Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal GnR 1026
Vorher
Wohnungsgenossenschaft Wolfen e. G.
Eingetragen
21.10.1991
Branche
Kreditinstitute des GenossenschaftssektorsBeteiligungsgesellschaftenBausparkassen
Gegenstand
Die Genossenschaft kann Bauten in allen Rechts- und Nutzungsformen bewirtschaften, errichten, erwerben, veräußern und betreuen. Sie kann alle im Bereich der Wohnungswirtschaft, des Städtebaues und der Infrastruktur anfallenden Aufgaben übernehmen. Hierzu gehören Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden und Räume für Gewerbebetriebe, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Dienstleistungen. Beteiligungen sind zulässig.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Pascal Wackermann
seit 1.4.2025
Prokura
Kerstin Müller
seit 25.8.2022
Vorstandsmitglied
Rüdiger Wagner
seit 25.8.2022
Prokura
Sabine Barth
seit 22.2.2010
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG

Bitterfeld-Wolfen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

I. Grundlagen des Unternehmens

A. Geschäftsmodell

Die Genossenschaft ist ein wirtschaftliches Unternehmen. Sie hat sich wie jedes andere Unternehmen am Markt zu behaupten. Voraussetzung ist jedoch, dass die Genossenschaft die wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Belange ihrer Mitglieder fördert.

Grundlage unseres Geschäftsmodells ist die Vermietung und Verwaltung von genossenschaftlichem Wohn- und Geschäftsraum.

B. Strategie

Zu den wichtigsten Zielen der Unternehmens- und Portfolioentwicklung gehören die strategisch qualitative Weiterentwicklung des Wohnungskernbestandes sowie die Gewährleistung bezahlbaren Wohnens, um den Versorgungsauftrag angemessen und nachhaltig erfüllen zu können.

Am effektivsten gelingt dies mit klar definierten Erhaltungsbeständen in den unterschiedlichen Bestandsgebieten der Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG.

Die Genossenschaft setzt die neue Gesetzesgrundlage des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bei Modernisierungen und Sanierung vollständig um, somit erreichen wir die Umsetzung von CO 2 -Einsparungen im Gebäudebestand.

Ziel der Optimierung des Portfolios ist es, sich vom Angebot der Mitwettbewerber zu unterscheiden und so die Wettbewerbsfähigkeit der Genossenschaft aufzubauen.

Die Nachfrage nach Wohnraum richtet sich ausschließlich nach der Qualität unserer Bestände. Die Bedürfnisse unserer Mieter gehen über die eigentliche Wohnungsanmietung hinaus. Ein gepflegtes Wohnumfeld mit guten Nachbarschaften, eine hohe Servicequalität sowie Angebote zu weiteren Dienstleistungen gehören dazu. Das Sozial- und Quartiersmanagement ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil der Bestandsbewirtschaftung unserer Genossenschaft.

II. Wirtschaftsbericht

A. Die Gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland 2023/2024

Folgen der globalen Krisen belasten die deutsche Wirtschaft.

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland kam im Jahr 2023 in einem nach wie vor krisengeprägten Umfeld ins Stocken. Zwar hat im Verlauf des Jahres die Inflation nachgelassen und sich der Anstieg der Lohneinkommen im Vergleich zum Vorjahr beschleunigt. Allerdings blieb die Erholung beim privaten Konsum bislang aus. In realer Rechnung sind die Einkommen in Deutschland über längere Zeit zurückgegangen.

Die Zinsanhebungen der Europäischen Zentralbank leiteten zudem auf dem deutschen Immobilienmarkt einen deutlichen Einbruch ein. Bis zuletzt gingen deshalb insbesondere die Investitionen in Wohnbauten stark zurück.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 0,3 % gesunken. Kalenderbereinigt ging das BIP um 0,1 % zurück. Damit setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft vom tiefen Einbruch im Corona-Jahr 2020 nicht weiter fort. So lag das BIP im Jahr 2023 preisbereinigt nur um 0,7 % höher als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung kam damit deutlich ins Stocken.

Die derzeitige konjunkturelle Perspektive ist zudem von geopolitischen Risiken getrübt: Im Krieg in der Ukraine gibt es keine Anzeichen für eine schnelle Lösung. Die Bemühungen, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Russischen Föderation zu trennen, dauern an. Der Krieg zwischen Israel und der Hamas weitet sich auch auf andere Länder, wie den Iran aus. Die relevanten Akteure im Nahen Osten haben zwar durchblicken lassen, dass sie keine Eskalation anstreben. Doch unvorhergesehene Ereignisse könnten die Energiepreise steigen lassen.

Der Wegfall öffentlicher Gelder und die Unsicherheit infolge des Verfassungsgerichtsurteils werden das Wachstum 2024 spürbar schmälern. Zudem kommt der private Verbrauch nur schwer in die Gänge. Mit dem Anstieg der realen Lohneinkommen legten auch die realen verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte zuletzt kräftig zu. Die Reallohnzuwächse konnten die Kaufkraftverluste der vergangenen Jahre jedoch bei Weitem noch nicht ausgleichen. Die Bruttowertschöpfung im produzierenden Gewerbe ist rückläufig.

Im Baugewerbe machten sich neben den weiterhin hohen Baukosten und dem Fachkräftemangel insbesondere die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen bemerkbar. Hiervon war vor allem der Hochbau betroffen. Dagegen konnte die Produktion im Tiefbau und im Ausbaugewerbe gesteigert werden. Insgesamt erreichte das Baugewerbe 2023 preisbereinigt ein kleines Plus von 0,2 %.

Demographische Entwicklung in Bitterfeld Wolfen

Einwohnerentwicklung seit 2020 Stadt Bitterfeld-Wolfen

Einwohnermeldeamt, Hauptwohnsitz

31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2023 30.04.2024
38.823 38.359 39.183 39.171 39.005

Einwohnerprognose war (Statistisches Landesamt)

31.12.2023 30.04.2024 31.12.2035
36.573 36.170 31.986

Arbeitslosenzahlen

31.12.2020 31.12.2021 31.12.2023 31.03.2024
1.713 1.352 1.772 1.867

In die Analyse dieses Berichtes zur zukünftigen Wirtschaftsentwicklung flossen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturberichte der folgenden Institute ein: DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin; HWWI - Hamburgisches Welt-Wirtschafts-Institut; Gemeinschaftsdiagnose - ifo mit KOF Konjunkturforschungsstelle ETH Zürich, IWH mit Kiel Economics, IfW, RWI mit Institut für Höhere Studien Wien; IAB - Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung; ifo - ifo-Institut für Wirtschaftsforschung, München; IfW - Institut für Weltwirtschaft, Kiel; IMK - Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung, Düsseldorf; IW - Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln; IWH - Institut für Wirtschaftsforschung, Halle; RWI - Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, Essen; SVR - Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Stadtentwicklungsgesellschaft Bitterfeld-Wolfen

B. Geschäftsverlauf

1. Bestandsentwicklung

Am 31. Dezember 2023 befanden sich 2.811 Wohn-/Gewerbeeinheiten (ohne Eigennutzung) im Bestand der Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG. Ursachen für die Verminderung im Vergleich zum Vorjahr waren insbesondere die Teilstilllegungen von 28 Wohnungen und einer gewerblichen Einheit in den oberen Etagen, die Stilllegung von weiteren 16 Wohnungen im Rahmen eines Teilabrisses sowie einer Umnutzung einer Wohneinheit in eine gewerbliche Einheit.

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022 Veränderung
Anzahl der Einheiten Wohn-/ Nutzfläche
in m 2
Anzahl der Einheiten Wohn-/ Nutzfläche
in m 2
Anzahl der Einheiten Wohn-/ Nutzfläche
in m 2
Wohnungen und sonstige Einheiten 2.798 154.032,89 2.843 156.308,95 -45 -2.276,06
Gewerbeeinheiten 13 1.118,98 13 1.125,68 0 -6,70
Eigengenutzte Einheiten 3 624,00 3 624,00 0 0,00
Zwischensumme 2.814 155.775,87 2.859 158.058,63 -45 -2.282,76
Garagen/Stellplätze 496 496 0
Gesamt 3.310 155.775,87 3.355 158.058,63 -45 -2.282,76

2. Hausbewirtschaftung

Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG als Wohnungsunternehmen in Anhalt-Bitterfeld hat mit dem anhaltenden Leerstand zu kämpfen. Diesem strukturellen Wohnungsleerstand wirkt die Genossenschaft weiterhin mit Verkauf, Abriss, Rückbau und Stilllegung von Wohnungen entgegen.

