Stammdaten

Register
Amtsgericht Hannover HRB 223632
Vorher
Platin 1343. GmbHPolyusus X Deutschland GmbH
Eingetragen
3.5.2017
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von sonstigen HoldinggesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem Anteilsbesitz
Gegenstand
Gegenstand von Amts wegen berichtigt, nun: Erwerb, das Halten, das Verwalten und die Veräußerung von Beteiligungen jeder Art im eigenen Namen und auf eigene Rechnung sowie die gewerbliche Erbringung von Dienstleistungen an verbundenen und nicht verbundenen Unternehmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Marc Philipp Setzen
seit 16.5.2022
Geschäftsführer
Anja Dexheimer
seit 16.5.2022
Prokura
Sven Falkenberg
seit 16.5.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Polyusus Lux X S.à r.l.LUX
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Polyusus Lux X S.à r.l.
Luxembourg
25.000 €
100.00%

Beteiligungen

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ProXES GmbH

Hameln

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023

der ProXES GmbH, Hameln

AKTIVA

Anhang 31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 4.3 23.259 23.060
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 4.2 46.955 54.035
Geschäfts- oder Firmenwert 4.1 118.083 125.304
Anteile an assoziierten Unternehmen 4.4 10 10
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 109 69
Aktive latente Steuern 3.8 383 535
Summe langfristige Vermögenswerte 188.799 203.013
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 4.5 18.086 15.676
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 4.6 17.894 17.886
Vertragsvermögenswerte 3.1 9.454 13.158
Ertragsteueransprüche 46 405
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 4.7 327 471
Sonstige Vermögenswerte 4.8 3.830 3.916
Barmittel und Bankguthaben 4.9 12.305 14.485
Summe kurzfristige Vermögenswerte 61.942 65.997
Bilanzsumme 250.741 269.010

PASSIVA

Anhang 31.12.2023
TEUR
31.12.2022
TEUR
Kapital und Rücklagen
Gezeichnetes Kapital 4.10 25 25
IAS 19 Rücklage 4.11 6.403 7.938
Rücklage aus Währungsumrechnung 4.11 14.120 11.526
Sonstige Rücklagen 4.12 -128.625 -107.838
Jahresfehlbetrag -34.366 -29.787
Summe Eigenkapital -142.443 -118.136
Langfristige Schulden
Finanzverbindlichkeiten 4.14 312.407 298.827
Pensionsverpflichtungen 4.13 11.221 8.414
Rückstellungen 4.15 399 411
Passive latente Steuern 3.8 10.166 13.017
Summe langfristige Schulden 334.193 320.669
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 15.528 17.144
Finanzverbindlichkeiten 4.14 14.615 21.018
Vertragsverbindlichkeiten 3.1 20.092 21.089
Ertragsteuerverbindlichkeiten 4.16 763 536
Rückstellungen 4.15 735 585
Sonstige Schulden 4.17 7.258 6.105
Summe kurzfristige Schulden 58.991 66.477
Summe Schulden 393.184 387.146
Bilanzsumme 250.741 269.010

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der ProXES GmbH, Hameln,
für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023

Anhang 2023
TEUR
2022
TEUR
Umsatzerlöse 3.1 133.223 122.278
Bestandsveränderung -193 1.981
Andere aktivierte Eigenleistungen 3.2 1.138 1.389
Gesamtleistung 134.168 125.648
Materialaufwand 3.3 -57.389 -52.927
Rohergebnis 76.779 72.721
Personalaufwand 3.4 -42.489 -40.471
Sonstige betriebliche Aufwendungen 3.5 -25.429 -22.318
Sonstige betriebliche Erträge 3.6 2.819 4.018
Abschreibungen 4.1. ff -21.512 -26.710
(Netto-) Wertminderungsaufwand aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten 3.5 / 3.6 -1.867 -23
Finanzerträge 3.7 26 39
Finanzaufwendungen 3.7 -23.315 -18.200
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3.8 622 1.157
Konzernergebnis -34.366 -29.787
Sonstiges Ergebnis
Posten, die unter bestimmten Bedingungen zukünftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umklassifiziert werden
Kursdifferenzen aus der Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 2.594 4.326
Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus der Berechnung der Personalrückstellungen (nach Abzug latenter Steuern) -1.535 8.132
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 1.059 12.458
Gesamtergebnis -33.307 -17.329

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der ProXES GmbH, Hameln,
im Geschäftsjahr 2023

Gezeichnetes Kapital
in Tsd.
IAS 19 Rücklage
TEUR
Rücklage aus Währungsumrechnung
TEUR
Sonstige Rücklagen und Jahresergebnis
TEUR
Summe Eigenkapital
TEUR
Stand zum 1. Januar 2022 25 -194 7.200 -107.838 -100.807
Kapitalerhöhung 0 0 0 0 0
Jahresfehlbetrag 0 0 0 -29.787 -29.787
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 0 8.132 4.326 0 12.458
Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 8.132 4.326 -29.787 -17.329
Stand zum 31. Dezember 2022 25 7.938 11.526 -137.625 -118.136
Kapitalerhöhung 0 0 0 9.000 9.000
Jahresfehlbetrag 0 0 0 -34.366 -34.366
Sonstiges Ergebnis nach Ertragsteuern 0 -1.535 2.594 0 1.059
Gesamtergebnis für das Geschäftsjahr 0 -1.535 2.594 -34.366 -33.307
Stand zum 31. Dezember 2023 25 6.403 14.120 -162.991 -142.443

Konzernkapitalflussrechnung

der ProXES GmbH, Hameln,

für das Geschäftsjahr 2023

2023
TEUR
2022
TEUR
Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit
Jahresüberschuss / (Jahresfehlbetrag) -34.366 -29.787
Erfolgswirksam erfasster Ertragssteueraufwand oder -ertrag -622 -1.157
Erfolgswirksam erfasste Finanzierungsaufwendungen 23.315 18.200
Erfolgswirksam erfasste Erträge aus Finanzinvestitionen -26 -39
(Gewinn) / Verlust aus dem Verkauf oder Abgang von Sachanlagen -123 -358
Abschreibungen und Wertminderungen von langfristigen Vermögenswerten 21.512 26.710
Zwischensumme 9.690 13.569
Veränderungen im Nettoumlaufvermögen
(Zunahme) / Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsvermögenswerte 3.699 -8.593
(Zunahme) / Abnahme der sonstigen Forderungen -3 65
(Zunahme) / Abnahme der Vorräte -2.410 -3.034
(Zunahme) / Abnahme der geleisteten Anzahlungen auf Vorräte 45 233
(Zunahme) / Abnahme der sonstigen Vermögenswerte 146 -525
Zunahme / (Abnahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -2.104 5.988
Zunahme / (Abnahme) der sonstigen Verbindlichkeiten 489 839
Zunahme / (Abnahme) der langfristigen Rückstellungen 2.796 -8.695
Zunahme / (Abnahme) der kurzfristigen Rückstellungen 150 -58
Zunahme / (Abnahme) der erhaltenen Anzahlungen -1.000 6.306
Zunahme / (Abnahme) der sonstigen Schulden 1.151 -1.775
Zwischensumme 2.959 -9.251
Sonstige nicht cash-wirksame Erträge / Aufwendungen sowie nicht cash-wirksame Veränderungen der Rückstellungen -1.879 9.135
Gezahlte Ertragsteuern -1.324 -1.042
Zwischensumme -3.203 8.093
Nettozahlungsmittelzufluss/-abfluss aus betrieblicher Tätigkeit 9.446 12.411
Cashflows aus Investitionstätigkeit
Auszahlungen für Immaterielle Wirtschaftsgüter und Sachanlagen -3.332 -3.049
Einzahlungen aus dem Verkauf von Anlagevermögen 308 1.122
Nettozufluss/-abfluss an Zahlungsmitteln aus Investitionstätigkeit -3.024 -1.928
Cashflows aus Finanzierungstätigkeit
Einzahlung aus Eigenkapitalzuführungen von Gesellschaftern des Mutterunternehmens 9.000 0
Einzahlungen aus erhaltenen Darlehen 0 1.077
Rückzahlung von erhaltenen Darlehen -4.084 -3.500
Gezahlte Zinsen und sonstige Finanzierungskosten -10.723 -4.845
Tilgung aus IFRS 16 Leases an Dritte -2.145 -2.086
Zinsen aus IFRS 16 Leases an Dritte -553 -550
Nettozufluss/-abfluss an Zahlungsmitteln aus Finanzierungstätigkeit -8.505 -9.904
Nettozunahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten -2.083 580
Zahlungsmittelbestand am Anfang der Periode 14.485 13.646
Auswirkungen Wechselkursänderungen auf den Kassabestand in fremder Währung -97 259
Zahlungsmittel / Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode 12.305 14.485

Konzernanhang für das Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

der ProXES GmbH

1. Informationen zum Unternehmen

Die ProXES GmbH (nachfolgend: "die Gesellschaft" oder "der ProXES-Konzern") ist eine in Deutschland ansässige Gesellschaft mit beschränkter Haftung und Sitz am Stephanplatz 2 in 31789 Hameln, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover unter HRB 223632 eingetragen. Die Gesellschaft ist Mutterunternehmen des ProXES Konzerns. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Capvis Equity IV L.P., St. Helier Jersey, welche über die Polyusus Jersey IV L.P., St. Helier Jersey sowie Polyusus Lux X S. à. r. l., Luxembourg, (unmittelbare Mutterunternehmen) mehrheitlich an der ProXES GmbH beteiligt ist.

Die ProXES-Gruppe bzw. der Konzern stellt Maschinen, Anlagen und Prozesstechnik für die Verarbeitung, insbesondere von Lebensmitteln, Pharma- und Health-Care-Produkten her.

2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

2.1. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Die ProXES GmbH hat das Wahlrecht des § 315e Abs. 3 HGB in Anspruch genommen und ihren Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den verbindlich anzuwendenden International Financial Reporting Standards, soweit sie von der Europäischen Union übernommen worden sind, sowie den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften, aufgestellt.

Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt, welcher die Darstellungswährung des Konzerns ist.

Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Rundungen können in Einzelfällen dazu führen, dass sich Werte in diesem Abschluss nicht exakt zur angegebenen Summe aufaddieren und dass sich Prozentangaben nicht exakt aus den dargestellten Werten ergeben.

Die Gesamtergebnisrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Für die ProXES-Gruppe haben die folgenden seit dem 1. Januar 2023 erstmals angewendeten Standards bzw. Änderungen an diesen grundsätzlich Bedeutung, es ergaben sich jedoch keine wesentlichen Auswirkungen:

Änderungen an IAS 1 - Angabe von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (nebst Änderungen am IFRS Practice Statement 2)

Änderungen an IAS 8 - Definition von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen

Änderungen an IAS 12 - Latente Steuern, die sich auf Vermögenswerte und Schulden aus einer einzigen Transaktion beziehen.

Aus folgenden vom IASB veröffentlichten Standards und Interpretationen, die für den IFRS-Abschluss zum 31.12.2023 noch nicht verpflichtend anzuwenden sind, werden keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet:

Änderungen des IAS 1 - Klassifizierung von Schulden als lang- und kurzfristig (Erstmalige Pflichtanwendung gem. IASB ab 01.01.2024 bzw. in der EU ab 01.01.2024)

Änderungen an IFRS 16 - Leasingverbindlichkeiten bei Sale- und Leaseback Transaktionen (Erstmalige Pflichtanwendung gem. IASB ab 01.01.2024 bzw. in der EU ab 01.01.2024)

Änderungen an IAS 21 - Wechselkursänderungen - Fehlende Umtauschbarkeit (Erstmalige Pflichtanwendung gem. IASB ab 01.01.2025 bzw. in der EU ab 01.01.2025)

Änderungen an IAS 7 und IFRS 7 - Reverse- Factoring-Vereinbarungen (Erstmalige Pflichtanwendung gem. IASB ab 01.01.2024 bzw. in der EU ab 01.01.2024)

Es erfolgt keine freiwillige vorzeitige Anwendung von noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen.

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachfolgend erläutert.

2.2. Konsolidierungsgrundsätze und -kreis

In den Konzernabschluss sind die ProXES GmbH und die von ihr beherrschten Unternehmen einbezogen. Die Beherrschung resultiert daraus, dass die ProXES GmbH direkt oder indirekt über 50 Prozent der Stimmrechte des gezeichneten Kapitals einer Gesellschaft hält und/oder die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens derart steuern kann, dass sie von dessen Aktivitäten profitiert.

Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen.

Die Abschlüsse der ProXES GmbH und deren Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen. Aufwendungen und Erträge, Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Ergebnisse zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen werden eliminiert.

Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung sowie, die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und miteinander verrechnet. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwerte in der Bilanz ausgewiesen und jährlich bzw. beim Vorliegen von Indikatoren für eine Wertminderung einem Impairment-Test unterzogen.

Unternehmen, auf welche die ProXES GmbH einen maßgeblichen, jedoch nicht beherrschenden Einfluss hat, werden mittels der Equity-Methode bilanziert. Im Zeitpunkt des erstmaligen Einbezugs wird das Unternehmen mit den Anschaffungskosten angesetzt. In den Folgeperioden wird der Beteiligungsansatz fortgeführt. Anteilige Jahresgewinne oder Jahresverluste erhöhen bzw. verringern den Wertansatz der Beteiligung, wobei dieser maximal auf 0 EUR abgeschrieben werden kann. Vom Unternehmen empfangene Ausschüttungen werden vom Wertansatz abgesetzt.

Im Geschäftsjahr wurde die im Vorjahr begonnene Liquidation der OOO Stephan Machinery, Sankt-Petersburg, abgeschlossen.

Umstrukturierungen fanden im Geschäftsjahr 2023 nicht statt.

Die folgenden Unternehmen wurden zum 31. Dezember 2023 in den Konzernabschluss einbezogen:

Gesellschaft Sitz Tätigkeit Stimmrechtsund Kapitalanteil 31.12.2023
%
In den Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen
ProXES International GmbH Hameln, Deutschland Vertrieb 100
Stephan Machinery GmbH Hameln, Deutschland Entwicklung/Produktion/ Vertrieb 100
FrymaKoruma AG Rheinfelden, Schweiz Entwicklung/Produktion/ Vertrieb 100
ProXES Technology GmbH Neuenburg am Rhein, Deutschland Entwicklung/Vertrieb 100
ProXES Asia Pacific Pte. Ltd Singapur, Singapur Vertrieb 100
ProXES Shanghai Machinery Co. Ltd Shanghai, China Vertrieb 100
ProXES France S.a.r.L. Lognes, Frankreich Vertrieb 100
ProXES Polska Sp. z o.o Poznan, Polen Vertrieb 100
ProXES Inc. Mundelein, USA Vertrieb 100
ProXES UK &Ireland Ltd Huntingdon, UK Vertrieb 100
ProXES Benelux B.V Almelo, Niederlande Vertrieb 100
In den Konzernabschluss einbezogene assoziierte Unternehmen
Stephan UK Ltd Deeside/Flintshire, UK Vertrieb 40

Die Stephan UK Ltd. (Großbritannien) agiert im Markt als Vertriebsgesellschaft im Bereich des Vertriebs von Maschinen und Ersatzteilen.

2.3. Fremdwährung

Transaktionen in fremder Währung werden mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs am Tage der Transaktion in die funktionale Währung der jeweiligen Gesellschaft umgerechnet. Am Ende der Berichtsperiode bewertet die Gesellschaft auf Fremdwährung lautende monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der funktionalen Währung mit dem dann gültigen Devisenkassakurs. Gewinne und Verluste aus den Währungsbewertungen werden ergebniswirksam in den sonstigen betrieblichen Erträgen oder sonstigen betrieblichen Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Die Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen ausländischen Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der Euro ist, werden auf Basis ihrer funktionalen Währung, welche jeweils der Landeswährung entspricht, in die Konzernwährung Euro umgerechnet. Die Bilanzen werden nach der Stichtagskursmethode von ihrer funktionalen Währung in die Berichtswährung mit dem Devisenkassakurs zum Bilanzstichtag umgerechnet. Die Umrechnung der Gewinn- und Verlustrechnungen erfolgt zum Devisenkassa-Durchschnittskurs der Berichtsperiode. Das Eigenkapital wird zu historischen Wechselkursen umgerechnet.

Gewinne und Verluste aus der Währungsumrechnung werden ergebnisneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Konzern ergeben sich aus der folgenden Tabelle:

1 EUR = Devisenkassa-Stichtagskurs 31.12.2023 Devisenkassa-Durchschnittskurs 2023
USA USD 1,1050 1,0815
Polen PLN 4,3395 4,5420
Schweiz CHF 0,9260 0,9717
Großbritannien GBP 0,8691 0,8699
China CNY 7,8509 7,6590

2.4. Immaterielle Vermögenswerte

a) Geschäfts- oder Firmenwert

Aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte werden zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und sind gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Gemäß IAS 36 sind Geschäfts- oder Firmenwerte nicht planmäßig abzuschreiben, sondern jährlich und bei Anzeichen einer Wertminderung einem sogenannten Impairment Test (Prüfung auf Wertminderung) zu unterziehen.

Für Zwecke der Wertminderungsprüfung werden die Geschäfts- oder Firmenwerte bei Erwerb auf jene Zahlungsmittel generierende Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien eines Zusammenschlusses ziehen können.

Der Werthaltigkeitstest basiert auf der Ermittlung des erzielbaren Betrages (Recoverable Amount). Dieser ergibt sich aus dem höheren Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert. Die Werthaltigkeitstests werden mittels der Gegenüberstellung von Nutzungswert und Buchwert durchgeführt.

