme und unsere Infrastruktur anzugreifen. Dass solche Angriffe im Einzelfall erfolgreich sein könnten, lässt sich trotz unserer Vorsorgemaßnahmen nicht ausschließen. Daher stufen wir die Eintrittswahrscheinlichkeit als möglich ein. Sollte es in einem solchen Fall in unseren IT-Systemen zu Störungen und Ausfällen größeren Umfangs beziehungsweise längerer Dauer kommen, so hätte das mittlere Auswirkungen auf das Ergebnis des WACKER-Konzerns. Personalrisiken Szenario: demografischer Wandel, Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften, Probleme beim Besetzen von Führungspositionen. Auswirkungen für WACKER: Der Mangel an Fach- und Führungskräften kann sich negativ auf das weitere Wachstum des Unternehmens auswirken, Verlust des technologischen Vorsprungs. Maßnahmen: Wir begrenzen die Personalrisiken über personalpolitische Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere unser Talent-Management-Prozess und die daraus abgeleiteten Entwicklungspläne. Hinzu kommen vielfältige Aus- und Weiterbildungsangebote, gute Sozialleistungen und eine leistungsorientierte Vergütung. Wir bieten unseren Beschäftigten in Deutschland ein großes Spektrum von Arbeitszeitregelungen und -modellen an, um Beruf und unterschiedliche Lebensphasen miteinander vereinbaren zu können. WACKER hat für alle Schlüsselpositionen im Unternehmen einschließlich aller Positionen des Oberen Führungskreises (OFK) konzernweit eine detaillierte Nachfolgeplanung. WACKER unterscheidet zwischen kurzfristigem (bis zu zwei Jahren) und mittelfristigem (zwischen zwei und vier Jahren) Nachfolgebedarf. Unabhängig davon hat WACKER für OFK-Mitarbeiter für den Fall einer längeren Abwesenheit oder Krankheit einen Stellvertreter benannt. Einschätzung und Risikobewertung: Der demografische Wandel wird das Risiko, nicht ausreichend geeignetes Fach- und Führungspersonal zu finden, mittel- und langfristig erhöhen. Für das Jahr 2022 sehen wir die Risiken für unseren Personalbedarf als gering an. Im Eintrittsfall wären die Auswirkungen auf das Konzernergebnis vermutlich niedrig. Externe Risiken Szenario: Pandemie, Naturkatastrophe, Krieg oder Bürgerkrieg. Auswirkungen für WACKER: Beeinträchtigung unserer unternehmerischen Handlungsfähigkeit, Versorgungsengpässe, Produktionsausfälle, Störungen in der Lieferkette, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Umsatz- und Ergebniseinbußen. Maßnahmen: Unsere geschäftsverantwortlichen Einheiten und unsere Standorte haben Pläne und Maßnahmen erarbeitet und kommuniziert, um die Auswirkungen einer Pandemie auf die Gesundheit unserer Beschäftigten und auf unsere Geschäftsprozesse zu minimieren. Der "Pandemie-Vorsorgeplan" stellt ein einheitliches und koordiniertes Vorgehen sicher. Die finanziellen Auswirkungen von Schäden an unseren Produktionsanlagen durch Naturkatastrophen sind zum Teil durch Versicherungen abgedeckt. Da WACKER über Produktionsstandorte auf verschiedenen Kontinenten verfügt, ist unsere Produktions- und Lieferfähigkeit bis zu einem gewissen Grad auch dann gewährleistet, wenn einzelne Anlagen ausfallen sollten. Einschätzung und Risikobewertung: Risiken, die sich aus Pandemien, Naturkatastrophen, Kriegs- oder Bürgerkriegshandlungen ergeben können, sind nie ganz auszuschließen. Die gegenwärtige Corona-Pandemie ist dafür ein klarer Beleg. Ihre Auswirkungen sowie die staatlichen Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Pandemie einzudämmen und die Gesundheit der Menschen zu schützen, haben auch im Jahr 2021 die Wirtschaft und insbesondere die Lieferketten beeinträchtigt. In vielen Ländern sind die Infektionszahlen im Herbst und Winter des vergangenen Jahres erneut sprunghaft angestiegen. Bislang ist es uns dank unserer detaillierten Maßnahmenpläne zwar gut gelungen, die Auswirkungen von Corona auf das Unternehmen zu begrenzen. Die Situation entwickelt sich aber nach wie vor sehr dynamisch. Wir können deshalb den weiteren Fortgang aktuell nicht verlässlich abschätzen. Sollte die Pandemie nicht deutlich eingedämmt werden können, so halten wir die Wahrscheinlichkeit für hoch, dass WACKER im laufenden Jahr erneut von Risiken aus der Corona-Pandemie und den Folgen behördlicher Maßnahmen betroffen sein könnte. Sofern ein solches Szenario eintritt, könnte dies große Auswirkung auf die Ergebnisentwicklung des WACKER-Konzerns haben. Je nach dem, wie sich die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine weiterentwickeln, könnten mögliche Unterbrechungen in unserer Energie- und Rohstoffversorgung negative Auswirkungen auf die Produktion haben. Chancenbericht Chancenmanagementsystem Das Chancenmanagementsystem des WACKER-Konzerns ist unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es ist als Instrument auf der Ebene der Geschäftsbereiche wie auch auf Konzernebene verankert. Operative Chancen identifizieren und nutzen wir in den Geschäftsbereichen, da sie über das notwendige detaillierte Produkt- und Markt-Know-how verfügen. WACKER setzt kontinuierlich Marktbeobachtungs- und Analyseinstrumente ein, beispielsweise zur strukturierten Auswertung von Markt-, Industrie- und Wettbewerbsdaten. Zudem greifen wir für die Beurteilung zukünftiger Chancen auf Kundeninterviews zurück. Die Kontrolle - wie WACKER Chancen wahrnimmt - erfolgt über Kennzahlen (Rolling Forecast, Ist-Berichterstattung). Strategische Chancen von übergeordneter Bedeutung - wie Strategieanpassungen oder mögliche Akquisitionen, Kooperationen und Partnerschaften - werden auf Vorstandsebene behandelt. Das geschieht im Rahmen des jährlichen Strategieentwicklungs- und Planungsprozesses und bei aktuellen Themen in den turnusmäßigen Vorstandssitzungen. Für diese Themen werden in der Regel unterschiedliche Szenarien und Chancen-Risiko-Profile entwickelt und zur Entscheidung gestellt. WACKER sieht in den nächsten Jahren eine Reihe von Chancen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuentwickeln. Gesamtwirtschaftliche Chancen Zusätzlich zur erwarteten Erholung der weltweiten Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 sieht WACKER gute Chancen, weiter stärker zu wachsen als die weltweite Chemieproduktion, besonders in jungen Märkten und Absatzregionen. Das stärkste Wachstum sehen wir nach wie vor in China, Indien und Südostasien. Um diese Chancen wahrnehmen zu können, bauen wir unsere Präsenz in diesen Märkten kontinuierlich und gezielt aus. Unsere technischen Kompetenzzentren und die WACKER ACADEMY bilden das Fundament für die hohe Servicequalität und Kundennähe von WACKER. Branchenspezifische Chancen Branchenspezifische Chancen ergeben sich vor allem aus unserem breiten Produktportfolio, mit dem wir in hervorragender Weise globale Zukunftsthemen bedienen. Dazu zählen die fortschreitende Urbanisierung, der Trend zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und Energie, die Anstrengungen zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen, der weltweit wachsende Mobilitätsbedarf sowie die zunehmende Nachfrage nach Produkten, die die Lebensqualität erhöhen. An der Bedeutung dieser Themen für unser Geschäft hat sich nichts geändert. Der wachsende Wohlstand in Schwellenländern, insbesondere in Asien, aber auch zunehmend höhere Markt- und Kundenanforderungen lassen die Nachfrage nach Produkten steigen, in denen hochwertige Silicone zum Einsatz kommen. WACKER will von dieser Entwicklung profitieren und seinen Anteil ertragsstarker Spezialsilicone gegenüber Standardprodukten weiter erhöhen. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Automobil, Kosmetik und Körperpflege, Gesundheit, Medizin, Elektronik und Bekleidung. Mit innovativen Produkten und Technologien wollen wir dieses Wachstum begleiten. Gute Wachstumschancen für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES sehen wir im Elektro- und Elektronikmarkt, speziell in der Automobilelektronik. Wachstumstreiber sind die Digitalisierung, Vernetzung und Elektromobilität. So gewinnen elektronische Assistenzsysteme im Auto, die auch für autonomes Fahren unverzichtbar sind, immer stärker an Bedeutung. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2035 rund 76 Millionen neu zugelassene Fahrzeuge bereits weitgehend autonom unterwegs sein werden. Silicongele und Siliconvergussmassen schützen zuverlässig die dafür erforderlichen Sensoren und Elektronikkomponenten. Die Elektromobilität gewinnt in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter an Dynamik. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der jährlich verkauften Elektroautos auf 25 Millionen Fahrzeuge steigen. Elektrofahrzeuge benötigen außerdem leistungsfähige Batterien. Wir haben deshalb neue, wärmeleitfähige Silicone entwickelt, die für ein effektives Wärmemanagement und damit für einen wartungsfreien Betrieb und eine lange Lebensdauer der Batterie sorgen. Auch im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gibt es Wachstumspotenziale auf Grund des steigenden Lebensstandards in den Schwellenländern, der zunehmenden Urbanisierung sowie des Trends, natürliche Ressourcen einzusparen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu vermindern. Die Abkehr von traditionellen Baustoffen und Arbeitsweisen hin zu höherwertigen Systemen wird sich weiter fortsetzen. Ein wichtiges Thema ist dabei die Modifizierung von Zement durch Dispersionspulver. Mit der Beimengung von Dispersionspulvern lassen sich Mörtelmischungen nicht nur besser verarbeiten und dünner auftragen, sondern auch in ihren Eigenschaften wesentlich verbessern. Bislang sind aber noch rund 70 Prozent des Trockenmörtelmarkts nicht modifiziert. In vielen Regionen haben Baufachleute gerade erst begonnen, sich mit den Vorteilen polymermodifizierter Trockenmörtel vertraut zu machen. Weiteres Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS außerdem bei umweltfreundlichen, wasserbasierten Farben und Beschichtungen. WACKER BIOSOLUTIONS erwartet vor allem bei seinen biotechnologisch hergestellten Produkten Wachstumspotenziale. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Produktion von Pharmaproteinen und Impfstoffen. Mit den 2018 bzw. 2021 erworbenen Standorten in Amsterdam und San Diego hat der Geschäftsbereich seine Kapazitäten und Kompetenzen auf diesen Feldern erheblich erweitert. Gleichzeitig ist die dort vorhandene Expertise bei der Produktion von Biopharmaka mit Lebendbakterien bzw. der Herstellung von Plasmid-DNA eine wertvolle Ergänzung unseres Technologieportfolios. Im Geschäft mit Cyclodextrinen entwickeln wir neue Anwendungen, etwa für Nahrungsergänzungsmittel mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Wachstumschancen für unser Polysiliciumgeschäft ergeben sich in erster Linie aus der starken Nachfrage nach Halbleitern sowie nach monokristallinen Solarzellen mit besonders hohem Wirkungsgrad. Für immer leistungsfähigere Halbleiter ist Polysilicium von gleichbleibend ausgezeichneter Qualität, wie wir es liefern, eine essenzielle Voraussetzung. Bereits heute basiert fast jeder zweite Computerchip weltweit auf Polysilicium von WACKER. In der Photovoltaik geht der Trend immer stärker hin zu monokristallinen Solarzellen. Um größtmögliche Wirkungsgrade zu erzielen, ist monokristallines Silicium von besonders hoher Reinheit erforderlich (sogenanntes n-type mono). WACKER ist in diesem Segment nach eigener Einschätzung der weltweit führende Anbieter. Um die Chancen zu nutzen, die sich aus diesen Trends ergeben, setzt der Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON seinen strategischen Fokus konsequent auf die Produktion von Polysilicium höchstmöglicher Qualität. Unternehmensstrategische Chancen Um die Chancen zu nutzen, in unseren Geschäftsbereichen weiter zu wachsen, konzentrieren wir uns darauf, die steigende Nachfrage unserer Kunden zu begleiten und unsere Kapazitäten für Endprodukte, insbesondere für Spezialitäten, weiter auszubauen. Die Investitionen dafür werden im Jahr 2022 deutlich steigen. Im Fokus steht nach wie vor der Ausbau unserer Kapazitäten für Silicon- und Polymerprodukte. An unserem Standort Nünchritz errichten wir derzeit eine neue Fertigungslinie für silanterminierte Polymere, die unter anderem als Bindemittel für die Formulierung von hochwertigen Kleb- und Dichtstoffen zum Einsatz kommen. Ein weiteres Ausbauprojekt am Standort ist der Bau einer Alkoholyse-Lack-Anlage. Der Betrieb wird wichtige Vorprodukte für die Formulierung siliconbasierter Bautenschutzprodukte und Bindemittel für Fassadenfarben und Industriebeschichtungen liefern. Neue Produktionsanlagen für Dispersionen und Dispersionspulver für die Bauindustrie errichten wir derzeit an unserem chinesischen Standort Nanjing. Leistungswirtschaftliche Chancen WACKER bieten sich eine Reihe von Chancen, seine Kostenstrukturen, Prozesse und Produktivitäten zu verbessern. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON setzen wir unser Programm zur Senkung der Herstellungskosten weiter um. In den Chemiebereichen erschließen wir mit unserem Produktivitäts- und Effizienzprogramm "WACKER Operating System" weitere Kostensenkungspotenziale. Hebel dafür sehen wir unter anderem in den spezifischen Kosten bei Hilfsstoffen, Produktivitätsfortschritten in der Herstellung sowie einer größeren Auswahl von Lieferanten, um bessere Einkaufskonditionen zu erreichen. Beurteilung des Gesamtrisikos durch den Vorstand Das implementierte Risikomanagementsystem bildet die Grundlage für die Einschätzung des Gesamtrisikos durch den Vorstand. Es fasst alle Risiken zusammen, die von den Geschäftsbereichen, den einzelnen Zentralbereichen und den Regionen angezeigt werden. Es wird regelmäßig vom Vorstand überprüft und im Prüfungsausschuss behandelt. Für den Vorstand sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts keine einzelnen oder aggregierten Risiken zu erkennen, die die Fortführung des Unternehmens ernsthaft gefährden könnten. Zwar sind insbesondere die Risiken, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben, unverändert hoch. Dank unseres umfassenden Produktportfolios und unserer guten regionalen Aufstellung sehen wir aber gute Chancen, unsere führenden Marktpositionen auszubauen und weiter zu wachsen. Wir bleiben zuversichtlich, dass WACKER strategisch und finanziell so gut aufgestellt ist, dass wir die Chancen, die sich uns bieten, nutzen können. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft wird sich 2022 weiter erholen. Konjunkturforscher gehen jedoch davon aus, dass sich das Wachstum verlangsamen wird. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rechnet 2022 mit 4,5 Prozent Wachstum, das sich 2023 auf 3,2 Prozent weiter abschwächen wird. Die OECD hat ihre Prognose auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie den Angebotsengpässen in wichtigen Wirtschaftszweigen unter Vorbehalt gestellt. Auch der Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht erhebliche Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Die Konjunkturforscher haben ihre Prognose zuletzt nach unten korrigiert. Sie gehen davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2022 um 4,4 Prozent steigen wird. Dabei belasten die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie die Länder in unterschiedlichem Maße. Neben der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie bereiten den Konjunkturforschern die rapide steigende Schuldenlast aller Länder als Folge von Konjunkturprogrammen und die hohe Inflation Sorgen. Zusätzlich könnten geopolitische Krisen wie etwa in der Ukraine das Wirtschaftswachstum bremsen. B.50 Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2022 in %
Branchenspezifische Rahmenbedingungen Die wirtschaftliche Entwicklung in den für unser Geschäft bedeutenden Branchen wird auch im Jahr 2022 unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Je nach dem Fortgang des Impf- und Infektionsgeschehens kann es regional sowie in den unterschiedlichen Marktsegmenten zu uneinheitlichen Entwicklungen kommen. Dazu kommen Risiken auf Grund der andauernden Materialknappheit in vielen Industrien. Aus unserer Sicht werden sich die für uns bedeutenden Branchen dennoch positiv entwickeln. Aufschwung in der chemischen Industrie setzt sich im Jahr 2022 fort Nachdem die chemische Industrie im Jahr 2021 bereits kräftig gewachsen ist, soll sich der Aufschwung 2022 fortsetzen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erwartet für die chemisch-pharmazeutische Industrie in Deutschland ein Produktionsplus von zwei Prozent und einen Umsatzzuwachs von fünf Prozent. Auf Grund der Unsicherheiten in Bezug auf die Corona-Pandemie bestehen auch für die Chemiebereiche von WACKER Risiken. Die Stärke unseres breiten Produktportfolios hat sich aber in der Krise bereits bewährt. Wir gehen davon aus, dass WACKER auch 2022 in allen Kernmärkten weiterwachsen wird. Dies gilt besonders für Anwendungen in der Pharmaindustrie und in der Medizintechnik sowie bei der Erzeugung von Etiketten. Hier profitieren wir vom wachsenden Versandhandel. Hochreine Silane und Säuren liefern wir an die elektronische Industrie. Hier führen der Ausbau des Mobilfunkstandards 5G sowie das autonome Fahren zu einer starken Nachfragesteigerung. Die langfristigen Trends sind zudem intakt und werden sich künftig zum Teil noch beschleunigen. Mittelfristig ergeben sich für uns in allen Regionen Wachstumschancen durch Innovationen entlang der aktuellen Megatrends, wie zum Beispiel der fortschreitenden Digitalisierung. Der steigende Wohlstand in den Schwellenländern sorgt dafür, dass wir in Ländern wie China und Indien sowie in der Region Südostasien unsere Umsätze voraussichtlich weiter erhöhen werden. WACKER hat viele höherwertige Produkte im Portfolio, die von neuen Käuferschichten nachgefragt werden. Das führt zu einem höheren Bedarf unserer Industriekunden. Ein Teil unseres Produktportfolios wird zudem in hochautomatisierten industriellen Fertigungsprozessen eingesetzt. In diesen Bereichen verzeichnet WACKER auch in den Industriestaaten ein Wachstum über dem Wirtschaftsdurchschnitt. Bauindustrie wächst weiter Das weltweite Bauvolumen wird nach Prognosen des Marktforschungsinstituts B + L Marktdaten GmbH mittelfristig weiterwachsen. Im Durchschnitt soll das Bauvolumen bis 2024 jährlich um 2,8 Prozent zulegen. Dabei werden die Bauinvestitionen in Asien und in Nordamerika voraussichtlich etwas stärker wachsen als in den restlichen Regionen. B.51 Wachstumsrate der weltweiten Bauleistungen nach Regionen 2022 - 2024 in %
Auch der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS erwartet für 2022 eine positive Entwicklung, getrieben durch die Themen Renovierung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Die zahlreichen Programme von Regierungen weltweit, wie etwa der European Green Deal oder Chinas Pläne, bis zum Jahr 2060 Klimaneutralität zu erreichen, werden der Bauwirtschaft in den kommenden Jahren voraussichtlich zusätzliche positive Impulse geben. Im Geschäftsbereich WACKER SILICONES soll der Anteil an höherwertigen Spezialprodukten in einer Vielzahl von Segmenten weiter steigen. Gute Wachstumspotenziale besitzen Hybridpolymere zur Formulierung von Hochleistungskleb- und -dichtstoffen. Das gilt auch für silanbasierte Zementzusätze. Sie ermöglichen Energieeinsparungen bei der Herstellung, bieten eine verbesserte Lagerfähigkeit und erhöhen die Qualität und Lebensdauer des Betons. Zunehmende Bedeutung erlangt auch die Entwicklung neuartiger Bauzusatzstoffe, um mit sich ändernden Rohstoffqualitäten und -verfügbarkeiten besser umgehen zu können. Im Bereich thermische Isolierung gehen wir von einem wachsenden Geschäft aus, etwa bei Anwendungen im Haushaltsgerätebereich oder bei gekühlten Transportboxen, etwa für Impfstoffe. Gute Chancen sehen wir zudem für unsere "eco"-Produktlinie, in der wir ressourcenschonende Rohstoffe als Basis nutzen. Elektrotechnik- und Elektronikindustrie im Plus Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rechnet im Jahr 2022 mit weiterem Wachstum. Der Anstieg des weltweiten Marktvolumens liegt laut der Prognose des Branchenverbands bei rund sechs Prozent. Getragen wird das Plus demnach sowohl von den Schwellenländern wie auch von den Industrieländern. WACKER sieht weiterhin gute Wachstumsperspektiven in der Automobilindustrie, beispielsweise durch den zunehmenden Einsatz von Fahrerassistenzsystemen, Sensoren und optischen Displays. Sobald die Halbleiter-Krise überwunden ist, könnte sich eine Aufholphase im Automobilabsatz positiv auf unser Geschäft auswirken. Chancen bieten sich zudem auf Grund der wachsenden Bedeutung der Elektromobilität. Hier werden verstärkt siliconbasierte Produkte verbaut. Photovoltaikleistung wird 2022 voraussichtlich weiter wachsen Das wirtschaftliche Umfeld für die Photovoltaikindustrie bleibt auch im Jahr 2022 dynamisch und herausfordernd. Die hohe Wettbewerbsintensität führt einerseits zu Unsicherheiten im Markt. Andererseits wirken sich die weiter abnehmenden Gestehungskosten für Solarstrom positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Photovoltaik gegenüber anderen Energiequellen aus. Zudem stellt die Solarenergie einen wichtigen Baustein dar, um globale Klimaschutzziele zu erreichen. Sie verringert den spezifischen Ausstoß von Kohlendioxid im Vergleich zu fossilen Energieträgern substanziell. Das politische Ziel, die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius zu halten, und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik führen dazu, dass neue Märkte erschlossen werden. Der Markt für Photovoltaik wird voraussichtlich weiterwachsen. China bleibt auch im Jahr 2022 der weltweit größte und wichtigste Markt. Weitere Länder mit hohen Zubauraten sind die USA, die Länder Europas, Japan und Indien. Zu den Regionen mit großem Wachstumspotenzial gehören Mittel- und Südamerika, Südostasien sowie der Mittlere Osten und Afrika. WACKER geht nach eigenen Marktuntersuchungen und auf Basis externer Marktstudien davon aus, dass die neu installierten Photovoltaikleistungen im Jahr 2022 zwischen 180 und 230 Gigawatt (GW) liegen werden. B.52 Entwicklung Photovoltaikmarkt 2022
Quellen: Bundesnetzagentur, SolarPower Europe (SPE), Solar Energy Industries Association (SEIA), China National Energy Agency, Marktstudien, eigene Marktuntersuchungen von WACKER (Tabelle B.52 ungeprüft) B.53 Wichtige Abnehmerbranchen von WACKER
Künftige Entwicklung des WACKER-Konzerns Nach unserem angenommenen Szenario erwarten wir, dass die Weltwirtschaft im Jahr 2022 wächst. Wie stark dieses Wachstum sein wird, hängt unter anderem davon ab, ob und inwieweit es gelingt, die Corona-Pandemie weiter einzudämmen und inwieweit geopolitische Krisen wie etwa in der Ukraine die Nachfrage dämpfen. Die größten Wachstumsimpulse kommen voraussichtlich aus Asien. Wachstum erwarten wir aber auch für die USA und in Europa. Investitionen und Produktion Der Schwerpunkt unserer Investitionen konzentriert sich im Jahr 2022 analog zum Vorjahr auf Anlagen zur Herstellung von Zwischen- und Fertigprodukten. Die Investitionen werden mit 550 bis 600 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres und den Abschreibungen liegen. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit rund 50 Prozent auf den Geschäftsbereich WACKER SILICONES. Er investiert unter anderem in die Errichtung einer neuen Anlage für Hybridpolymere in Nünchritz. Der Geschäftsbereich WACKER POLYMERS wird im Laufe des Geschäftsjahres seine Produktionsanlagen in Nanjing weiter ausbauen und teilweise in Betrieb nehmen. B.54 Inbetriebnahmen Produktionsanlagen 2022/2023
