B. Braun SE
Carl-Braun-Straße 1, 34212 Melsungen, DEUStammdaten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Finanzübersicht
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Historie
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Management
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Stefan Dr. Heiden seit 9.12.2025 | Prokura |
Christoph Hux seit 9.12.2025 | Prokura |
Silke Lindenblatt seit 29.10.2025 | Prokura |
Sven Ritschel seit 29.10.2025 | Prokura |
Matthias Koslowski seit 21.1.2025 | Prokura |
Stefan Ostertag seit 2.10.2024 | Prokura |
Jean-Claude Dr. Dubacher seit 24.5.2024 | Vorstandsmitglied |
Ingrun Alsleben seit 23.2.2024 | Vorstandsmitglied |
Christian Brüggemann seit 7.2.2024 | Prokura |
Tobias Beer seit 20.12.2023 | Prokura |
Jürgen Friedhelm Peter Dr. Schlösser seit 7.2.2023 | Prokura |
Gabriele Dr. Soskuty seit 19.4.2022 | Prokura |
LL.M., Anna Maria Braun seit 19.4.2022 | Vorsitzender des Vorstands |
Jens Dr. von Lackum seit 6.4.2022 | Vorstandsmitglied |
Michael Stefan Dr. Lauk seit 8.3.2022 | Prokura |
Stefan Dr. Ruppert seit 1.7.2020 | Vorstandsmitglied |
Jürgen Dr. Tertel seit 16.4.2020 | Prokura |
Thorsten Nöll seit 16.4.2020 | Prokura |
Dieter Gemmer seit 16.4.2020 | Prokura |
Volker Dr. jur. Daum seit 16.4.2020 | Prokura |
Sabine Pflüger seit 16.4.2020 | Prokura |
Jürgen Völlkopf seit 16.4.2020 | Prokura |
Markus Strotmann seit 6.12.2018 | Vorstandsmitglied |
Wirtschaftlich Berechtigte
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
Ungelöste Beteiligungen (1)
| Name | Anteil |
|---|---|
B. Braun Melsungen AG | 100.00% |
Gesellschafter
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Beteiligungen
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% | |
| 100.00% |
Bilanzkonten
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Konzern- und Jahresabschlüsse
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
B. Braun SEMelsungenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2024 bis 31. Dezember 2024Fünfjahresübersicht
Grundlagen des B. Braun-KonzernsB. Braun ist ein führendes Unternehmen in der Medizintechnologie. Wir nutzen moderne Technologien für eine bessere Gesundheitsversorgung. Unser Ziel ist es, medizinische Behandlungen innovativer, effizienter und nachhaltiger zu machen. Unternehmensprofil Wir arbeiten täglich daran, qualitativ hochwertige Produkte und Lösungen zu entwickeln, zu produzieren und an unsere Kunden zu liefern. Das macht uns zu einem verlässlichen Partner, der unverzichtbar für das Gesundheitswesen ist. Durch die Kombination unserer Produkte, Software und Services schaffen wir intelligente Lösungen, die wir bei unseren Kunden integrieren. So verbessern wir die Effizienz in Gesundheitseinrichtungen und ermöglichen medizinischen Fachkräften mehr Zeit für die Patientenversorgung. Das Engagement unserer weltweit 64.262 Mitarbeiter*innen ist für den Erfolg von B. Braun entscheidend. Dank ihrer vielfältigen Perspektiven, Hintergründe und Erfahrungen können wir kontinuierlich Innovationen hervorbringen und neue Standards im Gesundheitswesen setzen. Unser Geschäft gliedern wir in die drei Sparten Hospital Care, Aesculap und Avitum. Hospital Care fokussiert sich auf die Bereiche Infusionstherapie, Ernährungstherapie und Schmerztherapie. Aesculap ist spezialisiert auf chirurgische und interventionelle Therapiekonzepte. Avitum konzentriert sich auf Infektionsprävention und -kontrolle, extrakorporale Blutbehandlungen sowie Wund-, Stoma- und Kontinenzversorgung. Hospital Care In Krankenhäusern zählen die Medikamentengabe durch Infusionen, die Ernährungstherapie und Anästhesien zu den häufig angewandten Routinen. Der Erfolg der Behandlungen ist abhängig von qualifiziertem Personal, das allerdings immer häufiger fehlt oder stark belastet ist. Hospital Care liefert Lösungen, die medizinische Fachkräfte zeitlich entlasten. So reduziert unser Infusionspumpensystem Space p lus mit der Software OnlineSuite p lus durch standardisierte Schnittstellen komplexe Behandlungsabläufe und Dokumentationsaufwand. Um die Sicherheit für Fachpersonal und Patient*innen in der Regionalanästhesie zu erhöhen, setzen Krankenhäuser auf unsere NRFit®-Konnektoren. Sie sind durch ihr Design verwechslungssicher und können das Risiko von Anwendungsfehlern reduzieren. Wir versorgen die Stationen mit einem kompletten Produktsortiment, trainieren die Pflegekräfte und beraten bei der Integration neuer Produkte. Auch unsere leicht handhabbaren Venenzugänge und individuellen Medikamententherapien tragen zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung bei. Aesculap Chirurgische Verfahren und interventionelle Eingriffe haben sich grundlegend weiterentwickelt, sind weniger belastend für Patient*innen und ermöglichen dadurch eine schnellere Regeneration und Rückkehr in den Alltag. Die Sparte Aesculap verbessert die Behandlung im OP und Herzkatheterlabor - von lebenswichtigen vaskulären Eingriffen über innovative Gelenkersätze bis hin zu komplexen neurochirurgischen Operationen. Wir verfügen über ein tiefes Verständnis der gesamten chirurgischen, interventionellen und versorgungsrelevanten Prozesse im OP, Katheterlabor und in der Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP). Unser vielfältiges Portfolio unterstützt das medizinische Fachpersonal dabei, sich auf seine Kernkompetenzen und die bestmögliche Patientenversorgung zu konzentrieren. Durch datenzentrierte digitale Anwendungen befähigen wir das OP-Personal zur individuell abgestimmten Behandlung von Patient*innen. Auch für das Sterilgutmanagement bieten wir digitale Lösungen an, die den Fortschritt in Chirurgie und Intervention fördern. Avitum Die Sparte Avitum entwickelt Therapiesysteme, um insbesondere Dialysepatient*innen zu versorgen. Wir ermöglichen einfache und effiziente Behandlungen, die ihre Lebensqualität verbessern und medizinischen Fachkräften die Arbeit erleichtern. Unsere OMNI-Dialysemaschine haben wir durch ein innovatives Virtual-Reality-Training ergänzt, das speziell für das medizinische Fachpersonal auf Intensivstationen entwickelt wurde. Dieses VR-Training ermöglicht es, kritische Situationen realitätsnah zu üben, ohne das eigentliche Gerät zu blockieren. Die VR-Brille erlaubt flexibles und ortsunabhängiges Lernen, was besonders in Zeiten von Personalmangel wertvoll ist. So wird sichergestellt, dass medizinische Fachkräfte bestmöglich geschult sind und im Ernstfall schnell und sicher handeln können. Für Patient*innen anderer chronischer Erkrankungen - beispielsweise mit chronischen Wunden, Stoma oder Harninkontinenz - entwickeln wir unser Portfolio mit Produkten weiter, die auch zu Hause einfach in der Anwendung sind. Unser Fokus in der Infektionsprävention und -kontrolle liegt auf Konzepten, die durch die Kombination aus Produkten, Beratungen und Schulungen Infektionsrisiken in allen medizinischen Behandlungsfeldern reduzieren helfen. Sharing Expertise Gemeinsam mit unseren Kunden tauschen wir regelmäßig Fachwissen aus, damit wir ihren Alltag erleichtern können. Ein Beispiel dafür ist die Aesculap Academy, unser Weiterbildungsforum. Sie ermöglicht lebenslanges Lernen und berufliche Weiterentwicklung im Gesundheitswesen und vernetzt weltweit medizinisches Fachpersonal miteinander. Im Berichtsjahr erreichte sie in über 40 Ländern mit wissenschaftlichen Weiterbildungen und Workshops sowie produktspezifischen Trainings 152.000 medizinische Fachkräfte in 2.200 Kursen. Bei B. Braun setzen wir auf ein Wertegerüst, das den langfristigen Erfolg des Unternehmens trägt. Die Werte Innovation, Effizienz und Nachhaltigkeit sind seit Jahrzehnten fest in unserem Unternehmen verankert. Unsere Unternehmenskultur ist von Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt geprägt.
In unserer Finanzberichterstattung weisen wir neben unseren drei Sparten sechs Regionen aus: Deutschland, Westeuropa, Osteuropa, Nordamerika, Asien-Pazifik sowie die Region LATMEA (Lateinamerika, Naher Osten und Afrika). Wesentliche Produktionsstandorte befinden sich in Melsungen, Bad Arolsen, Berlin, Denzlingen, Dresden, Glandorf, Roth, Tuttlingen (alle Deutschland), Nogent (Frankreich), Mirandola (Italien), Crissier, Escholzmatt und Sempach (alle Schweiz), Rubí (Spanien), Nowy Tomyśl (Polen), Gyöngyös (Ungarn), Allentown, PA, Daytona Beach, FL und Irvine, CL (alle USA), Suzhou (China), Neu Delhi (Indien), Tochigi (Japan), Penang (Malaysia), Hanoi (Vietnam), São Gonçalo (Brasilien) und Johannesburg (Südafrika). Unternehmensführung Unternehmensstruktur Die übergeordnete, strategisch-geschäftsleitende B. Braun Familienholding SE & Co. KG (Familienholding) beinhaltet die Konzernfunktionen Finanzen, Controlling, Steuern, Recht, Interne Revision, Personalwesen sowie die Unternehmenskommunikation. Diese sind konzernweite Kompetenzzentren und bündeln die geschäftsunterstützenden Prozesse und Leistungen für die Sparten und Regionen. Die Familienholding stellt das Bindeglied zwischen Eigentümerfamilie und Unternehmen dar. Unterhalb der Familienholding hält die B. Braun SE als operative Konzernführungsgesellschaft unmittelbar oder mittelbar die Anteile an den Spartenführungsgesellschaften B. Braun Melsungen AG (Hospital Care), Aesculap AG (Aesculap) und B. Braun Avitum AG (Avitum). Organe der B. Braun SE sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Hauptversammlung. Die Mitglieder des Vorstands sind mit klaren Ressortzuständigkeiten gemeinschaftlich für den Erfolg des Unternehmens verantwortlich. Der Aufsichtsrat berief zum 1. Januar 2024 Ingrun Alsleben als Mitglied in den Vorstand der B. Braun SE, zunächst mit Verantwortung für die Bereiche IT und Supply Chain Management. Am 1. April 2024 übernahm sie auch die Position der Finanzvorständin von Dr. Annette Beller, die zum 31. März 2024 planmäßig in den Ruhestand eintrat. Ebenfalls zum 1. April 2024 übernahm Dr. Jean-Claude Dubacher als Vorstandsmitglied die Verantwortung für die Sparte Avitum von Anna Maria Braun, die vorher die Sparte kommissarisch neben ihrer Funktion als Vorstandsvorsitzende der B. Braun SE führte. Der Aufsichtsrat der B. Braun SE besteht aus 16 Mitgliedern, die zur Hälfte von der Hauptversammlung des Unternehmens und zur anderen Hälfte von Arbeitnehmer*innen gewählt werden. Um die Arbeit des Aufsichtsrats effizient zu unterstützen, sind Ausschüsse eingerichtet. Der Arbeitsausschuss behandelt unter anderem Fragen zu Vorstandsverträgen und -vergütungen. Der Prüfungsausschuss überwacht die internen Kontrollsysteme, das integrierte Compliance-Management-System, den Rechnungslegungsprozess sowie die Abschlussprüfung. Dieser Lagebericht umfasst sowohl den Einzelabschluss als auch den Konzernabschluss der B. Braun SE gemäß den Anforderungen des § 315 HGB und den relevanten IFRS-Vorschriften. Unternehmenskennzahlen Die zentralen finanziellen strategischen Steuerungsgrößen des B. Braun-Konzerns sind Umsatz, Ergebnis vor Steuern, EBITDA-Marge und Return on operating Assets (RooA). Diese finanziellen Kennzahlen sind auch in den jeweiligen STI (Short-Term Incentives) und LTI (Long-Term Incentives) der Führungskräfte zu finden. Sie definieren langfristig unseren finanziellen Rahmen. So möchten wir den Umsatz jährlich um 5 bis 7 Prozent erhöhen und unser Ergebnis vor Steuern überproportional auf über 5 Prozent vom Umsatz steigern. Wir streben langfristig eine EBITDA-Marge von über 14 Prozent und ein RooA von über 5 Prozent an. Darüber hinaus steuern wir das operative Geschäft im Wesentlichen über die Messgrößen Ergebnis nach Funktionskosten und EBIT. Zusätzlich beurteilen wir die Entwicklung des Working Capital anhand der Kennzahlen Days Sales Outstanding (DSO), Days Payables Outstanding (DPO) und Coverage in Weeks (CIW). Im Rahmen der 3-Jahres-Planung bis 2026 stehen auch strategische nicht-finanzielle Kennzahlen im Fokus, wie der Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands sowie die Reduktion der CO 2 -Emissionen. 52 Prozent unserer Mitarbeitenden sind Frauen. Im Vorstand waren zwei von sechs Mitgliedern weiblich (33 Prozent), im Aufsichtsrat der B. Braun SE gab es fünf Frauen unter den 16 Mitgliedern (31 Prozent). Der Frauenanteil in der ersten und zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands betrug 18 Prozent (inklusive B. Braun Service SE & Co. KG). B. Braun ist über Tochtergesellschaften und Beteiligungen in 64 Ländern tätig. Zum Konzernkreis der B. Braun SE zählen 268 (Vorjahr: 286) vollkonsolidierte Unternehmen. Nach der Equity-Methode werden 18 (Vorjahr: 19) Beteiligungen erfasst. Compliance Als Familienunternehmen bekennen wir uns zu einer gesellschaftlich verantwortlichen und rechtskonformen Unternehmensführung. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen. Compliance bedeutet für B. Braun nicht nur Rechtskonformität, sondern umfasst auch ethische Grundsätze wie Integrität, Fairness und Nachhaltigkeit, die wir transparent nach innen und außen leben. Unser Code of Conduct setzt verbindliche Rahmenbedingungen für unsere weltweiten Aktivitäten und definiert das ethische Verhalten unserer Beschäftigten im Sinne unseres globalen Compliance-Management-Systems. Alle Unternehmen des B. Braun-Konzerns sind verpflichtet, entsprechende Mindestregeln verbindlich zu erlassen. Wir entwickeln das Compliance-Management-System kontinuierlich weiter. Der hohe Digitalisierungsgrad unserer Geschäftsprozesse trägt auch zur Effektivitätssteigerung der Compliance bei und unterstützt uns dabei, Risiken frühzeitig zu identifizieren und effektiv zu steuern. Strategie Unser strategischer Rahmen "B. Braun - the next decade" läuft von 2021 bis 2030 und hat das Ziel, mit der Kraft neuer Technologien den Fortschritt im Gesundheitswesen zu beschleunigen. Im Jahr 2024 starteten wir die zweite 3-Jahres-Phase der laufenden Strategieperiode. Unsere Sparten, Geschäftsregionen und Funktionsbereiche arbeiteten daran, die Ziele und Entwicklungspläne bis 2026 umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass der eingeschlagene strategische Weg vor dem Hintergrund der Dynamiken in den Gesundheitsmärkten weltweit richtig ist. Denn die Alterung der Bevölkerung, der Anstieg chronischer Krankheiten, der Mangel an medizinischen Fachkräften und die zunehmende Regulierung haben sich in den letzten Jahren noch verstärkt. Sie stellen unsere Gesundheitssysteme und Kunden vor erhebliche Aufgaben, bei denen wir sie unterstützen. Wir prüfen und justieren unsere Geschäftsmodelle und Produktportfolios kontinuierlich, um unser Unternehmen auch in Zeiten volatiler Märkte und geopolitischer Spannungen weiterzuentwickeln. Wir wollen auch weiterhin über alle Regionen hinweg profitabel wachsen, um unsere Investitionen aus eigener Kraft zu finanzieren. Dabei sind und bleiben unsere vier Strategiefelder das Fundament: Mit gemeinsamem Engagement, fortschrittlichen Technologien und digitaler Exzellenz möchten wir uns noch konsequenter an den Bedürfnissen unserer Kunden ausrichten. Im Mittelpunkt stehen dabei die drei B. Braun-Kundenvorteile verlässlicher Partner, intelligente Lösungen und neue Standards. Als verlässlicher Partner entwickeln, produzieren und liefern wir qualitativ hochwertige Produkte. Durch die Kombination unserer Produkte, Software und Services schaffen wir intelligente Lösungen, die wir bei unseren Kunden integrieren. Wir bringen Innovationen hervor und setzen mit ihnen neue Standards im Gesundheitswesen. Medizintechnologie Im Berichtsjahr hat B. Braun 5,8 Prozent seines Umsatzes für Forschung und Entwicklung eingesetzt. In den nächsten Jahren möchten wir diesen Wert auf über 6 Prozent steigern, damit wir verstärkt in unsere technologischen Produkte und Lösungen investieren können. Wir arbeiten kontinuierlich an Innovationen, um die Abläufe bei B. Braun und bei unseren Kunden zu verbessern. Dabei konzentrieren wir uns auf den Einsatz von Schlüsseltechnologien, etwa Automatisierung, Robotik, Sensorik und künstliche Intelligenz (KI). So ermöglichen wir eine hochwertige und effiziente Gesundheitsversorgung und erschließen uns weitere innovative Geschäftsmodelle. B. Braun hat seine Entwicklung zu einem datenzentrierten Unternehmen 2024 fortgesetzt. Daten werden über zahlreiche Kanäle mit B. Braun-Produkten und -Services erfasst, analysiert und verarbeitet, um einen Mehrwert für unsere Kunden und Patient*innen, aber auch für uns selbst, zu schaffen. Deshalb bauen wir