KINEOS GmbHLiquidiert

Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 156615
Vorher
SKWLAW Filmhandel GmbH
Eingetragen
1.4.2005
Branche
Filmverleih und -vertrieb, nicht an private HaushalteTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Geräten der UnterhaltungselektronikGroßhandel mit Geräten der Unterhaltungselektronik
Gegenstand
Handel mit und Vertrieb von Film-, Fernseh-, Video- und sonstigen audiovisuellen Produktionen und aller damit zusammenhängender Dienstleistungen und sonstiger Geschäfte.

Historie

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Management

NameRolle
Jan Mojto
seit 1.4.2005
Geschäftsführer

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

KINEOS GmbH

Oberhaching

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014[1]

KINEOS GmbH, Oberhaching, Landkreis München

A. Grundlagen des Unternehmens

Der Gegenstand der Geschäftstätigkeit der KINEOS ist der Handel mit und der Vertrieb von Film- Fernseh-, Video- und sonstigen audiovisuellen Produktionen und aller damit zusammenhängender Dienstleistungen und sonstiger Geschäfte.

Die KINEOS hat mit Wirkung zum 1. Januar 2013 sämtliche bei KirchMedia zum 31. Dezember 2012 vorhandenen Auswertungsrechte erworben. Bei diesen Filmrechten handelt es sich um das letzte größere Paket von Auswertungsrechten, das von der seit 2002 insolventen KirchMedia vergeben wurde. Es bildet, bezogen auf die deutschsprachigen Gebiete, in quantitativer Hinsicht den weitaus größten Teil der ehemaligen Filmbibliothek der KirchGruppe ab.

Neben den öffentlich rechtlichen Sendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen insbesondere auch die kleineren privaten und in vielen Fällen jüngeren TV Veranstalter als Lizenzpartner für die Programmpakete der KINEOS in Frage. Wachsende Bedeutung für die Auswertung der Filmrechte spielen On Demand Plattformen, die das Programm nicht linear dem Endkunden zur Verfügung stellen.

Das operative Geschäft der KINEOS wird von der Muttergesellschaft, der Beta Film GmbH, Oberhaching ("Beta") geführt. Dementsprechend ist die KINEOS in die bestehende Vertriebsstruktur der Beta integriert, von der nahezu alle Dienstleistungen für das Rechtehandelsgeschäft erbracht werden.

Die KINEOS hat mit der Beta als herrschende Gesellschaft einen Ergebnisabführungsvertrag (EAV) geschlossen.

B. Wirtschaftsbericht

a) Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Absatzmöglichkeiten für die vorhandenen Filmrechte der KINEOS hängen von der Aufnahmefähigkeit ihrer Abnehmer, den TV Veranstaltern ab. Sind diese dem privaten Sektor zuzuordnen, kommt der Verfassung des Werbemarktes eine erhebliche Bedeutung zu. Auf konjunkturelle Schwankungen reagiert der Werbemarkt i.d.R. elastisch. Konjunkturbedingt präsentierte sich im Geschäftsjahr der deutsche Werbemarkt stabil bis leicht wachsend.

Die KINEOS verfügt über einen im deutschsprachigen Raum einzigartigen, zusammenhängenden Filmrechtestock, die sog. Filmlibrary. Im öffentlich rechtlichen Sektor konkurriert diese Filmlibrary mit den Beständen der Anstalten aufgrund von Eigenproduktionen, im privaten Sektor hauptsächlich mit dem Angebot US amerikanischer Fernsehware, für die vielfach deutsche Fassungen vorliegen.

b) Finanzielle Leistungsindikatoren und Geschäftsverlauf

Nicht finanzielle Leistungsindikatoren haben für die Steuerung der Gesellschaft keine Relevanz. Zur Steuerung der Gesellschaft werden die folgenden finanziellen Leistungsindikatoren herangezogen:

- Verkaufsvolumen

Diese Größe bezeichnet die Summe aller im Geschäftsjahr verbindlich abgeschlossenen Lizenzverkaufsverträge einschließlich daraus realisierter Erlösansprüche. Das Verkaufsvolumen lag im Geschäftsjahr bei 19,7 Mio. EUR (Vj. 7,9 Mio. EUR) und damit oberhalb der Planung.

