Novilio GmbH
Selbe AdresseUnternehmensberatung
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Max Sebastian Zeumer seit 7.3.2025 | Prokura |
Benjamin Simon Dr. Gubitz seit 7.3.2025 | Prokura |
Fabian Johannes Stenger seit 7.3.2025 | Prokura |
Jean Christoph Debus seit 28.6.2022 | Vorstandsmitglied |
Daniel Krauss seit 6.4.2022 | Vorstandsmitglied |
André Schwämmlein seit 6.4.2022 | Vorstandsmitglied |
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Flix SEMünchenJahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT für das Geschäftsjahr 2023der Flix SE und des Flix-Konzerns1. Grundlagen des Unternehmens und des Konzerns1.1 Geschäftsmodell des Unternehmens und des Konzerns Geschäftsmodell Der Flix-Konzern (Flix), bestehend aus der Flix SE und ihren Tochtergesellschaften, ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Reisetechnologie (Travel-Tech), der Millionen von Reisenden weltweit nachhaltige und erschwingliche Reiseoptionen bietet. 1 Flix bietet seine Dienstleistungen über seine selbstentwickelte innovative Technologieplattform an. Flix hat sich bereits in Europa, Nordamerika und der Türkei als Marktführer etabliert und hat mit der weiteren Expansion in Südamerika begonnen. 2 Aber das ist nicht alles: Wir möchten die Plattform sein, an die sich die Kunden selbstverständlich wenden, wenn sie nachhaltig und zugleich erschwinglich verreisen möchten. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg besteht darin, zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen im Personenverkehr beizutragen, da Fernbus- und Bahnreisen im Vergleich zu Auto- und Flugreisen die geringsten CO 2 -Emissionen pro Passagier und zurückgelegter Strecke aufweisen. 3 Und wir sind auf dem besten Weg dorthin: Flix verfügt über eine beträchtliche Reichweite und die mehr als 81 Millionen Passagiere, die 2023 mit uns gereist sind, haben durch ihren Umstieg auf Fernbus und Zug aktiv zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes beigetragen. Unser kuratiertes Marktplatzmodell ermöglicht unseren mehr als 1.000 regionalen, überwiegend kleinen bis mittelgroßen Bus- und Bahnpartnern, die Flix-Buchungsplattform zu nutzen und Teil des globalen Flix-Netzwerks zu werden. Dadurch erhalten diese Zugang zu einem Markt, der für sie sonst nur eingeschränkt zugänglich wäre. Flix verfügt über eine globale Präsenz und ist derzeit auf vier Kontinenten in insgesamt 42 Ländern tätig. Wir sind Anbieter des größten paneuropäischen Fernbusnetzes und haben durch die Übernahmen von Kamil Koç im Jahr 2019 und Greyhound Lines, Inc (GLI) im Jahr 2021 auch führende Positionen in der Türkei sowie Nordamerika erlangt. 4 Unser Geschäftsmodell basiert auf der Digitalisierung einer traditionellen Art des Reisens, wobei Flix sich auf Technologieentwicklung, Netzwerkplanung, Marketing und Vertrieb, Revenue Management, Kundenerlebnis, Qualitätsmanagement und kontinuierliche Produktentwicklung konzentriert. Für den Betrieb selbst kooperieren wir mit Mobilitätspartnern, die die Busse unter der Marke FlixBus betreiben. In der Türkei und in Nordamerika sind wir zum Teil auch mit eigenen Bussen tätig. Auf ähnliche Weise bedienen wir unsere Kunden im FlixTrain-Geschäft mit einer Kombination aus eigenen und von Partnern betriebenen Zügen, wobei die Züge von Drittanbietern gemietet werden, die auch für Wartung und Reparatur verantwortlich sind. Wir sind davon überzeugt, dass Flix im globalen Reisemarkt eine starke Marktstellung hat: 5
Im Gegensatz zu unseren europäischen Aktivitäten im Fernbusmarkt, wo Flix vollständig auf sein kapitaleffizientes Partnermodell setzt, betreibt das Unternehmen in der Türkei und in Nordamerika auch eigene Busse. Im Rahmen der Akquisitionen von Kamil Koç und Greyhound wurden Busse, Fahrer und Betriebspersonal in Flix integriert. Darüber hinaus betreibt FlixTrain einige Zugverbindungen selbst, indem es sowohl Waggons als auch Lokomotiven mietet, die in Zusammenarbeit mit Mobilitätspartnern betrieben werden. Außerdem bindet Flix über sein Marktplatzmodell weitere Fernverkehrsanbieter an seine Plattform an, so dass Kunden die Möglichkeit haben, Tickets von Drittanbietern direkt über Flix zu buchen. Flix' einzigartige Position basiert darauf, dass alle Prozesse und Abläufe mittels digitaler Technologien gestaltet werden ("Digital first"). Dabei werden alle Elemente der Wertschöpfungskette mithilfe größtenteils selbst entwickelter Software optimiert werden. Unsere Plattform wird von einem wachsenden Team qualifizierter Technologieexperten betrieben und bietet uns ein erhebliches innovatives und technologisches Potenzial, da wir kontinuierlich bestrebt sind, unsere IT-Infrastruktur mittels Algorithmen, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz zu erweitern und zu optimieren. Konzernstruktur Die Steuerung des Flix-Konzerns erfolgt durch die Muttergesellschaft Flix SE, in der alle übergeordneten Leitungsfunktionen gebündelt sind. Sitz der Gesellschaft ist München, Deutschland. Die Flix SE agiert grundsätzlich als Holding des Flix-Konzerns. Die operative Abwicklung des Geschäfts erfolgt durch die lokalen Tochtergesellschaften, die insbesondere für die Akquise und Betreuung der Partnerunternehmen sowie lokale Pressearbeit und die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden zuständig sind. FlixMobility Experience GmbH (FMX) mit Sitz in Berlin und Standorten in Zagreb, Paris und Warschau unterstützt die Landesgesellschaften in den Bereichen Kundenservice, Qualitätsmanagement, Aus- und Weiterbildung sowie Betriebssteuerung. Die Software- und Technologie-Entwicklung erfolgt in den Tochtergesellschaften FlixMobility Tech GmbH (Tech) sowie FlixMobility TECH Ukraine LLC (Tech UA), welche IT,- und Entwicklungsleistungen für die Unternehmen des Flix-Konzerns erbringen. In Bulgarien stellt der Standort Sofia (Flix Bulgaria EOOD) interne Unterstützungsleistungen für diverse Konzernfunktionen wie die operative Buchhaltung, Marketing, IT aber auch den Kundenservice bereit. Der Vorstand der Flix SE setzt sich aus drei Mitgliedern zusammen, die gemeinsam für die Leitung des Konzerns verantwortlich sind. André Schwämmlein (CEO, Co-Gründer) ist für die operative Führung des Geschäfts, Strategie, sowie für die Bereiche Public Affairs und Kommunikation zuständig. Daniel Krauss (CIO, Co-Gründer) führt die Bereiche IT und Personal. Jean Christoph Debus verantwortet als Finanzvorstand (CFO) die Bereiche Finanzen, Einkauf, Recht, Compliance sowie Unternehmensentwicklung. Der Aufsichtsrat der Flix SE besteht aus acht Mitgliedern. Er bestellt den Vorstand und berät und überwacht diesen bei der Geschäftsausübung. Bei grundlegenden Entscheidungen wird der Aufsichtsrat direkt eingebunden. Der Aufsichtsrat prüft den Jahresabschluss, den Konzernjahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht und berichtet über die Abschlussprüfung an die Hauptversammlung. Er setzt sich aus langfristigen Investoren und unabhängigen Branchen-Experten zusammen. Segmente Die Segmente und die konzerninterne Berichtserstattung des Flix-Konzerns folgen einer regionalen Perspektive. Zu unterscheiden sind die Segmente Europa, Nordamerika, Türkei sowie weitere Gesellschaften und Konzernfunktionen). Das Segment Europa umfasst ebenfalls das Zuggeschäft in Deutschland und Schweden. 6 1.2 Konzernstrategie Die Vision von Flix ist es, nachhaltiges und erschwingliches Reisen für alle zu ermöglichen. Um unsere langfristige Vision zu realisieren, konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Umsetzung unserer profitablen Wachstumsstrategie. Die Strategie des Flix-Konzerns ist darauf ausgelegt, den Konzern so zu positionieren, dass dieser von den zugrunde liegenden strukturellen Wachstumstreibern im globalen Bus- und Bahnmarkt mit einem Marktvolumen von 73 Mrd. Euro bzw. 47 Mrd. Euro profitiert. 7 Gemäß der OC&C Strategieberatung wird erwartet, dass beide Marktsegmente bis 2028 weiterhin deutlich wachsen werden, wobei Busreisen mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 9% und Zugreisen mit einer jährlichen Wachstumsrate von 4,5% prognostiziert werden. Dabei konzentrieren wir unsere Bemühungen auf die Stärkung der Profitabilität in bestehenden Kernmärkten, indem wir unsere Reichweite durch Marktkonsolidierung und Marktwachstum weiter erhöhen. In Europa und in der Türkei konzentrieren wir uns auf die Verbesserung der Marge und den Ausbau des Netzwerks sowie der Ergänzung weiterer Reiseziele. In Nordamerika planen wir das Wachstum durch die Erweiterung unseres bewährten FlixBus-Partnernetzwerkes und der Konvertierung von Greyhound-Routen zu durch Partner betriebene Routen fortzuführen. Auch durch die Expansion nach Kanada beabsichtigen wir, weiteres Potenzial zu erschließen. Während unser Kundenkreis seit 2013 stetig angestiegen ist, sind wir überzeugt, weiteres Wachstum erzielen zu können: Durch unser wachsendes Netzwerk und qualitativ hochwertiges Angebot, können wir neue Kundensegmente erreichen, die bisher keine Fernbus- und Bahnverbindungen genutzt haben. Wir gehen davon aus, dass ein großer Anteil der Bevölkerung in unseren profitablen Kernmärkten, die bisher noch nicht mit Flix gereist sind, eine Chance darstellt, unseren Kundenkreis deutlich zu erweitern. Unser Ziel ist es außerdem, ein ansprechendes und komfortables Kundenerlebnis zu schaffen, das uns dabei helfen wird, unsere bestehenden Passagiere zu binden sowie neue Fahrgäste zu gewinnen. Durch kontinuierliche Innovation im Bereich des Kundenerlebnisses zielen wir darauf ab, einen wachsenden Anteil des jährlichen Reisebudgets unserer Kunden zu gewinnen. Darüber hinaus wollen wir die Nutzungsrate unserer Zusatzleistungen (z.B. Sitzplatzreservierungen und Zusatzgepäck) weiter vorantreiben. Wir expandieren in neue Länder in Südamerika und Asien. In den vergangenen Jahren konnten wir ein beachtliches Wachstum erzielen und unser Angebot über verschiedene Regionen und Kontinente hinweg diversifizieren. So haben wir kürzlich den Betrieb in Chile aufgenommen und bereiten derzeit den Start für Indien im Jahr 2024 vor, um unseren starken Wachstumskurs fortsetzen zu können. Da Busreisen das Rückgrat der Mobilität in Indien darstellen - der Markt ist größer, als Europa, Türkei und Nordamerika zusammen - sehen wir in dieser Region ein signifikantes Wachstumspotenzial, indem wir erschwingliche, nachhaltige und sichere Fernbusreisen anbieten. 8 FlixTrain ist eine der Säulen unserer langfristigen Wachstumspläne und soll auch in Zukunft zu unserer Expansion beitragen. Im Jahr 2024 planen wir, das FlixTrain-Angebot in Deutschland durch die Aufnahme neuer Ziele auszuweiten. In einem weiteren Schritt beabsichtigen wir, das FlixTrain-Geschäft über den heutigen Umfang hinaus auszuweiten, um durch die Nutzung der Flix-Plattform ein attraktives langfristiges Margenpotenzial sowie erheblichen Synergien zu erschließen. Auf der Grundlage unserer Vision und Strategie haben wir uns der Nachhaltigkeit verpflichtet. Wir sind davon überzeugt, dass Flix einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen im Fernverkehr leisten kann. Kunden, die einen FlixBus oder FlixTrain nutzen, anstatt mit dem Auto oder Flugzeug zu reisen, verursachen weniger CO 2 -Emissionen. 9 Darüber hinaus haben wir eine Klimastrategie zur weiteren Dekarbonisierung der Emissionen unserer Busflotte durch die schrittweise Umstellung auf alternative Kraftstoffe und Antriebe festgelegt. Flix arbeitet eng mit Herstellern, Kraftstoff- und Infrastrukturanbietern sowie unseren Buspartnern zusammen, um sicherzustellen, dass es skalierbare Lösungen gibt. Durch Industrie- und Forschungskooperationen haben wir bereits an einer Reihe neuer Technologien wie batterieelektrischen Antrieben, Biogas oder Wasserstoff gearbeitet und planen, den grünen Wandel in unserer Branche weiter voranzutreiben. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist in ein umfassenderes ESG-Rahmenwerk eingebettet, das in unserem ersten freiwilligen ESG-Bericht beschrieben ist, den wir 2023 gemäß den GRI-Standards veröffentlicht haben. 1.3 Steuerungssystem Im Rahmen unseres internen Steuerungssystems nutzen wir sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, um den Erfolg bei der Umsetzung unserer Strategie zu messen. Der Vorstand steuert das Unternehmen auf Konzernebene. Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung der Geschäftstätigkeit sind die Entwicklung der Umsatzerlöse und des bereinigten EBITDA (Marge).
Darüber hinaus unterstützen die folgenden zusätzlichen finanziellen Leistungsindikatoren die Bewertung unserer Leistung und der von unserem Unternehmen generierten Cashflows, wobei sie jedoch nicht als Grundlage für die Steuerung des gesamten Konzerns dienen.
Zusätzlich zu diesen Finanzkennzahlen nutzt Flix zur Steuerung seines Geschäfts auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren.
1.4 Aktivitäten im Rahmen der Entwicklungstätigkeit Entwicklungstätigkeit des Flix-Konzerns Gegenstand der Entwicklungstätigkeit des Flix-Konzerns ist das Programmieren von Front- und Backend-IT-Anwendungen, die das Geschäftsmodell des Konzerns unterstützen. Dabei kommen zum großen Teil eigene Mitarbeiter zum Einsatz. Die FlixMobility Tech GmbH (Flix Tech) mit ihrer Tochtergesellschaft FlixMobility Tech UA erbringt Entwicklungsleistungen für den Flix-Konzern. Da die Chancen und Risiken der Entwicklung bei der Flix SE verbleiben, werden die von der Flix Tech in Rechnung gestellten Entwicklungsleistungen bei der Flix SE als selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte bzw. Vermögensgegenstände aktiviert. Im Berichtsjahr wurden Entwicklungskosten in Höhe von 11,8 Mio. EUR (2022: 8,4 Mio. EUR) auf Konzernebene aktiviert, davon entfallen 7,3 Mio. EUR (2022 : 5,2 Mio. EUR ) auf Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Die Aktivierungsquote stieg im Berichtsjahr auf 25,4% (2022: 23,8%) hauptsächlich aufgrund der erhöhten Entwicklungsaktivität für neue Produkte und geringerem Aufwand für die Wartung bestehender immaterieller Vermögenswerte. Die planmäßigen Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten betrugen in der Berichtsperiode 2023 9,8 Mio. EUR (2022 : 13,0 Mio. EUR ) auf Konzernebene. Der Schwerpunkt der Entwicklungskosten im Jahr 2023 lag auf der Integration von Greyhound in unsere Buchungsplattform in der ersten Jahreshälfte 2023 - unser bisher größtes und komplexestes Technologieprojekt. Darüber hinaus wurden interne Neuentwicklungen für den Markteintritt in Chile und Vorbereitungen für unseren Start in Indien vorgenommen. Neben vielen anderen Funktionsverbesserungen haben wir auch Lösungen zur weiteren Automatisierung unseres Kundendienstes entwickelt, mehrere Produkte zur Effizienzsteigerung unserer Netzwerkplanung fertiggestellt und arbeiten derzeit an der globalen Einführung für ein Angebot von Mehrfachumsteigeverbindungen für unsere Kunden. Entwicklungstätigkeit der Flix SE Die Werte selbst erstellter immaterieller Vermögensgegenstände weichen im Jahresabschluss von den Konzernwerten aufgrund des von Flix Tech an die Flix SE in Rechnung gestellten konzerninternen Aufschlags ab. Dieser wird im Jahresabschluss aktiviert, im Konzernabschluss jedoch eliminiert. Im Berichtszeitraum wurden auf Jahresabschlussebene der Flix SE Entwicklungskosten in Höhe von 12,2 Mio. EUR (2022: 8,7 Mio. EUR) aktiviert, wovon sich 7,3 Mio. EUR (2022: 5,2 Mio. EUR) auf Zugänge zu immateriellen Vermögensgegenständen beziehen, deren Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Die planmäßigen Abschreibungen der aktivierten Entwicklungskosten im Jahr 2023 betrug im Jahresabschluss der Flix SE 11,8 Mio. EUR (2022: 14,0 Mio. EUR).
1 Marktbericht für Fernreisen - OC&C
Strategieberatung (nicht öffentlich verfügbar).
2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft entwickelte sich im Jahr 2023 weitgehend im Rahmen der Erwartungen, so dass das weltweite BIP nach Schätzungen des IWF um 3,1 % wuchs. 10 Das solide BIP-Wachstum hat zu einer mehr als soliden Arbeitsmarktentwicklung geführt. Die Arbeitslosenquote in allen Volkswirtschaften, die qualitativ hochwertige Arbeitsmarktdaten liefern, ist im Jahr 2023 weiter leicht gesunken. Wichtig ist, dass diese Verbesserung sogar in einigen wichtigen Volkswirtschaften sichtbar ist, die ein relativ geringes reales BIP-Wachstum verzeichneten, wie etwa im Euroraum. Allerdings bleibt die globale Wirtschaftslage aufgrund einer Vielzahl von Faktoren weiterhin fragil. Erstens stiegen sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Zinssätze im Vergleich zu den Durchschnittswerten der vergangenen Jahre auf ein deutlich höheres Niveau und stagnieren seither auf diesem Niveau. Dies bringt potentiell negative Auswirkungen auf Investitionen und Finanzierung von Unternehmen mit sich. Zweitens führte die kurze, aber schwerwiegende Phase der Instabilität im Bankensektor in den USA und Europa im Frühjahr zu Ansteckungsängsten im gesamten Bankensektor. Schließlich lasten die anhaltenden geopolitischen Konflikte in der Ukraine, im Nahen Osten und weiteren Regionen auf die Ölpreise, die Finanzmärkte als auch der Realwirtschaft. Unterdessen trotzte die US-Wirtschaft im Jahr 2023 den Rezessionsängsten und machte erhebliche Fortschritte auf dem Weg zu einer sanften Landung. Nach Angaben des IWF wuchs die US-Wirtschaft im Jahr 2023 um 2,5%. Auch die Inflationspsychologie hat sich seit den Tagen, als die Preise überall in die Höhe zu schießen schienen, normalisiert. Die Inflation ist seit ihrem Höhepunkt nach der Coronapandemie stark gesunken und sollte 2024 ihre endgültige Normalisierung beginnen. Die Verbraucherpreisinflation in den USA ist von 5,5-6% zu Beginn des Jahres auf 2,5-3 % zum Jahresende gesunken. In Europa war 2023 hinsichtlich der Wachstumsdynamik ein eher durchwachsenes Jahr. Zunächst zeigte die Wirtschaft eine überraschende Resilienz gegenüber der Energiepreiskrise und trotzte allen Rezessionserwartungen. Allerdings zeigte das Wachstum seit Beginn des zweiten Quartals 2023 eine schwache Dynamik, was auf die anhaltenden negativen Auswirkungen der hohen Gaspreise, die geldpolitische Straffung und die schwache globale Industrieaktivität zurückzuführen ist. Infolgedessen betrug das reale BIP-Wachstum in Europa 0,5 % und blieb damit in diesem Jahr deutlich hinter dem der USA zurück. Die türkische Wirtschaft wuchs im Jahr 2023 überraschend stark, bedingt durch eine höhere Verbrauchernachfrage und Staatsausgaben im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben. Folglich belief sich das BIP-Wachstum im Laufe der letzten zwölf Monate auf 4,0%. Mit Blick auf die Branchenentwicklung konnten wir eine weitere Erholung verzeichnen, nachdem die Nachfrage aufgrund der geltenden Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19 beeinträchtigt war. Laut des Branchendienstes Skift, übertraf das Buchungsniveau im Jahr 2023 das Vorkrisenniveau. 11 Fernbus- und Bahnreisen konnten von unterstützenden makroökonomischen und branchenspezifischen Treibern profitieren. Dazu gehören unter anderem günstigere Reisemöglichkeiten im Vergleich zu individuellen Auto- oder Flugreisen. Darüber hinaus hat das wachsende Umweltbewusstsein der Verbraucher die Nachfrage nach umweltfreundlichen Reisemöglichkeiten erhöht, wobei Fernbusse laut OC&C oft als effiziente und CO 2 -arme Alternative zu Flugreisen und Individualreisen mit dem Auto gelten. 2.2 Geschäftsverlauf 2023 war erneut ein sehr erfolgreiches Jahr für Flix, sowohl aus operativer als auch aus finanzieller Sicht. Wir haben das Jahr 2023 mit einem deutlichen Wachstum der Umsatzerlöse abgeschlossen und zum ersten Mal überhaupt die Schwelle von 2.000 Mio. EUR überschritten: Die Umsatzerlöse stiegen im Jahresvergleich um 30,4% auf 2.000,1 Mio. EUR (2022: 1.534,0 Mio. EUR) und wuchsen damit deutlich schneller als unsere ursprüngliche Erwartung von mindestens 20% Umsatzwachstum im Vergleich zu 2022, wie in unserem Geschäftsbericht für 2022 dargelegt. Diese Entwicklung ist überwiegend auf ein stärker als erwartetes organisches Wachstum in allen Segmenten zurückzuführen. Darüber hinaus konnten weitere Fortschritte bei unseren Maßnahmen zur Steigerung der Kundenbindung erzielt werden. Nicht zuletzt wurden im Jahr 2023 drei neue Märkte erschlossen, wobei Chile der interessanteste Markt ist. Für 2023 verzeichneten wir ein bereinigtes EBITDA von 104,4 Mio. EUR (2022: 7,7 Mio. EUR), und eine bereinigte EBITDA-Marge von 5,2% (2022: 0,5%). Das Jahr 2023 war geprägt durch ein starkes Wachstum bei Neukunden in bestehenden und neuen Märkten und durch die Implementierung eines neuen Revenue Management Systems, das ein automatisiertes Preis- und Ertragsmanagement in unserem gesamten Netzwerk sowie kontinuierliche Investitionen in dauerhafte Kundenbeziehungen ermöglicht. Darüber hinaus haben wir unser Netzwerk auf drei neue Märkte erweitert (Chile, Finnland und Griechenland). Gleichzeitig machen wir Fortschritte bei unserem multimodalen Produktangebot von Bus und Bahn, um nachhaltiges und bezahlbares Reisen für alle voranzutreiben. Durch das Angebot von mehr als 5.600 Zielen in mehr als 4.300 Städten (einschließlich Kleinstädten und Dörfern) in 42 Ländern (2022: mehr als 5.500 Ziele in mehr als 4.300 Städten in 41 Ländern) konnten wir unsere Marktführerposition in allen Segmenten stärken außer "Sonstige".
Infolgedessen wuchs unsere Passagierbasis im Jahresvergleich stark um 34% auf 81,2 Mio. Passagiere während des Jahres 2023 (2022: 60,6 Mio.). Diese deutliche Verbesserung gegenüber dem Niveau 2022 entspricht den Erwartungen des Prognoseberichts vom letzten Jahr. Dieses Wachstum war in allen Segmenten zu beobachten, was vor allem auf das Netzwerkwachstum zurückzuführen ist, da die gefahrenen Kilometer im Laufe des Jahres 2023 ein neues Allzeithoch erreichten. In Europa steigerte Flix das Passagieraufkommen 2023 um 41%. Dies erfolgte durch die Gewinnung neuer Kunden sowie dem Ausbau des Streckennetzes und wurde darüber hinaus von einer weiterhin starken Nachfrageerholung begünstigt. In Europa umfasste das Angebot des Flix-Konzerns 3.337 Ziele (2022: 2.892) in 2.542 Städten (2022: 2.271). In Europa wurden mit Griechenland und Finnland zwei neue Länder zum Netzwerk hinzugefügt, während Flix als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine ihre Aktivitäten und Kooperationen in Russland und Weißrussland Anfang März 2022 eingestellt hat. Daher blieb die Anzahl der europäischen Länder, in denen Flix aktiv ist, stabil bei 36 (2022: 36). In unserem Segment Nordamerika blieb die Geschäftsentwicklung robust, unterstützt durch ein verbessertes Netzwerkmanagement in Folge der Integration von Greyhound in die Flix-Buchungsplattform im Februar 2023. Das Greyhound-Angebot wurde vollständig auf die Flix-Plattform migriert, so dass Kunden von einem kombinierten und erweiterten Intercity-Busnetz in Nordamerika profitieren. Mit diesem Meilenstein ist es uns gelungen, das Beste aus beiden Welten zu vereinen, indem wir die innovative Technologie und das globale Mobilitäts-Fachwissen von Flix mit der Expertise von Greyhound, die ihre Kunden in Nordamerika seit mehr als 100 Jahren über ihr umfangreiches Netzwerk bedienen, kombiniert haben. Diese Integrationsbemühungen führten in Verbindung mit der starken Reisenachfrage zu einem Anstieg des Passagieraufkommens um 36% im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr. Im Laufe des Jahres bediente Flix unter den Marken FlixBus und Greyhound 1.822 Ziele in 1.380 Städten in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada. Im Segment Türkei wurde unsere positive Performance durch eine Netzerweiterung sowie eine verbesserte Preisgestaltung ermöglicht, trotz hoher Inflation und der Auswirkungen des verheerenden Erdbebens Anfang Februar 2023. Im Laufe des Jahres erweiterte Flix das grenzüberschreitende Angebot von Kamil Koç und verband das türkische Netz mit verschiedenen Zielen in Bulgarien und Rumänien. Mit einem leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bediente der Flix-Konzern bis zu 351 Destinationen, die mehr als 336 Städte in der Türkei miteinander verbinden. Trotz der wirtschaftlichen Umstände entwickelte sich das Passagieraufkommen mit einem Anstieg von 8% im Vergleich zu 2022 zufriedenstellend. Im Segment "Sonstige" hat Flix sein Netzwerk in Brasilien ausgeweitet, mit mehr Reisezielen in noch weitere Regionen des Landes. Darüber hinaus nahm Flix im Oktober 2023 den Betrieb in Chile auf - nunmehr der zweite Markt in Lateinamerika. Infolge des erfolgreichen Starts in Chile und der Expansion in Brasilien stieg das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr um 184%, verbunden mit einer Angebotsexpansion auf 103 Ziele in 91 Städten.
Die Größe des Netzes wird für jedes Geschäftssegment flexibel gesteuert, um der jeweiligen Angebots- und Nachfragesituation in jedem Markt gerecht zu werden. Treibende Faktoren auf der Nachfrageseite waren der anhaltende Aufschwung der Reisenachfrage. Die Angebotsseite sah sich aufgrund des makroökonomischen Umfelds mit hohen Inflationsraten und angesichts anhaltend hoher Dieselpreise sowie Engpässen bei Busfahrern und Fahrzeugen, insbesondere in Nordamerika, einigen Herausforderungen gegenüber. Trotz dieser Engpässe lag die Gesamtgröße des Netzes im Jahr 2023 deutlich über dem Vorjahresniveau und erfüllte die Erwartungen im Prognosebericht 2022. Die gefahrenen Kilometer beliefen sich im Jahr 2023 auf 969,6 Mio. km gegenüber 777,1 Mio. km im Jahr 2022, was einem Anstieg von 25% entspricht. Die Entwicklung des Streckennetzes folgte im Laufe des Jahres dem saisonalen Muster der Reisebranche, wobei das Streckennetz in der Sommersaison mit 282,0 Mio. km im dritten Quartal am größten war. 2.3 Ertragslage
Im Jahr 2023 stiegen die Umsatzerlöse um 466,1 Mio. EUR auf 2.000,1 Mio. EUR (30,4% gegenüber dem Vorjahr). Die Fahrgastumsatzerlöse stiegen um 32,5% auf 1.886,2 Mio. EUR und die sonstigen Umsatzerlöse beliefen sich auf 113,9 Mio. EUR, was einer Wachstumsrate von 2,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die sehr positive Umsatzdynamik übertraf die Erwartungen des Vorstands und war ein relativ konstanter Trend in allen Märkten, wobei jedes Geschäftssegment zum Wachstum im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 beitragen konnte. Das Wachstum wurde - wie oben beschrieben - durch einen anhaltenden Zustrom neuer Passagiere angekurbelt, die sich für erschwingliche und nachhaltigere Reisealternativen im Vergleich zu Flug- oder PKW-Individualreisen entscheiden. Die starke Entwicklung des Passagieraufkommens im Jahr 2023 spiegelt deutlich die Attraktivität unserer Intercity-Reiseplattform wider. Die Entwicklung der Umsatzerlöse im ersten Quartal profitierte von dem niedrigen Ausgangswert des Vorjahresquartals - das erste Quartal 2022 war noch durch die COVID-19 Variante Omicron beeinträchtigt. Die Umsatzerlöse wuchsen um 85,8% auf 378,2 Mio. EUR. Mit Beginn der Frühjahrs- und Sommerreisesaison im zweiten Quartal und einem damit einhergehenden Anstieg der Basiseffekte schwächte sich das Umsatzwachstum auf noch immer außergewöhnlich starke 31,4% auf 479,5 Mio. EUR ab. Der Höhepunkt der Reisesaison wurde im dritten Quartal mit Umsatzerlösen von 648,5 Mio. EUR (22,8% Wachstum im Vergleich zu 2022) erreicht. Die Nachfrage nach Fernbus - und Zugreisen blieb auch im vierten Quartal weiterhin hoch, insbesondere während der Feiertagszeiten rund um Thanksgiving in den USA sowie Weihnachten. Aufgrund der starken Nachfrage erzielte der Flix-Konzern im vierten Quartal 2023 Umsatzerlöse von 493,9 Mio. EUR (Wachstum von 12,9% im Vergleich zum vierten Quartal 2022).
Im Jahr 2023 beliefen sich die Nettoumsatzerlöse des Flix-Konzerns auf 636,8 Mio. EUR, was einem Anstieg um 29,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Wachstum ist in erster Linie auf das Wachstum der Umsatzerlöse zurückzuführen, während die Nettoumsatzmarge bei 31,8 % lag, was einem Rückgang um 0,3%-Punkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Infrastrukturkosten lagen bei 150,9 Mio. EUR (2022: 129,9 Mio. EUR), was zu einer Bruttogewinnmarge von 21,8 % führte, die sich im Vergleich zu 2022 um 1,3%-Punkte verbesserte. Um die operative Leistung des Konzerns zu beurteilen, berücksichtigt der Vorstand von Flix das EBITDA und die EBITDA-Marge bereinigt um Einmaleffekte (bereinigtes EBITDA). Im Jahr 2023 verzeichneten wir ein bereinigtes EBITDA von 104,4 Mio. EUR, was einem Anstieg von 96,7 Mio. EUR gegenüber 2022 (7,7 Mio. EUR) und einer Marge von 5,2% (2022: 0,5%) entspricht. Vor diesem Hintergrund wurde unser ursprüngliches Ziel zu Jahresbeginn, eine deutliche Steigerung des bereinigten EBITDA im Vergleich zum Niveau von 2022 zu verzeichnen, erreicht. Dies war in erster Linie auf eine starke Umsatzentwicklung, eine anhaltende Fixkostendegression, Effizienzsteigerung und ein umsichtiges Kostenmanagement zurückzuführen. Im Jahr 2023 verzeichneten wir ein EBITDA von 61,7 Mio. EUR (2022: 20,6 Mio. EUR). Im Berichtszeitraum haben wir per Saldo 42,7 Mio. EUR an Einmaleffekten erfasst (2022: negative Einmaleffekte per Saldo von 12,9 Mio. EUR).
