Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 501152
Vorher
Härter Werkzeugbau GmbH
Eingetragen
14.12.1979
Branche
Herstellung von Press-, Zieh- und StanzteilenHerstellung von Werkzeugmaschinen für die MetallbearbeitungHerstellung sonstiger Werkzeuge a. n. g.
Gegenstand
Die Herstellung von Präzisions -Stanzwerkzeugen aller Art und sonstiger Werkzeuge.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Axel Steiger
seit 9.7.2024
Geschäftsführer
Markus Wild
seit 8.3.2024
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (3)

NameAnteil
1.05%
0.71%

Ungelöste Beteiligungen (5)

NameAnteil
Blitz 22-791 GmbHEigenbeteiligung
1.91%

Gesellschafter
Beta

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
H2Stamping Germany GmbH
Germany
1.600.000 DM
100.00%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

H2Stamping Tools GmbH (vormals: Härter Werkzeugbau GmbH)

Königsbach-Stein

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach - Stein

1. Grundlagen der Gesellschaft

1.1. Allgemeines

Das Geschäftsmodell der HÄRTER Werkzeugbau GmbH (im Nachfolgenden "HÄRTER" oder "HÄRTER Werkzeugbau" genannt) ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von hochpräzisen Stanz- und Folgeverbundwerkzeugen sowie den dazugehörigen Ersatz- und Verschleißteilen.

Der HÄRTER Werkzeugbau versorgt dabei sowohl weltweit die Standorte der HÄRTER Gruppe als auch ausgewählte externe Kunden. Die Kundenstruktur folgt dabei der Ausrichtung der HÄRTER Gruppe und bedient die Marktsegmente Mobility, Industry und Electronics.

Die Muttergesellschaft HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA (im nachfolgenden "HÄRTER Stanztechnik") einschließlich deren Tochtergesellschaften befanden sich zum Jahresanfang 2023 in Sanierung und unter einer Sicherheitentreuhand der finanzierenden Banken. Ein Sanierungsgutachten wurde von einer Unternehmensberatung nach IDW S6 erstmalig im Geschäftsjahr 2021 erstellt und später mehrfach aktualisiert. Die Gläubiger stimmten im März 2021 einer Sanierungsvereinbarung zu, vorübergehend auf die Fälligstellung der Kredite zu verzichten.

Nachdem die Ertragslage der Gesellschaft sich nicht nachhaltig verbesserte, wurde durch die Altgesellschafter und den Sicherheitentreuhänder der Banken über ein Bieterverfahren ein neuer (Finanz-) Investor gesucht, der die Kredite im Zuge einer Refinanzierung übernehmen sollte.

Mit notariellem Vertrag vom 7. Oktober 2022 wurden sämtliche Beteiligungen der HÄRTER-Gruppe an zwei Beteiligungsvehikel eines Private Equity Fonds verkauft. Am gleichen Tag wurde ein Forderungskaufvertrag mit einem Teilverzicht über Darlehen von Kreditgebern (insbesondere Banken und Gesellschaftern) abgeschlossen. Die dingliche Wirksamkeit der beiden Verträge unterlag denselben aufschiebenden Bedingungen, die spätestens bis Ende März 2023 insgesamt erfüllt werden mussten. Das Closing (Erfüllung aller aufschiebenden Bedingungen) erfolgte am 22. Februar 2023. Nach Closing wurden sämtliche Bankfinanzierungen durch neue Gesellschafterdarlehen ersetzt. Aus einem Teilverzicht der Banken und der Altgesellschafter ergab sich ein steuerfreier Sanierungsgewinn durch welchen das handelsbilanzielle Eigenkapital der Muttergesellschaft nach Closing ab Ende Februar 2023 wieder positiv wurde. Ferner erfolgten bei der Muttergesellschaft Einlagen in die Kapitalrücklage von EUR 17,4 Mio. durch die neuen Gesellschafter zur Stärkung der Eigenmittel.

1.2. Organisatorische und rechtliche Struktur

Die HÄRTER Werkzeugbau mit Sitz in Königsbach-Stein ist Tochtergesellschaft der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KG. Die HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA und die HÄRTER Werkzeugbau GmbH in Königsbach-Stein bilden zusammen das Technologiezentrum der HÄRTER Gruppe. Die Karl-Heinz Müller GmbH & Co. KG mit Sitz in Balingen ergänzt das Produktportfolio um den Formenbau. Das gesellschaftsrechtliche Organigramm stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

1.3. Geschäftsfelder, Produkte und Dienstleistungen

Die angebotenen Produkte in den Segmenten (Branchen) stellen sich wie folgt dar:

PRODUKTE

Werkzeuge

Ersatzteile

BRANCHEN

Mobility

Industry

Electronics

Das Geschäftsmodell der HÄRTER Werkzeugbau GmbH (im Nachfolgenden "HÄRTER" oder "HÄRTER Werkzeugbau" genannt) ist die Entwicklung, die Produktion und der Vertrieb von hochpräzisen Stanz- und Folgeverbundwerkzeugen sowie den dazugehörigen Ersatz- und Verschleißteilen.

1.4. Forschung und Entwicklung

Seit über 50 Jahren entwickelt und realisiert die HÄRTER Gruppe für die überwiegend langjährigen Kunden innovative Lösungen. Es ist uns in den letzten Jahren verstärkt gelungen, von den Kunden frühzeitig in deren Entwicklungsprozess einbezogen zu werden, um unser Know-how bereits in einer frühen Phase gewinnbringend für den Kunden und somit für HÄRTER einbringen zu können.

Dieser Trend wird ESI (Early Supplier Involvement) bezeichnet und ist zunehmend Teil der Strategie unserer Kunden. Die Spezialisierung und die Entwicklung von kundenorientierten, innovativen Lösungen bei Produkten und Prozessen erfordert eine stetige Investitionsbereitschaft in Mensch und Maschine.

1.5. Mitarbeiter

Zum Jahresende 2023 beschäftigte der HÄRTER Werkzeugbau 102 Mitarbeiter und Auszubildende (Vorjahr 119).

1.6. Produktion und Informationstechnologie

Die Industrie 4.0 verzahnt die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik.

Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die zunehmende Digitalisierung der Wirtschaft. Produktions- und Logistikprozesse innerhalb der HÄRTER Werkzeugbau vom Lieferanten zum Kunden werden intelligent mit IT verknüpft und damit Qualität, Service und Bestände fortlaufend optimiert.

1.7. Berücksichtigung nichtfinanzieller Ziele

Neben der Zufriedenstellung unserer Kunden ist uns nachhaltiges Wirtschaften sowie verantwortungsvolles Handeln als Unternehmen bei der Entwicklung und Produktion unserer Produkte wichtig. Nachhaltiges Wirtschaften verstehen wir dabei im Sinne der ESG-Kriterien:

E = Environmental (ökologische Kriterien)

S = Social (soziale und gesellschaftliche Kriterien)

G = Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung)

Wir sehen uns in der besonderen Verantwortung, die ESG-Kriterien mit unseren Mitteln aktiv zu fördern. Damit wollen wir insgesamt zu einer nachhaltigeren Ökonomie beitragen. Wir sind überzeugt, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien zu besseren Produkten und einem besseren Risikomanagement führt.

Derzeit analysieren wir unsere Organisation und Berichtsprozesse verstärkt im Hinblick auf die ESG-Ziele, um für die ab dem Geschäftsjahr 2025 verpflichtende nichtfinanzielle Berichterstattung gut gerüstet zu sein.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Weltwirtschaft und Euroraum

Die Weltproduktion stieg im Verlauf des Jahres 2023 zwar weiter, doch konnte das Niveau des Vorjahres nicht erreicht werden. So stieg die Weltproduktion im Jahr um 2,0 % (Vj: 3,5 %) an.

Die Perspektiven für den Welthandel bleiben gedämpft, was die mehrheitlich exportorientierten Industriegüterproduzenten in Deutschland weiterhin deutlich belastet. Die hohen Inflationsraten haben eine geldpolitische Straffung nach sich gezogen, was grundsätzlich zu einer Erhöhung der Finanzierungskosten im Jahresverlauf 2023 führte. Trotz der allgemein positiven Gewinnsituation des verarbeitenden Gewerbes in den vergangenen Jahren, die Spielräume für die Finanzierung von Investitionsvorhaben durch Eigenkapital ermöglicht, ist aufgrund nach wie vor hoher Baupreise und Finanzierungskosten mit einer vorerst anhaltenden Schwächung der (Investitions-) Nachfrage zu rechnen. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung, S. 163, Tz. 327)

Deutschland

Im Jahr 2023 nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 0,3 Prozent ab. Die wirtschaftliche Entwicklung war dabei wie schon im Vorjahr wesentlich bestimmt durch die Auswirkungen der Energiepreiskrise in Verbindung mit einer ausgeprägten weltwirtschaftlichen Schwäche und den zunehmend spürbaren Effekten der restriktiveren Geldpolitik. Dazu kam ein hoher Krankenstand, der das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen dämpfte. Alles dies belastete die deutsche Wirtschaft anhaltender als zu Beginn des vergangenen Jahres angenommen und verzögerte die wirtschaftliche Erholung. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung, S. 20, Tz. 16)

Mobility

Der Gesamtumsatz laut Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) betrug im Jahr 2023 EUR 564 Mrd., was einer Steigerung von 11 % entspricht.

Die deutschen OEMs konnten ihre Marktanteile verteidigen und vor allem im Premiumsegment weiter ausbauen. Im Inland stieg der Umsatz gegenüber 2022 um 11% entgegen den Erwartungen. (Quelle: VDA).

Der PKW-Weltmarkt steigerte sich im Vergleicht zu 2022 leicht auf 72,1 Mio. PKW im Jahr 2023.

Plug-in Hybride und E-Autos hatten einen Einbruch von -16% respektive von -51% zu verzeichnen, wogegen Benzin, Benzin-Hybrid und Diesel-Hybride starke Zuwächse verzeichneten (+13%, +52%, +13%).

INDUSTRY

In der deutschen Industrie ist die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,1% gesunken. (Quelle: Deutsche Bundesbank, i.e. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden)

ELECTRONICS

Der ITK-Markt (Informationstechnik und Telekommunikation) in Deutschland ist von EUR 210,7 Mrd. in 2022 auf EUR 215,0 Mrd. in 2023 angestiegen. Dies entspricht einem Wachstum von 2,0%. Wachstumstreiber waren hier vor allem die Informationstechnik und die Telekommunikationsdienstleistungen, während sich die Telekommunikationshardware und -infrastruktur leicht negativ entwickelten.

Auch für 2024 ist ein weiteres Wachstum zu erwarten. So wird eine Steigerung von 4,4 % auf ein Volumen von EUR 224,3 Mrd. für die Informations- und Telekommunikationstechnik erwartet. Allein die Informationstechnik erwartet eine Steigerung von 6,1 % auf dann EUR 151,5 Mrd. (Quelle: www.bitkom-research.de).

2.2. Geschäftsverlauf und Lage der Gesellschaft

Der Geschäftsverlauf in den einzelnen Segmenten stellt sich wie folgt dar:

Mobility

Der Bereich Mobility (Automobilbranche) befindet sich derzeit in einem großen Umbruch, der für die HÄRTER Gruppe mittel- und langfristig große Chancen birgt, aber auch Herausforderungen mit sich bringt. Diese Herausforderungen zeigen sich u.a. durch neue, ambitioniertere Klimaschutzziele, verändertes Nutzungsverhalten der Endverbraucher sowie neue technologische Möglichkeiten. Die HÄRTER Gruppe fokussiert sich dabei auf die Rolle des Zulieferers für Komponenten u.a. in den Bereichen Sicherheit, autonomes Fahren, CO 2 -Reduzierung, Komfort, Sensoren und Elektrifizierung. Wir haben uns frühzeitig auf die Transformation eingestellt und das Produktportfolio strategisch darauf ausgerichtet. Dabei spielt die Fokussierung hin zu signalleitenden Elementen sowie eine wachsende Elektrifizierung in den Anwendungsbereichen eine wichtige Rolle.

Industry

Deutschland ist ein bedeutender Fertigungsstandort für Haushaltsgeräte. Insbesondere bei den Großgeräten sind zwei Entwicklungen im Vordergrund, die auch wesentlich die Absatzchancen erhöhen. Die Energieeffizienz ist ein starker Trend, dem die Verbraucher folgen. Zudem stehen auch Geräte mit hohem Bedienkomfort und guten Gebrauchseigenschaften bei den Käufern an oberster Stelle. Mit der wachsenden Nachfrage, die Geräte elektronisch zu vernetzen und mit mobilen Endgeräten zu steuern, ist in dieser Branche ein großes Innovationspotenzial und eine stetig wachsende Nachfrage vorhanden. Vernetzte Haushaltsgeräte mit gleichzeitig hoher Energieeffizienz beinhalten eine intelligente Steuerungselektronik. Dafür sind insbesondere Hybridbauteile erforderlich, die zum strategischen Produktportfolio der HÄRTER Gruppe gehören.

2.3. Unternehmenssteuerung und finanzielle Leistungsindikatoren

Eine Voraussetzung für den langfristigen Erfolg ist eine stabile und nachhaltige ökonomische Wertentwicklung des Unternehmens. Demzufolge ist das Ziel unserer Arbeit, die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes durch

stetige Erhöhung der operativen Effizienz

die Erhöhung der Kapitaleffizienz

die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Technologie- und Innovationskompetenz.

Als wichtigste operative Steuerungsgröße verwendet die Geschäftsführung das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern). Die Steuerung zielt darauf ab, den Umsatz und damit den Marktanteil stetig zu steigern, bei gleichzeitig unterproportional steigenden Aufwendungen, um somit die EBIT-Marge kontinuierlich zu verbessern. Die EBIT-Marge ermitteln wir als prozentualen Anteil des Betriebsergebnisses (vor Zinsen und Steuern) an der Gesamtleistung. Die Gesamtleistung ist definiert als Summe von Umsatzerlösen und Bestandsveränderungen in der jeweiligen Berichtsperiode.

2.4. Vermögens-, Finanz und Ertragslage

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der HÄRTER Werkzeugbau hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 1,1 Mio. auf EUR 21,9 Mio. verringert.

Das Sachanlagevermögen ist aufgrund der Abschreibungen um EUR 0,1 Mio. geringer als im Vorjahr.

Das Vorratsvermögens bleibt mit EUR 2,4 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Kundenforderungen sind um EUR 0,4 Mio. gesunken, ebenso sind die Forderungen gegen verbundene Unternehmen um EUR 2,0 Mio. zurück gegangen. Ursache hierfür ist im Wesentlichen der Umsatzrückgang in 2023 gegenüber 2022.

Die übrigen Aktiva sind um EUR 0,1 Mio gegenüber dem Vorjahr gesunken.

Finanzlage

Durch den Jahresfehlbetrag von EUR 1,6 Mio. erhöht sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag der HÄRTER Werkzeugbau auf EUR 8,4 Mio. Die Muttergesellschaft hat eine Rangrücktrittserklärung in Höhe von EUR 13,4 Mio. abgegeben. Unter Berücksichtigung dieses Rangrücktritts hat die Gesellschaft ein positives wirtschaftliches Eigenkapital (handelsrechtliches Eigenkapital zuzüglich nachrangige Gesellschafterdarlehen).

Die Rückstellungen haben sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2022 um EUR 1,1 Mio. auf EUR 2,1 Mio. erhöht. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Bildung einer Restrukturierungsrückstellung in Höhe von 1,3 Mio. EUR.

Die Bankverbindlichkeiten des Vorjahres (EUR 3,1 Mio.) wurden durch den Wechsel des Anteilseigners vollständig durch neue Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 2,8 Mio. abgelöst.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten sind um EUR 0,3 Mio. gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (inklusive der Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern) sind um EUR 1,2 Mio. gestiegen.

Die Geschäftsleitung beurteilt die Vermögens- und Finanzlage trotz der eingeleiteten Restrukturierung und der finanziellen Neuaufstellung der Gruppe als weiterhin angespannt. Eine Bestandsgefährdung ist nicht auszuschließen.

Ertragslage

Die Ertragslage der HÄRTER Werkzeugbau wurde weiterhin durch den im Berichtsjahr fortgesetzten Restrukturierungskurs beeinflusst.

Die Umsatzerlöse der HÄRTER Werkzeugbau liegen im Berichtsjahr aufgrund gesunkener Nachfrage mit EUR 8,6 Mio. um EUR 6,2 Mio. unter den Vorjahresumsätzen von EUR 14,9 Mio. und führen unter Berücksichtigung des Bestandsaufbaus in Höhe von TEUR 45 zu einer um 41 % geringeren Gesamtleistung.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,4 Mio. auf EUR 2,6 Mio. gestiegen. Dies beruht im Wesentlichen auf höheren Erträgen aus Anlagenverkäufen (EUR 0,3 Mio.) und steuerfreien Sanierungserträgen in Höhe von EUR 0,6 Mio., die im Rahmen des Gesellschafterwechsels durch Forderungsverzichte von Kreditgebern entstanden sind. Gegenläufig sind die Erträge mit verbundenen Unternehmen aus Weiterbelastungen sowie die sonstigen Erträge um EUR 0,5 Mio. zurück gegangen.

Die Materialaufwendungen liegen absolut mit EUR 2,4 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres. Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand im Verhaltnis zur Gesamtleistung) liegt mit 27,8 % über dem Niveau des Vorjahres von 21,9 %, was auf erhöhte Fremdleistungen und gestiegene Einkaufspreise für Roh- Hilfs- und Betriebsstoffe zurückzuführen ist.

Die Personalaufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr um EUR 0,2 Mio. gestiegen. Hierbei sind gegenläufige Effekte zu verzeichnen. Zum einen verringern sich bereits die Personalkosten aufgrund fehlender Nachbesetzung von Stellen, andererseits belasten Aufwendungen für Abfindungen in Rahmen des Stellenabbaus in Höhe von EUR 1,3 Mio. die Personalaufwendungen.

Die Abschreibungen liegen mit EUR 0,1 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen EUR 5,1 Mio. und haben sich um EUR 0,5 Mio. gegenüber dem Vorjahr verringert. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf geringere Instandhaltungskosten und verminderte Raumkosten zurück zu führen. Gegenläufig wurden erstmals Managment Fees von der Muttergesellschaft in Höhe von EUR 0,5 Mio. berrechnet.

Das Finanzergebnis ist mit EUR 1,1 Mio. positiv und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um EUR 2,2 Mio. verbessert. Der Anstieg resultiert im Wesenltichen daraus, dass Beteiligungserträge in Höhe von EUR 0,9 Mio. im Vorjahr nicht ausbezahlt wurden. Dies wurde im Berichtsjahr nachgeholt.

Zudem sind Beteiligungserträge des aktuellen Jahres in Höhe von EUR 1,1 Mio. enthalten.

Der Jahresabschluss der HÄRTER Werkzeugbau weist im Geschäftsjahr 2023 einen Jahresfehlbetrag von EUR 1,6 Mio. auf (Vj. Jahresüberschuss EUR 0,6 Mio.). Bereinigt um die Sondereffekte Aufwendungen für Abfindungen und Sanierungsgewinne hätte die HÄRTER Werkzeugbau einen Jahresfehlbetrag von EUR 0,8 Mio. erwirtschaftet. Die Planung des Vorjahres sah für 2023 einen Jahresübeschuss in Höhe von EUR 1,4 Mio. vor. Dieser konnte im Wesentlichen auf Grund von geringeren Umsatzerlösen nicht erreicht werden. Das EBIT beträgt für das Geschäftsjahr 2023 EUR - 2,7 Mio (Vj. EUR 1,8 Mio.) und ist ebenfalls geprägt von den beschriebenen Sondereffekten.

Die Geschäftsleitung schätzt die Ertragslage und den Geschäftsverlauf (bereinigt um die Sanierungserträge aus Forderungsverzichten) weiterhin als unbefriedigend ein. Die begonnenen Strukturmaßnahmen und die operative Sanierung werden weiterhin umgesetzt und werden auch noch mindestens bis ins Jahr 2024 andauern. Für weitere Angaben zur Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung verweisen wir auf den Abschnitt 3.1 "Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung".

3. Chancen- und Risikobericht

Die HÄRTER Gruppe ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit unterschiedlichen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Die Geschäftsführung setzt Steuerungs- und Kontrollsysteme ein, um drohende Risiken laufend zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten. Gleichzeitig werden sich bietende Chancen erschlossen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen.

HÄRTER hat ein Finanz- und Risikomanagement eingerichtet, um relevante Chancen und Risiken systematisch zu erfassen bzw. frühzeitig zu identifizieren. Kernstück ist eine Finanz-, Liquidität- und Ertragsplanung, die in regelmäßigen Abständen auf die Tauglichkeit zur Abbildung von Entwicklungstendenzen überprüft und auf Basis aktueller Ereignisse weiterentwickelt wird.

Die Risikobewertung erfolgt durch die Geschäftsführung und den oberen Führungskreis und wird regelmäßig bzw. bei Bedarf durchgeführt. Durch ein intensives Integrieren der ersten Führungsebene wird ein hohes Maß an Partizipation und Commitment hinsichtlich der Maßnahmendefinition und -umsetzung erreicht. Mit den definierten Verantwortlichkeiten für alle Aufgabenbereiche geht auch die Verpflichtung einher, die Risikoentwicklung entsprechend zu beobachten und zu berichten.

Im Einzelnen stellen sich Risiken und Chancen bei HÄRTER wie folgt dar:

3.1. Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung

Seit 2019 befindet sich die HÄRTER Gruppe in der Restrukturierung und Sanierung. Eine Unternehmensberatung hat hierzu ein erstes Sanierungsgutachten am 17. März 2021 vorgelegt. Dieses wurde durch diverse Aktualisierungen ergänzt.

Im Rahmen dessen hat HÄRTER organisatorisch alle Voraussetzungen geschaffen, um mögliche Risiken frühzeitig erkennen zu können.

Das kontinuierliche Risikomanagement und die aktive Steuerung der wesentlichen Risikokategorien tragen zur Risikobegrenzung bei. Wesentliche strategische Chancen und Risiken wurden auf Geschäftsfeldebene identifiziert und im weiteren Verlauf des strategischen Managementprozesses (SMP) und zur Operationalisierung mit Maßnahmen hinterlegt.

Infolge der nach wie vor schlechten VFE-Lage bestehen erhebliche Risiken ("bestandsgefährdende Risiken").

Ein verbessertes Liquiditätsmanagement ist grundsätzlich notwendig, wobei die Beschleunigung des Cash-to-Cash-Zyklus essenziell ist. Es gilt, bei gleichbleibendem Umsatz, die Durchlaufzeiten zu senken und so den Vorrats- und Forderungsbestand zu reduzieren. Von den hier aufgeführten Maßnahmen konnten schon einige umgesetzt werden:

Beschleunigung der Zahlungseingänge

Konsequentes Inkasso

Reduktion Zahlungsziele

Regelmäßige Mahnläufe

Beschleunigung des Wertschöpfungsprozesses

Vorratsabbau

Verlängerung der Zahlungsfristen bei Lieferanten

Als Ergebnis der Analysen von Chancen und Risiken, Gegenmaßnahmen, Absicherungen und Vorsorgen sowie nach Einschätzung der Geschäftsleitung von HÄRTER besteht - auf Basis der gegenwärtigen Risikobewertung sowie der verabschiedeten Mittelfristplanung der Gruppe - ein bestandsgefährdendes Risiko.

Aufgrund es Gesellschafterwechsel im Februar 2023 und der Refinanzierung über Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis 2028 konnte die Eigenkapital- und die Liquiditätssituation der Muttergesellschaft HÄRTER Stanztechnik deutlich verbessert werden. Die bisherigen Bankendarlehen wurden durch neue Gesellschafterdarlehen ersetzt. Durch Sanierungsgewinne (Forderungsverzichte von Banken und Altgesellschafter) sowie durch die Eigenkapitalzuführungen des neuen Gesellschafters ergibt sich für die HÄRTER Gruppe ein positives Eigenkapital.

Die Gesellschafterin HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA, Königsbach Stein, hat gegenüber der HÄRTER Werkzeugbau GmbH zwei qualifizierte Rangrücktritte in Gesamthöhe von EUR 13,4 Mio. erklärt. Daneben hat die Gesellschafterin eine begrenzte Zusage an die Gesellschaft erteilt, in der sie zusichert, diese jederzeit mit den notwendigen finanziellen Mitteln auszustatten. Unter Berücksichtigung des mit einem Rangrücktritt versehenen Darlehens der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA an die Gesellschaft ergibt sich zum Stichtag ein positives wirtschaftliches Eigenkapital.

Die HÄRTER Gruppe, einschließlich der HÄRTER Werkzeugbau GmbH, befindet sich derzeit noch immer in der operativen Sanierung, wodurch auch im Geschäftsjahr 2024 Restrukturierungsaufwendungen entstehen werden. Negative Effekte aus der noch andauernden operativen Sanierung auf die Finanz- und Ertragslage wurden in den Refinanzierungsmaßnahmen und der Unternehmensplanung antizipiert.

Die wirtschaftliche Situation der HÄRTER Werkzeugbau GmbH ist trotz der eingeleiteten Restrukturierung und der finanziellen Neuaufstellung der Gruppe als weiterhin angespannt zu betrachten. Eine Bestandsgefährdung ist nicht auszuschließen.

3.2. Marktbezogene Risiken

HÄRTER ist von der konjunkturellen Entwicklung und speziell von nicht zuverlässig prognostizierbaren Branchenzyklen abhängig, insbesondere denen der Automobilindustrie. Das kann zu einem deutlich sinkenden Marktvolumen führen.

Im Marktsegment Electronics unterliegt HÄRTER den zyklischen Entwicklungsschüben der Elektronikindustrie, insbesondere den dynamischen Produktlebenszyklen aktiver und passiver elektronischer Bauelemente. Die Produkte müssen kontinuierlich an neue Bauteile und Komponenten sowie technologische Weiterentwicklungen auf dem Elektroniksektor angepasst werden. Hierfür sind ausreichend Entwicklungsressourcen bereitzustellen.

Insbesondere im Marktsegment Mobility gibt es eine Vielzahl an bestehenden Wettbewerbern. Das Auftreten neuer Wettbewerber in Zeiten der Globalisierung führt in aller Regel zu Preisdruck. Dies könnte unter Umständen zum Verlust von neuen Aufträgen bzw. von Nachfolgeaufträgen führen.

Konjunkturellen Risiken werden mit flexiblen Mitarbeiterkapazitäten (u.a. auch Leiharbeitern) bei Auslastungsschwankungen entgegengewirkt. Durch unsere innovative Produktentwicklung sind wir im Wettbewerb mit unseren Konkurrenten gut positioniert.

3.3. Lieferantenrisiken

HÄRTER ist auf die zuverlässige Zulieferung von Roh-, Hilfs und Betriebsstoffen sowie Teilen, Produkten und Dienstleistungen in qualitativ einwandfreiem Zustand angewiesen. Bei Bedarfsschwankungen könnten längere Reaktionszeiten von Zulieferern auftreten. Auch die Verknappung von Rohstoffen oder ein Ausfall von Produktionsanlagen bei Schlüssellieferanten stellen ein Beschaffungsrisiko dar. Durch mangelhafte Rohstoffe oder Vorprodukte könnte es zu Produktionsverzögerungen bzw. -ausfällen kommen. Außerdem kann es zu Lieferverzögerungen bei den entsprechenden Vorprodukten, Fertigteilen und Rohstoffen kommen. Störungen und Verzögerungen in der Supply Chain könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinträchtigen.

Durch ein integriertes Qualitätsmanagementsystem erfolgt die Kontrolle der Produkte und Rohstoffe jeweils beim Wareneingang. HÄRTER hält durch strategisches Sourcing ausreichend Alternativlieferanten vor. Darüber hinaus werden Qualitätsaudits der Lieferanten und der Wareneigänge durchgeführt.

3.4. Logistikrisiken

HÄRTER nutzt für Transporte zwischen ihren Werken sowie für die Belieferung ihrer Produktionsstandorte und ihrer Kunden externe Logistikdienstleister. Aufgrund von Streiks, widrigen Verkehrsverhältnissen oder technischen Defekten kann es zu Störungen oder Verzögerungen in der Logistikkette kommen. Dies könnte zu einem Produktionsstillstand, zu Verzögerungen oder Engpässen in der Auslieferung von Produkten und/oder zu steigenden Produktionskosten führen. Zur Reduzierung dieser Risiken hat HÄRTER ein internes Logistikzentrum eingerichtet.

3.5. Absatz- und Vertriebsrisiken

Im Wesentlichen bestehen keine festen Abnahmeverpflichtungen durch Kunden von HÄRTER.

Branchenüblich werden regelmäßig Rahmenvereinbarungen mit Kunden vereinbart. Mit diesen Vereinbarungen können Kunden ihre Abnahmemengen auch kurzfristig vermindern oder erhöhen.

Dieses könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage nachteilig beeinflussen.

3.6. Risiken aus Metallpreisschwankungen

Schwankende Metallpreise führen zu Planabweichungen im Umsatz und Ertrag. Dem Risiko wird mit variablen Preisvereinbarungen durch Materialpreis-Gleitklauseln (Materialteuerungszuschläge MTZ) entgegengewirkt. Maßgeblich für den MTZ-Zuschlag für das folgende Quartal ist der Durchschnittspreis des vergangenen Quartals. Die Veräußerung von Metallabfällen dagegen erfolgt jeweils zu Tagespreisen. Das hat zur Folge, dass bei fallenden Metall- und Edelmetallpreisen die Schrotterlöse immer deutlich niedrigerer ausfallen als die Einkaufspreise. Aufgrund des fertigungsbedingten hohen Schrottanteils kann sich dies negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage auswirken.

3.7. Personalrisiken

In Zeiten des demographischen Wandels, der Globalisierung des Arbeitsmarkts sowie des steigenden Konkurrenzdrucks stellt der Faktor qualifiziertes Personal - insbesondere das Management und Schlüsselmitarbeiter mit speziellen, branchenspezifischen Kenntnissen - eine kritische Größe dar. Es besteht die Gefahr, dass Leistungsträger HÄRTER verlassen. Insbesondere die Sicherung von gut ausgebildeten Fachkräften und die Rekrutierung von Auszubildenden stellt eine wichtige Komponente des wirtschaftlichen Erfolgs von HÄRTER dar. Mangelnde Verfügbarkeit und Fluktuation von qualifiziertem Personal kann die Geschäftsentwicklung negativ beeinflussen.

Hierauf reagiert HÄRTER mit einer konsequenten strategischen Personalplanung sowie der kontinuierlichen Weiterbildung der Beschäftigten. Es werden regelmäßig interne Veranstaltungen zur Mitarbeitermotivation und -bindung durchgeführt. Für die Weiterbildung der Mitarbeiter werden Zuschüsse gewährt. Der Mitarbeiterfluktuation wird durch ein umfangreiches Rekruitingprogramm auf Ausbildungsmessen, Social Media und mit Stellenanzeigen entgegengewirkt.

3.8. Gewährleistungsrisiken

Produkte könnten mit Mängeln behaftet sein und dadurch die HÄRTER Werkzeugbau Gewährleistungs- und/ oder Schadensersatzansprüchen aussetzen. Ferner bestehen Haftungsrisiken aus Kundenverträgen, Vertragsrisiken aus Haftung für Verspätungen bei Produktionsanläufen oder Lieferverzögerungen bei Serienteilen.

Durch umfangreiche Qualitätskontrollen der Endprodukte werden Produktmängel deutlich reduziert. Die branchenüblichen Auditierungen von HÄRTER (z.B. ISO 9001, IATF 16949) liegen vor. Darüber hinaus ist eine Produkthaftpflichtversicherung mit ausreichend Risikoabdeckung abgeschlossen.

3.9. Finanzielle Risiken

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität eines Unternehmens.

Die Eigenkapitalquote der HÄRTER Werkzeugbau ist zum Stichtag negativ und die Gesellschaft damit bilanziell überschuldet. Die Muttergesellschaft hat eine Rangrücktrittserklärung abgegeben.

Unter Berücksichtigung dieses Rangrücktritts hat die Gesellschaft ein positives wirtschaftliches Eigenkapital.

Durch den Gesellschafterwechsel im Februar 2023 hat sich durch Forderungsverzichte von Banken und Gesellschaftern auch die Eigenkapitalsituation der Muttergesellschaft wieder verbessert.

Die Finanzierungsstrategie besteht grundsätzlich aus voneinander unabhängigen Bausteinen, welche die Abhängigkeit von einzelnen Gläubigern reduziert. Im Februar 2023 kam es nach Wechsel des Gesellschafters zu einer Ablösung der bisherigen Bankdarlehen. Durch die Finanzierung über ein neues Gesellschafterdarlehen sind wesentliche Risiken der Fremdfinanzierung entfallen. Verblieben im Rahmen der konzernexternen Fremdfinanzierung ist die Finanzierung durch Leasingvereinbarungen.

Für Ausfallrisiken von Kundenforderungen werden in angemessenen Umfang Wertberichtigungen vorgenommen.

Risiken aus Wechselkursschwankungen bestehen nur in unbedeutenden Umfang, da die Gesellschaft ausschließlich in Euro fakturiert. Lediglich Eingangsrechnungen in ausländischer Währung wurden vereinzelt an HÄRTER gestellt. Sämtliche Darlehen valutieren in Euro. Derivative Finanzinstrumente werden nicht eingesetzt.

3.10. Chancen der künftigen Entwicklung

Die Chancen der HÄRTER Gruppe können wie folgt zusammengefasst werden:

Optimierung des Produktportfolios durch Konzentration auf margenstarke Technologien und Produkte mit hoher Wertschöpfung.

Transformation des Produktportfolios in den Wachstumsbereichen Konnektivität, Komfort, Sicherheit und Elektrifizierung, dadurch verringerte Abhängigkeit vom Antriebsstrang.

Erhöhung der Wertschöpfung durch Ausbau der Produktlinie Hybride Bauteile und Komponenten.

Fokussierte Etablierung der E-Mobility Produktstrategie in den Märkten.

Hohe Wachstumspotenziale mit bestehenden und neu ausgewählten strategischen Kunden und durch Eigenentwicklungen sowie Steigerung der Umsatzerlöse in den Segmenten Mobility; konsequente Marktbearbeitung Electronics und Industry durch ein bestehendes Produktportfolio und Kundenstrategien.

Effizienzsteigerung durch Komplexitätsreduzierung und Fokussierung auf hochvolumige Produktgruppen mit erhöhter Wertschöpfung.

Stärkung des Unternehmens in der operativen Restrukturierungsphase, Wirkung der Kapazitätsanpassungsmaßnahmen und Optimierung/ Verschlankung und Flexibilisierung

Erhöhung der Standardisierung in der Werkzeugtechnik zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Wartungsfreundlichkeit.

Internationale Standorte zur weltweiten Versorgung der Kunden durch standardisierte Produktionssysteme.

Entwicklung der Organisation und Steigerung der Ausbildungsquote auf Basis des zukünftigen Portfolios.

Intensivierung der lokalen Präsenz durch aktive Kunden- und Marktbearbeitung, langfristiges Wachstum des asiatischen Markts mit guter Zukunftsprognose.

4. Prognosebericht

4.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Ausblick

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für das Jahr 2024 weiterhin mit einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von jahresdurchschnittlich +3,1 Prozent. Erstmals seit Längerem hält der IWF Aufwärts- und Abwärtsrisiken für ausgewogen. Eine Erholung wird für das Welthandelsvolumen erwartet, von +0,4 Prozent im Jahr 2023 auf +3,3 Prozent in 2024. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung, Seite 21, Tz. 20)

Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich zu Jahresbeginn 2024 weiterhin in einem schwierigen Umfeld. Die Stimmung in der Wirtschaft, gemessen an Geschäftsklima, dem Einkaufsmanagerindex der Industrie oder dem GfK Konsumklimaindex, liegt zum Jahreswechsel Anfang 2024 auf sehr niedrigem Niveau. Zwar lassen einige belastende Faktoren aus dem Vorjahr wie die hohen Verbraucherpreissteigerungen und die daraus folgenden Kaufkraftverluste nach, die Inflation dürfte unter anderem infolge von Basiseffekten durch das Auslaufen temporärer Entlastungsmaßnahmen aber noch einige Zeit oberhalb der Zwei-Prozent-Schwelle liegen. Vor allem die wieder steigenden Reallöhne und eine stabile Arbeitsmarktentwicklung sollten eine binnenwirtschaftliche Erholung im Jahresverlauf befördern. Dagegen bleibt die Perspektive für den Außenhandel angesichts vielfältiger geopolitischer Krisen und Spannungen sowie der nachwirkenden, wachstumsdämpfenden Effekte der geldpolitischen Straffungen bei wichtigen Handelspartnern verhalten. Die Bundesregierung geht davon aus, dass die belastenden Einflüsse im Jahresverlauf 2024 tendenziell nachlassen werden und die positiven, binnenwirtschaftlichen Faktoren zunehmend zum Tragen kommen. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein leichter Zuwachs des preisbereinigten BIP um 0,2 Prozent prognostiziert. (Quelle: Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung 2024 S. 156 Tz. 312 ff)

HÄRTER erwartet, dass einige starke Trends in den für die Gesellschaft relevanten Märkten, die Entwicklung des Geschäfts in den nächsten Jahren beeinflussen werden:

Die Bevölkerungszahl und die Urbanisierung nehmen stetig zu. Das Bedürfnis nach Mobilität sowie die zunehmende Vernetzung von Mensch und Maschine treibt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Fahrzeugen und neuen Mobilitätskonzepten.

Die Nachfrage der Marktteilnehmer nach umweltfreundlichen, energiesparenden Produkten mit hoher Konnektivität sowie steigender Funktionalität bei einfacher Bedienbarkeit durch den Nutzer steigt stetig.

Steigende Wettbewerbsintensität mit einer wachsenden Anzahl globaler Marktteilnehmer macht eine Differenzierungsstrategie durch Alleinstellungsmerkmale für die Unternehmen zunehmend wichtiger. Insbesondere Technologieführer mit ausgeprägter Innovations- und Integrationskompetenz werden von diesem Trend profitieren.

Im Kerngeschäftsfeld Mobility sind ebenfalls starke Trends zu beobachten. Unsere daraus abgeleitete Unternehmensstrategie fußt auf nachfolgenden Annahmen:

Anhaltender Konsolidierungsprozess bei den Automobilzulieferern, getrieben durch den stetig steigenden Anteil an Systemlieferanten sowie damit einhergehender Reduzierung der Fertigungstiefe bei den Automobilherstellern und Tier-1 Zulieferern.

Die zunehmende Variantenvielfalt und Modularisierung führt zu einer steigenden Wertschöpfung bei den Zulieferern. Somit erhöht sich die Komplexität in der Produktion bei den Zulieferern mit der Folge, dass sich die Anforderung an die Flexibilität in der Produktion verstärkt.

Die Verkürzung der Modelllebenszyklen führt zu kürzeren Entwicklungszeiten von neuen Fahrzeugen und Innovationen. Infolgedessen werden die Zulieferer deutlich früher und stärker in die Produktentwicklungsprozesse ihrer Kunden einbezogen.

Die Zunahme der IT-Ausstattung bei gleichzeitig steigenden Funktionalitäten ist ein Treiber für die Vernetzung von Fahrzeugen. Das wiederum hat einen Anstieg des Bedarfs an Hybridprodukten der Kunststoffverbundtechnologie zur Folge.

Ressourcenschonung (Kraftstoff- und Gewichtsreduzierung) und damit umweltfreundliche Nutzung von Fahrzeugen treibt die Nachfrage nach neuen Fahrzeug- und Antriebskonzepten (Hybrid- und Elektrofahrzeuge) und führt zu einem zunehmenden Einsatz von Produkten der Metall-Kunststoff-Technologie.

Die Anwendungsbereiche der Produkte von HÄRTER werden zunehmend branchenübergreifend. Das ermöglicht auf Sicht die Fertigung von hochvolumigen Serien an allen Standorten. Hierauf hat HÄRTER seine Fertigungsstruktur und -kapazität ausgerichtet und kann deshalb effizient global die Kunden beliefern.

4.2. Ausblick Umsatz und Ergebnis

Nach dem Gesellschafterwechsel und der bereits erfolgten Restrukturierung der Finanzierung rückt nun der Fokus vermehrt auf ertragssteigernde Maßnahmen, insbesondere in den Bereichen:

Fokussierung und Operationalisierung der strategischen Stoßrichtung

Reduktion der Komplexität - Portfoliobereinigung und Fokussierung bei Neuprodukten in den Geschäftsfeldern

Antizipation von Markt- und Lieferkettenrisiken

Etablierung von Controlling- und Prozessroutinen als Grundlage zur Steuerung der weitgehend standardisierten Wertschöpfungskette

Darüber hinaus ist eine konsequente Optimierung der Organisation und Unternehmenssteuerung durchzuführen, im Einzelnen erstecken sich die Maßnahmen auf folgende Bereiche:

Optimierung und Flexibilisierung von Kostenstrukturen in den wertschöpfenden und indirekten Bereichen zur Steigerung der Reaktionszeit auf Auftragsschwankungen

Reorganisation der Prozessabläufe (u.a. Vertrieb und finanzielle Steuerung als eine standortübergreifende Gruppenfunktion) und Professionalisierung der Organisation

Über ein laufendes monatliches Reporting werden sämtliche Bausteine zur Umsetzung der Restrukturierung überwacht. Die Liquidität ist durch das neue Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Anfang 2028 mittelfristig gesichert.

Die Geschäftsführung erwartet für die HÄRTER Werkzeugbau für das Jahr 2024 bei einem Gesamtumsatz in Höhe von etwa EUR 8,5 Mio. ein operatives Ergebnis (EBIT) in Höhe von etwa EUR -0,7 Mio. Für das Geschäftsjahr 2025 plant die HÄRTER Werkzeugbau bei einem auf EUR 10,8 Mio. ansteigenden Gesamtumsatz wieder ein positives EBIT in Höhe von rd. EUR 0,5 Mio.

Der Umsatz der HÄRTER Werkzeugbau lag im ersten Quartal 2024 um EUR 0,7 Mio. hinter dem Plan. Ebenso lag das operative EBIT mit EUR 0,4 Mio. unter Plan.

In 2024 und in den Folgejahren ist es notwendig an der Kostenstruktur Änderungen vorzunehmen und Synergien innerhalb der neuen Zusammensetzung der Konzerngruppe aufgrund des Gesellschafterwechsel zu erreichen, um das Unternehmen nachhaltig in eine Gewinnposition zu bringen.

 

Königsbach-Stein, 17. Mai 2024

HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

vertreten durch die Geschäftsführung

Claus-Peter Mendl

Markus Wild

Bilanz zum 31. Dezember 2023

AKTIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 1,00 1,00
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.486,00 2.363,00
1.487,00 2.364,00
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2,00 2,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 22.511,00 27.011,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 498.950,28 563.999,98
521.463,28 591.012,98
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 3.808.648,71 3.808.648,71
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 1.597.887,37 1.597.887,37
5.406.536,08 5.406.536,08
5.929.486,36 5.999.913,06
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 746.410,06 1.473.746,84
2. Unfertige Erzeugnisse, Unfertige Leistungen 1.622.013,70 954.926,82
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 61.690,65 56.781,26
2.430.114,41 2.485.454,92
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 261.674,55 700.632,64
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 4.048.628,44 6.064.991,37
3. Sonstige Vermögensgegenstände 261.493,63 408.024,72
4.571.796,62 7.173.648,73
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 525.206,29 430.606,18
7.527.117,32 10.089.709,83
C. Rechnungsabgrenzungsposten 105.189,85 187.172,30
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 8.372.892,38 6.748.032,40
21.934.685,91 23.024.827,59

PASSIVA

31.12.2023 31.12.2022
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 818.067,01 818.067,01
II. Verlustvortrag -7.566.099,41 -8.170.819,33
III. Jahresfehlbetrag (Vj. Jahresüberschuss) -1.624.859,98 604.719,92
IV. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 8.372.892,38 6.748.032,40
0,00 0,00
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 309.160,00 325.291,00
2. Steuerrückstellungen 0,00 630,00
3. Sonstige Rückstellungen 1.825.377,86 693.075,31
2.134.537,86 1.018.996,31
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0,00 3.099.376,80
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 25.470,00 0,00
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 382.062,78 693.849,94
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.344.606,88 18.144.875,88
5. Sonstige Verbindlichkeiten 48.008,39 67.728,66
19.800.148,05 22.005.831,28
21.934.685,91 23.024.827,59

Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis 31. Dezember 2023

2023 2022
EUR EUR
1. Umsatzerlöse 8.622.776,55 14.856.667,68
2. Eröhung (Vj. Verminderung) des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 45.177,11 -176.567,60
3. Sonstige betriebliche Erträge 2.635.693,07 2.221.583,15
11.303.646,73 16.901.683,23
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -1.525.865,31 -1.880.442,56
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -887.467,13 -1.326.778,70
-2.413.332,44 -3.207.221,26
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -5.276.503,16 -5.032.618,83
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -1.073.885,91 -1.217.889,63
davon für Altersversorgung EUR 6.071,72 (Vj. EUR 9.171,72)
-6.350.389,07 -6.250.508,46
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -113.133,76 -112.796,00
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.101.486,76 -5.567.372,47
8. Erträge aus Beteiligungen 2.041.426,71 0,00
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 830,85 34.445,97
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.079,87 0,00
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -981.655,25 -1.164.475,28
1.061.682,18 -1.130.029,31
12. Ergebnis nach Steuern -1.613.013,12 633.755,73
13. Sonstige Steuern -11.846,86 -29.035,81
14. Jahresüberschuss -1.624.859,98 604.719,92

Registergericht Mannheim, HRB 501152)

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2023

I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde auf der Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches erstellt. Die Gliederung des Jahresabschlusses erfolgt nach den Vorschriften der §§ 266 ff. HGB.

Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Gesellschaft im Sinne des § 267 HGB.

Soweit Pflichtangaben für ausgeübte Wahlrechte bestehen, sind diese im Anhang dargestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren gem. § 275 Abs. 2 HGB gegliedert.

Die Bilanzierung und Bewertung erfolgen unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit. Zum 31. Dezember 2023 bestand ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag von TEUR 8.373 (Vorjahr: TEUR 6.748).

Die Gesellschaft ist wirtschaftlich und finanziell eng mit den Unternehmen der HÄRTER-Gruppe verbunden.

Mit notariellem Vertrag vom 7. Oktober 2022 wurden sämtliche Beteiligungen der HÄRTER-Gruppe an Beteiligungsvehikel eines Private Equity Fonds verkauft. Es erfolgte ein Gesellschafterwechsel für die Gruppe, wobei die Blitz 22-791 GmbH in München die neue Konzerngesellschaft darstellt.

Gleichzeitig mit dem Verkauf der Anteile erfolgte am gleichen Tag ein Forderungskaufvertrag mit einem Teilverzicht über Darlehen von Kreditgebern (insbesondere Banken und Gesellschaftern).

Die Umsetzung der Transaktion einschließlich Gesellschafterwechsel erfolgte mit Closing mit Erfüllung aller Bedingungen am 22. Februar 2023.

Durch die ertragswirksame Ausbuchung der Forderungsverzichte von Kreditgebern und Altgesellschaftern entstand ein steuerfreier Sanierungsgewinn, wodurch das handelsbilanzielle Eigenkapital nach Closing im Teilkonzern und der größten operativen Gesellschaft HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA ab Ende Februar 2023 wieder positiv wurde.

Die Bankdarlehen der Gruppe wurden durch neue Gesellschafterdarlehen mit einer Laufzeit bis Anfang 2028 ersetzt und für die neu gewährten Kreditlinien der Banken für die Härter-Gruppe wurden neue "Financial Covenants" definiert. Diese "Financial Covenants" sind bisher eingehalten worden.

Ferner hat der neue Gesellschafter (Private Equity) bei der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA zur Stärkung der Eigenmittel Einlagen in die Kapitalrücklage vorgenommen.

Durch aufgelaufene Verluste weist die Gesellschaft zum Bilanzstichtag unverändert einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag aus. Ursächlich dafür sind insbesondere operative Verluste sowie Restrukturierungsaufwendungen zur künftigen Beseitigung der Liquiditäts- und Ertragskrise.

Die Gesellschafterin HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA, Königsbach Stein, hat gegenüber der HÄRTER Werkzeugbau GmbH zwei qualifizierte Rangrücktritte in Gesamthöhe von TEUR 13.405 erklärt. Daneben hat die Gesellschafterin eine begrenzte Zusage an die Gesellschaft erteilt, in der sie zusichert, diese jederzeit mit den notwendigen finanziellen Mitteln auszustatten. Unter Berücksichtigung des mit einem Rangrücktritt versehenen Darlehens der Härter Stanztechnik GmbH & Co. KGaA an die Gesellschaft ergibt sich zum Stichtag ein positives wirtschaftliches Eigenkapital.

Die wirtschaftliche Situation der Härter Werkzeugbau GmbH ist trotz der eingeleiteten Restrukturierung und der finanziellen Neuaufstellung der Gruppe als weiterhin angespannt zu betrachten. Eine Bestandsgefährdung ist nicht auszuschließen.

Im Hinblick auf die Einschätzung der Geschäftsführung zur Annahme der Unternehmensfortführung wird auf die Angaben im Lagebericht in Abschnitt "3.1 Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "3. Chancen und Risikobericht" und dem Abschnitt "4.2 Ausblick Umsatz und Ergebnis" im Prognosebericht verwiesen.

II. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden gegenüber dem Vorjahr unverändert angewandt.

Die Bewertung der selbst geschaffenen gewerblichen Schutzrechte und ähnlichen Rechte und Werte erfolgt zu Herstellungskosten auf Vollkostenbasis, die durch Kalkulation auf Basis der innerbetrieblichen Kostenrechnung der Gesellschaft ermittelt wurden. Fremdkapitalzinsen, die im Herstellungszeitraum auf deren Finanzierung entfallen, wurden nicht einbezogen.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderung aktiviert. Die Bewertung erfolgt vermindert um lineare Abschreibungen. Für die Ermittlung der Abschreibungen wurden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von ein bis fünf Jahren angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird grundsätzlich zu Anschaffungskosten zuzüglich Anschaffungsnebenkosten abzüglich Anschaffungspreisminderung aktiviert. Die Bewertung erfolgt vermindert um lineare Abschreibungen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert vorgenommen. Für die Ermittlung der Abschreibungen wurden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern bei den technischen Anlagen und Maschinen zwischen 3 und 15 Jahren, bei den anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 2 und 21 Jahren, angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 netto werden im Zugangsjahr voll als Aufwand erfasst.

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten angesetzt oder bei Vorliegen einer voraussichtlich dauerhaften Wertminderung außerplanmäßig auf den niedrigeren beizulegenden Zeitwert abgewertet.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und der Waren erfolgt zu Anschaffungspreisen bzw. den niedrigeren Zeitwerten. Bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden notwendige Abschläge für nicht gängige Artikel vorgenommen. Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten umfassen die Materialeinzelkosten und die Fertigungseinzelkosten. Zusätzlich wurden angemessene Teile der notwendigen Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie der fertigungsbedingte Werteverzehr des Anlagevermögens einbezogen. In die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden angemessene Teile der allgemeinen Kosten der Verwaltung eingerechnet. Das strenge Niederstwertprinzip wurde beachtet. Dem Prinzip der verlustfreien Bewertung wurde durch absatzmarktorientierte Abschläge Rechnung getragen. Die Sperrlagerbestände werden auf Grundlage einer Einzelfallbetrachtung mit dem aktuellen Wiederverkaufswert entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip zum Jahresende angesetzt.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum Nennwert bewertet. Dem allgemeinen Kreditrisiko sowie dem internen Zinsverlust wird durch eine Pauschalwertberichtigung des um die einzelwertberichtigten Forderungen bereinigten Nettoforderungsbestandes; zweifelhaften Forderungen wird durch angemessene Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Der Bestand an liquiden Mitteln wird mit Nominalwerten bewertet.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Ausgaben vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Der Ansatz der sonstigen Aktiva erfolgt zu Nennwerten oder Rückzahlungsbeträgen.

Latente Steuern werden für zeitliche Bewertungsunterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen ermittelt. Steuerliche Verlustvorträge werden bei der Ermittlung der latenten Steuern nicht berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag 2023 ergab sich ein Überhang an aktiven latenten Steuern. Dieser wurde in Ausübung des Wahlrechts nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

Die Bewertung der Pensionsrückstellungen erfolgte mit der Projected-Unit-Credit-Method unter Verwendung der "HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Die Pensionsrückstellungen wurden unter Inanspruchnahme des Wahlrechts nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,83 % (Vj: 1,87 %) p.a. abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Der Berechnung liegt ein Rententrend von 0 % sowie Gehaltssteigerungen von 0 % zugrunde.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst.

Die in den sonstigen Rückstellungen ausgewiesenen Rückstellungen für Jubiläumszuwendungen werden unter Verwendung einer pauschalen Fluktuations- und Sterbewahrscheinlichkeit von 10 % und eines Rechnungszinsfußes von 1,97 % (Vj: 1,97 %) p.a. ermittelt.

Der Ansatz der Verbindlichkeiten erfolgt mit den Erfüllungsbeträgen.

III. Grundlagen für die Umrechnung von Fremdwährungsposten

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten werden grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs am Transaktionstag erfasst. Am Bilanzstichtag ausgewiesene, auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit Laufzeiten von einem Jahr oder weniger werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Bei Vermögensgegenständen mit Laufzeiten von mehr als einem Jahr nach Abschlussstichtag erfolgt die Bewertung mit dem niedrigeren Kurs am Abschlussstichtag sowie bei den Verbindlichkeiten mit dem höheren Kurs am Bilanzstichtag. Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Fremdwährungsgeschäften werden erfolgswirksam erfasst und im Anhang gesondert unter dem Posten "Sonstige betriebliche Erträge" bzw. "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

IV. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

1. ANLAGEVERMÖGEN

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist im Anlagenspiegel, der als Anlage zum Anhang beigefügt ist, dargestellt.

Die Finanzanlagen bestehen aus Beteiligungen sowie Ausleihungen an Unternehmen der HÄRTER Gruppe.

Die Ausleihungen bestehen gegen ein verbundenes Unternehmen und sind aufgrund voraussichtlich dauernder Wertminderung wie bereits in den Vorjahren zum Teil wertberichtigt.

Der Anteilsbesitz stellt sich wie folgt dar:

Name, Sitz Anteil am Kapital in % Eigenkapital TEUR Jahresergebnis 2023
TEUR
Hottinger Präzisionstechnik GmbH, Königsbach-Stein 100 51 0 (nach Gewinnabführung)
Karl-Heinz Müller GmbH & Co. KG, Balingen-Engstlatt 100 358 1.120 (vor Ergebnisverteilung)

2. FORDERUNGEN

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen bestehen vollumfänglich aus Liefer- und Leistungsbeziehungen.

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen gegen Gesellschafter in Höhe von TEUR 305 (Vj.: TEUR 1.059) enthalten.

In den sonstigen Vermögensgegenständen sind Forderungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr in Höhe von TEUR 0 (Vj.: TEUR 49) enthalten.

3. VORRÄTE

Das Vorratsvermögens bleibt mit TEUR 2.430 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (TEUR 2.485)

4. GEZEICHNETES KAPITAL

Das gezeichnete Kapital lautet unverändert auf DM 1.600.000(umgerechnet EUR 818.067,01)

5. BILANZVERLUST

Dieser hat sich wie folgt entwickelt:

EUR
1. Januar 2023 7.566.099,41
Jahresfehlbetrag 1.624.869,98
31. Dezember 2023 9.190.959,39

6. RÜCKSTELLUNGEN

Der Unterschiedsbetrag bei den Pensionsrückstellungen gem. § 253 Abs. 6 HGB beträgt TEUR 2 (Vj. TEUR 16).

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen Verpflichtungen aus Pensionen, Gewährleistungen und Abfindungen im Rahmen der begonnen Restrukturierung.

7. VERBINDLICHKEITEN

Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2023:

Verbindlichkeiten Gesamt bis zu einem Jahr mehr als einem Jahr Davon mehr als fünf Jahren
TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegen- über Kreditinstituten 0 0 0 0
Vorjahr 3.099 3.099 0 0
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 25 25 0 0
Vorjahr 0 0 0 0
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 382 382 0 0
Vorjahr 694 694 0 0
Verbindlichkeiten gegen- 4. über verbundenen Unternehmen 19.345 3.189 16.156 0
Vorjahr 18.145 3.133 15.012 0
6. Sonstige Verbindlichkeiten 48 48 0 0
Vorjahr 68 68 0 0
Summe 19.800 3.644 16.156 0
Vorjahr 22.006 6.994 15.012 0

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von TEUR 43 (Vj. TEUR 62).

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beinhalten Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin in Höhe von TEUR 15.855 (Vj. TEUR 18.022).

8. UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse setzen sich nach Tätigkeitsbereichen wie folgt zusammen:

2023 2022
TEUR TEUR
Automotive 2.722 4.716
Elektronik 2 0
Industrie 1.035 2.692
Medizin 1 1
Verbundene Unternehmen 4.863 7.448
8.623 14.857

9. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Weiterberechnung von Kosten an die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 1.459 (Vj.: TEUR 1.693). Darüber hinaus enthalten die sonstigen betrieblichen Erträge periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 173 (Vj.: TEUR 250).

10. PERSONALAUFWENDUNGEN

In den Personalaufwendungen sind Erträge in Höhe von TEUR 213 (Vj.: TEUR 159) im Zusammenhang mit dem Kurzarbeitergeld erfasst, sowie Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von TEUR 1.303.

11. ERTRÄGE AUS BETEILIGUNGEN

Die Beteiligungserträge betreffen wie im Vorjahr in voller Höhe verbundene Unternehmen.

12. ZINSEN UND ÄHNLICHE AUFWENDUNGEN

In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 6 (Vj.: TEUR 6) enthalten.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 938 (Vj. TEUR 967).

V. Sonstige Pflichtangaben

1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Am Bilanzstichtag besteht eine gesamtschuldnerischen Mithaftung für ausstehende Leasingraten der Muttergesellschaft Härter Stanztechnik GmbH & Co. KGaA in Höhe von TEUR 1.508.

2. AUSSERBILANZIELLE GESCHÄFTE UND SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Verpflichtung am Bilanzstichtag Fällig < 1 Jahr Fällig 1-5 Jahre Fällig > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Miet- und Leasingverpflichtungen 6.090 1.339 4.750 0

Zum Bilanzstichtag bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen insbesondere aus Mieten für Grundstücke und Gebäude (TEUR 5.615) sowie aus Leasingverträgen für Fahrzeuge, Maschinen und Hardware-/Software-Pakete in Höhe von TEUR 475.

Der Zweck der abgeschlossenen Miet- und Leasingverträge besteht in der geringeren Kapitalbindung (Finanzierungsvorteil). Derzeit sind keine nennenswerten Risiken aus diesen Geschäften ersichtlich.

3. ANGABEN ZU DEN MITGLIEDERN DER UNTERNEHMENSORGANE

Geschäftsführung:

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende Person geführt:

Claus Peter Mendl, Geschäftsführer, Göppingen (ab 26. September 2023)

Herrn Martin Härter, Dipl.-Ing. (FH), Neulingen (bis 27. September 2023)

Die Geschäftsführung hat im Berichtsjahr keine Bezüge erhalten.

Für frühere Mitglieder der Geschäftsführung wurde eine Rückstellung für Pensionen (TEUR 309) gebildet. Die im Geschäftsjahr gezahlten Pensionen betrugen TEUR 28.

4. DURCHSCHNITTLICHE ZAHL DER BESCHÄFTIGTEN

Die durchschnittliche Zahl von Beschäftigten setzte sich im Geschäftsjahr wie folgt zusammen:

2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 69 81
Angestellte 23 31
Mitarbeiterzahl gem. § 267 Abs. 5 HGB 92 112
Auszubildende 9 14
101 126

5. KONZERNVERHÄLTNISSE

Die Anteile der Gesellschaft werden seit dem Geschäftsjahr 2014 mittelbar von der HÄRTER Stanztechnik GmbH & Co. KGaA gehalten (kleinster Konsolidierungskreis). Darüber hinaus wird die Gesellschaft in den Konzernabschluss der Blitz 22-791 GmbH, München, einbezogen (größter Konsolidierungskreis). Dieser wird im Unternehmensregister offengelegt.

6. ERGEBNISVERWENDUNGSVORSCHLAG

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust in Höhe von 9.190.959,39 (Jahresfehlbetrag in Höhe von EUR 1.624.859,98 zusammen mit dem Verlustvortrag in Höhe von EUR 7.566.099,41) auf neue Rechnung vorzutragen.

7. HONORAR DES ABCHLUSSPRÜFERS

Für die Angabe des Honorars des Abschlussprüfers verweisen wir auf die Angaben im Konzernabschluss der Blitz 22-791 GmbH, München.

VI. Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, ergaben sich nicht.

 

Königsbach-Stein,

HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

vertreten durch die Geschäftsführung

Claus-Peter Mendl

Markus Wild

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der HÄRTER Werkzeugbau GmbH, Königsbach-Stein, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben "I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "3.1 Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts, in denen der gesetzlichen Vertreter beschreibt, dass sich die Gesellschaft in einer schwierigen wirtschaftlichen Situation befindet, und dass eine wesentliche Unsicherheit in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit besteht. Wie in den Angaben "I. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "3.1 Bestandsgefährdende Risiken und Beurteilung der Risikosituation durch die Geschäftsführung" innerhalb des Teilbereichs "Chancen- und Risikobericht" des Lageberichts, dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung des gesetzlichen Vertreters für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 17. Mai 2024

Rödl & Partner GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Agilo Difflipp, Wirtschaftsprüfer

Pia Krusche, Wirtschaftsprüferin

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