Die Leerstandsquote bezogen auf die Anzahl von Wohnungen am Bilanzstichtag ist von 19,9 % in 2022 auf 22,8 % in 2023 gestiegen. Bezogen auf den Halte- und Kernbestand der Genossenschaft zum Bilanzstichtag ergibt sich eine Leerstandsquote von 19,42 %. Die Fluktuationsrate im Jahr 2023 belief sich auf 6,1 % (2022: 5,6 %).

Die Vermietungsanschlussquote (Neuvermietung/Kündigungen) betrug in 2023 27,5 % (2022: 45,1 %).

Die durchschnittliche Sollmiete (Wohnungen/Gewerbe/Garagen/Stellplätze) betrug in 2023 5,31 €/m 2 Wohn- und Nutzfläche pro Monat (Vorjahr: 5,12 €/m 2 Wohn- und Nutzfläche pro Monat) und verzeichnete eine Steigerung um 0,29 € zum Vorjahr. Dies ist insbesondere auf durchgeführte Mieterhöhungen und die Stilllegung unsanierten Wohnraums zurückzuführen.

Die Sollmieten haben sich insgesamt um 56,9 Tsd. € erhöht.

Die Erlösschmälerungen aus leerstehenden Wohnungen und Gewerbeeinheiten sowie Stellplätzen belaufen sich auf 1.884,2 Tsd. € und haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 188,1 Tsd. € erhöht. Die Erlösschmälerungsquote belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf 18,9 % nach 17,1 % im Vorjahr.

Die leerstehenden Wohnungen verursachen zusätzlich Erlösschmälerungen aus Umlagen. Im Geschäftsjahr 2023 belief sich dieser Betrag an Ausfällen aus den abgerechneten Betriebskosten auf insgesamt 418,3 Tsd. € (Vorjahr: 433,9 Tsd. €).

Zum 31. Dezember 2023 bestanden Bruttomietforderungen in Höhe von 47,8 Tsd. €, die in Höhe von 36,2 Tsd. € einzelwertberichtigt wurden.

3. Mitgliederbestand/Geschäftsguthaben

Im Geschäftsjahr 2023 war ein rückläufiger Mitgliederbestand zu verzeichnen. Zum 31. Dezember 2023 verzeichnete die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG insgesamt 2.498 Mitglieder (Vorjahresstichtag: 2.616 Mitglieder). Im Geschäftsjahr 2023 standen den Zugängen von 90 Neumitgliedern Abgänge von 208 Mitgliedern entgegen. Die Geschäftsguthaben sind zum Stichtag 31. Dezember 2023 auf 2.690,6 Tsd. € gesunken. Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder beliefen sich zum Stichtag auf 2.505,7 Tsd. €.

4. Investitionen, Desinvestitionen und Instandhaltung

Investitionen und Instandhaltung

Die Aufwendungen für Neubau, die Modernisierung und Instandhaltung des Bestandes stellen sich wie folgt dar:

2023
Tsd. €
2022
Tsd. €
Veränderung
Tsd. €
Aktivierte Kosten
Grundstücke mit Wohnbauten 2.100,1 4.089,0 -1.988,9
Grundstücke mit anderen Bauten 0,0 0,0 0,0
Anlagen im Bau 0,0 0,0 -0,0
Bauvorbereitungskosten 0,0 1,2 -1,2
Geleistete Anzahlungen 33,8 26,7 7,1
2.133,9 4.116,9 -1.983,0
Erhaltungsaufwand
Kosten für Instandhaltung und Instandsetzung 1.179,8 1.909,1 -729,3
Herrichten von Wohnungen für Umsetzungen infolge Abriss 11,6 89,0 -77,4
1.191,4 1.998,1 -806,7
Investitionen in den Bestand gesamt 3.325,3 6.115,0 -2.789,7

Die Aktivierungen betreffen nachträgliche Herstellungskosten für Maßnahmen eines zum Teilrückbau vorgesehenen Objektes mit anschließenden Aufwertungsmaßnahmen, die Vorarbeiten für weitere zwei zum Teilrückbau vorgesehene Objekte mit anschließenden Aufwertungsmaßnahmen sowie die Restkosten für Maßnahmen an zwei teilrückgebauten Objekten mit anschließenden Aufwertungsmaßnahmen, die Restkosten für Balkonanbauten an einem Wohngebäude sowie die Restkosten für den Anbau von Aufzügen an einem Wohngebäude. Darüber hinaus sind Kosten für die Errichtung von Außenanlagen enthalten.

Im Geschäftsjahr 2023 sind Erhaltungsaufwendungen von insgesamt 1.191,4 Tsd. € entstanden, das entspricht 7,61 € (Vorjahr 12,39 €) pro m 2 Wohn-/Nutzfläche. Die Erhaltungsaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 806,7 Tsd. € vermindert. Die Ausgaben verminderten sich insbesondere für die Herrichtung von Wohnungen zur Neuvermietung an bisherige und neue Mitglieder sowie für die Herrichtung von Wohnungen für umzusetzende Mieter aus den zum Abbruch vorgesehenen Häusern. Darüber hinaus wirkten geringere Kosten für Großreparaturen aufwandsmindernd.

Finanzierung der Investitionen und Instandhaltung

Die Finanzierung der Investitionen und Instandhaltung in 2023 erfolgte aus Eigenmitteln (3.037,6 Tsd. €) und Fördermitteln (287,7 Tsd. €).

Die anteiligen Fördermittel im Rahmen des Programmbereichs Stadtumbau/Rückbau betreffend das Programmjahr 2020 wurden für den Teilrückbau eines Wohngebäudes mit anschließenden Aufwertungsmaßnahmen bewilligt.

Grundstücksgeschäfte

In 2023 wurde ein Kaufvertrag über die Veräußerung eines Wohnblocks (Eigentümerblock) in Bitterfeld abgeschlossen, dessen Besitzübergabe im Geschäftsjahr 2024 erfolgt. Es handelte sich um ein Objekt mit hohem Instandhaltungsrückstau.

Darüber hinaus wurde ein Tauschvertrag über eine Eigentumswohnung abgeschlossen. Die Besitzübergabe erfolgt in 2024.

Ein weiterer Vertrag im Grundstücksverkehr diente der Einräumung eines Wegerechtes.

Die erzielten Kaufpreise betragen insgesamt 575,00 Tsd. €.

5. Personalentwicklung

Im Jahr 2023 waren ohne Vorstand durchschnittlich 17 Mitarbeiter/innen beschäftigt.

Mit einem Mitarbeiter besteht eine Arbeitsteilzeitvereinbarung.

Die Personalkosten im Geschäftsjahr 2023 betragen 1.137,5 Tsd. € (Vorjahr: 1.206,4 Tsd. €).

Flexible Arbeitszeiten für bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, leichter Wiedereinstieg nach der Elternzeit, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit, Förderung von Fortbildungsmaßnahmen, betriebliche Altersvorsorge, die Möglichkeit von Homeoffice sind Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung. Der Personalbestand wird sich altersbedingt weiter verringern und sich dem sinkenden Wohnungsbestand anpassen.

6. Anteile an verbundenen Unternehmen

Unternehmensgegenstand der 100%-igen Tochtergesellschaft WGW Wohnungsverwaltung GmbH Wolfen mit einem Stammkapital in Höhe von 25,6 Tsd. € ist die Tätigkeit der Hausverwaltung insbesondere gem. §§ 27 ff. des Wohnungseigentumsgesetzes. Im Geschäftsjahr 2023 hat die Tochtergesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von 66,3 Tsd. € erwirtschaftet. Im Rahmen des Ergebnisabführungsvertrages wurde im Geschäftsjahr 2024 das Jahresergebnis der Gesellschaft in Höhe von 4,5 Tsd. € vollständig an die WGW Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG abgeführt.

C. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1. Vermögenslage

In der nachstehenden Übersicht werden der Vermögensaufbau und die Kapitalstruktur der Genossenschaft in zusammengefasster Form dargestellt. Die in den Folgejahren zu leistenden Darlehenstilgungen auf Objektfinanzierungsmittel sind dabei branchenüblich nicht als kurz- oder mittelfristige Verbindlichkeiten eingeordnet worden, weil sie aus planmäßigen Liquiditätszuflüssen der entsprechenden Geschäftsjahre aufgebracht werden.

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Tsd. € % Tsd. € % Tsd. €
Aktiva
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 7,7 0,0 15,4 0,0 -7,7
Sachanlagen 58.873,1 88,4 60.092,4 92,4 -1.219,3
Finanzanlagen 25,6 0,0 25,6 0,0 0,0
58.906,4 88,4 60.133,4 92,4 -1.227,0
Lang-/Mittelfristiges Vermögen
Bausparguthaben 46,2 0,1 0,0 0,0 46,2
46,2 0,1 0,0 0,0 46,2
Kurzfristiges Vermögen
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände, Rechnungsabgrenzungsposten, aktiver Unterschiedsbetrag 540,8 0,8 575,1 0,9 -34,3
Flüssige Mittel 7.132,5 10,7 4.376,5 6,7 2.756,0
7.673,3 11,5 4.951,6 7,6 2.721,7
Bilanzvolumen Aktiva 66.625,9 100,0 65.085,0 100,0 1.540,9

Passiva

31. Dezember 2023 31. Dezember 2022 Veränderung
Tsd. € % Tsd. € % Tsd. €
Langfristiges Kapital
Eigenkapital 44.651,3 67,0 43.714,7 67,1 936,6
Rückstellungen 17,3 0,0 18,9 0,0 -1,6
Verbindlichkeiten 17.750,1 26,7 19.173,8 29,5 -1.423,7
62.418,7 93,7 62.907,4 96,6 -488,7
Mittelfristiges Kapital
Rückstellungen 1,0 0,0 1,4 0,0 -0,4
Kurzfristiges Kapital
Rückstellungen 395,9 0,6 234,6 0,4 161,3
Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten 3.810,3 5,7 1.941,6 3,0 1868,7
4.206,2 6,3 2.176,2 3,4 2.030,0
Bilanzvolumen Passiva 66.625,9 100,0 65.085,0 100,0 1.540,9

Das Bilanzvolumen ergibt sich aus der Verrechnung der unfertigen Leistungen bzw. erhaltenen Anzahlungen. Siehe hierzu nachstehende Darstellung:

31.12.2023
Tsd. €
31.12.2022
Tsd. €
Bilanzsumme laut Jahresabschluss 71.385,9 70.409,2
./. Unfertige Leistungen/Erhaltene Anzahlungen -4.213,3 -4.822,8
./. Geleistete Anzahlungen mit Rückstellungen Betriebskosten für ETW -546,7 -501,4
Bilanzvolumen 66.625,9 65.085,0

Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 hat sich das Bilanzvolumen gegenüber dem Vorjahresstichtag um 1,5 Mio. € erhöht. Auf der Aktivseite war hierfür insbesondere die Zunahme der Flüssigen Mittel um 2,8 Mio. € ausschlaggebend. Gegenläufig wirkte die Abnahme des Anlagevermögens in Höhe von 1,2 Mio. €.

Die Zunahme der Flüssigen Mittel zum Bilanzstichtag ist vor allem auf die Erhöhung der Vorauszahlungen auf Betriebskosten zurückzuführen sowie auf vereinnahmte erst im Folgejahr eingesetzte Fördermittel.

Die Abnahme des Anlagevermögens um 1,2 Mio. € resultiert insbesondere aus den planmäßigen Abschreibungen in Höhe von 3,3 Mio. €. Diesen standen Investitionen in Höhe von 2,2 Mio. € entgegen.

Auf der Passivseite basiert die Erhöhung des Bilanzvolumens um 1,5 Mio. € insbesondere auf der Zunahme des kurzfristigen Fremdkapitals um 2,0 Mio. € und des gestiegenen Eigenkapitals um 0,9 Mio. €. Gegenläufig wirkte die Abnahme der langfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen um 1,4 Mio. €. Die Verringerung der langfristigen Verbindlichkeiten um 1,4 Mio. € ist auf die planmäßigen Tilgungen in Höhe von 1,4 Mio. € zurückzuführen.

Die Erhöhung des Eigenkapitals um 0,9 Mio. € resultiert aus dem Jahresüberschuss in Höhe von 1,1 Mio. €, dem die um 0,1 Mio. € rückläufigen Geschäftsguthaben entgegenstehen.

Folgende Kennzahlen im Jahresvergleich bezogen auf den Jahresabschluss:

31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 31.12.2022 31.12.2023
Gebäudebuchwerte - Tsd. € - 47.661,8 46.214,6 44.955,5 46.795,4 45.528,9
Langfristige Kreditverschuldung - Tsd. € - 21.812,1 20.415,0 20.574,9 19.173,8 17.750,1
Anlagendeckungsgrad - % - 103,9 104,8 107,1 104,6 105,9
Eigenkapitalquote zur Bilanzsumme - % - 60,2 61,7 58,8 62,1 62,5

2. Finanzlage

Gegenüberstellung kurzfristiger Vermögens- und Schuldteile:

31.12.2023
Tsd. €
31.12.2022
Tsd. €
Veränderung
Tsd. €
Finanzmittelbestand
- flüssige Mittel 7.132,5 4.376,5 2.756,0
Zuzüglich/abzüglich
- kurzfristige Aktiva 540,8 575,1 -34,3
- kurzfristige Rückstellungen -395,9 -234,6 -161,3
- kurzfristig fällige Verbindlichkeiten, Rechnungsabgrenzungsposten -3.810,3 -1.941,6 -1.868,7
Nettogeldvermögen (+) 3.467,1 2.775,4 691,7

Das stichtagsbezogene Nettogeldvermögen hat sich zum 31. 12. 2023 im Vergleich zum vorherigen Bilanzstichtag um 0,7 Mio. € erhöht und weist einen Betrag in Höhe von 3.467,1 Mio. € aus.

Die Entwicklung des Cashflows stellt sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar:

2023
Tsd. €
2022
Tsd. €
Veränderung
Tsd. €
Jahresüberschuss 1.071,8 1.283,8 -212,0
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens
- planmäßig 3.315,3 3.208,4 106,9
Saldo aus Abrisstätigkeit/Fördermittel 41,2 21,2 20,0
Zunahme (+)/Abnahme (-) langfristiger Rückstellungen -1,6 0,6 -2,2
Cashflow (Tilgungspotential) 4.426,7 4.514,0 -87,3

Der Cashflow 2023 in Höhe von 4.426,7 Tsd. € hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 87,3 Tsd. € vermindert.

Das Tilgungspotential im Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 4.426,7 Tsd. € reichte im Berichtsjahr aus, um die planmäßigen Tilgungen der langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 1.423,6 Tsd. € zu leisten.

3. Ertragslage

Die Ertragslage 2023 stellt sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 wie folgt dar:

2023
Tsd. €
2022
Tsd. €
Veränderung
Tsd. €
Geschäftsergebnis
Hausbewirtschaftung 1.266,1 446,4 819,7
Sonstiger Geschäftsbetrieb -177,5 -177,3 -0,2
Geschäftsergebnisgesamt 1.088,6 269,1 819,5
Finanzergebnis 47,5 7,9 39,6
Neutrales Ergebnis -64,3 1.006,8 -1.071,1
Gesamtergebnis vor Ertragsteuern 1.071,8 1.283,8 -212,0
Ertragsteuern 0,0 0,0 0,0
Jahres überschuss 1.071,8 1.283,8 -212,0

Der Bereich der Hausbewirtschaftung hat mit einem positiven Ergebnis in Höhe von 1,3 Mio. € abgeschlossen und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 0,8 Mio. € verbessert.

Die Verbesserung des Hausbewirtschaftungsergebnisses im Vergleich zum Vorjahr resultiert vor allem aus um 0,8 Mio. € niedrigeren Instandhaltungskosten.