sowohl unsere digitale Infrastruktur als auch die Kompetenzen unserer Mitarbeiter*innen im Umgang mit Daten und Analytik konsequent aus. Unser datenzentrierter Ansatz schafft die Grundlage für die intelligente Digitalisierung unserer Produkte, Services und Prozesse. Um innovative Ideen für B. Braun nutzbar zu machen, führen wir interne und externe Expertisen mittels zahlreicher Initiativen zusammen: Wir arbeiten an eigenen Innovationen zum Beispiel in Corporate Start-ups und sind ein starker Industriepartner von jungen, kreativen Unternehmen. Mit der Etablierung eines Hubs für KI (AI Hub) identifizieren, prüfen und priorisieren wir datenzentrierte Projekte, die Vorteile für Kunden, Produktionsprozesse und organisatorische Abläufe versprechen. In Centers of Excellence (CoE) bündeln wir in unseren Fachbereichen Forschung, Entwicklung, Zulassung und Produktion. Die einzelnen Fachbereiche stehen in engem Austausch miteinander. In unseren Produktionen implementieren wir vollautomatische Prozesse. Durch den Einsatz moderner Fertigungstechnologien gestalten wir modulare, flexible und berührungslose Materialflüsse. Dies ermöglicht es uns, unsere Produkte und Lösungen in hoher Qualität zu entwickeln, zu produzieren und zu liefern. In der Sparte Hospital Care fokussieren wir uns auf die digitale Integration unserer Infusionspumpe Space plus in Krankenhaussysteme. Die Verknüpfung der Pumpe mit Daten, cloudbasierten Applikationen, Services und Verbrauchsmaterialien ermöglicht eine tiefgreifende Datenanalyse, die Dokumentationsprozesse verkürzen, Fehler reduzieren und Therapien durch automatisierte Prozesse verbessern kann. Dabei entwickeln wir auch die Verbrauchsmaterialien weiter, sodass sie zusätzliche Informationen generieren, die digital zugänglich sind und dadurch die Therapiesicherheit steigern können. Bei Arzneimitteln und parenteraler Ernährung optimieren wir kontinuierlich patientenspezifische Ready-to-Use-Produktkonzepte, welche die Zubereitung und Einnahme erleichtern. Darüber hinaus ergänzen wir kontinuierlich unsere marktführenden Sortimente in den Bereichen Venenzugang und Regionalanästhesie, um die Sicherheit bei der Grundversorgung im Krankenhaus weiter zu erhöhen. In unserer chirurgischen Sparte Aesculap fokussieren wir uns weiterhin auf die Wachstumsfelder Digitalisierung und Robotik - immer mit dem Ziel der nahtlosen Verbindung zwischen unseren Produkten und digitalen sowie robotischen Lösungen. Beispiele dafür sind Tracking-Systeme für unser Sterilcontainer-System AESCULAP Aicon® und unsere Datenplattform instacount® für eine effiziente und nachhaltige OP-Versorgung im Krankenhaus. Auch entwickeln wir neue Visualisierungs- und Navigationslösungen für die robotische Chirurgie, inklusive der benötigten Instrumente und Arbeitsabläufe. Dadurch ermöglichen wir neue, digital unterstützte Behandlungsmethoden, fördern den Austausch von Wissen und verbessern Behandlungsergebnisse. In der Knieendoprothetik entwickeln wir mit unserer One-Knee-Vision ein Implantat-Portfolio und parallel eine zugehörige Datenplattform. Diese Kombination soll eine einfachere und individuellere Versorgung von Patient*innen ermöglichen. Gleichzeitig verbessern wir Anwendungen zur Erzeugung unserer technischen Dokumentation. Hier setzen wir mit der Entwicklung einer Product-Lifecycle-Management-Plattform konsequent auf die Digitalisierung, um die Effizienz und Qualität weiter zu erhöhen. Auch in der Sparte Avitum setzen wir bei der Weiterentwicklung unserer Produkte auf Effizienz und Konnektivität, damit sie mit anderen Produkten und Systemen interagieren können. Wir optimieren kontinuierlich die chronische Dialysetherapie und erweitern die Therapien in der Akutdialyse und Apherese-Behandlung. In digitalen Innovationsprojekten arbeiten wir daran, medizinische Patientendaten, die wir in unseren eigenen Dialysezentren und Home-Care-Einrichtungen generieren, harmonisieren und standardisieren. Das Ziel ist, die Behandlungsqualität für Patient*innen zu erhöhen und Abläufe effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Darüber hinaus arbeiten wir mithilfe von KI an Anwendungen für prädiktive Analysen bei chronischen Erkrankungen. WirtschaftsberichtIm Geschäftsjahr 2024 erzielte B. Braun in Konzernwährung einen Umsatzzuwachs von 4,4 Prozent. Damit setzten wir unseren langfristigen Wachstumskurs fort. Das Unternehmen befindet sich trotz eines weiterhin volatilen und anspruchsvollen globalen Umfelds in einer soliden und stabilen wirtschaftlichen Lage. Wirtschaftliches Umfeld 1 Globale Entwicklung Die Weltwirtschaft zeigte sich im Jahr 2024 trotz der anhaltend angespannten politischen Lage robust. Die Wirtschaftsleistung verbesserte sich um 3,2 Prozent und bestätigte damit den Wachstumstrend der vergangenen zwei Jahre. Gleichzeitig verringerte sich die weltweite Inflation von 6,7 auf 5,8 Prozent. Das Wirtschaftswachstum wurde durch militärische Konflikte in Osteuropa und Nahost, zunehmenden Protektionismus großer Volkswirtschaften und nachlassende Aufholeffekte nach der Coronapandemie gebremst. Die straffe Geldpolitik der Notenbanken, eine Zunahme der Volatilität an den Finanzmärkten und ein grundlegendes Abflachen der Wachstumsdynamik in China beeinträchtigten die globale Wirtschaft ebenfalls.
Diesen Aufgaben mussten sich auch die Unternehmen der Medizintechnologie stellen. Der zunehmende Protektionismus führte zu Handelshemmnissen und erforderte eine Fokussierung auf lokale Produktionen. Lieferengpässe, besonders bei Arzneimitteln, beeinträchtigten die sichere Versorgung vieler Gesundheitsmärkte. Erhöhte Aufwendungen für Rohstoffe, Energie und Arbeitskräfte sowie sich verändernde Vertriebsumfelder und Kostenerstattungen belasteten die Branche. Der Weltmarkt für Medizintechnologie wuchs zuletzt mit 3,8 Prozent etwas stärker als die Gesamtwirtschaft und umfasste 2023 rund 588 Mrd. US-Dollar. Wichtigste Wachstumstreiber bleiben innovative Produkte, die fortschreitende Digitalisierung der Gesundheitssysteme und die KI-gestützte, personalisierte Integration von Daten in Medizingeräten. Die alternde Bevölkerung und die Zunahme chronischer Krankheiten führen weltweit zu Ausbau und Modernisierung der Gesundheitsversorgung. Regionale Entwicklungen Die Wirtschaftsleistung in Deutschland stagnierte 2024 zum wiederholten Male. Ein angespannter Arbeitsmarkt, hohe Energiepreise und zunehmende Konkurrenz erfordern strukturelle Anpassungen. Unternehmen der Medizintechnologie sind insbesondere mit hohen Kosten und bürokratischen Herausforderungen konfrontiert. Im Berichtsjahr wurden grundlegende Digitalgesetze zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens und verbesserten Nutzung von Gesundheitsdaten für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft verabschiedet. Die EU-Mitgliedstaaten erwarteten von der neuen EU-Kommission Reformvorschläge zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und Anpassungen in der Handelspolitik. Ende 2024 schloss die EU die Verhandlungen mit der Schweiz zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen erfolgreich ab. Um Engpässe bei kritischen Arzneimitteln in Europa zu vermeiden, wurde die europäische "Critical Medicines Alliance" gegründet. Die 2024 in Kraft getretene europäische KI-Verordnung schafft die Grundlage, dass auch KI-basierte Medizinprodukte über die Bestimmungen der europäischen Medizinprodukteverordnung (EU-MDR) hinaus reguliert werden können. Darüber hinaus investierten die westeuropäischen Länder weiter in die Modernisierung ihrer Gesundheitssysteme. So optimierte Spanien die Arzneimittelbewertung, Frankreich investierte in stationäre und ambulante Einrichtungen und Italien trieb digitale Gesundheitslösungen voran. Die Wirtschaft in Osteuropa wuchs trotz politischer Risiken und bürokratischer Hürden stärker als in der Region Westeuropa. Aufgrund ihrer wirtschaftlichen Dynamik und der Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte blieb sie auch für Unternehmen der Medizintechnologie attraktiv. In Russland waren Importe medizinischer Geräte aus den USA, Europa und Japan sowie deren Betrieb und Wartung aufgrund kontinuierlich steigender Zahlungs- und Logistikeinschränkungen limitiert. Die US-amerikanische Wirtschaft entwickelte sich 2024 positiv. Das lag vor allem an Produktivitätsverbesserungen, gestiegenen Investitionen und einem stärkeren Wachstum beim Konsum durch einen Anstieg der Reallöhne und Vermögen. Die im Herbst 2024 aufgetretenen Hurrikans haben teilweise zu erhebliche Störungen in der lokalen medizinischen Versorgung geführt. Dies resultierte in vorübergehenden Engpässen in Krankenhäusern, die durch Maßnahmen der US-Gesundheitsbehörden und Importe gemildert werden konnten. Die Region Asien-Pazifik wuchs im Berichtsjahr über dem globalen Durchschnitt. Das lag größtenteils an gezielten strukturellen Anpassungen in den Binnenmärkten und an den zunehmenden Exporten von Technologieprodukten. Die Medizintechnologie sah sich im asiatischen Raum jedoch vor große Aufgaben gestellt. Insbesondere die von der chinesischen Regierung implementierten Antikorruptionsmaßnahmen im Gesundheitswesen führten zu Rückgängen und Verzögerungen bei der Auftragsvergabe von medizinischen Geräten. Zudem wurden verabschiedete Reformen zur zentralen Beschaffung von großvolumigen Produktsegmenten vorangetrieben, was den Preisdruck auf Medizinprodukte und Arzneimittel weiter erhöhte. In den Ländern der Vereinigung Südostasiatischer Nationen (ASEAN) nahm die Aktivität privater Krankenhäuser in den vergangenen fünf Jahren zu. So stieg in Indonesien und Vietnam der Patientendurchlauf um rund 30 Prozent. Auch in Indien investierten private Krankenhäuser in neue Kapazitäten, was - gemeinsam mit gestiegenen öffentlichen Gesundheitsausgaben - den Markt für Medizintechnologie in allen Segmenten wachsen ließ. Das Wirtschaftswachstum in der LATMEA-Region lag 2024 unter dem weltweiten Durchschnitt. Verantwortlich dafür sind hohe öffentliche Schulden, niedrige Investitionen und fehlende Reformen in Lateinamerika. Eine Ausnahme war der Ausbau der öffentlichen Gesundheitsversorgung, der die Nachfrage nach Medizintechnologie vor allem in Brasilien und Mexiko stärkte. Die Volkswirtschaften im Nahen Osten waren vom Nahostkonflikt belastet, konnten jedoch wichtige Reformen in Gesundheits- und Zulassungssystemen anstoßen. In Afrika war die ökonomische Entwicklung uneinheitlich, belastet durch Naturkatastrophen, Stromknappheit, innenpolitische Unruhen und hohe Inflation. Geschäftsverlauf und Lage Geschäftsverlauf Im Geschäftsjahr 2024 erzielte B. Braun zu konstanten Wechselkursen einen Umsatzzuwachs von 6,8 Prozent. Damit setzten wir unseren langfristigen Wachstumskurs fort und erreichten in einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld unseren strategischen Zielkorridor von 5 bis 7 Prozent. In Konzernwährung erhöhte sich der Umsatz um 4,4 Prozent auf 9,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,8 Mrd. Euro). Der Umsatzanstieg der Sparte Hospital Care ist hauptsächlich auf die erhöhte Nachfrage nach intravenösen Lösungen, Arzneimitteln und Infusionspumpen zurückzuführen. Die Sparte profitierte auch von Preiseffekten am Markt, sodass steigende Kosten kompensiert werden konnten. Aesculap verzeichnete das dynamischste Umsatzwachstum der drei Sparten - umsatzstark waren vor allem die Bereiche Neurochirurgie, Hüftimplantate, bildgebende Systeme und Nahtmaterialien. Das eigene Providergeschäft ist ein Umsatztreiber in der Sparte Avitum vor allem durch die Regionen Osteuropa und Asien-Pazifik. Im Jahr 2024 konnte B. Braun in Deutschland den Umsatz weiter steigern. Dies ist vor allem auf die positive Entwicklung im Bereich der Infusionslösungen sowie auf die Sparte Aesculap zurückzuführen, die in mehreren Produktgruppen durch starkes Projektgeschäft profitierte. In der Region Westeuropa verzeichneten vor allem das Vereinigte Königreich und Irland Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich, wobei der ambulante Markt überproportional wuchs. Auch die anderen Märkte der Region entwickelten sich positiv. Den stärksten Umsatzanstieg im Konzern konnte die Region Osteuropa erzielen. Wachstumstreiber waren Polen, Ungarn und Rumänien. In Nordamerika erzielten wir durch einen höheren Absatz bei intravenösen Lösungen und in der Infusionstherapie ein stabiles Wachstum. Dies konnte rückläufige Effekte im Compounding-Geschäft kompensieren. Die Region Asien-Pazifik zeigte im Umsatz eine leicht rückläufige Entwicklung, zu konstanten Kursen jedoch insgesamt einen positiven Verlauf. Grund hierfür ist vor allem das Marktumfeld in China, wo Bestandsreduzierungen bei Händlern, Preisreduktionen bei volumenbasierten Ausschreibungen und eine reduzierte Nachfrage nach Investitionsgütern in Summe zu einem Umsatzrückgang führten. In Südkorea wurde die Umsatzentwicklung durch die seit Februar 2024 anhaltenden Ärztestreiks negativ beeinflusst. Die höchsten Wachstumsraten der Region konnten wir auf den Philippinen sowie in Indien und Malaysia verzeichnen. Das Geschäft in Lateinamerika erzielte 2024 ein gutes Wachstum, auch wenn es durch die Abwertung der Währungen in Argentinien, Brasilien, Mexiko und Chile betroffen war. In Afrika und im Nahen Osten konnten wir ein gutes Umsatzwachstum erreichen, vor allem bei Infusionspumpen und in der Orthopädie. Im Berichtsjahr haben wir weiterhin unsere Ressourcen diszipliniert eingesetzt und Maßnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. Trotz negativer Währungseinflüsse, angespanntem Marktumfeld in der Region Asien-Pazifik, steigender Kosten und einmaliger Effekte in den USA konnten wir unsere Bruttomarge um 1,3 Prozentpunkte auf 39,2 Prozent vom Umsatz steigern. Dies gelang hauptsächlich durch Optimierungen in der Produktion und Wachstum in profitablen Segmenten. Die Fracht- und Logistikkosten waren im Wesentlichen durch höhere Seefrachtkosten belastet. Ferner stiegen die Verwaltungsausgaben aufgrund höherer Personal- und Lizenzkosten. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung haben wir planmäßig erhöht, um den gestiegenen Marktanforderungen zu begegnen und unsere Innovationskraft weiter zu stärken. Die Vertriebsausgaben im Verhältnis zum Umsatz entwickelten sich ohne den Effekt der Frachtkosten leicht unterproportional. Dank der erhöhten Bruttomarge konnten wir somit unser operatives Ergebnis gegenüber dem Vorjahr signifikant steigern und erreichten beim Ergebnis nach Funktionskosten mit 550,7 Mio. Euro einen Wert leicht über dem Zielkorridor von 510 bis 550 Mio. Euro. Bedingt durch erhöhte Kosten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten in den USA wurde der EBIT-Zielkorridor von 390 bis 430 Mio. Euro mit 379,5 Mio. Euro nicht ganz erreicht. Das Ergebnis vor Steuern erreichte mit 270,0 Mio. Euro den Zielkorridor von 270 bis 310 Mio. Euro. Die EBITDA-Marge schloss im Berichtsjahr bei 12,1 Prozent ab und legte gegenüber dem Vorjahr moderat zu (Vorjahr 11,6 Prozent). Dieser Wert lag auch leicht über dem Zielwert von 12 Prozent, wobei der absolute Wert 1.102,0 Mio. Euro den oberen Rand des Zielkorridors von 1.060 bis 1.110 Mio. Euro erreichte. Der RooA betrug im Berichtsjahr 2,0 Prozent (Vorjahr: 1,4 Prozent), wobei wir aufgrund der oben genannten Effekte auf den Konzernjahresüberschuss unser Ziel einer Steigerung von einem Prozent oder mehr nicht erreichen konnten. Die DSO blieben mit einem Wert von 61 Tagen weiterhin niedrig, während die Bestandsreichweite um 1,4 Wochen auf 19 Wochen anstieg. Um die Versorgungssicherheit in den Gesundheitsmärkten zu gewährleisten und mögliche Störungen in den Lieferketten abzufedern, halten wir höhere Rohstoff- und Fertigwarenbestände vor. Insgesamt sind wir mit dem Geschäftsverlauf im Jahr 2024 zufrieden. Dank seiner starken Marktposition konnte der B. Braun-Konzern im Jahr 2024 ein konstantes Umsatzwachstum verzeichnen. Das Unternehmen befindet sich trotz eines weiterhin volatilen und anspruchsvollen globalen Umfelds in einer soliden und stabilen wirtschaftlichen Lage. Ausgewählte B. Braun-Kennzahlen
Ertragslage Umsatzentwicklung des B. Braun-Konzerns Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der B. Braun-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 9.136,9 Mio. Euro (Vorjahr: 8.755,0 Mio. Euro). Damit lag der Umsatz um 4,4 Prozent über Vorjahr (zu konstanten Wechselkursen 6,8 Prozent).