Künftige Produkte und Dienstleistungen WACKER SILICONES setzt auf vielfältige Anwendungen in den Bereichen Bau, Elektronik, Automotive, Gesundheit und erneuerbare Energien. Im Baubereich gibt es neue Anwendungsmöglichkeiten für silanmodifizierte Hybridpolymere, etwa als Dicht- und Klebstoff. Vielversprechend entwickeln sich auch unsere neuen silanbasierten Zementzusätze. Sie reduzieren den Energieverbrauch bei der Zementherstellung und verbessern die Lagerstabilität und Leistungsfähigkeit von Zement und Beton. WACKER entwickelt überdies Siliconharzbindemittel für Kompositstein. Solche Verbundmaterialien sind UV-stabil und lassen sich erstmals auch im Außenbereich einsetzen. Ein weiterer Schwerpunkt im Baubereich sind Faserverbundmaterialien. Siliconharze ermöglichen hier die Herstellung von Werkstoffen, die erhöhte Brandschutzanforderungen erfüllen. Im Fokusfeld Elektronik arbeiten wir an druckbaren und elastischen Elektrodenmaterialien für Sensoren, harzgefüllten sowie optisch klaren Systemen für Optical-Bonding-Anwendungen und elektroaktiven Siliconlaminaten für innovative Touchscreens für die Unterhaltungs-, Medizintechnik- und Automobilindustrie. Erhebliches Wachstumspotenzial bietet der aktuell stark steigende Bedarf für Siliconelastomere im Gesundheits- und Automobilsektor sowie im Bereich der Elektromobilität. Gefragt sind vor allem unsere wärmeleitfähigen Silicone. Neue oberflächenmodifizierte Füllstoffsysteme auf Siliciumbasis verbessern die Kühlung und das Wärmemanagement von Elektronikbauteilen und elektrischen Speichermodulen. Außerdem arbeiten wir an flammhemmenden Siliconen, die Insassen von Elektrofahrzeugen besser vor Brandgefahren schützen. Sie erzeugen bei großer Hitze eine keramische Schicht und verbessern somit die Brandfestigkeit des Batteriegehäuses. Im Fokusbereich erneuerbare Energien sind wir in der Brennstoffzellen-Technik aktiv. Hier entwickeln wir gemeinsam mit Autoherstellern und -zulieferern vernetzte Folien zur Auskleidung solcher Zellen. Vielversprechend entwickeln sich unsere siliconbasierten Wärmeträgeröle für die Solarthermie. Mit solchen Ölen lassen sich Parabolrinnen-Kraftwerke mit höheren Temperaturen und damit deutlich effizienter und kostengünstiger betreiben als mit organischen Medien. WACKER POLYMERS setzt weiterhin verstärkt auf den Einsatz polymerer Bindemittel für anspruchsvolle Bau-, Beschichtungs- und Verklebungsanwendungen. Ein wesentlicher Trend ist dabei die wachsende Nachfrage der Kunden nach umweltfreundlichen und nachhaltigen Lösungen. Der Geschäftsbereich greift diese Marktchancen aktiv auf und entwickelt entsprechende Produktlinien. So ist WACKER POLYMERS zum Beispiel in der Lage, Dispersionen speziell auf Basis von Vinylacetat-Ethylen-Copolymeren unter Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen in kommerziellen Mengen anzubieten. Hier kommt unter anderem biobasierte Essigsäure zum Einsatz. Um die Verwendung nachwachsender Rohstoffe zu erhöhen, setzen wir den Biomassenbilanz-Ansatz ein. Die Produkte werden unter der Marke VINNAPAS® eco vertrieben. Auch Dispersionspulver für konservierungsmittelfreie Anwendungen sind Teil des Portfolios. Biozidfreie Pulverfarben ermöglichen den Einsatz genau abgemessener Farbmengen und reduzieren damit Materialverbrauch und -überschüsse. Mit dem Technologiewechsel vom Dickbett- zum Dünnbettverfahren bei der Verlegung von Fliesen leisten wir zudem einen Beitrag zur Reduzierung des Zementverbrauchs, was wiederum mit einer Reduktion der CO 2 -Emissionen einhergeht. Für WACKER BIOSOLUTIONS ergeben sich derzeit Wachstumspotenziale auf dem Pharma- und Lebensmittelmarkt. Der Pharmamarkt verschiebt sich stetig in Richtung biotechnologisch hergestellter Arzneien. Als Auftragshersteller (CDMO) für Biopharmazeutika bedienen wir die steigende Nachfrage an unseren Produktionsstandorten in Jena, Halle und Amsterdam. Am Standort Amsterdam, an dem wir auch Impfstoffe und lebende mikrobielle Produkte (LMPS) herstellen, erweitern wir unsere Kapazitäten. Hier sind wir unter anderem nun in der Lage, neue Wirkstoffklassen wie mRNA-basierte Impfstoffe herzustellen. An unserem Standort in San Diego, den wir 2021 übernommen haben, produzieren wir Plasmid-DNA. pDNA bildet die Basis für innovative Therapeutika wie etwa nukleinsäurebasierte Gentherapien, mRNA-Wirkstoffe und virale Vektoren. In der Entwicklung ist außerdem ein Prozess zur Herstellung von Lipid-Nanopartikeln - ein weiterer essenzieller Baustein für die Produktion von mRNA-Wirkstoffen. Auf dem Lebensmittelmarkt folgen wir dem Trend "gesunde Ernährung", unter anderem mit einer Reihe von funktionellen Inhaltsstoffen, die den Kreislauf unterstützen und die Herzgesundheit fördern. Hier bauen wir unser Portfolio kontinuierlich aus. Aktuell arbeiten wir an einem Herstellungsprozess für fermentatives Biotin. Unsere Cyclodextrine spielen zudem eine immer größere Rolle in der Formulierung von Wirkstoffen. Sie erhöhen zum Beispiel die Bioverfügbarkeit von Curcumin. Zudem bieten wir Lösungen zur Herstellung alternativer Proteine: Unser L-Cystein eignet sich beispielsweise als Rohstoff für herzhafte Aromen. Cyclodextrine helfen bei der Formulierung alternativer Proteine. Wir entwickeln außerdem Medienproteine, die künftig bei der Herstellung von Zellkulturfleisch eingesetzt werden sollen. Der Bedarf an qualitativ hochwertigem Polysilicium wird in den kommenden Jahren sowohl im Halbleiter- als auch im Solarbereich weiter steigen. Im Halbleiterbereich werden immer reinere Polysilicium-Qualitäten nachgefragt. Grund dafür sind steigende Anforderungen in der Chipfertigung und die Entwicklung neuer Technologien. Um diesen Trend begleiten zu können, erhöht WACKER in der Produktion kontinuierlich den Anteil an ultrareinem Polysilicium für die Halbleiterindustrie. Im Solarbereich wächst vor allem die Nachfrage nach monokristallinen Zellen aus n-Typ-Silicium. Laut dem Verband Deutsche Maschinen und Anlagenbau (VDMA) wird bis zum Jahr 2031 jeder zweite Siliciumwafer mit dieser Technologie gefertigt. n-Typ-Solarzellen besitzen höhere Wirkungsgrade und altern langsamer als die derzeit dominierenden p-Typ-Zellen. Mit unserem hochreinen Polysilicium können wir dieses stark wachsende Segment sehr gut bedienen. Ausblick auf das Geschäftsjahr 2022 Die wichtigsten Prämissen, die WACKER bei seiner Planung zugrunde legt, sind die Rohstoff- und Energiekosten, die Personalkosten und die Wechselkurse. Für das Jahr 2022 planen wir mit einem Wechselkurs des Euro zum us-Dollar von 1,15 (2021: 1,20). Wir gehen davon aus, dass die Durchschnittspreise unserer wichtigsten Rohstoffe und die Energiepreise deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen werden. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist für das Jahr 2022 weitgehend gesichert. Dabei gehen wir davon aus, dass es durch die geopolitische Krise in Osteuropa nicht zu gravierenden Einschränkungen der Energieversorgung in Europa kommt. Aus dem Programm "Zukunft gestalten" erwarten wir Einsparungen bei den Sachkosten sowie einen Rückgang im Personalaufwand. In der Prognose enthalten sind aber auch laufende Aufwendungen für Altersteilzeit. Steuerungskennzahlen und Wertmanagement Die wichtigsten Steuerungskennzahlen für den WACKER-Konzern bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Konzernumsatz 2022 mit Mengenwachstum WACKER erwartet im Geschäftsjahr 2022 steigende Absatzmengen und positive Produktmixeffekte in den Chemiebereichen. Währungseffekte wirken sich zusätzlich positiv auf den Umsatz aus. Wir gehen davon aus, dass wir in allen Regionen wachsen werden. Insgesamt rechnen wir mit einem Konzernumsatz in der Größenordnung von 7 Mrd. €. Die tatsächliche Entwicklung des WACKER-Konzerns und der Geschäftsbereiche kann auf Grund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass wir im Jahr 2022 weiterwachsen werden, wenn es nicht, beispielsweise durch geopolitische Krisen wie in der Ukraine, zu unvorhersehbaren Einbrüchen in den für WACKER wesentlichen Absatzregionen und -branchen kommt und die Corona-Pandemie erfolgreich eingedämmt wird. Ausblick der wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene So entwickeln sich die wesentlichen Steuerungskennzahlen auf Konzernebene aus heutiger Sicht. Entwicklung der EBITDA-Marge und des EBITDA: Die EBITDA-Marge wird deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet. Das EBITDA bewegt sich in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Mrd. €. Deutlich höhere Rohstoff- und Energiekosten von rund 1 Mrd. € beeinflussen die EBITDA-Entwicklung negativ. In der Prognose auf Konzernebene haben wir zudem einen Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten berücksichtigt, die sich aus der Corona-Pandemie ergeben. Der Konzernjahresüberschuss wird deutlich unter dem Vorjahr liegen. ROCE: Der ROCE wird deutlich über den Kapitalkosten liegen. Netto-Cashflow: Für das Jahr 2022 erwarten wir einen deutlich positiven Cashflow, der deutlich unter dem Vorjahr liegt. Höhere Investitionen sowie ein Anstieg des Working Capital sind dafür verantwortlich. Ausblick für ergänzende Steuerungskennzahlen auf Konzernebene Investitionen: Im Jahr 2022 werden sich die Investitionen auf 550 bis 600 Mio. € belaufen und damit deutlich höher sein als im Vorjahr. Sie liegen damit auch deutlich über den Abschreibungen. Die Abschreibungen bleiben mit rund 400 Mio. € auf dem Niveau des Vorjahres. Die Investitionen sind getrieben von der starken Kundennachfrage. Sie fließen unter anderem in neue Dispersions- und Dispersionspulveranlagen in Nanjing, in einen Kapazitätsausbau im Bereich Silicone in Burghausen sowie in eine Anlage zur Herstellung von Hybridpolymeren in Nünchritz. Nettofinanzschulden: Das Nettofinanzvermögen liegt deutlich unter dem Vorjahr, bleibt aber positiv. Umsatz- und EBITDA-Entwicklung der Geschäftsbereiche Für den Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwarten wir für das Jahr 2022 einen Umsatz in der Größenordnung von 3,0 Mrd. €. Das Umsatzwachstum wird getragen von steigenden Mengen bei Spezialanwendungen und höheren Durchschnittspreisen, mit denen wir die stark steigenden Rohstoffpreise kompensieren. Positiv wirkt sich hier zudem die Beteiligung an dem Spezialsilanhersteller SICO Performance Material in China aus. Wir gehen in allen Regionen von steigenden Umsätzen aus. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsbereich WACKER POLYMERS gehen wir von einem Umsatzanstieg auf etwa 2,0 Mrd. € aus. Steigende Mengen im Dispersions- und Dispersionspulvergeschäft tragen zu diesem Wachstum bei. Die Absatzpreise werden über dem Vorjahr liegen, um die Steigerungen bei Rohstoff- und Energiepreisen sowie sonstigen Kosten auszugleichen. Wir erwarten auch hier Zuwächse in allen Regionen. Die EBITDA-Marge erwarten wir auf dem Niveau des Vorjahres. B.55 Ausblick für das Jahr 2022
Einen Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich erwarten wir im Geschäftsbereich WACKER BIOSOLUTIONS. Das Wachstum kommt aus dem Geschäft mit biotechnologisch hergestellten Produkten, speziell aus dem Geschäft mit Biopharmazeutika. Das EBITDA soll leicht unter dem Vorjahr liegen. Das Ergebnis wird durch den Ausfall einer wichtigen Anlage für chemische Vorprodukte sowie durch höhere Aufwendungen für Digitalisierung im Biopharma-Bereich belastet. Im Polysiliciumgeschäft gehen wir für das Jahr 2022 von einem Umsatz von etwa 1,6 Mrd. € aus. Wir rechnen damit, dass die Absatzmengen unter Vorjahr liegen werden, da wir keine Bestandseffekte mehr realisieren können. Die Durchschnittspreise für Polysilicium werden über Vorjahr erwartet. Stark steigende Rohstoff- und Energiekosten wirken sich jedoch negativ aus. Wir werden unseren Produktmix weiter verbessern und Kostensenkungen konsequent fortsetzen. Das EBITDA wird sich in einer Bandbreite von 330 bis 500 Mio. € bewegen. Künftige Dividende Ziel ist es, rund die Hälfte des Konzern-Jahresüberschusses an die Anteilseigner auszuschütten, vorausgesetzt, die wirtschaftliche Situation erlaubt dies und die beschließenden Gremien stimmen zu. Finanzierung Die Grundzüge unserer Finanzpolitik behalten ihre Gültigkeit. Wir setzen auf ein starkes Finanzprofil mit einer vernünftigen Kapitalstruktur und einer gesunden Fälligkeitsstruktur unserer Finanzschulden. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 verfügt WACKER über ungenutzte Kreditlinien mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr in Höhe von rund 900 Mio. €. Gesamtaussage des Vorstands zur voraussichtlichen Geschäftsentwicklung Die wirtschaftlichen Risiken für das Jahr 2022 bleiben bestehen. Die globale Wirtschaftsentwicklung bleibt weiterhin durch die Corona-Pandemie beeinflusst. Die Konjunkturforscher gehen in ihren Prognosen aber davon aus, dass das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiter steigen wird, dank Impfkampagnen, konzertierter gesundheitspolitischer Maßnahmen und staatlicher Finanzhilfen. Für unser Geschäft erwarten wir eine positive Geschäftsentwicklung für das Jahr 2022. Wir rechnen mit einem Umsatz in der Größenordnung von 7 Mrd. €. Das EBITDA wird sich in einer Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Mrd. € bewegen. Gebremst wird die EBITDA-Entwicklung durch deutlich höhere Energie- und Rohstoffkosten. Sie belasten das EBITDA mit rund 1 Mrd. €. Die Investitionen werden getrieben von der starken Kundennachfrage. Sie werden mit 550 bis 600 Mio. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Abschreibungen belaufen sich auf rund 400 Mio. € und sind damit auf dem Niveau des Vorjahres. Der Netto-Cashflow wird deutlich positiv sein, aber deutlich unter dem Vorjahr liegen. Unser Nettofinanzvermögen wird deutlich unter dem Vorjahr liegen, bleibt aber positiv. In den Chemiebereichen sind wir zuversichtlich, dass wir mit unserem hervorragenden Produktportfolio unseren Wachstumskurs fortsetzen und mit unseren Investitionen das Marktwachstum begleiten. Im Geschäftsbereich WACKER POLYSILICON gehen wir von einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres aus. Bis zum Zeitpunkt der Abschlussaufstellung hat sich an unserer Einschätzung nichts geändert. Wacker Chemie AG Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Anhang Bilanzeid Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2021der Wacker Chemie AG