- Umsatz

Der Umsatz resultiert zu einem größeren Teil aus den in den Vorjahren abgeschlossenen Verkaufsvolumina und nur zu einem kleineren Teil aus den im Geschäftsjahr abgeschlossenen Lizenzverträgen. Er läuft deshalb der Entwicklung der Verkaufsvolumina zeitlich gesehen nach.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse i.H.v. 20,5 Mio. EUR (Vj. 65,3 Mio. EUR)

erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese deutlich gesunken, liegen aber oberhalb der Planung. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen zwei Faktoren des einmaligen Vorjahreswertes geschuldet: Zum einen haben die in den Vorjahren getätigten Investitionen überproportional viele Verkäufe mit Umsatzlegungszeitpunkt in 2013 ermöglicht. Zum anderen wurden die nationalen Filmrechte von KirchMedia mit Wirkung zum 1. Januar 2013 erworben, was zu einem Anstieg der hieraus realisierten Lizenzerlöse geführt hat.

- Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag mit 12,8 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahr (43,5 Mio. EUR) und leicht oberhalb der Planung, was auf den einmaligen Umsatzanstieg im Vorjahr zurückzuführen ist.

c) Ertragslage

Zum Umsatz siehe oben. Der Umsatz im Geschäftsjahr wurde in den Bereichen Free TV (18,4 Mio. EUR, Vj. 56,5 Mio. EUR), Pay TV (0,8 Mio. EUR, Vj. 2,4 Mio. EUR), HomeVideo und OnDemand (0,6 Mio. EUR, Vj. 6,0 Mio. EUR) und sonstiges (0,6 Mio. EUR, Vj. 0,4 Mio. EUR) erzielt.

Im Geschäftsjahr 2014 hatte die KINEOS einen Materialaufwand i. H. v. 6,5 Mio. EUR (Vj. 20,3 Mio. EUR), der umsatzbedingt deutlich gesunken ist. Dieser bestand wie im Vorjahr überwiegend aus dem Werteverzehr der Lizenzrechte.

Die Gesellschaft konnte im Berichtsjahr einen Rohertrag i. H. v. 14,3 Mio. EUR (Vj. 45,1 Mio. EUR) erzielen.

Die KINEOS beschäftigt kein eigenes Personal. Sie wird von der Beta über Dienstleistungsverträge geführt. Entsprechend enthalten die sonstigen betrieblichen Aufwendungen i. H. v. 1,5 Mio. EUR (Vj. 1,7 Mio. EUR) die Kosten für diese Dienstleistungen, die anstelle von Personalaufwendungen anfallen. Einen weiteren Bestandteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen bilden die Aufwendungen für die Materiallagerung und das Materialhandling i.H.v. 0,5 Mio. EUR (Vj. 0,5 Mio. EUR).

Zum Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit siehe oben.

d) Vermögenslage

Die Bilanzsumme der Gesellschaft beläuft sich zum Stichtag auf 37,5 Mio. EUR (Vj. 58,9 Mio. EUR). Einen wesentlichen Aktivposten stellt das Filmvermögen mit 13,8 Mio. EUR (Vj. 15,5 Mio. EUR) dar. Aufgrund eines Werteverzehrs i. H. v. 5,8 Mio. EUR ist dieser trotz Neuzukäufen in das Programmvermögen i. H. v. 3,6 Mio. EUR (Vj. 3,1 Mio. EUR) zurückgegangen.

Das Umlaufvermögen i. H. v. 23,8 Mio. EUR (Vj. 43,3 Mio. EUR) setzt sich im Wesentlichen aus Bankguthaben i. H. v. 14,6 Mio. EUR (Vj. 25,2 Mio. EUR) sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen i. H. v. 8,9 Mio. EUR (Vj. 18,0 Mio. EUR) zusammen. Der Rückgang ist auf den Umsatzrückgang zurückzuführen.