Folgende Kennzahlen im Jahresvergleich:

2019 2020 2021 2022 2023
Zinsanteil zur Istmiete in% 4,06 4,01 3,98 3,92 3,71
Kapitaldienst zur Istmiete in % 18,00 18,85 19,76 20,98 21,32
Instandhaltungsaufwendungen €/ m 2 WFL 18,48 14,71 11,75 12,39 7,61
Instandhaltungsaufwendungen bezogen auf den Kern- und Haltebestand €/ m 2 WFL 23,18 19,16 14,89 14,84 10,09

Der sonstige Geschäftsbetrieb schließt mit einem Fehlbetrag von 0,2 Mio. € ab und hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Das Finanzergebnis wird im Wesentlichen durch den Ertrag aus Gewinnabführung aus dem Jahresabschluss des Tochterunternehmens WGW Wohnungsverwaltungs GmbH und Zinserträgen bestimmt.

Das neutrale Ergebnis schließt in 2023 mit einem negativen Ergebnis ab und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Mio. € vermindert. Das Ergebnis ist durch folgende Einflüsse geprägt:

Tsd. €
Auflösung von Rückstellungen 18,8
Buchgewinne aus Anlagenverkäufen 0,3
Übrige neutrale Erträge 145,5
Summe Erträge 164,6
Restabrisskosten und Stilllegungskosten -41,2
Veränderung der Rückstellung für Altersteilzeit für Aufstockungsbeträge (Barwert)/neutraler Aufwand Personalkosten -10,8
Übernahme von Umzugskosten bei Abrissobjekten -22,7
Buchverluste aus Anlagenabgängen -74,2
Aufwendungen frühere Jahre und sonstige Rechtsgründe -80,0
Summe Aufwendungen -228,9
Neutrales Ergebnis 2023 -64,3

D. Plan-Ist-Vergleich

Plan 2023
Tsd. €
Ist 2023
Tsd. €
Abweichung
Tsd. €
Sollmieten 9.980,7 9.966,2 -14,5
Erlösschmälerungen 1.816,3 1.884,2 67,9
Istmieten 8.164,4 8.082,0 -82,4
Personalaufwand 1.001,4 1.137,5 136,1
Planmäßige Abschreibungen 3.229,8 3.315,3 85,5
Investitionen in Sachanlagen 1.672,4 2.133,9 461,5
Instandhaltung 2.353,9 1.191,4 -1.162,5
Investitionen gesamt 4.026,3 3.325,3 -701,0
Jahresergebnis 239,0 1.071,8 832,8

Die für das Jahr 2023 kalkulierten Istmieten (Sollmieten abzüglich Erlösschmälerungen) waren um 82,4 Tsd. € höher als die tatsächlichen Istmieten. Ursachlich hierfür waren vor allem die um 67,9 Tsd. € höheren Erlösschmälerungen.

Die tatsächlichen Personalkosten 2023 sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken.

Die um 136,1 Tsd. € höheren Personalaufwendungen im Vergleich zu den geplanten Kosten sind unter anderem auf tatsächlich höhere Sozialabgaben zurückzuführen.

Die um 85,5 Tsd € höheren tatsächlichen planmäßigen Abschreibungen stehen im Zusammenhang mit den tatsächlich höheren aktivierten Kosten als geplant.

Die insgesamt um 701,0 Tsd. € niedrigeren tatsächlichen Investitionen resultieren hauptsächlich aus der Verschiebung und Zurückstellung von Maßnahmen zur Liquiditätsschonung aufgrund der gestiegenen Energiekosten und Kostensteigerungen.

III. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Prognosen

Der demografische Wandel, sozioökonomische Veränderungen, politische Rahmenbedingungen, technischer Fortschritt und die Folgen der Globalisierung für Arbeits- und Rohstoffmärkte wirken sich mit zunehmender Dynamik auch auf das Wohnen aus. Entsprechend wachsen die Anforderungen an das Handeln der Genossenschaft stetig. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb für Neubau- und Bestandswohnungen vielerorts spürbar. Fehlende Fördermittel zur Umsetzung des Gebäudeenergiegesetzes stellen für die weitere Entwicklung des Stadtumbaus und der Wohnungsbestände ein Risiko dar. Notwendige Entwicklungsmaßnahmen seitens der Städte werden durch die fehlenden Förderungen gehemmt und führen nehmen dem Überangebot von Wohnraum zu städtebaulichen Missständen in unseren Stadtgebieten.

Die veröffentlichten Wohnungsmarktprognosen des statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt im Zeitraum bis 2030 macht deutlich, dass ein weiterer deutlicher Bevölkerungsrückgang zu erwarten ist.

Mit der Fortführung der Maßnahmen aus der langfristigen Unternehmensplanung (Stand: Mai 2023) wird sich für das Geschäftsjahr 2024 ff. voraussichtlich folgende Entwicklung ergeben.

Die Vollvermietung der in den letzten Jahren teilrückgebauten und energetisch sanierten Wohngebäude in Sandersdorf und Wolfen-Nord bestätigt die umgesetzten Maßnahmen. Daher werden wir in den Jahren 2024-2027 die Entwicklung des Fuhnetalviertel, weitere 7 Wohngebäude teilrückbauen und energetisch sanieren (geplantes Investitionsvolumen 5 Mio. €). Weiterhin geplant, die energetische Modernisierung der K.-Kollwitz-Str. 14-22.

Neben der gezielten Bestandsentwicklung ist es jedoch auch notwendig, den Fokus auf den Wohnungsbestand zu legen, der am Markt nicht mehr reflektiert und nachgefragt wird. Der Wohnungsleerstand verursacht unserer Genossenschaft jährliche Ertragsausfälle und Betriebskosten im Millionen-€-Bereich. Weiteren Komplettabruch von Objekten und Stilllegungen von Wohnungen in den oberen Etagen sollen diese Kosten zu minimieren, um die freiwerdenden Mittel zur Schaffung von attraktivem Wohnraum einsetzen zu können und unseren Standorten Stabilität zu geben. Entsprechend erwarten wir eine Stabilisierung der Leerstandssituation insbesondere im Kernbestand und damit einer Verbesserung der Erlösschmälerungsquote (zwischen 20% und 23 % der Sollmieten).

Besonderes Augenmerk wurde bei der Planung auf die Entwicklung der Energiepreise (Fernwärmepreise/Gaspreise) genommen.

Von einer Entspannung in 2024 können wir nicht ausgehen. Die Preise für Fernwärme liegen derzeit bei 0,23 Cent pro KWh. Erst für die Jahre 2025/2026 wurden durch intensive Preisverhandlungen mit den Stadtwerken Bitterfeld-Wolfen GmbH ein realer Preis von 0,13 Cent (2022 0,38 Cent pro KWh) pro Kilowattstunde Verbrauch verhandelt.

Eine direkte Wirkung auf die steigende Preisentwicklung sehen wir auch durch den Wegfall der Mehrwertsteuerermäßigung von 7% auf 19%. Es ist davon auszugehen, dass sich damit die Energiekosten für Mieterinnen und Mieter ab April 2024 deutlich erhöhen.

Entsprechend der aktuellen langfristigen Wirtschaftsplanung wird für das Geschäftsjahr 2024 ein Jahresergebnis von -699.331,24 € erwartet.

Chancen/Risiken

Die Chancen der Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG liegen vorwiegend im Bereich der optimalen Vermietung von Wohnraum an den Standorten der Verwaltungsbereiche.

Die Erfahrung zeigt, dass nicht jede Maßnahme in allen Wohngebäuden umsetzbar ist. So erlaubt nicht jedes Treppenhaus den nachträglichen Einbau eines Aufzugs. Manche Grundrisse sind schon ziemlich optimiert und erlauben keine Verbesserung mehr oder auch ein Balkon lässt sich nicht sinnvoll hinsichtlich der Ausrichtung anbauen. Aus diesem Grund verbessern wir in unserem seit mehreren Jahren laufenden Modernisierungsprogramm selektiv die Gebäude und Standorte, die besonders geeignet für eine Aufwertung sind. Durch die insgesamt erfolgten Teilrückbauten inklusive energetischer Sanierung schaffen wir es, modernen und attraktiven Wohnraum zu deutlich günstigeren Konditionen und Mietpreisen zu schaffen, ersichtlich auch in der zweiten Miete, insbesondere den warmen Betriebskosten, die mit bis zu 40% Ersparnis pro fertigem Wohngebäude punkten. Somit können wir unsere bestehenden Wohngebäude mit der vorhandenen Bausubstanz nach unseren Aufwertungen noch für viele Jahrzehnte nutzen. Es wird kein energieintensiv herzustellender Zement für Neubauten benötigt, es entsteht wenig Bauschutt und die Energieeinsparung bei der Betonherstellung ist enorm. Die aus Rückbau oder Teilrückbau abgetragenen Plattenelemente werden zerkleinert und für den Straßenbau verwendet.

