hofer Aktiengesellschaft

Ohmstraße 15, 72622 Nürtingen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Stuttgart HRB 723593
Eingetragen
9.9.2005
Branche
BeteiligungsgesellschaftenManagementtätigkeiten von Holdinggesellschaften mit überwiegend finanziellem AnteilsbesitzManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Gegenstand
Erwerb, Halten und Vewalten sowie Veräußerung von Beteiligungen an Unternehmen, die sich mit Forschung, Entwicklung und Fertigung von Produkten auf dem Gebiet der Fahrzeugtechnik und vewandten Techniken befassen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Thomas Dr. Hackl
seit 24.1.2024
Prokura
Andrea Lausser
seit 24.1.2024
Prokura
Johann Paul Hofer
seit 31.7.2007
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

hofer Aktiengesellschaft

Nürtingen

Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Bericht des Aufsichtsrats 2022

Der Aufsichtsrat der hofer AG hat im Berichtsjahr 2022 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen.

Der Vorstand unterrichtete den Aufsichtsrat regelmäßig, sowohl schriftlich als auch mündlich, zeitnah und umfassend über die wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung der Gesellschaft, über wichtige Geschäftsereignisse, die Entwicklung der Geschäfte einzelner Konzerngesellschaften, die strategische Weiterentwicklung sowie die aktuelle Lage des Konzerns.

Abweichungen des Geschäftsverlaufs von Plänen wurden im monatlichen Vorstandsund Aufsichtsratsreporting erläutert.

Die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeit kontrolliert.

In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden.

Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge haben wir auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.

Den Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Der Aufsichtsratsvorsitzende stand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus mit dem Vorstandsvorsitzenden in regelmäßigem Kontakt und hat sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und die wesentlichen Geschäftsvorfälle informiert.

In gesonderten Strategiegesprächen hat der Vorsitzende des Aufsichtsrats mit dem Vorstand die gegenwärtige Situation des Gesamtunternehmens und einzelner Gesellschaften, vorliegende Perspektiven und die künftige Ausrichtung der jeweiligen Geschäfte erörtert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende hat seinerseits die Aufsichtsräte in regelmäßigen Abständen oder bei dringenden Themen auch telefonisch informiert und sich mit ihnen beraten.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat trat im Geschäftsjahr 2022 zu vier Sitzungen gemeinsam mit dem Vorstand zusammen. An diesen Sitzungen haben alle Mitglieder des Aufsichtsrats teilgenommen. Zusätzlich fanden zusammen mit dem Vorstand eine Reihe von Abstimmungsterminen statt.

Regelmäßige Schwerpunkte dieser Sitzungen bildeten die Geschäftsentwicklung des hofer-Konzerns, die strategische Ausrichtung und die Umsetzung der Businesspläne der einzelnen Gesellschaften. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Entwicklung der Vertriebsaktivitäten, den Verlauf der bestehenden und zukünftigen Groß- und Serienprojekte sowie die Neuaufstellung der hofer-Gruppe unter Berücksichtigung der Marktbedingungen gelegt.

Geschäftsvorfälle, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden eingehend zwischen den Aufsichtsräten erörtert.

Der Aufsichtsrat hat sich regelmäßig und eingehend über die Maßnahmen zur Überwachung und zur frühzeitigen Erkennung von Risiken vom Vorstand informieren lassen. Er hat die vorgelegten Analysen zu Risiken und Chancen einer eigenen Beurteilung unterzogen und daraus abgeleitete zusätzliche Hinweise gegeben. Schließlich hat sich der Aufsichtsrat mit möglichen Compliance-Risiken befasst,

Interessenkonflikte

Interessenkonflikte zwischen Mitgliedern des Aufsichtsrats und der Gesellschaft haben sich in 2022 nicht ergeben.

Jahresabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht

Jahresabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht der hofer AG für das Geschäftsjahr 2022 sind von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte GmbH, Stuttgart, geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden.

Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Vorschlag des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzverlustes sowie den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht der hofer AG für das Geschäftsjahr 2022 geprüft.

Dem Ergebnis durch den Abschlussprüfer tritt der Aufsichtsrat aufgrund eigener ausführlicher Prüfung bei.

Der Aufsichtsrat hat gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, Konzernabschluss und Konzernlagebericht keine Einwände und hat diese ausdrücklich gebilligt.

Der Jahresabschluss 2022 ist somit festgestellt.

Der Aufsichtsrat würdigt die Leistungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie des Vorstands.

Allen Beschäftigten des Unternehmens wird Dank und Anerkennung ausgesprochen.

 

Nürtingen, den 16. Juni 2023

Thomas JESSULAT

Dr. Peter WERTH

Herbert HOFER

Konzernlagebericht 2022

Grundlagen des Konzerns

Profil

Die hofer Gruppe - am Markt bekannt unter dem Markennamen hofer powertrain - ist ein Systemlieferant, Entwicklungs- und Technologiepartner für effiziente Antriebslösungen für alle Arten von elektrifizierten Fahrzeugen. Das Hauptziel des Unternehmens ist es, die Effizienz der Mobilität mit zukunftsweisenden Technologien zu steigern. Dieses Ziel wird durch ein tiefgehendes Wissen über das komplette System erreicht, einschließlich Software, Funktionen und Fahrzeugintegration von der Vorentwicklung bis zum SOP (Start Of Production) und darüber hinaus. Dieses ganzheitliche Fachwissen über den Antriebsstrang ist durch weltweit tätige Expertenteams vertreten.

Geschäftsmodell und Kernkompetenzen Fortschritt, Veränderung und Wachstum bestimmen die Welt der Mobilität und verlangen gleichzeitig nach immer neuen Lösungen. Der gemeinsame Faktor, der all diese Lösungen vorantreibt, ist "EFFIZIENZ". "Bei hofer powertrain bezieht sich die Effizienz auf den Energieverbrauch und alle anderen relevanten wirtschaftlichen, strategischen und technischen Faktoren für ein erfolgreiches und effektives Produkt."

Mit dem Wissen, dass moderne Antriebe anwendungsspezifisch sein müssen, um maximale Effizienz zu erreichen, konzentriert sich hofer powertrain darauf, diese Anforderung zu erfüllen. Dabei hilft uns die systemübergreifende Kompetenz, die wir in den letzten Jahrzehnten gezielt aufgebaut haben. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden dank unserer kundenunabhängigen Position in Kombination mit unserem fundierten Fachwissen die optimale Lösung.

Portfolio

Als Systementwickler und Systemlieferant bietet hofer powertrain ein schnittstellenübergreifendes Verständnis des gesamten Antriebsstrangs, d.h. die komplette Entwicklung, einschließlich Integration und Serienreife. Die Systemkompetenz des Antriebsstrangs umfasst die Subsysteme Energiespeicher (Batterie + Brennstoffzelle) und elektrische Antriebseinheit (Elektronik + E-Motor + Getriebe). Zu den systemübergreifenden Kompetenzen gehören Mechatronik, Software und Systemintegration. Diese Kombination ermöglicht es hofer powertrain, schlüsselfertige elektrifizierte Antriebslösungen zu liefern.

Die Geschwindigkeit der Markteinführung ist in der Mobilität alles. Wir bieten auch unsere plattformbasierten Lösungen für komplette elektrische Antriebsachsen, Elektronik und Batteriesysteme an - und ermöglichen unseren Kunden so einen zeit- und ressourceneffizienten Einstieg in neue Technologien. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden höchste Flexibilität mit individuellen Ingenieurleistungen und maßgeschneiderten Lösungen.

Die Entwicklungskompetenz umfasst den gesamten PDP (Produktdefinitionsprozess) und PEP (Produktentstehungsprozess) und deckt Projekte von der ersten Idee bis zum serienreifen Produkt ab. Zu diesen Prozessen gehören die Ermittlung der Anforderungen, der Entwurf, die Konstruktion, der Prototypenbau, die Erprobung und die Fahrzeugintegration.

Vision

Die hofer Gruppe formuliert in folgender Vision den Auftrag, dem sie sich verpflichtet fühlt: Wir gestalten die positive Entwicklung unserer Welt, indem wir die effizientesten Antriebslösungen dem heutigen Mobilitätskonsumenten bereitstellen. Um diese Vision zu realisieren, beschreitet das Unternehmen konsequent den Weg des Systemlieferanten. Auf diesem Weg wird hofer powertrain die Realisierung nachhaltiger Mobilität beschleunigen.

Strategie

Wir werden in den Märkten, in denen die Elektrifizierung politisch gewollt ist, unsere Präsenz weiter ausbauen. Die umfassende Systemkompetenz macht hofer powertrain zu einem attraktiven Technologiepartner für seine Kunden. Diese Kunden können sowohl einzelne Modullösungen, welche nahtlos in das Kundensystem passen, als auch vollständige Antriebslösungen anfragen. Die Agilität und Schnelligkeit von hofer powertrain bietet seinen Kunden höchste Flexibilität und dadurch mehr Sicherheit in ihren Projekten.

Aufbauend auf die Systemkompetenz des Unternehmens ermöglicht hofer powertrain flexible und kundennahe Zusammenarbeitsmodelle. Die Expertise von hofer powertrain in den Bereichen E-Mobilität (elektrische Antriebsachsen, Batterie, Brennstoffzelle, Elektronik, Elektrik/Elektronikintegration), Getriebe, Systemintegration, Mechatronik, Funktion und Software sowie deren Zusammenspiel ermöglicht kundenspezifische und dadurch effiziente Antriebslösungen für exklusive Serien. Die Kundennähe von hofer powertrain bereitet den Weg für die erfolgreiche und effiziente Realisierung der Projekte. hofer powertrain Produkte und Leistungen überzeugen durch technische Innovation - dafür stehen wir als Technologie-Unternehmen.

Kunden

Die maßgeblichen Umsatzträger waren, wie auch im Vorjahr, Automobilhersteller sowie TIER1-Zulieferungsunternehmen aus Deutschland und Großbritannien. Die Lockerungen der Coronamaßnahmen haben sich positiv auf den Markt ausgewirkt. Allerdings ist dieser Effekt durch die gestiegenen Energiekosten und der Inflation abgeschwächt worden.

Die bisher geschaffene Kundenbasis konnte weiter erhalten werden, zusätzlich haben sich die Umsätze im US-amerikanischen sowie im chinesischen Markt im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. So waren unter den Top 10 Kunden im Geschäftsjahr 2022 sowohl europäische, asiatische als auch nordamerikanische Unternehmen vertreten.

Die in den Vorjahren gestarteten Aktivitäten im Bereich des Batteriemanagements und -testings konnten 2022 weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus hat sich der in den Vorjahren gezeigte weltweite Trend zur Elektrifizierung des Antriebsstranges im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter verstärkt. Dies unterstützt den Wachstumspfad der hofer Gruppe, da im Zuge dieser Entwicklung auch weitere Marktteilnehmer in diesen Technologiebereichen die Unterstützung von hofer powertrain nachfragen. So konnten neben der Vertiefung bestehender Partnerschaften ebenso neue Kunden gewonnen werden. Unverändert besteht die Nachfrage von Herstellern exklusiver Fahrzeuge nach Lösungen, ihre aktuelle Fahrzeugflotte auf die legislativen Rahmenbedingungen anzupassen.

Strategische Partnerschaften

Der Schwerpunkt des Konzerns hofer powertrain liegt auf der Entwicklung und Implementierung hoch effizienter Antriebssysteme. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf die Elektrifizierung von Premium-Fahrzeugen. Durch die Bündelung von Expertenwissen in verschiedenen Bereichen wie Getriebe, e-Motoren, Elektronik, Batterien, Brennstoffzellen und Software, entwickelt hofer powertrain umfassende Antriebslösungen für eine Vielzahl von Fahrzeugkategorien, darunter PKWs, Motorräder, Nutz-, Sport- und Spezialfahrzeuge.

Die angebotenen Lösungen werden den Kunden unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz und in verschiedenen Entwicklungsstadien bis zur Serienreife angeboten. Um das Dienstleistungsportfolio weiter auszubauen und zu optimieren, hat hofer powertrain in den letzten Jahren strategische Partnerschaften geschlossen. Diese Kooperationen gewährleisten eine nachhaltige Produktion und tragen zur Steigerung von Kompetenz, Kundennähe und Liefergeschwindigkeit bei.

Einige der bedeutenden Partnerschaften umfassen die Zusammenarbeit mit der ElringKlinger AG im Jahr 2017, welche zur Gründung der gemeinsamen Unternehmen hofer powertrain products GmbH in Nürtingen und hofer powertrain products UK Ltd. in Solihull führte. Im Jahr 2018 schloss hofer powertrain eine Partnerschaft mit der CRRC Corporation Ltd. in Peking, China, was zur Bildung des chinesischen Joint Ventures Wuxi CRRC hofer powertrain Co. Ltd. in Wuxi beitrug.

Darüber hinaus hat hofer powertrain einen zeitlich begrenzten Zusammenschluss mit dem Unternehmen VisIC Technologies initiiert, welches mit seiner GaN-Speziallösung die Entwicklung von GaN-basierten 800V Elektronikprodukten in Verbindung mit Multilevel-Architekturen bei hofer powertrain unterstützt.

Personal

Die hofer Gruppe hat sich im Rahmen der Personalentwicklung das Ziel gesetzt, als Arbeitgeber noch bekannter und attraktiver zu werden. Hier gilt es zu fordern, aber auch zu fördern. Wir setzen dabei weiterhin auf die Komponenten Qualifikation und Leistung, aber auch Work-Life-Balance in Verbindung mit flexiblen Gestaltungsräumen. Nur durch ein ausgewogenes Maß dieser Aspekte erfüllen wir den Anspruch unserer hochqualifizierten Mitarbeiter/innen und können einen hohen Grad an Motivation und Identifikation erreichen. Ab 2022 erhalten alle Mitarbeiter/innen, die eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung finanzieren, einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 20% der Beiträge. Unsere 2021 ausgerollte Home-Office-Regelung wurde umgesetzt und trägt signifikant zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei. Im Herbst wurde als weiteres Projekt der besseren Qualifizierung der Mitarbeiter/innen der Fachkarriereprozess ausgerollt. Damit bietet hofer auch denjenigen eine Karrierechance, die keine klassische Führungskarriere anstreben. Außerdem wurde z.B. einer definierten Mitarbeitergruppe eine Sonderprämie in Höhe von 500€ mit dem Junigehalt ausgezahlt, um die inflationsbedingten Teuerungen in Teilen abzufangen.

Die Unternehmenszugehörigkeit zu hofer powertrain ist stabil geblieben: im Jahr 2022 waren 64 % (2021: 63 %) der Mitarbeiter/innen seit mehr als 3 Jahren bei hofer powertrain beschäftigt. Auch beim Beschäftigungszeitraum ab 7 Jahren, gab es Stabilität: 30 % (2022: 29,7 %) der Mitarbeiter/innen arbeiten länger als 7 Jahre bei der hofer Gruppe. Damit wird deutlich, dass die Maßnahmen, welche im Rahmen der Personalentwicklung umgesetzt wurden, erfolgreich sind.

Die hofer Gruppe war auch 2022 aktiv, um neben erfahrenen Mitarbeiter/innen auch die neu zu hofer gekommenen Kollegen/innen gut einzubinden. Diese Kombination aus Erfahrung und neuen Ideen, ist für unsere Geschäftsbereiche die ideale Voraussetzung. Dieses Umfeld bildet damit den Grundstein für die nachhaltige Entwicklung der hofer Gruppe.

Auch die Aus- und Weiterbildung wurde nicht außer Acht gelassen, im Herbst 2022 startete die zweite Runde des Nachwuchscoachingprogrammes. Die erste Runde konnte mit großem Erfolg und sehr positivem Feedback abgeschlossen werden. Auch andere Mitarbeiter/innen, hatten die Möglichkeit im Rahmen ihrer Aufgabenbereiche Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen.

2022 war der Großteil unserer Mitarbeiter/innen im Bereich technisches Studium oder technische Ausbildung vertreten. Im Jahr 2022 haben sich bzgl. der operativen Gesellschaften oder Standorte keine Veränderungen ergeben.

Wirtschaftsbericht

Marktlage

Das Jahr 2022 wurde geprägt durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. In Folge des russischen Angriffs reagierten viele Staaten mit weitreichenden Sanktionsmaßnahmen gegenüber Russland. 1 Die von der Ukraine produzierten Waren konnten nur unter erschwerten Bedingungen in die Abnehmerländer geliefert werden. 2 In der Folge des Angriffskriegs verteuerten sich verschiedene Energieträger und Lebensmittel. 3

Ein weiterer Faktor, der die globalen Lieferketten stark negativ beeinflusste, war die strikte Null-Covid-Strategie Chinas. Während die meisten Länder 2022 nach und nach die Beschränkungen wieder aufhoben, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie eingeführt wurden, blieb China bei seinen strengen Eindämmungsmaßnahmen. In den wichtigen Wirtschaftszentren des Landes führte dies immer wieder zu Schließungen, die auch die Produktion einschränkten. 4

Die Knappheit an Waren und Energie führte zu einem großflächigen Anstieg der Inflation weltweit. Um dem Anstieg der Inflation entgegenzuwirken, begannen die Notenbanken, ihre Zinssätze anzuheben, nachdem diese zuvor mehrere Jahre auf einem sehr niedrigen Niveau verharrten. 5 Die chinesische Notenbank schloss sich dagegen diesen Maßnahmen nicht an, um die Wirtschaft nicht zu destabilisieren. 6

Die Erhöhung der Zinssätze dämpfte jedoch auch insgesamt das Wirtschaftswachstum. Im Laufe des Jahres mehrten sich jedoch die Befürchtungen, dass eine weltweite Energiekrise mit sehr hohen Energiekosten bevorstünde, und drückte auf die Verbraucherstimmung sowie auf die Erwartungen der Unternehmen, so dass zum Jahresende hin die Skepsis überwog.

Weltwirtschaftliche Entwicklung (reales Bruttoinlandsprodukt) 2021 2022
Gesamtwirtschaft 6,2 % 3,4 %
Industrienationen 5,4 % 2,7 %
Vereinigte Staaten 5,9 % 2,0 %
Eurozone 5,3 % 3,5 %
Deutschland 2,6 % 1,9 %
Großbritannien 7,6 % 4,1 %
Entwicklungs- und Schwellenländer 6,7 % 3,9 %
China 8,4 % 3,0 %
Indien 8,7 % 6,8 %

Quelle: IMF (World Economic Outlook Update) Januar 2023 7

1 Die EU-Sanktionen gegen Russland im Detail - Consilium (europa.eu)
2 Der Krieg in der Ukraine und Getreide: fünf Fakten | Aktuell Europa | DW | 31.10.2022
3 Ukraine-Krieg: Rohstoffknappheit und -preise schaden der Industrie | economiesuisse
4 Null-Covid-Strategie: China schottet sich weiter ab | ZEIT ONLINE
5 Notenbanken einig: Zinsen steigen weiter | Euronews
6 LPR: Chinesische Notenbank lässt wichtige Referenzzinsen unverändert | Nachricht | finanzen.net
7 Inflation Peaking amid Low Growth (imf.org) S.6

Die deutsche Wirtschaft wuchs im Berichtsjahr um 1,9% und damit langsamer als im Vorjahr (2,6%) 8. Die deutsche Wirtschaft zeigte sich insgesamt trotz vieler widriger Faktoren wie Lieferengpässe, Covid-19-bedingter Ausfälle, Preissteigerungen und Fachkräftemangel widerstandsfähig. Die Inflationsrate betrug 7,9% 9 (Vorjahr 3,2%) 10 und lag damit deutlich über den im Vorjahr für 2022 erwarteten Werten. Für den Anstieg verantwortlich waren vor allem die Energie- sowie Lebensmittelkosten.

In der Eurozone zeigte das erste Halbjahr 2022 zunächst ein Wachstum, das auf die nachlassenden Beschränkungen wegen Covid-19 und somit gestiegener Nachfrage nach bisher eingeschränkten Dienstleistungen zurückzuführen ist. Im zweiten Halbjahr 2022 schlugen jedoch die stark angestiegenen Energiekosten und steigende Zinsen durch. Für das Jahr 2022 erhöhte sich das BIP um 3,5%. 11

Die Wirtschaft in Großbritannien wuchs 2022 um 4,1%. Der BIP blieb auch 2022 unter dem Vor-Covid-19-Niveau. Im Laufe des Jahres verschlechterte sich die Konjunktur immer weiter und die Inflation lag mit 9,1% wie in vielen Regionen weltweit über den für 2022 prognostizierten Werten. 12

Nachdem die Wirtschaft in den USA im ersten Halbjahr noch leicht schrumpfte, konnte sie sich im Jahresverlauf wieder etwas erholen, wobei die Anpassung der Leitzinsen zu einem Dämpfer führte. 13 Insgesamt wuchs die US-Wirtschaft 2022 trotz Inflation und steigender Zinsen um 2,0%, lag damit aber deutlich unter dem Vorjahres-Wert von 5,9%. 14

Chinas Wirtschaftswachstum (3%, Vorjahr 8,4%) wurde gebremst durch die strikte Null-Covid-Strategie mit strengen Lockdowns. Erst zum Jahresende 2022 wurden die meisten Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 aufgehoben. Dafür nahmen jedoch die Ansteckungen stark zu, auch dies hemmte die Produktion. Chinas Wirtschaft leidet zudem unter hoher Verschuldung und schwacher Binnen-Nachfrage. Der Immobiliensektor steckt in einer tiefen Krise. 15

Entwicklung der Verbraucherpreise 2021 2022 2023
Vereinigte Staaten 4,7 % 8,0 % 4,5 %
Eurozone 2,6 % 8,4 % 5,3 %
Deutschland 3,2 % 7,9 % 6,2 %
Großbritannien 2,6 % 9,1 % 6,8 %
China 0,9 % 1,9 % 2,0 %

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 16 IMF (World Economic Outlook) April 2023 17

8 Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,9 % gestiegen - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
9 Inflationsrate im Jahr 2022 bei +7,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
10 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org) S.150
11 EZB, Wirtschaftsbericht, Ausgabe 1 / 2023 (bundesbank.de) S. 16
12 Großbritannien: Wirtschaft stagniert Ende 2022 | tagesschau.de
13 USA: US-Wirtschaft verzeichnete 2022 ein leichtes Wachstum | ZEIT ONLINE
14 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org)
15 Nach Corona-Lockdowns: Chinas Wirtschaft wächst 2022 nur noch um drei Prozent - manager magazin (manager- magazin.de)
16 Inflationsrate im Jahr 2022 bei +7,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
17 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org) S.150f

Branchenentwicklung

Die Lieferengpässe bei Halbleiterprodukten, der Ukrainekrieg und die Null-Covid-Strategie in China haben im Jahr 2022 in der Automobilbrache deutliche Spuren hinterlassen. 18 Die weltweite Produktion von PKW lag im Jahr 2022 bei 71,2 Millionen Fahrzeuge (Vorjahr 71,3 Millionen Fahrzeuge). Im Jahr 2018 lag die weltweite Produktion von PKW noch bei circa 84,5 Millionen Fahrzeugen. 19

Durch die Priorisierung von ertragsstarken Fahrzeugen bei der Chipversorgung konnten die OEMs den Absatzrückgang jedoch gut verkraften. Zudem profitieren die Hersteller von der hohen Nachfrage auf den Absatzmärkten für Neuwagen, da dadurch kaum Rabatte gegeben werden mussten. 20

In Europa haben sich die Neuzulassungen von PKW von 11,8 Millionen im Jahr 2021 auf 11,3 Millionen PKW im Jahr 2022 vermindert. 21 Der PKW-Markt in Europa war somit von einem Rückgang von rund 4% betroffen. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 hat sich der PKW-Absatz in Europa um 29% reduziert. 22

In China ist im Jahr 2022 der Absatz von neuen PKW um 10% auf 23,2 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Der amerikanische Light-Vehicle-Markt schrumpfte im Jahr 2022 um 8% auf 13,7 Millionen Fahrzeuge. Es konnten gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 knapp 3,2 Millionen weniger Light-Vehicle verkauft werden. 23

Der PKW-Absatzmarkt von Neufahrzeugen in Deutschland stieg um 1,1% auf rund 2,65 Millionen Einheiten. 24 Damit konnte der Abwärtstrend der letzten Jahre gebrochen werden. Die Zahlen liegen aber deutlich unter denen aus den Vor-Corona-Jahren.

Im Jahr 2018 wurden beispielsweise noch 3,44 Millionen neue PKW zugelassen (-23,0%). 25

Den größten prozentualen Absatzverlust in Deutschland zeigten dabei benzinbetriebene PKW mit einem Rückgang von 11,2% gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland insgesamt 0,86 Millionen Benzinfahrzeuge verkauft. Auch bei dieselbetriebenen Fahrzeugen ergab sich ein Absatzrückgang in Höhe von 9,9% auf 0,47 Millionen Fahrzeuge. 26 Der Rückgang bei den klassischen Antriebstechnologien konnte durch ein starkes Wachstum bei den alternativen Antriebstechnologien (reine Elektroautos (Battery Electric Vehicle: BEV), Hybride, Plug-In Hybride, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) kompensiert werden. Mit einem Wachstum von 16,9% konnten die PKW mit alternativen Antriebstechnologien bereits einen Marktanteil von 49,6% erreichen. Innerhalb der alternativen Antriebstechnologien sind Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb (BEV, Plug-In Hybride, Brennstoffzelle) besonders stark gewachsen (20,8%).

