Stammdaten

Register
Amtsgericht Bremen HRB 9872 HB
Vorher
Glasverarbeitungs-Gesellschaft Bremen mbH
Eingetragen
8.8.2005
Branche
Großhandel mit FlachglasHerstellung, Veredlung und Bearbeitung von sonstigem Glas einschließlich technischen GlaswarenVeredlung und Bearbeitung von Flachglas
Gegenstand
die Verarbeitung von Glas aller Art, zum Beispiel zu Isolierglas und Sicherheitsglas, sowie der Vertrieb von Glaserzeugnissen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christoph Lipowski
seit 1.7.2022
Prokura
Dietmar Gutzmer
seit 24.6.2021
Geschäftsführer
Erik Theilig
seit 5.5.2020
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

100.00% identifiziert0.00% ungelöst

Identifizierte Personen (1)

NameAnteil
Erik Theiligcaleoglas Holding GmbH
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
700000
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

caleoglas Bremen GmbH

Bremen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021

Lagebericht

1 Grundlagen

1.1 Geschäftsmodell der caleoglas Bremen GmbH

Die caleoglas Bremen GmbH ist ein mittelständisch strukturiertes Unternehmen mit umfassenden Produktionsmöglichkeiten in der Glastransformation. Die Gesellschaft ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der caleoglas Holding GmbH.

Der Produktionsstandort Bremen bietet ein führendes Vollsortiment im Bauglasbereich an. Am Standort wird Einscheibensicherheitsglas (ESG) produziert, und es werden Basisgläser aus dem Float- und VSG-Bereich zu Glaszuschnitten mit hochwertigen Bearbeitungen transformiert. Zusätzlich wird der Standort Bremen über die caleoglas-Gruppe und deren Lieferpartner mit Isolierglas (ISO) und hochwertigen Glasaufbauten im Verbundsicherheitsglas (VSG) sowie anderen Waren für den Glasbereich versorgt.

Das Unternehmen beschäftigte Ende 2021 73 Mitarbeiter.

Die caleoglas Bremen GmbH ist eines von vier operativ tätigen Unternehmen der seit März 2020 bestehenden caleoglas-Gruppe. Die zentralen Funktionen wie Geschäftsführung, Rechnungswesen, Einkauf und Marketing werden zukünftig über eine Management-Gesellschaft mit Sitz in Potsdam erledigt.

1.2 Ziele und Strategien

Die caleoglas Bremen GmbH verfolgt das langfristige Ziel, sich als solides, mittelständisch geprägtes Unternehmen mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell zu etablieren. Zur Erreichung dieses langfristigen Ziels standen im abgelaufenen Geschäftsjahr die folgenden Aktivitäten im Mittelpunkt:

• die Fokussierung der Kernkompetenzen auf dem Gebiet der Glastransformation,

• die Reorganisation und Vereinfachung der Geschäftsstruktur und -prozesse,

• ein aktiver Kulturwandel im Unternehmen und

• die weitere Stärkung der Finanzkraft.

Wesentliches Unternehmensziel aus wirtschaftlicher Sicht ist ein wachsender Umsatz und mittelfristig die Erzielung eines ausgeglichenen Ergebnisses.

1.3 Steuerungssystem

Die Geschäftsführung gibt in Abstimmung mit dem Gesellschafter die strategische Ausrichtung vor, trifft wichtige Entscheidungen und überwacht die Zielerreichung der Gesellschaft.

Zur Steuerung des Unternehmens wurde eine Standortleitung etabliert und die Verantwortung auf einen technischen Betriebsleiter und einen Vertriebsleiter aufgeteilt.

Wesentliche kaufmännische Funktionen wurden als Zentralfunktionen deklariert und auf Gruppenebene zusammengefasst. Die Gruppe stellt diese Dienstleistungen in Form einer Matrixorganisation zur Verfügung.

Neben der monatlichen Überprüfung des Budgets werden fortlaufend Auftragseingang, Umsatz, Profitabilität und Liquidität überwacht. Dazu werden der Geschäftsführung Monatsberichte vom Controlling zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise sowie durch den offenen und ständigen Dialog zwischen Geschäftsführung und Bereichen kann die Geschäftsführung im Falle von Abweichungen zeitnah gegensteuern. Die Geschäftsführung übermittelt einmal pro Monat einen Finanzbericht an den Gesellschafter.

Die Gesellschaft wird auch zukünftig strategische und operative Planungen und Maßnahmen ergreifen, um angemessen auf die sich verändernden Marktsituationen reagieren zu können.

Unternehmensintern sind Maßnahmen eingeleitet, um die beeinflussbaren Kosten weiter zu optimieren, u. a. die Erhöhung der Produktivität und die Reduzierung von Verpackungskosten durch bessere Prozesse. Das Ziel ist es, die Strukturkosten auf wettbewerbsfähigem Niveau zu halten und geplante Mengensteigerungen in der bestehenden Struktur abhandeln zu können.

Auf die Gefahr von Forderungsausfällen durch Insolvenzen von Kunden hat unsere Gesellschaft bereits vor mehreren Jahren mit der Einführung eines Forderungsmanagements reagiert. Dies hat auch im Berichtsjahr zu einer niedrigen Quote von Forderungsausfällen geführt. Unsere Forderungen sind ab der Anbietungsgrenze über eine Kreditversicherung abgesichert.

1.4 Forschung und Entwicklung

Die caleoglas Bremen GmbH betreibt keine eigenen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

2 Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Beeinflusst wurde die Weltwirtschaft im Jahr 2021 durch die anhaltende Verbreitung von COVID-19-Varianten und den daraus resultierenden Einschränkungen, welche zu Störungen in den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten führten.

