BavariaDirekt Versicherung AG

Am Karlsbad 4, 10785 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 39635
Vorher
OVAG Ostdeutsche Versicherung AktiengesellschaftOVAG - Ostdeutsche Versicherung AG
Eingetragen
2.11.2004
Branche
Tätigkeiten von Versicherungsvertreterinnen und -vertreternTätigkeiten von Versicherungsmaklerinnen und -maklernMit Versicherungsdienstleistungen und Pensionskassen verbundene Tätigkeiten a. n. g.
Gegenstand
a) Der Betrieb aller Sparten der Schaden- und Unfallversicherung, der Kredit- und Kautionsversicherung sowie der Beistandsleistungsversicherung. b) der Betrieb der Rückversicherung in allen Zweigen, c) die Vermittlung von Versicherungsverträgen und Finanzdienstleistungen im nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz zulässigen Rahmen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Indra Clarke
seit 23.2.2026
Prokura
Katja Dr. Gerke
seit 12.5.2025
Vorstandsmitglied
Sebastian Schwab
seit 13.3.2025
Prokura
Vorstandsmitglied
Andreas Zopf
seit 16.10.2023
Prokura
Stefan Lechner
seit 28.3.2022
Prokura
Irina Dr. Braunhofer
seit 28.3.2022
Prokura
Rainer Helmut Link
seit 28.3.2022
Prokura
Heiko Sohnrey
seit 28.3.2022
Prokura
Anja Leibold
seit 28.3.2022
Prokura
Daniel Preuße
seit 11.2.2021
Prokura
Prokura
Mirek Sindler
seit 2.7.2020
Prokura
Frank Westbomke
seit 2.7.2020
Prokura
Prokura
Prokura
Britta Jonas
seit 7.3.2019
Prokura
Stephan Rupieper
seit 3.7.2017
Prokura
Jürgen Dr. Pesch
seit 3.6.2016
Prokura
Alexandra Schlott
seit 12.8.2015
Prokura
Christian Dr. Krams
seit 30.1.2013
Vorstandsmitglied
Ulrich Müller
seit 10.3.2009
Prokura
Jens Lauber
seit 10.3.2009
Prokura
Iris John
seit 12.7.2007
Prokura
Annette Stieff
seit 26.4.2006
Prokura
Prokura

Beteiligungen

NameAnteil
4.90%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

BavariaDirekt Versicherung AG

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Geschäftszahlen im Überblick

BavariaDirekt Versicherung AG 2023 2022 2021 2020 2019
Versicherungsbestand:
Anzahl der Verträge Tsd. 1.121 991 921 882 819
Gebuchte Bruttobeiträge Mio. € 177,4 152,7 140,9 130,8 127,0
Selbstbehaltquote % 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Schäden:
Anzahl der gemeldeten Schäden Tsd. 56 45 42 41 45
Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) Mio. € -151,7 -112,6 -97,2 -90,1 -98,0
Bilanzielle Schadenquote (brutto) % 89,0 76,1 71,1 70,2 81,2
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (brutto) Mio. € -40,5 -35,0 -34,8 -31,7 -26,7
Kostensatz (brutto) % 22,8 22,9 24,7 24,3 21,0
Combined Ratio (brutto) nach GDV % 112,9 99,9 96,7 95,2 103,4
Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung Mio. € 3,5 3,1 2,8 0,7 1,1
Nichtversicherungstechnisches Ergebnis
(vor Steuern) Mio. € 1,0 -0,2 -2,5 -1,9 -1,8
davon Nettoergebnis aus Kapitalanlagen Mio. € 0,7 0,5 0,4 0,4 0,3
Nettoverzinsung % 1,7 1,2 0,9 1,2 1,1
Laufende Durchschnittsverzinsung
(nach Verbandsformel) % 1,7 1,2 0,9 1,1 1,0
Kapitalanlagen Mio. € 40,9 45,4 47,5 38,1 31,1
Versicherungstechnische Rückstellungen
(brutto) Mio. € 205,1 172,9 154,5 134,7 120,9
Eigenkapital Mio. € 22,0 19,2 17,0 12,3 13,5
Jahresüberschuss Mio. € 2,9 2,2 -0,3 -1,2 -0,9

Gremien

Aufsichtsrat

Barbara Schick

Vorsitzende

Stellvertretende Vorsitzende des Vorstands Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts

Matthias Frey

Stellvertretender Vorsitzender

Bereichsleiter Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts

Kevin Hille

Mitarbeiter Kunden Service Betrieb

Vorstand

Katharina Jessel

Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit, Produkte, Rechnungswesen, Versicherungsmathematische Funktion, Rückversicherung, Risikomanagement, Unternehmensentwicklung

Dr. Markus Juppe

Controlling, Informationstechnologie, Daten, Recht und Compliance, Interne Revision, Risikomanagement, Unternehmensentwicklung

Christian Krams

Betrieb, Schaden, Kapitalanlage und -verwaltung, Personal, Datenschutz, Risikomanagement, Unternehmensentwicklung

Lagebericht

Geschäft und Rahmenbedingungen

Geschäft

Die BavariaDirekt Versicherung AG wurde 1991 in Berlin gegründet und gehört seit dem Jahr 2005 zum Konzern Versicherungskammer. Zuvor wurde die Gesellschaft unter dem Namen OVAG - Ostdeutsche Versicherung AG geführt. Seit dem 01.10.2021 firmiert sie unter dem Namen BavariaDirekt Versicherung AG. Der Schaden- und Unfallversicherer bietet für private Kunden Versicherungsschutz in den Sparten Kraftfahrt-, Haftpflicht-, Unfall-, Hausrat-, Wohngebäude- und Beistandsleistungsversicherungen. Der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem Direktvertrieb. Der Sitz der Gesellschaft ist in Berlin.

Entwicklung der Gesamtwirtschaft

Nach einem positiven Jahresbeginn schwächte sich die Entwicklung der Weltwirtschaft im Jahresverlauf 2023 deutlich ab. In Deutschland war die wirtschaftliche Entwicklung bereits in der ersten Jahreshälfte nahezu stagnierend, in der zweiten Jahreshälfte zeigte sich eine leicht rückläufige Wirtschaftsleistung. Nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis; Pressemitteilung vom 15. Januar 2024) verzeichnete das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr 2023 preisbereinigt ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere hohe Preise und ungünstige Finanzierungsbedingungen führten zu dieser Entwicklung, einhergehend mit einer schwachen inländischen Nachfrage und einem abnehmenden Außenhandel.

Dabei ging gemäß Statistischem Bundesamt der private Konsum preisbereinigt um 0,8 Prozent zurück. Die Kauflaune der privaten Haushalte wurde wesentlich durch den Anstieg der Verbraucherpreise gedämpft. Die Inflation ging zwar im Jahresverlauf 2023 deutlich zurück, blieb aber mit 5,9 Prozent im Jahresdurchschnitt auf einem hohen Niveau. Bei gleichzeitig steigenden Nettolöhnen und -gehältern wirkte sich dies nicht auf die Kaufkraft der privaten Haushalte aus. Die Lage am Arbeitsmarkt war insgesamt stabil. Mit durchschnittlich 45,9 Mio. Personen lag die Anzahl der Erwerbstätigen auf einem Rekordniveau.

Der staatliche Konsum zeigte, vor allem bedingt durch merklich geringere Ausgaben für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie, einen Rückgang der Ausgaben von 1,7 Prozent.

Die Bauinvestitionen waren, bedingt durch hohe Baupreise und gestiegene Bauzinsen, rückläufig. Dagegen wurde im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr mehr in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge investiert.

Der Außenhandel nahm im Vorjahresvergleich deutlich ab. Die Importe sanken dabei preisbereinigt stärker als die Exporte.

Entwicklung des Kapitalmarkts

Die Finanzmärkte erholten sich im Geschäftsjahr 2023 deutlich. Aktien und Anleihen konnten durch die Entwicklungen am Kapitalmarkt zum Jahresende an Wert gewinnen. Die Krise einzelner US-amerikanischer Regionalbanken und einzelner europäischer Banken trübte die positive Anlegerstimmung unterjährig nur kurz. Die Angriffskriege Russlands in der Ukraine, der Terrororganisation Hamas in Israel und weitere, teilweise damit verbundene, geopolitische Konflikte belasteten die Märkte nicht nachhaltig. Die meisten Zentralbanken versuchten weiter der Inflation durch mehrere Zinsanhebungen entgegenzuwirken. Nach dem kräftigen Zinsanstieg im Jahr 2022 pendelte sich der Zins in Europa gegen Jahresende auf rückläufigem Niveau ein. Die Rendite deutscher 10-jähriger Staatsanleihen stieg bis Oktober 2023 auf circa 3,0 Prozent und reduzierte sich anschließend bis Jahresende auf circa 2,0 Prozent. In den USA blieben hingegen die Renditen auf Jahressicht - nach einem Anstieg im dritten Quartal - wiederum nahezu unverändert. Zum Jahreswechsel rentierten 10-jährige US-amerikanische Staatsanleihen zu 3,9 Prozent. In beiden Währungsregionen sind die kurzfristigen Zinsen tendenziell höher als die langfristigen.

Der Euro konnte im Jahr 2023 beim Umtauschverhältnis von 1,10 US-Dollar je Euro um 3,1 Prozent an Wert gewinnen.

Der Aktienmarkt entwickelte sich im Geschäftsjahr sehr positiv. In Summe gewannen die Anteile von Unternehmen aus den Industrieländern, gemessen am MSCI World, 20,5 Prozent (Gesamtrendite in Euro) an Wert. Zweistellige Gewinne waren bei vielen Indizes keine Seltenheit. Der DAX verzeichnete ein Plus von 20,3 Prozent und der US-amerikanische S&P 500 ein Plus von 22,2 Prozent (Gesamtrendite in Euro). Beide Indizes beendeten das Jahr auf dem Niveau von Allzeithochs. Hauptverantwortlich für den Kursanstieg waren in den USA vor allem die großen Tech-Werte. Dividendenstarke Aktien konnten bei dieser Entwicklung nicht mithalten. Dies galt auch für Aktien aus Schwellenländern, die lediglich ein Plus in Höhe von 6,6 Prozent (Gesamtrendite in Euro) verbuchten.

Branchenentwicklung

Die Geschäftsentwicklung in der deutschen Versicherungswirtschaft war im Jahr 2023 durch das weitgehend unverändert hohe Marktzinsniveau und die hohe Inflation geprägt. Daneben sehen sich die Versicherer mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert, angefangen bei den weiter zunehmenden Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und der Regulatorik bis hin zu den stetig wachsenden Anforderungen an die Digitalisierung. Diese werden durch verändertes Kundenverhalten und steigende Kundenserviceerwartungen verstärkt. Auch die demografische Entwicklung erhöht den Druck, die Digitalisierung voranzutreiben, da der Fachkräftemangel durch die rückläufigen Mitarbeiterzahlen in den Berufsbildern der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik noch verschärft wird.

Auch wenn sich die Rahmenbedingungen für die Geschäftstätigkeit der Versicherer ändern, der Bedarf an Versicherungen bleibt bestehen. Ein Großteil der Versicherungsnachfrage in Deutschland entfällt dabei auf die privaten Haushalte, deren Absicherungsbedarf sich durch die inflatorische sowie die demografische Entwicklung vergrößert. Dies zeigt sich beispielsweise in wachsenden Lücken in der Altersversorgung.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) geht in einer vorläufigen Schätzung (Jahresmedienkonferenz am 25. Januar 2024, GDV) für das Jahr 2023 von einem leichten Beitragsplus in Höhe von insgesamt 0,6 Prozent (Vorjahr: Beitragsminus von 0,5 Prozent) aus. Die Entwicklung des Beitragsvolumens wird dabei durch weiter rückläufige Einmalbeiträge in der Lebensversicherung gedrückt.

Die Schaden- und Unfallversicherung setzte dagegen ihren Aufwärtstrend der Vorjahre fort und zeigte ein Beitragsplus in Höhe von 6,7 (4,4) Prozent. Dieses Beitragswachstum wurde von nahezu allen Versicherungszweigen getragen.

Wie in den Vorjahren gingen starke Impulse von den Sachsparten aus. Bei den privaten Sachsparten entwickelte sich insbesondere die Verbundene Wohngebäudeversicherung mit einer Steigerung in Höhe von 16,5 Prozent erneut deutlich positiv. Auch die nichtprivaten Sachsparten zeigten mit einem Plus von 13,0 Prozent einen starken Beitragsanstieg. Zu dem deutlichen Beitragswachstum in den Sachsparten führten vor allem spürbare inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen, aber auch eine nach wie vor steigende Nachfrage nach Elementardeckungen. Die Kraftfahrtversicherung, mit einem Anteil von etwas unter 40 Prozent der größte Versicherungszweig, zeigte ein Wachstum in Höhe von 4,1 Prozent.