Das Eigenkapital bleibt EAV bedingt durch das Jahresergebnis unverändert, da der komplette Jahresüberschuss an die Beta abgeführt wird. Es wurde jedoch durch eine Gewinnausschüttung an die Gesellschafterin um 20 Mio. EUR reduziert und beträgt 30,9 Mio. EUR (Vj. 50,9 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote beträgt zum Geschäftsjahresende 82,3 % (Vj. 86,5 %).

In den Rückstellungen, die im Geschäftsjahr 2014 um 0,2 Mio. EUR auf 1,6 Mio. EUR gestiegen sind, sind in erster Linie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (inklusive Filmrechte) i. H. v. 0,5 Mio. EUR (Vj. 0,3 Mio. EUR) und abzurechnende Lizenzgeberanteile i. H. v. 1,1 Mio. EUR (Vj. 1,1 Mio. EUR) enthalten.

Die Verbindlichkeiten betragen zum Stichtag 5,0 Mio. EUR (Vj. 6,5 Mio. EUR) und bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern i.H.v. 2,7 Mio. EUR (Vj. 4,5 Mio. EUR). Die erhaltenen Anzahlungen notieren mit 0,6 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind mit 1,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr mit 1,0 Mio. EUR angestiegen.

Zum Abschlussstichtag beträgt das Verhältnis von Umlaufvermögen zur Bilanzsumme 63,3% (Vj. 73,6 %), das von Verbindlichkeiten und Rückstellungen zur Bilanzsumme 17,7 % (Vj. 13,5 %).

e) Finanzlage

Die Finanzlage hat sich im Geschäftsjahr - zwar von hohem Niveau - verschlechtert. Trotz eines Abbaus von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 9,0 Mio. EUR auf nunmehr 8,9 Mio. EUR, kam es zu einer Reduzierung der liquiden Mittel um 10,6 Mio. EUR.

Der - trotz Ergebnisabführung - positive Cash Flow wurde im Wesentlichen für die Ausschüttung an die Gesellschafterin verwendet.

Den kurzfristig gebundenen Vermögensgegenständen und den liquiden Mitteln i. H. v. insgesamt 23,8 Mio. EUR (Vj. 43,3 Mio. EUR) stehen Rückstellungen und kurzfristig fällige Verbindlichkeiten i. H. v. 6,6 Mio. EUR (Vj. 8,0 Mio. EUR) gegenüber. Die Gesellschaft war zu jeder Zeit in der Lage, fällige Verbindlichkeiten zu bedienen.

f) Aussage zur Gesamtlage

Die Gesellschaft wertet die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage für das abgelaufene Geschäftsjahr als sehr positiv.

C. Nachtragsbericht

Es liegen keine berichtenswerten Ereignisse nach dem Bilanzstichtag vor.

D. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

a) Prognosebericht

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft Umsatzerlöse leicht unterhalb des Vorjahres, was auch eine Folge der in 2014 erreichten und in 2015 geplanten Verkaufsvolumina sein

dürfte. In dieser Hinsicht plant die Gesellschaft mit einem Verkaufsvolumen leicht unter Vorjahreshöhe.

Im Hinblick auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wird ein positives jedoch leicht unter dem Vorjahr liegendes Niveau erwartet.

Der Prognose liegt die Annahme zu Grunde, dass sich die konjunkturelle Gesamtlage im Rahmen allgemein zugänglicher Erwartungen bewegen wird und sich nicht durch z.B. externe Schocks dramatisch verschlechtert.

Im Vergleich zum abgelaufenen Geschäftsjahr erwartet die Gesellschaft insgesamt einen leicht abgeschwächten Geschäftsverlauf.

b) Chancenbericht

Für das Geschäftsjahr 2015 dürfte die Chance der Gesellschaft darin liegen, dass sich z.B. aufgrund des im deutschsprachigen Raum weiter verstärkenden Konkurrenzumfeldes auch im VOD Umfeld zusätzliche Nachfrage nach Bestandsprodukten ergibt. In diesem Fall würden die Umsatz- und Ergebnisprognosen übertroffen werden.

c) Risikobericht

Für das Geschäftsjahr 2015 besteht ein Risiko, dass Programme an Sender nicht oder unterhalb des geplanten Umfangs verkauft werden, z.B. aufgrund von negativer konjunktureller Entwicklung und Einbruch des Werbemarktes. Wenn dies eintreten sollte, werden Umsatz- und Ergebnisziele nicht erreicht werden.