Übersteigt der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugewiesen wurde, deren erzielbaren Betrag, wird der dieser zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe des Differenzbetrags im Wert gemindert. Übersteigt die Wertminderung der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert des ihr zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwerts, wird die darüberhinausgehende Wertminderung anteilig auf die der zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordneten Vermögenswerte verteilt (IAS 36.104 ff). Die beizulegenden Zeitwerte bzw. Nutzungswerte (sofern bestimmbar) der einzelnen Vermögenswerte werden dabei als Wertuntergrenze berücksichtigt.

Der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit stellt das so genannte Nettovermögen dar und setzt sich aus dem für die operative Tätigkeit betriebsnotwendigen Vermögen (operatives Vermögen), zuzüglich aufgedeckter stiller Reserven (insbesondere der Geschäfts- oder Firmenwert) und abzüglich der Verbindlichkeiten, die aus der operativen Tätigkeit resultieren, zusammen.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten kommen primär marktpreisorientierte Verfahren zum Einsatz. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes wird auf Discounted Cashflow (DCF) Verfahren zurückgegriffen. Dabei wird das Konzept der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (WACC-Ansatz) (IDW RS HFA 16, Tz.30) angewendet. Die Höhe der Marktrisikoprämie wird unter Beachtung der Verlautbarungen des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) gewählt. Der risikolose Basiszins wird anhand einer vom IDW empfohlenen Berechnungssystematik ermittelt (Svensson-Methode). Der Beta-Faktor, der Fremdkapitalzinssatz sowie der Verschuldungsgrad werden anhand von Kapitalmarktdaten vergleichbarer Unternehmen (Peer-Group) derselben Branche ermittelt.

Bei der Ableitung der Diskontierungszinssätze wurden die folgenden Parameter verwendet: Die länderspezifischen risikolosen Zinssätze betragen 0,65 % (für die Schweiz) bis zu 5,19 % (für Polen). Die verwendeten Marktrisikoprämien liegen zwischen 6,90 % (für Asia / Pazifik) und 8,5 % (für Polen). Der Beta-Faktor beträgt unverschuldet 0,99. Für das nachhaltige Wachstum wurde eine Wachstumsrate von 1,00 % angenommen.

Daneben wurden die vom Management offiziell verabschiedete Planungsrechnung im Pro-XES-Konzern zugrunde gelegt, welche einen Zeitraum von 3 Jahren (2024 - 2026) umfasst. Die kurzfristige Planung (2024) wurde anhand einer Bottom-Up-Planung auf Einzelgesellschaftsebene in Abstimmung mit den Vertriebsgesellschaften und den produzierenden Einheiten im Konzern vorgenommen. Diese besteht aus einer Plan-Gesamtergebnisrechnung, Plan-Bilanz sowie einer Plan-Cash-Flow-Rechnung.

Für die Werthaltigkeitstests der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse eine mögliche Veränderung der wesentlichen Parameter (u.a. Kapitalisierungszinssatz, Wachstumsrate in der ewigen Rente) angenommen. Das Management ist der Ansicht, dass denkbare Veränderungen der Grundannahmen, auf denen die Bestimmung der erzielbaren Beträge basiert, - mit Ausnahme für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Stephan Machinery GmbH und ProXES UK & Ireland Ltd. (siehe hierzu Abschnitt 4.1) - zu keinem weiteren Wertminderungsbedarf führen.

Jeglicher Wertminderungsaufwand der Geschäfts- oder Firmenwerte wird als Aufwand behandelt. Ein für Geschäfts- oder Firmenwerte erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden.

b) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten aktiviert und planmäßig linear über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer von ein bis fünfzehn Jahren abgeschrieben. Entwicklungskosten für immaterielle Vermögenswerte werden im Jahr ihrer Entstehung ergebniswirksam verrechnet, wenn die Voraussetzungen der Aktivierung nicht gegeben sind.

Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet (welche als Anschaffungskosten angesehen werden). In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bewertet.

Ebenso werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte (Entwicklungskosten) angesetzt. Entwicklungskosten für neu entwickelte Produkte, zu denen Untersuchungen zur technischen Realisierbarkeit sowie zur Vermarktbarkeit vorliegen, werden mit den direkt oder indirekt zurechenbaren Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung der neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Entwicklungstätigkeit muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen; Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert. Die planmäßige Abschreibung erfolgt nach Fertigstellung auf Grundlage der geplanten wirtschaftlichen Nutzungsdauer der Produkte (i.d.R. 4 Jahre).

Im Einzelnen werden die folgenden Nutzungsdauern für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:

Software 1-10 Jahre
Kundenbeziehungen 5-9 Jahre
Auftragsbestand 1-2 Jahre
Technologien 6-13 Jahre
Unternehmensmarken unbegrenzt / 5 Jahre
Produktmarken 13 Jahre
Aktivierte Entwicklungskosten 4 Jahre

Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. In der Berichtsperiode sind keine Forschungskosten angefallen.

2.5. Sachanlagen

Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und erfasster Wertminderungen ausgewiesen. Die Abschreibungen werden nach der linearen Methode vorgenommen.

Die folgenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der Abschreibungen der Sachanlagen zugrunde gelegt:

Grundstücke unbegrenzt
Gebäude 4-45 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 3-21 Jahre
Andere Anlagen, Geschäftsausstattung 1-15 Jahre
Fuhrpark 5-6 Jahre

2.6. Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

Zu jedem Abschlussstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes anhand des Nutzungswertes ermittelt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen.

Entfällt der Grund, der zu einer Wertminderung in der Vergangenheit geführt hat, wird der Buchwert des Vermögenswertes wieder entsprechend erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergäbe, wenn für den Vermögenswert in Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Die Umkehrung des Wertminderungsaufwandes wird ebenfalls erfolgswirksam erfasst.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt.

2.7. Leasing

IFRS 16 sieht für Leasingnehmer das Right-of-use-Modell vor, wonach grundsätzlich alle Leasingverhältnisse in der Bilanz anzusetzen sind.

Danach werden

Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten in der Konzernbilanz bilanziert, die zunächst mit dem Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen bewertet werden;

Abschreibungen von Nutzungsrechten und Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns erfasst;

die gesamten Leasingzahlungen in der Konzern-Kapitalflussrechnung unter dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit gezeigt.

Ausnahmen bestehen lediglich für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse. Der Konzern nimmt die Erleichterungen für derartige Leasingverhältnisse in Anspruch.

Bei den Leasingverhältnissen des ProXES-Konzerns handelt es sich ausschließlich um Leasing-Verhältnisse, bei denen die Gesellschaft als Leasingnehmer auftritt. Geleast werden Hardware, PKW, Büroausstattung und Betriebsgebäude. Gemäß IFRS 16 bilanziert der Konzern für die meisten dieser Leasingverträge Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten, d.h. die Leasingverträge sind in der Bilanz ausgewiesen.

Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelpreise auf.

Einige Immobilienleasing-Verhältnisse enthalten Verlängerungsoptionen für den Mieter, um operative Flexibilität zu gewährleisten. Der Konzern beurteilt zum Bereitstellungsdatum, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist. Der Konzern bestimmt erneut, ob die Ausübung von Verlängerungsoptionen hinreichend sicher ist, wenn ein signifikantes Ereignis oder eine signifikante Änderung von Umständen, die innerhalb der Kontrolle des Konzerns liegen, eintritt.

2.8. Vorräte

Unter den Vorräten werden die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren zu durchschnittlichen Anschaffungskosten angesetzt. Die fertigen und unfertigen Erzeugnisse werden grundsätzlich zu Herstellungskosten bewertet. Diese umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch angemessene Teile der Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten sowie Abschreibungen des Anlagevermögens, soweit diese durch die Fertigung veranlasst sind.

Die Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung sowie der geschätzten Kosten für den Vertrieb dar.

2.9. Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten (Finanzinstrumente)

Finanzinstrumente sind Verträge, die bei einem Vertragspartner zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und beim anderen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führen. Finanzielle Vermögenswerte umfassen hauptsächlich flüssige Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie derivative Finanzinstrumente. Finanzielle Verbindlichkeiten umfassen insbesondere Anleihen und sonstige verbriefte Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen, Schuldscheindarlehen und derivative Finanzverbindlichkeiten.

Finanzinstrumente werden grundsätzlich angesetzt, sobald der Konzern Vertragspartei der Regelungen des Finanzinstruments wird. Bei marktüblichen Käufen oder Verkäufen ist für die erstmalige bilanzielle Erfassung sowie den bilanziellen Abgang allerdings der Erfüllungstag relevant.

Finanzinstrumente werden bei ihrem erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei sind bei allen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die in der Folge nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert, sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten zu berücksichtigen. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Sofern diese nicht unmittelbar verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und unter Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet.

Die Folgebewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach deren Klassifizierung gemäß IFRS 9. Im ProXES Konzern werden derzeit sämtliche finanzielle Vermögenswerte und Schulden als zu fortgeführten Anschaffungskosten kategorisiert.

Finanzielle Vermögenswerte werden somit zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode folgebewertet. Die fortgeführten Anschaffungskosten werden durch Wertminderungsaufwendungen gemindert. Zinserträge, Währungskursgewinne/-verluste sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Ein Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung wird im Gewinn oder Verlust erfasst.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden ebenfalls zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode folgebewertet. Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit dann aus, wenn die entsprechende Verpflichtung beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen ist. Die Differenz zwischen dem Buchwert der ausgebuchten finanziellen Verbindlichkeit und der entrichteten oder zu entrichtenden Gegenleistung wird in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

2.10. Barmittel und Bankguthaben

Barmittel und Bankguthaben werden zu (fortgeführten) Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände und Bankguthaben in verschiedenen Währungen.

2.11. Pensionsverpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mittels des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected-Unit-Credit-Method) für Leistungszusagen auf Altersversorgung errechnet. Der Berechnung liegen die Richttafeln von K. Heubeck von 2018 G zugrunde. Es werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und Anwartschaften, sondern auch künftig erwartete Veränderungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Der Dienstzeitaufwand ist in der Gesamtergebnisrechnung im Personalaufwand enthalten. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sowie Gewinne und Verluste aus der Neubewertung des Planvermögens werden bei Entstehung im "Sonstigen Gesamtergebnis", von den Gewinnrücklagen abgesetzt, erfasst. Der Zinsaufwand wird im Zinsergebnis ausgewiesen.

2.12. Steuerrückstellungen und sonstige Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen und Sonstigen Rückstellungen werden in angemessener Höhe für alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen gebildet. Voraussetzung für den Ansatz ist, dass die Inanspruchnahme wahrscheinlich und die Höhe der Verpflichtung zuverlässig ermittelbar ist. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst.

Die zur Erfüllung der potenziellen Gewährleistungsverpflichtung des Konzerns notwendigen Ausgaben werden zum Verkaufszeitpunkt der betreffenden Produkte auf Basis der Regelungen der jeweiligen Kaufverträge angesetzt.

2.13. Aufwands- und Ertragsrealisierung

Erlösrealisierung aus dem Verkauf von Maschinen, Ersatzteilen und Dienstleistungen - Fertigungsaufträge

Nach IFRS 15 werden Erlöse aus der Veräußerung von Standardmaschinen, Ersatzteilen und Dienstleistungen (z.B. Wartung, Umrüstung, Inbetriebnahmen) zeitpunktbezogen realisiert, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über den Vermögenswert erlangt bzw. die Leistung abgenommen wurde. Die Verfügungsmacht geht gewöhnlich - zu einem bestimmten Zeitpunkt - in Abhängigkeit von den Liefervereinbarungen bei Versand oder mit Lieferung bzw. Übergabe der Maschine oder dem Ersatzteil beim Kunden auf diesen über. In der Regel werden Anzahlungen des Kunden vertraglich vereinbart, die in den Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden. Rechnungen sind in der Regel innerhalb von 14 bis maximal 60 Tagen zahlbar. Daneben erfolgt der Verkauf von Ersatzteilen oder die Erbringung von Dienstleistungen auch gegen Vorkasse.

Im Falle der Veräußerung von kundenspezifischen Maschinen erfolgt die Erbringung der Leistungsverpflichtungen und somit auch die Erlöserfassung über einen bestimmten Zeitraum. Durch die Leistung des Konzerns wird ein Vermögenswert erstellt, der keine alternativen Nutzungsmöglichkeiten für den Konzern aufweist. Zugleich hat das Unternehmen einen Rechtsanspruch auf Bezahlung der bereits erbrachten Leistungen. Die Erlöse aus dieser Art von Auftragsfertigung werden in Abhängigkeit des Leistungsfortschritts gegenüber der vollständigen Erfüllung der Leistungsverpflichtung ermittelt. Der Leistungsfortschritt wird auf Basis der Cost-to-cost-Methode ermittelt. Die damit verbundenen Kosten werden bei Anfall im Gewinn oder Verlust erfasst. Kundenspezifische Fertigungsaufträge haben in der Regel eine Dauer von weniger als einem Jahr. In der Regel werden Anzahlungen des Kunden vertraglich vereinbart, die als Vertragsverbindlichkeiten ausgewiesen werden soweit die entsprechende Leistungsverpflichtung von dem Konzern noch nicht erfüllt wurde.

Der Transaktionspreis ergibt sich aus den vertraglichen Vereinbarungen und beinhaltet in der Regel keine variablen Bestandteile.

Sonstige Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Ausgaben im Zusammenhang mit der Entwicklung neuer Produkte und Verfahren, darunter wesentliche Verbesserungen und Verfeinerungen von bereits vorhandenen Produkten, werden nach Anfall als Aufwand gebucht, soweit die Voraussetzungen einer Aktivierung als Entwicklungskosten nicht vorliegen.

Sonstige betriebliche Erträge werden mit Erbringung der Leistung bzw. mit Entstehen des Anspruchs realisiert. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht erfasst.

2.14. Ertragsteuern

Die laufenden Ertragsteuern werden basierend auf den jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnissen des Jahres sowie den nationalen Steuervorschriften berechnet. Zudem können die laufenden Steuern des Jahres auch Anpassungsbeträge für eventuell anfallende Steuerzahlungen bzw. -erstattungen für noch nicht veranlagte Jahre enthalten.

Aktive und passive latente Steuern werden auf Basis von temporären Unterschieden zwischen den bilanziellen und steuerlichen Wertansätzen einschließlich Unterschieden aus Konsolidierung sowie auf Basis von Verlustvorträgen bewertet. Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden. Die Veränderung der aktiven und passiven latenten Steuern spiegelt sich in der Gesamtergebnisrechnung wider. Eine Ausnahme stellen latente Steuern auf im sonstigen Ergebnis bzw. direkt im Eigenkapital erfasste Posten dar, diese werden korrespondierend ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, sofern diese gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung vorliegt.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren.

2.15. Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind teilweise Annahmen getroffen und Schätzwerte verwendet worden, die sich auf Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Die tatsächlichen Werte können zu einem späteren Zeitpunkt in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Entsprechende Änderungen würden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam. Alle Annahmen und Schätzungen werden nach bestem Wissen und Gewissen getroffen, um ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln.

3. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

3.1. Umsatzerlöse

Die Aufgliederung der Konzernerlöse stellt sich wie folgt dar:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Maschinen 92.073 85.873
Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Ersatzteilen 35.445 29.819
Umsatzerlöse aus der Erbringung von Dienstleistungen 3.940 4.544
Sonstige Umsatzerlöse 1.949 2.269
Erlösschmälerungen -185 -227
Summe Erlöse aus Verträgen mit Kunden 133.223 122.278
Summe Umsatzerlöse gesamt 133.223 122.278

Die folgende Tabelle gliedert die Erlöse aus Verträgen mit Kunden nach den geographischen Hauptmärkten des Konzerns sowie hinsichtlich des Zeitpunkts der Erlösrealisierung auf.

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Geographische Hauptmärkte
Western Europe & Africa 59.111 51.076
EEMEA & LA 18.768 22.531
North America 30.461 22.384
Asia / Pacific 24.883 26.287
133.223 122.278
Zeitpunkt der Erlösrealisierung
Zu einem Zeitpunkt übertragene Produkte 73.331 65.514
Über einen Zeitraum übertragene Produkte und Dienstleistungen 59.892 56.763
133.223 122.278
Erlöse aus Verträgen mit Kunden 133.223 122.278

Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen, Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
in TEUR
Forderungen, die in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen enthalten sind 17.894 17.886
Vertragsvermögenswerte (IFRS 15) 9.454 13.158
Vertragsverbindlichkeiten (IFRS 15) 20.092 21.089

3.2. Aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen betragen TEUR 1.138 (Vj. TEUR 1.389) und betreffen im Wesentlichen Demomaschinen (TEUR 882; Vj. TEUR 1.211).

3.3. Materialaufwand

2023
In TEUR
2022
In TEUR
Aufwendungen für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Waren -54.987 -50.012
Aufwendungen für bezogene Leistungen -2.402 -2.915
-57.389 -52.927

Die Aufwendungen für bezogene Leistungen enthalten in Höhe von TEUR 824 Aufwendungen für gewerbliche Zeitarbeit (Vj. TEUR 424).