Das Segment der Direktversicherer innerhalb der Schaden- und Unfallversicherung hat sich dabei in den letzten Jahren positiv entwickelt. In dem Segment der Direkt- bzw. Digitalversicherer gab es in den vergangenen Jahren zahlreiche Neugründungen, was zwar den Wettbewerb erhöhen könnte, allerdings für die Attraktivität des Marktes spricht. Ferner wird davon ausgegangen, dass sich analog zum allgemeinen Wachstum des eCommerce durch die Coronapandemie zusätzliche Impulse ergeben.

Schadenseitig verstärkte die hohe allgemeine Inflation die schon seit Jahren zu beobachtende Schadeninflation aufgrund knapper Kapazitäten bei Handwerkern und Ersatzteilen. Dies spiegelt sich insbesondere in den Kraftfahrtsparten mit einem Anstieg der Schäden um 13,6 Prozent wider.

In der Wohngebäudeversicherung wirkten spürbar gestiegene Baupreise schadenerhöhend. Die Schadenbelastung aus Naturkatastrophen stiegen deutschlandweit im Vergleich zum Vorjahr etwas an.

Dementsprechend zeigt sich im Bereich der Sachversicherung ein Anstieg der Leistungen von voraussichtlich 15,2 Prozent.

Insgesamt erhöhten sich die Leistungen der Schaden- und Unfallversicherer im Jahr 2023 nach vorläufigen Schätzungen des GDV gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent. Die Combined Ratio (brutto) nach GDV, die neben dem Geschäftsjahresaufwand auch das Abwicklungsergebnis umfasst, lag mit rund 98 (94,6) Prozent über dem Vorjahresniveau.

Geschäftsentwicklung und Ergebnis

Die BavariaDirekt Versicherung AG konnte im Geschäftsjahr 2023 ihre gebuchten Bruttobeitragseinnahmen um 16,2 Prozent auf 177,4 (152,7) Mio. Euro steigern. Die im Prognosebericht des Vorjahres angekündigte Beitragssteigerung konnte damit erreicht werden.

Neben einer Steigerung der Kraftfahrtversicherung entwickelte sich der Vertrieb von Haftpflichtversicherungen erneut positiv. Dies war wie im Vorjahr auf das anhaltend hohe Produktionsniveau bei geringem Storno in der Privat- sowie der Tierhalter-Haftpflichtversicherung zurückzuführen. Die Kostenquote lag mit 23,8 (23,6) Prozent leicht über dem Niveau des Vorjahres, die Prognose ist damit ebenfalls eingetroffen. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote lag mit 89,0 (76,1) Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Eine bilanzielle Brutto-Schadenquote war leicht über dem Niveau des Vorjahres erwartet worden. Zusätzlich waren im Geschäftsjahr jedoch Großschaden- und Unwetterereignisse über den geplanten Rahmen hinaus zu verzeichnen, welche die Schadenquote weiter erhöht haben.

Wie erwartet wurde ein geringfügig über dem Vorjahr liegendes positives versicherungstechnisches Ergebnis erzielt. Der Anstieg des versicherungstechnischen Ergebnisses für eigene Rechnung gegenüber dem Vorjahr ist auf eine höhere Superprovision des Rückversicherers zurückzuführen. Somit traf die Prognose eines positiven versicherungstechnischen Ergebnisses ein. Das nichtversicherungstechnische Ergebnis wurde durch positive zinsbedingte Effekte in der Altersvorsorge beeinflusst. Die Prognose eines leicht verbesserten Ergebnissaldos aus der sonstigen Nichtversicherungstechnik konnte leicht übertroffen werden. Das Netto-Ergebnis aus Kapitalanlagen lag dabei mit 0,7 (0,5) Mio. Euro leicht über dem geplanten Niveau.

Das Geschäftsjahr wurde mit einem Jahresüberschuss von 2,9 (2,2) Mio. Euro abgeschlossen. Ursächlich für diese Entwicklung war neben einem gegenüber Vorjahr leicht verbesserten versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung von 3,5 (3,1) Mio. Euro ein deutlich verbessertes nichtversicherungstechnisches Ergebnis von 1,0 (-0,2) Mio. Euro.

Ertragslage

Beiträge

Die gebuchten Bruttobeiträge des selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäfts stiegen um 16,2 Prozent auf 177,4 (152,7) Mio. Euro. Ursächlich hierfür war der Zuwachs der Beiträge in den sonstigen Kraftfahrtversicherungen um 23,9 Prozent auf 51,9 (41,9) Mio. Euro und in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung um 14,0 Prozent auf 107,0 (93,9) Mio. Euro. In den übrigen Sparten konnte insgesamt ein Beitragszuwachs um 9,5 Prozent auf 18,5 (16,9) Mio. Euro verzeichnet werden. Im Spartenmix belief sich der Anteil der Kraftfahrtversicherung auf 89,6 (88,9) Prozent.

Durch die gesamte Abgabe des Bruttogeschäfts an den Rückversicherer lag die Selbstbehaltquote der BavariaDirekt Versicherung AG bei null.

Bestand

Der Bestand an selbst abgeschlossenen Versicherungen stieg um 13,1 Prozent auf 1.120.878 (990.947) Stück. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf das gestiegene Geschäft in der Kraftfahrzeughaftpflicht-, der sonstigen Kraftfahrt-sowie der Allgemeinen Haftpflichtversicherung zurückzuführen.

Versicherungsleistungen

Die Anzahl der gemeldeten Schäden (Geschäftsjahresschäden und Spätschäden) stieg insbesondere aufgrund der Zunahme der versicherten Risiken, Unwetterereignissen und verändertem Kundenverhalten um 26,6 Prozent auf 56.464 (44.589) Stück. Erhöhte Steigerungen in der Schadenanzahl verzeichnen dabei die sonstigen Kraftfahrtversicherungen sowie die Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Während die Schadenfrequenz in der Haftpflichtversicherung, der Unfallversicherung und den sonstigen Versicherungen gegenüber Vorjahr auf nahezu unverändertem Niveau liegt, zeigen die Kraftfahrtversicherungen einen Anstieg der Schadenfrequenzen. Hintergrund ist die weitere Zunahme des Verkehrsaufkommens im Geschäftsjahr nach reduzierenden Effekten der Vorjahre. In Kasko wirkt zudem eine Vielzahl von Unwetterereignissen auf die Schadenanzahl der sonstigen Kraftfahrtversicherungen ein.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres lagen bei 161,6 (120,0) Mio. Euro. Die Brutto-Geschäftsjahresschadenquote lag demnach bei 94,8 (81,1) Prozent.

Das Abwicklungsergebnis erhöhte sich auf 9,9 (7,4) Mio. Euro.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle betrugen 151,7 (112,6) Mio. Euro.

Kosten

Die Brutto-Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die sich aus den Abschluss- und Verwaltungskosten zusammensetzen, stiegen auf 40,5 (35,0) Mio. Euro; dies entsprach 22,8 (22,9) Prozent der gebuchten Bruttobeiträge. Der Anstieg in den Aufwendungen entsprach damit nahezu dem Anstieg der gebuchten Beiträge. Das Geschäftsjahr 2023 war analog zu den Vorjahren geprägt von Investitionen in den Ausbau des Versicherungsgeschäfts auf Basis der mehrjährigen Geschäftsplanung.

Geschäftsverlauf nach Versicherungszweigen

Beitragsentwicklung Geschäftsjahr Vorjahr
gebuchte Bruttobeiträge Mio. € % Mio. € % Mio. € %
Unfallversicherung 0,8 0,5
Haftpflichtversicherung 14,5 8,2
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 107,0 60,3
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 51,9 29,3
Feuer- und Sachversicherung 1,7 1,0
davon:
Verbundene Hausratversicherung 1,4 0,8 1,3 0,9
Verbundene Wohngebäudeversicherung 0,3 0,2 0,3 0,2
Sonstige Sachversicherungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Sonstige Versicherungen 1,5 0,7
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 177,4 100,0
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0,0 0,0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 177,4
Beitragsentwicklung Vorjahr Veränderung
gebuchte Bruttobeiträge Mio. € % %
Unfallversicherung 0,7 0,5 14,3
Haftpflichtversicherung 13,2 8,6 9,8
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 93,9 61,5 14,0
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 41,9 27,4 23,9
Feuer- und Sachversicherung 1,6 1,0 6,2
davon:
Verbundene Hausratversicherung 7,7
Verbundene Wohngebäudeversicherung 0,0
Sonstige Sachversicherungen
Sonstige Versicherungen 1,4 1,0 7,1
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 152,7 100,0 16,2
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0,0 0,0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 152,7 16,2
Anzahl der gemeldeten Schäden 1 Geschäftsjahr Vorjahr Veränderung
%
Unfallversicherung 114 126 -9,5
Haftpflichtversicherung 10.182 8.955 13,7
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 18.771 15.119 24,2
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 24.438 17.785 37,4
Sonstige Versicherungen 2.959 2.604 13,6
Gesamt 56.464 44.589 26,6

1 Inklusive Spätschäden

Unfallversicherung

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Unfallversicherung (Allgemeine Einzel- und Gruppen-Unfallversicherung sowie Kraftfahrtunfallversicherung) lagen mit 0,8 (0,7) Mio. Euro leicht über Vorjahresniveau. Während die gebuchten Bruttobeiträge in der Kraftfahrt-Unfallversicherung wachstumsbedingt anstiegen, waren sie in der Einzel-Unfallversicherung und der Gruppen-Unfallversicherung rückläufig.

Das Neugeschäft der Einzel-Unfallversicherung wurde bereits im Jahr 2012 eingestellt.

Die bilanzielle Brutto-Schadenquote erhöhte sich auf 70,5 (65,0) Prozent.

Haftpflichtversicherung

Die gebuchten Bruttobeiträge in der Haftpflichtversicherung stiegen um 9,8 Prozent auf 14,5 (13,2) Mio. Euro. Der Anstieg war im Wesentlichen auf Produktionssteigerungen in der Privat- sowie der Tierhalter-Haftpflichtversicherung zurückzuführen. Die Anzahl der Verträge erhöhte sich um 11,9 Prozent auf 347.425 (310.595) Stück.

Die Anzahl der gemeldeten Schäden stieg auf 10.182 (8.955) Stück. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote lag mit 68,1 (53,0) Prozent über dem Niveau des Vorjahres, Hintergrund ist eine signifikante Reserveanpassung für einen Großschaden.

Kraftfahrtversicherung

In der Kraftfahrtversicherung stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 17,0 Prozent auf 158,9 (135,8) Mio. Euro. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote lag mit 91,7 (79,1) Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ein wesentlicher Treiber des Anstiegs ist neben der allgemein hohen Inflation im Geschäftsjahr, die seit mehreren Jahren sichtbare Schadeninflation durch geringe Werkstattkapazitäten und steigende Ersatzteilpreise.

In der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge um 14,0 Prozent auf 107,0 (93,9) Mio. Euro. Die Anzahl der Verträge erhöhte sich um 13,3 Prozent auf 368.808 (325.524) Stück. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote wurde neben den genannten inflationsbedingten Aufwandssteigerungen durch ein Großschadenereignis sowie eine gestiegene Schadenfrequenz belastet und lag mit 83,8 (78,8) Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

In den Sonstigen Kraftfahrtversicherungen stiegen die gebuchten Beiträge um 23,9 Prozent auf 51,9 (41,9) Mio. Euro. Die Anzahl der Verträge erhöhte sich um 15,7 Prozent auf 284.230 (245.753) Stück. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote lag mit 108,4 (79,9) Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ursächlich hierfür waren neben den genannten inflationsbedingten Aufwandssteigerungen, ebenfalls eine gestiegene Schadenfrequenz sowie deutlich höhere Belastungen durch Unwetterereignisse.

Sonstige Versicherungen

Zu den unter Sonstige Versicherungen zusammengefassten Versicherungszweigen zählen die Sachversicherung (Verbundene Hausrat-, Verbundene Wohngebäude- und Glasversicherung) sowie übrige Versicherungen (Cyber- und Beistandsleistungsversicherungen). Hier stiegen die gebuchten Bruttobeiträge um 6,7 Prozent auf 3,2 (3,0) Mio. Euro. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote lag mit 53,4 (44,5) Prozent über dem Niveau des Vorjahres.

Ausschlaggebend für den Beitragszuwachs waren im Wesentlichen die gestiegenen Bestände in der Beistandsleistungsversicherung "Kraftfahrt-Schutzbrief". Die Zunahme der Beiträge in der Beistandsleistungsversicherung resultierte aus dem Wachstum der Kraftfahrtversicherung, da der Schutzbrief als Annex zur Kraftfahrtversicherung vertrieben wird.

Ergebnis aus Kapitalanlagen

Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen belief sich auf 0,7 (0,5) Mio. Euro.

Die Erträge aus Kapitalanlagen in Höhe von 0,8 (0,7) Mio. Euro waren im Wesentlichen auf laufende Erträge aus Zinsanlagen zurückzuführen. Die Verwaltungsaufwendungen waren auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr und sind von untergeordneter Bedeutung.