Für die Gesellschaft sind keine bestandsgefährdenden Risiken festzustellen. Die Gesellschaft erwartet unter Berücksichtigung der dargestellten Risiken und Chancen, der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der gegenwärtigen Geschäftsaussichten keine einzelnen oder aggregierten Risiken, die die Unternehmensfortführung gefährden können.

Der vorliegende Lagebericht wurde auf Grundlage der zur Verfügung stehenden Daten und Unterlagen erstellt und beruht auf heutigem Kenntnisstand. Er enthält neben Vergangenheitsdaten auch zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Dies kann dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse von den prognostizierten Ergebnissen abweichen.

 

Oberhaching, Landkreis München, 30. April 2015

Jan Mojto

[1] Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

Bilanz

Aktiva

  31.12.2014
EUR
31.12.2013
EUR
A. Anlagevermögen 12.501,00 12.501,00
I. Finanzanlagen 12.501,00 12.501,00
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 12.501,00 12.501,00
B. Vermögensgegenstände zwischen Anlagevermögen und Umlaufvermögen 13.762.198,61 15.513.560,75
I. Filmvermögen von Filmverleihern 13.762.198,61 15.513.560,75
C. Umlaufvermögen 23.763.910,70 43.329.199,43
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9.192.238,37 18.137.947,89
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8.916.697,16 17.954.690,40
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 72.788,65 0,00
3. sonstige Vermögensgegenstände 202.752,56 183.257,49
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 14.571.672,33 25.191.251,54
Bilanzsumme, Summe Aktiva 37.538.610,31 58.855.261,18

Passiva

   
  31.12.2014
EUR
31.12.2013
EUR
A. Eigenkapital 30.896.224,00 50.896.224,00
I. gezeichnetes Kapital / Kapitalkonto/ Kapitalanteile 100.000,00 100.000,00
II. Kapitalrücklage 30.000.000,00 30.000.000,00
III. Gewinnvortrag 796.224,00 20.796.224,00
B. Rückstellungen 1.634.056,01 1.464.763,35
C. Verbindlichkeiten 5.008.330,30 6.494.273,83
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 576.318,43 725.986,08
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.733.626,72 1.012.706,38
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 2.672.291,44 4.535.540,02
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 9.982,26 220.041,35
5. sonstige Verbindlichkeiten 16.111,45 0,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 37.538.610,31 58.855.261,18

Gewinn- und Verlustrechnung

  1.1.2014 - 31.12.2014
EUR
1.1.2013 - 31.12.2013
EUR
1. Betriebsergebnis (GKV) 12.847.833,58 43.465.249,30
a) Rohergebnis (GKV) 14.321.309,87 45.133.200,23
Gesamtleistung (GKV) 20.469.712,22 65.347.726,81
Umsatzerlöse (GKV) 20.469.712,22 65.347.726,81
sonstige betriebliche Erträge (GKV) 379.897,39 77.864,54
Materialaufwand (GKV) 6.528.299,74 20.292.391,12
b) sonstige betriebliche Aufwendungen (GKV) 1.473.476,29 1.667.950,93
2. Finanz- und Beteiligungsergebnis 1.251,17 58.468,06
a) sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.251,17 58.514,16
b) Zinsen und ähnliche Aufwendungen 0,00 46,10
3. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 12.849.084,75 43.523.717,36
4. Steuern vom Einkommen und Ertrag 900,01 7,42
5. Verlust- bzw. Gewinnabführung (Tochter) -12.848.184,74 -43.523.709,94
a) auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 12.848.184,74 43.523.709,94
Gewinnabführung aufgrund eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags 12.848.184,74 43.523.709,94
6. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 0,00

Anhang für das Geschäftsjahr 2014

KINEOS GmbH, Oberhaching, Landkreis München

A. Allgemeine Angaben

Die KINEOS GmbH, Oberhaching (im Folgenden "KINEOS"), ist im Sinne des § 267 Abs. 2 i. V. m. Abs. 4 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches und des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Die KINEOS wurde als Gemeinschaftsunternehmen der Beta Film GmbH, Oberhaching (im Folgenden "Beta Film") und der KirchMedia GmbH & Co KGaA i. In., Unterföhring (im Folgenden "KirchMedia") gegründet.