18 Folge des Ukraine-Kriegs: Deutsche Autobauer stoppen Produktion - SWR Aktuell ; Autoindustrie: Warum der Chipmangel noch mindestens bis 2025 anhalten wird - manager magazin (manager-magazin.de) ; Lockdown- Folgen: Chinas Automarkt bricht um 50 Prozent ein - manager magazin (manager-magazin.de)
19 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA ; International | VDA
20 Weniger Autos, mehr Geld: Pkw-Markt in der Chipkrise - WELT
21 Pkw-Neuzulassungen Europa 2022 | Statista
22 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA
23 Ebd.
24 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2022 - Jahresbilanz (kba.de)
25 Pkw-Neuzulassungen 2022 | Statista
26 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2022 - Jahresbilanz (kba.de)

Die reinen Elektroautos (Battery Electric Vehicle: BEV) haben nach einem Wachstum in Höhe von 30,1% bereits einen Marktanteil von 17,7%. 27

PKW-Neuzulassungen in Deutschland 2021 2022
PKW-Neuzulassungen 2,6 Millionen 2,7 Millionen
Benzin-Anteil 37,1% 32,6%
Diesel-Anteil 20,0% 17,8%
Alternativer Antrieb Anteil 42,9% 49,6%
Elektrischer Antrieb (BEV, Plug-In-Hybride, Brennstoffzelle) 26,0% 31,4%
Ausschließlich BEV 13,6% 17,7%

Quelle: KBA 01/2023, KBA 03/2023, KBA 01/2022, KBA 03/2022

Zur starken Absatzentwicklung der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben hat auch sicherlich der Umweltbonus für Elektroautos beigetragen. BEV wurden hierbei mit bis zu 9.000€ und BHEV mit bis zu 6.750 EUR unterstützt. 28 Diese Förderung reduziert sich jedoch ab dem 01.01.2023. Es werden nur noch BEV mit einem Nettolistenpreis von unter 65.000 EUR gefördert, die maximale Förderung liegt bei 6.750 EUR. Ab dem 01.01.2024 soll die Förderung weiter auf maximal 4.500 EUR sinken. 29

Grundsätzlich ist in Deutschland mit einem weiteren Wachstum des BEV-Markts zu rechnen. Die aktuelle Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt bis Ende 2030 15 Millionen Elektroautos in Deutschland zuzulassen. 30

Die Chipkrise, welche lange Zeit die Produktionskapazitäten begrenzt hat, löst sich immer mehr auf. Im Jahr 2023 ist damit zu rechnen, dass sich die Produktionszahlen deutlich erhöhen. Dies führt zu einem höheren Wettbewerb, kürzeren Lieferzeiten und höheren Rabatten. 31 Der VDA rechnet damit, dass sich die weltweite PKW-Produktion um 4% auf 74 Millionen Einheiten erhöht. 32

Die weltweiten Anstrengungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen verstärken weiterhin den klaren Trend in Richtung Elektrifizierung des Antriebsstranges, hofer powertrain beobachtet und bewertet diese Entwicklungen in den verschiedenen Regionen der Welt. Allerdings sind die Bewegungen der Märkte hin zu alternativen Antrieben von Land zu Land teils sehr unterschiedlich. Insbesondere in China, Europa und den USA wird der Trend zu Elektromobilität deutlich forciert. 33

Für den Umstieg auf die Elektromobilität ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur ein zentraler Faktor. Die Elektromobilität wird sich nur durchsetzen, wenn es eine flächendeckende und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur gibt. Um den Ausbau zu beschleunigen, hat die deutsche Bundesregierung im Jahr 2022 die Förderung von 255.000 neuen Ladepunkten für Unternehmen und Kommunen bewilligt. 34 Des Weiteren hat die Bundesregierung im Jahr 2021 mit der Ausschreibung des Deutschlandnetzes begonnen. In diesem sollen bis Ende 2023 1000 Schnellladestandorte gebaut werden.

27 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) im Jahresverlauf 2022 nach Marken und alternativen Antrieben (kba.de)
28 Siehe Vorjahr
29 E-Auto Förderung 2023: Diese BAFA-Prämien gibt es | ADAC
30 Umweltbonus für Elektrofahrzeuge ab 2023 | Bundesregierung
31 Studie: Nach Ausliefersause bald mehr Rabatt für Neuwagen (handelsblatt.com)
32 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA
33 IEA-Prognose: Jedes fünfte weltweit verkaufte Auto bald elektrisch | tagesschau.de
34 Eine Viertelmillion neue Ladepunkte für Unternehmen und Kommunen | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)

Die Ladeleistung soll dabei mindesten 300 kW betragen.35 Im Jahr 2022 ist die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland um 35% auf 80.451 Ladepunkte angestiegen, darunter waren 13.253 Schnellladepunkte. 36

Auch die USA fördern den Ausbau des Schnelladenetz mit 7,5 Milliarden Dollar. Dabei sollen 500.000 Schnellladestationen entlang der Highways entstehen. 37 In China wurde im Jahr 2020 der Aufbau von Batteriewechselstationen in den neuen Infrastrukturplan der Regierung aufgenommen. Seither schreitet der Ausbau der Ladeinfrastruktur dort stetig voran, so wurden im Jahr 2022 mehr als 60% der globalen Investitionen in diesem Bereich allein in China getätigt und etwa 600.000 öffentliche Ladestationen neu aufgestellt. 38

Bei Betrachtung der automobilen Wertschöpfung in der Welt nimmt Deutschland nach wie vor eine herausragende Stellung ein. Dies ist insbesondere an den Patentanmeldungen der Automobilindustrie zu erkennen, in dem die Innovationsdynamik in Deutschland merklich zu sehen ist. Im Jahr 2021 waren fünf von zehn Patenten bei Elektroantrieben von deutschen Zulieferern und Herstellen. Fast ein Viertel aller angemeldeten Batteriepatente sind aus Deutschland gekommen. 39 Um dem angehenden Transformationsprozess gerecht zu werden sind Investitionen in E-Antriebe von großer Bedeutung, von der die Entwicklungsdienstleister ebenso profitieren. Dabei ist die enge Verzahnung der Hersteller und Tier-1-Zulieferern mit den Entwicklungsdienstleistern ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil, aus der eine innovative und effiziente Wertschöpfung hervorgeht. Von dieser Entwicklung profitiert auch hofer powertrain sichtlich und kann sich stetig auf dem Markt positionieren.

Im Allgemeinen erwarten wir, dass sich der Markt für Entwicklungsdienstleistungen im Automobilbereich für OEM und TIER 1 weiterhin positiv entwickelt. Die weltweiten politischen Entwicklungen lassen darauf schließen, dass die Automobilhersteller immer schneller auf weitere Innovationen angewiesen sein werden. hofer powertrain sieht sich in allen relevanten Zukunftsfeldern (wie z.B. Entwicklung von Gesamtantriebssystemen, E-Mobilität, Batterietesting, Steuerungselektronik und Systemintegration) hervorragend aufgestellt.

Finanzielle Leistungsindikatoren

hofer powertrain hat zur Steuerung einen starken Fokus auf Gesamtleistungs- und Ergebniskennzahlen, die sich im Wesentlichen aus der Gewinn- und Verlustrechnung ableiten lassen. Diese Kennzahlen werden um einige aus der Bilanz abgeleitete Kennzahlen, wie beispielsweise die Eigenkapitalquote und das Working Capital in Verbindung mit dem Cashflow ergänzt.

Gerade im Geschäftsjahr 2022 erwiesen sich die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung und die aktivierten Eigenleistungen) in Verbindung mit dem Ergebnis vor Steuern (EBT) als zentrale Kenngrößen zur betriebswirtschaftlichen Analyse. Diese Kennzahlen ließen einen guten Rückschluss auf die Auslastung zu, wodurch wesentliche Steuerungsimpulse gesetzt werden konnten. Weiterhin bildet die Auftragsentwicklung (Anfrageentwicklung, Angebotsentwicklung Auftragsbestandsentwicklung) einen wesentlichen Indikator für die Marktentwicklung und bildet im Zusammenhang mit dem Verlauf und der Prognose der Liquidität im Sinne des Cashbestandes weitere Kenngrößen, die zur zielorientierten Steuerung der hofer-Gruppe benötigt werden.

35 Deutschlandnetz | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)
36 Eine Viertelmillion neue Ladepunkte für Unternehmen und Kommunen | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)
37 https://www.electrive.net/2023/02/15/us-regierung-stellt-anforderungen-fuer-ladeinfrastruktur-foerderung-vor/
38 Ladesäulen für E-Autos: Ladeinfrastruktur wird profitabel, China macht es vor (rnd.de)
39 39 Grafik Sheet - Kfz-Antriebstechniken (dpma.de)

Geschäftsverlauf

Im Geschäftsjahr 2022 hatte die COVID-19-Pandemie in den ersten Monaten noch weiterhin Auswirkungen auf die hofer Gruppe. Die im Vorjahr eingeführten Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit der Belegschaft wurden bis Ende April 2022 fortgeführt. Darüber hinaus wurde das Konzept des Thema Homeoffice wo immer möglich weiter forciert. Die Gesamtleistung wurde im Vergleich zum Vorjahr gesteigert, allerdings besteht auch darüber hinaus noch Potential zur Steigerung der Auslastung der verfügbaren Ressourcen. Dementsprechend wurde Kurzarbeit in einzelnen Bereichen als Instrument zur Anpassung der Personalkosten an die Auslastungssituation weiterhin in Anspruch genommen, jedoch im Vergleich zum Vorjahr in geringerem Umfang.

Durch einen Brandschaden in der Umwelthalle im Batterietestfeld Nürtingen im Juli 2022 konnten bestellte und zugesagte Batterieversuche über mehrere Wochen nur eingeschränkt fortgesetzt werden. Die Prüfumgebung der betroffenen Umwelthalle ist für mehrere Monate ausgefallen. Die Ausfälle wurden durch interne Verlagerung an andere Standorte (z.B. Hattorf) und externe Dienstleister versucht zu kompensieren. Somit konnte sichergestellt werden, dass bestellte Projekte nicht abgesagt werden mussten.

Der Auftragsbestand Ende Dezember 2022 betrug 49,3 Mio. EUR (Vorjahr 65,5 Mio. EUR). Maßgeblich für den Rückgang sind die Schlussabrechnungen von 3 Großprojekten im Jahr 2022.

Ertragslage

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich die hofer Gruppe in der Gesamtleistung als auch im Ergebnis wesentlich verbessern, die gesteckten Ziele 2022 jedoch nicht erreichen. Unter anderem noch aufgrund der in 2022 anhaltenden COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung.

Die hofer Gruppe erbrachte im Geschäftsjahr 2022 eine Gesamtleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen) von 87.016 TEUR und liegt damit mit 13.111 TEUR über dem Vorjahr (Vorjahr: 73.905 TEUR). Von der Gesamtleistung konnten im Geschäftsjahr 2022 113.041 TEUR (Vorjahr: 73.957 TEUR) als Umsatzerlöse realisiert werden. Dies lag insbesondere an der erfolgreichen Endabrechnung von drei Großprojekten.

Vor allem bedingt durch die Abrechnungen dieser beiden Großprojekte ergab sich im Geschäftsjahr 2022 eine Bestandsminderung in Höhe von -26.687 TEUR (Vorjahr: Bestandsminderung -2.869 TEUR).

Die aktivierten Eigenleistungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 662 TEUR (Vorjahr: 2.817 TEUR) wobeidiese aus der Eigenleistung für den Wiederaufaufbau aus dem Brandschaden resultieren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2022 3.261 TEUR und sind mit 10.656 TEUR deutlich niedriger als das Vorjahresniveau (13.917 TEUR). Dies begründet sich aus Erlösen aus einem Asset Deal im Vorjahr.

Die Materialaufwandsquote ist mit 35,5 % deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (40,7 %). Der Rückgang ist insbesondere auf die Struktur der Gesamtleistung - hohe Umsatzerlöse bei starker Bestandsminderung - zurückzuführen.

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2022 ist um 1.232 TEUR auf 39.122 TEUR im Vergleich zum Vorjahr (37.890 TEUR) angestiegen. Die Erhöhung ist auf eine Gehaltsanpassung für einen Inflationsausgleich und dem Anstieg der Mitarbeiter (im Durchschnitt +13 Mitarbeiter) zurückzuführen.

Die Abschreibungen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 5.634 TEUR und liegen mit 2.969 TEUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 8.603 TEUR). Diese Entwicklung resultiert daher, dass die Abschreibungen des Baukastens planmäßig bis September 2022 lief und dann vollständig abgeschrieben war.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 375 TEUR und betragen nunmehr 16.460 TEUR (Vorjahr: 16.085 TEUR). Zu diesem Anstieg beigetragen haben u.a. die Versicherungsbeiträge (+382 TEUR), die Reisekosten (+265 TEUR) und die Kosten für Instandhaltung/Werkzeuge/ Mietleasing (+571 TEUR). Rückläufig waren dagegen die Kosten für Raum-/Energiekosten (-458 TEUR) und Rechts- und Beratungskosten (-434 TEUR).

Das Finanzergebnis verbessert sich im Geschäftsjahr auf -1.623 TEUR und liegt mit 1.310 TEUR über dem Vorjahresniveau (-2.933 TEUR). Die Veränderung resultiert maßgeblich aus den Ergebnissen der at-equity-Beteiligung an der Wuxi CRRC hofer in China . Das Zinsergebnis beträgt im Geschäftsjahr 2022 insgesamt -226 TEUR (Vorjahr: -247 TEUR).

Das EBT beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf -3.468 TEUR und konnte gegenüber dem Vorjahr (-7.765 TEUR) deutlich verbessert werden.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weisen wie auch im Vorjahr einen Ertrag aus: Sie belaufen sich auf 1.371 TEUR (Vorjahr: 1.544 TEUR) und resultieren vor allem aus der Veränderung der latenten Steuern.

Die aktiven latenten Steuern ergeben sich neben dem Unterschiedsbetrag zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Bewertung aus den steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen und aus Zwischengewinneliminierungen. Die passiven latenten Steuern ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Bewertung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten.

Der Jahresfehlbetrag reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 4.080 TEUR und beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf -2.190 TEUR (Vorjahr: -6.270 TEUR).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der hofer Gruppe beträgt im Wirtschaftsjahr 2022 insgesamt 80.382 TEUR und liegt somit rd. 9 % unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 88.920 TEUR).

Das Anlagevermögen ging 2022 um 1.803 TEUR auf insgesamt 19.443 TEUR (Vorjahr: 21.246 TEUR) zurück. Neben der planmäßigen Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände (-2.785 TEUR) erhöhte sich das Sachanlagevermögen durch Investitionen um 1.980 TEUR. Aus der Bewertung der at-equity-Beteiligungen reduzieren sich die Finanzanlagen um -1.397 TEUR.

Daneben reduzierte sich das Umlaufvermögen im Geschäftsjahr 2022 um -7.727 TEUR auf nunmehr 50.704 TEUR (Vorjahr: 58.431 TEUR). Die Reduzierung um -13,2 % gegenüber dem Vorjahr resultiert maßgeblich aus den liquiden Mitteln.

Die aktiven latenten Steuern betragen im Geschäftsjahr 2022 9.389 TEUR (Vorjahr: 8.639 TEUR) und resultieren neben den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Unterschiedsbeträgen aus steuerrechtlich nutzbaren Verlustvorträgen.

Die Reduzierung der Bilanzsumme auf der Passivseite ist durch die Verringerung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Rückstellungen zu begründen.

Die Rückstellungen gingen im Vergleich zum Vorjahr um -1.978 TEUR zurück und betragen insgesamt 11.746 TEUR (Vorjahr: 13.724 TEUR). Wesentlicher Treiber ist die Reduzierung bei ausstehenden Rechnungen infolge der Endabrechnung von drei Großprojekten (-1.695 TEUR).

Die Verbindlichkeiten reduzierten sich im Geschäftsjahr um -4.645 TEUR auf insgesamt 24.034 TEUR (Vorjahr: 28.679 TEUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzieren sich planmäßig auf insgesamt 11.342TEUR (Vorjahr 11.757 TEUR). Wie auch im Vorjahr haben die Verbindlichkeiten eine konstante Zinsstruktur und valutieren in EUR. Im Geschäftsjahr valutieren keine kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. 2022 erfolgten Tilgungen in Höhe von 415 TEUR. Weiterhin reduzieren sich die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen projektbedingt auf 7.285 TEUR (Vorjahr: 10.679 TEUR).

Die passiven latenten Steuern betragen 140 TEUR (Vorjahr: 899 TEUR) und resultieren aus dem Unterschiedsbetrag der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Bewertung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten.

Die Eigenkapitalquote beträgt im Geschäftsjahr 2022 55,3 % und liegt damit 4 Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau (51,3 %).

Finanzlage

In der Kapitalflussrechnung des Konzerns werden die Herkunft und die Verwendung der Zahlungsströme erläutert. Es werden dabei getrennt die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit dargestellt. Der betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den Zahlungsmitteln, d. h. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in der Bilanz.

Ausgehend vom Konzernjahresergebnis werden die Zahlungsströme aus der betrieblichen Tätigkeit indirekt abgeleitet. Die Zahlungsströme aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt.

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit des Konzernes ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Mittelabfluss in Höhe von -3.649 TEUR (Vorjahr: - 7.943 TEUR) und liegt damit deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Deutlichen Anteil am Mittelabfluss der hofer Gruppe hatte das Jahresergebnis (- 2.190 TEUR), welches von den nicht zahlungswirksamen Abschreibungen in Höhe von 5.634 TEUR kompensiert wurde. Positiv fließt hier die Abnahme der Rückstellungen in Höhe von -1.978 TEUR ein. Ebenfalls wirken sich die zahlungsunwirksamen at-equity Beteiligungen in Höhe von 1.397 TEUR negativ auf das Ergebnis aus.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 - 5.365 TEUR und liegt somit oberhalb des Vorjahresniveaus (Vorjahr: -4.642 TEUR). Dabei stiegen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen mit -5.001 TEUR erheblich gegenüber dem Vorjahr (-4.209 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 getätigte Investitionen entfallen insbesondere auf den weiteren Ausbau des Batterietestfeldes (1.900 TEUR), die Aktivierung von Messtechnik und Software (195 TEUR) sowie Medienkühlung (280 TEUR). Dem stehen Einnahmen aus Anlagenabgängen und erhaltenen Zinsen in Höhe von 861 TEUR (Vorjahr: 3.250 TEUR) gegenüber.

Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -655 TEUR (Vorjahr: Mittelzufluss 10.018 TEUR) ergibt sich mit -415 TEUR aus Auszahlungen für die Tilgung von Krediten (Vorjahr -368 TEUR) und gezahlten Zinsen in Höhe von 240 TEUR (Vorjahr: 301 TEUR).

Die liquiden Mittel der hofer powertrain-Gruppe belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 15.749 TEUR (Vorjahr: 25.724 TEUR).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Trotz eines Jahres 2022, das erheblich durch externe Sondereffekte belastet wurde, konnte die hofer Gruppe betriebswirtschaftlich signifikante Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr erreichen, auch wenn die während der Planungsphase definierten Zielwerte z.T. nicht erreicht werden konnten. Auf der technischen Seite stehen am Ende des Jahres 2022 eine Vielzahl von vielversprechenden Technologien und innovativen Produkten zur Verfügung, die nachhaltig sowohl neues Entwicklungsgeschäft induzieren und gleichzeitig IP-Business generieren können sollten.

Das dritte Jahr der COVID-19-Pandemie begann in Deutschland noch einmal mit einem unerwartet steilen Anstieg der gemeldeten Inzidenzen, was v.a. durch ein breitflächiges Auslaufen der Eindämmungsmaßnahmen und eine Reihe von Virusmutationen hervorgerufen wurde, die von den immunologischen Maßnahmen nicht erfasst werden konnten (s. Inzidenzzahlen des RKI, Status 24.04.2023).

Mit ansteigenden Temperaturen kam es dann im Jahresverlauf in Summe zuerst zu einer wellenförmigen Reduktion des Pandemiegeschehens, dann in der zweiten Jahreshälfte zu einer nachhaltigen Stabilisierung des Infektionsgeschehens auf niedrigem Niveau. Rein operativ konnten allerdings sogar auch die Auswirkungen der hohen Inzidenzen auf die Projektabarbeitung und -akquisition in Grenzen gehalten werden, was mehrheitlich auf die nun mittlerweile zweijährige Erfahrung mit Hygienekonzepten und der immer stärker werdenden Immunisierung in weiten Bevölkerungsteilen zurückzuführen ist.

Zusätzlich und substanziell nahm die Ukraine-Krise Einfluss auf die Rahmenbedingungen des Geschäfts der hofer-Gruppe. Mit dem Beginn der Kriegshandlungen Ende Februar 2022 kam es zu einer abrupten politischen Veränderung. In Bezug auf die Energieversorgung v.a. in Westeuropa, da Russland als einer der bisherigen Hauptlieferanten von Energieträgern (z.B. Öl, Erdgas, …) auch von Deutschland sehr kurzfristig mit Wirtschaftssanktionen belegt wurde. Die Folge dieser Boykottmaßnahmen waren ein sprunghafter Anstieg der Verbraucherpreisindizes hauptsächlich durch den Energiebereich verursacht. In der Folge zogen später dann aber auch die Indizes der Lebensmittel und der Dienstleitungen nach (s. Pressemeldung des Statistischen Landesamtes vom 13.04.2023).

Diese kriegsbedingten Teuerungsraten resultierten in den meisten Industrienationen wie bereits weiter vorn beschrieben in eine Inflation, deren Höhe in den letzten Jahren nahezu vernachlässigt werden konnte, nun aber zu erheblichem Preisdruck sowohl bei der verarbeitenden Industrie aber auch im Dienstleistungsbereich führte (s. beispielhafte Entwicklung der Inflation in Deutschland in 2022).

Gerade in Europa machte die sprunghafte Erhöhung der Inflationsraten zusätzliche Anstrengungen bei der Akquisition von neuen Projekten erforderlich, um ein mit den Vorjahren vergleichbares Projektvolumen zu erreichen. Gründe für die Vorsicht auf der Kundenseite waren und sind immer noch die schwierig vorhersagbare wirtschaftliche Entwicklung auf Grund der Krisensituation, die höheren Finanzierungskosten z.B. von Investitionen durch die Anhebung des EZB-Leitzinses und u.a. die strategische Unsicherheit, welche der Elektrifizierungslösungen sich auch langfristig und nachhaltig durchsetzen wird. Erst mit der im vierten Quartal einsetzenden Stabilisierung der Energiepreise schien gegen Ende 2022 das Verbrauchervertrauen wieder zuzunehmen, wobei die Lebensmittel- und Dienstleistungsindizes weiter auf einem sehr hohen Niveau verblieben. Die Folge dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht der ifo Index für Deutschland transparent:

Die für hofer auch in 2022 sehr wichtigen Märkte in China und den USA konnten sich von dieser Entwicklung zumindest teilweise abkoppeln. China konnte seine Inflationsraten auf einem wesentlich niedrigeren Niveau halten und gilt weiter als der größte Einzelmarkt für die Elektrifizierung der Mobilität. In den USA reagierte die FED schneller als die EZB mit einer Erhöhung der Leitzinssätze, um der Inflation robust zu begegnen.

Unterstützt von diesen Entwicklungen konnte die hofer powertrain gerade zu Beginn des Jahres 2022 mehrere neue Kundenprojekte in diesen Märkten akquirieren, die sowohl Dienstleistungen zur Entwicklung neuer Lösungen im Elektrifizierungsbereich aber auch den Transfer von grundsätzlichem Know-how im Rahmen von IP-Vereinbarungen beinhalteten.

Die sich in der zweiten Jahreshälfte 2022 langsam abzeichnende wirtschaftliche Stabilisierung machte aber deutlich, dass sich auch die hofer powertrain nicht vollständig von der inflationären Entwicklung freimachen kann und gezielt Maßnahmen zur Adaption an die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen werden müssen. So wurden z.B. durch Sonderzahlungen erste Inflationsausgleiche an die Belegschaft ausgezahlt und im Rahmen der Planung für das Jahr 2023 dem Markttrend folgende weitere gehaltliche Anpassungen beschlossen und teilweise in 2023 bereits umgesetzt. Dies gilt natürlich auch in erheblichem Maß für die Kostenplanung im Rahmen der 2023er-Budgetphase, in der Annahmen für die Entwicklung getroffen und entsprechend in der Planung implementiert wurden. Diese Maßnahmen können natürlich nicht durch die hofer powertrain allein getragen werden, sondern bedürfen auch markt- und kundenseitig eine Anpassung der Angebotskosten v.a. im Dienstleistungsbereich.

Die in 2022 implementierten Maßnahmen sind in Verbindung mit der vorhandenen Technologiekompetenz und dem zukunftsträchtigen Lösungsportfolio in der Lage, trotz weiterhin herausfordernder Marktbedingungen ein nachhaltiges und profitables Wachstum für 2023 und die Folgejahre sicher zu stellen.

