Stammdaten

Register
Amtsgericht Walsrode HRB 30755
Eingetragen
12.7.2006
Branche
Großhandel mit chemischen ErzeugnissenHerstellung von Kautschuk, Kautschukmischungen und Halbzeug darausHerstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist der Verkauf von Chemikalien für die Kautschukindustrie sowie die Herstellung und der Vertrieb von unlöslichem Schwefel und anderen chemischen Produkten. Die Gesellschaft kann gleichartige oder ähnliche Unternehmen erwerben, sich an solchen beteiligen, deren Vertretung übernehmen und Zweigniederlassungen in und außerhalb der Bundesrepublik Deutschland errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Carl Brech
seit 15.8.2025
Geschäftsführer
Heather Graham
seit 20.4.2023
Prokura
Andrea Greene
seit 23.5.2022
Prokura
Adam S. Feuer
seit 23.5.2022
Prokura
Svenja Schuto
seit 23.5.2022
Prokura
Michael Dr. Becker
seit 9.10.2020
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
Flexsys Cayman Holdings, LP
89.90%
Flexsys, LLCUSA
10.10%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
500.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Flexsys Verkauf GmbH

Nienburg/Weser

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Anhang für das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2022

Erläuterungen zum Jahresabschluss

I. Allgemeine Angaben

Sitz der Flexsys Verkauf GmbH ist Nienburg. Die Gesellschaft ist unter der Nummer HRB 30755 im Register des Amtsgerichts Walsrode eingetragen.

Einzige Gesellschafterin der Flexsys Verkauf GmbH ist bis zum 31. Oktober 2021 die Eastman Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Langenfeld (bis 13. Dezember 2021: Flexsys Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH, Nienburg). Unsere Gesellschaft gehörte bis dahin zum Konzern der Eastman Chemical Company mit Sitz in Kingsport/Tennessee/USA. Die Eastman Chemical Company verkaufte im Jahr 2021 ihre Konzernsparte Reifenadditive an den Finanzinvestor One Rock Capital Partners, New York/New York/USA. Im Zuge des Verkaufs dieser Konzernsparte wurden zum 1. November 2021 alle Anteile an der Flexsys Verkauf GmbH durch ihre ehemalige Gesellschafterin an die Flexsys Germany GmbH, München, verkauft.

Die Gesellschaft wurde bis zum 31.10.2021 in den Konzernabschluss der Eastman Chemical Company, Kingsport/Tennessee/ USA, einbezogen. Diese Gesellschaft stellte den Konzernabschluss für den größten und für den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und veröffentlicht diesen entsprechend den Anforderung gen der U.S. Securities Exchange Commission, USA. Dieser Konzernabschluss steht im Internet unter www.sec.gov zur Verfügung.

Die Gesellschaft wird ab dem 1.11.2021 in den Konzernabschluss der Flexsys Germany GmbH, Nienburg einbezogen. Diese Gesellschaft stellt den Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Dieser wird im Unternehmensregister veröffentlicht. Der Konzernabschluss für den größten Kreis der Unternehmen wird von der Flexsys Holdings Inc, Akron/ Ohio/USA aufgestellt und veröffentlicht wird dieser entsprechend den Anforderungen der U.S. Securities Exchange Commission, USA. Dieser Konzernabschluss steht im Internet unter www.sec.gov zur Verfügung.

Im Zuge des Verkaufs zum 1. November 2021 wurde das Kalenderjahr 2021 in zwei Rumpfgeschäftsjahre (Januar - Oktober und November - Dezember) unterteilt. Ab dem Jahr 2022 entspricht das Wirtschaftsjahr wieder dem Kalenderjahr. Der mit der Eastman Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH bestehende Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag wurde zum 31. Oktober 2021 beendet.

Die Flexsys Verkauf GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Berücksichtigung des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) aufgestellt. Größenabhängige Erleichterungen wurden teilweise in Anspruch genommen.

Bei der Bewertung der einzelnen Vermögensgegenstände und Schulden werden der Grundsatz der Einzelbewertung beachtet und eine Fortführung der Unternehmenstätigkeit unterstellt.

Die Gliederungen sind unverändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB) aufgestellt.

Aufgrund der Tatsache, dass das Kalenderjahr 2021 in zwei Rumpfgeschäftsjahre aufgeteilt wurde und diese unterschiedlichen Zeiträume umfassen, sind die Angaben nur eingeschränkt vergleichbar.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses sind im Wesentlichen die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften maßgebend.

Die erworbenen Immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet, vermindert um planmäßige Abschreibungen. Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen werden auf Basis der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen. Abnutzbare Anlagegegenstände werden stets linear abgeschrieben.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden zu Anschaffungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Die Ermittlung erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.

Die Wertansätze für fertige Erzeugnisse beruhen auf den Herstellungskosten bei voller Auslastung der Kapazität, die wir auf Basis der tatsächlichen Kosten ermitteln. Sie umfassen neben den einzeln zurechenbaren Material- und Fertigungskosten auch angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den Wertverzehr der Produktionsanlagen, soweit dieser auf den Herstellungszeitraum entfällt.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert oder mit dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert bewertet.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Pensionsrückstellungen sind nach der Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) bewertet und nach Maßgabe des HGB mit einem Rechnungszinssatz von 1,79 %% (Vorjahr 1,87 %) und einem Gehaltstrend in Höhe von 3,00 % (Vorjahr 3,00 %) sowie einer Rentendynamik von 2,30 % (Vorjahr 1,80 %) gebildet worden. Die Berechnung erfolgte unter Verwendung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck, Köln.