Am 8./13. Januar 2010 hat die Beta Film mit der KirchMedia einen Vertrag zur Geschäftsanteilsabtretung bezüglich der restlichen Anteile an der KINEOS geschlossen. Damit hat die Beta Film 50 % der Anteile an der KINEOS erworben und hält nunmehr 100 % an der KINEOS.Die KINEOS hat am 9. Dezember 2011 mit Wirkung zum 1. Januar 2011 mit der Beta Film als herrschende Gesellschaft einen Ergebnisabführungsvertrag (EAV) geschlossen, der am 13. Dezember 2011 in das Handelsregister eingetragen wurde. Die Gesellschafterversammlung hat mit Beschluss vom 9. Dezember 2011 zugestimmt.

B. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze bleiben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Das Filmvermögen wird zu Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Der maßgebliche Zeitpunkt für die Aktivierung ist die vertragliche Übertragung eines existierenden Filmrechts. Die Existenz eines Filmrechts wird durch die Materiallieferung konkretisiert. Der Werteverzehr auf das Filmvermögen wird erlösabhängig berechnet. Zur Ermittlung des Werteverzehrs wird zunächst der Umsatz in das Verhältnis zur Summe aus Umsatz und den mit einem Satz von 6 % abgezinsten Erlöserwartungen gesetzt. Dieser Quotient - multipliziert mit den Anschaffungskosten bzw. dem Restbuchwert der Vorperiode - liefert dann den Restbuchwert zum Abschlussstichtag.

Ein außerplanmäßiger Wertberichtigungsbedarf wird ebenfalls über die durch die Vertriebsmitarbeiter vorgenommenen Erlösschätzungen ermittelt. Die Ermittlung der Erlöserwartung basiert auf bereits abgeschlossenen Verkaufsverträgen sowie der derzeitigen Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Märkte.

Die Summe aus diesen Erlösschätzungen abzüglich eines Bewertungsabschlags von 12,7 % und den Ablieferungsverpflichtungen aus abgeschlossen Verträgen wird dem Restbuchwert gegenübergestellt.

Die Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bewertet.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und flüssige Mittel sind zu Nennwerten angesetzt. Langfristige unverzinsliche und unterverzinsliche Forderungen wurden auf den Barwert abgezinst, sofern sie der Höhe nach wesentlich sind.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin Beta Film GmbH wurden soweit sie aufrechenbar waren, zum 31. Dezember 2014 saldiert. Dies führt zu einer Bilanzverkürzung von TEUR 10.832.

Die sonstigen Rückstellungen sind für alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen in der Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zum Bilanzstichtag dem notwendigen Erfüllungsbetrag entspricht.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihren Rückzahlungs- bzw. Erfüllungsbeträgen bilanziert.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung sind grundsätzlich zum Kurs des Entstehungszeitpunktes umgerechnet. Zum Abschlussstichtag werden Fremdwährungsforderungen und Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs zum Stichtag unter Beachtung des Niederst- und Höchstwertprinzips bewertet.

Maßgeblich für den Zeitpunkt der Umsatzrealisierung ist der Lizenzzeitbeginn von existierenden Rechten.

Entstehende Koproduktionsaufwendungen für selbsterstellte Filmrechte werden dem Materialaufwand zugeordnet. Das Wahlrecht der Aktivierung selbsterstellter immaterieller Vermögensgegenstände wird nicht ausgeübt.

C. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Finanzanlagen

Die KINEOS besitzt 50 % der Anteile an der Evision Entertainment GmbH, Oberhaching. Der letzte vorliegende Jahresabschluss 2013 weist ein Eigenkapital in Höhe von TEUR 2 aus (Vj.: TEUR 21). Der Jahresfehlbetrag belief sich auf TEUR 19 (Vj.: TEUR 4).

(2) Filmvermögen

Mit Vollzug des Lizenzvertrages über die Nationalen Filmrechte am 21. April 2005 hat die KINEOS einen Rechtestock, der ca. 11.000 Titel umfasste erworben.