3.4. Personalaufwand

2023
In TEUR
2022
In TEUR
Löhne und Gehälter -35.318 -33.622
Kosten der sozialen Sicherheit -3.398 -4.060
Aufwendungen für Altersversorgung -3.773 -2.790
-42.489 -40.471

3.5. Sonstige betriebliche Aufwendungen

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Vertriebsaufwendungen -6.286 -5.819
Betriebsaufwendungen -10.607 -8.575
Verwaltungsaufwendungen -3.908 -2.511
Provisionsaufwendungen -2.588 -3.529
Aufwendungen aus wertberichtigten Forderungen -2.074 -237
Aufwendungen aus der Währungsumrechnung -2.040 -1.884
-27.503 -22.555

3.6. Sonstige betriebliche Erträge

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Erträge aus der Währungsumrechnung 1.399 1.356
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 442 984
Erträge aus dem Verkauf von Anlagevermögen 123 410
Erträge aus der Auflösung von wertberichtigten Forderungen 208 214
Übrige sonstige betriebliche Erträge 856 1.269
3.027 4.232

3.7. Finanzerträge/Finanzaufwendungen

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Zinsen und ähnliche Erträge 26 39
Zinsaufwendungen Kreditinstitute -9.070 -5.664
davon aus dem Ergebnis aus der Wertänderung von Effektivzinsen -626 -650
Zinsen für Gesellschafterdarlehen -11.910 -11.234
Zinseffekt aus Pensions- und Jubiläumsrückstellungen -224 -93
Zinsen für Leasingverhältnisse (IFRS 16) -553 -550
Währungsverluste Darlehen -472 -358
Sonstige -1.086 -301
-23.289 -18.161

Die Finanzierungskosten des ProXES-Konzerns resultieren im Wesentlichen aus dem Erwerb der ProXES-Holding-Gruppe im Jahr 2017. Die Erwerbe wurden durch die Aufnahme von Fremdmitteln bei Banken und durch Gesellschafterdarlehen finanziert.

3.8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

In der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasste Ertragsteuern

01.01. 31.12.2023
in TEUR
01.01. 31.12.2022
in TEUR
Laufende Steuern
Steueraufwand der laufenden Periode -1.810 -1.027
In der laufenden Periode erfasste Anpassungen für laufende Steuern der Vorjahre -92 -113
Summe -1.902 -1.140
Latente Steuern
Im Berichtsjahr erfasster latenter Steuerertrag 2.525 2.297
Summe 622 1.157

Im sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern

01.01. 31.12.2023
in TEUR
01.01. 31.12.2022
in TEUR
Latente Steuern auf Pensionen -339 -1.552
Latente Steuern auf Jubiläumsrückstellungen -5 -15
Summe der im sonstigen Ergebnis erfassten Ertragssteuern -344 -1.566

Der Konzernsteuersatz der ProXES-Gruppe für das Geschäftsjahr 2023 beläuft sich auf 31,40 % (Vj. 31,40 %). Dieser besteht aus der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer.

Die tatsächlichen Steuern weichen vom theoretischen Steueraufwand, der sich bei Anwendung des Konzernsteuersatzes auf das Ergebnis vor Ertragsteuern ergeben, ab. Der Steueraufwand für das Geschäftsjahr kann wie folgt auf den Periodenerfolg übergeleitet werden:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Ergebnis vor Ertragsteuern -34.366 -30.945
Anzuwendender Steuersatz 31,4% 31,4%
Theoretischer/erwarteter Steueraufwand /-ertrag 10.791 9.717
Abschreibung eines steuerlich nicht ansetzbaren Geschäfts- oder Firmenwerts -2.748 -4.349
Nichtansatz von latenten Steuern auf Zinsvortrag aus der Zinsschranke -6.283 -4.678
Sonstige -1.139 467
Effektiver Steueraufwand /-ertrag 622 1.157

Latente Steuererstattungsansprüche und -schulden

Nachstehend erfolgt eine Analyse der latenten Steueransprüche und -schulden in der Konzernbilanz:

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
in TEUR
Latente Steueransprüche 383 535
Latente Steuerschulden 10.166 13.017

Zum 31. Dezember 2023 setzen sich aktive und passive latente Steuern wie folgt zusammen:

Aktive latente Steuern 31.12.2023
in TEUR
Passive latente Steuern 31.12.2023
in TEUR
Aktive latente Steuern 31.12.2022
in TEUR
Passive latente Steuern 31.12.2022
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 72 404 74 224
Immaterielle Vermögenswerte 0 10.996 0 13.458
Sonstige Vermögenswerte 0 0 0 0
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 67 51 71 0
Vertragsvermögenswerte 0 1.692 0 2.909
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 204 0 0 88
Langfristige Verbindlichkeiten
Pensionsrückstellungen 1.386 0 1.243 0
Finanzverbindlichkeiten 388 0 721 0
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Rückstellungen 443 0 0 160
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 697 0 212 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0 563 0
Steuerliche Verlustvorträge 105 0 1.474 0
Saldierung von latenten Steuern -2.977 -2.977 -3.823 -3.823
Angesetzte latente Steuern 383 10.166 535 13.017
davon erfolgswirksam -67 2.592 -302 2.599

Die passiven latenten Steuern auf immaterielle Vermögenswerte sind aus dem Ansatz steuerlich nicht abzugsfähiger immaterieller Vermögenswerte im Rahmen von Kaufpreisallokationen bei Unternehmenserwerben entstanden. Gleiches gilt für latente Steuern auf Sachanlagen. Die aktiven latenten Steuern auf Pensionsrückstellungen resultieren im Wesentlichen aus der FrymaKoruma-Gruppe, da die nach IAS 19 ansatzpflichtigen Pensionsverpflichtungen der FrymaKoruma AG i.H.v. 7.731 TEUR (Vj. TEUR 5.063) nach Schweizer Steuerrecht nicht ansatzfähig sind.

Zum 31. Dezember 2023 bestanden steuerliche Zinsvorträge in Höhe von TEUR 98.412 (Vj. TEUR 78.676) auf die keine latenten Steueransprüche gebildet wurden, da sie zum Bilanzstichtag als nicht nutzbar eingestuft wurden.

4. Erläuterungen zur Bilanz

4.1. Geschäfts- oder Firmenwert

Die Entwicklung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Geschäftsjahr 2023 stellt sich wie folgt dar:

Goodwill
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2023 214.779
Zugänge 0
Abgänge -385
Zugänge durch Unternehmenserwerbe 0
Wechselkursdifferenzen (netto) 2.312
Stand zum 31.12.2023 216.705
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2023 -89.475
Wertminderungsaufwand -8.751
Abgänge 385
Wechselkursdifferenzen (netto) -783
Stand zum 31.12.2023 -98.623
Buchwerte 31.12.2023 118.083
Goodwill
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2022 211.436
Zugänge 0
Abgänge 0
Zugänge durch Unternehmenserwerbe 0
Wechselkursdifferenzen (netto) 3.343
Stand zum 31.12.2022 214.779
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2022 -75.493
Wertminderungsaufwand -13.851
Abgänge 0
Wechselkursdifferenzen (netto) -130
Stand zum 31.12.2022 -89.475
Buchwerte 31.12.2022 125.304

Der zum Bilanzstichtag ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert der ProXES GmbH verteilt sich auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs) wie folgt:

31.12.2023
in TEUR
31.12.202
in TEUR
Stephan Machinery GmbH 54.167 62.508
FrymaKoruma AG 36.122 33.969
ProXES Benelux B.V 3.568 3.568
ProXES Inc. 18.967 19.649
ProXES France S.à.r.l. 0 0
ProXES Asia Pacific Pte. Ltd 1.168 1.168
OOO Stephan Machinery Sankt-Petersburg 0 0
ProXES Polska Sp. z o.o 0 0
ProXES UK &Ireland Ltd 2.311 2.662
ProXES Technology GmbH 1.780 1.780
118.083 125.304

Die zum 31. Dezember 2023 durchgeführten Impairmenttests bestimmen den erzielbaren Betrag auf Basis des Nutzungswerts der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Auf Basis der durchgeführten Impairmenttests hat sich im Geschäftsjahr ein Wertminderungsbedarf von insgesamt TEUR 8.751 ergeben.

Der Wertminderungsbedarf betrifft im Wesentlichen das Tochterunternehmen Stephan Machinery GmbH (TEUR 8.342). Die Wertminderungen resultieren aus der Tatsache, dass insbesondere aufgrund des schwierigen Marktumfelds der Auftragseingang und die Umsatzentwicklung deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist und zeitgleich Kostensteigerungen nicht wie geplant durch entsprechende Umsatzsteigerungen kompensiert werden konnten, wodurch sich die Ergebnismargen negativ entwickelt haben. Bei der ProXES UK &Ireland Ltd. wurde eine Wertminderung in Höhe von TEUR 409 erfasst.

Der Wertminderungsbedarf (vor Berücksichtigung von Wechselkursdifferenzen) verteilt sich wie folgt:

31.12.2023
In TEUR
31.12.2022
In TEUR
Stephan Machinery GmbH 8.342 -
FrymaKoruma AG - 13.851
ProXES Benelux B.V - -
ProXES Inc. - -
ProXES France S.à.r.l. - -
ProXES Asia Pacific Pte. Ltd - -
ProXES Polska Sp. z o.o - -
ProXES UK &Ireland Ltd 409 -
ProXES Technology GmbH - -
8.751 13.851

Der Wertminderungsaufwand ist in der Gewinn- und Verlustrechnung unter den Abschreibungen ausgewiesen.

Eine Erhöhung der Kapitalkosten um ca. 0,5%-Punkte auf 9,9 % würde für die Stephan Machinery GmbH zu einem zusätzlichem Wertminderungsbedarf von TEUR 4.441 führen. Bei der ProXES UK &Ireland Ltd. würde eine Erhöhung der Kapitalkosten um ca. 0,5 %-Punkte auf 11,7 % zu einer Erhöhung des Wertminderungsaufwands um TEUR 145 führen. Bei einer Reduzierung des nachhaltigen Ergebnisses (EBIT) im Vergleich zum jeweiligen Basisszenario um 10% würde für die Stephan Machinery GmbH ein zusätzlicher Wertminderungsbedarf von TEUR 6.816 und für die ProXES UK &Ireland Ltd. ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand von TEUR 209 resultieren. Werden gegenüber dem Basisszenario sowohl die Kapitalkosten um jeweils 0,5 %-Punkte erhöht als auch das nachhaltige Ergebnis um 10 % reduziert, würde sich für die Stephan Machinery GmbH ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand von TEUR 10.826 sowie für die ProXES UK &Ireland Ltd. ein zusätzlicher Wertminderungsaufwand von TEUR 341 ergeben.

4.2. Sonstige Immaterielle Vermögenswerte

Der nachfolgende Anlagespiegel zeigt die Zusammensetzung und die Entwicklung der sonstigen immateriellen Vermögenswerte:

Kundenbeziehungen
in TEUR
Technologien
in TEUR
Unternehmensmarken
in TEUR
Produktmarken
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2023 59.163 28.381 19.493 357
Zugänge 5
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) 602 638 430
Stand zum 31.12.2023 59.771 29.020 19.923 357
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2023 -37.814 -14.195 -2.576 -245
Abschreibungsaufwand -6.670 -2.335 -11
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) -502 -346
Stand zum 31.12.2023 -44.985 -16.876 -2.576 -256
Buchwerte 31.12.2023 14.785 12.143 17.347 101
Auftragsbestand
in TEUR
Aktivierte Entwicklungskosten
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2023 3.751 769
Zugänge 256
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) 68
Stand zum 31.12.2023 3.818 1.026
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2023 -3.751 -341
Abschreibungsaufwand -82
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) -68
Stand zum 31.12.2023 -3.818 -423
Buchwerte 31.12.2023 0 603
Sonstige
in TEUR
Summe
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2023 2.496 114.411
Zugänge 1.213 1.474
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) 135 1.873
Stand zum 31.12.2023 3.844 117.759
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2023 -1.453 -60.375
Abschreibungsaufwand -364 -9.462
Abgänge
Umbuchungen
Wechselkursdifferenzen (netto) -51 -967
Stand zum 31.12.2023 -1.868 -70.804
Buchwerte 31.12.2023 1.976 46.955

Vorjahr:

Kundenbeziehungen
in TEUR
Technologien
in TEUR
Unternehmensmarken
in TEUR
Produktmarken
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2022 58.604 28.009 19.182 357
Zugänge
Abgänge -632 -100 -6
Wechselkursdifferenzen (netto) 1.191 472 318
Stand zum 31.12.2022 59.163 28.381 19.493 357
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2022 -30.948 -11.718 -2.340 -233
Abschreibungsaufwand -6.854 -2.309 -236 -11
Abgänge 632 31
Wechselkursdifferenzen (netto) -644 -200
Stand zum 31.12.2022 -37.814 -14.195 -2.576 -245
Buchwerte 31.12.2022 21.349 14.186 16.918 112
Auftragsbestand
in TEUR
Aktivierte Entwicklungskosten
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2022 3.701 591
Zugänge 178
Abgänge
Wechselkursdifferenzen (netto) 50
Stand zum 31.12.2022 3.751 769
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2022 -3.701 -316
Abschreibungsaufwand -26
Abgänge
Wechselkursdifferenzen (netto) -50
Stand zum 31.12.2022 -3.751 -341
Buchwerte 31.12.2022 0 428
Sonstige
in TEUR
Summe
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2022 2.020 112.464
Zugänge 440 619
Abgänge -10 -747
Wechselkursdifferenzen (netto) 45 2.075
Stand zum 31.12.2022 2.496 114.411
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2022 -1.157 -50.413
Abschreibungsaufwand -267 -9.703
Abgänge 2 664
Wechselkursdifferenzen (netto) -31 -925
Stand zum 31.12.2022 -1.453 -60.375
Buchwerte 31.12.2022 1.042 54.035

Die im Rahmen der Kaufpreisallokation der ProXES-Holding-Gruppe identifizierten Kundenbeziehungen erfüllen auf Grund der in der Vergangenheit beobachtbaren stabilen Umsätze mit Bestandskunden die Ansatzkriterien für immaterielle Vermögenswerte. Die Restnutzungsdauern der Kundenbeziehungen betragen 2-3 Jahre.

Die unpatentierten Technologien verschaffen dem ProXES-Konzern im Vergleich zu seinen Wettbewerbern strategische Vorteile. Die un-/patentierten Technologien sind auf Grund der Erfüllung des "vertraglich-/rechtlichen" Kriteriums als immaterieller Vermögenswert gemäß IFRS 3/IAS 38 zu identifizieren. Die Restnutzungsdauern der Technologien betragen 4-7 Jahre.

Die Unternehmensmarken umfassen zum Bilanzstichtag die Marken "Stephan" (Buchwert zum 31.12.2023: TEUR 9.598 Vj. TEUR 9.598), "FrymaKoruma" (Buchwert zum 31.12.2023 TEUR 7.207; Vj. TEUR 6.778) und "Terlet" (Buchwert zum 31.12.2023: TEUR 542; Vj. TEUR 542). Die Unternehmensmarken haben eine unbestimmte Nutzungsdauer, da keine Begrenzung der Periode abzusehen ist, in der die Vermögenswerte voraussichtlich Netto-Cashflows für das Unternehmen erzeugen werden. Die Marken werden mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.

Die aktivierten Entwicklungskosten betreffen im Wesentlichen Neuentwicklungen (TEUR 603; Vj. TEUR 428) des Konzerns. Weitere Entwicklungsarbeiten wurden ausschließlich kundenbezogen für Fertigungsaufträge durchgeführt. Die nicht aktivierbaren Forschungs- und Entwicklungskosten belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 87 (Vj. TEUR 62) und sind unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

4.3. Sachanlagen

Der nachfolgende Anlagespiegel zeigt die Zusammensetzung und die Entwicklung des Sachanlagevermögens:

Grundstücke und Gebäude
in TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
in TEUR
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
in TEUR
Sonstige
in TEUR
Summe
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2023 19.493 1.077 11.505 920 32.996
Zugänge 1.008 0 2.014 115 3.137
Abgänge -418 0 -835 -1.253
Umbuchung 31 -31
Wechselkursdifferenzen (netto) 752 42 45 17 856
Stand zum 31.12.2023 20.834 1.119 12.760 1.020 35.736
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2023 -4.427 -157 -5.352 0 -9.936
Abschreibungsaufwand -1.613 -84 -1.608 -3.306
Abgänge 414 638 1.053
Wechselkursdifferenzen (netto) -221 -6 -59 -286
Stand zum 31.12.2023 -5.847 -247 -6.381 0 -12.476
Buchwerte 31.12.2023 14.987 872 6.379 1.020 23.260

Vorjahr:

Grundstücke und Gebäude
in TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
in TEUR
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
in TEUR
Sonstige
in TEUR
Summe
in TEUR
Anschaffungskosten
Stand zum 01.01.2022 18.780 1.096 10.783 459 31.117
Zugänge 780 2 2.743 432 3.957
Abgänge -691 -52 -2.098 -2.840
Wechselkursdifferenzen (netto) 625 31 77 29 763
Stand zum 31.12.2022 19.493 1.077 11.505 920 32.996
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
Stand zum 01.01.2022 -3.431 -271 -4.934 0 -8.636
Abschreibungsaufwand -1.541 -86 -1.527 -3.154
Abgänge 677 201 1.186 2.064
Wechselkursdifferenzen (netto) -133 -1 -77 -211
Stand zum 31.12.2022 -4.427 -157 -5.352 0 -9.936
Buchwerte 31.12.2022 15.067 920 6.153 920 23.060

4.4. Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum 31. Dezember 2023 werden Beteiligungen an assoziierten Unternehmen mit einem Buchwert von TEUR 10 (Vj. TEUR 10) gehalten.

Das Gesamtergebnis der als assoziiertes Unternehmen ausgewiesenen Stephan UK Ltd. belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 145 (2021: TEUR 326). Das Eigenkapital betrug zum 31.12.2022 TEUR 756 (31.12.2021: TEUR 734).

4.5. Vorräte

31.12.2023
In TEUR
31.12.2022
In TEUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 9.257 6.620
Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 4.958 4.902
Fertige Erzeugnisse und Waren 3.870 4.154
18.086 15.676

Zum Bilanzstichtag wurden Abschreibungen auf den Nettoveräußerungspreis in Höhe von TEUR 1.320 (Vj. TEUR 977) bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und in Höhe von TEUR 358 (Vj. TEUR 272) bei den fertigen Erzeugnissen und Waren erfasst.