Geschäftsentwicklung der Sparte Hospital Care Hospital Care erzielte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 4.927,1 Mio. Euro (Vorjahr: 4.694,3 Mio. Euro) und lag mit 5,0 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 7,7 Prozent) deutlich über Vorjahr. Für das Geschäftsjahr 2024 zeigten sich vorrangig die Regionen Deutschland, Westeuropa und Osteuropa als Wachstumstreiber. Die 2023 von der FDA-Inspektion angeordnete Betriebsunterbrechung unseres personenindividuellen Ernährungsgeschäfts in den USA führte zur Schließung eines Standortes in San Diego und verzeichnete zusätzlich für 2024 einen Umsatzrückgang, der allerdings durch andere Produktbereiche aufgefangen werden konnte. Des Weiteren zeigte sich gerade im chinesischen Markt aufgrund der Bestandsreduktionen bei Händlern und Preisreduktionen im Rahmen von volumenbasierenden Ausschreibungen ein Umsatzrückgang. Durch Preisanpassungen und stabile Mengenentwicklungen konnte Hospital Care belastende Wechselkurseffekte mehr als ausgleichen. Produktseitig wuchs die Sparte im Berichtsjahr bei Arzneimitteln wie Paracetamol und Propofol, bei intravenösen Lösungen und bei Infusionspumpen, auch durch gestiegene Verkaufsmengen der neuen Pumpengeneration Space plus. Geschäftsentwicklung der Sparte Aesculap Die Sparte Aesculap erzielte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 2.297,6 Mio. Euro (Vorjahr: 2.164,3 Mio. Euro) und lag damit 6,2 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 8,6 Prozent) über Vorjahr. Die Sparte verzeichnete in Deutschland, Westeuropa, Osteuropa und Nordamerika ein deutliches Umsatzwachstum, während die Region Asien-Pazifik, insbesondere Südkorea, von Umsatzrückgängen sowie Währungseffekten beeinflusst war. Zu konstanten Kursen zeigte die Region ein leichtes Wachstum. Positive Preiseffekte und Mengenzuwächse im beinahe gesamten Portfolio kompensierten belastende Wechselkurseffekte. Produktseitig entwickelte sich die Sparte vor allem im Bereich Neurochirurgie im Vergleich zu 2023 stark. Geschäftsentwicklung der Sparte Avitum Die Sparte Avitum erzielte im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1.884,5 Mio. Euro (Vorjahr: 1.849,5 Mio. Euro) und lag damit 1,9 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 3,5 Prozent) über Vorjahr. Die Sparte steigerte ihren Umsatz vor allem in Westeuropa, Osteuropa sowie in der LATMEA-Region. Der chinesische Markt verzeichnete aufgrund der zurückhaltenden Nachfrage nach Investitionsgütern einen Umsatzrückgang, andere Länder der Region Asien-Pazifik entwickelten sich jedoch positiv. Produktseitig verzeichnete die Sparte ein moderates Wachstum in den Bereichen der Wund-, Stoma-, und Kontinenzversorgung und konnte hier gegenüber 2023 besonders in Italien, Frankreich und Polen wachsen. Auch das Provider-Geschäft entwickelte sich positiv und verzeichnete erneut einen leichten Zuwachs in der Anzahl der behandelten Dialysepatient*innen. Umsatz nach Sparten in Mio. Euro
Umsatz nach Regionen in Mio. Euro
Entwicklung des Bruttoergebnisses Im Berichtsjahr 2024 erhöhte sich der Bruttogewinn um 7,8 Prozent auf 3.582,8 Mio. Euro (Vorjahr: 3.322,4 Mio. Euro). Dabei stieg die Bruttomarge um 1,3 Prozentpunkte auf 39,2 Prozent vom Umsatz (Vorjahr: 37,9 Prozent). Gestiegene Bezugspreise für Energie und Rohstoffe sowie höhere Personalaufwendungen und außerplanmäßige Abschreibungen konnten wir durch positive Preiseffekte, einen positiven Produktmix und Effizienzsteigerungen in der Produktion ausgleichen. Die außerplanmäßigen Abschreibungen resultierten vorrangig aus einem Werthaltigkeitstest für Anlagen im Bau zur Kapazitätserweiterung von Spüllösungen in Beuteln am US-amerikanischen Standort Daytona. Dies führte zu einer Belastung des Bruttoergebnisses im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Entwicklung der Funktionskosten Die Vertriebskosten erhöhten sich um 3,3 Prozent auf 2.011,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.947,7 Mio. Euro). Volumenabhängige Frachtkosten erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr aufgrund von Preissteigerungen der Schifffahrtindustrie in asiatischen Raum sowie Kostensteigerungen in Spanien. Den Anstieg der sonstigen Vertriebskosten wegen höherer Personalaufwendungen konnten wir durch diszipliniertes Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen kompensieren. Die Verwaltungskosten betrugen im Geschäftsjahr 494,3 Mio. Euro (Vorjahr: 455,3 Mio. Euro) und stiegen damit um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kostensteigerung war hauptsächlich auf höhere Ausgaben für Personal und Energie sowie für Hard- und Software zurückzuführen. Im Berichtsjahr erhöhten sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 8,6 Prozent auf 526,1 Mio. Euro (Vorjahr: 484,6 Mio. Euro). Grund hierfür sind laufende Projekte für Produktinnovationen, zum Beispiel in der Robotik, bei digitalen Lösungen und Dialysemaschinen. Das Kostenvolumen lag mit 5,8 Prozent im Verhältnis zum Umsatz leicht über dem Vorjahr (5,5 Prozent) und damit im strategischen Rahmen. Entwicklung der Investitionen Im Berichtsjahr 2024 betrug die Summe der bilanziellen Zugänge zum Sachanlagevermögen, zum immateriellen Vermögen, zu den Finanzanlagen sowie der Zugänge an assoziierten Unternehmen und Akquisitionen in vollkonsolidierte Gesellschaften 770,8 Mio. Euro (Vorjahr: 698,5 Mio. Euro). Davon entfielen 208,0 Mio. Euro (Vorjahr: 160,1 Mio. Euro) auf Zugänge von Nutzungsrechten gemäß IFRS 16 für die Verlängerung bestehender sowie den Abschluss neuer Leasingverträge. Den Investitionen standen Abschreibungen in Höhe von 722,4 Mio. Euro (Vorjahr: 703,2 Mio. Euro) gegenüber. Die Sparte Hospital Care erreichte mit dem Produktionsstart in der neuen digitalisierten Medical-Fertigung in Melsungen einen wesentlichen Meilenstein im Geschäftsjahr 2024. In unserem Projekt zur Automatisierung der Produktion von Infusionspumpen am gleichen Standort integrierten wir wesentliche Geschäftsprozesse und starteten den Umbau für eine Kapazitätserweiterung. Im CoE Pharmaceuticals setzten wir die weltweite Stärkung und Optimierung des Produktionsnetzwerks unter anderem mit der Verlagerung der Propofol-Fertigung in Melsungen fort. In den USA erweiterten wir die Produktionskapazitäten für Infusionsbeutel in Irvine, CA. Die Sparte Aesculap fokussierte sich weiterhin auf die Erweiterung und Erneuerung der Produktionsstandorte. Am Standort in Tuttlingen begann die Planungsphase für eine neue Vorfertigungsfabrik. Im Produktionswerk in Rubí (Spanien) führte die Sparte Projekte zur Erhöhung der Produktionsmengen beim Nahtmaterial fort. In Polen wurden Sterilisationskapazitäten erweitert. Die Sparte Avitum erweitert derzeit ihr Stammwerk in Melsungen. Ferner investiert sie am Standort Dresden in eine automatisierte Verpackungsanlage für Dialysatoren. Im schweizerischen Sempach befindet sich die Produktion nach einer vierjährigen Werkerweiterung (Projekt N.I.C.O.) im Hochlauf. In Italien bauten wir unsere Produktionsstätte für Verpackungsfolien der Medizin- und Nahrungsmittelindustrie in Nibbia aus. Darüber hinaus investieren wir in Saint Jean de Luz (Frankreich) in neue, moderne Produktionsanlagen für Stomabeutel. Im Bereich der Dialysekliniken führten wir Projekte zur Expansion in den Regionen Osteuropa und Asien-Pazifik fort. Zum Bilanzstichtag lagen Investitionsverpflichtungen in Höhe von 240,6 Mio. Euro vor. Diese stehen überwiegend im Zusammenhang mit bereits begonnenen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an den zuvor genannten Standorten.
Entwicklung des sonstigen Ergebnisses Der Saldo aus sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen betrug im Berichtsjahr -170,6 Mio. Euro (Vorjahr: -138,1 Mio. Euro) und verschlechterte sich damit um 32,5 Mio. Euro. Dabei verbesserte sich das Währungsergebnis gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Fremdwährungsbewertung von Forderungen um 14,5 Mio. Euro auf -38,0 Mio. Euro (Vorjahr: -52,5 Mio. Euro). Weitere wesentliche Effekte im sonstigen Ergebnis resultierten aus Kosten im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten (-109,5 Mio. Euro) sowie Verlusten aus der Entkonsolidierung der veräußerten Gesellschaften TETEC Tissue Engineering Technologies AG und Aesculap Biologics, LLC (-21,8 Mio. Euro). Aus der Veräußerung des Produkt-Know-hows für eine Vakuum-Therapie resultierte ein Ertrag im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Entwicklung des Finanzergebnisses Das negative Finanzergebnis erhöhte sich im Geschäftsjahr 2024 um 21,3 Prozent auf -110,1 Mio. Euro (Vorjahr: -90,8 Mio. Euro). Die Zinsaufwendungen beliefen sich auf 79,6 Mio. Euro und lagen damit 3,0 Mio. Euro über dem Vorjahr (76,6 Mio. Euro). Die Zinserträge erreichten 13,5 Mio. Euro (Vorjahr: 10,3 Mio. Euro). Das Ergebnis aus Beteiligungen betrug -0,3 Mio. Euro (Vorjahr: 19,6 Mio. Euro). Entwicklung der Ergebniskennzahlen Das Ergebnis nach Funktionskosten betrug 550,7 Mio. Euro und erhöhte sich um 26,7 Prozent (Vorjahr: 434,8 Mio. Euro). Die Kennzahl EBIT erreichte im Berichtsjahr 379,5 Mio. Euro (Vorjahr: 316,2 Mio. Euro). Die Abschreibungen stiegen auf 722,4 Mio. Euro (Vorjahr: 703,2 Mio. Euro). Das EBITDA erreichte 1.101,9 Mio. Euro (Vorjahr: 1.019,4 Mio. Euro), während sich die EBITDA-Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 12,1 Prozent vom Umsatz verbesserte (Vorjahr: 11,6 Prozent). Das Ergebnis vor Steuern konnte um 31,1 Prozent gesteigert werden und erreichte 270,0 Mio. Euro (Vorjahr: 206,0 Mio. Euro). Der B. Braun-Konzern zahlte im Berichtsjahr Ertragsteuern von insgesamt 95,7 Mio. Euro (Vorjahr: 80,8 Mio. Euro). Die Steuerquote sank dabei von 39,2 Prozent im Vorjahr auf 35,4 Prozent, wobei das Vorjahr durch Aufwände für Rückstellungen aufgrund steuerlicher Außenprüfungen belastet war. Bei der Steuerungsgröße RooA wurde ein Wert von 2,0 Prozent erzielt, nach 1,4 Prozent im Vorjahr.
Finanzlage Liquidität Der operative Cashflow lag bei 1.178,1 Mio. Euro (Vorjahr: 719,0 Mio. Euro) und fiel damit um 459,1 Mio. Euro höher aus als im Vorjahr. Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit 2 erhöhte sich im Berichtsjahr um 49,8 Mio. Euro auf 515,2 Mio. Euro (Vorjahr: 465,4 Mio. Euro). Der B. Braun-Konzern erwirtschaftete damit einen positiven freien Cashflow von 663,0 Mio. Euro (Vorjahr: 253,6 Mio. Euro). Dabei erreichte der Mittelabfluss für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 526,1 Mio. Euro (Vorjahr: 519,9 Mio. Euro) sowie für Investitionen in Finanzanlagen und Unternehmensakquisitionen 43,6 Mio. Euro (Vorjahr: 47,8 Mio. Euro). Gleichzeitig erhielt B. Braun Dividenden und dividendenähnliche Einnahmen in Höhe von 7,9 Mio. Euro (Vorjahr: 24,3 Mio. Euro). Die Nettokredittilgung konnte im Berichtsjahr auf 571,1 Mio. Euro (Vorjahr: 252,3 Mio. Euro) ausgebaut werden. Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel am Bilanzstichtag um 24,1 Mio. Euro auf 129,9 Mio. Euro (Vorjahr: 105,8 Mio. Euro). Von den Zahlungsmitteln unterlagen 10,3 Mio. Euro Verfügungsbeschränkungen (Vorjahr: 14,6 Mio. Euro) wegen lokaler Devisen- und Zahlungsverkehrskontrollen. Aufgrund des stabilen Cashflows aus operativer Tätigkeit in Verbindung mit freien, fest zugesagten Kreditlinien verfügte B. Braun zu jeder Zeit über eine ausreichend hohe Liquidität. Vermögensstruktur Die Bilanzsumme des B. Braun-Konzerns erhöhte sich zum 31. Dezember 2024 auf 10.752,3 Mio. Euro (Vorjahr: 10.372,7 Mio. Euro). Dies entsprach einer Steigerung von 3,7 Prozent. Zu konstanten Wechselkursen erhöhte sich die Bilanzsumme um 2,5 Prozent. Die langfristigen Vermögenswerte erreichten 6.831,8 Mio. Euro (Vorjahr: 6.569,7 Mio. Euro), was einer Steigerung um 4,0 Prozent entsprach. Dabei nahmen die Sachanlagen um 1,9 Prozent auf 5.490,9 Mio. Euro zu (Vorjahr: 5.388,6 Mio. Euro). Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus Umrechnungseffekten. Der Anstieg der latenten Steuererstattungsansprüche ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der aktiven temporären Latenzen zurückzuführen, die sich in den Folgejahren abbauen werden. Mit 2.031,1 Mio. Euro lagen die Vorräte zum Bilanzstichtag 10,2 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 9,1 Prozent) über dem Vorjahr (1.843,7 Mio. Euro). Die Bestandsreichweite betrug 19,0 Wochen (Vorjahr: 17,6 Wochen). Zur Absicherung und Verbesserung der Lieferfähigkeit wurden die Bestände bei Fertigwaren bewusst erhöht. Zudem bestehen erhöhte Bestände an rollender Ware aufgrund verlängerter Transitzeiten bei Seetransporten sowie erhöhte Rohstoff- und Baugruppenbestände zur Absicherung der Produktionsversorgung. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich um 3,2 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 2,7 Prozent) auf 1.336,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.379,8 Mio. Euro). Die DSO verringerte sich um einen Tag auf 61 Tage (Vorjahr: 62 Tage). Finanzierungsstruktur Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtsjahr um 5,5 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 4,4 Prozent) auf 4.958,5 Mio. Euro (Vorjahr: 4.702,1 Mio. Euro). Die Eigenkapitalquote lag zum Jahresende mit 46,1 Prozent (zu konstanten Wechselkursen 46,2 Prozent) 0,8 Prozentpunkte über dem Vorjahr (45,3 Prozent). Damit übertrafen wir unser Ziel einer Eigenkapitalquote von 45 Prozent. Unter der Berücksichtigung von Gesellschafterdarlehen entsprach die Eigenkapitalquote 46,8 Prozent. Die Pensionsrückstellungen wurden im Berichtsjahr durch einen gesunkenen Kalkulationszinssatz von 3,4 Prozent (Vorjahr: 3,5 Prozent) beeinflusst. Versicherungsmathematische Verluste verringerten sich um 31,3 Mio. Euro, wobei sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um 0,7 Prozent auf 1.231,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.223,3 Mio. Euro) erhöhten. Die Nettofinanzschulden (inklusive Leasingverbindlichkeiten) sanken um 370,0 Mio. Euro auf 1.930,3 Mio. Euro (Vorjahr: 2.300,3 Mio. Euro). Auch die Finanzschulden blieben mit 2.060,2 Mio. Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (2.406,1 Mio. Euro). Hierbei verringerten sich die langfristigen Finanzschulden um 14,5 Prozent auf 1.460,2 Mio. Euro (Vorjahr: 1.707,9 Mio. Euro) sowie die kurzfristigen Finanzschulden um 14,1 Prozent auf 600,0 Mio. Euro (Vorjahr: 698,2 Mio. Euro). Im Geschäftsjahr erhöhten sich die Finanzverbindlichkeiten aus Leasingverträgen um 62,1 Mio. Euro auf 485,8 Mio. Euro (Vorjahr: 423,7 Mio. Euro). Der Großteil der Finanzierung des Konzerns ist in Euro abgeschlossen. Zusätzlich bestehen Darlehen mit geringen Volumina in verschiedenen Fremdwährungen. Zum Bilanzstichtag waren 43,5 Prozent (Vorjahr: 50,0 Prozent) der Finanzverbindlichkeiten gegenüber Banken und Versicherungen mit einer fixen Verzinsung ausgestattet. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 21,9 Prozent auf 713,1 Mio. Euro (Vorjahr: 584,9 Mio. Euro). Die DPO nahm um 7 Tage auf 52 Tage (Vorjahr: 45 Tage) zu. Im Jahr 2024 konnten wir fällige Finanzierungen über bestehende freie Kreditlinien refinanzieren beziehungsweise aus dem freien Cashflow tilgen. Der B. Braun-Konzern verfügte zum Bilanzstichtag über 1.966,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1.132,2 Mio. Euro) nicht genutzte Kreditlinien. Das Forderungsverkaufsprogramm wurde im Berichtsjahr durch die ankaufende Bank finanziert. Die mit den Banken in zwei Konsortialkrediten vereinbarten Kennzahlen wurden vollumfänglich eingehalten. Die Finanzlage des B. Braun-Konzerns war 2024 stabil.
