Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 214708
Eingetragen
10.5.2010
Branche
Filmverleih und -vertrieb, nicht an private HaushalteHerstellung von sonstigen Videofilmen, von Filmen und FernsehprogrammenVerlegen von Computerspielen
Gegenstand
Herstellung von Filmen jeder Art und Vertrieb von Filmen und urheberrechtlichen Nutzungsrechten aller Art sowie Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Film-, Fernseh- und Spieleformaten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Léonard Häberle
seit 12.6.2024
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
PAL Next AG
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

PANTALEON Films GmbH

München

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Grundlagen der PANTALEON Films GmbH

Die PANTALEON Films GmbH mit Sitz in München und Niederlassung in Berlin, gegründet 2010, ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der PANTAFLIX AG und damit Teil der PANTAFLIX-Gruppe. Kern der Geschäftstätigkeit ist die Entwicklung, Finanzierung und Herstellung von Filmen und Serienformaten für Kino, TV und Video-on-Demand (VoD) sowie die Verwertung der daraus entstehenden Rechte, die in der Regel über weltweit führende Filmverleiher bzw. Vertriebe und Streamer national und international über viele Stufen der Verwertungskette vermarktet werden.

1.1 Geschäftsmodell

1.1.1 Strategie und Geschäftsmodell

Die PANTALEON Films GmbH leitet ihre Strategie aus dem Ziel ab, in den jeweiligen Jahren kommerziell und kreative erfolgreiche Filme und Serien zu entwickeln, zu finanzieren und herzustellen. Vor diesem Hintergrund setzt die PANTALEON Films GmbH verschiedene Maßnahmen um, die aus Sicht der Gesellschaft geeignet sind, dieses Ziel zu erreichen.

Im Berichtsjahr wurde zwischen Eigen- und Koproduktionen sowie Auftragsproduktionen unterschieden. Bei PANTALEON Films war das Verhältnis von Eigen- und Koproduktionen zu Auftragsproduktion im Berichtsjahr ausgeglichen. Auftragsproduktionen werden meist über einen vereinbarten Festpreis abgegolten, die Rechte verbleiben beim Auftraggeber, im Gegenteil zu Eigen- und Koproduktionen, deren Grundlage eine geschlossene Produktionsfinanzierung ist. Diese besteht in der Regel aus zwei Säulen.

Die erste Säule einer solchen Finanzierung bildet der Vorabverkauf von zunächst zeitlich, räumlich und sachlich begrenzten Nutzungsrechten. Hierbei handelt es sich insbesondere um die Verwertungsrechte für Kino, Home-Entertainment, Pay-TV, Free-TV sowie Weltvertriebsrechte, die durch die Vereinbarung von Garantiezahlungen in Form von Minimum-Garantien monetarisiert werden.

Die zweite Säule der Produktionsfinanzierung stellen Fördermittel dar, die von Förderinstitutionen im In- und Ausland meist als bedingt rückzahlbare Darlehen vergeben werden. Weitere Fördermittel sind sogenannte Referenzmittel, die durch das Erreichen bestimmter Zuschauerzahlen sowie Erfolge bei Festival- und Filmpreisteilnahmen vorangegangener Filmproduktionen generiert wurden und für die Finanzierung neuer Filmprojekte abgerufen werden können.

Da Finanzierungsbausteine von Eigen- und Koproduktionen in Teilbeträgen während des gesamten Produktionsablaufs ausgezahlt werden, wird eine Zwischenfinanzierung organisiert. Diese Zwischenfinanzierung wird in der Bilanz zwar als Finanzverbindlichkeit abgebildet, erhöht aber sinngemäß nicht die implizite Verschuldung, da die Abdeckung des Gesamtbetrags inklusive Zinsen, und damit auch seiner Ablösung, bereits im Vorhinein durch andere Finanzierungsbestandteile, wie Minimum-Garantien und Fördermittel, arrangiert und festgelegt sind.

Durch Eigen- und Koproduktionen entstehen wirtschaftlich relevante Rechte in Form einer Rechtebibliothek, die über unterschiedliche Verwertungsstufen vermarktet werden kann.

Zu den im Geschäftsjahr 2023 umgesetzten Filmprojekten von PANTALEON Films zählen u. a. der Kinofilm "791 KM" mit den deutschen Filmgrößen Iris Berben und Joachim Król in den Hauptrollen und die achtteilige Thriller-Serie "UNWANTED". Zudem wurde der Antikriegsfilm "DER TIGER" erfolgreich abgedreht, der sich aktuell in der Postproduktion befindet und dessen Start für 2025 exklusiv auf Amazon Prime Video geplant ist.

1.1.2 Steuerungssystem

Das Unternehmen wird über die zentralen Kennzahlen Umsatz, Gesamtleistung und EBIT gesteuert. Weitere qualitative und quantitative Faktoren, wie die Entwicklung neuer Film- und Serienprojekte, die Gewinnung neuer Partner oder die Monetarisierung von realisierten Produktionen in unterschiedlichen Verwertungsstufen, dienen der weiteren Erfolgsmessung.