Der Material- und Dienstleistungsaufwand stieg um 29,6% auf 1.370,2 Mio. EUR (2022: 1.057,5 Mio. EUR) und umfasst im Wesentlichen Kosten für Mobilitätsdienstleistungen in Höhe von 1.191,8 Mio. EUR (2022: 892,5 Mio. EUR) und Infrastrukturkosten in Höhe von 150,9 Mio. EUR (2022: 129,9 Mio. EUR). Der Material- und Dienstleistungsaufwand in Prozent zu den Umsatzerlösen belief sich somit auf 68,5% und verbesserte sich um 0,4%-Punkte im Jahresvergleich. Der Anstieg der Material- und Dienstleistungsaufwandsquote im Geschäftsjahr 2023 ist hauptsächlich auf einen höheren Anteil der Kosten für eingekaufte Mobilitätsdienste aufgrund der unterschiedlichen regionalen Zusammensetzung zurückzuführen, während die Infrastrukturkosten im Verhältnis zum Umsatz zurückgingen. Der Personalaufwand belief sich im Jahr 2023 auf 311,3 Mio. EUR (2022: 263,1 Mio. EUR). Relativ gesehen verbesserte sich die Personalkostenquote um 1,6%-Punkte auf 15,6% der Umsatzerlöse, was die Skalierbarkeit unserer Plattform verdeutlicht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von 295,3 Mio. EUR stiegen im Vergleich zum Vorjahr (2022: 233,1 Mio. EUR) deutlich an und sind hauptsächlich auf einen Anstieg der Marketing- und Vertriebsaufwendungen von 86,8 Mio. EUR auf 119,2 Mio. EUR und gestiegene Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten von 0,4 Mio. EUR auf 13,3 Mio. EUR zurückzuführen. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen von 78,4 Mio. EUR auf 86,7 Mio. EUR. Im Vergleich zu den Umsatzerlösen stiegen die sonstigen betrieblichen Aufwendungen jedoch nur unterproportional an. Die Position Abschreibungen und Wertminderungen gingen deutlich von 116,0 Mio. EUR auf 105,7 Mio. EUR zurück. Die Entwicklung ergibt sich vornehmlich aus geringeren Abschreibungen des Anlagevermögens und immateriellen Vermögenswerte im Jahr 2023 zurückzuführen. Die Abschreibungen auf Anlagevermögen verringerten sich von 68,3 Mio. EUR auf 58,4 Mio. EUR und umfassten Abschreibungen auf eigene Busse und Busausstattung sowie Abschreibungen auf Nutzungsrechte an Zügen, Büroräumen und Terminals. Der Rückgang der Abschreibungen auf das Anlagevermögen ist hauptsächlich auf die Verkleinerung der Greyhound-Flotte zurückzuführen. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf 19,0 Mio. EUR (2022: 26,3 Mio. EUR) und beinhalten 9,8 Mio. EUR (2022: 13,0 Mio. EUR) Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte. Der Wertminderungsaufwand belief sich auf 28,3 Mio. EUR (2022: 21,4 Mio. EUR) und beinhaltete 26,3 Mio. EUR (2022: 8,4 Mio. EUR) Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts im Segment Türkei sowie 2,0 Mio. EUR (2022: 13,0 Mio. EUR) Wertminderung von Leasingverträgen als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, Nutzungsrechten und selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten. Wie im Jahr 2022 wurde die Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte durch die Hyperinflation in der Türkei und die damit verbundenen erhöhten Kapitalkosten ausgelöst. Das Nettozinsergebnis enthält einen Zinsaufwand von 49,8 Mio. EUR (2022: 34,4 Mio. EUR) sowie einen Zinsertrag von 1,5 Mio. EUR (2022: 0,9 Mio. EUR). Der Anstieg der Zinsaufwendungen wurde durch die Kapitalisierung der Zinsen des Nachrangdarlehens sowie Leasingzinsaufwendungen ausgelöst. Das sonstige Finanzergebnis beläuft sich auf einen Nettoertrag von 36,6 Mio. EUR (2022: Nettoertrag von 30,6 Mio. EUR) und besteht im Wesentlichen aus Aufwendungen aus der Währungsumrechnung in Höhe von 1,6 Mio. EUR (2022: 3,7 Mio. EUR) sowie aus einem Ertrag aus der Hyperinflationsanpassung für die Türkei in Höhe von 24,7 Mio. EUR (2022: 32,6 Mio. EUR). Der Einkommenssteueraufwand belief sich im Jahr 2023 auf 10,4 Mio. EUR (2022: 39,9 Mio. EUR). Darin enthalten sind ein laufender Steueraufwand in Höhe von 12,4 Mio. EUR (2022: 4,5 Mio. EUR) und ein latenter Steuerertrag in Höhe von 2,0 Mio. EUR (2022: latenter Steueraufwand in Höhe von 35,4 Mio. EUR), wobei sich die Differenz zu 2022 hauptsächlich aus der Ausbuchung von latenten Steueransprüchen in Deutschland und Nordamerika im Jahr 2022 ergibt. Flix erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 im Konzern einen Nettoverlust von 66,1 Mio. EUR (2022: Nettoverlust von 138,2 Mio. EUR), was eine Verbesserung von 72,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr darstellt. Das operative Geschäft entwickelte sich im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr gut; der prozentuale Nettoverlust im Verhältnis zum Umsatz verringerte sich von 9,0% auf 3,3%. Ergebnisse nach Segmenten Die zusammengefassten Segmentergebnisse für 2023 heben insbesondere die starke Performance in unserem europäischen Geschäftssegment und das starke Wachstum in Nordamerika und der Türkei hervor. Die Entwicklung der Umsatzerlöse und des bereinigten EBITDA in den Segmenten des Flix-Konzerns lässt sich wie folgt zusammenfassen:
* angepasst Im Jahr 2023 stiegen die Umsatzerlöse im Segment Europa um 46%. Diese Entwicklung spiegelte eine außergewöhnlich starke Performance im ersten Halbjahr sowie eine solide, dennoch starke Hauptreisesaison im Sommer sowie die Weihnachtszeit in den letzten beiden Quartalen des Jahres 2023 wider. Die gestiegene Leistung ist auf den Netzausbau sowie höhere Erträge und Auslastungen in nahezu allen Regionen zurückzuführen. Letztlich beliefen sich die Umsatzerlöse im europäischen Geschäftssegment auf 1.186,0 Mio. EUR. Im Geschäftssegment Türkei stiegen die Umsatzerlöse 2023 im Jahr im Vergleich zu 2022 um 15% auf 189,0 Mio. EUR. Die Leistung resultierte aus einer Erweiterung des Netzwerks in Bezug auf gefahrene Kilometer sowie einem leichten Anstieg des durchschnittlichen Ticketpreises, da die Ticketpreiserhöhung in lokaler Währung die Abwertung der türkischen Lira während des Jahres übertraf. Im Geschäftssegment Nordamerika stiegen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 11% auf 615,0 Mio. EUR. Diese Entwicklung war getrieben von der Fortsetzung des Anstiegs der Nachfrage infolge der allgemeinen Erholung im Reisesektor. Zudem sind Busreisen verhältnismäßig günstiger im Vergleich zu Alternativen wie Flugreisen. Ein verbessertes Netzwerk-Management nach der Integration von Greyhound in die Flix-Buchungsplattform im Februar 2023 trug ebenfalls zu der positiven Entwicklung bei. In Bezug auf die Profitabilität, gemessen am bereinigten EBITDA, verbesserte sich das europäische Geschäftssegment deutlich auf 165,3 Mio. EUR, von 71,4 Mio. EUR im Jahr 2023. Das war das Ergebnis einer verbesserten Bruttogewinnmarge im Einklang mit höherer Umsatzerlösen und einem Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Relation zu Umsatzerlösen. Im Segment Türkei stieg das bereinigte EBITDA auf 10,1 Mio. EUR im Jahr 2023, von 7,6 Mio. EUR im Vorjahr, da höhere Umsätze und Erträge den Effekt steigender Kosten in lokaler Währung aufgrund der Abwertung der türkischen Lira ausgleichen konnten. Im nordamerikanischen Geschäftssegment verbesserte sich das bereinigte EBITDA aufgrund unserer bewussten Kostensteuerung im Einklang mit unserer Strategie für profitables Wachstum deutlich von 3,9 Mio. EUR auf 33,3 Mio. EUR. Die folgende Tabelle zeigt das bereinigte EBITDA und EBITDA pro Segment:
Ertragslage Flix SE (Jahresabschluss) Die Gewinn- und Verlustrechnung der Flix SE folgt dem Gesamtkostenverfahren. Der Umsatz der Flix SE zeigt einen Anstieg um 226% von 57,1 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 186,2 Mio. EUR im Jahr 2023. Dieses Wachstum ist im Wesentlichen auf Erträge aus Lizenzeinnahmen von verbundenen Unternehmen in Höhe von 137,7 Mio. EUR (2022: 29,4 Mio. EUR) zurückzuführen. Darüber hinaus tragen Erlöse aus abgelaufenen Gutscheinen (2023: 23,5 Mio. EUR; 2022: 11,8 Mio. EUR) sowie Erträge aus Dienstleistungen an verbundene Unternehmen (2023: 22,4 Mio. EUR; 2022: 14,1 Mio. EUR) maßgeblich zu dem Wachstum bei. Dies ergibt sich vor allem aus dem Gesamtwachstum und den Geschäftsvolumina sowie der Profitabilität in allen Märkten. Die sonstigen betrieblichen Erträge der Flix SE stiegen leicht von 73,8 Mio. EUR auf 89,5 Mio. EUR und bestehen - wie im Vorjahr - im Wesentlichen aus Erträgen aus der Weiterberechnung von Kosten an Tochterunternehmen, wie beispielsweise Marketing- und Payment Service Provider Kosten. Der Anstieg der Konzernumlagen von 56,8 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 82,7 Mio. EUR im Jahr 2023, spiegelt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen des Unternehmens wider, die zur Verrechnung vorgesehen sind. Zudem sind die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen im Vergleich zu 2022 um 2,7 Mio. EUR höher. Auf der anderen Seite hat die Flix SE im Jahr 2023 im Gegensatz zu 2022 keine staatlichen Zuschüsse verbuchen können, was diese Effekte teilweise kompensierte. Aufgrund des weiteren Personalaufbaus und höherer Bonuszusagen ist der Personalaufwand auf 43,4 Mio. EUR (2022: 36,5 Mio. EUR) gestiegen. Im Jahresabschluss der Flix SE sind Abschreibungen und Wertminderungen in Höhe von 23,0 Mio. EUR (2022: 25,1 Mio. EUR) enthalten, wovon 10,0 Mio. EUR (2022: 10,0 Mio. EUR) auf die planmäßige Abschreibung der erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte nach HGB entfallen. Die planmäßigen Abschreibungen auf selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände im Jahresabschluss betragen 11,8 Mio. EUR (2022: 14,0 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2023 um rund 27% von 152,7 Mio. EUR auf 194,0 Mio. EUR. Der Effekt ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Marketingkosten von 41,4 Mio. EUR auf 57,8 Mio. EUR zurückzuführen. Dieser Anstieg spiegelt die Ausweitung der Geschäftsaktivitäten wider. Darüber hinaus stiegen die nicht aktivierten, sondern als Aufwand erfassten, IT- und Plattformkosten von 31,5 Mio. EUR auf 44,1 Mio. EUR sowie sonstige Kostenumlagen von verbundenen Unternehmen von 6,6 Mio. EUR auf 15,3 Mio. EUR. Der restliche Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ergibt sich aus verschiedenen höheren Kosten aufgrund des allgemein angestiegenen Geschäftsvolumens. Die Mietkosten sind von 15,1 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 6,3 Mio. EUR im Jahr 2023 aufgrund des Verbrauchs der Drohverlustrückstellung für einen Büromietvertrag zurückgegangen. Der Mietkostenrückgang und die Reduzierung der konzerninternen Unterstützungszahlungen, von 22,2 Mio. EUR auf 20,8 Mio. EUR, konnten den zuvor genannten Trend der gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen nicht vollständig kompensieren. Die Erträge aufgrund eines Gewinnabführungsvertrages betrugen im Geschäftsjahr 2023 15,2 Mio. EUR (2022: 6,2 Mio. EUR) und beinhalten die Jahresüberschüsse der FlixBus DACH GmbH und der FlixMobility TECH GmbH. Die Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von 2,5 Mio. EUR im Jahr 2023 (2022: 2,5 Mio. EUR) bestehen wie im Jahr 2022 im Wesentlichen aus Zinsen von verbundenen Unternehmen aufgrund von Darlehen und Cash-Pool-Vereinbarungen. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 15,5 Mio. EUR (2022: 50,8 Mio. EUR) betreffen im Wesentlichen die Anteile an der Göksu Seyahat ve ve Taşimacilik A.Ş. (Göksu), der Muttergesellschaft des türkischen Teilkonzerns 9,0 Mio. EUR (2022: 49,9 Mio. EUR). Der Haupteffekt aus der Abschreibung der Anteile an Göksu ist vor allem auf den starken Anstieg der Kapitalkosten und den anhaltenden Wertverlust der türkischen Lira zurückzuführen. Des Weiteren wurden die Anteile an der FlixBus Austria GmbH um 4,7 Mio. EUR auf den Eigenkapitalwert der Beteiligung reduziert und die Anteile an der FlixBus Espania S.L.U. in Höhe von 1,7 Mio. EUR komplett abgeschrieben, da eine Liberalisierung des lokalen spanischen Marktes weiterhin aussteht. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2023 um 13,6 Mio. EUR auf 40,3 Mio. EUR. Dies resultiert im Wesentlichen aus Zinsen für das Nachrangdarlehen. Die Einzelheiten zur Finanzlage sind im Abschnitt "Zusammengefasste Finanzlage" enthalten. Im Berichtszeitraum belief sich der Steueraufwand auf 1,9 Mio. EUR (2022: 21,5 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen durch die Ausbuchung aktiver latenter Steuern auf die Verlustvorträge im Jahr 2022 begründet. Der Betrag im Jahr 2023 enthält Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer für das laufende Geschäftsjahr. Der Jahresfehlbetrag der Flix SE beträgt 25,6 Mio. EUR (2022: 174,9 Mio. EUR), was eine Verbesserung um 149,3 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Die positiven Effekte aus der Steigerung der Umsatzerlöse um 129,0 Mio. EUR und der sonstigen Erträge um 15,7 Mio. EUR sowie der deutliche Rückgang der Abschreibungen auf Finanzanlagen um 35,2 Mio. EUR und des Steueraufwands im Jahr 2023 um 19,6 Mio. EUR im Vergleich zu 2022, konnte den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 41,3 Mio. EUR und der Zinsaufwendungen um 13,6 Mio. EUR überkompensieren. 2.4 Vermögens-, Schulden- und Finanzlage Die Finanzlage des Flix-Konzerns ist in der nachfolgenden verkürzten Bilanz dargestellt.
Die Bilanzsumme ging 2023 leicht zurück und belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 1.004,5 Mio. EUR (2022: 1.027,1 Mio. EUR). Langfristige Vermögenswerte blieben in der Berichtsperiode nahezu unverändert, da der Anstieg der Nutzungsrechte aufgrund neuer Mietverträge für Zugwägen, Büros und Terminals teilweise durch Wertminderungen auf Geschäfts,- oder Firmenwerte der türkischen Tochtergesellschaft ausgeglichen wurde. Kurzfristige Vermögenswerte verzeichneten im Jahr 2023 einen stärkeren Rückgang aufgrund der geringeren liquiden Mitteln nach Reduzierung der ausstehenden Bankdarlehen, was durch höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sowie sonstige Vermögenswerte aufgrund der höheren Geschäftsaktivität zum Teil ausgeglichen wurde. Die langfristigen Vermögenswerte belaufen sich auf 673,2 Mio. EUR (2022: 677,5 Mio. EUR) und stellen 67% (2022: 66%) der Bilanzsumme dar, wobei der größte Teil davon der Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 296,0 Mio. EUR (2022: 321,9 Mio. EUR) sind, sowie Sachanlagen, zu denen vor allem Busse in Höhe von 155,1 Mio. EUR (2022: 158,8 Mio. EUR) gehören, die dem Eigenbetrieb in Nordamerika und in der Türkei dienen. Der Nettobuchwert der aktivierten Nutzungsrechte beträgt zum 31. Dezember 2023 126,1 Mio. EUR (2022: 97,2 Mio. EUR) und umfasst im Wesentlichen Büroflächen, Gebäude, Busse und Züge bei verschiedenen Gesellschaften des Flix-Konzerns. In den langfristigen Vermögenswerten sind außerdem sonstige immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 62,6 Mio. EUR (2022: 67,7 Mio. EUR) enthalten. Kurzfristige Vermögenswerte reduzierten sich um 18,3Mio. EUR auf 331,3 Mio. EUR von 349,6Mio. EUR im Vorjahr. Die Vorräte sind im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen von 9,5 Mio. EUR auf 9,8 Mio. EUR und umfassen im Wesentlichen Ersatzteile, Treibstoff und sonstige Vorräte. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen handelt es sich überwiegend um Forderungen gegen Agenturen sowie gegen Payment-Service-Providern, die sich auf 41,5 Mio. EUR (2022: 21,8 Mio. EUR) belaufen. In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten in Höhe von 44,1 Mio. EUR (2022: 30,5 Mio. EUR) sind überwiegend Umsatzsteuerforderungen sowie aktivische Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. In den sonstigen finanziellen Vermögenswerten in Höhe von 94,2 Mio. EUR (2022: 104,4 Mio. EUR) sind u.a. Kautionen in Höhe von 31,7 Mio. EUR (2022: 41,9 Mio. EUR) sowie Forderungen aus staatlichen Zuschüssen in Höhe von 36,7 Mio. EUR (2022: 32,0 Mio. EUR) enthalten. Die Aktivseite der Konzernbilanz beinhaltet liquide Mittel in Höhe von 159,3 Mio. EUR (2022: 200,8 Mio. EUR) sowie den Überhang an aktiven latenten Steuern in Höhe von 12,4 Mio. EUR (2022: 10,0 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten stiegen um 50,1 Mio. EUR von 790,5 Mio. EUR im Jahr 2022 auf 840,6 Mio. EUR im Jahr 2023. Die Rückstellungen auf Konzernebene setzen sich aus lang- und kurzfristigen Rückstellungen zusammen, betreffen überwiegend potentielle Entschädigungsverpflichtungen aus Unfällen , Rechtsstreitigkeiten sowie Umweltverpflichtungen und betragen in Summe 107,1 Mio. EUR (2022: 79,9 Mio. EUR). Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen mit 10,9 Mio. EUR (2022: 12,6 Mio. EUR) beziehen sich auf Rechtsstreitigkeiten, mit 4,5 Mio. EUR (2022: 0,0 Mio. EUR) auf belastende Verträge; die sonstigen langfristigen Rückstellungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (2022: 2,0 Mio. EUR) beinhalten Rückbauverpflichtungen. Der Anstieg der Rückstellungen ist im Wesentlichen auf die Zuführung zur Entschädigungsverpflichtung für potentielle Ansprüche aus Unfällen im Segment Nordamerika begründet. Finanzverbindlichkeiten betragen 108,2 Mio. EUR (2022: 178,0 Mio. EUR) und beinhalten hauptsächlich Bankdarlehen aus der revolvierenden Kreditfazilität. Der ausstehende Betrag des Nachrangdarlehens beträgt 171,3 Mio. EUR (2022: 143,8 Mio. EUR) und stieg im Geschäftsjahr aufgrund der Kapitalisierung der Zinsen an. Mehr Informationen dazu sind im Kapitel Zusammengefasste Finanzlage enthalten. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten gegenüber Buspartnern sowie Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen und belaufen sich auf 170,5 Mio. EUR (2022: 136,5 Mio. EUR). Die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ist durch die allgemeine Steigerung des Geschäftsvolumens begründet. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten betragen 165,0 Mio. EUR (2022: 150,1 Mio. EUR) und umfassen überwiegend Leasing- und personalbezogene Verbindlichkeiten. Der Anstieg der sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ist auf die im Berichtszeitraum neu abgeschlossenen Mietverträge für Busse, Züge, Büros und Terminals zurückzuführen. Sonstige Verbindlichkeiten betragen 108,3 Mio. EUR (2022: 93,4 Mio. EUR) und beinhalten insbesondere erhaltene Anzahlungen, inklusive aus ausgestellten Gutscheinen, sowie abgegrenzte erhaltene staatliche Zuschüsse und Umsatzsteuerverbindlichkeiten. Insgesamt hat sich die Vermögensstruktur gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert. Der Anteil der langfristigen bzw. kurzfristigen Vermögenswerte betrug 67,0% (2022: 66,0%) bzw. 33,0% (2022: 34,0 %) der Bilanzsumme. Aufgrund des Nettoverlustes 2023 sank die Eigenkapitalquote von 23,0% im Jahr 2022 auf 16,3% im Jahr 2023. Vermögenslage Flix SE (Jahresabschluss) Die Vermögenslage der Flix SE ist in der nachfolgenden verkürzten Bilanz dargestellt.
Das Anlagevermögen der Flix SE beträgt 601,2 Mio. EUR (2022: 597,1 Mio. EUR), davon entfallen 539,9 Mio. EUR (2022: 525,8 Mio. EUR) auf Anteile an verbundenen Unternehmen und 37,7 Mio. EUR (2022: 47,7 Mio. EUR) auf aus Unternehmensakquisitionen resultierende Geschäfts- oder Firmenwerte. Die Veränderung der Anteile an verbundenen Unternehmen resultiert aus Kapitalerhöhungen der Muttergesellschaft im Geschäftsjahr in Höhe von 29,6 Mio. EUR sowie den Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 15,5 Mio. EUR (2022: 50,8 Mio. EUR). Die Zusammensetzung des Anlagevermögens hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich verändert. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 81,2 Mio. EUR (2022: 40,7 Mio. EUR) beinhalten insbesondere Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 57,2 Mio. EUR (2022: 14,8 Mio. EUR) und umfassen im Wesentlichen Nettoforderungen aus Lizenz,- und Unterstützungszahlungen, Salden, die aus den Ergebnisabführungsverträgen resultieren, konzerninternen Darlehen inklusive Cash-Pool Salden sowie Transaktionen aus Konzernkostenumlagen. Im Vergleich zum Vorjahresstichtag stiegen die Forderungen gegen verbundene Unternehmen aufgrund der hohen Lizenzzahlungen sowie Salden, die aus den Ergebnisabführungsverträgen resultieren 2023 deutlich an, was auch im Einklang mit der Gesamtentwicklung des Flix-Konzerns im Jahr 2023 steht. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 19,0 Mio. EUR (2022: 23,1 Mio. EUR) umfassen im Wesentlichen sonstige Forderungen gegenüber Payment-Service-Providern. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist im Vergleich zu 2022 um 6,9 Mio. EUR gestiegen, was auf abgegrenzte Zinsaufwendungen im Zusammenhang mit dem Nachrangdarlehen zurückzuführen ist. 2023 weist die Flix SE aufgrund laufender Körperschaftsteuer- sowie Gewerbesteuerverpflichtungen Steuerrückstellungen in Höhe von 1,8 Mio. EUR aus (2022: - Mio. EUR). Die sonstigen Rückstellungen liegen mit 21,5 Mio. EUR auf Vorjahresniveau (2022: 24,6 Mio. EUR) und umfassen im Wesentlichen Personalrückstellungen, Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, für ausstehende Rechnungen sowie für drohende Verluste aus Mietverträgen für Büroräumlichkeiten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verringerten sich im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 57,7 Mio. EUR von 150,3 Mio. EUR auf 92,6 Mio. EUR aufgrund der Netto-Tilgung der mit dem Bankkonsortium vereinbarten revolvierenden Kreditfazilität. Die Erhaltenen Anzahlungen betragen 43,5 Mio. EUR (2022: 47,3 Mio. EUR) und beinhalten unter anderem noch nicht eingelöste Gutscheine. Die sonstigen Verbindlichkeiten stiegen im Berichtsjahr 2023 um 28,6 Mio. EUR von 158,4 Mio. EUR auf 187,0 Mio. EUR und umfassen im Wesentlichen das Nachrangdarlehen sowie kapitalisierter Zinsen. Zusammengefasste Finanzlage Sowohl die Muttergesellschaft als auch der Konzern sind durch Eigen- und Fremdkapital finanziert. Für die interne Finanzierung hat der Flix-Konzern 2022 ein Cash-Pool in der DACH-Region aufgesetzt (einen internen Finanzausgleich). Das Cash-Pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften des Konzerns zur internen Finanzierung. Dadurch wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Durch die verfügbaren Finanzmittel für den Flix-Konzern und den positiven operativen Cashflow waren keine Eigenkapitalmaßnahmen im Geschäftsjahr 2023 notwendig. Auf der Fremdkapitalseite blieb die mit dem Bankkonsortium revolvierenden Kreditfazilität (RCF) von 299,3 Mio. EUR und einer Laufzeit bis April 2025 unverändert im Vergleich zu dem Vorjahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beträgt der ausstehende Darlehensbestand der Flix SE 92,6 Mio. EUR (2022: 150,3 Mio. EUR), der ausstehende Darlehensbestand des Konzerns beträgt 108,2 Mio. EUR (2022: 178,0 Mio. EUR). Die Flix SE verfügt auch über gewährte und ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 176,4 Mio. EUR (2022: 175,2 Mio. EUR) bei diversen Banken, auf die sie immer zugreifen kann, um ausreichend Liquidität für die Gesellschaft und im Konzern sicherzustellen. Der Konzern verfügt darüber hinaus über 2,0 Mio. EUR (2022: 5,0 Mio. EUR) Kreditlinien für die türkischen Gesellschaften. Die Vertragsbedingungen der Kreditlinie des Bankkonsortiums der Flix SE sehen eine Mindesthöhe für eigenkapitalähnliche Posten und Liquidität vor, welche quartalsweise überprüft werden. 2023 wurden alle Covenants eingehalten und diese werden auch künftig gemäß Planung des Konzerns eingehalten werden können. Der Vorstand des Flix-Konzerns unternimmt alle erforderlichen Maßnahmen zur Stärkung der Eigenkapitalposition, um stets den kreditvertraglichen Bedingungen gerecht zu werden. Der Effektivzinssatz der verzinslichen nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten lag in einer Bandbreite von 8,4 % bis 58,7 % (2022: von 1,4 % bis 20,7 %). Die große Bandbreite erklärt sich durch Darlehen in lokaler Währung in der hyperinflationären Wirtschaft und dem Hochzinsumfeld der Türkei. Die Restlaufzeiten der Bankdarlehen im Flix-Konzern liegen zwischen 2 Monaten und 3 Jahren zum 31. Dezember 2023. Die liquiden Mittel der Flix SE bzw. des Flix-Konzerns betragen zum 31. Dezember 2023 39,2 Mio. EUR (2022: 51,4 Mio. EUR) bzw. 159,3 Mio. EUR (2022: 200,8 Mio. EUR), wobei 2 Mio. EUR (2022: 5 Mio. EUR) aufgrund der für die Fremdfinanzierung der türkischen Gesellschaft hinterlegten Barsicherheit bei der Bank in der Türkei verfügungsbeschränkt sind. Am Ende des Geschäftsjahres befindet sich der Flix-Konzern in einer starken Liquiditätssituation, um seine laufenden Verpflichtungen durch operative Zahlungsströme und erhaltene Erlöse bei Fälligkeit finanzieller Vermögenswerte erfüllen zu können.
Im Jahr 2023 erwirtschaftete der Flix-Konzern einen positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit in Höhe von 112,9 Mio. EUR (2022: 77,6 Mio. EUR). Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit belief sich auf 26,1 Mio. EUR (2022: 31,8 Mio. EUR) und verteilt sich auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Zahlungen im Zusammenhang mit vergangenen Unternehmenserwerben. Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf 126,9 Mio. EUR (2022: 37,0 Mio. EUR) und betrifft im Wesentlichen Mittelzuflüsse aus der Aufnahme von Finanzmitteln in Höhe von 115,3 Mio. EUR (2022: 76,1 Mio. EUR), Mittelabflüsse für die Rückzahlung der Kreditlinie in Höhe von 181,0 Mio. EUR (2022: 59,0 Mio. EUR) und die Tilgung von Leasingverträgen 36,7 Mio. EUR (2022: 36,1 Mio. EUR). Der Freie Cashflow betrug 2023 38,1 Mio. EUR (2022: 19,1 Mio. EUR), wobei der Anstieg hauptsächlich aus dem höheren betrieblichen Cashflow resultiert, der teilweise durch höhere Investitionen ausgeglichen wurde. Eine Herleitung des Freien Cashflows aus der Konzern-Kapitalflussrechnung ist in der folgenden Tabelle zu sehen.
2.5 Gesamtaussage Der Vorstand sieht die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 als sehr erfolgreich an. Der Flix-Konzern steigerte die Umsatzerlöse deutlich und gewann weitere Marktanteile hinzu. Das starke Wachstum wurde insbesondere durch einen anhaltenden Zustrom neuer Passagiere unterstützt, die sich für preisgünstigere und nachhaltigere Reisealternativen im Vergleich zu Flug- oder Individualreisen mit dem PKW entschieden. Flix konzentrierte sich auf Wachstumschancen, tätigte erhebliche strategische Investitionen und blieb dabei, gemessen am bereinigten EBITDA, profitabel. Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich, was auf die gezielte Umsetzung unserer profitablen Wachstumsstrategie zurückzuführen ist, die die operative Hebelwirkung im gesamten globalen Netzwerk steigerte und gleichzeitig weiterhin in die Kundenakquise und -bindung investierte. Die angehobenen Jahresziele des Unternehmens wurden im Jahr 2023 erreicht. In seinem Lagebericht 2022 erwartete Flix für das Geschäftsjahr 2023 ein Wachstum der Umsatzerlöse von mindestens 20 % gegenüber 2022 und ein deutlich verbessertes bereinigtes EBITDA. Nach einem außergewöhnlich starken und profitablen Wachstum im ersten Halbjahr 2023, revidierte Flix seine Prognose für das Gesamtjahr bei der Bekanntgabe der Halbjahresergebnisse 2023 am 21. September 2023. Auch diese geänderte Prognose für ein Umsatzerlöswachstum von mindestens 25 % gegenüber 2022 wurde übertroffen. Die Prognose einer bereinigten EBITDA-Marge im Bereich eines niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereichs gemessen am Umsatz wurde erreicht. Die Liquidität des Konzerns wurde durch den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit sowie durch die Nutzung bestehender Finanzierungsquellen, wie RCF und Nachrangdarlehen, gewährleistet. Der Vorstand ist davon überzeugt, dass der Flix-Konzern durch verschiedene implementierte Kosteneinsparungsmaßnahmen die Umsatzerlöse und die Profitabilität (gemessen am bereinigten EBITDA) des Konzerns weiter steigern und seine Position im Fernverkehrsgeschäft in allen Märkten behaupten sowie weiter ausbauen wird. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem restriktivere Einstellungsrichtlinien und die Vermeidung von Geschäftsreisetätigkeiten und anderer Ausgaben sowie weitere Optimierungen des operativen Geschäfts.
10
https://www.imf.org/en/Publications/WEO/Issues/2024/01/30/world-economic-outlook-update-january-2024.
3. RisikoberichtIm Jahr 2023 setzte der Flix-Konzern das im Jahr 2022 eingeführte Global Enterprise Risk Management mit anhaltendem Engagement fort. Durch permanentes Veranschaulichen und geringfügige Überarbeitung der generellen Methodik stellte die Organisation einen konsistenten Ansatz für die Zukunft sicher. Durch die Beibehaltung des Schwerpunktes der Überprüfung des Risikoprofils, der proaktiven Identifizierung neuer Risiken sowie der gezielten Umsetzung von Maßnahmen zur Risikominderung hat der Flix-Konzern ihr kontinuierliches Engagement für ein integriertes und kontinuierliches globales Risikomanagement unter Beweis gestellt, bei dem die Risiken durch einen umfassenden Bottom-up-Ansatz abgeleitet werden, um das Risikoprofil des Vorjahres zu hinterfragen. Die im Folgenden dargestellten Risiken basieren auf den Ergebnissen des globalen Risikomanagementprozesses. Risikomanagement und Internes Kontrollsystem (IKS) Als Teil des Risikomanagementsystems hat der Flix-Konzern außerdem sein bestehendes internes Kontrollsystem (IKS) standardisiert. Es soll sicherstellen, dass die Buchführung und die Finanzberichterstattung einschließlich ihrer IT-Systeme den geltenden Rechnungslegungsgrundsätzen entsprechen und dass die Jahresabschlüsse sowie Konzernabschlüsse ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermitteln. Das IKS wurde auf der Grundlage des international anerkannten COSO II 12 -Rahmenwerks für interne Kontrollsysteme entwickelt. Es wurde weltweit nach einem risikobasierten Ansatz eingeführt und wird kontinuierlich aktualisiert und verbessert. Es ist ein fester Bestandteil der Finanz- und Rechnungslegungsprozesse. Parallel zum RMS und IKS wurde aufgrund spezifischer Vorschriften und Anforderungen im Steuerbereich ein Tax Compliance Management System (Tax CMS) aufgebaut und separat implementiert. Zu diesem Zweck wurden steuerbezogene Risikokontrollmatrizen entwickelt. Hauptziel des Tax CMS ist die Vermeidung von systematischen Fehlern durch risikomindernde Maßnahmen und Kontrollen, wie z.B. das Vier-Augen-Prinzip, konzernweite Steuerrichtlinien oder Checklisten. Darüber hinaus dient das Tax CMS der frühzeitigen Erkennung möglicher steuerlicher Risiken sowie der Sicherstellung der Tax Compliance. Die wichtigsten Grundsätze des Tax CMS sind:
Das Tax CMS wird überwacht und laufend aktualisiert. Ab dem Jahr 2023 erhält der Aufsichtsrat regelmäßig Berichte über die Fortschritte und relevanten Erkenntnisse in Bezug auf das IKS und überwacht die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems und des internen Kontrollsystems zusammen mit der internen Revision und externen Prüfern. Zusammen mit dem IKS und dem Risikomanagement wurde im Jahr 2022 eine interne Revision eingerichtet, die dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Geschäftsleitung eine unabhängige Einschätzung der Qualität und Wirksamkeit der internen Kontrolle, des (aktuellen oder künftigen) Risikomanagements und der Governance-Prozesse und -Systeme geben und so dazu beitragen soll, den Wert, die Solvenz und den Ruf des Unternehmens zu schützen. Zu diesem Zweck evaluiert die interne Revision:
Der Risikomanagementprozess Der globale Risikomanagementprozess im Flix-Konzern ist in die Prozesslandschaft des Konzerns integriert. Er orientiert sich am COSO II Rahmenwerk und umfasst die folgenden Schritte:
Die einzelnen Schritte des Risikomanagementprozesses sind miteinander verknüpft. Sie sind als kontinuierlicher Kreislauf angelegt, der allen an den Risikomanagement-Aktivitäten beteiligten Funktionen zeitnahes Feedback liefert. 1. Zielsetzung: Bevor das Management Risiken identifizieren kann, die die Zielerreichung beeinträchtigen, müssen Ziele vorhanden sein. Bei Flix werden die Geschäftsziele durch die konzernweite Strategie und die Unternehmensplanung definiert. Sie dienen als Grundlage für die Ermittlung von Risiken, die sich negativ auf die allgemeinen Geschäftsziele auswirken können. 2. Risikoermittlung: Zu Beginn des Risikomanagementprozesses ist eine systematische Risikoidentifizierung durch die Risikoinhaber erforderlich. Die Risikoidentifikation wird im Rahmen des regulären Prozesses halbjährlich oder nach Bedarf durchgeführt. Ziel ist es, alle aktuellen und zukünftigen Risiken, die einen negativen Einfluss auf die Ziele von Flix haben könnten, unabhängig von bereits bestehenden Maßnahmen zur Risikobewältigung, strukturiert und frühzeitig zu erfassen und zu dokumentieren, um entsprechend reagieren zu können. Bei der Identifizierung gilt der Grundsatz der Wesentlichkeit, d.h. es sollten nur Risiken berücksichtigt werden, die über die normale Varianz der geplanten Geschäftsaktivitäten hinausgehen. 3. Risikobeurteilung: Für ein wirksames und effizientes Risikomanagement ist es notwendig, jedes Risiko einzeln zu verstehen und zu bewerten und die wahrscheinlichen Abhängigkeiten zwischen den identifizierten Risiken zu beurteilen. Die Bewertung wird vom globalen Risikomanagement vorangetrieben und vom Risikoverantwortlichen und, falls vorhanden, in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Leiter des Tochterunternehmens/Abteilung durchgeführt und dient dazu, die Aufmerksamkeit und die Ressourcen des Managements auf wichtige Angelegenheiten zu konzentrieren (z. B. Pläne zur Risikominderung, Kontrollmaßnahmen). Grundsätzlich werden alle Risiken auf einer Brutto- (d.h. vor Berücksichtigung von Gegenmaßnahmen) und einer Nettoperspektive (d.h. verbleibende Risiken nach bestehenden und Gegenmaßnahmen) bewertet, um die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen darzustellen. 4. Risikoreaktionen: Auf der Grundlage der Risikobewertung legen die Risikoinhaber geeignete Maßnahmen zur Risikobewältigung fest und setzen diese um. Die Risikobewältigung zielt darauf ab, die Wahrscheinlichkeit oder die Auswirkungen der ermittelten und bewerteten Risiken auf ein tolerierbares Niveau zu bringen. Die Risikoverantwortlichen müssen sicherstellen, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich geeignete Maßnahmen zur Risikominderung entwickelt und umgesetzt werden. 5. Kontrollaktivitäten: Risiken und Maßnahmen zur Risikominderung sind im Laufe der Zeit Veränderungen unterworfen. Ehemals akzeptable Risiken können kritisch werden, neue Risiken können entstehen und Maßnahmen zur Risikominderung müssen möglicherweise angepasst werden. Daher werden laufend Kontrollmaßnahmen durchgeführt, um eine kontinuierliche Anwendung des Risikomanagementprozesses von Flix zu gewährleisten. Das Risikomanagementsystem ist auch eng mit dem internen Kontrollsystem von Flix verbunden. 6. Risiko Bericht: Die Risikoberichterstattung zielt darauf ab, dem verantwortlichen Management auf jeder Organisationsebene wichtige Informationen über die Risikoexposition von Flix und die Maßnahmen zur Risikobewältigung zur Verfügung zu stellen. Die Risikoberichterstattung erfolgt halbjährlich als Ergebnis der Aktualisierung des Risikouniversums. Zuständigkeiten und Aufgaben
Die Methodik und das Rahmenwerk Die systematische Risikobewertung bestimmt die Auswirkungen und die Eintrittswahrscheinlichkeit der identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der kurzfristigen (bis zu einem Jahr) und der langfristigen (ein bis fünf Jahre) Perspektive. Das Bewertungssystem des Flix-Konzerns verwendet jeweils fünf Kategorien, um die möglichen Auswirkungen und die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Risikos zu bewerten. Die Auswirkung wird anhand der Auswirkung auf das EBITDA oder, falls dies nicht möglich ist, anhand qualitativer Faktoren wie der Reputationsschäden oder einer strategischen Auswirkung gemessen. Die endgültige Risikoeinstufung erfolgt daher in fünf Kategorien von "gering", "mittel", "hoch" über "sehr hoch" bis "bedeutend". Die Bewertung der Risiken wird für den Basisfall vorgenommen. Er stellt den Schaden dar, der am wahrscheinlichsten eintreten wird. Die Bewertung des Basisfalls wird sowohl auf Brutto- als auch Nettobasis (nach Maßnahmen) durchgeführt. Dieses Verfahren unterstützt eine frühzeitige Erkennung von existenzbedrohenden Risiken innerhalb des gesamten Flix-Konzerns. Mitte 2023 wurden die Klassen für die Bewertung der Auswirkung gezielt an das Risikoprofil des Unternehmens angepasst. Diese Anpassung spiegelt ein tiefgreifendes Verständnis der internen und externen Dynamiken wider, welche sich auf den Flix-Konzern auswirken können. Der maßgeschneiderte Ansatz trägt dazu bei, dass die Risikobewertung in hohem Maße kontextualisiert und an den strategischen Zielen des Konzerns ausgerichtet ist, was ein effektiveres Management neu auftretender Chancen und Risiken sowie ein nachhaltigeres Wachstum ermöglicht. Darüber hinaus hat Flix im Jahr 2023 den Fokus auf das Thema Risikoaggregation gelegt, was zusammen mit der Anpassung unserer Klassifizierung für die Auswirkung dazu führt, dass ein detaillierter Vergleich des Risikoprofils gegenüber 2022 auf Risikoebene in den meisten Fällen nicht möglich ist. Auf eine Gegenüberstellung der Risiken im Vergleich zu 2022 wird daher weitgehend verzichtet. Die Risikomatrix der Flix Group Als Ergebnis der Methodik wurde die folgende Bewertungsmatrix entwickelt, um alle Risiken im Risikouniversum des Flix-Konzerns (immer auf Nettobasis gemessen) richtig zu klassifizieren:
Für den Fall, dass ein Risiko nicht quantitativ nach den in der Matrix vorgegebenen Kategorien gemessen werden kann, hat Flix eine qualitative Bewertungstabelle in die Risikorichtlinie integriert, die hilft, die Risiken entsprechend einzuordnen. In dieser Bewertungstabelle werden qualitative Faktoren wie strategische Auswirkung, Auswirkungen auf den Ruf des Unternehmens, Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften, Auswirkungen auf die Gesundheit von Mitarbeitern oder Kunden sowie Umweltauswirkungen auf die obenstehende Matrix übergeleitet, um eine einheitliche Bewertung zu ermöglichen. Risikoprofil Um die Offenlegung der Risiken zu verbessern, hat das Risikomanagement Team, welches für die Koordination und das Management aller Risiken im Unternehmen zuständig ist, die Risiken in 9 Cluster unterteilt.