Im Geschäftsjahr wurde zur Bewertung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB angewendet. Der Unterschiedsbetrag, der sich bei Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ergeben hätte, beträgt TEUR 981 (Vorjahr: TEUR 1.360). Dieser Unterschiedsbetrag ist gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB ausschüttungsgesperrt.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet und tragen allen erkennbaren Risiken Rechnung. Sie wurden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet und mit ihrem voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr werden nicht abgezinst. Rückstellungen für Gewährleistungen werden in pauschaler Form auf Basis von Erfahrungswerten gebildet.

Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für passive latente Steuern besteht nach § 274 HGB (1) S. 1 HGB eine Passivierungspflicht. Dies betrifft nach den handelsrechtlichen Wertansätzen und Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Von dem Wahlrecht, § 274 (1) S. 2 HGB, aktive latente Steuern in der Bilanz anzusetzen (für latente Steuerentlastungen), wird kein Gebrauch gemacht.

III. Erläuterungen zu einzelnen Bilanzposten

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres ist im Anlagenspiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Sämtliche Forderungen haben wie im Vorjahr (1. November bis 31. Dezember 2021) eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen TEUR 39.084 bestehen hauptsächlich gegenüber der Flexsys Chemical Belgium (TEUR 32.188, Vorjahr TEUR 2.835) und Flexsys Netherlands BV (TEUR 5.916, Vorjahr TEUR 2.868). Gegenüber dem Vorjahr (TEUR 5.787) sind diese Forderungen stark zum 31. Dezember 2022 gestiegen, da im Geschäftsjahr 2022 auf den Ausgleich von Intercompany Geschäften verzichtet wurde. Bei den Forderungen handelt es sich um Forderungen aus 2021 und davor. Unter Eastman wurden unsere Produkte nach Belgien anstelle von den Niederlanden verkauft. Aktuell findet generell ein Verkauf in die Niederlande statt. In Ausnahmefällen kann es jedoch weiterhin vorkommen, dass wir an andere Schwesterunternehmen verkaufen, beispielsweise Japan.

Bei den sonstigen Vermögensgegenständen handelt es sich um Erstattungsansprüche aus Energiesteuern (TEUR 319, Vorjahr: TEUR 293) und Umsatzsteuer Forderungen (TEUR 554, Vorjahr: TEUR 268).

Eigenkapital

Aufgrund der Ausschüttungssperre nach § 253 Abs. 6 HGB ist der vollstände Gewinnvortrag ausschüttungsgesperrt.

Das Eigenkapital beinhaltet das Gezeichnete Kapital in Höhe von 11.760 TEUR und den Gewinnvortrag in Höhe von 596 TEUR aus dem Rumpfgeschäftsjahr bis 31. Dezember 2021. Aufgrund des zum 01. Januar 2022 geschlossenen Ergebnisabführungsvertrag wird das Jahresergebnis aus 2022 in Höhe von 5.976 TEUR direkt an die Flexsys Germany GmbH abgeführt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen betragen im Geschäftsjahr TEUR 16.361 (Vorjahr: TEUR 14.540).

Die sonstigen Rückstellen (TEUR 5.515, Vorjahr 2.674) beinhalten im Wesentlichen ungewisse Verbindlichkeiten aufgrund von am Bilanzstichtag noch ausstehenden Eingangsrechnungen (TEUR 5.109, Vorjahr TEUR 1.154) und Rückstellungen für Urlaubsgeld (TEUR 199, Vorjahr TEUR 201).

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen in Höhe von TEUR 24.202 (Vorjahr: TEUR 2.024) und betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferung von Energien, Instandhaltungs- und Infrastrukturdienstleistungen gegenüber der Industriepark Nienburg GmbH. Diese Verbindlichkeiten sind stark gestiegen zum 31. Dezember 2022, da im Geschäftsjahr 2022 auf den Ausgleich von Intercompany Geschäften verzichtet wurde

Die übrigen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr vom 01.01.2022 - 31.12.2022 wurden mit den folgenden Flexsys-Gesellschaften erzielt: Flexsys Chemicals Belgium BV, Antwerpen (TEUR 31.185, Vorjahr TEUR 3.302), Flexsys Netherlands BV, Rotterdam (TEUR 19.720, Vorjahr TEUR 3.682), Industriepark Nienburg GmbH, Nienburg (TEUR 0, TEUR 127), Flexsys America L.P., Akron (TEUR 1.675, Vorjahr TEUR 120), Flexsys Japan GK, Komaki City (TEUR 65, Vorjahr TEUR 10).

Der Materialaufwand setzt sich wie folgt zusammen:

01.01.-31.12. 2022 01.11.-31.12. 2021
TEUR TEUR
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 18.120 1.970
Aufwendungen für bezogene Leistungen 2.639 190
20.759 2.160

Der Personalaufwand gliedert sich wie folgt:

01.01.-31.12. 2022 01.11.-31.12.2021
TEUR TEUR
Löhne und Gehälter 4.356 637
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 2.651 323
- davon für Altersversorgung 1.877 210
7.007 960

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 173 TEUR (Vorjahr: 1TEUR) bestehen im Wesentlichen aus Wechselkurserträgen und Skontoabzügen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen über 669 TEUR bestehen im Wesentlichen aus Konzernumlagen (Vorjahr: TEUR 167).

Sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen

Die Zinsaufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Verzinsung von Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 267 (Vorjahr: TEUR 49).

IV. Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter

In Deutschland wurden im Berichtsjahr durchschnittlich 29 Angestellte (Vorjahr: 19) und 31 gewerbliche Mitarbeiter (Vorjahr: 31) beschäftigt.

