OBI Corporate Center GmbH
Selbe AdresseErbringung von Beratungsleistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Jennifer Weihs seit 29.8.2025 | Prokura |
Urszula Magdalena Dr. Nartowska seit 16.1.2025 | Geschäftsführer |
Miguel Müllenbach seit 22.12.2023 | Geschäftsführer |
Jochen Ludwig seit 6.4.2023 | Geschäftsführer |
Sven vom Feld seit 13.12.2022 | Prokura |
Annika Oberschelp seit 13.12.2022 | Prokura |
Sebastian Dr. Gundel seit 24.7.2020 | Geschäftsführer |
Joachim Denner seit 23.12.2013 | Prokura |
Volker Zebandt seit 23.12.2013 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Unternehmen, an denen diese Organisation direkt beteiligt ist
| Name | Anteil |
|---|---|
| No data available | |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
OBI Group Holding SE & Co. KGaAWermelskirchenKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2022Grundlagen des OBI Konzerns Wirtschaftsbericht 1 | Internationale Rahmenbedingungen 2 | Rahmenbedingungen in Deutschland 3 | Geschäftsverlauf 4 | Lage des Unternehmens 4.1 | Vermögenslage 4.2 | Finanzlage 4.3 | Ertragslage 4.4 | Zielerreichung der Leistungsindikatoren 2022 4.5 | Human Ressources Risiko- und Chancenbericht 1 | Risikomanagement 2 | Chancenbericht Prognosebericht 1 | Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen 1.1 | Rahmenbedingungen im Ausland 1.2 | Rahmenbedingungen in Deutschland 2 | Gesamtbeurteilung der zu erwartenden Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf des OBI Konzerns 3 | Prognose der Geschäftsentwicklung 3.1 Expansion und Investitionen 3.2 Umsatz- und Ertragsprognose 3.3 Prognose der Personalentwicklung Grundlagen des OBI Konzerns Der Anspruch des OBI Konzerns ist es, wegweisend für die gesamte DIY Branche zu sein. Garten, Baustoffe und -elemente, Werkzeuge, Sanitärzubehör sowie Innendekoration gehören seit der Eröffnung des ersten Marktes in 1970 zur Kernkompetenz von OBI. Gemessen am Umsatz führt OBI als Nummer Eins neben den bedeutendsten Märkten wie Deutschland und Österreich auch in den meisten zentraleuropäischen Ländern die Bau- und Heimwerkermarktbranche an. Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 werden unter der Marke OBI 645 Märkte in den folgenden Ländern betrieben:
Das Sortiment von OBI umfasst rund 40.000-70.000 Artikel pro Markt, die auf einer Gesamtverkaufsfläche von rund fünf Millionen Quadratmetern in den Märkten angeboten werden. Um auf digitale Entwicklungen zu reagieren, bietet OBI u.a. seine Produkte ebenfalls auf entsprechenden online Plattformen in den jeweiligen Ländern auf www.obi.xx zum Verkauf an. In 2020 fand zudem der offizielle Start der heyOBI App statt, mit der OBI u.a. seinen Beratungsservice nun auch digital anbietet. Zur Kundengruppe von OBI zählen in erster Linie Endverbraucher wie Familien, klassische Heimwerker sowie professionelle und semiprofessionelle Handwerker. Mit einer ungestützten Markenbekanntheit von 74 % ist OBI - laut einer im Jahr 2022 durch das Markenforschungsinstitut management consult durchgeführten Erhebung - weiterhin der bekannteste Baumarkt in Deutschland. Die Expansion von OBI soll sich in den kommenden Jahren auf strategisch ausgewählte Märkte beschränken. Vielmehr stehen die Investitionen in die Anpassung des Geschäftsmodells im Vordergrund. Wirtschaftsbericht 1 | Internationale Rahmenbedingungen Nach Angaben des statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) stieg in 2022 das saisonbereinigte BIP im Vergleich zum Vorjahr im Euroraum um 1,9 % und in der EU um 1,8 %. Die jährliche Euroraum-HVPI-Inflationsrate lag mit 10,6 % im Oktober 2022 deutlich höher als im Vorjahr mit 4,1 %, was insbesondere auf die stark gestiegenen Energiepreise, Lieferengpässe und Lebenshaltungskosten zurückzuführen ist. Nach erster Einschätzung des Forschungs- und Beraternetzwerks Euroconstruct vom Juni 2022 wird das europäische Bauvolumen in deren 19 Partnerländern im Jahr 2022 um insgesamt nur 2,3 % gegenüber dem Vorjahr (3,8 %) wachsen. Dies spiegelt sich in allen drei Teilsegmenten (Wohnungsbau, Tiefbau und Nicht-Wohnungsbau) wider. 2 | Rahmenbedingungen in Deutschland Nach Angaben des statistischen Bundesamtes ist die Wirtschaftsleistung in 2022 trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit anhaltender Corona-Pandemie, Lieferengpässen, weiter steigenden Preisen und dem Krieg in der Ukraine gestiegen. Im Vorjahresvergleich war das BIP in 2022 preisbereinigt 1,9 % höher als im Vorjahr. Die inländische Nachfrage legte im Vorjahresvergleich trotz starker Preisanstiege und globaler Unsicherheiten weiter zu. Das gilt vor allem für die privaten Konsumausgaben, die preisbereinigt gegenüber dem Vorjahr um 4,6 % stiegen. Einen hohen Anteil am Wachstum der deutschen Wirtschaft hatte die Zunahme der Exporte in 2022 um preisbereinigt 3,2 %. Bei den Bauinvestitionen führten dagegen hohe Baupreise, Fachkräftemangel und Lieferengpässe insbesondere im Ausbaugewerbe zu einem Rückgang von 1,6 % gegenüber Vorjahr. Die Entwicklung der deutschen Baumarktbranche ist nach Erhebungen des Branchenverbandes BHB in den ersten drei Quartalen 2022 ebenfalls positiv. Insgesamt verbuchte die Branche einen signifikanten Umsatzanstieg von +10,5 %, der vor allem auf die Lockdown-Phase im Frühjahr des Vorjahres sowie insgesamt bessere Wetterbedingungen in der diesjährigen Frühjahr-, Sommersaison zurückzuführen ist. Im 3. Quartal selbst verzeichnete die Baumarktbranche nur noch ein leichtes Umsatzwachstum im Vorjahresvergleich von 2,3 %. Rückläufig waren in Deutschland die Warengruppen Gartenmöbel, Holz und Gartenausstattung. Im Gegensatz dazu nahmen die Warengruppen Automotive (wie z.B. Aufbewahrung, Schmiermittel, Öle & Treibstoffe) sowie Sanitär & Heizung deutlich am Umsatzanteil zu. 3 | Geschäftsverlauf Auswirkungen des Ukrainekriegs auf den OBI Geschäftsverlauf Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat OBI am 17. März 2022 den definitiven Rückzug aus Russland bekannt gegeben. Bereits zuvor wurden auch gravierende Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf die finanz- und warenwirtschaftlichen Informationsströme aus Russland festgestellt. Infolgedessen hat OBI eine Schließung aller russischen Märkte mit sofortiger Wirkung angeordnet. Diese Anweisung wurde durch das lokale Vertriebsteam, das parallel von den russischen Behörden unter Druck gesetzt wurde, die Märkte nicht zu schließen, indes nicht umgesetzt, so dass die Märkte in der Mehrheit weiter geöffnet blieben, jedoch ohne Verbindung zu den Zentralsystemen. Zu diesem Zeitpunkt war von einem dauerhaften Verlust der Kontrolle der OBI-Gruppe über die ehemaligen russischen OBI-Gesellschaften auszugehen, sodass eine Entkonsolidierung zum Zeitpunkt des Kontrollverlustes die Folge war. Der Rückzug aus Russland wurde schließlich mit dem Verkauf der Anteile an den sechs russischen OBI-Gesellschaften am 11. April 2022 an einen russischen Investor umgesetzt. Der Rückzug aus Russland belastet das Konzern-EBT der OGH mit EUR 148 Mio. Dieser Sondereffekt setzt sich insbesondere aus der Ausbuchung der Forderungen gegenüber den ehemals russischen OBI-Gesellschaften (EUR 81 Mio.), der Bildung einer Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten für bestehende Mietgarantien (EUR 39 Mio.) und der Entkonsolidierung der Gesellschaften (EUR 20 Mio.) zusammen. OBI Geschäftsverlauf 2022 Der Netto-Umsatz aller OBI Märkte (Filialmärkte, Franchisepartner und Onlineplattformen) betrug zum abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 7.202,4 Mio. (i. Vj. EUR 7.240,7 Mio.). Mit konstanten Wechselkursen gingen die Umsätze um -0,3 % / EUR -18,2 Mio. zurück. Der Marktaustritt aus Russland hat die Umsatzentwicklung signifikant negativ beeinflusst (EUR -427,6 Mio.) und konnte nicht durch die überwiegend positiven Umsatzsteigerungen der anderen Länder kompensiert werden. Verglichen zum Vorjahr verzeichnete Deutschland mit dem größten Markstamm ein Umsatzwachstum von 4,9 %. In Österreich konnte der Umsatz um 4,1 % gesteigert werden. Die Slowakei (+26,3 %), Ungarn (+23,4 %) sowie Polen (+12,1 %) erreichten weiterhin die höchsten Umsatzsteigerungen in 2022. Auch in Slowenien (+11,3 %) und Tschechien (+8,6 %) konnten weiterhin positive Umsatzentwicklungen verzeichnet werden. Gegenläufig sank In der Schweiz (-11,3 %) sowie in Italien (-4,3 %) der Umsatz verglichen zum Vorjahr. Mit einem Anteil von 51,6 % am Gesamtumsatz, hat der deutsche Markt weiterhin die höchste Relevanz für OBI. Im Online-Handel gingen die Umsätze verglichen zum Vorjahr insgesamt um -27,3 % zurück. Mit einem Anteil am Gesamtumsatz von 2,2 % (i. Vj. 3,1 %) spielt der Online-Handel weiterhin eine untergeordnete Rolle. Der Anteil der Filialmärkte am Umsatz ist von 77 % im Vorjahr leicht auf 76 % in 2022 gesunken. Zum Stichtag 31.12.2022 betreibt OBI 645 (i. Vj. 672) Märkte. Den Neueröffnungen von sechs Märkten stehen 33 Schließungen (davon 27 resultierend aus dem Marktaustritt in Russland) gegenüber. Die Gesamtverkaufsfläche zum Bilanzstichtag 31.12.2022 hat sich um 297,0 Tsd. Quadratmeter auf 4,738 Mio. Quadratmeter vermindert. Zum Konsolidierungskreis gehören 481 vollkonsolidierte Märkte, davon 216 im Inland sowie 265 im Ausland. 4 | Lage des Unternehmens 4.1 | Vermögenslage Bei einem Rückgang der Konzernbilanzsumme von EUR 2.833,4 Mio. um EUR -79,4 Mio. auf EUR 2.754,0 Mio. und einem nur leichten Rückgang des Konzerneigenkapitals von EUR 829,1 Mio. um EUR -1,6 Mio. auf EUR 827,5 Mio. ist die Eigenkapitalquote des Konzerns von 29,3 % im Vorjahr leicht auf 30,0 % gestiegen. Die Verringerung der Aktiva ist im Wesentlichen bedingt durch den Rückgang der liquiden Mittel in Höhe von EUR -142,7 Mio., der durch den Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von EUR 78,4 Mio. nicht kompensiert werden konnte. Aus der in 2015 erfolgten Übernahme diverser Märkte eines ehemaligen Wettbewerbers verbleibt zum Stichtag ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von EUR 39,8 Mio. innerhalb der immateriellen Vermögensgegenstände, der linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer von 15 Jahren abgeschrieben wird. Der Bestand des Vorratsvermögens verringerte sich um EUR -3,3 Mio. auf EUR 1.586,7 Mio. Wesentlich hierfür ist einerseits der Marktaustritt aus Russland, der den Vorratsbestand um EUR -146,1 Mio. im Vergleich zum Vorjahr verminderte, welches durch eine Erhöhung des Vorratsvermögens in den übrigen Ländern nicht vollständig kompensiert wurde. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 278,5 Mio. (i. Vj. EUR 176,9 Mio.) bestehen nahezu ausschließlich aus Cash Pool Forderungen gegenüber der Gesellschafterin Olympics Baumarkt Holding GmbH. Hauptsächlich bedingt durch den Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR -197,3 Mio. und des geringeren gegenläufigen Anstiegs der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von EUR 130,2 Mio. sind die Verbindlichkeiten des Konzerns im Vorjahresvergleich insgesamt um EUR -63,4 Mio. auf EUR 1.564,8 Mio. zurückgegangen. Zur Entwicklung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verweisen wir auf die Erläuterungen zur Finanzlage. 4.2 | Finanzlage Im Berichtsjahr erfolgten konzernweit Investitionen in das Sachanlagevermögen in Höhe von EUR 68,6 Mio. (i. Vj. EUR 71,6 Mio.), die überwiegend auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung der Märkte entfielen. Die liquiden Mittel gingen aufgrund von Investitionen in das Anlagevermögen sowie in den Vorratsbestand und Tilgungen von Finanzkrediten trotz Erhöhung der kurzfristigen Bankinanspruchnahme von EUR 248,7 Mio. um EUR -142,7 Mio. auf EUR 106,0 Mio. zurück. Das Bestellobligo für Investitionen in das Sachanlagevermögen betrug zum Bilanzstichtag EUR 1,4 Mio. (i. Vj. EUR 3,3 Mio.). Von den Verbindlichkeiten des Konzerns in Höhe von EUR 1.564,8 Mio. (i. Vj. EUR 1.628,2 Mio.) betreffen mit EUR 613,5 Mio. (i. Vj. EUR 483,3 Mio.) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, von denen EUR 325,1 Mio. (i. Vj. EUR 278,5 Mio.) auf langfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr entfallen. Der Anstieg in den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert überwiegend aus der teilweisen Inanspruchnahme des Konsortialkredits in Höhe von EUR 255 Mio. Gegenläufig wirkte sich die planmäßige Tilgung des Schuldscheindarlehens in Höhe von EUR 81,5 Mio. sowie die um EUR 40,0 Mio. geringeren kurzfristigen Bankinanspruchnahmen aus. Durch die teilweise Inanspruchnahme des Konsortialkredits in 2022 sank der noch verfügbare Kreditrahmen auf EUR 345 Mio. (i. Vj. EUR 600 Mio.). Weitere EUR 666,4 Mio. (i. Vj. EUR 863,7 Mio.) betreffen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die sämtlich eine Laufzeit von weniger als einem Jahr haben. Die allgemeinen Rahmenbedingungen des Geschäftsjahres haben keine negativen Einflüsse auf die Liquiditätslage des Konzerns und die Refinanzierungsmöglichkeiten erkennen lassen, so dass die Fähigkeit zur Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen jederzeit vorhanden war. 4.3 | Ertragslage Die Earnings before Tax (kurz: EBT) sind im Vergleich zum Vorjahr von EUR 175,0 Mio. um EUR -206,0 Mio. auf EUR -31,0 Mio. gesunken. Nach Berücksichtigung der sonstigen Ergebnisfaktoren stellt sich das Konzernergebnis wie folgt dar:
Die Umsatzerlöse des Konzerns gingen gegenüber 2021 um EUR -83,2 Mio. auf EUR 6.065,4 Mio. zurück. Dies entspricht einem Rückgang von -1,4 %. Damit konnte die im Vorjahr prognostizierte leichte Umsatzsteigerung für 2022 nicht erreicht werden. Der Rückgang in den Konzernumsatzerlösen und die dadurch nicht erreichte prognostizierte Umsatzsatzsteigerung ist im Wesentlichen bedingt durch den Marktaustritt in Russland. Gegenläufig erreichten fast alle Länder positive Umsatzsteigerungen. Die größten Umsatzsteigerungen konnten wie auch im Vorjahr in der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Slowenien erreicht werden. Auch in Deutschland und Österreich konnten die Umsätze im Vorjahresvergleich leicht gesteigert werden. In Italien gingen die Umsatzerlöse verglichen zum Vorjahr leicht zurück. Aufgrund der negativen Umsatzentwicklung sank der Rohertrag im Berichtsjahr um -1,7 % auf EUR 2.411,4 Mio. Weiterhin gingen die sonstigen betrieblichen Erträge um EUR -15,8 Mio. auf EUR 127,6 Mio. zurück. Der Personalaufwand stieg um EUR 69,8 Mio. auf EUR 1.158,9 Mio. Zur detaillierten Erläuterung der Effekte aus dem Marktaustritt in Russland verweisen wir auf das Kapitel 3 Geschäftsverlauf. Durch die o. g. Entwicklungen und den leicht gestiegenen Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und Ertrag hat sich das Ergebnis des Konzerns (Konzernjahresergebnis nach Verlustanteilen stiller Gesellschafter) gegenüber 2021 um EUR -72,7 Mio. auf EUR -41,1 Mio. vermindert (i. Vj. EUR 31,6 Mio.). Gesamtaussage über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Aufgrund der dargestellten Einflussfaktoren ist die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr insgesamt, trotz des negativen Effekts aus dem Marktaustritt in Russland, als zufriedenstellend zu beurteilen. 4.4 | Zielerreichung der Leistungsindikatoren 2022 Als Betreiber von Bau- und Heimwerkermärkten sind für OBI die Umsatzerlöse und das EBT als bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren relevant. Der für das Berichtsjahr prognostizierte Umsatzanstieg konnte aus folgenden Gründen nicht erreicht werden:
Das im -Vorjahr prognostizierte- EBT leicht unter Vorjahresniveau konnte nicht erzielt werden und resultiert im Wesentlichen aus den negativen Effekten aus dem Marktaustritt in Russland sowie aufgrund der nicht prognostizierten Umsatzrückgänge. Neben den o. g. bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse und EBT ist als wesentlicher nicht-finanzieller Leistungsindikator die Mitarbeiteranzahl zu nennen: Die Mitarbeiterzahlen haben sich -wie im Vorjahr prognostiziert- analog zu der Anzahl der OBI Märkte sowie in Abhängigkeit des Personalbedarfs verringert. Der starke Rückgang der Beschäftigten im internationalen Geschäft resultiert im Wesentlichen aus dem Marktaustritt in Russland. Mit Stand zum 31.12.2022 beläuft sich die Anzahl der bei OBI beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 40.883 (i. Vj. 48.317). Davon sind 3.062 (i. Vj. 2.913) in den deutschen Zentralgesellschaften und 18.602 (i. Vj. 19.851) in den deutschen OBI Märkten tätig. Die übrigen 19.219 (i. Vj. 25.553) Beschäftigten sind im internationalen Geschäft im Einsatz. In den deutschen Gesellschaften sind gegenwärtig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 98 (i. Vj 103) verschiedenen Nationen im Einsatz. OBI bildet zurzeit in Deutschland 1.196 (i. Vj. 1.118) Auszubildende in den Märkten und 80 (i. Vj. 86) in den Zentralgesellschaften aus. Hinzu kommen 160 (i. Vj. 147) Studenten der dualen Hochschulen in den OBI Märkten. Darüber hinaus werden im IT Bereich 10 (i. Vj. 12) duale Studenten in den Studiengängen "Bachelor of Science - Wirtschaftsinformatik" und "Bachelor of Engineering - Informationstechnik" ausgebildet. 4.5 | Human Ressources Personalgewinnung Die Gewinnung qualifizierter Fach- und Führungskräfte ist ein zentraler Erfolgsfaktor für OBI. Hierbei besteht die Herausforderung vor allem darin, mit geeigneten IT-Fachleuten die digitale Transformation unseres Geschäftsmodells gezielt voranzutreiben. Der Ausbau unseres Cross-Channel-Baumarkt-Ökosystems steht hierbei besonders im Mittelpunkt. Aber auch die Gewinnung kompetenter Mitarbeitenden in den Märkten stellt uns immer mehr vor neue Herausforderungen aufgrund des Fachkräftemangels. OBI hat gezielt Employer Branding und Recruiting-Maßnahmen ergriffen, um qualifizierte Talente für OBI zu gewinnen. Die Einführung eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms führte hierbei zu einem Anstieg qualifizierter Bewerbungen und Neueinstellungen. Die Auszeichnung als "Top Employer" beweist, dass unsere hohe Mitarbeiterorientierung uns zu einem attraktiven Arbeitgeber macht. Personalentwicklung Neben der Personalgewinnung stellt die Personalentwicklung ebenfalls eine wichtige Säule für OBI dar. OBI steht vor der großen Herausforderung, die Mitarbeitenden für die Aufgaben der Zukunft vorzubereiten. Die Digitalisierung unseres Geschäftsmodells und die Anforderungen an die Stellen erfordert die Weiterentwicklung der Skills und Kompetenzen unserer Mitarbeitenden. OBI hat deswegen das Trainingsangebot deutlich erweitert und dessen Attraktivität erhöht. Die Festlegung der individuellen Entwicklungsmaßnahmen erfolgt im Feedforward-Gespräch zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden und in den Entwicklungskonferenzen werden Talente identifiziert. Karrierepfade wurden für spezielle Zielgruppen eingeführt, bei denen Entwicklungspfade für Mitarbeitende aufgezeigt und die benötigten Erfahrungen pro Stufe aufzeigt werden. Retention Mitarbeiterbindung ist ein weiterer Erfolgsfaktor und eine zentrale Säule für OBI. Die Schaffung von attraktiven Arbeitsbedingungen und Benefits spielt für Mitarbeitende hierbei eine wichtige Rolle. Die Corona-Pandemie war Katalysator der Veränderung und hat die Vorteile von digitalen Arbeitsmethoden und "New Work" gezeigt. OBI hat zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, um die Flexibilität für Mitarbeitende zu erhöhen. Risiko- und Chancenbericht 1 | Risikomanagement Risikomanagement Mit Hilfe eines unternehmensweit implementierten Risikomanagements überwacht die OBI Gruppe Chancen und Risiken für die geschäftliche Entwicklung. Mögliche Ereignisse oder Tendenzen, die zu einer positiven bzw. negativen Abweichung von den Zielen der Unternehmensgruppe führen können, betrachtet OBI als Chancen bzw. als Risiken. Die Geschäftsbereichsverantwortlichen analysieren diese anhand einheitlicher Kriterien, um geeignete Maßnahmen zur Risikosteuerung einleiten und deren Umsetzung überwachen zu können. Das Risikomanagement schafft dabei Transparenz, ermöglicht