Die folgenden Risiken könnten einzeln oder zusammen mit anderen Risiken und Ungewissheiten, die dem Vorstand derzeit nicht bekannt sind oder die er derzeit als vernachlässigbar erachtet, erhebliche negative Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Flix-Konzerns haben. Im folgenden Abschnitt werden für jedes Cluster die Risiken erläutert, die erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben könnten. Wesentliche oder andere ausgewählte Einzelrisiken werden mit einer detaillierteren Beschreibung inklusive Risikobewertung und Segmentzuordnung dargestellt. 1. IT-, Cyber- und Datensicherheit Dieses Cluster zeigt Risiken im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit und Sicherheit der IT-Plattform und wesentlicher Technologien des Flix-Konzerns. Als Reisetechnologieunternehmen ist Flix in hohem Maße von einer ordnungsgemäß funktionierenden Buchungsplattform für unsere Kunden abhängig. Im Falle eines Ausfalls des Buchungssystems oder des Auftretens technischer Schwierigkeiten könnte der Ticketverkauf vorübergehend aussetzen, was sich negativ auf den Umsatz auswirken könnte. Darüber hinaus könnten auch unsere operativen IT-Systeme durch einen Vorfall negativ beeinflusst werden. Die hohe Abhängigkeit von der IT-Infrastruktur der Buchungsplattform sowie aller operativen Systeme und der Systeme für die Finanzberichterstattung birgt ein Risiko für Cyberangriffe: Durch immer gezieltere und häufigere Cyberangriffe könnten Cybersicherheitsinfrastruktur und/oder die Schutzmaßnahmen des Konzerns überwunden werden, was zu finanziellen Verlusten, Datenschutz- und Reputationsschäden führen könnte. Flix reagiert darauf mit einer rechtzeitigen Überprüfung aller Schwachstellen und hat sogar eine eigene IT-Sicherheitsabteilung eingerichtet, um Cyber-Attacken präventiv zu begegnen. Diese IT-Sicherheitsabteilung arbeitet an der ordnungsgemäßen Umsetzung eines ISMS (Information Security Management System), welches sich an den Grundsätzen der ISO-Norm 27001 orientiert. Die frühzeitige Erkennung, Eindämmung und Verhinderung von Cyberangriffen bleibt für den Konzern eine Priorität, um die Geschäftsfortführung sicherzustellen, sensible Daten zu schützen und das Kundenvertrauen zu wahren. [HOCH/Global] Datenverlust/-diebstahl Phishing, interne Verstöße, Mitarbeiterbetrug und Softwareschwachstellen können zu Datenverstößen mit potenziellem Datenverlust und rechtlichen Konsequenzen führen Nichtverfügbarkeit von Online-Vertriebskanälen Durch Cyberangriffe besteht die Gefahr, dass der Online-Verkauf gefährdet wird, was zu Reputationsschäden und Umsatzeinbußen führt Skalierbarkeitsprobleme im Zusammenhang mit der wachsenden Nachfrage nach digitalen Diensten Eine unzureichende Skalierbarkeit des IT-Systems birgt das Risiko von Serviceunterbrechungen, langsamen Reaktionszeiten und einer schlechten Benutzererfahrung, was zu Unzufriedenheit der Kunden und verpassten Chancen führt Richtlinienverstöße Die Nichteinhaltung von Vorschriften durch Mitarbeiter, Verstöße gegen Richtlinien und die Offenlegung sensibler Daten können zu Datenverlust und rechtlichen Konsequenzen führen
In unserem Segment Nordamerika verbleibt nach der erfolgreichen Umstellung von Greyhound auf die Flix-Platform noch ein Risiko, dass die vollständige Integration der IT Systeme nicht abgeschlossen werden könnte. Dieses Risiko beinhaltet potentielle Umsatzverluste, Unterbrechungen des Betriebs sowie der Berichterstattung von Greyhound aufgrund unzureichender Middleware-Integration in die IT-Systemlandschaft von Flix. Um dieses Risiko zu abzuschwächen, ist die Vereinheitlichung der Systeme um die Probleme mit den Greyhound-Altsystemen zu erkennen bereits geplant. Auch wenn gewisse Auswirkungen zu erwarten sind, wird das Risiko derzeit als moderat eingestuft. 2. Sicherheit, Schutz und Betriebsablauf Dieses Risikocluster umfasst Bedrohungen für die Sicherheit und den Betrieb in unserer Branche, wie z.B. der Umgang mit Zwischenfällen, die Sicherheit der Passagiere und Ereignisse höherer Gewalt. Unsere fortlaufende Expansion geht mit der Inbetriebnahme neuer Linien und der Zusammenarbeit mit neuen Buspartnern einher. Daraus kann sich das Risiko ergeben, das Qualitätsniveau und die Weiterempfehlungsrate nicht halten zu können. Auch ein möglicher Unfall eines Busses unserer Flotte könnte dem Image des Unternehmens schaden und damit Buchungen und Umsätze für den gesamten Konzern verringern. Dank des umfassenden Sicherheitskonzepts des Konzerns liegt die Zahl der schweren Unfälle absolut gesehen sehr gering. Angesichts potentieller negativer Folgen für das Image und den Geschäftserfolg des Unternehmens, genießt das Störfallmanagement in unserem Unternehmen eine hohe Priorität. Das globale Gesamtrisiko für Verkehrsunfälle wurde als niedrig eingestuft, mit Ausnahme des nordamerikanischen Marktes, der im Vergleich zu anderen Marktsegmenten ein ausgeprägteres Risikopotenzial aufweist. Die Risikobewertung, die sich aus dem Zusammenspiel von Wahrscheinlichkeit und Auswirkung ergibt, wird in beiden Dimensionen erheblich durch die besonders prozessfreudige Rechtslandschaft in den USA beeinflusst. Folglich wurde der endgültigen Bewertung eine hohe Risikobewertung zugewiesen, die die inhärente Komplexität und die erhöhten Risikofaktoren widerspiegelt, die mit dieser Region aus rechtlicher Sicht verbunden sind. Der Konzern ist bestrebt, hohe Sicherheitsstandards aufrechtzuerhalten, Vorfälle umgehend zu bearbeiten, um den guten Ruf zu wahren, und globale Risiken stets und genau zu beobachten, um rechtzeitig Korrektur- und Präventivmaßnahmen zu ergreifen. Die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens hat Priorität, wobei die Qualität der Dienstleistungen, die Sicherheit und die Anpassung an die sich verändernde Dynamik des globalen Umfelds stets im Mittelpunkt stehen. [HOCH / Nordamerika] Verkehrsunfälle Allgemeines Verkehrsunfallrisiko für das Segment Nordamerika
Darüber hinaus existieren auch potentielle Risiken im Zusammenhang mit unserem Zuggeschäft. Hohe Sicherheitsstandards und die zeitnahe Aufklärung von potentiellen Unfällen, sind für den Flix-Konzern wichtige Maßnahmen, um unseren Ruf und das Wohlbefinden unserer Kunden zu bewahren. Diesen betrieblichen Risiken im Zuggeschäft begegnet die Flix-Gruppe mit soliden Sicherheitsmaßnahmen und Wartungsprozessen einschließlich Schulungen des Personals um Zugunfälle zu vermeiden. Wir konzentrieren uns auf proaktive Maßnahmen wie vorausschauende Wettervorhersagen, die uns helfen Zugausfälle aufgrund von z.B. Überhitzung zu minimieren und wir führen Streckenkompatibilitätsanalysen durch, um Probleme mit der Infrastruktur zu vermeiden um so die Sicherheit der Fahrgäste und den Betriebsablauf zu gewährleisten. Wie in den vergangenen Jahren bestehen weltweit Risiken durch die Übertragung von Infektionen vom Tier auf den Menschen, von Mensch zu Mensch und auf anderen Wegen, durch Epidemien, Pandemien oder andere Ausbreitungsmuster wie Bioterrorismus, die die Gefahr hoher Krankheitsraten in verschiedenen Ländern, Regionen oder sogar Kontinenten mit sich bringen. Die Covid-19 Pandemie hat gezeigt, wie anfällig die Reise- und Mobilitätsbranche mit Blick solche Ereignisse ist. Auch wenn sich die Lage im Jahr 2023 weiter stabilisiert hat, ist eine ständige Überwachung der Informationen aus verschiedenen Quellen weiterhin unerlässlich, da das Risiko plötzlicher Veränderungen und schwerwiegenderer wirtschaftlicher Auswirkungen als derzeit angenommen besteht. Insgesamt wurde das Pandemierisiko im Jahr 2023 als niedrig eingestuft. Naturkatastrophen wie Erdbeben (z.B. 2023 in der Türkei) oder Wirbelstürme/Blizzards (im Segment Nordamerika) bergen auch für Flix ein gewisses Risiko, da wir auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen sind. Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit und unserer internen Bewertung wird das Risiko für diese Ereignisse jedoch als mittel eingestuft. 3. Mitarbeiter Dieses Risikocluster befasst sich mit Risiken, die mit der Akquise, Einstellung und Bindung sowie Nachfolgeplanung von Talenten verbunden sind und unterstreicht die Bedeutung eines effektiven Humankapitalmanagements, um die Widerstandsfähigkeit und den Erfolg eines Unternehmens sicherzustellen. Qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen, einzustellen und zu halten, ist für unsere Strategie von entscheidender Bedeutung. In einigen Märkten kann der demografische Wandel jedoch zu einer Verknappung des Angebots führen. Ein weiteres Risiko ist der starke Wettbewerb auf den Arbeitsmärkten, der zu einer höheren Fluktuation als üblich führen könnte. Um die damit verbundenen Risiken im heutigen Arbeitsumfeld zu minimieren, hat Flix einen strategischen Personalmanagementansatz gewählt, der sich auf die Schaffung eines attraktiven Arbeitsumfelds konzentriert. Dazu gehören eine globale Einstellungsstrategie mit einem starken Arbeitgeber-Branding sowie Entwicklungsmöglichkeiten in Kombination mit attraktiven Vergütungsmodellen und flexiblen Arbeitsmodellen. Risiken, die für Flix besonders hervorzuheben sind, sind der weltweite Fahrermangel sowie den Verlust von Know-how durch Fluktuation, insbesondere in Deutschland. Darüber hinaus bestehen Herausforderungen, ausreichend Mechaniker im Nordamerika-Segment zu rekrutieren. Flix ist bestrebt, gezielte Personalmanagementpraktiken umzusetzen und innovative Lösungen anzubieten, um dem Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt zu begegnen und die Geschäftskontinuität sicherzustellen. Die klare Identifizierung und aktive Bewältigung dieser Herausforderungen sind entscheidend für den Erfolg und die Widerstandsfähigkeit des Flix-Konzerns. [HOCH / Global] Fahrermangel Die Zahl der Fahrer für die Erbringung von Dienstleistungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen; Dieser Trend wurde durch die Covid-19 Pandemie noch verstärkt
[HOCH / Nordamerika] Arbeitskräftemangel bei Fahrern und Mechanikern Die Zahl der Fahrer für die Erbringung von Dienstleistungen ist in den letzten Jahren zurückgegangen und qualifizierte Mechaniker sind auf dem US-amerikanischen Arbeitsmarkt schwer zu finden
4. Regulatorisches Umfeld und Gesetzgebung Dieses Risikocluster analysiert die Bedrohungen im Zusammenhang mit der Einhaltung von Betrugsstrafrecht und gesetzlichen Vorschriften durch den Flix-Konzern, insbesondere in Anbetracht des komplexen Regulierungsrahmens dem Flix unterliegt, da der Konzern in unterschiedlichen Ländern und Regionen mit unterschiedlichen Gesetzgebungen aktiv ist. Aus diesem Grund sind oft lokale Anpassungen erforderlich, um diesen Gesetzen und Vorschriften in jedem Land, in dem wir tätig sind, gerecht zu werden. Um diese gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, können weitere Kosten anfallen (z.B. Entwicklungskosten für die Anpassung der Plattform). Der Flix-Konzern ist sich potenzieller Risiken durch Änderungen der Verbraucherschutzgesetze bewusst. Eine Änderung der Rechtslandschaft könnte zum Verbot von Online-Servicegebühren führen und sich auf die Ertrags- und Finanzlage auswirken. Um diesem potentiellen Problem entgegenzuwirken, verpflichtet sich der Konzern, die rechtlichen Entwicklungen kontinuierlich zu überwachen. Hierfür arbeitet der Konzern eng mit Regulierungsbehörden zusammen. Um potentiellen illegalen Gebührenerhebungen vorzubeugen, wurde ein internes Kontrollsystem implementiert. Diese proaktive Haltung zielt darauf ab, die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen zu gewährleisten, um dadurch das Image des Unternehmens und potenziellen finanziellen Risiken im Zusammenhang mit rechtlichen Hürden weltweit vorzubeugen. Darüber hinaus erkennt Flix die Wichtigkeit an, sich einer verändernden Datenschutzlandschaft anzupassen, wobei diese vorübergehende Einschränkungen in der Qualität der Messbarkeit getätigter Marketinginvestitionen einhergehen kann. Das Unternehmen ordnet diesem gegenwärtig jedoch nur ein mittleres Risiko bei. Durch die kontinuierliche Anpassung an die sich ändernden datenschutzrechtlichen Vorgaben, wird die Sicherstellung eines widerstandsfähigen Geschäftsmodells gewährleistet. [HOCH/Global] Verbraucherschutz/gesetzliche Blockade (Verbot Servicegebühr) - (nicht USA/UK) Eine Änderung der Rechtslage könnte dazu führen, dass die Servicegebühr online in relevanten Märkten nicht mehr erhoben wird; darüber hinaus könnten bei rechtswidriger Gebührenerhebung Strafen anfallen
Neben der Bewältigung potenzieller rechtlicher Hindernisse in den Ländern, in denen Flix tätig ist, erkennt der Flix-Konzern auch neue Herausforderungen im Zusammenhang mit Umweltvorschriften. Das in verschiedenen Ländern diskutierte drohende Verbot von Dieselfahrzeugen könnte sich negativ auf die Ertrags- und Finanzlage der Partnerunternehmen und damit des Flix-Konzerns auswirken, da für Fahrten überwiegend Dieselfahrzeuge eingesetzt werden. Dies ist aber nicht nur für Deutschland relevant, da immer mehr unserer operativen Länder, insbesondere in der Europäischen Union, einen stärkeren Fokus auf Umweltmaßnahmen legen. Der Flix-Konzern begegnet dem durch den Einsatz moderner EURO 6 Fahrzeuge in Europa, die laut Umweltbundesamt die beste Umweltbilanz aller Fernverkehrsmittel aufweisen. Darüber hinaus hat Flix eine Strategie zur Umstellung der Flotte entwickelt, um für künftige Änderungen im regulatorischen Umfeld gerüstet zu sein und in Europa bis zum Jahr 2040 vollständig emissionsfrei unterwegs zu sein. Auf vielen Strecken betreiben Flix und seine Buspartner bereits Linienverkehre mit nicht-dieselgetriebenen Bussen, um den CO 2 -Fußabdruck weiter zu reduzieren, z.B. Biogas-Busse zwischen Brüssel und Amsterdam oder Biokraftstoff-Busse in Frankreich. Damit unterstreicht Flix sein stetiges Engagement für den Umweltschutz, unter anderem durch die Einbindung von Interessengruppen auf lokaler, Bundes- und EU-Ebene. Dies bietet Gelegenheit die Vorteile, welche sich durch eine emissionsarme Busflotte bieten, hervorzuheben. Vor dem Hintergrund sich wandelnder gesetzlicher Rahmenbedingungen dient dieser globale Ansatz nicht nur als Zielvorgabe, um potenziellen Risiken entgegenzuwirken, sondern unterstreicht auch die Widerstandsfähigkeit des Konzerns, in dem sie die kontinuierliche Verbindung von operativem Erfolg und starker ökologischer Verantwortung unterstützt. [MITTEL/Global] Beschränkungen für dieselbetriebene Busse in umweltfreundlichen Städten/Ländern Staatliche Beschränkungen für dieselbetriebene Busse bei der Einfahrt in Städte/Stadtzentren oder sogar in Länder
Ein zusätzlicher Risikofaktor besteht in subventionierten Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr, die in einigen unserer Betreiberländer eingeführt werden oder werden sollen und die für uns ein mittleres Risiko bergen, falls wir nicht in die Konzepte einbezogen werden. [MITTEL/ Segment Europa] Subventionierte & "Flatrate"-Tickets Ähnlich wie das "Deutschlandticket" in Deutschland haben andere europäische Regierungen staatlich subventionierte Fahrkarten für den öffentlichen Nahverkehr eingeführt oder planen dies. Das deutsche Beispiel könnte ein "Best Practice" für andere EU-Mitgliedstaaten sein
Auch dieses oben dargestellte Risiko ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, da solch subventionierte Programme einen nicht zu unterschätzenden Kostenfaktor für die öffentliche Hand darstellen können. Angesichts der aktuell herrschenden Haushaltsbeschränkungen seitens der öffentlichen Hand reduzierte sich aus unserer Sicht die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Erhöhung dieser Subventionen. Das nordamerikanische Risikoprofil ist in hohem Maße durch das allgemeine prozessuale Umfeld in den USA beeinflusst, da im Falle eines Rechtsstreits dem Kläger oft hohe Summen zugesprochen werden. Die Aufmerksamkeit besteht hier vor allem in der Bearbeitung möglicher Ansprüche ehemaliger Interline-Partner gegenüber Greyhound. Darüber hinaus ist sich Flix der Möglichkeit bewusst, dass ein Richter oder eine Gruppe Geschworene Flix die Verantwortung für die Handlungen der Partner zuweisen könnte. Um dieses Risiko, das eher durch seine Nettoauswirkungen auf das EBITDA als durch die allgemeine Wahrscheinlichkeit beeinflusst wird, zu mindern, wurde das allgemeine Compliance-Konzept 2022 neu eingeführt und 2023 verfeinert. In den Jahresabschlüssen werden für bestimmte Fälle Rückstellungen gebildet, um die Auswirkungen auf das EBITDA im Falle des Eintretens eines Risikos zu berücksichtigen. Parallel dazu geht unser Engagement für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften am Arbeitsplatz auf potenzielle dezentrale Betriebsrisiken ein. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Verhinderung unbeabsichtigter Verstöße gegen Arbeitsgesetze, die zu Bußgeldern im Zusammenhang mit Problemen wie Arbeitnehmerbeschwerden und der Nichteinhaltung von Mindestlohnvorschriften führen könnten. Durch effektives Management und Zentralisierung der Compliance-Bemühungen wollen wir nicht nur regulatorische Vorgaben erfüllen, sondern auch unsere finanzielle Stabilität und unseren Ruf wahren. [HOCH / Nordamerika] Einhaltung von Vorschriften am Arbeitsplatz Dezentralisierte Arbeitsabläufe können gegen Arbeitsgesetze verstoßen und bei Verstößen wie Mitarbeiterbeschwerden und Mindestlohnbestimmungen mit Geldstrafen rechnen
Im Segment Europa kann die Einführung neuer gesetzlicher Anforderungen zur Arbeitszeiterfassung dazu führen, dass derzeitige Praktiken zur Verwaltung flexibler Arbeitszeitmodelle und Überstundenausgleich überdacht werden müssen. Diese Anpassung könnte zu operativen und verwaltungstechnischen Herausforderungen führen. Flix verfolgt die Entwicklungen hierzu genau, um die damit verbundenen Herausforderungen angemessen vorzubereiten und zu bewältigen. Dieses Risiko wurde als hoch eingeschätzt. Bei FlixTrain liegen die Hauptrisiken in der Einhaltung von Marktzugangsregulierungen und der Verfügbarkeit von Eisenbahntrassen (mittleres Risiko). Die inhärente Dynamik der jährlichen Änderungen der Schienennetz-Nutzungsbedingungen und der damit verbundenen Regulierungen kann zu möglichen Einschränkungen des Zugbetriebs führen und somit zu operativen und kommerziellen Hürden. Um diese Risiken zu mindern, arbeitet das Public Affairs Team von Flix seit Jahren in verschiedenen Verbänden und runden Tischen mit und verfolgt kontinuierlich das politische Umfeld. [MITTEL / Deutschland] Einschränkungen im Zugverkehr aufgrund geänderter NBN Durch die jährliche Änderung der Netz-Nutzungsbedingungen (NBN) und deren Regelung zum Marktzugang könnten zusätzliche Beschränkungen zu zusätzlichen betrieblichen und kommerziellen Hürden für den Zugbetrieb führen
Flix führte außerdem eine eigenständige Compliance-Risikobewertung durch, um die wichtigsten Compliance-Risiken auf globaler Basis zu ermitteln. Hierzu gilt es für Flix auch bei Drittpartnern das Risiko der Scheinselbstständigkeit im Rahmen des neuen EU-Mobilitätspakets II zu evaluieren. Das damit verbundene Risiko wird gegenwärtig als niedrig eingestuft. Die Strategie zur Risikominderung wird derzeit entwickelt. Aufgrund der starken Marktposition von Flix in bestimmten Märkten besteht ein potenzielles Risiko kartellrechtlicher Themen. In führenden Märkten könnte unsere Preisstrategie als Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht oder als Diskriminierung anderer Vertriebshändler und Lieferanten angesehen werden. Flix hat eine Kartellrechtspolitik, die von umfassenden Schulungen begleitet wird, um dieses Risiko zu mindern und sicherzustellen, dass die starke Marktposition in bestimmten Märkten nicht missbraucht wird. Das Rechtsteam ist eng eingebunden, um alle Verträge in Übereinstimmung mit dem Wettbewerbs- und Kartellrecht zu gestalten. Im Jahr 2022 hat Flix seinen Verhaltenskodex und seine Kartellrechtsrichtlinie aktualisiert, in denen die Verpflichtung von Flix zur Verhinderung und Aufdeckung von Bestechung und Korruption, wo auch immer sie auftritt, festgelegt ist. Ein Anti-Korruptions-Training war ebenfalls Teil der Initiative im Jahr 2022, um das Bewusstsein für Compliance-Themen zu schärfen. Die Maßnahmen wurden im Geschäftsjahr 2023 weiter ausgebaut. Gegenwärtig legt Flix besonderen Wert auf die kartellrechtlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit Themen wie Kartellbildung, exklusive Liefervereinbarungen und Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern. Dieser Schwerpunkt entspricht den Besonderheiten unserer Branche und spiegelt unser Engagement für die Einhaltung von Vorschriften und fairen Wettbewerb wider. Mit dem Start des Betriebs in Indien im Jahr 2024 ist Flix mit regulatorischen Risiken konfrontiert, die Aufmerksamkeit erfordern. Politische Instabilität stellt Mobilitätsunternehmen vor Herausforderungen und Unsicherheiten, insbesondere im Bezug auf Gewerkschaften von Buspartnern und Fahrern inmitten der sich veränderten politischen Landschaft Indiens, die für unser Wachstum und die Entwicklung des Marktes eine Gefährdung darstellen können. Aktuell ist dieses Risiko nur als mittelfristig relevant und niedrig eingestuft. Darüber hinaus stellen Schwankungen in der indischen Steuerpolitik ein weiteres regulatorisches Risiko dar, welches sich auf das betriebsnotwendige Kapital auswirkt. Auch dieses Risiko wurde nur als mittelfristig relevant eingestuft und niedrig bewertet. Der Markt in Chile ist ebenso mit regulatorischen Risiken konfrontiert, die mit dem Entzug der Betriebsgenehmigung aufgrund von Nichteinhaltung der Dokumentationspflichten bei Bussen zusammenhängen. Um dieses Risiko zu mindern, führt Flix eine Due-Diligence-Prüfung bei den Buspartnern durch, um die Richtigkeit der Unterlagen sicherzustellen. Dieses Risiko wurde als gering eingestuft. Auf dem brasilianischen Markt ist Flix mit regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit der Marktliberalisierung und der finalen Entscheidung über die Deregulierung konfrontiert. Die möglichen Auswirkungen könnten einen Teil des Wachstums in den kommenden Jahren beeinflussen und mittel- bis langfristig zu niedrigeren Umsätzen führen. Das Risiko wird derzeit als mittel eingestuft. 5. Datenschutz Als datengetriebenes B2C-Unternehmen verarbeitet Flix eine große Menge an personenbezogenen Daten, insbesondere von Kunden. Die Nichteinhaltung der gesetzlichen Datenschutzbestimmungen stellt für uns ein Risiko mittleren Grades dar. Es könnte zu hohen Geldstrafen und Rufschädigung führen und den Verlust von Kunden oder Geschäftspartnern zur Folge haben. Unsere Datenschutzabteilung hat im Jahr 2022 ein neues Datenschutzmanagementsystem (DMS) eingerichtet, das beispielsweise ein neues toolgestütztes Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, eine neue globale Datenschutzrichtlinie und eine obligatorische DSGVO-Schulung (für EU-Mitarbeiter) umfasst. Darüber hinaus haben wir ein Netzwerk lokaler Datenschutzkoordinatoren eingerichtet, die alle Kollegen in unseren globalen Einheiten bei datenschutzbezogenen Anfragen unterstützen. [MITTEL / Global] Datenschutz - Kundendaten Verarbeitung personenbezogener Kundendaten ohne Rechtsgrundlage oder Verstoß gegen andere Datenschutzgrundsätze (z. B. Datensparsamkeit, Zweckbindung) und Pflichten (z. B. Betroffenenrechte). Nichteinhaltung von Datenschutz- und Datenschutzbestimmungen wie dem California Consumer Privacy Act (CCPA für Nordamerika) und der DSGVO
6. Margenoptimierung, Gütereinsatz und Geschäftsmodell Dieses Risikocluster befasst sich mit potentiellen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Optimierung unserer Marge, der allgemeinen Effizienz des Gütereinsatzes sowie der Nachhaltigkeit unseres Geschäftsmodells. Unabhängig von kurzfristigen Effekten haben die Dieselpreise langfristig eine große und meist indirekte Auswirkung auf unsere Kosten, die sich in erhöhten Ticketpreisen niederschlagen. Erfahrungsgemäß können die steigenden Preise durch eine höhere Zahlungsbereitschaft kompensiert werden, da andere Verkehrsmittel ebenfalls teurer werden, aber alternativ angetriebene Fahrzeuge irgendwann gegebenenfalls billiger als Diesel sind. Bei einem schnelleren Anstieg des Dieselpreises als derzeit erwartet besteht die Möglichkeit, dass alternative Antriebe noch zu teuer sind und Flix noch nicht bereit ist, auf diese umzusteigen. Im Vergleich zum Jahr 2022 ist dieses Risiko jedoch gesunken, da der durchschnittliche Dieselpreis ebenfalls zurückgegangen ist. [MITTEL / Global] Steigende Preise für Diesel sowie fossile Brennstoffe und Energie Der Dieselpreis hat einen großen, meist indirekten Einfluss auf unsere Kosten und wird im Preis steigen. Wenn er schneller als erwartet teurer wird, sind wir möglicherweise nicht rechtzeitig mit unseren Alternativen dran oder sie sind für unsere spezifische Anwendung möglicherweise auch zu teuer
Ein weiterer Faktor, der die Marge beeinflussen kann, sind steigende Preise für Investitionen und Instandhaltung der Busse unserer Partner, was zu erhöhten Mindestabsicherung für Flix führt, um die Produktionskosten des Partners zu decken. Dies stellt ein zusätzliches, nur sehr schwer beeinflussbares Risiko da, welches aktuell als mittel bewertet wird und würde sich negativ auf die Ertragslage auswirken. Anzumerken ist, das Flix in der Vergangenheit in der Lage war die Ticketpreise an die Inflation anzupassen und die Preissteigerung so an die Kunden weiterzugeben. Das FlixBus-Netz ist auf eine enge Partnerschaft mit traditionellen mittelständischen Unternehmen angewiesen: regionale Buspartner, die für die FlixBus-Flotte verantwortlich sind. Aus den vertraglichen Beziehungen mit den Partnern ergibt sich eine gewisse Abhängigkeit der Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen durch die Partner. Im Bereich Unternehmensentwicklung wird jedoch Wert auf die Diversifizierung unseres Partnerportfolios gelegt, um nicht zu sehr zu sehr von einzelnen Partnern abhängig zu sein. Ebenso wird versucht, Partner zu akquirieren, die auch andere Geschäftsbereiche haben, so dass sie nicht vollständig von Flix abhängig sind. Infolgedessen wird dieses Risiko als mittel angesehen. Ein weiteres Risiko könnte darin bestehen, die Mobilitätspartner zu finden, die die Anforderungen von Flix erfüllen, um unsere Wachstumsstrategie zu einzuhalten. Dieses Risiko wird derzeit vom Unternehmen niedrig eingestuft. Ein weiteres Risiko, welches die Optimierung unserer Margen gefährden könnte, zeichnet sich durch unsere Geschäftsdynamik ab: Die Verlegung von Bushaltestellen oder die Begrenzung von Einfuhrkapazitäten, welches die Anpassung des Netzwerkes zur folge hat. Wenn diese Anpassungen nicht sorgfältig umgesetzt werden, können sie sich auf den Betriebsablauf auswirken. Das Netzwerkplanungsteam überwacht diese Veränderungen ständig und verfolgt einen proaktiven Ansatz bei der Suche nach alternativen Lösungen und strategischen Neuplanungen, um potenzielle Risiken zu mindern und die Betriebsstabilität sicherzustellen. Aus diesem Grund wurde das Risiko als mittel eingestuft. Zusätzlich zu den inhärenten Herausforderungen des Marktes sind wir mit einem zusätzlichen potenziellen Risiko konfrontiert, welches das Ziel unsere Marge zu optimieren gefährdet. Dieses Risiko steht im Zusammenhang mit der Wirksamkeit unserer Preisstrategie. Das Aufkommen neuer Wettbewerber und ungünstige mikroökonomische Bedingungen könnten sich negativ auf die Wirksamkeit unserer Preisstrategie und damit auf unsere Positionierung auswirken Daher ist die kontinuierliche Anpassung unserer Preispolitik von entscheidender Bedeutung. Unser Zuggeschäft ist mit einem mittleren Risiko konfrontiert, das auf die steigenden Betriebskosten, insbesondere für Strom, zurückzuführen ist. Wie im Busgeschäft gehen wir davon aus, dass sich diese Kosten in den künftigen Fahrpreisen widerspiegeln werden, da unsere Konkurrenten auf dem Zugmarkt mit den gleichen Preissteigerungen konfrontiert werden und die Kostenstruktur unseres FlixTrain-Betriebs im Vergleich zur Deutschen Bahn, dem größten Konkurrenten, wesentlich effizienter ist. Parallel dazu prüft Flix die Möglichkeit, eine Hedging-Strategie für Strom einzuführen. Gleichzeitig stellt die Zuverlässigkeit einiger alter Siemens-Taurus-Lokomotiven ein inakzeptables Risiko dar. Als Reaktion auf das identifizierte Risiko wurde ein proaktiver Flottenübergangsplan initiiert, der Anfang 2024 beginnt und den Großteil der Lokomotiven auf eine neuere Generation von Siemens-Vectron-Lokomotiven umstellt. Dieser strategische Übergang zielt darauf ab, die Betriebszuverlässigkeit zu verbessern und die Herausforderungen durch Betriebsausfälle zu mildern und so zu einem robusteren und effizienteren Zuggeschäft beizutragen. Auf dem brasilianischen Markt besteht das Risiko, dass der Konsolidierungstrend innerhalb des Transportsektors weiter anhält. Dieser Trend beinhaltet potentielle Joint-Ventures zwischen großen Akteuren, die sich auf die Preisdynamik und den Zugang zu kritischen Infrastrukturpunkten wie Busbahnhöfen und Verkaufsstellen auswirken könnten, was möglicherweise einen Teil des Umsatzes von Flix beeinträchtigen könnte. In dem in 2023 neu gestarteten Markt Chile besteht eines der größten Risiken darin, Zugang zu den Busbahnhöfen zu erhalten, was für die Erteilung der Betriebslizenzen Grundvoraussetzung ist. Es besteht die Möglichkeit, dass aus legitimen Gründen wie z.B. der Verfügbarkeit von Plätzen oder aus unlauteren Motiven wie Wettbewerbsbedingtem Ausschluss für uns kein Zugang möglich ist, was unsere Expansionspläne einschränken und das Wachstum gefährden könnte. Dieses Risiko wird derzeit allerdings als niedrig eingeschätzt. 7. Geopolitik, Makroökonomie und sozioökonomische Trends In diesem Cluster wird dargestellt, wie geopolitische, makroökonomische und sozioökonomische Faktoren die Fernverkehrsbranche beeinflussen. Dazu gehören politische Dynamiken, wirtschaftliche Veränderungen und soziokulturelle Trends, die auch die Wettbewerbsstrategien von Flix im Verhältnis zu seinen wichtigsten Konkurrenten beeinflussen. In einzelnen Ländern, in denen die Flix SE über ihre Tochtergesellschaften tätig ist, herrscht nach wie vor ein aggressiver Preiskampf zwischen den Fernbusanbietern, der kurz- und mittelfristig zu einer Verringerung der Umsätze und der Profitabilität führen könnte. Ein Risiko besteht auch in den aggressiven Wettbewerbsstrategien der Deutschen Bahn AG, der französischen SNCF und der italienischen Ferrovie dello Stato (FS) gegenüber den Fernbusanbietern, um die Abwanderung von Bahnkunden zu stoppen bzw. Kunden von den Fernbusanbietern abzuwerben. Dies geschieht insbesondere durch das Angebot billigerer Fahrkarten für Bahnfahrten. Der Preiskampf wird auch gegen digitale Mitfahrzentralen und Fluggesellschaften geführt. Während in Europa der Wettbewerb mit der Bahn sehr wichtig ist, gibt es in den USA und der Türkei aufgrund der fehlenden Infrastruktur keinen solchen Wettbewerbsdruck. Die Flix Group begegnet dem mit verstärkten Kundenbindungsmaßnahmen, Innovationen und Weiterentwicklungen sowie wettbewerbsfähigen Preisen, um die eigene Auslastung hochzuhalten. Die globale Wirtschaftslage hatte erhebliche Auswirkungen auf das Segment Nordamerika und machte den Inflationsdruck in der gesamten Lieferkette als hohes Risiko deutlich. [HOCH / Nordamerika] Inflationsdruck in der gesamten Lieferkette Aufgrund steigender Treibstoffkosten, Ersatzmaterialien und Arbeitskosten kann es zu einem Inflationsdruck in der gesamten Lieferkette kommen, der möglicherweise die Gesamtrentabilität beeinträchtigt