Geschäftsführung

Dr. Michael Becker, Liebenau/ Deutschland

Joris Paul Christian Kuijpers, Den Dolder/ Niederlande (vom 8. August 2018 bis 23. Mai 2022)

Rohan Narajan, New York/USA (vom 20. Mai 2022 bis 20. April 2023)

Sandip Tyagi, Mechanicville/USA (seit 20. April 2023)

Es wurden im Geschäftsjahr 2022 keine Geschäftsführergehälter gezahlt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Die wesentlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Mietverträge für die Lagerhallen in Nienburg, die von einem verbundenen Unternehmen (Industriepark Nienburg GmbH, Nienburg, IPN) an die Flexsys Verkauf GmbH verpachtet werden. Bei den Mietobjekten für die Betriebe ist die Anmietung einem Erwerb vorzuziehen, um im Falle der Beendigung von Leistungsverträgen einzelner Objekte nicht das Verwertungsrisiko der jeweiligen Immobilie tragen zu müssen. Aus diesen Mietverträgen resultieren insgesamt zukünftige Mietverpflichtungen von 80 TEUR gegenüber verbundenen Unternehmen, von denen 64 TEUR im Geschäftsjahr 01.01.2023 bis 31.12.2023 und 16 TEUR danach fällig werden.

Die übrigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen Miet-, Pacht- und Leasingverträge. Die zukünftigen Mietverpflichtungen aus diesen Verträgen belaufen sich insgesamt auf 427 TEUR, von denen 205 TEUR im Geschäftsjahr 01.01.2023 bis 31.12.2023 und 221 TEUR danach fällig werden. Risiken aus sonstigen finanziellen Verpflichtungen und außerbilanziellen Geschäften sind zurzeit nicht erkennbar.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliedern sich wie folgt:

Gesamt Restlaufzeiten
bis zu 1 Jahr 1 bis 5 Jahre mehr als 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
- aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 427 205 217 5
davon gegenüber verbundenen Unternehmen 80 64 16 0

Ergebnisverwendungsvorschlag

Aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages wird das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von TEUR 5.976 an die Flexsys Germany GmbH, Nienburg, abgeführt. Der verbleibende Gewinnvortrag, welcher aus den Geschäftsjahren vor Abschluss des Ergebnisabführungsvertrages resultiert, wird auf neue Rechnung vorgetragen.

Nachtragsbericht

Mit Gesellschafterbeschluss vom 8. Februar 2022 wurde beschlossen, das Stammkapital der Gesellschaft von EUR 11.759.713,27 um EUR 11.259.713,27 auf EUR 500.000,00 herabzusetzen. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 20. Februar 2023, sodass die Herabsetzung im Geschäftsjahr 2023 durchgeführt wird.

Die Lage der gestiegenen Energiepreisen hat sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2023 deutlich entspannt, sodass sich die Kosten Flexsys Verkauf GmbH ebenfalls reduziert haben. Nichtsdestotrotz hält der Krieg zwischen Russland und der Ukraine an. Hinzugekommen ist ein wiederaufkommender Nahostkonflikt. Beide Krisenherde haben unvorhersehbare Auswirkungen auf die westlichen Volkswirtschaften. Gerade die Chemieindustrie werden große Mengen an Energie in den Produktionsprozessen benötigt. Dies führt dazu, dass die Auslastung in der Chemiebranche in naher Zukunft auf niedrigem Niveau stagnieren wird. Nicht zuletzt wird die wirtschaftliche Lage sowohl makro- als auch mikroökonomisch durch die nach wie vor hohen Leitzinsen beeinflusst.

 

Nienburg, den 29. November 2024

Flexsys Verkauf GmbH

Dr. Michael Becker, Geschäftsführer

Sandip Tyagi, Geschäftsführer

Lagebericht für das Geschäftsjahr 01.01. - 31.12.2022

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1 Gesellschafter und Konzernzugehörigkeit

Die Flexsys Verkauf GmbH (Flexsys) gehörte bis zum 31.10.2021 zum internationalen Chemiekonzern Eastman Chemical Company mit Sitz in Kingsport/Tennessee/USA gehörte. Die Flexsys wurden zum 01.11.2021 an ONE ROCK Capital Partners verkauft und gehört ab diesem Tage nicht mehr zu Eastman Chemical. Eine neue Holding die Flexsys Germany GmbH war zum Zeitpunkt des Übergangs zum 01.11.2021 als Vorratsgesellschaft bereits gegründet und hat die Anteile der Flexsys zum 01.11.2021 übernommen. Die Flexsys Germany GmbH, Nienburg ist somit 100% Gesellschafterin der Flexsys.

Vor diesem Hintergrund wurde das Geschäftsjahr 2021 in zwei Rumpfgeschäftsjahre 01.01. - 31.10.2021 und 01.11. - 31.12.2021 aufgeteilt. Durch den Gesellschafterbeschluss vom 14.12.2021 wurde beschlossen das Geschäftsjahr wieder mit dem Kalenderjahr enden zu lassen. Entsprechend bezieht sich dieser Bericht auf das Geschäftsjahr vom 01.01. - 31.12.2022 und somit auf das erste volle Geschäftsjahr der Flexsys innerhalb der selbständigen Flexsys-Gruppe. Im Sinne einer wirtschaftlich sinnvollen Vergleichbarkeit werden an den passenden Stellen die beiden Rumpfgeschäftsjahre 2021 addiert und zum Vergleich der Berichtsperiode Geschäftsjahr 2022 herangezogen.

1.2 Geschäftsmodell

Die Flexsys gehört dem Konzern Flexsys Holdings Inc. (Flexsys-Gruppe) an. Die Flexsys-Gruppe ist ein weltweit agierender Chemiekonzern der Kautschukindustrie. Die beiden Hauptprodukte sind unlöslicher Schwefel und Antidegradants, welche beide unabdingbare Adaptive für die Herstellung von Reifen für die Automobilindustrie darstellen. Zu den Kunden der Flexsys-Gruppe gehören große Autoreifenhersteller weltweit. Ein Fokus liegt dabei besonders auf Hersteller von Premium Autoreifen (Big 5).