Nach Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) stieg die globale Wirtschaftsleistung in 2021 um 5,9 %. Für 2022 hat der IWF aber seine Prognosen für die Entwicklung der Weltwirtschaft deutlich gesenkt. Die hohe Inflation und ein Umfeld mit höheren Zinsen werden die Länder und Unternehmen vor große Herausforderungen stellen.

Auch in Deutschland waren die Folgen der Pandemie weiterhin deutlich zu spüren. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2021 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 2,7 % höher als im Vorjahr. Die Wirtschaftsleistung des Vorkrisenniveaus konnte aber noch nicht wieder erreicht werden (Quelle: Statistisches Bundesamt, 14.01.2022).

2.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen und Marktentwicklung

Im Berichtsjahr 2021 hat sich der von der caleoglas Bremen GmbH adressierte Markt sehr gut entwickelt. Im Jahr 2021 belief sich der Umsatz der Flachglasveredelung auf rund 4,79 Mrd. EUR und konnte somit den Umsatz aus dem Jahr 2020 (4,34 Mrd. EUR) deutlich kompensieren. (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Der Bereich des Baugewerbes blieb im Jahr 2021 hinter der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung zurück und verlor gegenüber dem Jahr 2020 0,4 %. Das Baugewerbe war im Jahr 2020 allerdings im Gegensatz zu fast allen Wirtschaftsbereichen jedoch nicht vom wirtschaftlichen Einbruch betroffen und bewegt sich weiterhin leicht über dem Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 (Quelle: Statistisches Bundesamt, 14.01.2022).

2.3 Geschäftsverlauf im Jahr 2021

Der Geschäftsverlauf für das Jahr 2021 ist als positiv zu bezeichnen. Die Restrukturierung der Gesellschaft schreitet weiter voran und die Fokussierung auf die Wachstumssegmente VSG und ESG trägt zur erfolgreichen Entwicklung bei. Der Umsatz stieg erwartungsgemäß deutlich gegenüber dem Vorjahresumsatz um 13 % an. Durch die Skalierung und ein konsequentes Kostenmanagement konnte das Betriebsergebnis (Ergebnis vor Steuern und vor Finanzergebnis) gegenüber dem Vorjahr signifikant verbessert werden. Wesentliche Einflussfaktoren waren die Konzentration auf margenstarke Produkte und die Steigerung der Absatzmenge.

Umsatz- und Sortimentsentwicklung

Die Umsatzerlöse nach Erlösschmälerungen sind im Geschäftsjahr 2021 gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.544 auf TEUR 13.622 gestiegen. So fiel der Umsatz mit 13,6 Mio. EUR höher aus als der prognostizierte Umsatz von 12,5 Mio. EUR.

Die Verkaufsmenge für Einscheibensicherheitsglas (ESG) erhöhte sich um 19,5 Tm2 gegenüber dem Vorjahr. Die Verkaufsmenge für Verbundsicherheitsglas stieg im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 22,4 Tm2. Der Bereich Basisglas (zugeschnittenes und bearbeitetes Glas) verblieb auf konstantem Niveau.

Umsatzerlöse Geschäftsjahr
TEUR
Vorjahr
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
%
Glas 13.334 11.534 1.801 15,6%
Beschläge 409 438 -29 -6,5%
Nebenkosten 38 53 -15 -27,6%
Gesamt operativ 13.782 12.025 1.757 14,6%
Sonstige Erlöse 282 457 -175 -38,2%
Erlösminderungen -442 -404 -38 9,5%
Umsatz gesamt 13.622 12.078 1.544 12,8%

Absatz- und Beschaffungspolitik

Die caleoglas Bremen GmbH bietet Produkte mit einer gleichbleibend hohen Qualität an. Um diesen Qualitätsansprüchen bei zugleich marktgerechten Materialkosten gerecht zu werden, hat die caleoglas-Gruppe mit wichtigen Lieferanten Einkaufsverträge geschlossen. Die hohe Qualität wird durch produktionsbegleitende Prüfschritte gewährleistet.

2.4 Ertragslage

Das Betriebsergebnis 2021 (vor Steuern und Zinsen) betrug TEUR 434 (Vorjahr: TEUR -462). Damit konnte das Ergebnis um TEUR 896 verbessert werden. Getrieben wurde diese positive Entwicklung durch eine Steigerung des Umsatzes in margenstarken Segmenten.

Die Umsatzerlöse betrugen im Geschäftsjahr TEUR 13.622 und stiegen gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.544. Die Steigerung der Umsatzerlöse wurde durch eine Verstärkung der Vertriebsaktivitäten erreicht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge (TEUR 386; Vorjahr: TEUR 383) betrafen im Wesentlichen Konzernumlagen für Personal, für laufendes Controlling und Restrukturierung.

Die Materialaufwandsquote blieb konstant bei 48,9 %. Absolut erhöhten sich die Materialaufwendungen um TEUR 738 auf TEUR 6.671 (Vorjahr: TEUR 5.933).

Die Personalkostenquote liegt mit 25,0 % deutlich unter dem Wert des Vorjahres (32,8 %). Dies resultiert zum einen aus Restrukturierungsaufwendungen in 2020. Zum anderen wird der Aufwand aus der Änderung des Rechnungszinssatzes zur Bewertung der Pensionsrückstellungen ab dem Jahr 2021 im Zinsaufwand dargestellt.

Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen sind mit TEUR 515 leicht über dem Niveau des Vorjahres. Im Geschäftsjahr wurden das ERP-System und neue Produktionsanlagen in Betrieb genommen, wodurch sich die Abschreibungen entsprechend erhöht haben.

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden um TEUR 374 höhere Kosten gegenüber dem Vorjahr (TEUR 2.621) ausgewiesen. Die Ursache für diese Abweichung sind gestiegene Kosten u. a. für Transportleistungen und Konzernumlagen.

Das Betriebsergebnis zeigt eine deutliche Verbesserung in Höhe von TEUR 434, welche jedoch in Höhe von TEUR 377 durch die Umgliederung von Personalaufwand in Zinsaufwand beeinflusst ist.

Gewinn- und Verlustrechnung Geschäftsjahr
TEUR
Vorjahr
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
%
Umsatzerlöse 13.622 12.078 1.544 12,8%
Gesamtleistung 13.635 12.127 1.508 12,4%
Sonstiger betrieblicher Ertrag 386 383 3 0,9%
Materialaufwand -6.671 -5.933 -738 -12,4%
Personalaufwand -3.406 -3.980 575 14,4%
Abschreibungen -515 -437 -78 -17,8%
Sonstiger betrieblicher Aufwand -2.995 -2.621 -374 -14,3%
Betriebsergebnis 434 -462 896 194,0%
Finanzergebnis -472 -100 -372 -370,8%
Steuern -125 -29 -96 -332,3%
Jahresfehlbetrag -163 -591 428 72,5%

2.5 Vermögenslage

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Geschäftsjahr 2021 von TEUR 6.766 auf TEUR 7.835.

Auf der Aktivseite der Bilanz wirken sich die folgenden wesentliche Sachverhalte aus.

Neben dem Kauf des Betriebsgrundstückes hat die caleoglas Bremen GmbH Darlehen an verbundene Unternehmen ausgereicht. Dies führte im Wesentlichen zu einer Erhöhung des Anlagevermögens um TEUR 1.482 auf TEUR 5.503.

Zudem hat die caleoglas-Gruppe ein Cash-Pooling eingerichtet, welches die kurzfristigen Vermögenswerte entsprechend erhöht hat.

Die liquiden Mittel der Gesellschaft sind zum 31.12.2021 mit TEUR 204 (Vorjahr TEUR 1.121) ausgewiesen.

Die Eigenkapitalquote beträgt 4,7 % und liegt somit unter dem Vorjahreswert (7,9 %).

Auf der Passivseite stieg die Summe der Rückstellungen um TEUR 527 auf TEUR 5.642. Der überwiegende Teil entfiel auf die Anpassung der Pensionsrückstellung um TEUR 473.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken von TEUR 658 auf TEUR 600. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen erhöhten sich um TEUR 650 auf TEUR 995, insbesondere durch ein Darlehen der Muttergesellschaft zur Finanzierung des Grundstückskaufs.

Wesentliche Bilanzpositionen Geschäftsjahr
TEUR
Vorjahr
TEUR
Veränderung
TEUR
Veränderung
%
Aktiva
Anlagevermögen 5.503 4.021 1.482 36,9%
Umlaufvermögen 2.326 2.736 -410 -15,0%
Aktive Rechnungsabgrenzung 6 9 -3 -32,1%
Passiva
Eigenkapital 371 534 -163 -30,5%
Rückstellungen 5.642 5.115 527 10,3%
Verbindlichkeiten 1.822 1.117 705 63,1%
Bilanzsumme 7.835 6.766 1.069 15,8%

2.6 Finanzlage

Die Finanzierung der caleoglas Bremen GmbH basiert im Wesentlichen auf Einzahlungen aus dem operativen Geschäft. Entsprechend der Unternehmensplanung wird die caleoglas Bremen GmbH in den Folgejahren einen positiven Kapitalfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit erzielen und benötigt für ihre operative Geschäftstätigkeit keine weitere externe Finanzierung.

Die caleoglas Bremen GmbH ist in ein Cash-Pooling mit Schwestergesellschaften und der Muttergesellschaft eingebunden.

Es wurde ein unechtes Pensionsgeschäft zur Liquiditätssicherung abgeschlossen.

3 Prognose, Risiken- und Chancenbericht

Die caleoglas Bremen GmbH unterliegt einer Vielzahl von Chancen und Risiken, welche die Geschäftstätigkeit beeinflussen. Dieser Bericht schildert im Folgenden, welche Risiken und Chancen existieren und welche Auswirkungen sich dadurch auf die Gesellschaft ergeben. Die caleoglas Bremen GmbH betreibt ein der Größe und Reife der Gesellschaft angemessenes Risikomanagement.

3.1 Prognosebericht

Bereits zum Beginn des Jahres 2022 schwächte sich die Entwicklung der Weltwirtschaft entgegen den Erwartungen aus dem Herbst 2021 merklich ab. Der IWF sah die Hauptgründe in den Lieferkettenproblemen, der hohen Inflation und den Folgen der Corona-Krise. Zudem wachsen die beiden größten Wirtschaftsräume USA und China nicht so stark wie noch im Oktober 2021 angenommen.

Nach dem Beginn des bewaffneten Russland-Ukraine-Konflikts im Februar 2022 sahen Weltbank und IWF weitere Faktoren, welche die Weltwirtschaft stark negativ beeinflussen können. Insbesondere die stark gestiegenen Rohstoffpreise werden durch den möglichen Ausschluss Russlands aus den globalen Handelsbeziehungen weiter steigen und die ohnehin schon hohe Inflation weiter beschleunigt.