Bilanz zum 31. Dezember 2021der Wacker Chemie AG
Anhang für das Geschäftsjahr 2021der Wacker Chemie AG1 Grundsätze der RechnungslegungDie Wacker Chemie AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in München. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 159705 im Register des Amtsgerichts München eingetragen. Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München einbezogen. Die Offenlegung der Konzernabschlüsse der Wacker Chemie AG, München und der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft, München erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers. Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) für große Kapitalgesellschaften und zusätzlicher, sich aus dem Aktiengesetz (AktG) ergebenden, Anforderungen aufgestellt. Einige gesetzlich vorgesehene Posten der Gewinn- und Verlustrechnung und der Bilanz wurden zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung zusammengefasst. Die zusammengefassten Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und ggf. erläutert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Sofern nicht ausdrücklich anders vermerkt, erfolgen alle Angaben in Millionen Euro (Mio. €). In Einzelfällen ergeben sich daraus geringe Anpassungen aufgrund von Rundungsdifferenzen. Der Lagebericht der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr 2021 wurde in Anwendung der §§ 315 Abs. 5 i. V. m. 298 Abs. 2 HGB mit dem Konzernlagebericht der Wacker Chemie AG zusammengefasst. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseite des Unternehmensregisters zugänglich. Zudem wird der zusammengefasste Lagebericht des Wacker-Konzerns und der Wacker Chemie AG im Geschäftsbericht der Wacker Chemie AG veröffentlicht. Die nach § 161 AktG vorgeschriebene Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex und die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB wurden abgegeben. Die Wacker Chemie AG erstellt gemäß §§ 289b, 289c HGB einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht. Die nichtfinanzielle Erklärung ist nicht Teil des zusammengefassten Lageberichts. Gemäß § 289b Abs. 3 HGB ist die Wacker Chemie AG von der Pflicht zur Erweiterung des Lageberichts befreit. Die Erklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Erklärung zur Unternehmensführung und die nichtfinanzielle Erklärung sind auf der Internetseite www.wacker.com veröffentlicht. 2 Grundsätze der Bilanzierung und BewertungDie Umsatzerlöse umfassen alle Erlöse aus dem Verkauf von Produkten sowie aus der Erbringung von Dienstleistungen und aus Vermietung und Verpachtung. Sie gelten als realisiert, wenn die geschuldeten Lieferungen und Leistungen erbracht wurden. Soweit die Voraussetzungen erfüllt sind, werden Gewinne aus Beteiligungen an verbundenen Unternehmen phasengleich vereinnahmt. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und linear pro rata temporis über maximal 10 Jahre abgeschrieben. Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht aktiviert. Sachanlagen werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert und entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich linear pro rata temporis abgeschrieben. Produktions- und Verwaltungsgebäude werden in längstens 40 Jahren abgeschrieben, Anlagen und Maschinen zwischen 6 und 25 Jahren und Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 3 und 12 Jahren. Die Herstellungskosten selbsterstellter Sachanlagen werden nach den für Erzeugnisse geltenden Grundsätzen ermittelt. Geringwertige Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden bis zu einer Höhe von 250 Euro direkt als Aufwand erfasst und bis zu einer Höhe von 1.000 Euro als Sammelposten über fünf Jahre abgeschrieben. Danach wird der Abgang unterstellt. Forschungs- und Entwicklungskosten werden als laufender Aufwand erfasst. Finanzierungskosten werden nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear. Für Zugänge aus Zeiträumen vor dem 1. Januar 2010 erfolgte die handelsrechtliche Abschreibung bei beweglichen Wirtschaftsgütern degressiv, sofern die Steuergesetzgebung degressive Abschreibungen erlaubte. Für diese Vermögensgegenstände werden die niedrigeren Wertansätze in Anwendung des Wahlrechts nach Art. 67 Abs. 4 EGHGB fortgeführt. Wenn eine Wertminderung von Dauer ist, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Zuwendungen, auf die ein Rechtsanspruch besteht, erfolgt die Aktivierung des Anspruchs auf die Zuwendung, wenn das Unternehmen am Bilanzstichtag die sachlichen Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendung erfüllt hat und zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung der erforderliche Antrag gestellt ist oder mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gestellt werden wird. Sofern nicht anders vermerkt, werden diese Zuwendungen (Investitionsförderung) von staatlichen Stellen gewährt. Zuwendungen Dritter mindern die Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Finanzanlagen werden mit ihren Anschaffungskosten, gegebenenfalls bei dauerhafter Wertminderung vermindert um Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert, bilanziert. Unterverzinsliche langfristige Ausleihungen werden mit dem Marktzins abgezinst. Sofern Finanzanlagen in Fremdwährung eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet. Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungskosten oder realisierbaren Preisen am Bilanzstichtag bewertet. Die Bewertung der Erzeugnisse erfolgt durch Ableitung der Ist-Herstellungskosten aus den Standardkosten. Die Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den anteiligen Werteverzehr des Anlagevermögens und Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie der betrieblichen Altersversorgung. Die Herstellungskosten werden unter der Annahme einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt. Bei der Berechnung der realisierbaren Preise wird das Prinzip der verlustfreien Bewertung beachtet. Unentgeltlich zugeteilte Emissionszertifikate werden zum Nominalwert von Null im Vorratsvermögen erfasst. Entgeltlich erworbene Emissionszertifikate werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Die Folgebewertung erfolgt nach der Durchschnitts-Methode unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Für die Verpflichtung zur Abgabe von Emissionszertifikaten für den Ausgleich der CO 2 -Emissionen des abgelaufenen Kalenderjahres wird eine Rückstellung gebildet, die sich nach dem Wert der im Vorratsvermögen erfassten Zertifikaten bemisst. Soweit der vorhandene Bestand an Emissionszertifikaten die voraussichtliche Abgabeverpflichtung nicht deckt, werden zusätzliche Rückstellungen gebildet. Erlöse aus dem Verkauf von unentgeltlich zugeteilten Emissionszertifikaten werden ertragswirksam vereinnahmt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennbetrag angesetzt. Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr werden mit dem abgezinsten Wert bilanziert. Risiken sind durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Wertpapiere und Termingelder des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Geldbestände und Bankguthaben in Euro werden zum Nominalwert ausgewiesen. In fremder Währung werden sie zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Wertaufholungen im Bereich des Anlage- und Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung nicht mehr bestehen. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten berechnet. Dabei werden nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen, berücksichtigt. Zusätzlich zu den zeitlichen Bilanzierungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge in die Ermittlung einbezogen. Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt auf Basis eines kombinierten Ertragsteuersatzes, der die Körperschaft- und Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag umfasst. Künftige Steuerbelastungen werden mit künftigen Steuerentlastungen verrechnet. Eine sich daraus insgesamt ergebende künftige Steuerbelastung wird in der Bilanz unter dem Posten "Passive latente Steuern" angesetzt. Eine sich insgesamt nach Verrechnung ergebende Steuerentlastung wird unter Anwendung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen. Hinsichtlich der Lebenserwartungen in Deutschland werden die von der Heubeck-Richttafeln-GmbH entwickelten Generationentafeln "Richttafeln 2018G" zugrunde gelegt. Diese berücksichtigen neben den aktuellen Lebenserwartungen auch sozioökonomische Faktoren. Erwartete künftige Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Berechnung der Verpflichtung berücksichtigt. Der zugrunde gelegte Rechnungszins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen ergibt sich aus dem von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzins der vergangenen zehn Geschäftsjahre für eine pauschal angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Für den Unterschiedsbetrag zwischen dem Wertansatz der Rückstellung mit zehn- und siebenjährigem Durchschnittszins bestehen Regelungen zu einer Ausschüttungssperre. Zur teilweisen Finanzierung und Sicherung der Pensionsverpflichtungen besteht ein Deckungsvermögen in Form eines sogenannten Contractual Trust Arrangement ("CTA"). Die in den CTA eingezahlten Barmittel werden durch einen externen Treuhänder verwaltet und dienen ausschließlich der Finanzierung der Pensionsverpflichtungen (doppelstöckige Treuhand). Die Bewertung des Deckungsvermögens erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Das CTA erfüllt die Voraussetzungen zur Saldierung mit den Pensionsverpflichtungen. Die Steuerrückstellungen und die Sonstige Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages gebildet. Dazu fließen zukünftig erwartete Preis- und Kostensteigerungen mit ein. Diese werden aus der erwarteten Preissteigerungsrate und aus erwarteten Entgeltsteigerungen abgeleitet. Bei längerfristigen Verpflichtungen für ungewisse Verbindlichkeiten werden die Laufzeiten in regelmäßigen Abständen überprüft. Alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen werden berücksichtigt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre unter Verwendung der Barwertmethode abgezinst. Rückstellungen von bis zu einem Jahr Restlaufzeit werden nicht abgezinst. Die Aufzinsung erfolgt mit dem Zinssatz des Vorjahres. Aufwendungen aus Aufzinsung werden im Zinsergebnis gezeigt. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Soweit Deckungsvermögen im Sinne des § 246 Abs. 2 HGB besteht, wird dieses mit der Verpflichtung verrechnet. Zur Ermittlung des Erfüllungsbetrages werden jährliche Entgeltanpassungen und Rentenanpassungen berücksichtigt. Die Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden im Zinsergebnis mit Aufwendungen aus der Verpflichtung saldiert ausgewiesen. Zur Erfüllung von Verpflichtungen aus Altersteilzeit sind Wertpapiere zweckgebunden angelegt und dem Zugriff der Wacker Chemie AG entzogen (Deckungsvermögen). Das Deckungsvermögen wird mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet und in dieser Höhe mit den Verpflichtungen aus Altersteilzeit verrechnet. Soweit der beizulegende Zeitwert die Anschaffungskosten übersteigt, sind Regelungen zu einer Ausschüttungssperre zu beachten. Ein übersteigender Teil der Verpflichtungen wird als Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen ausgewiesen. Sofern der Wert der angelegten Mittel den Wert der handelsrechtlichen Verpflichtungen übersteigt, erfolgt ein Ausweis als "aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" auf der Aktivseite der Bilanz. Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Disagios werden aktivisch abgegrenzt. Als Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen bzw. Ausgaben vor dem Stichtag, soweit sie Ertrag bzw. Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Stichtag darstellen, bilanziert. Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit den Devisenkassamittelkursen bewertet. Sofern sie eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben, werden sie ohne Beachtung des Realisations-, Imparitäts- und Anschaffungskostenprinzips bewertet. Zur Sicherung von Währungsrisiken und Zinsänderungsrisiken werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps, Devisenoptionen und Zinsderivate abgeschlossen. Dies führt bei bestehendem Sicherungszusammenhang zur Bildung von Bewertungseinheiten zwischen dem jeweiligen Grundgeschäft und den dafür abgeschlossenen Sicherungsgeschäften. Die Wacker Chemie AG deckt sowohl Risiken einzelner Grundgeschäfte ab, als auch Risiken gleichartiger Grundgeschäfte. Darüber hinaus werden künftige, mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Geschäfte in Fremdwährung teilweise abgesichert (Makro Cash Flow Hedge). Bei hoher Effektivität einer Sicherungsbeziehung erfolgt die Behandlung der sich ausgleichenden gegenläufigen Wert- oder Zahlungsstromänderungen von Grund- und Sicherungsgeschäft innerhalb der Bewertungseinheit nach der sog. Einfrierungsmethode, d.h. durch Beibehaltung der ursprünglichen Wertansätze aus der Ersterfassung der Forderung oder Verbindlichkeit. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen ausgleichen, werden sie nicht berücksichtigt. Soweit sich positive und negative Wert- oder Zahlungsstromänderungen pro Bewertungseinheit nicht ausgleichen, werden für Verlustüberhänge Drohverlustrückstellungen gebildet. Per Saldo verbleibende Gewinne werden nur berücksichtigt, soweit es sich bei den Grundgeschäften um Forderungen oder Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr handelt. Gewinn- und Verlustüberhänge werden je Währung miteinander verrechnet. Kursgewinne bzw. Kursverluste aus dem operativen Geschäft und der kurzfristigen Finanzierung von verbundenen Unternehmen werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge bzw. Aufwendungen ausgewiesen. Kursgewinne bzw. -verluste aus langfristiger Finanzierung werden im sonstigen Finanzergebnis gezeigt. 3 Umsatzerlöse
4 Sonstige betriebliche ErträgeIn den sonstigen betrieblichen Erträgen werden insbesondere Erträge aus Währungsgeschäften, Kostenerstattungen, der Auflösung von Rückstellungen und Versicherungserstattungen ausgewiesen.
5 Materialaufwand
Im Materialaufwand sind in 2021 Aufwendungen aus der Auftragsfertigung in Höhe von 428,4 Mio. € (Vorjahr 372,3 Mio. €) enthalten. 6 Personalaufwand
Soziale Abgaben enthalten insbesondere die Arbeitgeberanteile von Sozialversicherungsbeiträgen sowie Berufsgenossenschaftsbeiträge. In den Aufwendungen für Altersversorgung sind hauptsächlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen sowie Aufwendungen für die Dotierung der externen Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, enthalten. In 2020 wurde eine Sonderzahlung an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG in Höhe von 73,2 Mio. € geleistet. Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der Personalrückstellungen, insbesondere der Pensionsrückstellungen, werden im Zinsergebnis erfasst. 7 Abschreibungen
Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen Stilllegungen von Anlagen und Verschrottungen. 8 Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten insbesondere Vertriebskosten, Reparatur-/Instandhaltungskosten, Kursverluste sowie Pachten, Mieten und Leasingaufwendungen.
1) periodenfremde Aufwendungen
2) darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen
in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €)
In den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Gebühren und Beiträge, Kostenübernahmen von Tochtergesellschaften, Reisekosten, sonstige personalbezogene Kosten, Beratungskosten, Aufwendungen für soziale Einrichtungen sowie Aufwendungen für Umweltschutz, rechtliche und andere Risiken enthalten. WACKER hat in 2020 ein Restrukturierungsprogramm ("Zukunft gestalten") bekannt gegeben. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm sind Aufwendungen in Höhe von 48,9 Mio. € für zu zahlende Abfindungen im Geschäftsjahr 2020 berücksichtigt worden. 9 Finanzergebnis
Die Erträge aus Gewinnübernahmen resultieren aus Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträgen mit der Alzwerke GmbH, der DRAWIN Vertriebs-GmbH, der Wacker-Chemie Versicherungsvermittlung GmbH sowie mit der Wacker Biotech GmbH. Bei den Erträgen aus Beteiligungen handelt es sich um Dividendenzahlungen. Die Zuschreibungen betreffen die Anteile am verbundenen Unternehmen Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira - Sao Paulo, Brasilien, sowie an der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur. Zinsergebnis
1) darin enthalten: periodenfremde Aufwendungen
in Höhe von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €)
Die Aufwendungen aus der Ab- und Aufzinsung resultieren mit 93,8 Mio. € aus der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen (Vorjahr 85,4 Mio. €). Da die Einzahlung in das CTA kurz vor dem Bilanzstichtag erfolgte, ergaben sich aus der Stichtagsbewertung Effekte von weniger als 0,1 Mio. €. Die Effekte aus der Aufzinsung und Zinsänderung anderer langfristiger Personalrückstellungen betragen 3,1 Mio. € (Vorjahr 2,6 Mio. €). Darin enthalten ist ein Aufwand aus der Verrechnung des Aufwands aus Aufzinsung und den Erträgen aus Deckungsvermögen für Rückstellungen aus Altersteilzeit in Höhe von 1,1 Mio. € (Vorjahr Ertrag 1,3 Mio. €). Im Jahr 2021 betragen die Erträge aus Deckungsvermögen 0,2 Mio. € (Vorjahr 2,0 Mio. €) und die Aufwendungen aus Aufzinsung 1,3 Mio. € (Vorjahr 0,7 Mio. €). Weiterhin sind Effekte aus der Aufzinsung von langfristigen sonstigen Rückstellungen, im Wesentlichen für Rückstellungen für Umweltschutzauflagen, in Höhe von 2,0 Mio. € enthalten (Vorjahr 3,8 Mio. €). Sonstige Finanzergebnis
In den übrigen finanziellen Erträgen und Aufwendungen sind Gewinne und Verluste aus der Bewertung von Finanzforderungen und Finanzschulden in Fremdwährung enthalten. 10 Steuern vom Einkommen und vom ErtragDer Steueraufwand enthält auch Ertragsteuern für Gesellschaften, mit denen ein Ergebnisabführungsvertrag besteht. Es ergaben sich periodenfremde Steuererträge von 0,7 Mio. € (Vorjahr 13,0 Mio. €) und periodenfremde Steueraufwendungen von 0,0 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €). Latente Steuern sind im Steueraufwand nicht enthalten. Latente Steuern betreffen nicht nur die Unterschiede aus den eigenen Bilanzposten, sondern auch solche, die bei Organtöchtern bestehen. Insgesamt erwartet die Wacker Chemie AG als Organträger zum 31. Dezember 2021 Steuerentlastungen in Höhe von 273,1 Mio. € (Vorjahr 281,4 Mio. €), die aus aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 273,3 Mio. € (Vorjahr 291,4 Mio. €) und aus passiven Steuerlatenzen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €) bestehen. Hierbei wurde wie im Vorjahr ein kombinierter Steuersatz von 28,8 % zugrunde gelegt. Die Steuerentlastungen wurden in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 HGB nicht bilanziert. Aktive Steuerlatenzen auf Verlustvorträge wurden nicht angesetzt. Die aktiven Steuerlatenzen in Höhe von 273,3 Mio. € (Vorjahr 281,4 Mio. €) verteilen sich auf Anlagevermögen mit 65,0 Mio. € (Vorjahr 88,1Mio. €), Umlaufvermögen mit 84,9 Mio. € (Vorjahr 15,0 Mio. €), Pensionsverpflichtungen mit 77,1 Mio. € (Vorjahr 126,4 Mio. €), übrige Rückstellungen (u.a. für Altersteilzeit und drohende Verluste) sowie passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 46,3 Mio. € (Vorjahr 51,9 Mio. €). Die passiven Steuerlatenzen betreffen kurzfristige Wertpapiere und Termingelder in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr 0,2 Mio. €). 11 Immaterielle Vermögensgegenstände
12 Sachanlagen
13 Finanzanlagen
Die Zuschreibung bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen betrifft die Anteile an der Wacker Química do Brasil Ltda., Jandira - Sao Paulo, Brasilien. Die Zuschreibung bei den Beteiligungen betrifft die Anteile an der Dow Siloxane (Zhangjiagang) Holding Co. Private Ltd., Singapur. Im Geschäftsjahr 2021 wurden langfristige Unternehmensanleihen in Fremdwährung in Höhe von 116,1 Mio. € erworben. Weiter wurden Barmittel in Höhe von 200 Mio. € als Sondervermögen in den LBBW AM-WMM Spezialfonds eingebracht. Die Wacker Chemie AG erwarb sämtliche Fondsanteile in Höhe von 200,0 Mio.€, die unter den Wertpapieren des Anlagevermögens ausgewiesen werden. Die vom Fonds erworbenen Wertpapiere stellen bei diesem Sondervermögen dar. Anlageziel des Fonds ist Kapitalwachstum bei einem ausgewogenen Rendite-Risikoverhältnis im Rahmen einer konservativen Anlagepolitik. Das Fondsvermögen ist zum Stichtag mit 197,9 Mio. € in festverzinsliche Wertpapiere investiert, wobei der Schwerpunkt der Anlagen im relativ ausfallsicheren Bereich bonitätsstarker Unternehmensanleihen liegt. Das restliche Vermögen (0,1 Mio. €) wurde als Liquidität gehalten. Die Bewertung erfolgte zu Börsen- und Marktpreisen. Es ergab sich eine Differenz zum Buchwert in Höhe von 2,0 Mio. €. Die Wertminderung ist aufgrund der verbleibenden Laufzeiten der Wertpapiere voraussichtlich nicht von Dauer. Ausschüttungen aus dem Fonds werden im sonstigen Finanzergebnis erfasst. Im Geschäftsjahr 2021 fanden keine Ausschüttungen statt. Die Abgänge bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen die Finanzierung der Wacker Biotech B.V., Amsterdam, Niederlande. Der Abgang bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen ergab sich aus der vollständigen Rückführung eines Darlehens, das an die Dow Siloxanes (Zhangjiagang), Co. Ltd., China, ausgegeben wurde. Mit Wirkung zum 01.01.2021 wurden sieben Vorratsgesellschaften auf die Wacker Chemie AG verschmolzen. Die Aufstellung des Anteilbesitzes ist unter Ziffer 32 aufgeführt. 14 Vorräte
Die nicht abgerechneten Leistungen betreffen zum Teil erbrachte, aber noch nicht abgerechnete, Leistungen. 15 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 140,6 Mio. € (Vorjahr 95,5 Mio. €) sowie Darlehens- und Cash Pool Forderungen in Höhe von 149,4 Mio. € (Vorjahr 149,6 Mio. €). Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Zinsforderungen an assoziierte Unternehmen. Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden Forderungen an Steuerbehörden in Höhe von 66,5 Mio. € (Vorjahr 54,7 Mio. €) ausgewiesen. 16 Wertpapiere und Termingelder
Unter diesem Posten werden Termingelder und Wertpapiere mit einer Laufzeit von mehr als 3 Monaten und kleiner 1 Jahr ausgewiesen. 17 Aktive RechnungsabgrenzungspostenUnter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden gezahlte Service- und Wartungskosten sowie Mieten, Disagios und andere Zahlungen erfasst, soweit sie Aufwendungen zukünftiger Geschäftsjahre betreffen. Der Anstieg betrifft im Wesentlichen Beitragsvorauszahlungen an die Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die Disagios betragen zum Bilanzstichtag 1,9 Mio. € (Vorjahr 2,3 Mio. €). 18 Eigenkapital
* Gemäß Gewinnverwendungsbeschluss
der Hauptversammlung 2021.