In unserem Werk in Nienburg/Weser, welches durch die Flexsys betrieben wird, produzieren wir polymeren Schwefel, welcher unter der Marke CrystexTM vertrieben wird. Das Werk Nienburg ist das zweitgrößte CrystexTM der Unternehmensgruppe und im Wesentlichen für die Versorgung unserer Kunden im Wirtschaftraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) mit unlöslichem Schwefel für die Automobilreifenindustrie zuständig. Innerhalb der Produktion wird Rohschwefel in einem aufwändigen Verfahren so bearbeitet, dass unlöslicher Schwefel entsteht. Für das fertige Endprodukt CrystexTM wird dieser aufbereitete Schwefel zusätzlich mit Öl versetzt.

Die Vertriebsstruktur ist so gestaltet, dass sämtliche fertigen Produkte aus dem Werk Nienburg und damit an Flexsys an Schwesterunternehmen verkauft werden. Hauptabnehmer ist die Flexsys Netherlands B.V., welche ein zentraler Vertrieb sämtlicher Adaptive innerhalb EMEA übernimmt. Damit besteht für die Flexsys keine direkte Geschäftsbeziehung mit dem Endkunden. Die Flexsys ist ein reiner Produktionsbetrieb. Der Verkauf des fertigen Produkts an die Schwesterunternehmen erfolgt dabei unter Anwendung der Kostenaufschlagsmethode. Somit werden für die Preisbildung die Selbstkosten der Gesellschaft zu Grunde gelegt.

1.3 Forschung und Entwicklung

Die Flexsys als reiner Produktionsbetrieb verfügt am Standort Nienburg selbst über keine eigene Forschung- und Entwicklungsabteilung. Stattdessen wird die Forschung und Entwicklung zentral aus der Firmenzentrale in Akron, USA geleitet. Die Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkte sind vor allem die Eigenschaften von Reifenadaptiven zu verbessern. Einen weiteren Schwerpunkt stell die Optimierung der Produktionsprozesse dar, wobei insbesondere eine Reduzierung der im Produktionsprozess benötigten Energieverbräuche angestrebt wird. Das Werk Nienburg wird in die Erprobung mit anschließender Kommerzialisierung neuer Rezepturen und Verfahren eingebunden. Eine für unser Werk Nienburg besonders relevante Entwicklung sind unsere neuen Crystex-Produkte, welche unter der Bezeichnung Cure Pro zusammengefasst werden. Aufgrund der Ausstattung mit den technisch notwendigen Anlagen eignet sich der Standort Nienburg innerhalb der Flexsys-Gruppe besonders das Produkt Cure Pro zu fertigen. Cure Pro wurde bereits in mehreren Kampagnen in Nienburg hergestellt, wobei die Produktqualität kontinuierlich verfeinert und optimiert wurde. Cure Pro soll langfristig das meistproduzierte Crystex-Produkt werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche, branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das reale Bruttoinlandsprodukt in Deutschland stieg im Jahre 2022 gegenüber dem Vorjahr um knapp 1,4 %. ' Damit setzte 2022 gegenüber dem Vorjahr eine leichte Erholung ein, obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie weiterhin spürbar blieben.

Die Arbeitslosenquote sank leicht gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 5,3 %. 2 Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften mit der erforderlichen Ausbildung und Fachkenntnissen ist weiterhin stark spürbar und stellt für die Unternehmen eine große Herausforderung dar. Die durchschnittliche Inflationsrate lag im Berichtszeitraum bei + 7,9 % gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres. 3

1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2112/umfrage/veraenderung-des-bruttoinlandprodukts-im-vergleich-zum-vorjahr/
2 https://www.arbeitsagentur.de/presse/2023-02-jahresrueckblick-2022
3 https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2023/01/PD23_022_611.html

Damit setzte sich der negative Trend aus dem zweiten Halbjahr 2021 fort. Ein Treiber in diesem Zusammenhang sind die stark gestiegenen Energiepreise, insbesondere für Strom und Gas. Der Gaspreis hat sich im Durchschnittswert von 2021 auf 2022 mehr als verdoppelt. 4 Dieser Anstieg wirkt sich spürbar auf die energieintensive Chemiebranche aus.

Im Vorjahresvergleich stieg der Gesamtumsatz der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland von 227 Mrd. € um 14,9 % auf 261 Mrd. € an und damit auf das höchste Niveau der letzten 30 Jahre. 5 Dieser Rekordwert lässt sich allerdings nicht auf positive Branchenentwicklung zurückführen, sondern viel mehr auf die gestiegenen Erzeugerpreise um 17,7 %, welche an den Endverbraucher weitergegeben werden. 6 Hauptursächlich für diesen Anstieg sind die stark steigenden Energiepreise (vergleiche oben). Zwar stieg die Anzahl der Beschäftigten in der chemisch-pharmazeutischen Industrie mit 0,8 % im Vergleich zum Vorjahr geringfügig an, allerdings lag die Kapazitätsauslastung branchenweit bei nur durchschnittlich 76,5 % in Q4/2022, sodass sich ein Rückgang der Produktion um 14,0 % zum Vorjahr ergab. 7

