Stammdaten

Register
Amtsgericht Stendal HRB 212705
Vorher
Scil proteins GmbHScil Proteins GmbH
Eingetragen
7.3.2000
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von sonstigen chemischen Erzeugnissen a. n. g.Herstellung von Schädlingsbekämpfungs-, Pflanzenschutz- und Desinfektionsmitteln
Gegenstand
Von Amts wegen berichtigt: Die Erforschung, Entwicklung, Herstellung sowie der Vertrieb von biochemischen und chemischen Substanzen, insbesondere von Proteinen, sowie die Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten und das Leisten von ähnlichen Diensten für Dritte sowie alle sonst damit zusammenhängenden Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Florian Dr. Settele
seit 4.12.2025
Prokura
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Erik Fiedler
seit 7.1.2014
Prokura
Eva Bosse-Doenecke
seit 7.1.2014
Prokura
Geschäftsführer
Ulrich Dr. Haupts
seit 10.9.2013
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

Daten zu wirtschaftlich Berechtigten sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
549.000 €
90.00%
Germany
61.000 €
10.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Navigo Proteins GmbH

Halle

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

A. Grundlagen der Gesellschaft

Die Navigo Proteins GmbH ist ein in Halle ansässiger Spezialist für Affinitätsliganden und Protein-Engineering, der sich vollständig im Besitz von UV-Cap GmbH & Co. KG, Ravensburg, befindet. "Navigo Proteins GmbH" wird im folgenden Text als "Navigo" bezeichnet.
Das Geschäft des Unternehmens bewegt sich im schnell wachsenden Marktsegment der Biotechnologie, für das in den nächsten zehn Jahren starkes Wachstum prognostiziert ist. Die Gesellschaft bietet Produkte und Dienstleistungen für Kunden aus der Pharmaindustrie und der Biotechnologie.
Navigo entwickelt Liganden für die biopharmazeutische Affinitätschromatographie und als Biologika der nächsten Generation, die in ihrer Funktionalität auf die Bereiche Therapie, Diagnostik und Bildgebung abzielen.
Neben Einnahmen für Entwicklungsleistungen erhält Navigo Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen aus den Produkten, sobald sie am Markt platziert sind. In der Zukunft plant Navigo im Bereich der Affinitätschromatographie auch direkte Produktverkäufe von Liganden und Resins.
Die Erfassung der Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Leistungen erbracht sind. Die Höhe der Umsätze erfolgt nach dem vereinbarten Leistungsentgelt unter Abzug von Erlösschmälerungen und mit dem Umsatz direkt verbundenen Steuern. Gemeinsam mit der Firma Repligen Inc., USA, hat Navigo bereits verschiedene Produkte im Bereich der Affinitätschromatographie zur Marktreife gebracht.
Navigo hat eine weitere Kooperation mit der ITM Isotope Technologies Munich SE im Bereich Radio-Diagnostik und Radiotherapie. Die verpartnerten Programme sind hier im Marktsegment der Onkologie angesiedelt. Navigo erzielt Umsatz durch Forschungsbeiträge, Entwicklungsmeilensteine und spätere Lizenzgebühren sowie durch Umsatzbeteiligungen für den Verkauf der jeweiligen Produkte.
Die Erfassung der Forschungsbeiträge, Meilensteine und Lizenzgebühren erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Leistungen erbracht sind. Die Höhe der Umsätze erfolgt nach dem vereinbarten Leistungsentgelt unter Abzug von Erlösschmälerungen und mit dem Umsatz direkt verbundenen Steuern.
Navigo plant weitere, ähnliche Kooperationen mit Partnern zu schließen, um das Konzept weiter zu validieren und das Marktbewusstsein für Navigo's Alleinstellungsmerkmale zu erhöhen. Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Gesellschaft wurden mehrere Projekte zur Entwicklung von Liganden für die Affinitätschromatographie gestartet, die in 2024/25 zur Verpartnerung oder für den Vertrieb als eigene Produkte zur Verfügung stehen. Hierbei kommen neben der Entwicklungsarbeit im Labor auch verstärkt Lösungen unter Mithilfe von künstlicher Intelligenz (AI) zum Einsatz.
Weiterhin sind eigene therapeutische Produktentwicklungen in Arbeit bzw. Planung, die bis in prä-klinische und frühe klinische Phasen entwickelt werden sollen.