Es gibt aber auch Wohnungssuchende, die gern modernen, aber dennoch bezahlbaren, Wohnungsneubau suchen. In der aktuellen Debatte zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist der Gedanke weiterzubauen - also das Vorhandene zeitgemäß weiterzuentwickeln - durchaus im Trend. Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG hat sich aus diesem Grund dafür entschieden, kleinteiligen Wohnungsneubau im Fuhnetalviertel umzusetzen.

Bei den zukünftigen Teilrückbauvorhaben kommt das Gebäude-Energie-Gesetz GEG, zum Tragen. Es betrifft die Heizungstechnik sowie den Wärmedämmstandard des jeweiligen Wohngebäudes. Gleichfalls werden wir alle energetisch notwendigen Baumaßnahmen umsetzen, wie z.B. Photovoltaikanlagen-Mieterstrommodell sowie Wärmepumpentechnik.

Die Geschäftstätigkeit der Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG ist wie jede unternehmerische Tätigkeit mit Risiken verbunden, die entweder aus der Geschäftstätigkeit selbst entsteht oder aus dem Umfeld auf unsere Genossenschaft einwirkt. Zur Früherkennung aller Risiken der Geschäftstätigkeit wurde das Risikomanagement der Genossenschaft kontinuierlich ausgebaut. Wichtigstes Instrumentarium zur Bewertung der Risiken der zukünftigen Entwicklung ist die kurz-, mittelfristige und langfristige Unternehmensplanung. Die Einhaltung und Entwicklung der wirtschaftlich und finanziellen Planungsergebnisse der Unternehmensplanung werden kontinuierlich überwacht und fortgeschrieben. Unsere Aufgabe ist es, diese Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bewerten. Unser auf unternehmerische Belange ausgerichtetes Risikomanagementsystem umfasst neben internen Kontrollen, Soll-Ist-Analysen und Hochrechnungen auch eine operative sowie strategische Finanz- und Wirtschaftsplanung. Schwerpunkte bilden hierbei die Beobachtung der Mietentwicklung, der Erlösschmälerungen, der Fluktuation, der Liquidität sowie der Finanzierungs- und Instandhaltungskosten.

Es ist festzustellen, dass sich die Rahmenbedingungen in Bezug auf die Bau-, Instandsetzungs- und Instandhaltungskosten deutlich verschlechtert haben, maßgeblich durch nennenswerte Preisanstiege auf Material und Handwerkerleistung.

Die demographische Entwicklung, sinkende Realeinkommen und hohe Arbeitslosigkeit wirken sich negativ auf den Wohnungsmarkt in Bitterfeld-Wolfen aus. Weiterhin ist auch vermehrt mit Wohnungs- und Mitgliedschaftskündigungen zu rechnen.

Weitere Unsicherheiten ergeben sich im Zusammenhang mit der Grundsteuerreform, den sich eventuell weiter verschärften gesetzlichen Vorgaben und den steigenden Anforderungen in Sachen Klimaschutz und Energiewende. Zu benennen sind speziell die geplanten Steigerungen der CO 2 -Steuer und der beschlossenen Beteiligung der Vermieter an den Kosten, die zu erheblichen Mehraufwendungen führen werden.

Auch der Fachkräftemangel ist inzwischen in der Immobilienbranche spürbar.

Aufgrund der zwei im Geschäftsjahr abgeschlossenen Forward-Darlehen für 2027 mit dem Gesamtvolumen von 6.750,0 Tsd. € ist derzeit keine Gefährdung der finanziellen Entwicklung unserer Genossenschaft zu befürchten bzw. das Zinsänderungsrisiko abgesichert.

Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG kommt im Rahmen ihres Finanzmanagements sämtlichen Zahlungsverpflichtungen aus dem laufenden Geschäftsjahr sowie gegenüber Gläubigerbanken termingerecht nach.

 

Bitterfeld-Wolfen, 06.05.2024

Sabine Barth, Vorstandsvorsitzende

Kerstin Müller, Vorständin

Bilanz

Aktivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 7.673,43 15.452,28
Sachanlagen
Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Wohnbauten 54.874.384,79 56.207.887,61
Grundstücke mit anderen Bauten 327.197,86 327.759,15
Grundstücke ohne Bauten 3.188.001,76 3.188.001,76
Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00
Technische Anlagen und Maschinen 291.020,41 191.138,20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 130.839,68 149.740,28
Bauvorbereitungskosten 1.160,25 1.160,25
Geleistete Anzahlungen 60.469,99 58.873.074,74 26.665,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 25.564,59 25.564,59
Anlagevermögen insgesamt/Übertrag 58.906.312,76 60.133.369,12
Umlaufvermögen
Andere Vorräte
Unfertige Leistungen 4.213.295,72 4.822.779,54
Andere Vorräte 40.817,00 40.817,00
Geleistete Anzahlungen 546.728,13 4.800.840,85 510.481,16
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen aus Vermietung 11.616,53 12.506,96
Forderungen aus anderen Lieferungen und Leistungen 2.543,83 1.588,38
Forderungen gegen verbundenen Unternehmen 100.801,76 94.419,57
Sonstige Vermögensgegenstände 360.891,37 475.853,49 405.830,62
Flüssige Mittel
Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 7.132.518,50 4.376.452,04
Bausparguthaben 46.187,60 7.178.706,10
Rechnungsabgrenzungsposten
Andere Rechnungsabgrenzungsposten 24.214,37 10.994,60
Bilanzsumme 71.385.927,57 70.409.238,99

Passivseite

Geschäftsjahr Vorjahr
Eigenkapital
Geschäftsguthaben
der mit Ablauf des Geschäftsjahres ausgeschiedenen Mitglieder 183.668,00 183.376,00
der verbleibenden Mitglieder 2.505.700,01 2.641.204,83
aus gekündigten Geschäftsanteilen 1.232,00 2.690.600,01 1.232,00
Rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile 409,64 € (1.716,82 €)
Ergebnisrücklagen
Gesetzliche Rücklage 5.424.668,86 5.316.668,86
davon aus Jahresüberschuss Geschäftsjahr Eingestellt: 108.000,00 € (129.000,00 €)
Andere Ergebnisrücklagen 35.572.212,18 40.996.881,04 34.417.452,05
aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres eingestellt 1.154.760,13 € (294.770,31 €)
Jahresüberschuss 1.071.801,71 1.283.760,13
Einstellung in Ergebnisrücklagen 108.000,00 129.000,00
Bilanzgewinn/-verlust 963.801,71 1.154.760,13
Eigenkapital insgesamt/Übertrag 44.651.282,76 43.714.693,87
Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 960.890,47 960.890,47 756.326,27
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.855.933,91 19.279.579,34
Erhaltene Anzahlungen 6.385.497,51 5.287.067,06
Verbindlichkeiten aus Vermietung 51.299,97 29.057,74
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 869.513,01 1.097.076,83
Sonstige Verbindlichkeiten 570.395,82 25.732.640,22 195.824,31
davon aus Steuern 9.667,71 € (11.164,65 €)
Rechnungsabgrenzungsposten 41.114,12 49.613,57
Bilanzsumme 71.385.927,57 70.409.238,99

Gewinn- und Verlustrechnung

Geschäftsjahr Vorjahr
Umsatzerlöse
a) aus der Hausbewirtschaftung 13.069.739,49 12.445.195,05
b) aus anderen Lieferungen und Leistungen 82.751,47 13.152.490,96 84.293,88
Erhöhung/ Verminderung (-) des Bestandes an unfertigen Leistungen -609.483,82 583.470,52
Sonstige betriebliche Erträge 241.936,44 1.874.970,11
Aufwendungen für bezogene Lieferungen und Leistungen
a) Aufwendungen für Hausbewirtschaftung 5.930.455,12 7.342.003,19
b) Aufwendungen für andere Lieferungen und Leistungen 78.647,85 6.009.102,97 83.217,87
Rohergebnis 6.775.840,61 7.562.708,50
Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 908.460,43 962.181,96
b) soziale Abgaben 229.032,02 1.137.492,45 244.261,85
davon für Altersversorgung: 39.787,92 € (40.354,24 €)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.315.344,87 3.208.361,75
Sonstige betriebliche Aufwendungen 812.892,82 1.348.811,29
Erträge aus Gewinnabführung 4.496,85 4.742,12
darunter aus Steuerumlage: 1.340,00 € (1.406,00 €)
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 27,58 72,96
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 44.174,14 48.698,57 3.500,68
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 300.940,67 300.940,67 322.659,42
Ergebnis nach Steuern 1.257.868,37 1.484.747,99
Sonstige Steuern 186.066,66 200.987,86
Jahresüberschuss 1.071.801,71 1.283.760,13
Einstellung aus dem Jahresüberschuss in Ergebnisrücklagen 108.000,00 129.000,00
Bilanzgewinn/-verlust 963.801,71 1.154.760,13

Anhang

A. Allgemeine Angaben

Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG hat ihren Sitz in Bitterfeld-Wolfen und ist eingetragen in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Stendal unter der Register-Nr. 1026.