Unterschiedliche Aktiengattungen bestehen nicht. Das gezeichnete Kapital besteht aus 52.152.600 nennwertlosen Stückaktien. Von dieser Gesamtaktienzahl werden 2.474.617 Stück als eigene Anteile gehalten. Bezogen auf das Grundkapital in Höhe von 260.763.000 € entspricht dies einem Wert von 12.373.085 € (4,74 %). Die eigenen Anteile betreffen Anteile, welche die Wacker Chemie AG im Jahr 2005 erworben hatte und welche nicht im Rahmen des Börsengangs am 10. April 2006 veräußert wurden. Der beizulegende Zeitwert der zur Sicherung von Altersteilzeitverpflichtungen angelegten und als Deckungsvermögen zu behandelnden Mittel beläuft sich auf 96,5 Mio. € (Vorjahr 73,3 Mio. €). Dieser Wert liegt Ende 2020 um 2,5 Mio. € über den Anschaffungskosten (Vorjahr 2,5 Mio. €) und unterliegt in dieser Höhe der Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 HGB. Der gemäß § 253 Abs. 6 HGB zu ermittelnde und ausschüttungsgesperrte Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Pensionsrückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellung nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren beläuft sich zum Stichtag auf 97,7 Mio. € (Vorjahr 120,2 Mio. €). Zur anteiligen Finanzierung und Sicherung der Pensionsverpflichtung wurden im Dezember 2021 Barmittel in Höhe von 250,0 Mio. € in ein Deckungsvermögen in Form eines sogenannten Contractual Trust Arrangement (CTA) eingezahlt. Zum 31. Dezember 2021 belief sich der beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens auf 250,0 Mio. €. Eine Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB besteht somit nicht. Eine Ausschüttungssperre (§ 268 Abs. 8 HGB und § 253 Abs.6 HGB) bezogen auf den Bilanzgewinn besteht nicht. Die Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, hat der Wacker Chemie AG am 7. Juni 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 50 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Die Blue Elephant Holding GmbH, Pöcking, hat am 12. April 2006 mitgeteilt, dass sie mehr als 10 % der Stimmrechtsanteile an der Wacker Chemie AG hält. Weitere Informationen sind im Unternehmensregister angegeben (www.unternehmensregister.de). 19 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenFür Mitarbeiter der Wacker Chemie AG wird im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung eine Grundversorgung über die rechtlich selbständige Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG, München, gewährt. Diese wird aus Mitglieds- und Firmenbeiträgen finanziert. Für Mitarbeiter, die der Pensionskasse bis 2004 beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag 400 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Für Mitarbeiter, die nach 2004 der Pensionskasse beigetreten sind, beträgt der Firmenbeitrag 100 % der jeweiligen Mitgliedsbeiträge. Die Wacker Chemie AG hat sich zudem bereit erklärt, den Finanzbedarf für die Anwartschaftssteigerungen der Pensionskasse zu sichern soweit sie nicht aus den laufenden Mitgliedsbeiträgen der Wacker Chemie AG und sonstigem Vermögenszuwachs gedeckt werden können. Eine Unterdeckung der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG bestand zum Stichtag nicht. Zusätzlich gibt es eine sogenannte Zusatzversorgung für Gehaltsanteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrundlage in Form von rückstellungspflichtigen Direktzusagen. Weiter besteht für Mitarbeiter die Möglichkeit, freiwillig Teile des Entgelts in unmittelbare Versorgungszusagen umzuwandeln. Die sich aus den Zusagen ergebenden Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für Anwartschaften und laufende Leistungen gebildet. Der Wertansatz ist versicherungsmathematisch nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet. Bei der Ermittlung der Verpflichtung wurden die folgenden Parameter zugrunde gelegt:
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten auch Verpflichtungen zu Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Todesfall in Höhe von 1,6 Mio. € (Vorjahr 1,6 Mio. €). Es bestehen Pensionsverpflichtungen in Höhe von 1.076,9 Mio. € (Vorjahr 978,4 Mio. €). Seit Dezember 2021 besteht ein Deckungsvermögen zur teilweisen Finanzierung und Sicherung der Pensionsverpflichtungen, das die Voraussetzungen zur Saldierung mit den Pensionsverpflichtungen erfüllt. Die Anschaffungskosten entsprechen zum 31. Dezember 2021 dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens und belaufen sich auf 250,0 Mio. €. Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Schulden beträgt 1.197,0 Mio. €. Das Planvermögen ist im Wesentlichen angelegt in einen Geldmarktfonds. Die Bewertung erfolgt aufgrund vorhandener Börsen- bzw. Marktpreise. Bei Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren hätte sich eine Rückstellung für Pensionen in Höhe von 1.174,6 Mio. € (Vorjahr 1.098,6 Mio. €) ergeben. 20 Andere Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen beinhalten Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten und Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten enthalten Rückstellungen u.a. für Umweltschutzauflagen, Personalverpflichtungen, mögliche Schadenersatzzahlungen, ausstehende Rechnungen sowie Kundenboni. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogramm "Zukunft gestalten" wurden im Geschäftsjahr 2020 Rückstellungen für Abfindungen in Höhe vom 48.0 Mio. € gebildet. Die Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 89,2 Mio. € (Vorjahr 97,6 Mio. €) umfasst ratierlich zugeführte Verpflichtungen für noch nicht entlohnte Anteile der Arbeitsleistung während der Beschäftigungsphase (Erfüllungsrückstand) sowie Aufstockungsbeträge in voller Höhe. Berücksichtigt werden alle zum Jahresende anspruchsberechtigten Mitarbeiter bis zu der durch das Gesetz festgelegten Höchstgrenze. Sofern darüber hinaus Altersteilzeitverpflichtungen eingegangen wurden, sind diese ebenfalls in die Rückstellung einbezogen. Die Höhe der Altersteilzeitverpflichtung zum 31. Dezember 2021 betrug 185,7 Mio. € (Vorjahr 170,9 Mio. €). Der zur Ermittlung der Rückstellung abgezogene beizulegende Zeitwert des Deckungsvermögens belief sich zum Bilanzstichtag auf 96,5 Mio. € (Vorjahr 73,3 Mio. €). Die ursprünglichen Anschaffungskosten des angelegten Vermögens betragen 94,0 Mio. € (Vorjahr 70,9 Mio. €). Die bei der Berechnung der Altersteilzeitverpflichtung berücksichtigten jährlichen Entgelt- und Rentenanpassungen entsprechen dem bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen verwendeten Prozentsätzen. Der zum 31. Dezember 2021 zugrunde gelegte Rechnungszins beträgt 0,40 % (Vorjahr 0,54 %). 21 Finanzverbindlichkeiten
22 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Übrige Verbindlichkeiten
Bei den erhaltenen Anzahlungen handelt es sich im Wesentlichen um Kundenanzahlungen im Zusammenhang mit langfristigen Lieferverträgen für Polysilicium. Zudem sind Anzahlungen von Dritten enthalten, die an unseren Standorten Köln und Burghausen ansässig sind. Sie betreffen Vorauszahlungen für die künftige Nutzung der jeweiligen Werksinfrastruktur in Höhe von 15,4 Mio. € (Vorjahr 13,6 Mio. €). In den erhaltenen Anzahlungen sind zudem Anzahlungen von Unternehmen mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht in Höhe von 6,0 Mio.€ (Vorjahr 1,9 Mio. €) enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. 23 Passive RechnungsabgrenzungspostenDie Wacker Chemie AG hat sich im Zeitraum 2014 bis 2019 vertraglich zur Übernahme einer bestimmten Anzahl von Mitarbeitern der Siltronic AG verpflichtet. Die Siltronic AG hat dafür eine einmalige Zahlung in Höhe von 39,0 Mio. € geleistet, die bilanziell abgegrenzt wurden. Der Posten konnte im Geschäftsjahr 2021 weiter aufgelöst werden. Der noch verbleibende Betrag beläuft sich zum 31. Dezember 2021 auf 15,7 Mio. € (Vorjahr 17,5 Mio. €). 24 Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter
25 Nicht in der Bilanz enthaltene HaftungsverhältnisseDie nachfolgend dargestellten Haftungsverhältnisse sind Nominalwerte.
Die angegebenen Bürgschaften sichern im Wesentlichen die externe Finanzierung von verbundenen Unternehmen. Weiter enthält der Betrag Vertragserfüllungsgarantien gegenüber Dritten für Tochterunternehmen. Darüber hinaus sichert die Wacker Chemie AG die Bezahlung von Stromlieferungen an ein Tochterunternehmen ab. Aufgrund der derzeitigen finanziellen Situation der Tochterunternehmen, für die die Wacker Chemie AG Bürgschaften übernommen hat, ist eine Inanspruchnahme aus diesen Bürgschaften unwahrscheinlich. Die Wacker Chemie AG haftet zudem für die Verbindlichkeiten derjenigen inländischen Tochtergesellschaften, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen. 26 Sonstige finanzielle Verpflichtungen/PrüferhonorareDie nachfolgend dargestellten sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind Nominalwerte.