1.2 Operative Tochtergesellschaften

The Special Squad UG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft mit Sitz in München, in der die PANTALEON Films die Zusammenarbeit mit Drehbuchautoren vorrangig aus den USA bündelt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet laut seiner im Januar veröffentlichten Prognose für 2023 nur noch mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,1 % nach 3,5 % im Vorjahr. Die Anhebung gegenüber der IWF-Prognose vom Oktober 2023 ist auf ein unerwartet stärkeres Wachstum in mehreren großen Wirtschaftsregionen in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen.

ii https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2024/Update/January/English/text.ashx

Auf Gesamtjahressicht belasteten insbesondere die geldpolitischen Straffungsmaßnahmen zur Eindämmung der Inflation die wirtschaftliche Entwicklung. Die von russischen Energieimporten stark abhängigen Volkswirtschaften verzeichneten aufgrund des starken Preisanstiegs eine deutlichere konjunkturelle Abschwächung. Dennoch erwies sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähig und erholte sich im Laufe des Jahres weiter langsam von den Auswirkungen der Pandemie sowie von der russischen Invasion in der Ukraine und den rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten.

iiii https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2023/October/English/text.ashx

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Europa. Im Euroraum sank das Wirtschaftswachstum laut IWF 2023 auf 0,5 %, nach 3,3 % im Vorjahr. Das gegenüber der IWF-Prognose vom Oktober 2023 um 0,2 Prozentpunkte schwächere Wachstum ist neben dem Anstieg der Energiepreise und der Straffung der Geldpolitik auch auf die stärkeren Einflüsse des Krieges in der Ukraine zurückzuführen.

iiiiii https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone/

Die deutsche Wirtschaftsleistung kam 2023 laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) in einem nach wie vor krisengeprägten Umfeld ebenfalls ins Stocken und verzeichnete einen Rückgang von 0,3 %, nach einem Wachstum von 1,8 % im Vorjahr. Dabei dämpften die trotz der jüngsten Rückgänge immer noch hohe Inflation, ungünstige Finanzierungsbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine schwächere Nachfrage aus dem In- und Ausland die Konjunktur. Zulegen konnte dagegen der Bereich der "Sonstigen Dienstleister", zu denen auch die Kreativ- und Unterhaltungsbranche zählt, der seine wirtschaftlichen Aktivitäten im Vorjahresvergleich erneut ausweiten konnte und somit die Wirtschaft im Jahr 2023 stützte. Der Anstieg fiel aber insgesamt schwächer aus als im vorangegangenen Jahr. Auf der Nachfrageseite nahm der private Konsum im Jahr 2023 dagegen preisbereinigt um 0,8 % gegenüber dem Vorjahr ab. Zwar entfernte er sich damit wieder vom Vorkrisenniveau des Jahres 2019 (-1,5 %), die privaten Haushalte zeigten sich aber weniger konsumfreudig als noch im Vorjahr. Dies dürfte vor allem auf die hohen Verbraucherpreise zurückzuführen sein.

iviv https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

Eine erfreuliche Entwicklung zeigte trotzdem das Kinojahr 2023 mit knapp 20 Millionen verkauften Tickets und über EUR 200 Mio. Umsatz mehr als 2022: Nach Angaben der Filmförderungsanstalt FFA setzte sich im Jahr 2023 der Trend zu vor-pandemischen Zahlen im Kino fort. Mit 95,7 Millionen verkauften Kinotickets liegt 2023 nur noch 19,4 % hinter den Ergebnissen von 2019. Beim Umsatz von EUR 929,1 Mio. sind es sogar nur 9,3 % - und 3,3 % mehr als 2018. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen verkauften Tickets und Umsatz liegt an einer anhaltenden Eintrittspreissteigerung. Ein Kinoticket kostete 2023 durchschnittlich 9,71 Euro, 4,9 % mehr als im Vorjahr. Für deutsche Filme und Koproduktionen wurden 2023 mit 22,4 Millionen Tickets 9,0 % mehr als im Vorjahr verkauft, sieben der Filme hatten mehr als eine Million Besuche. Wegen des höheren Gesamt-Kinobesuchs ist der deutsche Marktanteil um 2,7 Prozentpunkte auf 24,3 % gesunken.

vv https://www.ffa.de/files/dokumentenverwaltung/publikationen%20presse%20%28bearbeitet%20HS%29/2023/FFA-Kinojahr_2023.pdf

2.2 Geschäftsverlauf

2.2.1 Ertrags- Finanz- und Vermögenslage

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 erwirtschaftete die Gesellschaft Umsatzerlöse von TEUR 33.052 (2022: TEUR 15.891). Darin enthalten ist die Teilrealisierung von Umsätzen des in der Postproduktion befindlichen Antikriegsfilms DER TIGER (Arbeitstitel), dessen Filmstart für 2025 exklusiv auf Amazon Prime Video geplant ist. Darüber hinaus spiegeln die Umsatzerlöse insbesondere die Fertigstellung von Projekten wider. Dazu zählen die mit Sky Studios Original produzierte achtteilige Thriller-Serie UNWANTED und die Drama-Kino-Komödie 791 KM. Zugänge für laufende Projekte sowie Abgänge für abgeschlossene Projekte führten insgesamt zu einer Bestandsminderung von TEUR 61 (2022: Bestandserhöhung TEUR 107). Die Gesamtleistung einschließlich der sonstigen betrieblichen Erträge erhöhte sich auf insgesamt TEUR 34.828 (2022: TEUR 19.315).

Der Materialaufwand stieg insbesondere durch die 2023 abgeschlossenen Dreharbeiten für DER TIGER auf TEUR 10.070 (2022: TEUR 2.113). Im Materialaufwand erfasst werden Aufwendungen für Auftragsproduktionen und Beteiligungen von Koproduzent:innen an Verwertungserlösen von Filmrechten sowie nachlaufender Aufwand für abgeschlossene Projekte. Die Kosten für Eigen- und Koproduktionen werden hingegen im Anlagevermögen als geleistete Anzahlungen unter immaterielle Vermögensgegenstände erfasst und im Fertigstellungsjahr zu 90 % abgeschrieben.

Der Personalaufwand verringerte sich insbesondere aufgrund von Effizienzmaßnahmen des Unternehmens auf TEUR 1.252 (2022: TEUR 1.538).

