Doduco Technical Solutions GmbH

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Stammdaten

Register
Amtsgericht Mannheim HRB 738256
Vorher
DODUCO Technical Solutions GmbH
Eingetragen
26.11.2020
Branche
Herstellung von nichtelektrischen HaushaltsgerätenHerstellung von nicht elektrischen Haushaltsartikeln aus MetallHerstellung von Ausbauelementen aus Metall
Gegenstand
Die Herstellung von gestanzten, montierten und kunststoffumspritzten Baugruppen und Bearbeitung von Nichteisenmetallprodukten auch mit Edelmetallbeschichtung, die Fabrikation von Kontakten, die Führung ähnlicher Produktionszweige, die Herstellung der dazugehörigen Werkzeuge, die Vermarktung der hergestellten Produkte, sowie sämtliche damit zusammenhängende und den Geschäftszweck fördernde, nicht erlaubnispflichtige Tätigkeiten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Christine Hofmann
seit 11.7.2025
Geschäftsführer
Ralf Niederreuther
seit 30.7.2021
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
SAXONIA Precious GmbH
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

SAXONIA Holding GmbH

Dresden

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

INHALTSVERZEICHNIS

1.1 Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

1.2 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1.3 Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1.4 Konzern-Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1.5 Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

1.6 Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

1.7 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.204 2.411
2. Geleistete Anzahlungen 89 24
2.293 2.435
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 73.757 76.380
2. Technische Anlagen und Maschinen 23.439 24.468
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.189 7.542
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.165 8.729
137.550 117.119
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 173 141
140.016 119.695
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 116.593 105.060
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 19.782 13.550
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 13.418 10.118
4. Geleistete Anzahlungen 1.283 1.422
151.076 130.150
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.688 60.118
2. Sonstige Vermögensgegenstände 8.164 13.125
66.852 73.243
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 10.417 13.500
228.345 216.893
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 8.776 8.327
D. AKTIVE LATENTE STEUERN 11.156 12.951
388.293 357.866

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 10.026 10.026
II. Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung 845 1.215
III. Bilanzgewinn 148.729 121.276
159.600 132.517
B. UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG 32.792 33.985
C. RÜCKSTELLUNGEN
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 21.596 21.024
2. Steuerrückstellungen 4.118 5.188
3. Sonstige Rückstellungen 18.418 21.469
44.132 47.681
D. VERBINDLICHKEITEN
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 93.366 85.694
2. Erhaltene Anzahlungen 5.239 2.741
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 19.450 23.144
4. Sonstige Verbindlichkeiten 15.371 13.113
- davon aus Steuern: TEUR 1.595 (Vorjahr: TEUR 2.209)
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: TEUR 188 (Vorjahr: TEUR 345)
133.426 124.692
E. PASSIVER RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 7 10
F. PASSIVE LATENTE STEUERN 18.336 18.981
388.293 357.866

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

2022 2021
TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse 1.292.801 1.400.800
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 8.884 4.420
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 1.179 263
4. Sonstige betriebliche Erträge 9.055 2.646
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.076.313 1.181.838
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 26.399 19.571
1.102.712 1.201.409
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 81.456 76.905
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 17.821 19.480
- davon für Altersversorgung: TEUR 1.604 (Vorjahr: TEUR 3.595) 99.277 96.385
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 10.403 10.814
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 52.402 48.120
9. Betriebsergebnis 47.125 51.401
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 2.873 3.850
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufsvermögens 0 0
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 9.106 8.533
13. Ergebnis vor Steuern 40.892 46.718
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12.498 8.826
15. Ergebnis nach Steuern 28.394 37.892
16. Sonstige Steuern 776 447
17. Sonstiger Ertrag aus der Auflösung Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung 1.193 1.193
18. Jahresüberschuss 28.811 38.638
19. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 121.276 83.996
20. Ausschüttung an Gesellschafter 1.358 1.358
21. Bilanzgewinn 148.729 121.276

Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

2022 2021
TEUR TEUR
Periodenergebnis 28.811 38.638
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 10.403 10.814
Zunahme/Abnahme der Rückstellungen -2.875 4.089
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge -1.193 -2.474
Zunahme/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -14.827 -23.198
Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 715 5.944
Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 36 -42
Zinsaufwendungen/-erträge 6.232 4.683
Ertragsteueraufwand/-ertrag 12.498 8.826
Ertragsteuerzahlungen -12.418 -23.806
Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 27.382 23.474
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens 4 75
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -543 -513
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 1.071 1.264
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -31.417 -18.423
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -32 -6
Erhaltene Zinsen 2.869 3.847
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -28.048 -13.756
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 25.112 3.032
Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten -18.186 -10.639
Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter -1.358 -1.358
Gezahlte Zinsen -8.705 -8.129
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -3.137 -17.094
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -3.803 -7.376
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds -26 574
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode -9.203 -2.401
Finanzmittelfonds am Ende der Periode -13.032 -9.203
Zusammensetzung des Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungsmittel 10.417 13.500
Jederzeit fällige Bankverbindlichkeiten -23.449 -22.703
-13.032 -9.203

Konzern-Eigenkapitalspiegel für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes Kapital Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung Konzernbilanzgewinn, der dem Mutterunternehmen zuzurechnen ist Konzerneigenkapital Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Stand 31.12.2020 10.026 -184 83.996 93.838
Ausschüttung 0 0 -1.358 -1.358
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 0 1.399 0 1.399
Konzernjahresüberschuss 0 0 38.638 38.638
Stand 31.12.2021 10.026 1.215 121.276 132.517
Ausschüttung 0 0 -1.358 -1.358
Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung 0 -370 0 -370
Konzernjahresüberschuss 0 0 28.811 28.811
Stand 31.12.2022 10.026 845 148.729 159.600

KONZERNANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

A. ALLGEMEINES

Die SAXONIA Holding GmbH hat ihren Sitz in Dresden. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Dresden unter HRB 40046 eingetragen.

B. KONSOLIDIERUNGSKREIS

In den Konzernabschluss werden neben der SAXONIA Holding GmbH, Dresden, als Mutterunternehmen sämtliche Tochterunternehmen einbezogen, bei denen der SAXONIA Holding GmbH unmittelbar oder mittelbar die Mehrheit der Stimmrechte der Gesellschafter zusteht.

Nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen gemäß § 313 Abs. 2 HGB sowie über deren Gezeichnetes Kapital:

Namen der verbundenen Unternehmen gemäß § 271 Abs. 2 HGB Sitz Gezeichnetes Kapital zum 31. Dez. 2022 Anteil Zeitpunkt Erstkons.
TEUR %
Vollkonsolidierte Unternehmen:
SAXONIA Holding GmbH Dresden 10.026 - 01.01.2009
SAXONIA Edelmetalle GmbH * Halsbrücke 1.000 100,0 20.12.2017
WIELAND Edelmetalle GmbH * Pforzheim 1.000 100,0 20.12.2010
SAXONIA Technical Materials GmbH * Hanau 1.000 100,0 28.11.2017
Italbras S.p.A Vicenza/Italien 2.200 100,0 01.02.2018
SAXONIA Precious GmbH * Hanau 25 100,0 24.02.2020
Doduco Holding GmbH * Pforzheim 25 100,0 01.07.2020
Doduco Contacts and Refining GmbH * Pforzheim 9.229 100,0 01.07.2020
Doduco Solutions GmbH * Pforzheim 25 100,0 01.07.2020
DODUCO Technical Solutions GmbH * Sinsheim 25 100,0 04.11.2020
DODUCO Espana, S.L.U. Madrid/Spanien 6.921 100,0 01.07.2020
DODUCO China Co. Ltd. Tianjin/Volksrepublik China 6.325 100,0 01.07.2020

* Der vorliegende Konzernabschluss gilt für die Gesellschaften als befreiend i. S. d. § 264 Abs. 3 HGB. Hierbei wird bei den Einzelgesellschaften von der Befreiungsvorschrift hinsichtlich der Aufstellung des Lageberichts sowie der Offenlegung des Jahresabschlusses Gebrauch gemacht.

Die Jahresabschlüsse der Tochterunternehmen sind in den Konzernabschluss entsprechend den gesetzlichen Vorschriften einheitlich nach den bei dem Mutterunternehmen geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einbezogen.

C. KONSOLIDIERUNGSMETHODEN

Abschlussstichtag ist der 31. Dezember 2022. Der Abschlussstichtag der konsolidierten Unternehmen stimmt mit dem Abschlussstichtag des Konzerns überein.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgte gemäß § 301 Abs. 1 und 2 HGB nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung. Das Eigenkapital der Tochterunternehmen wurde mit dem Betrag angesetzt, der dem Zeitwert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten entspricht. Sofern im Rahmen der Erstkonsolidierung stille Reserven aufzudecken waren, wurden diese mit dem Nettobetrag unter dem Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung sowie mit dem Ertragssteueranteil unter den passiven latenten Steuern berücksichtigt. Werden nach dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung diese stillen Reserven ganz oder teilweise realisiert, so wird der Unterschiedsbetrag respektive die passiven latenten Steuern entsprechend angepasst.

In den Konzernabschluss sind die in den entsprechenden Einzelabschlüssen enthaltenen Vermögenswerte, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten sowie die Erträge und Aufwendungen übernommen worden.

Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den Konzerngesellschaften wurden gemäß § 303 Abs. 1 HGB gegeneinander aufgerechnet und eliminiert.

Eine Eliminierung der aus dem konzerninternen Liefer- und Leistungsverkehr resultierenden Zwischengewinne erfolgte gemäß § 304 Abs. 2 HGB aufgrund der untergeordneten Bedeutung nicht.

Unter Berücksichtigung von § 305 HGB wurden konzerninterne Umsätze aus Lieferungen und Leistungen sowie die übrigen gegenseitigen Erträge zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen mit den auf sie entfallenden Aufwendungen aufgerechnet und eliminiert bzw. als Bestandsveränderung ausgewiesen.

Die Bilanzen der einbezogenen Unternehmen in fremder Währung wurden mit dem Euro-Referenzkurs der Deutschen Bundesbank zum Stichtagskurs 31. Dezember 2022 und die Gewinn- und Verlustrechnung grundsätzlich mit dem Jahresdurchschnittskurs des Geschäftsjahres 2022 umgerechnet. Kursdifferenzen aus der Umrechnung des Eigenkapitals werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

Kursdifferenzen aus der Umrechnung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten entstehen durch die Entwicklung der Umrechnungskurse zum Bilanzstichtag gegenüber den Kursen im Entstehungszeitpunkt; diese Kursdifferenzen werden erfolgsneutral im Eigenkapital ausgewiesen.

D. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt worden.

Der Konzernabschluss ist in Tausend Euro aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der vorliegende Konzernabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätze nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches aufgestellt (§§ 265 Abs. 1 Satz 2, 266 ff. HGB).

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger Abschreibungen sowie in der Vergangenheit vorgenommener steuerlicher Sonderabschreibungen. Die Nutzungsdauer des jeweiligen immateriellen Vermögensgegenstandes wird nach dessen Produktlebenszyklus oder dessen erwarteten Synergieeffekten angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter des beweglichen Anlagevermögens werden im Konzern entweder sofort abgeschrieben oder bei Einzelanschaffungskosten zwischen EUR 250,00 und EUR 1.000,00 im Jahr des Zugangs in einem Sammelposten erfasst, der einheitlich über die Dauer von fünf Jahren linear abgeschrieben wird. Technische Anlagen und Maschinen, die aggressiven Medien ausgesetzt sind, werden über eine verkürzte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Finanzanlagen werden mit ihrem Nennbetrag bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen werden in Höhe des bestätigten Aktivwertes angesetzt. Sie werden unter den Finanzanlagen ausgewiesen, sofern sie nicht verpfändet sind und somit kein Deckungsvermögen i. S. d. Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) darstellen und damit nicht von den betreffenden Pensionsverpflichtungen direkt abgesetzt werden dürfen. Verpfändetes Deckungsvermögen wird direkt von den betreffenden Pensionsverpflichtungen abgesetzt.

Der in den Vorräten enthaltene Edelmetallstock wurde zu Anschaffungskosten mittels des Verbrauchsfolgeverfahrens LiFo gemäß § 256 HGB oder mit dem niedrigeren Marktwert am Abschlussstichtag bewertet.

Die Edelmetallvorräte aus Auftragsfixierungen sowie die Vorräte, die nicht Edelmetallbestände betreffen, werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten bzw. dem niedrigeren Marktwert am Abschlussstichtag angesetzt.

In den Herstellungskosten der unfertigen und fertigen Erzeugnisse wurden neben den direkt zurechenbaren Materialeinzelkosten, Fertigungseinzelkosten und Sondereinzelkosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie auf die Fertigung entfallende Abschreibungen des Anlagevermögens einbezogen. Kosten der allgemeinen Verwaltung wurden nicht aktiviert.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten und der Besicherung von Kreditlinien sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Zweifelhaften Forderungen wurde durch die Bildung entsprechender Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Die liquiden Mittel werden mit ihrem Nominalwert angesetzt.

Ausgaben, die Aufwendungen für Perioden nach dem Abschlussstichtag darstellen, wurden als aktive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Als aktive und passive latente Steuern gebildete temporäre Differenzen zwischen dem handelsrechtlichen und dem steuerlichen Bilanzansatz sowie auf Konsolidierungsmaßnahmen sind mit dem jeweilig zutreffenden Steueransatz bewertet.

Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Der Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung spiegelt den Teil der übernommenen Vermögenswerte wider, der die Kaufpreise für den Erwerb der Umicore Technical Materials AG & Co. KG, Hanau, der WIELAND Edelmetalle GmbH, Pforzheim, sowie der Doduco Holding GmbH, Pforzheim, mit ihren Tochter- und Enkelgesellschaften übersteigt.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach der Projected-Uni- Credit-Methode gebildet.

Es wurden folgende Annahmen für die Berechnung berücksichtigt:

pauschale durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren,

durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,78 % bis 1,79 %, der von der Deutschen Bundesbank bekanntgemacht wurde,

Sterbetafeln nach Prof. Dr. Klaus Heubeck "Richttafeln 2018 G",

Rentendynamik in einer Spanne von 0,0 % bis 2,0 %.

Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre ein Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 1.127. Dieser Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung gesperrt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Die Rückstellungen für Jubiläen wurden auf den Barwert unter Berücksichtigung eines Rechnungszinsfußes von 1,44 % bis 1,45 % abgezinst.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

E. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DES KONZERNABSCHLUSSES

Nachfolgend werden die einzelnen Posten hinsichtlich ihres Inhalts, ihrer Zusammensetzung und ihrer Entwicklung, soweit es für die Beurteilung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung von Bedeutung ist, näher erläutert.

KONZERNBILANZ

1. ANLAGEVERMÖGEN

Die Veränderung der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ist im Einzelnen aus dem als Anlage zum Anhang beigefügten Anlagespiegel zu entnehmen.

Die Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen Aktivwerte zur Abdeckung der Pensionsverpflichtungen, welche nicht i. S. d. BilMoG Deckungsvermögen zu den betreffenden Verpflichtungen darstellen.

2. VORRÄTE

Aus der Bewertung der edelmetallhaltigen Vorratsbestände mit dem Bewertungsvereinfachungsverfahren LiFo ergibt sich im Vergleich zur Bewertung mit dem Börsenkurs zum Stichtag ein um TEUR 104.184 niedrigerer Wertansatz.

3. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

4. AKTIVE LATENTE STEUERN

Die bilanzierten aktiven latenten Steuern sind aufgrund von Unterschiedsbeträgen zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen in den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften entstanden. Diese resultieren aus der abweichenden steuerlichen Bewertung von Finanzanlagen, langfristigen Rückstellungen für Pensionen, Altersteilzeit und Jubiläen, Deckungsvermögen, Urlaubsrückstellung sowie Rückstellung für Zeitguthaben. Darüber hinaus sind aktive latente Steuern auf Verlustvorträge der Doduco Holding GmbH enthalten. Der Berechnung der aktiven latenten Steuern wurden die unternehmensspezifischen Steuersätze in einer Bandbreite von 29,13 % bis 31,58 % zugrunde gelegt.

5. EIGENKAPITAL

Das gezeichnete Kapital wurde zum Nennbetrag angesetzt.

6. UNTERSCHIEDSBETRAG AUS DER KAPITALKONSOLIDIERUNG

Für den im Rahmen der Erstkonsolidierung der WIELAND Edelmetalle GmbH entstandenen passiven Unterschiedsbetrag war im aktuellen Geschäftsjahr keine Auflösung erforderlich. Er beträgt zum Stichtag TEUR 8.541.

Für den im Rahmen der Erstkonsolidierung der UMICORE Technical Materials AG & Co. KG beim Erwerb durch die SAXONIA Technical Materials GmbH entstandenen passiven Unterschiedsbetrag war im aktuellen Geschäftsjahr ebenfalls keine Auflösung erforderlich. Er beträgt zum Stichtag TEUR 1.871.

Diese beiden Unterschiedsbeträge resultieren aus der Neubewertung des im Rahmen der Erstkonsolidierung zu Marktwerten aufgenommenen Vorratsvermögens unter Berücksichtigung latenter Steuern. Die Unterschiedsbeträge bleiben unverändert bestehen, bis durch Realisierung der stillen Reserven oder einer niedrigeren Bewertung zu Marktpreisen unterhalb des Ansatzes zur Erstkonsolidierung eine erfolgswirksame Auflösung erfolgt.

Der im Rahmen der Erstkonsolidierung und Neubewertung der Grundstücke entstandene passive Unterschiedsbetrag der Italbras S.p.A. wird erfolgswirksam planmäßig über die durchschnittlichen Restnutzungsdauern der erworbenen abnutzbaren Vermögensgegenstände aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine Auflösung in Höhe von TEUR 101, der verbleibende Unterschiedsbetrag beträgt zum Stichtag TEUR 396.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung der Doduco Holding GmbH und ihrer verbundenen Gesellschaften entstand aus der Neubewertung des Anlagevermögens ein Unterschiedsbetrag, der für das abnutzbare Anlagevermögen über die durchschnittliche Restnutzungsdauer von 20 Jahren aufgelöst wird. Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte eine Auflösung in Höhe von TEUR 1.092. Der Unterschiedsbetrag beträgt damit zum Jahresende TEUR 21.984.

7. RÜCKSTELLUNGEN

Gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB sind die Pensionsverpflichtungen mit einem Erfüllungsbetrag von TEUR 21.094 mit dem beizulegenden Zeitwert des Deckungsvermögens, welcher den Anschaffungskosten entspricht, in Höhe von TEUR 72 verrechnet worden. Der verbleibende passivische Überhang beläuft sich auf TEUR 21.024.

In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Aufwendungen für Personal (TEUR 11.977), ausstehende Eingangsrechnungen (TEUR 3.194), Grunderwerbsteuer (TEUR 1.281) und Scheidekosten (TEUR 902) enthalten. Die Aufwendungen für Personal betreffen unter anderem Tantiemen, Boni an Mitarbeiter, Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen, Jubiläen, Abfindungen, Beiträge zur Berufsgenossenschaft sowie ausstehende Urlaubsansprüche und Ansprüche aus Zeitguthaben.

8. VERBINDLICHKEITEN

Die Restlaufzeiten der Verbindlichkeiten betragen:

Art der Verbindlichkeit RLZ bis 1 Jahr RLZ von 1 bis 5 Jahre RLZ mehr als 5 Jahre Summe
TEUR TEUR TEUR TEUR
Kreditinstitute 32.021 44.320 17.025 93.366
(Vorjahr) (33.330) (34.392) (17.972) (85.694)
Erhaltene Anzahlungen 5.230 9 0 5.239
(Vorjahr) (2.732) (9) (0) (2.741)
Lieferungen und Leistungen 19.319 104 27 19.450
(Vorjahr) (23.037) (89) (18) (23.144)
Sonstige Verbindlichkeiten 15.371 0 0 15.371
(Vorjahr) (13.113) (0) (0) (13.113)
Summe 71.941 44.433 17.052 133.426
(Vorjahr) (72.212) (34.490) (17.990) (124.692)

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind in Höhe von TEUR 88.571 durch Sicherungsübereignungen von Maschinen, der Vorratsbestände und Globalzessionen der Forderungen sowie in Form einer Grundschuld, lastend auf den Betriebsimmobilien in Halsbrücke, Pforzheim und Alzenau, besichert.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten der Gesellschaft durch Gesellschafter zur Verfügung gestellte unbefristete Darlehen (TEUR 8.000).

9. PASSIVE LATENTE STEUERN

Passive latente Steuern sind aufgrund von Unterschiedsbeträgen zwischen handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen entstanden und resultieren hauptsächlich aus der abweichenden steuerlichen Bewertung von Finanzanlagen, den in Grundstücken und Bauten sowie im Vorratsvermögen enthaltenen und im Rahmen der Erstkonsolidierung der WIELAND Edelmetalle GmbH bzw. der Umicore Technical Materials AG & Co. KG sowie der Doduco Holding GmbH und ihrer Tochter- und Enkelgesellschaften aufgedeckten stillen Reserven. Der Berechnung der latenten Steuern wurden die unternehmensspezifischen Steuersätze in einer Bandbreite von 29,13 % bis 31,58 % zugrunde gelegt.

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

1. UMSATZERLÖSE

Die Umsatzerlöse setzen sich wie folgt zusammen:

TEUR
Feinmetall 1.069.083
Produktumsatz 207.581
Übrige 16.137
1.292.801

Die Umsatzerlöse erstrecken sich auf folgende Regionen:

TEUR
Deutschland 365.425
Europäisches Ausland 279.424
Drittland 647.952
1.292.801

2. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 363. Darüber hinaus sind Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 4.301 enthalten. Davon resultieren TEUR 3.582 aus der Auflösung der Rückstellung für Gebäudesanierung.

Die Erträge aus Währungsgewinnen belaufen sich auf TEUR 2.309 (Vorjahr: TEUR 1.084).

3. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen im Wesentlichen Instandhaltungsaufwendungen (TEUR 7.981), Verwaltungskosten (TEUR 7.405), Fremdleistungen (TEUR 6.078), Mieten und Pachten (TEUR 5.403), Vertriebskosten (TEUR 4.112), Versicherungen (TEUR 2.872), Rechts- und Beratungskosten (TEUR 2.222) sowie EDV-Kosten (TEUR 2.110). Das in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthaltene Gesamthonorar für den Abschlussprüfer betrug TEUR 381, davon für die Abschlussprüfungsleistungen TEUR 374 (davon für Vorjahr: TEUR 24) und für andere Bestätigungsleistungen TEUR 7.

Die Aufwendungen aus Währungsverlusten belaufen sich auf TEUR 1.799 (Vorjahr: TEUR 146).

4. FINANZERGEBNIS

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten Zinsen aus Gesellschafterdarlehen in Höhe von TEUR 75 (Vorjahr: TEUR 0) sowie Aufwendungen aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 400 (Vorjahr: TEUR 650).

Die sonstigen Zinsen und ähnliche Erträge enthalten Zinsen aus der Abzinsung von Rückstellungen in Höhe von TEUR 5 (Vorjahr: TEUR 76).

5. STEUERN VOM EINKOMMEN UND VOM ERTRAG

Unter dem Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sind im Wesentlichen die Körperschaftsteuer, der Solidaritätszuschlag und die Gewerbesteuer für das laufende Jahr (TEUR 11.324) sowie die Effekte aus der Anpassung und Bildung aktiver und passiver latenter Steuern (Aufwand von TEUR 1.173) ausgewiesen.

6. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

Der Finanzmittelfonds umfasst die in der Bilanz unter Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten ausgewiesenen liquiden Mittel.

Die Kapitalflussrechnung des Konzerns ist in einer separaten Anlage (Anlage 1.3) dargestellt.

F. SONSTIGE ANGABEN

1. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Im Rahmen der vorhandenen Linien über Metallleihen bestehen zum Abschlussstichtag Verpflichtungen gegenüber den Banken in Höhe von umgerechnet TEUR 241.092. Weiterhin hat der Konzern Verpflichtungen aus Bestellobligo in Höhe von TEUR 36.231, aus Miet- und Leasingverträgen in Höhe von TEUR 5.661 sowie finanzielle Verpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen in Höhe von TEUR 5.432. Bei der Berechnung der Mietverpflichtungen wurde das Ende der Vertragslaufzeit zugrunde gelegt. Es besteht ein Andienungsrecht aus dem Immobilien-Sale-and-lease-back-Vertrag vom 30. August 2006 zugunsten der Antonia Grundstücksverwaltungs-GmbH & Co. Vermietungs-KG, Pullach i. Isartal. Insgesamt bestehen sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 289.408.

Darüber hinaus bestanden zum Abschlussstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in geschäftsüblichem Umfang.

2. ARBEITNEHMER

Während des Geschäftsjahres 2022 waren durchschnittlich 1.177 gewerbliche Arbeitnehmer und 435 Angestellte beschäftigt.

3. GESCHÄFTSFÜHRUNG

Außer der Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr 2022 keine weiteren Organe bestellt.

Geschäftsführer während des Geschäftsjahres waren Herr Stefan Wolff (Dipl.-Ingenieur-Ökonom), Dresden, und Herr Dr. Hans-Christian Winkelmann (Dipl.-Kaufmann), Dresden.

Die Geschäftsführer sind alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Für den Ausweis der Geschäftsführungsvergütung macht die Gesellschaft von der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch:

4. VORGÄNGE VON BESONDERER BEDEUTUNG NACH ABSCHLUSSSTICHTAG

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Bilanzstichtag eingetreten sind und Auswirkungen auf den Jahresabschluss haben oder sich bestandsgefährdend auf die Lage des Unternehmens auswirken könnten, haben sich nicht ereignet.