Als Nachwirkung der Corona-Pandemie entwickelte sich ein Trend zum Homeoffice. Dieser Trend hatte große Auswirkungen auf die Kautschukbeziehungsweise Automobilreifenindustrie, da das Auto aufgrund fehlender Pendelfahrten zur Arbeit weniger genutzt wurde. Resultierend ergab sich ein geringerer Verschleiß bei Reifen und somit eine verringerte Nachfrage beim Endkunden. Parallel zum reduzierten Reifenbedarf, sank auch die Nachfrage nach Reifenadaptiven. Durch die hohe Inflationsrate reduzierte sich ebenfalls die Kaufkraft beim Endkunden. Dies führte zum einen dazu, dass der Markt für Neuwagen schwächelte und somit der Bedarf an neuen Reifen als Erstausstattung für Neuwagen ebenfalls sank. Auf der anderen Seite verschob sich die Nachfrage innerhalb des Reifenmarktes von Reifen namhafter Premium-Hersteller wie den Big 5 zu günstigen Alternativen. Diese Nachfrage nach günstigen Reifen wurde im Wesentlichen durch asiatische Reifenhersteller befriedigt, welche auf den europäischen Reifenmarkt drängen. Resultierend gerieten die Premiumreifenhersteller bei reduzierter Nachfragemenge in eine steigende Wettbewerbssituation, welche in einem hohen Kostendruck mündete.

2.2 Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

4 https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-gaspreisanalyse/
5 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36292/umfrage/umsatz-der-deutschen-chemieindustrie-seit-1991/#:~: text=Umsatz%20der%20
chemisch%2Dpharmazeutischen%20Industrie%20in%20Deutschland%20bis%202023&text=Im%20Jahr%202023%20lag%20der,%C3%
BCber%2035%2C7%20Milliarden%20Euro.
6 https://www.vci.de/ergaenzende-downloads/qb-4-2022.pdf
7 https://www.vci.de/ergaenzende-downloads/qb-4-2022.pdf

Das Geschäftsjahr 2022 der Flexsys war im Wesentlichen von den Nachwirkungen des Gesellschafterwechsels im Jahr 2021 geprägt. In der eigenständigen Flexsys-Gruppe mussten sich Prozesse erst wieder einspielen, so dass Flexsys im Jahr 2022 mit einer erhöhten Kostenstruktur konfrontiert war. Hinzu kam, dass sich der Trend gestiegener Energiekosten aus der zweiten Jahreshälfte 2021 auch über den gesamten Jahresverlauf 2022 fortsetzte und sich insbesondere nach Ausbruch der Ukrainekrise im Frühjahr 2022 weiter zuspitzte. Zusätzlich führte die Ukrainekrise dazu, dass der Absatz der neuen Produktfamilie Cure Pro nachließ, da ein Großteil unserer bisherigen Cure Pro Kunden aus Russland stammen. Aufgrund des Lieferstopps in den russischen Markt wurden diese Kunden nicht mehr durch unsere Schwesterunternehmen beliefert. Diese reduzierte Nachfrage nach Cure Pro konnte auch nicht von Premiumkunden aufgefangen werden, da Umstellungsprozesse beispielsweise auf neue Adaptive in der Reifenindustrie nur sehr langsam vollzogen werden. Simultan sank hierzu die Produktionsmenge bei Flexsy. In unserer ursprünglichen Planung des Geschäftsjahres 2022 sind wir von einer größeren Dynamik bezüglich unserer neuen Produkte ausgegangen. Die reduzierte Nachfragemenge nach Reifenadaptiven bei gleichzeitig steigendem Kostendruck bei den Reifenproduzenten, wirkte sich ebenfalls auf unseren Geschäftsverlauf aus. Resultierend ergaben sich für die Flexsys im Verlauf des Geschäftsjahres 2022 große Abweichungen zu den geplanten Produktionsmengen, Umsatzerlösen und zugrundeliegenden Herstellungskosten.

Einhergehend mit diesen neuen Marktanforderungen sank die Produktionsmenge von Crystex im Werk Nienburg für das Geschäftsjahr 2022 auf 34.000 Tonnen. Bei unser Budgetplanung waren wir von einer Produktionsmenge von 38.800 Tonnen ausgegangen. Im gesamten Kalenderjahr 2021 lag die Gesamtproduktionsmenge noch bei 38.500 Tonnen. Dies stellt eine Reduktion der Produktionsmenge von -11,7 % dar. Besonders ins Gewicht fiel hierbei die überproportional reduzierte Produktionsmenge von Cure Pro. Während im Gesamtjahr 2021 noch 5.500 Tonnen produziert wurden, fiel der Wert für die Berichtsperiode 2022 auf 3.300 Tonnen. Der Grund für die Reduktion um -40,0 % liegt in dem Lieferstopp für russische Kunden (siehe oben).

Ertragslage:

Im gleichen Zeitraum stiegen die Umsatzerlöse von 39.545 TEUR im Jahr 2021 auf 52.644 TEUR im Jahr 2022 an. Dieser Anstieg von 33,1 % lässt sich durch die erhöhten Produktionskosten aufgrund von gestiegenen Energiekosten erklären. Durch die Anwendung der Kostenaufschlagsmethode wurden die gestiegenen Herstellungskosten mit den Umsätzen an die Schwesterunternehmen, im Wesentlichen Flexsys Netherlands B.V., weitergegeben.

Aus den genannten Gründen stiegen die Herstellkosten zur Erzielung der Umsatzerlöse von -37.207 TEUR im Gesamtjahr 2021 auf -44.832 TEUR im Berichtsjahr 2022. Damit liegen im Geschäftsjahr 2022 die Herstellkosten bei 85,2 % des Umsatzes (Vorjahreswert 94,1 %). Auf Basis dieser Herstellkosten wurden unsere vorläufigen Transferpreise an unser Schwesterunternehmen ermittelt. Bedingt durch den Anstieg der Kosten für Energie, aber auch durch den Preisauftrieb bei den Rohmaterialien wie Schwefel und Prozess-Öl, sind die Herstellkosten unseres Endproduktes per Kilogramm von durchschnittlich 0,97 €/kg im Gesamtjahr 2021 auf durchschnittlich 1,32 €/kg im Geschäftsjahr 2022 gestiegen.