Chancen und Risiken des Konzerns

Risikomanagementsystem

Ein nachhaltiger Geschäftserfolg kann sich nur einstellen, wenn die Risiken aus dem operativen Geschäftsablauf, aber auch aus externen Einflüssen, frühzeitig erkannt und vorausschauend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Insbesondere in den derzeitigen dynamischen Entwicklungen sind funktionierende Frühwarn- und Risikomanagementtools die einzige Möglichkeit, Risiken zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zeitnah implementieren zu können. Diese Tools sind als ein wesentlicher Bestandteil in der Organisation und im Integrierten Managementsystem verankert. So werden z.B. auch bereits in den Budgetbesprechungen für das Folgejahr mögliche Chancen und Risiken identifiziert und bewertet. Darüber hinaus bilden monatlich erstellte Hochrechnungen sich verändernde Rahmenbedingen, insbesondere der Auslastung, ab und werden durch zusätzliche Szenarienbetrachtungen ergänzt. Entsprechende Analysen unterstützen die Fachbereiche bei der Risikobewertung und der Ableitung vonMaßnahmen . Dies wird durch Audits überwacht und sind Teil des internen Berichtswesens.

Das Management wird regelmäßig über die aktuelle Lage der einzelnen Konzerngesellschaften auch mittels der monatlichen Liquiditätsplanung und des monatlichen Berichtswesens auf Basis der übrigen Ergebniskennzahlen informiert. Hier- bei erfolgen Überwachung, Neubewertung und Dokumentation der Abweichungen und eventuell eingeleiteten Maßnahmen. Wöchentliche Abstimmungsrunden sowie turnusmäßige Sitzungen des Managements einzelner Verantwortungsbereiche stellen sicher, dass mögliche Risiken auch konzernübergreifend erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Das interne Kontrollsystem wird permanent weiterentwickelt und verbessert. Durch die ERP- Software SAP sowie weiterer über Schnittstellen angebundene Systeme sind die Prozesse effizienter und weniger fehleranfällig. Die stetige Weiterentwicklung der Software, insbesondere der entsprechenden Auswertungen, ist ein wichtiger Bestandteil der Ausgestaltung der Risikomanagementsysteme im abgelaufenen Geschäftsjahr und in den folgenden Jahren. Dadurch soll eine schnellere Information über die aktuelle Lage gewährleistet werden, sodass Maßnahmen noch schneller definiert, implementiert und verfolgt werden können.

Volkswirtschaftliche Risiken

Die Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft durch die Eindämmung der Pandemie wurden nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine schon Anfang des Jahres 2022 eingebremst. Die auch daraus folgenden Engpässe bei Waren und Energie werden sich vorerst fortsetzen und die wirtschaftliche Lage schwächen. Für 2023 wird weltweit ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum erwartet. Deutschlands Wirtschaft wird voraussichtlich stagnieren oder nur leicht wachsen. 40

Die Preise werden zumindest in den ersten Monaten des Jahres 2023 weiterhin hoch bleiben. Hohe Güterpreise belasten nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher. Dies führt zu Reallohnverlusten bei den Konsumenten und einer gedämpften Konsumlaune und trägt zu einer sich verschlechternden Konjunktur bei. 41 Dennoch geht der IWF nicht von einer globalen Rezession 2023 aus. 42

Auch wenn möglicherweise bei den Energiekosten eine Erholung in Sicht ist, werden doch andere Kostenfaktoren hoch bleiben. Der robuste Arbeitsmarkt hat zu einem Lohnwachstum geführt, der zumindest teilweise die Kaufkraftverluste auffängt. 43 Somit wird der hohe Kostendruck die Wirtschaft auf jeden Fall in den Jahren 2023 und 2024 Einfluss nehmen. Die erhöhte Inflation wird nur allmählich zurückgehen, erst 2025 wird mit einer Rückkehr zur Ziel-Inflationsrate von 2% gerechnet. 44

Als geldpolitische Maßnahme auf die Inflationslage ist mit weiteren Erhöhungen der Leitzinsen durch die Zentralbanken zu rechnen. Sollten die Maßnahmen nicht zur gewünschten Annäherung an die Ziel-Inflationsrate führen, könnte dies weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen. Dies würde sich folglich negativ auf die Kreditvergabe sowie die Investitionen auswirken und damit die Wirtschaftsleistung belasten.

Neben den verstärkten geldpolitischen Straffungen könnten sich auch geopolitische Spannungen negativ auf die Konjunktur auswirken. 45

Von China wird ein deutliches Wirtschaftswachstum erwartet, das nicht wie in der Vergangenheit von der Nachfrage nach Investitionsgütern ausgehen wird, sondern von der nach Konsumgütern. 46 Die Inflation ist in China relativ niedrig (Kerninflation zu Beginn 2023: 1,2%). Risiken bestehen weiterhin im Immobiliensektor. 47 Insgesamt ist aber mit einer Stützung des globalen Wirtschaftswachstum durch die Abkehr von der strikten Null-Covid-Linie in China zu rechnen.

Insgesamt bewertet die hofer Gruppe das Risiko aus volkswirtschaftlichen Veränderungen wie auch im Vorjahr mit "hoch", verbunden mit "mittleren" Chancen.

40 IWF sieht Weltwirtschaft in "riskanter Phase" | tagesschau.de
41 Konjunkturprognose 2023: Energiepreise bleiben wohl hoch - ZDFheute
42 Wie es um die Weltwirtschaft steht | tagesschau.de
43 EZB, Wirtschaftsbericht, Ausgabe 1 / 2023 (bundesbank.de) S.5
44 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org)
45 Sachverständigenrat für Wirtschaft: Konjunkturprognose 2023 und 2024 (sachverstaendigenrat-wirtschaft.de)
46 Recovery Unabated amid Uncertainty: Opening Remarks by Krishna Srinivasan, Director of the IMF's Asia and Pacific Department
47 Wie sich die Wirtschaft in China 2023 entwickelt und wo am meisten Potenzial besteht | Handelszeitung

Branchenrisiken/unternehmensspezifische Risiken

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Automobilmärkte sind maßgeblich durch die in dem vorherigen Abschnitt zur weltweiten volkswirtschaftlichen Lage beschriebenen, als auch durch die sich verändernden technologischen Rahmenbedingungen beeinflusst.

Der zurzeit größte Engpass in der Automobilindustrie stellt weiterhin der Mangel an Halbleitern dar, welcher sich aber zunehmend bessert. 48 Ein weiterer bremsender Faktor ist darüber hinaus die Umstellung der Produktionslinien auf Elektromobilität. In diesem Bereich wächst die Nachfrage auf den Märkten bisher in einem höheren Tempo, als die Hersteller die notwendigen Anpassungen für die Produktion von Elektroautos vornehmen können. 49

Neben den Lieferengpässen befindet sich die Automobilindustrie immer noch in einem großen Umbruch. Dieser Umbruch lässt sich dabei in drei zentrale Bereiche aufteilen: Hierbei handelt es sich um den Umstieg auf alternative Antriebe wie beispielsweise Elektromobilität und Wasserstoff zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die Digitalisierung sowie das autonome Fahren. Insbesondere die Elektromobilität hat im letzten Jahr weiter an Schwung gewonnen. Der Markt für Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb ist dabei in Deutschland um 30,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. 50 Von dieser Entwicklung kann hofer powertrain, als Systemlieferant und -integrator für Elektrifizierungs- und Hybridisierungslösungen, profitieren.

Die Risiken aus den Lieferengpässen und dem Ukraine-Krieg schätzen wir mit "mittel" ein, sehen aber vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung des Individualverkehrs auch "hohe" Chancen für die hofer powertrain.

Technologische Risiken

Mit der Aufnahme der vollen Produktion des bei hofer entwickelten Hybridgetriebes in Solihull und der Serienproduktion der Hydraulikeinheit eines weiteren Sportwagengetriebes ist die strategische Entwicklung vom Systementwickler zum Systemlieferanten weiter vorangekommen. Während sich das Entwicklungsrisiko durch den erfolgreichen Start-of-Production minimiert hat, bleibt das Risiko, dass unsere Produkte in den Serienfahrzeugen zu Ausfällen führen könnten und der mögliche Einfluss wird größer.

Wir reduzieren, dieses Risiko durch die gezielte Rekrutierung von erfahrenen Mitarbeitern in der Serienentwicklung und -produktion, aber auch durch die enge Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern, z.B. ElringKlinger.

Zur Sicherstellung der Serientauglichkeit der Produkte werden die automotiven Standards der Entwicklung, des Testings und der Freigabe eingehalten.

Darüber hinaus haben wir entsprechende Produkthaftpflicht- und KFZ-Rückrufkostenversicherungen abgeschlossen.

Wir stufen die technologischen Risiken der Serienproduktion und -lieferung zurzeit als "moderat" ein, sehen aber "hohe" Chancen in diesem Bereich.

48 Studie: Nach Ausliefersause bald mehr Rabatt für Neuwagen (handelsblatt.com)

49 Lieferzeiten für E-Auto: So lange wartet man aufs Elektroauto - AUTO BILD

50 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) im Jahresverlauf 2022 nach Marken und alternativen Antrieben (kba.de)

Ein weiteres technologisches Risiko besteht in den gestiegenen gesetzlichen und branchenüblichen (Stand der Technik) Anforderungen an Cyber Security und Funktionale Sicherheit insbesondere in der Elektronik und Software-Entwicklung.

Durch gezielte Verstärkung durch interne und externe Experten auf diesen Feldern, durch Schulungsmaßnahmen und die weitere Einführung strikter Prozesse wie z.B. PEP, ASPICE begegnen wir diesem Risiko.

In Summe stufen wir dieses Risiko als "moderat" für unser Geschäft ein, die Beherrschung dieser Risiken ist aber für das weitere Geschäft zwingend notwendig und bietet zusätzliche Chancen für Entwicklungstätigkeiten.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit sieht sich der hofer Konzern auch finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Im Wesentlichen umfassen die Risiken für den hofer- Konzern Kredit-, Zinsänderungs-, Währungskurs- und Liquiditätsrisiken.

Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie und geopolitische Risiken wie der Krieg in der Ukraine oder die unsichere Lage zwischen China und Taiwan verunsichern weiterhin viele Unternehmen und beeinflussen Entscheidungen in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und die Ertragslage. Deshalb ist das Liquiditätsrisiko nach wie vor ein wesentlicher Aspekt für die Unternehmensfortführung.

Um den krisenbedingt hohen Inflationsraten entgegenzuwirken, hat die EZB ähnlich der FED in Nordamerika beschlossen, ihre lockere Geldpolitik aufzugeben und schrittweise den Leitzins anzuheben.

Die bereits vorgenommene Erhöhung des EZB-Leitzinses für den Euroraum auf 3,5% (Stand 22.03.2023) hat zwar bereits zu einer Abschwächung der Inflation geführt. Ein Ende dieser Zinsentwicklung ist aber aktuell noch nicht in Sicht und wird wesentlich von der Notwendigkeit beeinflusst, mit der Zinsentwicklung einen Rückwärtstrend in der inflationären Entwicklung erzeugen zu können und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung nicht abzuwürgen.

Die hofer Gruppe begegnet dem Liquiditätsrisiko durch kontinuierliche Überwachung der Liquiditätssituation. Hierzu wird eine rollierende zeitnahe Liquiditätsplanung zur Sicherung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs standortübergreifend eingesetzt. Daher sind Liquiditätsreserven nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Geschäftspolitik, um das betriebswirtschaftliche Gesamtrisiko so gering wie möglich zu halten.

Hofer powertrain schätzt das direkte Zinsänderungs-, das Kredit- und Liquiditätsrisiko derzeit als "mittel" bis "hoch" ein.

Aufgrund des höheren Internationalisierungsgrads (hauptsächlich Großbritannien und China) haben sich mögliche Wechselkursrisiken der hofer Gruppe entsprechend erhöht. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, werden Kundenverträge überwiegend in Konzernwährung (EUR) gestaltet. Weiterhin wird dieses Risiko durch in Fremdwährung geführte Bankkonten in Form von Natural Hedge gemindert.

Das Währungskursrisiko ist aus jetziger Sicht als "gering" bis "mittel" zu bewerten.

Eventuelle zukünftige finanzielle Belastungen, sei es durch Garantieansprüche, Forderungsausfälle oder andere Eventualitäten, wurden entweder in den Rückstellungen erfasst oder in der Liquiditätsplanung berücksichtigt.

Als Systementwickler und Systemlieferant ist die hofer Gruppe auch einem Vorfinanzierungsbedarf ausgesetzt. Dieser Bedarf wird einerseits durch strategische Partnerschaften und andererseits durch Kunden, die sich an der Finanzierung der Entwicklungskosten für die spätere Serienproduktion beteiligen, so weit wie möglich reduziert.

Ein sofortiger Kreditstopp als auch potenzielle Insolvenzen auf der Kunden- und der Lieferantenseite bilden nach wie vor ein Restrisiko, das wir mit "mittel" bewerten.

Personalrisiken

Der allgemeine Fachkräftemangel stellte auch in 2022 eine große Herausforderung dar. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist sehr stabil und viele Unternehmen schreiben weiter Stellen aus. Damit haben gerade unsere sehr hochqualifizierten Mitarbeiter/innen sehr viele Möglichkeiten sich beruflich zu verändern. hofer versucht hier mit diversen Maßnahmen (Coachingprogramm, Fachkarriere, ausgeglichene Work-Life-Balance) sowie vor allem mit interessanten Projekten entgegenzuwirken.

Wie bereits in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben hat der Ukraine-Krieg und die damit verbunden Teuerungen in fast allen Bereich Auswirkungen auf hofer. Die Bedingungen auf den Arbeits-, Produkt-, Dienstleistungs- und Finanzmärkten beeinflusst uns genauso, wie alle anderen Unternehmen auch. Deshalb besteht weiterhin das Risiko, dass einzelne Know-how-Träger oder auch ganze Gruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgeworben und teilweise mit hohem Aufwand wieder ersetzt werden müssen. Gerade Schlüsselpositionen sind für die strategische Weiterentwicklung zwingend notwendig und vor Abwanderung zu bewahren.

Der Fokus in der Personalpolitik richtet sich daher auf eine zielorientierte und bedarfsgerechte Personalentwicklung und -qualifizierung. Gerade auch bestehendes Personal wird gefördert und weiterentwickelt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Weiterhin attraktiv, neben den schon genannten Instrumenten, sind folgende Benefits: kostenlose Getränke, Mitarbeiterevents, Zugang zu Jobrädern oder vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten mittels Corporate Benefits.

Auch in den kommenden Jahren, wird eines der höchsten Risiken sein, Leistungsträger zu verlieren bzw. nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter/innen für unsere Wachstumspläne rekrutieren zu können.

Rechtliche Risiken

Die zunehmende Komplexität rechtlicher und steuerlicher Vorschriften stellt eine Herausforderung bei der Einhaltung gesetzlicher und interner Bestimmungen dar. Durch die zunehmende internationale Geschäftstätigkeit besteht das Risiko einer niedrigeren Rechtssicherheit infolge unterschiedlicher Auslegungen.

Die hofer Gruppe kann, wie jedes andere Unternehmen, in Rechtsstreitigkeiten verwickelt werden. Durch kontinuierliche und offene Kommunikation mit den jeweiligen Vertragspartnern wird allerdings versucht, das Risiko hierfür zu minimieren und die Kundenzufriedenheit zu optimieren.

Ebenso kann die hofer Gruppe mit Gewährleistungsansprüchen konfrontiert werden. Zur Absicherung werden daher ausreichend Rückstellungen für mögliche Ansprüche gebildet. Zusätzlich werden nach Möglichkeit entsprechende Versicherungen abgeschlossen und laufend überprüft.

Risikomindernd wirkt hier der hohe Qualitätsstandard der Systemdienstleistungen. Dieser wird kontinuierlich durch Verbesserungsmaßnahmen (ISO-Zertifizierung) sichergestellt.

Aufgrund von Erfahrungswerten schätzen wir das rechtliche Risiko für die hofer Gruppe derzeit eher "gering" ein.

Informations- und IT-Risiken

Die hohe Verfügbarkeit von Daten- und Informationsflüssen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der steigende Digitalisierungsgrad und die zunehmende elektronische Vernetzung erhöhen die Informations- und IT-Risiken, welche gegebenenfalls die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des hofer-Konzerns belasten könnten. Der Schutz von Geschäftsgeheimnissen, innovativen Entwicklungen und Prozessdaten unserer Kunden als auch unserer eigenen Daten gegen unberechtigte Zugriffe, Zerstörung und Missbrauch nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs begegnet hofer powertrain durch den Einsatz von verschiedenen Maßnahmen.

Diese Schutzmaßnahmen umfassen prozessspezifische Sicherheitsvorkehrungen, Standardmaßnahmen wie Virenscanner, Firewall-Systeme, Zugangs- und Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene sowie interne Testläufe und regelmäßig ergänzende Datensicherungen. Dies dient dem Schutz der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität.

Bei Kooperationen und Partnerbeziehungen spielt der Schutz unseres Know-hows eine bedeutende Rolle. Die konzernweiten Sicherheitsstandards wirken sich risikomindernd aus. Sie haben die Kontinuität betrieblicher Prozesse zum Ziel und tragen maßgeblich zur Unternehmenssicherheit bei.

Um den Sicherheitsanforderungen unserer Kunden gerecht zu werden, hat sich die hofer Gruppe entschlossen, externe Tisax-Audits für Informationssicherheit der Schutzklasse "sehr hoch" sowie Prototypenschutz durchführen zu lassen. Diese wurden bereits an mehreren Standorten erfolgreich durchgeführt und mit dem erforderlichen Reifegrad zertifiziert.

Aufgrund des vor kurzem erlittenen Cyber-Angriffs, wurde der Sicherheitsstandard der hofer Gruppe stark erhöht durch Austausch diverser IT-Komponenten (insbesondere der Firewall-Technologien), die Aktivierung von zusätzlichen IT Security Funktionen und der Erweiterung der IT Security Standards. Funktionen wie Multifaktor Authentifizierung, Device Management, Logging-System und der Betrieb eines Security Operations Center (SOC) sind nun Standards in der hofer-Gruppe.

Insgesamt schätzen wir nach Implementierung der Optimierungsmaßnahmen nach dem Cyber-Angriff das IT-Risiko, dem hofer powertrain ausgesetzt ist, mit "mittel" ein.

Prognosebericht:

Die hofer Gruppe geht in ihrer Planung für das Geschäftsjahr 2023 von einer im Vergleich zur Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2022 signifikanten Steigerung der Gesamtleistung um rd. 8% auf 97,4 Mio. EUR bei einem positiven EBIT in einer Höhe von etwas über 3,6 Mio. EUR vor Berücksichtigung des Finanzergebnisses aus. Diese eher konservativ angelegte Ergebnisplanung resultiert aus den zu Grunde liegenden Annahmen in der aktuell multiplen Krisensituation. Die Ukraine-Krise, die inflationäre Entwicklung der letzten Monate (s. Grafik) und sich anbahnende weitere Krisenherde in Asien (Taiwan) und Afrika (Sudan) erschweren einen ambitionierteren Geschäftsausblick.

Mittlerweile zeigt nun erfreulicherweise zu Beginn des zweiten Quartals 2023 der Schwenk in der Geldpolitik der EZB, die zwar etwas später als die FED in den USA auf die Teuerungsraten reagiert, nun aber ebenfalls versucht, nachhaltig zu agieren, offensichtlich Wirkung. Vor allem die Energiepreise befinden sich zwar auf einem hohen Niveau, stabilisieren sich aber und zeigen bei weitem nicht die noch im Herbst 2022 angenommenen Teuerungsraten.

Auch der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, der seit Beginn der Invasion der Ukraine durch die russischen Truppen am 24.02.2022 auf ein Niveau vergleichbar mit dem Stand Ende 2020 gefallen war und bis zu Beginn des vierten Quartals 2022 einen stetigen Abwärtstrend zeigte erholt sich seit dem Herbst 2022 wieder und bewegt sich langsam zumindest für die deutsche Wirtschaft auf ein Vorkrisenniveau zu.

Der sich in Deutschland abzeichnende Trend einer sich auf hohem Niveau stabilisierenden Inflation kann mittlerweile in den meisten großen Volkswirtschaften festgestellt werden.

Diese im Wesentlichen durch die Energiepreise getriebene Preisstabilisierung resultiert in einer aktuell leicht verbesserten Wachstumsprognose für 2023 von globalen 2,6% im Vergleich zu den Prognosen Ende 2022. Beide 2023-Prognosen liegen allerdings deutlich unter den 2022 Werten und auch für 2024 wird mit nur 2,9 % eine Wachstumsrate des globalen Bruttoinlandsproduktes von unterhalb 3% erwartet.

Neben der sich langsam stabilisierenden Inflation und dem dadurch wieder ansteigenden Verbrauchervertrauen ist auch das unerwartet schnelle Ende des Pandemie-Lock Downs in China Ende 2022 ein treibender Faktor für diese immer noch als fragil zu bezeichnende positive Entwicklung.

Dies veranschaulicht auch der Einkaufsmanagerindex (PMI-Purchasing Manager Index) der OECD für China, der einen dem deutschen ifo Index sehr ähnlichen Verlauf genommen hat.

Auch wenn sich solche aktuellen Entwicklungen noch einer nachhaltig belastbaren Prognostizierbarkeit entziehen, lässt sich doch erkennen, dass die Weltwirtschaft bei stabilen Energiepreisen offensichtlich robust genug ist, um eine tiefe Rezession zu verhindern.

Das sich leicht aufhellende Wirtschaftsklima sollte sich ebenfalls positiv auf die angebotenen Dienstleistungen und das Produktportfolio der hofer Gruppe auswirken können.

China wird dabei als das Land mit den meisten zugelassenen E-Fahrzeugen ein wesentlicher Treiber sein können und wird auch in 2023 der größte Produktionsstandort für Elektroautos sein. Mit prognostizierten 13 Millionen werden in 2023 in China mehr Elektroautos produziert als im gleichen Jahr in Deutschland und den USA zusammen (Quelle: Elektromobilität weltweit | Statista ).

Trotz eines überdeutlichen Trends im Reich der Mitte, sich immer weiter unabhängig von Importen und westlichem Know-How machen zu wollen, konnte die hofer Gruppe auch in 2022 IP-Geschäft mit chinesischen Kunden realisieren und steht in 2023 kurz vor dem Abschluss eines umfassenden Technologiegeschäfts mit einem weiteren großen chinesischen OEM für den chinesischen Markt. Dieser Geschäftsabschluss ist darüber hinaus auch mit der Gründung eines Produktions-Joint Ventures verbunden, die der hofer Gruppe über entsprechende Lizenzvereinbarungen auch in der Zukunft nachhaltige Umsätze sichern können sollte.

Eine Achillesferse der steigenden Produktion von Elektrofahrzeugen sind die weiterhin hohen Produktionskosten. Ein wesentlicher Preistreiber sind dabei die Kosten für die Batterien, für die seltene Erden benötigt werden. Die Vormachtstellung Chinas in der E-Mobilität ist im Bereich der Produktion von Batterien noch ausgeprägter. Laut einer Prognose (Kapazität Batterieproduktion E-Autos Regionen 2025 | Statista) wird China im Jahr 2025 Batterien mit einer Gesamtkapazität von über 600 Gigawattstunden herstellen. In Europa und den USA zusammen werden es im gleichen Zeitraum voraussichtlich 450 Gigawattstunden sein. Hofer powertrain ist dabei mit seiner starken Fokussierung auf das Testing von Batterien und dem Batteriemanagement hervorragend aufgestellt, um auch in China einen neuen Kundenstamm aufbauen zu können.

Die Wirtschaft in den USA, die seit der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder einen wichtigen Markt für die hofer powertrain darstellt, hat sich unabhängiger von der Ukraine- Krise als die Wirtschaft in den USA entwickelt. Die US-amerikanische Notenbank hat im Vergleich zur europäischen Zentralbank sehr viel früher die Leitzinsen erhöht und damit robust auf inflationäre Entwicklungen reagiert und die fehlende räumliche Nähe der Kriegshandlungen scheint für wesentlich geringeren Einfluss auf die US-Konjunktur gesorgt zu haben. Darüber hinaus setzt die US-Regierung seit August 2022 mit dem "Inflation Reduction Act" auf Steueranreize beim Kauf von Elektro-Autos, die die einheimische Produktion stärken und die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen reduzieren sollen (Quelle: Elektroautos in den USA: Boom der Batteriezellenfertigung durch Steueranreize | heise Autos). Mit dieser von den Exportnationen fast schon als protektionistisch angesehenen Subventionierung wird die US-amerikanische Batteriezellenproduktion massiv unterstützt. hofer powertrain kann hier als Elektrifizierungsspezialist wie auch in 2022 sicherlich nicht nur im Bereich des Engineerings neue Kundenprojekte unterstützen, sondern auch weiter IP-Geschäft v.a. im Bereich der Batterieentwicklung realisieren.