zielgerichtete Maßnahmen und hilft inakzeptablen oder bestandsgefährdenden Risiken entgegenzuwirken. Auf Veranlassung des Vorstands werden die Ergebnisse halbjährlich berichtet, um frühzeitig über mögliche Chancen und Risiken, ergriffene Maßnahmen und den damit verbundenen Handlungsbedarf zu informieren. Die Risikoberichterstattung von OBI erfolgt dabei als eine Nettobetrachtung der verbleibenden Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen Maßnahmen. Auf die Quantifizierung der dargestellten Risiken wird dabei verzichtet, da diese Angaben auf der dargestellten Aggregationsebene für die interne Risikosteuerung nicht benötigt werden. Nachfolgend sind die Risiken absteigend nach ihrer Bedeutung für den Konzern angegeben. Strategische Risiken Die Digitalisierung und deren Auswirkung auf das Kaufverhalten stellt nach wie vor die zentrale strategische Herausforderung für die gesamte Bau- und Heimwerkermarktbranche der Gegenwart dar. Infolge der COVID-19 Quarantänemaßnahmen wurde diese Entwicklung stark beschleunigt. OBI geht davon aus, dass nach COVID der Stellenwert des Online-Einkaufs erhalten bleibt und die Kundenerwartungen in Bezug auf Verfügbarkeit, Lieferung und Service auf einem deutlich höheren Niveau zu erfüllen sind. Um die Digitalisierung erfolgreich zu gestalten, wird OBI in den kommenden Perioden weiterhin mit hohem Engagement die Kundenansprache fokussieren, die "Alles Machbar Plattform" und die heyOBI App ausbauen und weiterentwickeln. Des Weiteren wird das gesamte Kundenangebot und Leistungsversprechen kontinuierlich überarbeitet und angepasst, das Sortiment optimiert und die internationale Expansion des eCommerce Geschäfts vorangetrieben. Geopolitische Spannungen rütteln am etablierten Gerüst der bisher bekannten, globalisierten Weltordnung und drängen zunehmend in den Fokus. Die daraus resultierenden Krisenereignisse erhöhen die Unsicherheit in einer Weise, die es schwierig macht, detaillierte Vorhersagen über die Entwicklung der Beschaffungs-, Transport- und Absatzmärkte zu treffen. Auch können sie deutlich spürbar zu einer, teils längerfristigen Eintrübung des Konsumklimas im DIY Einzelhandel beitragen. Der russische Angriff auf die Ukraine Ende Februar 2022 leitete eine Eskalation der globalen Beziehungen mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen ein. OBI verurteilt den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und reagierte umgehend mit der Schließung seiner 27 Märkte und der dauerhaften Beendigung der gesamten Geschäftstätigkeit in Russland. Auf diese Weise wurde der drohenden Enteignung der russischen Tochtergesellschaften durch den russischen Staat Rechnung getragen. OBI beobachtet den Verlauf und die Ausprägungen dieser geopolitischen Entwicklungen sowie die wirtschaftliche Entwicklung in den OBI Ländern genau, um rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen. Langfristige Investitionen werden weiterhin sehr sorgfältig abgewogen, um in der Lage zu bleiben, flexibel auf Ereignisse zu agieren und kurzfristig Kosten steuern zu können. So hat OBI die Notwendigkeit früh erkannt, Beschaffungsalternativen im geografisch nahen Umfeld auszuloten und zu sichern, um die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen abfedern zu können. Operative Risiken Schnell und effektiv auf außergewöhnliche Beschaffungs- Transport- und Absatzbedingungen reagieren zu können, stellt für OBI einen relevanten Wettbewerbsvorteil dar. 2022 begann OBI mit vergleichsweise hohen Lagerbeständen da sich bereits im Vorjahr die Friktionen in den globalen Lieferketten, spürbar steigende Beschaffungspreise für Handelsware sowie eine Konsumzurückhaltung der Kunden auswirkten. Rasche Lockerungen der COVID-19 Kontaktbeschränkungen Anfang des Jahres ließen zunächst Hoffnungen für eine Konsolidierung der Bestände aufkeimen. Infolge des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Sanktionsmaßnahmen führten jedoch schnell ansteigende Energie-, Treibstoff- und Lebensmittelpreise zu einer außerordentlich starken Verbraucherpreisinflation (bereits 7,9% zur Jahresmitte 2022) und lösten eine ausgeprägte Kaufzurückhaltung der Kunden und einen Rückgang der Kundenfrequenz in allen Kernmärkten aus. Die Inflationseffekte und der Kosten-und Margendruck nahmen 2022 allmählich zu und werden sich im Folgejahr voll entfalten. Derzeit ist zu beobachten, dass sich die Kunden auf kleinere und notwendige Anschaffungen beschränken und größere Projekte, sowie Verschönerungs- und Baumaßnahmen aufschieben. OBI wird im inflationsgeprägten Umfeld intensiv das Kundenverhalten und die Aktionen der Wettbewerber genau beobachten und eigene Maßnahmen ergreifen, um Umsatz und Marge bestmöglich zu steuern. Um den Bestandserhöhungen entgegenzuwirken, bündelte OBI die Bestandsverantwortung innerhalb seiner Organisation und fokussierte diese auf das Ziel der Bestandsreduktion. OBI reduzierte zudem die Häufigkeit der Sortimentsüberarbeitungen und führte einen Sommerschlussverkauf mit Fokus auf Nicht-Wiederholer-Artikel durch. Darüber hinaus wird die Planung und Beauftragung des Einkaufsvolumens für 2023 angepasst, sodass die Warenverfügbarkeit für Schnelldreher sichergestellt und die Flexibilität in der Beschaffung von Langsamdrehern gewahrt bleibt. Bereits seit Mitte 2021 erhöhen Hersteller ihre Preise infolge der Verknappung von Rohstoffen und Zwischenprodukten und geben auch die gestiegenen Logistikkosten weiter. Die allgemeinen inflationsbedingten Beschaffungspreissteigerungen verursachten bis Mitte des Jahres fast ausschließlich die verzeichneten Bestandserhöhungen. Dieser Trend verschärfte sich 2022 durch steigende Energie- und Kraftstoffpreise im Zusammenhang mit den globalen Krisen, vor allem dem Krieg in der Ukraine und wird sich voraussichtlich auch 2023 fortsetzen. OBI weitete seine Überwachung der Beschaffungsmärkte aus und verfolgt die Entwicklung von Rohstoff- und Transportindizes. Preiserhöhungen prüft OBI genau und erschließt sich alternative Beschaffungsquellen. Zudem entwickelte und implementierte OBI einen Preisfindungsansatz, der es ermöglicht, Simulationen von Einkaufs- und Verkaufspreisen zu separieren und Ereignisse, die sich wahrscheinlich auf die Einkaufspreise auswirken, ständig zu verfolgen. Die Situation an den globalen Seefrachtmärkten änderte sich im Jahresverlauf umfassend. Noch im 1. Halbjahr 2022, wirkten sich die Lieferkettenunterbrechungen aus dem Vorjahr aus und wurden durch die Null COVID Politik der chinesischen Regierung maßgeblich verschärft. OBI bereitete sich auf spürbare Beeinträchtigungen in der Einhaltung von Lieferterminen als auch bei der Warenverfügbarkeit vor und nutzte erhebliche finanzielle Mittel, um Waren- und Containerkapazitäten aus Asien zu sichern. Im 2. Halbjahr hingegen veränderten sich die Lieferengpässe und Containerpreise unter anderem mit Blick auf eine bevorstehende Rezession außergewöhnlich schnell und in einem hohen Ausmaß, sodass die Auslastung und Reduzierung der Kapazitäten in den Fokus rückten. Die weiterhin angespannte und volatile Lage an den Seefracht- und Beschaffungsmärkten überwacht OBI permanent und gewährleistet eine enge Abstimmung und Maßnahmenkoordination aller beteiligten Abteilungen im Rahmen der Operational Excellence Initiative. Nach wie vor stellt der LKW-Fachkräftemangel ein Risiko für die Lieferketten im Einzelhandel dar. Der Mangel verschärfte sich auch aufgrund des Ukraine Kriegs. Die starke Erhöhung der Treibstoffpreise stellte auch für OBI ́s Vertragsspediteure ein zusätzliches, substantielles Liquiditätsrisiko dar. Um die Belieferung der Märkte und Logistikstandorte abzusichern, implementierte OBI umgehend ein Treibstoffzuschlags-System "Fuel-Floater", welches die Liquidität der Vertragsspediteure sichert. Aufgrund der Energiepreiserhöhungen verzeichnet OBI 2022 erhebliche Mehrkosten für den Betrieb, die Beleuchtung sowie Heizung und Lüftung seiner Niederlassungen. OBI traf umfangreiche technische Maßnahmen, um den Energiebedarf zu senken, wie z.B. die Erneuerung von Heizungs- und Lüftungsanlagen sowie den weitgehenden Einsatz von LEDs bei der Beleuchtung. Darüber hinaus sensibilisiert OBI seine gesamte Organisation, um Möglichkeiten für Energieeinsparungen zu finden und zu nutzen. In Abstimmung mit Tengelmann Energy überwacht OBI den Energiemarkt permanent, um sich günstige Konditionen zu sichern. Preiserhöhungen und Verknappungen im Segment von Nichthandelswaren und Dienstleistungen sind 2022 ebenfalls zu verzeichnen. OBI steuert mit effektiver, konzernweiter Überwachung von Ausgaben und der Globalisierung der Nichthandelsware-Beschaffung entgegen. Auch die Abkehr von Papierprospekten und der Wechsel zur digitalen Form half OBI, steigende Rohstoffkosten zu vermeiden. Aufgrund der schnell ansteigenden Lebenshaltungskosten und der hohen Verbraucherpreisinflation entwickeln sich die notwendigen Personalkostensteigerungen für die Mitarbeitenden ebenfalls überdurchschnittlich und erzeugen zusätzlichen Kostendruck. OBI steuert dieser Entwicklung mit umfassenden Maßnahmen entgegen und verbessert die Prozesse und die Organisation, um Effizienzpotential zu generieren. So werden zum Beispiel mit einer bedarfsorientierten Einsteuerung der Handelsware die Logistikkosten optimiert. Die Digitalisierung der Marktprozesse trägt ebenfalls dazu bei, bestehendes Effizienzpotential zu identifizieren und zu heben. Personalrisiken Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeitende bilden das Rückgrat für den Erfolg von OBI im anspruchsvollen DIY Umfeld. Um als Arbeitgeber für die besten Arbeitskräfte attraktiv aufgestellt zu sein entwickelt OBI Karrierepfade, transparente Leistungsbeurteilung und persönliche Entwicklungspläne. Lohndynamiken in den OBI Ländern verfolgt OBI genau, um seinen Mitarbeitenden reizvolle und leistungsgerechte Entgelte bieten zu können. Auszeichnungen als Top Employer in Deutschland, Italien und Österreich spiegeln den Erfolg der Maßnahmen