In der Türkei sieht Flix sich ebenso mit makroökonomischen Herausforderungen konfrontiert, wie z.B. der türkischen Wirtschaftskrise, die zu einer Verringerung des allgemeinen Fahrgastmarktes führen könnte sowie möglicherweise mit erhöhtem Wettbewerbsdruck einschließlich des Eintritts neuer Wettbewerber mit aggressiven Preisstrategien einhergehen könnte. Beide Risiken werden als mittel eingestuft. Im Zusammenhang mit FlixTrain besteht ein gewisses Risiko, dass die Attraktivität der Fahrpläne gegenüber unserer Konkurrenz abnimmt, da Trassen/Kapazitäten auf dem deutschen Schienennetz jedes Jahr neu beantragt werden müssen und es dadurch zu Konflikten mit dem DB Fernverkehr kommen könnte und eventuell zu langsameren Reisezeiten für Flix führen kann. 8. Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeit Dieses Cluster befasst sich mit den Risiken, die mit der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen sowie dem Klimawandel im Fernverkehr verbunden sind. Darüber hinaus enthält es alle Herausforderungen die sich aus dem Betrieb von Dieselbussen ergeben. Die zunehmend kritische Wahrnehmung von Verkehrsmitteln, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, birgt für Flix das Risiko eines Reputationsschadens durch die dieselbetriebene Busflotte. Obwohl der ökologische Fußabdruck von Fernbussen laut Umweltbundesamt geringer ist als der von Zügen, besteht auch das Risiko eines finanziellen Nachteils, wenn Kunden in Zukunft teilweise auf Fernreisen verzichten oder auf vermeintlich umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen. Der Flix-Konzern arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Ökobilanz durch den Einsatz moderner Busse, die den neuesten Abgasnormen entsprechen. Darüber hinaus arbeitet Flix auch am Einsatz von alternativen Antrieben und hat eine Klimastrategie erarbeitet, um die Emissionen der Busflotte durch die schrittweise Umstellung auf alternative Kraftstoffe und Antriebe weiter zu dekarbonisieren. Derzeit verkehren zwei Raps-Biodiesel Busse in Frankreich und es gab bereits diverse Pilotprojekte für Elektrobusse und Flix wird den Einsatz von Biogas in der Flotte in Zusammenarbeit mit großen Industrieunternehmen in der nächsten Zeit weiter ausbauen. Darüber hinaus arbeitet die Flix SE gemeinsam mit anderen Projektpartnern an der Entwicklung unseres ersten Wasserstoff-Fernbusses. Mit der Übernahme der Greyhound-Linien durch Flix hat der Konzern auch bestimmte Umweltverpflichtungen in den USA übernommen (Tankentfernung, Altlastensanierung, Grundwasserüberwachung). Greyhound wird für alle vor dem Abschluss anfallenden Umweltsanierungskosten vollständig entschädigt, was jedoch nach dem Abschluss zu einem Mittelabfluss führt. Der größte Teil der Umwelthaftung wird von FirstGroup, dem Verkäufer der Greyhound-Linien, entschädigt. Die Verbindlichkeiten wurden bewertet und es wurde eine Rückstellung für diese Art von Verpflichtungen als Maßnahme zur Risikominimierung im Jahresabschluss ausgewiesen. Aufgrund des Entschädigungsanspruchs gegen FirstGroup wird dieses Risiko als niedrig eingestuft. Darüber hinaus ist Flix mit Klimarisiken konfrontiert, die sich aus den physischen Auswirkungen des Klimawandels ergeben. Diese Risiken umfassen die verschiedenen ökologischen Herausforderungen wie extreme Wetterereignisse, Anstieg des Meeresspiegels und Veränderungen der Temperaturmuster. Flix hat erkannt, wie wichtig es ist diese Klimarisiken anzugehen und hat sich verpflichtet, Strategien zur Minderung der Auswirkungen auf das Unternehmen zu entwickeln und eine langfristige Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Dieses Risiko wird als niedrig eingestuft. 9. Finanz- und Unternehmensplanung Dieses Risikocluster zeigt Risiken im Zusammenhang mit der Finanz- und Unternehmensplanung und umfasst verschiedene Aspekte, die für die wirksame Verwaltung der Ressourcen und die strategische Entscheidungsfindung innerhalb von Flix wichtig sind. Jede dieser Komponenten spielt eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der finanziellen Solidität und Nachhaltigkeit des Unternehmens. Die Budgetplanung ist Grundlage für mehrere strategische und operative Geschäftsentscheidungen bei Flix. Es besteht immer ein gewisses Risiko, dass zu optimistische Annahmen im Budget zu einem höheren Geldbedarf führen oder dass auf der Grundlage dieses Plans ungünstige Entscheidungen getroffen werden. Um dieses Risiko zu mindern, hat Flix einen strukturierten Prozess eingeführt, um ein eher konservatives Budget zu erstellen. Die M&A-Aktivitäten des Flix-Konzerns können gewisse Risiken mit sich bringen, da sie mit Unsicherheiten in Bezug auf nicht offengelegte oder übersehene Risiken während der Due-Diligence-Prüfung behaftet sind, aber auch nach dem Abschluss des Geschäfts besteht ein potenzielles Risiko, dass die finanziellen Ziele des Business Case verfehlt werden. Wir mindern diese Risiken, indem wir ausreichend Zeit und Ressourcen für solche Projekte bereitstellen und unsere internen Entscheidungsprozesse für M&A-Aktivitäten verbessern. Erfahrungsgemäß sind diese Risiken eher unwahrscheinlich und haben nur geringe Auswirkungen auf das EBITDA, so dass die Risikobewertung insgesamt niedrig ausfällt. Ein weiterer Aspekt, der uns unmittelbar betrifft sind mögliche Risiken im Hinblick auf Subventionen und grüner Finanzierungsoptionen. Die Sicherung von Fördermitteln und der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, die auf nachhaltigen Kriterien beruhen, sind zentrale Bestandteile unserer Finanzstrategie. Währungsvolatilitätsrisiko Der Flix-Konzern ist mit Fremdwährungsrisiken konfrontiert, die sich insbesondere aus dem internationalen Verkauf von Bustickets ergeben. Obwohl der Konzern derzeit keine Fremdwährungssicherungsgeschäfte tätigt, wird dieses Risiko dadurch gemindert, dass die Konzessionen überwiegend der jeweiligen Tochtergesellschaft zugeordnet werden, die auch die Umsätze aus diesen Verbindungen erzielt. Dadurch werden sowohl die Einnahmen als auch die Ausgaben, einschließlich der Cashflows in den jeweiligen Währungen, bei den Tochtergesellschaften abgestimmt. Aufgrund der betrieblichen Tätigkeit des Flix-Konzerns außerhalb der Europäischen Währungsunion ergeben sich diese Risiken aus Währungsschwankungen oder Abwertungen. Wechselkursrisiken und Wechselkursänderungen zwischen dem Euro und den Währungen der lokalen Märkte können durch Translationseffekte einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage haben. Negative Translationseffekte ergeben sich aus der Umrechnung der in den jeweiligen funktionalen Währungen erstellten Abschlüsse unserer konsolidierten Tochtergesellschaften in unsere Berichtswährung Euro im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses. Das Fremdwährungsrisiko bezieht sich insbesondere auf die türkische Lira und den brasilianischen Real, aber auch die Entwicklung des USD wird genau beobachtet. Das Risiko wird als mittel auf Konzernebene eingeschätzt. Liquiditätsrisiko / Risiken aus Finanzinstrumenten Beim Flix-Konzern verfolgen wir einen entschiedenen Ansatz beim Liquiditätsmanagement. Die Treasury-Abteilung überwacht konsequent den Liquiditätsstatus und führt regelmäßig Szenarioanalysen zur Bewertung der verfügbaren Mittel durch. Es werden regelmäßig mehrere Prognosen für verschiedene Zeiträume erstellt, so dass auf eine potenziell kritische Liquiditätssituation frühzeitig mit entsprechenden Gegenmaßnahmen reagiert werden kann. Ausreichende Liquidität wird durch Mittel aus dem operativen Geschäft sichergestellt. Als Finanzinstrumente werden vor allem Bankdarlehen und nachrangige Schuldtitel eingesetzt. Die Treasury-Abteilung des Konzerns überwacht und steuert die damit verbundenen finanziellen Risiken. Zu diesen Risiken gehören das allgemeine Marktrisiko, das Wechselkursrisiko, das Zinsrisiko, das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die Risiken werden nach Grad und Ausmaß analysiert und mit Hilfe von Instrumenten, die von den Abteilungen Treasury und Controlling bereitgestellt werden, konzernweit gesteuert. Ein weiteres, wenn auch gering bewertetes Risiko, besteht in möglichen Verstößen gegen Vertragsklauseln (Covenants). Dieses Risiko wird durch eine genaue Überwachung der Kapital- und Liquiditätsverpflichtungen gesteuert, die in unsere Prognosen eingebunden sind. Den Fokus auf die strategischen Märkte in Brasilien, Chile und Indien gesetzt, besteht das Risiko von ineffektiven Markteintrittsstrategien. Dazu gehört auch die Möglichkeit, dass unsere Preisstrategie aufgrund eines unzureichenden Marktverständnisses und falscher Annahmen scheitert, was zu Umsatzeinbußen führen könnte. Wir beobachten die Marktsituation genau um unsere Strategie schnell an dieses Risiko anpassen zu können. Derzeit ist die Risikoeinstufung hierfür niedrig. Gesamtrisikolage / Ausblick Der Vorstand bewertet die Gesamtrisikosituation des Flix-Konzerns mit einer leichten strukturellen Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Die wiedererstarkte globale Interesse nach Reisen nach Ende der Pandemie setzte die Erholung im vergangenen Jahr fort. Des Weiteren konnte das Management die gesetzte Strategie des 'Profitablen Wachstums' wiederholt erfolgreich umsetzen, was zu einem erneuten positiven konzernweiten bereinigten EBITDA im Jahr 2023 beitrug. Es ist jedoch hervorzuheben, dass die derzeitige Gesamtsituation einem geringerem Rezessionsrisiko und geringerem Einfluss globaler wirtschaftlicher Variablen im Vergleich zum Vorjahr unterliegt. Der Konflikt in der Ukraine sorgt weiterhin für Unsicherheit im geopolitischen Umfeld, auch wenn sich die Auswirkungen des Konflikts auf für Flix relevante Faktoren wie z.B den Dieselpreis im Vergleich zum Vorjahr verbessert hat. Parallel dazu dauert der israelisch-palästinensischen Konflikt im Nahen Osten weiter an. Dieser hat jedoch bisher keine spürbaren Auswirkungen auf Flix. Erfreulicherweise haben wir mit der Einführung unseres Risikomanagementsystems im Jahr 2022 ein zusätzliches Instrument in der Hand, das die Möglichkeit bietet bestehende Risiken zu erkennen und zu steuern. Es ist generell möglich, dass Risiken auftreten deren Wahrscheinlichkeit oder Auswirkung derzeit abweichend eingeschätzt wird, die sich aber als bedeutender erweisen als ursprünglich angekommen, was zu unvorhersehbaren Entwicklungen führen kann. Auf Basis unseres Risikomanagementsystems sind für den Flix-Konzern im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken erkennbar, die den Fortbestand des Konzerns und der Flix SE in Frage stellen.
12 COSO = Committee of Sponsoring Organizations
of the Treadway Commission (www.coso.org).
4. ChancenberichtDem Flix-Konzern bieten sich auch in Zukunft vielfältige Chancen, die aus einem wachsenden Angebot und der Wettbewerbskraft des Flix-Geschäftsmodells resultieren. In diesem Chancenbericht fassen wir die Chancen des Flix-Konzerns für den gleichen Zeitraum wie im Risikobericht zusammen. Die Chancen beziehen sich auf alle Segmente, wobei einzelne Chancen im Folgenden erläutert werden. Strategische Möglichkeiten Strategie des "Profitablen Wachstums": Im Jahr 2022 stellte der Flix Vorstand seinen Investoren seine neue Strategie des "Profitablen Wachstums" vor. Die Strategie ist auf die Gewinn- und Cashflow-Generierung ausgelegt, um die Wachstumsambitionen von Flix aus dem laufenden Cashflow finanzieren zu können. Die Strategie zielt darauf, ein nachhaltiges Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr zu erwirtschaften und die strukturelle Profitabilität des Konzerns zu steigern. Dies kann durch eine optimierte Kapazitätssteuerung, ein verbessertes Revenue Management, die Förderung margenstarker Zusatzleistungen, sogenannter 'Ancillaries' und die Ausschöpfung der Plattformproduktivität erreicht werden. Darüber hinaus soll die Kostendisziplin durch eine genaue Überwachung der Ausgaben sowie durch die Vereinfachung von Prozessen und Strukturen sichergestellt werden. Im Hinblick auf unsere Strategie des "Profitablen Wachstums" konnten bereits im Jahr 2023 erhebliche Fortschritte erzielt werden, indem wir unser Geschäft sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verbessern konnten. Für die kommenden Jahre wird eine weitere Erhöhung der Profitabilität und des freien Cashflows erwartet, die vom Vorstand besondere Aufmerksamkeit erhält. Zusätzliche Chancen für den Flix-Konzern ergeben sich, wenn die im Rahmen des Programms ergriffenen Maßnahmen erfolgreicher als geplant verlaufen und zusätzliche Maßnahmen mit positivem Ergebniseffekt identifiziert und umgesetzt werden. Geografische Expansion: Flix war 2023 in 42 Ländern aktiv und startete erfolgreich seinen Betrieb von Fernbusverbindungen in Chile, Finnland und Griechenland. Im Februar 2024 setzen wir unsere geografische Expansion mit dem Start in Indien, einem der größten Bus-Märkte der Welt, fort. Weltweit beträgt das Marktvolumen für Fernbus- und Zugreisen ca. 120 Milliarden Euro 13 . Wir sehen ein erhebliches Potenzial für zusätzliches langfristiges Wachstum durch die erfolgreiche Erschließung neuer Regionen und die Etablierung als bedeutender Anbieter von Mobilitätslösungen. Wachsendes Umweltbewusstsein von Verbraucherinnen und Verbrauchern Unser Bestreben, Reisenden nachhaltigerer Optionen zum Reisen zu bieten, kann sich positiv auf die Umsatzerlöse, die damit verbundenen Kostenpositionen sowie die Profitabilität des Konzerns auswirken. Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine integrale und entscheidende Rolle in der DNA und Strategie von Flix. Der Flix-Konzern nimmt ihre Verantwortung für Klima und Umwelt sehr ernst und arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung ihrer ökologischen Effizienz. Trotz der bereits sehr guten Umweltbilanz der Fernbusse arbeitet Flix an der Weiterentwicklung nachhaltiger Antriebstechniken mit dem Ziel, die CO 2 -Emissionen weiter deutlich reduzieren zu können. Zu diesem Zweck wurden in der Vergangenheit zahlreiche Pilotprojekte mit unterschiedlichen Partnern angestoßen. Weitere wichtige Meilensteine wurden in dem Projekt HyFleet in Kooperation mit Freudenberg Sealing Technologies und ZF erreicht, um im Jahr 2024 den ersten europäischen mit grünem Wasserstoff betriebenen Fernbus auf den Markt zu bringen. Zudem wurde mit der Bussparte von Daimler eine Vereinbarung getroffen, innerhalb der nächsten 4 Jahre einen vollelektrischen Antrieb für Fernbusse zu entwickeln. Parallel dazu untersucht Flix ständig alternative Energiequellen und testet neuartige Fahrzeuge, darunter den kürzlich in Frankreich eingeführten Biokraftstoffbus auf Rapsbasis. Mit diesen Innovationen und Initiativen rüstet sich Flix für eine Zukunft, in der traditionelle fossile Antriebe eine immer geringere Rolle spielen werden. Um sicherzustellen, dass die Einführung der Flix-Nachhaltigkeitsstrategie ständig nach universellen, wissenschaftlich definierten Standards gemessen und bewertet wird, hat sich Flix dem UN Global Compact und der Science Based Targets Initiative verpflichtet. Dies ermöglicht Flix, seiner anerkannten Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 nachzukommen und eine vollständige Dekarbonisierung zu erreichen. Zunehmender Kundenertragswert Neben der Vergrößerung unseres Kundenstamms durch verschiedene Initiativen und geografische Expansion konzentrieren wir uns im Rahmen unserer Strategie der Wertmaximierung auch darauf, durch Zusatzleistungen den Umsatz pro Kunden zu erhöhen. Zu diesem Zweck prüfen wir die Ausweitung des bestehenden Angebots an Zusatzleistungen wie die Reservierung von Premium-Sitzplätzen, die Mitnahme von Sperrgepäck sowie flexible Optionen zu Umbuchungen und Stornierungen. Weitere Optimierung und Automatisierung unseres Revenue Management Systems Zukünftig wird das Unternehmen beim Preismanagement noch stärker auf Automatisierung und künstliche Intelligenz setzen. Basierend auf einer Vielzahl an internen und externen Datenquellen definiert das neue System eine optimierte Preisgestaltung. Optimierungspotenziale werden automatisch erkannt und umgesetzt. Das neue System ermöglicht eine noch differenziertere Preisgestaltung und garantiert den Passagieren auch in Zukunft günstige Preise für alle Verbindungen im Flix-Netzwerk. M&A und Marktkonsolidierung Wir haben eine starke Erfolgsbilanz bei wertsteigernden M&A-Aktivitäten. Im Laufe der Jahre unterstützten mehrere wichtige Transaktionen unsere Wachstumsstrategie, da sie uns Zugang zu einem bestehenden Kundenstamm und zusätzlichem Angebot ermöglichten. Im Geschäftsjahr 2023 trieb Flix die Konsolidierung im weltweiten Fernbusmarkt mit kleineren Akquisitionen sowie mit wachsenden Marktanteilen in allen Segmenten weiter aktiv voran. Unser Geschäftsmodell und die Stärke unserer Technologieplattform ermöglichen es uns, stark von M&A-Deals zu profitieren. Neu erworbene Geschäftsbetriebe werden im Rahmen der Post-Merger-Integration schnellstmöglich in die Konzernstruktur und die Technologieplattform integriert, um die Grundlage für zukünftiges Wachstums zu legen. Betreibt der erworbene Geschäftsbetrieb ein kapitalintensives Geschäftsmodell, beginnen wir einen Transformationsprozess, um das Geschäftsmodell auf ein kapitaleffizientes Partnermodell umzustellen. Diese Strategie ermöglicht es dem Flix-Konzern, Märkte aktiv weiter zu konsolidieren und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu nutzen. Die Entwicklung seit der Marktliberalisierung in Deutschland vor einer guten Dekade zeigt, dass der Fernbus mit sozialer und bezahlbarer Mobilität überall erfolgreich sein kann - sei es in streng regulierten oder offenen Märkten. Mit seinem spezifischen Geschäftsmodell kann Flix schnell wachsen und den hohen Bedarf an bezahlbarer, umweltfreundlicher Mobilität decken. Weitere politische Bemühungen zur Harmonisierung europäischer Rahmenbedingungen im Bahn- und Bussektor, insbesondere vorangetrieben durch die Europäische Kommission im Rahmen der Strategie zur digitalen und nachhaltigen Transformation, stehen im Einklang mit der internationalen Ausrichtung von Flix und dürften den weiteren Ausbau begünstigen. Auch außerhalb Europas bestehen für den Flix-Konzern noch große Wachstumspotenziale. In Nordamerika und der Türkei, aber insbesondere in neuen Kontinenten wie Lateinamerika und Asien, wo Flix kürzlich erfolgreich gestartet ist. Unser intermodales Angebot aus Fernbus und Bahn Dank seiner langjährigen und starken Position in zahlreichen Fernbusmärkten in Europa, ist Flix als einziger internationaler Mobilitätsanbieter in der Lage, mit dem wachsenden Angebot von FlixTrain attraktive intermodulare Verbindungen zwischen Fernbus und Fernzug zu schaffen. Die Verknüpfung der beiden Verkehrsmittel birgt ein enormes Potenzial, insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen der Schieneninfrastruktur in den einzelnen Ländern. Fahrgäste, vor allem aus ländlichen Gebieten oder Klein- und Mittelstädten, können mit dem Fernbus ohne Bahnanschluss in die nächste größere Stadt fahren und dort in den FlixTrain umsteigen. Der europäische Fernverkehrszugmarkt ist ein Milliardenmarkt mit enormen Wachstumserwartungen und daher hoch attraktiv. FlixTrain soll auf europäischer Ebene wachsen und wird in den kommenden Jahrzehnten eine wichtige Rolle für das langfristige Wachstum von Flix spielen. Makroökonomisches Umfeld Günstige makroökonomische Entwicklungen können als Geschäftschance für den Flix-Konzern angesehen werden. Diese beinhalten:
Gesamtbild der Chancenlage Der Vorstand strebt stets ein gesundes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken an. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Chancensituation von Flix angesichts der konsequenten Umsetzung der profitablen Wachstumsstrategie des Unternehmens insgesamt positiv entwickelt. Die weitere Umsetzung unserer strategischen Kernprioritäten wird es uns ermöglichen, das Umsatz- und Ertragspotenzial, das der globale Mobilitätsmarkt für uns bereithält, voll auszuschöpfen. Darüber hinaus unterstützen günstige Megatrends unserer Branche, wie z.B. das zunehmende Bewusstsein für Nachhaltigkeit, die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells. Weitere Chancen liegen in der sich verbessernden gesamtwirtschaftlichen Dynamik, die eine zusätzliche Kundennachfrage nach Reisen im Allgemeinen und Flix im Besonderen antreibt.
13 Marktbericht für Fernreisen - OC&C
Strategieberatung (nicht öffentlich verfügbar).
5. PrognoseberichtErwartete makroökonomische und industriespezifische Entwicklung Wir gehen davon aus, dass der Bus- und Bahnmarkt im Jahr 2024 in einem stabilen Zustand bleibt. Die pandemiebedingte, von der aufgestauten Nachfrage getriebene überproportionale Wachstumsdynamik wird sich nach zwei Jahren, zu normalisieren beginnen. Es wird erwartet, dass das Wachstum des Gesamtmarktes weiterhin robust sein wird, da von 2023 bis 2028 mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von etwa 9% für den weltweiten Fernbusverkehr und einem CAGR von etwa 4,5 % für den europäischen Fernzugmarkt gerechnet wird. Beide liegen über den zwischen 2017 und 2019 beobachteten Raten. 15 Darüber hinaus geben uns die jüngsten nicht-öffentlichen Umfragedaten (N=2000 Verbraucher) von alphawise für Morgan Stanley weiteren Aufschluss darüber, wie wir mit unserem Produkt eines erschwinglichen Transportmittels für Reisende positioniert sind. Obwohl die Umfrage lediglich in den USA durchgeführt wurde, gehen wir davon aus, dass sich die Ergebnisse auch auf den europäischen Reisemarkt übertragen lassen. Den Umfrageergebnissen zufolge wollen die US-Verbraucher weiterhin reisen, aber um Geld zu sparen, wählen sie zunehmend Ziele, zu denen sie mit dem Auto oder dem Zug (oder Bus) fahren können, anstatt zu fliegen. Mehr als die Hälfte (57%) der Verbraucher planen, in den nächsten sechs Monaten zu verreisen, gegenüber 56% im gleichen Zeitraum des letzten Jahres und 53% im vorletzten Jahr. Haushalte mit mittlerem und höherem Einkommen haben eine höhere Reiseabsicht als Haushalte mit niedrigerem Einkommen. Insbesondere die Zahl der Verbraucher, die Inlandsreisen unternommen haben, und dabei auf Flüge verzichtet haben, hat zugenommen. Der Besuch von Freunden/Familie bleibt der häufigste Grund für Reisen. Gleichzeitig sind wir uns der verbleibenden Unsicherheit angesichts der allgemeinen makroökonomischen Entwicklung und der allgemeinen Verbraucherpreisinflation in den kommenden Monaten bewusst. Laut dem im Januar 2024 veröffentlichten volkswirtschaftlichen Ausblicks des IWF wird die Weltwirtschaft im Jahr 2024 voraussichtlich um 3,1 % wachsen, womit sich die Wachstumsraten im Vergleich zum Vorjahr, angesichts einer anhaltend restriktiven Geldpolitik und schärferen Finanzierungsbedingungen auf Vorjahresniveau verharren sollte. 16 Gleichzeitig erwarten die Ökonomen des IWF eine durchschnittliche jährliche Inflationsrate von 5,8%, verglichen mit 6,8% im Jahr 2023. Trotz der Erwartung eines sich aufgrund von geopolitischen Faktoren (z.B. Krieg in der Ukraine) und schwierigeren Finanzierungsbedingungen weiter verhaltenen Weltwirtschaftswachstums und anhaltend hoher Inflationsraten, ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Mobilitäts- und Reisebranche im Allgemeinen und Flix im Besonderen mittel- bis langfristig relativ robuster entwickeln sollte. Insbesondere kostenbewusste Kunden könnten sich für günstigere Reisealternativen entscheiden, da diese immer noch mit höheren Lebenshaltungskosten und anhaltenden Budgetumschichtungen bei den Verbraucherausgaben für Lebensmittel, Heizung und Transport zurechtkommen müssen. Außerdem ist der Markt noch immer von Nachholbedarf an Reisen und Urlaub als Reaktion auf die Reisebeschränkungen während der Pandemie geprägt. Schließlich deuten laut McKinsey & Co mehrere Trends darauf hin, dass die Reiseanbieter nicht nur die Fahrgastzahlen auf das Niveau von vor Covid-19 zurückbringen, sondern auch den Anteil umweltfreundlicher Verkehrsträger erhöhen könnten. 17 So sind beispielsweise die Verbraucher umweltbewusster geworden, und Bus und Bahn bieten eine nachhaltigere Alternative als das Auto oder das Flugzeug und bringen unsere Branche damit auf einen strukturellen Wachstumspfad. Zukünftige Entwicklung des Konzerns Flix wird von der Vision geleitet, jedem die Möglichkeit zu geben, die Welt zu erleben und erschwingliche und nachhaltige Mobilität zu genießen. Außerdem sind wir überzeugt, dass unser Geschäftsmodell der Schlüssel zu unserem Erfolg ist: Millionen von Reisenden ein komfortables, erschwingliches und umweltfreundliches Reiseerlebnis zu bieten. Unsere auffälligen grünen Busse und Züge stellen eine Alternative zum Individualverkehr dar und erfüllen die höchsten Standards an Komfort, Sicherheit und Umweltnormen. In enger Zusammenarbeit mit unseren Bus- und Bahnpartnern können wir Reisenden Zugang zu einem stetig wachsenden Netzwerkangebot bieten. Wir wollen auf dem Fundament aufbauen, das wir in den letzten Jahren geschaffen haben, und ein nachhaltiges und profitables Wachstum erzielen, indem wir unsere Plattform auf neue Regionen ausdehnen, um neuen Kundengruppen das Flix-Erlebnis zu ermöglichen, indem wir unsere Plattformdienste ausweiten und unsere hochmoderne Technologie- und Datenplattform skalieren. Wir sind davon überzeugt, dass dies langfristig die wertmaximierende Strategie für Flix darstellt. In den vergangenen zwölf Monaten hat Flix eine außergewöhnliche Verbesserung seiner operativen und finanziellen Performance erzielen können. Dank des skalierbaren Plattform-Geschäftsmodells und unserer Strategie des 'Profitablen Wachstums', sind wir in einer hervorragenden Position den Fernverkehr weiter zu revolutionieren. Flix bietet weltweit das größte Fernverkehrsnetzwerk in seinen bestehenden Märkten an und verändert die Art und Weise, wie Millionen von Menschen reisen. 18 Während das Wachstum im Jahresvergleich insbesondere in der ersten Hälfte des Jahres 2023 aufgrund eines Basiseffekts (Anfang 2022 noch von Omikron beeinflusst) besonders stark war, war auch das Gesamtwachstum der Umsatzerlöse sehr zufriedenstellend. Wir sehen uns auf einem guten Weg, unser mittelfristiges Wachstumsziel zu erreichen. Daher strebt Flix an, seine Umsatzerlöse bis 2027 mit einer zweistelligen jährlichen durchschnittlichen Wachstumsrate zu steigern, was durch zusätzliche Investitionen in bestimmten Märkten wie Großbritannien, Brasilien, Chile (Marktstart im vierten Quartal 2023) und durch die Expansion in neue Regionen wie Indien im Jahr 2024, aber auch das Zugsegment in Europa ermöglicht wird. Gleichzeitig ist das Managementteam bestrebt, die Profitabilität, gemessen am bereinigten EBITDA, kontinuierlich zu verbessern. Mit Blick auf das Jahr 2024 geht das Unternehmen davon aus, dass sich der positive Rückenwind des Jahres 2023 auch im Jahr 2024 fortsetzen wird, allerdings auf einem normalisierten Niveau und mit höheren Basiseffekten nach zwei Jahren überdurchschnittlich starker Wachstumsdynamiken, wie auch die Marktstudie von OC&C andeutet. Daher erwartet Flix ein starkes Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich im Vergleich zum Berichtsjahr 2023, vor allem getrieben durch einen Anstieg der Passagierzahlen in bestehenden Märkten aufgrund unserer laufenden Investitionen in die Kundenakquise und durch die Expansion in neue Märkte. Betrachtet man die einzelnen Segmente, erwarten wir in allen unseren Regionen ein starkes Wachstum. Flix strebt ein profitables und nachhaltiges Geschäftswachstum an und erwartet für das laufende Berichtsjahr eine leichte Verbesserung des bereinigten EBITDA im Vergleich zum Berichtsjahr 2023, da zunehmend Plattform- und Skaleneffekte sichtbar werden.
Dieser Ausblick bestätigt die allgemeine Zuversicht in Bezug auf die finanzielle und operative Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Der Vorstand von Flix geht davon aus, dass sich das positive Marktumfeld fortsetzt und die Nachfrage der Verbraucher an nachhaltigen und bezahlbaren Reisen weiter steigen wird. Der Vorstand von Flix bleibt daher entschlossen, kontinuierlich zu investieren und den Wachstumskurs des Unternehmens beizubehalten, um den vollen Wert unserer Plattform und unsere Rentabilitätsziele zu realisieren. Erwartete Entwicklung des Unternehmens (Flix SE) Die Geschäftsentwicklung von Flix SE wird durch die wirtschaftliche Leistung seiner verbundenen Unternehmen geprägt. Aus diesem Grund sind die Risiken und Chancen, die sich auf die verbundenen Unternehmen beziehen, auch für Flix SE zutreffend. Die Aussagen über die zukünftige Entwicklung sowie die Risiken und Chancen des Flix-Konzerns können daher als Zusammenfassung der zukünftigen Entwicklung einschließlich Risiken und Chancen von Flix SE angesehen werden.
15 Marktbericht für Fernreisen - OC&C
Strategieberatung (nicht öffentlich verfügbar).
Konzernabschluss für das Geschäftsjahr vom 01. Januar bis 31. Dezember 2023Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
19 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
20 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
21 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Passiva
22 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom01. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom01. Januar bis 31. Dezember 2022 (angepasst)
23 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Konzern-Kapitalflussrechnung
24 Nähere Informationen sind in Kapitel
2.25 enthalten.