 

Dresden, 25. Mai 2023

SAXONIA Holding GmbH

Stefan Wolff, Geschäftsführer

Dr. Hans-Christian Winkelmann, Geschäftsführer

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Anfangsstand 01.01.2022 Währungsdifferenzen Zugänge Umbuchungen Abgänge Endstand 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 20.920 -25 478 2 279 21.096
2. Geleistete Anzahlungen 24 0 65 0 0 89
20.944 -25 543 2 279 21.185
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 93.802 -128 233 409 225 94.091
2. Technische Anlagen und Maschinen 110.510 -133 2.523 1.545 1.784 112.661
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 32.568 -13 1.782 66 1.771 32.632
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 8.729 -7 26.879 -2.022 414 33.165
245.609 -281 31.417 -2 4.194 272.549
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 141 0 32 0 0 173
266.694 -306 31.992 0 4.473 293.907
Abschreibungen
Anfangsstand 01.01.2022 Währungsdifferenzen Abschreibungen im Geschäftsjahr Abgänge Endstand 31.12.2022
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 18.509 -7 665 275 18.892
2. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0 0
18.509 -7 665 275 18.892
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.422 -35 2.950 3 20.334
2. Technische Anlagen und Maschinen 86.042 -96 4.715 1.439 89.222
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 25.026 -9 2.073 1.647 25.443
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
128.490 -140 9.738 3.089 134.999
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 0 0 0 0 0
146.999 -147 10.403 3.364 153.891
Buchwert Buchwert
31.12.2022 31.12.2021
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltliche erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.204 2.411
2. Geleistete Anzahlungen 89 24
2.293 2.435
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 73.757 76.380
2. Technische Anlagen und Maschinen 23.439 24.468
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.189 7.542
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 33.165 8.729
137.550 117.119
III. Finanzanlagen
Sonstige Ausleihungen 173 141
140.016 119.695

KONZERNLAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

A. GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS

Zum 31. Dezember 2022 ist die SAXONIA Holding GmbH die Muttergesellschaft der folgenden Gesellschaften:

Name der Gesellschaft Sitz Land
SAXONIA Edelmetalle GmbH Halsbrücke Deutschland
WIELAND Edelmetalle GmbH Pforzheim Deutschland
SAXONIA Technical Materials GmbH Hanau Deutschland
SAXONIA Precious GmbH Hanau Deutschland

Darüber hinaus bestehen weitere Tochtergesellschaften der oben genannten Unternehmen:

Name der Gesellschaft Sitz Land Muttergesellschaft
Italbras S.p.A. Vicenza Italien SAXONIA Technical Materials GmbH
DODUCO España, S.L.U. Madrid Spanien SAXONIA Edelmetalle GmbH
Doduco Holding GmbH Pforzheim Deutschland SAXONIA Precious GmbH
Doduco Contacts and Refining GmbH Pforzheim Deutschland Doduco Holding GmbH
Doduco Solutions GmbH Pforzheim Deutschland Doduco Holding GmbH
DODUCO Technical Solutions GmbH Sinsheim Deutschland Doduco Solutions GmbH
DODUCO China Co., Ltd. Tianjin China Doduco Contacts and Refining GmbH
Doduco Romania S.R.L. (im Geschäftsjahr 2022 liquidiert) Sibiu Rumänien Doduco Contacts and Refining GmbH/ Doduco Holding GmbH

Die Tochtergesellschaft SAXONIA Edelmetalle GmbH blickt auf eine mehr als 400-jährige Tradition zurück und bietet als eine der ältesten Scheideanstalten Deutschlands den Kreislauf aus dem Recycling und der Verarbeitung von Edelmetallen. Dieses Kreislaufprinzip ist das Schlüsselprinzip nachhaltigen Wirtschaftens, welches die SAXONIA für die Edelmetalle Gold und Silber sowie die Platingruppenmetalle Platin, Palladium und Rhodium bietet.

Im Recycling werden mittels modernster pyro- und hydrometallurgischer Verfahren aus hochhaltigem, insbesondere aber auch niedrighaltigem Material und Abfällen aller Art Edelmetalle in sehr hoher Reinheit zurückgewonnen, damit nachhaltig nutzbar gemacht und erneut Produkten und deren Anwendungen zur Verfügung gestellt.

Die Verarbeitung umfasst die Herstellung von edelmetallhaltigen Chemikalien und Salzen, die Herstellung von Halbzeugen in Form von Blechen, Bändern, Folien, Streifen, Stangen und Drähten sowie Sput-tertargets aus Edelmetallen und deren Legierungen, die Herstellung von Platinsondergeräten und die Herstellung edelmetallhaltiger Kontakthalbzeuge, Kontaktteile sowie Präzisionsstanz- und -biegeteile. Diese finden ein breites Anwendungsfeld in den Märkten Elektronik und Elektrotechnik, Chemie und Pharmazie, Galvanik, Medizin, Automotive, Anlagen- und Maschinenbau, Glasfaser- und Glasindustrie sowie Münzen, Medaillen und Tischwaren.

Die Gesellschaft ist als international zertifizierte Scheideanstalt und Hersteller für Silberbarren in der "Good Delivery List" der London Bullion Market Association (LBMA) registriert und damit als eines von fünf deutschen Unternehmen ausgezeichnet und berechtigt, Good-Delivery-Silberbarren mit einer Reinheit von 99,99 % herzustellen. Weiterhin ist die Gesellschaft in die "Good Delivery List" des London Platinum & Palladium Market (LPPM) für Platin und Palladium aufgenommen worden und damit als eines von nur zwei deutschen Unternehmen berechtigt, Good-Delivery-Barren für Platin und Palladium herzustellen. Sie steht damit für die Einhaltung der außerordentlich anspruchsvollen Anforderungen, insbesondere an die Reinheit und Qualität der zurückgewonnenen Edelmetalle, sowie die finanzielle Stabilität und Zuverlässigkeit des Unternehmens.

Die SAXONIA Edelmetalle GmbH verantwortet zudem den Edelmetallhandel der Gruppe.

Die Geschäftsfelder der WIELAND Edelmetalle GmbH in Pforzheim erstrecken sich ebenfalls auf das Recycling von edelmetallhaltigen Abfallstoffen aller Art sowie die Herstellung von Chemikalien, Edelmetall- und Nichtedelmetalllegierungen. Neben verschiedenen industriellen Anwendungen deckt die WIELAND Edelmetalle GmbH zudem Anwendungen für die Schmuckherstellung, insbesondere mit Schmucklegierungen und Ringrohlingen, sowie für die Medizintechnik und die Galvanikbranche ab.

Die SAXONIA Technical Materials GmbH ist als führender Anbieter von Funktionswerkstoffen für technologisch anspruchsvolle Industrien in den relevanten Industrieregionen vertreten und bedient ihre Kunden weltweit.

Sie ist ein äußerst leistungsstarker Partner, wenn es um die Entwicklung und Fertigung leistungsfähiger Funktionswerkstoffe, kundenspezifischer Produkte und innovativer Dienstleistungen geht, die überwiegend auf den Eigenschaften von Silber, speziellen Nichteisenmetallen und deren Legierungen basieren. Die gelieferten Werkstofflösungen, Halbzeuge oder Bauteile stellen Schlüsselkomponenten für die Produktionsprozesse und die Funktion von Produkten der Kunden dar. Das Unternehmen ist als Weltmarktführer, zum Beispiel in der Löttechnik und bei elektrischen Kontaktmaterialien, gefragter globaler Partner für technisch anspruchsvolle und innovative Lösungen.

Als zuverlässiger Lieferant arbeitet die SAXONIA Technical Materials GmbH nach Best-Practice- Grundsätzen und ist erste Wahl in Bezug auf Innovation, Qualität und Service. Alleinstellungsmerkmal der Gesellschaft ist ein umfassendes Systemverständnis in Bezug auf Produkte, Prozesse und Anwendungen, wodurch das Unternehmen ein geschätzter Entwicklungspartner für ausgewählte Schlüsselkunden ist.

Das Geschäftsfeld gliedert sich in zwei Business Lines: Contact & Power Technology Materials und BrazeTec.

Die Business Line Contact & Power Technology Materials stellt Kontaktwerkstoffe für schalttechnische Anwendungen in der Energietechnik sowie Sicherungsmaterialien und Spezialprodukte für die Energieerzeugung her, ebenfalls unterstützt sie durch kompetente Beratung. Darüber hinaus ist das Unternehmen führender Hersteller hochwertiger Werkstoffe für Verbindungen in der Energietechnik. Die Produktpalette umfasst zudem Funktionswerkstoffe für die Beleuchtungs- und Elektronikindustrie sowie für die Bereiche Kraftfahrzeugtechnik und Energieerzeugung. Diese Business Line wird im Geschäftsjahr 2023 auf die SAXONIA Precious GmbH übertragen.

Die Business Line BrazeTec ist ein weltweit führender Hersteller und Anbieter von qualitativ hochwertigen Loten, Lotpasten und Flussmitteln. Das Angebot wird durch modernste Applikationsdienstleistungen sowie kompetente anwendungstechnische Beratung komplementiert.

Die SAXONIA Precious GmbH ist die Erwerbsgesellschaft für die Anteile an der Doduco-Gruppe. Im Geschäftsjahr 2023 wird die Business Line Contact & Power Technology Materials der SAXONIA Technicals Materials GmbH auf die SAXONIA Precious GmbH übertragen.

Die Italbras S.p.A. ist neben einer Produktionsstätte für Produkte der BrazeTec-Linie auch weiterhin im Wesentlichen eine Vertriebsgesellschaft für Produkte der SAXONIA-Gruppe und der Umicore in Italien.

Der Umsatz der Italbras S.p.A. lässt sich in drei verschiedene Geschäftsfelder einteilen: den Bereich Brazing, den Bereich Electroplating (Galvanisierung) und den Bereich der Ceramics und Applied Technologies.

Die DODUCO España, S.L.U. ist ein Unternehmen der ehemaligen Doduco-Gruppe. Schwerpunkt der Gesellschaft ist die Nietfertigung für den weltweiten Markt.

Die Doduco Holding GmbH ist die ehemalige Muttergesellschaft der Doduco-Gruppe. Ihre Aufgaben werden in Zukunft von der SAXONIA Holding GmbH übernommen.

Die Doduco Contacts and Refining GmbH ist analog der SAXONIA Technical Materials GmbH ein führendes Unternehmen im Bereich der technischen Werkstoffe. Die Fertigungstiefe der Doduco Contacts und Refining GmbH geht dabei mit der Stanztechnik und Profilfertigung deutlich weiter. Darüber hinaus entwickelt sich die Recycling-Sparte der Firma zum zentralen Aufarbeiter für Silber-Scheidgüter und Technischer Werkstoffe mit Silberinhalten. Aufgrund der verschieden Aufarbeitungsverfahren sind bei der Doduco Contacts and Refining GmbH auch die Aufarbeitung niedrighaltiger Edelmetallverbindungen möglich.

Die Doduco Solutions GmbH umfasst das großvolumige Kontakte- und Teile-Geschäft der Gruppe. Mit ihren Band- und Teilegalvaniken und der vorlaufenden Bandfertigung ist die Doduco Solutions GmbH in der Lage, technologisch anspruchsvolle Produkte und Entwicklungen zu etablieren, die insbesondere im Bereich der zunehmenden Elektrifizierung und Automatisierung ihre Märkte finden.

Die DODUCO Technical Solutions GmbH rundet mit der hochmodernen Komponentenfertigung kunststoffumspritzter Bauteile in Sinsheim die Verarbeitung technischer Werkstoffe innerhalb der SAXONIA- Gruppe ab. Sie wurde im Rahmen der Neuausrichtung aus der Doduco Solutions GmbH abgespalten und als eigenständige GmbH neu aufgestellt.

Die DODUCO China Co., Ltd. ist eine 100%ige Tochtergesellschaft der SAXONIA-Gruppe. Sie wurde 1999 in China als erster westlicher Hersteller fortschrittlicher elektrischer Kontaktmaterialien und -komponenten gegründet. Ziel der Gesellschaft ist es, die chinesischen Fabriken unserer Kunden in Deutschland direkt aus China zu beliefern.

Die DODUCO China Co., Ltd. widmet sich der Lösung und Herstellung von Hochleistungs-Elektrokontaktprodukten für High-End-Anwender in der Elektro- und Elektronikindustrie. Die vertikal integrierte Produktion reicht von Rohstoffen verschiedener Silberpulver über Ag-Legierungsmaterialien bis hin zu Kontaktkomponenten.

Die DODUCO China Co., Ltd. stellt verschiedene technische Materialien her und verarbeitet diese zu verschiedenen Produktgruppen wie Nieten und Stanzteile. Anwendungsfelder der Produkte sind Stromverteilungen, Industriesteuerungen und Konsumgüter.

Die Doduco Romania S.R.L. war ein Produktionsunternehmen für die Doduco Contacts and Refining GmbH. Das Unternehmen wurde 2022 liquidiert.

Sämtliche Unternehmen ergänzen sich sowohl hinsichtlich des Produktspektrums und deren Anwendungen als auch in den Recycling- und Produktionsprozessen, so dass sich die Stärken der Unternehmen zum Vorteil für Kunden und Markt sowie für die Unternehmensgruppe kombinieren lassen.

B. WIRTSCHAFTSBERICHT

1. RAHMENBEDINGUNGEN

Die Corona-Pandemie hat die Weltwirtschaft in den Jahren 2020 bis 2022 beeinflusst wie kein weiteres Ereignis seit dem zweiten Weltkrieg. Mit dem sich abzeichnenden Ende der Pandemie Anfang 2022 erfolgte mit dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine der nächste Schock für die Weltwirtschaft.

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dämpfte in allen Regionen das Wachstum und trieb insbesondere durch explodierende Energiepreise weltweit die Inflation.

Hinzu kommt ein Rückgang des Wachstums in China - bedingt durch die dortige Immobilienkrise und die strikte Corona-Eindämmungspolitik - was die weltweite Entwicklung zusätzlich verminderte.

Die hohen Energiepreise trafen insbesondere Deutschland, das in hohem Maß von russischer Energie abhängig war. Das deutsche Wachstum hat sich in der Folge stark verlangsamt, Deutschland wird mit lange nicht mehr gekannten Inflationsraten konfrontiert.

Zur Bekämpfung der Inflation erhöhte die EZB unerwartet schnell die Zinsen, was die Baukonjunktur zum Erliegen brachte, aber auch den Konsum der Bürger deutlich reduzierte. Trotz dieser vielen negativen Einflüsse zeigte sich die deutsche Wirtschaft aber erstaunlich stabil und krisensicher.

Die wesentlichen Unternehmen der Edelmetallbranche in Deutschland sind nach wie vor in einer stabilen guten Verfassung. Die Nachfrage nach Edelmetallprodukten für industrielle Anwendungen richtet sich vorrangig nach dem gesamtwirtschaftlichen Umfeld in Deutschland und Europa und mittelbar für exportintensive Branchen an den internationalen Gegebenheiten.