Die Abschreibungen, hauptsächlich auf selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte, insbesondere im Zusammenhang mit abgeschlossenen und umsatzwirksamen Eigenproduktionen, beliefen sich auf TEUR 22.726 (2022: TEUR 17.402). Abschreibungen auf erworbenes immaterielles Anlagevermögen und Sachanlagen spielen eine untergeordnete Rolle. Es wird keine wesentliche Veränderung im Verwertungsprofil im Verlauf der Zeit erwartet.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken auf TEUR 703 (2022: TEUR 2.142). Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 konnten Kosteneinsparungen realisiert werden, nachdem im Vorjahr Buchverluste aus Abgängen wirtschaftlich nicht weiter verfolgbarer Film- und Serienproduktionen aufgrund einer veränderten Nachfrage im Streaming-Markt aber auch im Kino zu erfassen waren.

Das Finanzergebnis lag mit TEUR -134 etwa auf Vorjahresniveau in Höhe von TEUR -135.

Insgesamt verbesserte sich das EBIT aufgrund gestiegener Umsatzerlöse bei verbesserten Projektmargen auf TEUR 76 (2022: TEUR -3.880).

Die Bilanzsumme verringerte sich zum 31. Dezember 2023 auf TEUR 44.228 (31. Dezember 2022: TEUR 52.087).

Der Rückgang des Anlagevermögens auf TEUR 5.261 (31. Dezember 2022: TEUR 25.696) resultierte aus dem Abschluss von Eigen- und Koproduktionen. Dabei wurden geleistete Anzahlungen nach Fertigstellung der Projekte in die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögensgegenstände umgegliedert und entsprechend dem Verwertungsprofil zu 90 % im ersten Jahr abgeschrieben.

Der Anstieg des Umlaufvermögens auf TEUR 36.001 (31. Dezember 2022: TEUR 22.977) ist insbesondere auf die produktionsbedingte Zunahme der liquiden Mittel auf TEUR 28.796 zurückzuführen (31. Dezember 2022: TEUR 15.044). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf TEUR 2.407 (31. Dezember 2022: TEUR 6.423). Die sonstigen Vermögensgegenstände erhöhten sich insbesondere durch projektbedingte Forderungen aus ausländischen Zuschüssen für UNWANTED auf TEUR 4.521 (31. Dezember 2022: TEUR 1.173).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, insbesondere für laufende oder abgeschlossene aber noch nicht abgerechnete Projekte, erhöhten sich im Wesentlichen durch die Projekte UNWANTED und DER TIGER auf TEUR 36.275 (31. Dezember 2022: TEUR 29.075). Demgegenüber sanken die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen im Wesentlichen aufgrund der Fertigstellung von Projekten auf TEUR 1.434 (31. Dezember 2022: TEUR 15.931). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich auf TEUR 242 (31. Dezember 2022: TEUR 1.457). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich auf TEUR 5.415 (31. Dezember 2022: TEUR 3.802). Die sonstigen Verbindlichkeiten, insbesondere bedingt rückzahlbare Filmförderdarlehen, Erlösbeteiligungen Dritter und Steuern verringerten sich auf TEUR 575 (31. Dezember 2022: TEUR 1.076).

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von TEUR 2.965 aus.

Die Gesellschafterin hat zur Abdeckung des Fehlbetrages einen Rangrücktritt hinsichtlich ihres Gesellschafterdarlehens in Höhe von T€ 3.800 erklärt (Stand 31.12.2023). Der Rangrücktritt wurde nach dem Berichtszeitraum auf TEUR 4.000 erhöht.

Die Geschäftsführung geht weiterhin von der Fortführung der Geschäftstätigkeit aus, da sie, neben des Rangrücktritts der Gesellschafterin, geeignete Maßnahmen getroffen hat, die Fortführung der Geschäftstätigkeit zu gewährleisten. Dazu zählt die Finanzierungszusage der Muttergesellschaft PANTAFLIX AG, Kostenreduzierungen sowie Effizienzmaßnahmen.

2.3 Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

2.3.1 Finanzielle Leistungsindikatoren

Ziel des Unternehmens ist es, Umsatz, Gesamtleistung und operatives Ergebnis kontinuierlich zu steigern.

2.3.2 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Entwicklung von Film- und Serienprojekten

Die PANTALEON Films erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 weiter Erfolge mit der Umsetzung von Film- und Serienproduktionen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 brachte PANTALEON Films die Drama-Komödie 791 KM sowie die in Zusammenarbeit mit Paramount entstandene Komödie TRAUZEUGEN in die Kinos. Der 2023 für Amazon Prime Video teilrealisierte Antikriegsfilms DER TIGER befindet sich aktuell in der Postproduktion.

Im Bereich der Serienproduktion feierten 2023 die mit ARD Degeto produzierte Drama-Serie ASBEST sowie die mit Sky Studios produzierte achtteilige Thriller-Serie UNWANTED Erfolge beim Publikum.

Nachhaltigkeit

Als Film- und Serienproduzent fällt PANTALEON Films in der Gesellschaft aufgrund der Bedeutung von Medien im Alltag eine besondere Rolle zu. Daher steht PANTALEON Films nicht nur für Unterhaltung der Spitzenklasse, sondern auch für nachhaltige Produktionen, für Werte wie Inklusion, Diversität, Toleranz und Respekt.

Die PANTALEON Films trägt im Rahmen ihrer Produktions- und Unternehmenstätigkeit die Verantwortung, die Auswirkungen auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Gleichzeitig hat das Unternehmen auch eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Das bedeutet beispielsweise auch, gesellschaftliche Probleme thematisch aufzugreifen, wie in der Kooperation mit Sky Studios und Indiana Production für die Thriller-Serie UNWANTED die weltweite Flüchtlingskrise, den Menschenhandel thematisiert und die mangelnde Bereitschaft, Geflüchtete aufzunehmen. Erwähnenswert ist auch OSKARS KLEID, der für seinen sensiblen und humorvollen Umgang mit dem Thema "Transkind" nicht nur national mit dem Bambi als bester Film ausgezeichnet wurde, sondern auch beim OUTshine Film Festival, dem größten queeren Filmfestival in Florida, den Publikumspreis gewann. Zum Selbstverständnis der Verantwortung von PANTALEON Films zählen auch die sozialen Belange der Mitarbeitenden als Beitrag zu einer fairen und offenen Gesellschaft.