Risiko- und ChancenberichtBei B. Braun werden alle strategischen und operativen Entscheidungen unter Berücksichtigung der damit verbundenen Chancen und Risiken getroffen. Wir verfolgen grundsätzlich eine umsichtige Unternehmensstrategie, wobei Risikomanagement und Controlling als zentrale Managementaufgabe verstanden werden und integraler Bestandteil der Konzernsteuerung sind. Risikomanagement und Controlling Unser Risikomanagement trägt dazu bei, dass Risiken erkannt, erfasst, bewertet, überwacht und gesteuert werden. Risiken, die sich unmittelbar aus der operativen Geschäftsentwicklung ergeben, werden durch unsere konzernweiten Controlling-Prozesse zeitnah erkannt und bewertet. Darüber hinaus identifizieren und steuern wir Risiken, die nicht unmittelbar aus dem operativen Geschäft erwachsen. Die Sparten- und Konzern-Risikokomitees bewerten diese und veranlassen entsprechende Gegenmaßnahmen. Vervollständigt wird unser Risikomanagement durch die interne Revision und die Jahresabschlussprüfung. Die Risiken und Chancen, die hier genannt werden, sind deckungsgleich mit denen der Tochterunternehmen und gelten daher auch für die B. Braun SE Einzelgesellschaft. Risiken Die hier genannten Risiken beschreiben nicht in jedem Fall alle Risiken, denen B. Braun ausgesetzt ist oder ausgesetzt sein kann. Risiken, die zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichts nicht bekannt sind oder als unwesentlich eingeschätzt werden, können die Ergebnis- und Finanzlage des B. Braun-Konzerns zusätzlich beeinflussen. Gesamtwirtschaftliche Risiken Unterbrechungen von globalen Lieferketten sowie weiter zunehmender Protektionismus großer Volkswirtschaften können B. Braun negativ beeinflussen. Die Inflationsrisiken haben sich 2024 weltweit abgeschwächt, auch wenn einzelne Schwellen- und Entwicklungsländer weiterhin durch hohe Inflationsraten unter Druck stehen und ein Risiko der wirtschaftlichen Rezession besteht. Grundsätzlich sehen wir B. Braun gegenüber konjunkturellen Einflüssen stabil aufgestellt. Die Weltwirtschaft könnte darüber hinaus von geopolitischen Unsicherheiten destabilisiert werden. Eine mögliche Ausweitung der Spannungen zwischen den USA und China hätte deutlichen Einfluss auf aktuelle Lieferketten und Preise und könnte damit die Versorgungssicherheit beeinflussen. Zudem könnten bei einer Eskalation der militärischen Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten die Rohstoff- und Energiepreise weiter ansteigen. Die grundsätzliche Versorgung mit Energie sehen wir aktuell, auch aufgrund getroffener Maßnahmen an unseren Produktionsstandorten, als gesichert an. Durch die Sanktionen gegen Russland sind ausländische Unternehmen in ihrer Geschäftstätigkeit in Russland eingeschränkt. Wir gehen derzeit davon aus, dass unser Produktportfolio auch zukünftig nicht von derartigen Beschränkungen betroffen sein wird. Im gesetzlich zulässigen Rahmen haben wir unsere Geschäftstätigkeit in Russland auf einem zur Versorgung der Patient*innen notwendigen Niveau stabil gehalten. In Abhängigkeit der Kriegsentwicklung besteht das Risiko des Geschäftsverlusts für B. Braun in Russland. Dies könnte eine Ergebnisbelastung im unteren dreistelligen Mio.-Euro-Bereich zur Folge haben. Ein Teil dieser Risiken ist über Exportgarantien des Bundes abgesichert. Ein grundsätzliches Risiko hinsichtlich der Verfügbarkeit liquider Mittel sehen wir aktuell nicht. Gleichwohl bestehen Auflagen für den Zahlungsverkehr einschließlich Tilgungs- und Zins- sowie Dividendenzahlungen. Branchenrisiken Der langfristige Trend hin zu protektionistischen Gesundheitsmärkten hat sich im Berichtsjahr verfestigt. Landesspezifische Anforderungen, beispielsweise zur Vorhaltung von Lagerbeständen versorgungsrelevanter Arzneimittel und Grundstoffe, stellen Unternehmen vor erhebliche bürokratische, logistische und finanzielle Herausforderungen. Steigende Anforderungen an lokale Fertigung und implizite oder explizite "buy local"-Weisungen sind marktwirtschaftlich anspruchsvolle Entwicklungen. Zudem stehen Unternehmen vor der Aufgabe, höhere Kosten, bedingt durch Preissteigerungen bei zentralen Vorprodukten, höhere Energie- und gestiegene Personalkosten zu bewältigen. Dies erfordert innovative Ansätze, um die Wirtschaftlichkeit und globale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Auch medizinische Einrichtungen müssen sich anpassen, um finanzielle Engpässe zu vermeiden und Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle zu minimieren. Die strukturellen Risiken für Unternehmen der Gesundheitsindustrie können das Ergebnis von B. Braun belasten. Unter anderem sehen wir im deutschen Markt aufgrund der angespannten Liquiditätssituation im Gesundheitswesen ein finanzielles Risiko im mittleren einstelligen Mio.-Euro-Bereich. Global betrachtet kann es zu Forderungsausfällen im unteren zweistelligen Mio.-Euro-Bereich kommen. Regulatorische Risiken Die hohe Dichte an regulatorischen Entwicklungen und der damit einhergehende Bürokratieaufwand belasten die Unternehmen - auch in der Gesundheitsindustrie. Die EU-MDR sorgt weiterhin für einen hohen Aufwand im Zulassungsverfahren sowie einen verzögerten Innovationszugang. Kommende Regulierungen auf EU-Ebene können für die Branche zusätzliche wirtschaftliche Risiken bedeuten: Durch eine neue Produkthaftungsrichtlinie könnten Hersteller von Medizinprodukten verschärften Haftungsregeln unterliegen, zum Beispiel einem erhöhten Entwicklungs- und Haftungsrisiko im Zuge der Beweislastumkehr. Die Umsetzung der europäischen Verordnung zur KI könnte zu zusätzlichen regulatorischen Anforderungen führen, die jedoch durch bestehende EU-MDR-Zulassungsprozesse und deren Erweiterung auf KI-Aspekte teilweise abgemildert werden. Die Verordnung zu Health Technology Assessments kann Unsicherheiten für Gesundheitsunternehmen hinsichtlich betroffener Produkte, Zeitpunkte und Auswirkungen der Bewertungsverfahren mit sich bringen. Die Vielzahl und Komplexität von Nachhaltigkeitsgesetzen, die unterstützenswerte Ziele verfolgen, führen zu einem beträchtlichen Umsetzungsaufwand. Insbesondere die Dokumentations- und Berichtsanforderungen der europäischen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie Sorgfaltspflichten in der Lieferkette sind mit hohem Aufwand verbunden. Um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden, müssen Unternehmen die jeweiligen regulatorischen Anforderungen systematisch und strukturiert analysieren, bewerten, erfüllen und dokumentieren. Rechtsrisiken B. Braun ist Risiken aus Rechtsstreitigkeiten ausgesetzt. Hierzu können laufende Verfahren oder sich in Zukunft ergebende Verfahren gehören. Mögliche Verletzungen von gesetzlichen Vorschriften oder regulatorischen Bestimmungen können Sanktionen zur Folge haben, die sich nachteilig auf unsere Reputation und Ergebnisentwicklung auswirken können. Des Weiteren kann es zu Zahlungen im Rahmen außergerichtlicher Vergleiche kommen. Wir haben ein weltweites Compliance-Management-System etabliert, um die Einhaltung von Regeln und Gesetzen sicherzustellen. Es bestehen 98 Zivilklagen gegen einzelne Tochtergesellschaften von B. Braun in den USA. Gegenstand ist die Behauptung, dass Ethylenoxid-Emissionen aus dem Betrieb einer Sterilisations-Anlage in Allentown, PA (USA) Personenschäden verursacht hätten. Darunter befindet sich eine Sammelklage wegen eines angeblich höheren Krebsrisikos für Anwohner*innen, zu der am Bilanzstichtag noch kein Urteil vorlag. Im Dezember 2024 hat die Jury nach einer ersten Gerichtsverhandlung zugunsten von B. Brauns US-Tochtergesellschaften entschieden und sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen. Wir werden uns gegen die Klagen weiterhin mit allen Mitteln verteidigen. Nach aktuellem Stand halten wir eine außergerichtliche Beilegung der Rechtsstreitigkeiten für wahrscheinlich und haben daher angemessene Rückstellungen gebildet. Eine über die gebildeten Rückstellungen hinausgehende Schätzung der finanziellen Auswirkungen ist derzeit nicht möglich, da die Rechtsstreitigkeiten noch andauern. Aus laufenden Verfahren und bekannten Sachverhalten bestehen zurzeit keine bestandsgefährdenden Risiken. Risiken der Informationssicherheit Ein Ausfall wesentlicher IT-Systeme oder der Verlust, die unbefugte Veränderung sowie die Preisgabe von Informationen können schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Hierzu zählen unter anderem Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs, Reputationsverlust sowie Bußgelder und Regressforderungen. Dieses Risiko bewerten wir aktuell in der Nettoposition in einem mittleren dreistelligen Mio.-Euro-Bereich. Zur Verringerung dieser Risiken haben wir verschiedene organisatorische und technische Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Diese beinhalten zum Beispiel ein globales System zur Angriffserkennung und -abwehr, Berechtigungskonzepte auf dem Minimal-Prinzip, Redundanzen in der Infrastruktur sowie die Schulung unserer Mitarbeiter*innen. Unsere Produktionsnetze standardisieren wir weiter und überwachen sie kontinuierlich mit Systemen zur Erkennung von Schwachstellen. Darüber hinaus implementieren wir ein Information Security Management System (ISMS) nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 und entwickeln es stetig weiter. Durch einen etablierten "Plan Do Check Act"-Kreislauf stellen wir sicher, dass sich der Reifegrad des Systems entsprechend den Anforderungen weiterentwickelt. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung sowie einer sich ständig ändernden Bedrohungssituation, zum Beispiel durch Verschlüsselungs-Trojaner, prüfen wir permanent neue Sicherheitsmaßnahmen und setzen diese um. Die Verringerung der Sicherheitsrisiken bleibt auch in Zukunft eine wesentliche Aufgabe, um einen reibungslosen Ablauf der konzerninternen Prozesse zu gewährleisten. Zusätzlich haben viele Länder aufgrund zunehmender Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen wie Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Cybersicherheit erweitert. Durch die nationale Umsetzung der zweiten EU-Richtlinie zur Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-2) werden die Cybersicherheitsanforderungen in den EU-Mitgliedstaaten verschärft. Daher bewerten wir regelmäßig die relevanten Standards und nutzen die Ergebnisse in unseren Umgebungen und Entwicklungsprozessen. Die Risiken der Informationssicherheit werden auch in den nächsten Jahren für Unternehmen der Gesundheitsindustrie steigen. B. Braun entwickelt seine Sicherheitsmaßnahmen und das ISMS daher kontinuierlich weiter, um Risiken frühzeitig zu erkennen und Cyberangriffe abwehren zu können. Produktrisiken Um mögliche Fehler und damit Risiken bei der Anwendung unserer Produkte zu vermeiden, setzen wir auf umfangreiche Qualitätsmanagementsysteme in unseren Sparten. Diese orientieren sich an internationalen Standards und stellen die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sicher. Eine regelmäßige Überprüfung der Qualitätsmanagementsysteme mithilfe von internen und externen Audits in Verbindung mit kontinuierlich stattfindenden Mitarbeiterschulungen vervollständigt unser Qualitätsmanagement. Um Risiken aus der Produkthaftpflicht zu minimieren, haben wir ein internationales Haftpflichtversicherungsprogramm bei einem Konsortium bestehend aus zehn Erstversicherern platziert. Das 2022 geschaffene globale Product Security Office bewertet mit weltweit gültigen Prozessen und Methoden regelmäßig die relevanten Standards für die B. Braun-Produkte. Der "Cybersecurity Agility Ansatz" für alle B. Braun-Produkte stellt sicher, dass diese über ihren gesamten Lebenszyklus aktuellen Sicherheitsstandards entsprechen. Risiken, die bei der Anwendung unserer Produkte entstehen können, stellen eine potenzielle Belastung für das B. Braun-Ergebnis dar, sind jedoch durch die bestehenden Qualitätsmanagementsysteme und die etablierte Product Security Policy gut zu minimieren. Geeignete Strukturen und Prozesse zur proaktiven Überwachung von potenziellen Cyberangriffen, Gefahren und Risiken gewährleisten hohe Produktsicherheit innerhalb des gesamten Produktlebenszyklus. Beschaffungsrisiken Aufgrund von geopolitischen Instabilitäten kann es zu volatilen Beschaffungsmärkten kommen. Daraus ergeben sich Risiken, die sich auf die Rohstoff- und Energiepreise, die Verfügbarkeit, lange Lieferzeiten sowie unzuverlässige Lieferketten auswirken können. Trotz sich normalisierender Inflationsraten besteht weiterhin das Risiko erhöhter Preise, da Lieferanten in der Vergangenheit Preisanpassungen nicht vollumfänglich an die Kunden weitergeben konnten, was zu Nachholeffekten führen kann. Diese Risiken können die Versorgung unserer Produktionen und damit unsere Lieferfähigkeit beeinflussen. Um dem entgegenzuwirken, arbeiten wir kontinuierlich an der Sicherstellung stabiler Lieferketten für unsere Produkte. Durch frühzeitig eingeleitete Maßnahmen konnten wir Beschaffungsrisiken bisher größtenteils abwenden, sodass es nicht zu wesentlichen Produktionsverzögerungen oder -unterbrechungen gekommen ist. Unsere lange, vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten ist dabei eine wesentliche Grundlage. Um die Risiken von Ausfällen zu minimieren, führen wir regelmäßig Risikobewertungen durch. Wird bei einem Lieferanten ein hohes Ausfallrisiko identifiziert, können wir mit etablierten Prozessen und Instrumenten eine durchgehende Versorgung sicherstellen. Hierzu gehören Monitoring, Disaster-Recovery-Pläne, Mehrlieferantenstrategien und eine Diversifizierung unserer Lieferketten. Für 2025 erwarten wir keine wesentliche Veränderung der Beschaffungsrisiken. Wir verfolgen geopolitische Entwicklungen und bauen unser Risikomanagement situationsbedingt weiter aus. Einzelne Lieferverzögerungen halten wir weiterhin für möglich. Anzeichen für eine dauerhafte Unterbrechung unserer Produktions- und Vertriebsprozesse durch Beschaffungsrisiken sehen wir zurzeit aber nicht. Personalrisiken Dem Fachkräftemangel in für uns relevanten Berufsgruppen begegnen wir nicht nur mit Blick auf die Gesamtpersonalkosten, sondern optimieren und überprüfen stetig unsere Abläufe und Strukturen hinsichtlich der Notwendigkeit von Nachbesetzungen. Unsere Attraktivität als Arbeitgeber sichern wir durch interessante Ausbildungsmöglichkeiten, moderne Arbeitsbedingungen und Konditionen, die über tarifliche Vereinbarungen hinausgehen. Wir setzen auf interne Weiterentwicklung mit dem Ziel, dass unsere Mitarbeitenden neue Kompetenzen für fachlich anspruchsvolle Funktionen bei B. Braun erwerben. Hierdurch stärken wir ihre Qualifizierung, mit dem Ziel, vakante Stellen auch intern zu besetzen. Darüber hinaus setzen wir auf ein präventives Gesundheitsmanagement, welches unseren Mitarbeitenden die notwendige Unterstützung bietet, um physischen und psychischen Krankheiten so weit wie möglich vorzubeugen. Wir haben uns zudem zum Ziel gesetzt, die Vielfalt in unseren Teams weiter zu erhöhen. Wir sehen die gestärkte Perspektivenvielfalt als eine Bereicherung, um als Unternehmen noch innovativer und erfolgreicher zu werden. Insbesondere treiben wir auch ein Förderprogramm für Frauen weiter voran. Finanzwirtschaftliche Risiken B. Braun ist aufgrund der internationalen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken ausgesetzt, die wir - soweit möglich und sinnvoll - durch Währungssicherungsgeschäfte reduzieren. Die Nettoposition aus bilanzierten Forderungen und Verbindlichkeiten, inklusive aus Kreditaufnahmen in Fremdwährung, sichert der Konzern regelmäßig mit derivativen Fremdwährungsgeschäften gegen Währungsrisiken ab. Der Handel und die Verwaltung derivativer Finanzinstrumente sind durch interne Richtlinien geregelt und unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Einem Liquiditätsrisiko begegnen wir durch eine ausreichende Reserve an kurz- und langfristig zugesagten Kreditlinien. Hierzu gehört insbesondere ein Konsortialkreditvertrag, den wir im Berichtsjahr bis 2029 verlängert haben. Darüber hinaus haben wir einen weiteren Konsortialkredit mit einer Laufzeit bis 2027 sowie zwei Verlängerungsoptionen abgeschlossen. Generell besteht auch für uns das Risiko einer möglichen Verschlechterung des Zahlungsverhaltens unserer Kunden oder öffentlicher Kostenträger. Eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten können darüber hinaus die Liquidität und die Zahlungsfähigkeit einzelner Kunden negativ beeinflussen. Im Berichtszeitraum registrierten