Für das Geschäftsjahr 2022 ergab sich ein Bruttoergebnis vom Umsatz in Höhe von 7.812 TEUR. Das Bruttoergebnis von 2.337 TEUR aus dem Gesamtjahr 2021 wurde im Geschäftsjahr 2022 also deutlich übertroffen. Die übrigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung beinhalten, Vertriebsgemeinkosten (-951 TEUR) allgemeine Verwaltungskosten (-99 TEUR), sonstige betriebliche Erträge (172 TEUR) und sonstige betriebliche Aufwendungen (-669 TEUR). Nennenswerte Kursgewinne und Kursverluste sind nicht angefallen, da die relevanten Transaktionen des Unternehmens vollständig auf Euro-Basis erfolgen. Insgesamt sind die Werte der übrigen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung vergleichbar zu den Werten des Vorjahrs. Somit ergibt sich ein Betriebsergebnis von 6.265 TEUR für das Geschäftsjahr 2022 und damit eine deutliche Verbesserung gegen- über den Werten in Höhe von 1.253 für das Gesamtjahr 2021. Das Ergebnis nach Steuern beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf 5.976 TEUR. Seit dem 01.01.2022 besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Flexsys Germany GmbH, in dem festgelegt ist, dass sämtliche Gewinne der Flexsys an die Flexsys Germany GmbH abzuführen sind. Resultierend ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Jahresüberschuss von 0 TEUR.

Vermögenslage:

Die Sachanlagen sind im Zeitraum 01.01.2022 bis 31.12.2022 auf 18.627 TEUR zurückgegangen (Vorjahr 19.650 TEUR). Damit lagen die Abschreibungen in Summe höher als die Neuinvestitionen. Dieser Verlauf ist im Zusammenhang mit dem Gesellschafterwechsel zu sehen. Nach dem Gesellschafterwechsel im Jahr 2021 wurden im Geschäftsjahr 2022 wieder größere Projekte unter dem neuen Gesellschafter bewilligt. Diese Investitionsprojekte benötigen allerdings einen Vorlauf durch beispielsweise lange Lieferzeiten und werden erst in den folgenden Geschäftsjahren zu einem steigenden Anlagevermögen führen.

Das Anlagevermögen macht zurzeit knapp ein Drittel der Bilanzsumme aus. Gegenüber dem Vorjahr (circa 50 %) ist dies ein beträchtliche Reduktion und kann mit dem enormen Anstieg der Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen begründet werden. Die Forderungen sind dabei von 5.787 TEUR zum 31.12.2021 auf 39.084 TEUR zum Bilanzstichtag 31.12.2022 gestiegen. Simultan sind die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von 2.024 TEUR am 31.12.2021 auf 24.002 TEUR gestiegen. Resultierend ergibt sich eine reduzierte Eigenkapitalquote von 20,1 % für das Geschäftsjahr 2022 (Vorjahr 34,1 %). Insgesamt hat sich Bilanzsumme zum Vorjahr um 70 % erhöht.

Finanzlage:

Bei den von der Flexsys Verkauf GmbH eingesetzten Finanzinstrumenten handelt es sich im Wesentlichen um die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen und Verbindlichkeiten. Ausfall- und Kreditrisiken bei den Kundenforderungen bestehen nicht, da ausschließlich an Konzernunternehmen fakturiert wird. Flexsys wies keine Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten aus. Zur Sicherung der Liquidität besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der Flexsys Germany GmbH, deren Liquidität durch eine Patronatserklärung der Flexsys Inc. gewährleistet ist.

Darüber hinaus bestehen keine nicht finanziellen Leistungsfaktoren oder Risiken, die für den Geschäftsverlauf oder die Lage von Bedeutung sind.

3. Prognosebericht) mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken (Chancen- und Risikobericht)

3.1 Prognosebericht

Die Umstrukturierungsmaßnahmen aufgrund des Gesellschafterwechsels, welche die Berichtsperiode 2022 prägten, wurden größtenteils innerhalb des Geschäftsjahres abgeschlossen. In diesem Zusammenhang gehen wir für die folgenden Geschäftsjahre davon aus zu den ursprünglichen Kostenstrukturen der Flexsys zurückzukehren. In diesem Zusammenhang wurde das Hosting von SAP durch die vorherige Muttergesellschaft Eastman eingestellt. Die Führung der Bücher erfolgt seit dem 01.12.2022 im eigenen SAP, sodass keine Abhängigkeit vom ehemaligen Gesellschafter mehr besteht.

Es ist uns gelungen trotz der Widrigkeiten auf dem umkämpften Reifenmarkt unsere Produktionsmengen stabil zu halten. Unsere Produktionsmenge im Geschäftsjahr 2023 lag bei 32.100 Tonnen. Für das Geschäftsjahr 2024 ergibt sich nach aktuellen Prognosen eine Produktionsmenge von 34.000 Tonnen. Hierbei ist es uns gelungen die sinkenden Nachfragen bei den Big 5 Reifenherstellern durch zusätzliches Volumen bei kleineren und mittleren Reifenherstellern zu kompensieren. Wir gehen auch zukünftig davon aus, unsere Produktionsmengen stabil zu halten. Positiv wirkt sich in diesem Zusammenhanf aus, dass aktuell vermehrt asiatische Reifenhersteller Teile ihrer Produktion nach EMEA verlegen, um drohende Strafzölle zu umgehen. Resultierend sieht unsere aktuelle Planung für das Geschäftsjahr 2025 stabile Produktionsmengen von 34.000 Tonnen vor. Aufgrund der Anwendung der Kostenaufschlagsmethode sind unsere zukünftigen Umsätze abhängig von unseren Herstellkosten. Je nach der Entwicklung der größten Kostentreiber wie Energien, gehen wir von einem jährlichen Umsatz im mittleren achtstelligen Bereich aus.