Die PANTALEON Films betrachtet zudem eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als Schlüssel für nachhaltigen Erfolg. Dazu gehört nicht nur die Einhaltung geltender Gesetze und Vorschriften. PANTALEON Films bekämpft und lehnt jede Form von Korruption ab. Dazu dient ein Verhaltenskodex, der zu unternehmensinternen Richtlinien und Regelungen zur Handlung im Unternehmensalltag verpflichtet. Diese Erwartung hat die PANTALEON Films auch an ihre internationalen Geschäftspartner:innen. Als Medienunternehmen sind höchste Standards bei Datenschutz sowie Kinder- und Jugendschutz für die PANTALEON Films selbstverständlich.

Eine ausführliche Darstellung ist dem Nachhaltigkeitskapitel des Geschäftsberichts der PANTAFLIX Gruppe zu entnehmen.

3. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht

3.1 Künftige Konjunktur- und Branchenentwicklung

Laut German Entertainment & Media Outlook 2023-2027 der Unternehmensberatung PwC bleibt die Entertainment- und Medien-Branche in Deutschland trotz neuer Unsicherheiten wieder auf Wachstumskurs. Demnach haben sich fast alle Bereiche von den Einschränkungen der COVID-19-Pandemie erholt. Gleichzeitig trüben das zurückhaltende Konsumverhalten, die Inflation und der Krieg in der Ukraine die Prognosen für die kommenden Jahre. So ist laut PwC mit weiterem Wachstum, aber niedrigeren Wachstumsraten zu rechnen. Die Berater sagen für 2023 einen Anstieg der Umsätze um 4,2 % auf EUR 68,8 Mrd. voraus. Bis 2027 sollen die Umsätze im Durchschnitt jährlich um 2,1 % auf EUR 73,1 Mrd. steigen.

vivi https://www.pwc.de/de/technologie-medien-und-telekommunikation/german-entertainment-and-media-outlook-2023-2027.html

3.2 Künftige Entwicklung der PANTALEON Films - Prognose

Die PANTALEON Films ist vielversprechend aufgestellt, um ihre Marktposition in der Film- und Serienproduktion kontinuierlich auszubauen. Neben großen Kino- und Streamingprojekten für den deutschen Markt zielt die Gesellschaft zusätzlich auf höher budgetierte, internationale Projekte, die größere Ertragsmöglichkeiten bieten.

Die besondere Form der Bilanzierung im Bereich Film- und Serienproduktion, ebenso wie im allgemeinen Projektgeschäft, führt zu einer erhöhten Schwankungsanfälligkeit in Abhängigkeit des Realisierungszeitpunkts der Film- und Serienprojekte. Diese Faktoren werden auch weiterhin einen prägenden Einfluss auf die zukünftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung von PANTALEON Films haben.

Für das Geschäftsjahr 2024 erwartet die Geschäftsführung für die PANTALEON Films auf Basis der aktuellen Projektplanung Umsatzerlöse zwischen EUR 3 Mio. und EUR 4,5 Mio. Die Gesamtleistung einschließlich der sonstigen betrieblichen Erträge wird 2024 mindestens bei EUR 4 Mio. liegen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll infolge geringerer Umsatzerlöse zwischen EUR -2,5 Mio. und EUR -0,5 Mio. und damit unterhalb des Ergebnisses des Berichtsjahres liegen. Die im Vergleich zum Berichtsjahr geringere Umsatzerwartung ist darauf zurückzuführen, dass im Geschäftsjahr 2024 in Produktion befindliche Film- und Serienprojekte aufgrund der planmäßigen Produktionsdauer und/oder dem vorgesehen Produktionszeitraum erst im Folgejahr 2025 umsatzwirksam erfasst werden. Für das Jahr 2025 plant die Geschäftsführung wieder mit einem Anstieg der Umsatzerlöse in etwa auf das Niveau des Geschäftsjahres 2022 von rund EUR 21 Mio. und einem positiven Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

3.3 Risiko- und Chancenbericht

Die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft hängt von verschiedenen, branchenüblichen Risiken und Chancen ab, deren Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage intern nicht quantifiziert werden, da die Eintrittswahrscheinlichkeit schwer prognostizierbar ist.

3.3.1 Risikobericht

Die PANTALEON Films verfügt über ein Risikomanagementsystem, das auf die Belange und Anforderungen sowie auf die individuellen Risiken zugeschnitten ist. Die auf die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Rechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems gewährleisten, dass Geschäftsvorgänge in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften sowie den internen Regeln vollständig und zeitnah erfasst werden (Compliance). Durch entsprechende Anweisungen und Prozesse ist gewährleistet, dass Vermögensgegenstände und Schulden zutreffend angesetzt, ausgewiesen und bewertet werden. Die Geschäftsführung ist eng in diese Abläufe eingebunden.

Risiken der Film- und Serienproduktion

Hier besteht das Risiko, dass sich eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen oder die tatsächliche Einschränkung bzw. Abschaffung der Vergabepraxis der öffentlich-rechtlichen Filmförderung in Deutschland auch negativ auf die Rahmenbedingungen der Filmproduktionen in Deutschland auswirken. Die Finanzierung von Produktionsbudgets hängt teilweise von Förderzusagen der öffentlichen Hand ab. Konkret unterstützen sowohl die Bundesrepublik Deutschland als auch einzelne Bundesländer Produktionen vor Ort, da diese eine Vielzahl positiver Effekte auf die heimische Wirtschaft haben.