Nach einem schwachen 4. Quartal 2021 wurde für Deutschland eine Rezession und im Zusammenspiel eine Stagflation im Zuge einer Lohn-Preis-Spirale befürchtet. Ab dem 2. Quartal 2022 erwarteten Volkswirte eine deutliche Verbesserung der Situation, aufgrund steigender Konsumausgaben. Im Zuge des sich weiter verschärfenden Russland-Ukraine-Konfliktes und der weiter steigenden Energiepreise werden Konjunkturerwartungen für das Jahr 2022 reduziert.

Die von der caleoglas Gruppe bedienten Marksegmente Bauwirtschaft und Fenstermarkt sind dagegen stabil und rechnen auch in den kommenden Jahren mit einem moderaten bis guten Wachstum. Die deutsche Bauwirtschaft geht von einer preisbereinigten Steigerung für die Jahr 2022 und 2023 von jeweils rund 3 % aus (Quelle: DIW, Bauvolumenbericht). Der Fenstermarkt in Deutschland im Jahr 2022 wird laut dem Branchenverband Fenster und Fassade um ca. 0,8 % wachsen.

Die Geschäftsführung hat die Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung im Jahr 2022 bereits in der Geschäftsplanung aus dem Dezember 2021 ausreichend gewürdigt und entsprechend berücksichtigt. Aufgrund der hohen Unsicherheit der Entwicklung, insbesondere der möglichen Folgen des Russland-Ukraine-Konfliktes, ist die Prognosefähigkeit jedoch eingeschränkt.

Die Geschäftsplanung 2022 hat sich an der positiven Entwicklung im Jahr 2021 orientiert. Die bisherige Entwicklung des Jahres 2022 zeigt aus heutiger Sicht ein positiveren Geschäftsverlauf als in der Planung 2022 dargestellt. Nun ist abzuwarten, welche Auswirkungen die derzeitigen Bewegungen auf dem Beschaffungsmarkt für die Gesellschaft haben. Die Geschäftsführung hält an den ambitionierten Zielen, einer leichten Steigerung der Umsatzerlöse und einer leichten Verbesserung des Jahresergebnisses gegenüber dem Geschäftsjahr 2021, fest.

3.2 Risikobericht

Das eigene Risikomanagementsystem der neuen caleoglas-Gruppe befindet sich weiterhin im Aufbau. Regelmäßig werden bestimmte Kennzahlen im Vergleich zu Planannahmen überprüft, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Die Kennzahlen ermöglichen eine objektive Übersicht über die finanzielle Situation, einen Soll-Ist-Vergleich zwischen Budget und Ist-Kosten und eine detaillierte Vorausschau erwarteter Auftragseingänge und Umsätze, ein bereichsspezifisches Kostencontrolling sowie die Überwachung von liquiditätsrelevanten Kenngrößen.

Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagement umfasst notwendige organisatorische Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung und zum Umgang mit den Risiken der Finanzberichterstattung. In Bezug auf den Rechnungslegungsprozess soll das interne Kontrollsystem sicherstellen, dass die Finanzberichterstattung unter Beachtung einschlägiger Gesetze und Normen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt. Mit den eingerichteten Prozessen, Systemen und Kontrollen sowie ergänzenden Maßnahmen ist hinreichend gewährleistet, dass der Rechnungslegungsprozess im Einklang mit dem HGB sowie anderen rechnungslegungsrelevanten Regelungen und Gesetzen erfolgt.

Soweit verfügbar und wirtschaftlich vertretbar wurden Versicherungen abgeschlossen, um die potenziellen Auswirkungen eines Schadens so gering wie möglich zu halten.

Im Folgenden werden wesentliche Risiken näher erläutert.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Unter finanzwirtschaftlichem Risiko wird das Risiko verstanden, nicht jederzeit über hinreichend finanzielle Ressourcen zur Begleichung der fälligen Verbindlichkeiten zu verfügen.

Anhand einer monatsweisen Cashflow-Planung wird die Liquidität monatlich überwacht, um eventuell auftretende Finanzierungslücken frühzeitig erkennen und ihnen begegnen zu können.

Strategische Risiken / Marktrisiken

Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung sehen wir im Hinblick auf das nächste Geschäftsjahr darin, dass der Preis- und Wettbewerbsdruck weiter steigen wird. Die Einkaufskonditionen für Glas haben einen direkten Einfluss auf die Rohertragsmarge und können je nach Wettbewerbsdruck nur bedingt durch Preiserhöhungen an die Kunden weitergegeben werden.

Beschaffungsrisiko

Neben den Einkaufskonditionen kommt der stabilen Lieferversorgung mit dem Hauptrohstoff Glas eine hohe Bedeutung zu. Im Falle von Lieferengpässen bzw. verlängerten Lieferzeiten sind Absatzeinbußen möglich, jedoch wird das Risiko als gering eingeschätzt. Das Lieferantennetzwerk wird aus diesen Gründen sukzessive ausgedehnt.

Vertragsrisiken

Die caleoglas Bremen GmbH verkauft im Bereich Isolierglas an ihre Kunden mit einer Garantie von bis zu 5 Jahren und hat entsprechende Rückstellungen und Garantieaufwendungen in ihrer Planung dafür vorgesehen. Es besteht das Risiko, dass diese zu niedrig geplant wurden und es zu einer höheren finanziellen Belastung der Gesellschaft kommt.

IT-Risiken

Bei der caleoglas Bremen GmbH als innovatives und wachstumsorientiertes Unternehmen kommt der in allen Unternehmensbereichen eingesetzten Informationstechnologie eine hohe Bedeutung zu. Die Risiken im Bereich Informationstechnologie lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: (a) Risiken hinsichtlich des unbefugten Zugriffes auf sensible Unternehmensdaten und (b) Risiken hinsichtlich der Verfügbarkeit von Systemen.

Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs begegnet die caleoglas Bremen GmbH mit dem Einsatz von Sicherheitstechnologien, bspw. Firewall oder Antiviren-Software, und der Absicherung von Zugriffsberechtigungen. Hierzu setzt die caleoglas Bremen GmbH die am Markt bewährten technischen Mittel ein.

Dem Risiko einer mangelnden Verfügbarkeit begegnet die caleoglas Bremen GmbH mit der Nutzung von cloudbasierten Services sowie mit der redundanten Auslegung der IT-Infrastruktur. Wesentliche Komponenten des Firmennetzwerkes sind dabei mindestens doppelt vorhanden bzw. ausgelegt. Im Störungs- oder Katastrophenfall können somit der Verlust von Daten und schlimmstenfalls andauernde Betriebsunterbrechungen vermieden werden.

Personelle Risiken

Qualifizierte und engagierte Mitarbeiter sind eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg der Gesellschaft. Das Wachstum könnte dadurch begrenzt werden, dass qualifiziertes Personal z. B. im Vertrieb und in der Produktion oder auch mit speziellen technischen Qualifikationen nicht gewonnen oder Schlüsselpersonal nicht gehalten bzw. adäquat ersetzt werden kann.

3.3 Chancenbericht

Das Marktumfeld für die caleoglas Bremen GmbH entwickelt sich grundsätzlich positiv.

Die Caleoglas Bremen GmbH sieht weitere Wachstumspotentiale im Bereich des VSG, insbesondere im Marktsegment "Terrassen". Des Weiteren wird durch die Partnerschaft mit zwei Lieferanten für Beschläge und Befestigungsmaterialien ein zusätzliches Marktsegment ausgebaut.

Im Rahmen der Ausgliederung der Gesellschaft aus dem Saint-Gobain-Konzern im Jahr 2020 wurde ein Maßnahmenkatalog zur Produktions- und Prozessoptimierung mit dem Ziel zur Senkung der Struktur- und Herstellkosten verabschiedet. Die Umsetzung der Maßnahmen verläuft weiterhin erfolgreich und kann bei einer Übererfüllung zu einer weiteren Verbesserung der Ergebnissituation beitragen.

Gesamtfazit:

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich die Vermögens- und Ertragslage im Jahr 2021 insgesamt positiv entwickelt hat. Die Finanzlage ist als ausreichend zu bewerten und wird durch die caleoglas-Gruppe abgesichert.

Im Geschäftsjahr 2021 haben wir die Auswirkungen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie erfreulicherweise kaum gespürt. Die Covid-19-bedingten Herausforderungen wurden durch entsprechende Hygienekonzepte und organisatorische Maßnahmen erfolgreich bewältigt.

Betrachtet man die Entwicklung der caleoglas Bremen GmbH erkennt man ein gutes Potential für weiteres Wachstum. Der Umsatz verzeichnete im Jahr 2020 ca. 12,1 Mio. EUR und im Jahr 2021 ca. 13,6 Mio. EUR. Für das Jahr 2022 wird ein Umsatz in Größenordnung von 13,9 Mio. EUR erwartet, von dem bereits Ende April 2022 ca. 5,4 Mio. EUR an Auftragseingang realisiert worden sind.

Für 2022 geht die Geschäftsführung derzeit von einer weiteren Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation aus und wird den Geschäftsverlauf weiterhin sehr aufmerksam verfolgen, um jederzeit rechtzeitig angepasst reagieren zu können.

Für die kommenden Jahre liegt der Schwerpunkt der Unternehmensführung auf der Steigerung der Profitabilität und auf der Erwirtschaftung eines positiven Cashflows. Insgesamt erwartet die Geschäftsführung in den nächsten Jahren eine kontinuierliche Steigerung der Absatzmengen, die sich in einer positiven Entwicklung des Umsatzes und insbesondere der Ertragsseite zeigen soll. Voraussetzung hierfür sind allerdings weitgehend stabile Rahmenbedingungen sowie eine moderate Entwicklung der Beschaffungspreise für Rohstoffe.

 

Bremen, den 27. Juni 2022

gez. Dr. Ulrich Brahms, Geschäftsführer

gez. Dietmar Gutzmer, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Anlagevermögen 5.503.287,67 4.021.249,96
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 353.635,00 428.836,67
II. Sachanlagen 2.843.536,00 2.142.413,29
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 960.798,00 19.313,00
2. technische Anlagen und Maschinen 1.785.686,00 1.860.462,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 97.052,00 70.838,00
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 191.800,29
III. Finanzanlagen 2.306.116,67 1.450.000,00
1. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.306.116,67 1.450.000,00
B. Umlaufvermögen 2.325.724,72 2.735.854,90
I. Vorräte 832.515,36 664.026,91
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.289.581,74 950.799,01
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.126.821,89 796.016,96
2. sonstige Vermögensgegenstände 162.759,85 154.782,05
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 203.627,62 1.121.028,98
C. Rechnungsabgrenzungsposten 5.813,68 8.566,40
Aktiva 7.834.826,07 6.765.671,26

Passiva

31.12.2021
EUR
31.12.2020
EUR
A. Eigenkapital 371.234,26 533.888,15
I. Gezeichnetes Kapital 357.904,32 357.904,32
II. Gewinnrücklagen 13.329,94 766.937,82
III. Jahresüberschuss/-fehlbetrag -590.953,99
IV. Bilanzgewinn / Bilanzverlust 0,00
B. Rückstellungen 5.641.596,01 5.114.887,26
C. Verbindlichkeiten 1.821.995,80 1.116.895,85
1. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 994.975,61 344.663,55
2. sonstige Verbindlichkeiten 827.020,19 772.232,30
Passiva 7.834.826,07 6.765.671,26