Für die wesentlichen industriellen Absatzmärkte für Edelmetallprodukte, die Elektronikindustrie, den Anlagenbau und der Chemischen Industrie als größten Abnehmer der Platingruppenmetalle war auch 2022 ein gutes Jahr. Aufgrund des massiven Anstiegs der Energiepreise boomten insbesondere Produkte im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien und Automatisierungen, um Energieeinsparungen zu erzielen. Damit konnten die Einbrüche aus der Automobilindustrie deutlich überkompensiert werden.

Aufgrund der weiterhin generell zunehmenden weltweiten Automatisierung und Elektrifizierung steigt der Absatz technischer Werkstoffe weiter, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in der Vergangenheit.

Der Schmuck- und der Dentalsektor stehen unabhängig aufgrund der hohen Edelmetallkosten weltweit unter Druck.

Neben dem Produktgeschäft hat das Recycling von Edelmetallen eine hohe Bedeutung für die SAXONIA-Gruppe, denn im Vergleich zur Primärgewinnung lässt sich mit Recycling ein Vielfaches der Bergbau-Ausbringung gewährleisten. Gemessen an den Edelmetallpreisen an den Börsen ist Recycling wirtschaftlich sinnvoll und schont zudem Umwelt und Ressourcen. Das Recyclingaufkommen war in Bezug auf Gold und Silber für das vergangene Jahr wiederholt stabil und orientiert sich ebenso vorrangig am industriellen Wirtschaftsverlauf. Aufgrund der angespannten Marktsituation für Palladium und auch Platin besteht ein zunehmender Bedarf zum Recycling dieser Metalle, die entsprechenden Kapazitäten dazu sind in Europa nach wie vor nahezu ausgelastet.

Die Edelmetallpreise haben bedingt einen Einfluss auf den wirtschaftlichen Verlauf der Branche. Dies gilt weniger für die industrielle Nachfrage, denn deren Produkte werden unabhängig von Preisentwicklungen benötigt. Jedoch hängt das Recyclingaufkommen teilweise davon ab, ob Edelmetallpreise marktseitig als interessant erachtet werden und sich dadurch die Intensität des Sammelverhaltens erhöht, was insbesondere im Alt-Schmuckbereich und bei Autoabgas-Katalysatoren zu erkennen ist.

Auch das Geschäftsjahr 2022 war bei den Edelmetallpreisen von sehr unterschiedlichen Entwicklungen geprägt. Besondere Aufmerksamkeit war auf die Lieferketten und physischen Verfügbarkeiten gerichtet.

Gold, welches unverändert durch Schmuck und insbesondere durch Investments dominiert wird und aufgrund seines Wertes in politisch und wirtschaftlich unsicheren Zeiten als "sicherer Hafen" gilt, konnte zudem von einem teilweise negativen Realzins profitieren und tendierte weiter aufwärts. Auch 2022 absorbierte die Investmentnachfrage und der Bedarf in der Schmuckindustrie den überwiegenden Teil des globalen Gold-Angebots.

Silber ist unverändert ein klassisches Industriemetall und damit vorrangig im Einsatz für die verarbeitende Industrie. Der weiter steigende Anteil der erneuerbaren Energien erzeugt eine deutliche Steigerung der Nachfrage nach Silber. Zudem war die Nachfrage der verarbeitenden Industrie auf einem weiterhin sehr hohen Niveau. Zusammen mit der Investmentnachfrage führte dies zu einem physischen Defizit. Die Risiken einer wirtschaftlichen Eintrübung im Jahr 2023 nehmen zu, was zu einer nachlassenden Nachfrage aus der Industrie führen könnte. Dem gegenüber steht eine weiter steigende Nachfrage aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Entscheidend für die physische Verfügbarkeit wird die Investmentnachfrage sein.

Die im Rahmen der Dieseldiskussion nachlassende Nachfrage hat zu fallenden Platin-Preisen geführt. Der Preisunterschied zum Palladium führt dazu, das im Bereich der Katalysatoren versucht wird, Palladium teilweise durch Platin zu ersetzen. Inwieweit dies durch die Annäherung der Preise Bestand haben wird, wird sich zeigen. Weiterhin kann Platin im Rahmen der Diskussion rund um die Brennstoffzelle eine wichtige Rolle bei der Energiewende einnehmen. Ein weiterer wichtiger Punkt in 2022 und auch in 2023 wird die Förderung und Aufkonzentration in Südafrika sein. Versorgungsschwierigkeiten an Strom, insbesondere im Winterhalbjahr, können zu deutlichen Angebotsrückgängen führen, was eine treibende Preiskomponente darstellen kann.

Die Einführung der höheren Abgasanforderungen insbesondere im wichtigen chinesischen Automobilmarkt hat zu einer deutlichen Nachfrage nach Palladium in den vergangenen Jahren geführt. Die E- Mobilität bestimmt die Nachrichten und die Produktionskapazitäten weiten sich deutlich aus. Die weiterhin hohe Nachfrage nach Verbrennungsmotoren, insbesondere im Nachgang der Besserung der Thematik der Lieferketten, hat im Jahr 2022 zu einer hohen Nachfrage nach Palladium geführt. Insbesondere die geopolitischen Risiken haben in Bezug auf die Lieferketten in diesem Umfeld zu deutlichen Preisschwankungen geführt. Diese Punkte finden in 2023 weniger Beachtung als in 2022, was sich negativ auf den Palladiumpreis auswirken könnte.

Rhodium war von hohen Preisschwankungen gezeichnet. Die Gründe dafür sind die gleichen wie beim Palladium. Ein Ende der hohen Nachfrage war bereits im Geschäftsjahr 2022 zu verzeichnen. Rhodium wird auch in den nächsten Jahren für Abgaskatalysatoren benötigt. Zudem ist eine steigende Nachfrage aus dem Bereich der Oberflächenbeschichtung zu verzeichnen. Dies wird in den nächsten Jahren den nachlassenden Bedarf aber nicht ausgleichen können.

2. GESCHÄFTSVERLAUF

Die SAXONIA Holding GmbH ist die Verwaltungsgesellschaft für die SAXONIA-Gruppe. Der geschäftsverlauf der Gruppe ist wesentlich von den Tochtergesellschaften abhängig:

SAXONIA Edelmetalle GmbH

Die SAXONIA Edelmetalle GmbH betreibt neben dem Edelmetallrecycling auch ein sehr breit aufgestelltes Produktgeschäft.

Im Edelmetall-Recycling ist das Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt - marktbedingt waren und sind die Kapazitäten weiterhin gut ausgelastet. Insbesondere bei mehrstoffhaltigem Recyclingmaterialien, wie hochhaltigem Gold- und Silber-Scheidgut, Mehrfachgekrätzen, Aschen und Autoabgaskatalysatoren, bestand und besteht aufgrund des hohen Preisniveaus der Platingruppenmetalle eine sehr starke Nachfrage im Scheidegeschäft.

Die SAXONIA Edelmetalle GmbH ist hierbei eines der wenigen Unternehmen in Deutschland, das Recyclingstoffe auch mit geringen Gehalten an Platingruppenmetallen, wie z. B. Autokatalysatoren, aufarbeiten kann. Entsprechend sind die Kapazitäten der SAXONIA Edelmetalle GmbH hinsichtlich der Platingruppenmetalle nahezu vollständig ausgelastet. Hochhaltiges Scheidgut wie Altschmuck ist trotz gestiegener Preise mit dem weiterhin bestehenden Preis- und Konditionskampf der Marktteilnehmer stabil auf auskömmlichem Niveau geblieben. Insgesamt lagen die Aufarbeitungsmengen im Geschäftsjahr und damit das operative Ergebnis aus dem Recycling auf dem Niveau des Vorjahres. Die verstärkte physische Nachfrage und die höheren Metallpreise, insbesondere bei Palladium und Rhodium, führten zu deutlich verbesserten Metallmargen im Unternehmen.

Die erhöhten Preise, insbesondere für Energie und Chemikalien, haben zu deutlichen Kostensteigerungen geführt, die aufgrund der hohen Nachfrage und Auslastung weitergegeben werden konnten.

Der Markt für edelmetallhaltige Chemikalien und Salze entwickelte sich positiv. Insbesondere der Absatz von Silbersalzen wurde im Jahr 2022 ausschließlich durch die Produktionskapazität und die Silberversorgung bestimmt.

Im Produktgeschäft hat die SAXONIA Edelmetalle GmbH neben der Halbzeugfertigung den Spezialbereich Platingerätebau und eine kleine spezialisierte Kontaktfertigung im Portfolio.

Die Nachfrage im Markt für technische Halbzeuge und Kontaktwerkstoffe für unsere überwiegend industriellen Anwender, hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Der Absatz verläuft grundsätzlich vergleichbar zur wirtschaftlichen Lage der breit aufgestellten Kundenstruktur und ist damit wenig anfällig für Schwankungen einzelner Branchen.

Aufgrund der Vielzahl von Abmessungen in Form von Blechen, Bändern, Folien und Streifen sowie Drähten und Stangen und den speziellen technischen Anforderungen der jeweiligen Kunden besteht zudem eine starke Kundenbindung für die einzelnen Produkte. Ein Verdrängungswettbewerb ist derzeit nicht festzustellen. Die SAXONIA Edelmetalle GmbH hat sich in den vergangenen Jahren im Marktsegment der Targets für die Beschichtungsindustrie als einer der führenden Hersteller etabliert und neue Kunden gewonnen. Die Glashersteller hatten aufgrund der deutlich gestiegenen Energiepreise mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen und haben entsprechend weniger abgenommen.

Absatzmengen und somit auch das Ergebnis des Produktfeldes Halbzeug konnten gegenüber dem Vorjahr aber trotzdem gesteigert werden. Die überdurchschnittliche Nachfrage in den Bereichen Energieversorgung (Erneuerbare Energien) und Verteilung, Elektromobilität und Halbleiter, aber auch im Investmentbereich (Münzbänder) haben Umsatzverluste an anderer Stelle mehr als kompensiert.

Aufgrund der guten Nachfrage war es möglich, flächendeckend die Kostensteigerung der Produktion in Form von Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. Mit zunehmend besserer Vormaterialversorgung und nachlassender Nachfrage wird dieses für die Zukunft deutlich schwieriger umzusetzen sein.

Eine vergleichbare Entwicklung gab es beim Absatz der Kontaktteile, Kontakthalbzeuge sowie Präzisionsstanz- und -biegeteile, deren Einsatzgebiete ebenfalls breit gestreut sind. Diese werden nahezu ausschließlich nach Kundenspezifikationen gefertigt. Auslaufende Serienprodukte aufgrund technischen Fortschrittes sind durch neue Teile zu ersetzen, bei denen sich das Unternehmen regelmäßig bewähren muss und kann. Der Rückgang der Absatzmengen bestehender Serien konnte durch die Serieneinführung neuer Teile sowie den Ausbau des Neukundengeschäfts kompensiert werden.

In 2021 erfolgte die Verlagerung und Integration der CNC- und Lötfertigung aus dem mittlerweile geschlossenen DODUCO-Werk Sibiu. Dafür wurde im Februar in Freiberg ein neuer Fertigungsstandort der ehemaligen SolarWorld erworben, für die Fertigung vorbereitet und im Juli 2021 in Betrieb genommen. Nach Abschluss der erfolgreichen Anmusterungen mit den neuen Kunden wurde gegen Ende 2021 der volle Fertigungsbetrieb aufgenommen. Im November 2021 erfolgte auch die Verlagerung der Kontaktfertigung von Halsbrücke nach Freiberg, um alle Kontaktfertigungsaktivitäten am neuen Standort in Freiberg zusammenzuführen. Im Jahre 2022 erfolgte der Hochlauf der Fertigung und es wurde ab dem 2. Quartal die volle Leistungsfähigkeit des Bereiches erreicht. Mit der Übernahme dieses Fertigungsbereiches eröffnen sich neue Wachstumschancen in diesem Segment. Zur Nutzung der Marktchancen und bei gegebenen Platzverhältnissen wurde die Investition in eine neue Fertigungsstraße angeschoben, welche zum Ende des Jahres 2023 in Betrieb gehen soll. Damit verdoppelt sich nahezu die Kapazität des Bereiches geschweißter Kontaktteile.

Edelmetallhalbzeuge bilden auch die Basis für die Herstellung einer Vielzahl von Platingeräten, insbesondere für die Glasindustrie. Dieser spezielle Markt ist ein globaler Markt, den die Gruppe weltweit beliefert. Aufgrund der speziellen Anwendungen und des längeren Gebrauchs sind diese Produkte weniger von kurzfristigen Konjunktureinflüssen abhängig. Für diesen Geschäftsbereich ist bezeichnend, dass neben einem gewissen Grundgeschäft mit regelmäßigen Abnahmen auch Einzelprojekte für Erstausstattungen sowie Reinvestitionsbedarfe vorliegen, die nach mehrjährigen Zyklen anfallen. Im Jahr 2022 konnten einige größere Projekte abgewickelt werden. Neben Rhodiumpreis-bedingten Werkstoffsubstitutionen wirkte ein deutlich belebtes Neu- und Ersatzgeschäft als Treiber für Absatz und Umsatz.

Für die kommenden Jahre ist aber mit erheblichen Schwierigkeiten für den europäischen Markt zu rechnen. Neben den gestiegenen Energiekosten, welche einen wesentlichen Kostenfaktor der Glasfasererzeugung ausmacht, ist auch bereits eine zunehmende Konkurrenz chinesischer Hersteller zu beobachten. In China herrscht auch bedingt durch die abflachende Baukonjunktur eine deutliche Überkapazität, welche bei wieder niedrigeren Frachtraten im europäischen Markt abgesetzt wird. Wachstumspotentiale bestehen deshalb vorwiegend im nichteuropäischen Ausland.