Ein wesentlicher Schlüssel für die Erholung der allgemeinen Geschäftserwartung in Deutschland und ganz Europa ist sicherlich weiterhin das Ende des Krieges in der Ukraine, was auch eine schnelle und nachhaltige Lösung der weiter bestehenden Energieproblematik mit sich bringen könnte. Dies würde sowohl dem verarbeitenden Gewerbe aber auch der Logistikbranche vermehrt Planungssicherheit und damit Zutrauen in die zukünftige Geschäftsentwicklung geben.

Die Ende März im EU-Parlament getroffene Entscheidung, ab dem Jahr 2035 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor zulassen zu wollen, bestätigt die grundsätzliche Ausrichtung der hofer powertrain, auf der Basis des bisherigen "Verbrenner" Know- Hows die Elektrifizierungsthemen immer breiter aufzustellen. Eine Reihe von kurzfristig zu erwartenden Geschäftsabschlüssen mit europäischen Kunden mit signifikanten Umsatzvolumina im Bereich der Elektrifizierung von Antrieben unterstützen diese Sichtweise.

Die aktuell noch eher vorsichtige wirtschaftliche Erholung nach einem eher rezessionsgetriebenen Trend erzeugt in Bezug auf die Aktivitäten der hofer-Gruppe in Summe eine durchaus ambivalente Situation. Der Auftragsbestand ohne die bisher noch nicht gestarteten Serienlieferaufträge für Kunden in Großbritannien betrug zum Ende März 2023 rd. 43 Mio. EUR und liegt damit etwa 10% unter dem Niveau des Vorjahres von 50,0 Mio. EUR. Dieses Auftragsvolumen bezieht sich auf alle Kompetenzbereiche der hofer powertrain. Gleichzeitig befinden sich Ende März 2023 Projektanfragen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 313 Mio. EUR in der Angebotsphase, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von fast 57% entspricht. Dieses Niveau spiegelt die wieder stark anziehende Nachfrage im Markt zu Beginn des Jahres 2023 nach dem Portfolio der hofer powertrain in Deutschland aber auch weltweit wider.

Die hofer Gruppe sieht sich daher in Summe sehr gut aufgestellt, die für das Jahr 2023 definierten betriebswirtschaftlichen Ziele auch vor dem Hintergrund eines sicherlich schwierigen Marktumfelds erreichen zu können.

Sonstige Finanzinformationen

Die hofer Aktiengesellschaft hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht erstellt. Die Schlusserklärung des Vorstands im Abhängigkeitsbericht lautet:

"Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklärt der Vorstand der hofer AG, dass die Gesellschaft bei dem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten vorgenommenen Rechtsgeschäften und getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde."

 

Nürtingen, den 31. Mai 2023

Johann HOFER (Vorsitz)

Dr. Alexander NÄSER

Wolfgang STEPHAN

Dr. Thomas HACKL

Konzernbilanz zum 31.Dezember 2022

(AKTIVA)

in TEUR Anhang 2022 2021
A. Anlagevermögen (1) 19.443 21.246
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 797 3.183
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 301 2.598
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 496 585
II. Sachanlagen 17.574 15.594
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.702 2.794
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.936 6.168
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.006 6.307
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 930 325
III. Finanzanlagen 1.072 2.469
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 478 1.875
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1 1
3. Sonstige Ausleihungen 593 593
B. Umlaufvermögen 50.704 58.431
I. Vorräte 5.366 8.041
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 62 64
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 8.023 33.024
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen -2.924 -25.756
4. Fertige Erzeugnisse und Waren 25 2
5. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 180 707
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (2) 29.589 24.666
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.971 11.797
2. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 12.610 4.760
3. Sonstige Vermögensgegenstände 4.008 8.109
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 15.749 25.724
C. Rechnungsabgrenzungsposten 846 604
D. Aktive latente Steuern (3) 9.389 8.639
AKTIVA 80.382 88.920

(PASSIVA)

in TEUR Anhang 2022 2021
A. Eigenkapital 44.463 45.596
I. Gezeichnetes Kapital (4)
Nominell 14.452 14.452
Eigene Anteile 6 6
Ausgegebenes Kapital 14.446 14.446
II. Kapitalrücklage (5) 60.422 60.422
III. Gewinnrücklage (5) 20 20
IV. Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung (6) -232 -1.290
V. Bilanzgewinn -30.345 -28.143
VI. Anteile von Minderheitsgesellschaftern (7) 152 141
B. Rückstellungen (8) 11.746 13.724
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 96 72
2. Steuerrückstellungen 2.253 2.086
3. Sonstige Rückstellungen 9.397 11.566
C. Verbindlichkeiten (9) 24.034 28.679
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 11.342 11.757
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.285 10.679
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 461 450
4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 53
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.946 5.740
davon aus Steuern 4.228 4.901
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 448 571
D. Rechnungsabgrenzungsposten 0 22
E. Passive latente Steuern (3) 140 899
PASSIVA 80.382 88.920

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.12.2022

in TEUR Anhang 2022 2021
1. Umsatzerlöse (10) 113.041 73.957
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -26.687 -2.869
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 662 2.817
4. Sonstige betriebliche Erträge (11) 3.261 13.917
Summe 90.277 87.822
5. Materialaufwand (12) 30.906 30.077
a. Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 22.188 23.429
b. Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.718 6.648
Roherlös 59.371 57.745
6. Personalaufwand 39.122 37.890
a. Löhne und Gehälter 3.058 31.784
b. soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 6.064 6.105
davon für Altersversorgung (13) 253 255
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen (14) 5.634 8.603
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen (15) 16.460 16.085
Ordentliches Betriebsergebnis (EBIT) -1.845 -4.832
9. Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen (16) -1.397 -2.686
Beteiligungsergebnis -1.397 -2.686
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 14 54
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -240 -301
Zinsergebnis (17) -226 -247
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.371 -1.544
davon aus latenten Steuern -1.509 -2.794
13. Ergebnis nach Steuern -2.097 -6.221
14. Sonstige Steuern 93 49
15. Jahresfehlbetrag -2.190 -6.270
16. Verlustvortrag -28.143 -21.853
17. Einstellungen / Entnahmen Minderheitenanteile -12 -20
18. Bilanzgewinn -30.345 -28.143

Konzernanhang

I. Allgemeine Angaben

Die hofer AG mit ihrem Sitz in Nürtingen ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart (Reg.Nr. HRB 723593). Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde auf Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs und der ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren angewandt (§ 275 Abs. 2 HGB). Nach den in § 267 HGB angegebenen Größenklassen ist das Mutterunternehmen eine große Kapitalgesellschaft.

Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die Einzelabschlüsse der dem Konsolidierungskreis angehörenden Unternehmen. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr und ist mit den Geschäftsjahren der einbezogenen Tochterunternehmen identisch. Die Kapitalkonsolidierung erfolgte für Erwerbsvorgänge bis 31.12.2010 nach der Buchwertmethode gemäß § 301 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 HGB a. F. durch Verrechnung der Anschaffungskosten der Beteiligungen an den einbezogenen Tochterunternehmen mit deren anteiligem Eigenkapital zum Zeitpunkt der erstmaligen Einbeziehung in den Konsolidierungskreis nach § 301 Abs. 2 HGB a. F. Der sich ergebende aktivische Unterschiedsbetrag wurde im Jahr der Erstkonsolidierung vollständig abgeschrieben. Für Erwerbsvorgänge ab 01.01.2011 erfolgt die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode auf den Zeitpunkt, zu dem das Unternehmen Tochterunternehmen geworden ist.

II. Konsolidierungskreis und Konsolidierungsgrundsätze

Unternehmen, bei denen ein maßgeblicher Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik ausgeübt werden kann (assoziierte Unternehmen), werden at-equity in den Konzernabschluss einbezogen. Die Aufnahme des assoziierten Unternehmens nach der at-equity-Methode erfolgt zu dem Zeitpunkt, ab dem der maßgebliche Einfluss erstmalig ausgeübt werden kann. Die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen wird anfänglich mit den Anschaffungskosten angesetzt und an den nachfolgenden Bilanzstichtagen um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen des assoziierten Unternehmens fortgeschrieben. Nach Abschlussstichtag wird ermittelt, ob objektive Anhaltspunkte, die eine Wertminderung begründen, vorliegen.

Die Eliminierung von Zwischenergebnissen erfolgte durch Zu-/Abrechnungen bei den entsprechenden Vermögensgegenständen (§ 304 Abs. 1 HGB).

Die Bilanzen der ausländischen Gesellschaften werden zum Stichtagskurs und die Gewinn- und Verlustrechnungen mit den monatlichen Durchschnittskursen umgerechnet und in den Konzernabschluss einbezogen.

Folgende Gesellschaften wurden gemäß den Bestimmungen des § 290 HGB in den Konzernabschluss und Konzernlagebericht einbezogen:

Firma Beteiligung
hofer powertrain GmbH, Nürtingen 100%
hofer property GmbH, Wolfsburg 88,40%
hofer verwaltungs UG (haftungsbeschränkt), Nürtingen 100%
hofer immobilien UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG, Nürtingen 100%
hofer powertrain berlin GmbH, Berlin 100%
hofer powertrain innovation GmbH, Nürtingen 100%
hofer forschungs- und entwicklungs GmbH, Garsten, Österreich 100%
hofer powertrain GmbH, Steyr, Österreich 100%
hofer GmbH, Garsten, Österreich 100%
hofer international GmbH, Garsten, Österreich 100%
hofer powertrain international GmbH, Garsten, Österreich 100%
hofer powertrain Srl, Bozen, Italien 100%
hofer powertrain AG, Eschen, Liechtenstein 100%
hofer controls Kft., Budapest, Ungarn 100%
hofer powertrain UK Ltd., Warwick, UK 100%
hofer powertrain Inc., Troy, Michigan, USA 100%
hofer powertrain (Jinan) Co., Ltd., Jinan, China 100%
hofer powertrain (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai China 100%

Der Konzern hält Beteiligungen an folgenden Unternehmen, die nach der at-equity- Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden:

Firma Beteiligung Buchwert 31.12.2022 Eigenkapital Jahresergebnis
hofer powertrain products GmbH, Nürtingen 47% 0,00 EUR -4.018 TEUR -924 TEUR
hofer powertrain products (UK) Ltd., Warwick, UK 47% 0,00 EUR -9.455 TGBP 741 TGBP
Wuxi CRRC hofer powertrain Co., Ltd, Wuxi, China 39% 0,00 EUR 79.303 TRMB -132.224 TRMB
evergrande hofer powertrain GmbH, Berlin 33% 0,00 EUR -2.247 TEUR -1.889 TEUR

Aus der at-equity-Bewertung der hofer powertrain products (UK) Ltd. ergibt sich ein negativer Equity-Wert zum 31.12.2022 von -5.133 TEUR (Vorjahr: -5.526 TEUR). Die Beteiligung an der hofer powertrain products GmbH weist zum 31.12.2022 einen negativen Equity-Wert von -1.888 TEUR (Vorjahr: -1.454 TEUR) aus. Wegen einer Zwischengewinneliminierung ergibt sich bei der Beteiligung an dem in 2019 gegründetem Joint Venture evergrande hofer powertrain GmbH, Berlin, ein negativer Equity-Wert von -10.479 TEUR. Aus der at-equity-Bewertung der Wuxi CRRC hofer powertrain Co.,Ltd., China ergibt sich erstmalig ein negativer Equity-Wert zum 31.12.2022 von -5.609 TEUR

Alle einbezogenen Unternehmen haben das Kalenderjahr als Geschäftsjahr.

Im Geschäftsjahr werden Anteile als alleinige Kommanditistin der Balme Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH in Höhe von 4.700 EUR (Eigenkapital zum 31.12.2021; -475 TEUR, Jahresergebnis 2021: 2 TEUR) und der Parota Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH in Höhe von 4.700 EUR (Eigenkapital zum 31.12.2021: -35 TEUR, Jahresergebnis 2021: 14 TEUR) gehalten.

Weiterhin hält die hofer AG in Höhe von 468 TEUR 15,6 % der Anteile an der Faissner Petermeier Fahrzeugtechnik AG mit Sitz in Garching bei München.

III. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bei Aufstellung des Konzernabschlusses waren die Regelungen der § 298 Abs. 1 HGB i. V. m. §§ 244 ff. HGB, soweit diese anzuwenden sind, zu beachten.

Im Übrigen wurden folgende Grundsätze und Methoden angewandt:

Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden gem. § 255 Abs. 2 HGB aktiviert. In den Herstellungskosten werden die Einzelkosten sowie angemessene Teile der Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten einbezogen.

Im Geschäftsjahr 2022 wurde von der hofer-Gruppe nach § 248 Abs. 2 HGB keine Aktivierung vorgenommen. In 2021 aktivierte die hofer-Gruppe nach § 248 Abs. 2 HGB Entwicklungskosten vor allem für die Entwicklung eines Inverters (OneBoard) in Höhe von insgesamt 2.468 TEUR.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie einer Abnutzung unterliegen, um planmäßige, bei Vorliegen sonstiger Umstände, um außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar um planmäßige Abschreibungen vermindert. Dabei umfassen die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie angemessene Teile der allgemeinen Verwaltungskosten.

Die Abschreibungen wurden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Dem Abschreibungsplan liegen überwiegend folgende geschätzte Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände 2
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 10
Gebäude (ohne bauliche Betriebsvorrichtungen) 25 bis 50
Bauliche Betriebsvorrichtungen 5 bis 10
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 12
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 6

Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von abnutzbaren beweglichen Gegenständen des Anlagevermögens, die zu einer selbstständigen Nutzung fähig sind, wurden im Geschäftsjahr der Anschaffung in voller Höhe als Betriebsausgaben abgesetzt, soweit sie den Betrag in Höhe von 800 EUR für das einzelne Anlagegut nicht überstiegen.

Innerhalb der Finanzanlagen wird die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen zu Anschaffungskosten bzw. bei einer dauernden Wertminderung zum niedrigeren beizulegenden Stichtagswert vorgenommen. Im Rahmen der Kapitalkonsolidierung werden die Anteile an verbundenen Unternehmen konsolidiert, sofern diese im Konsolidierungskreis enthalten sind. Bei einer voraussichtlich nicht dauernden Wertminderung werden entsprechend dem Wahlrecht nach § 253 Abs. 3 Satz 6 HGB keine Abwertungen vorgenommen.

Das Vorratsvermögen ist zu Anschaffungs-/Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips angesetzt. Fertige und unfertige Leistungen werden zu Herstellungskosten gemäß § 255 Abs. 2 HGB aktiviert. In den Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten und des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Es wurden keine Fremdkapitalkosten in die Herstellungskosten einbezogen. Entsprechend dem Wahlrecht des § 268 Abs. 5 HGB werden die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen offen von den Vorräten abgesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind ausgehend von den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des erkennbaren und latent vorhandenen Ausfallrisikos bewertet. Im Geschäftsjahr 2022 wurden Forderungen in Höhe von 312 TEUR einzelwertberichtigt (Vorjahr: 311 TEUR).

Kassenbestände und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert aktiviert.

Die Rechnungsabgrenzungsposten sind gem. § 250 HGB zur periodengerechten Zuordnung von Aufwendungen gebildet worden.

Latente Steuern werden auf Ebene der Einzelgesellschaften für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet, soweit dies nach § 274 HGB zulässig ist. Der Steuersatz zur Ermittlung der Höhe der latenten Steuern richtet sich nach dem Sitz der jeweiligen Gesellschaft und liegt zwischen 20 % und 30 %. Zudem werden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge gebildet, soweit diese gemäß der Unternehmensplanung innerhalb von fünf Jahren realisiert werden können.

Auf Ebene des Konzerns werden zudem latente Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen, die zu Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Wertansätzen der Vermögensgegenstände, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten führen und die sich in der Zukunft voraussichtlich wieder umkehren, gebildet.

Die latenten Steuern auf Ebene des Konzerns werden mit den latenten Steuern nach § 274 HGB zusammengefasst und gemäß dem Wahlrecht nach § 306 Satz 2 HGB unsaldiert ausgewiesen.

Das Grundkapital wurde mit dem Nennbetrag passiviert.

Die Pensionsverpflichtungen wurden nach dem Projected-Unit-Credit-Verfahren unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit einem laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen 10 Jahre von 1,78 % p.a. (Vorjahr: 1,87 %) auf Basis der Richttafeln 2018 G von der HEUBECK AG ermittelt. Dabei wurde vom Wahlrecht des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht und ein Marktzinssatz angenommen, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt.

Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe, der von der Bundesbank veröffentlichten laufzeitadäquaten durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen zehn bzw. sieben Jahre beträgt 4.289 EUR (Vorjahr: 6.706 EUR).

Für Pensionsverpflichtungen existieren Rückdeckungsversicherungsverträge, welche an die Pensionäre verpfändet sind. Entsprechend werden die Verpflichtungen und der Aktivwert der Rückdeckungsversicherung nach § 246 Abs. 2 HGB saldiert ausgewiesen. Die Anschaffungskosten des Deckungsvermögens betrugen 34 TEUR (Vorjahr: 34 TEUR). Der beizulegende Zeitwert (Rückkaufswert) beträgt 47 TEUR (Vorjahr: 46 TEUR). Der Erfüllungsbetrag der verrechneten Rückstellungen beträgt 126 TEUR (Vorjahr: 122 TEUR).

Erträge aus dem Deckungsvermögen (992 EUR, Vorjahr: 971 EUR) werden mit Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Pensionsrückstellung 2.275 EUR (Vorjahr: 2.628 EUR) verrechnet. Bei der Berechnung wurde von einem Rententrend von 1,00 % p.a. ausgegangen.

Rückstellungen sind für alle erkennbaren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet worden (§ 249 HGB) und mit ihrem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden gegebenenfalls mit dem Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Neben konkreten Einzelfällen wurden pauschale Gewährleistungsrückstellungen von 0,25 % auf die Umsatzerlöse gebildet.

Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert (§ 253 Abs. 1 Satz 2 HGB).

Im Rahmen der Währungsumrechnung werden Guthaben bei Kreditinstituten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten in fremden Währungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr mit dem Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag bewertet. Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit über einem Jahr in Fremdwährung liegen nicht vor.

IV. Erläuterungen zur Bilanz

(1) Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist als Anlage zum Anhang dargestellt.

Zusätzlich zu den Zu- und Abgängen sowie den Umbuchungen wurde für die kumulierten Anschaffungs- und Herstellungskosten die Spalte Wertveränderung aus atequity- Bewertung eingeführt. Dies dient zur besseren Vergleichbarkeit der Position Beteiligungen.

(2) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in TEUR 2022 2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 12.971 11.797
Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 12.610 4.760
(davon aus Lieferungen und Leistungen) 12.610 4.760
Sonstige Vermögensgegenstände 4.008 8.109
Summe 29.589 24.666

Bei den Forderungen erfolgte im Geschäftsjahr 2022 eine Einzelwertberichtigung in Höhe von 312 TEUR (Vorjahr: 311 TEUR), Pauschalwertberichtigungen auf Forderungen wurden wie im Vorjahr nicht vorgenommen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 2.161 TEUR (Vorjahr: TEUR 2.659) haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

(3) Aktive/Passive latente Steuern

Aktive latente Steuern auf Ebene der Einzelgesellschaften resultieren im Wesentlichen aus latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren genutzt werden können.

Latente Steuern auf Ebene des Konzerns resultieren im Wesentlichen aus der Zwischenergebniseliminierung und den Anpassungen von Vermögensgegenständen und Schulden an die konzerneinheitliche Bewertung.

Die Bewertung der temporären Differenzen und der innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbaren steuerlichen Verlustvorträge erfolgt mit dem für das Geschäftsjahr für die jeweilige Gesellschaft geltenden kombinierten Steuersatz für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer von 20 % bis 30 %, für den Konzern von 30 %.

Die passiven latenten Steuern in Höhe von 140 TEUR (Vorjahr: 899 TEUR) ergeben sich im Wesentlichen aus dem Unterschiedsbetrag zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Bewertung von selbst erstellten immateriellen Vermögensgegenständen. Diese ergeben sich aus der Entwicklung eines Inverters (OneBoard) sowie im Vorjahr zusätzlich aus der Entwicklung einer elektronischen Antriebsplattform.

(4) Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr 14.445.660,00 EUR und ergibt sich aus insgesamt 14.451.365 ausgegebenen Namensaktien zum Nennbetrag von einem Euro, abzüglich der eigenen Aktien zum Nennbetrag von 5.705 EUR, die die hofer powertrain GmbH an der hofer AG seit 2005 hält.

Nach der uns gemäß § 20 Abs. 4 AktG am 30. August 2019 zugegangenen Mitteilung gehört der HOFER GmbH, Haßfurt, ein Anteil von mehr als 25% an der hofer Aktiengesellschaft.

(5) Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen

Die Kapitalrücklage blieb mit 60.421.950,36 EUR unverändert zum Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2022 wurde wie im Vorjahr keine Gewinnrücklage (gesetzliche Rücklage) zugefügt.

(6) Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung

Im Konsolidierungskreis sind seit 2015 Gesellschaften mit lokaler Währung von USD, GBP, CHF, HUF und RMB enthalten. Aufgrund der Wechselkursentwicklung wurden im Geschäftsjahr 2022 Währungskursdifferenzen aus der Umrechnung der Gewinnund Verlustrechnung und des Eigenkapitals in Höhe von -1.084 TEUR (Vorjahr: -1.673 TEUR) erfasst, so dass sich eine kumulierte Minderung des Eigenkapitals aus der Währungsumrechnung von -232 TEUR (Vorjahr: -1.290 TEUR) ergibt.

(7) Anteile von Minderheitsgesellschaften

Dieser Posten betrifft die nicht der hofer AG gehörenden Anteile am Eigenkapital von den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften. Für folgende Gesellschaften wurden nicht beherrschende Anteile ausgewiesen:

in EUR 2022 2021
hofer property GmbH Wolfsburg 152.537,77 140.927,69

(8) Rückstellungen

in TEUR 2022 2021
Pensionsrückstellungen 96 72
Steuerrückstellungen 2.253 2.086
Sonstige Rückstellungen 9.397 11.566
Ausstehende Rechnungen 30 1.725
Personalrückstellungen 1.338 1.213
Rückstellung für drohende Verluste 219 1.563
Projektrückstellungen 4.119 3.811
Gewährleistung 1.394 1.024
Tantiemen 59 60
Prämien 1.221 883
Berufsgenossenschaftsbeiträge 0 117
Abschluss- und Prüfungskosten 354 382
Andere sonstige Rückstellungen 663 788
11.746 13.724

Die Pensionsrückstellungen umfassen unmittelbare Verpflichtungen aus Pensionszusagen.

Die Steuerrückstellungen beinhalten noch zu leistende Gewerbesteuern, Körperschaftsteuern sowie den Solidaritätszuschlag.

Die Projektrückstellungen umfassen Risiken aus abgeschlossenen Teilprojekten.

In den Rückstellungen für drohende Verluste sind Rückstellungen für verlustbehaftete Projekte enthalten.

Die anderen sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen für Rückbauverpflichtungen gebildet.

(9) Verbindlichkeiten

In TEUR ≤ 1 Jahr VJ > 5 Jahre VJ gesamt VJ gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.892 397 100 200 11.342 11.757
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 7.285 10.679 0 0 7.285 10.679
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 461 450 0 0 461 450
davon gegenüber Gesellschaftern 461 450 0 0 461 450
davon aus Lieferungen und Leistungen 0 0 0 0 0 0
4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 53 0 0 0 53
davon aus Lieferungen und Leistungen 0 53 0 0 0 53
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.946 5.740 0 0 4.946 5.740
davon aus Steuern 4.228 4.901 0 0 4.228 4.901
davon aus der sozialen Sicherheit 448 571 0 0 448 571
15.584 17.317 100 200 24.034 28.679

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 8.450 TEUR (Vorjahr: 11.360 TEUR) haben eine Restlaufzeit von über einem Jahr.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren wie im Vorjahr aus Darlehen.

Für einen Prüfstand, der im Mai 2015 angeschafft wurde, wurde ein weiteres Darlehen aufgenommen, das zum 31.12.2022 mit 250 TEUR valutiert. Dieses ist durch Sicherungsübereignung des Prüfstands besichert und wird noch bis 2025 getilgt. Eine weitere Investition für eine Software zur Nutzung eines Prüfstandes wurde über einen Mietkauf getätigt, die zum 31.12.2022 mit 30 TEUR valutiert.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden zwei Kfw - Darlehen in Höhe von je 5 Mio. EUR aufgenommen, welche zum 31.12.2022 mit insgesamt 10 Mio. EUR valutieren. Die Tilgung erfolgt in Teilbeträgen bis zum 31.12.2026.

Die hofer-Gruppe verfügt über mehrere Kreditlinien, die gemeinsam mit den aufgenommenen KfW-Darlehen durch Globalzession ausgewählter Konzerngesellschaften besichert sind. Die bestehenden Kreditlinien wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht beansprucht.

V. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

(10) Umsatzerlöse und Bestandsveränderungen

Der Konzern erbringt - neben Produktions- und Handelsleistungen in Höhe von 42.552 TEUR - im Wesentlichen Entwicklungsdienstleistungen.