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2021 - 31.12.2021
EUR
1.1.2020 - 31.12.2020
EUR
1. Rohergebnis 7.349.911,37 6.576.661,73
2. Personalaufwand 3.405.795,96 3.980.396,31
a) Löhne und Gehälter 2.798.159,87 2.945.056,69
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 607.636,09 1.035.339,62
davon für Altersversorgung 106.081,12 520.013,97
3. Abschreibungen 515.304,75 437.488,21
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 515.304,75 437.488,21
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.994.631,60 2.620.596,90
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 4,14
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 48.148,63 15.309,97
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 519.893,09 115.507,26
davon sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus Abzinsung 111.117,00 114.436,00
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 103.600,00
8. Ergebnis nach Steuern -141.165,40 -562.016,98
9. sonstige Steuern 21.488,49 28.937,01
10. Jahresfehlbetrag 162.653,89 590.953,99
11. Verlustvortrag aus dem Vorjahr 590.953,99
12. Entnahmen aus Gewinnrücklagen 753.607,88
a) Entnahmen aus anderen Gewinnrücklagen 753.607,88
13. Bilanzgewinn / Bilanzverlust 0,00

Anhang

Allgemeine Angaben

Die Gesellschaft caleoglas Bremen GmbH hat ihren Sitz in Bremen. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichtes Bremen unter HRB 9872 HB eingetragen.

Die Gesellschaft ist gemäß den Größenklassen des § 267 HGB eine mittelgroße Kapitalgesellschaft. Größenabhängige Erleichterungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses wurden teilweise in Anspruch genommen (§§ 276, 288 HGB).

Der vorliegende Jahresabschluss wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze entsprechen den Grundsätzen ordnungsmäßiger Bilanzierung. Die Grundsätze der Einzelbewertung und der Unternehmensfortführung, das Vorsichtsprinzip und der Grundsatz der Bewertungsstetigkeit wurden beachtet.

Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgte nach den §§ 266, 268 und 275, 277 HGB. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Die nach den gesetzlichen Vorschriften in der Bilanz und in der Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke sind aus Gründen der Klarheit und Übersichtlichkeit im Anhang aufgeführt.

Abweichungen in der Ausweisstetigkeit betrafen folgende Sachverhalte: Die Änderungen des Rechnungszinssatzes bei der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen werden im Berichtsjahr unter den Zinsaufwendungen (Vorjahr: Personalaufwand) und die Weiterberechnungen von Personalgestellungen unter den sonstigen betrieblichen Erträgen (Vorjahr: Umsatzerlöse) gezeigt. Der Vorjahresausweis ist jeweils unverändert. Die Vergleichbarkeit dieser Posten mit dem Vorjahr ist daher eingeschränkt.

Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften aufgestellt. Die Parameter zur Bewertung der Pensionsrückstellungen wurden im Geschäftsjahr 2021 an die aktuellen Gegebenheiten der caleoglas-Gruppe angepasst. Wir verweisen auf die Ausführungen zu den Pensionsrückstellungen.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten aktiviert und, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten ausgewiesen und soweit abnutzbar um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungen erfolgen nach der linearen Methode unter Berücksichtigung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Für unterjährige Zugänge werden die Abschreibungen zeitanteilig berechnet.

Die Finanzanlagen betreffen ausschließlich Ausleihungen, die zum Nennwert angesetzt und bewertet wurden. Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag vorliegende niedrigere Wert angesetzt.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie der Handelswaren erfolgt zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Wert am Bilanzstichtag, soweit dieser niedriger ist als die Anschaffungskosten.

Fertige und unfertige Erzeugnisse wurden zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen Material- und Lohnkosten einschließlich Gemeinkostenzuschläge, den Werteverzehr des Anlagevermögens sowie andere Fertigungsnebenkosten. Dem allgemeinen Lagerhaltungsrisiko wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Zinsen für Fremdkapital werden in die Herstellungskosten nicht einbezogen.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert unter Abzug gebotener Wertberichtigungen angesetzt. Auf Grund möglicher Forderungsausfallrisiken wurden Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebildet.

Der Ansatz von Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten erfolgte zum Nominalwert.

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten umfassen Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

Die Gesellschaft nimmt das Wahlrecht des § 274 Abs. 1 S. 2 HGB nicht in Anspruch und bilanziert keine aktiven latenten Steuern auf Differenzen zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen bei Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten.

Das gezeichnete Kapital ist mit dem Nennwert angesetzt.

Allen am Abschlussstichtag bestehenden Risiken, soweit sie bis zur Erstellung des Jahresabschlusses erkennbar waren, ist durch Bildung ausreichender Rückstellungen Rechnung getragen. Sie wurden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgte zum Erfüllungsbetrag.

Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz

Anlagevermögen

Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen.

In Höhe von TEUR 2.306 bestehen Ausleihungen an Gesellschafter.