wider, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Um dem Bedarf nach erfahrenen Projektberatern in den Märkten zu begegnen, setzt OBI auf Mitarbeiterbindung durch gezielte Kompetenz- und Gehaltsentwicklung. Hierzu zählen unter anderem Maßnahmen wie ein neuer Entwicklungskompass als Skill Matrix für Garten, Bad- und Küchenplaner in den Märkten. Angesichts der noch nicht überwundenen Gesundheitsgefahr durch COVID-19 steht für OBI auch weiterhin der bestmögliche Schutz seiner Mitarbeitenden und Kunden im Mittelpunkt. OBI hatte bereits seit Beginn der Pandemie ein Hygienekonzept implementiert und nimmt, ebenso wie die gesamte Baumarktbranche, das Thema Prävention überaus ernst. OBI beobachtet den weiteren Verlauf der Pandemie fortlaufend, um bei Bedarf abermals frühzeitig reagieren und erforderliche Präventionsmaßnahmen umgehend umsetzen zu können. Finanzwirtschaftliche Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken, insbesondere Liquiditäts-, Kredit- und Zinsänderungsrisiken sowie Risiken aus Wechselkursveränderungen, verfolgt OBI kontinuierlich, um frühzeitig geeignete Steuerungsmaßnahmen ergreifen zu können. Die Risikosteuerung erfolgt konzernweit, u.a. mithilfe von Kompetenz- und Konzernrichtlinien, die insbesondere auch die verfügbaren Finanzinstrumente und deren Anwendung, die zugehörige Risikoabgrenzung sowie die verbundenen Dokumentationspflichten verbindlich regeln. Investitionen in Bau- und Gartenmärkte, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Geschäftsmodells sowie der Einkauf großer Warenmengen erfordert die jederzeitige Bereithaltung einer definierten Liquiditätsreserve. Aufgrund saisonabhängiger Zahlungsströme schwankt der Liquiditätsbestand im Jahresverlauf stark. Auftretender Liquiditätsbedarf wird entweder durch vorhandene freie Liquidität oder durch langfristig, zu fest vereinbarten Konditionen zur Verfügung gestellten Betriebsmittelkreditlinien gedeckt. Darüber hinaus bestehen langfristige Finanzierungstranchen mit einem ausgewogenem Fälligkeitsprofil. Eine rollierende Liquiditätsplanung sichert die jederzeitige uneingeschränkte Zahlungsfähigkeit ab. Geldanlagen und derivative Finanzinstrumente werden unter Berücksichtigung von individuell festgelegten Obergrenzen ausschließlich mit renommierten Kreditinstituten kontrahiert, um eine angemessene Bonität und Prozesssicherheit sicherzustellen, sodass für OBI keine wesentlichen Kreditrisiken aus der Zusammenarbeit mit Kreditinstituten bestehen. Signifikante Kreditrisiken aus Konsumentenkrediten bestehen ebenfalls nicht. Zinsänderungsrisiken bei variabel verzinslichen Kreditaufnahmen werden, sofern sinnvoll, mit Hilfe von derivativen Finanzinstrumenten in Form von Zinsswaps und Zinscaps abgesichert. Währungsrisiken in Form von Transaktionsrisiken werden durch eine stringente Absicherungsstrategie begrenzt. Als derivative Finanzinstrumente können Devisentermingeschäfte, Devisenswaps und Devisenoptionen eingesetzt werden. Die Einhaltung der Absicherungsstrategie wird durch eine strikte Funktionstrennung von Handel und Risiko-Controlling sichergestellt. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten werden Translationsrisiken derzeit nicht abgesichert. Rechtliche Risiken Die Umsetzung und Einhaltung aller relevanten Gesetze und Vorschriften sieht OBI als kritischen Erfolgsfaktor. Bei einer Nichteinhaltung könnten empfindliche Strafen und Reputationsrisiken drohen. Mit einem Compliance-Management stellt OBI wirksam sicher, dass diese Gesetze und Vorschriften vom operativ verantwortlichen Management beachtet und eingehalten werden. Die Rechtsabteilung von OBI sorgt für die rechtzeitige Berücksichtigung etwaiger Gesetzänderungen oder neuer Anforderungen und wickelt nicht vermeidbare Rechtsstreitigkeiten juristisch ab. IT-Risiken OBI gewährleistet durch umfassende organisatorische und technologische Vorkehrungen eine funktionierende IT-Infrastruktur und beugt möglichen Betriebsunterbrechungen sowie IT-Sicherheitsrisiken vor. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Optimierung der IT-Landschaft begegnet OBI den Herausforderungen beim Ausbau digitaler Geschäftsprozesse und sichert damit die Zukunftsfähigkeit des gesamten Unternehmens. Mit der zunehmenden Digitalisierung in der Handelsbranche wird auch eine größer werdende Anzahl an Cyberattacken mit Fokus auf die Handelsunternehmen selbst, auf deren Lieferketten und Zahlungsdienstleister verzeichnet. Besonders größere und komplexere Unternehmen sind häufiger betroffen. OBI analysiert ständig die sich ändernden Bedrohungsszenarien und ergreift geeignete Maßnahmen zur Sicherstellung eines angemessenen Schutzniveaus. Hierbei kann OBI auf einem Fundament aus technischen und organisatorischen Sicherheitsmaßnahmen aufbauen. Zur wirksamen Abhärtung gegen gezielte, erpresserische Angriffe auf OBI ́s IT-Systeme wurde eine interne Abteilung aus Experten für Informationssicherheit gegründet, welche Sicherheitsmaßnahmen und -systeme ganzheitlich entwickeln und in die OBI Gruppe ausrollen. Auch wenn unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet eine 100%ige Sicherheit nicht jederzeit erreichbar ist, bereitet sich OBI vor, um sich gegen Bedrohungen abzusichern und diesen zu effektiv zu begegnen. Gesamtbeurteilung der Risikolage Die sich verschärfenden geopolitischen Konflikte, einschließlich der inflationären Preisentwicklung für Energie, Rohstoffe und Verbraucherpreise und der Hemmnisse in den internationalen Lieferketten, sowie die Folgen der COVID-19 Pandemie, haben die Risikolage beeinflusst. Die Risikolage hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht wesentlich verändert. Sowohl die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken als auch das zentrale Controlling und Rechnungswesen sowie der umfassende Versicherungsschutz tragen dazu bei, den Fortbestand von OBI zu sichern. Alle gegenwärtigen Maßnahmen zum Umgang mit den bislang identifizierten Risiken wurden berücksichtigt. Die verbleibenden Restrisiken werden von der Geschäftsleitung als akzeptabel angesehen. Es bestehen keine Risiken, die den Fortbestand der OBI Gruppe gefährden könnten. 2 | Chancenbericht OBI analysiert mögliche Ereignisse oder Entwicklungen auf sich bietende Chancen, welche durch gezielte Initiativen aktiv genutzt werden sollen. Markt- und branchenspezifische Chancen Die massiven Energiepreiserhöhungen in 2022 drängen die Bevölkerung und OBI Kunden dazu Maßnahmen zu treffen, um Heiz- und Energieverbrauch zu reduzieren. Die Trends "Cocooning" und "Selbstversorgung" erhalten damit nun wieder einen wesentlich höheren Stellenwert, nachdem zuvor die Bevölkerung infolge der Aufhebung der COVID-19 Kontaktbeschränkungen vor allem Fernreisen und außer Haus Aktivitäten nachholte. Diese zusätzliche Nachfrage nach Waren und Lösungen zur Vermeidung von Kosten, kommt der DIY Branche zu Gute, welche als Synonym für das Thema Sparen im Heim steht. Aktuell spiegeln dies auch die gezielten Einkäufe der OBI Kunden wider. Kamine, Elektroheizkörper, Brennstoffe, Thermostate, Stromaggregate, Isolierung und auch Leuchtmittel sind sehr gefragte Waren. OBI hat sich vorbereitet, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen. Die hohe Verbraucherpreisinflation, der Engpass an Handwerkern und auch die gestiegenen Handwerkerkosten tragen auch dazu bei, den "do it yourself"-Geist zu beleben. Kunden nehmen Ausbesserungen, Reparaturen und Renovierungen vermehrt in die eigenen Hände. Dazu bietet OBI Unterstützung und Lösungsorientierung mit Hilfe der "#alles machbar" Videos. OBI sieht sich hier gut positioniert und vorbereitet, um weitere Absatz- und Ergebnispotentiale zu erschließen, sowie mögliche und sinnvolle Kosteneinsparungen umzusetzen und damit seine Position am DIY Markt auszubauen. Strategische Chancen Die Digitalisierung und deren Auswirkung auf das Kundenverhalten erkannte OBI frühzeitig und richtet bereits seit Jahren sein Angebot, sowie seine Organisation, Prozess- und Systemlandschaft konsequent und umfassend auf das Kundenverhalten aus, um sich die hieraus entstehenden Wettbewerbsvorteile zu sichern. Die Stresstests, die die DIY Branche jüngst durch die COVID-19 Pandemie und nun durch die Verbraucherpreisinflation durchlaufen, beschleunigen diese Entwicklung im Kundenverhalten und ebenso die Verschiebung von etablierten stationären hin zu den digitalen Vertriebskanälen. Inzwischen zeigt sich deutlich, dass die DIY Unternehmen, welche die Digitalisierung gut bewältigt haben, sich einen immer größer werdenden Vorsprung innerhalb der Branche herausarbeiten. OBI misst hierbei in der näheren Zukunft vor allem der Generierung von Umsatzzuwachs und Skaleneffekten Bedeutung bei. OBI ist gut aufgestellt, um diese Herausforderung zu meistern. Bereits heute wird die "HeyOBI" App von 4,2 Millionen Kunden benutzt. Sie ermöglicht es OBI diese Kunden gezielt und effizient mit Angeboten anzusprechen, so wie dies bisher mit Papierbeilagen noch nicht möglich war. Nebenbei erlaubt die App dem Kunden, sich Rabatte zu sichern. Die "Alles Machbar"- Plattform erleichtert immer mehr Kunden den direkten Zugang zu den umfassenden Angeboten und Dienstleistungen und Vorteilen von OBI. Mit den Beratungscentern in den eigenen Märkten wird OBI weiter die Vernetzung der verschiedenen Vertriebskanäle ermöglichen und das Kundenerlebnis deutlich verbessern. OBI will seine Fähigkeit weiter ausbauen, das Kundenverhalten noch besser zu verstehen und daraus ein attraktiveres, kundenorientiertes Angebot zu entwickeln, um sich damit entscheidende Wettbewerbsvorteile zu sichern. Trotz der negativen Auswirkungen der Inflation kann OBI auch zur Entwicklung der Länder in der Geschäftsregion Zentraleuropa positive Bilanz ziehen. Die Investitionen der letzten Jahre, beispielsweise in die Cross-Channel Plattform, sollen OBI hier auch in den Folgejahren helfen, weiteren Umsatz- und Ergebniszuwachs zu realisieren. Der internationale eCommerce Rollout soll OBI erlauben, zusätzliche