WIELAND Edelmetalle GmbH

Auch im Geschäftsjahr 2022 konnte die WIELAND Edelmetalle GmbH die Umsatzerlöse wie in den Vorjahren wieder signifikant steigern und den eingeschlagenen Wachstumspfad fortsetzen. Die konsequente Fokussierung auf industrielle Bedarfe in verschiedenen, voneinander unabhängigen Märkten, sorgten auch im Berichtsjahr 2022 für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Unternehmens.

Bei NEM-Loten konnte das bereits hohe Umsatz-Niveau des Vorjahres wieder übertroffen werden. Zuwächse gab es erneut im Auslandsgeschäft mit China, aber auch im Inland durch eine erhöhte Nachfrage von bestehenden Kunden.

Das Halbzeuggeschäft der WIELAND Edelmetalle GmbH mit edelmetallhaltigen Werkstoffen konnte sich im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahresniveau, trotz Gegenwind durch einen weiterhin hohen Wettbewerbs- und Preisdruck in einem stellenweise widrigen konjunkturellen Umfeld, behaupten.

Edelmetallhaltige Werkstoffe, Legierungen und Galvanobäder für Anwendungen in der Medizintechnik stellen ein zunehmend wichtigeres Standbein für den Unternehmenserfolg dar. Klassische Zahngolde für die Herstellung von Zahnersatz entwickelten sich auch im Jahr 2022 weiter rückläufig. Diese Rückgänge werden aber durch eine gleichzeitig deutlich positive Entwicklung bei den NEM-Fräsblanks überkompensiert.

Die von der WIELAND Edelmetalle GmbH aus einer CoCr-Superlegierung hergestellten NEM-Fräsblanks haben sich endgültig im Dentalmarkt etabliert und sind zu einem Quasi-Standard als Basismaterial für die Herstellung von preiswertem Zahnersatz geworden. Es handelt sich dabei um einen bewährten Werkstoff, für die sich immer stärker im Markt durchsetzende automatisierte CAD/CAM- basierte Fertigungstechnik. Im Berichtsjahr konnten der Absatz und der Umsatz dieser Produktgruppe noch einmal deutlich gesteigert und die Produktionskapazitäten das ganze Jahr über voll ausgelastet werden. Um der steigenden Nachfrage aus dem Markt gerecht werden zu können, soll die Produktionskapazität möglichst kurzfristig um weitere 30 % gesteigert werden.

Der europäische Schmuckmarkt stand auch 2022 unverändert unter einem starken internationalen Wettbewerbsdruck - insbesondere aus dem asiatischen Raum. Der Absatz an Halbzeug für die Schmuckherstellung konnte sich gegenüber den Vorjahren zwar behaupten, es fehlten aber Wachstumsimpulse.

Der Bereich Edelmetallpräparate musste nach einer Sonderkonjunktur eines großen Kunden im Vorjahr 2022 einen leichten Umsatz-Rückgang hinnehmen. Die grundsätzliche Strategie einer starken Bindung zu marktführenden Kunden im Bereich der chemischen Industrie mit ihren industriellen Bedarfen erweist sich jedoch nach wie vor als richtig. Diese Bedarfe sind weniger saisonalen und kurzfristigen konjunkturellen Einflüssen ausgesetzt und damit aus Unternehmensperspektive nachhaltiger. Zudem ist dort der Wettbewerbsdruck aufgrund der Spezialisierung teilweise geringer.

Der Recyclingbereich der WIELAND Edelmetalle GmbH verzeichnete auch im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr ein weiteres Wachstum. Neben dem Fokus auf komplexe und damit margenträchtigere, platingruppenmetallhaltige Scheidgüter, spielte dabei auch die engere Verzahnung mit den Schwestergesellschaften innerhalb der SAXONIA-Gruppe für eine möglichst effiziente Auslastung der Anlagen und des Personalstamms eine positive Rolle.

Durch die verschiedenen - zu einem großen Teil auch voneinander unabhängigen - Zielmärkte, die von der WIELAND Edelmetalle adressiert werden, kann eine relativ große Unabhängigkeit von konjunkturellen Einzel-Einflüssen und damit eine stabile Entwicklung des Unternehmens, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, erreicht werden.

Von den immensen Preissteigerungen - insbesondere für Energie und Rohstoffe - durch die negativen Einflüsse des Ukraine-Krieges konnte man sich aber nicht abkoppeln. Während des Jahres konnte dann allerdings ein großer Teil der Kostensteigerungen auf die Produkte umgeschlagen und so an die Kunden weitergegeben werden.

Speziell bei der Beschaffung von Spezialchemikalien und technischen Gasen gab es zusätzlich zu den immensen Preiserhöhungen aber auch Lieferengpässe und komplette Produktabkündigungen. Durch umsichtiges und vorausschauendes Handeln konnten Produktionsstillstände aufgrund dieser Umstände aber vermieden werden.

SAXONIA Technical Materials GmbH

Das Geschäftsjahr 2022 war trotz der Einflüsse von außen (Krieg in der Ukraine, Corona und Lieferkettenprobleme) ein sehr erfolgreiches für die SAXONIA Technical Materials. Der Formkostenumsatz lag 7 % über dem Budget, jedoch 1 % unter dem Rekordjahr von 2021. Alle Produktlinien hatten mit hohen Kostensteigerungen zu kämpfen. Insbesondere die Energiekosten haben stark auf das Ergebnis gedrückt. Weitere starke Kostensteigerungen kamen durch Löhne und hohen Transportkosten. Ein weiteres zentrales Thema war die Anpassung der Verkaufspreise gemäß den steigenden Herstellkosten.

Die Produktlinie Contact Materials lag mit 5 % über Budget. Insbesondere bei den Key-Accounts konnte das Budget übertroffen werden. Das Jahr startete für die Produktlinie Contact Materials sehr stark und flaute zum Ende des Jahres ab. Schon seit August war eine Marktabkühlung zu spüren. Es machte den Eindruck, dass die Kunden ihre Läger gefüllt hatten und diese zum Ende des Jahres abbauten. Bei Kunden, die in die Automobilindustrie liefern, konnte der Effekt besonders festgestellt werden.

Bis auf das Absorbergeschäft, welches von Wartungszyklen der Kernkraftwerke abhängig ist, haben alle Produkte das Budget erreicht bzw. überschritten.

Die Produklinie BrazeTec konnte das Budget für das Geschäftsjahr 2022 markant um 15 % übertreffen. Hierbei konnten über alle Produktbereiche ein Umsatzplus erreicht werden. Jedoch sind insbesondere hohe Bedarfe an AgHL-Loten hervorzuheben, die sich vor allem aus Umsätzen aus dem Bereich der Werkzeugindustrie zusammensetzten. Die Werkzeugindustrie im Allgemeinen zeigte hohe Bedarfe, was sich auch in entsprechenden Bedarfen an korrespondierenden Flussmitteln niederschlug. Weiterhin im Aufschwung befand sich die Elektroindustrie, was sich wiederum in Bedarfen an Kupferbasisloten niederschlug. Europa ist nach wie vor der Kernmarkt der BrazeTec. Hier ist der Umsatz mit Russland jedoch völlig zum Erliegen gekommen. Im Jahr 2022 wurde die Schließung der BrazeTec-Filiale in Schweden vorbereitet, die zum 31. Dezember 2022 wirksam wird. Der Umsatz in den USA konnte im Speziellen positiv weiterentwickelt werden.

Die Produktgruppe Power Technology Materials schloss das Jahr 2022 mit 0,5 % über dem gesetzten Budget 2022 ab. Der Bedarf an Dispensermaterialien für Lampenanwendungen ist während der Corona-Phase nach einem sehr starken Jahr 2021 eingebrochen, was zu einer Neubewertung des Produktportfolios innerhalb dieser Gruppe führte. Kompensiert wurde der geringere Umsatz durch die Produktgruppe Vakuumhartlote. Von zentraler Bedeutung ist der deutsche bzw. europäische Markt, der sich positiv entwickelte. Das starke Ergebnis in Asien konnte im Jahr 2022 nicht wiederholt werden, wurde aber durch das Wachstum in Europa ausgeglichen.

Für die beiden Produktlinien BrazeTec und auch Power Technology Materials war ein zentrales Thema, die Produktionsverlagerung nach Alzenau im Jahr 2023 voranzutreiben und auch mit den Kunden entsprechende Qualifikations-Szenarien und Bedarfsplanungen/Vorproduktionen auszuarbeiten.

Für 2023 erwarten wir keine gravierenden Änderungen zu 2022. Die Konjunktur läuft im ersten Quartal immer noch auf einem guten Niveau. Insbesondere das Absorbergeschäft erfährt einen starken Aufschwung. Weiterhin wird das Geschäft auch im Jahr 2023 von äußeren Einflüssen beeinflusst werden.

Italbras S.p.A.

Das Geschäftsjahr 2022 war allgemein von hohen Rohstoff- und Energiekosten geprägt, die sich erheblich auf die Produktionsfixkosten und damit auf die Gewährleistung der gleichen Deckungsbeiträge wie in der Vergangenheit ausgewirkt haben. Darüber hinaus gestaltete sich die Auswahl neuer Mitarbeiter angesichts des Arbeitskräftemangels auf dem Arbeitsmarkt als besonders komplex.

Der Gesamtumsatz inklusive der Edelmetallkomponente verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 11 %. Dieser Gesamtrückgang wurde durch die Kombination der folgenden Faktoren verursacht:

Rückgang des Umsatzes von Edelmetallen, die in den verkauften Produkten enthalten sind: -21 %

Steigerung des Umsatzes aus der Fertigung: +14 %.

Der Rückgang des Umsatzes der in den Produkten enthaltenen Edelmetalle ist hauptsächlich auf die geringeren auf dem Inlandsmarkt verkauften Mengen und in geringerem Maße auf den im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Durchschnittswert von Silber zurückzuführen.

Der deutliche Anstieg des Fertigungsumsatzes ist auf die höheren produzierten und verkauften Mengen für die Muttergesellschaft SAXONIA Technical Materials GmbH, zurückzuführen, die im Hinblick auf eine strategische Neuausrichtung der SAXONIA-Gruppe die Produktion von Hartloten mit hohem Silberanteil vollständig nach Italbras dezentralisiert hat.

Bezogen auf die Leistung der einzelnen Bereiche machte der Bereich Brazetec, das Kerngeschäft des Unternehmens, 88 % des Gesamtumsatzes aus.

Auf den Inlandsmarkt entfielen ungefähr 71 % des Umsatzes der Sparte, etwas weniger als im Vorjahr (73 %); der Auslandsumsatz (29 %) ist sowohl aufgrund der bereits erwähnten Umsatzsteigerung mit der Muttergesellschaft als auch aufgrund der Auslagerung von Produktionen einiger wichtiger italienischer Kunden in EU-Gebiete (z. B. Slowakei, Rumänien) leicht gestiegen. Die Hauptkunden sind Hersteller von Klimaanlagen, Kühlschränken, elektrischen Systemen, Werkzeugen und in geringerem Umfang Hersteller von Brillengestellen, Sanitärsystemen und Unternehmen in der Automotive-Zulieferkette. Die bediente Kundschaft ist sehr breit gefächert und reicht von Niederlassungen großer multinationaler Unternehmen und Verkäufer bis zu kleinen Familienunternehmen, für die die Größe der Bestellungen von großen Mengen (Tonnen) bis zu einigen Kilogramm variieren kann. Das verkaufte Produkt ist ein Commodity und unterliegt daher einem erheblichen Wettbewerbsdruck; entscheidende Erfolgsfaktoren sind neben der Produktqualität die hohe Warenverfügbarkeit im Lager und die schnelle Lieferleistung.

10 % des Gesamtumsatzes entfielen auf den Bereich Galvanotechnik, wobei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr (-27 %) aufgrund des Mengen- und Preisrückgangs bei Edelmetallen (vor allem Rhodium), konnte nicht durch den Anstieg der Verkaufsmengen von Produkten ohne Edelmetall kompensiert werden. Die Hauptkunden konzentrieren sich auf Mittel-Norditalien (hauptsächlich Marken, Toskana und Lombardei), wo sich die wichtigsten Unterlieferanten der Luxusketten befinden (Prada, Louis Vouitton, Gucci usw.) und in Venetien, wo es ein wichtiges Luxusviertel in der Gegend von Vicenza gibt, dem Sitz der Italbras. Auch in diesem Geschäftsbereich reicht das Kundenspektrum von Niederlassungen internationaler Konzerne über Verkäufer bis zu kleinen Familienunternehmen.

Auf diesem Markt hat die Italbras keine marktbeherrschende Stellung und trifft auf besonders aggressive Wettbewerber, sowohl was den Preis als auch die Vielfalt der Lösungen betrifft, die sie dem Endverbraucher anbieten können. Um den Marktanteil zu halten, ist es daher sehr wichtig, durch einen schnellen und qualifizierten technischen Support für den Kunden zu agieren, der den aktuellen Preisunterschied, der derzeit zum Wettbewerb besteht, rechtfertigt.

2 % des Gesamtumsatzes entfielen auf den Bereich Ceramics and Applied Technologies: es werden die Produkte des Geschäftsbereiches Fineceramics des japanischen Herstellers Kyocera verkauft für ein breites Anwendungsspektrum vom Medizin- bis zum Automotive-Sektor (Keramikkomponenten von Motoren), aus dem Lebensmittel- und Pharmabereich (Dosiereinheiten und elektrische Durchführungen) bis hin zur Luft- und Raumfahrtindustrie.