wir weiterhin eine Anzahl an Ländern, die den grenzüberschreitenden Kapital- und Geldverkehr einschränkten. Dies kann dazu führen, dass im betroffenen Land ansässige Produktionsstätten von der Rohstoffversorgung abgeschnitten oder Vertriebsorganisationen nicht mehr ausreichend mit Fertigprodukten beliefert werden können. Ferner kann der Kapitaldienst grenzüberschreitender Finanzierungen gefährdet sein. Auch bei unseren Lieferanten können Risiken in der Form bestehen, dass deren Liquiditätssituation stark belastet ist und im schlimmsten Fall das Fortbestehen von einzelnen Lieferanten gefährdet sein könnte. Chancen Neben den Risiken identifiziert und bewertet B. Braun regelmäßig die Chancen des Unternehmens. Grundsätzlich können sich Chancen durch die Markteinführung neuer und die Weiterentwicklung bestehender Produkte, Dienstleistungen und integrierter Lösungen ergeben. Durch den engen Austausch mit unseren Kunden und dem Einsatz neuer Technologien werden wir auch weiterhin Potenziale zügig nutzen und mit Innovationen neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Chancen durch das Marktumfeld Unsere Aussagen zur weiteren Entwicklung des Konzerns basieren auf dem im Prognosebericht beschriebenen wirtschaftlichen Umfeld. Sollte sich die Gesundheitswirtschaft dynamischer entwickeln als derzeit angenommen, könnten wir unsere Prognosen zu Umsatz und Ertragslage übertreffen. Kapazitätsoptimierungen und -erweiterungen ermöglichen es uns, die steigende Nachfrage nach unseren Produkten zu bedienen. Automatisierte Produktionsprozesse verbessern unsere Wettbewerbsfähigkeit weiter. Zudem können wir aufgrund unseres umfassenden Portfolios und unserer langjährigen Erfahrung unseren Kunden intelligente Lösungen anbieten. Mit der Etablierung eines europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) und der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland werden Gesundheitsdaten künftig besser für die Forschung und Entwicklung nutzbar gemacht. In Deutschland könnte zudem das Medizinforschungsgesetz (MFG) die Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Zulassung von Arzneimitteln und Medizinprodukten verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit des Pharma- und Forschungsstandorts Deutschland begünstigen. Die neue EU-Kommission möchte die Wettbewerbsfähigkeit stärken und ein innovationsfreundliches Umfeld für Unternehmen fördern. Insbesondere die avisierte Reduktion von CSRD-Berichtspflichten um 25 Prozent könnte zu spürbaren Entlastungen führen. Eine grundlegende Reform der EU-MDR könnte weitere Verwaltungsaufwände reduzieren und Entwicklungsressourcen für Innovationstätigkeiten freimachen. Sollten sich Nachfrage und Wettbewerbsfähigkeit stärker als erwartet erhöhen, könnte sich dies positiv auf unsere Umsatz- und Ertragslage sowie unseren Cashflow auswirken. Die internationale Präsenz von B. Braun könnte mit Blick auf zunehmende protektionistische Maßnahmen in zahlreichen Gesundheitsmärkten Chancen für das lokal hergestellte Produktportfolio bieten, zum Beispiel durch kürzere Transportwege und eine höhere Flexibilität. B. Braun würde vom Abschluss weiterer Freihandelsabkommen der EU profitieren, insbesondere in Ländern ohne eigene Produktion vor Ort. Sollten sich die Geschäftsbedingungen für internationale Unternehmen der Gesundheitsindustrie in einzelnen Märkten verbessern, könnte das unsere Umsatz- und Ertragsentwicklung nachhaltig verbessern. Chancen durch unsere Mitarbeiter*innen Unsere Mitarbeiter*innen sind die treibende Kraft hinter dem unternehmerischen Erfolg von B. Braun. Ihr Wissen, ihre Leidenschaft und ihre Fähigkeiten sind unsere größte Stärke. Um diese weiter zu fördern, setzen wir auf eine Kultur, die geprägt ist von Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt. Wir möchten unsere Mitarbeitenden motivieren, weiterentwickeln und langfristig an das Unternehmen binden. Wir investieren in gezielte Trainings und Weiterbildungen, um ganz im Sinne von "Sharing Expertise" das Wissen im Unternehmen zu halten und auszubauen. Durch regelmäßige Talent- und Performance Reviews möchten wir die Motivation und Bindung unserer Mitarbeitenden stärken und gleichzeitig langfristig die Nachfolge von Führungspositionen planen und sichern. Wir leben einen Führungsstil, der motiviert, Feedback wertschätzt und Potenziale bei Mitarbeitenden fördert. KI sehen wir als Chance, Arbeit effizienter zu gestalten und damit unsere Mitarbeiter*innen in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten. Wir haben uns das Ziel gesetzt, 30 Prozent unserer Mitarbeitenden bis Ende 2026 in der Anwendung von KI zu schulen und Anreize zu schaffen, diese neue Technologie einzusetzen und neue Potenziale zu erschließen. Die erfolgreiche Umsetzung der mitarbeiterbezogenen Initiativen kann unsere Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich verbessern. Hieraus können sich positive Effekte auf Umsatz und Ertragslage ergeben. Chancen durch Innovationen und Technologien Der Einsatz von Schlüsseltechnologien im medizinischen Bereich ist Teil der Wachstumsstrategie von B. Braun. Durch die Kombination unserer Produkte, Software und Services schaffen wir intelligente Lösungen, die wir bei unseren Kunden integrieren. So verbessern wir die Effizienz in Gesundheitseinrichtungen und ermöglichen medizinischen Fachkräften mehr Zeit für die Patientenversorgung. In engem Austausch mit den Anwender*innen setzen wir Technologien wie Automatisierung, Robotik, Sensorik und KI ein, damit unsere Kunden ihre Versorgungsaufgaben sicherer und besser erfüllen können. B. Braun wird in den nächsten Jahren seinen Weg zu einem datenzentrierten Unternehmen fortsetzen. Wir werden unsere digitale Infrastruktur weiter konsequent ausbauen und so die Grundlage für intelligente Datenstrukturen, Datenanalyse und Datennutzung schaffen. Zusätzlich bieten weitere Technologien - beispielsweise Automatisierung, neue Fertigungstechnologien oder Innovationen in der Materialwissenschaft - Chancen, die Behandlungsqualität von Patient*innen zu erhöhen und die Abläufe bei Kunden sowie intern bei B. Braun effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Der Einsatz neuer Technologien hat das Potenzial, unsere Umsatz- und Ertragsentwicklung zu verbessern. Neue Möglichkeiten in der Datenverarbeitung und -analyse können Einfluss auf unsere Produktions- und auch Absatzprozesse nehmen. Ein schnelleres Sichern von Patenten und frühere Marktreife unserer Forschungs- und Entwicklungsprojekte als derzeit erwartet könnte Umsatz und Ertragslage zusätzlich verbessern. Wir können uns diese Chancen erschließen, weil wir unsere Forschung und Entwicklung auf technologische Produkte und Lösungen konzentrieren. Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation des Konzerns Aus heutiger Sicht sind keine Risiken oder Abhängigkeiten erkennbar, welche den Fortbestand des B. Braun-Konzerns gefährden könnten. Vor dem Hintergrund der weltweiten geopolitischen Entwicklungen gelangen wir jedoch zu der Einschätzung, dass mit zunehmenden Volatilitäten in internationalen Handelsbeziehungen sowohl auf der Einkaufsseite als auch im Bereich der Absatzmärkte zu rechnen ist. Durch Erarbeiten und Umsetzen von Gegenmaßnahmen bewegt sich unsere Netto-Risikoposition weiterhin auf Vorjahresniveau. Die weitere Entwicklung auf den Devisenmärkten sowie die Zinsentwicklung sehen wir aktuell als stabil an, dennoch könnten sich hier kurzfristig Risiken ergeben. Ein erneuter Anstieg des Zinsniveaus kann die Finanzierungssituation aller Akteure verschlechtern und damit auch funktionierende Lieferketten gefährden. Für B. Braun besteht zudem das Risiko, dass wir inflationsbedingte Kostensteigerungen nicht in allen Ländern vollumfänglich über Preissteigerungen an unsere Kunden weitergeben können. Eine Zunahme der Cyberrisiken ist wahrscheinlich. Die fortschreitende Vernetzung und Digitalisierung sowohl auf der Anwenderseite als auch in den Produktionen werden vermehrt Cyberangriffe provozieren. Entsprechend werden die Prozesse und Maßnahmen der Informationssicherheit sowie des IT-Krisenmanagements bei B. Braun kontinuierlich weiterentwickelt. Neben einer höheren Resilienz ist eine schnellere Erkennung von Anomalien im Fokus. Insgesamt sind wir davon überzeugt, dass die Entwicklung des B. Braun-Konzerns von den bestehenden Marktrisiken nicht überdurchschnittlich belastet wird. Ihnen stehen wesentliche Chancen gegenüber, die eine erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens befördern können. PrognoseberichtBei den hier getroffenen Aussagen über die Entwicklung der Wirtschaft und des Unternehmens handelt es sich um zukunftsbezogene Aussagen. Unsere Erwartungen beinhalten alle wesentlichen Ereignisse, die uns bei Erstellung des Geschäftsberichts bekannt waren und die Geschäftsentwicklung des B. Braun-Konzerns beeinflussen können. Die tatsächlichen Ergebnisse können wesentlich davon abweichen - sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Erwartetes wirtschaftliches Umfeld 3 Globale Entwicklung Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass das Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2025 stabil bei 3,3 Prozent bleibt. Die wirtschaftliche Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, ob die vielen neugewählten Regierungen überfällige Strukturreformen angehen und damit Innovation fördern, die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und private Investitionen ankurbeln. Die Inflation normalisiert sich bis Ende 2025 voraussichtlich auf 3,5 Prozent.
Die Medizintechnologie-Branche wird von zwei wesentlichen Trends bestimmt. Einerseits wachsen die globalen Gesundheitsmärkte aufgrund des demografischen Wandels, der Zunahme von chronischen Erkrankungen und des Ausbaus der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung in vielen Ländern. Auch aufgrund der Personalknappheit im Gesundheitswesen wird die Nachfrage nach dem Einsatz neuer Technologien und integrierten Lösungen steigen. So erleichtert beispielsweise die Integration von KI die Diagnostik, Chirurgie und personalisierte Patientenversorgung. Andererseits werden auch für die Medizintechnologie-Branche steigende Kosten für Rohstoffe, Energie und Arbeitskräfte erwartet. Dies erfordert weitere Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen. Gleichzeitig ergibt sich die Chance, durch strategische Investitionen in Technologien langfristige Wettbewerbsvorteile zu sichern. Regionale Entwicklungen Die Ende 2024 in Deutschland verabschiedete Krankenhausreform soll die medizinische Versorgung durch Spezialisierung und Zentralisierung von Leistungen verbessern. Die Einführung eines neuen Systems von Leistungsgruppen, eine Vorhaltefinanzierung und sektorenübergreifende Versorgungseinrichtungen sind die zentralen Elemente. Eine Reihe von Krankenhäusern werden perspektivisch zu sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen entwickelt, was mit einem veränderten Leistungsangebot einhergeht. Die fortschreitende Ambulantisierung von bisher überwiegend stationär erbrachten Gesundheitsleistungen wird Produkt- und Dienstleistungsbedürfnisse unserer Kunden weiter verändern. Das neue Gesetz für die Nutzung von Gesundheitsdaten ermöglicht es, künftig Daten für Forschung und Qualitätssicherung besser nutzen zu können. Auch in Europa setzt die Gesundheitspolitik auf die digitale Gesundheitswirtschaft - in Form eines europäischen Datenraums für Gesundheitsinformationen innerhalb einer europäischen Gesundheitsunion. Zudem soll der "Critical Medicines Act" die Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln stärken. Um die Verfügbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Medizinprodukten in Europa sicherzustellen, ist es wahrscheinlich, dass die EU-MDR angepasst wird. Viele west- und osteuropäische Länder werden auch 2025 in den Aufbau und die Modernisierung ihrer Gesundheitsinfrastrukturen investieren. Mit einer kurzfristigen Änderung der Wirtschaftslage in Russland ist derzeit nicht zu rechnen. Die neue Regierung in den USA verfügt durch die Mehrheit in Repräsentantenhaus und Senat über einen großen Spielraum bei ihrer Gesundheits-, Steuer- und Handelspolitik. Die Administration will sich darauf konzentrieren, ein günstiges lokales Geschäftsklima zu schaffen, indem sie ausländische Direktinvestitionen anzieht, Unternehmenssteuern senkt, Lieferketten sichert und Anreize für die inländische Produktion schafft. Der amerikanische Gesundheitsmarkt bleibt auch in den nächsten Jahren der innovativste der Welt: Bis 2028 sollen jährlich mindestens 50 neue Medikamente zugelassen werden, besonders für personalisierte Krebsbehandlungen und Biomarker zur Therapieüberwachung. Durch den Toxic-Free Medical Devices Act, der 2024 in Kalifornien in Kraft getreten ist, werden DEHP und andere Weichmacher in Infusionsbehältern bis 2030 und in Infusionsschläuchen bis 2035 verboten sein. Die großen Gesundheitsmärkte der Region Asien-Pazifik befinden sich in einer Phase des Wandels durch zunehmende öffentliche und private Investitionen, digitale Fortschritte und gesundheitspolitische Reformen. Die Regierungen in den ASEAN-Ländern schaffen mit der Förderung des Gesundheitstourismus Anreize für Investitionen in hochwertige medizinische Geräte und digitale Infrastruktur. Die EU-Kommission arbeitet daran, durch Verhandlungen mit China eine weitere Öffnung des öffentlichen Ausschreibungsmarkts für europäische Medizintechnologie zu erreichen. Große Produktionskapazitäten insbesondere für medizinische Verbrauchsgüter erhöhen die Exportquote und sorgen gleichzeitig für steigenden Wettbewerb auf Drittmärkten. Der Ausbau der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Lateinamerika wird die Nachfrage nach Medizintechnologie, beispielsweise für E-Health-Lösungen, mittelfristig ankurbeln. Im Dezember 2024 gab es eine politische Einigung über das Freihandelsabkommen der EU mit dem lateinamerikanischen Staatenbund Mercosur. Vorgesehen ist, Zölle abzubauen und den Handel zu verstärken. Wenn die Ratifizierung des Abkommens durch die EU-Mitgliedstaaten gelingt, hätte das auch positive Auswirkungen für den Handel von Medizinprodukten. "Südafrikas Medical Technology Master Plan" sieht vor, bis 2035 ein digitalisiertes und integriertes Ökosystem zu schaffen, um die lokale Produktion von zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Medizinprodukten zu stärken. Erwartete Geschäfts- und Ertragsentwicklung Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir währungsbereinigt eine Umsatzentwicklung im Rahmen des strategischen Zielkorridors von 5 bis 7 Prozent. Die allgemeine geopolitische Lage schätzen wir als volatil ein. Daher gehen wir davon aus, dass sich das Preisniveau für Rohstoffe, Energie und Logistik inflationsbedingt erhöht. Dies und weiter steigende Personalkosten planen wir durch Effizienzmaßnahmen sowie Wachstum in profitablen Segmenten weitgehend zu kompensieren. In Summe erwarten wir durch unsere Maßnahmen eine Verbesserung des Ergebnisbeitrags und eine kontinuierlich steigende Profitabilität. Für die Sparte Hospital Care prognostizieren wir für das Geschäftsjahr 2025 ein Wachstum, das leicht über dem Niveau des Gesamtkonzerns liegt. Wir erwarten Impulse vor allem in den Bereichen Regionalanästhesie, Venenverweilkanülen sowie Infusionspumpen und -leitungen. Darüber hinaus gehen wir von einem kontinuierlichen Wachstum unseres Pharmaportfolios aus, bedingt durch die gute Positionierung unserer Ready-to-use-Medikamente und den hohen globalen Bedarf an Infusionslösungen, insbesondere in den USA. Unser breit aufgestelltes Portfolio im Bereich der Infusionstherapie sowie der Arzneimittelzubereitung lässt durch seine starke Marktposition weiteres Wachstum erwarten. Für die Sparte Aesculap prognostizieren wir für das Geschäftsjahr 2025 ein Wachstum über dem Konzerndurchschnitt. Alle Regionen sollen positiv zum Wachstum beitragen. Insbesondere in den Regionen Osteuropa sowie LATMEA gehen wir von einem dynamischen Wachstum aus. Positive Wachstumsimpulse prognostizieren wir für Deutschland mit Fokus auf Sterilgutmanagement, Orthopädie und Nahtmaterial. In der Region Asien-Pazifik erwarten wir nach einem schwachen Wachstum im Geschäftsjahr 2024 eine deutliche Erholung vor allem in den Bereichen Neurochirurgie und interventionelle Therapien. In Westeuropa fällt das Wachstum durch den Wegfall eines Zentralsterilisationsstandorts etwas geringer aus. Für die