Angaben zu Forderungen

Unter den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 134 (Vorjahr: TEUR 46) ausgewiesen. Darüber hinaus enthalten die Forderungen gegen verbundene Unternehmen Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 477 (Vorjahr: TEUR 6)

Gesamtbetrag davon mit einer Restlaufzeit
TEUR kleiner 1 Jahr
TEUR
größer 1 Jahr
TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 123 123 0
(Vorjahr) (112) (112) (0)
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 1.127 627 500
(Vorjahr) (796) (46) (750)
Sonstige Vermögensgegenstände 40 40 0
(Vorjahr) (43) (42) (1)
Summe 1.290 790 500
(Vorjahr) (951) (200) (751)

Eigenkapital

Das gezeichnete Kapital beträgt EUR 357.904,32 und ist voll eingezahlt.

Der Bilanzgewinn entwickelt sich wie folgt:

TEUR
Verlustvortrag zum 1.1.2021 591
Jahresfehlbetrag 163
Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 754
Bilanzgewinn zum 31.12.2021 0

Pensionsrückstellungen

Die Gesellschaft hat ihren Mitarbeitern beitrags- und leistungsorientierte Pensionszusagen gewährt. Die Ermittlung der Pensionsrückstellung erfolgte mittels der sog. "Projected-Unit-Credit-Methode". Der Rückstellungsbetrag wurde unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich der zukünftigen Anwartschafts- und Rentenentwicklung sowie der Fluktuationswahrscheinlichkeit ermittelt. Als biometrische Grundlagen wurden die Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Folgende weitere Annahmen liegen der Bewertung zugrunde:

• Rechnungszins für den 10-Jahresdurchschnitt: 1,87 % (Vorjahr: 2,31 %)
• Rechnungszins für den 7-Jahresdurchschnitt: 1,35 % (Vorjahr: 1,61 %)
• Rententrend: 0,90% (Vorjahr: 0,90 %)
• Lohn- und Gehaltssteigerungen bei leistungsorientierten Zusagen: 2,10% (Vorjahr: 2,10 %),
• BBG-Trend: 2,10% (Vorjahr: 2,10 %),
• Durchschnittliche Fluktuation: 0,00% (Vorjahr: 3,00 %)
• Renteneintrittsalter: 67 Jahre (Vorjahr: 63 Jahre)

Bei den Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen ergibt sich zwischen dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren und dem Ansatz nach dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Geschäftsjahren ein Unterschiedsbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von EUR 513.025,00. Nach § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB unterliegt dieser Betrag der Ausschüttungssperre.

Darüber hinaus bestehen bei der Gesellschaft mittelbare Versorgungsverpflichtungen, welche über einen Pensionsfonds durchgeführt werden. Etwaige Unterdeckungsbeträge sind nicht bekannt. Falls sich Unterdeckungsbeträge ergeben sollten, werden diese durch einen Schuldbeitritt der ehemaligen Muttergesellschaft Saint-Gobain Deutsche Glas GmbH, Stolberg, übernommen. Das Ausfallrisiko der Schuldbeigetretenen wird als gering eingestuft.

Angaben und Erläuterungen zu den sonstigen Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen wurden für folgende Verpflichtungen gebildet:

TEUR
Rückstellungen für ausstehende Rechnungen 71
Rückstellungen für Restrukturierung 35
Rückstellungen für Personalkosten 101
Rückstellungen für Berufsgenossenschaft 39
Rückstellung Prüfung des Jahresabschlusses 12
Summe sonstige Rückstellungen 258

Angaben zu Verbindlichkeiten

Der Betrag der Verbindlichkeiten setzt sich wie folgt zusammen:

Restlaufzeit Insgesamt Sicherung durch
<1 Jahr
TEUR
1-5 Jahre
TEUR
>5 Jahre
TEUR
TEUR TEUR Sicherung
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 601 0 0 601 0
(Vorjahr) (658) (0) (0) (658) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 252 360 383 995 0
(Vorjahr) (345) (0) (0) (345) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 226 0 0 226 0
(Vorjahr) (114) (0) (0) (114) (0)
davon aus Steuern 222 0 0 214 0
(Vorjahr) (93) (0) (0) (93) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 0 0 0 0 0
(Vorjahr) (0) (0) (0) (0) (0)
Summe 1.079 360 383 1.822 0
(Vorjahr) (1.117) (0) (0) (1.117) (0)

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 957 (Vorjahr: TEUR 0). Darüber hinaus sind unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 38 (Vorjahr: TEUR 243) ausgewiesen.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Es besteht eine Höchstbetragsbürgschaft über EUR 2,0 Mio. zugunsten der caleoglas Holding GmbH zur Finanzierung des Grundstückskaufs für die caleoglas Bremen. Es besteht kein Risiko der Inanspruchnahme, da die caleoglas Bremen die laufende Tilgung übernimmt.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Gesellschaft hat zur Liquiditätsbeschaffung zum 31. Dezember 2021 einen Teil ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen eines unechten Pensionsgeschäftes an ein Kreditinstitut verkauft und abgetreten. Die Bank ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die Forderungen an die Gesellschaft zurück zu verkaufen. Die caleoglas Bremen GmbH verpflichtet sich im Fall der Ausübung des Rückverkaufsrechts durch die Bank, die Forderungen zurückzukaufen. Zum 31. Dezember 2021 besteht für die caleoglas Bremen GmbH eine Rückkaufsverpflichtung in Höhe von TEUR 721.

Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge für die Erstattung von Restrukturierungskosten durch die caleoglas-Gruppe in Höhe von TEUR 76 (Vorjahr: TEUR 294) enthalten.

Personalaufwand

Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von TEUR 106 (Vorjahr: TEUR 520) sowie Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von TEUR 167 enthalten.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

In dem Posten sonstige betriebliche Aufwendungen sind Miet- und Leasingaufwendungen in Höhe von TEUR 55 (Vorjahr: TEUR 82) enthalten.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge enthalten Zinserträge von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 48 (Vorjahr: TEUR 15).