Die Nettoverzinsung erreichte 1,7 (1,2) Prozent. Die laufende Durchschnittsverzinsung - berechnet nach der vom GDV empfohlenen Methode - lag bei 1,7 (1,2) Prozent.

Nichtversicherungstechnisches Ergebnis

Der Saldo aus sonstigen nichtversicherungstechnischen Erträgen und Aufwendungen (vor Steuern) verbesserte sich auf 0,2 (-0,7) Mio. Euro. Hierzu führte vor allem die Entwicklung der zinsbedingten Ergebniseffekte im Bereich der Altersvorsorge. Die Vergütung für vermittelte Versicherungsverträge belief sich wie im Vorjahr auf 1,0 (1,0) Mio. Euro. Die Steueraufwendungen lagen mit 1,6 (0,7) Mio. Euro über dem Vorjahresniveau.

Jahresergebnis

Mit der Übernahme des versicherungstechnischen Bruttoergebnisses durch den Rückversicherer sowie der Vergütung der Superprovision durch den Rückversicherer ergab sich ein positives versicherungstechnisches Nettoergebnis von 3,5 (3,1) Mio. Euro. Nach Verrechnung des Kapitalanlageergebnisses und der sonstigen Aufwendungen und Erträge lag das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit bei 4,5 (2,9) Mio. Euro. Nach Steuern, der Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr und der Einstellung in die gesetzliche Rücklage lag der Bilanzgewinn bei 2,2 (-0,6) Mio. Euro.

Finanzlage

Liquidität

Die zur jederzeitigen Erfüllung der laufenden Zahlungsverpflichtungen notwendige Liquidität wird durch eine mehrjährige Liquiditätsplanung sichergestellt. Diese Liquiditätsplanung berücksichtigt Einzahlungen, die im Wesentlichen aus Beiträgen, Erträgen und Rückzahlungen von Kapitalanlagen stammen. Sie werden mit den Auszahlungen zusammengeführt, die vorwiegend aus Versicherungsleistungen, Reinvestitionen in Kapitalanlagen sowie laufenden Ausgaben des Versicherungsbetriebs und Investitionen bestehen.

Die für das Versicherungsgeschäft wesentliche Investitionstätigkeit findet im Rahmen der Kapitalanlagen statt. Durch die vorschüssigen laufenden Beitragseinnahmen und die Rückflüsse aus den Kapitalanlagen fließen permanent liquide Mittel zu. Diese werden - neben den laufenden Auszahlungen für Leistungen an die Kunden - wiederum in Kapitalanlagen investiert, um die Erfüllung der zukünftigen Verpflichtungen stets gewährleisten zu können.

Investitionen

Die Investitionsschwerpunkte waren im aktuellen Geschäftsjahr Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere mit Zugängen in Höhe von 1,0 Mio. Euro.

Kapitalstruktur

Die Kapitalstruktur der BavariaDirekt Versicherung AG stellte sich zum Bilanzstichtag wie folgt dar:

Aktiva

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Kapitalanlagen 40,9 84,9 45,4 86,0
Übrige Aktiva 7,3 15,1 7,4 14,0
Gesamt 48,2 100,0 52,8 100,0

Passiva

Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Eigenkapital 22,0 45,6 19,2 36,4
Übrige Passiva 26,2 54,4 33,6 63,6
Gesamt 48,2 100,0 52,8 100,0

Den Rückstellungen in Höhe von 12,3 Mio. Euro, den kurzfristigen Verbindlichkeiten von 13,8 Mio. Euro und dem Eigenkapital in Höhe von 22,0 Mio. Euro standen Kapitalanlagen in Höhe von 40,9 Mio. Euro sowie übrige Aktiva in Höhe von 7,3 Mio. Euro gegenüber.

Vermögenslage

Eigenkapital

Das Eigenkapital entwickelte sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt:

Eigenkapital Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Eingefordertes Kapital 2,3 10,5 2,3 12,0
Kapitalrücklage 15,0 68,2 15,0 78,1
Gewinnrücklagen 2,5 11,3 2,4 12,5
Bilanzgewinn / Bilanzverlust 2,2 10,0 -0,5 -2,6
Gesamt 22,0 100,0 19,2 100,0

Kapitalanlagen

Der Bestand der Kapitalanlagen belief sich auf 40,9 (45,4) Mio. Euro. Die Bestandsveränderung ergab sich im Wesentlichen aus Zugängen (inkl. Amortisationen) in Höhe von 1,0 (2,0) Mio. Euro und Abgängen (inkl. Amortisationen) in Höhe von 5,6 (4,1) Mio. Euro.

Im Geschäftsjahr erfolgten Zugänge von Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren in Höhe von 1,0 Mio. Euro und Abgänge von Einlagen bei Kreditinstituten in Höhe von 5,0 Mio. Euro.

Die Kapitalanlagen setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Kapitalanlagen Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen 0,0 0,0 0,0 0,0
Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 29,4 71,9 28,5 62,8
Sonstige Ausleihungen 8,5 20,8 8,9 19,6
Einlagen bei Kreditinstituten 3,0 7,3 8,0 17,6
Gesamt 40,9 100,0 45,4 100,0

Die Bewertungsreserven beliefen sich auf -4,8 (-6,9) Mio. Euro und lagen bei -11,7 (-15,3) Prozent des Buchwerts der Kapitalanlagen.

Versicherungstechnische Rückstellungen

Die Versicherungstechnischen Rückstellungen (brutto) setzten sich zum Bilanzstichtag wie folgt zusammen:

Versicherungstechnische Rückstellungen Geschäftsjahr Vorjahr
Mio. € % Mio. € %
Beitragsüberträge 49,3 24,0 42,5 24,6
Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle 153,5 74,8 128,5 74,3
Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen 2,3 1,2 1,9 1,1
Gesamt 205,1 100,0 172,9 100,0

Die versicherungstechnischen Rückstellungen (brutto) der BavariaDirekt Versicherung AG stiegen im Vergleich zum Vorjahr. Die Zunahme der Beitragsüberträge resultierte aus dem gestiegenen Verkauf von Kraftfahrtpolicen mit unterjähriger Hauptfälligkeit.

Die Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle stieg insbesondere aufgrund des Bestandswachstums und der Schadenbelastung im Geschäftsjahr auf 153,5 Mio. Euro an. Der Großteil der Schadenrückstellung entfiel dabei ebenfalls auf die Kraftfahrtversicherung.

Zusammenfassende Aussage zur wirtschaftlichen Lage

Der Vorstand der BavariaDirekt Versicherung AG bewertet die geschäftliche Entwicklung vor dem Hintergrund des gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Umfelds zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts insgesamt als günstig. Das Unternehmen verfügt über eine ausreichende Eigenmittelausstattung sowie über eine zur jederzeitigen Erfüllung der laufenden Zahlungsverpflichtungen notwendige Liquidität.

Die gebuchten Bruttobeiträge, die bilanzielle Kostenquote sowie das versicherungstechnische Ergebnis entwickelten sich wie prognostiziert oder sogar besser. Die bilanzielle Brutto-Schadenquote wurde leicht über dem Niveau des Vorjahrs erwartet, in der Intensität überstieg der realisierte deutliche Anstieg im Geschäftsjahr die Erwartung. Das prognostizierte Jahresergebnis für 2023 wurde erreicht.

Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Für das Geschäftsjahr 2023 wurde vom Vorstand am 22. Februar 2024 der Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt und gemäß § 312 Abs. 3 AktG folgende Erklärung abgegeben: "Nach den Umständen, die uns zu dem Zeitpunkt bekannt waren, zu dem die in diesem Bericht erwähnten Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, haben wir bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten. Im Geschäftsjahr wurden keine berichtspflichtigen Maßnahmen ergriffen oder unterlassen."

Dienstleistungen und Ausgliederungen

Die Bayerische Landesbrandversicherung AG übernimmt mit verschiedenen Dienstleistungs- und Ausgliederungsverträgen Aufgaben aus den Querschnittsbereichen (z. B. Recht, Steuern, Datenschutz, Compliance, Revision, Planung und Controlling, IT-Management, Marketing, Kapitalanlagemanagement, Personalmanagement, Rechnungswesen, Risikomanagement, Verkaufsmanagement, Vertriebspartner- und Kundenmanagement sowie weitere Verwaltungsaufgaben) für verschiedene Unternehmen des Konzerns Versicherungskammer, darunter auch die BavariaDirekt.

Die Rückversicherungsaktivitäten werden von der Versicherungskammer Bayern Konzern-Rückversicherung AG wahrgenommen.

Die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs AG übernimmt Querschnittsfunktionen (versicherungsmathematische Funktion, Produktentwicklung und Kalkulation, Branchenplanung und Controlling etc.) sowie das Individualgeschäft in den Kompositsparten für die Bayerische Landesbrandversicherung, die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts (kommunales Versicherungsgeschäft), die Feuersozietät Berlin Brandenburg Versicherung AG und in Teilen für die SAARLAND Feuerversicherung AG, die BavariaDirekt und die Bayerische Versicherungskammer Landesbrand Kundenservice GmbH.

Die Feuersozietät Berlin Brandenburg nimmt aufgrund von Dienstleistungs- und Ausgliederungsverträgen allgemeine Verwaltungsaufgaben für die BavariaDirekt wahr.

Die Funktionen Schaden und Leistung sowie der Zahlungsverkehr für die Sparten Leben, Kranken und Komposit für den Privatkundenbereich übernimmt der Bayerischer Versicherungsverband zum Teil mit verschiedenen Dienstleistungs- und Ausgliederungsverträgen.

Die VKBit Betrieb GmbH ist eine Tochtergesellschaft der InsureConnect GmbH und erbringt für die zum Konzern Versicherungskammer gehörenden Unternehmen sämtliche Aufgaben im Bereich der konzerninternen IT-Technik und IT-Infrastruktur.

Personal- und Sozialbericht

Vor dem Hintergrund sich verändernder Qualifikationsbedarfe und des zunehmenden Fachkräftemangels ist es auch für den Konzern Versicherungskammer eine große Herausforderung, auch in Zukunft qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Anzahl zu rekrutieren und zu binden. Als wesentliches Instrument, um die künftigen Bedarfe hinsichtlich Quantität und Anforderungsprofile zu identifizieren, wurde im Jahr 2023 die strategische Personalplanung in den ersten Modulen mit dem Fokus auf die quantitativen Bedarfe in die Praxis umgesetzt. Dabei wurden im ersten Schritt Jobfamilien identifiziert, die aufgrund des erhöhten Bedarfs und der Verfügbarkeit am Arbeitsmarkt in den nächsten Jahren als kritisch eingestuft wurden. In der Folge werden nun zielgerichtete Maßnahmen entwickelt, um diesen Personalbedarf auch in Zukunft langfristig decken zu können. Die Maßnahmen können sich dabei über alle personalwirtschaftlichen Themenfelder hinweg erstrecken, wie zum Beispiel Rekrutierung, Vergütung, Arbeitsbedingungen, Personalentwicklung oder Führungsmodelle.

Mit einem vielfältigen Aus- und Weiterbildungsprogramm bietet der Konzern Versicherungskammer seinen Mitarbeitern fachliche und persönliche Förder- und Entwicklungsmöglichkeiten. Ziel ist es, mit den Angeboten die Mitarbeiter auf neue Anforderungen des Markts (zum Beispiel Digitalisierung) vorzubereiten, den Bedarf an qualifizierten Fach- und Führungskräften zu decken und das Unternehmen in Zeiten des Wandels nachhaltig und erfolgreich weiterzuentwickeln.

Zur Sicherstellung der Qualität gibt es auf beiden Führungsebenen ein mehrmonatiges Programm zur Auswahl und Entwicklung. Darüber hinaus fördert der Konzern Versicherungskammer verschiedene berufsbegleitende Weiterbildungsmaßnahmen. Ebenso werden Studenten- und Traineeprogramme angeboten, um den Management-Nachwuchs zu fördern und sich als reizvoller Arbeitgeber zu positionieren. Zu dem Programm gehören etwa berufsbegleitende Studiengänge, insbesondere die Teilnahme am Executive Master of Insurance an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sowie ein 14-monatiges Traineeprogramm, das Hochschulabsolventen auf eine Spezialisten- oder Führungsaufgabe im Konzern Versicherungskammer vorbereitet.

Eine breite Palette an fachlichen und persönlichkeitsbildenden Qualifikationen rundet zudem das allgemeine Weiterbildungsportfolio ab. Dies wird ergänzt durch das Leadership Forum - ein für den Konzern Versicherungskammer speziell entwickeltes modulares Transformationsprogramm. Das Leadership Forum stärkt Führungsrollen in Zeiten stetigen Wandels und reagiert auf die neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt. Es bietet eine Vielzahl an Tools für die individuelle Lern- und Entwicklungsreise an, die praxisnah und modular angewendet werden können. Die Ausarbeitung des Aus- und Weiterbildungsprogramms erfolgt zentral durch die Personalabteilung und wird im Anschluss evaluiert sowie mit dem Personalvorstand abgestimmt. Alle Personalentwicklungsmaßnahmen setzen sich individuell zusammen und werden grundsätzlich von einer Bedarfsklärung, Bewertung und Transfersicherung begleitet.