Als Grundlage für die Allokation des Gesamtkaufpreises auf einzelne Wirtschaftsgüter bzw. Filmrechte ist eine Abschätzung der Lizenzerlöse herangezogen worden. In dieser Erlösschätzung sind auf Ebene des freien Auswertungsrechtes die periodisierten Erlöspotenziale prognostiziert worden. Die Zuordnung einer Erlösschätzung zu einzelnen Filmtiteln ist überall dort erfolgt, wo mit hinreichender Sicherheit die Sublizenzierung des konkreten Film- oder Serientitels erwartet werden kann.

Im Übrigen wurden Gruppen von gleichartigen Filmtiteln gebildet und deren Erlöspotential linear auf die einzelnen Titel verteilt.

Der Quotient aus dem Gesamtkaufpreis und dem Barwert der Gesamterlösschätzung diente dann als Faktor zur Ermittlung der Anschaffungskosten aller relevanten, erlösgeschätzten Auswertungsrechte.

Per 01.01.2013 wurden die Nationalen Filmrechte der Kirch Media ab 2013, für die KINEOS bereits in 2010 eine Anzahlung i.H.v. TEUR 20.000 geleistet hatte, in das Filmvermögen der KINEOS übertragen. Hinsichtlich Allokation und Bewertung wurde ebenso verfahren, wie bei der Rechteübertragung in 2005.

Im Geschäftsjahr 2014 verzeichnete die Gesellschaft zusätzlich Zugänge i.H.v. TEUR 4.009 (Vj.: TEUR 3.069).

Die Zusammensetzung des Filmvermögens erfolgt nach den Kategorien Spielfilmen, TV Movies und Serien. Serien dominieren mit 78,1 % (Vj.: 77,7 %) das Filmvermögen.

Der erlösbedingte Werteverzehr während des Geschäftsjahres betrug TEUR 5.104 (Vj.: TEUR 18.212). Außerplanmäßige Wertberichtigungen beliefen sich in 2014 auf TEUR 656 (Vj.: TEUR 659).

(3) Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben i. H. v. TEUR 8.525 (Vj.: TEUR 16.607) eine Fälligkeit von unter einem Jahr und i. H. v. TEUR 391 (Vj.: TEUR 1.348) zwischen einem und fünf Jahren.

Die sonstigen Vermögensgegenstände i.H.v. TEUR 203 beinhalten (Vj.: TEUR 183) beinhalten

Minimumgarantien i.H.v. TEUR 127 (Vj.: TEUR 133) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen Forderungen aus Lizenzverträgen mit Evision Entertainment GmbH.

(4) Liquide Mittel

Bei den liquiden Mitteln i.H.v. TEUR 14.572 (Vj.: TEUR 25.191 ) handelt es sich um Bankguthaben.

(5) Eigenkapital

Das Eigenkapital setzt sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2014 31.12.2013
Stammkapital 100 100
Kapitalrücklage 30.000 30.000
Gewinnvortrag 796 20.796
Gesamtes Eigenkapital 30.896 50.896

Der Gewinn 2014 i.H.v. TEUR 12.848 wurde an die Beta Film gem. Ergebnisabführungsvertrag (vgl. A. Allgemeine Angaben) abgeführt.

(6) Rückstellungen

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Filmrechte i.H.v. TEUR 483 (Vj.: TEUR 294) sowie Rückstellungen für noch abzurechnende Erlösansprüche Dritter i.H.v. TEUR 1.116 (Vj.: TEUR 1.135) enthalten.

(7) Verbindlichkeiten

Die erhaltenen Anzahlungen belaufen sich zum Abschlussstichtag auf TEUR 576 (Vj.:

TEUR 726) und sind infolge abgeschlossener Lizenzverträge, die den Lizenzzeitbeginn erst nach dem Abschlussstichtag vorsehen, geleistet worden. Die erhaltenen Anzahlungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Sämtliche Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern handelt es sich i.H.v. TEUR 2.016 (Vj.:

TEUR 3.660) um Verbindlichkeiten gegenüber der Beta Film aus der Ergebnisabführung 2014 und i.H.v. TEUR 656 (Vj.: TEUR 875) um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Beta Film mit einer Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und die sonstigen Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

D. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(1) Umsatzerlöse

Unter der Position Umsatzerlöse werden überwiegend die Erlöse des Eigenlizenzgeschäfts ausgewiesen, die mit dem eingeräumten Lizenzzeitbeginn gelegt werden.