Öffentliche Zuschusspolitik

Je nach Projekt und Förderprogramm kann dabei gut die Hälfte des Produktionsbudgets durch solche Förderungen finanziert werden. Eine Einschränkung oder Abschaffung der deutschen Filmförderung durch die öffentliche Hand hätte große Nachteile für die gesamte Branche und könnte auch für die PANTALEON Films im Hinblick auf die Finanzierung ihrer Projekte dazu führen, dass Produktionen nur noch mit höherem Risiko und höheren Kosten oder schlimmstenfalls gar nicht mehr realisiert werden können.

Die Verschlechterung der Rahmenbedingungen in der deutschen Filmförderpolitik könnte sich daher nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PANTALEON Films auswirken.

Wettbewerb im Produktionsbereich

Der Wettbewerb im Produktionsbereich findet für die PANTALEON Films überwiegend im Bereich der Produktion eigener Filme und Serien statt. Die Herausforderung für die Marktteilnehmer besteht vor allem im Zugang zu aussichtsreichen Inhalten und Drehbüchern, der Verpflichtung von erfolgreichen Regisseur:innen und Schauspieler:innen, dem Abschluss günstiger Verträge mit Filmstudios und den Filmteams sowie mit geeigneten Partnern für die erfolgreiche Vermarktung und Distribution der fertiggestellten Produktionen. In all diesen Bereichen steht die PANTALEON Films im Wettbewerb mit Unternehmen, die über mehr Finanzmittel, eine längere Unternehmenshistorie, weiter fortgeschrittene Unternehmensstrukturen, größere Entwicklungs- und Vertriebsressourcen und/oder eine bessere Personalausstattung verfügen.

Wettbewerb um Zuschauer

Daneben steht die Gesellschaft mit produzierten Filmen und Serien mit anderen Produktionsfirmen und deren Auswertungspartnern im Wettbewerb um Kinobesucher:innen und Zuschauer:innen. Es ist nicht auszuschließen, dass eine gleichzeitige Veröffentlichung eigener Produktionen, mit denen von Wettbewerbern den Verwertungserfolg mindert. Der Wettbewerb um Kinobesucher:innen wird durch den Trend verschärft, dass einer generell steigenden Anzahl neu in den Kinos anlaufender Filme eine kleiner werdende Anzahl von Kinobesucher:innen gegenübersteht. Dies könnte zur Folge haben, dass die Anforderungen an die Vermarktung und die damit verbundenen Aufwendungen steigen und gleichzeitig die Filme durch die Kinobetreibenden wegen des größeren Angebotes schneller wieder aus dem Programm genommen werden und sich so die Einnahmen aus dem Verleih der Kinofilme insgesamt verringern. Die steigende Anzahl von Film- und Serienproduktionen könnte auch den Wettbewerb bei den anderen Rechteauswertungen, zum Beispiel bei der Fernsehverwertung und vor allem im Bereich Video-on-Demand/Streaming erhöhen. Auch diese Umstände könnten zu steigenden Kosten bei rückläufigen Umsatzerlösen führen. Letztlich könnte sich eine steigende Anzahl von Produktionsgesellschaften und Produktionen nachteilig auf die Vergabepraxis öffentlich-rechtlicher Fördermittel auswirken, die Aufnahme anderweitiger Finanzierungsmöglichkeiten erschweren oder deren zugrunde liegende Konditionen verschlechtern. Weiterhin führt die steigende Anzahl von Produktionen in Deutschland und Europa zu einem Fachkräftemangel beim Produktionsteam. Dieser Mangel kann zu Verschiebungen oder sogar Absagen von Dreharbeiten führen. Der bestehende Wettbewerb und die sich verschärfenden Wettbewerbsverhältnisse könnten sich nachteilig auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage sowie den allgemeinen Geschäftslauf der PANTALEON Films auswirken.

Finanzwirtschaftliche Risiken:

Es bestehen Kreditrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Marktrisiken aus der Änderung von Zinssätzen.

Zinsänderungsrisiken können vorwiegend durch Änderungen der Marktzinssätze entstehen, die zu Veränderungen der erwarteten Zahlungsströme führen. Die Darlehensverbindlichkeiten gegenüber Finanzierungspartnern sind teilweise mit variabler Verzinsung abgeschlossen und unterliegen daher Zinsänderungsrisiken.

Forderungsausfallrisiken begegnet das Unternehmen durch die Auswahl der Geschäftspartner:innen sowie durch die Vereinbarung von Anzahlungen bei Geschäften größeren Volumens und Vorfinanzierungsbedarfen. Bei den sonstigen Forderungen wird das Forderungsausfallrisiko durch die Auswahl der Geschäftspartner:innen und kurze Laufzeiten beschränkt.

Liquiditätsrisiken:

Es bestehen Risiken aus Währungskurs- und Zinsänderungen sowie Risiken aus künftigen steuerlichen Betriebsprüfungen und Rechtsstreitigkeiten.

Zur Überwachung und Steuerung der Liquidität werden Finanzplanungsinstrumente eingesetzt. Die PANTALEON Films steuert Liquiditätsrisiken durch eine laufende Überwachung der prognostizierten und tatsächlichen Cashflows.

Covid-19:

Nicht zuletzt stellt nach wie vor Corona einen weiteren Risikofaktor dar, der auf absehbare Zeit die Herstellung von Film- und Serienproduktionen negativ beeinflussen kann, da es noch keinen ganzheitlichen Versicherungsschutz für Covid-Ausfälle gibt.