Neben Weiterentwicklungen und Förderungen der internen Mitarbeiter ist für den Konzern Versicherungskammer auch die Arbeitgeberattraktivität für externe Bewerber von hoher Bedeutung. Diese wird durch Teilnahme an Marktforschungen und Arbeitgeberbewertungen regelmäßig überprüft. Entsprechend aktuellen und künftigen qualitativen und quantitativen Bedarfen an Mitarbeitern sprechen wir potenzielle Bewerber zielgruppenadäquat an und wählen diese kompetenzbasiert aus. Mit unserer Präsenz in den sozialen Netzwerken wie LinkedIn, Instagram und kununu verfolgen wir das Ziel, die Bekanntheit der Arbeitgebermarken zu steigern und spezielle Zielgruppen direkt anzusprechen. Für unsere Leistung in Bezug auf Arbeitsplatzqualität, Zufriedenheit von Mitarbeitern und inspirierende Unternehmenskultur wurden wir für das Jahr 2023 von kununu erneut mit dem Top-Company-Siegel ausgezeichnet und gehören damit zu den Top 5 Prozent der auf kununu gelisteten Arbeitgeber. Zudem bieten wir immer mehr Inhouse-Veranstaltungen für Studierende von Universitäten und Hochschulen an, um diesen einen Einblick in unser Unternehmen zu ermöglichen und unsere vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten im Konzern Versicherungskammer vorzustellen.

Der Konzern Versicherungskammer bietet darüber hinaus jährlich einer hohen Anzahl von geeigneten Bewerbern einen Ausbildungsplatz an. Neben dem Berufseinstieg über die klassische Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen beziehungsweise zum Fachinformatiker besteht auch die Möglichkeit, duale Studiengänge zu nutzen.

Das betriebliche Gesundheitsmanagement umfasst als ganzheitliche Strategie die Planung, Koordination, Durchführung und Kontrolle aller Maßnahmen, die sowohl zur individuellen Gesundheit des einzelnen Mitarbeiters als auch zu einer gesunden Organisation beitragen. Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements bietet der Konzern Versicherungskammer seinen Beschäftigten deshalb ein umfassendes und vielfältiges Programm an. Zu den Angeboten zählen unter anderem die ärztliche Beratung und Betreuung, Empfehlungen für die gesundheitsbewusste Arbeitsgestaltung, insbesondere in Zeiten des verstärkten mobilen Arbeitens von zu Hause aus, Onlinevorträge und -seminare zu unterschiedlichen Gesundheitsthemen wie "Ergonomie im Homeoffice", Grippeimpfungen, Vorträge zu Ernährung und Resilienz, aktive Minipausen, Onlinesport- und Onlineentspannungsprogramme im Sportverein und im Fitnessstudio (VKB Fit) sowie ein aktives Sportevent, die sogenannten "Kammerspiele", Beiträge in der Gesundheits-Community des Social Intranets und vieles mehr.

Der Konzern Versicherungskammer verfolgt eine familienbewusste Personalpolitik und hat diese im Rahmen mehrerer Auditierungsphasen durch die berufundfamilie Service GmbH verstärkt auf alle Konzernunternehmen in der Region ausgeweitet. Das Unternehmen fördert auf diese Weise seit vielen Jahren die Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und positioniert sich im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und Spezialisten als attraktiver Arbeitgeber. Das nunmehr dauerhafte Zertifikat wurde zuletzt im Jahr 2022 für weitere drei Jahre mit dem Dialogverfahren von "berufundfamilie" erneut bestätigt. Das nächste Dialogverfahren wird im Jahr 2025 durchgeführt werden.

Der Konzern Versicherungskammer bietet seinen Mitarbeitern viele Möglichkeiten und Hilfestellungen an, um eine größere Balance zwischen Beruf und Familie zu schaffen. Ziel ist es, eine Stärkung der Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen zu fördern und die Interessen der Beschäftigten mit den betrieblichen Erfordernissen in Einklang zu bringen.

Beispiele für realisierte Maßnahmen finden sich auf der Ebene der Arbeitsorganisation, wie etwa die variable Arbeitszeit mit zahlreichen Teilzeitangeboten, sowie im Bereich der Führungskräftequalifikation und in Weiterbildungsangeboten zum Thema "Management von Beruf, Familie und Privatleben". Bei den Themen "Beruf und Kinder" sowie "Beruf und Pflege" werden die Mitarbeiter von externen Familiendienstleistern unterstützt. Zudem wurden regionale Kooperationen mit arbeitsplatznahen Kindergärten und Kinderkrippen geschlossen. Darüber hinaus unterstützt der Konzern Versicherungskammer seine Mitarbeiter mit Angeboten, wie zum Beispiel dem Jobsharing für Führungskräfte oder Beratungen rund um das Thema "Elternzeit und Wiedereinstieg".

Der Konzern Versicherungskammer bietet seinen Mitarbeitern die Möglichkeit einer überwiegend arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung über eine Unterstützungskasse.

Die Vertretung der Arbeitnehmer des Unternehmens nimmt der jeweilige Betriebsrat der einzelnen Konzernstandorte wahr; die Interessen der Leitenden Angestellten vertreten die Sprecherausschüsse in den drei Gemeinschaftsbetrieben des Konzerns Versicherungskammer. Der Vorstand dankt diesen Gremien für die gute Zusammenarbeit.

Für die in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 7.271 (7.186) Mitarbeiter tätig; davon waren 4.375 (4.347) Vollzeitangestellte, 1.604 (1.585) Teilzeitangestellte, 986 (953) angestellte Außendienstmitarbeiter und 306 (301) Auszubildende.

Die oben genannten Ausführungen sind aufgrund der Konzerneinbindung auch für die BavariaDirekt gültig.

Die BavariaDirekt Versicherung AG beschäftigte im Geschäftsjahr 2023 durchschnittlich 113 (99) Mitarbeiter im angestellten Innen- und Außendienst.

Die BavariaDirekt setzt sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen ein. Die von ihr festgelegten Zielgrößen für den Frauenanteil sind im Abschnitt "Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f HGB" veröffentlicht.

Der Vorstand dankt allen Mitarbeitern herzlich für die geleistete Arbeit und ihr großes Engagement im Geschäftsjahr 2023.

Chancen- und Risikobericht

Strukturen und Prozesse zur Identifikation und Wahrnehmung von Chancen im Rahmen des Strategie- und Geschäftsentwicklungsprozesses

Im bestehenden konzernweiten Strategie- und Geschäftsentwicklungsprozess sorgt ein übergreifender Prozess sowohl zentral als auch dezentral für eindeutige Verantwortlichkeiten in Bezug auf das frühzeitige Identifizieren und Wahrnehmen von Chancen. Dieser abgestimmte Prozess zieht sich durch alle Geschäftsfelder und Funktionen und berücksichtigt daher in gesteigertem Maße die Chancen, die sich durch Mitarbeiterpotenziale, Kundenorientierung, Vertriebspräsenz, Produkte und Kooperationen, aber insbesondere auch durch die Digitalisierung ergeben.

Im digitalen Innovationsprozess des Konzerns Versicherungskammer werden Handlungsfelder digitaler Innovation systematisch aufgegriffen, mit internen und externen Kompetenzen (unter anderem externen Beratern und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen) angereichert und auf Basis der Bedürfnisse entlang der Wertschöpfungskette in konkrete Maßnahmen überführt und skaliert. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Erkennen von Handlungsfeldern im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und Data-Analytics. Gleichzeitig setzt der Konzern Versicherungskammer auf einen intensiven Austausch und Kooperationen mit Start-ups. Im Konzern Versicherungskammer gibt es klar definierte Einheiten beziehungsweise Mitarbeiter mit konkreten Zuständigkeiten und Zielen, die gezielt nach Chancen durch Kooperationen mit Start-ups suchen, um entlang der Wertschöpfungskette die Schlagkraft des Konzerns Versicherungskammer weiter zu verbessern. Zudem betreibt der Konzern Versicherungskammer ein eigenes Corporate-Start-up, um durch die Verprobung von Innovationsansätzen und den Transfer in den Konzern Versicherungskammer die Chancen auf eine optimierte Adressierung der Kundenbedürfnisse zu erhöhen.

Ebenso wird der Konzern Versicherungskammer ab dem Jahr 2024 einen Chief Innovation Officer implementieren um die konzernweitern Innovations-Maßnahmen zu bündeln.

Chancen durch serviceorientierte Kundenansprache
Chancen durch Service- und Vertriebspräsenz

Neben den etablierten Vertriebswegen wie Direktvertrieb (vor allem Homepage), Aggregatoren und Partnervertrieb (vor allem Maklerpools, größere Finanzvertriebe) sucht die BavariaDirekt stets neue Kooperationsmöglichkeiten. Hier kann das Unternehmen aufgrund des innovativen Pricings und der digitalen Vertriebsprozesse seine Vorteile ausspielen. In diesem Kontext werden mit der Spezialisierung als Zulieferer weitere Zusammenarbeitsmodelle mit relevanten Plattformen agil und in iterativen Schritten getestet. Zudem wird der Markt stets auf weitere innovative Kooperationsansätze hin analysiert.

Chancen durch Produkte

Um die Wettbewerbsposition als innovativer und moderner digitaler Versicherer weiter auszubauen, orientiert sich die BavariaDirekt in der Produktentwicklung am sich wandelnden Kundenbedarf. Mit agilen Methoden werden Trends und neue Kundenbedarfe identifiziert und flexibel im Produktportfolio etabliert.

Neue Risiken, welche aus der zunehmenden Elektrifizierung der Mobilität unserer Kunden resultieren, werden mit dem bestmöglichen Schutz in den Produkten der BavariaDirekt individuell abgedeckt.

Weitere Produkte mit Fokus auf einen digitalen Abschluss und eine automatisierte Verarbeitung sind in Planung. Auch wird der Nachhaltigkeitsaspekt in den Produkten in den nächsten Jahren verstärkt ausgebaut.

Chancen durch Engagements und Kooperationen

Die BavariaDirekt sucht stets nach Möglichkeiten, bestehende Partnerschaften auszubauen und zu optimieren. Auf Marktveränderungen oder Anforderungen unserer Vertriebspartner wird schnell und bedarfsgerecht mit kundenorientierten Produkten und Services reagiert. In den letzten Jahren wurde das Produktportfolio mit eigenen Produkten und Produkten von Kooperationspartnern ergänzt. Hervorzuheben sind hier insbesondere Krankenzusatzprodukte aus dem Konzern Versicherungskammer sowie Rechtsschutzprodukte der Sparkassen-Finanzgruppe. Diese Kooperationen verlaufen sehr positiv. Aus diesem Grund wird auch in Zukunft neben den eigenen Produkten stets eine Erweiterung des Angebots durch Partnerprodukte geprüft. Die Suche nach alternativen Vertriebsmöglichkeiten und die Berücksichtigung aktueller Trends lassen neue Kooperationen für die Zukunft entstehen. Auch im Bereich Technologie und Services sind in Zusammenarbeit und Kooperation mit spezialisierten Unternehmen kundenorientierte Lösungen entstanden.

Chancen durch digitale Innovation und zukunftsorientierte Unternehmenskultur

Chancen durch Digitalisierung

Die digitale Zukunft des Konzerns Versicherungskammer steht im Zeichen einer kontinuierlichen Verbesserung der Kundeninteraktion sowie der Optimierung von internen Abläufen durch Digitalisierung. Dabei wird der Mix aus digitaler, hybrider und persönlicher Beratung auch nach der Coronavirus-Pandemie beibehalten. Inzwischen hat die digitale Transformation sämtliche Unternehmensbereiche erfasst und das "New Normal" der Arbeitswelt hat sich im Konzern Versicherungskammer etabliert. In diesem Zusammenhang nehmen Smart-Working-Ansätze und hybride Arbeitskonzepte eine bedeutende Position ein, die es den Mitarbeitern ermöglichen, standortunabhängig tätig zu sein.

Im vergangenen Jahr hat die BavariaDirekt die digitale Transformation entscheidend vorangetrieben und signifikante Fortschritte auf dem Weg vom Pure Digital Insurer (PDI) zum Data Driven Insurer (DDI) gemacht. Die Einführung einer neuen IT-Architektur hat die Sachbearbeitung im Kundenservice vereinfacht. Die Verwendung von Standardsoftware ermöglicht eine einfachere Einarbeitung der Mitarbeiter und gewährleistet konsistente Prozesse über verschiedene Sparten hinweg.