Aufgliederung nach Absatzmärkten in TEUR 2022 2021
Deutschland 33.895 33.088
China 9.870 3.298
Großbritannien 46.027 22.847
Österreich 12.267 5.344
USA 9.303 5.152
Sonstiges Ausland 1.679 4.227
Summe 113.041 73.957

Die Bestandsminderung von 26.687 TEUR resultiert im Wesentlichen aus drei abrechenbaren Großprojekten.

(11) Sonstige betriebliche Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind folgende Positionen enthalten:

in TEUR 2022 2021
Erträge aus der Währungsumrechnung -165 339
Periodenfremde Erträge
Auflösung von Rückstellungen -3 73
Ertrag aus dem Abgang von Anlagevermögen 0 576

(12) Materialaufwand

in TEUR 2022 2021
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 22.188 23.429
Aufwendungen für bezogene Leistungen 8.718 6.648
Summe 30.906 30.077

Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen handelt es sich im Wesentlichen um Kosten für Subunternehmer, Entwicklungsdienstleistungen und Fremdfertiger.

(13) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung, davon für Altersversorgung

Die Aufwendungen für Altersversorgung des Geschäftsjahres in Höhe von 253 TEUR (Vorjahr: 255 TEUR) enthalten vor allem Direktversicherungen und Pensionszusagen.

(14) Abschreibungen

In den Abschreibungen sind im Kalenderjahr 2022 keine außerplanmäßigen Abschreibungen (Vorjahr: 734 TEUR) enthalten.

(15) Sonstige betriebliche Aufwendungen

in TEUR 2022 2021
Raum- und Energiekosten 3.511 3.969
Versicherungen und Beiträge 1.077 695
Fahrzeugkosten 1.208 1.114
Werbekosten 448 218
Reisekosten 510 245
Werkzeuge, Geräte, Mietleasing, Instandhaltung 1.860 1.288
Rechts- und Beratungskosten 1.573 2.007
Kommunikation/EDV 3.188 2.838
Sonstige Kosten 3.085 3.711
Summe 16.460 16.085
in TEUR 2022 2021
Sonstige Kosten 3.083 3.711
- hiervon aus der Währungsumrechnung: 803 260
- hiervon periodenfremde Aufwendungen: Verluste aus Anlagenabgängen 147 91

(16) Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Das negative Ergebnis in Höhe von -1.397 TEUR (Vorjahr -2.686 TEUR) resultiert, wie auch im Vorjahr, aus dem Jahresergebnis der Beteiligung am Joint Venture in China Wuxi CRRC hofer ltd.

(17) Zinsergebnis (ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen)

in TEUR 2022 2021
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 15 54
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -240 -301
(davon an verbundene Unternehmen) 0 0
(davon an Gesellschafter) 1 12
(davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen) 3 3
Summe -225 -247

Sonstige Angaben

Vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses wurden für das Geschäftsjahr 2022 insgesamt 249 TEUR für Abschlussprüfungsleistungen berechnet.

Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl nach § 267 Abs. 5 HGB lag bei 543 Mitarbeitern.

Mitglieder des Vorstandes:

 

Johann HOFER (Vorsitzender), Ingenieur, Kirchdorf

 

Wolfgang STEPHAN, Diplom-Ingenieur (FH), Bad Boll, Technik

 

Dr. Alexander NÄSER, Dipl. Phys. / Dipl. Wi.-Ing., Gäufelden, Finanzen, Personal, IT, Beschaffung und Organisation

 

Dr. Thomas HACKL, Dr.-Ing., Sattledt (Ö), Vertrieb, Innovation, Methoden und Tools, Prozesse

Die Gesamtbezüge des Vorstands, auch durch den zusätzlichen Vorstand, im Jahr 2022 beliefen sich auf 882 TEUR (Vorjahr: 760 TEUR).

Mitglieder des Aufsichtsrats:

 

Thomas JESSULAT (Vorsitz), CFO ElringKlinger Gruppe, Stuttgart (Vorsitz)

 

Herbert HOFER, Diplom Betriebswirt, Eppan (Italien)

 

Dr. Peter WERTH, CEO der Wolftank-Adisa Holding AG, Eppan (Italien)

Der Aufsichtsrat erhielt Vergütungen in Höhe von 2.500 EUR (Vorjahr: 13 TEUR).

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

a) Haftungsverhältnisse (§ 251 HGB)

Haftungsverhältnisse bestehen zum Ende des Geschäftsjahres, wie im Vorjahr, nicht.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen (§ 314 Abs. 1 Nr. 2a HGB)

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
aus Immobilienleasingverträgen 26.382 20.355
aus Miet- und Leasingverträgen 10.664 13.114
Summe 37.046 24.725

Von den sonstigen finanziellen Verpflichtungen betreffen in Summe 4.479 TEUR das Geschäftsjahr 2022 (Vorjahr TEUR 4.436). Dabei wurde, soweit es sich um befristete Verträge handelt, der für die Gesamtlaufzeit anfallende Aufwand berücksichtigt; bei unbefristeten Verträgen wurde der Aufwand des folgenden Geschäftsjahres in die Bewertung einbezogen.

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Im Dezember 2022 wurde die hofer-Gruppe Opfer eines gezielten externen Cyber- Angriffs. In der Folge wurden aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Belegschaft, von Kunden, von Lieferanten und der übrigen Geschäftspartner alle Systeme heruntergefahren und die Verbindungen zu allen externen Systemen getrennt.

Mit erheblicher externer Unterstützung und extrem hohen Engagement, insbesondere des IT-Bereichs, begann daraufhin zügig der Wiederaufbau der Prozesse des Unternehmens. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung ist der Recover-Prozess noch nicht vollständig abgeschlossen. Die monetären Auswirkungen werden zum Zeitpunkt der Abschlussausstellung noch analysiert.

Zu den Auswirkungen der Ukrainekrise und des Cyberangriffs verweisen wir auf unsere Berichterstattung im Lagebericht unter "Chancen- und Risikobericht" sowie unter Prognosebericht". Auswirkungen, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind bisher jedoch nicht eingetreten.

 

Nürtingen, den 31. Mai 2023

Johann HOFER (Vorsitz)

Dr. Alexander NÄSER

Wolfgang STEPHAN

Dr. Thomas HACKL

Konzernanlagenspiegel zum 31. Dezember 2022

Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR 01.01.2022 Zugänge Wertveränderung aus at-equity-Bewertung
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 26.035 383
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 17.809 111
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 8.226 272
II. Sachanlagen 37.425 5.001
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 4.832 209
2. Technische Anlagen und Maschinen 18.633 1.486
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13.635 2.395
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 325 912
III. Finanzanlagen 2.539 -1.397
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 1.945 -1.397
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1
3. sonstige Ausleihungen 593
Anlagenspiegel 65.999 5.385 -1.397
Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR Abgänge Umbuchungen Währungsdifferenzen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände -4 -46 26.369
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -7 17.913
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen -4 -38 8.456
II. Sachanlagen -934 -62 41.430
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -19 5.021
2. Technische Anlagen und Maschinen -877 -16 19.226
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -56 306 -27 16.253
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau -306 930
III. Finanzanlagen 1.142
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 548
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1
3. sonstige Ausleihungen 593
Anlagenspiegel -938 -108 68.941
Kumulierte Abschreibungen
in TEUR 01.01.2022 Zugänge Abgänge Währungsdifferenzen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände -22.852 -2.785 4 62 -25.571
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte -15.211 -2.422 22 -17.611
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen -7.641 -363 4 40 -7.960
II. Sachanlagen -21.831 -2.850 781 44 -23.856
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -2.038 -291 10 -2.319
2. Technische Anlagen und Maschinen -12.465 -1.572 730 17 -13.290
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung -7.328 -987 51 17 -8.247
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen -70 -70
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen -70 -70
2. Wertpapiere des Anlagevermögens
3. sonstige Ausleihungen
Anlagenspiegel -44.753 -5.635 785 105 -49.497
Buchwerte
in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 797 3.183
1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 301 2.598
2. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 496 585
II. Sachanlagen 17.574 15.594
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 2.702 2.794
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.936 6.168
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.006 6.307
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 930 325
III. Finanzanlagen 1.072 2.469
1. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 478 1.875
2. Wertpapiere des Anlagevermögens 1 1
3. sonstige Ausleihungen 593 593
Anlagenspiegel 19.443 21.246

Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr 2022 vom 1. Januar bis zum 31.12.2022

in TEUR 2022 2021
A. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Jahresergebnis -2.190 -6.270
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 1.363 -1.973
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge (WK-Differenz AV) 3 -83
Abschreibungen / Zuschreibungen (-) auf Gegenstände des Anlagevermögens 5.634 8.603
Zunahme / Abnahme (-) der Rückstellungen -2.145 -6.686
Gewinn (-) / Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 147 -485
Zunahme (-)/ Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -2.490 -8.623
Zunahme / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- und Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -3.767 7.086
Aufwendungen aus at-equity Beteiligungen 1.397 2.686
Zinsaufwendungen/Zinserträge (-) 226 247
Ertragsteueraufwand/-ertrag (-) -1.371 -1.544
Ertragsteuerzahlungen (-) -456 -900
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -3.649 -7.943
B. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenständen 6 3.196
Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen -5.001 -4.209
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände -383 -2.622
Auszahlung (-) aus dem Erwerb von Beteiligungen und konsolidierten Unternehmen 0 -468
Auszahlungen aus Ausleihungen 0 -593
Erhaltene Zinsen (+) 14 54
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -5.365 -4.642
C. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten 0 10.687
Auszahlungen für die Tilgung von Krediten -415 -368
Gezahlte Zinsen -240 -301
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -655 10.018
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds -9.669 -2.566
Veränderung der Liquidität aus Wechselkurseffekten -306 298
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 25.724 27.992
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 15.749 25.724

Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus dem Kassenbestand und den Guthaben bei Kreditinstituten.

Konzerneigenkapitalspiegel für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2022

Mutterunternehmen
in TEUR (korrigiertes) gezeichnetes Kapital Rücklagen
Gezeichnetes Kapital / Stammaktien Eigene Aktien / Stammaktien Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 1) Gewinnrücklage (gesetzl. Rücklage)
Stand am 01.01.2022 14.452 6 14.446 60.422 20
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand am 31.12.2022 14.452 6 14.446 60.422 20
Mutterunternehmen
in TEUR EK-Differenz aus Währungsumrechnung Gewinnvortrag Jahresüberschuss / -fehlbetrag Summe
Stand am 01.01.2022 -1.290 -28.143 45.455
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen 1.057 1.057
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -2.202 -2.202
Stand am 31.12.2022 -233 -28.143 -2.202 44.310
Nicht beherrschender Anteil Konzerneigenkapital
in TEUR am Eigenkapital an Gewinnen/ Verlusten Summe
Stand am 01.01.2022 141 141 45.596
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen 1.057
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 12 12 -2.190
Stand am 31.12.2022 141 12 153 44.463
Mutterunternehmen
in TEUR (korrigiertes) gezeichnetes Kapital Rücklagen
Gezeichnetes Kapital / Stammaktien Eigene Aktien / Stammaktien Ausgegebenes Kapital Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 1) Gewinnrücklage (gesetzl. Rücklage)
Stand am 01.01.2021 14.452 6 14.446 60.422 20
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
Stand am 31.12.2021 14.452 6 14.446 60.422 20
Mutterunternehmen
in TEUR EK-Differenz aus Währungsumrechnung Gewinnvortrag Jahresüberschuss / -fehlbetrag Summe
Stand am 01.01.2021 384 -21.853 53.419
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen -1.674 -1.674
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -6.290 -6.290
Stand am 31.12.2021 -1.290 -21.853 -6.290 45.455
Nicht beherrschender Anteil Konzerneigenkapital
in TEUR am Eigenkapital an Gewinnen/ Verlusten Summe
Stand am 01.01.2021 121 121 53.540
Kapitalerhöhung
Veräußerung eigener Anteile
Ausschüttungen
Währungsdifferenzen -1.674
Jahresüberschuss/-fehlbetrag 20 20 -6.270
Stand am 31.12.2021 121 20 141 45.596

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen, und ihrer Tochtergesellschaft (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn und Verlustrechnung, dem Konzern-Eigenkapitalspiegel und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 13. Juni 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

(Thomas Traub)
Wirtschaftsprüfer

(Elke Bernhardt)
Wirtschaftsprüferin

Lagebericht 2022

Grundlagen der Gesellschaft

Profil

Die hofer AG - als hofer Gruppe am Markt bekannt unter dem Markennamen hofer powertrain - ist ein Systemlieferant, Entwicklungs- und Technologiepartner für effiziente Antriebslösungen für alle Arten von elektrifizierten Fahrzeugen. Das Hauptziel des Unternehmens ist es, die Effizienz der Mobilität mit zukunftsweisenden Technologien zu steigern. Dieses Ziel wird durch ein tiefgehendes Wissen über das komplette System erreicht, einschließlich Software, Funktionen und Fahrzeugintegration von der Vorentwicklung bis zum SOP (Start Of Production) und darüber hinaus. Dieses ganzheitliche Fachwissen über den Antriebsstrang ist durch weltweit tätige Expertenteams vertreten.

Geschäftsmodell und Kernkompetenzen Fortschritt, Veränderung und Wachstum bestimmen die Welt der Mobilität und verlangen gleichzeitig nach immer neuen Lösungen. Der gemeinsame Faktor, der all diese Lösungen vorantreibt, ist "EFFIZIENZ". "Bei hofer powertrain bezieht sich die Effizienz auf den Energieverbrauch und alle anderen relevanten wirtschaftlichen, strategischen und technischen Faktoren für ein erfolgreiches und effektives Produkt."

Mit dem Wissen, dass moderne Antriebe anwendungsspezifisch sein müssen, um maximale Effizienz zu erreichen, konzentriert sich hofer powertrain darauf, diese Anforderung zu erfüllen. Dabei hilft uns die systemübergreifende Kompetenz, die wir in den letzten Jahrzehnten gezielt aufgebaut haben. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden dank unserer kundenunabhängigen Position in Kombination mit unserem fundierten Fachwissen die optimale Lösung.

Portfolio

Als Systementwickler und Systemlieferant bietet hofer powertrain ein schnittstellenübergreifendes Verständnis des gesamten Antriebsstrangs, d.h. die komplette Entwicklung, einschließlich Integration und Serienreife. Die Systemkompetenz des Antriebsstrangs umfasst die Subsysteme Energiespeicher (Batterie + Brennstoffzelle) und elektrische Antriebseinheit (Elektronik + E-Motor + Getriebe). Zu den systemübergreifenden Kompetenzen gehören Mechatronik, Software und Systemintegration. Diese Kombination ermöglicht es hofer powertrain, schlüsselfertige elektrifizierte Antriebslösungen zu liefern.

Die Geschwindigkeit der Markteinführung ist in der Mobilität alles. Wir bieten auch unsere plattformbasierten Lösungen für komplette elektrische Antriebsachsen, Elektronik und Batteriesysteme an - und ermöglichen unseren Kunden so einen zeit- und ressourceneffizienten Einstieg in neue Technologien. Gleichzeitig bieten wir unseren Kunden höchste Flexibilität mit individuellen Ingenieurleistungen und maßgeschneiderten Lösungen.

Die Entwicklungskompetenz umfasst den gesamten PDP (Produktdefinitionsprozess) und PEP (Produktentstehungsprozess) und deckt Projekte von der ersten Idee bis zum serienreifen Produkt ab. Zu diesen Prozessen gehören die Ermittlung der Anforderungen, der Entwurf, die Konstruktion, der Prototypenbau, die Erprobung und die Fahrzeugintegration.

Vision

Die hofer Gruppe formuliert in folgender Vision den Auftrag, dem sie sich verpflichtet fühlt:

Wir gestalten die positive Entwicklung unserer Welt, indem wir die effizientesten Antriebslösungen dem heutigen Mobilitätskonsumenten bereitstellen.

Um diese Vision zu realisieren, beschreitet das Unternehmen konsequent den Weg des Systemlieferanten. Auf diesem Weg wird hofer powertrain die Realisierung nachhaltiger Mobilität beschleunigen.

Strategie

Wir werden in den Märkten, in denen die Elektrifizierung politisch gewollt ist, unsere Präsenz weiter ausbauen. Die umfassende Systemkompetenz macht hofer powertrain zu einem attraktiven Technologiepartner für seine Kunden. Diese Kunden können sowohl einzelne Modullösungen, welche nahtlos in das Kundensystem passen, als auch vollständige Antriebslösungen anfragen. Die Agilität und Schnelligkeit von hofer powertrain bietet seinen Kunden höchste Flexibilität und dadurch mehr Sicherheit in ihren Projekten.

Aufbauend auf die Systemkompetenz des Unternehmens ermöglicht hofer powertrain flexible und kundennahe Zusammenarbeitsmodelle. Die Expertise von hofer powertrain in den Bereichen E-Mobilität (elektrische Antriebsachsen, Batterie, Brennstoffzelle, Elektronik, Elektrik/Elektronikintegration), Getriebe, Systemintegration, Mechatronik, Funktion und Software sowie deren Zusammenspiel ermöglicht kundenspezifische und dadurch effiziente Antriebslösungen für exklusive Serien. Die Kundennähe von hofer powertrain bereitet den Weg für die erfolgreiche und effiziente Realisierung der Projekte. hofer powertrain Produkte und Leistungen überzeugen durch technische Innovation - dafür stehen wir als Technologie-Unternehmen.

Kunden

Die hofer AG wird überwiegend von Konzerngesellschaften mit der Entwicklung von Antriebslösungen unterbeauftragt. Die maßgeblichen Umsatzträger sind dabei deutsche, britische, US-amerikanische und asiatische Automobilhersteller und sogenannte TIER 1-Zulieferunternehmen. Dabei hat die Entwicklung im Bereich der Elektromobilität in den letzten Jahren global rasant zugenommen. Dieser Trend kommt der hofer AG auf Grund ihrer exzellenten Kernkompetenzen in diesem Bereich sehr zugute.

Strategische Partnerschaften

Der Schwerpunkt der hofer AG liegt auf der Entwicklung und Implementierung hoch effizienter Antriebssysteme. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf die Elektrifizierung von Premium-Fahrzeugen. Durch die Bündelung von Expertenwissen in verschiedenen Bereichen wie Getriebe, e-Motoren, Elektronik, Batterien, Brennstoffzellen und Software, entwickelt hofer AG umfassende Antriebslösungen für eine Vielzahl von Fahrzeugkategorien, darunter PKWs, Motorräder, Nutz-, Sport- und Spezialfahrzeuge.

Die angebotenen Lösungen werden den Kunden unter Berücksichtigung von Kosteneffizienz und in verschiedenen Entwicklungsstadien bis zur Serienreife angeboten. Um das Dienstleistungsportfolio weiter auszubauen und zu optimieren, hat die hofer AG in den letzten Jahren strategische Partnerschaften geschlossen. Diese Kooperationen gewährleisten eine nachhaltige Produktion und tragen zur Steigerung von Kompetenz, Kundennähe und Liefergeschwindigkeit bei.

Einige der bedeutenden Partnerschaften umfassen die Zusammenarbeit mit der ElringKlinger AG im Jahr 2017, welche zur Gründung der gemeinsamen Unternehmen hofer powertrain products GmbH in Nürtingen und hofer powertrain products UK Ltd. in Solihull führte. Im Jahr 2018 wurde außerdem eine Partnerschaft mit der CRRC Corporation Ltd. in Peking, China geschlossen, was zur Bildung des chinesischen Joint Ventures Wuxi CRRC Co. Ltd. in Wuxi beitrug.

Personal

Die hoferAG hat sich im Rahmen der Personalentwicklung das Ziel gesetzt, als Arbeitgeber noch bekannter und attraktiver zu werden. Hier gilt es zu fordern, aber auch zu fördern. Wir setzen dabei weiterhin auf die Komponenten Qualifikation und Leistung, aber auch Work-Life-Balance in Verbindung mit flexiblen Gestaltungsräumen. Nur durch ein ausgewogenes Maß dieser Aspekte erfüllen wir den Anspruch unserer hochqualifizierten Mitarbeiter/innen und können einen hohen Grad an Motivation und Identifikation erreichen. Ab 2022 erhalten alle Mitarbeiter/innen, die eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung finanzieren, einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 20% der Beiträge. Unsere 2021 ausgerollte Home-Office-Regelung wurde umgesetzt und trägt signifikant zu einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bei. Im Herbst wurde als weiteres Projekt der besseren Qualifizierung der Mitarbeiter/ innen der Fachkarriereprozess ausgerollt. Damit bietet die hofer AG auch denjenigen eine Karrierechance, die keine klassische Führungskarriere anstreben. Außerdem wurde z.B. einer definierten Mitarbeitergruppe eine Sonderprämie in Höhe von 500€ mit dem Junigehalt ausgezahlt, um die inflationsbedingten Teuerungen in Teilen abzufangen.

Die hofer AG war auch 2022 aktiv, um neben erfahrenen Mitarbeiter/innen auch die neu zu hofer gekommenen Kollegen/innen gut einzubinden. Diese Kombination aus Erfahrung und neuen Ideen, ist für unsere Geschäftsbereiche die ideale Voraussetzung. Dieses Umfeld bildet damit den Grundstein für die nachhaltige Entwicklung der hofer Gruppe.

Auch die Aus- und Weiterbildung wurde nicht außer Acht gelassen, im Herbst 2022 startete die zweite Runde des Nachwuchscoachingprogrammes. Die erste Runde konnte mit großem Erfolg und sehr positivem Feedback abgeschlossen werden. Auch andere Mitarbeiter/innen, hatten die Möglichkeit im Rahmen ihrer Aufgabenbereiche Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen.

2022 war der Großteil unserer Mitarbeiter/innen im Bereich technisches Studium oder technische Ausbildung vertreten. Im Jahr 2022 haben sich bzgl. der operativen Gesellschaften oder Standorte keine Veränderungen ergeben.

Wirtschaftsbericht

Marktlage

Das Jahr 2022 wurde geprägt durch den Krieg zwischen Russland und der Ukraine. In Folge des russischen Angriffs reagierten viele Staaten mit weitreichenden Sanktionsmaßnahmen gegenüber Russland. 1 Die von der Ukraine produzierten Waren konnten nur unter erschwerten Bedingungen in die Abnehmerländer geliefert werden. 2 In der Folge des Angriffskriegs verteuerten sich verschiedene Energieträger und Lebensmittel. 3

Ein weiterer Faktor, der die globalen Lieferketten stark negativ beeinflusste, war die strikte Null-Covid-Strategie Chinas. Während die meisten Länder 2022 nach und nach die Beschränkungen wieder aufhoben, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie eingeführt wurden, blieb China bei seinen strengen Eindämmungsmaßnahmen. In den wichtigen Wirtschaftszentren des Landes führte dies immer wieder zu Schließungen, die auch die Produktion einschränkten. 4 Die Knappheit an Waren und Energie führte zu einem großflächigen Anstieg der Inflation weltweit. Um dem Anstieg der Inflation entgegenzuwirken, begannen die Notenbanken, ihre Zinssätze anzuheben, nachdem diese zuvor mehrere Jahre auf einem sehr niedrigen Niveau verharrten. 5 Die chinesische Notenbank schloss sich dagegen diesen Maßnahmen nicht an, um die Wirtschaft nicht zu destabilisieren. 6

1 Die EU-Sanktionen gegen Russland im Detail - Consilium (europa.eu)
3 Der Krieg in der Ukraine und Getreide: fünf Fakten | Aktuell Europa | DW | 31.10.2022
3 Ukraine-Krieg: Rohstoffknappheit und -preise schaden der Industrie | economiesuisse
4 Null-Covid-Strategie: China schottet sich weiter ab | ZEIT ONLINE
5 Notenbanken einig: Zinsen steigen weiter | Euronews
6 LPR: Chinesische Notenbank lässt wichtige Referenzzinsen unverändert | Nachricht | finanzen.net

Die Erhöhung der Zinssätze dämpfte jedoch auch insgesamt das Wirtschaftswachstum. Im Laufe des Jahres mehrten sich jedoch die Befürchtungen, dass eine weltweite Energiekrise mit sehr hohen Energiekosten bevorstünde, und drückte auf die Verbraucherstimmung sowie auf die Erwartungen der Unternehmen, so dass zum Jahresende hin die Skepsis überwog.

Weltwirtschaftliche Entwicklung (reales Bruttoinlandsprodukt) 2021 2022
Gesamtwirtschaft 6,2 % 3,4 %
Industrienationen 5,4 % 2,7 %
Vereinigte Staaten 5,9 % 2,0 %
Eurozone 5,3 % 3,5 %
Deutschland 2,6 % 1,9 %
Großbritannien 7,6 % 4,1 %
Entwicklungs- und Schwellenländer 6,7 % 3,9 %
China 8,4 % 3,0 %
Indien 8,7 % 6,8 %

Quelle: IMF (World Economic Outlook Update) Januar 2023 7

Die deutsche Wirtschaft wuchs im Berichtsjahr um 1,9% und damit langsamer als im Vorjahr (2,6%) 8. Die deutsche Wirtschaft zeigte sich insgesamt trotz vieler widriger Faktoren wie Lieferengpässe, Covid-19-bedingter Ausfälle, Preissteigerungen und Fachkräftemangel widerstandsfähig. Die Inflationsrate betrug 7,9% 9 (Vorjahr 3,2%) 10 und lag damit deutlich über den im Vorjahr für 2022 erwarteten Werten. Für den Anstieg verantwortlich waren vor allem die Energie- sowie Lebensmittelkosten.