Gesamtrisiko:

Auf Grund des nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrages und von den im Risikobericht beschriebenen Risiken kann potenziell eine wesentliche Beeinträchtigung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage der PANTALEON Films ausgehen. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Geschäftsführung davon ausgeht, dass trotz der aktuellen Risikolage die Zahlungsfähigkeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit im Betrachtungszeitraum gewährleistet ist. Insbesondere ist hier auf die abgegebene Finanzierungszusage der Gesellschafterin PANTAFLIX AG hinzuweisen. Nichtsdestotrotz weisen wir darauf hin, dass bei einer dauerhaft anhaltenden, verschlechterten Ertragslage, Liquiditätsrisiken vorliegen und daraus eine Bestandsgefährdung resultieren kann.

3.3.2 Chancenbericht

Chancen durch Reform der staatlichen Filmförderung:

Die staatliche Filmförderung in Deutschland beläuft sich derzeit auf insgesamt fast EUR 600 Mio. Damit sind die Fördermittel trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten auf hohem Niveau, ohne die deutsche Filmwirtschaft wesentlich voranzubringen. Zu den Chancen der deutschen Filmbranche gehört nun eine Modernisierung des Filmfördersystems. Mit dem vorliegenden Referentenentwurf für die alle fünf Jahre notwendige Novellierung des Filmförderungsgesetzes sollen wesentliche Forderungen von Branchenverbänden umgesetzt werden. Dazu gehören etwa steuerliche Anreize für Filmproduktionen einer 30%igen Rückerstattung der Körperschaftsteuer sowie eine Investitionsverpflichtung für Fernsehsender und Streamingdienste in Höhe von 20 % ihrer in Deutschland erzielten Umsätze. Das neue Fördersystem soll die Komplexität reduzieren, bessere Anreize für die Filmproduzent:innen schaffen und ihre Planungssicherheit erhöhen.

viivii https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/claudia-roths-entwurf-zum-neuen-filmfoerderungsgesetz-19516506.html

viiiviii https://www.welt.de/kultur/kino/article243807015/Reform-der-Filmfoerderung-Claudia-Roths-400-Millionen-Euro-Plan.html

Chancen durch europäischen Standort:

Die Produktion von Filmen und Serien ist in den USA riskanter und teurer als in Europa. Gewerkschaftsstreiks, wie sie im vergangenen Jahr bei Drehbuchautor:innen und Schauspieler:innen zu beobachten waren, gesetzliche Regulierungen und hohe Produktionskosten erschweren die Produktion und sind deutlich ausgeprägter. Darin liegt eine Chance für die europäische Filmindustrie, da dort die Rahmenbedingungen günstiger und die Kosten geringer sind. Dies könnte Einfluss auf die großen Streaminganbieter und Filmproduktionsgesellschaften haben. Diese könnten ihre Filme und Serien künftig verstärkt in Europa produzieren lassen. Davon könnte PANTAFLIX durch seine langjährigen Beziehungen zu namhaften Filmproduzent:innen profitieren.

ixix https://orf.at/stories/3331851/

4. Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihnen derzeit verfügbaren Informationen basieren. Diese zukunftsgerichteten Aussagen enthalten Risiken und Ungewissheiten und liegen Annahmen zugrunde, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen und dazu führen können, dass die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse von den abgegebenen Einschätzungen und Prognosen abweichen können. Die PANTALEON Films übernimmt keine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Verpflichtung, die in diesem Bericht getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

 

München, den 02. April 2024

Die Geschäftsführung

Stephanie Schettler-Köhler

i https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2024/Update/January/English/text.ashx

ii https://www.imf.org/-/media/Files/Publications/WEO/2023/October/English/text.ashx

iii https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72328/umfrage/entwicklung-der-jaehrlichen-inflationsrate-in-der-eurozone/

iv https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html

v https://www.ffa.de/files/dokumentenverwaltung/publikationen%20presse%20%28bearbeitet%20HS%29/2023/FFA-Kinojahr_2023.pdf

vi https://www.pwc.de/de/technologie-medien-und-telekommunikation/german-entertainment-and-media-outlook-2023-2027.html

vii https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/claudia-roths-entwurf-zum-neuen-filmfoerderungsgesetz-19516506.html

viii https://www.welt.de/kultur/kino/article243807015/Reform-der-Filmfoerderung-Claudia-Roths-400-Millionen-Euro-Plan.html

ix https://orf.at/stories/3331851/

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 5.261.461,62 25.696.186,43
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5.256.930,62 25.686.467,43
II. Sachanlagen 3.531,00 8.719,00
III. Finanzanlagen 1.000,00 1.000,00
B. Umlaufvermögen 36.000.850,48 22.977.027,09
I. Vorräte 276.101,48 336.943,50
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 6.928.882,59 7.596.220,32
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 28.795.866,41 15.043.863,27
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.310,78 6.557,07
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 2.964.851,52 3.407.226,48
Aktiva 44.228.474,40 52.086.997,07

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 0,00 0,00
I. Gezeichnetes Kapital 25.000,00 25.000,00
II. Kapitalrücklage 1.000.000,00 500.000,00
III. Verlustvortrag 3.932.226,48 -82.245,24
IV. Jahresfehlbetrag 57.625,04 4.014.471,72
V. nicht gedeckter Fehlbetrag 2.964.851,52 3.407.226,48
B. Rückstellungen 287.489,00 747.609,59
C. Verbindlichkeiten 43.940.985,40 51.339.387,48
Passiva 44.228.474,40 52.086.997,07

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 24.757.747,33 17.202.137,38
2. Personalaufwand 1.252.028,34 1.537.743,87
a) Löhne und Gehälter 1.030.678,41 1.316.260,38
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 221.349,93 221.483,49
davon für Altersversorgung 2.776,90 9.684,73
3. Abschreibungen 22.726.348,48 17.402.045,83
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 22.726.348,48 17.402.045,83
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 702.905,37 2.142.389,41
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 130,00
davon aus verbundenen Unternehmen 130,00
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 134.090,18 134.559,99
davon an verbundene Unternehmen 120.997,50 114.000,00
7. Ergebnis nach Steuern -57.625,04 -4.014.471,72
8. Jahresfehlbetrag 57.625,04 4.014.471,72

Anhang

I. Allgemeine Angaben

1. Eckdaten zum Unternehmen

Die Gesellschaft ist unter der Firma PANTALEON Films GmbH mit Sitz in München beim Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Nummer HRB 214708 eingetragen.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 2 HGB auf.