Die digitale Schadensteuerung (DSS) bleibt das zentrale Element der Weiterentwicklung im Schadenmanagement. Sie ist nicht nur ein einfaches Routinginstrument, sondern unterstützt Schadenmanager mit komplexen Funktionen in der Schadensteuerung. Die Next-Best-Actions in der DSS vereinfachen die Entscheidungsfindung des Sachbearbeiters und erhöhen die Wirtschaftlichkeit und die Qualität der Schadenbearbeitung. Die erfolgreiche Einführung der Dunkelverarbeitung von Sturm-/Hagelschäden und die automatisierte Bearbeitung von Wildunfällen - von der Meldung bis zur Auszahlung - sind weitere Meilensteine, die die Schadenregulierung vereinfachen und beschleunigen. Die direkte Anbindung an ein Werkstattnetz und weitere Dienstleister wie Copart, den führenden Anbieter für Totalschadenverwertung, macht die Schadenbearbeitung durch Teilautomatisierung noch effizienter.

Die BavariaDirekt nutzt die Chancen Künstlicher Intelligenz (KI). Die in Zusammenarbeit mit Prof. Brieden von der Universität der Bundeswehr in München entwickelten Predictive-Analytics-Modelle verbessern die Genauigkeit in der Schadenbearbeitung und ermöglichen eine präzisere Totalschadenprognose. Ein selbst entwickeltes Hinweissystem zur Regresserkennung erhöht die Wirtschaftlichkeit.

Robotics hat sich als eine erfolgreiche Übergangstechnologie erwiesen, welche bei der Bearbeitung zahlreicher Geschäftsvorfälle in Betrieb und Schaden unterstützt. Der Schwerpunkt auf strukturierten Daten erleichtert den weiteren Ausbau der Dunkelverarbeitung und trägt zu kürzeren Bearbeitungszeiten und erhöhter Kundenzufriedenheit bei.

Ein weiterer bedeutender Fortschritt ist die Einführung der Online-Preisanzeige für Kfz-Vertragsänderungen im Kundenportal. Dieses Feature bietet den Kunden Transparenz und Komfort und wird in Zukunft auf weitere Produkte der BavariaDirekt ausgeweitet. Die automatisierte Abwicklung dieser Vertragsänderungen zeigt Engagement für Effizienz und Kundenzufriedenheit.

Zusammenfassend hat die Digitalisierung in den Operations- und Schadenmanagement-Prozessen zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz, einer Reduzierung des Schadenaufwands und einer Erhöhung der Kundenzufriedenheit geführt. Die BavariaDirekt setzt sich weiterhin dafür ein, diese Technologien zu nutzen und weiterzuentwickeln, um den Kunden den bestmöglichen Service zu bieten und die Marktposition zu stärken.

Bei der BavariaDirekt wird die Entwicklung der neuen IT-Architektur in enger Abstimmung mit der IT des Konzerns Versicherungskammer vorgenommen, um auch einen späteren Einsatz einzelner Komponenten in den Konzerngesellschaften möglich zu machen und so Synergien im Konzern Versicherungskammer zu heben. Bisher konnten bereits fünf Komposit-Privatkundenprodukte auf die moderne Plattform gehoben werden. Sukzessive werden die Verarbeitungsprozesse entlang der Wertschöpfungskette vereinfacht und automatisiert. Im Rahmen der Prozesssteuerung werden gezielt Informationen aus Daten genutzt, um weitere Potenziale in der Automatisierung, in der Risikominimierung und in der Kunden-Convenience zu generieren. Der konsequente Einsatz von IT-Standardkomponenten, die über die Prozesssteuerung orchestriert werden, ermöglichen Kostenvorteile im Betrieb und Flexibilität in der Anpassung auf sich verändernde Rahmenbedingungen. Durch die Anbindung einer Realtime-Datenarchitektur wird es zukünftig möglich sein digitale Prozesse aus einer Kundeninteraktion heraus direkt anzustoßen und so die Kundenschnittstelle attraktiver für den Kunden zu machen. Eine fallabschließende Echtzeitbearbeitung eines Anliegens durch die Self-Service Funktionalität im Kundenportal ist ein wichtiges Feature, um die Anforderungen an einen digitalen Versicherer zu erfüllen.

Im Rahmen einer Untersuchung zur Digitalisierung in deutschen Betrieben wurde dem Konzern Versicherungskammer bereits zum sechsten Mal in Folge das Deutschlandtest-Siegel "Digital Champion - Unternehmen mit Zukunft" von FOCUS MONEY verliehen.

Chancen durch Mitarbeiter

Der Konzern Versicherungskammer hat die aktuellen Themen wie den demografischen Wandel, die fortschreitende Digitalisierung und sich wandelnde Kundenbedürfnisse im Blick und passt dahingehend stetig die Prozesse und Ziele an. Deshalb stehen die proaktive Förderung vielfältiger Kompetenzen, die gezielte und langfristige Förderung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter und Talente sowie die Gewinnung von Nachwuchstalenten an vorderster Stelle.

Grundlage für eine respektvolle und wertschätzende Zusammenarbeit ist ein diskriminierungs- und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld, in dem unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale, Lebensentwürfe, Kompetenzen und Perspektiven der Mitarbeiter als Erfolgsfaktoren verstanden werden.

Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt fördern wir im Konzern Versicherungskammer den soziokulturellen Mix der Gesellschaft und legen dabei besonderes Augenmerk unter anderem auf Demografie, Umgang mit technischer Entwicklung, Herkunft, Wertvorstellung, Tradition, Flexibilität und Veränderung. Wir definieren Diversity als Wert unseres Konzerns Versicherungskammer gemäß dem Grundsatz "Wir leben Vielfalt".

Führungskräfte und Mitarbeiter engagieren sich in innerbetrieblichen Arbeitsgruppen zu jährlich wechselnden Diversitythemen und im Rahmen von Initiativen des Frauen-Netzwerks. Auf Vorstandsebene ist der Konzern Versicherungskammer in verschiedenen Plattformen und Veranstaltungen wie Initiativen des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland z.B. "Women in Leadership & Culture" vertreten.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Ausrichtung der BavariaDirekt verfolgt das zentrale Ziel, mit digitaler Excellenz in Produkten, Prozessen und Services zu überzeugen. Damit soll der Ausbau der Marktposition langfristig unterstützt und die Ertragskraft gesichert werden.

Der eingeschlagene Weg zur Data Driven Insurance wird in der BavariaDirekt konsequent fortgeführt. Durch die breite Nutzung von Daten und Analytics wird die Wertschöpfungskette nicht nur weiter digitalisiert und automatisiert, sondern insbesondere durch datengetriebene Prozesse zusätzlich veredelt.

Alle Produkte, Prozesse und Services werden vom Kunden aus digital gedacht und entwickelt.

Mit Hilfe von integrierten, analytischen Modellen und dem Einsatz künstlicher Intelligenz, können Risiken minimiert, Entscheidungen beschleunigt und weitere vertriebliche Potentiale erschlossen werden. Darüber hinaus wird so die heute so wichtige, persönliche und individuelle Kundenkommunikation bestmöglich unterstützt.

Im Ausbau der IT- und Datenarchitektur versteht man sich als Vorreiter im Konzern und forciert insbesondere die ganzheitliche Prozesssteuerung und die Realtime-Datenverarbeitung der einzelnen Systemkomponenten.

Mit dem Einsatz von entkoppelten IT-Standardkomponenten schafft man die Voraussetzungen, künftig flexibel und schnell auf Veränderungen im Markt- und im Kundenverhalten reagieren zu können. Gleichzeitig werden so die IT-Betriebskosten langfristig reduziert.

Im Rahmen der digitalen Transformation der Versicherungsbranche besteht das erklärte Ziel, die digitalen Kompetenzen in Richtung Data Driven Insurance (DDI) weiter auszubauen und sich so als führender Digitalversicherer zu etablieren.

Im Mitarbeiterbereich bildet die persönliche Weiterentwicklung in Bezug auf die künftigen, digitalen Kompetenzen einen klaren Schwerpunkt. Gezielte Entwicklungspläne und Wertschätzung für Interesse und Lernbereitschaft bietet nicht nur ein attraktives Arbeitsumfeld für alle Mitarbeiter, sondern spricht auch interessierte Talente an.

Die BavariaDirekt zielt darauf ab, die aufsichtsrechtlichen Risikokapitalanforderungen durch ein solides Anlageportfolio und sein systematisches Risikomanagement nachhaltig sicherzustellen.

Der Vorstand sieht das Erkennen und Wahrnehmen von Chancen als integralen Bestandteil des Managements. Elementar für eine effiziente Unternehmens- und Konzernsteuerung sind eine klare und transparente Strategie, die auf die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz abzielt, sowie deren entsprechende Umsetzung. Daher werden die Veränderungen der Rahmenbedingungen laufend beobachtet, um frühzeitig Chancen zu identifizieren und mit passenden Versicherungsprodukten flexibel darauf reagieren zu können.

Risikostrategie

Die Verpflichtung und das Engagement der Unternehmensleitung, den kritischen und bewussten Umgang mit Risiken zu forcieren, sind in der Risikostrategie des Unternehmens dokumentiert. Diese leitet sich aus der Geschäftsstrategie und der übergeordneten Risikostrategie des Konzerns Versicherungskammer ab. In der Risikostrategie des Unternehmens werden der potenzielle Einfluss von Risiken auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie deren Handhabung festgelegt. Die Risikostrategie wird vom Vorstand beschlossen und einmal jährlich im Aufsichtsrat erörtert.

Die Steuerung der Risikotragfähigkeit des Unternehmens erfolgt auf Basis eines Limitsystems, das sich an den in der Risikostrategie beschriebenen Anforderungsdimensionen orientiert. Dadurch soll die Risikotragfähigkeit des Unternehmens auf strategischer und operativer Ebene gewährleistet werden.

Strukturen und Prozesse des Risikomanagements

Das Risikomanagement im Unternehmen ist darauf ausgerichtet, dass im Sinne des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie gemäß §§ 26 ff. Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) gefährdende Entwicklungen und wesentliche Risiken frühzeitig erkannt und adäquate Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Es orientiert sich dabei konsequent an den Anforderungen des VAG sowie an den Anforderungen von Solvency II.

Die Struktur des Unternehmens sorgt für eine angemessene Funktionstrennung zur Vermeidung von Interessenkonflikten sowie für eine eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten. Dabei wird eine Trennung zwischen dem Aufbau von Risikopositionen und deren Bewertung und Steuerung berücksichtigt.

Der Vorstand ist verantwortlich für die Durchführung und Weiterentwicklung des Risikomanagements. Er trifft hier gemäß § 91 Abs. 2 AktG geeignete Maßnahmen, damit der Fortbestand des Unternehmens gesichert ist und gefährdende Entwicklungen frühzeitig erkannt werden.

Die Aufgabe der Risikomanagementfunktion wird im Konzern Versicherungskammer zentral von der Abteilung Konzernrisikocontrolling ausgeführt. Sie koordiniert die Risikomanagementaktivitäten auf allen Ebenen und in allen Geschäftsbereichen. Dabei wird sie von den dezentralen Risikocontrollingeinheiten unterstützt.

Das dezentrale Risikocontrolling des Unternehmens setzt sich aus dem Kapitalanlagecontrolling, dem Spartenaktuariat Schaden/Unfall, der Rückversicherung sowie den dezentralen Controllingeinheiten zusammen.

Die Kombination aus dezentralen und zentralen Risikomanagementeinheiten ermöglicht es, Risiken frühzeitig und flächendeckend zu identifizieren, einzuschätzen und vorausschauend zu steuern.

Die Risiko- und Ertragssituation des Unternehmens wird mithilfe eines Ampel- und Limitsystems überwacht und gesteuert. Im Konzern Versicherungskammer dienen darüber hinaus verschiedene Gremien (zum Beispiel Risikoausschuss, Governance-Ausschuss, Modellkomitee) der Entscheidungsvorbereitung und fördern die Risikokultur sowie die Umsetzung konzernweiter Standards.

Risiken, die sich nachhaltig negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens auswirken, werden im Rahmen des Risikoprozesses identifiziert, analysiert, bewertet und durch die zuständigen Fachbereiche gesteuert.

Neue Risiken werden identifiziert, bestehende Risiken aktualisiert und regelmäßig auf Wesentlichkeit überprüft - sowohl laufend als auch in einer jährlichen Risikoinventur. Die Risiken werden in den Fachbereichen dezentral erfasst und durch das zentrale Risikomanagement in einem Risikobestandsführungssystem zusammengeführt.

Die Bewertung der Risiken erfolgt aus regulatorischer und ökonomischer Sicht. Für die regulatorische Betrachtung wird die Solvabilitätskapitalanforderung gemäß der Solvency-II-Standardformel berechnet. Aus ökonomischer Sicht erfolgt die Bewertung der Risiken im Rahmen der unternehmenseigenen Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (ORSA) mithilfe von Sensitivitätsanalysen und Simulationsrechnungen (Stresstests). Diese bildet die Basis für ein ganzheitliches Risikomanagementsystem und umfasst die Bewertung des Gesamtsolvabilitätsbedarfs unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Risikostrategie der Gruppe, des spezifischen Risikoprofils, der Risikotoleranz und der festgelegten Risikotoleranzschwellen. Die Angemessenheit des Vorgehens zur Risikoquantifizierung wird jährlich im Rahmen des ORSA-Prozesses und gegebenenfalls anlassbezogen durch das Risikomanagement überprüft.