Die Reaktion unserer Kunden auf die neue Produktserie Cure Pro ist nach wie vor positiv. Es ist uns gelungen erste Premiumkunden zu gewinnen, welche Cure Pro in größeren Serien erproben. Dennoch finden Umstellungsprozesse in der Reifenindustrie nur langsam statt. Langfristig gesehen gehen wir von einer steigenden Tendenz aus. Dieser Trend zeigt sich ebenfalls in unseren aktuellen Produktionsmengen für Cure Pro. Nach einem erneuten Rückgang im Geschäftsjahr 2023 auf 2.800 Tonnen Cure Pro, konnten diese Produktionsmenge mit 2.753 Tonnen nahezu in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2024 erzielt werden.

3.2 Risikobericht

Branchenspezifische Risiken:

Der Markt für CrystexTM ist stabil. Durch die Neu- und Weiterentwicklung unserer Produktserien und Produktoptimierungen sichern wir uns einen Vorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Ein Risiko sehen wir in dem Trend der Verschiebung von Reifenproduktionsvolumen von Premium-Reifenherstellern zu niedrigpreisigen Reifenherstellern. Bislang zeichnete sich die Stärke von Flexsys durch einen großen Anteil bei den Premium-Herstellern aus. Daher wird der Kostendruck bei unseren Kunden weiter steigen, was sich sowohl auf den Marktpreis als auch die Nachfragemenge für unlöslichen Schwefel auswirken wird.

Aktuell ist die Rohstoffversorgung mit Schwefel gesichert. Allerdings sind aufgrund der Ukrainekrise einige Schwefelquellen im Gebiet von Russland von Lieferstopps betroffen. Resultierend kann sich bei anhaltender Krise ein Engpass für die Schwefelversorgung ergeben. Die Versorgungsunsicherheit kann weiterhin die Rohstoffpreise negativ beeinflussen.

Ertragsorientierte Risiken:

Da unsere Produkte gefragt sind und durch Forschung und Entwicklung verbesserte Technologien entwickelt werden, gehen wir davon aus, dass unsere leistungswirtschaftlichen Risiken eher sinken. Der gesamte Verbund der Reifenadditive verfügt - wie auch wir - über eine große Anzahl erfahrener Spezialisten in Produktion, Technik, Qualität u.a., deren Hilfe und Unterstützung ggfs. beansprucht werden kann. Fortlaufende Kostenkontrollen und die Überwachung und Steuerung unserer Einkaufsaktivitäten sichern uns eine vertretbare Steigerung unserer Herstellkosten. Unsere Kunden sind in ihrem Marktsegment mit der Kostensteigerung unserer Rohstoffe auch selbst vertraut und zeigen für entsprechend erforderliche Preiserhöhungen Verständnis.

Finanzwirtschaftliche Risiken:

Aufgrund der gesicherten Liquiditätsversorgung unseres Unternehmens durch unsere Muttergesellschaft sind Liquiditätsrisiken derzeit nicht erkennbar. Hierzu sei auch auf den existierenden Gewinn- und Verlustabführungsvertrag mit der Flexsys Germany GmbH verwiesen. Potenziellen Währungsrisiken, die unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage beeinflussen könnten, begegnen wir im Konzern durch geeignete Sicherungsmaßnahmen.

Die Liquidität der Gesellschaft ist über die überschüssigen Mittel der anderen Konzerngesellschaften gewährleistet. Zudem verfügt der neue Eigentümer ONE ROCK Capital über sehr große Finanzmittel. Ergeben sich an den Finanzmärkten generelle Turbulenzen, kann dies die wirtschaftliche Situation unserer Kunden und die Nachfrage nach unseren Produkten weiterhin negativ beeinflussen. Daraus können für uns Umsatz- und Ergebnisrisiken entstehen

3.3 Chancenbericht

Eine Chance sehen wir in der Situation, dass sich immer mehr asiatische Reifenhersteller dazu entscheiden ihre Produktionen in den Wirtschaftsraum EMEA zu verlagern. Hierbei spielt eine Rolle, dass diese Hersteller durch Produktion in EMEA drohende Strafzölle umgehen wollen. Durch unser Schwesterwerk in Malaysia verfügen wir über bestehende Geschäftsbeziehungen mit den asiatischen Reifenherstellern, so dass wir uns Produktionsvolumina von diesen neuen Werken versprechen. Neben diesen bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Reifenherstellern sind wir das einzige Werk zur Produktion für unlöslichen Schwefel im Wirtschaftsraum EMEA. Aufgrund unseres Standortvorteils können wir unsere Produkte mit deutlich reduzierten Logistikkosten gegenüber Lieferanten beispielsweise aus dem asiatischen Raum versorgen. Hinzu kommt, dass wir innerhalb der Flexsys-Gruppe neben unlöslichem Schwefel auch Antidegradants für die Reifenindustrie produzieren. Aufgrund dieser Versorgung unserer Kunden mit mehreren notwendigen Adaptiven der Reifenindustrie ergeben sich positive Skaleneffekte.