Konzernanhang1. Allgemeine AngabenDie Flix SE (nachfolgend auch "Gesellschaft") ist eine in Deutschland ansässige Europäische Aktiengesellschaft (Societas Europaea). Die Flix SE als Mutterunternehmen bildet gemeinsam mit ihren direkten und indirekten Tochterunternehmen den Flix-Konzern (nachfolgend auch "Flix SE" oder "Flix-Konzern"). Die Flix SE mit Sitz in München ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer 274912 und unter folgender Geschäftsadresse: Friedenheimer Brücke 16, 80639 München registriert. Die Hauptaktivität der Gesellschaft ist die Planung, Konzessionsbeantragung, Vermarktung, der Vertrieb und Betrieb sowie die Organisation des Betriebs von Fernverkehren im nationalen und internationalen Personenverkehr, der Einkauf, Vermarktung und Vertrieb von damit direkt und indirekt im Zusammenhang stehenden Produkten und Dienstleistungen. Der Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Die Flix SE erstellt und veröffentlicht ihren Konzernabschluss in Euro. Sofern nicht etwas anderes angegeben wird, werden die Zahlen auf hunderttausend Euro gerundet (€0.1m). Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. 2. Wesentliche Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden2.1. Grundlagen der Aufstellung des Konzernabschlusses Der Konzernabschluss wurde auf Grundlage der historischen Anschaffungs- oder Herstellungskosten aufgestellt. Davon ausgenommen sind bestimmte Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag angesetzt wurden. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Historische Anschaffungs- oder Herstellungskosten basieren im Allgemeinen auf dem beizulegenden Zeitwert der im Austausch für den Vermögenswert entrichteten Gegenleistung. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt werden würde. Dies gilt unabhängig davon, ob der Preis direkt beobachtbar oder unter Anwendung einer Bewertungsmethode geschätzt worden ist. Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts eines Vermögenswerts oder einer Schuld berücksichtigt der Flix-Konzern bestimmte Merkmale des Vermögenswerts oder der Schuld (bspw. Zustand und Standort des Vermögenswerts oder Verkaufs- und Nutzungsbeschränkungen), wenn Marktteilnehmer diese Merkmale bei der Preisfestlegung für den Erwerb des jeweiligen Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld zum Bewertungsstichtag ebenfalls berücksichtigen würden. Im vorliegenden Konzernabschluss wird der beizulegende Zeitwert für die Bewertung und/oder die Angabepflichten grundsätzlich auf dieser Grundlage ermittelt. Davon ausgenommen sind:
Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden nachfolgend erläutert. 2.2. Unternehmensfortführung Der Vorstand hat zum Zeitpunkt der Genehmigung des Abschlusses die begründete Erwartung, dass der Konzern i.S.v. IAS 10.17 über ausreichende Ressourcen verfügt, um in absehbarer Zukunft operativ weiter bestehen zu können. Daher wurde der Konzernabschluss weiterhin unter Zugrundelegung der Fortführungsannahme aufgestellt. 2.3. Konsolidierung 2.3.1. Tochterunternehmen Der Konzernabschluss beinhaltet den Abschluss des Mutterunternehmens und der von ihm beherrschten Unternehmen. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung, wenn sie direkt oder indirekt:
Die Gesellschaft nimmt eine Neubeurteilung vor, ob sie ein Beteiligungsunternehmen beherrscht oder nicht, wenn Tatsachen und Umstände darauf hinweisen, dass sich eines oder mehrere der oben genannten drei Kriterien der Beherrschung verändert haben. Wenn die Gesellschaft keine Stimmrechtsmehrheit besitzt, so beherrscht sie das Beteiligungsunternehmen dennoch, wenn sie durch ihre Stimmrechte über die praktische Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Tätigkeiten des Beteiligungsunternehmens einseitig zu bestimmen. Bei der Beurteilung, ob ihre Stimmrechte für die Bestimmungsmacht ausreichen, berücksichtigt die Gesellschaft alle Tatsachen und Umstände, darunter:
Ein Tochterunternehmen wird ab dem Zeitpunkt, zu dem die Gesellschaft die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung durch die Gesellschaft endet, in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei werden die Ergebnisse der im Laufe des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen entsprechend ab dem tatsächlichen Erwerbszeitpunkt bzw. bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und dem sonstigen Konzern-Ergebnis erfasst. Der Gewinn oder Verlust und jeder Bestandteil des sonstigen Ergebnisses sind den Gesellschaftern des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Gesellschaftern zuzuordnen. Dies gilt selbst dann, wenn dies dazu führt, dass die nicht beherrschenden Gesellschafter einen Negativsaldo aufweisen. Sofern erforderlich, werden die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen angepasst, um die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden an die im Konzern zur Anwendung kommenden Methoden anzugleichen. Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Eigenkapital, Erträge, Aufwendungen und Cashflows im Zusammenhang mit Geschäftsvorfällen zwischen Konzernunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung vollständig eliminiert. Änderungen der Beteiligungsquote des Konzerns an bestehenden Tochterunternehmen Änderungen der Beteiligungsquoten des Konzerns an Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung über dieses Tochterunternehmen führen, werden als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Buchwerte der vom Konzern gehaltenen Anteile und der nicht beherrschenden Anteile werden so angepasst, dass sie die Änderungen der an den Tochterunternehmen bestehenden Anteilsquoten widerspiegeln. Jede Differenz zwischen dem Betrag, um den die nicht beherrschenden Anteile angepasst werden, und dem beizulegenden Zeitwert der gezahlten oder erhaltenen Gegenleistung wird unmittelbar im Eigenkapital erfasst und den Gesellschaftern des Mutterunternehmens zugeordnet. Wenn die Gesellschaft die Beherrschung über ein Tochterunternehmen verliert, wird der Entkonsolidierungsgewinn oder -verlust erfolgswirksam erfasst. Dieser wird ermittelt aus der Differenz zwischen I. dem Gesamtbetrag des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung und dem beizulegenden Zeitwert der zurückbehaltenen Anteile und II. dem Buchwert der Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts), der Verbindlichkeiten des Tochterunternehmens und aller nicht beherrschenden Anteile. Alle im Zusammenhang mit diesem Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis ausgewiesenen Beträge werden so bilanziert, wie dies bei einem Verkauf der Vermögenswerte erfolgen würde, d.h. Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung oder direkte Übertragung in die Gewinnrücklage. Sofern die Gesellschaft Anteile an dem bisherigen Tochterunternehmen zurückbehält, werden diese mit dem zum Zeitpunkt des Verlusts der Beherrschung festgestellten beizulegenden Zeitwert angesetzt. Dieser Wert stellt die Anschaffungskosten der Anteile dar, die abhängig vom Grad der Beherrschung in der Folge gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente oder nach den Vorschriften für assoziierte Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen bewertet werden. Befreiender Konzernabschluss Die in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften FlixBus DACH GmbH, FlixMobility Experience GmbH, FlixMobility Tech GmbH und FlixTrain GmbH haben von der Befreiungsvorschrift gemäß § 264 Abs. 3 HGB vollumfänglich Gebrauch gemacht. 2.3.2. Unternehmenserwerbe Der Erwerb von Unternehmen (Share Deal sowie Asset Deals soweit sie einen Geschäftsbetrieb darstellen) wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Verbindlichkeiten und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Verbindlichkeiten werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet. Hierzu gelten folgende Ausnahmen:
Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert des zuvor vom Erwerber gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen (sofern gegeben) über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Verbindlichkeiten. Für den Fall, dass sich - auch nach nochmaliger Beurteilung - ein negativer Unterschiedsbetrag ergibt, wird dieser unmittelbar als Ertrag erfolgswirksam erfasst. Anteile nicht beherrschender Gesellschafter, die gegenwärtig Eigentumsrechte vermitteln und dem Inhaber im Falle der Liquidation das Recht gewähren, einen proportionalen Anteil am Nettovermögen des Unternehmens zu erhalten, werden bei Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren Nettovermögens bewertet. Dieses Wahlrecht kann bei jedem Unternehmenszusammenschluss neu ausgeübt werden. Andere Komponenten von Anteilen nicht beherrschender Gesellschafter werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten oder den Wertmaßstäben bewertet, die sich aus anderen Standards ergeben. Enthält die übertragene Gegenleistung eine bedingte Gegenleistung, wird diese mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung innerhalb des Bewertungszeitraums werden rückwirkend korrigiert und entsprechend gegen den Geschäfts- oder Firmenwert gebucht. Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes sind Anpassungen um zusätzliche Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt bestanden. Der Bewertungszeitraum darf jedoch ein Jahr vom Erwerbszeitpunkt an nicht überschreiten. Die Bilanzierung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der bedingten Gegenleistung, die keine Berichtigungen während des Bewertungszeitraumes darstellen, erfolgt in Abhängigkeit davon, wie die bedingte Gegenleistung einzustufen ist. Handelt es sich bei der bedingten Gegenleistung um Eigenkapital, erfolgt keine Folgebewertung an nachfolgenden Abschlussstichtagen; ihre Erfüllung wird innerhalb des Eigenkapitals bilanziert. Eine bedingte Gegenleistung, die einen Vermögenswert oder eine Schuld darstellt, wird an nachfolgenden Abschlussstichtagen gemäß IFRS 9 Finanzinstrumente bewertet und ein resultierender Gewinn oder Verlust in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ist die erstmalige Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses am Ende eines Geschäftsjahres noch nicht abgeschlossen, gibt die Gesellschaft für die Posten mit derartiger Bilanzierung vorläufige Beträge an. Sofern innerhalb des Bewertungszeitraums neue Informationen bekannt werden, die die Verhältnisse zum Erwerbszeitpunkt erhellen, werden die vorläufig angesetzten Beträge korrigiert bzw. es werden zusätzliche Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten angesetzt, falls erforderlich. 2.4. Fremdwährung Bei der Aufstellung der Abschlüsse jedes einzelnen Konzernunternehmens werden Geschäftsvorfälle, die auf andere Währungen als die funktionale Währung des Konzernunternehmens (Fremdwährungen) lauten, mit den am Tag der Transaktion gültigen Kursen umgerechnet. An jedem Abschlussstichtag werden monetäre Posten in Fremdwährung mit dem gültigen Stichtagskurs umgerechnet. Nichtmonetäre Posten in Fremdwährung, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden mit den Kursen umgerechnet, die zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes Gültigkeit hatten. Zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertete nichtmonetäre Posten werden mit dem Wechselkurs zum Zeitpunkt der erstmaligen bilanziellen Erfassung umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten werden grundsätzlich erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie auftreten. Zur Aufstellung eines Konzernabschlusses werden das Ergebnis sowie die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der ausländischen Geschäftsbetriebe des Konzerns, deren funktionale Währung sich von der Berichtswährung Euro unterscheidet, folgendermaßen in Euro (EUR) umgerechnet (mit Ausnahme der Tochterunternehmen in der Türkei, deren funktionale Währung, die Währung eines hyperinflationären Wirtschaftsraums ist):
Bevor die oben beschriebene Umrechnungsmethode angewendet wird, werden die Finanzabschlüsse der türkischen Tochterunternehmen gem. IAS 29 angepasst. Weitere Informationen zur Anpassung sind in Kapitel 2.26 beschrieben. Bei der Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebes werden alle angesammelten Umrechnungsdifferenzen, die dem Flix-Konzern aus diesem Geschäftsbetrieb zuzurechnen sind, in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dabei werden folgende Transaktionen als Veräußerung eines ausländischen Geschäftsbetriebs angesehen:
Ein aus dem Erwerb eines ausländischen Unternehmens entstehender Geschäfts- oder Firmenwert sowie Anpassungen an die beizulegenden Zeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten des ausländischen Unternehmens behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet. Resultierende Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage aus der Währungsumrechnung erfasst. Die für die Umrechnung verwendeten Wechselkurse der wesentlichen Währungen im Flix-Konzern ergeben sich aus folgender Tabelle:
2.5. Ertragsrealisierung Flix erfasst alle Umsatzerlöse nach IFRS 15. Die Umsatzerlöse unterscheiden sich grundsätzlich danach, ob der Flix-Konzern als Prinzipal (Beförderungsleistungen) oder als Agent (Vermittlungsleistungen) handelt. Die Unterscheidung erfolgt durch die Beurteilung vertraglicher Vereinbarungen mit den Mobilitätspartnern. Diese Beurteilung basiert auf spezifischen Indikatoren, die den Schwerpunkt auf die Hauptverantwortung des Unternehmens für die Bereitstellung bestimmter Dienstleistungen, das Bestandsrisiko des Unternehmens und den Ermessensspielraum des Unternehmens bei der Festlegung der Preise für damit verbundene Dienstleistungen legen. Falls Flix die Mehrheit der Risiken und Verantwortung trägt, erfasst Flix die Umsatzerlöse als Prinzipal. Bei Beförderungsleistungen werden die Umsatzerlöse bei Erbringung der Beförderungsleistung grundsätzlich zeitraumbezogen realisiert. Umsatzerlöse aus Beförderungsleistungen beinhalten die Umsatzerlöse aus dem Ticketverkauf für die Fahrten, bei denen der Flix-Konzern als Prinzipal agiert, sowie die Umsatzerlöse aus Zusatzleistungen an Board (Sitzplatzreservierung, Mitnahme des zusätzlichen Gepäcks etc.). Bei Vermittlungsleistungen werden die Umsatzerlöse zeitpunktbezogen bei Vermittlung der Bustickets bzw. bei Antritt der Fahrt realisiert, Flix agiert hier als Agent. Diese Umsatzkategorie wird "Marktplatz" genannt, umfasst die Provision für die über die Flix-Plattform verkauften Tickets und ist in den sonstigen Umsatzerlösen enthalten. Die Umsatzkategorie zusätzliche Plattformleistungen umfasst zusätzliche Erlöse für die Nutzung der Plattform in einem Buchungsprozess, wie Umbuchungsgebühren, Stornierungsgebühren, Plattformgebühren etc. und wird zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem die Plattform genutzt wird. Bei nicht eingelösten Gutscheinen verbucht Flix den erwarteten Anteil als Umsatz der Periode basierend auf den historischen periodischen Einlösungsquoten der Kunden. Die Umsatzerlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und um erwartete Stornobeträge, Rabatte und andere ähnliche Abzüge gekürzt, d.h., die Umsatzerlöse entsprechen dem Transaktionspreis, zu dem der Konzern voraussichtlich berechtigt ist. Variable Gegenleistungen sind im Transaktionspreis enthalten, wenn es hochwahrscheinlich ist, dass es nicht zu einer signifikanten Minderung der Umsatzerlöse kommt, und sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht. Flix-Konzern hat darauf verzichtet, die Höhe der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen aus einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen, weil bei Vertragsbeginn erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung einer zugesagten Beförderungsleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieser Beförderungsleistung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt. Flix-Konzern erfasst die zusätzlichen Kosten einer Vertragsanbahnung bei ihrem Entstehen als Aufwand, wenn der Abschreibungszeitraum, den das Unternehmen anderenfalls erfasst hätte, nicht mehr als ein Jahr beträgt. 2.6. Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der latenten Steuern dar. Laufende und latente Steuern werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden. In diesem Fall wird die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst. Wenn laufende oder latente Steuern aus der erstmaligen Bilanzierung eines Unternehmenszusammenschlusses resultieren, werden die Steuereffekte bei der Bilanzierung des Unternehmenszusammenschlusses einbezogen. Laufende Steuern Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der geltenden bzw. in Kürze geltenden Steuersätze berechnet. Latente Steuern Latente Steuern werden für die Unterschiede zwischen den Buchwerten der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Konzernabschluss und den entsprechenden steuerlichen Wertansätzen im Rahmen der Berechnung des zu versteuernden Einkommens erfasst. Latente Steuerschulden werden im Allgemeinen für alle zu versteuernden temporären Differenzen bilanziert; latente Steueransprüche werden insoweit erfasst, wie es wahrscheinlich ist, dass steuerbare Gewinne zur Verfügung stehen, für welche die abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Solche latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporären Differenzen aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder aus der erstmaligen Erfassung (außer bei Unternehmenszusammenschlüssen) von anderen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ergeben, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Für zu versteuernde temporäre Differenzen, die aus Anteilen an Tochterunternehmen entstehen, werden latente Steuerschulden gebildet, es sei denn, dass der Flix-Konzern die Umkehrung der temporären Differenzen steuern kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht umkehren wird. Latente Steueransprüche, die sich aus temporären Differenzen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen ergeben, werden nur in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ausreichend steuerbares Einkommen zur Verfügung steht, mit dem die Ansprüche aus den temporären Differenzen genutzt werden können. Zudem muss davon ausgegangen werden können, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zukunft umkehren werden. Ein latenter Steueranspruch wird für noch nicht genutzte steuerliche Verluste, noch nicht genutzte Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen in dem Umfang erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Ergebnisse zur Verfügung stehen werden, für die sie genutzt werden können. Zukünftig zu versteuernde Gewinne werden auf Basis der Umkehr zu versteuernder temporärer Differenzen ermittelt. Sollte der Betrag nicht ausreichen, um latente Steueransprüche vollständig zu aktivieren, werden die zukünftig zu versteuernden Gewinne - unter Berücksichtigung der Umkehr temporärer Differenzen - auf Basis der individuellen Geschäftspläne der Tochterunternehmen ermittelt. Latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass der damit verbundene Steuervorteil realisiert werden wird; Zuschreibungen werden vorgenommen, wenn sich die Wahrscheinlichkeit zukünftig zu versteuernder Ergebnisse verbessert. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag geprüft und im Wert gemindert, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Latente Steuerschulden und Steueransprüche werden auf Basis der erwarteten Steuersätze und der Steuergesetze ermittelt, die im Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder der Realisierung des Vermögenswertes voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben, wie der Flix-Konzern zum Abschlussstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren. Latente Steueransprüche und -schulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steueransprüche gegen tatsächliche Steuerschulden besteht und wenn sie sich auf Einkommenssteuern beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben wird, und der Flix-Konzern beabsichtigt, seine kurzfristigen Vermögenswerte und Schulden netto abzurechnen. 2.7. Immaterielle Vermögenswerte Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte Separat, d.h. nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene, immaterielle Vermögenswerte mit einer bestimmbaren Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen erfasst. Die planmäßigen Abschreibungen werden linear über die erwartete Nutzungsdauer aufwandswirksam erfasst. Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Separat erworbene immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten abzüglich Wertminderungen erfasst. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben. Schätzungsänderungen werden stets prospektiv berücksichtigt. Geschäfts- oder Firmenwert Der aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Geschäfts- oder Firmenwert wird zu Anschaffungskosten abzüglich ggf. erforderlicher Wertminderungen bilanziert und ist gesondert in der Konzernbilanz ausgewiesen. Für Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der Geschäfts- oder Firmenwert bei Erwerb auf jene zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (oder Gruppen davon) des Konzerns aufgeteilt, von denen erwartet wird, dass sie einen Nutzen aus den Synergien des Zusammenschlusses ziehen können. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, welchen ein Teil des Geschäfts- oder Firmenwertes zugeteilt wurde, werden jährlich bzw. anlassbezogen auf Wertminderung geprüft. Zur Ermittlung eines eventuellen Wertminderungsbedarfs der zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird dessen erzielbarer Betrag (der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten und des Nutzungswerts) mit dem Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verglichen. Wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit kleiner ist als der Buchwert der Einheit, wird der Wertminderungsaufwand zunächst dem Buchwert eines der Einheit zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwertes und dann anteilig den anderen Vermögenswerten auf Basis der Buchwerte eines jeden Vermögenswertes im Verhältnis zum Gesamtbuchwert der Vermögenswerte innerhalb der Einheit zugeordnet. Der Werthaltigkeitstest wird nach der Discounted-Cashflow-Methode durchgeführt. Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten sowie des Nutzungswertes werden die zu erwartenden Cashflows aus den Daten der Unternehmensplanung zugrunde gelegt. Sofern erforderlich, wird die Unternehmensplanung an abweichende Markterwartungen angepasst. Die zu erwartenden Cashflows werden anhand eines marktadäquaten Zinssatzes abgezinst. Im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes abzüglich der Verkaufskosten werden keine spezifischen Synergien der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten berücksichtigt. Jeglicher Wertminderungsaufwand des Geschäfts- oder Firmenwertes wird direkt in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in künftigen Perioden nicht aufgeholt werden. Bei der Veräußerung einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit wird der darauf entfallende Betrag des Geschäfts- oder Firmenwertes im Rahmen der Ermittlung des Abgangserfolges berücksichtigt. Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte - Forschungs- und Entwicklungskosten Kosten für Forschungsaktivitäten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert, der sich aus einer Entwicklungstätigkeit ergibt, wird dann bilanziert, wenn die folgenden Punkte erfüllt und nachgewiesen sind:
Der Betrag, mit dem ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert erstmalig aktiviert wird, ist die Summe der entstandenen Aufwendungen, falls angefallen inklusive Fremdkapitalkosten, von dem Tag an, an dem der immaterielle Vermögenswert die oben genannten Bedingungen erstmals erfüllt. Wenn ein selbst erstellter immaterieller Vermögenswert nicht aktiviert werden kann bzw. noch kein immaterieller Vermögenswert vorliegt, werden die Entwicklungskosten erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie entstehen. Bis zur Fertigstellung werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte zu Herstellungskosten, einschließlich aktivierter Fremdkapitalkosten, als Anlagen in Entwicklung erfasst. In den Folgeperioden werden selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte, genauso wie erworbene immaterielle Vermögenswerte, zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich der kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Aktivierte Entwicklungskosten werden über eine Nutzungsdauer von drei Jahren linear abgeschrieben. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. In den Folgeperioden werden immaterielle Vermögenswerte mit einer begrenzten Nutzungsdauer, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, genauso wie einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen bewertet. Immaterielle Vermögenswerte mit einer unbestimmten Nutzungsdauer werden einer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung unterzogen. Nutzungsdauer Folgende Nutzungsdauern wurden für die Berechnung der Abschreibungen zugrunde gelegt:
Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte Ein immaterieller Vermögenswert ist bei Abgang, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von seiner Nutzung oder seinem Abgang erwartet wird, auszubuchen. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.8. Sachanlagen Sachanlagen (mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen) werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen ausgewiesen. Grundstücke haben eine unbestimmte Nutzungsdauer und werden somit nicht planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt derart, dass die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Vermögenswerten (mit Ausnahme von Grundstücken oder Anlagen im Bau und geleistete Anzahlungen) abzüglich ihrer Restwerte über deren Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Der Buchwert einer Sachanlage ist um Zuwendungen der öffentlichen Hand gemindert. Hierbei handelt es sich größtenteils um Bus-Terminals, welche als Infrastrukturprojekte teilweise von der öffentlichen Hand gefördert werden. Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden an jedem Abschlussstichtag überprüft. Sämtliche notwendigen Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt. Die folgenden wirtschaftlichen Nutzungsdauern wurden für die Ermittlung der Abschreibungen der wesentlichen Sachanlagen zugrunde gelegt:
Eine Sachanlage wird bei Abgang, oder wenn kein weiterer wirtschaftlicher Nutzen von ihrer Nutzung oder ihrem Abgang erwartet wird, ausgebucht. Der Gewinn oder Verlust aus der Ausbuchung einer Sachanlage, bewertet mit der Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes, wird im Zeitpunkt der Ausbuchung des Vermögenswertes in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.9. Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts Zu jedem Abschlussstichtag überprüft der Flix-Konzern die Buchwerte der Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte, um festzustellen, ob es Anhaltspunkte für eine eingetretene Wertminderung dieser Vermögenswerte gibt. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang eines eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Wenn der Vermögenswert keine von anderen Vermögenswerten unabhängigen Zahlungsmitteleingänge generiert, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, zu welcher der Vermögenswert gehört. Wenn eine angemessene und stetige Grundlage zur Verteilung ermittelt werden kann, werden die gemeinschaftlichen Vermögenswerte auf die einzelnen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten verteilt. Andernfalls erfolgt eine Verteilung auf die kleinste Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, für die eine angemessene und stetige Grundlage der Verteilung ermittelt werden kann. Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer bzw. bei solchen, die noch nicht für eine Nutzung zur Verfügung stehen, wird mindestens jährlich und immer dann, wenn ein Anhaltspunkt für eine Wertminderung vorliegt, ein Wertminderungstest durchgeführt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes werden die geschätzten künftigen Zahlungsströme mit einem Vorsteuerzinssatz abgezinst. Dieser Vorsteuerzinssatz berücksichtigt zum einen die momentane Markteinschätzung über den Zeitwert des Geldes, zum anderen die dem Vermögenswert inhärenten Risiken, insoweit diese nicht bereits Eingang in die Schätzung der Zahlungsströme gefunden haben. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf den erzielbaren Betrag vermindert. Der Wertminderungsaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst. Sollte sich der Wertminderungsaufwand in der Folge umkehren, wird der Buchwert des Vermögenswertes oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf die jüngste Schätzung des erzielbaren Betrages erhöht. Die Erhöhung des Buchwertes ist dabei auf den Wert beschränkt, der sich ergeben hätte, wenn für den Vermögenswert oder die zahlungsmittelgenerierende Einheit in den Vorjahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird unmittelbar erfolgswirksam erfasst. 2.10. Zuwendungen der öffentlichen Hand Zuwendungen der öffentlichen Hand werden so lange nicht erfasst, bis eine angemessene Sicherheit darüber besteht, dass der Flix-Konzern die dazugehörigen Bedingungen, die mit den Zuwendungen in Verbindung stehen, erfüllen wird und die Zuwendungen auch gewährt werden. Zuwendungen der öffentlichen Hand werden planmäßig in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag oder direkt von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen erfasst, und zwar in den Perioden, in denen der Flix-Konzern die entsprechenden Aufwendungen, die die Zuwendungen der öffentlichen Hand kompensieren sollen, als Aufwendungen ansetzt. Der Betrag an Zuwendungen, die direkt von den entsprechenden Aufwendungen abgezogen wurde, wird in den Erläuterungskapiteln zu den einzelnen Positionen der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung angegeben. Zuwendungen der öffentlichen Hand, die als Ausgleich für bereits angefallene Aufwendungen oder Verluste oder zur sofortigen finanziellen Unterstützung ohne künftig damit verbundenen Aufwand gezahlt werden, werden in der Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der entsprechende Anspruch entsteht. 2.11. Leasing Der Flix-Konzern als Leasingnehmer Der Flix-Konzern bilanziert grundsätzlich für alle Leasingverhältnisse Nutzungsrechte an den Leasinggegenständen sowie Verbindlichkeiten für die eingegangenen Zahlungsverpflichtungen zu Barwerten. Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten folgende Leasingzahlungen:
Leasingzahlungen werden mit dem Zinssatz abgezinst, der dem Leasingverhältnis implizit zugrunde liegt, sofern dieser bestimmbar ist. Ansonsten erfolgt eine Abzinsung mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz. Nutzungsrechte werden mit dem Barwert der Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:
Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die Abschreibung auf Nutzungsrechte wird linear über den Zeitraum des Vertragsverhältnisses vorgenommen. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (mit einer Laufzeit von weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht, und die Leasingzahlungen als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und- Verlust-Rechnung erfasst. Einige Leasingverträge enthalten Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Flix-Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Laufzeitänderungen aus der Ausübung von Verlängerungsoptionen bzw. Nicht-Ausübung von Kündigungsoptionen werden bei der Vertragslaufzeit nur berücksichtigt, wenn sie hinreichend sicher sind. Die Nutzungsrechte werden nach IAS 36 auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn Hinweise auf eine mögliche Wertminderung vorliegen. Die Leasingverbindlichkeit wird berechnet mittels Diskontierungszinssätzen, Vertragslaufzeit, Abgrenzung der fixen Leasingzahlungen. Zur Ermittlung des Barwerts der künftigen Mindestleasingzahlungen werden laufzeitkompatible Fremdkapitalzinssätze länder- und währungsspezifisch angewendet unter Berücksichtigung von Grundmietzeit und Verlängerungsoptionen, sofern diese hinreichend sicher ausgeübt werden. Die Folgebewertung der Leasingverbindlichkeit erfolgt durch Erhöhung des Buchwerts um die Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit (unter Anwendung der Effektivzinsmethode) und durch Reduzierung des Buchwerts der Leasingverbindlichkeit um die geleisteten Leasingzahlungen. Der Flix-Konzern als Leasinggeber Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken vom Flix-Konzern auf den Leasingnehmer übertragen werden, werden als Finanzierungsleasingverhältnisse eingestuft. Der Flix-Konzern erfasst eine Forderung in Höhe der Nettoinvestition aus dem Leasingverhältnis. Die periodische Verteilung der Erträge aus den Finanzierungsleasingverträgen ergibt eine im Zeitablauf konstante Verzinsung des ausstehenden Nettoinvestitionswerts aus den Finanzierungsleasingverhältnissen. 2.12. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sind Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zwecke der Wertsteigerung gehalten werden. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei Zugang mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, einschließlich Transaktionskosten, angesetzt. Nach dem erstmaligen Ansatz werden als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien nach dem Anschaffungskostenmodell bilanziert - Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen abzüglich kumulierter Wertminderungen. Eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie wird bei Abgang oder dann, wenn sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden soll und ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen nicht mehr erwartet wird, ausgebucht. Der sich aus der Ausbuchung ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswertes und wird in der Periode der Ausbuchung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. 2.13. Vorräte Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Bewertung der Vorräte folgt grundsätzlich der Anschaffungskosten- und/oder Durchschnittskostenmethode und in manchen Fällen anhand der FIFO-Methode. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufspreis der Vorräte abzüglich aller geschätzten Aufwendungen dar, die für die Veräußerung noch notwendig sind. Wertminderungen auf den Nettoveräußerungswert werden in der Berichtsperiode als Aufwand erfasst. 2.14. Finanzielle Vermögenswerte Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte werden in die folgenden Bewertungskategorien eingeteilt:
Die Klassifizierung finanzieller Vermögenswerte hängt von den Merkmalen der Vertragsbedingungen der Zahlungsströme des finanziellen Vermögenswerts und von dem Geschäftsmodell ab, mit dem der Flix-Konzern diese steuert. Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert und bewertet werden, werden im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel gehalten, um vertragliche Zahlungsströme zu vereinnahmen und zu Zahlungsströmen zu führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen (SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Finanzielle Vermögenswerte, die über das sonstige Ergebnis zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet werden, werden im Rahmen eines Geschäftsmodells mit dem Ziel gehalten, sowohl die vertragliche Cashflows zu vereinnahmen als auch zu verkaufen und Cashflows zu generieren, bei denen es sich ausschließlich um Tilgungs- und Zinszahlungen (SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag handelt. Finanzielle Vermögenswerte mit Cashflows, die keine SPPI sind, werden unabhängig vom Geschäftsmodell erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet. Ungeachtet des Vorstehenden kann Flix beim erstmaligen Ansatz eine unwiderrufliche Entscheidung zur Klassifizierung treffen:
Flix hält ausschließlich finanzielle Vermögenswerte, um die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen. Folglich wurden diejenigen finanziellen Vermögenswerte, die zu Cashflows führen, bei denen es sich ausschließlich um Kapital- und Zinszahlungen (SPPI) auf den ausstehenden Kapitalbetrag handelt, verpflichtend als finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. Standardmäßig wurden alle anderen finanziellen Vermögenswerte verpflichtend erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert und bewertet. Erstmaliger Ansatz und Bewertung Finanzielle Vermögenswerte sind zu erfassen, wenn ein Konzernunternehmen Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zu seinem beizulegenden Zeitwert sowie im Falle eines finanziellen Vermögenswerts, der nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, zuzüglich der Transaktionskosten. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente enthalten, werden mit dem gemäß IFRS 15 ermittelten Transaktionspreis bewertet. Folgebewertung Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten werden in der Folgebewertung unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet und unterliegen dem Modell der erwarteten Kreditverluste. Die Effektivzinsmethode ist eine Methode zur Berechnung der fortgeführten Anschaffungskosten eines Schuldinstruments und zur Verteilung der Zinserträge auf den relevanten Zeitraum. Die fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts sind der Betrag, mit dem der finanzielle Vermögenswert beim erstmaligen Ansatz bewertet wird, abzüglich der Tilgungszahlungen, zuzüglich der kumulierten Amortisierung aller Differenzen zwischen diesem ursprünglichen Betrag und dem Fälligkeitsbetrag unter Verwendung der Effektivzinsmethode, angepasst um etwaige Wertberichtigungen. Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswerts entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten eines finanziellen Vermögenswerts vor Berücksichtigung etwaiger Wertberichtigung. Der Effektivzinssatz ist der Zinssatz, der den geschätzten künftigen Geldeingang (inklusive aller Gebühren, die Teil des Effektivzinssatzes sind, Transaktionskosten und sonstiger Agien und Disagien), aber ohne Berücksichtigung erwarteter Kreditverluste über die erwartete Laufzeit des Schuldinstruments oder gegebenenfalls einen kürzeren Zeitraum genau auf den Bruttobuchwert des Schuldinstruments beim erstmaligen Ansatz abzinst. Die Wertberichtigung für alle erwarteten Kreditverluste (ECL) aus finanziellen Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten wird erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Zinserträge werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und sind in der Position "Zinserträge" enthalten. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden in der Folge am Ende jeder Berichtsperiode zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei etwaige Gewinne oder Verluste aus dem beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust erfasst werden. Der im Gewinn oder Verlust erfasste Nettogewinn oder -verlust umfasst etwaige Dividenden oder Zinsen, die auf den finanziellen Vermögenswert erwirtschaftet werden. Der beizulegende Zeitwert wird auf die in Kapitel 32.9 beschriebene Weise ermittelt. Ausbuchung Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird dann ausgebucht (d.h. aus der Konzernbilanz entfernt), wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