Die Genossenschaft ist eine mittelgroße Genossenschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB nach alter Fassung vom 23.07.2015 in Verbindung mit § 336 Abs. 2 HGB.

Der Jahresabschluss ist nach den allgemeinen Vorschriften (§ 238 ff. HGB) sowie den ergänzenden Vorschriften für Genossenschaften (§§ 336 - 339 HGB) des Handelsgesetzbuches, des Genossenschaftsgesetzes, des DMBilG sowie der Satzung unter der Prämisse der Unternehmensfortführung (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) aufgestellt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewandt.

Die Gliederung der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt entsprechend der Verordnung über Formblätter für die Gliederung des Jahresabschlusses von Wohnungsunternehmen. Änderungen in der Form der Darstellung haben sich zum vorhergehenden Jahresabschluss nicht ergeben.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die auf den vorhergehenden Jahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Die "Immateriellen Vermögensgegenstände" wurden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und unter Berücksichtigung zeitanteiliger linearer Abschreibungen über drei Jahre abgeschrieben.

Sachanlagen

Das Sachanlagevermögen, das insbesondere Grundstücke und Wohngebäude umfasst, ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um Abschreibungen bewertet.

Zugänge betreffen ausschließlich Fremdkosten; Fremdkapitalzinsen wurden in die aktivierten Herstellungskosten nicht einbezogen.

Wohnbauten werden unter Berücksichtigung der Restnutzungsdauer entsprechend planmäßig abgeschrieben, wobei Gesamtnutzungsdauern von 50-80 Jahren zu Grunde liegen. Die nachträglichen Anschaffungs-/Herstellungskosten wurden hierbei dem Restbuchwert hinzugerechnet und über die verbleibende Restnutzungsdauer abgeschrieben. Nach Abschluss von umfangreichen Sanierungsarbeiten wird die Restnutzungsdauer überprüft und angepasst. Die nachträglichen Herstellungskosten beinhalten im Wesentlichen Maßnahmen an einem zum Teilrückbau vorgesehenen Objekt mit anschließender Aufwertung des verbleibenden Wohnungsbestandes, Restarbeiten an zwei teilrückgebauten Objekten mit anschließender Aufwertung des verbleibenden Wohnungsbestandes, beginnende Vorarbeiten an zwei zum Teilrückbau vorgesehenen Objekten mit anschließender geplanter Aufwertung des verbleibenden Wohnungsbestandes sowie der Restarbeiten an einem Wohnblock mit erstmaligem Anbau von Aufzügen und an einem weiteren Wohnblock mit erstmaligem Anbau von Balkonen. Weitere Zugänge betreffen die Aufwertung von Außenanlagen im Bereich des Wohnumfelds, die Herrichtung von Müllplätzen sowie die Aufstellung von Rollatorboxen.

In 2023 wurden gewährte Fördermittel für eine Teilrückbaumaßnahme im Rahmen des Fördermittelprogramms Stadtumbau Ost in Höhe von 287,7 Tsd. € von den aktivierten Kosten des Teilrückbaus abgesetzt.

Aufgrund der in 2023 beendeten Teilrückbaumaßnahmen in der Dr.-Otto-Nuschke-Straße 8-34 wurde in Anwendung des IDW IFA 2 der anteilige Flächenabgang durch einen anteiligen Buchwertabgang verarbeitet. Der Abgang bemisst sich dabei ausgehend von den historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sowie der aufgelaufenen Abschreibungen vor Beginn der Rückbaumaßnahmen im Verhältnis der zurückgebauten Wohn-bzw. Nutzfläche. Für das Objekt wurde ein Buchwertabgang von 74,2 Tsd. € ermittelt.

Die Umbuchungen resultieren aus der Korrektur des Ausweises einer Photovoltaikanlage und einer SAT-Anlage aus dem Posten Grundstücke mit Wohnbauten nach Technische Anlagen und Maschinen.

Die Buchwerte der in den Posten Grundstücke mit Wohnbauten, Grundstücke mit anderen Bauten und Grundstücke ohne Bauten erfassten Grundstücks- und Gebäudebuchwerte sind durch Abschreibungen gem. § 253 Abs. 4 der bis zum 25.05.2009 geltenden Fassung des HGB beeinflusst. Hier wurde das Wahlrecht des Art. 67 Abs. 4 EGHGB zum 01.01.2010 dahingehend ausgeübt, dass die niedrigeren Wertansätze beibehalten wurden. Solche Abschreibungen sind am 31.12.2023 noch in folgender Höhe enthalten:

Grundstücksbuchwerte
Grundstücke mit Wohnbauten 423.765,21
Grundstücke mit anderen Bauten 74.951,60
Grundstücke ohne Bauten 1.015.973,72
Summe 1.514.690,53

Die Abschreibungen auf die Außenanlagen werden linear auf Basis einer Nutzungsdauer zwischen zehn und fünfundzwanzig Jahren vorgenommen.

Bei dem Bilanzposten Bauten auf fremden Grundstücken handelt es sich um eine bereits vollabgeschriebene Garage.

Der Bilanzposten Technische Anlagen und Maschinen beinhaltet zwei Photovoltaikanlagen sowie SAT-Empfangsanlagen. Die Abschreibungen werden linear auf Basis von Nutzungsdauern von 20 und 5 Jahren vorgenommen.

Gegenstände der Betriebs- und Geschäftsausstattung werden linear auf Basis der Nutzungsdauern zwischen 3 und 13 Jahren abgeschrieben.

Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten zwischen 250,00 € und 1.000,00 € werden in einem Sammelposten zusammengefasst. Die Abschreibung erfolgt über einen Zeitraum von 5 Jahren. Die Bewertung erfolgt gemäß § 6 Abs. 2 und 2a EStG.

Die per 31.12.2023 in den Bauvorbereitungskosten enthaltenen Kosten betreffen Leistungen im Rahmen der Wohnumfeldgestaltung.

Die Geleisteten Anzahlungen enthalten im Rahmen der Städtebauförderung zu erbringenden Eigenanteile für zwei umfassende Wohnumfeldgestaltungen im Gebiet der Wohngebäude in Wolfen. Für diese Maßnahmen liegen Fördermittelbescheide in Höhe von 79.995,00 € sowie 67.995,00 € vor. Der Beginn der Maßnahmen wird in 2024 erfolgen. Darüber hinaus beinhaltet es die Kaufpreiszahlung für ein im Folgejahr errichtetes Fahrradhaus.

Finanzanlagen

Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen erfolgte zu Anschaffungskosten.

Die "Anteile an verbundenen Unternehmen" betreffen die geleisteten Einzahlungen auf die Stammeinlagen der "WGW Wohnungsverwaltung GmbH".

Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG ist alleinige Gesellschafterin der GmbH.

Umlaufvermögen

Unfertige Leistungen

Die "Unfertigen Leistungen" beinhalten die noch nicht abgerechneten umlagefähigen Betriebskosten. Ausfallrisiken insbesondere durch Leerstand wurden durch Wertberichtigungen in Höhe von 436,0 Tsd. € berücksichtigt.