Navigo's Geschäftstätigkeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Liganden. Dies sind sowohl Entwicklungsarbeiten für oder gemeinsam mit Kooperationspartnern als auch eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Insoweit ist ein wesentlicher Teil der eingesetzten Ressourcen im Bereich Forschung und Entwicklung eingesetzt.
Von den durchschnittlich 68 Mitarbeitern in 2023 arbeiteten 55 Mitarbeiter in labornahen Tätigkeiten, die komplett der Forschung und Entwicklung zugeschrieben werden können. Insgesamt lagen die Kosten für F&E in 2023 bei ca. 5,7 Mio. Euro, dies entspricht rd. 50% der Gesamtkosten sowie der Umsätze. Der hohe Anteil der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen war auch in den Vorjahren gegeben. Für die Folgejahre erwarten wir hier ebenfalls keine wesentlichen Änderungen.
Der Erfolg der Forschungs- und Entwicklungsleistungen lässt sich sowohl aus der Anzahl erfolgreich abgeschlossener Projekte als auch aus der Anzahl der Patentanmeldungen ablesen. In 2023 wurden drei Entwicklungsprojekte erfolgreich abgeschlossen und ein neues Produkt wurde auf Basis der von uns entwickelten Liganden am Markt eingeführt. Für dieses Produkt erwarten wir in der Zukunft Umsatzbeteiligungen. Bei mehreren weiteren Produktentwicklungen wurden deutliche Fortschritte erzielt, diese Projekte sind aber noch nicht abgeschlossen. Insgesamt wurden im Jahr 2023 zehn Patentanmeldungen eingereicht und 57 Patente erteilt.
Die Navigo hält per 31. Dezember 2023 eine Beteiligung in Höhe von 76,5 % an der OPTIGO Biotherapeutics Inc. Vancouver, die Wirkstoffe im Bereich der Ophthalmologie entwickelt.
B. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2023 leicht gesunken. Das Bruttoinlandsprodukt sank nach ersten Berechnungen des Jahresreports des Statistischen Bundesamtes um 0,3 Prozent.
Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland war im Jahr 2023 weiterhin von den Folgen des Kriegs in der Ukraine und der Inflationsentwicklung geprägt. Im Jahreswirtschaftsbericht 2024 stellt die Bundesregierung fest, dass das historisch niedrige Wachstum des Welthandels die starke Exportwirtschaft in Deutschland besonders treffe. Hinzu kämen Kaufkraftverluste durch hohe Inflation und weniger Investitionen wegen hoher Zinsen. Zudem sei die Sparquote gestiegen, die Binnennachfrage gesunken.
Dies spiegelt sich auch in der deutschen Biotechnologie-Branche wider. Laut einer aktuellen Umfrage der Bio Deutschland ist die Geschäftslage 2023 im Vergleich zu 2022 von 88,4% auf 78,8% gesunken. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller teile mit, dass er einen Rückgang von Umsatz und Produktion um 1,4 % in 2023 erwartet, was im Wesentlichen durch das Abflauen der Corona Pandemie begründet wird. Für 2024 erwartet man aber wieder Wachstumsraten von 2%.
Langfristig herrscht auch nach Ende der Corona-Pandemie weltweit ein Trend zu höheren Gesundheitsausgaben, da eine fortschreitend alternde Bevölkerung in den nächsten Dekaden für eine steigende Inanspruchnahme der Gesundheitsversorgung sorgt.
Allein in Nordamerika und Europa wird die Zahl der über 65-Jährigen von aktuell ca. 200 Millionen innerhalb von 30 Jahren auf rund 300 Millionen ansteigen; der Anteil der über 65-Jährigen wird bis 2050 kontinuierlich auf über 25 % der Gesamtbevölkerung wachsen. Demografie und das erhöhte Gesundheitsbewusstsein werden den Bedarf an innovativen Pharmaprodukten weiterhin beschleunigen.
Die oben beschriebenen Entwicklungen spiegeln sich auch in der Geschäftsentwicklung unseres Geschäftspartners Repligen wider. Die Reduzierung von in der Corona-Krise aufgebautem Materiallagern führten in 2023 zu einer Reduzierung von Bestellungen und Umsätzen. Auch hier wird eine Belebung in 2024 erwartet.
2. Geschäftsverlauf
In diesem konjunkturellen Umfeld haben wir im Geschäftsjahr 2023 ein sehr gutes Ergebnis verzeichnen können.
Das Jahr 2023 war hierbei auf der einen Seite durch stabile Einnahmen aus Umsatzbeteiligungen für am Markt platzierte Produkte und auf der anderen Seite durch Kostensteigerungen aufgrund der inflationären Entwicklung geprägt.
Das Rohergebnis erhöhte sich hierbei von TEuro 10.262 für das Geschäftsjahr 2022 um TEuro 718 auf TEuro 10.980 für das Geschäftsjahr 2023. Das operative Ergebnis vor Steuern betrug TEuro 1.534 (Vj. TEuro 1.593). Das handelsrechtliche Jahresergebnis lag mit TEuro 1.465 knapp unter dem Vorjahr mit TEuro 1.514.

3. Lage des Unternehmens

3.1. Ertragslage
Im Geschäftsjahr 2023 konnten wir einen Umsatz in Höhe von TEuro 11.438 und damit über dem Vorjahresniveau in Höhe von TEuro 11.099 erzielen. Umsatzkomponenten sind hierbei Erlöse aus Entwicklungsleistungen in Höhe von TEuro 1.285 (2022: TEuro 2.309) sowie Umsatzbeteiligungen in Höhe von TEuro 10.153 (2022: TEuro 8.790).
Ursächlich für steigende Einnahmen aus Umsatzbeteiligungen waren neue Produkteinführungen und weiter steigende Umsätze bei bereits am Markt platzierten Produkten.
Die Umsatzrendite beträgt dabei unter Berücksichtigung des laufenden EBIT für das Geschäftsjahr 2023 14,66 %.
Die Bestandsveränderung verringerte sich bei gleichbleibenden Projektfortschritt um TEuro -167 auf TEuro 1.299 (2022: TEuro 1.466).
Der Rohertrag (Umsatzerlöse abzgl. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe abzgl. Aufwendungen für bezogene Leistungen) konnte von TEuro 8.484 im Vorjahr um TEuro 1.134 auf TEuro 9.618 im Geschäftsjahr 2023 gesteigert werden.
Aufgrund der inflationären Entwicklung stiegen Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe von 2022 in Höhe von TEuro 859 auf TEuro 954 im Jahr 2023. Aufwendungen für Bezogene Leistungen sanken aufgrund einer Einschränkung der Geschäftstätigkeit von TEuro 1.757 im Jahr 2022 auf Teuro 865 im Jahr 2023.
Der Personalaufwand (Gehälter und soziale Aufwendungen) hat sich im Vergleich zum Vorjahr von TEuro 4.649 aufgrund von Neueinstellungen und Gehaltserhöhungen auf TEuro 5.251 im Jahr 2023 erhöht. Die Navigo beschäftigte 71 Mitarbeiter zum Jahresende 2023.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich geringfügig von TEuro 2.365 im Jahr 2022 auf TEuro 2.461 im Jahr 2023. Ursächlich hierfür waren unter anderem verstärkte Aufwendungen im Marketing, im Business Development und für Beratungsaufwendungen.
Das EBIT hat sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um TEuro -35 auf TEuro 1.676 im Geschäftsjahr 2023 verändert (Vorjahr: TEuro 1.711). Im Geschäftsjahr konnte ein Jahresergebnis in Höhe von TEuro 1.465 erzielt werden (Vorjahr: TEuro 1.514).
Das EBITDA betrug dabei im Geschäftsjahr 2023 TEuro 2.231 (Vorjahr: TEuro 2.071).
Die Eigenkaptialrendite erreichte unter Berücksichtigung des EBIT im Geschäftsjahr 2023 einen Wert von 22,61 %.
Im Geschäftsjahr 2023 konnte unter Berücksichtigung des EBIT eine Gesamtkapitalrendite von 9,38 % ausgewiesen werden.
3.2. Vermögens- und Finanzlage
Vermögenslage
Die Bilanzsumme beträgt zum Abschlussstichtag TEuro 17.875 und hat sich somit gegenüber dem Vorjahr weiter erhöht. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme ist geringfügig von 51,2 % am 31. Dezember 2022 auf 50,2 % per 31. Dezember 2023 gesunken.
Die Ausweitung der Bilanzsumme zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 erfolgte im Wesentlichen durch gestiegene Neuinvestitionen bedingte Erhöhung des Sachanlagevermögens (TEuro 392), durch eine Erhöhung unserer Vorräte (TEuro 346) durch die Erhöhung unseres Forderungsbestandes und sonstiger Vermögensgegenstände (TEuro 686) sowie durch eine Zunahme des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens (TEuro 116).
Die Höhe unserer Verbindlichkeiten ist gegenüber dem Vorjahr (TEuro 6.712) um TEuro -691 auf TEuro 6.021 zum 31. Dezember 2023 gesunken. Wesentlicher Grund dafür war die planmäßige Tilgung des Darlehens gegenüber der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie die Absenkung unserer Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Eigenkapitalquote konnte gegenüber dem Vorjahr von 35,5 % zum 31. Dezember 2022 auf 41,5 % zum 31. Dezember 2023 erhöht werden.
Die Vermögenslage ist geordnet, die Vermögens- und Kapitalstruktur solide.
Finanzlage
Die Aufgabe unseres Finanzmanagements liegt darin, sämtlichen Zahlungsverpflichtungen termingerecht nachkommen zu können. Hierbei sind wir in der Lage, Skontoabzüge zu realisieren. Die Zahlungsströme werden dabei so gestaltet, dass dabei ausreichend Liquidität im Unternehmen vorhanden ist. Die Finanzlage kann als sehr gut bezeichnet werden. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sowie die Rückstellungen sind durch liquide Mittel und kurzfristige Vermögenswerte ausreichend gedeckt. Forderungen wurden innerhalb der Zahlungsziele vereinnahmt.
Ein Teil unseres Forderungsbestandes sowie einzelne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden in USD fakturiert. Als Bankguthaben weisen wir einen in USD lautenden Fremdwährungsbestand von TUSD 41 aus. Zusätzlich weisen wir zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 eine Festgeldanlage in Höhe von TUSD 690 aus. Die Festgeldanlage verfügt über eine kurze Restlaufzeit (Fälligkeit: Januar 2024) und dient neben dem Bankguthaben unserer kurzfristigen Ausgabenplanung. Auf eine weiterreichende Absicherung wurde deswegen verzichtet.
Als wesentliche Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft am 31. Dezember 2023 ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEuro 1.320 (inkl. Zinsen), ein Darlehen des vormaligen Gesellschafters in Höhe von TEuro 1.561, eine von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährte Unternehmerfinanzierung in Höhe von TEuro 2.045 sowie weitere Verbindlichkeiten aus der laufenden Liefer- und Leistungsbeziehung des Unternehmens aus. Die Darlehen sind zu marktüblichen Konditionen verzinst, die Restlaufzeiten sind im Anhang aufgeführt.
Für eine im Geschäftsjahr 2022 für neue Laborgeräte aufgenommene Finanzierung der KfW wurden im Jahr 2024 quartalsweise Tilgungsleistungen erbracht. Die Gesellschaft prüft weitere Finanzierungsmöglichkeiten für eine Erweiterung des Geschäftes hin zum direkten Produktvertrieb.
Kapitalstruktur
Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr (TEuro 5.948) um TEuro 1.465 auf TEuro 7.413 am 31. Dezember 2023 erhöht.
Das Fremdkapital sowie sonstige Passiva haben sich gegenüber dem Vorjahr (TEuro 10.817) um TEuro  - 355 auf TEuro 10.462 zum 31. Dezember 2023 verringert.
Die Kapitalstruktur (Verhältnis Eigenkapital zu Fremdkapital in %) hat sich gegenüber dem Vorjahr (54,9 %) um 15,9 % auf 70,8 % am 31. Dezember 2023 erhöht.
Investitionen
Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen und in das Sachanlagevermögen (inkl. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau) wurden im Jahr 2023 in Höhe von TEuro 970 vorgenommen. Es wurden verschiedene Ersatz- und Modernisierungsmaßnahmen vorgenommen.
Die Finanzierung erfolgte hauptsächlich durch die dafür vorgesehenen liquiden Mittel.
Liquidität
Für das Geschäftsjahr 2023 weisen wir eine Reduzierung unserer liquiden Mittel um TEuro -431 auf insgesamt TEuro 1.860 per Jahresende aus. Offene Kreditlinien mit unseren Kreditinstituten bestehen zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2023 nicht.
Die Darstellung der Mittelherkunft und Mittelverwendung erfolgt für das Geschäftsjahr 2023 auf Basis der Kapitalflussrechnung.


Kapitalflussrechnung



2023


TEuro

Periodenergebnis
1.464,95
+
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens
578,64
+
Zunahme der Rückstellungen
92,58
-
Sonstige zahlungsunwirksame Erträge
0,00
-
Zunahme der Vorräte
-346,35
-
Zunahme der Forderungen aus L&L
-184,24
+/-
Abnahme/Zunahme andere Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
-618,29
+/-
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus L&L
-485,85
+
Zunahme andere Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind
242,13
+
Ertragssteueraufwand
69,04
+/-
Ertragssteuerzahlungen
-64,06

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit
748,55
-
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle AV
-9,46
-
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen
-961,27
-
Auszahlungen für Investitionen in das Finanz AV
0,00

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

-970,73
+
Einzahlungen aus der Begebung von Anleihen und der Aufnahme von (Finanz) Krediten
0,00
-
Auszahlung aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz) Krediten
-208,76
+
Einzahlungen aus erhaltenen Zuschüssen/Zuwendungen
0,00

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
-208,76

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe der Cashflows)
-430,94
+
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode
2.291,12

Finanzmittelfonds am Ende der Periode
1.860,18


C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
1. Prognosebericht
Eine Prognose für das Jahr 2024 ist auf Grund des nach wie vor dynamischen Umfelds schwierig. Die tatsächliche Entwicklung der Gesellschaft kann aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten positiv wie auch negativ von unseren Annahmen abweichen. Wir gehen aber davon aus, dass sich die Gesellschaft in den Geschäftsjahren 2024 und 2025 weiterhin positiv entwickeln wird.
Wir erwarten bei der von uns mitentwickelten Produktpalette wieder steigende Einkünfte aus Umsatzbeteiligungen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich und stabile Einnahmen auf Vorjahresniveau aus Entwicklungsarbeiten. Diese Prognose wird durch die Entwicklung der Produktverkäufe im Q1 2024 gestärkt. Mehrere der von uns mitentwickelten Produkte befinden sich in der Anlaufphase und wir erwarten hieraus Umsatzsteigerungen. Für die intern laufenden Entwicklungsprojekte sehen wir einen hohen Marktbedarf und gute Chancen auf eine Verpartnerung in 2024/2025.
Daneben erwarten wir weitere Umsatz- und Ertragskomponenten aus der Erweiterung des Geschäftsfeldes hin zu direktem Vertrieb von Liganden an den Endkunden. Hier konnte Anfang 2024 ein erster Vertrag mit einem Pharmaunternehmen abgeschlossen werden.
Dem gegenüber stehen steigende Kosten aufgrund der inflationären Entwicklung und dem kontinuierlichen Wachstum der Gesellschaft. Grundlage für die Prognose sind die im Jahr 2023 erfolgten Gehaltserhöhungen, die Preissteigerungsraten im Vergleich zum Vorjahr sowie die mit der Ausweitung der therapeutischen Entwicklungen verbundenen Kostensteigerungen.
In Summe rechnen wir mit einer leichten Steigerung der Geschäftsergebnisse im Jahr 2024 und 2025.
Wir werden auch zukünftig in der Lage sein, unseren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachzukommen. Den Bestand des Unternehmens gefährdende Risiken sehen wir nicht.

2. Chancen- und Risikobericht
Die Navigo ist ein international tätiges Unternehmen auf dem Gebiet der Biotechnologie. Es ist mit einer Reihe von Risiken konfrontiert, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Es sind allerdings keine existenzbedrohenden Risiken für unser Unternehmen erkennbar.
Für die internen und externen Geschäftsrisiken hat die Navigo - soweit diese Risiken durch Präventivmaßnahmen gesteuert werden können - in angemessenem Umfang Vorsorgemaßnahmen (Versicherungsschutz, bilanzielle Risikovorsorgen, interne Qualitätssicherungsmaßnahmen und Kontrollsysteme) getroffen.
Das interne Berichtswesen ermöglicht es der Geschäftsführung durch die Überwachung wesentlicher externer, marktbezogener Kennzahlen (beispielsweise Kunden-Absatzentwicklungen, branchenkonjunkturelle Daten) sowie interner, unternehmensbezogener Auswertungen (Auftragsdaten, Kosten- und Qualitätskontrollen, monatliche Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Finanzplan) zeitnah über die Unternehmensentwicklung informiert zu sein.
In einer fortlaufenden Liquiditätsplanung werden mögliche Verschiebungen der Zahlungsströme berücksichtigt.
Darüber hinaus strebt die Gesellschaft mit der jährlichen Budgetplanung einen Liquiditätsüberschuss an. Sollte entgegen unserer Planung ein Liquiditätsengpass entstehen, behält die Gesellschaft es sich vor, zusätzlich eine für die weitere Geschäftsprognose ausreichende Kreditlinie zu beantragen.
Unsere Marktposition betrachten wir als gefestigt. Im Rahmen einer vertikalen Integration plant die Gesellschaft den direkten Vertrieb von Liganden und Resins in 2024/25.
Risken, die sich aus der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ergeben, wie z.B. die Inflationsentwicklung oder Währungsschwankungen werden fortlaufend überwacht.
Wissenschaftliche Forschung ist immer mit dem Risiko verbunden, dass die gewünschten Entwicklungsziele nicht erreicht werden. Fehlschläge in frühen und auch späteren Phasen der Entwicklung können das weitere Geschäftspotential der Navigo reduzieren sowie zu negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage führen.
Unsere Beteiligung an der OPTIGO, Vancouver, ist ein wesentliches Asset der Navigo. Zweck der Optigo ist die Entwicklung von pharmazeutischen Produkten. Derzeit befinden sich die Projekte in der Entwicklungsphase, sodass ein späterer wirtschaftlicher Erfolg branchenüblich abhängig vom weiteren Verlauf der wissenschaftlich geprägten Produktentwicklung ist und dementsprechende finanzielle Risiken und Prognoseunsicherheiten beinhaltet. Eine erfolgreiche Weiterentwicklung und spätere Verpartnerung der von OPTIGO durchgeführten Entwicklungsprojekte eröffnet erhebliche Ertragschancen aufgrund möglicher Ausschüttungen oder aufgrund eines wirtschaftlich erfolgreichen Verkaufs der Beteiligung. Auf der anderen Seite hätte ein Misserfolg bei diesen Projekten einen negativen Einfluss auf die Werthaltigkeit der Beteiligung und würde zu entsprechenden Abschreibungen führen.
Wir erwarten steigende Umsätze in den kommenden Jahren bei den von uns mitentwickelten Produkten. Bei bereits am Markt platzierten Produkten hat die Gesellschaft aber keinen Einfluss mehr auf den Markterfolg. Umsatzrückgänge bei den Endprodukten hätten auch sinkende Umsatzbeteiligungen für Navigo zur Folge.
Die Gesellschaft plant zukünftig verstärkt direkte Produktverkäufe von Liganden und Resins. Hierfür müssen neue Kapazitäten aufgebaut werden. Neben den Chancen der Geschäftserweiterung und höheren Einnahmen stehen die Vorkosten für den Aufbau der neuen Geschäftstätigkeit. Bei schlechter Marktentwicklung besteht somit das Risiko von Fehlinvestitionen.
Der wirtschaftliche Erfolg unserer Firma hängt zu einem wesentlichen Teil von den Fähigkeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter ab. Aus diesem Grund werden unsere Mitarbeiter permanent geschult, um zu gewährleisten, dass die Qualität der Leistungen den Anforderungen unserer Kunden entspricht. Dennoch besteht grundsätzlich das latente Risiko, dass wenn wir unsere Personalressourcen nicht effektiv steuern, sich dies negativ auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken könnte.
Des Weiteren sehen wir speziell für Deutschland die Gefahr einer Lohn-/Preisspirale, die durch weitere zu erwartende Erhöhungen im Bereich der Lohnnebenkosten noch forciert werden könnte. Dies ist umso kritischer, als es in einer Zeit von starkem Fachkräftemangel bei Fach- und Führungskräften nur geringe Verhandlungsspielräume für die Unternehmen gibt.
Die Navigo arbeitet weiterhin in beiden Geschäftsbereichen an neuen Produkten, die final dem Patienten zugutekommen. Dies eröffnet neben den betrachteten Risiken hohe Marktchancen.
Wir erwarten in den kommenden Jahren die Markteinführung mehrerer neuer Affinitätschromatographie-Produkte, die einen kontinuierlichen Cashflow aus Umsatzbeteiligungen generieren. Daneben erwarten wir auch bei den schon am Markt platzierten Produkten weiteres Wachstum. Die Strategie, zukünftig auch direkt als Produktlieferant von Liganden am Markt aufzutreten, eröffnet neue Ertragschancen.
Im Bereich unserer therapeutischen Produktentwicklungen hängt der Erfolg von der erfolgreichen Durchführung präklinischer und klinischer Studien ab. Erfolgreich abgeschlossene Studien können den Wert der entwickelten Therapeutika und die Vermarktungschancen enorm erhöhen.

 

Halle (Saale), den 31. Mai 2024

gez. Dr. Henning Afflerbach, Geschäftsführer

gez. Dr. Ulrich Haupts, Geschäftsführer

gez. Andreas Richter, Geschäftsführer

gez. Dr. Chris-Carol Bremer, Geschäftsführer

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 8.981.860,21 8.589.765,58
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 37.610,41 44.970,81
II. Sachanlagen 4.470.994,61 4.071.539,58
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 6.673,77 7.474,65
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.415.073,78 3.515.899,65
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 49.247,06 548.165,28
III. Finanzanlagen 4.473.255,19 4.473.255,19
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.473.255,19 4.473.255,19
B. Umlaufvermögen 8.688.831,56 8.087.147,21
I. Vorräte 1.067.729,26 721.383,61
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 5.760.930,07 5.074.641,13
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 225.200,00 138.324,95
2. sonstige Vermögensgegenstände 5.535.730,07 4.936.316,18
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 1.860.172,23 2.291.122,47
C. Rechnungsabgrenzungsposten 204.214,67 87.974,95
Aktiva 17.874.906,44 16.764.887,74

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 7.412.556,45 5.947.605,63
I. Gezeichnetes Kapital 610.000,00 610.000,00
II. Kapitalrücklage 2.001.316,04 2.001.316,04
III. Bilanzgewinn 4.801.240,41 3.336.289,59
davon Gewinnvortrag 3.336.289,59 1.821.855,55
B. Einlagen stiller Gesellschafter 1.000.000,00 1.000.000,00
C. andere Sonderposten 380.565,54 4.737,53
D. Rückstellungen 889.552,74 791.998,44
E. Verbindlichkeiten 6.020.784,42 6.712.075,01
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.045.454,00 2.194.616,56
2. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 1.367.600,00 1.240.000,00
3. sonstige Verbindlichkeiten 2.607.730,42 3.277.458,45
F. Rechnungsabgrenzungsposten 2.171.447,29 2.308.471,13
Passiva 17.874.906,44 16.764.887,74

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 10.980.321,59 10.261.548,49
2. Personalaufwand 5.250.781,86 4.648.686,61
a) Löhne und Gehälter 4.468.000,30 3.985.645,25
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 782.781,56 663.041,36
davon für Altersversorgung 95.818,73 88.689,26
3. Abschreibungen 1.616.052,11 1.540.622,41
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 578.640,84 363.603,77
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 1.037.411,27 1.177.018,64
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 2.460.704,58 2.365.048,69
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung 55.066,69 91.223,60
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 23.470,71 4.259,35
davon aus verbundenen Unternehmen 200,00  
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 142.288,06 118.110,91
davon an verbundene Unternehmen 80.000,00 80.000,00
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 69.042,87 78.549,18
8. Ergebnis nach Steuern 1.464.922,82 1.514.790,04
9. sonstige Steuern -28,00 356,00
10. Jahresüberschuss 1.464.950,82 1.514.434,04
11. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 3.336.289,59 1.821.855,55
12. Bilanzgewinn 4.801.240,41 3.336.289,59

Anhang

1.  Allgemeine Angaben

Der Jahresabschluss der Navigo Proteins GmbH wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt.

Ergänzend zu diesen Vorschriften waren die Regelungen des GmbH-Gesetzes zu beachten.

Angaben, die wahlweise in der Bilanz, in der Gewinn- und Verlustrechnung oder im Anhang gemacht werden können, sind im Anhang oder in der Gewinn- und Verlustrechnung aufgeführt.

Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde wie bisher das Gesamtkostenverfahren gewählt.

Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist die Gesellschaft eine mittelgroße Kapitalgesellschaft.

Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut Registergericht

Firmenname laut Registergericht: Navigo Proteins GmbH
Firmensitz laut Registergericht: Halle
Registereintrag: Handelsregister
Registergericht: Stendal
Register-Nr.: HRB 212705
Angabe und Erläuterung angepasster Vorjahreszahlen

Der Jahresabschluss enthält einzelne Posten, deren Werte mit den Vorjahreszahlen nicht vergleichbar sind. Um dennoch einen Zeitvergleich beim betreffenden Posten durchführen zu können, wurde der Vorjahreswert angepasst.

Die Anpassung bestand aus folgender Maßnahme:

Änderung Ausweis der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 1.240.000,00 in Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter.

2.  Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, linear über 3 bis 13 Jahre abgeschrieben.

Die Finanzanlagen wurden zu Anschaffungskosten bzw. zum Nennwert angesetzt und bewertet.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt.

Die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wurden zu Anschaffungskosten angesetzt. Eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert war nicht erforderlich.

Die Herstellungskosten der unfertigen Leistungen beinhalten die Fertigungs- und Materialeinzelkosten, die Fertigungs- und Materialgemeinkosten, den durch die Fertigung veranlassten Werteverzehr des Anlagevermögens sowie angemessene Teile der Kosten der allgemeinen Verwaltung. Soweit erforderlich wurden die unfertigen Leistungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt.

Der Ansatz der flüssigen Mittel erfolgte zum Nennwert.

Der Jahresabschluss enthält auf fremde Währung lautende Sachverhalte, die in Euro umgerechnet wurden. Flüssige Mittel und Forderungen in fremder Währung wurden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung erfasst und mit dem zum Stichtag maßgeblichen Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Soweit der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles unter dem des Abschlussstichtags lag, ist dieser angesetzt.

Der Rechnungsabgrenzungsposten stellt auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag dar, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit danach darstellen.

Einlagen stiller Gesellschafter wurden ebenfalls zum Nennwert angesetzt.

Erhaltene Investitionszuschüsse für Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden als "Sonderposten für Investitionszuschüsse" passiviert und korrespondierend zu den Abschreibungen der bezuschussten Vermögensgegenstände erfolgswirksam aufgelöst. Die Auflösung des Sonderpostens wird unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" ausgewiesen. Erhaltene Zuschüsse, die sich auf die Förderung von Forschungsprojekten beziehen, werden sofort als Ertrag vereinnahmt und unter den "Sonstigen betrieblichen Erträgen" ausgewiesen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten die das Geschäftsjahr 2023 sowie das Vorjahr 2022 betreffenden, noch nicht veranlagten Steuern.

Die sonstigen Rückstellungen wurden für alle weiteren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet. Dabei wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt. Die Bewertung erfolgt in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages.

Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Verbindlichkeiten in fremder Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Soweit der Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles darüber lag, ist dieser angesetzt.

Der Rechnungsabgrenzungsposten stellt auf der Passiva Einnahmen vor dem Abschlussstichtag dar, welche in künftigen Wirtschaftsjahren als Ertrag aufzulösen sind.

Die Bewertung der Meilensteinzahlungen, Umsatzbeteiligungen, Forschungsbeiträge und Lizenzgebühren erfolgt zu dem Zeitpunkt, an dem die Leistungen erbracht sind. Die Höhe der Umsätze erfolgt nach dem vereinbarten Leistungsentgelt unter Abzug von Erlösschmälerungen und mit dem Umsatz direkt verbundenen Steuern.

Gegenüber dem Vorjahr abweichende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Beim Jahresabschluss konnten die bisher angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden im Wesentlichen übernommen werden.
3.  Angaben zur Bilanz

Anlagespiegel für die einzelnen Posten des Anlagevermögens

Die Aufgliederung und Entwicklung der einzelnen Positionen des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel zu entnehmen, welcher dem Anhang als Anlage beigefügt ist.

Angaben zu Ausleihungen, Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (§ 42 Abs. 3 GmbHG / § 264c Abs. 1 HGB)

Gegenüber den Gesellschaftern bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von Euro 1.367.600,00 (Vorjahr: Euro 1.240.000,00), die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen sind.

Angabe zu Restlaufzeitvermerken, Mitzugehörigkeitsvermerke

Forderungen sind innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen mit Euro 225.200,00 (Vorjahr: Euro 138.324,95) aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind Euro 833.333,32 (Vorjahr: Euro 454.546,00) innerhalb eines Jahres fällig und der Restbetrag von Euro 1.212.120,68 (Vorjahr: Euro 1.740.070,56) hat eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sowohl im Berichtsjahr als auch im Vorjahr eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr.

Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt Euro 367.600,00 (Vorjahr: Euro 240.000,00).

Der Betrag der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr beträgt Euro 1.000.000,00 (Vorjahr: Euro 1.000.000,00).

Der Betrag der sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr beträgt Euro 819.190,00 (Vorjahr: Euro 987.468,30).

Der Betrag der sonstigen Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr beträgt Euro 1.592.745,52 (Vorjahr: Euro 1.560.746,87).

Die sonstigen Verbindlichkeiten beinhalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von Euro 556.905,95 (Vorjahr: Euro 752.326,51).

Angaben zu Rückstellungen

Im Posten sonstige Rückstellungen sind im Wesentlichen Rückstellungen für Personal (primär für Prämien/Tantieme), Aufbewahrung, Erfindervergütungen, Rückzahlungen von Fördermitteln sowie für Abschluss- und Prüfungskosten enthalten.

Haftungsverhältnisse aus nicht bilanzierten Verbindlichkeiten gemäß § 251 HGB

Haftungsverhältnisse i.S.d. § 251 HGB bestanden nicht.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing-, Miet- und sonstigen Verträgen in Höhe von insgesamt Euro 1.065.713,31. Hiervon ist ein Betrag von Euro 278.445,46 innerhalb eines Jahres zur Zahlung fällig und ein Betrag von Euro 787.267,85 in einem Zeitraum von 2 bis 5 Jahren.

4.  Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Außerplanmäßige Abschreibungen auf das Umlaufvermögen

Auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens wurden bei der Bewertung der unfertigen Leistungen außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von Euro 1.037.411,27 vorgenommen.

Ergebnisverwendung

Das Geschäftsjahr 2023 schließt mit einem Jahresüberschuss in Höhe von Euro 1.464.950,82 ab, der Gewinnvortrag beläuft sich auf Euro 3.336.289,59. Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

5.  Sonstige Angaben

Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer

Die nachfolgenden Arbeitnehmergruppen waren während des Geschäftsjahres im Unternehmen beschäftigt:



Arbeitnehmergruppen

Zahl
Auszubildende(r)

4,00
Angestellte(r)

46,00
Leitende(r) Angestellte(r)

14,00
Geschäftsführer(in)

4,00
Gesamt

68,00


Namen der Geschäftsführer

Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Personen geführt:

·    Chief Executive Officer:  Dr. Henning Afflerbach
·    Chief Scientific Officer:  Dr. Ulrich Haupts
·    Chief Financial Officer:  Andreas Richter
·    Chief Development Officer: Dr. Chris-Carol Bremer.

Mitglieder des Beirats

Die Gesamtleitung hatten die nachfolgenden Personen:

Udo. J. Vetter
ausgeübter Beruf:
CEO UV-Cap GmbH & Co. KG
Beiratsvorsitzender Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG
Oliver Buck
ausgeübter Beruf:
Unternehmer
Winfried Storz
ausgeübter Beruf:
Steuerberater/ Rechtsanwalt
Prof. Dr. Dr. Rolf G. Werner
ausgeübter Beruf:
CEO PharmaConsulting Germany and China



Bezüge der Organmitglieder

Die Vergütung für die Geschäftsführer betrug im Geschäftsjahr 2023 Euro 1.202.583,81 (Vorjahr: Euro 1.042.256,82).

Die Vergütung (inkl. Auslagenersatz) der Beiratsmitglieder betrug im Geschäftsjahr 2023 Euro 28.709,40 (Vorjahr: Euro 36.856,00).

Beteiligung an Unternehmen

Es besteht eine Beteiligung an einer Gesellschaft in Kanada "OPTIGO Biotherapeutics Inc.". Sitz der Gesellschaft ist in Vancouver. Das Eigenkapital per 31. Dezember 2023 der Gesellschaft beläuft sich auf 4.011.170 kanadische Dollar (entspricht Euro 2.739.496 auf Basis des Wechselkurses 1,4642 zum 29. Dezember 2023). Hieran ist die Navigo Proteins GmbH mit 76,50 % beteiligt. Das Jahresergebnis 2023 der OPTIGO Biotherapeutics Inc. beträgt -1.285.022 kanadische Dollar (entspricht Euro -877.627 auf Basis des Wechselkurses 1,4642 zum 29. Dezember 2023).

Geschäfte mit nahestehenden Personen

Geschäfte mit nahestehenden Personen, die zu marktunüblichen Bedingungen zustande gekommen sind, bestehen nicht.

Honorar des Abschlussprüfers

Entsprechend § 288 Abs. 2 Satz 2 HGB wird auf die Angabe verzichtet.

Vorgänge von besonderer Bedeutung

Nach Ablauf des Geschäftsjahres sind keine Ereignisse eingetreten, die von wesentlicher Bedeutung sind und zu einer veränderten Beurteilung des Unternehmens führen könnten.

Unterzeichnung des Jahresabschlusses

 

Halle (Saale), den 31. Mai 2024

gez. Dr. Henning Afflerbach, Geschäftsführer

gez. Dr. Ulrich Haupts, Geschäftsführer

gez. Andreas Richter, Geschäftsführer

gez. Dr. Chris-Carol Bremer, Geschäftsführer



                      Anschaffungs- und Herstellungskosten

Stand am
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
Stand am

01.01.2023



31.12.2023

EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
A. Anlagevermögen





I. Immaterielle Vermögensgegenstände





Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
156.536,41
9.461,00
0,00
0,00
165.997,41
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände
156.536,41
9.461,00
0,00
0,00
165.997,41
II. Sachanlagen





1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
8.008,57
0,00
0,00
0,00
8.008,57
2. technische Anlagen und Maschinen
37.241,56
0,00
0,00
0,00
37.241,56
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
5.878.289,39
912.027,41
5.646,26
548.165,28
7.332.835,82
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
548.165,28
49.247,06
0,00
-548.165,28
49.247,06
Summe Sachanlagen
6.471.704,80
961.274,47
5.646,26
0,00
7.427.333,01
III. Finanzanlagen





Anteile an verbundenen Unternehmen
4.473.255,19
0,00
0,00
0,00
4.473.255,19
Summe Anlagevermögen
11.101.496,40
970.735,47
5.646,26
0,00
12.066.585,61


kumulierte Abschreibungen

Stand am
Abschreibungen
Abgänge
Umbuchungen
Stand am

01.01.2023



31.12.2023

EUR
EUR
EUR
EUR
EUR
A. Anlagevermögen





I. Immaterielle Vermögensgegenstände





Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
111.565,60
16.821,40
0,00
0,00
128.387,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände
111.565,60
16.821,40
0,00
0,00
128.387,00
II. Sachanlagen





1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
533,92
800,88
0,00
0,00
1.334,80
2. technische Anlagen und Maschinen
37.241,56
0,00
0,00
0,00
37.241,56
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2.362.389,74
561.018,56
5.646,26
0,00
2.917.762,04
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Summe Sachanlagen
2.400.165,22
561.819,44
5.646,26
0,00
2.956.338,40
III. Finanzanlagen





Anteile an verbundenen Unternehmen
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Summe Anlagevermögen
2.511.730,82
578.640,84
5.646,26
0,00
3.084.725,40

Stand am
Stand am

31.12.2023
31.12.2022

EUR
EUR
A. Anlagevermögen


I. Immaterielle Vermögensgegenstände


Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten
37.610,41
44.970,81
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände
37.610,41
44.970,81
II. Sachanlagen


1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
6.673,77
7.474,65
2. technische Anlagen und Maschinen
0,00
0,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
4.415.073,78
3.515.899,65
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
49.247,06
548.165,28
Summe Sachanlagen
4.470.994,61
4.071.539,58
III. Finanzanlagen


Anteile an verbundenen Unternehmen
4.473.255,19
4.473.255,19
Summe Anlagevermögen
8.981.860,21
8.589.765,58

sonstige Berichtsbestandteile

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 17.09.2024 festgestellt.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS


An die Navigo Proteins GmbH, Halle
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Navigo Proteins GmbH, Halle, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Navigo Proteins GmbH, Halle, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse ·  entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grund-sätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und ·  vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Beirats für den Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Beirat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus ·  identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
·  gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
·  beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
·  ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
·  beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
·  beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.
·  führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Halle (Saale), den 12. Juli 2024

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thomas Drüppel
Wirtschaftsprüfer
Thomas Zimmermann
Wirtschaftsprüfer

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