Um Risiken zu vermeiden beziehungsweise zu reduzieren, werden spezifische Handlungsstrategien plausibilisiert und bei Bedarf weiterentwickelt.

Das Reporting über eingegangene Risiken, über die aktuelle Risikosituation und die Risikotragfähigkeit des Unternehmens erfolgt über die Risikomanagementfunktion.

Die Berichte informieren die Entscheidungsträger und den Aufsichtsrat unterjährig über die Entwicklung des Gesamtrisikoprofils sowie der im Limitsystem festgelegten Kennzahlen. Bei Limitüberschreitung werden umgehend Maßnahmen zur Risikominderung getroffen.

Die Interne Revision prüft die Abläufe des Risikomanagements auf Basis eines jährlich zu aktualisierenden Prüfungsplans und berichtet über die Ergebnisse an die Geschäftsleitung.

Risikoprofil

Das Risikoprofil des Unternehmens wird insbesondere von Marktrisiken, versicherungstechnischen Risiken und Gegenparteiausfallrisiken dominiert.

Basierend auf den Ergebnissen des vergangenen ORSA zeigt sich die Bedeutung der Markt- und Ausfallrisiken in einem starken Auswirkungspotenzial auf die Solvabilitätsquote. Die versicherungstechnischen Risiken können aufgrund der konzerninternen Rückversicherung vollständig weitergegeben werden. Von untergeordneter Bedeutung sind im Risikoprofil operationelle Risiken, Liquiditätsrisiken, strategische Risiken und Reputationsrisiken. Innerhalb aller Risikokategorien werden auch Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt, also Risiken, die sich aus Ereignissen oder Bedingungen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung ergeben.

Durch die seit dem Jahr 2009 bestehende passive Rückversicherung findet eine Abgabe des gesamten Bruttogeschäfts an die Bayerischer Versicherungsverband Versicherungs AG statt.

Im ORSA wurden insbesondere die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage und die Versicherungstechnik analysiert. Bei der Risikobewertung der Klimarisiken in der Kapitalanlage wurden zum einen physische Risiken in Betracht gezogen, also Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen, wie zum Beispiel Sturm, Überschwemmung und Hagel, und zum anderen transitorische Risiken, die sich durch den Übergang auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ergeben können. Im ORSA für das Geschäftsjahr 2023 wurden die Zeithorizonte 2030 und 2050 analysiert und es wurde festgestellt, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage im Szenario bezogen auf physische Risiken sehr gering sind. Die Auswirkungen transitorischer Risiken sind im entsprechenden Szenario Marktwertverluste, insbesondere durch die Annahme weiterer Zinsanstiege. Auch in der Versicherungstechnik zeigen unsere Analysen, dass die aufgrund des Klimawandels zu erwartenden höheren physischen Risiken die Risikotragfähigkeit des Konzerns Versicherungskammer nicht gefährden.

Als Folge der stetig zunehmenden Digitalisierung gewinnen Cyberrisiken sowie Maßnahmen zu deren Mitigation und zur Sicherstellung der Informationssicherheit an Bedeutung.

Geopolitische Krisensituationen können mit einem daraus resultierenden Einbruch an den Kapitalmärkten sowie schlechteren Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft auch die Versicherungsbranche treffen. Die mit geopolitischen Krisen verbundenen Auswirkungen auf die Energieversorgung und die Lieferketten können die Wirtschaftsaussichten weiter eintrüben und zusammen mit einer hohen Inflation zu weiter rückläufigen Realeinkommen führen. Die wirtschaftliche Perspektive der Versicherer ist dadurch verstärkt von großer Unsicherheit geprägt.

Die stark gestiegenen Energie- und Rohstoffpreise treiben die weltweite Inflation an und führen zu einem enormen Anstieg der Lebenshaltungskosten. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten können neben der Inflation und dem rückläufigen Realeinkommen Auswirkungen auf den privaten Konsum haben und zu einem Rückgang der Nachfrage nach Versicherungsprodukten führen, wovon auch das Neugeschäft und damit die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gesellschaft betroffen wären.

Der Inflationsanstieg hat zudem Auswirkungen auf die Höhe der Schadenkosten und damit die Angemessenheit der Schadenrückstellungen. Steigende Schadenkosten und etwaige notwendige Anpassungen der Schadenrückstellungen können Auswirkungen auf das finanzielle Ergebnis des Unternehmens haben.

Der aus dem Preisanstieg und der Inflation resultierende Zinsanstieg führte zu einem deutlichen Abschmelzen der Kapitalanlagereserven. Der zinsinduzierte Rückgang der Bewertungsreserven beeinflusst die handelsrechtliche Risikotragfähigkeit des Unternehmens.

Marktrisiko

Das Marktrisiko bemisst sich an der Ungewissheit in Bezug auf Veränderungen von Marktpreisen und -kursen (inklusive Zinsen, Aktienkursen und Devisenkursen) sowie an den Abhängigkeiten und ihren Volatilitätsniveaus. Es leitet sich direkt oder indirekt aus Schwankungen in der Höhe beziehungsweise Volatilität der Marktpreise für die Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Finanzinstrumente ab.

Die Marktrisiken umfassen auch Nachhaltigkeitsrisiken (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung [ESG]).

Der überwiegende Teil der Kapitalanlagen (Gesamtbestand) des Unternehmens ist in Zinsträgern investiert und somit dem Zinsrisiko und dem Spreadrisiko ausgesetzt. Die Zinsträger entfallen überwiegend auf Unternehmensanleihen (25,2 Mio. Euro), sowie auf Staatsanleihen (5,7 Mio. Euro) und Einlagen bei Kreditinstituten (3,0 Mio. Euro).

Der nahezu vollständige Kapitalanlagebestand unterliegt dem Zinsrisiko und ist somit auch dem Spreadrisiko ausgesetzt

Das Unternehmen ist dem Aktienrisiko nicht ausgesetzt.

Zinsrisiko

Das Zinsrisiko entsteht dadurch, dass sich die Marktwertveränderungen aller zinssensitiven Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nicht gegenläufig ausgleichen.

Aufgrund der zentralen Bedeutung des Zinsniveaus haben mögliche Veränderungen der Zinsstrukturkurve einen signifikanten Einfluss auf das Risikoprofil des Unternehmens.

Unterstellt man im Bereich der Zinsträger zum Bilanzstichtag eine Verschiebung der Zinskurve um einen Prozentpunkt nach oben, führt dies zu einer Verminderung des Zeitwerts um 2,0 Mio. Euro. Da es sich um zinsinduzierte Veränderungen handelt, resultieren keine Auswirkungen auf das Ergebnis. Die gesetzliche Bilanzierungshilfe nach § 341 b und die Bildung stiller Lasten reichen aus, um die handelsrechtliche Auswirkung dieses Szenarios zu kompensieren. Darüber hinaus stehen weitere Maßnahmen und Mittel zur Verfügung. Das Unternehmen hat die Fähigkeit, die Kapitalanlagen dauerhaft zu halten.

Spreadrisiko

Das Spreadrisiko ergibt sich aus dem Volumen und der Art der festverzinslichen Wertpapiere, der Bonität der Emittenten sowie der zugrunde liegenden Duration. Die Volatilität der Credit Spreads gegenüber dem risikolosen Zins und die daraus resultierenden Veränderungen der Marktwerte der Kapitalanlagen stellen das Spreadrisiko dar.

Die Kreditqualität des Bestands an Zinsträgern zeigt sich daran, dass zum Stichtag 94,0 Prozent der Zinsträger mit einer Bonitätsbeurteilung im Investmentgrade-Bereich bewertet wurden.

Die Aufteilung nach Bonitätsstufen stellt sich im Unternehmen für den Kapitalanlagebestand an Zinsträgern nach Zeitwerten (volumengewichtet) wie folgt dar:

Anteile der Bonitätsstufen
in Prozent
Zinsträger AAA/AA A/BBB BB/B CCC/D/NR
Staatsanleihen und -darlehen 100,0 - - -
Unternehmensanleihen - 91,3 8,7 -
Pfandbriefe/Covered Bonds 100,0 - - -
Sonstige Zinsträger - 100,0 - -
Gesamtbestand 21,9 72,1 6,0 -

Die Diversifikation der Kapitalanlage ist darauf ausgerichtet, die Einhaltung der internen Vorgaben bezüglich Mischung und Streuung sicherzustellen. Die Exponierung in Spreadrisiken von indirekt gehaltenen Zinsträgern wird durch die externen Asset-Manager überwacht. Bei Identifikation von negativen Entwicklungen werden entsprechende Handlungsmaßnahmen umgesetzt.

Aktienrisiko

Das Unternehmen ist dem Aktienrisiko nicht ausgesetzt.

Immobilienrisiko

Das Unternehmen ist dem Immobilienrisiko nicht ausgesetzt.

Wechselkursrisiko

Das Wechselkursrisiko beschreibt das aus zukünftigen Wechselkursentwicklungen resultierende Risiko hinsichtlich des beizulegenden Zeitwerts oder der künftigen Zahlungsströme eines monetären Finanzinstruments.

Es bestehen derzeit keine Kapitalanlagen in Fremdwährungen.

Konzentrationsrisiko

Die Kapitalanlage des Unternehmens muss sowohl zwischen den Anlageklassen als auch innerhalb derselben ein Mindestmaß an Diversifikation aufweisen, um eine übermäßige Anlagekonzentration und die damit einhergehende Kumulierung von Risiken in den Portfolios zu vermeiden.

Es werden Limite in Bezug auf Anlageart, Emittenten und regionale Konzentrationen in internen Leit- und Richtlinien festgelegt und deren Einhaltung wird laufend überwacht. Das Konzentrationsrisiko wird dadurch gemindert und ist dementsprechend auf Gesamtportfolioebene von untergeordneter Bedeutung.

Nachhaltigkeitsrisiko

Der Konzern Versicherungskammer ist Mitglied der Investoreninitiative "Principles for Responsible Investment" (PRI). Er hat sich dadurch verpflichtet, Themen bezüglich Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung (ESG) in die Analyse- und Entscheidungsprozesse einzubeziehen, in der Investitionspolitik und -praxis zu berücksichtigen und zur Fortentwicklung der Einbeziehung von ESG-Faktoren in Anlageentscheidungen beizutragen.

Es findet eine laufende Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen bezüglich des Themas Nachhaltigkeit statt. Mit ESG-Aspekten verbundene Chancen und Risiken werden bei Anlageentscheidungen durch Spezialisten der unterschiedlichen Anlageklassen analysiert und berücksichtigt. Zudem werden bei Bedarf vertiefende Analysen auf Portfolioebene zur Identifizierung von Nachhaltigkeitsrisiken durchgeführt.

Hierbei liegt der Fokus in der Kapitalanlage auf Klimarisiken. Dabei werden zum einen physische Risiken in Betracht gezogen, also Risiken im Zusammenhang mit Extremwetterereignissen, wie zum Beispiel Sturm, Überschwemmung und Hagel, und zum anderen transitorische Risiken, die sich durch den Übergang auf eine kohlenstoffarme Wirtschaft ergeben können.

Im ORSA über das Geschäftsjahr 2023 wurden die Zeithorizonte 2030 und 2050 analysiert und festgestellt, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kapitalanlage im Szenario bezogen auf physische Risiken sehr gering sind. Die Auswirkungen transitorischer Risiken sind im entsprechenden Szenario Marktwertverluste, insbesondere durch die Annahme weiterer Zinsanstiege. Die Risikotragfähigkeit der Solvabilitätsquote im Rahmen des ORSA war grundsätzlich nicht gefährdet.

Versicherungstechnisches Risiko aus der Schaden- und Unfallversicherung

Das versicherungstechnische Risiko (brutto) des Unternehmens wird maßgeblich vom Prämien- und Reserverisiko sowie von den Katastrophenrisiken dominiert. Das Unternehmen ist konzernintern zu 100 Prozent rückversichert, weshalb diese Risiken weitergegeben werden und daher das Unternehmen (netto) nicht belasten.

Da durch den Klimawandel die Gefahr steigt, dass die Anzahl und die Intensität von Naturkatastrophen zunehmen, gewinnt die Steuerung von Nachhaltigkeitsrisiken an Bedeutung. Dabei wird auch berücksichtigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels durch sich ändernde Vertragsbedingungen, Ausschlüsse oder auch durch den Einkauf geeigneter Rückversicherungen vermindert werden können.

Prämien-/Reserverisiko

Das Prämienrisiko in der Nichtlebensversicherung spiegelt das Risiko wider, dass die Schadenaufwendungen des Geschäftsjahres die verdienten Beiträge übersteigen. Dem Prämienrisiko begegnet das Unternehmen durch eine differenzierte Beitragskalkulation unter Einbeziehung von Risikogesichtspunkten. Um das Versicherungsgeschäft auf Dauer erfolgreich betreiben zu können, wird das Prämienrisiko durch gezielte Risikoselektion und stete Optimierungen in der Schadenbearbeitung begrenzt. Dieser Weg wird auch in Zukunft konsequent weiterverfolgt.