90 % des Umsatzes dieses Bereiches werden mit Produkten nach Kundenzeichnung erwirtschaftet. Nach der Entwicklung des Prototyps mit Unterstützung von Kyocera-Technikern wird dieser im industriellen Maßstab nachgebaut. Im Jahr 2022 wurde dank des Beitrages der Großkunden, die eine starke Expansion in internationale Märkte erlebt haben, eine Umsatzsteigerung von 30 % verzeichnet.

Doduco Contacts and Refining GmbH

Der Produktumsatz im Geschäftsjahr 2022 hat sich ausgesprochen erfreulich entwickelt und alle Produktgruppen können auf ein signifikantes Wachstum gegenüber dem Vorjahr zurückblicken. Die strategische Neudefinition von Stanzteilen mit aufgeschweißten Kontaktwerkstoffen, jetzt als integraler Bestandteil des Produktportfolios der Doduco Contacts and Refining GmbH, hat die Gesellschaft nachhaltig gestärkt.

Die Fertigung von silberhaltigen Kontaktwerkstoffen der Doduco Contacts and Refining GmbH baut auf drei Produktgruppen auf: Profile, Kontaktauflagen und Stanzteile. Die sogenannten Miniprofile basieren meist auf einem mehrschichtigen Materialverbund, der den silberhaltigem Kontaktwerkstoff als Funktionselement beinhaltet und in diversen Schaltern und Relais Anwendung findet. Hier haben sich die Umsätze verschiedener Kunden aufgrund der hohen Marktnachfrage im Segment Weiße Ware gut entwickelt.

Kontaktauflagen, speziell aus Silber-Wolfram und Kupfer-Wolfram, profitierten von der hohen Nachfrage im Bereich Industrieautomatisierung und sind im zweistelligen Prozentbereich gewachsen. Stanzteile, z. B. für Leitungsschutzschalter oder Fehlerstromschutzschalter, haben sich nochmals positiver und dynamischer entwickelt. Die langen Lieferzeiten von Buntmetallen haben unsere OEM-Kunden ermutigt, sich großzügig mit Kontaktstanzteilen einzudecken und über die Verfügbarkeit von Schaltgeräten Marktanteile zu akquirieren. Die beiden guten vorherigen Geschäftsjahre wurden nochmals deutlich übertroffen und die sich ergebenden Wachstumschancen aus der boomenden Elektrifizierung erfolgreich umgesetzt.

Die Doduco Contacts and Refining GmbH recycelt Silber aus niederhaltigen Materialien und raffiniert hochhaltiges Silber zur industriellen Reinheit. Das zurückgewonnene Silber schont natürliche Ressourcen und wird der Industrie in Produktform, bevorzugt als Silberpulver oder Silbersalz, zugeführt.

Aufgrund von Verschiebungen in der Verfügbarkeit von silberhaltigen Abfällen konnten die externen Mengen und damit verbunden Umsätze in Summe nicht an das Vorjahr anknüpfen. Verlief die Entwicklung diverser Schlüsselkunden noch positiv, wurden nicht alle Marktgegebenheiten kompensiert. Die im einstelligen Prozentbereich rückläufigen externen Umsätze wurden über Mengen aus dem Unternehmensverbund ausgeglichen und haben Refining zu Wachstum verholfen.

Über die Optimierung von Prozessen konnte das Produktgeschäft mit Silberpulvern erfolgreich ausgebaut werden und Kunden profitieren von den angebotenen hochreinen Qualitäten. Die konsequente Fokussierung auf die Herstellung und koordinierte Vermarktung von Silbersalzen haben ebenfalls einen Beitrag zum Wachstum geleistet.

Die positive Geschäftsentwicklung bei der Doduco Contacts and Refining GmbH basierte im Berichtsjahr 2022 zunehmend auf Produkten mit größerer Wertschöpfung und der Bereitstellung von Silber für die weitere Veredelung innerhalb der Unternehmensgruppe.

Doduco Solutions GmbH

Im Geschäftsjahr 2022 setzte sich die im Jahr 2021 stark gestiegene Nachfrage in allen Geschäftsbereichen fort. Die gestörten Lieferketten der letzten zwei Jahre hatten zu einer Unterversorgung am Markt geführt und damit zu nachhaltig hohen Bedarfen in der Automobilbranche sowie des Maschinenbaus im gesamten Jahr 2022 geführt. Die Versorgung an Kupferbändern als Basis-Rohstoff für Stanzteile sowie plattierten Bändern entspannte sich durch stark gefallene Lieferzeiten.

Bei den Produkten der Stanztechnik sind alle Artikel werkzeuggebunden. Komplexe Folgeverbund-Werkzeuge werden kundenspezifisch angefertigt. Die Kundenbedarfe müssen größtenteils als alleiniger Lieferant abgebildet werden. Hier blieb die verfügbare Kapazität von Fachkräften weiter angespannt. Durch Mehrarbeit in der Stanztechnik sowie im Bereich der Galvanik-Beschichtungen konnte das Seriengeschäft bedient und das Geschäftsjahr mit gutem Umsatz abgeschlossen werden.

Der Serienhochlauf in Neuprojekten konnte durch Prozessverbesserungen und Investitionen in Anlagentechnik abgesichert werden. Hierzu zählten Präzisionsstanzteile für Stecker in der E-Mobilität sowie Aluminium-plattierte Bänder zur Herstellung von Metall-Kunststoff-Verbindungen in der Leistungselektronik. In der neuesten Generation von Elektrofahrzeugen können die hohen Stromdichten in der Leistungselektronik oft nur noch über Wasserkreisläufe gekühlt werden. Hierbei konnte sich die Doduco Solutions GmbH durch korrosionsbeständige Beschichtung von Kühlkörpern am Markt etablieren und neue Produkte in Serie überführen.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird durch die Elektrifizierung mit einer Fortsetzung der hohen Kundenbedarfe gerechnet. Die stark angezogenen Energie- sowie Rohstoffpreise konnten durch Einsparungen und Preisweitergaben größtenteils kompensiert werden. Für 2023 sind weitere Investitionen in die Anlagentechnik geplant, um weitere Produktivitätssteigerungen umzusetzen.

DODUCO Technical Solutions GmbH

Die DODUCO Technical Solutions GmbH produziert für die Industrie kundenspezifische kunststoffumspritzte Teile und Komponenten. Vor dem Hintergrund der Elektromobilität steigt die Nachfrage an neuen Produkten im Bereich Leistungselektronik und elektronischen Bauteilen. Mehrbedarfe sowie kurzfristige Kundenprojekte führten zu einem guten Umsatz im Geschäftsjahr 2022, der an das Vorjahr anknüpfte. Um das Produktportfolio zu erneuern, konnten durch die Expertise sowie Marktarbeit der letzten Jahre mehrere große Kundenprojekte mit Serienstart 2023/2024 hinzugewonnen werden. Die Herausforderung liegt in der termingerechten Umsetzung der hiermit verbundenen Investitionen.

Für das Geschäftsjahr 2023 wird über Projektanlauf ein leicht steigender Umsatz erwartet. Der Schwerpunkt der Organisation wird auf der Umsetzung der neu projektierten Fertigungsautomaten sowie Werkzeugsätze im Bereich Stanzen und Spritzguss mit dem Ziel der erfolgreichen Kundenqualifizierung liegen.

DODUCO Espana, S.L.U.

Das Jahr 2022 zeigte einen noch nie erreichten Rekordumsatz bei der DODUCO España, S.L.U. Dafür mussten die internen Fertigungskapazitäten ausgebaut werden. Dies bestand hauptsächlich in der Suche und Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter, da die maschinelle Kapazität gegeben war. Die Umstellung der Vormaterialversorgung auf die SAXONIA Technical Materials GmbH stellte eine Herausforderung bei der verlässlichen Belieferung der Kunden dar. Zudem bestand erheblicher Kommunikationsbedarf im Rahmen der Umstellung. Viele Kundengespräche zu den Edelmetall-Materialien, Herstellungsprozessen, Eigenschaften, Qualifikationen und Validierungen waren erforderlich und wurden 2022 erfolgreich abgeschlossen. Die Werkstoffe sind in der Bearbeitung leicht unterschiedlich, so dass sich auch zusätzliche Anforderungen an die verwendeten Werkzeuge und Werkzeugmaterialien ergeben haben.

Im Bereich Automotive war die Auftragslage unverändert von den Problemen des Vorjahres geprägt: Versorgung mit Bauteilen (Chips) sowie Logistik und Rohstoffknappheit halten die Nachfrage niedrig, aber stabil. Das niedrige Niveau in der Automobilindustrie hat es uns jedoch ermöglicht, große Nachfragespitzen bei Industrieprodukten zu bedienen. Diese Kunden agierten fast das ganze Jahr 2022 als "Automobil-Like-Customer" mit extrem kurzfristigen Nachfragesteigerungen.

Niedrige Lagerbestände bei unseren Kunden und das Anspringen der Wirtschaft nach Lockerung der restriktiven Corona-Maßnahmen in den europäischen Ländern haben diesen deutlichen und unerwarteten Nachfrageanstieg ausgelöst. Im Laufe des Jahres 2022 zeigte sich aber bereits eine Abschwächung des Auftragseinganges, welches besonders mit den durch steigende Energiepreise ausgelösten Preissteigerungen in der gesamten Industrie begründet ist.

Die enormen Kostensteigerungen vor allem durch im Zuge der Ukrainekrise steigende Energiepreise, haben uns zudem gezwungen, deutliche Preissteigerungen an alle Kunden weiterzugeben.

Mit der Investition in eine neue Entfettungsmaschine sowie eine Drahterodiermaschine im Werkzeugbau sind die Voraussetzungen gegeben, die erwarteten Erhöhungen auch zu erfüllen. Durch die Implementierung der neuen Entfettungsmaschine Ende 2022 werden auch Emissionen und Lösungsmittelabfälle deutlich reduziert. Auf Anforderung von Behörden und Kunden wurde Anfang des Jahres 2022 die ISO 14001 auditiert.

Ende 2022 wurde begonnen, die vorhandene Nietfertigung der SAXONIA Edelmetalle Halsbrücke inkl. der vorhandenen Maschinen zu der DODUCO España, S.L.U. zu verlagern. Dieser Prozess wird zum Ende des ersten Quartals 2023 abgeschlossen sein. Die Nietfertigung der Gruppe wird dann außer einer kleinen Kapazität in China komplett in Spanien konzentriert sein.

DODUCO China Co., Ltd.

Die DODUCO China Co., Ltd. konnte sich im Geschäftsjahr 2023 nur langsam von den Folgen der neuen Corona-Welle erholen. Die Nachfrage der chinesischen Niederlassungen unserer Doduco-Kunden pendelte sich aufgrund von Personalmangel und Werksschließungen im Zuge der Corona-Welle nach Aufhebung aller Schutzmaßnahmen auf Werten knapp unter Planniveau ein.

3. INVESTITIONEN

Der Schwerpunkt der Investitionen am Standort Halsbrücke/Freiberg lag 2022 in der Erneuerung und Erweiterung von Anlagen im Recycling. Zudem wurden im Bereich der Halbzeugfertigung Drehkapazitäten aufgebaut, um bisher extern vergebene Produktionsschritte im eigenen Haus durchführen zu können. Im Bereich der Kontaktfertigung wurde mit der Errichtung einer neuen Fertigungsstraße zur Kapazitätserweiterung für ein Projekt mit einem langjährigen Kunden begonnen.

Am Standort Hanau bei der SAXONIA Technical Materials GmbH lag der Investitionsschwerpunkt in der Planung eines neuen Produktionsstandortes in Alzenau für den Löttechnik-Bereich des Unternehmens. Der Baubeginn ist 2022 erfolgt.

In der bisherigen Doduco-Gruppe war das wesentliche Investitionsobjekt, die IT-Struktur des Unternehmens zu modernisieren und an die Standards der SAXONIA-Gruppe anzupassen. Darüber hinaus wurden diverse Produktionslinien für anstehende Kundenaufträge angepasst und modernisiert. Für die bestehenden Galvaniken wurde eine umfassende Modernisierung und energetische Verbesserung geplant und begonnen umzusetzen.

4. MITARBEITER

Insgesamt arbeiteten 2022 durchschnittlich 1.612 Mitarbeiter im Konzern.

Die Gesellschaft verfügt über ausreichend Fachkräfte, Spezialisten und Nachwuchspotential für die weitere Entwicklung des Unternehmens.

5. MANAGMENTSYSTEME

Qualität und Sicherheit sind zentrale Anliegen der Gruppe, für die ein strenges Kontrollsystem eingerichtet wurde. Als Nachweis der Einhaltung von Qualitätsstandards ist das Qualitätsmanagementsystem nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Aufgrund der besonderen Anforderungen an die Medizinprodukte ist das Unternehmen zusätzlich nach DIN EN ISO 13485:2012 zertifiziert. Darüber hinaus arbeitet die Gruppe nach dem Umwelt- und Sicherheitsmanagementsystem DIN EN ISO 14001:2005 sowie dem Anlagensicherheitsmanagement gemäß 12. BImSchV und dem Arbeitsschutzmanagementsystem OHSAS 18001:1999.

Des Weiteren ist das Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001:2011 zertifiziert. Ziel der Energiepolitik ist es, mit Energie verantwortungsbewusst umzugehen, den Energieverbrauch des Unternehmens langfristig zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen.