Skaleneffekte zu erzielen. OBI blickt aufgrund der bereits geschaffenen strategisch wichtigen Basis positiv in die Zukunft. Prognosebericht 1 | Gesamtwirtschaftliche Entwicklung und branchenbezogene Rahmenbedingungen Von zentraler Bedeutung für die Geschäftsaussichten für den OBI Konzern ist die künftige Entwicklung der Konsumnachfrage sowie der Bau- und Renovierungstätigkeit in den Ländern, in denen OBI operativ tätig ist. Der private Konsum wird entscheidend von der Entwicklung der Beschäftigung, der Inflation sowie der verfügbaren Einkommen beeinflusst. Auf die Zukunft gerichtete Parameter wie die Konjunktur und Einkommenserwartung oder auch die Anschaffungsneigung der Verbraucher laufen als Stimmungsindikatoren für das Konsumklima den realwirtschaftlichen Daten voraus. Chancen und Risiken für Konjunktur und Konsumneigung bergen insbesondere politische Veränderungen. Überdies können sich außergewöhnliche Witterungsverhältnisse empfindlich auf das Konsumverhalten und unser Saisongeschäft auswirken, wenngleich diese Einflussgröße in der Vorausplanung nicht abgebildet werden kann. 1.1 | Rahmenbedingungen im Ausland Die Europäische Kommission geht in ihrer Herbstprognose 2022 von nur noch einem sehr leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums von 0,3 % für die EU und den Euroraum in 2023 aus. Die wirtschaftlichen Aussichten sind nach wie vor mit einem außergewöhnlichen Maß an Unsicherheit behaftet, da Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine anhält und das Potenzial für weitere wirtschaftliche Störungen noch lange nicht ausgeschöpft ist. Die größte Bedrohung geht von ungünstigen Entwicklungen auf dem Gasmarkt und möglichen weiteren Engpässen, insbesondere im Winter 2023/24, aus. Neben der Gasversorgung bleibt die EU direkt und indirekt weiteren, durch geopolitische Spannungen ausgelösten Schocks auf anderen Rohstoffmärkten ausgesetzt. Bis 2024 wird das Wirtschaftswachstum voraussichtlich allmählich wieder an Fahrt gewinnen und in 2024 im Durchschnitt 1,6 % in der EU und 1,5 % im Euroraum betragen. Die Wachstumsprognosen des Bundesfinanzministeriums im Monatsbericht November 2022 für die Länder, in denen OBI mit seinen Bau- und Gartenmärkten vertreten ist, liegen mit Ausnahme von Deutschland auf oder leicht über dem Niveau des Wachstums in der EU und im Euroraum von 0,3% für 2023. Die Euroconstruct-Gruppe rechnet in ihrer Prognose vom November 2022 mit einem Anstieg des europäischen Bauvolumens um 2,3 % im Kalenderjahr 2023 und 1,4 % in 2024. Die Zuwachsrate im Wohnungsbau wird sich in den kommenden Jahren in Deutschland, Österreich und Ungarn insgesamt abschwächen. In den Ländern Italien, Polen, Slowakei und Tschechien ist hingegen mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen. 1.2 | Rahmenbedingungen in Deutschland Für Deutschland wird im Jahr 2023 von der Bundesregierung in der Herbstprojektion im Wesentlichen aufgrund des russischen Angriffskrieges eine Rezession mit einer Abnahme des BIP preisbereinigt von -0,4 % erwartet. Erst ab 2024 wird sich die Wirtschaft voraussichtlich wieder erholen und auf den Wachstumspfad zurückkehren. Trotz aktueller Herausforderungen geht die Bundesregierung davon aus, dass der Arbeitsmarkt robust bleibt. Die Erwerbstätigkeit wird weiter steigen und die Arbeitsplätze mit Programmen wie Kurzarbeitergeld weiterhin gesichert. Steigende Energiekosten und deren Folgen werden durch stützende staatliche Programme abgemildert. Nach Einschätzungen der Euroconstruct-Gruppe in der Sommerkonferenz 2022 werden in Deutschland im Bereich Bauen sowohl für den Neubau als auch für Bestandsimmobilien (Wohnungen und Gewerbe) die Fertigstellungen im Jahr 2024 verglichen mit dem Jahr 2020 einen Rückgang von ca. 0,4 % verzeichnen. 2 | Gesamtbeurteilung der zu erwartenden Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf des OBI Konzerns Sowohl die systematische Identifikation, Bewertung und Steuerung der Risiken als auch das zentrale Controlling und Rechnungswesen sowie der umfassende Versicherungsschutz tragen dazu bei, den Fortbestand von OBI zu sichern. Alle gegenwärtigen Maßnahmen zum Umgang mit den bislang identifizierten Risiken wurden berücksichtigt. Die verbleibenden Restrisiken werden von der Geschäftsleitung als akzeptabel angesehen. 3 | Prognose der Geschäftsentwicklung Die nachfolgenden Aussagen zu Geschäftsentwicklung des Konzerns basieren auf einer von der Geschäftsführung jährlich aktualisierten Planung, die auf einem Zeithorizont von fünf Jahren basiert und eine operative 12-Monatsplanung enthält. 3.1 Expansion und Investitionen Die Expansion von OBI wird sich in den kommenden Jahren weiterhin auf strategisch ausgewählte Märkte konzentrieren. Darüber hinaus stehen die Investitionen in die Anpassung des Geschäftsmodells im Hinblick auf innovative Marktkonzepte und Ausweitung der Cross-Channel-Aktivitäten im Vordergrund. 3.2 Umsatz- und Ertragsprognose Vor dem Hintergrund der oben geschilderten gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Rahmenbedingungen erwarten wir einen leichten Rückgang des Konzernumsatzes im unteren, einstelligen Prozentbereich und ein EBT im mittleren, zweistelligen Millionenbereich. 3.3 Prognose der Personalentwicklung Der bedeutsame nichtfinanzielle Leistungsindikator Mitarbeiterzahl wird sich voraussichtlich analog zu der Anzahl der OBI Märkte sowie in Abhängigkeit des Personalbedarfs für die Anpassung des Geschäftsmodells auf Vorjahresniveau entwickeln. Dank an die Mitarbeitenden und Kunden Wir danken unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr mit großem Engagement eingesetzt haben. Wir danken unseren Kunden für das erneute Vertrauen, das sie uns im Geschäftsjahr entgegengebracht haben.
Wermelskirchen, den 24.02.2023 OBI Group Holding Management SE, Wermelskirchen Dr. Sebastian Gundel Oliver Geiling Manuel van de Kamp, Franz-Peter Tepaß Dr. Gonn Weide Bericht des Aufsichtsrates zur HauptversammlungDer Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis 31.12.2022 seinen gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgaben entsprechend von dem Vorstand regelmäßig über den Gang der Geschäfte und über grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik berichten lassen. Ferner hat der Aufsichtsrat die Rentabilität, den Umsatz und die Lage der Gesellschaft sowie die beabsichtigte Geschäftspolitik und andere grundsätzliche Fragen der Unternehmensplanung verhandelt. Daneben wurden wichtige geschäftliche Einzelvorfälle, insbesondere solche, die für die Rentabilität oder Liquidität von erheblicher Bedeutung sein können, erörtert und die aufgrund gesetzlicher und satzungsmäßiger Bestimmungen zur Zustimmung vorgelegten Geschäfte behandelt. Der Konzernjahresabschluss zum 31.12.2022 und der Konzernlagebericht ist von der zum Abschlussprüfer bestellten KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Köln, unter Einbeziehung der Buchhaltung geprüft, als mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften übereinstimmend befunden und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Der Aufsichtsrat hat den Konzernjahresabschluss zum 31.12.2022 und den Konzernlagebericht seinerseits geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich zudem vom Abschlussprüfer über den Gang und die wesentlichen Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung für 2022 berichten lassen. Es bestehen keine Bedenken gegen das Ergebnis der Prüfung des Konzernjahresabschlusses und des Konzernlageberichts durch die Abschlussprüfer. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung des Aufsichtsrates werden keine Einwendungen erhoben. Der Aufsichtsrat billigt den vom Vorstand aufgestellten Konzternjahresabschluss.
Wermelskirchen, den 27.06.2023 Der Aufsichtsrat Christian W. E. Haub, Vorsitzender Entwicklung des Konzernanlagevermögens (erweiterte Bruttodarstellung) für das Geschäftsjahr 2022
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022Aktiva
Passiva
Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2021 gemäß DRS 22
Konzern-Eigenkapitalspiegel zum 31. Dezember 2022 gemäß DRS 22
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022
Konzern-Kapitalflussrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 gemäß DRS 21
Der Finanzmittelfonds setzt sich aus dem Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten von insgesamt TEUR 105.994 (i. Vj. TEUR 248.706) sowie kurzfristigen Kontokorrentkonten und Tagesgeldern von TEUR -285.864 (i. Vj. TEUR -120.071) zusammen. Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Konzernabschlusses Der Konzernabschluss der OBI Group Holding SE & Co. KGaA (nachfolgend "OGH") wird nach den Vorschriften der §§ 290 ff. HGB i.V.m. §§ 278 ff. AktG aufgestellt. Die OGH mit Sitz in Wermelskirchen ist beim Amtsgericht Köln im Handelsregister, Abteilung B, unter Nr. 75958 eingetragen. Die im Konzernabschluss erfassten Abschlüsse der einbezogenen Unternehmen unterliegen einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsrichtlinien. Der Konzernabschluss der OBI Group Holding SE & Co. KGaA wird in den Konzernabschluss der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, München, einbezogen, der beim Amtsgericht München hinterlegt ist. Die Einlagen der stillen Gesellschafter werden grundsätzlich separat unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Verluste werden dem typisch stillen Gesellschafter nur bis zu seiner Einlagenhöhe zugewiesen. Die Entkonsolidierung von sechs russischen Gesellschaften zum 1. März 2022 hat die Konzernbilanz wesentlich beeinflusst. Die Konzernbilanzposten reduzierten sich durch diesen Vorgang zum Bilanzstichtag wie folgt:
In der Gewinn- und Verlustrechnung schlägt sich die Veränderung des Konsolidierungskreises im Wesentlichen im sonstigen betrieblichen Aufwand nieder. Neben dem Abgang der Vermögensgegenstände und Schulden beinhaltet dieser Posten im Wesentlichen Wertberichtigungen auf Forderungen und Darlehen sowie passivierte Mietgarantien.
Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss der OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Wermelskirchen, werden grundsätzlich alle Unternehmen einbezogen, die die Vorraussetzungen des § 290 Abs. 2 HGB erfüllen. Es wurden insgesamt 53 (i. Vj. 51) inländische und 25 (i. Vj. 37) ausländische Gesellschaften nach den Vorschriften über die Vollkonsolidierung einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst somit neben der Muttergesellschaft 77 (i. Vj. 87) rechtlich selbstständige Gesellschaften. Zum 1. Januar / 1. März 2022 erhöhte sich der Konsolidierungskreis um zwei Gesellschaften durch Anteilserwerb:
Sechs russisch vollkonsolidierte Gesellschaften wurden zum 1. März 2022 wegen Länderexit entkonsolidiert:
Sechs vollkonsolidierte Gesellschaften sind zum 30. April / 31. Juli 2022 liquidiert:
Die folgenden Gesellschaften werden wegen ihrer untergeordneten Bedeutung hinsichtlich der Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (§ 296 Abs. 2 HGB) nicht in den Konzernabschluss einbezogen:
Beteiligungen an nicht vollkonsolidierten Unternehmen, bei denen der OGH direkt oder indirekt zwischen 20 % und 50 % der Stimmrechte zustehen und bei denen sie einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausübt, werden nach der Equity-Methode bewertet und im Anlagengitter als "Beteiligungen an assoziierten Unternehmen" ausgewiesen. An einer Gesellschaft hält die OGH direkt 52,25 % Stimmrechte, kann jedoch nur einen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik ausüben. Insgesamt wurden 20 (i. Vj. 20) assoziierte Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Die Aufstellung des Anteilsbesitzes der Gesellschaft ist diesem Anhang als Anlage beigefügt. Konsolidierungsgrundsätze Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens aufgestellt. Die Erstkonsolidierung erfolgt gemäß § 301 Abs. 2 Satz 1 HGB zu dem Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist. Bis zum 31. Dezember 2009 erfolgte die Erstkonsolidierung zum Zeitpunkt des Erwerbs oder gemäß § 301 Abs. 2 2. Alternative HGB a. F. zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konzern. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte bis zum 31. Dezember 2009 nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Nr. 1 HGB a. F. Seit Einführung des BilMoG zum 1. Januar 2010 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB. Der Wertansatz der einbezogenen Tochterunternehmen wird dabei mit dem anteilig neubewerteten Eigenkapital des Tochterunternehmens verrechnet. Die bei der Erstkonsolidierung entstandenen aktiven Unterschiedsbeträge betreffen Geschäfts- oder Firmenwerte, die über einen Zeitraum von acht Jahren abgeschrieben werden; Einzelbeträge bis TEUR 25 werden --ebenso wie nicht werthaltige Firmenwerte-- sofort abgeschrieben. Die planmäßige Nutzungsdauer des entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI Marktauftritts acht Jahre. Die aus der Erstkonsolidierung entstandenen technisch passiven Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung in Höhe von TEUR 6.236 (i. Vj. TEUR 6.805) werden gesondert unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. In den passiven Unterschiedsbeträgen sind aktive Unterschiedsbeträge in Höhe von TEUR 151 (i. Vj. TEUR 151) enthalten. Zum Teil werden passivische Unterschiedsbeträge gemäß § 309 Abs. 2 Nr. 1 2. Halbsatz HGB anteilig aufgelöst. Werden nach Erlangung des beherrschenden Einflusses weitere Anteile an einem Tochterunternehmen erworben oder veräußert, ohne dass der Status als Tochterunternehmen sich verändert, wird diese Transaktion konzerneinheitlich als Kapitalvorgang nach dem 31. Dezember 2015 abgebildet. Dies bedeutet, dass eine Neubewertung der Vermögensgegenstände und Schulden sowie die Aktivierung oder Passivierung eines Unterschiedsbetrags und dessen erfolgswirksamer Folgebilanzierung, entfällt. Stattdessen sind die Anschaffungskosten der weiteren Anteile mit dem hierauf entfallenden nicht beherrschenden Anteil am Eigenkapital zum Zeitpunkt des Erwerbs dieser Anteile zu verrechnen. Ein sich hieraus ergebender Unterschiedsbetrag (aktiv oder passiv) ist erfolgsneutral mit dem Konzerneigenkapital, vorrangig mit den Gewinnrücklagen, zu verrechnen. Weder aktivische noch passivische Unterschiedsbeträge wurden sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr mit dem Verlustvortrag verrechnet. Die assoziierten Unternehmen werden im Rahmen der Equity-Bilanzierung unverändert nach der Buchwertmethode (§ 312 Abs. 1 HGB) angesetzt. Weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr gab es Anschaffungskosten für Equity-Gesellschaften; somit entstanden wie im Vorjahr keine Firmenwerte. Die Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung werden grundsätzlich über acht Jahre linear abgeschrieben. Die planmäßige Nutzungsdauer des entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI Marktauftritts acht Jahre. Der Restbuchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung beträgt zum Bilanzstichtag TEUR 6 (i. Vj. TEUR 10). Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Equity-Bewertung werden im Anlagengitter als Nettoausweis ausgewiesen. Die Summe der negativen Equity-Werte beträgt TEUR 1.075 (i. Vj. TEUR 919). Die planmäßigen Abschreibungen der Geschäfts- oder Firmenwerte im Berichtsjahr betragen TEUR 3 (i. Vj. TEUR 3). Zu- und Abgänge der Beteiligungen an assoziierten Unternehmen, die die anteiligen Eigenkapitalveränderungen aus nicht vereinnahmten Ergebnissen betreffen, werden im Anlagespiegel als Zugang oder Abgang der historischen Anschaffungskosten ausgewiesen. Hinsichtlich der jeweiligen Anteile am Kapital und den Stimmrechten an Gesellschaften, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden, verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste. Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden im Rahmen der Schuldenkonsolidierung gegeneinander aufgerechnet (§ 303 HGB). Die Umsätze zwischen Konzernunternehmen und die übrigen konzerninternen Erträge und Aufwendungen (§ 305 HGB) sowie Zwischenergebnisse (§ 304 HGB) wurden eliminiert. Seit Einführung von BilRUG zum 01. Januar 2016 werden Zwischenergebniseliminierungen bei assoziierten Unternehmen nach § 312 Abs. 5 Satz 3 i.V.m. §§ 312 Abs. 2 und 304 Abs. 2 HGB vorgenommen. Gemäß § 306 HGB wurden aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen aktive latente Steuerabgrenzungen gebildet. Die Eigenkapitalanteile von Mitgesellschaftern der konsolidierten Gesellschaften werden als nicht beherrschende Anteile im Eigenkapital ausgewiesen (§ 307 Abs. 1 HGB). Währungsumrechnung Die Aktiv- und Passivposten der auf fremde Währung lautenden Bilanzen wurden, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zum historischen Kurs in Euro umgerechnet wurde, zum Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag gemäß § 308a HGB in Euro umgerechnet. Die Posten der Gewinn- und Verlustrechnung wurden zum Jahresdurchschnittskurs in Euro umgerechnet. Die sich ergebende Umrechnungsdifferenz ist innerhalb des Konzerneigenkapitals nach den Rücklagen unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Bei teilweisem oder vollständigem Ausscheiden des Tochterunternehmens ist der Posten in entsprechender Höhe erfolgswirksam aufzulösen. Alle entstandenen Währungsunterschiede im Rahmen von Konsolidierungsmaßnahmen werden bis auf die Schuldenkonsolidierung erfolgsneutral im Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" gebucht. Der Währungsunterschied aus der Schuldenkonsolidierung wird erfolgswirksam ausgewiesen. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen gemäß den HGB-Vorschriften aufgestellt. Bewertungswahlrechte werden im Einzel- und Konzernabschluss einheitlich ausgeübt. Die Abschreibung der Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß § 309 Abs. 1 HGB planmäßig über die voraussichtliche Nutzungsdauer von acht Jahren. Die planmäßige Nutzungsdauer des entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI Marktauftritts acht Jahre. Sowohl im Geschäftsjahr als auch im Vorjahr wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung vorgenommen. Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Einzelabschlüssen aus Vorjahren werden unverändert über einen Zeitraum von 15 Jahren linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer für aus Vorjahren stammende Geschäfts- und Firmenwerte im Inland ist auf die durchschnittliche Laufzeit der Mietverträge der Marktgesellschaften zurückzuführen. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls um außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten im Wesentlichen Software und werden grundsätzlich linear über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von drei Jahren abgeschrieben. Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und gegebenenfalls erforderliche außerplanmäßige Abschreibungen, bewertet. Bei vollständigem oder teilweisem Entfall der Gründe für eine außerplanmäßige Abschreibung erfolgt gemäß § 253 Abs. 5 HGB eine Wertaufholung bis, soweit es sich um abnutzbare Vermögensgegenstände handelt, zum fortgeführten Buchwert, höchstens jedoch bis zu den Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Vermögensgegenstände des unbeweglichen Sachanlagevermögens werden grundsätzlich linear abgeschrieben. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände des beweglichen Sachanlagevermögens werden nach der linearen Abschreibungsmethode auf der Grundlage ihrer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Den Abschreibungen zugrunde liegenden Nutzungsdauern:
Vermögensgegenstände mit einem Einzelanschaffungswert in Höhe von EUR 250,00 bis EUR 800,00 ohne Umsatzsteuer, folgt die handelsrechtliche Bewertung dieser Wirtschaftsgüter der steuerlichen Bewertung als geringwertiges Wirtschaftsgut, was die vollständige Abschreibung im Jahr des Zugangs zur Folge hat. Vermögensgegenstände mit einem Einzelanschaffungswert von über EUR 800,00 ohne Umsatzsteuer werden über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Im Rahmen von Sale-and-Lease-Back (SLB) wurden in Vorjahren drei Standorte von den jeweiligen Marktbetreibergesellschaften für eine Dauer von 15 Jahren (ohne Verlängerungsoptionen) geleast. Hieraus resultierende Vermögensgegenstände werden weiterhin im Anlagevermögen ausgewiesen. Korrespondierend wird unter den sonstigen Verbindlichkeiten eine Verbindlichkeit gegenüber dem Leasinggeber ausgewiesen. Die Anteile an verbundenen Unternehmen werden zu (Konzern-)Anschaffungskosten angesetzt, sofern keine außerplanmäßige Abschreibung wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung erforderlich ist. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen sind zu Anschaffungskosten, gegebenenfalls erhöht bzw. vermindert um die anteiligen, noch nicht vereinnahmten Ergebnisse der Gesellschaft und vermindert um planmäßige Abschreibung der aktiven Unterschiedsbeträge bei einer Nutzungsdauer von acht Jahren bewertet. Die planmäßige Nutzungsdauer des entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes beträgt aufgrund des durchschnittlichen Innovationszyklus des OBI Marktauftritts acht Jahre. Bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung erfolgt eine außerplanmäßige Abschreibung des aktivischen Unterschiedsbetrages. Die sonstigen Ausleihungen sind zum Nennwert bilanziert. Die Vorräte werden mit den durchschnittlichen (Konzern-)Einstandspreisen abzüglich Anschaffungspreisminderungen, Einzelwertberichtigungen sowie Wertabschlägen in Abhängigkeit der Artikelreichweite und der Gängigkeit bewertet. Bei der Bewertung des Vorratsvermögens werden die den Vermögensgegenständen einzeln zugeordneten Anschaffungspreisminderungen (im Wesentlichen sofort gewährte Rabatte, Skonti, Sofortboni etc.) berücksichtigt. Die lediglich einzeln zuordenbaren Anschaffungspreisminderungen (im Wesentlichen nachträglich gewährte Staffelboni, Festwertboni etc.) werden hingegen unmittelbar ertragswirksam erfasst. Im Materialaufwand werden auf Konzernebene gruppeninterne Zwischenergebnisse aus der Vorratsbewertung bereinigt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Die in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen liegenden Risiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Bezüglich der vorgenommenen Verrechnungen nach § 246 Abs. 2 HGB verweisen wir auf unsere Erläuterungen zu dem Konzernbilanzposten Rückstellungen aus Pensionsverpflichtungen. Die Bewertung von Fremdwährungsforderungen erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Bei Forderungen mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden das Anschaffungskostenprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und das Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB nicht angewendet. Am 9. November 2015 hat die OBI GmbH Schuldscheindarlehen (SSD) in Höhe von insgesamt TEUR 250.000 erfolgreich im Markt platziert. Die Olympics Baumarkt Holding GmbH hat neben der OBI Group Holding SE & Co. KGaA eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die SSD übernommen. Die SSD sind wie folgt vereinbart: TEUR 44.500, variable Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre, TEUR 101.000, feste Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre, TEUR 20.000, variable Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre, TEUR 61.500, feste Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre und TEUR 23.000, feste Verzinsung, Laufzeit zehn Jahre. Die Tranchen sind endfällig und am 9. November 2020, 9. November 2022 bzw. 10. November 2025 komplett zurückzuzahlen. Die Tranchen in Höhe von TEUR 44.500, variable Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre sowie TEUR 101.000, feste Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre wurden am 9. November 2020, die Tranchen TEUR 20.000, variable Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre, TEUR 61.500, feste Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre wurden am 9. November 2022 termingerecht zurückgezahlt. Am 25. Mai 2021 hat die OBI Group Holding SE & Co. KGaA Schuldscheindarlehen (SSD) in Höhe von insgesamt TEUR 250.000 erfolgreich im Markt platziert. Die Olympics Baumarkt Holding GmbH hat neben der OBI GmbH eine unbedingte und unwiderrufliche Garantie für die SSD übernommen. Die SSD sind wie folgt vereinbart: TEUR 13.500, feste Verzinsung, Laufzeit drei Jahre, TEUR 12.500, variable Verzinsung, Laufzeit drei Jahre, TEUR 77.000, feste Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre, TEUR 38.500, variable Verzinsung, Laufzeit fünf Jahre, TEUR 62.000, feste Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre, TEUR 19.000, variable Verzinsung, Laufzeit sieben Jahre und TEUR 27.500, feste Verzinsung, Laufzeit zehn Jahre. Die Tranchen sind endfällig und am 25. Mai 2024, 25. Mai 2026, 25. Mai 2028 bzw. 25 Mai 2031 komplett zurückzuzahlen. Neben der latenten Steuerabgrenzung infolge von Konsolidierungsmaßnahmen (§ 306 HGB) wurden latente Steuerabgrenzungen gemäß § 274 HGB auf Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen, der Handelsbilanz I und II sowie auf steuerliche Verlustvorträge --soweit sie zukünftig nutzbar sind-- gebildet. Soweit aktive latente Steuern in Folgejahren voraussichtlich nicht genutzt werden können, erfolgt eine Wertberichtigung. Das nach § 274 Abs. 1. Satz 3 HGB bestehende Wahlrecht zur unverrechneten Angabe der aktiven und passiven latenten Steuern wurde nicht in Anspruch genommen und somit eine Saldierung vorgenommen. Auf die nach DRS 18 zusätzlich geforderten Angaben wurde teilweise verzichtet. Wir verweisen auf unsere Erläuterungen zu dem Bilanzposten "Aktive latente Steuern". In den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Aufwendungen für einen bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen. Die sich aus der Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen ergebenden Währungsdifferenzen werden gesondert unter dem Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" ausgewiesen. Der passivische Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung wird nach § 301 Abs. 3 HGB in einem gesonderten Posten unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden versicherungsmathematisch unter Zugrundelegung biometrischer Wahrscheinlichkeiten (Richttafeln Prof. Dr. Heubeck 2018 G) nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Methode) ermittelt. Zukünftige, erwartete Entgelt- und Rentensteigerungen werden bei der Ermittlung der Verpflichtungen berücksichtigt. Dabei wird durch OBI derzeit von jährlichen Anpassungen von 2,0 % bei den Renten ausgegangen. Der zu Grunde gelegte Rechnungszinsfuß für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen beläuft sich zum 31. Dezember 2022 auf 1,79 % bzw. 1,45 %. Es handelt sich um den von der Deutschen Bundesbank ermittelten und veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn bzw. sieben Jahre für eine angenommene Restlaufzeit von 15 Jahren. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem zehn bzw. sieben Jahreszinssatz beläuft sich auf TEUR 707 (i. Vj. TEUR 1.063). Die Gehaltsentwicklung wurde mit 2,0 % für Deutschland und durchschnittlich mit 2,69 % für das Ausland berücksichtigt. Die Rückstellungen berücksichtigen alle bis zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Bei der Ermittlung der Rückstellungen werden zukünftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt, wenn ausreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden und von der Deutschen Bundesbank herausgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Die Bewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt unter Berücksichtigung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag. Bei Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr werden das Anschaffungskostenprinzip des § 253 Abs. 1 Satz 1 HGB und das Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB nicht angewendet. Die nicht eingeforderten Einzahlungsverpflichtungen auf Kommanditbeteiligungen (insbesondere gegenüber Leasingobjektgesellschaften) werden in Ausübung eines Ansatzwahlrechts nicht als Verbindlichkeit passiviert, sondern nachrichtlich im Anhang im Rahmen der Haftungsverhältnisse aufgeführt. Die Ausübung des Ansatzwahlrechts führt zu einer entsprechend niedrigeren Bilanzsumme. Die Einlagen der stillen Gesellschafter werden grundsätzlich unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. In den passiven Rechnungsabgrenzungsposten werden Einnahmen vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, die Erträge für einen bestimmten Zeitraum nach dem Abschlussstichtag darstellen. Einzelangaben zur Konzernbilanz und zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Das Konzernanlagengitter und der Konzernverbindlichkeitenspiegel sind als Anlage zum Anhang dargestellt. Die zum Bilanzstichtag verbleibenden Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung betragen TEUR 655 (i. Vj. TEUR 39). Im Geschäftsjahr betragen die planmäßigen Abschreibungen TEUR 84 (i. Vj. TEUR 20), weder im Berichtsjahr noch im Vorjahr gab es außerplanmäßige Abschreibungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 244 (i. Vj. TEUR 2.666) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten in Höhe von TEUR 277.791 (i. Vj. TEUR 173.749) Forderungen gegenüber Gesellschaftern. Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten in Höhe von TEUR 19 (i. Vj. TEUR 19) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.042 (i. Vj. TEUR 3.341) haben eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Latente Steuern werden für zeitliche Unterschiede zwischen den handelsrechtlichen und steuerlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten ermittelt. Diese können zum einen aus unterschiedlichen Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz, aus Anpassungen von Bilanzansätzen an konzerneinheitliche Bilanzierung und Bewertung sowie aus Konsolidierungsmaßnahmen entstehen. Zusätzlich zu diesen Bilanzierungs- und Bewertungsunterschieden werden steuerliche Verlustvorträge berücksichtigt. Bei den Verlustvorträgen wird darauf abgestellt, ob eine Nutzung innerhalb der auf das Berichtsjahr folgenden fünf Geschäftsjahre zu erwarten ist. Die entsprechende Beurteilung erfolgt auf der Basis einer Planungsrechnung, die sich einerseits aus historischen Erfahrungswerten, wirtschaftlicher Entwicklung der Gesellschaft sowie des Umfeldes und sonstigen bekannten Trends zusammensetzt. Bei neuen Erkenntnissen wird die Planung entsprechend angepasst. Insgesamt werden bei der Gesellschaft unter Ausübung des Saldierungswahlrechts nach § 274 HGB folgende aktive latente Steuern ausgewiesen:
Zum 31. Dezember 2022 bestehen Wertberichtigungen auf die aktiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 34.659 (i. Vj. TEUR 32.087). Aktive Latenzen resultierten im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den immateriellen Vermögensgegenständen, Vorräten, sonstigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten. Passive Latenzen ergaben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Sachanlagen, Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen sowie sonstigen Rückstellungen. Bei der Bewertung der latenten Steuern für die ausländischen Gesellschaften liegen die in den einzelnen Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zu Grunde. Diese basieren grundsätzlich auf den am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen. In Deutschland ist bei der Ermittlung des Steuersatzes für die Gewerbesteuer der durchschnittliche Hebesatz aller deutschen OBI Gesellschaften zu Grunde gelegt worden. Für körperschaftsteuerliche Zwecke ist der gesetzliche Steuersatz um den Solidaritätszuschlag erhöht worden. Da die OBI Group Holding SE & Co. KGaA ihrerseits selber körperschaftsteuerlich und gewerbesteuerlich Organgesellschaft der Olympics Baumarkt Holding GmbH ist, werden für die zum ertragsteuerlichen Organkreis zugehörigen Kapitalgesellschaften und für sie selber keine latenten Steuern ausgewiesen. Diese werden erst auf Ebene der Olympics Baumarkt Holding GmbH berücksichtigt. Insgesamt kamen folgende Steuersätze zur Anwendung:
1 Kombinierter Ertragsteuersatz (bzw.
Gewerbesteuersatz)
Die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten latenten Steueraufwendungen belaufen sich auf TEUR 1.956 (i. Vj. TEUR 2.859 Ertrag). Das Grundkapital der KGaA beträgt TEUR 100.000. Es ist eingeteilt in 100.000.000 Namensaktien im Nennbetrag von jeweils 1,00 Euro. Der Konzernbilanzverlust beinhaltet den Verlustvortrag in Höhe von TEUR 236.216 (Stand 01. Januar 2022). Der passivische Unterschiedsbetrag in Höhe von TEUR 6.236 (i. Vj. TEUR 6.805) hat sich sowohl aufgrund von erfolgswirksamer Auflösung in Höhe von TEUR 472 als auch von Währungsanpassungen in Höhe von TEUR 97 vermindert. Im Rahmen des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB wurden insgesamt TEUR 451 (i. Vj. TEUR 467) Aktivwerte aus verpfändeten Rückdeckungsversicherungen mit bestehenden Pensionsverpflichtungen in Höhe von TEUR 1.251 (i. Vj. TEUR 1.267) verrechnet. Die Aktivwerte entsprechen den Zeitwerten. Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 20 (i. Vj. TEUR 26) wurden mit Zinserträgen in Höhe von TEUR 10 (i. Vj. TEUR 10) verrechnet.