4.6. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
In TEUR
31.12.2022
In TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Konzernfremde 17.623 17.575
Forderungen gegen assoziierte Unternehmen 270 310
17.894 17.886

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken bewertet. Die Wertberichtigungen wurden aufgrund von Erfahrungen aus der Vergangenheit mit tatsächlichen Zahlungsausfällen angepasst um prospektive Erwartungen ermittelt (vergleiche hierzu Abschnitt 5.).

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Stand zum Beginn des Geschäftsjahres -432 -359
Währungseffekte -28 -7
Zuführungen -2.074 -237
Inanspruchnahme 19 3
Auflösung 208 168
Stand zum Ende des Geschäftsjahres -2.308 -432

Die oben dargestellten Forderungen beinhalten im Geschäftsjahr keine Beträge, die zum Abschlussstichtag überfällig sind, für welche der Konzern jedoch keine Wertminderungen erfasst hat.

4.7. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte (TEUR 327; Vj. TEUR 471) sind innerhalb eines Jahres fällig.

4.8. Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
In TEUR
31.12.2022
In TEUR
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 1.157 1.202
Steuererstattungsansprüche Umsatzsteuer 1.143 1.245
Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 1.405 1.329
Übrige sonstige Vermögenswerte 125 140
3.830 3.917

Die sonstigen Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig.

4.9. Barmittel und Bankguthaben

Für Zwecke der Konzernkapitalflussrechnung umfassen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Barmittel und Guthaben auf Bankkonten. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende des Geschäftsjahres, wie sie in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt werden, können damit direkt auf die in der Konzernbilanz unter Barmittel und Bankguthaben ausgewiesenen Beträge in Höhe von TEUR 12.305 (Vj. TEUR 14.485) übergeleitet werden.

4.10. Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der ProXES GmbH beträgt EUR 25.000. Das Kapital ist voll eingezahlt.

Die Nominalbeträge der Anteile ergeben sich wie folgt:

lfd. Nr. Anzahl Nominalwert
EUR
1 - 25.000 25.000 1,00

4.11. IAS 19 Rücklage und Rücklage aus der Währungsumrechnung

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
In TEUR
IAS 19 Rücklage 6.403 7.938
Rücklage aus Währungsumrechnung 14.120 11.526
20.523 19.465

Umrechnungsdifferenzen aus der Umrechnung der funktionalen Währung ausländischer Geschäftsbetriebe in die Berichtswährung des Konzerns (EUR) werden im Konzernabschluss direkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in der Rücklage aus Fremdwährungsumrechnung kumuliert.

4.12. Sonstige Rücklagen

Die Sonstige Rücklage der ProXES GmbH setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
In TEUR
Kapitalrücklage 67.313 58.313
Ergebnisvortrag -195.459 -165.671
Übrige Rücklagen -481 -481
-128.625 -107.839

Die übrigen Rücklagen beinhalten im Wesentlichen den erfolgsneutral erfassten Effekt aus der Erstanwendung von IFRS 15 zum 01. Januar 2018 in Höhe von TEUR 453 (nach Steuern).

Wir verweisen des Weiteren auf die Informationen in der Eigenkapitalveränderungsrechnung.

4.13. Pensionsverpflichtungen

Beitragsorientierte Pläne

Bei den meisten Gesellschaften im Konzern bestehen beitragsorientierte Versorgungspläne, i.W. in Form von staatlichen Rentenversicherungen, betrieblicher Altersvorsorge in Form von Entgeltumwandlungen sowie Unterstützungskassen. Im Geschäftsjahr wurde bei den Konzerngesellschaften ein Betrag von TEUR 2.955 (Vj. TEUR 2.019) für beitragsorientierte Pläne erfasst.

Leistungsorientierte Pläne

Der ProXES-Konzern hat Mitarbeitern in Deutschland, der Schweiz und Frankreich darüber hinaus Pensionszusagen gewährt.

Für Mitarbeiter der Stephan Machinery GmbH in Deutschland gibt es zwei Versorgungsordnungen. Gemäß der Versorgungsordnung I sind grundsätzlich Mitarbeiter, die vor dem 1. Oktober 1978 eingetreten sind, versorgungsberechtigt. Ihnen werden Ruhegelder und Hinterbliebenengeld gewährt. Unter die Regelungen der Versorgungsordnung II fallen Mitarbeiter, die nach dem 30. September 1978 in das Unternehmen eingetreten sind. Auch sie haben Anspruch auf Ruhe- und Hinterbliebenengeld. Mitarbeitern, die vor dem 1. Januar 1988 in das Unternehmen eingetreten sind, gewährt die Stephan Machinery GmbH darüber hinaus eine Treueprämie. Die Versorgungsvereinbarung II wurde für Neuzugänge ab dem 1. Januar 1993 geschlossen. Darüber hinaus können seit diesem Zeitpunkt keine weiteren Anwartschaften bereits berechtigter Mitarbeiter der Versorgungsordnungen I und II erdient werden. Daneben besteht für alle Mitarbeiter von Konzerngesellschaften in Deutschland ein beitragsorientierter Plan im Rahmen der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung, in die der Arbeitgeber in Höhe eines derzeit gültigen Beitragssatzes von 9,30 % (Arbeitgeberanteil) der rentenpflichtigen Vergütung einzuzahlen hat.

Die FrymaKoruma AG in der Schweiz hat ihren Mitarbeitern Pensionszusagen auf der Basis eines Vorsorgeplans für die BVG-Basisvorsorge und eines Vorsorgeplans für die Zusatzvorsorge gewährt. In der Schweiz bestehen Pensionsverpflichtungen aus der zweiten Säule der dortigen Alterssicherung der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Die Durchführung erfolgt über von den Unternehmen unabhängige Stiftungen, zu denen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einkommensabhängige Beiträge leisten. Die individuell angesparten Beiträge werden entsprechend den gesetzlichen Vorgaben verzinst und bei Renteneintritt auf Basis festgelegter Verrentungstabellen in eine Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenrente umgerechnet. Aufgrund wesentlicher gesetzlicher Vorgaben im Hinblick auf die Plangestaltung durch das Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) sind den Unternehmen nur wenige Variationsmöglichkeiten gegeben. Die FrymaKoruma AG hat ihre Mitarbeiter bei der Sammelstiftung AXA Winterthur versichert. Die Pensionszusagen stellen leistungsorientierte Verpflichtungen i.S.d. IAS 19 dar.

Darüber hinaus hat die ProXES Technology GmbH ihren Mitarbeitern in Deutschland Pensionszusagen gewährt. Zum 31. Dezember 2023 betrug die Verpflichtung TEUR 43 (Vj. TEUR 44).

Die ProXES France S.à.r.l. gewährt ihren Mitarbeitern in Frankreich eine Einmalzahlung, die bei Erreichen des Pensionsalters ausgezahlt wird, sofern noch eine Betriebszugehörigkeit des Mitarbeiters besteht. Zum 31. Dezember 2023 betrug die Verpflichtung TEUR 78 (Vj. TEUR 110).

Der in der Bilanz ausgewiesene Betrag der Pensionsrückstellungen ergibt sich wie folgt:

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
In TEUR
Pensionszusagen Stephan Machinery GmbH 3.369 3.197
Pensionszusagen ProXES Technology GmbH 43 44
Pensionszusagen FrymaKoruma AG 7.731 5.063
Einmalzahlung ProXES France S.à.r.l. 78 110
11.221 8.414

Die Pensionszusagen der ProXES Technology GmbH und die Einmalzahlung der ProXES-France S.à.r.l. sind jeweils einzeln für den Konzern von untergeordneter Bedeutung.

Die wichtigsten Annahmen, welche der versicherungsmathematischen Bewertung der von der Stephan Machinery GmbH in Deutschland erteilten Zusagen zugrunde gelegt wurden, sind:

31.12.2023 31.12.2022
Diskontierungszinssatz 3,20% 3,60%
Gehaltsdynamik 0,00% 0,00%
Rentendynamik 2,00% 2,20%
Sterblichkeit Heubeck RT2018 G Heubeck RT2018 G
Fluktuation Heubeck RT2018 G Heubeck RT2018 G

Den von der FrymaKoruma AG erteilten Zusagen liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2023 31.12.2022
Diskontierungszinssatz 1,50% 2,20%
Gehaltsdynamik 2,00% 2,00%
Rentendynamik 0,00% 0,00%
Sterblichkeit BVG 2020 BVG 2020
Fluktuation BVG 2020 BVG 2020

Den von der ProXES Technology GmbH erteilten Zusagen liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2023 31.12.2022
Diskontierungszinssatz 3,20% 3,60%
Gehaltsdynamik 0,00% 0,00%
Rentendynamik 2,00% 2,20%
Sterblichkeit Heubeck RT2018 G Heubeck RT2018 G
Fluktuation Heubeck RT2018 G Heubeck RT2018 G

Im Gesamtergebnis sind die folgenden Beträge erfasst:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Laufender Dienstzeitaufwand 1.378 1.354
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Nettozinsaufwand 219 92
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Komponenten der leistungsorientierten Kosten 1.597 1.446
Aufwand (Vj. Ertrag) aus dem Planvermögen (mit Ausnahme der Beträge, die in den Nettozinsen enthalten sind) -37 1.937
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste -1.847 7.665
Im sonstigen Ergebnis erfasste Komponenten der leistungsorientierten Aufwendungen (Vj. Erträge) -1.883 9.602
Summe 3.480 -8.156

Leistungsorientierte Verpflichtungen

Die Veränderungen im Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen des laufenden Geschäftsjahres stellen sich wie folgt dar:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Anfangsbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 28.028 33.791
Zugang aus Unternehmenserwerb 0 0
Zinsaufwand 668 171
Dienstzeitaufwand 1.378 1.354
nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Beiträge Teilnehmer 657 680
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen der finanziellen Annahmen 2.272 -6.889
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen der demographischen Annahmen 0 0
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus Änderungen der erfahrungsbedingten Annahmen -425 -776
Gezahlte Leistungen -1.785 -1.746
Währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen 1.644 1.442
Endbestand der leistungsorientierten Verpflichtung 32.436 28.028

Planvermögen

Die Pensionszusagen in Deutschland sind nicht durch Planvermögen gedeckt, sondern sind vollständig innenfinanziert. Für die Pensionszusagen der FrymaKoruma AG in der Schweiz wurde das gesamte Vermögen der Vorsorgeeinrichtung zum Marktwert in Übereinstimmung mit IAS 19 bei der Ermittlung der in der Bilanz auszuweisenden Nettoverpflichtung berücksichtigt. Das gesamte Vermögen der Vorsorgeeinrichtung beträgt zum 31. Dezember 2023 TEUR 21.214 (Vj. TEUR 19.614).

Das Planvermögen hat sich wie folgt entwickelt:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Stand per 01. Januar 19.614 16.791
Zinsertrag 449 70
Aufwand (Vj. Ertrag) aus Planvermögen ohne Zinsertrag -37 1.937
Beiträge des Arbeitgebers 675 700
Beiträge der Teilnehmer 657 680
Gezahlte Leistungen -1.422 -1.397
Währungsbedingte Umrechnungsdifferenzen 1.278 831
Stand per 31. Dezember 21.214 19.614

Das ausgewiesene Planvermögen entfällt ausschließlich auf die FrymaKoruma AG, welches bei der AXA Winterthur angesiedelt ist und dort verwaltet wird. Zum Stichtag entfielen im Wesentlichen - ähnlich dem Vorjahr - 29 % des Planvermögens auf festverzinsliche Anleihen, 26 % auf Immobilien, 33 % auf Aktien und 12 % auf andere Anlagen.

Sensitivitätsanalyse

Die maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen, die zur Ermittlung der leistungsorientierten Verpflichtung genutzt werden, sind der Diskontierungszinssatz, die Gehaltsdynamik und die Rentendynamik. Die nachfolgend dargestellten Sensitivitätsanalysen wurden auf Basis der nach vernünftigem Ermessen möglichen Änderungen der jeweiligen Annahmen zum Bilanzstichtag durchgeführt, wobei die übrigen Annahmen jeweils unverändert geblieben sind.

Aufgrund unterschiedlicher Ausgestaltungen der Pläne in Deutschland und der Schweiz sowie unterschiedlicher Rahmenbedingungen werden separate Sensitivitätsanalysen für die Pensionszusagen der Stephan Machinery GmbH in Deutschland und der FrymaKoruma AG in der Schweiz dargestellt.

Eine Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf den Barwert der dotierten Verpflichtung der von der Stephan Machinery GmbH gewährten Pensionsverpflichtungen zum 31. Dezember 2023:

Deutschland) Deutschland (Vorjahr)
Finanzielle Annahmen
Veränderungen des Diskontierungszinssatzes 0,25% -0,25% 0,25% -0,25%
Auswirkungen in TEUR -63 65 -60 62
Veränderung der Rentendynamik 0,25% -0,25% 0,25% -0,25%
Auswirkung in TEUR 61 -59 59 -57

Das Versorgungswerk der Stephan Machinery GmbH ist seit 1993 geschlossen. Soweit Mitarbeiter noch aktiv arbeiten, findet die Gehaltsdynamik in der Berechnung keine Berücksichtigung. Auf eine Szenario Darstellung kann daher verzichtet werden.

Eine Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen hätte folgende Auswirkungen auf die in der Bilanz nach Abzug des gesamten Vermögens der Vorsorgeeinrichtung auszuweisende Nettoverpflichtung der FrymaKoruma AG zum 31. Dezember 2023:

Schweiz Schweiz (Vorjahrl
Finanzielle Annahmen
Veränderungen des Diskontierungszinssatzes 0,5% -0,5% 0,5% -0,5%
Auswirkungen in TEUR -2.039 2.296 -1.747 1.971
Veränderung der Gehaltsdynamik 0,5% -0,5% 0,5% -0,5%
Auswirkungen in TEUR 182 -173 163 -155
Veränderung der Rentendynamik 0,5% n.a 0,5% n.a
Auswirkung in TEUR 1.238 n.a 1.278 n.a

Die vorstehenden Sensitivitätsanalysen werden nicht uneingeschränkt repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten. Darüber hinaus wurde bei der Ermittlung der Sensitivitäten für die Pensionsverpflichtungen in der Schweiz das gesamte Vermögen der Vorsorgeeinrichtung unverändert belassen, obwohl anzunehmen ist, dass sich dieses insbesondere bei Veränderung des Zinsniveaus entsprechend erhöhen oder vermindern würde.

Fälligkeitsanalyse

Die durchschnittliche gewichtete Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung am 31. Dezember 2023 beträgt 8 Jahre (Vj. 8 Jahre) für die Pensionszusagen der Stephan Machinery GmbH und ca. 14,60 Jahre (Vj. 16,70 Jahre) für die Pensionszusagen der FrymaKoruma AG.

Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Konzern, aus den leistungsorientierten Plänen einen Betrag in Höhe von TEUR 1.862 zu leisten.

4.14. Finanzverbindlichkeiten

Die Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
in TEUR
Langfristige Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 83.802 81.835
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 213.262 201.402
Leasingverbindlichkeiten 15.343 15.590
312.407 298.827
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 12.444 19.072
Leasingverbindlichkeiten 2.171 1.946
14.615 21.018

Bei den langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich um bei Kreditinstituten aufgenommene Darlehen zur Finanzierung der Erwerbe der ProXES-Gruppe.

Die Gesellschaft hat am 17. Mai 2023 sämtliche bei Kreditinstituten zur Finanzierung der Erwerbe der ProXES-Gruppe aufgenommene Darlehen sowie das Darlehen zur Betriebsmittel-Finanzierung vorzeitig refinanziert, da diese grundsätzlich im Jahr 2023 sowie 2024 fällig gewesen wären. Die in diesem Zusammenhang abgeschlossenen Darlehen teilen sich in eine am 31. Dezember 2025 endfällige Tranche (EUR 82,8 Mio.) und eine der Tilgung unterliegende Tranche (EUR 9,2 Mio.) auf. Die Verzinsung ist variabel basierend auf EURIBOR (nicht <0%), die darauf erhobene Marge ist abhängig von der Höhe eines Verschuldungs-Covenant. Die Marge des endfälligen Darlehens beträgt 4,75 bis 5,25 %-Punkte; die Marge des Darlehens, welches der Tilgung unterliegt, beträgt 4,25 bis 4,75 %-Punkte. Die vertraglichen Vereinbarungen zu den Bankdarlehen enthalten erneut Mindestanforderungen im Hinblick auf das nach Bankendefinition ermittelte normalisierte EBITDA auf konsolidierter Basis, das Verhältnis dieses normalisierten EBITDA zu den Bankverbindlichkeiten abzüglich Bankguthaben (Nettofinanzverschuldung) sowie auf die Liquidität auf konsolidierter Basis. Bei einem Verstoß kann das Darlehen fällig gestellt werden. Ferner wurden die Vereinbarungen um ein Sonderkündigungsrecht ergänzt, welches ausübbar wird, sofern nicht spätestens im Januar 2025 ein Verkaufsprozess gestartet wird, der spätestens im September 2025 abgeschlossen ist.

Bei den kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelte es sich um bei Kreditinstituten aufgenommene Darlehen zur Betriebsmittel-Finanzierung. Das bereitgestellte Finanzierungsvolumen von zum Bilanzstichtag TEUR 9.825 ist durch die Gesellschaft grundsätzlich revolvierend bis zum 31. Dezember 2025 nutzbar, die Verzinsung ist variabel basierend auf EURIBOR (nicht <0%). Die darauf erhobene Marge beträgt, abhängig von der Höhe eines Verschuldungs-Covenant, 4,75 bis 5,25 %-Punkte. Darüber hinaus enthält diese Position die grundsätzlich im Jahr 2024 fälligen Tilgungen auf das o.g. Erwerbsdarlehen.