Die Gruppe hat sich zu einer transparenten und konfliktfreien Beschaffung und dem Handel mit Edelmetallen verpflichtet. Das Unternehmen ist sich seiner sozialen, ökonomischen und ökologischen Verantwortung bewusst und engagiert sich für einen sozialen, umweltgerechten und damit nachhaltigen Umgang mit der natürlich begrenzten Ressource Edelmetall. Es trägt dafür Sorge, dass sämtliche Produkte keine Rohstoffe aus illegalen oder ethnisch fragwürdigen Quellen enthalten. Zum Nachweis sind die Unternehmen durch die Conflict Free Source Initiative (cfsi) zertifiziert und als Compliant Refiner gelistet. Auch die Zulassungen an den Edelmetallbörsen LBMA und LPPM bescheinigen die verantwortungsvolle Beschaffung und die Einhaltung dieser internationalen Regularien und Richtlinien.

C. FINANZIELLE LEISTUNGSINDIKATOREN

Wesentliche Kennzahlen zur internen Unternehmenssteuerung der SAXONIA-Gruppe sind:

Umsatzerlöse,

Veredlungsleistung und

Ergebnis vor Steuern.

D. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

1. ERTRAGSLAGE

Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von Mio. EUR 1.292,8 erzielt, die mit 8 % leicht unter dem Vorjahresumsatz (Mio. EUR 1.400,8) liegen. Diese Veränderung ist hauptsächlich auf das jeweilige Edelmetall-Handelsvolumen in den Geschäftsjahren zurückzuführen. Aufgrund der strikten Sicherungspolitik der Gruppe und dem damit deckungsgleichen Metalleinkaufsverhalten spiegelt sich dies ebenso in der Reduktion des Materialaufwands wider. Saldiert mit dem Materialaufwand ergibt sich die eigene Veredelungsleistung, wirtschaftlicher Ausdruck der eigenen Leistung der Gruppe. Die Veredelungsleistung insgesamt liegt bei Mio. EUR 220,5 und damit 5 % über dem Vorjahr (Mio. EUR 209,7).

Die Personalaufwendungen liegen bei Mio. EUR 99,3. Gegenüber dem Vorjahr (Mio. EUR 96,4) ist der Anstieg mit Tarifsteigerungen zu begründen. Sondereffekte gab es durch die Gewährung von Inflationsausgleichsprämien.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von Mio. EUR 52,4 beinhalten neben den Verwaltungskosten auch operative Kosten für Transport und Verpackung, Instandhaltung, Entsorgung und externe Dienstleistung. Hier sollen in den Folgejahren weitere Einsparungen aufgrund von Synergieeffekten in der Gruppe realisiert werden.

Im Geschäftsjahr 2022 beträgt das EBITDA Mio. EUR 57,5 (Vorjahr: Mio. EUR 62,2) und ist damit um 8 % geringer als im Vorjahr.

Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von Mio. EUR 40,9 (Vorjahr: Mio. EUR 46,7) erwirtschaftet.

2. VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Insgesamt weist die Vermögens- und Finanzlage der Gruppe eine gesunde und stabile Struktur auf. Die Bilanzsumme zum Abschlussstichtag beträgt Mio. EUR 388,3 (Vorjahr: Mio. EUR 357,9). Das kurzfristig gebundene Vermögen (Umlaufvermögen) beträgt Mio. EUR 228,3 (Vorjahr: Mio. EUR 216,9). Gegenüber dem Vorjahr ist das Verhältnis zur Bilanzsumme mit ca. 59 % (Vorjahr: 61 %) in etwa konstant geblieben.

Das Eigenkapital (unter Einbeziehung des Unterschiedsbetrags aus Kapitalkonsolidierung) beträgt zum Stichtag Mio. EUR 192,4 (Vorjahr: Mio. EUR 166,5). Die Eigenkapitalquote beträgt 50 % (Vorjahr: 47 %) und ist damit auf einem konstant hohen Niveau.

Im Anlagevermögen stehen Abschreibungen von Mio. EUR 10,4 Investitionen von Mio. EUR 32,0 gegenüber. Wesentlicher Investitionsposten war der Neubau der SAXONIA Technical Materials GmbH in Alzenau.

Das Vorratsvermögen hat sich aufgrund höherer Vorratshaltung im Rahmen der guten Auftragslage erhöht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betragen zum Stichtag Mio. EUR 58,7. Leicht sinkende Umsätze führen zu einer Verringerung des Forderungsbestandes. Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von Mio. EUR 8,2 betreffen im Wesentlichen Erstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt und dem Hauptzollamt aus der Umsatz- und Energiesteuer.

Die liquiden Mittel betragen am Abschlussstichtag Mio. EUR 10,4.

Im aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (Mio. EUR 8,8) sind hauptsächlich die Vorauszahlungen zur Ansammlung des Rückkaufswertes der Betriebsimmobilie in Pforzheim im Rahmen des Sale-and-lease-back-Vertrages enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, welche zum Stichtag Mio. EUR 93,4 betragen (Vorjahr: Mio. EUR 85,7), wurden durch planmäßige Tilgungen in Höhe von Mio. EUR 18,2 reduziert. Dem stehen Kreditaufnahmen in Höhe von Mio. EUR 25,1 gegenüber. Die Inanspruchnahme von Kontokorrentlinien war zum Stichtag um Mio. EUR 0,7 höher.

Unter Berücksichtigung der liquiden Mittel hat sich die Nettoverschuldung somit von Mio. EUR 72,2 auf Mio. EUR 83,0 erhöht. Ursache ist im Wesentlichen der Neubau in Alzenau.

Die Steuerrückstellungen in Höhe von Mio. EUR 4,1 enthalten die Steuernachzahlungen an Ertragsteuern für das Geschäftsjahr 2022 über die geleisteten Vorauszahlungen hinaus.

Die sonstigen Rückstellungen betragen zum Stichtag Mio. EUR 18,4. Sie betreffen hauptsächlich Personalkosten wie Altersteilzeitverpflichtungen und Rückstellungen aus dem Sanierungstarifvertrag der Doduco-Gruppe.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten der Lohn- und Gehaltsabrechnung des Monats Dezember 2022 sowie Gesellschafterdarlehen in Höhe von Mio. EUR 8,0 (Vorjahr: Mio. EUR 8,0).

Der Gruppe standen zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2022 neben den Bankdarlehen Kontokorrentlinien von insgesamt Mio. EUR 53,0 zur Verfügung, die in Höhe von Mio. EUR 23,4 in Anspruch genommen wurden. Neben den liquiden Mitteln von Mio. EUR 10,4 verfügt die Gruppe damit zum Abschlussstichtag über frei verfügbare Mittel in Höhe von Mio. EUR 40,0 welche zur Absicherung des Geschäftes ausreichend sind. Die Liquidität des Konzerns war zu jedem Zeitpunkt gesichert.

E. AUSBLICK

Auch das Geschäftsjahr 2023 wird stark vom Fortgang des Ukraine-Krieges, der weltweiten Geldpolitik und somit dem allgemeinen konjunkturellen Wirtschaftsverlauf in Deutschland als Exportnation und Europa abhängen.

Die Stimmung in der Wirtschaft ist zwar pessimistischer als in den Vorjahren, aber trotz des Krieges immer noch auf hohem Niveau. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Geldpolitik der europäischen Zentralbank stabilisiert, Europa in seiner Union zusammenhalten wird und die zu erwartenden Konjunkturspritzen Rückenwind für eine stabile deutsche Wirtschaft bieten werden. Allerdings hat die Vergangenheit gezeigt, dass die kurzfristigen weltpolitischen Veränderungen und deren Einflüsse kaum mehr längerfristige Prognosen zulassen.

Insbesondere die zunehmenden Konflikte des Westens mit China lassen deutliche Unsicherheiten zu, zudem werfen die anstehenden Präsidentschaftswahlen 2024 in den USA ihren Schatten voraus.

In Bezug auf die Edelmetallpreise bleiben Prognosen ebenso schwierig und kurzfristig. Es wird von einer stabilen Nachfrage an Edelmetallen ausgegangen. Einer sich wieder erholenden Nachfrage an Schmuck und Investmentprodukten in Asien könnte ein rückläufiger industrieller Bedarf gegenüberstehen, da sich die Reduktion des Edelmetallgehaltes in elektrischen und elektronischen Anwendungen sowie die Verkleinerung von Bauteilen mit dem Trend zu kleineren, weniger materialintensiven Endgeräten weiterhin fortsetzt, so dass mit einem längerfristigen geringeren Bedarf an Edelmetallmengen gerechnet werden muss. Der Bedarf an Platingruppenmetallen wird ausgehend von der internationalen Automotive-Branche tendenziell als steigend angesehen. Die Angebotsseite aus der Neugewinnung und dem Recyclingaufkommen werden stabil bis steigend erwartet, so dass für die Entwicklung der Edelmetallpreise aktuell keine fundamentalen Impulse zu erkennen sind, die für einen Anstieg der Edelmetallpreise sorgen sollten. Ungeachtet dessen können jedoch zunehmende geo- und finanzpolitische Unsicherheiten sowie Einflüsse durch ETFs schnell zu starken Preisschwankungen führen.

Energiepreise wurden - soweit wirtschaftlich sinnvoll - für das Jahr 2023 gesichert, so dass diesbezüglich im wesentlichen Planungssicherheit besteht. Zu Kompensation wurden Preissteigerungen über alle Produktfelder vorgenommen und Verbräuche reduziert.

Zusammengefasst bleiben die konjunkturellen Perspektiven der Weltwirtschaft getrübt, mit Risiken behaftet und deuten aktuell allenfalls auf eine leichte weitere Belebung hin. Daher geht die Gesellschaft hinsichtlich ihrer Geschäftsfelder für das Geschäftsjahr 2023 von einem Rückgang des wirtschaftlichen Umfeldes auf Normalniveau aus und hat eine Planung für die Jahre 2023 bis 2025 anhand dieses Niveaus erarbeitet. Dabei wird grundsätzlich aus konservativen Ansätzen von einer Wiederholung des Bestandsgeschäfts ausgegangen, bei der künftige Potentiale außer Ansatz bleiben. Bekannte Risiken wurden berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2023 geht die Geschäftsführung von einem leichten Anstieg der Umsatzerlöse und der Veredelungsleistung sowie einem leicht rückläufigen Ergebnis vor Steuern aus.

Auch in Zukunft stehen weiterhin die Zielstellungen mindestens nach Konstanz der Geschäftsentwicklung sowie der Fortführung der Entschuldung und die Stärkung des Eigenkapitals der Gesellschaft und ihrer Tochterunternehmen im Vordergrund. Im Bereich der Kontaktherstellung aus technischen Werkstoffen zeigen sich Chancen am Markt, die durch gezielte Investitionen 2023 und 2024 in der SAXONIA- Gruppe realisiert werden sollen. Ein wesentlicher Schritt in dieser Richtung wird die Übernahme der Assets und Kunden der StrohhekerSchulz GmbH durch die Doduco Solutions GmbH im Mai 2023 sein.

Die Geschäftsführung geht davon aus, dass sich die Effekte der Krisen aufgrund des hohen Auftragsbestandes und der damit verbundenen guten Auslastung im Jahr 2023 nicht wesentlich auf die Gesellschaft und ihre Tochtergesellschaften auswirken werden. Die Auswirkungen werden im Rahmen der laufenden Forecast-Prozesse abgeschätzt, um gezielt und zeitnah reagieren zu können.

Zinsen und Tilgungen für die bestehenden und neu aufgenommen Kredite und Darlehen zu leisten, wird in jedem Falle möglich sein.

F. PROGNOSTIZIERTE ZIELE UND CHANCEN

Die SAXONIA-Gruppe ist mit ihrem Produktspektrum und den bestehenden Kostenstrukturen wettbewerbsfähig aufgestellt und am Markt bekannt und etabliert. Für die sich verändernden Marktanforderungen und Trends sieht sie sich durch die derzeitige Struktur für die künftige Entwicklung gut aufgestellt, um auch in Zukunft kurzfristig und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren sowie Weiterentwicklungen und Wachstum gemeinsam mit den Kunden zu realisieren.

Die vorrangige Aufgabe für das Geschäftsjahr 2023 wird sein, den über die Vorjahre gesteigerten Geschäftsumfang und die erreichte Ertragskraft zu sichern und zu festigen. Dabei liegt der Fokus unverändert auf den Stärken und Spezialitäten des Unternehmens, um somit dem steigenden Wettbewerbsdruck für Commodities weiterhin zu entgehen. Zudem ist die Entwicklung der Weltwirtschaft weiter zu beobachten, kurzfristig auf Veränderungen zu reagieren und die Anforderungen an die Dienstleistungen und Produkte entsprechend anzupassen.

Oberste Priorität haben weiterhin permanent effiziente Recyclingprozesse sowie die Optimierung der Produktionsprozesse hinsichtlich kürzerer Abläufe und eines schnelleren Materialkreislaufes, um den Kunden- bzw. Marktanforderungen nach Schnelligkeit und damit reduzierter Ressourcenbindung Rechnung zu tragen. Dies bezieht sowohl die eigenen Prozesse innerhalb des Unternehmens ein als auch die Bündelung der jeweiligen Kernkompetenzen zwischen der Muttergesellschaft und ihren Tochterunternehmen.

G. RISIKOBERICHT

Die allgemeinen weltweiten Konjunktursorgen aufgrund der politischen, gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten sind unvermindert präsent, so dass unverändert das Risiko einer deutlichen Abschwächung der Wirtschaftslage droht. Die Gruppe ist jedoch mit ihren schlanken Strukturen und ihrem breiten Produktspektrum (Recycling und Produkte) sowie mit den verschiedenen Märkten gut aufgestellt, um trotz rückläufiger Märkte positiv wirtschaften und ihren Verpflichtungen jederzeit nachkommen zu können.