Die Rückversicherungsordnung wird jährlich entsprechend der gegebenen Risikotragfähigkeit im Einklang mit der Risikostrategie überprüft und bei Bedarf angepasst.

Der aktuelle Inflationsanstieg hat Folgen für die Höhe der Schadenkosten und somit für die Angemessenheit der Schadenrückstellungen. Steigende Schadenkosten und etwaige notwendige Anpassungen der Schadenrückstellungen können Auswirkungen auf das versicherungstechnische Ergebnis brutto des Unternehmens haben. In der Tarifkalkulation und der Bestimmung der versicherungstechnischen Rückstellungen werden Inflationsentwicklungen angemessen berücksichtigt.

Aufgrund der beschriebenen passiven Rückversicherung ergibt sich eine bilanzielle Schadenquote (netto) in Höhe von 0 (0) Prozent und ein Nettoabwicklungsergebnis von 0 (0) Euro.

Die im Jahr 2023 erzielte bilanzielle Schadenquote (brutto) in Höhe von 89,0 Prozent liegt über dem durchschnittlichen Niveau der letzten zehn Jahre.

Das Reserverisiko bezeichnet die Gefahr, dass die gebildeten Schadenrückstellungen für bereits eingetretene, aber noch nicht gemeldete oder noch nicht vollständig abgewickelte Versicherungsfälle nicht ausreichen, um die tatsächlichen Schadenansprüche zu decken. Dies kann für das Unternehmen zu einem Abwicklungsverlust führen. Das Reserverisiko entsteht somit aus einer gegebenenfalls unzureichenden Schadenreservierung und einer sich daraus ergebenden Belastung des versicherungstechnischen Ergebnisses. Insbesondere in den Longtail-Sparten kann dies aufgrund der impliziten Laufzeiten ein höheres Risiko darstellen.

Das Unternehmen nimmt zur Begrenzung des versicherungstechnischen Risikos eine vorsichtige Rückstellungsbemessung vor. Über eine jährliche aktuarielle Schadeneinschätzung erfolgt eine Überprüfung der Angemessenheit der Schadenrückstellung. Hieraus können Empfehlungen an die operativen Bereiche abgeleitet werden.

Auf der Ebene der Einzelsparten wird die Entwicklung der Rückstellung in den zuständigen Fachbereichen laufend überwacht. Zudem finden in den operativen Einheiten regelmäßig Rückstellungsprüfungen statt.

Dem Reserverisiko wird insbesondere durch handelsrechtlich geforderte Sicherheitsaufschläge bei der Ermittlung der Spätschadenreserven für Schäden begegnet, die voraussichtlich bereits eingetreten sind, aber dem Unternehmen noch nicht bekannt gemacht wurden. Die Spätschadenreserven werden auf Basis aktuarieller Methoden ermittelt. Insbesondere werden für Schäden mit einer langen Abwicklungsdauer Spätschadenreserven gebildet, die nach Versicherungsarten differenziert errechnet werden.

Katastrophenrisiko

Das Katastrophenrisiko besteht im Eintritt hoher Einzel- oder Kumulschäden. In der Schaden- und Unfallversicherung wird in dieser Hinsicht insbesondere zwischen dem Naturkatastrophenrisiko (NatCat-Risiko) und dem von Menschen verursachten Risiko (Man-made-Risiko) differenziert. Dem Naturkatastrophenrisiko werden unter anderem Schäden infolge von Sturm, Hagel, Überschwemmung (inklusive Betrachtung von Starkregen) oder Erdbeben zugerechnet.

Aufgrund der starken Exponierung im Zweig der Kaskoversicherung weist das Unternehmen Kumulrisiken im Bereich Naturgefahren auf. Hieraus entstehenden Spitzenbelastungen wird durch einen zielgerichteten Rückversicherungsschutz begegnet.

Als Instrumente des Risikomanagements kommen mathematisch-naturwissenschaftliche Modellrechnungen zur Einschätzung von Naturkatastrophenrisiken sowie die Optimierung des Rückversicherungsschutzes aktiv zum Einsatz. Zufallsbedingte Schwankungen werden durch eingegangene Rückversicherungsverträge begrenzt. Die Rückversicherungsordnung wird jährlich entsprechend der gegebenen Risikotragfähigkeit im Einklang mit der Risikostrategie überprüft und bei Bedarf angepasst.

Durch die Rückversicherungsordnung wird das gesamte Geschäft der Gesellschaft zu 100 Prozent rückversichert, so dass in der Nettobetrachtung die versicherungstechnischen Risiken eine untergeordnete Rolle spielen.

Katastrophenrisiken aufgrund von höherer Gewalt oder aufgrund von Terroranschlägen spielen bei dem Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Der Konzern Versicherungskammer ist über die Deutsche Rückversicherung AG an der EXTREMUS Versicherungs-AG beteiligt. EXTREMUS bietet die Möglichkeit, Großrisiken gegen Terrorschäden zu versichern.

Der Konzern Versicherungskammer, vertreten durch die Versicherungskammer Bayern, Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, beteiligt sich seit dem 1. Januar 2022 am sogenannten Naturkatastrophen-Schadenpool-Deckungskonzept der öffentlichen Versicherer.

Gegenparteiausfallrisiko

Das Gegenparteiausfallrisiko bezeichnet das Risiko von Verlusten aufgrund von unerwarteten Ausfällen oder Verschlechterungen der Bonität von Banken, Rückversicherern, Versicherungsnehmern und Versicherungsvermittlern.

Die fälligen wertberichtigten Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern und Vermittlern belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 5,3 Mio. Euro. Davon entfallen auf Forderungen, die älter als 90 Tage sind, 2,6 Mio. Euro.

Zur Risikovorsorge wurden die in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen gegenüber Kunden und Vermittlern um Pauschalwertberichtigungen in Höhe von 3,6 Mio. Euro vermindert. Diesem Risiko wurde mit Bonitätsprüfungen bei der Annahme beziehungsweise im Bestand mit getroffenen Maßnahmen im Mahnverfahren begegnet.

Der Vertrieb von Versicherungsprodukten durch Vermittler ist für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg. Um das Forderungsausfallrisiko gegenüber Vermittlern gering zu halten, kommt der Auswahl sowie der laufenden Überprüfung der Vermittler eine besondere Aufmerksamkeit zu.

Bei dem Unternehmen stellt das Ausfallrisiko gegenüber Rückversicherern die größte Risikoexponierung innerhalb des Gegenparteiausfallrisikos dar. Dieses Risiko dominiert neben den Marktrisiken das Risikoprofil des Unternehmens. Die Rückversicherung des Unternehmens findet über eine konzerninterne Lösung statt.

Die Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 0,1 Mio. Euro und bestehen nahezu zur Gänze gegenüber verbundenen Unternehmen.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Unternehmen aufgrund von mangelnder Liquidität beziehungsweise Fungibilität von Assets nicht in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen.

Das Liquiditätsmanagement des Unternehmens ist darauf ausgerichtet, allen finanziellen Verpflichtungen jederzeit und dauerhaft nachkommen zu können. Die Planung unterliegt regelmäßigen Analysen der Soll-Ist-Abweichung und wird turnusmäßig aktualisiert. Unter einer angemessenen Reserve für Liquiditätsengpässe wird das Vorhandensein ausreichender liquider Vermögenswerte verstanden, die zur Bedienung von kurzfristig schwankenden Zahlungsverpflichtungen vorzuhalten sind. Weil der Saldo aus Beiträgen, Leistungen und Rückflüssen aus Kapitalanlagen positiv ist, ist das Unternehmen in der Lage, die Kapitalanlagen langfristig zu halten.

Aufgrund der für den gesamten Planungszeitraum prognostizierten jährlichen Liquiditätsüberschüsse und der hohen Fungibilität der Wertpapierbestände soll gewährleistet werden, dass sämtliche Verbindlichkeiten, insbesondere gegenüber allen Versicherungsnehmern, jederzeit erfüllt werden können. Die strategische Asset-Allocation gibt Mindestanforderungen an die Liquidität einzelner Assetklassen vor.

Operationelles Risiko

Das operationelle Risiko kann durch menschliches, technisches, prozessuales oder organisatorisches Versagen oder aufgrund von externen Einflüssen hervorgerufen werden. Es umfasst insbesondere Risiken in den Bereichen Informationsverarbeitung, Personal, Recht sowie Betrugsfälle, jedoch nicht strategische oder Reputationsrisiken. Zur Strukturierung der operationellen Risiken verwendet das Unternehmen die Kategorisierung des Operational Risk Insurance Consortium (ORIC).

Durch die Implementierung eines wirksamen und funktionsfähigen Internen Kontrollsystems (IKS) sowie dessen planmäßige Überwachung durch die Interne Revision wird operationellen Risiken entgegengewirkt.

Zum Schutz gegen den Ausfall von Datenverarbeitungssystemen (zum Beispiel im Falle eines Cyberangriffs) sowie zur Gewährleistung der Informationssicherheit und der kontinuierlichen technischen Weiterentwicklung hat das Unternehmen zahlreiche technische und organisatorische Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen, unter anderem die IT-Compliance und IT-Governance, Awareness-Kampagnen sowie ständige Sicherheits- und Qualitätsprüfungen durch interne und externe Spezialisten. Regelmäßig getestete Notfallkonzepte können im Bedarfsfall abgerufen werden und beschränken damit gezielt das Risiko aus möglichen technischen Störungen oder sonstigen Ausfällen.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bietet zahlreiche Chancen, zum Beispiel die effizientere Gestaltung von Geschäftsprozessen und die Entwicklung digitaler Versicherungsprodukte und Serviceleistungen, die genau auf Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Das Management der Risiken aus Künstlicher Intelligenz orientiert sich an dem voraussichtlich kurzfristig in Kraft tretenden europäischen Rechtsrahmen für Künstliche Intelligenz (EU KI-VO) sowie den entsprechenden Prinzipien und Leitlinien der European Insurance and Occupational Pensions Authority (EIOPA) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Das ganzheitliche Business-Continuity-Management(BCM)-System des Unternehmens, das auch das Notfall- und Krisenmanagement umfasst, dient der Sicherung der Betriebsfortführung. Die zentrale BCM-Koordinationsfunktion wird von Vertretern aus allen Ressorts in fachlichen Themenstellungen unterstützt und berichtet an entscheidungsrelevante Gremien über wesentliche risikorelevante Feststellungen sowie über die durchgeführten Übungen und Tests.

Personalrisiken, die beispielsweise aus Fluktuation oder Motivationsverlust bei Mitarbeitern resultieren können, wird durch strategische Personalplanung, regelmäßige Mitarbeitergespräche, personelle Förderungs- und Fortbildungsprogramme, flexible Arbeitszeitgestaltung oder betriebliches Gesundheitsmanagement entgegengewirkt.

Um rechtliche Risiken, die aus gesetzlichen oder vertraglichen Rahmenbedingungen entstehen können, zu minimieren und um frühzeitig reagieren zu können, beobachten die juristischen Abteilungen des Konzerns laufend neue Regelungen und Gesetzesentwürfe.

Betrugsrisiken beschränkt das Unternehmen durch umfangreiche Überwachungs-, Sicherheits- und Regulierungsmaßnahmen. Der Bereich Compliance sowie die Geldwäschefunktion tragen unter anderem dazu bei, potenziell auftretende Betrugsrisiken frühzeitig identifizieren und vermeiden zu können.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko spiegelt sich darin wider, dass strategische Geschäftsentscheidungen oder ihre unzureichende Umsetzung negative Folgen für die gegenwärtige oder zukünftige Geschäftsentwicklung eines Unternehmens haben können. Ein strategisches Risiko kann sich auch daraus ergeben, dass Geschäftsentscheidungen nicht an ein geändertes Wirtschafts- oder Kundenumfeld angepasst werden. Die Risikostrategie des Unternehmens soll dazu beitragen, dass die Organisation in einem dynamischen Umfeld trotz möglicher Risiken gewinnbringend handeln kann.

Das Unternehmen überprüft jährlich seine Risikostrategie und passt die Prozesse und Strukturen im Bedarfsfall an.

Reputationsrisiko

Das Reputationsrisiko ist jenes Risiko, das sich aufgrund einer möglichen Beschädigung des Rufs des Unternehmens infolge einer negativen Wahrnehmung in der Öffentlichkeit ergibt. Für die Reputation des Unternehmens ist jeder Kontakt der Mitarbeiter, der Führungskräfte und der Vorstandsmitglieder zu Kunden, Vertriebspartnern und Eigentümern sowie zur gesamten Öffentlichkeit wichtig.

Die Analyse des Risikos wird anhand eines Szenarioansatzes in Zusammenarbeit zwischen dem Konzernrisikocontrolling und der verantwortlichen Hauptabteilung Unternehmenskommunikation durchgeführt. Hier wird unterstellt, dass negative Ereignisse, die von der Presse oder den sozialen Medien aufgegriffen werden, zu einem Neugeschäftsrückgang führen könnten.