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände

Die "Forderungen und Sonstigen Vermögensgegenstände" wurden mit dem Nennwert angesetzt. Ausfallrisiken bei den Forderungen aus Vermietung und Sonstigen Vermögensgegenständen wurden durch Einzelwertberichtigungen und Abschreibungen erfasst.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Ansprüche auf öffentliche Zuwendungen für das Programmjahr 2020 in Höhe von 144,5 Tsd. € im Rahmen des Stadtumbaus Ost zum Abriss dauerhaft leerstehender Wohnungen der Gesamtmaßnahme Wolfen-Nord enthalten.

Flüssige Mittel sind zum Nennwert bzw. Nominalbetrag angesetzt.

Rückstellungen

Passivierungspflichtige sonstige Rückstellungen wurden gemäß § 249 Abs. 1 i. V. m. § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe der voraussichtlichen Erfüllungsbeträge gebildet, wobei Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre, jeweils unter Berücksichtigung der Restlaufzeit der zu Grunde liegenden Verpflichtung gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB abgezinst wurden. Am 31.12.2023 besteht die Verpflichtung infolge von Altersteilzeitvereinbarung mit einem Arbeitnehmer in Höhe von 16,7 Tsd. €. Für zukünftige Gehaltssteigerungen und Höhergruppierungen wurde ab dem Jahr 2023 eine jährliche Steigerung von 1,0 % berücksichtigt. Die Arbeitsleistung wird gemäß Vereinbarungen im Blockmodell erbracht. Diese Verpflichtung hat noch eine Laufzeit von weniger als 1 Jahr.

Der Altersteilzeitverpflichtung steht eine insolvenzgeschützte Finanzanlage, die an den betroffenen Arbeitnehmer verpfändet ist gegenüber. Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurde dieser Vermögensgegenstand mit der entsprechenden Verpflichtung verrechnet (12,9 Tsd. €).

Die Erhaltenen Anzahlungen umfassen die Vorauszahlungen auf Betriebskosten in Höhe von 6.385,5 Tsd. € (im Vorjahr 5.287,1 Tsd. € Betriebskosten).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten wurden mit ihren Erfüllungsbeträgen bilanziert (§ 253 Abs. 1 HGB).

Rechnungsabgrenzungsposten

In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten sind die im laufenden Geschäftsjahr erhaltenen Mietzahlungen für das Folgejahr erfasst.

C. Erläuterung zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. Bilanz

1. Zur Entwicklung des Anlagevermögens verweisen wir auf den Anlagespiegel.

- siehe Anlage 1

2. Im Posten "Unfertige Leistungen" sind 4.213.295,72 € (Vorjahr: 4.822.779,54 €) noch nicht abgerechnete Betriebskosten enthalten.

3. Es bestehen keine Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr.

4. In dem Posten "Sonstige Vermögensgegenstände" sind keine Ansprüche enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag rechtlich entstehen.

5. In den "Sonstigen Rückstellungen" sind Rückstellungen mit einem nicht unerheblichen Umfang enthalten, die noch ausstehende Betriebskosten für Wohnungen in Höhe von 835,7 Tsd. € betreffen.

6. Hinsichtlich der Zusammensetzung und der Fristigkeiten der Verbindlichkeiten verweisen wir auf den Verbindlichkeitenspiegel.

- siehe Anlage 2

II. Gewinn- und Verlustrechnung

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außergewöhnliche/periodenfremde Geschäftsvorfälle enthalten:

Tsd. €
Ausbuchung von Verbindlichkeiten 40,7
Auflösung von Sonstigen Rückstellungen 18,8
Einzahlungen auf in früheren Jahren abgeschriebene Mietforderungen/ Auflösung der Wertberichtigung auf Mietforderungen 21,0

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten insbesondere:

Tsd. €
Abriss- und Stilllegungskosten 41,2
Buchverluste aus Abgängen des Anlagevermögens 74,2
Einzelwertberichtigung auf Forderungen aus Vermietung, Abschreibungen auf sonstige Forderungen sowie Aufwendungen für frühere Jahre 18,1

In dem Posten Aufwendungen der Hausbewirtschaftung sind die Betriebskosten insbesondere betreffend Heizungs-und Warmwasserkosten infolge der Energiepreisbremse in Höhe der Entlastungsbeträge um Tsd. € 1.886,7 gemindert.

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen aus Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 1.159,02 € (Vj: 394,64 €) enthalten.

Ferner sind in den Zinsen und ähnlichen Erträgen keine Erträge aus der Abzinsung von Forderungen (Vj: 3.295,97 €) enthalten.

D. Sonstige Angaben

1. Es bestehen folgende, nicht in der Bilanz ausgewiesene oder vermerkte finanzielle Verpflichtungen, die für die Beurteilung der Finanzlage von Bedeutung sind:

- aus Bauverträgen: 1.382,0 Tsd. €

- aus Forward-Darlehen

Für die Ablösung eines Darlehens mit Zinsauslauf in 2027 in Höhe von 6.750,0 Tsd. € sind zwei Forward-Darlehen mit unterschiedlichen Kreditgebern im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen worden. Die Verträge umfassen ein Forward-Darlehen in Höhe von 2.250,0 Tsd. € mit einem Zinssatz von 4,95 % p.a. und anfänglichem Tilgungssatz von 4,1 % p.a. und ein weiteres Forward-Darlehen in Höhe von 4.500,0 Tsd. € mit einem Zinssatz von 4,4 % p.a. und anfänglichem Tilgungssatz von 2,61 % p.a.

In beiden Verträgen wurde die Option einer Sondertilgung vereinbart.

Zur Sollzinsfestschreibung eines weiteren Darlehens in Höhe von 4.716,8 Tsd. € wurde im Geschäftsjahr 2022 für 2027 bereits eine Sollzinssicherungs-Vereinbarung mit einem Zinssatz von 3,81 % p.a. und 8,23 % p.a. anfänglichem Tilgungssatz abgeschlossen.

2. Die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG besitzt zum Stichtag mehr als 20 % Anteile an folgendem Unternehmen:

Name des Unternehmens: WGW Wohnungsverwaltung GmbH Wolfen
Sitz des Unternehmens: Wolfen
Höhe des Anteils am Kapital 25.564,59 = 100 %
Stammkapital 25.564,59
Eigenkapital am 31.12.2023 75.815,07
Ergebnis nach Steuern 4.496,85
Jahresüberschuss 2023 (nach Abführung gemäß Ergebnisabführungsvertrag) 0,00

3. Die Zahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer betrug (ohne Vorstand) 17 Personen.

4. Mitgliederbewegung

Anfang 2023 2.616
Zugang 2023 90
Abgang 2023 208
Ende 2023 2.498

Die Geschäftsguthaben der verbleibenden Mitglieder haben sich im Geschäftsjahr um 135.504,82 € vermindert.

Gemäß der Satzung besteht keine Nachschusspflicht für die Genossen der Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG.

5. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes:

BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V.

Lentzeallee 107

14195 Berlin

6. Mitglieder des Vorstandes (Vor- und Zuname):

Frau Sabine Barth Mitglied
Frau Kerstin Müller Mitglied

7. Mitglieder des Aufsichtsrates (Vor- und Zuname):

Herr Christopher Pötzsch Vorsitzender
Herr Frank Mederake
Herr Sven Stüwe
Herr Heiko Kaaden

8. Am Bilanzstichtag bestehen keine Forderungen gegenüber den Mitgliedern des Vorstandes und gegenüber den Mitgliedern des Aufsichtsrates.

E. Weitere Angaben

1. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Stichtag eingetreten sind, haben sich nicht ergeben.

2. Im Geschäftsjahr 2023 ist ein Jahresüberschuss in Höhe von 1.071.801,71 € entstanden. Gemäß § 40 der Satzung der Genossenschaft sind mindestens 10 % des Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage einzustellen. Der Vorstand hat bei Aufstellung der Bilanz einen Betrag in Höhe von 108.000 € in die gesetzliche Rücklage eingestellt. Der verbleibende Betrag in Höhe von 963.801,71 € wird als Bilanzgewinn ausgewiesen. Der Vertreterversammlung wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn in die anderen Ergebnisrücklagen einzustellen.