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

In dem Posten Zinsen und ähnliche Aufwendungen sind Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen in Höhe von TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 0), Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 111 (Vorjahr: TEUR 114) und Zinsen aus der Veränderung des Rechnungszinses im Rahmen der Bewertung der Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 377 (Vorjahr: TEUR 0) enthalten.

Sonstige Pflichtangaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:

Arbeitnehmergruppe Anzahl
Angestellte 19
Gewerbliche Arbeitnehmer 52
Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer 71

Darüber hinaus wurden sechs Auszubildende beschäftigt.

Geschäftsführer

Alleinvertretungsberechtigte und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreite Geschäftsführer waren

• Herr Dr. Ulrich Brahms, Barsinghausen,

• Herr Dietmar Gutzmer, Potsdam, (ab 17.06.2021)

Geschäftsführerbezüge

Die Bezüge der aktiven Geschäftsführer werden von einer Schwestergesellschaft getragen und anteilig weiterberechnet.

Die Angabe der Gesamtbezüge sowie der gebildeten Pensionsrückstellungen für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung ist gemäß § 286 Abs. 4 HGB unterblieben.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres

Nach Abschluss des Geschäftsjahres sind die folgenden Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten.

Seit dem 24. Februar 2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine ("Russland-Ukraine-Krieg"). Die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs betreffen die Gesellschaft nur mittelbar.

Der Russland-Ukraine-Krieg führt aus heutiger Sicht zu kaum abschätzbaren Folgen für die Weltwirtschaft. Eine weiter zunehmende Inflation und eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums erscheinen wahrscheinlich und können mittelbar damit auch Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft haben.

Vorschlag bzw. Beschluss zur Ergebnisverwendung

Vor Ergebnisverwendung betrug der Verlustvortrag EUR 590.953,99 und der Jahresfehlbetrag 2021 EUR 162.653,89.

Mit Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 21.03.2022 werden Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag durch Auflösung der Gewinnrücklagen ausgeglichen.

Konzernzugehörigkeit

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der caleoglas Holding GmbH, Potsdam (vormals: GSS Beteiligungsgesellschaft 2 mbH, Berlin) einbezogen, die den Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen aufstellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger offengelegt.

 

Bremen, den 27. Juni 2022

gez. Dr. Ulrich Brahms, Geschäftsführer

gez. Dietmar Gutzmer, Geschäftsführer

Anlagenspiegel

Anschaffungs-/Herstellungskosten
Anlagevermögen 01.01.2021
EUR
Zugänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Abgänge
EUR
31.12.2021
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 470.970,99 30.746,74 229.919,68 0,00 731.637,41
geleistete Anzahlungen 200.111,67 41.945,06 -242.056,73 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 671.082,66 72.691,80 -12.137,05 0,00 731.637,41
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken. 3.635.253,67 900.000,00 45.000,00 0,00 4.580.253,67
Technische Anlagen und Maschinen 6.741.648,90 125.857,50 137.200,20 0,00 7.004.706,60
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 628.861,08 42.676,49 21.737,14 0,00 693.274,71
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 191.800,29 0,00 -191.800,29 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 11.197.563,94 1.068.533,99 12.137,05 0,00 12.278.234,98
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.450.000,00 856.116,67 0,00 0,00 2.306.116,67
Summe Finanzanlagen 1.450.000,00 856.116,67 0,00 0,00 2.306.116,67
Total 13.318.646,60 1.997.342,46 0,00 0,00 15.315.989,06
Abschreibungen
Anlagevermögen 01.01.2021
EUR
Abgänge
EUR
2021
EUR
31.12.2021
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 242.245,99 0,00 135.756,42 378.002,41
geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 242.245,99 0,00 135.756,42 378.002,41
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken. 3.615.940,67 0,00 3.515,00 3.619.455,67
Technische Anlagen und Maschinen 4.881.186,90 0,00 337.833,70 5.219.020,60
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 558.023,08 0,00 38.199,63 596.222,71
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 9.055.150,65 0,00 379.548,33 9.434.698,98
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 0,00 0,00 0,00 0,00
Total 9.297.396,64 0,00 515.304,75 9.812.701,39
Anlagevermögen Buchwert 31.12.2021
EUR
Buchwert 31.12.2020
EUR
Immaterielle Vermögensgegenstände
entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte, sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 353.635,00 228.725,00
geleistete Anzahlungen 0,00 200.111,67
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 353.635,00 428.836,67
Sachanlagen
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken. 960.798,00 19.313,00
Technische Anlagen und Maschinen 1.785.686,00 1.860.462,00
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen 97.052,00 70.838,00
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 191.800,29
Summe Sachanlagen 2.843.536,00 2.142.413,29
Finanzanlagen
Ausleihungen an verbundene Unternehmen 2.306.116,67 1.450.000,00
Summe Finanzanlagen 2.306.116,67 1.450.000,00
Total 5.503.287,67 4.021.249,96

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 11.07.2022 festgestellt.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

In dem zur Offenlegung bestimmten verkürzten Jahresabschluss wurden Erleichterungen in Anspruch genommen. Zu dem vollständigen Jahresabschluss wurde am 27. Juni 2022 der folgende Bestätigungsvermerk erteilt.

An die caleoglas Bremen GmbH, Bremen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der caleoglas Bremen GmbH, Bremen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der caleoglas Bremen GmbH, Bremen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 und

• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 27. Juni 2022

ETL AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. Björn Waltemathe, Wirtschaftsprüfer

gez. Cornelia Debus, Wirtschaftsprüferin

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