3.4 Gesamteinschätzung

Risiken der künftigen Entwicklung sehen wir in einem schwierigen Wettbewerbsumfeld, steigenden Rohstoffpreisen, hohen Energiekosten und - steuern sowie einem steigenden Preisniveau auf der Kundenseite. Im Rahmen unserer Jahresplanung für die Geschäftsjahre 2023 und 2024 sind wir von steigenden Preisen für Rohmaterialien und insbesondere hohem Niveau an Energiekosten ausgegangen. Die vorläufige Jahresplanung für das kommende Geschäftsjahr 2025 ist ähnlich vorsichtig ausfallen. Vor dem Hintergrund unserer finanziellen Stabilität sehen wir uns für die Bewältigung der künftigen Risiken sehr gut gerüstet.

Die zum Ende des Geschäftsjahres aktualisierte Analyse der Gesamtrisikosituation unserer Gesellschaft hat ergeben, dass Risiken, die den Bestand des Unternehmens gefährden könnten, nicht bestehen. Unsere Gesellschaft sieht aber eine Reihe von Möglichkeiten, diesen Risiken gegebenenfalls zu begegnen. Wir beurteilen die voraussichtlichen Entwicklungen unseres Unternehmens positiv und werden auch zukünftig in der Lage sein, unseren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind derzeit nicht erkennbar.

 

Nienburg, den 29. November 2024

Flexsys Verkauf GmbH

Dr. Michael Becker

Sandip Tyagi

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.772,84 2.053,26
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstückgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 5.108.404,35 5.579.647,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 8.071.487,80 9.815.035,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 118.762,72 144.039,83
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 5.326.091,17 4.108.882,19
18.624.746,04 19.647.604,40
18.626.518,88 19.649.657,66
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 830.241,65 925.151,22
2. Fertige Erzeugnisse 1.369.744,81 1.653.114,90
2.199.986,46 2.578.266,12
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 39.084.308,17 5.786.838,33
2. Sonstige Vermögensgegenstände 873.742,07 637.826,82
39.958.050,24 6.424.665,15
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 768.731,35 7.595.124,70
42.926.768,05 16.598.055,97
61.553.286,93 36.247.713,63

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 11.759.713,27 11.759.713,27
II. Bilanzgewinn 596.697,78 596.697,78
12.356.411,05 12.356.411,05
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 16.361.092,00 14.539.709,00
2. Sonstige Rückstellungen 5.514.553,85 2.674.072,47
21.875.645,85 17.213.781,47
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.050.979,09 4.575.399,86
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.201.757,25 2.023.907,66
3. Sonstige Verbindlichkeiten 68.493,69 78.213,59
davon aus Steuern: EUR 61.309,11 (Vorjahr: EUR 57.646,14) 27.321.230,03 6.677.521,11
61.553.286,93 36.247.713,63

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

01.01. - 31.12.22 01.11. - 31.12.21
1. Umsatzerlöse 52.644.123,07 7.239.978,38
2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen -44.831.985,26 -8.092.331,78
3. Bruttoergebnis vom Umsatz 7.812.137,81 -852.353,40
4. Vertriebskosten -951.383,77 -83.969,61
5. allgemeine Verwaltungskosten -98.682,53 -114.489,00
6. sonstige betriebliche Erträge 172.672,10 162.756,58
7. sonstige betriebliche Aufwendungen -669.411,21 -167.169,04
8. Betriebsergebnis 6.265.332,40 -1.055.224,47
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -282.720,58 -48.687,24
davon an verbundene Unternehmen EUR 158,55 (Vorjahr: EUR 29,73)
davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen EUR 268.687,00 (Vorjahr: EUR 38.890,51)
10. Finanzergebnis -282.720,58 -48.687,24
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -6.520,90 84,49
12. Ergebnis nach Steuern 5.976.090,92 -1.103.827,22
13. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn -5.976.090,92 0,00
14. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 0,00 -1.103.827,22
15. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 596.697,78 1.700.525,00
16. Bilanzgewinn 596.697,78 596.697,78

Anlagevermögen zum 31. Dezember 2022

historische Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 112.930,49 0,00 0,00 112.930,49
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.703.202,34 0,00 0,00 3.703.202,34
3.816.132,83 0,00 0,00 3.816.132,83
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14.918.836,82 0,00 0,00 14.918.836,82
2. Technische Anlagen und Maschinen 64.141.437,73 121.831,10 0,00 64.263.268,83
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.345.896,79 0,00 0,00 3.345.896,79
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 4.108.882,19 1.217.208,98 0,00 5.326.091,17
86.515.053,53 1.339.040,08 0,00 87.854.093,61
90.331.186,36 1.339.040,08 0,00 91.670.226,44
kumulierte Abschreibungen Buchwerte
01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022 31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR EUR EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 110.877,23 280,42 0,00 111.157,65 1.772,84 2.053,26
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.703.202,34 0,00 0,00 3.703.202,34
3.814.079,57 280,42 0,00 3.814.359,99 1.772,84 2.053,26
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9.339.189,78 471.242,69 0,00 9.810.432,47 5.108.404,35 5.579.647,04
2. Technische Anlagen und Maschinen 54.326.402,39 1.865.378,64 0,00 56.191.781,03 8.071.487,80 9.815.035,34
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.201.856,96 25.277,11 0,00 3.227.134,07 118.762,72 144.039,83
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 5.326.091,17 4.108.882,19
66.867.449,13 2.361.898,44 0,00 69.229.347,57 18.624.746,04 19.647.604,40
70.681.528,70 2.362.178,86 0,00 73.043.707,56 18.626.518,88 19.649.657,66

III. Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

8. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung haben wir mit Datum vom 6. Dezember 2024 den folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Flexsys Verkauf GmbH, Nienburg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Flexsys Verkauf GmbH, Nienburg, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Flexsys Verkauf GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)

festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen."

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