2. Gliederung, Vorjahresbeträge, Abweichungen von der Generalnorm

Im Rahmen der Veröffentlichung wird von den größenabhängigen Erleichterungen für die Aufstellung gemäß § 288 HGB und die Veröffentlichung nach § 327 HGB Gebrauch gemacht.

Soweit Wahlrechte für Angaben in der Bilanz oder im Anhang ausgeübt werden können, wurde der Vermerk im Anhang gewählt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

3. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Die Gesellschaft richtet sich bei der Bilanzierung und Bewertung nach den Vorschriften der §§ 242 ff HGB sowie nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften der §§ 264 ff HGB und ergänzend nach den Vorschriften des GmbHG.

Die im Vorjahresabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.

Die Bewertung wurde trotz der bestehenden bilanziellen Überschuldung weiterhin unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (§ 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB) vorgenommen, da die durch die Geschäftsleitung getroffenen Maßnahmen zu einer positiven Fortführungsprognose führen. Die Gesellschafterin hat zur Abdeckung des Fehlbetrages einen Rang- rücktritt von T€ 4.000 hinsichtlich ihres Gesellschafterdarlehens erklärt.

II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung

Anlagevermögen

Das Anlagevermögen ist mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer, bewertet.

Die Herstellungskosten der im Berichtsjahr fertiggestellten Filme werden als Urheberrechte unter den selbsterstellten immateriellen Vermögensgegenständen im Anlagevermögen aktiviert und leistungsbezogen abgeschrieben. Noch nicht fertig gestellte Filme werden als Anzahlungen auf selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände ausgewiesen.

Die Herstellungskosten beinhalten direkt zurechenbare Material- und Fertigungseinzelkosten, Gemeinkosten, Kosten der allgemeinen Verwaltung, soziale Leistungen und Fremdkapitalzinsen.

Insgesamt wurden im Anlagevermögen Fremdkapitalzinsen in Höhe von € 111.151,73 als Herstellungskosten aktiviert.

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens sowie der Abschreibungen des Geschäftsjahres sind aus dem beigefügten Anlagenspiegel ersichtlich, der Bestandteil des Anhangs ist.

Vorräte (unfertige Leistungen)

Die Produktions- und Produktionsnebenkosten noch nicht fertig gestellter Filme in Auftragsproduktion werden unter den unfertigen Leistungen aktiviert. Diese sind mit den Herstellungskosten angesetzt und beinhalten direkt zurechenbare Material- und Fertigungseinzelkosten, Gemeinkosten, Kosten der allgemeinen Verwaltung und soziale Leistungen. Fremdkapitalzinsen sind im Berichtsjahr nicht angefallen.

Die unfertigen Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

Filmprojekt "Killing Hitler" € 131.889,50
Filmprojekt "Her Story" € 65.502,13
Filmprojekt "Rubicon" € 31.379,38
Filmprojekt "Die Unverbesserliche" € 29.465,54
Filmprojekt "Schlussmacher - Serie" € 15.278,00
Filmprojekt "Crashkids" € 2.586,93

Für eine Auftragsproduktion wurde aufgrund der langfristigen Produktion bis 2024 eine Teilgewinnrealisierung in 2023 in Höhe von 30% nach Projektfortschrift erfasst.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihrem Nominalwert ausgewiesen. Sie haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betragen € 1.200,00 und betreffen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nominalwert bewertet. Von den Bankguthaben lauten € 6.100.021,42 auf fremde Währung. Diese sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag ausgewiesen.

Eigenkapital

Das Stammkapital beträgt € 25.000,00 und ist voll eingezahlt. Ein Betrag von € 3.635.568 ist gem. § 268 Abs. 8 Satz 1 HGB für Ausschüttungen gesperrt.

Im Berichtsjahr wurden durch schuldbefreiende Übernahme einer Verbindlichkeit durch die Gesellschafterin € 500.000 in die Kapitalrücklage eingestellt.

Rückstellungen

Die Rückstellungen berücksichtigen unseres Erachtens alle erkennbaren Risiken und Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Pensionsverpflichtungen bestehen nicht.

Es handelt sich um folgende Rückstellungen:

- Rückstellungen Kosten Filmprojekt "Unwanted" 120.000
- Rückstellungen Kosten Filmprojekt "791 km" 40.000
- Rückstellungen Kosten Filmprojekt "Trauzeugen" 26.000
- Rückstellungen Berufsgenossenschaft 30.545
- Rückstellungen sonstige Kosten 3.000
- Urlaubsrückstellungen 26.944
- Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 41.000

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten sind zu Erfüllungsbeträgen angesetzt und haben folgende Restlaufzeiten:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Gesamtbetrag € 36.275.496,95 davon bis zu 1 Jahr € 36.275.496,95

aus erhaltenen Anzahlungen Gesamtbetrag € 1.434.090,27 davon bis zu 1 Jahr € 434.090,27 davon 1-5 Jahre € 1.000.000,00

aus Lieferungen und Leistungen Gesamtbetrag € 241.981,72 davon bis zu 1 Jahr € 241.981,27

gegenüber verbundenen Unternehmen Gesamtbetrag € 5.414.632,76 davon bis zu 1 Jahr € 335.635,26 davon 1-5 Jahre € 5.078.997,50

sonstige Verbindlichkeiten Gesamtbetrag € 574.783,70 davon bis zu 1 Jahr € 574.783,70

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lauten € 6.100.054,32 auf fremde Währung. Diese sind zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag ausgewiesen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen in Höhe von T€ 5.015 Darlehensverbindlichkeiten, in Höhe von T€ 64 Zinsverbindlichkeiten sowie in Höhe von T€ 335 Verbindlichkeiten aus Liefer- und Leistungsverkehr sowie Verrechnungsverkehr.