Das von der Gruppe installierte monatliche Berichtswesen sowie die Managementsysteme sind für die Erfordernisse der Gruppe angemessen und bilden eine geeignete Grundlage, effizient zu bleiben, auftretende Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu analysieren, zu bewerten und gegebenenfalls geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Grundsätzlich ist die Gruppe den Preisrisiken an den Rohstoffmärkten, insbesondere der Edel- und Buntmetalle, ausgesetzt. Diesen setzt sie sich jedoch nicht aus und sichert sich 1:1 auftragsbezogen mittels Preisfixierungen vollständig ab. Generell führen die Schwankungen der Edelmetallpreise nicht zu Einflüssen auf die Ertragslage, da das Unternehmen auftragsbezogen die jeweiligen Positionen absichert und keine Spekulationen auf Preisentwicklungen vornimmt. Aus dem Edelmetallpreisniveau der für die Gruppe wertmäßig relevanten Edelmetalle resultieren jedoch indirekt Einflüsse auf die allgemeine wirtschaftliche Lage und damit die Auftragslage. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten und aufgrund der hohen Edelmetallpreise gerät die Absatzlage an Edelmetallprodukten unter Druck, jedoch gewinnt das Recycling an Bedeutung. In wirtschaftlicher Konjunktur bzw. niedrigem Edelmetallpreisniveau verhält es sich umgekehrt, so dass die SAXONIA-Gruppe mit ihrer Aufstellung jeweils gut positioniert ist.

Grundsätzlich ist die Gruppe hauptsächlich im Inland und dem europäischen Ausland vertreten und hat nur einen geringen Anteil an Fremdwährungsgeschäften, so dass das Fremdwährungsrisiko begrenzt ist.

Für das Personal stehen an den Standorten Halsbrücke, Pforzheim und Hanau Tarifverhandlungen an. Hinsichtlich der in den Planungsrechnungen getroffenen Annahmen zur Höhe des Personalaufwandes wurden, sofern erforderlich, entsprechende Steigerungen berücksichtigt.

Um sich gegen Zinsschwankungen für Kreditlinien und Darlehen zu sichern, bedient sich die Gruppe - soweit notwendig - festverzinslicher Finanzierungsinstrumente. Damit ist auch hinsichtlich der Fremdkapitalzinsen für die Darlehen ausreichend Preissicherheit und folglich Planungssicherheit gewährleistet.

Die Rückstellungen wurden für die bekannten Risiken in angemessener Höhe gebildet bzw. angepasst.

Wesentliche oder bestandsgefährdende Risiken bestehen für die Gruppe derzeit nicht.

 

Dresden, 25. Mai 2023

SAXONIA Holding GmbH

Stefan Wolff, Geschäftsführer

Dr. Hans-Christian Winkelmann, Geschäftsführer

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SAXONIA Holding GmbH, Dresden

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der SAXONIA Holding GmbH und ihrer Tochtergesellschaften - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der SAXONIA Holding GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, 13. Juni 2023

ECOVIS Wirtschaftstreuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sven Blechschmidt, Wirtschaftsprüfer

Christoph Daut, Wirtschaftsprüfer

ANLAGENVERZEICHNIS

1.1 Bilanz zum 31. Dezember 2022

1.2 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

1.3 Anhang für das Geschäftsjahr 2022

1.4 Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

Allgemeine Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Bilanz zum 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

AKTIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. ANLAGEVERMÖGEN
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 16.375,71 21.414,39
II. Sachanlagen 70.543,88 75.041,00
III. Finanzanlagen 35.086.000,00 35.086.000,00
35.172.919,59 35.182.455,39
B. UMLAUFVERMÖGEN
I. Vorräte 4.726.928,30 4.726.928,30
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 12.039.256,36 10.389.391,55
III. Guthaben bei Kreditinstituten 1.504.882,29 4.356.087,58
18.271.066,95 19.472.407,43
C. RECHNUNGSABGRENZUNGSPOSTEN 379.940,65 49.846,48
53.823.927,19 54.704.709,30

PASSIVA

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR
A. EIGENKAPITAL
I. Gezeichnetes Kapital 10.025.550,00 10.025.550,00
II. Bilanzgewinn 43.129.754,46 43.691.373,69
53.155.304,46 53.716.923,69
B. RÜCKSTELLUNGEN 523.110,57 711.564,00
C. VERBINDLICHKEITEN 145.512,16 276.221,61
53.823.927,19 54.704.709,30

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

der SAXONIA Holding GmbH, Dresden

2022 2021
EUR EUR
1. Rohergebnis 2.603.669,18 1.628.450,53
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter -983.633,67 -1.763.740,69
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -187.502,19 -216.596,25
- davon für Altersversorgung: EUR 45.325,33 (Vorjahr: EUR 46.752,20)
-1.171.135,86 -1.980.336,94
3. Abschreibungen -33.172,59 -28.126,98
4. Sonstige betriebliche Aufwendungen -952.584,06 -724.316,90
5. Erträge aus Beteiligungen 0,00 16.105.942,26
- davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 16.105.942,26)
6. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 738.866,19 584.263,50
-davon aus verbundenen Unternehmen: EUR 738.866,19 (Vorjahr: EUR 584.263,50)
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -90.591,41 -271.370,72
- davon an verbundene Unternehmen: EUR 0,00 (Vorjahr: EUR 190.673,64)
8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -297.354,06 0,58
9. Ergebnis nach Steuern 797.697,39 15.314.505,33
10. Sonstige Steuern -1.008,00 -1.008,00
11. Jahresüberschuss 796.689,39 15.313.497,33
12. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 43.691.373,69 29.736.184,98
13. Ausschüttung an Gesellschafter -1.358.308,62 -1.358.308,62
14. Bilanzgewinn 43.129.754,46 43.691.373,69

ANHANG FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2022

A. ALLGEMEINE ANGABEN

Die SAXONIA Holding GmbH hat ihren Sitz in Dresden. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Dresden unter HRB 40046 eingetragen.

B. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 ist nach den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) und den ergänzenden Vorschriften des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) erstellt worden.

Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 1 HGB.

Der Jahresabschluss ist in Euro aufgestellt.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der vorliegende Jahresabschluss ist grundsätzlich unter Beibehaltung der für den Vorjahresabschluss angewendeten Gliederungsgrundsätze nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuchs aufgestellt (§§ 265 Abs. 2, 266 ff. HGB).

Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger, linearer Abschreibungen.

Unter den Finanzanlagen werden Anteile an verbundenen Unternehmen zu ihren Anschaffungskosten ausgewiesen.

Die Vorräte an Edelmetallbeständen werden zu Anschaffungskosten mittels des Verbrauchsfolgeverfahrens LiFo gemäß § 256 HGB oder dem niedrigeren Marktwert am Abschlussstichtag bewertet.

Alle weiteren Vorräte werden mit den Anschaffungs- oder Herstellkosten bzw. dem niedrigeren Marktwert am Abschlussstichtag angesetzt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten und der Besicherung von Kreditlinien sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Forderungen, sonstigen Vermögensgegenstände und flüssigen Mittel sind zum Nennwert angesetzt. Zweifelhaften Forderungen wurde durch die Bildung entsprechender Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Ausgaben, die Aufwendungen für Perioden nach dem Abschlussstichtag darstellen, wurden als aktive Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesen.

Das Eigenkapital ist zum Nennbetrag angesetzt.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist.

Verbindlichkeiten sind mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Latente Steuern werden für sich in folgenden Geschäftsjahren voraussichtlich abbauende Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Eine sich insgesamt ergebende Steuerbelastung wird in der Bilanz als passive latente Steuer angesetzt. Im Falle einer sich ergebenden Steuerentlastung (Aktivüberhang) wird vom Wahlrecht des § 274 HGB Gebrauch gemacht und auf die Aktivierung verzichtet.

C. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER BILANZ

Nachfolgend werden die einzelnen Posten hinsichtlich ihres Inhalts, ihrer Zusammensetzung und ihrer Entwicklung, soweit es für die Beurteilung der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung von Bedeutung ist, näher erläutert.

1. VORRÄTE

Die Vorräte bestehen ausschließlich aus Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und entfallen in voller Höhe von TEUR 4.727 auf den Edelmetallstock.

2. FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten eine gezahlte Mietkaution in Höhe von TEUR 19 mit einer Laufzeit von über einem Jahr. Die übrigen Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 11.850 aus Darlehen an die Tochtergesellschaften Doduco Solutions GmbH, Pforzheim (TEUR 7.000), DODUCO Technical Solutions GmbH, Sinsheim (TEUR 3.070), SAXONIA Edelmetalle GmbH, Halsbrücke (TEUR 1.780) sowie in Höhe von von TEUR 168 aus dem laufenden Lieferungs und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen neben der Mietkaution Erstattungsansprüche gegenüber dem Finanzamt.

3. VERBINDLICHKEITEN

Die Verbindlichkeiten haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren aus dem laufenden Lieferungs- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten die Verpflichtungen aus der Lohn- und Gehaltsabrechnung des Monats Dezember 2022 in Höhe von TEUR 61 sowie die Umsatzsteuerzahllast für Dezember 2022 in Höhe von TEUR 39.

D. ERLÄUTERUNGEN ZU POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

FINANZERGEBNIS

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge in Höhe von TEUR 739 wurden aus Darlehen und Metallleihe an verbundene Unternehmen erzielt.

E. SONSTIGE ANGABEN

1. HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Zur Finanzierung der Übernahme der Anteile an der Doduco Holding GmbH, Pforzheim, hat die Tochtergesellschaft SAXONIA Precious GmbH, Hanau, mit Datum vom 25. Juni 2020 einen Konsortialkreditvertrag mit der Commerzbank AG und der Landesbank Baden-Württemberg geschlossen. Am 21. Februar 2022 wurde eine Änderungsvereinbarung zu diesem Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. In dieser treten die SAXONIA Holding GmbH und andere Gesellschaften des SAXONIA-Konzerns als weitere Kreditnehmer und Garantiegeber bei.

Der Kreditvertrag zur Übernahme der Anteile an der Umicore Technical Materials AG & Co. KG, Hanau, sowie der Italbras S.p.A., Vicenza/Italien, geschlossen zwischen der Schwestergesellschaft SAXONIA Technical Materials GmbH, Hanau, mit Datum vom 26. Januar 2018 und der Commerzbank AG, wurde mit Inkrafttreten der Änderungsvereinbarung vom 21. Februar 2022 beendet und das darin bestehende Akquisitionsdarlehen abgelöst.

Der von der Landesbank Baden-Württemberg sowie der Sparkasse Pforzheim Calw eingeräumte Kreditrahmen über insgesamt Mio. EUR 3 wurde mit Inkrafttreten der Änderungsvereinbarung vollständig zurückgeführt.

Der zwischen der SAXONIA Holding und SAXONIA Edelmetalle GmbH als Kreditnehmer und der Commerzbank AG geschlossene Kreditvertrag vom 9. bzw. 17. Januar 2020 wurde ebenfalls mit dem Zustandekommen der Änderungsvereinbarung abgelöst.

Die SAXONIA Holding GmbH hat gegenüber den Kreditgebern im Wege einer Garantie die pünktliche Zahlung aller aus diesem Kreditvertrag resultierenden Zahlungsverpflichtungen garantiert.

Das aus der Änderungsvereinbarung vom 21. Februar 2022 resultierende Darlehen hat eine Laufzeit bis zum 25. Juni 2027, zum Teil mit Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre. Der Saldo zum 31. Dezember 2022 betrug Mio. EUR 53,7.

Am 17. Mai 2022 wurde zwischen der SAXONIA Holding GmbH und der HSBC Bank PLC ein konsolidierter und neu gefasster Rahmenvertrag zur Edelmetallfinanzierung geschlossen. Das gesamte Finanzierungsvolumen aus diesem Vertrag beträgt für den Konzern maximal Mio. EUR 340. Zum 31. Dezember 2022 betrug die Inanspruchnahme Mio. EUR 237. Zur Besicherung hat die SAXONIA Holding GmbH ihr Vorratsvermögen sicherungsübereignet.

2. SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Zum Abschlussstichtag bestanden aus der operativen Geschäftstätigkeit folgende wesentliche sonstige finanzielle Verpflichtungen:

• Miet-/Leasingverträge: TEUR 200

3. ARBEITNEHMER

Während des Geschäftsjahres 2022 waren durchschnittlich 12 Angestellte beschäftigt.

4. GESCHÄFTSFÜHRUNG

Außer der Geschäftsführung waren im Geschäftsjahr 2022 keine weiteren Organe bestellt.

Geschäftsführer während des Geschäftsjahres waren Herr Stefan Wolff (Dipl. Ingenieur Ökonom), Dresden, und Herr Dr. Hans-Christian Winkelmann (Dipl.-Kaufmann), Dresden.

Die Geschäftsführer sind alleinvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

5. MUTTERUNTERNEHMEN/KONZERNVERHÄLTNISSE

Die SAXONIA Holding GmbH, Dresden, erstellt als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022. Der Konzernabschluss wird im Unternehmensregister offengelegt.

 

Dresden, 24. Mai 2023

SAXONIA Holding GmbH

Stefan Wolff, Geschäftsführer

Dr. Hans-Christian Winkelmann, Geschäftsführer

1.4 BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die SAXONIA Holding GmbH, Dresden

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der SAXONIA Holding GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.

Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehrfortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Dresden, 30. Mai 2023

ECOVIS Wirtschaftstreuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sven Blechschmidt, Wirtschaftsprüfer

Christoph Daut, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

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