Darin enthalten sind folgende wesentliche Einzelsachverhalte: Es besteht ein Mietvertrag für das Gebäude der Hauptverwaltung München mit der PK Wacker GSG GmbH & Co. KG, welches von der Wacker Chemie AG genutzt wird. Der Mietvertrag hat eine Laufzeit bis Dezember 2023. Die Anmietung umfasst das Grundstück und das Gebäude. Auch enthalten sind weitere Miet- und Pachtverträge für Lagergebäude, Büros, Maschinen, Kesselwagen, Container, IT-Equipment und den Fuhrpark. Aufgrund der langfristigen vertraglichen Bindung besteht für die Zukunft ein konstanter Liquiditätsabfluss, dem sich das Unternehmen nicht entziehen kann.
Neben dem Bestellobligo für Investitionsvorhaben bestehen wesentliche langfristige Abnahmeverpflichtungen aus Strom-, Gas- und Rohstofflieferverträgen mit Laufzeiten bis zum Jahr 2033. Zum 31. Dezember 2021 belief sich die noch ausstehende Zahlungsverpflichtung nominal auf insgesamt 1,04 Mrd. € (Vorjahr 1,02 Mrd. €). Die Verträge dienen der Sicherstellung der langfristigen Rohstoffversorgung und beinhalten das latente Risiko, dass aufgrund veränderter Marktsituation bzw. angepasster Produktionsverfahren die vereinbarten Mengen in zukünftigen Jahren möglicherweise nicht mehr im vollen Umfang benötigt werden. Weiter hat sich die Wacker Chemie AG zur Absicherung der langfristig vereinbarten Abnahme von Rohstoffen durch Tochterunternehmen gegenüber einem assoziierten Unternehmen verpflichtet. Zudem besteht im Zusammenhang mit der Auftragsfertigung bei der Tochtergesellschaft Wacker Polysilicon North America L.L.C. die Verpflichtung zur Abnahme von Polysilicium. Im Rahmen von Investitionstätigkeiten hat die Wacker Chemie AG Zulagen sowie Zuschüsse der öffentlichen Hand erhalten. Diese sind an bestimmte Bedingungen geknüpft. Bei Nichterfüllung dieser Bedingungen müssen die erhaltenen Fördermittel ganz oder teilweise zurückgeführt werden. Die Dauer für die Erfüllung dieser Bedingungen ist zeitlich begrenzt. Von Zeit zu Zeit ist die Wacker Chemie AG in gerichtliche und schiedsgerichtliche Verfahren und behördliche Untersuchungen und Verfahren eingebunden. Anhängige Verfahren können die Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erwartet die Gesellschaft keine negativen Auswirkungen. Honoraraufwand für den Abschlussprüfer
Die anderen Bestätigungsleistungen beinhalten Bestätigungen nach § 64 EEG, § 15 KWKG, § 20 WpHG ("EMIR"), Artikel 25 Abs. 1 der VO EU ("Strompreiskompensation") und Verpackungsverordnung sowie einer Assuranceleistung auf den nichtfinanziellen Konzernbericht und eine Werthaltigkeitsbescheinigung für das Salzbergwerk Stetten. 27 Derivative FinanzinstrumenteZur Sicherung von Währungsrisiken aus der Geschäftstätigkeit werden Devisentermingeschäfte, Devisenswaps sowie Devisenoptionen eingesetzt. Zur Sicherung von Zinsänderungsrisiken werden Zinsderivate und zur Sicherung von Rohstoffrisiken werden ggf. Warentermingeschäfte abgeschlossen. Die Absicherung dient dem Ziel, die Volatilität des Ergebnisses und Zahlungsmitteleingangs, soweit sie auf Wechselkurs-, Zinssatz- und Rohstoffpreisänderungen beruhen, zu reduzieren. Der Einsatz derivativer Finanzinstrumente erfolgt nach einheitlichen internen Richtlinien. Im Geschäftsjahr wurden Derivate in folgendem Umfang abgeschlossen:
Die Nominalwerte sind die Summe aller den Geschäften zugrundeliegenden Kauf- und Verkaufsbeträge. Die Marktwerte stellen den beizulegenden Zeitwert dar und beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswerte) der Finanzderivate zum Bilanzstichtag. Sie werden mit verschiedenen anerkannten finanzmathematischen Bewertungsmethoden einzeln ermittelt. Devisenkontrakte werden dabei mit ihrem Terminkurs am Abschlussstichtag bewertet. Das angegebene Volumen des Kreditrisikos ist die Summe der positiven Marktwerte und stellt die Gefahr des Ausfalls eines Vertragspartners dar. Die Geschäfte werden deshalb nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen. Die operative Sicherung im Devisenbereich sichert das Risiko von Währungsverlusten aus bereits gebuchten Forderungen und Verbindlichkeiten sowie ausgereichten und empfangenen Darlehen an bzw. von verbundenen Unternehmen in Fremdwährung. Zur Abdeckung dieser Währungsrisiken wurden Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Im Allgemeinen umfasst die operative Sicherung Laufzeiten zwischen zwei und drei Monaten:
Die strategische Sicherung dient zur Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteter Transaktionen. Dazu gehören auch noch nicht fakturierte Umsätze in Fremdwährung. Es werden Devisentermingeschäfte und -optionen für Geschäfte, die in USD abgeschlossen wurden, mit einer maximalen Laufzeit von 13 Monaten (Vorjahr 13 Monaten) eingesetzt. Für Geschäfte die in JPY abgeschlossen wurden, werden Devisentermingeschäfte mit einer maximalen Laufzeit von 82 Monaten eingesetzt. Bei hoher Effektivität zwischen dem mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument werden Bewertungseinheiten nach § 254 HGB gebildet. Für die strategische Sicherung wird eine Sicherungsquote von ca. 50 Prozent bezogen auf das erwartete Netto-Exposure in US-Dollar angestrebt:
Die Messung der Effektivität von Sicherungsbeziehungen wird bei der Wacker Chemie AG grundsätzlich nach der Dollar-Offset-Methode vorgenommen, bei der die Veränderung der Fair Values von Grund- und Sicherungsgeschäft gegenübergestellt werden. Es wurden im Periodenergebnis keine Gewinne oder Verluste aus Ineffektivitäten erfasst, da die Sicherungsbeziehungen nahezu vollständig effektiv waren. Nachfolgende Übersicht fasst die Bilanzwerte, die sich aus den derivativen Finanzinstrumenten ergeben, zusammen:
Im Zusammenhang mit den im Geschäftsjahr aufgenommenen Schuldscheindarlehen wurden Zinsderivate zur Zinsoptimierung im Nominalvolumen von 140 Mio. € (Vorjahr 110 Mio. €) abgeschlossen. Der Marktwert der Zinsderivate beträgt zum Stichtag -0,8 Mio. € (Vorjahr 0,0 Mio. €). 28 Ergebnisverwendungsvorschlag des VorstandsDer Vorstand schlägt vor, auf die dividendenberechtigten Stückaktien (49.677.983 Stammaktien) einen Betrag von 8,00 Euro je Stückaktie aus dem Bilanzgewinn für das Jahr 2021 auszuschütten. Insgesamt soll eine Dividende von 397.423.864,00 € ausgeschüttet werden. 29 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenNahestehende Unternehmen oder Personen sind juristische oder natürliche Personen, die auf die Wacker Chemie AG Einfluss nehmen können oder der Kontrolle oder einem maßgeblichen Einfluss durch die Wacker Chemie AG unterliegen. Zwischen der Wacker Chemie AG und ihrer Mehrheitsgesellschafterin, der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, sowie mit Gesellschaftern der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH und deren nahestehenden Familienangehörigen bestehen Leistungsbeziehungen von nur untergeordneter Bedeutung. Diese betreffen das Anmieten von Büroräumen und den Dienstleistungsaustausch in geringem Umfang zu marktüblichen Konditionen. Darüber hinaus werden zwischen der Wacker Chemie AG und nahestehenden Unternehmen Lieferungen und Leistungen im Rahmen der üblichen Geschäftstätigkeit getätigt, wobei die Geschäfte zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen werden. Forderungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind aus den Angaben in Ziffer 15, 21 bzw. 22 des Anhangs ersichtlich. Im Berichtsjahr erzielte die Wacker Chemie AG mit assoziierten Unternehmen Umsätze, Lizenzerlöse sowie Erträge aus Verwaltungskostenumlagen in Höhe von 149,6 Mio. € (Vorjahr 137,9 Mio. €). Assoziierte Unternehmen haben der Wacker Chemie AG für Materialbezüge, Provisionen und sonstige Kosten im Berichtsjahr 0,1 Mio. € (Vorjahr 0,1 Mio. €) in Rechnung gestellt. Gewährte Bürgschaften und Sicherheiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind oben unter Ziffer 25 ausgewiesen. Zu Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Beteiligungen siehe Ziffer 13. Die Zinserträge aus der Ausleihung an Beteiligungen betragen 2,1 Mio. € (Vorjahr 3,5 Mio. €). Die Wacker Chemie AG mietet das Gebäude der Hauptverwaltung sowie das dazugehörige Grundstück seit Oktober 2011 von einer Tochtergesellschaft der Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG. Die daraus entstandenen Mietaufwendungen belaufen sich auf 4,6 Mio. € (Vorjahr 4,5 Mio. €). Zuweisungen an die Pensionskasse führten zu einem Aufwand von 31,0 Mio. € (Vorjahr 31,8 Mio. €). Zudem wurde im Berichtsjahr eine Beitragsvorauszahlung an die Pensionskasse in Höhe von 45,0 Mio. € geleistet. Zum Bilanzstichtag bestanden Verbindlichkeiten gegenüber der Pensionskasse in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr 2,6 Mio. €). Im Vorjahr wurde eine Sonderzahlung in Höhe von 73,2 Mio. € geleistet. Aufsichtsrat Dr. Peter-Alexander Wacker 1, 2, 3 Vorsitzender Bad Wiessee Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wacker Chemie AG, Unternehmer Vorsitzender des Aufsichtsrats Blue Elephant Energy AG Vorsitzender des Verwaltungsrats und Kuratoriums ifo Institut - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. Manfred Köppl *, 1, 2, 3 Stv. Vorsitzender Kirchdorf Vorsitzender Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Peter Áldozó * Burghausen Stv. Vorsitzender Konzernbetriebsrat der Wacker Chemie AG Prof. Dr. Andreas Biagosch München Geschäftsführer der Impacting l GmbH & Co. KG und der Impact GmbH Mitglied des Board of Directors Ashok Leyland, Chennai, Indien Hinduja Leyland Finance, Chennai, Indien (bis 10. November 2021) Mitglied des Aufsichtsrats Aixtron SE Vorsitzender des Beirats ATHOS Service GmbH Dr. Gregor Biebl München Ministerialdirektor Bayerische Staatskanzlei Matthias Biebl München Rechtsanwalt Markus Hautmann * Schwandorf Bezirksleiter IGBCE Altötting Mitglied des Aufsichtsrats Siltronic AG SMP Deutschland GmbH (bis 31. März 2021) Ingrid Heindl * Reischach Mitglied Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Eduard-Harald Klein *, 1 Neuötting Vorsitzender Konzern-/Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Franz-Josef Kortüm 1, 2, 3 München Ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Webasto SE Vorsitzender des Beirats Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Mitglied des Board of Directors Autoliv Inc., USA Barbara Kraller * Taching Stv. Vorsitzende Gesamtbetriebsrat der Wacker Chemie AG Stv. Vorsitzende Betriebsrat Werk Burghausen der Wacker Chemie AG Beate Rohrig * Unterhaching Landesbezirksleiterin IGBCE Bayern Mitglied des Aufsichtsrats Adidas AG Dr. Birgit Schwab * Burghausen Leiterin Qualitätsmanagement WACKER BIOSOLUTIONS Ann-Sophie Wacker München Rechtsanwältin und Syndikusrechtsanwältin/Beteiligungsmanagerin Dr. Susanne Weiss München Rechtsanwältin und Partnerin der Kanzlei Weiss Walter Fischer-Zernin Vorsitzende des Aufsichtsrats ROFA INDUSTRIAL AUTOMATION AG Mitglied des Aufsichtsrats Porr AG, Österreich Spielvereinigung Unterhaching UBM Development AG, Österreich Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker München Professor emeritus für Biochemie an der LMU München