Passive latente Steuern

Durch die Aktivierung selbst geschaffener Filmrechte ergeben sich zu passivierende latente Steuern von € 1.165.000 (Vorjahr € 911.300). Durch die leistungsgerechte Abschreibung der selbst geschaffenen Filmrechte sind die temporären Differenzen hierauf spätestens nach drei bis vier Jahren vollständig abgebaut. Aktive latente Steuern auf die zum 31.12.2023 bestehenden steuerlichen Verlustvorträge wurden mit den passiven latenten Steuern verrechnet. Ein darüber hinaus bestehender Aktivüberhang an latenten Steuern wurde entsprechend dem Wahlrecht nach § 274 HGB nicht angesetzt.

Differenzen aus der Währungsumrechnung

Es haben sich im Berichtsjahr saldiert Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von € 10,23 ergeben.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Gesellschaft hat im abgelaufenen Geschäftsjahr Aufwendungen aus Abgängen von Immateriellen Vermögensgegenständen in Höhe von TEUR 27 ausgewiesen. Dabei handelt es sich um nicht mehr weiterverfolgte Filmprojekte.

III. Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Geschäftsführer waren im Berichtsjahr:

Patrick Zorer, Kaufmann, München (bis 31.03.2024)

Stephanie Schettler-Köhler, Kauffrau, München (ab 01.04.2024)

Dan Maag, Filmproduzent, München (bis 07.08.2023)

Yoko Higuchi-Zitzmann, Kauffrau, München (bis 09.02.2023)

Die Geschäftsführer sind einzelvertretungsberechtigt. Dan Maag und Patrick Zorer waren von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Mit Eintragung im Handelsregister am 09.02.2023 ist

Frau Yoko Higuchi-Zitzmann als Geschäftsführerin ausgeschieden und mit Eintragung im Handelsregister am 07.08.2023 ist Herr Dan Maag als Geschäftsführer ausgeschieden.

Bezüglich der Angaben zu den Gesamtbezügen der Geschäftsführung wird von der Befreiungsvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.

Prokura Einzelprokura bestand für

Frau Stephanie Schettler-Köhler, Kauffrau, München.

Arbeitnehmerzahl gemäß § 285 Nr. 7 HGB

Die Gesellschaft beschäftigte im Berichtsjahr ausschließlich Angestellte. Es wurden durchschnittlich 16 Verwaltungsmitarbeiter sowie 20 Mitarbeiter in Filmprojekten beschäftigt.

Beteiligungsgsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Anteil von 100% an der in 2016 gegründeten The Special Squad UG mit Sitz in München:

Eigenkapital € 6.433,88

Jahresfehlbetrag 2023 € 1.205,19

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Konzernumlageverträgen in Höhe von € 307.356, die in voller Höhe in 2024 fällig sind.

Konzernzugehörigkeit gemäß § 285 Nr. 14 HGB

Mutterunternehmen ist die PANTAFLIX AG mit Sitz in München. Der Konzernabschluss ist am Sitz der Gesellschaft in München erhältlich.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres (§ 285 Nr. 33 HGB)

Das weltweite Marktumfeld ist auch im Geschäftsjahr 2024 durch die anhaltenden Krisen (Krieg in der Ukraine, Inflation) und den damit einhergehenden Entwicklungen geprägt. Welche weiteren Auswirkungen dies hat, ist derzeit nicht verlässlich absehbar.

Der Geschäftsführer Patrick Zorer hat zum 31.03.2024 sein Amt als Geschäftsführer niedergelegt. Frau Stephanie Schettler-Köhler übernimmt ab 01.04.2024 die Geschäftsführung.

Darüber hinaus haben sich keine Vorgänge ergeben, über die zu berichten wäre.

Angaben gemäß § 42 Abs. 3 GmbHG

Gegenüber Gesellschaftern bestanden Forderungen von € 1.200,00 und Verbindlichkeiten von € 5.414.468,44.

 

München, den 2. April 2024

Stephanie Schettler-Köhler

sonstige Berichtsbestandteile

 

München, den 2. April 2024

gezeichnet Stephanie Schettler-Köhler

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 02.04.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die PANTALEON Films GmbH:

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PANTALEON Films GmbH, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31.12.2023 und der Gewinn und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 sowie dem Anhang einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PANTALEON Films GmbH, München, für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 geprüft.

Die Einbeziehung der Buchführung in die Abschlussprüfung nach § 317 Abs. 1 Satz 1 HGB sowie die Prüfung des Lageberichts nach § 317 Abs. 2 HGB stellen zusätzliche gesetzliche Anforderungen dar, die über diejenigen der Internationalen Prüfungsstandards (ISA) hinausgehen.

Unsere nach § 317 HGB durchgeführte Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 III 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung Internationaler Prüfungsstandards (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben im Lagebericht hin, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass das Eigenkapital der Gesellschaft aufgezehrt ist und zum Abschlussstichtag ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von TEUR 2.965 (i. Vj. TEUR 3.407) entstanden ist. Die Ertragslage hat sich dauerhaft verschlechtert und der Bestand des Unternehmens wird derzeit durch die weitere Finanzierungsbereitschaft der Gesellschafterin gewährleistet.

Diese finanzwirtschaftlichen und betrieblichen Gegebenheiten zeigen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne von § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellen. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der Internationalen Standards (ISA) durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Als Teil unserer Prüfung in Übereinstimmung mit ISA üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren uns eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses, einschließlich der Angaben, sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im Internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung feststellen.

 

Mainz, 12. April 2024

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