Sparte Avitum prognostizieren wir für 2025 ein Wachstum leicht unter dem Niveau des Gesamtkonzerns. Das Produktgeschäft der chronischen Hämodialyse wird sich verhalten entwickeln, im Bereich der Akutdialyse rechnen wir mit positiven Wachstumszahlen. Im Providerbereich streben wir 2025 ein marktgerechtes Wachstum an. Wir planen im Produktportfolio der Wund-, Stoma- und Kontinenzversorgung für das kommende Geschäftsjahr mit einer deutlich dynamischeren Entwicklung als 2024, insbesondere in Ost- und Westeuropa. Die erhöhten Produktionskapazitäten in Sempach (Schweiz) im Bereich der Infektionsprävention und -kontrolle werden vor allem in den europäischen Märkten zu Absatzsteigerungen führen. Nach einem anspruchsvollen Jahr 2024 rechnen wir für den chinesischen Markt mit einer leichten Steigerung. Wir erwarten, dass sich unser Ergebnis nach Funktionskosten in einer Spanne von 625 bis 665 Mio. Euro (2024: 550,7 Mio. Euro) bewegen wird. Für die Kennzahl EBIT prognostizieren wir eine Erhöhung in einem Bereich von 500 bis 540 Mio. Euro (2024: 379,5 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern erwarten wir in der Spanne von 380 bis 420 Mio. Euro (2024: 270,0 Mio. Euro). Für die Kennzahl EBITDA prognostizieren wir einen Anstieg auf 1.210 bis 1.260 Mio. Euro (2024: 1.101,9 Mio. Euro). Dies entspricht einem Zielwert der EBITDA-Marge von 13 Prozent. Für den RooA streben wir eine Verbesserung des Prozentsatzes in Richtung 3,0 Prozent an (2024: 2,0 Prozent). Das Erreichen der Ergebnisziele wird insbesondere vom weiteren Verlauf der geopolitischen Spannungen, der Entwicklung in den USA, regulatorischen Anforderungen sowie von unseren fortlaufenden Effizienzmaßnahmen und Profitabilitätsaktivitäten abhängen. Durch aktives Working Capital Management wollen wir weiterhin Bestandsreichweiten und Forderungslaufzeiten optimieren. Für die DSO wollen wir auf einem niedrigen Niveau (2024: 61 Tage) bleiben, obwohl wir in einigen Märkten ein zögerliches Zahlungsverhalten unserer Kunden beobachten. Für 2025 streben wir eine Optimierung unserer Bestände an. Erwartete Finanzlage B. Braun wird auch in Zukunft seine solide Finanzierungspolitik fortsetzen. Im Jahr 2025 wollen wir die Eigenkapitalquote weiterhin über 45 Prozent halten. Wir haben im Geschäftsjahr 2024 unsere Investitionen und planmäßigen Tilgungen aus dem laufenden Cashflow und den bestehenden Linien finanziert. Das Refinanzierungsvolumen im Bereich der langfristigen Laufzeiten beträgt für das Jahr 2025 insgesamt 174 Mio. Euro und im Folgejahr 205 Mio. Euro. Trotz des derzeitigen Rückgangs der Marktzinsen durch die geänderte Geldpolitik vieler Zentralbanken verteuert sich die Refinanzierung auslaufender langfristiger Finanzverbindlichkeiten für B. Braun, da diese während der Niedrigzinsphase abgeschlossen wurden. Ein Anhalten der geopolitischen Konflikte kann die Unsicherheit auf den Kapitalmärkten erhöhen, sodass die Risikoprämien und Zinssätze steigen könnten. Trotz der gestiegenen Kosten und bestehenden Risiken für die Finanzierung erwarten wir, dass wir aufgrund unserer langjährig gewachsenen Bankenbeziehungen und der nachhaltigen Ertragskraft von B. Braun die notwendigen Finanzierungsmaßnahmen umsetzen können. Mit der Praxis des konzernweiten Cash Poolings wollen wir auch in Zukunft die Finanzierung im Konzern optimieren. Darüber hinaus reduzieren wir mit konzernweiten Projekten zum Bestands- und Forderungsmanagement unseren Finanzierungsbedarf. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns Vor dem Hintergrund der dargelegten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Weltwirtschaft und der Gesundheitsmärkte gehen wir für B. Braun 2025 von einer positiven Umsatz- und Ergebnisentwicklung aus. Mit den laufenden Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und strukturellen Optimierung erwarten wir weiterhin, dass wir Kostensteigerungen kompensieren und weiter profitabel wachsen können. Trotz der aufgezeigten Risiken sehen wir über das Geschäftsjahr 2025 hinaus weiteres Wachstumspotenzial. Wir werden Möglichkeiten schaffen, moderne Technologien für eine bessere Gesundheitsversorgung zu nutzen. Durch unsere qualitativ hochwertigen Produkte und Lösungen haben wir uns weltweit gut in den Gesundheitsmärkten positioniert. Mit einer konsequenten Stärkung unserer Innovationskraft und unserer Ergebnisentwicklung werden wir uns auch in einem anspruchsvollen Umfeld behaupten. Damit bleiben wir für unsere Kunden ein zuverlässiger Partner, der mit intelligenten Lösungen und neuen Standards den Fortschritt im Gesundheitswesen beschleunigt. Denn bei B. Braun arbeiten wir alle an einem Ziel: Wir wollen die Gesundheit von Menschen auf der ganzen Welt schützen und verbessern. Angaben zur B. Braun SE nach HGBDie B. Braun SE hält als geschäftsführende Holdinggesellschaft des B. Braun-Konzerns die Anteile an der B. Braun Melsungen AG sowie der B. Braun Avitum AG. Mit den größten verbundenen Unternehmen des B. Braun-Konzerns bestehen Dienstleistungsverträge. Über diese Verträge werden sowohl eigene, als auch die von der B. Braun Familienholding als übergeordnete, strategisch-geschäftsleitende Holding erbrachten Konzernleistungen weiterberechnet. Zentrale Steuerungsgröße der B. Braun SE ist der Jahresüberschuss. Die vorliegenden Zahlen wurden nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Ertragslage der B. Braun SEGewinn- und Verlustrechnung der B. Braun SE nach HGB (Kurzfassung)
Die B. Braun SE hat in den Vorjahren Zentralfunktionen innerhalb des B. Braun-Konzerns übernommen, insbesondere in den Bereichen Finance & Controlling, IT und HR. Shared-Service-Funktionen wurden 2024 ausgebaut und weiterentwickelt. Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter*innen erhöhte sich auf 937 (Vorjahr: 752). Umsatzerlöse aus der Verrechnung dieser Leistungen stiegen um 73,7 Mio. Euro auf 269,1 Mio. Euro (Vorjahr: 195,5 Mio. Euro). Das Bruttoergebnis vom Umsatz betrug 3,1 Mio. Euro und fiel damit 0,4 Mio. Euro höher aus als im Vorjahr. Leistungen wurden fast ausschließlich an verbundene Unternehmen des Konzerns erbracht. Aufgrund der wiederholt hohen Erträge aus der Gewinnabführung der B. Braun Melsungen AG von 338,3 Mio. Euro (Vorjahr: 358,3 Mio. Euro) hat der Jahresüberschuss unsere Erwartungen leicht übertroffen. Die Vertriebskosten von 11,4 Mio. Euro (Vorjahr: 6,1 Mio. Euro) enthalten vor allem gestiegene Aufwendungen für strategische Vertriebs- und Logistikprojekte sowie Marketingkosten im Rahmen der operativen Tätigkeit der Gesellschaft als geschäftsführende Holding des B. Braun-Konzerns. Vor allem durch Kostenübernahmen im Zusammenhang mit dem Ausbau der Shared-Service-Funktionen im Bereich der IT, hohe Aufwendungen zur Vorbereitung der Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD ab dem Geschäftsjahr 2025 sowie gestiegene Software- und Beratungskosten erhöhten sich die allgemeinen Verwaltungskosten im Berichtsjahr auf 56,7 Mio. Euro (Vorjahr: 48,7 Mio. Euro). Die um 7,5 Mio. Euro auf 16,4 Mio. gestiegenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung dienen der Entwicklung und dem Ausbau von digitalen Produktangeboten des Konzerns. Aufgrund der Geschäftstätigkeit als operative Obergesellschaft des B. Braun-Konzerns erhält die B. Braun SE Kostenumlagen von der strategisch-geschäftsführenden B. Braun-Familienholding und belastet diese an Konzernunternehmen weiter. Da kein Leistungsaustausch zugrunde liegt, erfolgt der Ausweis der weiterberechneten Kosten unter den sonstigen betrieblichen Erträgen. Die korrespondierenden Kosten werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen gezeigt. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich leicht um 3,0 Mio. Euro auf 203,2 Mio. Euro, wobei 190,2 Mio. Euro (Vorjahr: 175,7 Mio. Euro) auf Währungskursgewinne entfallen. Gegenläufig verminderten sich die Erträge aus Kostenerstattungen von verbundenen Unternehmen auf 2,9 Mio. Euro (Vorjahr: 16,6 Mio. Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich im Berichtsjahr auf 216,3 Mio. Euro (Vorjahr: 231,0 Mio. Euro). Darin enthalten waren neben den zu den Erträgen korrespondierenden Aufwendungen aus Kostenerstattungen an verbundene Unternehmen mit 164,9 Mio. Euro (Vorjahr: 194,6 Mio. Euro) vor allem Währungskursverluste und mit 40,1 Mio. Euro (Vorjahr: 5,9 Mio. Euro) Verluste aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente, die der Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken dienen. Aus dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der B. Braun Melsungen AG erhielt die B. Braun SE im Berichtsjahr Erträge aus Gewinnabführung in Höhe von 338,3 Mio. Euro (Vorjahr: 358,3 Mio. Euro). Ein Großteil der Aufwendungen aus Verlustübernahme von 66,4 Mio. Euro (Vorjahr: 78,6 Mio. Euro) entfielen mit 50,5 Mio. Euro (Vorjahr: 59,2 Mio. Euro) auf die B. Braun Avitum AG. Höhere Inhouse-Cash-Forderungen führten zu einem Anstieg der Zinsen und ähnlichen Erträge sowie der Erträge aus langfristigen Ausleihungen an verbundene Unternehmen auf 122,1 Mio. Euro (Vorjahr: 101,7 Mio. Euro). Mit 119,5 Mio. Euro (Vorjahr: 99,8 Mio. Euro) entfällt der wesentliche Teil auf Erträge mit verbundenen Unternehmen. Die Zinsaufwendungen beliefen sich im Jahr 2024 auf 87,2 Mio. Euro (Vorjahr: 73,2 Mio. Euro), wovon ein Betrag von 46,4 Mio. Euro (Vorjahr: 30,6 Mio. Euro) auf die Verzinsung von Inhouse-Cash-Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen entfallen. Der Zinsaufwand für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrug 31,7 Mio. Euro (Vorjahr: 35,9 Mio. Euro. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit verminderte sich um 13,2 Mio. Euro auf 206,2 Mio. Euro (Vorjahr: 219,5 Mio. Euro). Die Aufwendungen aus Ertragsteuern betrugen 27,3 Mio. Euro (Vorjahr: 4,6 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss erreichte 179,0 Mio. Euro (Vorjahr: 214,8 Mio. Euro). Dies hat die Prognose leicht übertroffen und insgesamt sind wir mit dem Geschäftsverlauf der B. Braun SE zufrieden. Vermögens- und Finanzlage der B. Braun SEBilanz der B. Braun SE nach HGB (Kurzfassung) AKTIVA
Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtsjahr um 244,2 Mio. Euro auf 3.956,4 Mio. Euro (Vorjahr: 3.712,2 Mio. Euro). Investitionen von 8,8 Mio. Euro führten, unter Berücksichtigung der Abschreibungen von 4,8 Mio. Euro, zu einem Anstieg der immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen um 4,0 Mio. Euro. Die planmäßige Tilgung langfristiger Ausleihungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 109,1 Mio. Euro führte maßgeblich zu einem Rückgang des langfristig gebundenen Vermögens um insgesamt 109,2 Mio. Euro auf 1.825,6 Mio. Euro. Der Anteil des langfristigen Vermögens an der gestiegenen Bilanzsumme verminderte sich auf 46,1 Prozent (Vorjahr: 52,1 Prozent). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 0,6 Mio. Euro resultierten aus der Erbringung von Dienstleistungen an ein ehemals verbundenes Unternehmen. Der Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen um 349,3 Mio. Euro auf 2.011,0 Mio. Euro betraf mit einem Anstieg um 343,5 Mio. Euro auf 1.908,1 Mio. Euro kurzfristige Forderungen aus der Finanzierung verbundener Unternehmen, einschließlich Zinsforderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen erhöhten sich in Folge der höheren Umsatzerlöse um 12,4 Mio. Euro auf 101,9 Mio. Euro. Die um 36,6 Mio. Euro geringeren sonstigen Vermögensgegenstände von 58,2 Mio. Euro enthielten mit insgesamt 57,6 Mio. Euro (Vorjahr: 79,4 Mio. Euro) Forderungen aus Steuern. Davon entfielen 13,7 Mio. Euro (Vorjahr: 54,4 Mio. Euro) auf Ertragsteuern und 43,9 Mio. Euro (Vorjahr: 25,0 Mio. Euro) auf Umsatzsteuer. Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 147,0 Mio. Euro auf 1.361,8 Mio. Euro. Bei einer um 6,6 Prozent gestiegenen Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf 34,4 Prozent zum 31. Dezember 2024 (31. Dezember 2023: 32,7 Prozent). Der Anstieg der Pensionsverpflichtungen um 5,3 Mio. Euro auf 127,9 Mio. Euro ist, neben der Erhöhung der Zahl der Berechtigten, durch planmäßige Zuführungen begründet. Die unter den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen übrigen Personalrückstellungen erhöhten sich ebenfalls um 6,4 Mio. Euro auf 18,7 Mio. Euro. Weiterhin enthalten die sonstigen Rückstellungen mit 26,9 Mio. Euro (Vorjahr: 2,1 Mio. Euro) Rückstellungen für drohende Verluste aus negativen Marktwerten derivativer Finanzinstrumente. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten 2024 um insgesamt 182,8 Mio. Euro auf 981,2 Mio. Euro reduziert werden. Sie entfielen mit 195,2 Mio. Euro (Vorjahr: 222,0 Mio. Euro) auf Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis einem Jahr und mit 786,0 Mio. Euro (Vorjahr: 942,0 Mio. Euro) auf längerfristige Verbindlichkeiten. Im Geschäftsjahr wurde die Laufzeit des bestehenden Konsortialkreditvertrages über 700 Mio. Euro vorzeitig bis August 2029 verlängert. Darüber hinaus haben wir einen weiteren Konsortialkredit bis 2027 mit zwei Verlängerungsoptionen abgeschlossen. Die in Summe um 11,8 Mio. Euro höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Rückstellungen für ausstehende Rechnungen von 29,8 Mio. Euro waren dem höheren Dienstleistungsvolumen geschuldet. Die Verbindlichkeiten in Höhe von 1.258,7 Mio. Euro (Vorjahr: 1.040,3 Mio.) gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betrafen mit 1.214,6 Mio. Euro (Vorjahr: 1.009,5 Mio. Euro) insbesondere Verbindlichkeiten aus Inhouse-Cash-Verträgen und mit 44,1 Mio. Euro (Vorjahr: 30,8 Mio. Euro) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der im Vorjahr negative Brutto-Cashflow verbesserte sich deutlich um 69,2 Mio. auf 14,8 Mio. Euro, was insbesondere auf den Abbau hoher Forderungen aus Ertragsteuern sowie einem Anstieg der Rückstellungen zurückzuführen ist. Zusammen mit der Mittelfreisetzung aus dem Net Working Capital von 19,0 Mio. Euro (Vorjahr: Mittelbindung von 13,8 Mio. Euro) ergibt sich ein Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 33,8 Mio. Euro (Vorjahr: Mittelabfluss von 68,2 Mio. Euro). Vor allem höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber fremden Dritten und verbundenen Unternehmen wirkten sich positiv auf das Net Working Capital aus. Aus Investitionstätigkeit ergab sich im Berichtsjahr ein Mittelzufluss in Höhe von 365,0 Mio. Euro (Vorjahr: 289,6 Mio. Euro). Der Anstieg des Mittelzuflusses war insbesondere durch geringere Zahlungen für Investitionen in Finanzanlagen von 1,7 Mio. Euro (Vorjahr: 190,7 Mio. Euro) begründet. Der Rückfluss aus begebenen Ausleihungen an verbundene Unternehmen verminderte sich gegenläufig um 97,0 Mio. Euro auf 109,1 Mio. Euro. Die Nettokredittilgung betrug im Berichtsjahr 199,0 Mio. Euro (Vorjahr: 266,5 Mio. Euro). Gleichzeitig führten vor allem höhere kurzfristige Kreditgewährungen an verbundene Unternehmen zu einem Mittelabfluss von 139,1 Mio. Euro (Vorjahr: Mittelzufluss von 71,6 Mio. Euro). Insgesamt erhöhten sich die liquiden Mittel am Bilanzstichtag um 36,9 Mio. Euro auf 37,7 Mio. Euro. Die Gesellschaft verfügt zum Bilanzstichtag über freie Kreditlinien in Höhe von 1.642,1 Mio. Euro (Vorjahr 792 Mio. Euro), die Liquidität war jederzeit gesichert. Die mit unseren Banken vereinbarten Finanzkennzahlen, zu deren Einhaltung wir uns verpflichtet haben, wurden erfüllt. Prognose-, Risiko- und Chancenbericht der B. Braun SE Die B. Braun SE unterstellt in ihrer Prognose im Wesentlichen die gleichen Annahmen zur Entwicklung der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie der B. Braun-Konzern. Die B. Braun SE unterliegt grundsätzlich den gleichen Chancen und Risiken wie der B. Braun-Konzern. Wir verweisen auf die entsprechenden Kapitel im zusammengefassten Lagebericht. Die Geschäftsentwicklung des B. Braun-Konzerns wird positiv eingeschätzt. Wegen der außergewöhnlich hohen Erträge aus Gewinnabführung im Zusammenhang mit Einmaleffekten im Berichtsjahr erwarten wir für die B. Braun SE 2025 einen Jahresüberschuss deutlich unter dem Niveau des Berichtsjahres. Dies gilt auch für die Folgejahre. Beziehung zu verbundenen Unternehmen Unsere Gesellschaft erhielt bei jedem im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung. Berichtspflichtige Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden Unternehmens haben nicht vorgelegen. Dieser Beurteilung liegen die Umstände zugrunde, die zum Zeitpunkt des Abschlusses der berichtspflichtigen Vorgänge bekannt waren.