Die vereinbarten Covenants wurden im ersten Halbjahr 2024 trotz einer weiteren Einzahlung des Gesellschafters in Höhe von TEUR 2.000 nicht eingehalten. Die beteiligten Kreditinstitute haben im August 2024 im Rahmen einer Änderungsvereinbarung einem Verzicht auf die Einhaltungserfordernis der Mindestanforderungen zum 31. März 2024 sowie dem 30. Juni 2024 zugestimmt. Daneben haben diese nach Abschluss der Änderungsvereinbarung einer Aussetzung der Neuermittlung der Covenants zum 31. Dezember 2023 zugestimmt. Die Rahmenbedingungen des Konsortialdarlehens sind im Rahmen der Änderungsvereinbarung grundsätzlich unverändert geblieben. Allerdings erhöht sich der Zinssatz ab dem 01. Juli 2024 um 0,75% p.a., ab dem 01. Januar 2025 um weitere 0,50% p.a. sowie ab dem 01. Juli 2025 um weitere 0,50%, p.a. wobei die Gesellschaft nunmehr das Recht hat, diese Zinsen erst am Ende der Darlehenslaufzeit zu zahlen bzw. den Darlehensbetrag entsprechend zu erhöhen (sog. PIK-Toggle). Die Gesellschaft wird dieses Recht zum Geschäftsjahresende 2024 ausüben. Ferner ist die Gesellschaft bereits zum 31. Oktober 2024 verpflichtet, den Verkaufsprozess zu starten, einen renommierten M&A-Berater zu beauftragen und den Verkaufsprozess bis zum 30. September 2025 abzuschließen.

Ferner hat sich der Gesellschafter im Zusammenhang mit der Änderungsvereinbarung erneut dazu verpflichtet, bis zu TEUR 3.000 in die Gesellschaft einzulegen, sofern die bezüglich der Liquidität vereinbarten Mindestanforderungen nicht eingehalten werden (sog. Equity Commitment Letter).

Inwieweit die Gesellschaft in der Lage sein wird, die vereinbarten Mindestanforderungen zukünftig einzuhalten, unterliegt aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima erhöhten Risiken. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein.

Das Zinsänderungsrisiko aus den Bankdarlehen wird im Rahmen laufender Risikoeinschätzung adressiert und falls erforderlich und möglich durch geeignete Instrumente begrenzt. Zum Stichtag bestehen im Konzern keine Zinssicherungsinstrumente.

Die Gesellschaft hat in den Vorjahren zur Finanzierung des Erwerbs der ProXES-Gruppe darüber hinaus zwei Gesellschafterdarlehen unter Erklärung des Rangrücktritts zur Verfügung gestellt bekommen. Die Darlehen werden mit 6 % verzinst und haben eine feste Laufzeit bis zum 30. Juni 2026. Die Darlehen sind inkl. aller aufgelaufenen Zinsen grundsätzlich endfällig, eine vorzeitige Rückzahlung ist möglich. Im April 2018 wurde ein Teilbetrag des Darlehens in Höhe von TEUR 18.118 in Eigenkapital umgewandelt und der Kapitalrücklage zugeführt.

Die Gesellschaft hat per April 2019 ein weiteres Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 8.000 erhalten, welches zu 2 % verzinst wird und eine feste Laufzeit bis zum 30. Juni 2026 hat.

Hinsichtlich der Leasingverbindlichkeiten wird auf Abschnitt 4.20 verwiesen.

4.15. Rückstellungen

Bei den langfristigen Rückstellungen handelt es sich um Jubiläumszuwendungen, die übrigen Rückstellungen sind kurzfristig.

Die FrymaKoruma AG gewährt ihren Mitarbeitern Jubiläumszuwendungen. Die dafür gebildeten langfristigen Rückstellungen werden mit ihrem Barwert zum Bilanzstichtag angesetzt. Die Berechnung erfolgte nach der Projected Unit Credit Methode (PUC). Der Diskontierungszinssatz beträgt 1,50 % (Vj. 2,20 %). Für die Lohnentwicklung wurde wie im Vorjahr eine Steigerung von 2,0 % p.a. unterstellt.

Die Rückstellungen für Gewährleistungen betreffen Gewährleistungszusagen für Produkte und Anlagen. Die ihnen zugrunde liegenden Garantien oder Gewährleistungen werden branchenüblich im Zusammenhang mit bestimmten Leistungsparametern der Produkte bzw. Anlagen gewährt. Die Höhe der Rückstellung wurde auf der Basis historischer Erfahrungswerte ermittelt.

Die Rückstellungen haben sich wie folgt entwickelt:

Jubiläum lfr.
in TEUR
Sonstige lfr.
in TEUR
Gewährleistungen kfr.
in TEUR
Sonstige kfr.
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand zum 01.01.2023 405 6 537 47 995
Zuführungen 0 0 14 247 260
Verbrauch -36 0 -28 0 -115
Auflösungen 0 -6 -44 -46 -44
Versicherungsmath. Gewinne/Verluste -4 0 0 0 -4
Aufzinsung 9 0 0 0 9
Währungseffekte 25 0 3 4 32
Stand 31.12.2023 399 0 483 252 1.134

Vorjahr:

Jubiläum lfr.
in TEUR
Sonstige lfr.
in TEUR
Gewährleistungen kfr.
in TEUR
Sonstige kfr.
in TEUR
Summe
in TEUR
Stand zum 01.01.2022 449 70 599 44 1.163
Zuführungen 28 6 138 0 172
Verbrauch 0 -65 -176 0 -241
Auflösungen 0 -5 -27 0 -32
Versicherungsmath. Gewinne/Verluste -96 0 0 0 -96
Aufzinsung 2 0 0 0 2
Währungseffekte 22 0 3 3 28
Stand 31.12.2022 405 6 537 47 995

4.16. Ertragsteuerverbindlichkeiten

Die Ertragsteuerverbindlichkeiten betreffen laufende Steuern und bestehen zum Bilanzstichtag in Höhe von TEUR 763 (Vj. TEUR 536).

4.17. Sonstige Schulden

Die sonstigen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
In TEUR
31.12.2022
In TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 3.136 3.061
Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 330 276
Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern 1.268 969
Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen 783 672
Übrige Verbindlichkeiten 1.742 1.128
7.258 6.105

4.18. Eventualverpflichtungen, sonstige finanzielle Verpflichtungen und Eventualforderungen

Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten bestehen zum Bilanzstichtag nicht.

4.19. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten

Die Gesellschaft geht davon aus, dass die bilanzierten Werte der Finanzinstrumente grundsätzlich deren beizulegenden Zeitwerten entsprechen.

Finanzinstrumente Kategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2023
in TEUR
Buchwert 31.12.2022
in TEUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen inkl. Vertragsvermögenswerte IFRS 15 Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 27.348 31.044
Sonstige finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 435 540
Barmittel und Bankguthaben Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten 12.305 14.485
40.089 46.069
Finanzverbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 309.508 302.308
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 15.528 17.144
An Kunden fällige Beträge aus Fertigungsaufträgen (Vertragsverbindlichkeiten IFRS 15) Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 20.092 21.089
Sonstige Schulden Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten 5.661 4.861
350.789 345.403

Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

aus Zinsen 2023
in TEUR
aus der Folgebewertung 2023
in TEUR
Nettoergebnis 2023
in TEUR
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 26 -2.161 -2.135
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -20.980 0 -20.980
Gesamt -20.954 -2.161 -23.115

Vorjahr:

aus Zinsen 2022
in TEUR
aus der Folgebewertung 2022
in TEUR
Nettoergebnis 2022
in TEUR
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 40 -67 -27
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten -16.898 0 -16.898
Gesamt -16.858 -67 -16.925

Die im Geschäftsjahr erfolgswirksam erfassten Entgelte für zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht im Rahmen des Effektivzinses berücksichtigt wurden, belaufen sich auf TEUR 2.332 (Vj. TEUR 298). Im Geschäftsjahr handelt es sich hierbei im Wesentlichen um Gebühren im Zusammenhang mit der abgeschlossenen Refinanzierung.

4.20. Leasingverhältnisse

Informationen über Leasingverhältnisse, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, werden nachfolgend dargestellt.

Nutzungsrechte

Nutzungsrechte im Zusammenhang mit gemieteten Immobilien, KFZ und IT-Ausstattung werden als langfristiges Vermögen innerhalb der Sachanlagen dargestellt.

Grundstücke und Gebäude
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
2023
Stand zum 1. Januar 11.208 9 1.051 12.268
Abschreibungsbetrag des Geschäftsjahres -1.475 -5 -521 -2.000
Zugänge zu Nutzungsrechten 726 0 553 1.279
Abgänge von Nutzungsrechten -4 0 -21 -25
Währungsdifferenzen 548 0 6 554
Stand zum 31. Dezember 11.004 4 1.068 12.076
Grundstücke und Gebäude
TEUR
Technische Anlagen und Maschinen
TEUR
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
TEUR
Gesamt
TEUR
2022
Stand zum 1. Januar 11.475 13 798 12.287
Abschreibungsbetrag des Geschäftsjahres -1.433 -5 -529 -1.966
Zugänge zu Nutzungsrechten 757 0 784 1.541
Abgänge von Nutzungsrechten -55 0 -3 -57
Währungsdifferenzen 463 0 1 464
Stand zum 31. Dezember 11.208 9 1.051 12.268

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge

2023
TEUR
2022
TEUR
Abschreibungen auf Nutzungsrechte 2.000 1.966
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 553 550
Aufwendungen für kurzfristige Leasingverhältnisse 688 566
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert (ohne kurzfristige Leasingverhältnisse) 102 35
3.343 3.118

In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge

2023
TEUR
2022
TEUR
Cashflow aus operativer Tätigkeit -790 -601
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2.698 -2.636
-3.489 -3.238

Leasingverbindlichkeiten

Die Leasingverbindlichkeiten sind in Höhe von TEUR 15.343 (Vj. TEUR 15.590) in der Bilanzposition "Langfristige Finanzverbindlichkeiten" sowie in Höhe von TEUR 2.171 (Vj. TEUR 1.946) in der Bilanzposition "Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten" enthalten. Die Fälligkeit auf Basis undiskontierter Cashflows stellt sich wie folgt dar:

in TEUR 31.12.2023 31.12.2022
bis 1 Jahr 2.686 2.461
zwischen einem und fünf Jahren 7.805 7.287
Über fünf Jahre 8.356 9.424
18.847 19.172

Sale- und Leaseback

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2019 zur Steigerung der verfügbaren Liquidität eine Immobilie der FrymaKoruma AG zu einem Kaufpreis von TEUR 20.720 veräußert und anschließend einen langfristigen Mietvertrag (Laufzeit bis 06/2034) über diese Immobilie abgeschlossen. Der Kaufpreis ist der Gesellschaft vollständig im Geschäftsjahr 2019 zugeflossen. Die jährlichen Mietzahlungen belaufen sich auf TEUR 1.442 und erhöhen sich ab dem 01. Mai 2024 um die Entwicklung des Landesindexes der Konsumentenpreise Die Gesellschaft hat die Möglichkeit bis zu dreimal eine Verlängerungsoption von jeweils fünf Jahren auszuüben. Da die Ausübung der Optionen zum Bereitstellungsdatum noch nicht hinreichend sicher war, wurden diese nicht berücksichtigt.

5. Risikomanagement

Kapitalmanagement

Die Ziele des ProXES-Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung, der Optimierung der Kapitalstruktur und der Erhaltung der finanziellen Flexibilität.

Als gemanagtes Kapital werden dabei die lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, die Barmittel und Bankguthaben sowie das Eigenkapital angesehen.

Die wesentlichen Kennzahlen im Rahmen des Liquiditätsmanagements werden nachfolgend kurz dargestellt und ergeben sich aus den Finanzdaten dieses Konzernabschlusses. Die Eigenkapitalquote des Konzerns liegt zum Stichtag bei -56,8% (Vj. -43,92 %).

Im Zusammenhang mit erhaltenen Bankdarlehen ergeben sich Mindestanforderungen im Hinblick auf das EBITDA (Bankdefinition), das Verhältnis dieses EBITDA zu den Bankverbindlichkeiten abzgl. Bankguthaben sowie die Liquidität auf konsolidierter Basis. Bei einem Verstoß kann das Darlehen fällig gestellt werden. Die vereinbarten Mindestanforderungen wurden im ersten Halbjahr 2024 trotz einer weiteren Einzahlung des Gesellschafters in Höhe von TEUR 2.000 nicht eingehalten. Die beteiligten Kreditinstitute haben im August 2024 im Rahmen einer Änderungsvereinbarung einem Verzicht auf die Einhaltungserfordernis der Mindestanforderungen zum 31. März 2024 sowie dem 30. Juni 2024 zugestimmt. Daneben haben diese nach Abschluss der Änderungsvereinbarung einer Aussetzung Neuermittlung der Covenants zum 31. Dezember 2023 zugestimmt. Inwieweit die Gesellschaft in der Lage sein wird, die vereinbarten Mindestanforderungen zukünftig einzuhalten, unterliegt aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima erhöhten Risiken. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein. Es wird ergänzend auf Abschnitt 4.14 verwiesen.

Ziele des Finanzrisikomanagements

Der Bereich Finance des Konzerns erbringt Dienstleistungen an die Geschäftsbereiche und koordiniert den Zugang zu nationalen und internationalen Finanzmärkten. Daneben überwacht und steuert er die mit den Geschäftsbereichen des Konzerns verbundenen Finanzrisiken, die im Wesentlichen das Wechselkurs-, das Zins- und das Liquiditätsrisiko beinhalten.

Marktrisiko

Die Aktivitäten des Konzerns setzen ihn im Wesentlichen finanziellen Risiken aus der Änderung von Wechselkursen und Zinssätzen aus. Zur Steuerung dieser Risiken setzt der Konzern - sofern erforderlich und möglich - derivative Finanzinstrumente ein.

Derivate werden ausschließlich zur Absicherung von Grundgeschäften eingesetzt, nicht zu spekulativen Zwecken. Im Geschäftsjahr 2023 wurden keine Derivate eingesetzt.

Zinsänderungsrisiken:

Der Konzern finanziert sich über einen Mix aus Fremdfinanzierungen und Eigenkapital. Das nun steigende Zinsniveau bedeutet höhere Finanzierungskosten in Bezug auf die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten sowie neu abzuschließende Finanzierungen. Insofern schätzt der Konzern die möglichen Auswirkungen des Zinsänderungsrisikos auf die Ertragslage insbesondere vor dem Hintergrund der in 2025 notwendigen Refinanzierung der auslaufenden Darlehen als relevant ein. Zinsderivate wurden nicht eingesetzt.

Bei einer Erhöhung bzw. Verringerung des Marktzinsniveaus im Berichtsjahr um 100 Basispunkte wären auf Konzernebene die Zinsaufwendungen um ca. TEUR 1.011 höher bzw. niedriger (Vj: TEUR 1.051 höher bzw. niedriger) ausgefallen.

Wechselkursrisikomanagement

Bestimmte Geschäftsvorfälle im Konzern lauten auf fremde Währung. Daher entstehen Risiken aus Wechselkursschwankungen, im Wesentlichen aus Schwankungen des US-Dollar sowie des Schweizer Franken. Wechselkursrisiken werden sofern möglich bei Bedarf und nach individueller Risikoeinschätzung durch Devisentermingeschäfte innerhalb genehmigter Limits durch geeignete Sicherungsinstrumente gesteuert.

Zum Bilanzstichtag bestanden im Konzern keine Verträge zur Absicherung von Währungsschwankungen.

Die Auswirkung eines um 10 % stärkeren Euro gegenüber dem US-Dollar hätte zu einer Verschlechterung des Konzernergebnisses um TEUR 474 (Vj. TEUR 390) geführt, wohingegen eine Abschwächung um 10 % zu einer Ergebnisverbesserung um TEUR 521 (Vj. TEUR 429) beigetragen hätte. Die Ergebnisauswirkungen entsprechen nach unserer Erwartung auch den Eigenkapitalveränderungen.

Die Auswirkung eines um 10 % stärkeren Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar hätte zu einer Verschlechterung des Konzernergebnisses um TEUR 336 (Vj. TEUR 293) geführt, wohingegen eine Abschwächung um 10 % zu einer Ergebnisverbesserung um TEUR 370 (Vj. TEUR 322) beigetragen hätte. Die Ergebnisauswirkungen entsprechen nach unserer Erwartung auch den Eigenkapitalveränderungen.

Die Auswirkung eines um 10 % stärkeren Schweizer Franken gegenüber dem Euro hätte zu einer Verschlechterung des Konzernergebnisses um TEUR 354 (Vj. TEUR 370) geführt, wohingegen eine Abschwächung um 10 % zu einer Ergebnisverbesserung um TEUR 389 (Vj. TEUR 407) beigetragen hätte. Die Ergebnisauswirkungen entsprechen nach unserer Erwartung auch den Eigenkapitalveränderungen.

Ausfallrisikomanagement

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko eines Verlustes für den Konzern, wenn eine Vertragspartei ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Konzernrichtlinien sehen vor, dass Geschäftsverbindungen lediglich mit kreditwürdigen Vertragsparteien und, falls angemessen, unter Gestellung von Sicherheiten eingegangen werden, um die Risiken eines Verlustes aus der Nichterfüllung von Verpflichtungen zu mindern. Diese Informationen werden von unabhängigen Ratingagenturen zur Verfügung gestellt. Sind solche Informationen nicht verfügbar, verwendet der Konzern andere verfügbare Finanzinformationen sowie seine eigenen Handelsaufzeichnungen, um seine Kunden und Kreditinstitute zu bewerten.

Das Ausfallrisiko besteht maximal in Höhe der ausgewiesenen Buchwerte.

Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte werden wie folgt im Gewinn oder Verlust erfasst:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
(Netto-)Wertminderungsaufwand für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -1.867 -23
-1.867 -23

Das Ausfallrisiko des Konzerns resultiert in erster Linie aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Für diese finanziellen Vermögenswerte ist eine entsprechende Risikovorsorge getroffen worden. Es bestehen keine wesentlichen Konzentrationen des Kreditrisikos, da der Kundenbestand breit gefächert ist und nur geringe Korrelationen bestehen.

Der Konzern verwendet eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Vertragsvermögenswerte und sonstigen Forderungen zu messen. In Abhängigkeit zur Altersstruktur der Forderungen werden konzerneinheitlich Wertberichtigungen auf die Forderungen vorgenommen. Eine Auswertung von Vergangenheitsdaten hat gezeigt, dass für Vertragsvermögenswerte, kein Ausfallrisiko gegeben ist. Insofern werden diese nicht in die Ermittlung der Risikovorsorge miteinbezogen und sind daher in der folgenden Übersicht nicht enthalten. Vertragsvermögenswerte haben in der Regel eine Laufzeit von weniger als 12 Monaten.

31. Dez 23 Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Bruttobuchwert (ohne Umsatzsteuer)
in TEUR
Wertberichtigung
in TEUR
Beeinträchtigte Bonität
Nicht überfällig 0,0% 16.305 - nein
1-30 Tage überfällig 0,0% 2.001 - nein
31-60 Tage überfällig 0,9% 404 -4 nein
61-90 Tage überfällig 1,9% 244 -5 nein
91-180 Tage überfällig 18,9% 250 -47 nein
mehr als 180 Tage überfällig 99,8% 846 -844 ja
20.051 -900
31. Dez 22 Verlustrate (gewichteter Durchschnitt) Bruttobuchwert (ohne Umsatzsteuer)
in TEUR
Wertberichtigung
in TEUR
Beeinträchtigte Bonität
Nicht überfällig 0,0% 11.809 - nein
1-30 Tage überfällig 0,0% 1.389 - nein
31-60 Tage überfällig 1,0% 1.424 -14 nein
61-90 Tage überfällig 2,0% 658 -13 nein
91-180 Tage überfällig 3,0% 263 -8 nein
mehr als 180 Tage überfällig 75,3% 529 -398 ja
16.071 -434

Die Verlustquoten basieren auf historischen Werten angepasst um prospektive Erwartungen.

Soweit am Bilanzstichtag interne Indizien oder externe Hinweise (z.B. Informationen über erhebliche finanzielle Schwierigkeiten oder Insolvenz des Vertragspartners) im Konzern erkennbar sind, werden hierfür entsprechende zusätzliche Risikovorsorgen erfasst.

Hinsichtlich der Vertragsvermögenswerte und sonstigen finanziellen Vermögenswerten wird erfahrungsgemäß mit keinen Zahlungsausfällen gerechnet.

Für Bankguthaben erfolgt keine Wertminderungskalkulation, da aus Sicht des Konzerns nicht mit einer Wertminderung zu rechnen ist. Das Ausfallrisiko für Bankguthaben wird durch die Risikostreuung (unterschiedliche Kreditinstitute) und Auswahl von bonitätsstarken Kreditinstituten ausgeschlossen.

Liquiditätsrisikomanagement

In letzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement bei der Geschäftsführung, die ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen aufgebaut hat. Der Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen, Kreditlinien bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und der Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.

Die Fristigkeiten der vertraglich festgelegten Zahlungsströme zzgl. künftiger Zinszahlungen für die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und gegenüber Gesellschaftern sowie der derivativen Finanzinstrumente stellen sich wie folgt dar:

31.12.2023

< 1 Jahr
in TEUR
1 bis 5 Jahre
in TEUR
> 5 Jahre
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -21.453 -105.281 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 -246.374 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -15.528 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -5.661 0 0

31.12.2022

< 1 Jahr
in TEUR
1 bis 5 Jahre
in TEUR
> 5 Jahre
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -26.550 -86.412 0
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0 -225.974 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -17.144 0 0
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -4.861 0 0

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 den wesentlichen Teil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten refinanziert und im Geschäftsjahr 2024 aufgrund eines Verstoßes gegen die vereinbarten Finanzkennzahlen eine Änderungsvereinbarung mit den Kreditinstituten geschlossen. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind zum 31. Dezember 2025 fällig. Inwieweit die Gesellschaft in der Lage sein wird, die vereinbarten Mindestanforderungen zukünftig einzuhalten, unterliegt aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima erhöhten Risiken. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein. Es wird hierzu ergänzend auf Abschnitt 4.14 verwiesen.

6. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des ProXES-Konzerns im Laufe des Berichtsjahres durch Mittelzu- und -abflüsse veränderten. In Übereinstimmung mit IAS 7 (Statement of Cash Flows) wird zwischen Zahlungsströmen aus operativer und investiver Tätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit unterschieden. Auswirkungen der Veränderung des Konsolidierungskreises werden gesondert ausgewiesen. Verfügungsbeschränkungen für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalenten bestehen nicht.

Der Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird als "Veränderung aus Wechselkursänderungen" ausgewiesen.

Der negative Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit resultiert im Wesentlichen aus Investitionen in das Anlagevermögen im Geschäftsjahr.

Aus der Finanzierungstätigkeit sind in der Berichtsperiode insgesamt TEUR 8.505 abgeflossen (Vj. TEUR 9.904). Ferner wird auf die Kapitalflussrechnung verwiesen.

Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten stellt sich wie folgt dar:

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
in TEUR
Summe Schulden aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
Stand 01.01.2023 100.907 201.402 302.308
Cashflows -4.034 -50 -4.084
Nicht zahlungswirksame Veränderungen:
Währungseinflüsse 0 0 0
Zahlungsunwirksame Zinsaufwendungen -627 11.910 11.283
Stand zum 31.12.2023 96.246 213.262 309.508
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
in TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
in TEUR
Summe Schulden aus Finanzierungstätigkeit
in TEUR
Stand 01.01.2022 102.417 190.207 292.624
Cashflows -2.423 0 -2.423
Nicht zahlungswirksame Veränderungen:
Währungseinflüsse 0 0 0
Zahlungsunwirksame Zinsaufwendungen 913 11.194 12.107
Stand zum 31.12.2022 100.907 201.402 302.308

7. Sonstige Angaben

7.1. Geschäftsvorfälle mit nahe stehenden Unternehmen und Personen

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen, die nahe stehende Unternehmen und Personen sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert.

Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen dem Konzern und anderen nahestehenden Unternehmen und Personen sind nachfolgend angegeben.

Darlehen von nahestehenden Unternehmen und Personen

31.12.2023
in TEUR
31.12.2022
in TEUR
Darlehen der Gesellschafter 213.262 201.402

Im Zuge der Akquisition der ProXES-Gruppe wurden der ProXES GmbH von den Gesellschaftern Darlehen gewährt. Die Darlehen werden mit 6,0 % verzinst und haben eine feste Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024. Im Geschäftsjahr 2019 wurde ein weiteres Darlehen mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2024 und einer Verzinsung von 2,0 % gewährt. Die Verzinsung wurde jeweils aufgrund einer Benchmark-Studie zur Bestimmung marktgerechter Verrechnungspreise ermittelt. Die Ansprüche der Gesellschafter aus den gewährten Darlehen sind gegenüber den Forderungen der den Kauf finanzierenden Banken vollumfänglich nachrangig. Die Darlehen haben aufgrund einer ergänzenden Vereinbarung nunmehr eine Laufzeit bis um 30. Juni 2026.

Bezüge der Geschäftsführung

Der Geschäftsführung wurden für das Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von TEUR 749 (Vj. TEUR 798) gewährt. Es handelt sich ausschließlich um kurzfristige Leistungen. Weitere Leistungen wurden im Geschäftsjahr nicht gewährt.

Geschäftsvorfälle mit assoziierten Unternehmen

Die Geschäftsvorfälle mit dem assoziierten Unternehmen Stephan UK Ltd. im abgelaufenen Geschäftsjahr betreffen ausschließlich Lieferungs- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen. Die Höhe der ausgewiesenen Forderungen gegen assoziierte Unternehmen zum Ende des Geschäftsjahres ist aus dem Abschnitt 4.6 im Konzernanhang ersichtlich.

Sonstige Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Weitere Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und Personen, über die zu berichten wäre, bestanden im Geschäftsjahr nicht.

7.2. Mitarbeiter

Die Anzahl der Mitarbeiter stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

31.12.2023
Anzahl
31.12.2022
Anzahl
Management 2 2
Angestellte 251 266
Gewerbliche Arbeitnehmer 212 189
465 457

Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 462 (Vj. 457) Personen. Davon waren 211 (Vj. 195) gewerbliche Arbeitnehmer und 251 (Vj. 262) Angestellte.

7.3. Honorar des Abschlussprüfer

Für die im Geschäftsjahr erbrachten Dienstleistungen des Abschlussprüfers sind folgende Honorare angefallen:

2023
in TEUR
2022
in TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 145 121
Andere Bestätigungsleistungen 0 0
Steuerberatungsleistungen 0 0
Sonstige Leistungen 3 3
148 124

7.4. Organe der Gesellschaft

Mitglieder der Geschäftsführung der ProXES GmbH im Geschäftsjahr waren:

Herr Marc Setzen, Geschäftsführer (CEO), Baden-Baden

Herr Sven Falkenberg, Geschäftsführer (CFO), Greven

Dem Beirat gehörten im Geschäftsjahr an:

Herr Bernd Kessler (Vorsitzender)

Herr Rolf Friedli

Herr Andreas Evertz

Herr Konstantin Ewald (bis 04/2024)

Herr Daniel Hagn (ab 05/2024)

Der Beirat hat im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von TEUR 146 (Vj. TEUR 128) erhalten.

7.5. Gestellte Sicherheiten

Die Finanzanlagen sowie das sonstige Vermögen des Konzerns sind zur Sicherung von Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, den zur Verfügung stehenden Betriebsmittelkrediten sowie den zur Verfügung stehenden Avalrahmen in vollem Umfang verpfändet. Zum Stichtag bestanden die besicherten Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 97.829 (Vj. TEUR 101.862). Sämtliche Konzerngesellschaften sind dem Kreditvertrag beigetreten.

Die Gesellschaft wird nicht in der Lage sein, die Verbindlichkeiten am 31. Dezember 2025 zu tilgen, und muss daher im Geschäftsjahr 2025 eine Refinanzierung vornehmen. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko und damit ebenso die Inanspruchnahme aus den gestellten Sicherheiten aktuell als signifikant ein. Es wird ergänzend auf Abschnitt 4.14 verwiesen.

7.6. Befreiung von Tochterunternehmen

Folgende Tochterunternehmen nehmen Befreiungsvorschriften nach § 264 Abs. 3 HGB in Anspruch:

ProXES International GmbH, Hameln

ProXES Technology GmbH, Neuenburg am Rhein

Stephan Machinery GmbH, Hameln

7.7. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2024 trotz einer weiteren Einzahlung des Gesellschafters in Höhe von TEUR 2.000 die mit den finanzierenden Kreditinstituten vereinbarten Mindestanforderungen im ersten Halbjahr 2024 nicht eingehalten. Die beteiligten Kreditinstitute haben im Rahmen einer Änderungsvereinbarung einem Verzicht auf die Einhaltungserfordernis der Mindestanforderungen zum 31. Mai 2024 sowie dem 30. Juni 2024 zugestimmt. Daneben haben diese nach Abschluss der Änderungsvereinbarung einer Aussetzung der Neuermittlung der Covenants zum 31. Dezember 2023 zugestimmt. Die Rahmenbedingungen des Konsortialdarlehens sind im Rahmen der Änderungsvereinbarung grundsätzlich unverändert geblieben. Allerdings erhöht sich der Zinssatz ab dem 01. Juli 2024 um 0,75% p.a., ab dem 01. Januar 2025 um weitere 0,50% p.a. sowie ab dem 01. Juli 2025 um weitere 0,50% p.a., wobei die Gesellschaft nunmehr das Recht hat, diese Zinsen erst am Ende der Darlehenslaufzeit zu zahlen bzw. den Darlehensbetrag entsprechend zu erhöhen (sog. PIK-Toggle). Die Gesellschaft wird dieses Recht zum Geschäftsjahresende 2024 ausüben. Ferner ist die Gesellschaft bereits zum 31. Oktober 2024 verpflichtet, den Verkaufsprozess zu starten, einen renommierten M&A-Berater zu beauftragen und den Verkaufsprozess bis zum 30. September 2025 abzuschließen.

Bis zur Beendigung der Aufstellung des Konzernabschlusses haben sich keine weiteren wesentlichen Ereignisse ergeben.

8. Genehmigung des Konzernabschlusses gemäß IAS 10.17

Der vorliegende Konzernabschluss wird am 30. Dezember 2024 durch die Geschäftsführung genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

 

Hameln, den 23. Dezember 2024

Marc Setzen, Geschäftsführer

Sven Falkenberg, Geschäftsführer

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis zum 31. Dezember 2023

1. Allgemeine Angaben

Die am 21. März 2017 gegründete, in Hameln (Deutschland) ansässige Gesellschaft ist seit dem 13. Juli 2017 Mutterunternehmen des ProXES-Konzerns. Oberstes beherrschendes Unternehmen ist die Capvis Equity IV L.P., St. Helier Jersey, welche über die Polyusus Jersey IV L.P., St. Helier Jersey sowie Polyusus Lux X S. à. r. l., Luxembourg, (unmittelbare Mutterunternehmen) mehrheitlich an der ProXES GmbH beteiligt ist.

Der ProXES-Konzern unter Führung der ProXES GmbH ist somit zum 13. Juli 2017 neu entstanden, kann allerdings mit seinen Tochterunternehmen auf eine bis zu 100-jährige erfolgreiche Firmengeschichte mit breit aufgestelltem Produktsortiment von Maschinen und Anlagen für die Lebensmittel-, Pharma-, Kosmetik- und chemische Industrie zurückblicken. Aktuell besteht der ProXES-Konzern aus den Produktionsgesellschaften Stephan Machinery GmbH (Hameln, Deutschland) und FrymaKoruma AG (Rheinfelden, Schweiz) sowie Vertriebsgesellschaften in Frankreich, den Vereinigten Staaten von Amerika, Singapur, China, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Polen.

Die ProXES GmbH fungiert als operative Holding, welche für die Konzerngesellschaften qualifizierte Dienstleistungen in den Bereichen Management, Marketing, Controlling, Finanzbuchhaltung sowie Personalwesen und IT erbringt.

Die im Geschäftsjahr 2021 neu definierte strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe wurde auch im Geschäftsjahr 2023 weiterhin konsequent umgesetzt. Die Neuausrichtung des Partnernetzwerks wurde in Kanada erfolgreich umgesetzt, indem diese Region dem Direktvertrieb Nordamerika zugeordnet wurde. Der Ausbau der Produktionskapazitäten in Hameln und Rheinfelden wurde entschleunigt, welches dem temporären Nachfragerückgang in Folge der Lebensmittelinflation geschuldet war.

2. Beteiligungen der ProXES GmbH

Die ProXES GmbH war zum Bilanzstichtag an folgenden Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar über eine ihrer Tochtergesellschaften beteiligt:

Name / Firma Hauptgeschäft Sitz Stimmrechts- und Kapitalanteil
in Prozent
ProXES International GmbH Holding Hameln, Deutschland 100,00
Stephan Machinery GmbH Produktion, Vertrieb, Service Hameln, Deutschland 100,00
ProXES Technology GmbH Vertrieb Neuenburg, Deutschland 100,00
FrymaKoruma AG Produktion, Service Rheinfelden, Schweiz 100,00
ProXES Benelux B.V Vertrieb Almelo, Niederlande 100,00
ProXES UK &Ireland Ltd Vertrieb Huntingdon, Großbritannien 100,00
ProXES Polska Sp. z o. o Vertrieb Wysogotowo, Polen 100,00
ProXES Inc. Vertrieb Mundelein, Vereinigte Staaten von Amerika 100,00
ProXES France S.a.r.L. Vertrieb Lognes, Frankreich 100,00
ProXES Asia Pacific Ltd Vertrieb Singapur, Singapur 100,00
Stephan UK Ltd. * Vertrieb Deeside, Großbritannien 40,00
ProXES Shanghai Machinery Co. Ltd Vertrieb Shanghai, China 100,00

* Shares ohne Gewinnbezugsrechte

3. Gesamtwirtschaftliches und branchenspezifisches Umfeld

Die Rahmenbedingungen im zurückliegenden Geschäftsjahr 2023 waren wie auch in den Vorjahren sowie in den vergangenen Monaten des Jahres 2024 von einer Vielzahl von Herausforderungen geprägt, darunter die anhaltenden geopolitischen Spannungen, der anhaltende Inflationsdruck in vielen Ländern und die in einigen Teilen der Welt immer noch anhaltenden Nachwirkungen der Covid-19 Pandemie.

Geopolitische Spannungen, insbesondere der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, der Krieg in Israel und die Konflikte in den angrenzenden Regionen sowie die angespannten Beziehungen zwischen China und den USA erzeugten im Jahr 2023 und 2024 weiterhin Unsicherheiten im Welthandel. Handelsbeschränkungen und Sanktionen beeinflussten die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Vorprodukten.

Die zur Eindämmung der Inflation von vielen Zentralbanken eingeleitete Straffung der Geldpolitik mit einer deutlichen Erhöhung der Zinsen führte zu einer Erhöhung der Finanzierungskosten für Investitionen auf Seiten unserer Kunden und hat die Investitionsbereitschaft in neue Anlagen und Maschinen reduziert.

Insgesamt ist die Weltwirtschaft aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen entgegen anfänglichen Prognosen noch nicht wieder in eine Phase der Erholung eingetreten, wobei die Wachstumsraten in den verschiedenen Regionen der Welt stark unterschiedlich ausfielen. Die Weltwirtschaft wird laut IWF in 2024 und 2025 um 3,2 Prozent wachsen (IWF, Oktober 2024).