In der Eurozone zeigte das erste Halbjahr 2022 zunächst ein Wachstum, das auf die nachlassenden Beschränkungen wegen Covid-19 und somit gestiegener Nachfrage nach bisher eingeschränkten Dienstleistungen zurückzuführen ist. Im zweiten Halbjahr 2022 schlugen jedoch die stark angestiegenen Energiekosten und steigende Zinsen durch. Für das Jahr 2022 erhöhte sich das BIP um 3,5%. 11

Die Wirtschaft in Großbritannien wuchs 2022 um 4,1%. Der BIP blieb auch 2022 unter dem Vor-Covid-19-Niveau. Im Laufe des Jahres verschlechterte sich die Konjunktur immer weiter und die Inflation lag mit 9,1% wie in vielen Regionen weltweit über den für 2022 prognostizierten Werten. 12

Nachdem die Wirtschaft in den USA im ersten Halbjahr noch leicht schrumpfte, konnte sie sich im Jahresverlauf wieder etwas erholen, wobei die Anpassung der Leitzinsen zu einem Dämpfer führte. 13 Insgesamt wuchs die US-Wirtschaft 2022 trotz Inflation und steigender Zinsen um 2,0%, lag damit aber deutlich unter dem Vorjahres-Wert von 5,9%.14

7 Inflation Peaking amid Low Growth (imf.org) S.6
8 Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 1,9 % gestiegen - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
9 Inflationsrate im Jahr 2022 bei +7,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
10 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org) S.150
11 EZB, Wirtschaftsbericht, Ausgabe 1 / 2023 (bundesbank.de) S. 16
12 Großbritannien: Wirtschaft stagniert Ende 2022 | tagesschau.de
13 USA: US-Wirtschaft verzeichnete 2022 ein leichtes Wachstum | ZEIT ONLINE
14 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org)

Chinas Wirtschaftswachstum (3%, Vorjahr 8,4%) wurde gebremst durch die strikte Null-Covid-Strategie mit strengen Lockdowns. Erst zum Jahresende 2022 wurden die meisten Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 aufgehoben. Dafür nahmen jedoch die Ansteckungen stark zu, auch dies hemmte die Produktion. Chinas Wirtschaft leidet zudem unter hoher Verschuldung und schwacher Binnen-Nachfrage. Der Immobiliensektor steckt in einer tiefen Krise. 15

Entwicklung der Verbraucherpreise 2021 2022 2023
Vereinigte Staaten 4,7 % 8,0 % 4,5 %
Eurozone 2,6 % 8,4 % 5,3 %
Deutschland 3,2 % 7,9 % 6,2 %
Großbritannien 2,6 % 9,1 % 6,8 %
China 0,9 % 1,9 % 2,0 %

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) 16 IMF (World Economic Outlook) April 2023 17

Branchenentwicklung

Die Lieferengpässe bei Halbleiterprodukten, der Ukrainekrieg und die Null-Covid-Strategie in China haben im Jahr 2022 in der Automobilbrache deutliche Spuren hinterlassen. 18 Die weltweite Produktion von PKW lag im Jahr 2022 bei 71,2 Millionen Fahrzeuge (Vorjahr 71,3 Millionen Fahrzeuge). Im Jahr 2018 lag die weltweite Produktion von PKW noch bei circa 84,5 Millionen Fahrzeugen. 19

Durch die Priorisierung von ertragsstarken Fahrzeugen bei der Chipversorgung konnten die OEMs den Absatzrückgang jedoch gut verkraften. Zudem profitieren die Hersteller von der hohen Nachfrage auf den Absatzmärkten für Neuwagen, da dadurch kaum Rabatte gegeben werden mussten. 20

In Europa haben sich die Neuzulassungen von PKW von 11,8 Millionen im Jahr 2021 auf 11,3 Millionen PKW im Jahr 2022 vermindert. 21 Der PKW-Markt in Europa war somit von einem Rückgang von rund 4% betroffen. Gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 hat sich der PKW-Absatz in Europa um 29% reduziert. 22

15 Nach Corona-Lockdowns: Chinas Wirtschaft wächst 2022 nur noch um drei Prozent - manager magazin (manager-magazin.de)
16 Inflationsrate im Jahr 2022 bei +7,9 % - Statistisches Bundesamt (destatis.de)
17 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org) S.150f
18 Folge des Ukraine-Kriegs: Deutsche Autobauer stoppen Produktion - SWR Aktuell ; Autoindustrie: Warum der Chipmangel noch mindestens bis 2025 anhalten wird - manager magazin (manager-magazin. de) ; Lockdown-Folgen: Chinas Automarkt bricht um 50 Prozent ein - manager magazin (managermagazin. de)
19 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA ; International | VDA
20 Weniger Autos, mehr Geld: Pkw-Markt in der Chipkrise - WELT
21 Pkw-Neuzulassungen Europa 2022 | Statista
22 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA

In China ist im Jahr 2022 der Absatz von neuen PKW um 10% auf 23,2 Millionen Fahrzeuge gestiegen. Der amerikanische Light-Vehicle-Markt schrumpfte im Jahr 2022 um 8% auf 13,7 Millionen Fahrzeuge. Es konnten gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019 knapp 3,2 Millionen weniger Light-Vehicle verkauft werden. 23

Der PKW-Absatzmarkt von Neufahrzeugen in Deutschland stieg um 1,1% auf rund 2,65 Millionen Einheiten. 24 Damit konnte der Abwärtstrend der letzten Jahre gebrochen werden. Die Zahlen liegen aber deutlich unter denen aus den Vor-Corona-Jahren. Im Jahr 2018 wurden beispielsweise noch 3,44 Millionen neue PKW zugelassen (-23,0%). 25

Den größten prozentualen Absatzverlust in Deutschland zeigten dabei benzinbetriebene PKW mit einem Rückgang von 11,2% gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2022 wurden in Deutschland insgesamt 0,86 Millionen Benzinfahrzeuge verkauft. Auch bei dieselbetriebenen Fahrzeugen ergab sich ein Absatzrückgang in Höhe von 9,9% auf 0,47 Millionen Fahrzeuge. 26 Der Rückgang bei den klassischen Antriebstechnologien konnte durch ein starkes Wachstum bei den alternativen Antriebstechnologien (reine Elektroautos (Battery Electric Vehicle: BEV), Hybride, Plug-In Hybride, Brennstoffzelle, Gas, Wasserstoff) kompensiert werden. Mit einem Wachstum von 16,9% konnten die PKW mit alternativen Antriebstechnologien bereits einen Marktanteil von 49,6% erreichen. Innerhalb der alternativen Antriebstechnologien sind Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb (BEV, Plug-In Hybride, Brennstoffzelle) besonders stark gewachsen (20,8%). Die reinen Elektroautos (Battery Electric Vehicle: BEV) haben nach einem Wachstum in Höhe von 30,1% bereits einen Marktanteil von 17,7%. 27

PKW-Neuzulassungen in Deutschland 2021 2022
PKW-Neuzulassungen 2,6 Millionen 2,7 Millionen
Benzin-Anteil 37,1% 32,6%
Diesel-Anteil 20,0% 17,8%
Alternativer Antrieb Anteil 42,9% 49,6%
Elektrischer Antrieb (BEV, Plug-In-Hybride, Brennstoffzelle) 26,0% 31,4%
Ausschließlich BEV 13,6% 17,7%

Quelle: KBA 01/2023, KBA 03/2023, KBA 01/2022, KBA 03/2022

23 Ebd.
24 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2022 - Jahresbilanz (kba.de)
25 Pkw-Neuzulassungen 2022 | Statista
26 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Fahrzeugzulassungen im Dezember 2022 - Jahresbilanz (kba.de)
27 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) im Jahresverlauf 2022 nach Marken und alternativen Antrieben (kba.de)

Zur starken Absatzentwicklung der Fahrzeuge mit alternativen Antrieben hat auch sicherlich der Umweltbonus für Elektroautos beigetragen. BEV wurden hierbei mit bis zu 9.000€ und BHEV mit bis zu 6.750€ unterstützt. 28 Diese Förderung reduziert sich jedoch ab dem 01.01.2023. Es werden nur noch BEV mit einem Nettolistenpreis von unter 65.000€ gefördert, die maximale Förderung liegt bei 6.750€. Ab dem 01.01.2024 soll die Förderung weiter auf maximal 4.500€ sinken. 29

Grundsätzlich ist in Deutschland mit einem weiteren Wachstum des BEV-Markts zu rechnen. Die aktuelle Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt bis Ende 2030 15 Millionen Elektroautos in Deutschland zuzulassen. 30

Die Chipkrise, welche lange Zeit die Produktionskapazitäten begrenzt hat, löst sich immer mehr auf. Im Jahr 2023 ist damit zu rechnen, dass sich die Produktionszahlen deutlich erhöhen. Dies führt zu einem höheren Wettbewerb, kürzeren Lieferzeiten und höheren Rabatten. 31 Der VDA rechnet damit, dass sich die weltweite PKW-Produktion um 4% auf 74 Millionen Einheiten erhöht. 32

Die weltweiten Anstrengungen zur Reduzierung von CO2-Emissionen verstärken weiterhin den klaren Trend in Richtung Elektrifizierung des Antriebsstranges, Die hofer AG beobachtet und bewertet diese Entwicklungen in den verschiedenen Regionen der Welt. Allerdings sind die Bewegungen der Märkte hin zu alternativen Antrieben von Land zu Land teils sehr unterschiedlich. Insbesondere in China, Europa und den USA wird der Trend zu Elektromobilität deutlich forciert. 33

Für den Umstieg auf die Elektromobilität ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur ein zentraler Faktor. Die Elektromobilität wird sich nur durchsetzen, wenn es eine flächendeckende und nutzerfreundliche Ladeinfrastruktur gibt. Um den Ausbau zu beschleunigen, hat die deutsche Bundesregierung im Jahr 2022 die Förderung von 255.000 neuen Ladepunkten für Unternehmen und Kommunen bewilligt. 34 Des Weiteren hat die Bundesregierung im Jahr 2021 mit der Ausschreibung des Deutschlandnetzes begonnen. In diesem sollen bis Ende 2023 1000 Schnellladestandorte gebaut werden. Die Ladeleistung soll dabei mindesten 300 kW betragen. 35 Im Jahr 2022 ist die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland um 35% auf 80.451 Ladepunkte angestiegen, darunter waren 13.253 Schnellladepunkte. 36

Auch die USA fördern den Ausbau des Schnellladenetz mit 7,5 Milliarden Dollar. Dabei sollen 500.000 Schnellladestationen entlang der Highways entstehen. 37 In China wurde im Jahr 2020 der Aufbau von Batteriewechselstationen in den neuen Infrastrukturplan der Regierung aufgenommen. Seither schreitet der Ausbau der Ladeinfrastruktur dort stetig voran, so wurden im Jahr 2022 mehr als 60% der globalen Investitionen in diesem Bereich allein in China getätigt und etwa 600.000 öffentliche Ladestationen neu aufgestellt. 38

28 Siehe Vorjahr
29 E-Auto Förderung 2023: Diese BAFA-Prämien gibt es | ADAC
30 Umweltbonus für Elektrofahrzeuge ab 2023 | Bundesregierung
31 Studie: Nach Ausliefersause bald mehr Rabatt für Neuwagen (handelsblatt.com)
32 Internationale Automobilmärkte 2022: Europa, Japan und USA mit Rückgängen | VDA
33 IEA-Prognose: Jedes fünfte weltweit verkaufte Auto bald elektrisch | tagesschau.de
34 Eine Viertelmillion neue Ladepunkte für Unternehmen und Kommunen | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)
35 Deutschlandnetz | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)
36 Eine Viertelmillion neue Ladepunkte für Unternehmen und Kommunen | Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur (nationale-leitstelle.de)
37 https://www.electrive.net/2023/02/15/us-regierung-stellt-anforderungen-fuer-ladeinfrastruktur-foerderung- vor/
38 Ladesäulen für E-Autos: Ladeinfrastruktur wird profitabel, China macht es vor (rnd.de)

Bei Betrachtung der automobilen Wertschöpfung in der Welt nimmt Deutschland nach wie vor eine herausragende Stellung ein. Dies ist insbesondere an den Patentanmeldungen der Automobilindustrie zu erkennen, in dem die Innovationsdynamik in Deutschland merklich zu sehen ist. Im Jahr 2021 waren fünf von zehn Patenten bei Elektroantrieben von deutschen Zulieferern und Herstellen. Fast ein Viertel aller angemeldeten Batteriepatente sind aus Deutschland gekommen. 39 Um dem angehenden Transformationsprozess gerecht zu werden sind Investitionen in E-Antriebe von großer Bedeutung, von der die Entwicklungsdienstleister ebenso profitieren. Dabei ist die enge Verzahnung der Hersteller und Tier-1-Zulieferern mit den Entwicklungsdienstleistern ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil, aus der eine innovative und effiziente Wertschöpfung hervorgeht. Von dieser Entwicklung profitiert auch die hofer AG sichtlich und kann sich stetig auf dem Markt positionieren.

Im Allgemeinen erwarten wir, dass sich der Markt für Entwicklungsdienstleistungen im Automobilbereich für OEM und TIER 1 weiterhin positiv entwickelt. Die weltweiten politischen Entwicklungen lassen darauf schließen, dass die Automobilhersteller immer schneller auf weitere Innovationen angewiesen sein werden. Die hofer AG sieht sich in allen relevanten Zukunftsfeldern (wie z.B. Entwicklung von Gesamtantriebssystemen, E-Mobilität, Batterietesting, Steuerungselektronik und Systemintegration) hervorragend aufgestellt.

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die hofer AG hat zur Steuerung einen starken Fokus auf Gesamtleistungs- und Ergebniskennzahlen, die sich im Wesentlichen aus der Gewinn- und Verlustrechnung ableiten lassen. Diese Kennzahlen werden um einige aus der Bilanz abgeleitete Kennzahlen, wie beispielsweise die Eigenkapitalquote und das Working Capital in Verbindung mit dem Cashflow ergänzt.

Gerade im Geschäftsjahr 2022 erwiesen sich die Gesamtleistung (Umsatzerlöse zuzüglich Bestandsveränderung und die aktivierten Eigenleistungen) in Verbindung mit dem Ergebnis vor Steuern (EBT) als zentrale Kenngrößen zur betriebswirtschaftlichen Analyse. Diese Kennzahlen ließen einen guten Rückschluss auf die Auslastung zu, wodurch wesentliche Steuerungsimpulse gesetzt werden konnten. Weiterhin bildet die Auftragsentwicklung (Anfrageentwicklung, Angebotsentwicklung Auftragsbestandsentwicklung) einen wesentlichen Indikator für die Marktentwicklung und bildet im Zusammenhang mit dem Verlauf und der Prognose der Liquidität im Sinne des Cashbestandes weitere Kenngrößen, die zur zielorientierten Steuerung der hofer AG benötigt werden.

39 Grafik Sheet - Kfz-Antriebstechniken (dpma.de)

Ertragslage

Im Vergleich zum Vorjahr konnte die hofer AG in Bezug auf die Gesamtleistung das Niveau halten, die gesamtheitlich gesteckten Ziele 2022 jedoch nicht erreichen. Unter anderem noch aufgrund der in 2022 anhaltenden COVID-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Kapazitätsauslastung.

Die hofer AG erbrachte im Geschäftsjahr 2022 eine Gesamtleistung (Umsatzerlöse, Bestandsveränderung und aktivierte Eigenleistungen) von 58.045 TEUR und liegt damit auf Vorjahresniveau (Vorjahr: 57.942 TEUR). Von der Gesamtleistung konnten im Geschäftsjahr 2022 66.261 TEUR (Vorjahr: 55.147 TEUR) als Umsatzerlöse realisiert werden. Dies lag insbesondere an der erfolgreichen Endabrechnung von drei Großprojekten.

Vor allem bedingt durch die Abrechnungen dieser drei Großprojekte ergab sich im Geschäftsjahr 2022 eine Bestandsminderung in Höhe von -8.878 TEUR (Vorjahr: Bestandserhöhung 2.463 TEUR).

Die aktivierten Eigenleistungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2022 auf 662 TEUR (Vorjahr: 332 TEUR), die aus der Eigenleistung für den Wiederaufbau aus dem Brandschaden resultieren.

Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im Geschäftsjahr 2022 2.640 TEUR und sind damit um 11.421 TEUR niedriger als das Vorjahresniveau (14.061 TEUR). Dies begründet sich mit den Verschmelzungsgewinnen aus dem Vorjahr.

Die Materialaufwandsquote im Verhältnis zur Gesamtleistung beträgt 32,1 % und liegt damit oberhalb des Niveaus des Vorjahrs (27,7%), wobei sich in 2022 innerhalb der Materialquote eine leichte Verschiebung in Richtung der bezogenen Dienstleistungen ergeben hat.

Der Personalaufwand im Geschäftsjahr 2022 ist um 827 TEUR auf 22.515 TEUR im Vergleich zum Vorjahr (23.342 TEUR) gesunken, was sich im Wesentlichen mit Maßnahmen zur Erhöhung der Effizienz begründen lässt.

Die Abschreibungen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 1.937 TEUR und liegen 783 TEUR unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 2.720 TEUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 10.409 TEUR und betragen nunmehr 29.425 TEUR (Vorjahr: 19.016 TEUR). Zu diesem Anstieg beigetragen haben die in 2022 nun ganzjährigen konzerninternen Kostenverrechnungen mit einer Reihe von Gesellschaften.

Das Finanzergebnis verbessert sich im Geschäftsjahr auf 94 TEUR und liegt 8.604 TEUR über dem Vorjahresniveau (-8.510 TEUR). Die Veränderung resultiert maßgeblich aus Abschreibungen auf Finanzanlagen in 2021 und den Ergebnissen der Beteiligung an der Wuxi CRRC hofer in China.

Das EBT beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf -6.211 TEUR und stellt sich damit gegenüber dem Vorjahr um 8.562 TEUR schlechter dar.

Die Steuern von Einkommen und Ertrag weisen einen Ertrag aus und belaufen sich auf 2.752 TEUR (Vorjahr: -660 TEUR) als Resultat vor allem aus der Veränderung der latenten Steuern.

Die aktiven latenten Steuern ergeben sich neben dem Unterschiedsbetrag zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Bewertung aus den steuerlich nutzbaren Verlustvorträgen und aus Zwischengewinneliminierungen. Die passiven latenten Steuern ergeben sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen steuerrechtlicher und handelsrechtlicher Bewertung von selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten.

Der Jahresfehlbetrag steigt gegenüber dem Vorjahr um 10.659 TEUR und beläuft sich im Geschäftsjahr 2022 auf -8.977 TEUR (Vorjahr: 1.682 TEUR).

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der hofer AG beträgt im Wirtschaftsjahr 2022 insgesamt 130.616 TEUR und liegt somit rd. 5,7 % unter dem Vorjahresniveau (Vorjahr: 138.467 TEUR).

Das Anlagevermögen erhöhte sich in 2022 um 1.455 TEUR auf insgesamt 24.796 TEUR (Vorjahr: 23.341 TEUR). Neben der planmäßigen Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände (-153 TEUR) und Sachanlagen (-1.783 TEUR) erhöhte sich das Sachanlagevermögen durch Investitionen um 4.037 TEUR. Aus der Bewertung der Beteiligungen reduzieren sich die Finanzanlagen um -750 TEUR.

Daneben reduzierte sich das Umlaufvermögen im Geschäftsjahr 2022 um -12.241 TEUR auf nunmehr 102.262 TEUR (Vorjahr: 114.503 TEUR). Die Reduzierung um -10,7 % gegenüber dem Vorjahr resultiert maßgeblich aus den liquiden Mitteln.

Die aktiven latenten Steuern betragen im Geschäftsjahr 2022 3.131 TEUR (Vorjahr: 387 TEUR) und resultieren neben den handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Unterschiedsbeträgen aus steuerrechtlich nutzbaren Verlustvorträgen.

Die Reduzierung der Bilanzsumme auf der Passivseite ist vor allem durch die Veränderung im Eigenkapital auf 66.620 TEUR begründet (Vorjahr: 75.597 TEUR).

Die Rückstellungen befinden sich im Vergleich zum Vorjahr auf einem ähnlichen Niveau und betragen insgesamt 5.530 TEUR (Vorjahr: 6.043 TEUR).

Die Verbindlichkeiten erhöhten sich im Geschäftsjahr um 1.639 TEUR auf insgesamt 58.466 TEUR (Vorjahr: 56.827 TEUR) im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus konzerninternen Verbindlichkeiten (Erhöhung um 2.970 TEUR zum Vorjahr auf 43.863 TEUR) und durch Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (Erhöhung um 1.104 TEUR zum Vorjahr auf 1.864 TEUR).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich in 2022 auf insgesamt 10.379 TEUR (Vorjahr 10.555 TEUR). Wie auch im Vorjahr haben die Verbindlichkeiten eine konstante Zinsstruktur und valutieren in EUR. Im Geschäftsjahr valutieren keine kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Die Eigenkapitalquote beträgt im Geschäftsjahr 2022 51,0 % und liegt damit 3,6 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau (54,6 %).

Finanzlage

In der Kapitalflussrechnung werden die Herkunft und die Verwendung der Zahlungsströme erläutert. Es werden dabei getrennt die Mittelzu- und Mittelabflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit dargestellt. Der betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den Zahlungsmitteln, d. h. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten in der Bilanz.

Aus der laufenden Geschäftstätigkeit der hofer AG ergibt sich für das Geschäftsjahr 2022 ein Mittelabfluss in Höhe von -14.137 TEUR (Vorjahr: -15.913 TEUR) und liegt damit 1.776 unter dem Vorjahresniveau. Wesentliche Treiber sind dabei das Jahresergebnis mit -8.977 TEUR sowie die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in einer Höhe von -3.518 TEUR.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 -2.424 TEUR und liegt somit weit unterhalb des Vorjahreswertes von -11.900 TEUR. Dabei stiegen die Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände auf 4.142 TEUR gegenüber dem Vorjahr (-3.068 TEUR). Im Geschäftsjahr 2022 getätigte Investitionen entfallen insbesondere auf den weiteren Ausbau des Batterietestfeldes. Dem stehen Einzahlungen aus IC-Darlehen in Höhe von 589 TEUR und erhaltene Zinsen (1.129 TEUR) gegenüber.

Der Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 4.872 TEUR (Vorjahr: Mittelzufluss 27.527 TEUR) ergibt sich im Wesentlichen aus Einzahlungen aus der Aufnahme von IC-Darlehen (5.333 TEUR).

Die liquiden Mittel der hofer AG belaufen sich zum 31. Dezember 2022 auf 4.744 TEUR (Vorjahr: 16.433 TEUR).

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Trotz eines Jahres 2022, das erheblich durch externe Sondereffekte belastet wurde, konnte die hofer AG zum Vorjahr vergleichbare Werte im Gesamtumsatz erreichen, auch wenn die während der Planungsphase definierten betriebswirtschaftlichen Zielwerte z.T. nicht erreicht werden konnten. Auf der technischen Seite stehen am Ende des Jahres 2022 eine Vielzahl von vielversprechenden Technologien und innovativen Produkten zur Verfügung, die nachhaltig sowohl neues Entwicklungsgeschäft induzieren und gleichzeitig IP-Business generieren können sollten.

Das dritte Jahr der COVID-19-Pandemie begann in Deutschland noch einmal mit einem unerwartet steilen Anstieg der gemeldeten Inzidenzen, was v.a. durch ein breitflächiges Auslaufen der Eindämmungsmaßnahmen und eine Reihe von Virusmutationen hervorgerufen wurde, die von den immunologischen Maßnahmen nicht erfasst werden konnten (s. Inzidenzzahlen des RKI, Status 24.04.2023).

Mit ansteigenden Temperaturen kam es dann im Jahresverlauf in Summe zuerst zu einer wellenförmigen Reduktion des Pandemiegeschehens, dann in der zweiten Jahreshälfte zu einer nachhaltigen Stabilisierung des Infektionsgeschehens auf niedrigem Niveau. Rein operativ konnten allerdings sogar auch die Auswirkungen der hohen Inzidenzen auf die Projektabarbeitung und -akquisition in Grenzen gehalten werden, was mehrheitlich auf die nun mittlerweile zweijährige Erfahrung mit Hygienekonzepten und der immer stärker werdenden Immunisierung in weiten Bevölkerungsteilen zurückzuführen ist.

Zusätzlich und substanziell nahm die Ukraine-Krise Einfluss auf die Rahmenbedingungen des Geschäfts der hofer AG. Mit dem Beginn der Kriegshandlungen Ende Februar 2022 kam es zu einer abrupten politischen Veränderung. In Bezug auf die Energieversorgung v.a. in Westeuropa, da Russland als einer der bisherigen Hauptlieferanten von Energieträgern (z.B. Öl, Erdgas, …) auch von Deutschland sehr kurzfristig mit Wirtschaftssanktionen belegt wurde. Die Folge dieser Boykottmaßnahmen waren ein sprunghafter Anstieg der Verbraucherpreisindizes hauptsächlich durch den Energiebereich verursacht. In der Folge zogen später dann aber auch die Indizes der Lebensmittel und der Dienstleitungen nach (s. Pressemeldung des Statistischen Landesamtes vom 13.04.2023).