Bei der Ausbuchung eines zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerts wird die Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts zum Zeitpunkt der Ausbuchung und der Summe der erhaltenen und zu erhaltenden Gegenleistung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten Weitere Einzelheiten zur Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten sind in den folgenden Anhangsangaben enthalten:
Flix erfasst eine Wertberichtigung für die erwarteten Verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden und Forderungen aus Finanzierungsleasingverhältnissen. Die Höhe der erwarteten Verluste wird zu jedem Bilanzstichtag aktualisiert, um den Veränderungen des Ausfallrisikos seit der erstmaligen Erfassung des Finanzinstruments Rechnung zu tragen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfasst der Konzern stets die über die erwartete Restlaufzeit erwarteten Verluste. Diese werden anhand einer Wertberichtigungsmatrix, unter Bezugnahme auf den bisherigen Ausfall der Schuldner und einer Analyse der aktuellen Finanzlage der Schuldner, unter Berücksichtigung von schuldnerspezifischen Faktoren, der allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen der Branche, in der die Schuldner tätig sind, und einer Beurteilung sowohl der aktuellen als auch der prognostizierten Entwicklung der Verhältnisse am Bilanzstichtag geschätzt. Für alle anderen Finanzinstrumente erfasst Flix den über die Restlaufzeit erwarteten Verlust nur dann, wenn sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung signifikant erhöht hat. Hat sich das Ausfallrisiko seit der erstmaligen Erfassung nicht signifikant erhöht, erfasst Flix für diese Finanzinstrumente weiterhin den erwarteten 12-Monats-Verlust als Wertberichtigung. Der über die Restlaufzeit erwartete Verlust stellt den sich aus allen möglichen Ausfallereignissen über die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments ergebenden Verlust dar. Im Gegensatz dazu repräsentiert der erwartete 12-Monats-Verlust den Teil des über die Laufzeit erwarteten Verlusts, der aus möglichen Ausfallereignissen innerhalb der nächsten zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag resultiert. 2.15. Liquide Mittel Liquide Mittel werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sie umfassen Barbestände, auf Abruf zur Verfügung stehende Bankguthaben und andere kurzfristige hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die im Zeitpunkt der Anschaffung eine Laufzeit von maximal drei Monaten aufweisen. Bankguthaben und Kassenbestände beinhalten Bankbestände mit Verfügungsbeschränkung, die in Kapitel 33 näher erläutert werden. Aufgrund der relativ kurzfristigen Laufzeiten sowie der Beurteilung der Bonität der Kontrahenten wird das Kreditrisiko als gering eingestuft. 2.16. Eigenkapital Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Verbindlichkeiten begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkt zurechenbarer Ausgabekosten erfasst. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Rückkäufe von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden direkt vom Eigenkapital abgezogen. Weder Kauf noch Verkauf, Ausgabe oder Einziehung von eigenen Eigenkapitalinstrumenten werden in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Von einem Konzernunternehmen emittierte Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung und den Definitionen als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert. 2.17. Anteilsbasierte Vergütungen Flix SE verfügt über ein Virtual Stock Option Program (VSOP), das es ausgewählten Mitarbeitern ermöglicht, an zukünftigen Wertsteigerungen des Unternehmens zu partizipieren. Im Gegensatz zu einem Employee Stock Ownership Plan (ESOP) berechtigt der VSOP den Begünstigten nicht zum Bezug von Aktien, sondern löst einen vertraglichen Anspruch auf den Erhalt von Bargeld oder Aktien der Flix SE aus, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ob eine Auszahlung in bar oder in Eigenkapitalinstrumenten erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Damit fällt die Transaktion unter die Kategorie einer aktienbasierten Vergütungstransaktion, bei der Flix SE ein Abwicklungswahlrecht hat. Da das Unternehmen festgestellt hat, dass es derzeit keine Verpflichtung zum Barausgleich hat, wird die Transaktion als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente eingestuft. Die Kosten für anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden als Aufwand linear über einen Zeitraum von vier Jahren mit einer entsprechenden Erhöhung der sonstigen Rücklagen im Eigenkapital erfasst. Dies ist der Zeitraum, über den alle festgelegten Ausübungsbedingungen erfüllt sein müssen, der sogenannte Erdienungszeitraum. Der als Aufwand zu verbuchende Gesamtbetrag wird unter Bezugnahme auf den beizulegenden Zeitwert der zum Zeitpunkt der Zuteilung gewährten Optionen unter Verwendung des Black-Scholes-Merton-Bewertungsmodells ermittelt und angepasst, um die beste Schätzung von Flix SE hinsichtlich der Anzahl der voraussichtlich ausgeübten Optionen widerzuspiegeln. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der Optionen am Tag der Gewährung werden die Auswirkungen der Marktentwicklung und der Nichtausübungsbedingungen berücksichtigt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Service- und nicht marktbezogenen Leistungsbedingungen erfüllt werden, wird bei der Ermittlung der besten Schätzung von Flix SE für die Anzahl der voraussichtlich auszuübenden Optionen beurteilt. Am Ende jedes Berichtszeitraums überprüft die Flix SE ihre Schätzung der Anzahl der Optionen, die voraussichtlich ausgeübt werden. Die Auswirkungen der Änderung der ursprünglichen Schätzung, sofern vorhanden, werden im Gewinn oder Verlust mit einer entsprechenden Anpassung im Eigenkapital erfasst. In Fällen, in denen der Mitarbeiter vor dem Tag der Gewährung mit der Erbringung von Dienstleistungen beginnt, schätzt Flix SE den beizulegenden Zeitwert am Tag der Gewährung, um die Dienstleistungen ab dem Datum des Dienstbeginns zu erfassen. Sobald der Tag der Gewährung festgelegt ist, überarbeitet die Flix SE ihre Schätzung und passt prospektiv die ursprünglich erfassten Beträge an, basierend auf dem tatsächlichen beizulegenden Zeitwert der Eigenkapitalinstrumente am Tag der Gewährung. Die Auswirkungen von Änderungen, die den gesamten beizulegenden Zeitwert der anteilsbasierten Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erhöhen oder auf andere Weise für den Mitarbeiter von Vorteil sind, werden als zusätzlicher Aufwand in der Konzern-Gewinn-und Verlustrechnung erfasst, der zum Zeitpunkt der Änderung bewertet wird, mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals. Wenn eine anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente während des Erdienungszeitraums aus einem anderen Grund als dem Verfall storniert oder ausgeglichen wird, wird der verbleibende Teil des beizulegenden Zeitwerts der Option sofort aufwandswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst, was zu einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals führt. Weitere Informationen über anteilsbasierte Vergütung sind in Kapitel 26 enthalten. 2.18. Leistungen an Arbeitnehmer Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Kosten für die Leistungserbringung mittels des Verfahrens der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt, wobei zu jedem Abschlussstichtag eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt wird. Neubewertungen, bestehend aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten, Veränderungen, die sich aus der Anwendung der Vermögenswertobergrenze ergeben und dem Ertrag aus dem Planvermögen (ohne Zinsen auf die Nettoschuld), werden unmittelbar im sonstigen Ergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der sonstigen Rücklagen und werden nicht mehr in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Aufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. Die Nettozinsen ergeben sich aus der Multiplikation des Abzinsungssatzes mit der Nettoschuld (Pensionsverpflichtung abzüglich Planvermögen) oder dem Nettovermögenswert, der sich ergibt, sofern das Planvermögen die Pensionsverpflichtung übersteigt, zu Beginn des Geschäftsjahres. Die leistungsorientierten Kosten beinhalten die folgenden Bestandteile:
Die in der Konzernbilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung stellt die aktuelle Unter- oder Überdeckung der leistungsorientierten Versorgungspläne des Konzerns dar. Jede Überdeckung, die durch diese Berechnung entsteht, ist auf den Barwert künftigen wirtschaftlichen Nutzens begrenzt, der in Form von Rückerstattungen aus den Plänen oder geminderter künftiger Beitragszahlungen an die Pläne zur Verfügung steht. Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden dann als Aufwand erfasst, wenn die Arbeitnehmer die Arbeitsleistung erbracht haben, die sie zu den Beiträgen berechtigen. Für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer ist in der Periode der Leistungserbringung seitens der Arbeitnehmer der nicht abgezinste Betrag der Leistung zu erfassen, der erwartungsgemäß im Austausch für die erbrachte Leistung gezahlt wird. Die erwarteten Kosten für kurzfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer in Form von vergüteten Abwesenheiten sind im Fall ansammelbarer Ansprüche dann zu erfassen, wenn die Arbeitsleistungen, die die Ansprüche der Arbeitnehmer auf bezahlte künftige Abwesenheit erhöhen, erbracht werden. Im Fall nicht ansammelbarer Ansprüche erfolgt die Erfassung hingegen in dem Zeitpunkt, in dem die Abwesenheit eintritt. 2.19. Rückstellungen, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten Rückstellungen werden gebildet, wenn der Flix-Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung (rechtlicher und/oder faktischer Natur) aus einem vergangenen Ereignis hat und es wahrscheinlich ist, dass die Erfüllung der Verpflichtung mit dem Abfluss von Ressourcen einhergeht und eine verlässliche Schätzung des Betrages der Rückstellung möglich ist. Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert, der sich am Abschlussstichtag für die hinzugebende Leistung ergibt, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Dabei sind der Verpflichtung inhärente Risiken und Unsicherheiten zu berücksichtigen. Wird eine Rückstellung auf Basis der für die Erfüllung der Verpflichtung geschätzten Zahlungsströme bewertet, sind diese Zahlungsströme abzuzinsen, sofern der Zinseffekt wesentlich ist. Kann davon ausgegangen werden, dass Teile oder der gesamte zur Erfüllung der Rückstellung notwendige wirtschaftliche Nutzen durch einen außenstehenden Dritten erstattet wird, wird dieser Anspruch als Vermögenswert aktiviert, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist und ihr Betrag zuverlässig geschätzt werden kann. Eventualverbindlichkeiten werden im Konzernabschluss nicht erfasst, jedoch in Kapitel 34 offengelegt, es sei denn, die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist unwahrscheinlich. Eventualforderungen werden im Konzernabschluss nicht erfasst, jedoch in Kapitel 34 offengelegt, wenn ein Zufluss von wirtschaftlichem Nutzen wahrscheinlich ist. 2.20. Finanzielle Verbindlichkeiten Erstmaliger Ansatz und Bewertung Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz als finanzielle Verbindlichkeiten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten klassifiziert. Sämtliche finanziellen Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, zuzurechnen sind, reduzieren den beizulegenden Zeitwert der finanziellen Verbindlichkeiten bei Zugang. Transaktionskosten, die direkt der Emission von finanziellen Verbindlichkeiten zuzurechnen sind, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, werden unmittelbar in der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung erfasst. Ungeachtet des Vorstehenden kann Flix beim erstmaligen Ansatz eine unwiderrufliche Entscheidung treffen, eine finanzielle Verbindlichkeit, die keine zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeit oder eine bedingte Gegenleistung eines Erwerbers im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses ist, als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu klassifizieren, wenn:
Die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns umfassen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, Darlehen einschließlich Kontokorrentkrediten, Nachrangdarlehen und bedingter Gegenleistungen aus Unternehmenszusammenschlüssen. Folgebewertung Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke des Rückkaufs in der nahen Zukunft eingegangen wurden. Flix klassifiziert bedingte Kaufpreisbestandteile als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert. Dabei werden sämtliche aus der Bewertung resultierenden Gewinne oder Verluste erfolgswirksam vereinnahmt. Der in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Nettogewinn oder -verlust schließt die für die finanzielle Verbindlichkeit bezahlten Zinsen ein und wird im Posten Finanzergebnis ausgewiesen. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes wird in Kapitel 32.9 beschrieben. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten einschließlich verzinslicher Darlehen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition sowie von Gebühren oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen. Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung im Zinsaufwand enthalten. Ausbuchung Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die ihr zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben Kreditgebers mit substanziell anderen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, so wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst. 2.21. Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Eventualverbindlichkeiten Aus einem Unternehmenszusammenschluss resultierende Eventualverbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. An darauffolgenden Abschlussstichtagen werden solche Eventualverbindlichkeiten mit dem höheren Betrag aus dem erstmaligen Ansatz gegebenenfalls abzüglich der in Übereinstimmung mit den Anforderungen für Ertragsrealisierung gem. IFRS 15 erfassten kumulierten Auflösung und dem sich gem. IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen ergebenden Wert angesetzt. 2.22. Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten Bei der Anwendung der in Kapitel 2 dargestellten Konzernbilanzierungs- und -bewertungsmethoden muss der Vorstand in Bezug auf die Buchwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht ohne Weiteres aus anderen Quellen ermittelt werden können, Sachverhalte beurteilen, Schätzungen vornehmen und Annahmen treffen. Die Schätzungen und die ihnen zugrunde liegenden Annahmen resultieren aus Vergangenheitserfahrungen sowie weiteren als relevant erachteten Faktoren. Die tatsächlichen Werte können von den Schätzungen abweichen. Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden, sofern die Änderung nur eine Periode betrifft, nur in dieser berücksichtigt. Falls die Änderungen die aktuelle sowie die folgenden Berichtsperioden betreffen, werden diese entsprechend in dieser und den folgenden Perioden berücksichtigt. Ermessensentscheidungen und Schätzunsicherheiten betreffen insbesondere die Bewertung von Geschäfts- oder Firmenwerten und erworbenen immateriellen Vermögenswerten, Anteilsbasierte Vergütungen und Leasingverhältnisse. 2.22.1. Bedeutende Ermessensausübung der Geschäftsführung bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Bedeutende Ermessensentscheidungen beziehen sich auf Ertragsrealisierung, Leasingverhältnisse sowie der Höhe der latenten Steuern. Ertragsrealisierung Für die Festlegung im Rahmen der Umsatzerlöse, ob Flix als Principal oder Agent agiert, werden die Kriterien in IFRS 15 zugrunde gelegt. Dabei werden die spezifischen Indikatoren beurteilt, die in der Gesamtbetrachtung wer die Mehrheit der Risiken und Verantwortung trägt, beurteilt. Hierbei werden teilweise Ermessensentscheidungen bei der Beurteilung der einzelnen Risiken getroffen, die zu einer Festlegung führen, ob Flix als Prinzipal oder Agent agiert. Leasingverhältnisse Um das Nutzungsrecht und die entsprechende Leasingverbindlichkeit zu Beginn des Leasingverhältnisses oder bei Änderung eines Leasingverhältnisses zu bewerten, sind Ermessensentscheidungen bei der Bestimmung des relevanten Abzinsungssatzes und der Bestimmung der Leasinglaufzeit im Falle von Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen erforderlich. Weitere Informationen finden Sie in den Kapiteln 2.11 und 35. Latente Steuern Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, so dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Schätzung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Weitere Einzelheiten zu den latenten Steuerpositionen können Kapitel 14 entnommen werden. 2.22.2. Hauptquellen von Schätzunsicherheiten Im Folgenden werden die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie die sonstigen wesentlichen Quellen von Schätzunsicherheiten zum Ende der Berichtsperiode angegeben, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der ausgewiesenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erforderlich wird. Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts Für die Bestimmung des Vorliegens einer Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts ist es erforderlich, den erzielbaren Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet worden ist, zu ermitteln. Die Berechnung des erzielbaren Betrags bedarf der Schätzung künftiger Cashflows aus der zahlungsmittelgenerierenden Einheit sowie eines geeigneten Abzinsungssatzes für die Barwertberechnung. Wenn die tatsächlich erwarteten künftigen Cashflows geringer als bisher geschätzt ausfallen, kann sich eine wesentliche Wertminderung ergeben. Das Ergebnis dieser Bewertung ist in hohem Maße von der Einschätzung über die künftigen Zahlungsmittelzuflüsse, die langfristigen Wachstumsraten sowie die zur Diskontierung verwendeten WACC-Sätze abhängig und daher mit Unsicherheiten und Ermessensspielräumen behaftet. Weitere Einzelheiten zum Geschäfts- oder Firmenwert können dem Kapitel 15 entnommen werden. Rückstellungen Der Rückstellungsbedarf wird anhand der Erwartungen des Managements und der besten Schätzung des wahrscheinlichsten künftigen Erfüllungsbetrags ermittelt. Weitere Informationen zu Rückstellungen sind in den Kapiteln 2.19. und 28. zu finden. Anteilsbasierte Vergütungen Die Bewertung von dem anteilsbasiertem Vergütungsprogramm des Flix-Konzerns unterliegt verschiedenen Schätzungen und Annahmen wie beispielsweise das Exit-Datum. Weitere Einzelheiten können den Kapiteln 2.17 und 26 entnommen werden. 2.23. Neue und geänderte Standards und Interpretationen Zusätzlich zu den bisher angewandten Standards wurden alle von der EU übernommenen Rechnungslegungsstandards, die seit Anfang des Jahres in Kraft getretenen sind, von Flix angewendet. Keine der neuen Regelungen hat für Flix wesentliche Auswirkungen. Die ab diesem Jahr geltenden Normen sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
2.24. Neue aber noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen Die folgenden neuen bzw. geänderten Standards bzw. Interpretationen wurden vom IASB bereits verabschiedet, sind aber noch nicht verpflichtend in Kraft getreten bzw. noch nicht in europäisches Recht übernommen worden. Die Gesellschaft hat die Regelungen nicht vorzeitig angewandt.
2.25. Vorjahreskorrekturen IFRS 15 Bruttoumsatz-Korrektur gem. IAS 8.42 IFRS 15 legt Grundsätze für die Erfassung von Umsatzerlösen fest, die auf der Übertragung der Kontrolle über Waren oder Dienstleistungen an Kunden basieren. Ein entscheidender Aspekt dieses Standards ist die Bestimmung, ob ein Unternehmen in einem bestimmten Vertrag als Prinzipal oder als Agent handelt. Flix operiert überwiegend in einem Partnermodell, bei dem die eigentliche Transportleistung von einem fremden Dritten (Mobilitätspartner) erfüllt wird. In diesen Fällen agiert Flix üblicherweise als Prinzipal und erfasst den gesamten Ticketpreis (ohne Steuern) als Umsatz. In anderen Verträgen verkauft Flix lediglich Tickets im Namen des Mobilitätspartners und erfasst Umsatzerlöse aus Verkaufskommissionen (Agent). Grundsätzlich hatte Flix festgelegt, dass es als Prinzipal fungiert, wenn Flix Konzessionsinhaber ist, und als Agent, wenn sein Mobilitätspartner Konzessionsinhaber ist. Im Jahr 2023 beurteilte Flix seine Geschäftsmodelle neu und kam zu dem Schluss, dass Flix in 20 Kooperationen mit Mobilitätspartnern, unabhängig von der Konzessionsinhaberschaft, als Prinzipal die Erbringung der Transportleistung an den Endkunden beherrscht. Die vorherige Umsatzrealisierung als Agent war nicht IFRS 15 konform. Die Neubeurteilung wurde auf Basis von Faktoren wie die Hauptverantwortung von Flix für die Vertragserfüllung, den Ermessensspielraum bei der Preisgestaltung und die Kontrolle über den Service bestimmt. Die Änderung wurde rückwirkend angewendet und führte zu einem Anstieg der Umsatzerlöse, der durch einen Anstieg des Material- und Dienstleistungsaufwandes ausgeglichen wurde. Die Änderung hat keine Auswirkungen auf Konzernergebnis, Konzernbilanz und Konzern-Kapitalflussrechnung. Die angepassten Vorjahresbeträge sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
IAS 29 Hyperinflation - Korrektur gem. IAS 8.42 Flix hat im Jahr 2022 erstmals IAS 29 "Finanzberichterstattung in Hochinflationsländern" angewendet. Im Jahr 2023 sind uns folgende Fehler in unserer Anwendung des Standards aufgefallen:
Die Auswirkungen beider Korrekturen auf die Konzernbilanz und die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst.
Diese Änderungen hatten folgende Auswirkungen auf die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung:
Die Konzern-Kapitalflussrechnung hat sich wie folgt geändert:
IFRS 8 Segmentberichterstattung - Korrektur gem. IAS 8.42 In den Vorjahren wurden einige Umsatzerlöse unter den Konzernfunktionen ausgewiesen, anstatt sie den Geschäftssegmenten zuzuordnen (u.a. Umsatzerlöse aus abgelaufenen Gutscheinen). Ebenso waren in dem bereinigtem EBITDA der Geschäftssegmente einige konzerninterne Transaktionen (u.a. Verrechnungen für zentralisierte Dienstleistungen) nicht enthalten. Beides stand nicht im Einklang mit der internen Berichterstattung an den CODM (= Vorstand der Flix SE) und wurde daher berichtigt. Die Vorjahreszahlen in der Segmentberichterstattung wurden entsprechend angepasst. Die Umsatzerlöse und das bereinigte EBITDA des Konzerns sowie andere Teile des Abschlusses waren hiervon nicht betroffen.
2.26. Hyperinflation Die Türkei wurde im Jahr 2022 als hochinflationäres Land eingestuft. Jahresabschlüsse von Tochtergesellschaften, die türkische Lira als funktionale Währung verwenden, werden gemäß IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" angepasst, um die Auswirkungen der lokalen Inflation zu berücksichtigen. IAS 29 schreibt einen Anpassungsansatz vor, bei dem die in der Hochinflationswährung erfassten Finanzinformationen, durch Anwendung eines allgemeinen Preisindizes angepasst und in der am Ende des Berichtszeitraums geltenden Maßeinheit ausgedrückt werden. Dieses Verfahren zielt darauf ab, die Vergleichbarkeit zwischen den Perioden zu verbessern, indem die Finanzinformationen an die Änderungen der Kaufkraft des Geldes angepasst werden. Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften, die türkische Lira als funktionale Währung verwenden, basieren auf dem historischen Anschaffungskostenansatz. Für die Indexierung werden die vom türkischen Statistikamt (Türkiye İstatistik Kurumu) veröffentlichten Verbraucherpreisindizes verwendet. Der Preisindex zum 31. Dezember 2023 (2003=100) beträgt 1.859,38 (01. Januar 2023: 1.128,45). In diesem Zusammenhang werden nicht monetäre Posten in der Bilanz, die zu historischen Anschaffungskosten bewertet werden, vor der Umrechnung in die Konzernwährung anhand eines Preisindizes vom Anschaffungszeitpunkt bis zum Ende der Berichtsperiode angepasst. Für nicht monetäre Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und Verbindlichkeiten, deren Anschaffungszeitpunkt vor dem Erwerbsdatum des Geschäftsbetriebes liegt, wird der Index vom 01.10.2019 (Erstkonsolidierungszeitpunkt) verwendet. Monetäre Posten in der Bilanz werden nicht indexiert. Darüber hinaus werden alle Posten der Gewinn- und Verlustrechnung, der Gesamtergebnisrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung angepasst. Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit der Nettoposition der monetären Posten werden im sonstigen Finanzergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Wie in Kapitel 2.4 erwähnt, werden die Abschlüsse der türkischen Tochtergesellschaften nach Anwendung von IAS 29 anschließend unter Verwendung des Schlusskurses in die Berichtswährung Euro des Flix-Konzerns umgerechnet. Vorjahreszahlen werden nicht angepasst oder umgerechnet, um spätere Änderungen des Preisindex oder des Wechselkurses im Konzernabschluss widerzuspiegeln. Der kombinierte Effekt der Anwendung von IAS 29 und der Umrechnung der Salden der türkischen Unternehmen zum Stichtagskurs führt zu einer Differenz zwischen dem Schlusseigenkapital des Vorjahres (Vergleichssalden) und dem Eröffnungseigenkapital. Diese Differenz wird im Konzernabschluss im sonstigen Gesamtergebnis erfasst. 3. Änderungen im KonsolidierungskreisIm Geschäftsjahr 2023 erfolgten keine wesentlichen Unternehmensakquisitionen. Verkauf von One Time Delivery Services Inc Flix SE hat Greyhound Lines Inc. ("GLI") im Oktober 2021 übernommen. Neben dem Kerngeschäft der Personenbeförderung verfügt GLI über eine Tochtergesellschaft (100 % im Besitz von GLI), On Time Delivery Service, Inc. ("OTD"), die ein Teil des Segments Nordamerika ist. OTD ist ein Spezialkurierdienstleister für Zustellungen auf Abruf und nach Plan mit Schwerpunkt auf zeit- und temperaturempfindlichen Sendungen. Dieses Geschäft wird nicht als Kerngeschäft von Flix betrachtet. Da es sich um ein nicht zum Kerngeschäft gehörendes Geschäft ohne strategische Bedeutung handelt, hat Flix beschlossen, OTD zu veräußern. Der Nettogewinn aus dem Verkauf (ohne Transaktionskosten) von On Time Delivery, Inc. in Höhe von 13,5 Mio. EUR ist im sonstigen Finanzergebnis enthalten. Transaktionskosten sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten.
4. Angaben zu TochterunternehmenDer Flix-Konzern besteht zum Stichtag aus Flix SE und 48 Tochterunternehmen (Vorjahr: 50). Einzelheiten zu den Tochterunternehmen, die zum Bilanzstichtag vollkonsolidiert wurden, sind nachstehend aufgeführt:
Im Geschäftsjahr 2023 wurden Flix Chile SpA und Deutsche Touring GmbH erstmalig konsolidiert.
25 Ehemalige FlixBus CEE North GmbH,
Umfirmierung erfolgte am 10 November 2022.
5. SegmentinformationenÜber die Geschäftssegmente wird nach IFRS entsprechend dem konzerninternen Reporting berichtet dem Vorstand (Chief Operating Decision Maker (CODM)) zur Verfügung gestellt werden. Diese sind in geographische Regionen unterteilt. Zu unterscheiden sind dabei die Geschäftssegmente Brasilien, Chile, Europa, Türkei und Nordamerika. Die Geschäftssegmente Brasilien und Chile sind in der Segmentberichterstattung zusammengefasst in einem Segment "weitere Gesellschaften" dargestellt. Erträge und Aufwendungen der zentralen Konzernfunktionen werden separat in der Segmentberichterstattung ergänzend dargestellt. Entsprechend der internen Berichterstattung wird die Konsolidierung konzerninterner Transaktionen zusammengefasst mit den Konzernfunktionen gezeigt. Der CODM beurteilt den Erfolg der Segmente und die Zuteilung von Ressourcen; dabei wird auf die Kennzahlen Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA zurückgegriffen. EBITDA ist das Ergebnis vor Steuern, Zinsen, sonstigem Finanzergebnis, Abschreibungen und Wertminderungen. Das bereinigte EBITDA wird zusätzlich um Einmaleffekte und außergewöhnliche Geschäftsvorfälle bereinigt und ist in der Überleitungstabelle in diesem Kapitel detailliert dargestellt. Flix ist bei der Bereitstellung von Dienstleistungen für Kunden grundsätzlich auf Mobilitätspartner angewiesen. Lediglich in Nordamerika, der Türkei und dem Zuggeschäft setzt Flix eigene Fahrzeuge ein. Alle berichtspflichtigen Segmente bieten die gleiche Art von Dienstleistungen an und stellen sich wie folgt dar:
* angepasst, nähere Informationen sind in Kapitel 2.25 enthalten. Die Außenumsatzerlöse werden fast ausschließlich mit Beförderungsleistungen erzielt und entsprechen in der Summe den in der Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns ausgewiesenen Umsatzerlösen. Umsatzerlöse mit anderen Segmenten werden zu Marktpreisen erfasst. Die Rechnungslegungsgrundsätze der berichtspflichtigen Segmente stimmen mit den im Kapitel 2 beschriebenen Rechnungslegungsgrundsätzen des Konzerns überein. Konzerninterne Leasingverhältnisse werden gemäß IFRS 8 in der Segmentberichterstattung grundsätzlich wie operative Mietverhältnisse dargestellt. Bereinigtes EBITDA leiten sich jeweils wie folgt auf das Ergebnis vor Steuern (EBT) über:
Die Anpassungen des EBITDA bestehen im Wesentlichen aus Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten und Beratung in Höhe von 14,3 Mio. EUR, die dem Segment Nordamerika zuzuordnen sind und verschiedenen anderen Beratungs- und Rechtsaufwendungen im Konzern, individuellen Vergütungsaufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen in Höhe von 14,7 Mio. EUR sowie Restrukturierungs- und Reorganisationsaufwendungen in Höhe von 5,1 Mio. EUR, größtenteils im Zusammenhang mit dem Segment Nordamerika. Außenumsatzerlöse nach Regionen Die Außenumsatzerlöse des Konzerns verteilen sich regional wie folgt:
Außenumsatzerlöse nach Dienstleistungsbereichen Für die Verteilung der Umsatzerlöse des Konzerns auf die verschiedenen Dienstleistungsbereiche wird auf Kapitel 6 verwiesen. Langfristige Vermögenswerte nach Regionen
Langfristige Vermögenswerte enthalten Sachanlagen, Nutzungsrechte und immaterielle Vermögenswerte. 6. UmsatzerlöseUmsatzerlösströme Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden setzen sich wie folgt zusammen:
Darin enthalten ist ein Abzug von 8,5 Mio. EUR (2022: 5,0 Mio. EUR) für Geldverluste aus Ticketverkäufen. Sonstige Umsatzerlöse beinhalten im Wesentlichen Umsatzerlöse aus verfallenen Gutscheinen sowie Erlöse aus staatlich subventionierten Strecken in den USA. Vertragssalden Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen und Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden:
Forderungen aus Verträgen mit Kunden betreffen im Wesentlichen die Ansprüche auf Gegenleistung für abgeschlossene und schon abgerechnete Leistungen gegen Kunden, wobei die Gegenleistung von anderen Parteien entgegengenommen wird, wie z.B. bei direkten Ticketverkäufen im Bus oder im Falle von Ticketverkäufen bei externen Agenturen). Forderungen aus Verträgen mit Kunden sind aufgrund erhöhter zum Stichtag ausstehender Zahlungen von Zahlungsdienstleistern angestiegen. Der Flix-Konzern hatte am 01. Januar und 31. Dezember 2023 keine noch nicht abgerechneten Leistungen gegen Kunden. Die Forderungen aus Verträgen mit Kunden sind in der Bilanz unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen erfasst. Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen im Wesentlichen die von Kunden erhaltenen Anzahlungen für die Beförderungsleistungen und ausgegebene Gutscheine, für die über einen bestimmten Zeitraum Umsatzerlöse realisiert werden. Die Vertragsverbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden sind in der Bilanz unter sonstigen Verbindlichkeiten erfasst. Die untenstehende Tabelle gibt Auskunft über die in der Berichtsperiode erfassten Erlöse, die zu Beginn der Periode im Betrag der Vertragsverbindlichkeiten enthalten waren:
Die nachstehende Tabelle zeigt die erwartete Umsatzrealisierung aus Vertragsverbindlichkeiten:
7. Material- und DienstleistungsaufwandDer Material- und Dienstleistungsaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Die vertraglichen Vereinbarungen des Flix-Konzerns mit ihren Mobilitätspartnern beinhaltet eine Risikoteilungskomponente, um saisonale Effekte, Nachfrageschwankungen und Markteinführungsphasen auszugleichen. Im Material- und Dienstleistungsaufwand sind Aufwendungen/(Erträge) aus der Veränderung der Wertberichtigung auf Forderungen gegenüber Mobilitätspartnern in Höhe von (1,6) Mio. EUR (2022: 2,1 Mio. EUR) im Posten Kosten für Mobilitätsdienstleistungen enthalten. Der Material- und Dienstleistungsaufwand wurde in Höhe von 0,8 Mio. EUR (2022: 7,4 Mio. EUR) durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert. 8. PersonalaufwandDer Personalaufwand setzt sich wie folgt zusammen:
Der Personalaufwand wurde in Höhe von 0,9 Mio. EUR durch diverse staatliche Zuschüsse subventioniert (2022: 25,2 Mio. EUR). Die meisten COVID-19-Förderprogramme wurden im Jahr 2022 eingestellt. 9. Sonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Es wurden keine sonstigen betrieblichen Aufwendungen durch staatliche Zuschüsse subventioniert (2022: 14,1 Mio. EUR). 10. Sonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge setzen sich wie folgt zusammen:
Darin enthalten ist die Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR (2022: 1,1 Mio. EUR). Übrige sonstige betriebliche Erträge enthalten Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 3,8 Mio. EUR (2022: 0,4 Mio. EUR) und sonstige Erträge. Wiederkehrende und einmalige Zuwendungen in Höhe von 15,9 Mio. EUR (2022: 23,1 Mio. EUR) beinhalten Einnahmen aus verschiedenen Zuschussprogrammen, wie zum Beispiel als Reaktion auf die Covid-19 Pandemie eingeführten Programme, sowie Zuschussprogramme für die Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und Erstattungen für bestimmte Fahrpreisermäßigungen. 11. Abschreibungen und WertminderungenDie Abschreibungen und Wertminderungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die Wertminderung im Geschäftsjahr 2023 umfasst eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Höhe von 26,3 Mio. EUR (2022: 8,4 Mio. EUR), siehe Kapitel 15 für weitere Einzelheiten, und eine Wertminderung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in Höhe von 0,4 Mio. EUR (2022: 7,0 Mio. EUR), siehe Kapitel 35 für weitere Einzelheiten. 12. Zinsergebnis, nettoDas Zinsergebnis, netto setzt sich wie folgt zusammen:
Die Zinsaufwendungen umfassen hauptsächlich Zinsaufwendungen für Finanzverbindlichkeiten und Nachrangdarlehen in Höhe von 44,1 Mio. EUR (2022: 29,8 Mio. EUR) und Zinsaufwendungen für Leasingverträge in Höhe von 5,2 Mio. EUR (2022: 4,2 Mio. EUR). Die Zinserträge umfassen hauptsächlich Zinserträge aus Bankeinlagen in Höhe von 1,3 Mio. EUR. (2022: 0,3 Mio. EUR). 13. Sonstiges FinanzergebnisDas sonstige Finanzergebnis setzt sich wie folgt zusammen:
Das sonstige Finanzergebnis enthält Aufwendungen aus der Veränderung der Wertberichtigung für sonstige finanzielle Vermögenswerte in Höhe von - Mio. EUR (2022: 0,2 Mio. EUR). Das Ergebnis aus Hyperinflationsanpassung ist im Kapitel 2.26 näher beschrieben. Das sonstige Finanzergebnis resultiert 2023 größtenteils aus dem Unternehmensverkauf, siehe Kapitel 3. 14. ErtragsteuernDie Ertragsteuern stellen sich wie folgt dar:
Der Steueraufwand kann wie folgt auf den Periodenerfolg übergeleitet werden:
Stand zum 31. Dezember 2023
Stand zum 31. Dezember 2022
Der Flix-Konzern beurteilt zu jedem Bilanzstichtag, ob es ausreichend wahrscheinlich ist, dass künftige zu versteuernde Gewinne vorhanden sein werden, gegen die abziehbare temporäre Differenzen oder ungenutzte Verlustvorträge genutzt und aktive latente Steuern aktiviert werden können. Ändert sich die Beurteilung der Realisierbarkeit zukünftiger latenter Ertragssteueransprüche, so wird der Betrag der aktivierten aktiven latenten Steuern entsprechend angepasst. Die Einschätzung der Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern beruht auf Annahmen hinsichtlich der Fähigkeit der jeweiligen Konzerngesellschaft, ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu generieren und dass eine Nutzung aktiver latenter Steuern hinreichend wahrscheinlich ist. Grundlage hierfür bildet eine langfristige Steuerplanung auf Basis der aktuellen Unternehmensplanungen. Für die Berücksichtigung latenter Steuern auf Verlustvorträge wird ein Zeitraum von bis zu fünf Jahren zu Grunde gelegt. Bei der Ermittlung eines nachhaltigen steuerlichen Ergebnisses wurden die Annahmen früherer Planungen validiert sowie der Unsicherheit der weiter in der Zukunft liegenden Planungsergebnisse angemessen Rechnung getragen. Auf dieser Grundlage sowie der Nutzbarkeit der Verlustvorträge im steuerlichen Planungszeitraum, geht der Flix-Konzern davon aus, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit zukünftig ausreichend positive Steuerergebnisse vorliegen werden, um die aktiven Steuerlatenzen nutzen zu können. Soweit Nutzungsbeschränkungen vorliegen - etwa durch Regelungen zur Mindestbesteuerung - werden diese berücksichtigt. Der Buchwert der aktivierten latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge beträgt 43,1 Mio. EUR (31.12.2022: 50,6 Mio. EUR) am 31.12.2023. Der Flix-Konzern verfügt über ungenutzte steuerliche Verluste in Höhe von 575,1 Mio. EUR (31.12.2022: 521,6 Mio. EUR) aus verschiedenen Gesellschaften bzw. Ländern für die keine aktiven latenten Steueransprüche angesetzt wurden. Von den noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträgen, für die kein latenter Steueranspruch angesetzt ist, verfallen 548,4 Mio. EUR nicht. 0,1 Mio. EUR verfallen innerhalb eines Jahres, 23,3 Mio. EUR verfallen innerhalb von zwei bis fünf Jahren und 3,3 Mio. EUR verfallen in mehr als fünf Jahren. Es gibt keine wesentlichen temporären Differenzen aus Beteiligungen an Tochterunternehmen, für die keine latenten Steuerschulden angesetzt wurden. Basierend auf den von der OECD im Dezember 2021 veröffentlichten "Pillar Two Model Rules" hat die Europäische Union im Dezember 2022 eine Richtlinie zur Sicherstellung eines globalen Mindeststeuerniveaus für multinationale Unternehmensgruppen verabschiedet. Gesetze zur globalen Mindeststeuer wurde in mehreren Ländern, in denen Flix tätig ist, erlassen, darunter auch in Deutschland. Die Flix SE fällt ab dem Geschäftsjahr 2024 in den Anwendungsbereich dieser Regeln. Die Vorschriften verlangen in der Regel, dass die oberste Muttergesellschaft eines Konzerns eine sogenannte "Ergänzungssteuer" zahlt, wenn der Gesamtbetrag der in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist, zu zahlenden Steuern nicht mindestens 15 % erreicht. Die Flix SE wendet die in IAS 12.4A geregelten Ausnahmen an und setzt keine latenten Steueransprüche und -schulden im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus den "Pillar Two" Regeln an. Zum 31.12.2023 ist kein laufender Steueraufwand aufgrund der "Pillar Two" Regeln angefallen, da diese erstmals im folgenden Geschäftsjahr anwendbar sind. Die Flix SE bewertet derzeit die Auswirkungen der "Pillar Two" Regeln auf ihre Steuerposition. Basierend auf einer vorläufigen Bewertung der Anwendbarkeit von zeitlich befristeten "Safe Harbor" Regeln auf Grundlage tatsächlicher Finanzinformationen sowie nominaler Steuersätze in den Ländern, in denen Flix tätig ist, wird als vernünftige Schätzung angesehen, dass Flix nicht wesentlich von den "Pillar Two" Regeln betroffen sein wird. Es wird erwartet, dass aufgrund der aktuellen Struktur des Konzerns, der Verteilung ihrer Tätigkeiten und des derzeitigen Verrechnungspreissystems keine Ergänzungssteuern erhoben werden.