In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 37.018 (i. Vj. TEUR 31.556) enthalten. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 37.853 (i. Vj. TEUR 31.845) enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, enthalten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 12.548 (i. Vj. TEUR 11.379). Nach Tätigkeitsbereichen aufgeteilt, setzen sich die Umsatzerlöse wie folgt zusammen:
Die Umsätze wurden in folgenden Regionen erwirtschaftet:
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge im Wesentlichen aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 37.882; i. Vj. TEUR 54.228), aus der Auflösung von Wertberichtigungen (TEUR 3.204; i. Vj. TEUR 2.381), aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (TEUR 4.035; i. Vj. TEUR 471) sowie aus den sonstigen Erträgen (TEUR 2.948; i. Vj. TEUR 5.679) enthalten. In den Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen von TEUR 70.212 (i. Vj. TEUR 72.163) sind wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert (§ 253 Abs. 3 Satz 3 HGB) vorgenommen worden. Im Vorjahr hat der Konzern an seine Mitarbeiter Kurzarbeitergeld ausbezahlt. In Höhe der ausgezahlten Beträge erfolgt monatlich die Einbuchung einer Forderung gegen die Bundesagentur für Arbeit und diverse Krankenkassen. In der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt eine ergebnisneutrale Dartstellung: das als Personalaufwand gebuchte ausbezahlte Kurzarbeitergeld wird mit der Erstattung durch die Bundesanstalt für Arbeit saldiert. Abweichend hierzu stellen die pauschalierten Erstattungen der vom Arbeitgeber zu tragenden Aufwendungen zur Sozialversicherung keinen durchlaufenden Posten dar, da das bilanzierende Unternehmen in Bezug auf die Sozialversicherungsbeiträge primär verpflichtet bleibt und diese Aufwendungen somit als Personalaufwand zu erfassen hat. Daher wird dieser Sachverhalt in der Gewinn- und Verlustrechnung im Personalaufwand erfasst. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens (TEUR 1.439; i. Vj. TEUR 517), aus den Entkonsolidierungsaufwendungen (TEUR 20.282; i. Vj. TEUR 762 sowie aus den sonstigen Aufwendungen (TEUR 108.540; i. Vj. TEUR 12.663) enthalten. Das Gesamthonorar des Konzernabschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:
Derivative Finanzinstrumente Als derivative Finanzinstrumente werden von der OBI Gruppe Devisentermingeschäfte eingesetzt. Diese Derivate dienen wirtschaftlich zur Sicherung von festen und geplanten Cash Flows sowie konzerninternen Anlage- und Darlehensverträgen in fremder Währung. Die Sicherungsinstrumente in Bewertungseinheiten werden abgestimmt auf das abzusichernde Risiko abgeschlossen, wodurch ein hochwirksamer Ausgleich der gegenläufigen Zahlungsströme aus Sicherungsinstrument und abgesichertem Risiko - nachgewiesen auf Basis der Critical Term Match-Methode (prospektiv) sowie Dollar-Offset-Methode (retrospektiv) - sichergestellt wird. Bei den abgesicherten antizipativen Transaktionen handelt es sich im Wesentlichen um geplante Einkaufsgeschäfte der Zentralgesellschaften. Das Volumen der hochwahrscheinlichen Transaktionen wurde auf Basis historischer Entwicklungen sowie unter Berücksichtigung der aktuellen und zu erwartenden Geschäftsentwicklung festgelegt. Alle zur Absicherung von bestehenden Währungsrisiken abgeschlossenen Devisentermingeschäfte werden innerhalb der nächsten 24 Monate fällig. Der Marktwert der Derivate entspricht dem Betrag, den die OBI Gruppe bei Beendigung des Finanzinstruments entweder erhalten würde (positive Marktwerte) oder zahlen müsste (negative Marktwerte). Die Bewertung der derivativen Finanzinstrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert am Bilanzstichtag. Soweit die Derivate nicht Teil einer Bewertungseinheit i.S.v. § 254 HGB sind, werden nach handelsrechtlichen Bewertungsgrundsätzen negative Bewertungsergebnisse erfolgswirksam erfasst und führen zur Bildung von Rückstellungen für drohende Verluste. Im Gegensatz hierzu sind positive Bewertungsergebnisse nicht zu berücksichtigen soweit diese die ursprünglichen Anschaffungskosten übersteigen. Die zum Bilanzstichtag offenen Geschäfte gliedern sich wie folgt:
Für die Bilanzierung der oben genannten Finanzinstrumente gilt folgendes: Bei den Devisentermingeschäften mit negativen Marktwerten werden Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften gebildet, soweit keine Bewertungseinheit mit dem Grundgeschäft besteht. Positive Marktwerte aus Devisentermingeschäften werden nicht bilanziert. Die OBI Gruppe wählt für alle Sicherungsbeziehung zu einer Bewertungseinheit die Einfrierungsmethode. Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag wurden anhand aktueller Marktparameter unter Bezugnahme anerkannter Berechnungsmodelle ermittelt. Für die Ermittlung der Marktwerte von Devisentermingeschäften wird der kontrahierte Terminkurs mit dem Terminkurs zum Stichtag für die Restlaufzeit des jeweiligen Kontraktes verglichen. Sonstige Angaben 1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet-, Leasing- und Wartungsverträgen betragen TEUR 2.886.615 (i. Vj. TEUR 2.956.239) und sind wie folgt fällig:
Miete/Leasing stellt eine Finanzierungsform dar und führt zu einer Verkürzung der Bilanzsumme. Aus dem Bestellobligo für Investitionen im Anlagevermögen, zu denen noch keine Lieferung stattgefunden hat, ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 1.381 (i. Vj. TEUR 3.301). Aus Verpflichtungen aus langfristigen Abnahmeverträgen im Umlaufvermögen, zu denen noch keine Lieferung stattgefunden hat, ergibt sich ein Betrag in Höhe von TEUR 6.902 (i. Vj. TEUR 5.730). 2. Haftungsverhältnisse Die Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien betragen TEUR 3.344 zugunsten assoziierten Unternehmen (i. Vj. TEUR 4.199 zugunsten assoziierten Unternehmen). Eine zeitlich unbefristete Patronatserklärung ist, wie im Vorjahr, auf TEUR 1.000 für ein assoziiertes Unternehmen beschränkt. Das die Patronatserklärung abgebende Konzernunternehmen hat sich verpflichtet, die betroffenen Gesellschaften so auszustatten, dass sie allen finanziellen und wirtschaftlichen Verpflichtungen ihren Gläubigern gegenüber nachkommen kann. Des Weiteren betragen die nicht geleisteten Hafteinlagen TEUR 6.214, davon gegenüber Dritten TEUR 2.590 und gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 3.624 (i. Vj. TEUR 8.975, davon gegenüber Dritten TEUR 5.351 und gegenüber assoziierten Unternehmen TEUR 3.624). Darüber hinaus bestehen weitere Verpflichtungen aus Delkredererisiko für Dritte in Höhe von TEUR 110.512 (i. Vj. TEUR 131.665) aus Zentralregulierung der OBI Heimwerker- und Freizeitbedarf Handelsgesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. Kommanditgesellschaft, Wermelskirchen, sowie der OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH, Wien/Österreich. Von einer Inanspruchnahme aus Patronatserklärungen, Bürgschaften oder Garantien ist derzeit nicht auszugehen, weil die betreffenden Gesellschaften über ausreichende Möglichkeiten zur Liquiditätsbeschaffung verfügen. 3. Angaben der Befreiung der Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 264a Abs. 1 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften. Eine Personenhandelsgesellschaft im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB ist unter bestimmten Voraussetzungen (§ 264b HGB) von der Verpflichtung befreit, einen Jahresabschluss und einen Lagebericht nach den Vorschriften der für Kapitalgesellschaften geltenden Regeln aufzustellen, prüfen zu lassen und offen zu legen. Folgende Personenhandelsgesellschaften im Sinne des § 264a Abs. 1 HGB, die in den Konzernabschluss einbezogen werden, nehmen diese Erleichterungsvorschrift teilweise in Anspruch:
4. Angaben der Befreiung der Kapitalgesellschaft i.S.d. § 264 Abs. 3 HGB von der Pflicht zur Aufstellung eines Jahresabschlusses nach den für Kapitalgesellschaften geltenden Vorschriften Folgende Kapitalgesellschaften im Sinne des § 264 Abs. 3 HGB, die in den Konzernabschluss einbezogen werden, nehmen diese Erleichterungsvorschrift teilweise in Anspruch und legen den Jahresabschluss (und ggf. Lagebericht) nicht offen:
5. Organe der OBI Group Holding SE & Co. KGaA Gemäß dem Gesellschaftsvertrag sind Organe die Geschäftsführung, der Aufsichtsrat sowie der Gesellschafterausschuss, der zurzeit mit dem Aufsichtsrat personenidentisch ist. Die OBI Group Holding Management SE als persönlich haftende Gesellschafterin übernimmt die Geschäftsführung und gesetzliche Vertretung der OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Wermelskirchen. Zu Vorständen der OBI Group Holding Management SE, Wermelskirchen, sind bestellt: Dr. Sebastian Gundel, Düsseldorf, (ab 22. September 2022), Vorsitzender des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen, Sergio Giroldi, Ghemme/Italien, (bis 21. September 2022), Vorsitzender des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen, Oliver Geiling, Köln, Mitglied des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen, Oliver Tackmann, Hürth, (bis 24. August 2022) Mitglied des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen, Franz-Peter Tepaß, Straelen, Mitglied des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen, Manuel van de Kamp, Münster (ab 1. November 2022), Mitglied des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI Smart Technologies GmbH, Wermelskirchen, Dr. Gonn Weide, Neuss, Mitglied des Vorstandes und gleichzeitig Geschäftsführer der OBI GmbH, Wermelskirchen. Mitglieder des Aufsichtsrates/Gesellschafterausschusses der OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Wermelskirchen, waren im abgelaufenen Geschäftsjahr: Christian Haub, Magister der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Vorsitzender der Geschäftsführung Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, (Vorsitzender), Achim Breidenstein, Rechtsanwalt, Geschäftsführer der Lueg Verwaltungsgesellschaft mbH, (stellvertretender Vorsitzender), Jaap Schalken, Ratingen, Associate Partner bei Bencis Capital Partners Deutschland GmbH, Ágnes Faragó, München, Chief Financial Officer der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Peter Fink, Hamm, (bis 10. Mai 2022) Berater, Dr. Andreas Guldin, München, Chief Global Strategist & Owner Representative der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG, Alfred Gutekunst, Stuttgart, (ab 11. Mai 2022), Chief Retail Officer & Family Officer der Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG. Die Aufwendungen für die persönlich haftende Gesellschafterin belaufen sich im Geschäftsjahr auf TEUR 31.134 (i. Vj. TEUR 26.533). Die für die Wahrnehmung ihrer Aufgaben im Mutterunternehmen und den Tochterunternehmen im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrates des Mutterunternehmens betrugen im Geschäftsjahr TEUR 60 (i. Vj. TEUR 60). In Höhe von TEUR 2.841 (i. Vj. TEUR 2.875) sind Rückstellungen für Pensionen für frühere Mitglieder der Geschäftsführung ausgewiesen. 6. Mitteilung nach § 20 Abs. 4 AktG Mit Datum vom 1. August 2012 hat die Olympics Baumarkt Holding GmbH, Wermelskirchen, der Gesellschaft mitgeteilt: "Hierdurch teilen wir Ihnen gemäß § 20 Abs. 4 AktG mit, dass unserem Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 16 Abs. 1 und Abs. 4 AktG an ihrer Gesellschaft gehört." 7. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung haben sich nach Schluss des Geschäftsjahres nicht ereignet. 8. Arbeitnehmer Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug im Berichtsjahr:
Wermelskirchen, den 24. Februar 2023 OBI Group Holding Management SE, Wermelskirchen Dr. Sebastian Gundel Oliver Geiling Manuel van de Kamp Franz-Peter Tepaß Dr. Gonn Weide Konzern-Verbindlichkeitenspiegel zum 31. Dezember 2022
Von den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind TEUR 6.104 (i. Vj. TEUR 10.535) durch Grundschulden besichert. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Wermelskirchen (953) Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der OBI Group Holding SE & Co. KGaA, Wermelskirchen (953), und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der OBI Group Holding SE & Co. KGaA für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grund-sätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 24. Februar 2023 KPMG
AG
Hargarten, Wirtschaftsprüfer Somplatzki, Wirtschaftsprüfer |
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