Diese kriegsbedingten Teuerungsraten resultierten in den meisten Industrienationen wie bereits weiter vorn beschrieben in eine Inflation, deren Höhe in den letzten Jahren nahezu vernachlässigt werden konnte, nun aber zu erheblichem Preisdruck sowohl bei der verarbeitenden Industrie aber auch im Dienstleistungsbereich führte (s. beispielhafte Entwicklung der Inflation in Deutschland in 2022).

Gerade in Europa machte die sprunghafte Erhöhung der Inflationsraten zusätzliche Anstrengungen bei der Akquisition von neuen Projekten erforderlich, um ein vergleichbares Projektvolumen der Vorjahre zu erreichen. Gründe für die Vorsicht auf der Kundenseite waren und sind immer noch die schwierig vorhersagbare wirtschaftliche Entwicklung auf Grund der Krisensituation, die höheren Finanzierungskosten z.B. von Investitionen durch die Anhebung des EZB-Leitzinses und u.a. die strategische Unsicherheit, welche der Elektrifizierungslösungen sich auch langfristig und nachhaltig durchsetzen wird. Erst mit der im vierten Quartal einsetzenden Stabilisierung der Energiepreise schien gegen Ende 2022 das Verbrauchervertrauen wieder zuzunehmen, wobei die Lebensmittel- und Dienstleistungsindizes weiter auf einem sehr hohen Niveau verblieben. Die Folge dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen macht der ifo Index für Deutschland transparent:

Die für die hofer AG auch in 2022 sehr wichtigen Märkte in China und den USA konnten sich von dieser Entwicklung zumindest teilweise abkoppeln. China konnte seine Inflationsraten auf einem wesentlich niedrigeren Niveau halten und gilt weiter als der größte Einzelmarkt für die Elektrifizierung der Mobilität. In den USA reagierte die FED schneller als die EZB mit einer Erhöhung der Leitzinssätze, um der Inflation robust zu begegnen.

Unterstützt von diesen Entwicklungen konnte die hofer powertrain gerade zu Beginn des Jahres 2022 mehrere neue Kundenprojekte in diesen Märkten akquirieren, die sowohl Dienstleistungen zur Entwicklung neuer Lösungen im Elektrifizierungsbereich aber auch den Transfer von grundsätzlichem Know-How im Rahmen von IP-Vereinbarungen beinhalteten.

Die sich in der zweiten Jahreshälfte 2022 langsam abzeichnende wirtschaftliche Stabilisierung machte aber deutlich, dass sich auch die hofer AG nicht vollständig von der inflationären Entwicklung freimachen kann und gezielt Maßnahmen zur Adaption an die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffen werden müssen. So wurden z.B. durch Sonderzahlungen erste Inflationsausgleiche an die Belegschaft ausgezahlt und im Rahmen der Planung für das Jahr 2023 dem Markttrend folgende weitere gehaltliche Anpassungen beschlossen und teilweise in 2023 bereits umgesetzt. Dies gilt natürlich auch in erheblichem Maß für die Kostenplanung im Rahmen der 2023er- Budgetphase, in der Annahmen für die Entwicklung getroffen und entsprechend in der Planung implementiert wurden. Diese Maßnahmen können natürlich nicht durch die hofer AG allein getragen werden, sondern bedürfen auch markt- und kundenseitig eine Anpassung der Angebotskosten v.a. im Dienstleistungsbereich.

Die in 2022 implementierten Maßnahmen sind in Verbindung mit der vorhandenen Technologiekompetenz und dem zukunftsträchtigen Lösungsportfolio in der Lage, trotz weiterhin herausfordernder Marktbedingungen ein nachhaltiges und profitables Wachstum für 2023 und die Folgejahre sicher zu stellen.

Chancen und Risiken

Risikomanagementsystem

Ein nachhaltiger Geschäftserfolg kann sich nur einstellen, wenn die Risiken aus dem operativen Geschäftsablauf, aber auch aus externen Einflüssen, frühzeitig erkannt und vorausschauend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Insbesondere in den derzeitigen dynamischen Entwicklungen sind funktionierende Frühwarn- und Risikomanagementtools die einzige Möglichkeit, Risiken zu identifizieren und Gegenmaßnahmen zeitnah implementieren zu können. Diese Tools sind als ein wesentlicher Bestandteil in der Organisation und im Integrierten Managementsystem verankert. So werden z.B. bereits in den Budgetbesprechungen für das Folgejahr mögliche Chancen und Risiken identifiziert und bewertet. Darüber hinaus bilden monatlich erstellte Hochrechnungen sich verändernde Rahmenbedingen, insbesondere der Auslastung, ab und werden durch zusätzliche Szenarienbetrachtungen ergänzt. Durch Risikoanalysen werden in den Fachbereichen Risiken bewertet und Maßnahmen abgeleitet. Dies wird durch Audits überwacht und über Reports gemeldet.

Das Management wird regelmäßig über die aktuelle Lage der einzelnen Konzerngesellschaften auch mittels der monatlichen Liquiditätsplanung und des monatlichen Berichtswesens auf Basis der übrigen Ergebniskennzahlen informiert. Hier- bei erfolgen Überwachung, Neubewertung und Dokumentation der Abweichungen und eventuell eingeleiteten Maßnahmen. Wöchentliche Abstimmungsrunden sowie turnusmäßige Sitzungen des Managements einzelner Verantwortungsbereiche stellen sicher, dass mögliche Risiken konzernübergreifend erkannt und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Das interne Kontrollsystem wird permanent weiterentwickelt und verbessert. Durch die ERP- Software SAP sowie weiterer über Schnittstellen angebundene Systeme sind die Prozesse effizienter und weniger fehleranfällig. Die stetige Weiterentwicklung der Software, insbesondere der entsprechenden Auswertungen, ist ein wichtiger Bestandteil der Ausgestaltung der Risikomanage- mentsysteme im abgelaufenen Geschäftsjahr und in den folgenden Jahren. Dadurch soll eine schnellere Information über die aktuelle Lage gewährleistet werden, sodass Maßnahmen noch schneller definiert, implementiert und verfolgt werden können.

Volkswirtschaftliche Risiken

Die Hoffnung auf Erholung der Weltwirtschaft durch die Eindämmung der Pandemie wurden nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine schon Anfang des Jahres 2022 eingedämmt. Die auch daraus folgenden Engpässe bei Waren und Energie werden sich vorerst fortsetzen und die wirtschaftliche Lage schwächen. Für 2023 wird weltweit ein sich verlangsamendes Wirtschaftswachstum erwartet. Deutschlands Wirtschaft wird voraussichtlich stagnieren oder nur leicht wachsen. 40

Die Preise werden zumindest in den ersten Monaten des Jahres 2023 weiterhin hoch bleiben. Hohe Güterpreise belasten nicht nur Unternehmen, sondern auch Verbraucher. Dies führt zu Reallohnverlusten bei den Konsumenten und einer gedämpften Konsumlaune und trägt zu einer sich verschlechternden Konjunktur bei. 41 Dennoch geht der IWF nicht von einer globalen Rezession 2023 aus. 42

Auch wenn möglicherweise bei den Energiekosten eine Reduzierung in Sicht ist, werden doch andere Kostenfaktoren hoch bleiben. Der robuste Arbeitsmarkt hat zu einem Lohnwachstum geführt, der zumindest teilweise die Kaufkraftverluste auffängt. 43 Somit wird der hohe Kostendruck die Wirtschaft auf jeden Fall in den Jahren 2023 und 2024 Einfluss nehmen. Die erhöhte Inflation wird nur allmählich zurückgehen, erst 2025 wird mit einer Rückkehr zur Ziel-Inflationsrate von 2% gerechnet. 44

Als geldpolitische Maßnahme auf die Inflationslage ist mit weiteren Erhöhungen der Leitzinsen durch die Zentralbanken zu rechnen. Sollten die Maßnahmen nicht zur gewünschten Annäherung an die Ziel-Inflationsrate führen, könnte dies weitere Zinserhöhungen nach sich ziehen. Dies würde sich folglich negativ auf die Kreditvergabe sowie die Investitionen auswirken und damit die Wirtschaftsleistung belasten.

Neben den verstärkten geldpolitischen Straffungen könnten sich auch geopolitische Spannungen negativ auf die Konjunktur auswirken. 45

Von China einem für die hofer Gruppe wichtigem Markt wird ein deutliches Wirtschaftswachstum erwartet, das nicht wie in der Vergangenheit von der Nachfrage nach Investitionsgütern ausgehen wird, sondern von der nach Konsumgütern. 46 Die Inflation ist in China relativ niedrig (Kerninflation zu Beginn 2023: 1,2%). Risiken bestehen weiterhin im Immobiliensektor. 47 Insgesamt ist aber mit einer Stützung des globalen Wirtschaftswachstum durch der Abkehr von der strikten Null-Covid-Linie in China zu rechnen.

Insgesamt bewertet die hofer AG das Risiko aus volkswirtschaftlichen Veränderungen wie auch im Vorjahr mit "hoch", verbunden mit "mittleren" Chancen.

40 IWF sieht Weltwirtschaft in "riskanter Phase" | tagesschau.de
41 Konjunkturprognose 2023: Energiepreise bleiben wohl hoch - ZDFheute
42 Wie es um die Weltwirtschaft steht | tagesschau.de
43 EZB, Wirtschaftsbericht, Ausgabe 1 / 2023 (bundesbank.de) S.5
44 World Economic Outlook, April 2023: A Rocky Recovery (imf.org)
45 Sachverständigenrat für Wirtschaft: Konjunkturprognose 2023 und 2024 (sachverstaendigenrat-wirtschaft. de)
46 Recovery Unabated amid Uncertainty: Opening Remarks by Krishna Srinivasan, Director of the IMF's Asia and Pacific Department
47 Wie sich die Wirtschaft in China 2023 entwickelt und wo am meisten Potenzial besteht | Handelszeitung

Branchenrisiken/unternehmensspezifische Risiken

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Automobilmärkte sind maßgeblich durch die in dem vorherigen Abschnitt zur weltweiten volkswirtschaftlichen Lage beschriebenen, als auch durch die sich verändernden technologischen Rahmenbedingungen beeinflusst.

Der zurzeit größte Engpass in der Automobilindustrie stellt weiterhin der Mangel an Halbleitern dar, welcher sich aber zunehmend bessert. 48 Ein weiterer bremsender Faktor ist darüber hinaus die Umstellung der Produktionslinien auf Elektromobilität. In diesem Bereich wächst die Nachfrage auf den Märkten bisher in einem höheren Tempo, als die Hersteller die notwendigen Anpassungen für die Produktion von Elektroautos vornehmen können. 49

Neben den Lieferengpässen befindet sich die Automobilindustrie immer noch in einem großen Umbruch. Dieser Umbruch lässt sich dabei in drei zentrale Bereiche aufteilen: Hierbei handelt es sich um den Umstieg auf alternative Antriebe wie beispielsweise Elektromobilität und Wasserstoff zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen, die Digitalisierung sowie das autonome Fahren. Insbesondere die Elektromobilität hat im letzten Jahr weiter an Schwung gewonnen. Der Markt für Fahrzeuge mit einem Elektroantrieb ist dabei in Deutschland um 30,1% gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. 50 Von dieser Entwicklung kann hofer powertrain, als Systemlieferant und -integrator für Elektrifizierungs- und Hybridisierungslösungen, profitieren.

Die Risiken aus den Lieferengpässen und dem Ukraine-Krieg schätzen wir mit "mittel" ein, sehen aber vor dem Hintergrund der zunehmenden Elektrifizierung des Individualverkehrs auch "hohe" Chancen für die hofer AG.

Technologische Risiken

Mit der Aufnahme der vollen Produktion des bei hofer entwickelten Hybridgetriebes in Solihull und der Serienproduktion der Hydraulikeinheit eines weiteren Sportwagengetriebes ist die strategische Entwicklung vom Systementwickler zum Systemlieferanten weiter vorangekommen. Während sich das Entwicklungsrisiko durch die erfolgreichen Start-of-Production minimiert hat, bleibt das Risiko, dass unsere Produkte in den Serienfahrzeugen zu Ausfällen führen könnten und der mögliche Einfluss wird größer.

Wir reduzieren, dieses Risiko durch die gezielte Rekrutierung von erfahrenen Mitarbeitern in der Serienentwicklung und -produktion, aber auch durch die enge Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern, z.B. ElringKlinger.

Zur Sicherstellung der Serientauglichkeit der Produkte werden die automotiven Standards der Entwicklung, des Testings und der Freigabe eingehalten.

Darüber hinaus haben wir entsprechende Produkthaftpflicht- und KFZ-Rückrufkostenversicherungen abgeschlossen.

48 Studie: Nach Ausliefersause bald mehr Rabatt für Neuwagen (handelsblatt.com)
49 Lieferzeiten für E-Auto: So lange wartet man aufs Elektroauto - AUTO BILD
50 Kraftfahrt-Bundesamt - Pressemitteilungen - Neuzulassungen von Personenkraftwagen (Pkw) im Jahresverlauf 2022 nach Marken und alternativen Antrieben (kba.de)

In Summe stufen wir dieses Risiko als "moderat" für unser Geschäft ein, die Beherrschung dieser Risiken ist aber für das weitere Geschäft zwingend notwendig und bietet zusätzliche Chancen für Entwicklungstätigkeiten.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit sieht sich die hofer AG auch finanzwirtschaftlichen Risiken ausgesetzt. Im Wesentlichen umfassen die Risiken für den hofer-Konzern Kredit-, Zinsänderungs-, Währungskurs- und Liquiditätsrisiken.

Nachwirkungen der Covid-19-Pandemie und geopolitische Risiken wie der Krieg in der Ukraine oder die unsichere Lage zwischen China und Taiwan verunsichern weiterhin viele Unternehmen und beeinflussen Entscheidungen in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und die Ertragslage. Deshalb ist das Liquiditätsrisiko nach wie vor ein wesentlicher Aspekt für die Unternehmensfortführung.

Die hofer AG begegnet dem Liquiditätsrisiko durch kontinuierliche Überwachung der Liquiditätssituation. Hierzu wird eine rollierende zeitnahe Liquiditätsplanung zur Sicherung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs standortübergreifend eingesetzt. Daher sind Liquiditätsreserven nach wie vor ein wichtiger Bestandteil in der Geschäftspolitik, um das betriebswirtschaftliche Gesamtrisiko so gering wie möglich zu halten.

Die hofer AG schätzt das direkte Zinsänderungs-, das Kredit- und Liquiditätsrisiko derzeit als "mittel" bis "hoch" ein.

Aufgrund des höheren Internationalisierungsgrads (hauptsächlich Großbritannien und China) haben sich mögliche Wechselkursrisiken der hofer AG entsprechend erhöht. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, werden Kundenverträge überwiegend in Konzernwährung (EUR) gestaltet. Weiterhin wird dieses Risiko durch in Fremdwährung geführte Bankkonten in Form von Natural Hedge gemindert.

Das Währungskursrisiko ist aus jetziger Sicht als "gering" bis "mittel" zu bewerten.

Eventuelle zukünftige finanzielle Belastungen, sei es durch Garantieansprüche, Forderungsausfälle oder andere Eventualitäten, wurden entweder in den Rückstellungen erfasst oder in der Liquiditätsplanung berücksichtigt.

Als Systementwickler und Systemlieferant ist die hofer AG auch einem Vorfinanzierungsbedarf ausgesetzt. Dieser Bedarf wird einerseits durch strategische Partnerschaften und andererseits durch Kunden, die sich an der Finanzierung der Entwicklungskosten für die spätere Serienproduktion beteiligen, so weit wie möglich reduziert.

Ein sofortiger Kreditstopp als auch potenzielle Insolvenzen auf der Kunden- und der Lieferantenseite bilden nach wie vor ein Restrisiko, das wir mit "mittel" bewerten.

Personalrisiken

Der Fachkräftemangel war auch in 2022 eine große Herausforderung. Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist sehr stabil und viele Unternehmen schreiben weiter Stellen aus. Damit haben gerade unsere sehr hochqualifizierten Mitarbeiter/innen sehr viele Möglichkeiten sich beruflich zu verändern. hofer versucht hier mit diversen Maßnahmen (Coachingprogramm, Fachkarriere, ausgeglichene Work-Life-Balance) sowie vor allem mit interessanten Projekten entgegenzuwirken.

Wie bereits in den vorhergehenden Kapiteln beschrieben hat der Ukraine-Krieg und die damit verbunden Teuerungen in fast allen Bereich Auswirkungen auf hofer. Die Bedingungen auf den Arbeits-, Produkt-, Dienstleistungs- und Finanzmärkten beeinflusst uns genauso, wie alle anderen Unternehmen auch. Deshalb besteht weiterhin das Risiko, dass einzelne Know-how-Träger oder auch ganze Gruppen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgeworben und teilweise mit hohem Aufwand wieder ersetzt werden müssen. Gerade Schlüsselpositionen sind für die strategische Weiterentwicklung zwingend notwendig und vor Abwanderung zu bewahren.

Der Fokus in der Personalpolitik richtet sich daher auf eine zielorientierte und bedarfsgerechte Personalentwicklung und -qualifizierung. Gerade auch bestehendes Personal wird gefördert und weiterentwickelt, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Weiterhin attraktiv, neben den schon genannten Instrumenten, sind folgende Benefits: kostenlose Getränke, Mitarbeiterevents, Zugang zu Jobrädern oder vergünstigte Einkaufsmöglichkeiten mittels Corporate Benefits.

Auch in den kommenden Jahren, wird eines der höchsten Risiken sein, Leistungsträger zu verlieren bzw. nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter/innen für unsere Wachstumspläne rekrutieren zu können.

Rechtliche Risiken

Die zunehmende Komplexität rechtlicher und steuerlicher Vorschriften stellt eine Herausforderung bei der Einhaltung gesetzlicher und interner Bestimmungen dar. Durch die zunehmende internationale Geschäftstätigkeit besteht das Risiko einer niedrigeren Rechtssicherheit infolge unterschiedlicher Auslegungen.

Die hofer AG kann, wie jedes andere Unternehmen, in Rechtsstreitigkeiten verwickelt werden. Durch kontinuierliche und offene Kommunikation mit den jeweiligen Vertragspartnern wird allerdings versucht, das Risiko hierfür zu minimieren und die Kundenzufriedenheit zu optimieren.

Ebenso kann die hofer AG mit Gewährleistungsansprüchen konfrontiert werden. Zur Absicherung werden daher ausreichend Rückstellungen für mögliche Ansprüche gebildet. Zusätzlich werden nach Möglichkeit entsprechende Versicherungen abgeschlossen und laufend überprüft.

Risikomindernd wirkt hier der hohe Qualitätsstandard der Systemdienstleistungen. Dieser wird kontinuierlich durch Verbesserungsmaßnahmen (ISO-Zertifizierung) sichergestellt.

Aufgrund von Erfahrungswerten schätzen wir das rechtliche Risiko für die hofer AG derzeit eher "gering" ein.

Informations- und IT-Risiken

Die hohe Verfügbarkeit von Daten- und Informationsflüssen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der steigende Digitalisierungsgrad und die zunehmende elektronische Vernetzung erhöhen die Informations- und IT-Risiken, welche gegebenenfalls die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der hofer AG belasten könnten. Der Schutz von Geschäftsgeheimnissen, innovativen Entwicklungen und Prozessdaten unserer Kunden als auch unserer eigenen Daten gegen unberechtigte Zugriffe, Zerstörung und Missbrauch nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. Dem Risiko eines unbefugten Zugriffs begegnet die hofer AG durch den Einsatz von verschiedenen Maßnahmen.

Diese Schutzmaßnahmen umfassen prozessspezifische Sicherheitsvorkehrungen, Standardmaßnahmen wie Virenscanner, Firewall-Systeme, Zugangs- und Zugriffskontrollen auf Betriebssystem- und Anwendungsebene sowie interne Testläufe und regelmäßig ergänzende Datensicherungen. Dies dient dem Schutz der Vertraulichkeit, Integrität und Authentizität.

Bei Kooperationen und Partnerbeziehungen spielt der Schutz unseres Know-hows eine bedeutende Rolle. Die konzernweiten Sicherheitsstandards wirken sich risikomindernd aus. Sie haben die Kontinuität betrieblicher Prozesse zum Ziel und tragen maßgeblich zur Unternehmenssicherheit bei.

Um den Sicherheitsanforderungen unserer Kunden gerecht zu werden, hat sich die hofer AG entschlossen, externe Tisax-Audits für Informationssicherheit der Schutzklasse "sehr hoch" sowie Prototypenschutz durchführen zu lassen. Diese wurden bereits an mehreren Standorten erfolgreich durchgeführt und mit dem erforderlichen Reifegrad zertifiziert.

Aufgrund des vor kurzem erlittenen Cyber-Angriffs, wurde der Sicherheitsstandard der hofer AG stark erhöht durch Austausch diverser IT-Komponenten (insbesondere der Firewall-Technologien), die Aktivierung von zusätzlichen IT Security Funktionen und der Erweiterung der IT Security Standards. Funktionen wie Multifaktor Authentifizierung, Device Management, Logging-System, und die Einführung eines Security Operations Center (SOC) sind nun Standard in der hofer AG.

Insgesamt schätzen wir nach Implementierung der Optimierungsmaßnahmen nach dem Cyber-Angriff das IT-Risiko, dem die hofer AG ausgesetzt ist, mit "mittel" ein.

Prognosebericht:

Die hofer AG geht in ihrer Planung für das Geschäftsjahr 2023 von einer im Vergleich zur Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2022 wesentlichen Steigerung der Gesamtleistung um rd. 30% auf fast 76 Mio. EUR und einer wesentlich verbesserten EBIT-Performance vor Berücksichtigung des Finanzergebnisses aus.

Mittlerweile zeigt nun erfreulicherweise zu Beginn des zweiten Quartals 2023 der Schwenk in der Geldpolitik der EZB, die zwar etwas später als die FED in den USA auf die Teuerungsraten reagiert, nun aber ebenfalls versucht, nachhaltig zu agieren, offensichtlich Wirkung. Vor allem die Energiepreise befinden sich zwar auf einem hohen Niveau, stabilisieren sich aber und zeigen bei weitem nicht die noch im Herbst 2022 angenommenen Teuerungsraten.

Auch der ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, der seit Beginn der Invasion der Ukraine durch die russischen Truppen am 24.02.2022 auf ein Niveau vergleichbar mit dem Stand Ende 2020 gefallen war und bis zu Beginn des vierten Quartals 2022 einen stetigen Abwärtstrend zeigte erholt sich seit dem Herbst 2022 wieder und bewegt sich langsam zumindest für die deutsche Wirtschaft auf ein Vorkrisenniveau zu.

Der sich in Deutschland abzeichnende Trend einer sich auf hohem Niveau stabilisierenden Inflation kann mittlerweile in den meisten großen Volkswirtschaften festgestellt werden.

Diese im Wesentlichen durch die Energiepreise getriebene Preisstabilisierung resultiert in einer aktuell leicht verbesserten Wachstumsprognose für 2023 von globalen 2,6% im Vergleich zu den Prognosen Ende 2022. Beide 2023-Prognosen liegen allerdings deutlich unter den 2022 Werten und auch für 2024 wird mit nur 2,9 % eine Wachstumsrate des globalen Bruttoinlandsproduktes von unterhalb 3% erwartet.

Neben der sich langsam stabilisierenden Inflation und dem dadurch wieder ansteigenden Verbrauchervertrauen ist auch unerwartet schnelle Ende des Pandemie-Lock Downs in China Ende 2022 ein treibender Faktor für diese immer noch als fragil zu bezeichnende positive Entwicklung.

Dies veranschaulicht auch der Einkaufsmanagerindex (PMI-Purchasing Manager Index) der OECD für China, der einen dem deutschen ifo Index sehr ähnlichen Verlauf genommen hat.

Auch wenn sich solche aktuellen Entwicklungen noch einer nachhaltig belastbaren Prognostizierbarkeit entziehen, lässt sich doch erkennen, dass die Weltwirtschaft bei stabilen Energiepreisen offensichtlich robust genug ist, um eine tiefe Rezession zu verhindern.

Das sich leicht aufhellende Wirtschaftsklima sollte sich ebenfalls positiv auf die angebotenen Dienstleistungen und das Produktportfolio der hofer Gruppe auswirken können.

China wird dabei als das Land mit den meisten zugelassenen E-Fahrzeugen ein wesentlicher Treiber sein können und wird auch in 2023 der größte Produktionsstandort für Elektroautos sein. Mit prognostizierten 13 Millionen werden in 2023 in China mehr Elektroautos produziert als im gleichen Jahr in Deutschland und den USA zusammen (Quelle: Elektromobilität weltweit | Statista ).