Melsungen, den 4. März 2025 Der Vorstand
1 IWF: World Economic Outlook, Regional
Outlooks, Global Financial Stability Report & Update
(Oktober & November 2024, Januar 2025); ifo:
Konjunkturprognose (September 2024); EY: Pulse of the
MedTech Industry Report 2024; GTAI (13.08.2024); HHS: HHS
Continues Taking Action to Increase Access and Supply of IV
Fluids Following Hurricane Helene (18.10.2024)
Bilanz zum 31. Dezember 2024Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024
Die Hauptversammlung vom 19. März 2024 hatte beschlossen, aus dem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2023 € 32.000.000,00 auszuschütten und € 282.761.745,62 auf neue Rechnung vorzutragen. Anhang für das Geschäftsjahr 2024Allgemeine Grundsätze und AngabenDer Jahresabschluss der B. Braun SE mit Sitz in Melsungen wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über das Statut der Europäischen Gesellschaft (SE) in Verbindung mit dem AktG aufgestellt. Er umfasst den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024. Die B. Braun SE ist eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB. Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren gegliedert. Die Gliederung wurde wegen seiner Bedeutung um den Posten "Forschungs- und Entwicklungskosten" erweitert. Die im Vorjahr angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Die B. Braun SE ist unter dieser Firma eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Fritzlar (HR B 12403). Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der B. Braun Holding GmbH & Co. KG, Melsungen, zum 31. Dezember 2024 einbezogen, die den Konzernabschluss zugleich für den größten Kreis der Unternehmen erstellt. Daneben stellt die Gesellschaft einen Konzernabschluss für den kleinsten Kreis der Unternehmen auf. Die Konzernabschlüsse werden bei dem elektronischen Bundesanzeiger eingereicht. Der Vorstand der B. Braun SE hat den Jahresabschluss am 4. März 2025 zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben. Währungsumrechnung Kurzfristige Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder Währung werden mit dem Mittelkurs am Bilanzstichtag angesetzt. Mittel- und langfristige Währungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit den Kursen am Tag der Entstehung oder einem niedrigeren (Forderungen) bzw. höheren (Verbindlichkeiten) Kurs zum Bilanzstichtag bewertet. Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung(1) Umsatzerlöse Der Ausweis von Umsatzerlösen resultiert aus der Verrechnung von Leistungen der Konzernabteilungen mit Zentralfunktionen. Sie entfallen insbesondere auf IT - Leistungen sowie Leistungen der Bereiche Finanzen, Personalwesen, Logistik und SCM. Die Leistungen werden so gut wie ausschließlich an Unternehmen des B. Braun Konzerns sowie in geringem Umfang an nahestehende Unternehmen und ein ehemaliges Konzernunternehmen erbracht. (2) Kosten der umgesetzten Leistungen Die Kosten der umgesetzten Leistungen umfassen die der Erzielung der Umsatzerlöse zuzuordnenden Aufwendungen. (3) Vertriebskosten Der Ausweis entfällt zu wesentlichen Teilen auf Aufwendungen im Zusammenhang mit strategischen Vertriebs- und Marketingaufgaben bzw. Projekten der Gesellschaft in ihrer Funktion als operative geschäftsführende Holding des B. Braun Konzerns. (4) Sonstige betriebliche Erträge
Die Erträge aus der Kostenweiterbelastung betreffen im Wesentlichen verbundene Unternehmen. Die periodenfremden Erträge betragen in Summe T€ 6.009 nach T€ 7.338 im Vorjahr. Der Anstieg der sonstigen periodenfremden Erträge ist vor allem durch Prämiengutschriften einer Versicherungsgesellschaft begründet. (5) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die übrigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen die korrespondierenden Aufwendungen für die Erträge aus weiterbelasteten Kosten an verbundene Unternehmen. Insgesamt betragen die periodenfremden Aufwendungen T€ 1.547 nach T€ 5.673 im Vorjahr. (6) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag und latente Steuern Die B. Braun SE ist Organträgerin im deutschen Organkreis mit 47 Organgesellschaften, was zu einem entsprechenden Steueraufwand im Berichtsjahr führte. Als Ertragsteuern werden im Wesentlichen Körperschaftsteuer und die Gewerbeertragsteuer ausgewiesen. Diese betreffen mit einem Aufwand von T€ 912 (Vorjahr Ertrag T€ 1.199) Vorjahre. Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Ein Aufwand oder Ertrag für die bilanzierten latenten Steuern wird in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "Steuern vom Einkommen und vom Ertrag" als sogenannter davon-Vermerk ausgewiesen. Nach der formalen Betrachtungsweise ist alleinige Steuerschuldnerin die Gesellschaft als Organträgerin, d.h. auch tatsächliche und latente Steuern der Organgesellschaften sind vollständig in dem Jahresabschluss der Organträgerin auszuweisen, da sie alleine die Besteuerungsfolgen treffen. Dementsprechend werden die temporären Differenzen der Organgesellschaften im Abschluss der Gesellschaft erfasst. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein effektiver Steuersatz von 30,01 % zugrunde (15,83 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 14,18 % für die Gewerbesteuer), der sich voraussichtlich im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen ergeben wird. Der Steuersatz für die Gewerbesteuer ergibt sich aus dem durchschnittlichen Gewerbesteuerhebesatz von 405,05 %. Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern von T€ 273.723. Die Gesellschaft macht von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB keinen Gebrauch, so dass sich im Berichtjahr insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt. Die ermittelten passiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus handelsrechtlich nicht nachvollzogenen steuerlichen Sonderabschreibungen oder abweichenden Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen. Die ermittelten aktiven latenten Steuern resultieren im Wesentlichen aus abweichenden Wertansätzen der Pensionsrückstellungen, der Sachanlagen, der immateriellen Vermögensgegenstände, der Finanzanlagen sowie anderen langfristigen Rückstellungen (Sonstige Rückstellungen) und übersteigen die genannten passiven latenten Steuern deutlich. OECD-Modellregelungen des Pillar Two Der B. Braun Konzern fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Modellregelungen des Pillar Two (Globale Mindestbesteuerung). Die Gesetzgebung betreffend Pillar Two wurde in Deutschland, dem Ansässigkeitsstaat der obersten berichtspflichtigen Muttergesellschaft, beschlossen und ist am 28. Dezember 2023 in Kraft getreten. Für den B. Braun Konzern ist sie damit zum auf den 31. Dezember 2024 endenden Geschäftsjahr erstmalig anzuwenden. Der Konzern ist zu der Einschätzung gekommen, dass eine etwaige Ergänzungssteuer eine Ertragsteuer im Anwendungsbereich von IAS 12 ist. Es wird von der Ausnahmeregelung der Bilanzierung latenter Steuern im Zusammenhang mit Pillar Two-Ertragsteuern Gebrauch gemacht, die Gegenstand der im Mai 2023 veröffentlichten Änderungen an IAS 12 war. Eine etwaige Ergänzungssteuer wird somit als tatsächlicher Steueraufwand/-ertrag zum jeweiligen Entstehungszeitpunkt berücksichtigt. Die im Mai 2023 begonnenen Arbeiten zur konzernweiten Umsetzung der Pillar Two-Gesetzgebung sind weitestgehend abgeschlossen. Es stehen noch Detailfragen zur Datenerhebung (z.B. zu den latenten Steuern) sowie zur Wahl der möglichen Tool-Lösung aus. Im Zusammenhang mit der Umsetzung der Pillar Two-Gesetzgebung hat der B. Braun Konzern auch die Möglichkeit der Anwendung der Safe-Harbour-Regelungen auf Basis des länderbezogenen Berichts (Country-by-Country-Report) geprüft, die unter anderem eine vereinfachte Berechnung des Effektivsteuersatzes vorsehen. Die Analyse basiert hierfür auf entsprechend angereicherten Daten des länderbezogenen Berichts des Jahres 2024. Die Analyse erlaubt eine gute Abschätzung hinsichtlich der ab dem 01. Januar 2024 betroffenen Jurisdiktionen, für die in der Folge eine Pillar Two-Steuerberechnung im Detail zu erfolgen hat und aufgrund derer es zu einer ergänzenden Ertragsteuerbelastung in Deutschland kommen könnte. Die Analyse basierend auf den angereicherten Daten des länderbezogenen Berichts des Jahres 2024 ergibt für den Berichtszeitraum für 3 (drei) Jurisdiktionen, namentlich Bulgarien, Litauen und die Schweiz, einen vereinfacht berechneten durchschnittlichen Effektivsteuersatz von unter 15%. Die genannten Jurisdiktionen bestehen den "Effektivsteuersatz-Test" der Safe-Harbour-Regelungen somit nicht. Ebenfalls bestehen die genannten Jurisdiktionen den "Routinegewinn-Test" und "Wesentlichkeitsgrenze-Test" nicht. Es können in der Folge die zeitlich befristeten Erleichterungen der Safe-Harbour-Regelungen nicht in Anspruch genommen werden. Bulgarien und die Schweiz haben eine qualifizierte nationale Ergänzungssteuer für das auf den 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr eingeführt. Eine entsprechende Rückstellung für eine nationale Ergänzungssteuer erfolgt demzufolge auf Einzelabschlussbasis der bulgarischen und schweizerischen Gesellschaften. In Summe rechnet der B. Braun Konzern mit nationalen Ergänzungssteuern in Höhe von T€ 500. Litauen hat für das auf den 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr keine qualifizierte nationale Ergänzungssteuer eingeführt. Der B. Braun Konzern rechnet entsprechend mit einer Primärergänzungssteuer in Höhe von T€ 25. (7) Ergebnis je Aktie Das Ergebnis je Aktie errechnet sich aus der Division des Jahresüberschusses durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Die Zahl der dividendenberechtigten Aktien beträgt 800.000.000 Stück. Zum 31. Dezember 2024 standen keine Aktien aus, die den Gewinn pro Aktie verwässern könnten. Das Ergebnis je Aktie beträgt € 0,22 (Vorjahr € 0,27). Erläuterung der BilanzWegen der Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens verweisen wir auf den Anlagenspiegel, der als Anlage beigefügt ist. (8) Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten bewertet und über die jeweilige Nutzungsdauer von 5 Jahren planmäßig linear abgeschrieben. Erhaltene Investitionszuschüsse werden von den Anschaffungskosten abgesetzt. Dauerhaften Wertminderungen wird durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Entfallen die Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen, erfolgen entsprechende Zuschreibungen. (9) Sachanlagen Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten abzüglich der bisher aufgelaufenen und im Geschäftsjahr planmäßig fortgeführten linearen Abschreibungen bewertet. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegt eine Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren zu Grunde. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Das Sachanlagevermögen wird ausschließlich linear abgeschrieben. Die geringwertigen Vermögensgegenstände des Kalenderjahres mit Anschaffungs-/Herstellungskosten von mehr als € 250 netto und bis zu € 1.000 netto werden in einem jahresbezogenen Sammelposten zusammengefasst. Der Sammelposten wird einheitlich über fünf Jahre mit jeweils 20% abgeschrieben. Scheidet ein Vermögensgegenstand vorzeitig aus dem Betriebsvermögen aus, wird der Sammelposten nicht vermindert. Wegen der insgesamt untergeordneten Bedeutung des Sammelpostens wird ein solcher trotz der Aufhebung der umgekehrten Maßgeblichkeit durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz auch für geringwertige Wirtschaftsgüter gebildet. (10) Finanzanlagen Das Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen entsprechende Zuschreibungen. Der Zugang bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen von T€ 509 betrifft die Neugründung eines Tochterunternehmens in Saudi-Arabien. Der Abgang bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen von T€ 109.100 ist durch planmäßige Tilgungen begründet. Die Ausleihungen dienen der langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen. Die Abschreibungen (T€ 6.060) bei den Ausleihungen an verbundene Unternehmen basieren auf einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung, die Zuschreibungen von T€ 293 sind durch Währungskurse begründet. (11) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Der Ansatz der Forderungen und der sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zu Nennwerten abzüglich angemessener Einzelabwertungen; sie sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig. (12) Guthaben bei Kreditinstituten Die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bewertet. (13) Rechnungsabgrenzungsposten Der Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet insbesondere Ausgaben für IT, soweit sie als Aufwand Folgejahre betreffen. (14) Gezeichnetes Kapital Mit Wirkung vom 27. Dezember 2018 hat die B. Braun SE das Grundkapital von € 120.000,00 um € 799.880.000,00 auf € 800.000.000,00 mit Ausgabe neuer Aktien erhöht. Das Grundkapital ist in 800.000.000 nennbetragslose auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt. Eine nennbetragslose Stückaktie entspricht somit rechnerisch einem Anteil am gezeichneten Kapital von € 1,00. Weiter wurde im Geschäftsjahr 2018 ein Betrag von € 80.000.000,00 in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 1 und ein Betrag von € 15.000,00 in die Kapitalrücklage nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 eingestellt. Die Bewertung des Eigenkapitals erfolgt zum Nennbetrag. Im Bilanzgewinn des Berichtsjahres von T€ 461.733 ist ein Gewinnvortrag von T€ 282.762 enthalten. Es ist kein Betrag nach § 253 Abs. 6 HGB zur Ausschüttung gesperrt. (15) Genussrechtskapital Im Berichtsjahr 2020 wurde durch die B. Braun SE, Melsungen, ein neues Genussrechtsprogramm (B. Braun Long Term Incentive Plan) gestartet, welches das bestehende Genussrechtsprogramm der B. Braun Melsungen AG ersetzt. Mit den Genussrechten, die von bezugsberechtigten Führungskräften auf freiwilliger Basis erworben werden können, gewährt das Unternehmen dem Mitarbeiter als Genussrechtsinhaber für die Überlassung von Kapital als Gegenleistung Vermögensrechte in Form einer Beteiligung am Gewinn und Verlust des B. Braun SE - Konzerns. Die Laufzeit der Genussrechte beträgt jeweils 10 Jahre. Die Verzinsung der Genussrechte ist an die Dividendenzahlung der B. Braun SE und der Rückzahlungsbetrag an das Konzerneigenkapital gekoppelt. Der Posten Genussrechtskapital enthält den Nominalbetrag der begebenen Genussrechte in Höhe von T€ 898, das bei Ausgabe erzielte Agio von T€ 32.793 sowie den um T€ 6.790 höheren Rückzahlungsbetrag. Zum 31. Dezember 2024 waren insgesamt 6.530.925 Stück begeben. Der Aufwand aus Genussrechtskapital von T€ 2.541 (Vorjahr Ertrag T€ 592) wird als Ergebnis aus Genussrechtskapital unter den Zinsaufwendungen (Vorjahr Zinserträgen) ausgewiesen. Die Genussrechte haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren. (16) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen der B. Braun SE erfolgt mit einem Anwartschaftsbarwertverfahren, der Projected-Unit-Credit-Methode. Bei diesem Verfahren werden die am Stichtag laufenden Renten und der auf die bisherige Dienstzeit entfallende (so genannte erdiente) Teil der Anwartschaften bewertet. Zusätzlich berücksichtigt werden die hierauf entfallenden, künftig zu erwartenden Erhöhungen durch Gehaltssteigerungen oder Rentenanpassungen. Der Barwert der Verpflichtung (DBO) wird ermittelt, indem die erwarteten zukünftigen Versorgungsleistungen (der Erfüllungsbetrag im Sinne von § 253 Abs. 1 Satz 2 HGB) gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre abgezinst werden. Dabei wird von der Vereinfachungsregelung nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB Gebrauch gemacht und pauschal der Zinssatz für eine Restlaufzeit von 15 Jahren angesetzt. Nach § 253 Abs. 6 HGB ist zusätzlich der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 10 Geschäftsjahren und dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Geschäftsjahren zu ermitteln. Gewinne dürfen nur ausgeschüttet werden, wenn die nach der Ausschüttung verbleibenden frei verfügbaren Rücklagen zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags mindestens diesem Unterschiedsbetrag entsprechen. Zu einigen Pensionszusagen (Deferred Compensation) bestehen verpfändete Rückdeckungsversicherungen, die Deckungsvermögen im Sinne von § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB darstellen und daher mit der Pensionsverpflichtung saldiert wurden. Da ein Zeitwert für Lebensversicherungsverträge nicht verlässlich ermittelt werden kann, werden die Rückdeckungsversicherungen mit dem steuerlichen Aktivwert bewertet. Da die entsprechenden Pensionszusagen bis auf eine zugesagte Mindestleistung auf die Leistungen aus den Rückdeckungsversicherungen lauten, handelt es sich um wertpapiergebundene Pensionszusagen im Sinne des § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB. Daher wurden die Verpflichtungen ebenfalls mit dem Aktivwert der korrespondierenden Rückdeckungsversicherung bewertet. Aufwendungen und Erträge aus dem Deckungsvermögen werden mit Aufwendungen und Erträgen aus der Abzinsung der Rückstellungen verrechnet, das Ergebnis wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Hierunter fallen auch Änderungen des Barwertes der Verpflichtungen durch Änderungen des durchschnittlichen Marktzinssatzes gegenüber dem Vorjahr. Der übrige Aufwand wird als Aufwendungen für Altersversorgung im Betriebsergebnis ausgewiesen. Der Wert der Pensionsverpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:
Der Wert der Rückdeckungsversicherungen für Deferred Compensation, die nach dem Übergang auf das BilMoG als Deckungsvermögen einzustufen sind, hat sich wie folgt entwickelt:
Die den Rückdeckungsversicherungen gegenüberstehende Verpflichtung aus Deferred Compensation beträgt zum 31. Dezember 2024 ebenfalls T€ 134. Dementsprechend ergibt sich die Pensionsrückstellung wie folgt:
Unter Anwendung des durchschnittlichen Marktzinssatzes aus den vergangenen 7 Geschäftsjahren (1,96 %) wären die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen um T€ 1.650 niedriger ausgefallen. Der Aufwand im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersversorgung gliedert sich wie folgt:
Bei der Ermittlung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen verwendet:
Die Bewertung der Pensionsrückstellung der B. Braun SE erfolgte auf Basis der "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck. (17) Steuer- und sonstige Rückstellungen Die wesentlichen Rückstellungsgruppen gliedern sich wie folgt:
Bei der Bildung der Rückstellungen ist den erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten angemessen Rechnung getragen. Sie werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt und sind in der Höhe bemessen, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Der Ansatz der Rückstellungen für Jubiläen (T€ 3.990, Vorjahr: T€ 3.375) erfolgt auf der Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Klaus Heubeck verwendet. Der Gehaltstrend wurde mit 3,0% angenommen. Der Diskontierungszinssatz beträgt 1,96 % p.a. Bei der Berechnung wurden die gleichen Fluktuationsannahmen wie bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen zugrunde gelegt. Die übrigen Rückstellungen entfallen mit T€ 26.883 (Vorjahr: T€ 2.127) auf eine Rückstellung für drohende Verluste aus negativen Marktwerten von derivativen Finanzinstrumenten. (18) Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten werden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Kreditgewährungen und aus Kostenweiterbelastungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Kreditaufnahmen bei Nichtbanken in Höhe von T€ 74.285 (Vorjahr T€ 91.560). Sonstige Angaben(19) Personalaufwand/Mitarbeiter(innen) In den Aufwandsposten der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen verrechnet:
(20) Haftungsverhältnisse
Bei den Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten handelt es sich um Kreditbesicherungsgarantien und Patronatserklärungen zugunsten verbundener Unternehmen. Die aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten sowie aus den Avalen resultierenden Risiken der Inanspruchnahme werden auf Grund der wirtschaftlichen Verhältnisse unserer Tochterunternehmen als gering angesehen. Es bestehen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge mit verbundenen Unternehmen, die auch eine Verlustübernahme beinhalten. (21) Derivative Finanzinstrumente Zur Absicherung von Währungs- und Zinsrisiken aus dem operativen Geschäft und aus Finanzierungsvorgängen werden derivative Finanzinstrumente, insbesondere Devisentermingeschäfte genutzt. Konzerninterne Richtlinien regeln den Einsatz derivativer Finanzinstrumente, die bei B. Braun grundsätzlich nur für Sicherungszwecke eingesetzt werden dürfen. Die Risikomanagementpolitik sieht die Absicherung von Fremdwährungsrisiken aus bilanzierten Vermögensgegenständen und Schulden sowie - in Einzelfällen - von erwarteten Nettozu- und abflüssen ("mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen") vor. Die Geschäfte werden nur mit Banken abgeschlossen, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses allgemein als bonitätsmäßig gut beurteilt wurden. Des Weiteren werden Geschäfte an Konzernunternehmen weitergegeben. Das allgemeine Kreditrisiko aus den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten wird nicht für wesentlich gehalten. Zum Stichtag werden Finanzinstrumente teilweise zu Bewertungseinheiten (Grund- und Sicherungsgeschäft) zusammengefasst (Makro Hedge). Im Rahmen der Absicherung von Währungsrisiken erfolgt für so gebildete Bewertungseinheiten
Für nicht in Bewertungseinheiten designierte Finanzinstrumente wird eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet, sofern der Marktwert der derivativen Finanzinstrumente zum Stichtag negativ ist. Die Erfassung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt in den Bilanzpositionen "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" (T€ 0, Vorjahr: T€ 15.389), "übrige Rückstellungen" (T€ 26.883, Vorjahr: T€ 2.127) und "übrige Verbindlichkeiten" (T€ 24, Vorjahr: T€ 26). Bei Finanzinstrumenten, die Teil einer Bewertungseinheit unter Anwendung der Einfrierungsmethode sind, wird der die positiven Marktwerte übersteigende Bewertungsverlust durch Bildung einer Drohverlustrückstellung erfolgswirksam berücksichtigt. Ein Bewertungsgewinn wird erst zum Zeitpunkt seiner Realisierung ertragswirksam. Außerdem werden Bewertungseinheiten aus Sicherungsgeschäften, die extern abgeschlossen und im Rahmen des Konzerntreasury an Konzerngesellschaften weitergegeben werden, gebildet (Mikro-Hedge). In allen Fällen war bzw. ist eine sehr hohe Wirksamkeit der Sicherungsbeziehungen am Abschlussstichtag gegeben, da die wesentlichen risikobestimmenden Parameter zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft übereinstimmten (Critical Terms Match-Methode). Die Marktwerte beziehen sich auf die Auflösungsbeträge (Rückkaufswert) der Finanzderivate am Bilanzstichtag. Die Ermittlung erfolgt anhand anerkannter Bewertungsmethoden auf Basis aktueller Marktdaten, wobei diese zum Wert am Bilanzstichtag ohne Berücksichtigung der gegenläufigen Wertentwicklung aus dem Grundgeschäft ermittelt werden. Aus Wesentlichkeitsgründen erfolgt diese Ermittlung ohne Berücksichtigung des eigenen Kreditrisikos bzw. des Kontrahenten-Kreditrisikos.
Bei den Marktwerten handelt es sich um den Saldo aus positiven und negativen Werten. Marktwerte aus Devisentermingeschäften mit Banken in Höhe von T€ -75 (Vorjahr T€ 15.677) wurden in Bewertungseinheiten einbezogen. Aus Devisentermingeschäften mit Konzernunternehmen ergeben sich Marktwerte in Höhe von T€ 75 (Vorjahr T€ -288), die in Bewertungseinheiten einbezogen wurden. Nominalvolumina folgender Grundgeschäfte wurden mit Sicherungsgeschäften zu Bewertungseinheiten zusammengefasst:
Es wird erwartet, dass sich die Zahlungsströme und Wertänderungen der abgesicherten Risiken für Fremdwährungsgeschäfte im Geschäftsjahr 2025 in vollem Umfang ausgleichen werden. Neben den oben genannten Bewertungseinheiten wird auch eine Bewertungseinheit aus zwei USD-Darlehen zur Sicherung des Fremdwährungsrisikos gebildet (Mikro-Hegde). Der Nominalbetrag des aufgenommenen Bankdarlehens bzw. des gewährten Intercompany-Darlehens beläuft sich jeweils auf TUSD 100.000. Die Darlehen haben eine Laufzeit bis 2027. Die Bilanzierung dieser Sicherungsbeziehung erfolgt nach der Einfrierungsmethode. Die sehr hohe Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung ist am Abschlussstichtag gegeben, da wesentliche risikobestimmende Parameter zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft übereinstimmen (Critical Terms Match-Methode). Die Höhe der mit allen Bewertungseinheiten (unter Anwendung der Einfrierungsmethode) abgesicherten Risiken beträgt zum 31. Dezember 2024 T€ 6.772 (Vorjahr T€ 1.505). Im Rahmen der Bewertungseinheiten unter Anwendung der Durchbuchungsmethode wurden zum 31. Dezember 2024 Forderungen in Höhe von T€ 0 (Vorjahr T€ 15.389) eingestellt. (22) Gesamthonorar des Abschlussprüfers Die B. Braun SE hat von der Befreiungsvorschrift des § 285 Nr. 17 HGB Gebrauch gemacht, da das Gesamthonorar des Abschlussprüfers im Konzernabschluss angegeben wird. (23) Gesamtbezüge des Vorstands und des Aufsichtsrats Die Gesamtbezüge des Vorstands betrugen für das Geschäftsjahr T€ 7.838. Davon entfielen auf die Vorstandsvorsitzende T€ 1.287. Die in den Gesamtbezügen enthaltene variable Vergütung besteht aus einer kurzfristigen (STI) und einer langfristigen (LTI) Komponente. Das STI wird nach dem Geschäftsjahr in Abhängigkeit von dem Ziel Ergebnis vor Steuern ausgezahlt. Der LTI wird an finanziellen Zielen (Umsatz, EBITDA, Return on operating Assets) und Nachhaltigkeitszielen während einer Laufzeit von drei Jahren gemessen und anschließend ausgezahlt. Für die langfristigen Vergütungsbestandteile wurden den Vorstandmitgliedern unverzinsliche Vorschüsse von 853 T€ gewährt. Für den Aufsichtsrat haben wir im Geschäftsjahr einen Betrag von T€ 987 aufgewendet. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt T€ 31.063 zurückgestellt; deren Gesamtbezüge betrugen T€ 1.571. (24) Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinnes der B. Braun SE Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, den sich ergebenden Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:
(25) Nachtragsbericht Nach Abschluss des Geschäftsjahres bis zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses haben sich keine Sachverhalte mit wesentlicher Auswirkung auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Geschäftsjahres 2024 ergeben. (26) Mitteilungen gemäß § 20 Abs. 1, 3, 4 und 5 Aktiengesetz Die B. Braun Familienholding SE & Co. KG, Melsungen, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Fritzlar unter HRA 16 436, hat uns gemäß § 20 Abs. 1 und 4 Aktiengesetz mitgeteilt, dass ihr eine Mehrheitsbeteiligung an der B. Braun SE gehört. Die BraHo Verwaltungsgesellschaft mbH, Melsungen, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Fritzlar unter HRB 11 305 und die B. Braun Familienholding SE & Co. KG, Melsungen, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Fritzlar unter HRA 16 436 haben uns gemäß § 20 Abs. 1, 3 und 4 Aktiengesetz mitgeteilt, dass ihnen eine mittelbare Mehrheitsbeteiligung an der B. Braun SE gehört. Aufsichtsrat
* gewählt von den Arbeitnehmern*innen Vorstand
Melsungen, den 4. März 2025 Der Vorstand Anna Maria Braun Ingrun Alsleben Dr. iur. Jean-Claude Dubacher Dr. Jens von Lackum Priv.-Doz. Dr. iur. Stefan Ruppert Markus Strotmann Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2024
ANTEILSBESITZ DER B. BRAUN SE UND KONZERN(STAND 31.12.2024, BETRÄGE IN T€)
Die Beträge in Landeswährung der ausländischen Unternehmen wurden mit dem Mittelkurs am 31.12.2024bzw. mit dem Durchschnittskurs des Berichtsjahres umgerechnet. 1) Durchgerechneter Anteil 2) Gesellschaften mit Ergebnisabführungsvertrag 3) Unkonsolidiert 4) At Equity konsolidiert 5) Assoziierte Unternehmen 6) Durchschnitt BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die B. Braun SE, Melsungen Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der B. Braun SE, Melsungen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der B. Braun SE, der mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Kassel, den 4. März 2025 PricewaterhouseCoopers
GmbH
Daniela Geretshuber, Wirtschaftsprüferin Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer BERICHT DES AUFSICHTSRATSDER B. BRAUN SEDer Aufsichtsrat der B. Braun SE hat die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen und den Vorstand beratend begleitet und überwacht. In vier ordentlichen Sitzungen wurde der Aufsichtsrat vom Vorstand über die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens, den finanziellen Status und die wesentlichen Investitionsvorhaben informiert. Herr Michael Guggemos erklärte zum 31. August 2024 seinen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat. In der Sitzung am 24. September 2024 wurde Herr Kai Burmeister als gerichtlich bestelltes Ersatzmitglied begrüßt. Besondere Themen der Aufsichtsratsberatungen waren das Geschäftsmodell mit den entsprechenden organisatorischen Veränderungen, die Umsetzung der CSRD-Richtlinie, die geplante Entwicklung des Pharmabereichs der Sparte Hospital Care, die Erweiterung der Produktionskapazitäten der Sparte Aesculap sowie das Compounding-Geschäft in den USA. Der Aufsichtsrat hat den Personalbericht 2023, die vorgestellte Ergebniserwartung 2024, den Ausblick 2025 und das Financial Framework 2025-2027 zur Kenntnis genommen. Die nach Satzung zustimmungspflichtigen Geschäfte wurden diskutiert und entsprechende Beschlüsse gefasst. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats stand darüber hinaus mit der Vorsitzenden des Vorstands in regelmäßigem Informations- und Gedankenaustausch über wesentliche Geschäftsentwicklungen der Gesellschaft und des Konzerns sowie anstehende Entscheidungen. Der Aufsichtsrat führte auf freiwilliger Basis eine Effizienzprüfung durch. Diese vom Aufsichtsrat vorgenommene Selbstevaluation hat ergeben, dass der Aufsichtsrat effizient organisiert ist und dass das Zusammenwirken von Vorstand und Aufsichtsrat als sehr gut beurteilt wird. Gegenstand der zwei Beratungen des Prüfungsausschusses waren insbesondere der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss 2023 der B. Braun SE und die aktuelle Geschäftsentwicklung. Ferner wurden der Jahresbericht der internen Revision zu durchgeführten Prüfungen sowie der Prüfungsplan und dessen Schwerpunkte behandelt. Außerdem nahm der Prüfungsausschuss den Compliance-Bericht des B. Braun-Konzerns sowie den Risikobericht des Vorstands entgegen und beriet über die Entwicklung des Compounding-Geschäfts in den USA. Ebenfalls wurde die Planung der Jahresabschlussprüfung vorgestellt. Zu diesen Themen berichtete der Prüfungsausschuss im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen und sprach seine Empfehlungen aus. Der Arbeitsausschuss trat 2024 zu vier Sitzungen zusammen. In seiner Sitzung am 20. Februar 2024 empfahl er dem Aufsichtsrat Beschlüsse zur Zuteilung der Genussrechte nach dem B. Braun Long Term Incentive ("LTI) " Plan an die Mitglieder des Vorstands sowie zur Feststellung der Zielerreichungsgrade Short Term Incentive 2023 und zu den LTI-Zielvereinbarungen 2024-2026. Der Aufsichtsrat fasste die entsprechenden Beschlüsse in seiner Sitzung am 19. März 2024. In seiner Sitzung am 24. Juni 2024 beschäftigte sich der Arbeitsausschuss mit seiner Zusammensetzung. In seiner Sitzung am 09. September 2024 empfahl der Arbeitsausschuss dem Aufsichtsrat die Wiederbestellung eines Vorstandsmitglieds; der Aufsichtsrat entsprach dieser Empfehlung in seiner darauffolgenden Sitzung. Gegenstand dieser Sitzungen war die Genehmigung von Mandaten und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder. In der Sitzung am 09. Dezember 2024 wurden im Arbeitsausschuss die Anzahl und Gewichtung der Zielkategorien im Bereich Nachhaltigkeit besprochen. Weiter beriet der Arbeitsausschuss in seinen Sitzungen im Jahr 2024 über allgemeine Personalthemen. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 der B. Braun SE, der Konzernabschluss und der Konzernlageberichtsind von der PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Kassel, die in der Hauptversammlung am 19. März 2024 zum Abschlussprüfer bestellt worden war, geprüft worden. Der Abschlussprüfer hat keine Einwendungen erhoben und dies mit uneingeschränkten Bestätigungsvermerken testiert. Der Abschlussprüfer nahm an den Beratungen des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses über den Jahresabschluss und den Konzernabschluss teil und berichtete über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand mit den Wirtschaftsprüfern über die Prüfungserkenntnisse im Austausch. Die vom Aufsichtsrat vorgenommene Prüfung des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Vorschlags für die Verwendung des Bilanzgewinns der B. Braun SE sowie des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts gibt in Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Abschlussprüfungsberichte keinen Anlass zur Beanstandung. Der vom Vorstand aufgestellte Jahres- und Konzernabschluss wurde gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit gemäß § 172 AktG festgestellt. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzergebnisses an. Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG für das Geschäftsjahr 2024 einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt. Der Aufsichtsrat hat diesen Bericht geprüft; Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der Abschlussprüfer hat den Bericht geprüft und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Der Aufsichtsrat ist mit dem Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers einverstanden. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung durch den Aufsichtsrat sind gegen die im Bericht enthaltene Schlusserklärung des Vorstands keine Einwendungen zu erheben. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit und den Mitarbeiter*innen des B. Braun-Konzerns für die erbrachten Leistungen im Berichtszeitraum seinen Dank aus.
Melsungen, im März 2025 Der Aufsichtsrat Unsere ordentliche Hauptversammlung am 25. März 2025 hat in Übereinstimmung mit dem Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses beschlossen, den Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2024 in Höhe von € 461.733.164,04 wie folgt zu verwenden:
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 wurde am 25. März 2025 festgestellt. |
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