 

Bitterfeld-Wolfen, 06.05.2024

Sabine Barth, Vorstandsvorsitzende

Kerstin Müller, Vorständin

Anlagenspiegel

Anschaffungs-/ Herstellungskosten per 01.01.2023
Zugänge
Abgänge des Geschäftsjahres
Umbuchungen
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 228.458,34 13.111,10 0,00
Sachanlagen
Grundstücke mit Wohnbauten 141.111.922,23 2.100.148,79 1.651.424,02 -108.087,69
Grundstücke mit anderen Bauten 416.723,06
Grundstücke ohne Bauten 4.427.533,57
Bauten auf fremden Grundstücken 1.709,00
Technische Anlagen und Maschinen 258.457,81 32.436,45 108.087,69
Betriebs- und Geschäftsausstattung 280.803,18 14.447,32 6.756,36
Anlagen im Bau 0,00
Bauvorbereitungskosten 1.160,25
Geleistete Anzahlungen 26.665,00 33.804,99
146.524.974,10 2.180.837,55 1.658.180,38 0,00
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen insgesamt 146.778.997,03 2.180.837,55 1.671.291,48 0,00
Zuschreibungen
Anschaffungs-/ Herstellungskosten per 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 215.347,24
Sachanlagen
Grundstücke mit Wohnbauten 141.452.559,31
Grundstücke mit anderen Bauten 416.723,06
Grundstücke ohne Bauten 4.427.533,57
Bauten auf fremden Grundstücken 1.709,00
Technische Anlagen und Maschinen 398.981,95
Betriebs- und Geschäftsausstattung 288.494,14
Anlagen im Bau 0,00
Bauvorbereitungskosten 1.160,25
Geleistete Anzahlungen 60.469,99
147.047.631,27
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59
Anlagevermögen insgesamt 147.288.543,10
Abschreibungen kum. per 01.01.2023
Abschreibungen des Geschäftsjahres
Abschreibungen auf Abgang
Abschreibungen durch Umbuchungen
Abschreibungen kumuliert 31.12.2023
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 213.006,06 7.778,85 13.111,10 207.673,81
Sachanlagen
Grundstücke mit Wohnbauten 84.904.034,62 3.234.068,67 1.558.874,98 -1.053,79 86.578.174,52
Grundstücke mit anderen Bauten 88.963,91 561,29 89.525,20
Grundstücke ohne Bauten 1.239.531,81 1.239.531,81
Bauten auf fremden Grundstücken 1.709,00 1.709,00
Technische Anlagen und Maschinen 67.319,61 39.588,14 1.053,79 107.961,54
Betriebs- und Geschäftsausstattung 131.062,90 33.347,92 6.756,36 157.654,46
Anlagen im Bau 0,00 0,00
Bauvorbereitungskosten 0,00 0,00
Geleistete Anzahlungen 0,00 0,00
86.432.621,85 3.307.566,02 1.565.631,34 0,00 88.174.556,53
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Anlagevermögen insgesamt 86.645.627,91 3.315.344,87 1.578.742,44 0,00 88.382.230,34
Buchwert am 31.12.2023
Buchwert am 31.12.2022
Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 7.673,43 15.452,28
Sachanlagen
Grundstücke mit Wohnbauten 54.874.384,79 56.207.887,61
Grundstücke mit anderen Bauten 327.197,86 327.759,15
Grundstücke ohne Bauten 3.188.001,76 3.188.001,76
Bauten auf fremden Grundstücken 0,00 0,00
Technische Anlagen und Maschinen 291.020,41 191.138,20
Betriebs- und Geschäftsausstattung 130.839,68 149.740,28
Anlagen im Bau 0,00 0,00
Bauvorbereitungskosten 1.160,25 1.160,25
Geleistete Anzahlungen 60.469,99 26.665,00
58.873.074,74 60.092.352,25
Finanzanlagen
Anteile an verbundenen Unternehmen 25.564,59 25.564,59
Anlagevermögen insgesamt 58.906.312,76 60.133.369,12

Forderungen

Forderungen Geschäftsjahr
Vorjahr
Sonstige Vermögensgegenstände 0,00 0,00
Gesamtbetrag 0,00 0,00

Verbindlichkeitenspiegel

Verbindlichkeiten Geschäftsjahr davon Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
2 bis 5 Jahre
über 5 Jahre
gesichert
Art der Besich.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.855.933,91 1.552.293,56 4.810.035,85 11.493.604,50 17.855.933,91 Zess
GPR
(19.279.579,34) (1.529.443,24) (5.780.664,22) (11.969.471,88) (19.279.579,34) PF
Erhaltene Anzahlungen 6.385.497,51 6.385.497,51
(5.287.067,06) (5.287.067,06)
Verbindlichkeiten aus Vermietung 51.299,97 51.299,97
(29.057,74) (29.057,74)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 869.513,01 869.513,01
(1.097.076,83) (1.097.076,83)
Sonstige Verbindlichkeiten 570.395,82 570.395,82
(195.824,31) (195.824,31)
Gesamtbetrag 25.732.640,22 9.428.999,87 4.810.035,85 11.493.604,50 17.855.933,91
(25.888.605,28) (8.138.469,18) (5.780.664,22) (11.969.471,88) (19.279.579,34)

GPR = Grundpfandrecht/ Zess = Forderungsabtretung /PF=Verpfändung

Erläuterung: Bei den Angaben in Klammern handelt es sich um Vorjahresbeträge.

Bericht des Aufsichtsrats

Liebe Mitglieder,

sehr geehrte Damen und Herren,

der Genossenschaft ist es gelungen, sich trotz des herausfordernden Marktumfelds und der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch der anhaltenden Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen, erfolgreich zu behaupten. Sie musste sich diesen Anforderungen stellen und entsprechende Strategien entwickeln, um mit ihnen umzugehen und gleichzeitig rentabel zu bleiben. Um die Außendarstellung des Unternehmens zu verbessern, wurden Maßnahmen ergriffen, um die Position am Markt zu stärken und den positiven und langfristigen Erfolg der Genossenschaft zu fördern.

Zudem galt es, sich neuen gesetzlichen Anforderungen zu stellen, insbesondere dem CO 2 -Kostenaufteilungsgesetz zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks eines Unternehmens und dem Gebäudeenergiegesetz, welches strengere Standards für die Energieeffizienz von Gebäuden festlegt. Ab dem Jahr 2025 ist die Wohnungsgenossenschaft verpflichtet, Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen, um ihre ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen offenzulegen. In diesem Kontext war das Geschäftsjahr 2023 geprägt von einem deutlichen Wandel hin zu einer nachhaltigeren Geschäftspraxis und einem stärkeren Bewusstsein für Umweltfragen in der Unternehmensführung.

Unter diesen schwierigen Bedingungen konnte die Wohnungsgenossenschaft Wolfen eG das Geschäftsjahr 2023 mit einem deutlich positiven Ergebnis abschließen.

Der Aufsichtsrat hat auch im Geschäftsjahr 2023 sein Mandat in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Vorstand umfassend ausgeübt, diesen in Fragen der Unternehmensleitung beraten und dessen Geschäftsführung überwacht. Die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben hat der Aufsichtsrat mit größter Sorgfalt wahrgenommen. Regelmäßig und umfassend wurden in gemeinsamen Sitzungen die aktuelle Geschäftsentwicklung, das Liquiditätsmanagement sowie die Risikolage der Genossenschaft im Detail erörtert sowie über relevante Fragen der Planung und Strategie informiert. Der Aufsichtsrat wurde in alle Entscheidungen von grundlegender Bedeutung frühzeitig eingebunden.

Auch im Jahr 2023 erfolgte die gesetzliche Prüfung durch den BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. Dabei wurden keine wesentlichen Beanstandungen durch den Abschlussprüfer festgestellt. Es wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Alle Ergebnisse, der Ablauf der Prüfung sowie die wesentlichen Feststellungen sind im Prüfungsbericht ausführlich dokumentiert. Der Aufsichtsrat stimmt dem Jahresabschluss zum 31.12.2023 sowie dem Lagebericht zu und befürwortet den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes. Der Jahresabschluss 2023 wird der ordentlichen Vertreterversammlung zur Feststellung vorgelegt.

Der Aufsichtsrat bedankt sich beim Vorstand, den Mitarbeitern und den Vertretern für ihr anhaltendes Engagement und ihre Unterstützung. Gemeinsam werden wir auch weiterhin erfolgreich sein.

 

Bitterfeld-Wolfen, im Mai 2024

Für den Aufsichtsrat

Christopher Pötzsch, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss wurde am 19.06.2024 festgestellt.

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