Die Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Rechtearten zeigt die folgende Tabelle:

in TEUR 2014 2013
Free TV 18.398 56.527
Pay TV 825 2.365
HomeVideo 619 6.037
Sonstige 628 419
Gesamte Umsatzerlöse 20.470 65.348

(2) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erträge aus Währungskursdifferenzen i.H.v. TEUR 272 (Vj.: TEUR 39).

(3) Materialaufwand

Der Materialaufwand setzt sich im Wesentlichen aus dem planmäßigen Werteverzehr des Filmvermögens i.H.v. TEUR 5.104 (Vj.: TEUR 18.212) und dem außerplanmäßigen Werteverzehr des Filmvermögens i.H.v. TEUR 656 (Vj.: TEUR 659) zusammen.

Weiterhin werden im Materialaufwand Bearbeitungs- und Handlingkosten für die Erfüllung von Filmmateriallieferverpflichtungen sowie Aufwendungen für Provisionen an Dritte erfasst. Insgesamt betragen diese Aufwendungen TEUR 768 (Vj.: TEUR 1.422).

(4) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Wesentlichen die Vergütungen, die im Zusammenhang mit der von Beta Film übernommenen Materiallagerung und Materiallogistik für die Materialstücke in Bezug auf die Nationalen Filmrechte i.H.v. insgesamt TEUR 531 (Vj.: TEUR 546) stehen. Ferner sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen Vergütungen aus der Inanspruchnahme von Dienstleistungen i.H.v. TEUR 855 (Vj.: TEUR 881) enthalten. Es handelt sich dabei um Leistungen der Beta Film i.H.v. TEUR 855 (Vj.: TEUR 855) für die Bereiche Rechnungswesen, Programm, Lizenz- und Vertragsmanagement, Vertrieb sowie Administration und IT.

(5) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit Beta Film, hat die Gesellschaft in 2014 kein zu versteuerndes Einkommen und somit keine Steueraufwendungen.

E. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Stichtag bestehen sonstige finanziellen Verpflichtungen in Höhe von TEUR 855 (Vj.:

TEUR 855). Davon entfallen TEUR 855 auf verbundene Unternehmen (Vj.: TEUR 855).

F. Sonstige Angaben

(1) Mitarbeiterzahl

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtszeitraum keine Arbeitnehmer .

(2) Konzernzugehörigkeit

Die KINEOS GmbH wird in den Konzernabschluss der EOS Entertainment GmbH, Oberhaching, Landkreis München, einbezogen. Eine Offenlegung des Konzernabschlusses der EOS Entertainment GmbH nach § 325 Abs. 1 HGB im elektronischen Bundesanzeiger ist noch nicht erfolgt.

(3) Organe

Zum Geschäftsführer war bestellt:

Jan Mojto, Filmkaufmann

(4) Größenabhängige Erleichterungen

In Bezug auf die Angabe für das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2014 berechnete Gesamthonorar wird von der Erleichterungsmöglichkeit gemäß § 285 Nr. 17 HGB Gebrauch gemacht. Daneben wird die größenabhängige Erleichterung gemäß § 288 Abs. 2 HGB hinsichtlich der Angabe zu Geschäften mit nahestehenden Personen nach § 285 Nr. 21 HGB in Anspruch genommen.

 

Oberhaching, Landkreis München, 30. April 2015

Jan Mojto

[1] Wir weisen darauf hin, dass Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch genau ergebenden Werten (Geldeinheiten, Prozentangaben usw.) auftreten können.

Bestätigungs-/Versagungsvermerk/Bescheinigungstext

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss bestehend aus - Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der KINEOS GmbH, Oberhaching, Landkreis München, für das Geschäftsjahr vom I. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 22. Mai 2015

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kaltenegger, Wirtschaftsprüferin

Specht, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss wurde am 15. Juni 2015 festgestellt.

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