In den für den ProXES-Konzern wichtigsten Märkten Europa, Asien und Nordamerika entwickelten sich die Volkswirtschaften unterschiedlich. In Deutschland musste ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0.3% verzeichnet werden (IWF, Oktober 2024), wohingegen in der EU, China und den USA ein Anstieg der Wirtschaftsleistung realisiert wurde.

Der Rückgang in Deutschlang lag bei 0,3 % und damit weit unter dem Vorjahreswert von +1,8 % (IWF, Oktober 2024). In der Eurozone konnte im Jahr 2023 ein leichter Anstieg von 0,4 % verzeichnet werden und lag damit weit unter der Entwicklung des Vorjahres (3,6%). Das Wirtschaftswachstum in China lag bei 5,2 % über den Vorjahreswert von 3,0%. Die US-Wirtschaft konnte ebenfalls im Jahr 2023 einen Anstieg auf 2,9% verzeichnen (2022: 1,9 %) (IWF, Oktober 2024).

Zu den für den ProXES-Konzern wesentlichen Währungen zählt neben dem Euro der US-Dollar sowie der Schweizer Franken. Die Währung US-Dollar blieb im Jahresverlauf 2023 und 2024 vergleichsweise konstant und verzeichnete zum 31. Dezember 2023 einen Kurs von 1,1005 US-Dollar. Die Währung Schweizer Franken wiederum verteuerte sich im Jahresverlauf 2023 kontinuierlich und verzeichnete zum 31. Dezember 2023 einen Kurs von 0,9260 Schweizer Franken. Im Geschäftsjahr 2024 schwankte der Schweizer Franken ebenfalls deutlicher als der US-Dollar, liegt aber nach einem Kurs von 0,9818 Schweizer Franken im Mai 2024 mit einem Kurs vom 0,9309 Schweizer Franken Ende November 2024 nahezu auf Vorjahresniveau.

Das durchschnittliche Zinsniveau wurde im Jahr 2023 stetig angepasst. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank wurde das erste Mal am 21.07.2022 auf 0,5 Prozent angehoben und markierte damit die Zinswende. Während der Leitzins im Geschäftsjahr 2023 in mehreren Schritten auf 4,5% im September 2023 erhöht wurde, erfolgte im Geschäftsjahr 2024 eine erneute Zinswende mit zwei Reduzierungen des Leitzinses auf zuletzt 3,00% im Dezember 2024.

Die Branche der Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen ist außerordentlich vielfältig und überwiegend mittelständisch strukturiert. Eine vor Jahren begonnene Konsolidierung in diesem Segment zu Firmengruppen bzw. Konzernen setzt sich unverändert fort.

Die generelle Entwicklung der Märkte im Jahr 2023 für Maschinen zur Lebensmittelherstellung ist als leicht positiv zu bezeichnen und die kurzfristige Nachfragezurückhaltung in Europa, bedingt durch die steigenden Lebensmittelpreise, konnte in der zweiten Jahreshälfte teilweise aufgeholt werden. Die Lieferkettenproblematik schwächte sich in der zweiten Jahreshälfte 2023 ab, wobei es noch teilweise zu einer Verzögerung der Projektabwicklung kam. Im Jahr 2024 ist die Marktentwicklung in Europa als stabil einzustufen, wohingegen die Marktentwicklungen in China, bedingt durch die makroökonomischen Rahmenbedingungen, sowie in den USA im Wahljahr 2024 als rückläufig zu bezeichnen sind.

Der Bedarf an Maschinen zur Lebensmittelherstellung ist in der Region EMEA wieder angezogen und konnte das hohe Niveau von 2022 übertreffen. Die Entwicklung des Bedarfs in den Regionen China und Südostasien ist weiterhin rückläufig. Wesentlich bedeutender entwickelt sich dagegen der Bedarf an Maschinen in Nordamerika, allerdings nur sofern sich in beiden Regionen die gesamtpolitische Situation nicht verändert.

Der Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinenmarkt zeichnet sich allgemein dadurch aus, dass er weniger anfällig für kurzfristige konjunkturelle Schwankungen und insbesondere in Schwellenländern ein deutliches Wachstumspotential vorhanden ist.

Die Branche für Pharma &Cosmetic-Applikation ist grundsätzlich anders strukturiert als die Nahrungsmittel-Industrie. Einer kleinen Anzahl von multinational agierenden Kunden steht eine ebenfalls geringe Anzahl von Maschinenbauern für die entsprechenden Prozesslösungen gegenüber. Die großen Produzenten internationalisieren ihre Produktionsstandorte weiterhin, insbesondere in die Regionen Asien und Südamerika. Hier gilt es, den entsprechenden Kundenservice lokal verfügbar zu machen, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Für den Bereich Pharma & Cosmetic rechnen wir mit einem stabilen Wachstum.

Der Bereich Advanced Materials wird durch Applikationen im Bereich der Nachhaltigkeit, insbesondere der Reduzierung von CO 2, signifikant beeinflusst und wir erwarten ein überdurchschnittliches Wachstum. Der Auftragseingang konnte im Geschäftsjahr 2023 und 2024 weiterhin signifikant gesteigert werden. Des Weiteren konnte im Geschäftsjahr 2024 ein Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von 5 Jahren abgeschlossen werden, welcher die Liefervereinbarung von Maschinen für die Reduzierung von CO 2 für einen der Schlüsselspieler in diesem Segment beinhaltet.

Die unter dem Dach der ProXES GmbH agierenden Marken "Stephan", "FrymaKoruma" und "Terlet" sind in den Märkten gut eingeführt und positioniert und stehen für verlässliche Maschinen und hochwertige Systemlösungen.

4. Auftragslage der Unternehmensgruppe

Im Bereich Projekte entwickelte sich das operative Geschäft der Stephan Machinery rückläufig, maßgeblich bedingt durch die Abnahme der Nachfrage im Bereich Dairy. Bei den Produkten konnten die Auftragseingänge gegenüber den Erwartungen nicht gehalten werden. Der Bereich Service konnte um 11,6 Prozent gesteigert werden und lag somit über den Erwartungen. Insgesamt ist der Auftragseingang im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 13 Prozent gesunken. Im Jahr 2024 verläuft der Auftragseingang für den Bereich Service weiterhin positiv und wir erwarten eine Steigerung der Vorjahreswerte. Bei den Produkten bzw. Kleinmaschinen wird ebenfalls eine Steigerung zum Vorjahr erwartet, wohingegen das Projektgeschäft bzw. Großmaschinen derzeit leicht rückläufig ist. Im vierten Quartal 2024 stehen einige größere Projektvergaben aus, wodurch dieser Trend noch positiv beeinflusst werden könnte.

Das operative Geschäft der FrymaKoruma-Gruppe hat in 2023 die Erwartungen übertroffen. In 2024 konnte das Stammgeschäft, ohne CO 2 Reduzierung, mit Maschinen weiter ausgebaut werden. Die Nachfrage nach Neumaschinen ist in 2023 gemessen an dem Auftragseingang um ca. 28 Prozent zum Vorjahr angestiegen und in 2024 wird eine Absenkung von 15% erwartet, welche auf die CO 2 Pilotanlage in 2023 zurückzuführen ist. Der Bereich Customer Service ist um 2,0 Prozent gewachsen und ist hinter den Erwartungen geblieben.

Das operative Geschäft der Terlet-Gruppe verlief im Jahr 2023 stärker als erwartet. Der Auftragseingang für Produkte konnte um 70% zum Vorjahreswert gesteigert werden. Im Jahr 2024 erwarten wir ein Wachstum von 20% zum Vorjahreswert.

5. Vermögens- und Finanzlage

Im Bereich der langfristigen Vermögenswerte bildet sich im Wesentlichen die Allokation des Kaufpreises aus der Akquisition der Unternehmensgruppe im Geschäftsjahr 2017 ab.

Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 118.083 (Vj: TEUR 125.304) beinhaltet die beizulegenden Geschäfts- oder Firmenwerte der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten der Unternehmensgruppe. Bei den einzelnen CGUs der ProXES GmbH handelt es sich um die jeweiligen Gesellschaften, die die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten darstellen, die Mittelzuflüsse erzeugen und weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Die Impairment Bewertung hat aufgrund der Entwicklungen im Geschäftsjahr und angepassten Einschätzung an den zukünftigen Geschäftsverlauf zu einer Abwertung des ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwertes von TEUR 8.751 (Vj: TEUR 13.851) geführt.

Unter den Sonstigen immateriellen Vermögenswerten von TEUR 46.955 (Vj.: TEUR 54.035) werden als wesentliche Bestandteile die bewerteten Kundenbeziehungen, die Technologien der Unternehmen sowie die Unternehmensmarken erfasst.

Die kurzfristigen Vermögenswerte (TEUR 61.942; Vj. TEUR 65.997) beinhalten zum 31. Dezember 2023 insbesondere Vorräte (TEUR 18.086; Vj. TEUR 15.676), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (TEUR 27.217; Vj. TEUR 30.916) sowie Barmittel und Bankguthaben (TEUR 12.305; Vj. TEUR 14.485). Letztgenannte erhöhten sich im Geschäftsjahr trotz Mittelabflüssen aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von TEUR -8.505 (Vorjahr TEUR -9.904) sowie Mittelabflüssen aus der Investitionstätigkeit in Höhe von TEUR -3.024 (Vorjahr TEUR -1.928) aufgrund Mittelzuflüssen aus der betrieblichen Tätigkeit in Höhe von TEUR 9.446 (Vorjahr TEUR 12.411).

Das bilanzielle Eigenkapital der Gesellschaft reduzierte sich im Geschäftsjahr 2023 trotz einer Erhöhung der Kapitalrücklage um TEUR 9.000 durch den Gesellschafter aufgrund des Jahresgesamtergebnisses von TEUR -34.366 auf TEUR -142.443 und ist damit weiterhin negativ. Die Finanzverbindlichkeiten von TEUR 327.022 (Vj.: TEUR 319.845) enthalten per Stichtag Gesellschafterdarlehen mit einer Valuta in Höhe von TEUR 213.262 (Vj.: TEUR 201.402). Diese sind im Zuge des Erwerbs der ProXES-Gruppe seitens der Gesellschafter bereitgestellt worden, mit einem Rangrücktritt versehen und am 30. Juni 2026 fällig. Im Übrigen bestehen die Finanzverbindlichkeiten im Wesentlichen aus Bankdarlehen aus dem Unternehmenserwerb. Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 eine Refinanzierung der gesamten Finanzverbindlichkeiten aus Bankdarlehen vorgenommen. Die in diesem Zusammenhang abgeschlossenen Darlehen teilen sich in am 31. Dezember 2025 endfällige Tranchen (92,6 mEUR) und eine der Tilgung unterliegende Tranche (9,2 mEUR) auf. Der im Rahmen der Refinanzierung abgeschlossene Konsortialkreditvertrag verlangt, wie bereits der bisherige Konsortialkreditvertrag, unter anderem die Einhaltung von Covenants, welche die sich auf ein EBITDA nach Bankendefinition auf konsolidierter Basis, die Liquidität auf konsolidierter Basis sowie das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zu dem EBITDA nach Bankendefinition auf konsolidierter Basis beziehen. Daneben steht den finanzierenden Banken ein Sonderkündigungsrecht zu, falls ein spätestens im Januar 2025 zu startender Verkaufsprozess nicht spätestens im September 2025 abgeschlossen sein sollte.

Die vereinbarten Covenants wurden im ersten Halbjahr 2024 trotz einer weiteren Einzahlung des Gesellschafters in Höhe von TEUR 2.000 nicht eingehalten. Die beteiligten Kreditinstitute haben im August 2024 im Rahmen einer Änderungsvereinbarung einem Verzicht auf die Einhaltungserfordernis der Mindestanforderungen zum 31. März 2024 sowie dem 30. Juni 2024 zugestimmt. Daneben haben diese nach Abschluss der Änderungsvereinbarung einer Aussetzung der Neuermittlung der Covenants zum 31. Dezember 2023 zugestimmt. Die Rahmenbedingungen des Konsortialdarlehens sind im Rahmen der Änderungsvereinbarung grundsätzlich unverändert geblieben. Allerdings erhöht sich der Zinssatz ab dem 01. Juli 2024 um 0,75% p.a., ab dem 01. Januar 2025 um weitere 0,50% p.a. sowie ab dem 01. Juli 2025 um weitere 0,50% p.a., wobei die Gesellschaft nunmehr das Recht hat, diese Zinsen erst am Ende der Darlehenslaufzeit zu zahlen bzw. den Darlehensbetrag entsprechend zu erhöhen (sog. PIK-Toggle). Die Gesellschaft wird dieses Recht zum Geschäftsjahresende 2024 ausüben. Ferner ist die Gesellschaft bereits zum 31. Oktober 2024 verpflichtet, den Verkaufsprozess zu starten, einen renommierten M&A-Berater zu beauftragen und den Verkaufsprozess bis zum 30. September 2025 abzuschließen.

Ferner hat sich der Gesellschafter im Zusammenhang mit der Änderungsvereinbarung erneut dazu verpflichtet, bis zu TEUR 3.000 in die Gesellschaft einzulegen, sofern die bezüglich der Liquidität vereinbarten Mindestanforderungen nicht eingehalten werden (sog. Equity Commitment Letter).

Inwieweit die Gesellschaft in der Lage sein wird, die vereinbarten Mindestanforderungen zukünftig einzuhalten, unterliegt aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima erhöhten Risiken. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein.

6. Ertragslage

Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von TEUR 122.278 auf TEUR 133.223 und blieben damit hinter den prognostizierten Umsatzerlösen von TEUR 141.275 deutlich zurück. Dies ist insbesondere auf die weiterhin bestehende Lieferkettenproblematik, welche maßgeblich von der Verfügbarkeit von industriellen Halbleitern bestimmt wird, den im Jahr 2023 zu verzeichnenden Nachfragerückgang in China und Südostasien sowie die generelle Nachfrageschwankung durch die steigende Lebensmittelinflation sowie die makroökonomische Entwicklung in China zurückzuführen.

Die Umsatzerlöse der Gesellschaft beinhalten auch im Geschäftsjahr 2023 insbesondere Umsatzerlöse aus der Veräußerung von Maschinen (TEUR 91.888, Vj. TEUR 85.646), aus der Veräußerung von Ersatzteilen und aus der Erbringung von Dienstleistungen (TEUR 41.335; Vj. TEUR 36.632).

Der Materialaufwand der Gesellschaft beinhaltet Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe (TEUR 54.987; Vj. TEUR 50.012) und Aufwendungen für bezogene Leistungen (TEUR 2.402; Vj. TEUR 2.915). Die Materialeinsatzquote in Höhe von 42,8% hat sich gegenüber dem Vorjahr (42,1%) insbesondere durch einen geänderten Produktmix leicht verschlechtert. Demgegenüber konnte die Personalaufwandsquote von 32,2% im Vorjahr auf 31,7% weiter reduziert werden.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind insbesondere Betriebsaufwendungen (TEUR 10.607; Vj TEUR 8.575), Verwaltungsaufwendungen (TEUR 3.908; Vj TEUR 2.511) sowie Vertriebs- und Provisionsaufwendungen (TEUR 8.874; Vj TEUR 9.348) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 442; Vj: TEUR 984) sowie Erträge aus der Währungsumrechnung (TEUR 1.399; Vj: 1.356).

Insbesondere die weltweiten Störungen der Lieferketten sowie die Nachfrageschwankungen führten zur Verfehlung der prognostizierten Umsatzerlöse, wodurch schlussendlich das prognostizierte bereinigte EBITDA 1 von TEUR 25.000 ebenfalls nicht realisiert werden konnte. Es liegt mit TEUR 18.625 leicht über dem Vorjahr (Vj. TEUR 18.371).

Das bereinigte EBITDA ergibt sich im Geschäftsjahr 2023 insbesondere aus dem konsolidierten EBITDA in Höhe von TEUR 9.814, welches um außerordentliche Personalaufwendungen in Höhe von TEUR 4.415, die Auswirkungen aus der Anwendung des IFRS 16 in Höhe von TEUR 2.690 sowie Beratungs- und Personalbeschaffungskosten in Höhe von TEUR 2.233 bereinigt wurde.

Die deutliche Reduzierung der Abschreibungen ist insbesondere auf die geringere Wertberichtigung des Geschäfts- oder Firmenwertes in Höhe von TEUR 8.751 (Vorjahr TEUR 13.851) zurückzuführen.

Das Finanzergebnis beinhaltet im Wesentlichen die Zinsaufwendungen für das Gesellschafterdarlehen (TEUR 11.910) und die Zinsaufwendungen aus dem Konsortialdarlehen (TEUR 8.444).

Die Ertragsteuern setzen sich insbesondere aus dem Steueraufwand der laufenden Periode (TEUR 1.902) sowie einem im Geschäftsjahr erfassten latenten Steuerertrag (TEUR 2.525) zusammen.

Das Gesamtergebnis des Konzerns verschlechterte sich von TEUR -17.330 auf TEUR -33.307.

1 Bereinigtes EBITDA = Konsolidiertes EBITDA zuzüglich der vollen Ergebnisbeiträge aus Synergien und Kostenreduzierungen und bereinigt um außerordentliche und/oder einmalige Aufwendungen und Erträge

7. Chancen und Risiken

Das Management von Chancen und Risiken ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Die Identifikation und Steuerung von Chancen und Risiken ist bei ProXES Aufgabe der Geschäftsleitung. Grundlage des Chancenmanagements ist die Analyse von Zielmärkten, Branchenumfeldern und Trends, aus denen sich geschäftliche Chancen ableiten lassen.