51 inklusive Nutzungsrechte
15. Geschäfts- oder FirmenwertInformationen zur Entwicklung des Bestands und zu den kumulierten Wertminderungen sind in der Tabelle des folgenden Kapitels 16 enthalten. Die Geschäfts- oder Firmenwerte wurden zum Zwecke der Wertminderungsprüfung zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet. Der Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts verteilt sich auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wie folgt:
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wurde durch eine Nutzungswertberechnung auf Grundlage der aktuellen, von Vorstand und Aufsichtsrat genehmigter, Finanzplanung bestimmt. Die Konzernplanung erfolgt in der Konzernwährung Euro. Die Planungen der ausländischen Gesellschaften erfolgt in lokaler Währung und wird anhand von Forward-Rates in die Konzernplanung integriert. Der Nutzungswert wird in lokaler Währung ermittelt und anhand des Währungskurses am Bewertungsstichtag in die Konzernwährung umgerechnet. Flix geht in der Detailplanung grundsätzlich von im Zeitablauf abnehmendem Umsatzwachstum und steigenden EBITDA-Margen aus. Die Annahmen zu den steigenden EBITDA-Margen basieren auf Erwartungen im Hinblick auf die mit dem Umsatzwachstum ansteigende Profitabilität, wie sie bereits in der Vergangenheit zu beobachten waren. Nicht zu den relevanten Annahmen zählten klimarelevante Einflüsse, da kein wesentlicher Einfluss im Detailplanungszeitraum identifiziert werden konnte. In allen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wird das weitere Umsatzwachstum vor allem getrieben durch die Erschließung weiterer Regionen, in denen Flix noch nicht präsent ist. In Europa ist geplant steigende EBITDA-Margen durch steigende Profitabilität in den bestehenden Regionen sowie die Einführung weiterer Zusatzangebote zu erreichen. In Nordamerika plant Flix seine EBITDA-Ziele durch die weitergehende Transformation des bestehenden Greyhound-Geschäfts in das kapitaleffektive Flix-Model zu erreichen. In der Türkei sind Kostenoptimierungen bei Lieferanten und Verkaufsstellen sowie erwartete Skaleneffekte die Haupttreiber der geplanten EBITDA-Margen. Für die Zahlungsströme nach dem Detailplanungszeitraum wird eine konstante jährliche Wachstumsrate verwendet. Die weiteren wesentlichen Annahmen zur Bestimmung des erzielbaren Betrags sind in der untenstehenden Tabelle abgebildet. Als Diskontierungssatz wurde ein WACC vor Steuern verwendet. Dieser wurde von einer Peer-Group abgeleitet und berücksichtigt eine typisierte Kapitalstruktur. Die wesentlichen Inputparameter für den Wertminderungstest bestehen neben dem Diskontierungssatz aus Umsatz und EBITDA. Die Ermittlung der Inputparameter erfolgt auf Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten.
Die angenommene Wachstumsrate orientiert sich dabei an den langfristigen Inflationserwartungen. Aufgrund der Einstufung der Türkei als hyperinflationäres Land, wurde der Geschäfts- oder Firmenwert und die nicht-monetären Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Türkei gem. IAS 29 bewertet, was 2023 zu einer Erhöhung des Buchwertes führte. Diese Erhöhung sowie die mit der Hyperinflation verbundenen erhöhten Kapitalkosten führten dazu, dass der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit Türkei zum Bewertungszeitpunkt höher als der erzielbare Betrag war, weshalb eine Wertminderung in Höhe von 26,3 Mio. EUR im Jahr 2023 (31.12.2022: 8,4 Mio. EUR) erfasst wurde. Die Wertminderung wurde komplett auf den Geschäfts- oder Firmenwert allokiert und ist in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in der Position "Abschreibungen und Wertminderungen" enthalten. 16. Immaterielle VermögenswerteDie Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte lässt sich den beiden folgenden Aufstellungen entnehmen:
Sonstige immaterielle Vermögenswerte bestehen im Wesentlichen aus Computersoftware und sonstigen Rechten sowie aus den erworbenen Domains, Kundenbeziehungen und Lieferantenverträgen, die aus M&A Transaktionen resultieren. In den sonstigen immateriellen Vermögenswerten ist die Greyhound-Marke mit einem Buchwert von 26,7 Mio. EUR (31.12.2022: 33,0 Mio. EUR). Die Wertminderungen selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte in Entwicklung betrugen 1,6 Mio. EUR (31.12.2022: 0,6 Mio. EUR), diese sind auf die Ausmusterung mehrerer veralteter Technologieprodukte zurückzuführen, die durch modernere Produkte ersetzt wurden. Diese Vermögenswerte sind Teil des Segments Konzernfunktionen. 17. SachanlagenDie Entwicklung der Sachanlagen lässt sich den nachfolgenden Aufstellungen entnehmen:
Sachanlagen mit Restbuchwert von 7,8 Mio. EUR (31.12.2022: 21,1 Mio. EUR) dienen als Kreditsicherheiten. Der Betrag der vertraglichen Verpflichtung für den Erwerb von Sachanlagen abzüglich der Zuschüsse beträgt 78,7 Mio. EUR (31.12.2022: 2,7 Mio. EUR). 18. Vorräte
Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand (inklusive Wertberichtigung) erfassten Vorräte beliefen sich auf 1,6 Mio. EUR (31.12.2022: 1,9 Mio. EUR) und sind in Kapitel 7 unter dem sonstigen Material- und Dienstleistungsaufwand aufgeführt. Die zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bilanzierten Vorräte betrugen 0,2 Mio. EUR (31.12.2022: 0,3 Mio. EUR). Die bilanzierten Vorräte bestehen hauptsächlich aus Ersatzteilen, Kraftstoff und sonstigem Umlaufvermögen. 19. Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Bei den Kautionen handelt es sich hauptsächlich um Kautionen für Mietverträge und Treuhandvermögen im Zusammenhang mit Entschädigungsrückstellung, die in Kapitel 28 beschrieben wird. Nach abschließender Zahlung der Entschädigungen fließt das Treuhandvermögen wieder zurück an Flix. Die Vermögenswerte für Entschädigungsansprüche gegenüber dem Verkäufer resultieren aus dem Kaufvertrag im Rahmen der Greyhound-Akquisition aus dem Jahr 2021. Ausstehende Staatszuschüsse betreffen Zuschüsse aufgrund der Covid-19 Pandemie sowie noch nicht in Rechnung gestellte Zuschüsse von staatlich subventionierten Strecken in den USA und weitere Zuschüsse. Eine unternehmenseigene Lebensversicherung wird erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Siehe Kapitel 32.2. Für sonstige finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten geführt werden (siehe Kapitel 32.2), erfasst Flix den erwarteten Kreditverlust über die Restlaufzeit des jeweiligen Vermögenswerts, wenn das Ausfallrisiko seit der Ersterfassung signifikant gestiegen ist. Wenn das Ausfallrisiko nicht signifikant gestiegen ist, erfasst Flix weiterhin den über die gesamte Laufzeit erwarteten Kreditverlust für Ausfallereignisse innerhalb von 12-Monaten. Als signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos wird eine Verschlechterung des internen Ratings um 3 Stufen oder eine bedeutende Verschlechterung der erwarteten Performance des Schuldners angesehen und der Wertminderungsstufe 2 zugeordnet. Alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte außer Forderungen gegen Mobilitätspartner weisen ein geringes Kreditrisiko auf. Letztere werden bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste den Wertminderungsstufen 1, 2 oder 3 zugeordnet. Finanzinstrumente weisen ein geringes Kreditrisiko auf, wenn das Ausfallrisiko gering ist und der Schuldner die Leistungsfähigkeit besitzt seine vertraglichen Verpflichtungen in der nahen Zukunft zu erfüllen. Bei der Berechnung der erwarteten Kreditverluste verwendet der Flix-Konzern historische Verlustraten und passt diese aufgrund aktueller und künftiger Informationen an.
20. Sonstige Vermögenswerte
Übrige sonstige Vermögenswerte umfasst Vorauszahlungen an Dritte in Höhe von 10,4 Mio. EUR (31.12.2022: 2,8 Mio. EUR) und verschiedene andere Vermögenswerte. 21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenFür Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt der Ansatz der erwarteten Kreditausfälle im Rahmen der vereinfachten Methode über ihre Restlaufzeit. Um die erwarteten Kreditausfälle zu bestimmen, werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen basierend auf ihren Kreditrisikoeigenschaften und ihrer Überfälligkeit zu homogenen Gruppen zusammengefasst. Die erwarteten Kreditausfälle basieren auf dem Zahlungsverhalten und den Kreditausfällen vergangener Perioden. Die historischen Kreditausfallraten passt der Flix-Konzern an ihre Erwartung an künftige Kreditausfälle an.
22. Gezeichnetes KapitalDas gezeichnete Kapital umfasst 123.574 (31.12.2022: 123.574 Stammaktien) auf den Namen lautende Stammaktien ohne Nennbetrag mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von jeweils 1,00 EUR und beträgt zum Bilanzstichtag 0,1 Mio. EUR (31.12.2022: 0,1 Mio. EUR). Die Aktien tragen jeweils ein Stimmrecht und sind dividendenberechtigt. 23. KapitalrücklageDer jeweilige Stand der Kapitalrücklage zu den Bilanzstichtagen und die Entwicklung der Kapitalrücklage in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 ergeben sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung. In der Kapitalrücklage werden Aufgelder aus der Ausgabe von Anteilen ausgewiesen (nach Abzug der Kosten für die Kapitalerhöhung). 24. GewinnrücklageDer jeweilige Stand der Gewinnrücklage zu den Bilanzstichtagen und die Entwicklung der Gewinnrücklage in den Geschäftsjahren 2023 und 2022 ergeben sich aus der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung. 25. Weitere EigenkapitalbestandteileDie weiteren Rücklagen sind Teil der sonstigen Rücklagen und beinhalten im Wesentlichen die Währungsumrechnungsrücklage mit (17,7) Mio. EUR (31.12.2022: 2,1 Mio. EUR sowie Rücklagen für anteilsbasierte Vergütungen mit 44,5 Mio. EUR (31.12.2022: 30,8 Mio. EUR). Die Rücklage für anteilsbasierte Vergütungen resultiert aus der Gewährung von virtuellen Optionen, die nach den Regelungen für in Eigenkapitalinstrumenten zu erfüllenden anteilsbasierten Vergütungen bilanziert werden. 26. Anteilsbasierte VergütungenVirtuelles Optionsprogramm 2015 Flix SE hat ein Vergütungsprogramm aufgelegt, das die Beteiligung eines Bezugsberechtigten am Eigenkapital der Gesellschaft simuliert - Virtual Stock Option plan (VSOP). Im Rahmen dieses Programms hat der Begünstigte die Möglichkeit, an künftigen Wertsteigerungen des Unternehmens zu partizipieren. Im Gegensatz zu einem Employee Stock Ownership Plan (ESOP) berechtigt der VSOP den Begünstigten nicht zum Bezug von Aktien, sondern löst einen vertraglichen Anspruch auf den Erhalt von Bargeld oder Aktien von der Flix SE aus, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Ob eine Auszahlung in bar oder in Eigenkapitalinstrumenten erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Die Optionen beinhalten weder Dividendennoch Stimmrechte und können ausgeübt werden, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:
Die Optionen verfallen in den folgenden Fällen:
Als Ausübungsereignis gilt ein Share-Deal-Exit, ein Asset-Deal-Exit oder ein IPO-Exit der Gesellschaft. In den Geschäftsjahren 2022, wurden einige Optionen ausgegeben, deren Bedingungen, im Gegensatz zu anderen Tranchen vorsehen, dass im Falle eines IPO-Exits der Optionsberechtigte seine zum jeweiligen Zeitpunkt erdienten und nicht verfallenen Virtuellen Optionen, ganz oder teilweise, innerhalb eines Zeitraums, der zwölf Monate nach dem IPO-Exit beginnt und zehn Jahre nach dem IPO-Exit endet, ausüben kann. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Anzahl und die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise (WAEP) sowie die Bewegungen der Aktienoptionen während des Berichtszeitraums:
Während der in der obigen Tabelle abgedeckten Zeiträume sind keine Optionen verfallen. Die zum Ende des Berichtszeitraums ausstehenden Optionen, die in der obigen Tabelle aufgeführt sind, können nicht ausgeübt werden. Die Spanne der Ausübungspreise für die zum Jahresende 2023 und 2022 ausstehenden Optionen beträgt 4,5 TEUR bis 49,6 TEUR. Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der zum 31. Dezember 2023 ausstehenden Aktienoptionen beträgt 9,1 Monate (2022: 16,5 Monate). Beizulegender Zeitwert gewährter virtueller Optionen Der gewichtete durchschnittliche beizulegende Zeitwert der im Jahresverlauf gewährten Optionen betrug 3,6 TEUR (2022: 3,8 TEUR). Der beizulegende Zeitwert der Optionen zum Zeitpunkt der Gewährung wird anhand des Black-Scholes-Merton-Bewertungsmodells ermittelt. Die Eingaben in das Modell waren wie folgt:
Bei der Ermittlung des Aktienpreises verwendet Flix SE die Methoden "Prior Sale of Company Share" (bis 2022) oder ein diskontiertes Cashflow-Verfahren (ab 2023). Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der gewährten Optionen wird ein Abschlag aufgrund mangelnder Marktfähigkeit (DLOM) berücksichtigt. Dieser Abschlag wird vom Wert des Unternehmens und der Aktien abgezogen, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Aktien nicht sofort verkauft werden können. Die erwartete Volatilität basiert auf den historischen Aktienkursvolatilitäten vergleichbarer Unternehmen unter Berücksichtigung der verbleibenden Laufzeit der Optionen. Weitere Angaben Der insgesamt für anteilsbasierte Vergütungen erfasste Aufwand beträgt 14,7 Mio. EUR (2022: 14,3 Mio. EUR). Anteilsbasierte Vergütungen von Vorstand und Aufsichtsrat Im Berichtsjahr 2023 ist für den Vorstand ein Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungen in Höhe von 4,8 Mio. EUR (2022: 5,0 Mio. EUR) erfasst worden. Den Vorstandsmitgliedern wurden im Berichtsjahr 2023 keine Optionen zugeteilt (2022: 300). Im Berichtsjahr 2023 wurden Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen für Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von 0,7 Mio. EUR (2022: 0,5 Mio. EUR) erfasst. Den Mitgliedern des Aufsichtsrats wurden in den Jahren 2023 und 2022 keine aktienbasierten Vergütungen gewährt. 27. Leistungen an ArbeitnehmerBeitragsorientierte Versorgungspläne Beitragsorientierte Versorgungspläne betreffen im Wesentlichen die Arbeitgeberanteile für die gesetzliche Rentenversicherung der Mitarbeiter. Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für beitragsorientierte Versorgungspläne betragen 26,9 Mio. EUR (2022: 23,1 Mio. EUR). Leistungsorientierte Versorgungspläne Leistungsorientierte Pläne bestehen bei den Tochtergesellschaften in Italien und der Türkei. Sie betreffen Leistungen im Falle der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses und die damit verbundenen Verpflichtungen der Tochtergesellschaften. Italien Gemäß italienischem Zivilgesetzbuch (Artikel 2120) sind alle Arbeitnehmer unabhängig von ihrem Status anspruchsberechtigt. Artikel 2120 besagt, dass das Unternehmen dem Arbeitnehmer bei Beendigung des Arbeitsvertrags eine Abfindung zahlen muss. Die Abfindung berechnet sich für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit auf Basis der jährlichen Gesamtvergütung geteilt durch 13,5. Türkei Nach dem türkischen Arbeitsrecht sind die türkischen Tochtergesellschaften verpflichtet, jedem Arbeitnehmer, der 25 Dienstjahre vollendet hat und dessen Arbeitsverhältnis ohne triftigen Grund beendet wird, zum Militärdienst einberufen wird, stirbt oder das Rentenalter (60 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer) erreicht, eine Abfindung zu zahlen. Für jedes Dienstjahr eines Mitarbeiters entsteht für den Arbeitgeber eine Verpflichtung, die sich nach der Jahresgesamtvergütung bestimmt. Die Vergütung für diese Verpflichtung leistet ausschließlich der Arbeitgeber, wobei ein Teil von der Vergütung an den jeweiligen Sozialversicherungsträger abgeführt wird. Der in der Konzernbilanz ausgewiesene Betrag aufgrund der Verpflichtung des Unternehmens aus leistungsorientierten Plänen ergibt sich wie folgt:
Für leistungsorientierte Pläne wurden insgesamt folgende Beträge erfasst:
Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Nettozinsaufwand wird im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Neubewertung der Nettoschuld aus dem leistungsorientierten Plan ist im sonstigen Ergebnis erfasst. Die untenstehende Tabelle zeigt die erfassten Beträge ohne latente Steuern.
Die wichtigsten Annahmen, die der versicherungsmathematischen Bewertung zugrunde gelegt wurden, werden nachstehend aufgeführt. Die Bewertung erfolgt nach der Projected Unit Credit-Methode.
Die Sensitivitäten der leistungsorientierten Verpflichtung abhängig von der Veränderung des Abzinsungssatzes wurden für jedes einzelne Land in Geschäftsjahr 2023 individuell berechnet und die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar:
Die Barwerte der leistungsorientierten Verpflichtungen in den vorstehenden Sensitivitätsanalysen sind nach demselben Verfahren ermittelt wie die tatsächlich bilanzierten Werte. Die Sensitivitätsanalysen dürften nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung sein, da es als unwahrscheinlich anzusehen ist, dass Abweichungen von den getroffenen Annahmen isoliert voneinander auftreten, da die Annahmen teilweise zueinander in Beziehung stehen. Die gewichtete durchschnittliche Dauer der leistungsorientierten Verpflichtung beträgt 19,9 Jahre (31.12.2022: 20 Jahre). Die erwartete Fälligkeitsanalyse der nicht abgezinsten Renten stellt sich wie folgt dar:
28. RückstellungenDie Rückstellungen stellen sich wie folgt dar:
Die kurzfristigen Rückstellungen zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 entsprechen der Erwartung hinsichtlich des Zahlungsmittelabflusses innerhalb des jeweiligen Folgejahres. Die langfristigen Rückstellungen zum 31. Dezember 2023 und zum 31. Dezember 2022 entsprechen der Erwartung hinsichtlich des Zahlungsmittelabflusses im Zeitraum über einem Jahr. Entschädigungsverpflichtungen bestehen aus potenziellen Ansprüchen aus Unfällen (im Bus und auf versicherten Räumlichkeiten) und Arbeitnehmerentschädigung. Diese Verpflichtungen sind größtenteils durch Akkreditive und Treuhandvermögen besichert (siehe auch Kapitel 19). Die Höhe der geschätzten Schadensfälle basiert auf einer versicherungsmathematischen Studie der aktuell abgewickelten Schadensfälle und der erwarteten zukünftigen Entwicklung auf der Grundlage historischer Schadenserfahrungen. Es kann 5 bis 7 Jahre dauern, bis der Entschädigungsprozess abgeschlossen ist. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen enthalten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 10,9 Mio. EUR (31.12.2022: 12,6 Mio. EUR) und Rückstellungen für verlustbringende Verträge mit 4,5 Mio. EUR (31.12.2022: - Mio. EUR). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen in Höhe von 1,2 Mio. EUR (31.12.2022: 2,0 Mio. EUR) beinhalten Rückbauverpflichtungen. 29. Finanzverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
In der Position sonstige finanzielle Verbindlichkeiten sind Verbindlichkeiten gegenüber der Verkaufsseite aus dem Greyhound-Erwerb in Höhe von 0,5 Mio. EUR (31.12.2022: 12,3 Mio. EUR) enthalten. Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeit In der nachstehenden Tabelle sind die Veränderungen der Verbindlichkeiten des Flix-Konzerns aus der Finanzierungstätigkeit aufgeführt, einschließlich der zahlungswirksamen und nicht- zahlungswirksamen Veränderungen. Verbindlichkeiten aus Finanzierungstätigkeiten sind solche, deren Cashflows in der Konzern-Kapitalflussrechnung als Finanzierungstätigkeiten klassifiziert wurden oder in Zukunft klassifiziert werden.
Die sonstigen Änderungen betreffen hauptsächlich die Neubewertung der Leasingverbindlichkeiten. 30. Sonstige Verbindlichkeiten
31. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und LeistungenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Sie betreffen überwiegend Buspartner und ausstehende Rechnungen. 32. Weitere Angaben zu Finanzinstrumenten32.1. Kapitalrisikomanagement Das Kapitalmanagement des Flix-Konzerns ist primär darauf ausgelegt, die Wachstumsstrategie des Konzerns zu finanzieren sowie ein effizientes Working-Capital Management sicherzustellen. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Vorstand überwacht im Rahmen der regulären Berichterstattung an den Vorstand das Eigenkapital als absolute Größe. Der Flix-Konzern unterliegt externen Covenants aus Darlehen von Kreditinstituten, die quartärlich getestet werden. Die Covenants legen ein Mindesteigenkapital und eine Minimumliquidität für den Flix-Konzern fest. Die Covenants wurden weder 2023 noch 2022 gebrochen. Die Ziele des Kapitalmanagements wurden im Berichtsjahr erreicht. 32.2. Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten
Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte umfassen die unternehmenseigenen Lebensversicherungen (COLI). Weitere Informationen zu den unternehmenseigenen Lebensversicherungen (COLI) finden sich in Erläuterung 32.9.1. Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten sind bedingte Kaufpreisbestandteile resultierend aus Unternehmenszusammenschlüssen. Weitergehende Ausführungen zu bedingten Kaufpreisbestandteilen können Kapitel 32.9.1 entnommen werden. 32.3. Ziele des Finanzrisikomanagements Der Bereich Treasury des Konzerns überwacht und steuert die mit den Geschäftsbereichen des Flix-Konzerns verbundenen Finanzrisiken. Die Risiken werden nach Grad und Ausmaß analysiert. Der Flix-Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit unterschiedlichen finanziellen Risiken ausgesetzt. Diese Risiken beinhalten das Marktrisiko, das Ausfallrisiko und das Liquiditätsrisiko. Die primären Ziele des Finanzrisikomanagements bestehen darin, Risikolimits festzulegen und sicherzustellen, dass die Risikogefährdung diese Limits nicht übersteigt. Der Bereich Konzern-Treasury berichtet monatlich an den Vorstand und Aufsichtsrat des Mutterunternehmens. 32.4. Marktrisiko Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Das Marktrisiko beinhaltet das Währungsrisiko und Zinsänderungsrisiko. Dem Marktrisiko ausgesetzte Vermögenswerte umfassen insbesondere Bankguthaben und Forderungen in Fremdwährung. Die Sensitivitätsanalysen in den folgenden Unterkapiteln beziehen sich auf die relevanten Berichtsperioden. 32.5. Wechselkursrisikomanagement Bestimmte Geschäftsvorfälle innerhalb des Flix-Konzerns lauten auf fremde Währung. Daher entstehen Risiken aus Wechselkursschwankungen. Um das Wechselkursrisiko zu reduzieren, ist der Flix-Konzern wie im Vorjahr grundsätzlich bemüht, Aufwendungen und Erträge in der gleichen Währung zu generieren und die Haltedauer von Fremdwährungspositionen zu verkürzen. Eine Absicherung der Wechselkursrisiken aus der laufenden Geschäftstätigkeit erfolgt derzeit nicht. Die Buchwerte der wesentlichen auf fremde Währung lautenden monetären Vermögenswerte und Schulden des Flix-Konzerns am Stichtag lauten wie folgt:
Fremdwährungssensitivitätsanalyse Flix SE erzielt über die operativen Tochtergesellschaften Umsatzerlöse in Fremdwährung. Der Flix-Konzern ist hauptsächlich dem Wechselkursrisiko der in Kapitel 2.4 beschriebenen Fremdwährungen ausgesetzt. Die nachfolgende Tabelle zeigt aus Konzernsicht die Sensitivität eines 10%igen Anstiegs oder Falls des Euro gegenüber der jeweiligen Fremdwährung zum 31. Dezember 2023 und 31. Dezember 2022 auf. Die Sensitivitätsanalyse beinhaltet lediglich ausstehende, auf fremde Währung lautende monetäre Positionen und passt deren Umrechnung zum Periodenende gemäß einer 10%igen Änderung der Wechselkurse an. Eine positive Zahl weist auf einen Anstieg des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals hin. Eine negative Zahl weist auf eine Reduzierung des Jahresergebnisses und des Eigenkapitals hin.
32.6. Zinsrisikomanagement Der Flix-Konzern unterliegt Zinsänderungsrisiken aus Bankdarlehen, da die Konzernunternehmen Darlehen sowohl zu festen als auch zu variablen Zinssätzen aufnehmen. Bei einer Erhöhung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte erhöht sich der jährliche Zinsaufwand auf die zum Stichtag ausstehenden Bankdarlehen um 0,82 Mio. EUR. Bei einer Reduzierung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte verringert sich der jährliche Zinsaufwand auf die zum Stichtag ausstehenden Bankdarlehen um 0,82 Mio. EUR. 32.7. Ausfallrisikomanagement Als Kredit- bzw. Ausfallrisiko des Flix-Konzerns gilt das Risiko, dass die Geschäftspartner, im Wesentlichen Agenturen, Zahlungsdienstleister und Buspartner, ihren Zahlungspflichten nicht nachkommen und dies für den Flix-Konzern zu einem Verlust führt. Diesbezügliche Risiken beziehen sich wie im Vorjahr überwiegend auf kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen finanziellen Vermögenswerten. Aufgrund des breiten und heterogenen Kunden- und Lieferantenstamms bestehen keine wesentlichen Bonitätsrisiken gegenüber einzelnen Kunden oder Lieferanten. Das Ausfallrisiko wird von Flix SE überwacht und wie im Vorjahr aktiv über die Optimierung des Zahlungsprozesses gesteuert. Das Ausfallrisiko aus liquiden Mitteln ist gering, da die Vertragsparteien Banken und Zahlungsmitteldienstleister mit guter Bonität sind. Das höchstmögliche Ausfallrisiko entspricht dabei dem Buchwert der finanziellen Vermögenswerte. Weitergehende Ausführungen zum Ausfallrisiko können den Kapiteln 19 und 21 entnommen werden. 32.8. Liquiditätsrisikomanagement Das Liquiditätsmanagement des Flix-Konzerns sichert durch eine angemessene Budgetplanung die Verfügbarkeit liquider Mittel für die operative Tätigkeit und weitere Investitionen. Zudem wird zur Finanzierung der operativen Tätigkeiten immer ein ausreichender Bestand an liquiden Mitteln vorgehalten, der zentral gesteuert wird. Der Flix-Konzern verfügt über Darlehen sowie ungenutzte Kreditlinien. Der Flix-Konzern ist derzeit nicht auf weitere externe Finanzierung angewiesen. In letzter Instanz liegt die Verantwortung für das Liquiditätsrisikomanagement bei dem Vorstand, die ein angemessenes Konzept zur Steuerung der kurz-, mittel- und langfristigen Finanzierungs- und Liquiditätsanforderungen aufgebaut hat. Der Flix-Konzern steuert Liquiditätsrisiken durch das Halten von angemessenen Rücklagen und Kreditlinien bei Banken sowie durch ständiges Überwachen der prognostizierten und tatsächlichen Zahlungsströme und der Abstimmung der Fälligkeitsprofile von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Die folgenden Tabellen zeigen die vertraglichen Restlaufzeiten der nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten des Flix-Konzerns. Die Tabellen beruhen auf undiskontierten Zahlungsströmen finanzieller Verbindlichkeiten basierend auf dem frühesten Tag, an dem der Flix-Konzern zur Zahlung verpflichtet werden kann. Die Tabelle enthält sowohl Zins- als auch Tilgungszahlungen.
Der Flix-Konzern kann Kreditlinien in Anspruch nehmen. Diese sind im Umfang von 176,4 Mio. EUR (2022: 175,2 Mio. EUR) zum Ende der Berichtsperiode ungenutzt. Der Flix-Konzern erwartet, ihre laufenden Verpflichtungen zu erfüllen und weiteres Wachstum durch bestehende Kreditlinien zu finanzieren. Der Effektivzinssatz der verzinslichen nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten lag im Berichtsjahr in einer Bandbreite von 8,4% bis 58,7% (2022: von 1,4% bis 20,7%). Die große Bandbreite erklärt sich durch Darlehen in lokaler Währung im Hyperinflations- und Hochzinsumfeld der Türkei. 32.9. Bewertung zum beizulegenden Zeitwert 32.9.1. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Der beizulegende Zeitwert der unternehmenseigenen Lebensversicherung (COLI) wurde auf Grundlage der Stufe 1 in der Fair Value-Hierarchie ermittelt (siehe Kapitel 2.1). Ein Netto-Gewinn in Höhe von 0,7 Mio. EUR wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (2022: Netto-Verlust 1,1 Mio. EUR) erfasst. Die folgende Tabelle enthält Informationen darüber, wie der beizulegende Zeitwert bedingter Gegenleistungen aus Unternehmenszusammenschlüssen, einschließlich ihrer Stufe in der Fair-Value-Hierarchie (siehe Kapitel 2.1), ermittelt wurde. Der beizulegende Zeitwert bedingter Gegenleistungen aus Unternehmenszusammenschlüssen basiert auf der Discounted-Cashflow-Methode.
32.9.2. Beizulegender Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und den beizulegenden Zeitwert der zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Stufe in der Fair-Value-Hierarchie (siehe Kapitel 2.1). Es werden keine Angaben zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten gemacht, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.
Die in der obigen Tabelle aufgeführten sonstigen finanziellen Vermögenswerte umfassen Forderungen an Versicherungsgesellschaften, die unter dem Posten sonstige finanzielle Vermögenswerte in Erläuterung 19 ausgewiesen sind. Der beizulegende Zeitwert wurde nach allgemein anerkannten Bewertungsmethoden ermittelt. Ein wichtiger Inputfaktor ist der Abzinsungsfaktor, der im Falle der finanziellen Vermögenswerte das Kreditrisiko der Gegenpartei und im Falle der finanziellen Verbindlichkeiten das Marktrisiko abbildet. Mit Ausnahme der in der obigen Tabelle aufgeführten Finanzinstrumente ist der Vorstand der Ansicht, dass die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz aufgrund der kurzen Laufzeit und der variablen Zinssätze angemessene Annäherungen an ihre beizulegenden Zeitwerte darstellen. 33. Liquide MittelDie liquiden Mittel umfassen Kassenbestände, Guthaben auf Bankkonten sowie Guthaben bei Zahlungsdienstleistern. Die Bankguthaben und Kassenbestände enthalten zum 31. Dezember 2023 Bankguthaben mit Verfügungsbeschränkung in Höhe von 2,0 Mio. EUR (31.12.2022: 5,0 Mio. EUR) die als Barsicherheit für die Fremdfinanzierung der türkischen Gesellschaft auf dem Bankkonto in der Türkei hinterlegt wurde. 34. Eventualforderungen und -verbindlichkeiten sowie sonstige VerpflichtungenDer Konzern hat zum 31. Dezember 2023 Eventualverbindlichkeiten in Bezug auf: - Bankbürgschaften in Höhe von 45,6 Mio. EUR (größtenteils Mietkautionsbürgschaften) - Garantierte Zahlungsverpflichtungen gegenüber Trainpool GmbH & Co KG in Höhe von 117,2 Mio. EUR die im Falle von Verzögerungen bei der Fahrzeugaufbereitung, ausbleibenden Leasingzahlungen seitens der Leasingnehmer, unvermieteten Schienenfahrzeugen etc. fällig werden. Davon wurden bereits 0,1 Mio. EUR als sonstige Rückstellung erfasst. - Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 9,5 Mio. EUR (2022: 2,0 Mio. EUR) aufgrund von garantierten Kraftstoffeinkaufspreisen, anhängigen Prozessen und Mietkautionsbürgschaften. Flix hat zum 31. Dezember 2023 keine Eventualforderungen. Zum 31. Dezember 2023 bestehen folgende sonstige Verpflichtungen: - Langfristige finanzielle Verpflichtungen aus diversen unkündbaren Verträgen in Höhe von 9,8 Mio. EUR, die innerhalb eines Jahres fällig sind; sowie in Höhe von 33,0 Mio. EUR, die zwischen einem und fünf Jahren fällig sind. - 35. LeasingverhältnisseFlix Group als Leasingnehmer Die Leasingverhältnisse des Flix-Konzerns als Leasingnehmer beziehen sich auf Bauten (Büroräumlichkeiten, Busterminals, Verkaufsstellen und Haltestellen) und sonstige langfristige Vermögenswerte (hauptsächlich Busse, Lokomotiven und Wagenmaterial, PKWs sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung). Nutzungsrechte einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilie Die folgende Tabelle zeigt die Nutzungsrechte (einschließlich als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) an Vermögenswerten.
Leasingverbindlichkeiten Die folgende Tabelle zeigt die Leasingverbindlichkeiten, die in der Bilanz unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen sind.