1 Vermittlungsausschuss (Vorsitzender: Dr.
Peter-Alexander Wacker)
2 Präsidialausschuss (Vorsitzender: Dr.
Peter-Alexander Wacker)
3 Prüfungsausschuss (Vorsitzender:
Franz-Josef Kortüm)
Vorstand Dr. Christian Hartel Vorsitzender (seit 12. Mai 2021) WACKER POLYSILICON WACKER BIOSOLUTIONS Konzernentwicklung Corporate Communications Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG (seit 13. Mai 2021) Dr. Rudolf Staudigl Vorsitzender (bis 12. Mai 2021) WACKER POLYSILICON Obere Führungskräfte Konzernentwicklung Corporate Communications Investor Relations Konzernrevision Recht Compliance Retirement Benefits Vorsitzender des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG (bis 13. Mai 2021) Stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Groz-Beckert KG Mitglied des Aufsichtsrats TÜV Süd AG Dr. Tobias Ohler Bilanzierung und Steuern Konzerncontrolling Finanzen und Versicherungen Investor Relations Information Technology Procurement & Logistics Region Amerika Vorsitzender des Aufsichtsrats Siltronic AG Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG Auguste Willems WACKER SILICONES Sales & Distribution Werkleitungen Forschung und Entwicklung Corporate Security Umwelt/Gesundheit/Sicherheit, Product Stewardship Regionen Europa, Mittlerer Osten Angela Wörl (seit 12. Mai 2021) WACKER POLYMERS Personal/Soziales (Arbeitsdirektorin) Obere Führungskräfte Intellectual Property Zentrale Ingenieurstechnik Region Asien Mitglied des Aufsichtsrats Pensionskasse der Wacker Chemie VVaG 30 Angaben zu Aufsichtsrat und Vorstand der Wacker Chemie AG
*) inklusive der Nebenleistungen
Die Gesamtbezüge der aktiven Vorstandsmitglieder belaufen sich auf 7.407.816 € (Vorjahr 6.052.341 €). Im Geschäftsjahr 2021 als auch im Vorjahr wurden keine Vorschüsse und Kredite an die Vorstandsmitglieder und Aufsichtsratsmitglieder gewährt. Die Detailangaben zu den Vorstandsvergütungen sind im Vergütungsbericht enthalten. Der Vergütungsbericht wird auf der Internet-Seite der Wacker Chemie AG (https://wacker.com) veröffentlicht. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands der Wacker Chemie AG sind unter Ziffer 29 aufgeführt. 31 Aufstellung des AnteilsbesitzesDie nachfolgend aufgeführten Unternehmen hält die Wacker Chemie AG unmittelbar oder mittelbar zur Herstellung einer dauernden Verbindung (Angabe gemäß § 285 Nr. 11 und Nr. 11b HGB). Bei den Beträgen für Eigenkapital und Jahresergebnis handelt es sich bei den inländischen Gesellschaften um Beträge nach HGB, bei den ausländischen Gesellschaften um Beträge, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) ermittelt wurden.
Kennzeichen: a) Mit diesen Gesellschaften hat die Wacker Chemie AG Ergebnisübernahmeverträge abgeschlossen. b) Für diese Gesellschaften haben die Gesellschafter zugestimmt, dass die Abschlüsse nicht offengelegt werden (§ 264 Abs. 3 HGB).
1) Laufende Nummer 0: Wacker Chemie AG
3) Beherrschender Einfluss auf Grund von
potenziellen Stimmrechten
4) Aufgeführt ist der Jahresabschluss
für den Zeitraum 01. Januar bis 31. Dezember 2020 nach
UK GAAP
5) Anteile im Sondervermögen; Angaben nach
IFRS
32 Vorgänge nach dem AbschlussstichtagDie Wacker Chemie AG hatte mit GlobalWafers Co. Ltd., einem taiwanesischen Mitbewerber der Siltronic AG am 9. Dezember 2020 eine Vereinbarung zur Einbringung ihrer Siltronic Anteile von 30,83 Prozent im Rahmen eines Übernahmeangebots unterzeichnet. Die Vereinbarung sah eine Übernahme von mindestens 50 Prozent der Aktien der Siltronic AG durch GlobalWafers Co. Ltd. vor. Die Übernahme stand unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und außenwirtschaftlicher Genehmigungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Frist zur Genehmigung am 31. Januar 2022 verstreichen lassen. Dadurch wurde sowohl die Vereinbarung zwischen der Wacker Chemie AG wie auch das Übernahmeangebot ungültig. Die Beteiligung an der Siltronic AG wurde bereits zum 31. Dezember 2021 wieder als at Equity Beteiligung bilanziert, da eine einen Veräußerung der Anteile nicht mehr als hoch wahrscheinlich eingestuft wurde. Die rechtliche Unternehmensstruktur wie auch die Organisationsstruktur blieben weitgehend unverändert. 33 VeröffentlichungDer Jahresabschluss, der Lagebericht sowie die sonstigen offenlegungspflichtigen Unterlagen werden zusammen mit dem Konzernabschluss und dem Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht. Die Wacker Chemie AG wird beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 159705 geführt. Der Abschluss der Wacker Chemie AG wird in den Konzernabschluss der Dr. Alexander Wacker Familiengesellschaft mbH, München, einbezogen. Die Offenlegung dieses Konzernabschlusses erfolgt beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers.
München, den 3. März 2022 Wacker Chemie AG Christian Hartel Tobias Ohler Auguste Willems Angela Wörl Versicherung der gesetzlichen Vertreter (Bilanzeid)Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Wacker Chemie AG vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Wacker Chemie AG so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung der Wacker Chemie AG beschrieben sind.
München, den 3. März 2022 Wacker Chemie AG Christian Hartel Tobias Ohler Auguste Willems Angelika Wörl Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Wacker Chemie AG, München Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten LageberichtsPrüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Wacker Chemie AG, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der Wacker Chemie AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Der zusammengefasste Lagebericht enthält als ungeprüft gekennzeichnete, nicht vom Gesetz vorgesehene Querverweise. Diese Querverweise sowie die Informationen, auf die sich die Querverweise beziehen, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab. Die Werthaltigkeit der Anteile an verbundenen Unternehmen Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Darstellung im zugehörigen Abschnitt "Grundsätze der Bilanzierung und Bewertung" sowie zu den Finanzanlagen und Finanzergebnis im Abschnitt 13 und 9 im Anhang. DAS RISIKO FÜR DEN ABSCHLUSS Zum Bilanzstichtag beträgt der Buchwert der Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 2.405,9 Mio. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Berechnung des beizulegenden Wertes erfolgt anhand des Ertragswertverfahrens. Die Berechnung des beizulegenden Werts nach dem Ertragswertverfahren ist komplex und die hierbei getroffenen Annahmen sind in hohem Maße von der Einschätzung und Beurteilung der gesetzlichen Vertreter abhängig und unterliegen daher erheblichen Ermessensspielräumen. Dies gilt insbesondere für die Cashflows, die langfristigen Wachstumsraten und die Kapitalkosten. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass die Anteile an verbundenen Unternehmen nicht sachgerecht bilanziert wurden: Übersteigt der beizulegende Wert den Buchwert, so erfolgt - im Fall einer vorausgegangenen außerplanmäßigen Abschreibung - eine Zuschreibung bis maximal zu den ursprünglichen Anschaffungskosten, soweit die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Im umgekehrten Fall ist der Buchwert auf den beizulegenden Wert zu berichtigen. UNSERE VORGEHENSWEISE IN DER PRÜFUNG Wir haben zunächst auf Grundlage einer Risikoanalyse verbundene Unternehmen ausgewählt, bei denen ein wesentliches Risiko einer außerplanmäßigen Abschreibung oder auch Wertaufholung zum Bilanzstichtag bestehen könnte. Die für die Ermittlung des beizulegenden Werts verwendete Bewertungsmethodik sowie die Bewertungsannahmen und -parameter wurden von uns, unter Einbindung unserer Bewertungsspezialisten, beurteilt. In Gesprächen unter anderem mit dem Vorstand und Vertretern der Unternehmensbereiche haben wir ein Verständnis über den Planungsprozess erlangt und die verwendeten Annahmen unter anderem mit allgemeinen und branchenspezifischen Markterwartungen (Peer-Group-Vergleich) abgeglichen. Von der Angemessenheit der erwarteten Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, die der Ertragswertberechnung für die einzelnen zu bewertenden Anteile an verbundenen Unternehmen zugrunde gelegt werden, haben wir uns überzeugt und dabei beurteilt, ob die in der Unternehmensplanung enthaltenen Planwerte und die zugrunde liegenden Annahmen angemessen sind. Die Planungstreue haben wir unter anderem anhand von Informationen aus Vorperioden sowie anhand aktueller Zwischenergebnisse analysiert. Um der bestehenden Prognoseunsicherheit Rechnung zu tragen, haben wir mögliche Veränderungen des Abzinsungssatzes, der Ergebnisentwicklung bzw. der langfristigen Wachstumsraten auf den erzielbaren Betrag untersucht (Sensitivitätsanalyse), indem wir alternative Szenarien berechnet und mit den Werten der Gesellschaft verglichen haben. Die den Kapitalkosten zugrunde liegenden Annahmen und Parameter, insb. den risikofreien Zinssatz, die Marktrisikoprämie, die spezifischen Risikozuschläge und den Betafaktor, haben wir mit eigenen Annahmen und öffentlich verfügbaren Daten verglichen. UNSERE SCHLUSSFOLGERUNGEN Die zur Beurteilung der Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen verwendete Bewertungsmethodik sowie Annahmen und Parameter der Wacker Chemie AG sind insgesamt angemessen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:
Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Jahresabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen. Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus. Sonstige gesetzliche und andere rechtliche AnforderungenVermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergabe des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "wackerchemieag.xhtml" (SHA256-Hashwert: 7a7b4feb 65e3a2ad88a2b333ada53149c92dad91cd0f27b748939f882216466e) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen. Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Jahresabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab. Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (10.2021)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses. Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO Wir wurden von der Hauptversammlung am 12. Mai 2021 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 8. Dezember 2021 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006 als Abschlussprüfer der Wacker Chemie AG tätig. Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen. Wir haben folgende Leistungen, die teilweise im Jahresabschluss oder im zusammengefassten Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen bzw. für die von diesem beherrschten Unternehmen erbracht: Wir haben den Konzernabschluss der Wacker Chemie AG geprüft. Prüfungsintegriert erfolgten prüferische Durchsichten der Halbjahresfinanzberichterstattung sowie der damit verbundenen Berichtspakete von Konzernunternehmen. Ferner wurden andere gesetzliche oder vertragliche Prüfungen vorgenommen, wie z. B. Prüfungen nach dem EEG, EMIR-Prüfungen nach § 20 WpHG, die Bescheinigung der Strompreiskompensation und die betriebswirtschaftliche Prüfung des nichtfinanziellen Berichts. Weiterhin wurde eine Werthaltigkeitsbescheinigung eines Produktionsstandortes, die gesondert beauftragte Prüfung des Vergütungsberichts nach § 162 AktG sowie Beratungsleitungen in Bezug auf die Anforderungen der EU-Taxonomie-Verordnung erbracht. Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des BestätigungsvermerksUnser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Jahresabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Jahresabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die im Bundesanzeiger bekanntzumachenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Jahresabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar. Verantwortlicher WirtschaftsprüferDer für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Johannes Hanshen.
München, den 3. März 2022 KPMG
AG
Huber-Straßer, Wirtschaftsprüferin Hanshen, Wirtschaftsprüfer |
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