Im Bereich Pharma, Cosmetics &Advanced Materials ist ProXES in einem zukunftsorientierten und wachstumsstarken Markt tätig. Wesentliche Chancen ergeben sich aus verschiedenen Markt- und Technologietrends, an denen wir durch unsere Technik partizipieren können.

Im Bereich Nahrungsmittelmaschinen ergeben sich insbesondere Chancen durch die Expansion in Schwellenländer, aber auch durch vermehrte Ersatzinvestitionen in den Industriestaaten.

Bezüglich der Positionierung gehören die Marken "Stephan", "FrymaKoruma" und "Terlet" nach unserer Einschätzung zu den in den Märkten etablierten Namen. Aufgrund qualitativ hochwertiger Produkte, der Markenbekanntheit und etablierter Kundenbeziehungen sehen wir gute Chancen unsere Marktposition weiter auszubauen.

Wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren stellen unsere motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeiter dar. Der Konzern fördert den hohen Leistungsstand der Mitarbeiter durch Fortbildungsmaßnahmen und unterstützt die Weiterbildung der Mitarbeiter.

Wir beziehen von unseren Lieferanten eine Vielzahl von Bauteilen und Komponenten. Damit verbunden sind Risiken in Form von unerwarteten Lieferengpässen, Preissteigerungen sowie hinter den Anforderungen unserer Kunden zurückbleibenden Leistungsmerkmalen. Der Einfluss der global angespannten Lieferketten, insbesondere die Verfügbarkeit von Halbleitern, nahm im Jahresverlauf 2023 stetig ab. Die Risiken der steigenden Rohstoffkosten konnten zurückliegend betrachtet an den Markt teilweise weitergegeben werden. Das Geschäftsjahr 2024 haben sich die Rohstoffpreise weiter normalisiert und die Preissteigerungen auf einem niedrigeren Niveau eingependelt. Risiken aus von unseren Kunden geforderten Leistungsmerkmalen begrenzen wir grundsätzlich durch entsprechende vertragliche Regelungen mit unseren Lieferanten. Unsere Beschaffungsaktivitäten werden ständig überwacht und Lieferanten ggf. überprüft. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Risikos stufen wir derzeit als gering bis moderat ein.

Der Vertrieb ist in erster Linie über Tochtergesellschaften organisiert. Mögliche Risiken bestehen in einer unerwarteten Änderung der Nachfrage und einem steigenden Preisdruck. Entsprechende Entwicklungen versuchen wir durch Marktanalysen zu erkennen. Der positive Nachfragetrend im zweiten Halbjahr 2023 setzte sich im ersten Quartal 2024 nicht fort, sodass auch hier derzeit nach unserer Meinung eine gegebene Eintrittswahrscheinlichkeit besteht, sofern sich die zuletzt angespannte gesamtpolitische Situation in einzelnen Teilen der Welt nicht verändern sollte. Die im Programm Sprint 2024 ergriffenen Maßnahmen zeigten bereits Ende des zweiten Quartals Wirkung auf der Nachfrageseite. Dieser positive Trend setzte sich auch im dritten und vierten Quartal fort.

Die wichtigsten Kunden stammen aus der Nahrungsmittel- und pharmazeutischen Industrie. Es handelt sich meist um große, bereits seit langer Zeit existierende Unternehmen mit hoher Bonität. Insgesamt ist aber die Abhängigkeit von einzelnen Großkunden nicht wesentlich. Wesentliche über die bilanziell bereits berücksichtigen hinausgehende Ausfallrisiken sind derzeit nicht erkennbar. Die Bonitätseinstufung unserer Kunden wird von uns überwacht. Zum heutigen Zeitpunkt erscheint uns daher die Eintrittswahrscheinlichkeit der mit Kunden zusammenhängenden Risiken als gering.

Das aktuelle Zinsniveau im Euroraum befindet sich trotz der Zinssenkungen im Jahr 2024 weiterhin auf einem im Vergleich zu den letzten 15 Jahren hohen Stand. Daneben finanziert sich die ProXES Gruppe neben dem variable verzinslichen Konsortialkredit über ein festverzinsliches Gesellschafterdarlehen, sodass wir aktuell von Zinssicherungen abgesehen haben. Gleichwohl beobachten wir die Zinsentwicklung sowie die Prognosen hierzu regelmäßig, da sich auch nach der im Jahr 2023 und 2024 erfolgten Refinanzierung weiterhin variablen Verzinsung des Konsortialdarlehens durch einen Anstieg des Zinsniveau nicht nur unwesentliche Auswirkungen auf unser Jahresergebnis sowie die Liquidität ergeben können. Ebenso laufen die Konsortialdarlehen zum 31. Dezember 2025 aus, sodass im Geschäftsjahr 2025 eine weitere Refinanzierung mit eventuell geänderten Rahmenbedingungen erforderlich sein wird. Die Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Zinsrisikos stufen wir derzeit als gegeben ein, auch wenn die Risikohöhe derzeit als beherrschbar angesehen wird.

Als weiteres Risiko ist die Wechselkursentwicklung zu vielen internationalen Währungen einzustufen. Da wir unsere Geschäftstätigkeit hauptsächlich in Euro abwickeln, unterliegen die Verkaufsaktivitäten dem Abwertungsrisiko der ausländischen Währung. Dieses ist insbesondere in Ländern mit volatilen Währungen einhergehend mit einer hohen Inflation zu verzeichnen, u.a. in Ländern wie Indien und der Türkei, in denen unsere Produkte somit hochpreisig angeboten werden. Nimmt diese Entwicklung weiterhin zu, wird dieses einen direkten Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung in diesen Ländern haben. Aufgrund unseres Produktionsstandorts in der Schweiz unterliegen unsere Einkaufsaktivitäten ebenfalls Wechselkursrisiken, die sich insbesondere bei langfristigen Fertigungsaufträgen negativ auf das Ergebnis auswirken können.

Um Währungsrisiken zu begegnen, wurden in der Vergangenheit insbesondere für die Geschäfte in US-Dollar währungsbezogene Sicherungsgeschäfte mit Banken abgeschlossen, insofern wir aus den Währungsprognosen erkennbare Schwankungen ableiten konnten. Im Geschäftsjahr 2023 und 2024 wurde hiervon kein Gebrauch gemacht. Somit bestanden zum Abschlussstichtag keine Sicherungsgeschäfte.

Im Rahmen der im März 2023 neu getroffenen vertraglichen Vereinbarungen zu dem bestehenden Konsortialdarlehen wurden Financial Covenants vereinbart. Ab dem Jahr 2023 gilt neben dem EBITDA nach Bankendefinition auf konsolidierter Basis sowie der Liquidität auf konsolidierter Basis das Verhältnis der Nettofinanzverschuldung zu dem EBITDA nach Bankendefinition auf konsolidierter Basis als zusätzlicher Financial Covenant. Bei einem Verstoß kann das Darlehen fällig gestellt werden. Daneben steht den finanzierenden Banken ein Sonderkündigungsrecht zu, falls ein spätestens im Januar 2025 zu startender Verkaufsprozess nicht spätestens im September 2025 abgeschlossen sein sollte.

Die vereinbarten Covenants wurden im ersten Halbjahr 2024 trotz einer weiteren Einzahlung des Gesellschafters in Höhe von TEUR 2.000 nicht eingehalten. Die beteiligten Kreditinstitute haben im August 2024 im Rahmen einer Änderungsvereinbarung einem Verzicht auf die Einhaltungserfordernis der Mindestanforderungen zum 31. Mai 2024 sowie dem 30. Juni 2024 zugestimmt. Daneben haben diese nach Abschluss der Änderungsvereinbarung einer Aussetzung der Neuermittlung der Covenants zum 31. Dezember 2023 zugestimmt. Die Rahmenbedingungen des Konsortialdarlehens sind im Rahmen der Änderungsvereinbarung grundsätzlich unverändert geblieben. Allerdings erhöht sich der Zinssatz ab dem 01. Juli 2024 um 0,75% p.a., ab dem 01. Januar 2025 um weitere 0,50% p.a. sowie ab dem 01. Juli 2025 um weitere 0,50% p.a., wobei die Gesellschaft nunmehr das Recht hat, diese Zinsen erst am Ende der Darlehenslaufzeit zu zahlen bzw. den Darlehensbetrag entsprechend zu erhöhen (sog. PIK-Toggle). Die Gesellschaft wird dieses Recht zum Geschäftsjahresende 2024 ausüben. Ferner ist die Gesellschaft bereits zum 31. Oktober 2024 verpflichtet, den Verkaufsprozess zu starten, einen renommierten M&A-Berater zu beauftragen und den Verkaufsprozess bis zum 30. September 2025 abzuschließen.

Ferner hat sich der Gesellschafter im Zusammenhang mit der Änderungsvereinbarung erneut dazu verpflichtet, bis zu TEUR 3.000 in die Gesellschaft einzulegen, sofern die bezüglich der Liquidität vereinbarten Mindestanforderungen nicht eingehalten werden (sog. Equity Commitment Letter).

Inwieweit die Gesellschaft in der Lage sein wird, die geplanten und für eine Einhaltung der vereinbarten Mindestanforderungen erforderlichen, sehr ambitionierten Umsatz- und Ergebnisentwicklungen zu erzielen, unterliegt aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima trotz der initiierten Verkaufsförderungs- und Kostensenkungsprogramme wesentlich erhöhten Risiken. Insbesondere könnten ausbleibende oder verzögerte Auftragseingänge zu einem ausbleibenden oder verspäteten Eingang von Anzahlungen und damit einer Belastung der Liquidität führen.

Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, die Mindestanforderungen zu erfüllen oder im Geschäftsjahr 2025 eine notwendige Verlängerung der Kreditvereinbarungen oder eine Refinanzierung zu vereinbaren, wäre der Fortbestand der Gesellschaft gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein, geht allerdings aufgrund der Unternehmensplanung sowie weiterer möglicher liquiditätssichernder Maßnahmen von einer positiven Fortführungsprognose aus.

Die hohen Inflationsraten haben die Europäische Zentralbank sowie die US-Notenbank dazu veranlasst, ihre Geldpolitik entschieden zu straffen. Eine genaue Prognose der Geschäftsentwicklung wird hierdurch weiterhin durch die Geldmarktpolitik sowie die allgemeine Inflation erschwert und ist zurzeit nicht verlässlich möglich. Die Entwicklung der Marktnachfrage im ersten Halbjahr 2024 resultierte in einer revidierten Planung für das Geschäftsjahr 2024. Ferner wurden weiterhin Gegenmaßnahmen zur Sicherung der zukünftigen Ertrags- und Vermögenslage eingeleitet. Diese Maßnahmen fokussieren sich auf interne Einsparungsmaßnahmen sowie die Nutzung von staatlichen Förderprogrammen, beispielsweise in Form von Forschungszulagen und Energiesparmaßnahmen. Gleichwohl könnten sich aufgrund der politischen Situation in Europa, den USA und Asien sowie der genannten aktuellen makroökonomischen Herausforderungen weitere oder längerfristige Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft ergeben, die negative Auswirkungen auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben. Sollte es dadurch zu einer Verletzung der Kreditvertragsbedingungen kommen, könnten die Bankdarlehen fällig gestellt werden. Sollte dies der Fall und eine Refinanzierung nicht möglich sein, wäre der Fortbestand der ProXES-Gruppe gefährdet.

Die Geschäftsprognosen basieren auf den für die ProXES-Gruppe vorliegenden Planungen. Den in die Planungen einfließenden Werten liegen Schätzungen und Annahmen zu Grunde, die von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen könnten, so dass es zu einer Verfehlung der Geschäftsprognosen kommen kann.

8. Prognose

Für das Jahr 2024 sah der IWF im April 2024 ein Wachstum der Weltwirtschaft von insgesamt 3,2 %-Punkte vor und bestätigte dies im Oktober 2024. Dazu trägt insbesondere das prognostizierte Wachstum für die USA in Höhe von 2,8 %-Punkten, die Eurozone mit 0,8 %-Punkten sowie die asiatischen Entwicklungs- und Schwellenländer mit 5,3 %-Punkten bei (IWF, Oktober 2024). Nicht berücksichtigt in dieser Prognose ist der weitere Verlauf des Ukraine-Kriegs, weitere Anspannungen zwischen China und Taiwan, sodass die Wachstumsprognose des IWF zukünftig nach unten korrigiert werden könnte.

Die Zinspolitik der Europäische Zentralbank sowie die US-Notenbank wurde im Jahresverlauf 2023 deutlich gestrafft. Allerdings sind im Geschäftsjahr 2024 erste Zinssenkungen erfolgt. Die bisherige und zukünftige Zinsentwicklung wird nach unserer Einschätzung einen Einfluss auf unsere Geschäfte entwickeln.

Für den Bereich Advanced Materails sehen wir weiterhin gute Wachstumschancen. Die weiteren Sektoren Nahrungsmittel, Pharma und Cosmetics sollten sich ebenfalls leicht positiv bis positiv entwickeln. Hier wird wesentlich sein, inwieweit Schwellenländer sich weiterentwickeln und welchen Einfluss geopolitische Situationen auf deren Entwicklung nehmen.

Für das Geschäftsjahr 2024 haben wir eine weitere globale und nachhaltige Zunahme der Marktsegmente Lebensmittel und Advanced Materials sowie eine weitere Belebung der Märkte in Nordamerika erwartet. Beides sollte zu einem Wachstum im Auftragseingang und zu einem erhöhten Umsatz gegenüber dem Berichtsjahr 2023 führen. Allerdings wird die aktuelle Geschäftsentwicklung in Nordamerika und China voraussichtlich zu einer Verfehlung dieser Ziele führen. Das Konzernbudget für das Geschäftsjahr 2024 sieht unter Berücksichtigung dieser Aspekte Umsatzerlöse von ca. EUR 126,5m bei einem bereinigten EBITDA von höher als EUR 17,2m vor.

Für die Folgeperioden werden positive Umsatzentwicklungen sowie Kostenoptimierungen im Bereich Material, Personal und im Bereich der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erwartet.

Die Geschäftsentwicklung ist allerdings von der Entwicklung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds sowie den beschriebenen Chancen und Risken abhängig. Bei der Prognose sind wir davon ausgegangen, dass sich die bisher bekannten Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und unter anderem damit verbundene erhöhte Energie- und Materialkosten sowie Lieferkettenstörungen nicht verschärfen bzw. im Verlauf des kommenden Geschäftsjahres weiter normalisieren werden. Sollten allerdings weitere oder längerfristige bisher unbekannte Einschränkungen aufgrund der politischen Situation in den USA, Europa und Asien sowie der aktuellen makroökonomischen Herausforderungen eintreten oder die konjunkturelle Entwicklung stärker als von uns angenommen beeinträchtig werden, könnte dies auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negative Auswirkungen haben. Wir verweisen auf die diesbezüglichen Angaben in Abschnitt "7. Chancen und Risiken".

9. Risiken der künftigen Entwicklung

Der Konzern ist aufgrund der derzeitigen finanziellen Ausstattung begrenzt in der Lage, bestimmte wirtschaftliche Schwankungen abzufedern.

Weitere oder längerfristige bisher unbekannte Einschränkungen aufgrund der politischen Situation in den USA, Europa und Asien sowie die aktuellen makroökonomischen Herausforderungen könnten negative Auswirkungen auf die prognostizierte Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie den Verkaufsprozess haben. Wir verweisen auf die diesbezüglichen Angaben in Abschnitt "7. Chancen und Risiken".

Sollte es zu einer Verletzung der Kreditvertragsbedingungen kommen, könnten die Bankdarlehen fällig gestellt werden. Sollte dies der Fall und/oder die im Geschäftsjahr 2025 ohnehin erforderliche Verlängerung oder Refinanzierung der Konsortialdarlehen nicht möglich sein, wäre der Fortbestand der ProXES-Gruppe gefährdet. Die Geschäftsführung schätzt dieses bestandsgefährdende Risiko aktuell als signifikant ein.

 

Hameln, den 23. Dezember 2024

ProXES GmbH

Die Geschäftsführung

Marc Setzen, Geschäftsführer, CEO

Sven Falkenberg, Geschäftsführer, CFO

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die ProXES GmbH, Hameln

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der ProXES GmbH, Hameln, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der ProXES GmbH, Hameln, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2023 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Erläuterungen unter Punkt "4.14. Finanzverbindlichkeiten" und "5. Risikomanagement" im Konzernanhang sowie die Erläuterungen unter Punkt "5. Vermögens- und Finanzlage", "7. Chancen und Risiken" und "9. Risiken der künftigen Entwicklung" des Konzernlageberichts des Konzerns, in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Konsortialdarlehensvertrag bestimmte Kreditbedingungen (Financial Covenant) enthält, bei deren Nichteinhaltung die Konsortialdarlehen fällig gestellt werden können, dass der Konzern diese Kreditbedingungen im ersten Halbjahr 2024 nicht eingehalten hat und dass ein signifikantes Risiko besteht, dass der Konzern diese auch zukünftig nicht einhalten und die im Geschäftsjahr 2025 notwendige Verlängerung oder Refinanzierung der Konsortialdarlehen nicht vereinbart werden kann, da die Planung des Konzerns sehr ambitionierte Umsatz- und Ergebnisentwicklungen beinhaltet, welche aufgrund der allgemeinen Marktentwicklung und dem in diesem Zusammenhang weltweit eingetrübten Investitionsklima trotz der initiierten Verkaufsförderungs- und Kostensenkungsprogrammen wesentlich erhöhten Risiken unterliegt. Wie in diesen Erläuterungen dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlageberichtsind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Hannover, 30. Dezember 2024

RSM Ebner Stolz GmbH &Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Hans-Peter Möller, Wirtschaftsprüfer

Steffen Südmersen, Wirtschaftsprüfer

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