Verlängerungsoptionen Einige Mietverträge enthalten Verlängerungsoptionen, die der Flix-Konzern relativ kurzfristig, typischerweise einige Monate vor Ablauf der unkündbaren Vertragslaufzeit, ausüben kann. Derartige Vertragskonditionen bieten dem Flix-Konzern eine größtmögliche betriebliche Flexibilität. Soweit praktikabel, strebt Flix an, Verlängerungsoptionen in neue Leasingverträge aufzunehmen, um betriebliche Flexibilität gewährleisten zu können. Die gehaltenen Verlängerungsoptionen können nur von Flix und nicht von den Leasinggebern ausgeübt werden. Der Flix-Konzern beurteilt bei Beginn des Leasingverhältnisses, ob die Verlängerungsoptionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt wird. Im Jahr 2023 betrafen die erfassten Verlängerungsoptionen Mietverträge innerhalb des Segments Nordamerika, insbesondere im Zusammenhang mit Busterminals, da Flix für die Aufrechterhaltung seines Betriebs auf diese angewiesen ist und nur wenige bis keine verfügbaren Alternativen Standorte existieren. Darüber hinaus wurden im Segment Nordamerika Verlängerungsoptionen überwiegend für Werkstätten aufgrund von umfangreichen Investitionen in Mietereinbauten erfasst. Es wird neu bewertet, ob es hinreichend sicher ist, die Optionen auszuüben, wenn ein wesentliches Ereignis oder eine wesentliche Änderung der Umstände unter ihrer Kontrolle vorliegt:
Zukünftige, vertragliche Zahlungsmittelabflüsse Die folgende Tabelle zeigt die künftigen vertraglichen undiskontierten Zahlungsmittelabflüsse im Zusammenhang mit langfristigen Leasingverträgen über nicht geringwertige Vermögenswerte, die der Flix-Konzern bereits abgeschlossen hat, deren Vertragslaufzeit jedoch noch nicht begonnen hat:
Zum Bilanzstichtag bestehen erwartete künftige vertragliche Zahlungsabflüsse im Zusammenhang mit Leasingverträgen für Lokomotiven, die im laufenden Jahr abgeschlossen wurden. Die Auslieferung wird im Jahr 2024 beginnen und ist über mehrere Jahre gestreckt. Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien Bei einem 2020 gemieteten Gebäude, das dem Segment Konzernfunktionen zugeordnet ist, dient ein Teil zur Weitervermietung und wird als eine als Finanzinvestition gehaltene Immobilien ausgewiesen.
Aufgrund einer leerstandsbedingten Wertminderung zum Bilanzstichtag entspricht der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien ihrem beizulegenden Zeitwert. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Immobilien basiert auf einer Kombination der derzeitigen Nutzung sowie angenommener künftiger Nutzungen und stellt die höchst- und bestmögliche Nutzung dar. Für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien wird das Anschaffungskostenmodell angewendet. Somit wird die als Finanzinvestition gehaltene Immobilie gem. IAS 40.56 (b) nach IFRS 16 bewertet. Die vom Konzern erwirtschafteten Mieterträge aus den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die ausschließlich im Rahmen von Mietleasingverhältnissen vermietet werden, betrugen 0,6 Mio. EUR (31.12.2022: 0,5 Mio. EUR). Die direkten betrieblichen Aufwendungen für die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die im Berichtsjahr Mieteinnahmen generierten, betrugen 0,1 Mio. EUR (31.12.2022: 0,1 Mio. EUR). Die lineare Abschreibung erfolgt über die Vertragslaufzeit, die Restnutzungsdauer beträgt 4,5 Jahre. 36. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen und PersonenAls nahestehende Personen und Unternehmen gemäß IAS 24 gelten für den Flix-Konzern die Personen, deren nahe Familienangehörige und Unternehmen, welche den Konzern beherrschen bzw. einen maßgeblichen Einfluss auf diesen ausüben oder durch den Flix-Konzern beherrscht bzw. maßgeblich beeinflusst werden. Zum Stichtag wurden die im Geschäftsjahr 2023, tätigen Vorstandsmitglieder der Flix SE, deren nahe Familienangehörige, die Mitglieder des Aufsichtsrats, deren nahe Familienangehörige, die Gesellschafter der Flix SE mit einem Anteil am Stammkapital bzw. Grundkapital über 20% sowie die Gesellschaften, an denen unmittelbar die Mitarbeiter in Schlüsselpositionen oder deren nahe Familienangehörige beteiligt sind, als nahestehende Personen und Unternehmen identifiziert. Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren konsolidierungspflichtigen Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden nicht erläutert. In der Berichtsperiode gab es Erträge in Höhe von 9 TEUR (2022: 329 TEUR), wovon 2 TEUR noch ausstehend waren, und Aufwendungen in Höhe von 190 TEUR (2022: 332 TEUR), wovon 48 TEUR noch ausstehend waren, die aus Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen resultierten. Es gibt keine Rückstellungen für zweifelhafte Forderungen im Zusammenhang mit ausstehenden Salden sowie keine während der Periode erfassten Aufwendungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen. Darlehen an nahestehende Unternehmen und Personen Der Flix-Konzern hat den Mitgliedern der 2023 tätigen Vorstandsmitgliedern und weiteren nahestehenden Personen weder Darlehen gewährt noch für diese Bürgschaften übernommen. Es wurden keine Wertminderungen für uneinbringliche oder zweifelhafte Forderungen gegen nahestehende Unternehmen und Personen im aktuellen oder vorherigen Geschäftsjahr vorgenommen. Bezüge von Personen in Schlüsselpositionen Die 2023 tätigen Vorstandsmitglieder und andere nahestehende Personen inklusive Aufsichtsrat (Beirat bis 18.03.2022), haben während des Geschäftsjahres folgende Bezüge erhalten:
Beträge in beitragsorientierten Plänen für Personen in Schlüsselpositionen beliefen sich auf 0 TEUR (2022: 15 TEUR). Mit dem Wechsel der Rechtsform in 2022 besteht keine Pflicht für Vorstandsmitglieder die gesetzlichen Rentenbeiträge zu leisten. Die in 2023 bestellten Aufsichtsratsmitglieder erhielten für ihre Tätigkeiten im Geschäftsjahr 2023 Vergütungen in Höhe von 447 TEUR (2022: 8 TEUR, die sich auf Bezüge der Beiratsmitglieder beziehen) sowie erstattete Reisekosten in Höhe von TEUR 15 (2022: 0 TEUR). Die 2023 tätigen Vorstandsmitglieder erhielten kurzfristig fällige Vergütungen in Höhe von 1.827 TEUR (2022: 1.379 TEUR). Diese Vergütungen entsprechen den Angaben zu Organbezügen nach HGB. Zudem erhielten die Aufsichtsratsmitglieder in der Berichtsperiode Beraterhonorare in Höhe von 128 TEUR (2022: 253 TEUR) In Bezug auf Führungskräfte in Schlüsselpositionen wurden aktienbasierte Aufwendungen in Höhe von 4.778 TEUR (2022: 5.000 TEUR) erfasst. Im Berichtsjahr 2023 wurden Aufwendungen aus anteilsbasierten Vergütungen für Mitglieder des Aufsichtsrats in Höhe von 718 TEUR (2022: 457 TEUR) erfasst. 37. MitarbeiterDie Struktur der Mitarbeiter teilt sich wie folgt auf:
Der Personalaufwand betrug im Geschäftsjahr 287,4 Mio. EUR (2022: 244,0 Mio. EUR) für Löhne und Gehälter sowie 23,9 Mio. EUR (2022: 19,1 Mio. EUR) für Kosten der sozialen Sicherheit wovon Kosten der Altersversorgung 8,3 Mio. EUR (2022: 6,4 Mio. EUR) ausmachten. 38. Honorar des AbschlussprüfersFür die im Geschäftsjahr erbrachten Leistungen des Konzernabschlussprüfers sind folgende Honorare angefallen:
Weitere Leistungen wurden durch den Konzernabschlussprüfer in den genannten Geschäftsjahren nicht erbracht. 39. Organe der GesellschaftWährend des Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der Flix SE geführt von:
Sämtliche Vorstände sind hauptberuflich für die Gesellschaft tätig. Während des Geschäftsjahres gehörten folgende Personen dem Aufsichtsrat an:
40. Ereignisse nach dem AbschlussstichtagUm die weltweite Expansion des Flix-Konzerns weiter voranzutreiben, wurde nach Abschluss des Geschäftsjahres und bis zum Aufstellungszeitpunkt eine Gesellschaft in Kanada gegründet. Die FlixBus, Inc. hält 100 % der Anteile an der neuen Gesellschaft. 41. Genehmigung des KonzernabschlussesDer vorliegende Konzernabschluss wurde am 29. Februar 2024 von dem Vorstand festgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben.
München, 28. Februar 2024 Daniel Krauss André Schwämmlein Jean Christoph Debus Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Flix SE, München Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Flix SE, München und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2023, der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Konzernlagebericht der Flix SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 29. Februar 2024 Deloitte
GmbH
Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer Axel Zeltner, Wirtschaftsprüfer Bilanz zum 31. Dezember 2023Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
Anhang für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023der Flix SE, München1. Allgemeine AngabenDie Flix SE mit Sitz in München ist im Handelsregister B des Amtsgerichts München unter der Nummer 274912 registriert. Die Flix SE erstellt und veröffentlicht ihren Jahresabschluss in Euro. Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Jahresabschluss nicht genau zur angegebenen Summe addieren lassen und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Nach den in § 267 HGB definierten Größenklassen handelt es sich bei der Gesellschaft um eine große Kapitalgesellschaft. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) aufgestellt. Der Jahresabschluss der Gesellschaft ist unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches sowie den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt worden. 2. Angaben zu Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierung der entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten unter Berücksichtigung nutzungsbedingter planmäßiger Abschreibungen. Grundlage der planmäßigen Abschreibung ist die voraussichtliche Nutzungsdauer des jeweiligen Vermögensgegenstandes. Die Abschreibungen erfolgen linear. Die Nutzungsdauer von Mietereinbauten wird mit 7 Jahren angesetzt. Für die übrigen anderen Anlagen sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt die voraussichtliche Nutzungsdauer drei bis fünf Jahre. Entgeltlich erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte werden gemäß den Schätzungen der Geschäftsführung über eine Nutzungsdauer von 10 Jahren abgeschrieben. Dieser Schätzung liegt die erwartete Nutzung von Synergien zugrunde. Bei selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens wird von dem Wahlrecht gem. § 248 Abs. 2 HGB Gebrauch gemacht. Sie werden mit den Herstellungskosten bewertet und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Herstellungskosten beinhalten im Wesentlichen Personalaufwendungen (inkl. Lohnnebenkosten), Sondereinzelkosten in Form von IT-Lizenzen und durch die Entwicklung veranlasste planmäßige Abschreibungen des Anlagevermögens. In den Herstellungskosten sind ferner von Dritten, der FlixMobility Tech GmbH sowie der anderen Tochtergesellschaften erworbene Entwicklungsleistungen enthalten. Die selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte werden planmäßig über drei Jahre abgeschrieben. Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten. Außerplanmäßige Abschreibungen werden nur bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen aufgrund der voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen in Höhe von 15.520 TEUR vorgenommen. Die geleisteten Anzahlungen, Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden zum Nominalwert angesetzt. Den in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthaltenen Risiken wird durch Bildung angemessen dotierter Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen. Eine Pauschalwertberichtigung wird nicht gebildet. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nennwert in Euro bilanziert. Kassenbestände und Guthaben in Fremdwährung werden am Stichtag zum aktuellen Devisenkassakurs umgerechnet. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen ermittelt. Unterschiedliche Wertansätze ergeben sich im Wesentlichen aus den für steuerliche Zwecke nicht ansetzbaren Herstellungskosten für selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände, der steuerlich nicht ansetzbaren Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften in der Handelsbilanz sowie der unterschiedlichen handels- und steuerrechtlichen Abschreibungsdauer erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte. Steuerliche Verlustvorträge wurden im Geschäftsjahr 2023 wie im Vorjahr bei der Ermittlung der latenten Steuern nicht berücksichtigt, da eine Realisierung im Planungshorizont nicht als wahrscheinlich angesehen wird. Der Berechnung wurde ein durchschnittlicher Ertragssteuersatz von 31,58 % zugrunde gelegt, der sich aus Körperschaftssteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ergibt. Gemäß dem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB werden die latenten Steuern wie im Vorjahr saldiert; der sich rechnerisch ergebende Überhang an aktiven latenten Steuern aus temporären Differenzen wurde mangels Werthaltigkeit nicht angesetzt. Die Rückstellungen berücksichtigen sämtliche erkennbare Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten und sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst. Erhaltene Anzahlungen und Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert. Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsposten werden mit ihrem Umrechnungskurs bei Rechnungsstellung oder dem höheren (Verbindlichkeiten) bzw. niedrigeren (Forderungen) Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Die Flix SE hat anteilsbasierte Vergütungspläne für ausgewählte Personen im Unternehmen aufgelegt. Gewährt werden virtuelle Optionen. Mit diesen erhalten die Optionsberechtigten die Chance an künftigen Steigerungen des Unternehmenswerts zu partizipieren. Im Gegensatz zu echten Optionen geben die virtuellen Optionen dem jeweiligen Optionsberechtigten bei Optionsausübung kein einseitiges Recht zur Übernahme von Geschäftsanteilen, sondern räumen ihm bei Vorliegen bestimmter Ausübungsvoraussetzungen einen vertraglichen Anspruch gegen Flix SE, nach Wahl der Gesellschaft entweder eine Geldleistung oder Geschäftsanteilen zu erhalten. Ob der Ausgleich durch eine Geldleistung oder durch Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erfolgt, liegt im Ermessen der Gesellschaft. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der gewährten virtuellen Optionen wird eine Optionspreisbewertung nach Black/Scholes durchgeführt. Die Optionsgewährung wird als Eigenkapitaltransaktion behandelt; daher erfolgt zum Zeitpunkt der Gewährung kein Ansatz in der Bilanz. Umsatzerlöse resultieren insbesondere aus der Erbringung von konzerninternen Dienstleistungen und Lizenzeinnahmen. Verfallene Gutscheine werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen aufgrund entsprechender vertraglicher Regelungen. Erträge aus der konzerninternen Weiterberechnung von Aufwendungen an verbundene Unternehmen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Staatliche Zuschüsse werden grundsätzlich unter den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Dies erfolgt, sobald die entsprechenden Bescheide vorliegen, ggf. unter der Berücksichtigung von eventuellen Auflagen. 3. Angaben zur BilanzAnlagevermögen Die Entwicklung des Anlagevermögens ergibt sich aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagengitter. Im Anlagevermögen der Flix SE sind aktivierte Entwicklungsaufwendungen inklusive Geleistete Anzahlungen sowie selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte in Entwicklung in Höhe von insgesamt 18.911 TEUR (31.12.2022: 18.565 TEUR) enthalten. Die Zugänge zu den selbst geschaffenen Vermögensgegenständen betrugen im Geschäftsjahr 2023 12.159 TEUR (31.12.2022: 8.683 TEUR), wovon 7.314 TEUR auf Geleistete Anzahlungen sowie selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte in Entwicklung entfallen (31.12.2022: 5.183 TEUR). Im Geschäftsjahr 2023 erfolgten wie im Vorjahr keine Zugänge zum erworbenen Geschäfts- und Firmenwert. Die bilanzierten Anteile an verbundenen Unternehmen betreffen die Beteiligungen an folgenden Gesellschaften:
Geleistete Anzahlungen, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und aktive Rechnungsabgrenzungsposten In den Forderungen der Flix SE sind im Wesentlichen Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten. Diese resultieren aus Nettoforderungen aus Lizenz- und Supportzahlungen sowie Gewinnabführungen, konzerninterne Darlehen einschließlich Cash-Pool-Forderungen sowie Forderungen aus Kostenweiterbelastungen. Der Posten sonstige Vermögensgegenstände besteht im Wesentlichen aus Forderungen gegen Payment-Service-Providern. Forderungen aus Kautionen in Höhe von 613 TEUR (31.12.2022: 277 TEUR) haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr, aber unter fünf Jahren. Die restlichen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben unverändert zum Vorjahr Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Aktive Rechnungsabgrenzungen beinhalten mit 6.515 TEUR (31.12.2022: 0,0 TEUR) den Saldo des im Zusammenhang mit der nachrangigen Darlehensvereinbarung am 1. Juni 2026 fälligen Rückzahlungsagios. Eigenkapital Das gezeichnete Kapital der Flix SE beträgt 123.574,00 EUR und ist in 123.574 auf den Namen lautende nennwertlose Stammstückaktien (anteiliger Betrag des Grundkapitals: EUR 1,00 je Aktie) eingeteilt. Die Kapitalrücklage wurde aus Zuzahlungen der Gesellschafter, die über den Nennbetrag des gezeichneten Kapitals hinaus geleistet wurden, gebildet. Rückstellungen Im Geschäftsjahr werden Steuerrückstellungen in Höhe von 1.751 TEUR (31.12.2022: - TEUR) ausgewiesen. Der Betrag im Jahr 2023 enthält im Wesentlichen Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer für das laufende Geschäftsjahr. Die sonstigen Rückstellungen beinhalten insbesondere Personalrückstellungen mit 8.372 TEUR (31.12.2022: 4.606 TEUR), Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften mit 5.964 TEUR (2022: 9.397 TEUR), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen mit 3.965 TEUR (31.12.2022: 5.138 TEUR) sowie Rückstellungen für bedingte Kaufpreisbestandteile mit 1.918 TEUR (31.12.2022: 0,0 TEUR). Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betreffen Kontokorrentkredite und Darlehen in Höhe von 92.556 TEUR (31.12.2022: 150.298 TEUR). Davon haben 556 TEUR (31.12.2022: 298 TEUR) eine Restlaufzeit von unter einem Jahr und 92.000 TEUR (31.12.2022: 150.000 TEUR) eine Restlaufzeit von über einem Jahr, aber unter fünf Jahren. Der Posten Erhaltene Anzahlungen beinhaltet nicht eingelöste Gutscheine. Die zum Jahresende bilanzierten Anzahlungen haben, wie im Vorjahr, eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben, wie im Vorjahr, eine Laufzeit von unter einem Jahr. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Verbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Cash-Pool sowie Darlehensverbindlichkeiten und haben, wie im Vorjahr, Restlaufzeiten von unter einem Jahr. Unter den sonstigen Verbindlichkeiten ist das Nachrangdarlehen einschließlich Zinsen in Höhe von 182.310 TEUR (31.12.2022: 151.139 TEUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, aber unter fünf Jahren, ausgewiesen. Im Übrigen betragen die Restlaufzeiten der sonstigen Verbindlichkeiten weniger als ein Jahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 541 TEUR (31.12.2022: 6.098 TEUR) und Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 49 TEUR (31.12.2022: 103 TEUR). Latente Steuern Zum Bilanzstichtag werden latente Steuern wie im Vorjahr in Höhe von 0,0 TEUR ausgewiesen. Der Wert ergibt sich aus aktiven latenten Steuern aufgrund unterschiedlicher steuer- und handelsrechtlicher Nutzungsdauern der erworbenen Geschäfts- und Firmenwerte, der steuerrechtlich nicht ansetzbaren Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie passiven latenten Steuern aus der Aktivierung von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens in Höhe von 5.972 TEUR (31.12.2022: 5.909 TEUR). Das Saldierungswahlrecht wird insoweit in Anspruch genommen, als sich passive und aktive latente Steuern in gleicher Höhe gegenüberstehen. Zum 31. Dezember 2023 wird wie im Vorjahr auf den Ansatz des aktiven Überhangs an latenten Steuern aus temporären Differenzen sowie auf Verlustvorträge verzichtet, da eine Realisierbarkeit im Planungshorizont nicht als wahrscheinlich erachtet wird. Basierend auf den von der OECD im Dezember 2021 veröffentlichten "Pillar Two Model Rules" hat die Europäische Union im Dezember 2022 eine Richtlinie zur Sicherstellung eines globalen Mindeststeuerniveaus für multinationale Unternehmensgruppen verabschiedet. Gesetze zur globalen Mindeststeuer wurden in mehreren Ländern, in denen Flix tätig ist, erlassen, darunter auch in Deutschland. Die Flix SE fällt ab dem Geschäftsjahr 2024 in den Anwendungsbereich dieser Regeln. Die Vorschriften verlangen in der Regel, dass die oberste Muttergesellschaft eines Konzerns eine sogenannte "Ergänzungssteuer" zahlt, wenn der Gesamtbetrag der in jedem Land, in dem der Konzern tätig ist, zu zahlenden Steuern nicht mindestens 15 % erreicht. Die Flix SE erfasst keine latenten Steueransprüche und -schulden im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus den "Pillar Two" Regeln. Zum 31.12.2023 ist kein laufender Steueraufwand aufgrund der "Pillar Two" Regeln angefallen, da diese erstmals im folgenden Geschäftsjahr anwendbar sind. Die Flix SE bewertet derzeit die Auswirkungen der "Pillar Two" Regeln auf ihre Steuerposition. Basierend auf einer vorläufigen Bewertung der Anwendbarkeit von zeitlich befristeten "Safe Harbor" Regeln auf Grundlage tatsächlicher Finanzinformationen sowie nominaler Steuersätze in den Ländern, in denen Flix tätig ist, wird als vernünftige Schätzung angesehen, dass Flix nicht wesentlich von den "Pillar Two" Regeln betroffen sein wird. Es wird erwartet, dass aufgrund der aktuellen Struktur des Konzerns, der Verteilung ihrer Tätigkeiten und des derzeitigen Verrechnungspreissystems keine Ergänzungssteuern erhoben werden. 4. Angaben zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus Lizenzeinnahmen, Erträgen aus verfallenen Gutscheinen sowie erbrachten Serviceleistungen (HQ Services) an Tochtergesellschaften und setzen sich wie folgt zusammen:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus der Währungsumrechnung in Höhe von 2.964 TEUR (2022: 1.073 TEUR) enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Kursverluste in Höhe von 2.844 TEUR (2022: 3.157 TEUR). Die Sozialen Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung enthalten Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 130 TEUR (2022: 88 TEUR). Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge betreffen mit 2.049 TEUR (2022: 2.165 TEUR) verbundene Unternehmen. In den Zinsaufwendungen sind Zinsen an verbundene Unternehmen in Höhe von 3.796 TEUR (2022: 175 TEUR) enthalten. Der Gesamtbetrag der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen beträgt im Geschäftsjahr 2023 48.477 TEUR (2022: 43.672 TEUR). Davon wurden 12.159 TEUR (2022: 8.683 TEUR) aktiviert (vgl. Abschnitt 3). Im Geschäftsjahr 2023 wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 15.520 TEUR (2022: 50.764 TEUR) vorgenommen. Zudem wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens in Höhe von TEUR 1.804 (2022: 0,8 TEUR) vorgenommen. 5. Sonstige AngabenArbeitnehmerzahl Im Jahresdurchschnitt waren bei der Flix SE 426 festangestellte Mitarbeiter, z. T. in Teilzeit, beschäftigt. Bei den festangestellten Mitarbeitern handelt es sich um drei leitende Angestellte. Bei den restlichen Mitarbeitern handelt es sich um Angestellte. Darüber hinaus beschäftigte die Gesellschaft durchschnittlich 18 Werkstudenten und 17 Praktikanten. Haftungsverhältnisse Es besteht eine garantierte Zahlungsverpflichtung gegenüber Trainpool GmbH & Co KG in Höhe von 117.218 TEUR, die im Falle von Verzögerungen bei der Fahrzeugaufbereitung, ausbleibenden Leasingzahlungen seitens der Leasingnehmer (FlixTrain GmbH), unvermieteten Schienenfahrzeugen etc. fällig wird. Die Flix SE ist Auftraggeber von Mietavalen in Höhe von insgesamt 2.472 TEUR. Es bestehen weitere Sicherheiten für die US-amerikanische Tochtergesellschaften für potenzielle Ansprüche aus Unfällen und Mitarbeiterentschädigungen in Höhe von 38.741 TEUR sowie sonstige Garantien zugunsten verbundener Unternehmen in Höhe von 4.885 TEUR. Zum 31. Dezember 2023 beträgt der Darlehensbestand der Flix SE 92.000 TEUR (2022: 150.000 TEUR). Insgesamt stehen der Flix SE, gemeinsam mit der FlixBus DACH GmbH und Greyhound Lines Inc. (Indirekte Beteiligung der Flix SE über Flix North America, Inc., die 100 % Anteile an der Gesellschaft hält), Kreditlinien in Höhe von 299.280 TEUR zur Verfügung. Diese können grundsätzlich durch drei Unternehmen in Anspruch genommen werden und im Falle einer Inanspruchnahme haften alle Unternehmen gesamtschuldnerisch. Zum 31. Dezember 2023 hat die Greyhound Lines Inc. eine Darlehensverbindlichkeit in Höhe von 5.000 TEUR aus der Kreditlinie, so dass sich zum Abschlussstichtag rechnerisch eine Gesamtinanspruchnahme von 97.000 TEUR ergibt. Aufgrund der Liquiditätslage der Flix SE (betreffend die eigenen und gesamtschuldnerischen Verpflichtungen) und des Zahlungsverhaltens der begünstigten verbundenen Unternehmen (betreffend der Verpflichtungen zugunsten der verbundenen Unternehmen) wird eine Inanspruchnahme aus vorangehend genannten Haftungsverpflichtungen aktuell als unwahrscheinlich angesehen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Es bestehen folgende sonstige finanzielle Verpflichtungen, welche aus abgeschlossenen Mietverträgen resultieren:
Ferner bestehen finanzielle Verpflichtungen aus verschiedenen unkündbaren Verträgen der Flix SE in Höhe von 3.106 TEUR sowie der verbundenen Unternehmen der Flix SE, mit denen Beherrschungs- und Ergebnisabführungsverträge bestehen, in Höhe von 39.660 TEUR. Diese betreffen im Wesentlichen Software as a Service. Angabe nach § 285 Nr. 28 HGB - Gesamtbetrag der Beträge im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB
Organe der Gesellschaft Während des Geschäftsjahres wurden die Geschäfte der Flix SE geführt von:
Sämtliche Vorstände sind hauptberuflich für die Gesellschaft tätig. Während des Geschäftsjahres gehörten folgende Personen dem Aufsichtsrat an:
Gesamtbezüge der Organmitglieder Im Geschäftsjahr betrugen die Gesamtbezüge der Organmitglieder der Flix SE:
Anteilsbasierte Vergütungen Die Anzahl der gewährten Optionen für die Vorstandsmitglieder beläuft sich zum 31.12.2023 auf 5.328 mit einem beizulegenden Zeitwert zum Ausgabezeitpunkt in Höhe von 14.504 TEUR. Die Anzahl der Optionen des Aufsichtsrates beläuft sich auf 729 mit einem beizulegenden Zeitwert in Höhe von 2.409 TEUR. Im Geschäftsjahr wurden keine zusätzlichen Optionen für Mitglieder des Vorstandes oder des Aufsichtsrates ausgegeben. Anteilsbesitz gem. 285 Nr. 11 HGB Der Anteilsbesitz der Flix SE ist folgender Aufstellung zu entnehmen:
Honorare des Abschlussprüfers Die Angaben nach § 285 Nr. 17 HGB zu den Honoraren des Abschlussprüfers wurden im Anhang des Konzernabschlusses gemacht. Nachtragsbericht Um die weltweite Expansion des Flix-Konzerns weiter voranzutreiben, wurde nach Abschluss des Geschäftsjahres und bis zum Aufstellungszeitpunkt eine Gesellschaft in Kanada gegründet. Die Flixbus, Inc. hält 100 % der Anteile der neuen Gesellschaft.
53 Ergebnisabführungsvertrag mit Flix SE.
München, den 28. Februar 2024 Daniel Krauss André Schwämmlein Jean Christoph Debus Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2023
Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Flix SE, München Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der Flix SE, München, - bestehend aus der Bilanz zum 31.Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Konzernlagebericht zusammengefassten Lagebericht der Flix SE, München, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den zusammengefassten Lagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 29. Februar 2024 Deloitte
GmbH
Dr. Thomas Reitmayr, Wirtschaftsprüfer Axel Zeltner, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesDer Aufsichtsrat der Flix SE überwachte im Geschäftsjahr 2023 die Geschäftsführung der Gesellschaft. Das Jahr 2023 stand erneut stark unter dem Eindruck politischer Krisen und Unwägbarkeiten. Russlands Krieg gegen die Ukraine hält immer noch an und der weitere Verlauf ist derzeit ungewiss. Das Verhältnis zwischen demokratischen Industrieländern und autokratischen Ländern ist im Wandel und beschäftigt Unternehmen und Politik. Positiv ist, dass die Covid19-Krise weitgehend überwunden, bzw. zumindest beherrschbar geworden ist. Die zahlreichen Krisen auf der ganzen Welt geben jedoch Anlass zur Sorge. Im Geschäftsjahr 2023 lag der Fokus von Flix weiterhin auf der Umsetzung der im Vorjahr ausgerollten Unternehmensstrategie "Profitables Wachstum". Diese basiert auf den Pfeilern "Increase Profitability in our core markets", "Increase profitability on platform level", "Create strong foundation". Durch die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie gelang es Flix, trotz der anhaltenden weltpolitischen Krisen, auch im Geschäftsjahr 2023 das Wachstum zu beschleunigen, die Umsätze zu erhöhen, Marktanteile zu gewinnen und die Profitabilität deutlich zu steigern. Das Geschäftsumfeld war dabei von einer anhaltend hohen, jedoch kontinuierlich rückläufigen Inflation beeinflusst. Ein sehr wichtiges Thema von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft war die Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels. Auch hier leistete Flix Pionierarbeit im Bereich des öffentlichen Fernverkehrs, indem es mit den Marken FlixBus und FlixTrain klimafreundliche Alternativen für bequemes und erschwingliches Reisen anbietet. Dank eines einzigartigen Geschäftsmodells und innovativer Technologie hat Flix in kürzester Zeit Europas größtes Fernbusnetz weiter ausgebaut und ist mit FlixBus zwischenzeitlich auch in den Vereinigten Staaten, Kanada, Chile und Brasilien vertreten. Darüber hinaus konnte die Post Merger Integration von Greyhound erfolgreich abgeschlossen werden. Im Geschäftsjahr 2023 tagte der Aufsichtsrat insgesamt 10mal. Die regulären Sitzungen fanden am 26. April 2023, 27. Juni 2023, 10. Oktober 2023 und 12. Dezember 2023 statt. Daneben wurden Beschlüsse teilweise auch in Sondersitzungen/-calls sowie im schriftlichen Verfahren getroffen. Der Aufsichtsrat ließ sich vom Vorstand regelmäßig, zeitnah und umfassend berichten. Die mündliche Berichterstattung des Vorstands in den Sitzungen wurde mit schriftlichen Unterlagen vorbereitet, die jedes Aufsichtsratsmitglied vor der Sitzung erhalten hat. In allen regulären Sitzungen des Geschäftsjahres erläuterte der Vorstand dem Aufsichtsrat die Entwicklung von Umsatz und Ergebnis im Konzern und ging dabei auf den Geschäftsverlauf in den einzelnen Regionen und Geschäftsbereichen ein. Der Vorstand informierte über den Gang der Geschäfte sowie die Entwicklung der Flix SE, einschließlich der Abweichungen des tatsächlichen Geschäftsverlaufs von der Planung. In den regulären Sitzungen erörterte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat regelmäßig auch die Angemessenheit der Liquidität- und Eigenkapitalausstattung und diskutierte Planungs- und Risikoszenarien. Der Jahres- und Konzernabschluss mit den jeweiligen Prüfungsberichten des Abschlussprüfers wurden vom Aufsichtsrat eingehend geprüft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats führte individuelle Gespräche mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern über ihren Status der Zielerreichung, sowohl zum Halbjahr als auch zum Jahresende. Weitere Schwerpunkte der Berichterstattung neben dem Stand und den Auswirkungen politischer Krisen auf die Gesamtwirtschaft sowie die Mobilitätsindustrie und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Flix SE waren strategische Themen, einschließlich der Risikostrategie, die Planung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2024 sowie die strategische Langfristplanung 2024 bis 2028. Hierbei wurde auch die noch immer andauernde Energiekrise berücksichtigt, die durch die geopolitischen Ereignisse und die damit verbundenen Veränderungen in der globalen Energieversorgung und -preisgestaltung ausgelöst wurde. Diese Krise beeinflusste weiterhin die Betriebskosten und die Nachhaltigkeitsstrategien von Flix, was eine Neubewertung und Anpassung der Unternehmensstrategien sowohl für das kommende Geschäftsjahr als auch für die langfristige Planung notwendig machte. Weitere Schwerpunkte bildeten die M&A Strategie mit kleineren vollzogenen Transaktionen sowie die Wachstumsstrategie in neue Ländern wie die cross boarder Linien nach Griechenland und der Markteintritt nach Finnland und Chile und die Vorbereitung für den Markteintritt Indien. Ebenso wurde das Thema Cyber Risk Security sowie weitere Risiken mit möglichen Auswirkungen auf das Mobilitätsgeschäft erörtert. Weiterer Schwerpunkt war der weitere Ausbau der Corporate Governance Struktur. Darüber hinaus beschäftigte sich der Aufsichtsrat umfassend mit den entsprechenden Personalien für den Vorstand und den Aufsichtsrat. Im Juni 2023 wurden Marianne Heiss und Monique Meche neu in den Aufsichtsrat gewählt. Michael Hecker und Ian Osborne schieden aus dem Aufsichtsrat aus. Im November 2023 hat die Flix SE die Wahl ihres neuen Aufsichtsratsvorsitzenden bekanntgegeben. Bodo Uebber übernimmt das Amt vom bisherigen Vorsitzenden Achim Berg, der zum 28.11.2023 aus dem Aufsichtsrat ausschied. Zum Gremium gehören weiterhin Flix-Mitgründer Jochen Engert, Jörn Nikolay (General Atlantic), Christoph Jung (HV Capital), Stefan Dziarski (Permira), John Doran (TCV), Marianne Heiß (unabhängig) und Monique Meche (unabhängig). Im Geschäftsjahr 2023 bildete der Flix-Aufsichtsrat auch erstmalig Ausschüsse, die wie folgt besetzt sind: (i) Audit Committee (Prüfungsausschuss): Marianne Heiss (Vorsitz), Jochen Engert, Stefan Dziarski (ii) Nomination Committee (Nominierungsausschuss): Bodo Uebber (Vorsitz), Jochen Engert, Joern Nikolay (iii) Remuneration Committee (Vergütungsausschuss): Bodo Uebber (Vorsitz), Monique Meche, Christoph Jung Die Ausschüsse bereiten Beratungen und Beschlussfassungen im Plenum vor. Die Ausschussvorsitzenden berichten dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Arbeit in den jeweiligen Ausschüssen. Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeiter*innen der Flix-Gruppe für ihre erfolgreiche Arbeit und den persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2023.
München, im Februar 2024 Für den Aufsichtsrat Bodo Uebber, Aufsichtsratsvorsitzender |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
40 nahegelegene Organisationen
Unternehmensberatung
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Vermietung von Schienenfahrzeugen
Herstellung von Prüfmaschinen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Verbriefungszweckgesellschaften a. n. g.
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Betrieb von Bahnhöfen für den Personenverkehr einschließlich Omnibusbahnhöfen
Wagniskapital-Beteiligungsgesellschaften
Betrieb von Flughäfen und Landeplätzen für Luftfahrzeuge
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Sonstige Überlassung von Arbeitskräften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Vermittlung von Arbeitskräften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für Veranstaltungen nicht künstlerischer Art
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Betrieb von Einrichtungen für kunstschaffende Tätigkeiten und darstellende Künste a. n. g.
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Erbringung von haushaltsbezogenen Dienstleistungen
Beteiligungsgesellschaften
Herstellung von Futtermitteln für Nutztiere
Architekturbüros für Hochbau
Einzelhandel mit Bekleidung
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Erbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Unternehmensberatung
Erbringung von Dienstleistungen der diagnostischen Bildgebung
Unternehmensberatung
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen