Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 182671
Vorher
FL Fintech B AG
Eingetragen
23.12.2016
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit aktivem Versicherungsgeschäft
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens sind im ln- und Ausland der unmittelbare und mittelbare Betrieb der Zweige der Erstversicherung im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung (ohne Kraftfahrtversicherung, Kredit und Kaution) sowie die Vermittlung von Versicherungen aller Art. Der Gesellschaftszweck beinhaltet auch, dass die Geschäftstätigkeit eine erheblich positive Wirkung auf das Gemeinwohl sowie die Umwelt erzielen soll. Ausgeschlossen bleibt die Versicherung von Risiken, die nicht für die Gesellschaft genehmigten Sparten zuzuordnen sind, für die das Tarifwerk der Element Insurance AG keine Position vorsieht. Die Gesellschaft darf neben Versicherungsgeschäften nur solche Geschäfte betreiben, die mit Versicherungsgeschäften in unmittelbaren Zusammenhang stehen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Tilo Dr. Finck
seit 18.10.2024
Vorstandsmitglied
Philipp Hartz
seit 9.3.2023
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied
Wolff Dr. Graulich
seit 9.2.2017
Vorstandsmitglied

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

ELEMENT Insurance AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Inhaltsverzeichnis

Lagebericht

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Geschäftsverlauf der ELEMENT Insurance AG im Überblick

Geschäftsverlauf und Ertragslage im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Finanzlage

Vermögenslage

Chancen- und Risikobericht

Prognosebericht

Jahresabschluss 2022

Bilanz zum 31. Dezember 2022

Gewinn- und Verlustrechnung im Geschäftsjahr 2022

Anhang

Bericht des Aufsichtsrats

Lagebericht

Geschäfts- und Rahmenbedingungen

Geschäftstätigkeit

Die ELEMENT Insurance AG erhielt 2017 die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) für die Schaden-/Unfallversicherung als Erstversicherer; die zugelassenen Sparten sind Sach-, Haftpflicht-, Unfall-, Rechtsschutz- , Beistandsleistung, Transportversicherung (See-, Binnensee- und Flussschifffahrts-Kasko gemäß Anlage 1 VAG) und verschiedene finanzielle Verluste. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf dem deutschen Markt. Es soll auch weiterhin eine Expansion auf den europäischen Versicherungsmarkt erfolgen. Auf dem österreichischen Markt ist ELEMENT bereits vertreten, weitere Schritte wurden im Vorjahr unternommen und werden auch im Jahr 2023 folgen, um mit weiteren Produkten und Ländern das Portfolio zu diversifizieren.

Das Unternehmen definiert sich als unabhängiger Anbieter von White-Label Versicherungslösungen. Als solcher fokussiert sich ELEMENT vorrangig auf die Produktkreation und Risikoübernahme digitaler, technologisch flexibel anbindbarer, kundenzentrischer Versicherungslösungen mithilfe einer proprietären Plattform. Diese Produkte liefert ELEMENT an seine Partner. Die Partner übernehmen den Vertrieb der Produkte unter ihrer Marke.

Durch API-Schnittstellen können diese Produkte nahtlos in die Wertschöpfungsketten der Partner eingebunden werden und passen sich an deren Geschäftsprozesse an. Das von ELEMENT angebotene White-Label Kundenportal, die White-Label Antragsstrecken sowie weitere modulare Zusatzbausteine ergänzen das Angebot und ermöglichen eine nahtlose Einbindung in die Systeme von ELEMENTS Partnern. Durch diesen Ansatz ermöglicht ELEMENT seinen Partnern individuell zugeschnittene Versicherungslösungen anzubieten.

Die Mitarbeiter sind der treibende Erfolgsfaktor der ELEMENT, die Mitarbeiterzufriedenheit ist daher ein wichtiges Unternehmensziel. Die persönliche Entwicklung der Mitarbeiter wird durch Weiterbildungen und interne sowie externe Schulungen unterstützt. Flexible, an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Arbeitszeiten und moderne Arbeitsplätze in entsprechender Umgebung tragen zur Zufriedenheit bei. Ebenso hat sich ELEMENT zu Diversität und Inklusion verpflichtet. Leistungsfähige IT-Infrastrukturen, hochmoderne digitale Arbeitsumgebungen und flexible Formen der Zusammenarbeit stellen sicher, dass die Mitarbeiterzufriedenheit und die betrieblichen Belange in Einklang sind.

Im Jahr 2022 entwickelte sich die Mitarbeiterzahl entsprechend der Personalplanung. Die Mitarbeitertreue sowie eine hohe Anzahl von Initiativbewerbungen von Branchenexperten bestätigen ELEMENT als begehrten Arbeitgeber.

Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung 2022

Mit der weniger gefährlichen Omikron-Variante, einer hohen Immunisierung der Bevölkerung sowie der sukzessiven Aufhebung Covid-bedingter Beschränkungen schien Anfang 2022 der Boden für die Fortsetzung des Post-Covid-Aufschwungs aus dem Vorjahr bereitet. Infolge des Ukraine-Krieges und der daraus resultierenden signifikanten Preiserhöhung für Energie- und Nahrungsmittelrohstoffe trübte sich der Konjunkturausblick jedoch erheblich ein. Gebremst durch eine hohe Inflation und eine restriktive Geldpolitik ist die Weltwirtschaft nach ihrem Rekordjahr 2021 (+6,0 %) 2022 nur noch um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr gewachsen.

In Deutschland litt hierunter insbesondere die (energieintensive) Industrie, deren CO 2 -Ausstoß in 2022 2 % unter dem Vorjahreswert lag. Gestützt durch umfangreichen Fiskalstimulus sowie hohe Ersparnisse infolge des verhinderten Konsums der Pandemiejahre konnten die privaten Haushalte ihren Konsum trotz kräftigen Preisdrucks hingegen deutlich um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Im Zuge der starken inländischen Nachfrage übertraf das Wachstum der Importe dasjenige der Exporte trotz eines schwächeren Euro. Die Sentiment-Eintrübung bei Haushalten und Unternehmen sowie ein starker Zinsanstieg sorgten wiederum dafür, dass die Investitionen 2022 nahezu stagnierten, wobei die Bauinvestitionen zurückgingen. Auch aufgrund der stärkeren Abhängigkeit von russischem Gas, dessen Lieferung im Sommer nahezu vollständig zum Erliegen kam, blieb das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) mit +1,8 % gegenüber dem Vorjahr hinter demjenigen der Eurozone (+3,5 %) insgesamt zurück.

In den USA schrumpfte das BIP in den ersten beiden Quartalen 2022, womit sich die Wirtschaft zwischenzeitlich in einer technischen Rezession befand. Sowohl Zuwächse des privaten Konsums und der Investitionen (ohne Wohnungsbau) in diesem Zeitraum als auch der robuste Arbeitsmarkt sprechen jedoch gegen eine breit angelegte Schwäche der US-Wirtschaft im vergangenen Jahr. Dennoch sorgte der Gegenwind durch die hohe Inflation sowie die ab März kontinuierlich straffere Geldpolitik der US-Notenbank Fed dafür, dass das Wachstum 2022 mit 2,1 % deutlich hinter dem Rekordjahr 2021 (+5,9 %) zurückblieb.

Chinas Wachstum fiel wegen der bis Dezember anhaltenden strikten Zero-Covid-Politik sowie der Verwerfungen auf dem Immobilienmarkt auf den zweitniedrigsten Wert seit fast 50 Jahren (+3,0 %).

Entwicklung an den Kapitalmärkten

Die internationalen Aktienmärkte reagierten im Februar/März mit erheblichen Kursverlusten auf den Kriegsausbruch und konnten die initialen Verluste im Jahresverlauf nicht mehr aufholen (DAX -12 %; EURO STOXX -12 %; S&P 500 -20 %). Eine noch schlechtere Performance verzeichneten die Schwellenländer (MSCI EM -22 %).

Verantwortlich für die schwache Aktienmarktperformance zeichnete insbesondere die Abkehr der Notenbanken von ihrer lockeren Geldpolitik, die simultan auch an den Rentenmärkten für kräftige Kursverluste sorgte. So stieg die Rendite 10-jähriger US-Anleihen in der Spitze von 1,67 % auf 4,34 % und lag am Jahresende bei 3,88 %. Die Rendite von Bundesanleihen gleicher Laufzeit verließ 2022 negatives Terrain und kletterte von -0,18 % auf 2,57 %. Diese Bewegungen machten auch vor den Risikoaufschlägen südeuropäischer Staatsanleihen nicht Halt, wobei neue Instrumente der EZB zur Bekämpfung von Marktverwerfungen stärkere Anstiege verhinderten. Im Einklang mit den Preisen vieler anderer Rohstoffe stieg der Ölpreis (Brent) in der Spitze kräftig von $78 auf $128 je Barrel, lag zum Jahresende mit $86 je Barrel, jedoch nur rund 10 % höher als zu Jahresbeginn. Der Euro fiel erstmals seit 20 Jahren temporär unter die Parität zum USD und verlor auf Jahressicht 5,9 % auf 1,07.

Darüber hinaus zeigten Swap-Spreads und zusätzlich auch noch die Credit-Spreads vor allem im ersten Halbjahr deutliche Ausweitungen. Insgesamt verloren Zinsanlagen im Jahresverlauf so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Breite Marktindizes wie der iBoxx EUR Overall verloren mehr als 17 % und selbst kurze Indizes im 1-3-jährigen Laufzeitbereich gaben um 5 % nach. Kredit-Produkte waren über weite Phasen die Underperformer in dieser Zeit, aufgrund des Wertrückganges infolge steigender Zinsen. Insbesondere im letzten Quartal konnten Kredit-Produkte in der relativen Performance gegenüber Staatsanleihen jedoch deutlich aufholen.

ELEMENT im Versicherungsmarkt

Das Jahr 2022 war geprägt von einschneidenden Veränderungen und großen Herausforderungen. Allen voran der Ukrainekrieg, der tiefgreifende Folgen für die europäische Sicherheitsarchitektur und Energieversorgung hatte. Zudem kletterte die Inflation auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Zu den wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen kommen ökologische Sorgen hinzu: 2022 war das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Deutschland. Mithin sehen wir unsicheren Zeiten entgegen. Insbesondere in Perioden, die von Ungewissheit und Risiken gekennzeichnet sind, kommt Versicherern eine wichtige Rolle zu, indem sie für Stabilität und Planungssicherheit sorgen.

Anders als im Vorjahr sanken insgesamt die Beitragseinnahmen in der deutschen Versicherungswirtschaft (-0,7 %). Gleichwohl verzeichnete man in der Schaden- und Unfallversicherung einen Anstieg der Beiträge.

In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Beiträge um 4 %, während die Ausgaben um 5,6 % sanken. Unter dem Strich stand ein versicherungstechnischer Gewinn von 5 %.

Im Zweig der Lebensversicherung verzeichnete man einen deutlichen Rückgang der Beiträge in Höhe von 6 %. Auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung zwischen Verträgen mit laufendem Beitrag und solchen mit Einmalbeiträgen. Während das Geschäft gegen laufenden Beitrag mit 0,6 % leicht zunahm, sanken die Einnahmen im Einmalbeitragsgeschäft um 18 %. Ausschlaggebend für die Entwicklung sind zum einen die steigenden Zinsen, welche mit einem größeren Spektrum an alternativen Geldanlagen einhergehen, zum anderen führen die steigenden Lebenshaltungskosten zu einer geringeren Sparquote. Gleichwohl hat sich die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland positiv entwickelt. Insgesamt stiegen die bAV-Beiträge um 3,7 %. Gänzlich eingebrochen hingegen ist das Geschäft mit der Riesterrente. Das Neugeschäft mit Riesterverträgen verzeichnete im Jahr 2022 einen Rückgang von 60 %.

Die private Krankenversicherung verzeichnete ein Beitragsplus von 3,1 % getrieben von einem starken Wachstum im Bereich der Pflegeversicherung (14,7 %). Bereinigt um diesen Anstieg wuchsen die Krankenversicherungsbeiträge um 1,8 %. Gleichzeitig stiegen die Versicherungsleistungen um 3,8 %. Der Gesamtbestand in der Krankenversicherung (Voll- und Zusatzversicherte) stieg um 1,6 % auf 37,8 Millionen an.

Die größte strategische Priorität bildet für die Branche weiterhin die Digitalisierung. Allerdings scheint sich der Fokus zu verschieben von der Kundenschnittstelle hin zu den Backoffice-Prozessen und IT-Kernsystemen. Besorgniserregend in diesem Zusammenhang ist der zunehmende Mangel an Fachkräften. Daneben gewinnt der Themenkomplex Cybersicherheit an Bedeutung: Der Schutz von Kundendaten sowie die Erfüllung regulatorischer Anforderungen steht weit oben auf der Agenda deutscher Versicherungsunternehmen. Daneben bilden der deutliche Preisanstieg sowie der demographische Wandel wichtige Handlungsfelder der deutschen Versicherungswirtschaft.

Geschäftsverlauf der ELEMENT Insurance AG im Überblick

Geschäftsverlauf und Ertragslage im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Die Gesellschaft ist in der Berichtsperiode erneut deutlich gewachsen. So stiegen die gebuchten Bruttobeiträge der ELEMENT Insurance AG auf 19.815 Tsd. Euro (2021: 10.440 Tsd. Euro). Die Gesellschaft setzte somit trotz der komplizierten Rahmenbedingungen im Geschäftsjahr 2022 ihren Wachstumskurs fort.

Gebuchte Bruttobeiträge

In Euro 2022 2021
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft (Inland)
Unfallversicherung 1.486.537,18 676.254,10
Haftpflichtversicherung 2.402.869,13 294.315,91
Hausratversicherung 208.567,98 103.621,81
Sonstige Sachversicherung 11.792.296,18 7.502.601,95
Beistandsleistungsversicherung 66.370,24 13.499,53
Rechtsschutzversicherung 325.203,11 2.226,13
Sonstige Versicherung 3.375.993,67 1.847.862,07
Transportversicherung 157.436,74
19.815.274,23 10.440.381,50

Gekennzeichnet war das Geschäftsjahr von einem starken Wachstum in nahezu allen Sparten. Gemessen an der absoluten Entwicklung der gebuchten Bruttobeiträge im Geschäftsjahr ist die Sparte "Sonstige Sachversicherung" am stärksten gewachsen. Zu verzeichnen ist ein Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge um 4.290 Tsd. Euro auf 11.792 Tsd. Euro (2021: 7.503 Tsd. Euro). Die Sparten "Haftpflicht", "Beistandsleistung" sowie "Rechtsschutz" sind prozentual am stärksten gewachsen, was jedoch an dem geringen Bestandsvolumen im Vorjahr liegt. Im Geschäftsjahr hinzugekommen ist die Sparte "Transportversicherung" mit gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 157 Tsd. Euro. Da die Gesellschaft sich immer noch in der Expansionsphase befindet und im Vergleich zum Markt entsprechend geringe Beiträge bei gleichzeitig hohen Fixkosten ausweist, hat die Kostenquote sowie die Combined-Ratio eine begrenzte Aussagekraft.

Die gesamten Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle beliefen sich auf 12.335 Tsd. Euro (2021: 4.622 Tsd. Euro). Die Gesellschaft schloss das Jahr mit einer Bruttoschadenquote von 70,0 % (2021: 51,2 %) ab. Die negative Entwicklung der Bruttoschadenquote steht konträr zur grundsätzlich defensiven Zeichnungspolitik der Gesellschaft. Das Gesamtnettoabwicklungsergebnis betrug 24 Tsd. Euro (2021: 30 Tsd. Euro). Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb betrugen 20.910 Tsd. Euro (2021: 14.028 Tsd. Euro) und stiegen um 49 % gegenüber dem Vorjahr an. Dabei entfielen 11.876 Tsd. Euro (2021: 7.372 Tsd. Euro) auf Abschlussaufwendungen und 9.034 Tsd. Euro (2021: 6.656 Tsd. Euro) auf Verwaltungsaufwendungen. Die Gesellschaft erzielte in der Berichtsperiode ein positives Rückversicherungsergebnis von 1.852 Tsd. Euro (2021: -947 Tsd. Euro), so dass das versicherungstechnische Gesamtergebnis brutto -11.946 Tsd. Euro (2021: -11.528 Tsd. Euro) betrug.

In ihrem Kerngeschäft der sonstigen Sachversicherung (gedeckte Garantiezusagen) erzielte die Gesellschaft 11.792 Tsd. Euro (2021: 7.503 Tsd. Euro) gebuchte Bruttobeiträge, denen standen Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle in Höhe von 6.537 Tsd. Euro (2021: 3.387 Tsd. Euro) gegenüber. Der Anstieg der Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle lässt sich dabei in erster Linie auf einen erheblichen Anstieg der Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle sowie Entschädigungszahlungen im Vergleich zum Vorjahr zurückführen. Die Bruttoschadenquote belief sich auf 62,8 % (2021: 50,2 %), während sich das Nettoabwicklungsergebnis auf -3 Tsd. Euro (2021: 40 Tsd. Euro) belief. Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb beliefen sich auf 10.554 Tsd. Euro (2021: 8.035 Tsd. Euro). Dabei entfielen 4.425 Tsd. Euro auf Verwaltungskosten (2021: 3.592 Tsd. Euro), während die Abschlusskosten 6.129 Tsd. Euro ausmachten (2021: 4.443 Tsd. Euro). Letztere ließen sich wiederum in 3.985 Tsd. Euro (2021: 2.910 Tsd. Euro) für direkte und 2.144 Tsd. Euro (2021: 1.533 Tsd. Euro) für mittelbare Abschlusskosten aufteilen. Diese wurden im Rahmen der Kostenverteilung entsprechend allokiert. Das Rückversicherungsergebnis betrug 1.298 Tsd. Euro (2021: -787 Tsd. Euro). In der Folge betrug der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung 5.379 Tsd. Euro (2021: 5.453 Tsd. Euro).

In der Haftpflichtversicherung verzeichnete ELEMENT gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 2.403 Tsd. Euro (2021: 294 Tsd. Euro), während die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 1.111 Tsd. Euro betrugen (2021: 151 Tsd. Euro). Die Bruttoschadenquote sinkt gegenüber dem Vorjahr und beträgt 51,9 % (2021: 68,3 %). Die verbesserte Bruttoschadenquote ist das Ergebnis von einem überproportionalen Beitragswachstum durch die Übertragung des mailo-Bestandes: Allein 2.074 Tsd. Euro der gebuchten Bruttobeiträge rühren aus der Bestandsübertragung her. Gleichzeitig belaufen sich die Brutto-Aufwendungen für Versicherungsfälle des Haftpflichtanteils der Bestandsübertragung auf 818 Tsd. Euro. Isoliert betrachtet beträgt die Bruttoschadenquote des mailo-Haftpflichtgeschäftes 45,1 %. Das Nettoabwicklungsergebnis betrug im Geschäftsjahr 3 Tsd. Euro (2021:12 Tsd. Euro), während die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 2.009 Tsd. Euro (2021: 633 Tsd. Euro) betrugen. Nach Berücksichtigung des Rückversicherungsergebnis in Höhe von -40 Tsd. Euro (2021: -28 Tsd. Euro) betrug der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung 1.013 Tsd. Euro (2021: 595 Tsd. Euro).

In der Hausratversicherung beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 209 Tsd. Euro (2021: 104 Tsd. Euro), während die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 77 Tsd. Euro (2021: 53 Tsd. Euro) betrugen. Die gegenüber dem Vorjahr wiederholt reduzierte Bruttoschadenquote belief sich auf 41,7 % (2021: 52,4 %) und ist in der Hauptsache getrieben von geringeren allokierten Schadenregulierungskosten im Rahmen der Kostenverteilung, das Nettoabwicklungsergebnis betrug im Geschäftsjahr 1 Tsd. Euro (2021: 3 Tsd. Euro). Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb lagen zum Jahresende bei 218 Tsd. Euro (2021: 238 Tsd. Euro). Das Rückversicherungsergebnis betrug -130 Tsd. Euro (2021: -23 Tsd. Euro). Somit belief sich der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung von 247 Tsd. Euro (2021: 215 Tsd. Euro).

In der Unfallversicherung beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 1.487 Tsd. Euro (2021: 676 Tsd. Euro), gleichzeitig betrugen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 641 Tsd. Euro (2021: 301 Tsd. Euro). Die Bruttoschadenquote belief sich auf 47,1 % (2021: 49,6 %). Das Nettoabwicklungsergebnis betrug im Geschäftsjahr -9 Tsd. Euro (2021: -21 Tsd. Euro). Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb machten zum Jahresende 2.024 Tsd. Euro (2021:1.196 Tsd. Euro) aus. Das Rückversicherungsergebnis betrug -108 Tsd. Euro (2021: -74Tsd. Euro). Somit belief sich der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung auf 1.412 Tsd. Euro (2021: 973 Tsd. Euro).

In der Sparte Sonstige Versicherungen, die mit den stärksten absoluten Beitragswachstum infolge der Einführung neuer Produkte und Anbindung neuer Partner auf der Plattform verzeichnete, beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 3.376 Tsd. Euro (2021: 1.848 Tsd. Euro), gleichzeitig betrugen die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 966 Tsd. Euro (2021: 728 Tsd. Euro). Begünstigt durch das enorme Beitragswachstum sank die Bruttoschadenquote auf 30,7 % (2021: 54,3 %), das Nettoabwicklungsergebnis betrug im Geschäftsjahr 32 Tsd. Euro (2021: -4 Tsd. Euro). Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb machten zum Jahresende 5.256 Tsd. Euro (2021: 3.900 Tsd. Euro) aus. Das Rückversicherungsergebnis betrug -509 Tsd. Euro (2021: -31 Tsd. Euro). Somit belief sich der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung auf 3.605 Tsd. Euro (2021: 3.325 Tsd. Euro).

In der Rechtsschutzversicherung beliefen sich die gebuchten Bruttobeiträge auf 325 Tsd. Euro (2021: 2 Tsd. Euro), während die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 2.884 Tsd. Euro (2021: 3 Tsd. Euro) betrugen. Die gegenüber dem Vorjahr überproportional gestiegene Bruttoschadenquote belief sich auf 1.176,9 % (2021: 125,4 %). Ursächlich hierfür war ein Kumulereignis, welches in dieser Form aufgrund von Produktanpassung nicht mehr auftreten kann. Die erhöhte Anzahl an Schäden führt außerdem auch zu deutlich erhöhten Schadenregulierungskosten. Die Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb lagen zum Jahresende bei 420 Tsd. Euro (2021: 17 Tsd. Euro). Das Rückversicherungsergebnis betrug 1.345 Tsd. Euro (2021: -1 Tsd. Euro). Somit belief sich der versicherungstechnische Verlust für eigene Rechnung auf 1.714 Tsd. Euro (2021: 18 Tsd. Euro).

Bestandsübertragung

Im Geschäftsjahr 2022 hat die ELEMENT Insurance AG den Bestand der mailo Versicherung AG auf ihren Versicherungsbestand übertragen. Dabei umfasst die Übertragung Versicherungsverträge, die Risiken in folgenden Versicherungszweigen decken: 1) Sachversicherung 2) Haftpflichtversicherung und 3) Sonstige. Zudem haben die beiden Gesellschaften einen Vertriebs- und Kooperationsvertrag geschlossen, wonach mailo berechtigt ist, Versicherungsprodukte der ELEMENT Insurance AG in den oben beschriebenen Versicherungszweigen zu vermitteln. Der übertragene Bestand wird weiterhin durch mailo betreut und bearbeitet.

Die ELEMENT Insurance AG sieht in der Bestandsübernahme von der mailo Versicherung AG die Möglichkeit, ihren Geschäftsbetrieb auszuweiten und weiter zu diversifizieren, um fortan auch im KMU Bereich Risiken zu übernehmen und das Prämienvolumen zu vergrößern.

Durch die Kooperation mit mailo sichert sich ELEMENT den Marktzugang zum KMU-Bereich insbesondere auch für das Neugeschäft, von dem sich die Gesellschaft für die folgenden Geschäftsjahre relevante Prämieneinnahmen verspricht. Überdies stellt die Gesellschaft durch die Kooperation mit mailo (als Mehrfachvermittler mit Assekuradeursvollmachten) sicher, dass der übertragene Versicherungsbestand auch künftig durch den vorherigen Versicherungspartner betreut wird, welches gegenüber den Versicherungsnehmern eine Kontinuität gewährleistet. Weitere Details wurden im Anhang aufgeführt.

Kapitalanlageergebnis

Die laufenden Erträge in Höhe von 140 Tsd. Euro (2021:142 Tsd. Euro) fielen ähnlich aus wie im Vorjahr. Die Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 3 Tsd. Euro lagen unter dem Vorjahreswert (2021: 10 Tsd. Euro), gleichzeitig stiegen durch den starken Zinsanstieg die Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen in der Berichtsperiode auf 133 Tsd. Euro (2021: 11 Tsd. Euro). Infolge steigender Zinsen im Geschäftsjahr wuchsen die negativen Bewertungsreserven auf 331 Tsd. Euro (2021: 123 Tsd. Euro) an. Auf Teile der Kapitalanlagen, welche dem Umlaufvermögen zugeordnet sind, waren Abschreibungen in Höhe von 17 Tsd. Euro (2021: 56 Tsd. Euro) vorzunehmen.

Die Aufwendungen für die Verwaltung der Kapitalanlagen beliefen sich auf 56 Tsd. Euro (2021: 58 Tsd. Euro). Getrieben von den höheren Abgangsverlusten sank die Nettoverzinsung auf -0,4 % (2021: 0,2 %) deutlich im Vergleich zum Vorjahr. Das Gesamtergebnis aus Kapitalanlagen belief sich zum Jahresende auf -64 Tsd. Euro.

Sonstiges Ergebnis

Der Saldo aus sonstigen Erträgen und Aufwendungen betrug -3.461 Tsd. Euro (2021: -3.349 Tsd. Euro). Dieser im Kontext des starken Geschäftswachstums geringe Zuwachs ist induziert durch eine geringere Allokation der Gesamtkosten in die Unterkategorie Unternehmen als Ganzes.

Steuern

Da die Gesellschaft noch keine Jahresüberschüsse erzielt, ergibt sich aktuell noch kein Ertragssteueraufwand.

Gesamtergebnis

Das Geschäftsjahr schloss mit einem Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit von -17.322 Tsd. Euro (2021: -13.904 Tsd. Euro).

Finanzlage

Das Eigenkapital der ELEMENT Insurance AG belief sich zum 31.12.2022 auf 18.782 Tsd. Euro. (2021: 14.758 Tsd. Euro).

Dieses setzte sich aus den folgenden Bestandteilen zusammen:

Gezeichnetes Kapital von 193 Tsd. Euro (2021: 135 Tsd. Euro)

Kapitalrücklage von 87.811 Tsd. Euro (2021: 66.519 Tsd. Euro)

Verlustvortrag 51.896 Tsd. Euro (2021: 37.995 Tsd. Euro)

Jahresfehlbetrag 17.326 Tsd. Euro (2021: 13.901 Tsd. Euro)

Am 24.05.2022 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 21.350 Tsd. Euro durchgeführt. Das Gezeichnete Kapital erhöhte sich um 58 Tsd. Euro. Damit wurden bis zum 31. Dezember 2022 193.183 nennwertlose Stückaktien ausgegeben. Das Eigenkapital der ELEMENT Insurance AG ist wesentlicher Bestandteil zur Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsvorschriften. Die Gesellschaft konnte im Geschäftsjahr jederzeit ihre Auszahlungsverpflichtungen erfüllen. Anhaltspunkte für eine zukünftige Liquiditätsgefährdung sind nicht erkennbar.

Vermögenslage

Bestand an Kapitalanlagen

Die Buchwerte der Kapitalanlagen der ELEMENT Insurance AG beliefen sich zum Ende des Geschäftsjahres 2022 auf 14.882 Tsd. Euro (2021:15.604 Tsd. Euro). Gemessen an den Buchwerten fielen dabei 0,7 % auf Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen, 43,6 % auf Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere, 46,0 % auf Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie schließlich 9,7 % auf die übrigen Ausleihungen. Bei den übrigen Ausleihungen handelt es sich um ein Darlehen an einen unserer Partner. Die Kapitalanlagen weisen zum Bilanzstichtag saldiert stille Lasten in Höhe von 331 Tsd. Euro (2021: 123 Tsd. Euro) aus.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die versicherungstechnischen Bruttorückstellungen beliefen sich per 31.12.2021 auf 13.193 Tsd. Euro (2021: 5.087 Tsd. Euro). Dieser Anstieg ist auf eine Steigerung der Bruttoschadenrückstellungen von 5.892 Tsd. als Folge eines Bestandsübertrags im Bereich Sonstige Sachversicherung sowie auf einen starken Anstieg der Schadenrückstellungen im Bereich Rechtsschutzversicherung zurückzuführen. Zum Bilanzstichtag belaufen sich die Bruttoschadenrückstellungen auf 6.750 Tsd. Euro (2021: 858 Tsd. Euro).

Die Rückstellung für Bruttobeitragsüberträge belief sich zum Jahresende auf 6.358 Tsd. Euro (2021: 4.157 Tsd. Euro). Dieser Anstieg ist insbesondere eine Folgewirkung des oben erwähnten Bestandsübertrags im Bereich Sonstige Sachversicherung. Nach Abzug der auf die Rückversicherer entfallenden Anteile verblieben insgesamt versicherungstechnische Nettorückstellungen von 8.355 Tsd. Euro (2020: 2.689 Tsd. Euro).

Chancen- und Risikobericht

Risikomanagementsystem

Die Grundlage für das Risikomanagement bildet die aus der Unternehmensstrategie abgeleitete Risikostrategie, die regelmäßig im Rahmen des ORSA (Unternehmenseigene Risiko- und Solvabilitätsbewertung / Own Risk and Solvency Assessment) überprüft wird. Die Risikostrategie bildet den Maßstab für alle Risikobewertungen. Ziel des Risikomanagements ist es, die definierten Einzelrisiken so zu kontrollieren und zu steuern, dass das Gesamtrisiko im zulässigen Toleranzbereich liegt, um den Schutz des Kapitals und die dauerhafte Erfüllbarkeit unserer gegenüber den Versicherungsnehmern bestehenden Verpflichtungen zu gewährleisten. Darüber hinaus soll das Risikomanagement zur Förderung einer Risikokultur beitragen, die von einer angemessenen Risikoorganisation und effektiven Risikoprinzipien getragen wird. Das Sicherheitsziel wird zum einen durch aufsichtsrechtliche Anforderungen bestimmt (Solvency II), zum anderen durch interne Vorgaben (Risikotragfähigkeit).

Innerhalb des ORSA wird die Risikotragfähigkeit überprüft. Dabei wird das Risikoprofil von ELEMENT durch Stressszenarien abgebildet. In allen Stressszenarien muss über den gesamten Planungshorizont eine Überdeckung nach Maßnahmen gewährleitstet werden (Eigenmittel > Solvenzkapitalanforderungen). Anhand der Ergebnisse der Stressszenarien werden Toleranzschwellen und Meldeschwellen als wesentlicher Teil der Risikostrategie abgeleitet. Vierteljährlich wird das Risikoprofil und die Einhaltung der Toleranzschwellen überprüft und in einem Risk Report dokumentiert.

Organisatorisch ist das Risikomanagement dem Leiter Governance zugeordnet und berichtet direkt an den Vorstand. In der Risikomanagement-Leitlinie sind die Verantwortlichkeiten von Vorstand, zweiter Verteidigungslinie (Schlüsselfunktionen) und erster Verteidigungslinie (operative Bereiche) dokumentiert. Die Schlüsselfunktionen zusammen bilden das Governance-Team mit aufeinander abgestimmten Zuständigkeiten. Regelmäßig stimmen die Schlüsselfunktionen ihre Aktivitäten, ihre Bewertungen und Bewertungsmaßstäbe untereinander ab. Die Risikomanagement-Leitlinie und die Risikostrategie werden mindestens jährlich überprüft und mit den relevanten Fachbereichen abgestimmt.

Im Risikomanagement erfolgt die unternehmensweite Überwachung der Risikosituation. Es werden alle identifizierten Risiken erfasst und bewertet sowie Maßnahmen zur Reduzierung der Eintrittswahrscheinlichkeiten bzw. zur Begrenzung der Auswirkungen festgelegt.

Im Fokus des Risikomanagements stehen insbesondere versicherungstechnische Risiken und Kapitalanlagerisiken, aber auch Konzentrationsrisiken, strategische Risiken, Reputationsrisiken, Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken. Im Rahmen der Risikoanalyse und -bewertung erfolgen eine quantitative und qualitative Einschätzung potenzieller und realisierter Zielabweichungen. Sind Risiken nicht quantifizierbar, erfolgt, soweit möglich, eine qualitative Beurteilung. Dafür werden die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen eines Risikos geschätzt. Im Sinne einer aktiven Risikosteuerung werden konkrete Gegenmaßnahmen festgelegt, um die aus den Einzelrisiken resultierenden Risikopotenziale wirksam zu reduzieren. Die Berechnung der aufsichtsrechtlichen Solvenzkapitalanforderung von ELEMENT erfolgt auf Basis der Standardformel.

Das Onboarding von neuen Partnern, der Launch von neuen Versicherungsprodukten und die Anschaffung von neuen IT-Tools werden durch individuelle Risikoanalysen begleitet. Strategische Projekte werden ebenfalls durch individuelle Risikoanalysen begleitet. Im Rahmen des ORSA werden darüber hinaus spezielle Risiken wie strategische Risiken, Reputationsrisiken, Nachhaltigkeitsrisiken, Informationssicherheitsrisiken und Liquiditätsrisiken betrachtet. Im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems werden die einzelnen Bereiche vierteljährlich nach neuen Risiken und nach Risikoeintritten befragt. Auf Basis der Risikoanalysen und der Risikoabfrage wird vierteljährlich das Gesamtrisikoprofil aktualisiert und mit dem Risikoprofil aus dem ORSA verglichen. Im Rahmen des Risikotragfähigkeitssystems werden die finanziellen Kennzahlen analysiert und dahingehend überwacht, ob sie innerhalb der Limite liegen, die als Ergebnis des letzten ORSA festgelegt wurden. Insbesondere wird dabei auf die Überdeckung der aufsichtlichen Kapitalanforderungen durch die Eigenmittel fokussiert. Darüber hinaus wird geprüft, ob sich das Risikoprofil gegenüber dem Profil, welches dem letzten ORSA zu Grunde lag, signifikant geändert hat. Die Ergebnisse werden im Risk-Report dokumentiert.

In der Vorstandssitzung werden die Ergebnisse des vierteljährlichen Risk-Reports besprochen. Gegebenenfalls entscheidet der Vorstand über Maßnahmen zur Steuerung der Risiken. Im zweiwöchigen Rhythmus erfolgt ein Austausch zwischen Risikomanagement und dem zuständigen Vorstand.

Das Risikomanagement wird periodisch Regelprüfungen durch die interne Revision unterzogen.

Risikolage

Die weiteren Auswirkungen des zum Aufstellungszeitpunktes andauernden Ukrainekriegs auf die Risikolage, insbesondere auf das versicherungstechnische, Markt- und Kreditrisiko sowie das operationelle Risiko der Gesellschaft lassen sich derzeit nicht abschätzen. Aus diesem Grunde sind die nachfolgenden Ausführungen mit Blick auf die Risikolage mit entsprechender Unsicherheit behaftet.

Auf Basis des Versicherten- und Kapitalanlagenbestands zum Jahresabschluss werden die versicherungstechnischen Risiken, die Forderungsausfallrisiken aus dem Versicherungsgeschäft sowie die Risiken aus den Kapitalanlagen bewertet. Darüber hinaus bestehen operative Risiken, die sich aus dem Betrieb des Versicherungsgeschäfts ergeben. ELEMENT befindet sich weiterhin in der Situation, dass der Versichertenbestand voraussichtlich weiterhin stark wachsen wird. Daher ist das Risikomanagementsystem von ELEMENT auf diese speziellen Anforderungen ausgerichtet. Darüber hinaus werden zur Beurteilung der Risiken die Ergebnisse des aktuellen ORSA herangezogen. Der ORSA ermöglicht sowohl eine Bewertung des aktuellen Risikoprofils als auch eine perspektivische Betrachtung der Risikolage.

Versicherungstechnisches Risiko

ELEMENT zeichnet gegenwärtig hauptsächlich Geschäft im Privatkunden- und Gewerbebereich. Die Produktpalette umfasst sowohl herkömmliche Produkte wie z.B. Hausrat, Haftpflicht und Unfall, als auch neue Produkte oder neue Produktvarianten, wie z.B. Handyversicherung, Tierversicherung. Dabei verschiebt sich der Schwerpunkt immer mehr auf neue Produkte und Produktvarianten. Grundsätzlich erfolgt der Vertrieb über die Partner von ELEMENT.

Die wesentlichen versicherungstechnischen Risiken bestehen darin, dass die tatsächlichen Schadenaufwendungen, die in den Tarifen kalkulierten übersteigen (Prämien-/Schadenrisiko) bzw. dass die Rückstellungen für Versicherungsfälle nicht ausreichend sind, um die zukünftig notwendigen Schadenzahlungen abzudecken (Reserverisiko).

Dem Prämien-/Schadenrisiko begegnen wir durch eine sorgfältige Produktentwicklung und laufende Beobachtung der verwendeten Rechnungsgrundlagen. Der Produktentwicklungsprozess wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Die Dotierung der Rückstellungen, die auf Erfahrungswerten und aktuariellen Berechnungen beruht, erfolgt gemäß dem handelsrechtlichen Vorsichtsprinzip in angemessener Höhe. Des Weiteren begrenzen wir die Risiken durch eine solide Zeichnungspolitik und den Abschluss von geeigneten Rückversicherungsverträgen. Der Rückversicherungsbedarf wird regelmäßig überprüft.

Wesentliche Kumulrisiken bestanden im Berichtsjahr nicht.

Ein Maß für das Reserverisiko ist die Entwicklung des Abwicklungsergebnisses. Dieses stellt sich für 2022 wie folgt dar:

in Tsd. Euro Abwicklungsergebnis
Brutto 99,6
Netto 24,4

Die historischen Schaden- und Abwicklungsquoten haben sich wie folgt entwickelt:

Jahr Schadenquote *) Abwicklungsquote **)
2020 86,6 % 42,1 %
2021 66,8 % 7,7 %
2022 82,0 % 6,1 %

*) Nettoschadenaufwand in % der verdienten Beiträge
**) Nettoabwicklungsergebnis in % der Nettoschadenrückstellung des Vorjahres

Die Schadenrückstellungen beruhen naturgemäß zu einem gewissen Grad auf Schätzungen, die mit einem Unsicherheitsfaktor behaftet sind. Der Unterschied aus letztjähriger und aktueller Einschätzung schlägt sich im Netto-Abwicklungsergebnis nieder. Für die Berichtsperiode hat die Gesellschaft ausreichend für Vorjahresschadenzahlungen reserviert, so dass ein Abwicklungsgewinn zum 31.12.2022 ausgewiesen wird. Die Abwicklungsquote von 6,0 % belegt, dass die Prognosegenauigkeit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2021: 7,7 %) liegt.

Forderungsausfallrisiko aus dem Versicherungsgeschäft

Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft ergeben sich insbesondere aus Forderungen gegenüber Rückversicherern, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern.

Derzeit hat ELEMENT Rückversicherungsverträge (Quoten- und Schadenexzedenten) mit verschiedenen europäischen Rückversicherern hoher Bonität.

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Rückversicherern zum 31. Dezember 2022:

Ratingklasse Forderungen in Tsd. Euro
AA- 1.261,26 € 98 %
A 11,16 € 1 %
A- 8,42 € 1 %
Gesamt 1.280,84 € 100 %

Insgesamt verfügen die Rückversicherer über eine gute Kreditwürdigkeit und Liquidität.

In Hinblick auf die Versicherungsnehmer vertreibt ELEMENT sowohl Policen mit Beiträgen als Einmalzahlung als auch mit wiederkehrenden Zahlungen. Bei Policen mit Einmalzahlung vor Versicherungsbeginn gibt es kein Forderungsausfallrisiko, da der Versicherungsschutz i.d.R. erst nach Zahlungseingang beginnen kann. Bei Policen mit wiederkehrenden oder aufgeschobenen Zahlungen gibt es dagegen ein gewisses Ausfallrisiko. Allerdings werden die Beiträge i.d.R. direkt als Lastschrift oder über Kreditkarte eingezogen. ELEMENT hat zudem ein weitgehend automatisiertes Mahnwesen. Risiken aus dem Ausfall von Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern werden durch ein konsequentes Forderungsmanagement begrenzt. Zum Bilanzstichtag bestanden 70,9 Tsd. Euro Forderungen größer 90 Tage gegenüber Versicherungsnehmern.

Da ELEMENT hauptsächlich mit anderen Versicherungen, mit größeren Maklern oder Maklerpools oder mit Unternehmen kooperiert, die als Vermittler für sie individuell zugeschnittene Produkte sowie die Provisionen i.d.R. als Bestandsprovisionen ausgezahlt werden, ist das Ausfallrisiko von Provisionsrückforderungen gegenüber Vermittlern relativ gering.

In Ausnahmefällen können Vermittlerdarlehen gewährt werden - zum Beispiel zur Absicherung einer exklusiven Partnerschaft. Diese Exponierung wird laufend beobachtet.

Teilweise führen die Partner als Assekuradeure den Prämieneinzug und die Schadenregulierung einschließlich der Auszahlung selbst durch. Zur Auszahlung der Schäden werden dabei dem Partner entsprechende Reserven auf einem gemeinsamen Konto zur Verfügung gestellt. Den Risiken hinsichtlich des Prämien- oder des Reserven-Ausfalls wird jedoch durch kurze Abrechnungs- bzw. Zahlungsabstände sowie durch eine Limitierung der zur Verfügung gestellten Reserven begegnet.

ELEMENT übernahm 2022 den kompletten Versicherungsbestand der mailo Versicherung AG. Mit der Bestandsübernahme entstand eine Forderung gegenüber der mailo AG zum Bilanzstichtag. Die Forderung soll zeitnah beglichen werden.

Risiken aus Kapitalanlagen

Eine wichtige Rolle im Risikomanagement nehmen die Risiken aus der Kapitalanlage ein. Die aus den Versicherungsverträgen entstehenden Leistungsverpflichtungen müssen zum einen erwirtschaftet werden, zum anderen muss eine vollständige und zeitgerechte Regulierung bei zum Teil volatiler Schadenentwicklung gewährleistet werden. Die strukturelle Zusammensetzung unserer Kapitalanlage wird bestimmt durch die Anforderungen an Qualität, Rentabilität, Sicherheit und Liquidität. Zudem werden eine ausgewogene Mischung und Streuung gemäß den aufsichtsrechtlichen Vorschriften sowie die Orientierung an der Risikotragfähigkeit des Unternehmens gewährleistet. Potenzielle Verluste im Bereich der Kapitalanlage können im Wesentlichen durch Markt-, Bonitäts-, Konzentrations-, Währungs- und Liquiditätsrisiken ausgelöst werden.

ELEMENT hält drei Kapitalanlagenportfolien. Das kurzfristige Portfolio liegt in Form von kurzfristig verfügbaren liquiden Mitteln vor. Das mittelfristige Portfolio liegt in Form von liquiden Mitteln und Einzelrentenpapiere vor. Das langfristige Portfolio besteht dagegen aus zwei Rentenfonds. Relevant für die Herleitung der Stressszenarien und die Prüfung des Marktrisikos sind vor allem die Rentenfonds und die Einzelpapiere.

Wir überprüfen regelmäßig die Limitauslastungen und erstellen Modellrechnungen zu möglichen Auswirkungen aktueller und zukünftiger Kapitalmarktveränderungen auf die Ertragssituation des Unternehmens. Bestandsgefährdende Risiken erkennen wir derzeit nicht. Mittels Sensitivitätsanalysen und Stress-Tests werden Marktrisiken transparent gemacht. Zum 31. Dezember 2022 stellt sich die Veränderung der Marktwerte der festverzinslichen Wertpapiere in Stress-Szenarien wie folgt dar:

Szenario 1: Zinsen +1 Prozentpunkt -107 T€
Szenario 2: Zinsen -1 Prozentpunkt + 108 T€

Die Fonds legen das Vermögen in Termingelder, Bankguthaben, Geldmarktpapieren, Festzinsanleihen sowie variabel verzinsliche Wertpapiere an. Ziel ist es, eine hohe laufende Rendite bei geringem Kursrisiko zu erzielen.

Die Einzelpapiere sind nach dem Hantel-Prinzip ausgewählt. Auf der einen Seite gibt es niedriger geratete Papiere, welche den angestrebten Ertrag generieren sollen, und auf der anderen Seite gibt es höher geratete Papiere, welche das Risiko reduzieren sollen. Unter den Einzelpapieren befinden sich auch zwei einfach strukturierte Produkte, bei denen der Emittent die Option hat, die Papiere vorzeitig zu liquidieren. Das stellt jedoch für ELEMENT kein Risiko dar, da die Papiere zu dem mittelfristigen Portfolio gehören, welches gegenwärtig noch planmäßig abschmilzt. Im Falle einer frühzeitigen Liquidation von Einzelpapieren würden die freigewordenen Beträge in das kurzfristige Portfolio in Form von liquiden Mitteln wandern. Ein Wiederanlagerisiko in dem Sinne, dass ELEMENT unter ungünstigeren Zinskonditionen anlegen müsste, besteht nicht.

Alle Titel sind ausschließlich in Euro notiert. Aktien und Immobilien werden nicht gehalten.

Das Marktrisiko bezeichnet das Risiko von Wertverlusten aufgrund von Zins- und Kursveränderungen an den internationalen Kapitalmärkten. Die Duration der Kapitalanlagen ist an der Duration der versicherungstechnischen Rückstellungen ausgerichtet und beträgt insgesamt 1,3 Jahre - damit ist das Marktrisiko aufgrund von Zinsveränderungen als eher gering anzusehen. Im Rahmen des Investment Committees wird die Risikosituation des Gesamtportfolios laufend überwacht. Wir überprüfen regelmäßig die Limitauslastungen und analysieren mögliche Auswirkungen aktueller und zukünftiger Kapitalmarktveränderungen auf die Ertragssituation des Unternehmens. Bestandsgefährdende Risiken erkennen wir derzeit nicht.

Das Bonitätsrisiko umfasst die Möglichkeit von Kursveränderungen oder Zahlungsausfällen durch negative Bonitätsveränderungen der Schuldner. Über ein Limitsystem wird das Volumen von Anlageklassen und Einzelschuldnern begrenzt. Ein Teil der festverzinslichen Anlagen ist durch besondere Deckungsmassen abgesichert. Das durchschnittliche Rating beträgt A.

Die Ratings der festverzinslichen Wertpapiere verteilen sich wie folgt:

Rating Anteil
AAA 18 %
AA+ 3 %
AA 4 %
AA- 6 %
A+ 1 %
A 4 %
A- 35 %
BBB+ 14 %
BBB 3 %
BBB- 1 %
nicht gerated 10 %

Das Konzentrationsrisiko wird durch eine ausreichende Diversifizierung der Schuldner begrenzt. Die Auslastung intern definierter Höchstgrenzen wird regelmäßig überprüft. Der Anteil der größten Position in dem Rentenfonds und den Einzelpapieren beträgt 3,4 %. Dabei handelt es sich um eine Anleihe der KfW mit einem Rating von AAA. Berücksichtigt man die liquiden Mittel, welche 33 % des Kapitalanlagenbestandes ausmachen, dann beträgt der Anteil 2,3 %.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko betrifft Risiken in betrieblichen Systemen oder Prozessen, insbesondere in Form von betrieblichen Risiken, die durch menschliches oder technisches Versagen bzw. durch externe Einflussfaktoren entstehen, oder rechtlichen Risiken, die aus vertraglichen Vereinbarungen oder rechtlichen Rahmenbedingungen resultieren.

ELEMENT befindet sich weiterhin in einer Ausbausituation, was grundsätzlich bedeutet, dass der Bestand an Partnern und Produkten weiterhin stark wachsen und sich weiter ausdifferenzieren wird. Ebenfalls wird der Umfang an Funktionalitäten zunehmen und entsprechend wird auch die zugrunde liegende technologische Basis weiterentwickelt. Außerdem vernetzt sich ELEMENT immer mehr mit seinen Partnern, wobei Teile der Versicherungsprozesse von den Partnern selbst durchgeführt werden (Ausgliederungen) oder ELEMENT sich in die Prozesse seiner Partner integriert.

Betriebliche Risiken

In Bezug auf die Weiterentwicklung der technologischen Basis können vor allem bei der Anschaffung von fremden IT-Systemen bzw. der Integration von fremden IT-Dienstleistungen höhere Kosten entstehen. Das bedeutet für ELEMENT vorübergehend eine größere Kostenunsicherheit. Dieser Unsicherheit wird begegnet durch eine sorgfältige Planung der Weiterentwicklung der technologischen Basis von ELEMENT und einem strengen Auswahlprozess für fremde IT-Systeme und -Dienstleister.

ELEMENT hat den Betrieb seiner IT auf die Cloud ausgelagert und die entsprechenden Hosts haben hohe Sicherheits- und Datenschutz-Standards. Dadurch ist das Risiko von Systemausfällen erheblich eingeschränkt. Außerdem verteilen sich die Datenverarbeitungsprozesse auf kommerzielle Anwendungen mit hohen Sicherheitsstandards und auf selbst entwickelte Prozesse, die modular strukturiert sind, so dass der Ausfall eines Moduls nicht zwingend den Ausfall anderer Module bedingt, und somit insgesamt die Datenverarbeitungsprozesse sehr stabil sind. Darüber hinaus hat ELEMENT ein 24/7 Notfalldienst, der aus Mitarbeitern besteht, welche selbst die Module programmiert haben.

ELEMENT versucht alle Prozesse so weit wie möglich zu standardisieren und zu automatisieren. Das reduziert das Risiko von menschlichem Versagen erheblich. Darüber hinaus begegnet ELEMENT dem Prozessrisiko durch eine ausgeprägte Risikokultur und eine offene Kommunikation, was es ermöglicht Fehler schnell zu korrigieren und daraus zu lernen.

Die größte Unsicherheit hinsichtlich der Mitarbeiter liegt darin, nicht ausreichend Mitarbeiter mit der gewünschten Qualifikation zu finden. Diesem Risiko begegnet ELEMENT durch ein spezifisches Mitarbeiterwerbeprogramm. Daneben besteht auch das Risiko, Mitarbeiter zu verlieren. Diesem Risiko begegnet ELEMENT durch ein Mitarbeiterbindungsprogramm sowie durch die besondere Pflege der Unternehmenskultur. Als kleiner Versicherer werden einige Aufgaben von wenigen oder gar einzelnen Mitarbeitern ausgeführt. Diese Risikokonzentration lässt sich zunächst nicht vermeiden. Allerdings soll sich mit der wachsenden Mitarbeiterzahl, Vertretungsregelungen und dokumentierten Arbeitsabläufen diese Risikokonzentration im Zeitablauf reduzieren.

Rechtliche Risiken

Auch wenn viele Partner von ELEMENT über Erfahrung im Versicherungsumfeld verfügen, wird ELEMENT auch weiterhin Kooperationen mit Partnern eingehen, die über begrenzte Erfahrungen im Versicherungsgeschäft verfügen. Dennoch werden auch bei diesen Partnern keine Abstriche in der Compliance akzeptiert. Die Einhaltung der regulatorischen Anforderungen muss immer gewährleistet sein, sodass ELEMENT Partner z. B. mit Schulungen unterstützt. Zur Sicherstellung der Anforderungen ist die Compliance-Funktion in den Prozess der Partneranbindung eingebunden. Auch darüber hinaus werden die Partner angemessen überwacht und die Compliance somit dauerhaft gewährleistet.

Sonstige wesentliche Risiken

Als sonstige wesentliche Risiken sind das Liquiditätsrisiko und das strategische Risiko zu erwähnen. Corona hatte keinen signifikanten Einfluss auf die geschäftliche Entwicklung. Allerdings gewinnen Informationssicherheitsrisiken und Nachhaltigkeitsrisiken weiter an Bedeutung. Speziell für ELEMENT ist das Outsourcing-Risiko zu nennen, da Prozesse an den Vertriebspartner ausgegliedert werden.

Liquiditätsrisiko

Das allgemeine Liquiditätsrisiko besteht darin, dass die liquiden Mittel nicht ausreichen, um die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen.

In Hinblick auf die Zahlungsverpflichtungen liegt die größte Unsicherheit in den vierteljährlichen Rückversicherungs- und Partnerabrechnungen, die jedoch maximal die abzutretenden Prämieneinnahmen betragen können. Die Unsicherheit in Zahlungsverpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern ist demgegenüber nachrangig, da es in den nichtproportionalen Rückversicherungsverträgen die Option gibt, dass Rückversicherer im Fall von Großschäden in Vorkasse treten. Gegenüber Mitarbeitern sind die Zahlungsverpflichtungen gut planbar und werden im Rahmen des Kostencontrollings laufend überwacht.

Hinsichtlich der liquiden Mittel liegt die größte Unsicherheit in dem Vorhandensein und in der Verfügbarkeit der Mittel. Was das Vorhandensein der Mittel betrifft, so ist darauf hinzuweisen, dass ELEMENT die Aufbauphase weitestgehend abgeschlossen hat und für den Betrieb des Versicherungsgeschäfts keine weitere Finanzierung benötigt. Für die darüber hinaus gehende Skalierung des Geschäfts und eine Weiterentwicklung der Plattform werden weitere Finanzierungen notwendig sein. Somit liegt für ELEMENT kein besonderes Risiko in dem Vorhandensein der Mittel vor. Was die Verfügbarkeit der Mittel betrifft, so wird ein signifikanter Anteil der Kapitalanlagen in hochliquiden Wertpapieren gehalten. Damit soll ein nicht erwarteter Liquiditätsbedarf jederzeit gedeckt werden. Entsprechend liegt für ELEMENT auch kein wesentliches Risiko in der Verfügbarkeit der Mittel vor. Durch eine laufende Überwachung der aktuellen und zukünftigen Zahlungsströme sowie einen hohen Barbestand wird eine stetige Liquidität sichergestellt.

Strategisches Risiko

Das Strategische Risiko liegt darin, dass Annahmen, welche dem geplanten Wachstum zu Grunde liegen, nicht eintreten.

Grundlage für das Wachstum von ELEMENT ist die Gewinnung einer ausreichenden Anzahl und Größe von Partnern, eine schnelle Implementierung der spezifischen Produkte und Funktionalitäten sowie schnelles Hochfahren der Produktion der Partner.

Einer erfolgreichen Partner-Gewinnung liegt die Annahme zu Grunde, dass nachfrageseitig ein wachsendes Interesse im Versicherungsmarkt an digitalen Lösungen besteht und dass ELEMENT eine schnellere und effizientere Implementierung von Lösungen als die Wettbewerber anbieten kann. Das strategische Risiko, dass der Versicherungsmarkt nicht dem Trend der Digitalisierung folgen wird, ist als gering einzuschätzen. Dazu bewegt sich die gesamte Gesellschaft, angetrieben auch durch die Corona-Krise, zu sehr in Richtung Digitalisierung. Dagegen ist das Risiko, dass ein Wettbewerber schnellere und effizientere Implementierungen anbietet, größer.

Eine schnelle Implementierung von Lösungen setzt seitens ELEMENT vor allem eine effektive Organisation und eine geeignete technologische Plattform und auf Seiten der Partner vor allem genügend Ressourcen voraus. Diesbezüglich hat sich auch ELEMENT in seiner organisatorischen und technologischen Aufstellung ausgerichtet und entsprechend ist das strategische Risiko auf Seiten von ELEMENT gering. Was die Partner betrifft, so kann ELEMENT durch eine sorgfältige Partnerauswahl und ein intensives Partnermanagement darauf einwirken.

Letzteres gilt auch für die Produktion der Partner: Auch hier kann ELEMENT durch Partnerauswahl und Partnermanagement darauf einwirken. Es verbleibt jedoch das Risiko, dass die Partner von sich heraus nicht die Produktion hochfahren können wie geplant.

Darüber hinaus besteht auch das strategische Risiko, dass Nachfragetrends und generelle Marktentwicklungen falsch eingeschätzt werden. Diesem Risiko wird durch eine laufende Marktbeobachtung begegnet. Besondere Entwicklungen werden im Vorstand mit dem Vertrieb diskutiert.

Corona

Während des Jahres 2022 haben sich durch die Corona-Krise keine signifikanten versicherungstechnischen Risiken für ELEMENT manifestiert.

Aufgrund der konservativen Anlagepolitik ist das Kapitalanlagenportfolio von ELEMENT nur schwach von der Corona-Krise betroffen. Insbesondere aufgrund der kurzen Duration ist dieses Risiko vergleichsweise gering.

Die internen Abläufe von ELEMENT blieben von der Corona-Krise weitgehend unberührt, da sowohl die interne Unternehmenskommunikation als auch die Kommunikation mit externen Stakeholdern durch den Einsatz moderner Kommunikationsmedien jederzeit aufrechterhalten werden konnte.

Was die Partner-Gewinnung betrifft, so ist festzustellen, dass während der Corona-Krise der Zugang über direkte Kontakte (vis-a-vis) gefehlt hat. Im vergangenen Jahr konnten diese Kontakte wieder hergestellt werden. Andererseits ist die Nachfrage nach digitalen Lösungen in dieser Zeit gestiegen. Hinsichtlich der Implementierung und des Hochfahrens der Produktion ist zu beobachten, dass die Partner unter Corona weniger Ressourcen dafür hatten. ELEMENT konnte dagegen trotz Corona seine Ressourcen voll und optimal einsetzen.

Inzwischen wird die Corona-Pandemie als überwunden angesehen. Daher wird in künftigen Geschäftsberichten nicht mehr gesondert darüber berichtet.

Informationssicherheitsrisiken

Die Umsetzung des Informationssicherheitsmanagements erfolgt auf Grundlage der etablierten Standards der ISO 2700x-Normenreihe sowie des BSI IT-Grundschutzes. Dabei arbeiten der Informationssicherheitsbeauftragte, der Datenschutzbeauftragte und die weiteren Risikomanagementfunktionen des Unternehmens eng zusammen.

Informationssicherheit ist für ELEMENT ein strategisches Thema und damit eine Aufgabe für das Topmanagement. Im Rahmen des Informationssicherheitsmanagements erfolgt eine kontinuierliche Bestandsaufnahme der konkreten Bedrohungslage für ELEMENT. Entsprechende technische, organisatorische und prozessuale Schutzmaßnahmen werden umgesetzt. Dabei wurden insbesondere die in der AWS-Cloud und in der Salesforce-Cloud verarbeiteten Kundendaten als besonders schützenswert identifiziert. Dementsprechend gelten strenge Anforderungen an den Datenzugriff zur Sicherstellung der hohen Vertraulichkeitsanforderungen. Zudem werden die Verfügbarkeit und ordnungsgemäße Funktion durch ein laufendes Monitoring und einen 24/7 verfügbaren Bereitschaftsdienst sichergestellt. Des Weiteren werden regelmäßige Backups angelegt. Auch die weiteren Teile der IT-Landschaft des Unternehmens unterliegen dem Informationssicherheitsmanagement und werden regelmäßig auf Funktionalität, Konsistenz und Aktualität überprüft. Eine der größten Schwachstellen in der Informationssicherheit ist der Mensch. Unsere Mitarbeiter können das Ziel von Angriffen insbesondere durch Phishing und Social Engineering sein. Daher ist die regelmäßige Sensibilisierung der Mitarbeiter durch interne Awareness-Kampagnen zu aktuellen Informationssicherheitsthemen und Angriffsmethoden ein wichtiger Baustein unserer Informationssicherheit. Darüber hinaus wurde ein Zugriffsberechtigungsmanagement mit den erforderlichen On- und Offboarding-Prozessen auf- bzw. ausgebaut.

Neue IT-Lösungen und Dienstleister werden vor Einbindung einer technischen und rechtlichen Prüfung unterzogen. Das Unternehmen hält zudem stets einen aktuellen Überblick über die im Unternehmen eingesetzte Hard- und Software bereit. Damit wird gewährleistet, dass IT-Lösungen laufend in Übereinstimmung mit technischen und regulatorischen Anforderungen genutzt werden. Zudem wird sichergestellt, dass von den Herstellern bereitgestellte Sicherheitsupdates unverzüglich eingespielt werden. Auch hierdurch wird das Risiko eines Informationssicherheitsvorfalls signifikant verringert.

Kryptographie hat als Thema in den letzten Jahren insbesondere wegen der Entwicklungen im internationalen Datenschutzrecht an Bedeutung gewonnen. Im Unternehmen wird streng darauf geachtet, dass alle sensiblen Datenübermittlungen unter Einsatz ausreichend sicherer Verschlüsselungsverfahren erfolgt.

Der Austausch zu Bedrohungen und vorbildlichen Absicherungen über die Unternehmensgrenzen hinweg ist ein wichtiger Baustein, um zielführende Schutzmaßnahmen zu etablieren. Aus diesem Grund ist ELEMENT an das Krisenreaktionszentrum für IT-Sicherheit der Deutschen Versicherungswirtschaft (LKRZV) angeschlossen. Zudem ist ELEMENT Bitkom-Mitglied. Dort gibt es regelmäßige Veranstaltungen zur Informationssicherheit und zum Datenschutz. Darüber hinaus nehmen die Mitarbeiter regelmäßig an Fortbildungen und Konferenzen (auch als Sprecher) teil.

Nachhaltigkeitsrisiken

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung. Dabei wird Nachhaltigkeit mit den Elementen Environmental/Umwelt, Social/Soziales und Governance/Unternehmensführung (ESG) gleichgesetzt. In diesem Zusammenhang muss unterschieden werden zwischen nachhaltigem Verhalten der Wirtschaftssubjekte und den Nachhaltigkeitsrisiken, die auf ein Versicherungsunternehmen einwirken können. Auch diese Nachhaltigkeitsrisiken werden auf die ESG-Elemente zurückgeführt.

Aufgrund der vielfältigen regulatorischen Initiativen und Entwicklungen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene, hat ELEMENT begonnen, sich frühzeitig mit den verschiedenen Aspekten von Nachhaltigkeitsrisiken auseinanderzusetzen, um auf ggf. weitreichende regulatorische Veränderungen angemessen reagieren zu können. Dabei wird der Proportionalitätsansatz berücksichtigt.

Nachhaltigkeitsrisiken stellen keine eigene oder neue Risikokategorie dar, vielmehr können sie sich auf alle bekannten Risiken auswirken und diese verstärken.

Im Rahmen der Risikoinventur wurde geprüft, auf welche Risikokategorien sich Nachhaltigkeitsrisiken bzw. ESG-Risiken grundsätzlich auswirken. Dabei wurden die Kategorien Versicherungstechnische Risiken, Kapitalanlagerisiken, operationelle Risiken, strategische Risiken und Reputationsrisiken identifiziert.

Bei den versicherungstechnischen Risiken in Kranken bzw. Schaden/Unfall ist ELEMENT bisher von Nachhaltigkeitsrisiken kaum betroffen. Der versicherungsmathematischen Funktion obliegt es aber, sich laufend mit der aktuariellen Relevanz der Nachhaltigkeitsrisiken zu befassen. Da es sich bei den Produkten um kurzlaufende Policen handelt (max. 1 Jahr), können die Prämien auch kurzfristig angepasst werden, um auf Nachhaltigkeitsrisiken zu reagieren.

Hinsichtlich des Marktrisikos wurden dem externen Asset-Manager in der Kapitalanlagenrichtlinie konkrete ESG-Vorgaben gemacht, die bei den Investitionsentscheidungen zu berücksichtigen sind. Dadurch ergeben sich folgende Ausschlusskriterien:

Nicht konforme Emittenten mit dem Global Compact der Vereinten Nationen (Vereinbarung zur Förderung von Unternehmen eine nachhaltige und sozial verantwortliche Politik zu verabschieden).

Umstrittene Waffen - Unternehmen, die an umstrittenen Waffen beteiligt sind, die unverhältnismäßige und willkürliche Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben.

Unternehmen, bei denen der Kohleverkauf mehr als 25 % des Umsatzes ausmacht.

Darüber hinaus soll bei der Neuanlage die ESG-Risikobewertung < 30 berücksichtigt werden. Diese Bewertung wird von Sustainalytics bereitgestellt.

Hinsichtlich der versicherungstechnischen Risiken wurden in den produktspezifischen Risikoanalysen sechs Zufallsrisiken (Katastrophen und Kumulrisiken) mit Klima- oder Umweltbezug identifiziert, wobei keines als materiell bewertet wurde. Grundsätzlich ist der Bestand an der Stelle momentan noch zu klein, als dass ein materielles Risiko eintreten könnte.

Darüber hinaus besteht in der Versicherungstechnik das Risiko, dass bei bestimmten Produkten mit Klimabezug der Klimawandel zu höheren Schadenquoten führen könnte. Da es sich bei den Produkten um kurzlaufende Policen handelt (max. ein Jahr), können die Prämien auch kurzfristig angepasst werden, um auf Nachhaltigkeitsrisiken zu reagieren. Darüber hinaus hat ELEMENT eine XL-Deckung, welche Naturereignisse abdeckt.

Da ELEMENT kaum eigene Infrastruktur hat, die beschädigt werden könnte, sind die operationellen Nachhaltigkeitsrisiken begrenzt. Im Rahmen des Rechtsrisikos besteht aufgrund des dynamischen Umfeldes die Möglichkeit einer Nichteinhaltung neuer aufsichtsrechtlicher Anforderungen. Aus diesem Grund werden die aktuellen regulatorischen Entwicklungen aktiv verfolgt und durch die Teilnahme an Seminaren / Konferenzen ergänzt.

Im Bereich des strategischen Risikos und Reputationsrisikos kann festgehalten werden, dass sich in der Gesellschaft ein stärkeres Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit etabliert hat, welches sich mittel- und langfristig auch auf das Konsumverhalten auswirken wird. Die konkreten Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von ELEMENT sind noch nicht abzuschätzen. Trotzdem wurde bereits im letzten Jahr ein ESG-Projekt gestartet, in dem die nachhaltige Ausrichtung von ELEMENT definiert und umgesetzt werden soll. Dabei wurde auch ein systematischer Ansatz für den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken erarbeitet. Durch entsprechende Weiterbildung werden einzelne Mitarbeiter für das Thema Nachhaltigkeit qualifiziert.

Outsourcing Risiken

Die Ausgliederung von Versicherungsprozessen unterliegt klaren Regeln, deren Einhaltung von ELEMENT durch vorherige Risikoanalysen sichergestellt wird. Auch die Einhaltung von Qualitätsstandards und ein mögliches Ausfallrisiko des Dienstleisters wird explizit untersucht. Die Entscheidung für eine Ausgliederung kann nur vom Gesamtvorstand getroffen werden.

Eine laufende Ausgliederung wird dauerhaft überwacht und die Tätigkeit des Dienstleisters regelmäßig geprüft.

Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

ELEMENT verfügt überein Risikomanagementsystem zur rechtzeitigen Identifikation, Bewertung und Kontrolle von Risiken. Die dargestellten Risiken sind in die Szenario-Rechnungen des aktuellen ORSA eingeflossen. Im Geschäftsjahr ergaben sich keine Anzeichen einer möglichen Unterdeckung hinsichtlich der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderung. Weitere Ausführungen finden sich im Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR). Es gibt keine Hinweise auf bestandsgefährdende Risiken. Hinweise auf Risiken, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nachhaltig beeinträchtigen werden, liegen derzeit - über die bereits genannten hinaus - nicht vor.

Chancenbericht

Eines der wichtigen gesellschaftlichen Themen bleibt Nachhaltigkeit und der schonende Umgang mit Ressourcen. Erwartungsgemäß wird die Frage, was ELEMENT als Unternehmen dazu beitragen kann, weiter steigen und an Dringlichkeit gewinnen. Der Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt möchten wir gerne nachkommen und treiben diese Themen durch unsere ESG-Strategie stetig voran. Dabei ist vor allem auch das Thema Digitalisierung von entscheidender Relevanz. Davon kann ELEMENT in Zukunft nicht nur im besonderen Maße profitieren, sondern ebenfalls eine Rolle als Vorreiter einnehmen und sich die gewonnenen ESG-Effekte zu Nutze machen.

In der Vergangenheit konnten wir beobachten, wie Kundenerwartungen von den Standardlösungen im Markt nicht mehr erfüllt werden - sowohl hinsichtlich des Produktangebots als auch hinsichtlich des Kundenservices. Im Versicherungsvertrieb werden vermehrt innovative und voll-digitale Produkte gefordert. Diese Bedarfe können unseres Erachtens durch etablierte Versicherungsunternehmen derzeit nur bedingt gedeckt werden, da sie hierfür ihre über Jahrzehnte gewachsenen Strukturen sowie ihre IT-Systeme kurzfristig umstellen müssten.

Gleichzeitig eröffnen sich weitere Vertriebskanäle, zum Beispiel Online-Plattformen, aber auch OEMs, für die Versicherungslösungen integraler Bestandteil im Aufbau ihrer Ökosysteme sind. Diese Distributoren verlangen nach einfach in ihre Systeme integrierbaren, voll-digitalen Produkten, die zeitgemäßen Ansprüchen an technische Möglichkeiten entsprechen und innerhalb kürzester Zeit marktreif sind.

Das Geschäftsmodell von ELEMENT ist als Lösung für diese Anforderungen entwickelt worden. ELEMENT entwickelt in reiner B2B2X-Ausrichtung passgenaue White-Label-Produkte, übernimmt die Risikoabsicherung und Administration und liefert diese Produkte seinen Partnern zu. Versicherungsunternehmen, -distributoren wie Makler und Assekuradeure sowie Unternehmen außerhalb der Versicherungsindustrie sind so in der Lage, ihren Kunden kurzfristig voll-digitale und passgenaue Absicherungen anzubieten.

Die Produkte von ELEMENT zeichnen sich unter anderem durch technische Flexibilität, Kundenzentrierung und schnelle Marktreife aus. Die ELEMENT Insurance AG ist mithin ständig bestrebt ihren Partnern möglichst perfekte und marktgerechte Versicherungslösungen zur Verfügung zu stellen. Die hohe Nachfrage potenzieller zukünftiger Partner bestätigt unseren Ansatz.

Zentral für den Erfolg von ELEMENT ist aus unserer Sicht vor allem das engagierte und gut ausgebildete Team. Dieses besteht aus erfahrenen Versicherungs- und Technologieexperten.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der vorliegende Prognosebericht beruht auf Einschätzungen hinsichtlich der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung.

Der Krieg in der Ukraine wird die wirtschaftliche Entwicklung auch im Kalenderjahr 2023 belasten. Dies gilt im besonderen Maße für die Preisentwicklung. Das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet mit einer Steigerungsrate von 6 %. In der Folge dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) ihre restriktive Geldpolitik fortsetzen. Die Märkte rechnen mit einer Anhebung des Leitzinses im Laufe des Jahres 2023 auf 3,75 % bis 4,0 %. Zu erwartende Auswirkungen sind kräftige Kaufverluste bei den privaten Haushalten sowie ansteigende Finanzierungskosten für deutsche Unternehmen. Beides wird sich entsprechend negativ auf Konsum und Investition auswirken. Staatliche Entlastungsmaßnahem werden den Konsum stützen. Infolgedessen geht das Institut der deutschen Wirtschaft von einem schwachen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes aus (0,25 %), während der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von 0,1 % voraussagt. Die Weltwirtschaft wird laut dem IWF um circa 3 % im Jahr 2023 wachsen, während für die Eurozone ein Wachstum von 0,7 % prognostiziert wird. Die Covid-19-Pandemie wird in sehr geringen Maße Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung ausüben.

Bei dem beschriebenen Ausblick auf die Gesamtwirtschaftliche Entwicklung überwiegen die Abwärtsrisiken. Dies betrifft insbesondere des Ukrainekrieg, wo eine weitere Eskalation und Ausweitung nicht ausgeschlossen werden kann. Zudem besteht weiterhin die Gefahr einer Mangellage bei der Gasversorgung für die Winterperiode 2023/24 laut der Bundesnetzagentur. Schließlich gilt es auch, politische und soziale Spannungen im Blick zu behalten, die angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten eskalieren könnten.

Entwicklung an den Kapitalmärkten

Eine Prognose der Kapitalmarktentwicklung ist angesichts der oben beschriebenen Ungewissheiten weiterhin schwierig.

Mithin dürfte es angesichts der nicht ansteigenden, aber auf ähnlichem Niveau wie 2022 sich fortsetzenden Inflation und der geldpolitischen Reaktionen der Notenbanken unruhig bleiben. In der Folge wird mit starken Schwankungen der Wertentwicklungen von Rentenpapieren gerechnet. Bei den Staatsanleihen ergeben sich insbesondere Chancen und Möglichkeiten bei US-Papieren. Kreditpapiere hingegen, die im Jahr 2022 einen Bärenmarkt erlebt haben, geraten laut Goldmann Sachs unter Druck. Mithin wird angesichts der Rezessionsgefahr von einer Ausweitung von Credit Spreads ausgegangen. Für den Aktienmarkt gehen Analysten von soliden Kursgewinnen im einstelligen Prozentbereich aus.

Die Kapitalanlagestrategie von ELEMENT wird auch in Zukunft von großer Vorsicht bestimmt. Wir gehen davon aus, dass unser Portfolio gut auf weitere Unwägbarkeiten ausgerichtet ist und größere negative Auswirkungen vermieden werden können.

ELEMENT im Markt

Die ELEMENT Insurance AG fokussiert sich seit ihrer Gründung auf ein B2B2X-Geschäftsmodell. Das Unternehmen entwickelt White-Label-Versicherungslösungen zusammen mit seinen Partnern aus verschiedenen Branchen, darunter etablierte Versicherungsunternehmen, aber auch Intermediäre, und Unternehmen ohne eigene Versicherungslizenz. Für sämtliche dieser Versicherungsprodukte übernimmt ELEMENT die Risikoübernahme sowie optional die Schadenabwicklung, was durch die Lizensierung als Schaden-/Unfallversicherer durch die BaFin ermöglicht wird. Die von ELEMENT zugelieferten Produkte zeichnen sich allesamt durch einen voll-digitalen Ansatz aus, welcher technische Flexibilität sowie Individualisierung ermöglicht. Der voll-digitale Ansatz wird auch 2023 und darüber hinaus durch die zentrale, proprietäre Produktplattform von ELEMENT gewährleistet.

Auf die Marke und Bedürfnisse der Partner anpassbare White-Label Abschlussstrecken und White-Label Partnerportale ergänzen das Angebot von ELEMENT. Auch für 2023 erwarten wir, dass zahlreiche der bestehenden Partnerschaften ausgeweitet sowie zusätzliche Partner hinzugewonnen werden.

Wie bereits im Jahr 2022 fokussiert sich die Gesellschaft auf den systematischen Auf- und Ausbau ausgewählter Fokusmärkte. Dies ermöglicht eine erfolgreiche Fortführung des Skalierungsprozesses.

Im Jahr 2022 vermochte die Gesellschaft die gebuchten Beiträge nahezu zu verdoppeln und übererfüllte damit das selbstgesteckte Wachstumsziel. Angesichts der weiteren Geschäftsexpansion erwarten wir mit Blick auf die Schadenaufwendungen einen Anstieg der Schadenaufwendungen im mittleren zweistelligen Prozentbereich, während wir für die gebuchten Bruttobeiträge eine Verdopplung annehmen.

Infolge der deutlich gestiegenen Zinsen weist die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2022 ein negatives Anlageergebnis aus. Um sich zukünftig besser gegen Zinsänderungen zu schützen, hat die Gesellschaft ihr Asset-Liability-Management optimiert. Für das Jahr 2023 erwarten wir eine positive Nettoverzinsung. Negativ könnte sich hingegen eine weitere Zuspitzung geopolitischer Spannungen in Europa auswirken. Die Geschäftsführung geht für das Geschäftsjahr 2023 von einem Jahresfehlbetrag aus, welcher sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 leicht verbessert.

Dank

Der Vorstand der ELEMENT Insurance AG dankt allen Investoren, Geschäftspartnern, Kunden und vor allem den Mitarbeitenden, ohne die der Aufbau eines neuen, digitalen Versicherungsunternehmens nicht möglich wäre.

 

Berlin, 28. April 2023

Dr. Astrid Stange

Dr. Michael Bongartz

Philipp Hartz

Eric Schuh

Anlage zum Lagebericht: Versicherungszweige

Im Geschäftsjahr wurden folgende Versicherungszweige im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft betrieben:

Unfallversicherung

Einzel- und Familienunfallversicherung

Haftpflichtversicherung

Privathaftpflichtversicherung

Berufshaftplicht (neu in 2022)

Betriebshaftpflicht (neu in 2022)

Vermögensschadenhaftpflicht (neu in 2022)

Produkthaftpflicht (neu in 2022)

Gewässerschadenhaftpflicht (neu in 2022)

Bauherrenhaftpflicht (neu in 2022)

Wassersport-Haftpflichtversicherung (neu in 2022)

Transport

Wassersportkaskoversicherung (neu in 2022)

Verbundene Hausratversicherung

Sonstige Sachversicherung

KFZ-Garantieversicherung

Inhaltsversicherung (neu in 2022)

Wohngebäudeversicherung (neu in 2022)

Rechtsschutzversicherung

Technische Versicherung

Garantieverlängerungsversicherung

Beistandsleistungsversicherungen

Wassersport-Assistance Versicherung

Schutzbriefversicherung für Fahrräder

Sonstige Versicherungen

Private Cyberversicherung

Gewerbliche Cyberversicherung

SB-Versicherung (finanzielle Verluste)

Leasingrückgabeschutz (finanzielle Verluste)

Existenzschutzbrief (finanzielle Verluste)

Fahrradversicherung

Tierkrankenversicherung

Immogarantieversicherung (neu in 2022)

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.867,13 101.182,09
20.867,13 101.182,09
B Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 100.000,00 100.000,00
II. Sonstige Kapitalanlagen
1 Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 6.487.823,49 4.998.925,00
2 Inhaberschuldverschreibungen und andere 6.852.170,32 8.955.679,07
festverzinsliche Wertpapiere
13.339.993,81 13.954.604,07
III. Sonstige Ausleihungen
1 übrige Ausleihungen 1.442.147,78 1.549.434,88
14.882.141,59 15.604.038,95
C Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1 Versicherungsnehmer 746.863,53 495.428,14
2 Versicherungsvermittler 6.681.227,40 1.041.978,41
7.428.090,93 1.537.406,55
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.280.836,79 376.787,46
III. Sonstige Forderungen 410.659,61 39.624,19
9.119.587,33 1.953.818,20
D Sonstige Vermögensgegenstände
I. Sachanlagen und Vorräte 335.793,02 106.589,70
II. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 7.333.463,79 1.930.719,60
III. Andere Vermögensgegenstände 52.253,10 53.938,18
7.721.509,91 2.091.247,48
E Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 27.676,58 75.364,68
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 702.934,42 699.942,29
730.611,00 775.306,97
32.474.716,96 20.525.593,69

PASSIVA

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
A Eigenkapital
I. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 193.183,00 135.377,00
II. Kapitalrücklage 87.810.781,45 66.518.587,45
III. Verlustvortrag -51.895.980,45 -37.994.976,83
IV. Jahresfehlbetrag -17.326.409,01 -13.901.003,62
18.781.574,99 14.757.984,00
B Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1 Bruttobetrag 6.357.854,72 4.156.578,16
2 Davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -2.639.057,95 -1.939.488,37
3.718.796,77 2.217.089,79
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1 Bruttobetrag 6.749.901,44 857.837,17
2 Davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -2.113.460,65 -458.779,69
4.636.440,79 399.057,48
III. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1 Bruttobetrag 85.015,94 72.383,08
8.440.253,50 2.688.530,35
C Andere Rückstellungen
Sonstige Rückstellungen 1.178.078,47 584.337,97
1.178.078,47 584.337,97
D Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1 Versicherungsnehmern 120.807,87 98.993,45
2 Versicherungsvermittlern 805.256,50 357.088,83
926.064,37 456.082,28
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 1.406.761,18 965.503,64
III. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 20.338,02 14.576,52
IV. Sonstige Verbindlichkeiten 1.721.646,43 1.058.578,93
davon aus Steuern: 806.574,35 566.434,60
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: 49.027,50 49.722,68
davon gegenüber verbundenen Unternehmen: 0,00 0,00
4.074.810,00 2.494.741,37
32.474.716,96 20.525.593,69

Gewinn- und Verlustrechnung im Geschäftsjahr 2022

In Euro 2022 2021
I. Versicherungstechnische Rechnung
1 Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a Gebuchte Bruttobeiträge 19.815.274,23 10.440.381,50
b Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -8.022.096,72 -5.374.070,92
11.793.177,51 5.066.310,58
c Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -2.201.276,56 -1.413.246,45
d Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 699.569,58 876.911,09
-1.501.706,98 -536.335,36
10.291.470,53 4.529.975,22
2 Sonstige versicherungstechnische Erträge für eigene Rechnung 3,41 1,05
3 Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a Zahlungen für Versicherungsfälle
aa Bruttobetrag 8.107.371,05 4.545.907,82
bb Anteil der Rückversicherer -2.245.143,96 -1.524.735,37
5.862.227,09 3.021.172,45
b Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa Bruttobetrag 4.227.868,48 75.935,35
bb Anteil der Rückversicherer -1.654.680,96 -70.548,60
2.573.187,52 5.386,75
-8.435.414,61 -3.026.559,20
4 Veränderung der übrigen versicherungstechnischen Netto-Rückstellungen
a Sonstige versicherungstechnische Netto-Rückstellungen -12.632,86 -8.482,62
5 Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 20.910.255,51 14.028.365,78
b Davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 5.274.084,90 1.954.710,61
-15.636.170,61 -12.073.655,17
6 Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung -5.045,29 -2.373,35
7 Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung -13.797.789,43 -10.581.094,07
II Nichtversicherungstechnische Rechnung
1 Erträge aus Kapitalanlagen
a Erträge aus anderen Kapitalanlagen
aa Erträge aus anderen Kapitalanlagen 140.072,33 142.203,83
b Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen 3.309,21 9.568,72
143.381,54 151.772,55
2 Aufwendungen für Kapitalanlagen
Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die
a Kapitalanlagen 56.462,71 58.342,25
b Abschreibungen auf Kapitalanlagen 17.364,70 56.242,25
c Verluste aus dem Abgang von Kapitalanlagen 133.101,71 10.683,00
-206.929,12 -125.267,50
-63.547,58 26.505,05
3 Sonstige Erträge 261.621,65 102.515,48
4 Sonstige Aufwendungen 3.722.262,14 3.451.930,79
-3.460.640,49 -3.349.415,31
5 Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit -17.321.977,50 -13.904.004,33
6 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -4.431,51 3.000,71
7 Jahresfehlbetrag 17.326.409,01 13.901.003,62

Anhang

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der Jahresabschluss 2022 der ELEMENT Insurance AG wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) aufgestellt.

Immateriellen Vermögensgegenstände

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgte zu Anschaffungskosten, die linear über die jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben wurden.

Anteile an verbundenen Unternehmen

Die Anteile an verbundenen Unternehmen wurden zu Anschaffungskosten bilanziert. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten bzw. den niedrigeren beizulegenden Werten.

Anteile an Investmentvermögen

Anteile an Investmentvermögen werden grundsätzlich entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis gem. § 253 Abs. 4 Satz 1 HGB bewertet. Abweichend davon wurden nach § 341 b Abs. 2 Satz 1 HGB, Anteile an Investmentvermögen dem Anlagevermögen zugeordnet (Buchwert 6.488 Tsd. Euro, Zeitwert 6.155 Tsd. Euro) und entsprechend dem gemilderten Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB bewertet. Nur bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag.

Inhaberschuldverschreibungen

Inhaberschuldverschreibungen werden entsprechend dem strengen Niederstwertprinzip mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren Börsen- oder Marktpreis zum Abschlussstichtag gem. §253 Abs. 4 Satz 1 HGB bewertet. Agio- und Disagio-Beträge werden entsprechend der Laufzeit linear und planmäßig amortisiert.

Sonstige Ausleihungen

Die Sonstigen Ausleihungen wurden zu den fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.

Forderungen

Die Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft wurden mit den Nennwerten angesetzt. Erforderliche Wertberichtigungen wurden vorgenommen. Abrechnungsforderungen werden nicht saldiert mit Abrechnungsverbindlichkeiten je Rückversicherungsgesellschaft und auch nicht je Vertrag oder Währung saldiert.

Betriebs- und Geschäftsausstattung

Die Bewertung der Betriebs- und Geschäftsausstattung erfolgte zu Anschaffungskosten, die linear innerhalb der steuerlich zulässigen wirtschaftlichen Nutzungsdauer abgeschrieben wurden. Die Zugänge und Abgänge des Geschäftsjahrs wurden zeitanteilig abgeschrieben. Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten unter 800 Euro lagen, wurden sofort abgeschrieben.

Übrige Aktivposten

Der Ansatz aller übrigen Aktivposten erfolgte zu Nennwerten. Erforderliche Wertberichtigungen wurden vorgenommen.

Beitragsüberträge

Die Brutto- Beitragsüberträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind für jeden Vertrag grundsätzlich aus den gebuchten Beiträgen nach dem 360stel-System berechnet worden. Die Anteile der Rückversicherer wurden den vertraglichen Vereinbarungen entsprechend ermittelt. Bei der Ermittlung der nicht übertragungsfähigen Einnahmeanteile wurde der koordinierte Ländererlass vom 30. April 1974 zugrunde gelegt. Der Anteil der Rückversicherer an den Brutto-Beitragsüberträgen wurde nach den vereinbarten Vertragsbestimmungen bemessen.

Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle des selbst abgeschlossenen Geschäfts wurde für alle bekannten Schadenfälle individuell ermittelt. Die Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen wurden verrechnet. Für die bis zum Abschlussstichtag eingetretenen oder verursachten, aber zum Bilanzstichtag noch nicht gemeldeten Schäden wurde aufgrund der zu erwartenden Schadenquote die Rückstellung um eine Spätschadenrückstellung gebildet. Die in diesem Posten ebenfalls enthaltene Rückstellung für Schadenregulierungsaufwendungen wurde nach Schätzwerten berechnet. Angesichts der Gleichartigkeit der Risiken fand in der Sparte Rechtsschutz das Gruppenbewertungsverfahren Anwendung. Der Anteil der Rückversicherer an den Bruttoschadenrückstellungen wurde nach den vereinbarten Vertragsbestimmungen bemessen.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Die Stornorückstellung wurde aufgrund von Erfahrungssätzen der Vergangenheit errechnet.

Nichtversicherungstechnischen Rückstellungen

Alle anderen nichtversicherungstechnischen Rückstellungen sind nach § 253 HGB mit ihren nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlichen Erfüllungsbeträgen angesetzt und, soweit die Laufzeiten der Rückstellungen mehr als ein Jahr betragen, abgezinst.

Andere Verbindlichkeiten

Andere Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Fremdwährungsbewertung

Die Umrechnung von Fremdwährungszahlungen erfolgte grundsätzlich zum Devisenkassamittelkurs.

ENTWICKLUNG DER AKTIVPOSTEN A. UND B. IM GESCHÄFTSJAHR 2022 NACH MUSTER 1

Bilanzwerte Vorjahr
In Euro Euro in% Zugänge Umbuchungen Abgänge
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 101.182,09 1% 0,00 0,00 0,00
B Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 100.000,00 1% 0,00 0,00 0,00
II. Sonstige Kapitalanlagen
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und 1 andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 4.998.925,00 1.488.898,49 0,00 0,00
Inhaberschuldverschreibungen und andere 2 festverzinsliche Wertpapiere 8.955.679,07 6.566.416,02 8.652.560,07
3 Sonstige Ausleihungen
a Übrige Ausleihungen 1.549.434,88 0,00 107.287,10
4 Summe B II Kapitalanlagen 15.504.038,95 99% 8.055.314,51 0,00 8.759.847,17
Insgesamt 15.705.221,04 8.055.314,51 0,00 8.759.847,17
Bilanzwerte Geschäftsjahr
In Euro Zuschreibungen Abschreibungen Euro in%
A Immaterielle Vermögensgegenstände
I. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 0,00 80.314,96 20.867,13 0%
B Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 0,00 0,00 100.000,00 1%
II. Sonstige Kapitalanlagen
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und 1 andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0,00 0,00 6.487.823,49
Inhaberschuldverschreibungen und andere 2 festverzinsliche Wertpapiere 0,00 17.364,70 6.852.170,32
3 Sonstige Ausleihungen
a Übrige Ausleihungen 0,00 0,00 1.442.147,78
4 Summe B II Kapitalanlagen 0,00 17.364,70 14.782.141,59 99%
Insgesamt 0,00 97.679,66 14.903.008,72 100%

KAPITALANLAGEN IM GESCHÄFTSJAHR 2022

In Euro Buchwert 31. Dezember Zeitwert 31. Dezember Reserve 31. Dezember
B Kapitalanlagen
a
I. p
1 Anteile an verbundenen Unternehmen 100.000,00 100.000,00 0,00
II. Sonstige Kapitalanlagen
Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht 1 festverzinsliche Wertpapiere 6.487.823,49 6.155.370,00 -332.453,49
Inhaberschuldverschreibungen und anderer 2 festzerzinsliche Wertpapiere 6.852.170,32 6.853.334,00 1.163,68
3 Sonstige Ausleihungen 1.442.147,78 1.442.147,78 0,00
Summe Kapitalanlagen 14.882.141,59 14.550.851,78 -331.289,81

Für die Ermittlung der Zeitwerte börsennotierter Wertpapiere wurden Börsenkurse oder Rücknahmepreise verwendet. Gemäß § 341 b Abs. 2 HGB sind 6.488 Tsd. Euro (2021: 4.999 Tsd. Euro) Kapitalanlagen dem Anlagevermögen zugeordnet. Die dem Anlagevermögen zugeordneten Kapitalanlagen weisen zum Stichtag Zeitwerte in Höhe von 6.155 Tsd. Euro. Auf Abschreibungen auf den jeweils niedrigeren Zeitwert wurde in den Fällen verzichtet, wenn die Wertminderungen aus Sicht der ELEMENT Insurance AG als vorübergehend eingestuft werden. Auf Basis der Kurse zum 31. Dezember 2022 liegen negative Zeitwertreserven von 336 Tsd. Euro (2021: 126 Tsd. Euro) vor. Dies entspricht einer Reservequote von -2,23 % (2021: - 0,79 %). Auf die dem Umlaufvermögen nach § 341b Abs. 4 HGB zugeordneten Kapitalanlagen entfallen stille Reserven in Höhe von 1 Tsd. Euro. Bei den sonstigen Ausleihungen handelt es sich um ein Vermittlerdarlehen an einen unserer Partner.

ANTEILE AN VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

In Euro 31.12.2022
Name und Sitz der Gesellschaft Anteil am Kapital in % Eigenkapital
ELEMENT Consulting GmbH, Berlin 100 % 100.000,00

C. II. SONSTIGE FORDERUNGEN

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
C Forderungen
II. Sonstige Forderungen
Forderungen gegen Gesellschafter 0,00 0,00
Übrige Forderungen 410,659,61 39.624,19
Summe 410.659,61 39.624,19

D. III. ANDERE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
D Sonstige Vermögensgegenstände
III. Andere Vermögensgegenstände
Steuerrückforderungen 52.253,10 53.938,18
Übrige Vermögensgegenstände 0,00 0,00
Summe 52.253,10 53.938,18

E. II. SONSTIGE RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
E Rechnungsabgrenzungsposten
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten
Ausgaben, die nachfolgende Geschäftsjahre betreffen 702.934,42 699.942,29
Summe 702.934,42 699.942,29

Erläuterungen zur Bilanz - Passiva

A. I. EINGEFORDERTES KAPITAL

In Euro 31.12.2022
Gezeichnetes Kapital aufgeteilt in 135.377 Stückaktien am 31.12.2021
Vortrag zum 1. Januar 135.377,00
Kapitalerhöhung 57.806,00
Stand am 31. Dezember aufgeteilt in 193.183 Stückaktien am 31.12.2022 193.183,00

Die finleap GmbH, Berlin, hat uns gemäß § 20 Abs. 6 AktG mitgeteilt, dass ihr sowohl mehr als der vierte Teil der Aktien unserer Gesellschaft, jedoch seit dem 03.12.2020 nicht mehr Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft unmittelbar gehören.

A. II. KAPITALRÜCKLAGE

In Euro 31.12.2022
Vortrag zum 1. Januar 66.518.587,45
Kapitalerhöhung 21.292.194,00
Stand am 31. Dezember 87.810.781,45

Die Kapitalrücklage betrifft Zuzahlungen gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB.

B. VERSICHERUNGSTECHNISCHE BRUTTORÜCKSTELLUNGEN

In Euro 31.12.2022
Versicherungszweig Versicherungstechnische Bruttorückstellungen Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 783.819,67 563.497,62
Haftpflichtversicherung 1.591.741,34 1.225.849,52
Hausratversicherung 103.772,89 65.629,89
Sonstige Sachversicherung 7.232.403,15 2.340.600,34
Beistandsleistungsversicherung 37.323,56 13.968,17
Rechtsschutzversicherung 2.220.421,59 2.139.178,71
Sonstige Versicherung 1.104.383,02 362.382,21
Transportversicherung 118.906,88 38.794,98
Stand am 31. Dezember 13.192.772,10 6.749.901,44

B. VERSICHERUNGSTECHNISCHE BRUTTORÜCKSTELLUNGEN

In Euro 31.12.2021
Versicherungszweig Versicherungstechnische Bruttorückstellungen Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 216.027,55 121.673,12
Haftpflichtversicherung 196.216,67 85.651,30
Hausratversicherung 50.431,59 37.252,26
Sonstige Sachversicherung 3.923.170,35 409.427,37
Beistandsleistungsversicherung 5.066,50 1.133,16
Rechtsschutzversicherung 2.421,51 1.303,07
Sonstige Versicherung 693.464,24 201.396,89
Stand am 31. Dezember 5.086.798,41 857.837,17

C. SONSTIGE RÜCKSTELLUNGEN

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
Ausstehende Rechnungen 424.904,29 311.823,08
Personal 630.774,19 152.514,89
Jahresabschluss 122.400,00 120.000,00
Stand am 31. Dezember 1.178.078,48 584.337,97

D. SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
aus Steuern 806.574,35 566.434,60
aus Lieferungen und Leistungen 548.620,27 358.514,12
im Rahmen der sozialen Sicherheit 49.027,50 49.722,68
sonstige Verbindlichkeiten 317.424,31 83.907,53
Stand am 31. Dezember 1.721.646,43 1.058.578,93

Für alle sonstige Verbindlichkeiten gilt eine Laufzeit unter einem Jahr.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

I.1. VERDIENTE BEITRÄGE FÜR EIGENE RECHNUNG

In Euro 2022
Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge Verdiente Nettobeiträge
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft (Inland)
Unfallversicherung 1.486.537,18 1.359.276,92 562.049,32
Haftpflichtversicherung 2.402.869,13 2.140.840,13 1.928.730,88
Hausratversicherung 208.567,98 183.776,85 -46.376,96
Sonstige Sachversicherung 11.792.296,18 10.418.463,59 6.175.424,40
Beistandsleistungsversicherung 66.370,24 46.948,19 18.622,50
Rechtsschutzversicherung 325.203,11 245.077,66 96.441,52
Sonstige Versicherung 3.375.993,67 3.142.289,49 1.527.642,69
Transportversicherung 157.436,74 77.324,84 28.936,18
19.815.274,23 17.613.997,67 10.291.470,53

I.1. VERDIENTE BEITRÄGE FÜR EIGENE RECHNUNG

In Euro 2021
Gebuchte Bruttobeiträge Verdiente Bruttobeiträge Verdiente Nettobeiträge
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft (Inland)
Unfallversicherung 676.254,10 606.305,25 251.545,07
Haftpflichtversicherung 294.315,91 220.612,26 81.451,78
Hausratversicherung 103.621,81 101.844,83 19.252,12
Sonstige Sachversicherung 7.502.601,95 6.744.479,60 3.595.481,62
Beistandsleistungsversicherung 13.499,53 9.566,16 5.129,76
Rechtsschutzversicherung 2.226,13 2.272,99 1.118,92
Sonstige Versicherung 1.847.862,07 1.342.053,96 575.995,95
10.440.381,50 9.027.135,05 4.529.975,22

I.3. BRUTTOAUFWENDUNGEN FÜR VERSICHERUNGSFÄLLE

In Euro 2022 2021
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 640.738,94 300.562,77
Haftpflichtversicherung 1.111.229,61 150.609,07
Hausratversicherung 76.642,98 53.313,63
Sonstige Sachversicherung 6.537.203,09 3.387.012,76
Beistandsleistungsversicherung 33.512,36 -713,43
Rechtsschutz 2.884.420,87 2.850,77
Sonstige Versicherung 965.750,93 728.207,60
Transportversicherung 85.740,75
12.335.239,53 4.621.843,17

I.5. BRUTTOAUFWENDUNGEN FÜR DEN VERSICHERUNGSBETRIEB

In Euro 2022 2021
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung 2.024.264,50 1.196.304,45
Haftpflichtversicherung 2.008.864,22 632.824,72
Hausratversicherung 217.859,99 238.441,77
Sonstige Sachversicherung 10.554.262,46 8.034.655,98
Beistandsleistungsversicherung 178.636,72 9.590,98
Rechtsschutz 420.251,10 16.965,88
Sonstige Versicherung 5.255.686,24 3.899.582,00
Transportversicherung 250.430,28
Von den Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb entfallen auf
Abschlussaufwendungen 11.876.260,70 7.372.338,06
Verwaltungsaufwendungen 9.033.994,81 6.656.027,72
20.910.255,51 14.028.365,78

I.8. VERSICHERUNGSTECHNISCHES ERGEBNIS FÜR EIGENE RECHNUNG

In Euro 2022 2021
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung -1.412.026,73 -972.613,67
Haftpflichtversicherung -1.012.587,33 -595.228,60
Hausratversicherung -246.804,47 -214.859,80
Sonstige Sachversicherungen -5.378.921,00 -5.453.114,55
Beistandsleistungsversicherung -178.833,76 -2.239,97
Rechtsschutz -1.714.303,46 -18.153,03
Sonstige Versicherung -3.604.644,30 -3.324.884,45
Transportversicherung -249.668,38
-13.797.789,43 -10.581.094,07

RÜCKVERSICHERUNGSSALDO

In Euro 31.12.2022 31.12.2021
Versicherungszweig
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft
Unfallversicherung -107.594,61 -74.211,20
Haftpflichtversicherung -40.036,18 -27.752,99
Hausratversicherung -130.374,65 -22.617,72
Sonstige Sachversicherung 1.298.311,85 -787.479,66
Beistandsleistungsversicherung -13.632,87 -2.928,58
Rechtsschutzversicherung 1.345.289,84 -1.136,03
Sonstige Versicherung -509.268,99 -30.684,56
Transportversicherung 9.177,81
Saldo zu Lasten/Gunsten der Gesellschaft 1.851.872,20 -946.810,74

II. 2. AUFWENDUNGEN FÜR KAPITALANLAGEN

In Euro 2022 2021
b) Abschreibungen auf Kapitalanlagen 17.364,70 56.242,25
Abschreibungen nach § 253 Abs. 4 HGB
17.364,70 56.242,25

II. 3. SONSTIGE ERTRÄGE

In Euro 2022 2021
Übrige Erträge 261.621,65 102.515,48
261.621,65 102.515,48

II. 4. SONSTIGE AUFWENDUNGEN

In Euro 2022 2021
Aufwendungen, die das Unternehmen als Ganzes betreffen 3.722.262,14 3.451.930,79
Sonstige Zinsaufwendungen 0,00 0,00
3.722.262,14 3.451.930,79

Sonstige Anhangangaben

BEWEGUNG DES VERSICHERUNGSBESTANDES

Anzahl der Verträge 31.12.2022 31.12.20
Bestand an selbst abgeschlossenen mindestens einjährigen Schaden- und Unfallversicherungen im Geschäftsjahr
Versicherungszweige
Unfallversicherung 14.882 9.487
Haftpflichtversicherung 14.955 7.226
Hausratversicherung 1.754 1.341
Sonstige Sachversicherung 72.833 30.428
Beistandsleistungsversicherung 2.888 284
Rechtsschutz 4.315 271
Sonstige Versicherung 50.405 33.637
Transportversicherung 677 0
Gesamtes Geschäft 162.709 82.674

Durch eine flexible Handhabung der Versicherungsdauer je nach Partner, ist die gesetzlich anzugebende Anzahl der Verträge geringer als die im Geschäftsjahr abgeschlossenen bzw. aktiven Policen in unserem Bestand.

Bestandsübertragung

Die Übertragung des Bestandes von der mailo Versicherung AG auf die ELEMENT Insurance AG hat folgende bilanzielle Auswirkung zum Stichtag 31.12.2022: Die Forderungen gegenüber Versicherungsvermittlern erhöhen sich um 3.093 Tsd. Euro. Gleichzeitig erhöhen sich auf der Passivseite die Bruttobeitragsüberträge um 597 Tsd. Euro, während sich die Bruttoschadenrückstellungen um 2.530 Tsd. Euro erhöhen. Zudem erhöhen sich die Sonstige Verbindlichkeiten (Versicherungssteuer) um 30 Tsd. Euro.

In der Gewinn- und Verlustrechnung macht der mailo-Anteil an den gebuchten Bruttobeiträgen 4.428 Tsd. Euro aus, während sich die verdienten Beiträge auf 3.831 Tsd. Euro belaufen. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle betragen 2.564 Tsd. Euro. Gleichzeitig beträgt der Provisionsaufwand 1.331 Tsd. Euro. Der Jahresfehlbetrag erhöht sich schließlich um 63 Tsd. Euro. Die Schadenquote des mailo-Bestandes beläuft sich auf 67%.

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter

PROVISIONEN UND SONSTIGE BEZÜGE DER VERSICHERUNGSVERTRETER, PERSONALAUFWENDUNGEN

In Euro 2022 2021
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft 5.719.175,33 3.463.800,09
2. Löhne und Gehälter 10.982.120,34 8.560.948,50
3. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 1.524.423,86 1.388.016,47
4. Aufwendungen für Altersversorgung 17.748,69 7.716,42
Aufwendungen insgesamt 18.243.468,22 13.420.481,48

Die Gesamtbezüge des Vorstands im Jahr 2022 betrugen 756.667 Euro (2021: 555.713Euro).

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats im Jahr 2022 betrugen 65.833 Euro (2021: 49.858 Euro).

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahr 2022 durchschnittlich 127 (2021: 119) Mitarbeiter.

Honorare des Abschlussprüfers

Folgende Honorare wurden als Aufwand (netto) erfasst:

HONORARE DES ABSCHLUSSPRÜFERS

Folgende Honorare wurden als Aufwand (netto) erfasst:

In Euro 2022 2021
Abschlussprüfungsleistungen 102.944,96 103.613,45
sonstige Leistungen 0,00 0,00
Aufwendungen insgesamt 102.944,96 103.613,45

Abschlussprüfer der ELEMENT Insurance AG ist die RSM GmbH.

Angaben zur Identität der Gesellschaft

Die ELEMENT Insurance AG mit Sitz Saarbrücker Str. 37a, 10405 Berlin ist beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 182671 B eingetragen.

Ergebnisverwendung

Es wird vorgeschlagen, dass Ergebnis in voller Höhe auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Berlin, 28. April 2023

Dr. Astrid Stange

Dr. Michael Bongartz

Philipp Hartz

Eric Schuh

Aufsichtsrat der ELEMENT Insurance AG

Ralf Wohltmann

-Vorsitzender- (Direktor - VZB Versorgungswerk Zahnärztekammer Berlin)

Michael Johnigk

-Stv. Vorsitzender- (ehem. Vorstandsmitglied Signal Iduna)

Christoph Bornschein

-Mitglied- (Chief Executive Officer - TLGG)

Maximilian Sauter

-Mitglied- (Principal Motive Partners)

Dr. Rolf Ulrich

-Mitglied- (Privat; zuvor Vorstandsmitglied der Zurich Gruppe Deutschland)

Marcus Polke

-Mitglied- (Managing Partner Signals VC)

Vorstand der ELEMENT Insurance AG

Dr. Christian Macht (Vorsitzender, bis 15.10.2022)

Dr. Astrid Stange (Vorsitzende, seit 01.08.2022)

Dr. Michael Bongartz (seit 01.02.2023)

Philipp Hartz (seit 01.02.2023)

Eric Schuh

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die ELEMENT Insurance AG, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der ELEMENT Insurance AG - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der ELEMENT Insurance AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst, f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1.

Bewertung der Brutto-Schadenrückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

a)

Sachverhalt und Problemstellung

b)

Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

c)

Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

2.

Bewertung der Brutto-Schadenrückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im selbst abgeschlossenen Geschäft

a)

Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden in dem Unterposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Brutto-Rückstellungen in Höhe von insgesamt € 6.749.901,44 (20,8 % der Bilanzsumme) ausgewiesen. Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Dabei sind neben den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften auch eine Vielzahl an aufsichtsrechtlichen Vorschriften über die Berechnung der Rückstellungen zu berücksichtigen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen verlangt von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen haben. Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft, der Komplexität der anzuwendenden Vorschriften und der zugrundeliegenden Berechnungen sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

b)

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung dieser versicherungstechnischen Rückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung dieser versicherungstechnischen Rückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzung überprüft. Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung Brutto-Teilschadenrückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle begründet und hinreichend dokumentiert sind.

c)

Die Angaben der Gesellschaft zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen sind im Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Die sonstigen Informationen umfassen den Geschäftsbericht - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungs-vermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungs-urteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass zukünftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden vom Aufsichtsrat am 29. Juni 2022 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 15. September 2022 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind erstmalig seit dem Geschäftsjahr 2022 als Abschlussprüfer der ELEMENT Insurance AG, Berlin, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist André Bödeker."

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat im Kalenderjahr 2022 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen, den Vorstand bei der Leitung der ELEMENT Insurance AG beraten und die Geschäftsführung des Vorstandes kontinuierlich überwacht.

Organisation des Aufsichtsrats

Die folgenden Veränderungen haben sich im Geschäftsjahr 2022 in der Organisation des Aufsichtsrats ergeben. Herr Johannes Rath schied zum 30. Juni 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. Nach Ablauf ihrer Amtszeit schieden Herr Ramin Niroumand und Herr Naoyoshi Yoneyama zum 30. August 2022 aus dem Aufsichtsrat aus. Hierfür wurden Herr Maximilian Sauter, Herr Michael Johnigk und Herr Marcus Polke am 30. August 2022 zu neuen Mitglieder des Aufsichtsrates bestellt. Herr Ralf Wohltmann, Herr Rolf Ulrich und Herr Christoph Bornschein wurden am gleichen Tag als Mitglieder des Aufsichtsrats bestätigt. Herr Ralf Wohltmann wurde am 16. September 2022 erneut zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates und Herr Michael Johnigk zum stellvertretenden Aufsichtsrat gewählt.

Die Anzahl der Mitglieder des Aufsichtsrats hat sich im Geschäftsjahr 2022 nicht verändert.

Aufgrund der Vorgaben des Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetzes hat die ELEMENT Insurance AG einen Prüfungsausschuss gebildet. Mitglieder des Prüfungsausschusses sind Ralf Wohltmann, Michael Johnigk und Dr. Rolf Ulrich.

Bedeutende Entwicklung der Gesellschaft

In der ordentlichen Hauptversammlung am 30. August 2022 wurde über die Verwendung des Jahresergebnisses 2021, die Entlastung des Vorstands und Aufsichtsrats sowie die Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2020 sowie Folgejahre, die Neuwahl des Aufsichtsrats, die Bestellung der Abschlussprüfer, eine Aktienübertragung und eine Satzungsänderung beschlossen.

Eine außerordentliche Hauptversammlung fand am 24. Mai 2022 statt. In dieser Hauptversammlung wurde eine Erhöhung des Grundkapitals und damit eine Satzungsänderung beschlossen.

Gegenstand des Unternehmens sind im In- und Ausland der unmittelbare und mittelbare Betrieb der Zweige der Erstversicherung im Bereich der Schaden- und Unfallversicherung (ohne Kraftfahrtversicherung, Kredit und Kaution) sowie die Vermittlung von Versicherungen aller Art.

Organisation des Vorstandes

Vorstandsvorsitzender war bis zu seinem Ausscheiden zum 15. Oktober 2022 das seit 2019 in den Vorstand bestellte Mitglied Herr Dr. Christian Macht. Frau Dr. Astrid Stange, welche zum 1. August 2022 in den Vorstand bestellt wurde, übernahm anschließend den Vorstandsvorsitz. Der Vorstand der Gesellschaft bestand damit zum Ende des Geschäftsjahres 2022 aus insgesamt 2 Mitgliedern.

Zusammenarbeit mit dem Vorstand

Der Aufsichtsrat und der Vorstand pflegen eine enge Zusammenarbeit in allen wichtigen unternehmensbezogenen Belangen. Dies zeichnet sich durch regelmäßigen, umfassenden und direkten Austausch, sowohl in Vorbereitung als auch Nachgang zu gemeinsamen Sitzungen aus. Der Aufsichtsrat wurde hierdurch in allen relevanten Entwicklungen und Planungen der Gesellschaft von Beginn an aktiv mit einbezogen und stand dem Vorstand jederzeit beratend und unterstützend zur Seite.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2022 in vier ordentlichen Sitzungen, die am 22. März 2022, 28. Juni 2022, 16. September 2022 und 9. Dezember 2022 stattfanden. Darüber hinaus fand eine außerordentliche Sitzung am 1. November 2022 statt. Im Rahmen dieser Sitzungen fand jeweils eine mündliche und verschriftlichte Erörterung der unternehmensbezogenen Themen statt. Aufgrund dieser Erörterungen, als auch des umfassenden vorherigen Austausches zwischen den Mitgliedern, fanden die Beschlussfassungen des Aufsichtsrates in diesen Terminen oder anlassbezogen nachgelagert mittels Umlaufverfahren statt.

Zusammenarbeit mit Abschlussprüfern

Die ordentliche Hauptversammlung hat am 30. August 2022 beschlossen, die RSM GmbH, Werftstraße 9, 30163 Hannover zum Abschlussprüfer für den Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 zu bestellen. Die Auswahl und Bestellung erfolgten unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften. Der Aufsichtsrat hat während der gesamten Prüfungsdauer die Unabhängigkeit und Prüfungsqualität der Prüfungsgesellschaft überwacht. Der den Aufsichtsratsmitgliedern vorgelegte Jahresabschluss über das Geschäftsjahr 2022 wurde von den Abschlussprüfern als den gesetzlichen Anforderungen entsprechend befunden.

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 wurde dem Aufsichtsrat seitens des Vorstandes vorgelegt und hiernach einer eingehenden Prüfung unterzogen. Die Inhalte wurden im Rahmen der Sitzung vom [XX. XXXX] 2023 erörtert. Der Aufsichtsrat hat keine Einwendungen gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht erhoben. Überdies schließt sich der Aufsichtsrat dem Prüfungsergebnis der Abschlussprüfer an. Der Jahresabschluss wurde in der Sitzung gebilligt und gilt mithin nach § 172 AktG als festgestellt.

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstandes für ihren Einsatz und ihre Leistungen sowie die gute Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr.

 

Berlin, [XX. XXXX] 2023

Der Aufsichtsrat

Ralf Wohltmann, Vorsitzender

Michael Johnigk, Stv. Vorsitzender

Christoph Bornschein

Maximilian Sauter

Dr. Rolf Ulrich

Marcus Polke

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