Trotz eines überdeutlichen Trends im Reich der Mitte, sich immer weiter unabhängig von Importen und westlichem Know-how machen zu wollen, konnte die hofer AG auch in 2022 IP-Geschäft mit chinesischen Kunden realisieren und steht in 2023 kurz vor dem Abschluss eines umfassenden Technologiegeschäfts mit einem weiteren großen chinesischen OEM für den chinesischen Markt. Dieser Geschäftsabschluss ist darüber hinaus auch mit der Gründung eines Produktions-Joint Ventures verbunden, die der hofer AG über entsprechende Lizenzvereinbarungen auch in der Zukunft nachhaltige Umsätze sichern können sollte.

Eine Achillesferse der steigenden Produktion von Elektrofahrzeugen sind die weiterhin hohen Produktionskosten. Ein wesentlicher Preistreiber sind dabei die Kosten für die Batterien, für die seltene Erden benötigt werden. Die Vormachtstellung Chinas in der E-Mobilität ist im Bereich der Produktion von Batterien noch ausgeprägter. Laut einer Prognose (Kapazität Batterieproduktion E-Autos Regionen 2025 | Statista) wird China im Jahr 2025 Batterien mit einer Gesamtkapazität von über 600 Gigawattstunden herstellen. In Europa und den USA zusammen werden es im gleichen Zeitraum voraussichtlich 450 Gigawattstunden sein. Die hofer AG ist dabei mit seiner starken Fokussierung auf das Testing von Batterien und dem Batteriemanagement hervorragend aufgestellt, um auch in China einen neuen Kundenstamm aufbauen zu können.

Die Wirtschaft in den USA, die seit der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder einen wichtigen Markt für die hofer AG darstellt, hat sich unabhängiger von der Ukraine-Krise als die Wirtschaft in den USA entwickelt. Die US-amerikanische Notenbank hat im Vergleich zur europäischen Zentralbank sehr viel früher die Leitzinsen erhöht und damit robust auf inflationäre Entwicklungen reagiert und die fehlende räumliche Nähe der Kriegshandlungen scheint für wesentlich geringeren Einfluss auf die US-Konjunktur gesorgt zu haben. Darüber hinaus setzt die US-Regierung seit August 2022 mit dem "Inflation Reduction Act" auf Steueranreize beim Kauf von Elektro-Autos, die die einheimische Produktion stärken und die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen reduzieren sollen (Quelle: Elektroautos in den USA: Boom der Batteriezellenfertigung durch Steueranreize | heise Autos). Mit dieser von den Exportnationen fast schon als protektionistisch angesehenen Subventionierung wird die US-amerikanische Batteriezellenproduktion massiv unterstützt. Die hofer AG kann hier als Elektrifizierungsspezialist wie auch in 2022 sicherlich nicht nur im Bereich des Engineerings neue Kundenprojekte unterstützen, sondern auch weiter IP-Geschäft v.a. im Bereich der Batterieentwicklung realisieren.

Ein wesentlicher Schlüssel für die Erholung der allgemeinen Geschäftserwartung in Deutschland und ganz Europa ist sicherlich weiterhin das Ende des Krieges in der Ukraine, was auch eine schnelle und nachhaltige Lösung der weiter bestehenden Energieproblematik mit sich bringen könnte. Dies würde sowohl dem verarbeitenden Gewerbe aber auch der Logistikbranche vermehrt Planungssicherheit und damit Zutrauen in die zukünftige Geschäftsentwicklung geben.

Die Ende März im EU-Parlament getroffene Entscheidung, ab dem Jahr 2035 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor zulassen zu wollen, bestätigt die grundsätzliche Ausrichtung der hofer AG, auf der Basis des bisherigen "Verbrenner" Know-Hows die Elektrifizierungsthemen immer breiter aufzustellen. Eine Reihe von kurzfristig zu erwartenden Geschäftsabschlüssen mit europäischen Kunden mit signifikanten Umsatzvolumina im Bereich der Elektrifizierung von Antrieben unterstützen diese Sichtweise.

Die aktuell noch eher vorsichtige wirtschaftliche Erholung nach einem eher rezessionsgetriebenen Trend erzeugt in Bezug auf die Aktivitäten der hofer-Gruppe in Summe eine durchaus ambivalente Situation. Der Auftragsbestand ohne die bisher noch nicht gestarteten Serienlieferaufträge für Kunden in Großbritannien betrug zum Ende März 2023 rd. 43 Mio. EUR und liegt damit etwa 10% unter dem Niveau des Vorjahres von 50,0 Mio. EUR. Dieses Auftragsvolumen bezieht sich auf alle Kompetenzbereiche der hofer powertrain. Gleichzeitig befinden sich Ende März 2023 Projektanfragen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 313 Mio. EUR in der Angebotsphase, was gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von fast 57% entspricht. Dieses Niveau spiegelt die wieder stark anziehende Nachfrage im Markt zu Beginn des Jahres 2023 nach dem Portfolio der hofer powertrain in Deutschland aber auch weltweit wider.

Die hofer AG sieht sich daher in Summe sehr gut aufgestellt, die für das Jahr 2023 definierten betriebswirtschaftlichen Ziele auch vor dem Hintergrund eines sicherlich schwierigen Marktumfelds erreichen zu können.

Sonstige Finanzinformationen

Die hofer Aktiengesellschaft hat gemäß § 312 AktG einen Abhängigkeitsbericht erstellt. Die Schlusserklärung des Vorstands im Abhängigkeitsbericht lautet:

"Gemäß § 312 Abs. 3 AktG erklärt der Vorstand der hofer AG, dass die Gesellschaft bei dem im Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten vorgenommenen Rechtsgeschäften und getroffenen oder unterlassenen Maßnahmen nach den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen oder die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt und dadurch, dass die Maßnahme getroffen oder unterlassen wurde, nicht benachteiligt wurde."

 

Nürtingen, den 13. Juni 2023

Johann HOFER (Vorsitz)

Dr. Alexander NÄSER

Wolfgang STEPHAN

Dr. Thomas HACKL

Bilanz zum 31. Dezember 2022

AKTIVA

2022 2021
in TEUR in TEUR
A. Anlagevermögen 24.796 23.341
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 256 304
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 256 304
II. Sachanlagen 9.588 7.335
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9 1
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.930 4.534
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.747 2.475
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 902 325
III. Finanzanlagen 14.952 15.702
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.891 14.641
2. Beteiligungen 468 468
3. Sonstige Ausleihungen 593 593
B. Umlaufvermögen 102.262 114.503
I. Vorräte 5.240 9.682
1. Unfertige Erzeugnisse 5.241 14.120
2. Geleistete Anzahlungen 35 362
3. Erhaltene Anzahlungen -36 -4.799
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 92.278 88.388
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.428 667
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 89.537 87.247
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 114 116
4. Sonstige Vermögensgegenstände 199 358
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 4.744 16.433
C. Rechnungsabgrenzungsposten 427 236
D. Aktive latente Steuern 3.131 387
AKTIVA 130.616 138.467

PASSIVA

2022 2021
in TEUR in TEUR
A. Eigenkapital 66.620 75.597
I. Gezeichnetes Kapital 14.451 14.451
II. Kapitalrücklage 60.436 60.436
III. Gewinnrücklage 20 20
Gesetzliche Rücklage 20 20
IV. Bilanzgewinn/-verlust -8.287 690
B. Rückstellungen 5.530 6.043
1. Steuerrückstellungen 508 508
2. Sonstige Rückstellungen 5.022 5.535
C. Verbindlichkeiten 58.466 56.827
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.379 10.555
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.864 760
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.863 40.893
4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 27
5. Sonstige Verbindlichkeiten 2.360 4.592
davon aus Steuern 2.350 4.583
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3 0
PASSIVA 130.616 138.467

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022

2022 2021
in TEUR in TEUR
1. Umsatzerlöse 66.261 55.147
2. Bestandsveränderungen -8.878 2.463
3. Andere aktivierte Eigenleistungen 662 332
4. Sonstige betriebliche Erträge 2.640 14.061
davon Erträge aus Währungsumrechnung 41 53
5. Materialaufwand 18.617 16.064
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.426 7.084
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 14.191 8.980
6. Personalaufwand 22.515 23.342
a) Löhne und Gehälter 19.208 19.707
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.307 3.635
davon für Altersversorgung 65 27
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.937 2.720
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen 29.425 19.016
davon Aufwendungen aus Währungsumrechnung 121 35
9. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.129 1.018
davon aus verbundenen Unternehmen 1.129 992
10. Abschreibungen auf sonstige Finanzanlagen 750 9.130
11. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 285 398
davon aus verbundenen Unternehmen 86 155
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.752 660
davon latente Steuern -2.746 805
13. Ergebnis nach Steuern -8.963 1.691
14. Sonstige Steuern 14 9
15. Jahresfehlbetrag (Vorjahr: Jahresüberschuss) -8.977 1.682
16. Gewinnvortrag (Vorjahr: Verlustvortrag) 690 -992
17. Einstellung in die Gewinnrücklagen (gesetzliche Rücklage) 0 0
18. Bilanzverlust (Vorjahr: Bilanzgewinn) -8.287 690

Anhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Die hofer AG hat ihren Sitz in Nürtingen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart (Reg.Nr. HRB 723593). Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 wurde auf Grundlage der Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.

Die Gesellschaft ist eine große Kapitalgesellschaft i. S. d. § 267 Abs. 3 HGB. Sie erstellt ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des HGB, des AktG sowie der Satzung. Die Aufstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr fortgeführt.

II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden zu Anschaffungskosten angesetzt, sofern sie einer Abnutzung unterliegen, um planmäßige, bei Vorliegen sonstiger Umstände, um außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- und Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Herstellungskosten beinhalten Einzelkosten sowie angemessene Teile der Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst wird.

Die Abschreibungen wurden nach der voraussetzlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Dem Abschreibungsplan liegen überwiegend folgende geschätzte Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände 3 bis 10
Bauliche Betriebsvorrichtungen 5 bis 10
Technische Anlagen und Maschinen 8 bis 12
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 16

Das Finanzanlagevermögen umfasst überwiegend Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese Anteile sind im Rahmen der Sachgründung der hofer AG mit den damaligen Verkehrswerten eingebracht oder zu einem späteren Zeitpunkt gegründet oder erworben worden. Sofern dauerhafte Wertminderungen vorliegen, werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen. Entfällt der Grund für außerplanmäßige Abschreibung, werden entsprechende Wertaufholungen durchgeführt. Weiterhin hält die hofer AG eine sonstige Beteiligung an der Faissner Petermeier Fahrzeugtechnik AG in Höhe von 468 TEUR.

Das Vorratsvermögen ist zu Anschaffungs-/Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederwertprinzips angesetzt. Fertige und unfertige Leistungen werden zu Herstellungskosten gem. § 255. Abs. 2 HGB aktiviert. In den Herstellungskosten werden die Einzelkosten, angemessene Teile der Fertigungs-, Material- und Verwaltungsgemeinkosten und des Werteverkehrs des Anlagevermögens, soweit dieser durch die Fertigung veranlasst ist, einbezogen. Es wurden keine Fremdkapitalkosten in die Herstellungskosten einbezogen. Entsprechend dem Wahlrecht des § 268 Abs. 5 HGB werden die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen offen von den Vorräten abgesetzt.

Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und Guthaben bei Kreditinstituten werden zum Nominalwert bilanziert.

Latente Steuern werden für zeitliche, sich in der Zukunft voraussichtlich umkehrende Differenzen zwischen den handels- und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet, soweit dies nach § 274 HGB zulässig ist. Der Steuersatz zur Ermittlung der Höhe der latenten Steuern liegt bei 30 %. Zudem werden aktive lat. Steuern auf Verlustvorträge gebildet, soweit diese gem. der Unternehmensplanung innerhalb von fünf Jahren realisiert werden können.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten ist zur periodengerechten Zuordnung von Aufwendungen gebildet worden.

Rückstellungen sind für alle drohenden Verluste und erkennbaren ungewissen Verbindlichkeiten gebildet worden (§ 249 HGB) und mit ihrem Erfüllungsbetrag nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung bewertet. Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag passiviert. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr werden gegebenenfalls mit dem Marktszins der vergangenen sieben Jahre abgezinst. Neben konkreten Einzelfällen wurden pauschale Gewährleistungsrückstellungen von 0,25 % auf die Umsatzerlöse gebildet. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Devisen-kassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Langfristige

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Kurs am Bilanzstichtag bzw. zum höheren/niedrigeren Einbuchungskurs umgerechnet.

III. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist dem Anlagespiegel zu entnehmen. Die hofer AG hält nachfolgende Anteile an verbundenen Unternehmen:

Direkte Beteiligungen:

Firma Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis
hofer powertrain GmbH, Nürtingen 100 % 14.612 TEUR -442 TEUR
hofer property GmbH, Wolfsburg 88,40 % 1.311 TEUR 97 TEUR
hofer verwaltungs UG (haftungsbeschränkt), Nürtingen 100 % -28 TEUR 4 TEUR
hofer immobilien UG (haftungsbeschränkt) & Co.KG, Nürtingen 100 % 11 TEUR 18 TEUR
hofer powertrain berlin GmbH, Berlin 100 % 18 TEUR 2 TEUR
hofer powertrain innovation GmbH, Nürtingen 100 % 5.837 EUR 4.405 TEUR
hofer powertrain GmbH, Steyr, Österreich 100 % 1.491 TEUR -18 TEUR
hofer international GmbH, Garsten, Österreich 100 % 2.287 TEUR -12 TEUR
hofer powertrain international GmbH, Garsten, Österreich 100 % 15.604 EUR -3 TEUR
hofer powertrain Inc., Troy, Michigan, USA 100 % -974 TUSD 759 TUSD

Indirekte Beteiligungen:

Firma Beteiligung Eigenkapital Jahresergebnis
hofer forschungs- und entwicklungs GmbH, Garsten, Österreich 100 % 3.377 TEUR 452 TEUR
hofer GmbH, Garsten, Österreich 100 % 2.184 TEUR 64 TEUR
hofer powertrain Srl, Bozen, Italien 100 % 65 TEUR -7 TEUR
hofer powertrain AG, Eschen, Liechtenstein 100 % -800 TCHF 315 TCHF
hofer controls Kft., Budapest, Ungarn 100 % -249.712 THUF -41.714 THUF
hofer powertrain UK Ltd., Warwick, UK 100 % -18.901 TGBP -318 TGBP
hofer powertrain (Jinan) Co., Ltd., Jinan, China 100 % 1.003 TCNY -26 TCNY
hofer powertrain (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai China 100 % -16.044 TCNY -2.002 TCNY

Weiterhin hält die hofer AG in Höhe von 468 TEUR 15,6 % der Anteile an der Faissner Petermeier Fahrzeugtechnik AG mit Sitz in Garching München.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten Darlehensforderungen von 40.586 TEUR (Vorjahr: 47.175 TEUR) und betreffen im Übrigen Liefer- und Leistungsansprüche mit 47.467 TEUR (Vorjahr: 38.673 TEUR) sowie aufgelaufene Zinsen auf Darlehensforderungen. Auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen wurden im Geschäftsjahr Wertberichtigungen von 750 TEUR (Vorjahr: 1.745 TEUR) vorgenommen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände betragen im Geschäftsjahr 2022 199 TEUR (Vorjahr: 358 TEUR) und haben, wie auch im Vorjahr, eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Die latenten Steuern resultieren aus unterschiedlichen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Wertansätzen der Personalrückstellungen und der Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen und Drohverluste. Es wurde ein Steuersatz von 30,0 % angesetzt. Aufgrund der Aktivierung der latenten Steuern besteht eine Ausschüttungssperre von 3.131 TEUR. Dieser steht eine Kapitalrücklage in ausreichender Höhe gegenüber.

Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert zum Vorjahr 14.451.365,00 EUR und ergibt sich aus insgesamt 14.451.365 ausgegebenen Namensaktien zum Nennbetrag von einem Euro.

Nach der uns gemäß § 20 Abs. 4 AktG am 30. August 2019 zugegangenen Mitteilung gehört der HOFER GmbH. Haßfurt, ein Anteil von mehr als 25% an der hofer Aktiengesellschaft.

Im Geschäftsjahr 2022 erfolgte wie im Vorjahr keine Zuführung in die gesetzliche Rücklage.

Die Rückstellungen betragen im Geschäftsjahr 2022 5.530 TEUR (Vorjahr: 6.043 TEUR) und beinhalten neben Rückstellungen für Steueransprüche in Höhe von 508 TEUR (Vorjahr: 508 TEUR) sonstige Rückstellungen in Höhe von 5.022 TEUR (Vorjahr: 5.535 TEUR), welche im Wesentlichen aus Projektrückstellungen mit 2.307 TEUR (Vorjahr: 2.140 TEUR) und ausstehenden Rechnungen mit 336 TEUR (Vorjahr: 1.310TEUR) bestehen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden zwei Kfw-Darlehen in Höhe von je 5 Mio. EUR neu aufgenommen, welche zum 31.12.2022 mit insgesamt 10 Mio. EUR valutieren. Die Tilgung erfolgt in Teilbeträgen bis zum 31.12.2026.

Die hofer-Gruppe verfügt über mehrere Kreditlinien, die gemeinsam mit den aufgenommenen KfW-Darlehen durch Globalzession ausgewählter Konzerngesellschaften besichert sind. Die bestehenden Kreditlinien wurden im Geschäftsjahr 2022 nicht beansprucht.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr betragen insgesamt 7.687 TEUR (Vorjahr: 10.358 TEUR).

In TEUR < 1 Jahr VJ > 5 Jahre VJ gesamt VJ gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.692 197 0 0 10.379 10.555
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.864 760 0 0 1.864 760
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 43.863 40.893 0 0 43.863 40.893
davon gegenüber Gesellschaftern 300 300 0 0 300 300
davon aus Lieferungen und Leistungen 4.938 7.366 0 0 4.938 7.366
4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 0 27 0 0 0 27
davon aus Lieferungen und Leistungen 0 27 0 0 0 27
5. Sonstige Verbindlichkeiten 2.360 4.592 0 0 2.360 4.592
davon aus Steuern 2.350 4.583 0 0 2.350 4.583
davon aus der sozialen Sicherheit 3 0 0 0 3 0
50.779 46.469 0 0 58.466 56.827

IV. Erläuterung zur Gewinn- und Verlustrechnung

Der Konzern erbringt - neben Produktions- und Handelsleistungen - im Wesentlichen Entwicklungsdienstleistungen.

Aufgliederung nach Absatzmärkten in TEUR 2022 2021
Deutschland 65.870 51.959
China 234 208
Großbritannien 77 888
Österreich 74 2.034
USA - 52
Sonstiges Ausland 6 5
Summe 66.261 55.147

Sonstige betriebliche Erträge betragen im Geschäftsjahr 2.640 TEUR (Vorjahr: 14.061 TEUR). Periodenfremde Erträge durch Auflösung von Rückstellungen betragen im Geschäftsjahr 257 TEUR (Vorjahr: 70 TEUR) und Erträge aus Währungsumrechnung bestehen in Höhe von 41 TEUR (Vorjahr: 53 TEUR).

Die Materialaufwendungen betragen im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 18.617 TEUR (Vorjahr: 16.064 TEUR) und resultieren im Wesentlichen aus Kosten für Subunternehmer, Entwicklungsdienstleistungen und Fremdfertiger.

In den Abschreibungen sind im Kalenderjahr keine außerplanmäßigen Abschreibungen (Vorjahr: 734 TEUR) enthalten.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus Währungsumrechung in Höhe von 121 TEUR (Vorjahr: 35 TEUR) und Aufwendungen aus Abschreibungen von Forderungen in Höhe von 0 TEUR (Vorjahr: 1.745 TEUR).

Im Finanzergebnis sind Abschreibungen an verbundene Unternehmen in Höhe von 750 TEUR (Vorjahr 8.750 TEUR) enthalten sowie Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen von 86 TEUR (Vorjahr: 155 TEUR). Zinsaufwendungen gegenüber Gesellschaftern betrugen im Geschäftsjahr 0 (Vorjahr: 15 TEUR).

V. Sonstige Angaben

Die Gesellschaft beschäftigte nach § 267 Abs. 5 im Jahresdurchschnitt 349 Mitarbeiter/innen (Vorjahr 339).

Die Gesellschaft haftet für Bank- und Leasingverbindlichkeiten von verbundenen Unternehmen, welche zum 31. Dezember 2022 mit 508 TEUR valutieren. Ferner haftet die Gesellschaft gemeinsam mit anderen Konzernunternehmen für Verpflichtungen aus einem Immobilienleasingvertrag eines verbundenen Unternehmens, der bis 2033 läuft. Die Summe der Leasingzahlungen beläuft sich noch auf einen Gesamtbetrag von ca. 6.181 TEUR nominal. Mit der Inanspruchnahme aus diesem Haftungsverhältnis wird nicht gerechnet, da den Leasingverpflichtungen einerseits laufende Mieteinnahmen und andererseits der Gebäudewert gegenüberstehen.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverpflichtungen betragen 1.863 TEUR. Für das Geschäftsjahr 2023 entfallen 1.872 TEUR an.

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde der Vorstand durch die folgenden Personen wahrgenommen:

 

Johann HOFER, Ing., Kirchdorf (Vorsitzender)

 

Wolfgang STEPHAN, Dipl.-Ing. (FH), Boll

 

Dr. Alexander NÄSER, Dipl.-Phys. / Dipl.-Wi.-Ing., Gäufelden

 

Dr. Thomas HACKL, Dr. Ing., Sattledt (AT)

Dem Aufsichtsrat gehörten folgende Personen an:

 

Thomas JESSULAT, (Vorsitz), CFO Erling Klinger Gruppe, Stuttgart

 

Herbert HOFER, Diplom-Betriebswirt, Eppan (Italien)

 

Dr. Peter WERTH, CEO der Wolftank-Adisa Holding AG, Eppan (Italien)

Die Angaben der im Berichtsjahr gezahlten Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrats unterbleiben mi Hinweis auf § 286 Abs. 4 HGB

Die hofer AG nimmt die Befreiung hinsichtlich der Offenlegungspflicht der Abschlussprüferhonorare in Anspruch. Weitere Angaben zu den Abschlussprüferhonoraren finden sich im Konzernabschluss der hofer AG.

Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses

Die Geschäftsführung schlägt vor, das Jahresergebnis auf neue Rechnung vorzutragen.

Nachtragsbericht

Im Dezember 2022 wurde die hofer-Gruppe Opfer eines gezielten externen Cyber- Angriffs. In der Folge wurden aus Sicherheitsgründen und zum Schutz der Belegschaft, von Kunden, von Lieferanten und der übrigen Geschäftspartner alle Systeme heruntergefahren und die Verbindungen zu allen externen Systemen getrennt.

Mit erheblicher externer Unterstützung und extrem hohen Engagement, insbesondere des IT-Bereichs, begann daraufhin zügig der Wiederaufbau der Prozesse des Unternehmens. Zum Zeitpunkt der Abschlusserstellung ist der Recover-Prozess noch nicht vollständig abgeschlossen. Die monetären Auswirkungen werden zum Zeitpunkt der Abschlussausstellung noch analysiert.

Zu den Auswirkungen der Ukrainekrise und des Cyberangriffs verweisen wir auf unsere Berichterstattung im Lagebericht unter "Chancen- und Risikobericht" sowie unter Prognosebericht". Auswirkungen, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten, sind bisher jedoch nicht eingetreten.

 

Nürtingen, den 13. Juni 2023

Johann HOFER (Vorsitz)

Dr. Alexander NÄSER

Wolfgang STEPHAN

Dr. Thomas HACKL

Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2022

Kumulierte Anschaffungs- und Herstellungskosten
in TEUR 01.01.2022 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 4.092 105 0 0 4.197
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 4.092 105 0 0 4.197
II. Sachanlagen 21.116 4.039 100 0 25.055
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 14 9 0 0 23
2. Technische Anlagen und Maschinen 13.553 1.504 99 14.958
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 7.224 1.642 1 307 9.172
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 325 884 0 -307 902
III. Finanzanlagen 25.361 0 0 0 25.361
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 24.300 0 0 0 24.300
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 468 0 0 0 468
3. Sonstige Ausleihungen 593 0 593
Anlagevermögen 50.569 4.144 100 0 54.613
Kumulierte Abschreibungen
in TEUR 01.01.2022 Zugänge Abgänge 31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 3.788 153 0 3.941
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 3.788 153 0 3.941
II. Sachanlagen 13.781 1.784 -100 15.467
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13 1 0 14
2. Technische Anlagen und Maschinen 9.019 1.108 -99 10.028
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.749 675 -1 5.425
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0
III. Finanzanlagen 9.659 750 0 10.409
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 9.659 750 0 10.409
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 0 0 0 0
3. Sonstige Ausleihungen
Anlagevermögen 27.228 2.687 -100 29.817
Buchwerte
in TEUR 31.12.2022 31.12.2021
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 256 304
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen 256 304
II. Sachanlagen 9.588 7.335
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 9 1
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.930 4.534
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.747 2.475
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 902 325
III. Finanzanlagen 14.952 15.702
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 13.891 14.641
2. Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 468 468
3. Sonstige Ausleihungen 593 593
Anlagevermögen 24.796 23.341

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der hofer Aktiengesellschaft, Nürtingen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieses Systems der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 13. Juni 2023

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

(Thomas Traub)
Wirtschaftsprüfer

(Elke Bernhardt)
Wirtschaftsprüferin

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