Zur Sicherung der Reputation des Unternehmens sind in der Aufbau- und Ablauforganisation zahlreiche Prozesse und Aktivitäten verankert, wie beispielsweise die Einberufung eines Krisenstabs. In den für die jeweilige Situation einberufenen Arbeitsgruppen werden alle weiteren Maßnahmen und Aktivitäten festgelegt, um das Reputationsrisiko präventiv und reaktiv zu minimieren. Der Bereich Compliance trägt innerhalb des Konzerns Versicherungskammer unter anderem dazu bei, potenziell auftretende Reputationsrisiken aufgrund von Rechtsverstößen frühzeitig identifizieren und vermeiden zu können.

Zudem hat sich der Konzern Versicherungskammer zur Einhaltung des GDV-Verhaltenskodexes (Verhaltenskodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für den Vertrieb von Versicherungsprodukten) zur kundenfreundlichen Beratung und Betreuung sowohl durch die Unternehmen als auch durch die Vertriebspartner des Konzerns Versicherungskammer zu regelmäßigen Schulungen verpflichtet. Einen weiteren reputationsrelevanten Mehrwert für die Kunden liefert der Konzern Versicherungskammer durch den Beitritt zum Code of Conduct des GDV, der Verhaltensregeln für den Umgang mit Kundendaten in der Versicherungswirtschaft beinhaltet.

Im Rahmen des laufenden Risikomanagementprozesses wird das Reputationsrisiko regelmäßig überprüft.

Weitere Risiken

Mit dem Ausbau des Onlinevertriebs wurden weitere Risiken identifiziert. Diese resultieren primär aus den Eigenheiten des Internetmarkts, wie zum Beispiel der steigenden Veränderungsgeschwindigkeit, der hohen Preistransparenz, einem sich ändernden Kundenverhalten, der Marktposition und Konzentration der Vergleichsportale, der Preissensibilität der Kunden, dem Eintritt neuer Marktteilnehmer und niedrigen Wechselbarrieren für Nachfrager. Um diese Risiken steuern und vor allem minimieren zu können, wurde eine Reihe von Maßnahmen entwickelt. Diese werden kontinuierlich angepasst.

Zusammenfassung und Ausblick

Das Unternehmen verfügt über ein Risikomanagementsystem, das es ermöglicht, bestehende und absehbare Risiken zu erkennen, zu bewerten und zu steuern. Durch die stetige Weiterentwicklung und Anpassung aller wesentlichen Prozesse, Systeme und Verfahren ist das Unternehmen auf die sich ändernden internen und externen Rahmenbedingungen sowie deren Auswirkungen auf die Risikolage vorbereitet. Dies wird beispielsweise durch ein aktives Risikomanagement im Naturkatastrophenbereich deutlich. Interne Risikomodellierungen bilden in diesem Zusammenhang die Grundlage für die Ausrichtung einer eingegangenen Rückversicherung.

Geopolitische Risiken sowie biopolitische Risiken in Verbindung mit möglichen Pandemien, Lockdowns, dem demografischen und klimatischen Wandel gehören zu den Themen, die das Unternehmen weiterhin kontinuierlich und fokussiert beobachten wird, um bei Bedarf rechtzeitig risikomindernde Maßnahmen zu ergreifen.

Die Zunahme von Homeoffice-Arbeitsplätzen und die stetig fortschreitende Digitalisierung rücken Cyberrisiken in den Fokus der Risikobetrachtung des Unternehmens. Zudem gewinnen durch den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit ESG-Risiken - also physische Risiken als Folge von Extremwetterereignissen, transitorische Risiken aus dem Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft sowie Greenwashing-Risiken aus irreführenden Anbieterinformationen zur ESG-Konformität von Produkten - zunehmend an Bedeutung. Bei der Steuerung dieser Nachhaltigkeitsrisiken besteht die Herausforderung für Unternehmen aktuell insbesondere darin, die Gewinnung erforderlicher und vor allem valider Daten zu optimieren.

Aus heutiger Sicht liegen keine Erkenntnisse über mögliche Risiken oder Gefahren vor, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden.

Die gemäß Solvency II geforderte Kapitalausstattung ist gegeben. Die Risikotragfähigkeit des Unternehmens für die aktuelle Risikosituation ist sichergestellt.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Weltwirtschaft bewegt sich nach wie vor in einem Umfeld großer Unsicherheit. Mit den Entwicklungen im Nahen Osten ist im letzten Quartal 2023 ein weiterer akuter geopolitischer Krisenherd hinzugekommen. Eine Ausweitung dieses Konflikts sowie eine zunehmende Blockbildung der internationalen Staatengemeinschaft stellen große Risiken für die Weltkonjunktur dar.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2024 sind insgesamt schwach, allerdings zeichnen sich auch positive Tendenzen ab.

So wird bei der Inflation, die den privaten Konsum nach wie vor beeinflussen dürfte, von einer zunehmenden Entspannung ausgegangen. Höhere Tarifabschlüsse, die Entwicklung des gesetzlichen Mindestlohns sowie staatliche Transferzahlungen und Steuerentlastungen haben das verfügbare reale Einkommen und damit die Kaufkraft der privaten Haushalte bereits in den letzten Monaten erhöht und werden sich zum Teil weiter positiv auswirken. Die Beschäftigung zeigt einen Höchststand.

Die angespannte geopolitische Lage, das hohe Zinsumfeld sowie das allgemein schwache wirtschaftliche Umfeld belasten die Investitionen. Hinzu kommen Verunsicherungen aufgrund der unsicheren Lage des deutschen Staatshaushalts nach dem Verfassungsgerichtsurteil zum Klima- und Transformationsfonds und damit verbundener Ausgabeeinschränkungen.

Vor dem Hintergrund der spürbar nachlassenden Inflation ist im Jahr 2024 jedoch mit einer weniger restriktiven Geldpolitik der Zentralbanken zu rechnen. Mögliche Leitzinssenkungen, wie von der US-Notenbank bereits in Aussicht gestellt, würden sich in rückläufigen Finanzierungskosten für Unternehmen und Verbraucher widerspiegeln und positiv auf die Investitionstätigkeit wirken. Für die weltweiten Aktienmärkte wird mit moderaten Kursgewinnen gerechnet.

Die Impulse aus dem Außenhandel für die exportorientierte deutsche Wirtschaft dürften zwar auch im Jahr 2024 eher gering sein, gegenüber dem Jahr 2023 jedoch etwas zunehmen.

Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung prognostizierte in einer Pressemitteilung vom 14. Dezember 2023 für das Gesamtjahr 2024 aktuell ein geringes Wachstum des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Dabei geht die Prognose von einer allmählichen Erholung der Konjunktur aus.

Branchenentwicklung

Ein Großteil der Versicherungsnachfrage in Deutschland entfällt auf die privaten Haushalte, deren Einkommen sich im Jahr 2024 real etwas verbessern sollten. Ein anhaltend hohes Zinsniveau wird sich aber weiterhin dämpfend auf das Einmalbeitragsgeschäft der Lebensversicherer auswirken, die hier im Wettbewerb mit alternativen Anlageformen am Kapitalmarkt stehen.

Entscheidenden Einfluss auf die Geschäftsentwicklung der Versicherungswirtschaft werden auch die notwendigen politischen Weichenstellungen haben, zum Beispiel die Reform des Altersvorsorgesystems, die Nachhaltigkeitsthematik und die Vertriebsregulierung.

Insgesamt dürfte die deutsche Versicherungswirtschaft nach dem leichten Beitragsplus im aktuellen Geschäftsjahr im Jahr 2024 ein höheres Beitragswachstum von rund 3,8 Prozent zeigen (Jahresmedienkonferenz am 25. Januar 2024, GDV).

In der Schaden- und Unfallversicherung wird erneut eine deutlich positive Beitragsentwicklung erwartet.

Vor allem in der Kraftfahrtversicherung dürften eine steigende Schadenfrequenz und höhere Schadendurchschnitte spürbare Beitragserhöhungen nach sich ziehen.

Auch in den privaten und nichtprivaten Sachsparten sollten inflationsbedingte Summen- und Beitragsanpassungen weiterhin zu deutlichen Beitragserhöhungen führen, die bei einer nachlassenden Inflation allerdings etwas geringer als im Geschäftsjahr 2023 ausfallen dürften.

Durch die Digitalisierung wird zudem der Absicherungsbedarf von Cyberrisiken weiter an Bedeutung gewinnen.

Für den Direktmarkt ist weiterhin mit höheren Wachstumsraten als im Durchschnitt der gesamten Schaden- und Unfallversicherung zu rechnen.

Unternehmensentwicklung 1

Für die nächsten Jahre wird aufgrund der jüngsten Preissteigerungen und der daraus resultierenden, bereits im Geschäftsjahr sichtbaren Entwicklungen ein hohes Potenzial des Vergleichermarktes erwartet. Für den Direktversicherungsmarkt werden daraus insgesamt große Wachstumschancen entstehen. Für die gebuchten Bruttobeiträge der BavariaDirekt AG wird im Geschäftsjahr 2024 ein erneut deutliches Wachstum prognostiziert, der Bestand wird zum Jahresende signifikant über dem des Vorjahres liegen. Grundlage dieser Prognose sind fundierte Marktanalysen, die entsprechende Nachfrage aufzeigen, auf welche mit aktualisierten Produkten in erprobten Vertriebswegen reagiert werden soll.

Für das Jahr 2024 wird die bilanzielle Bruttoschadenquote im selbst abgeschlossenen Geschäft deutlich unter dem Niveau des Vorjahres erwartet. Hintergrund dieser Prognose sind neben den im Geschäftsjahr aufgetretenen hohen Belastungen aus Groß- und Unwetterschäden entsprechende Maßnahmen im Bestand sowie im Pricing des Neugeschäfts. Neben den absehbar auch in Zukunft steigenden Kfz-Ersatzteilpreisen beobachtet die BavariaDirekt die aktuelle Entwicklung der Inflation und nimmt diese in die Planung der Schadenaufwände auf. Für Abschluss- und Verwaltungsaufwendungen wird im Jahr 2024 eine Bruttokostenquote auf dem Niveau des Vorjahres erwartet. Hintergrund sind weitere Investitionen in Service und Digitalisierung. Die Combined Ratio wird sich aufgrund einer sinkenden Schadenquote gegenüber dem Jahr 2023 deutlich verringern.

Im Jahr 2024 steht erneut die strategische Weiterentwicklung der BavariaDirekt zum "Digitalen Versicherer" im Mittelpunkt. Hierzu wurden in den vergangenen Jahren bereits wesentliche Bausteine umgesetzt. Des Weiteren wird wie auch in den Vorjahren daran gearbeitet, Automatisierungs- und Skalierungspotenzial zu identifizieren und durch geeignete Maßnahmen zu heben.

Auch für das Jahr 2024 wird mit einem geringfügig über dem Vorjahreswert liegenden versicherungstechnischen Ergebnis für eigene Rechnung gerechnet.

Das Kapitalanlageergebnis der BavariaDirekt wird für das Jahr 2024 auf einem leicht höheren Niveau als im aktuellen Geschäftsjahr erwartet. Diese Prognose beruht auf einer geplanten Anpassung der Zielquote der Kapitalanlagestruktur des Unternehmens. Es wird davon ausgegangen, dass keine deutlichen Verwerfungen am Kapitalmarkt auftreten.

Insgesamt rechnet die BavariaDirekt für das Geschäftsjahr 2024 bei nahezu gleichbleibenden Steueraufwendungen mit einem etwas über dem Niveau des aktuellen Geschäftsjahres liegenden Jahresüberschuss.

1 Die bedeutsamsten für die BavariaDirekt zur Unternehmenssteuerung herangezogenen Leistungsindikatoren sind die gebuchten Bruttobeiträge, die bilanzielle Brutto-Schadenquote, die Brutto-Kostenquote, das Kapitalanlageergebnis sowie der Jahresüberschuss.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Der vorliegende Prognosebericht enthält Einschätzungen für die künftige Entwicklung des Unternehmens, die auf Basis von Planungen, Prognosen und der vorsichtigen Abwägung aller bekannten Chancen und Risiken gemacht werden können. Aufgrund unbekannter Risiken, Ungewissheiten und Unsicherheiten handelt es sich um Annahmen, die so nicht eintreten oder nicht vollständig eintreffen müssen. Die Gesellschaft kann für die getroffenen Prognosen keine Haftung übernehmen und verpflichtet sich gleichzeitig nicht, diese an die tatsächlich eintretenden Einflüsse anzupassen oder zu aktualisieren.

Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f Abs. 4 HGB

Als im Aufsichtsrat mitbestimmtes Unternehmen ist die Gesellschaft aktienrechtlich verpflichtet, Zielgrößen für den Frauenanteil und Fristen für deren Erreichung im Aufsichtsrat und im Vorstand sowie in den beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands festzulegen.

Die zuletzt im Jahr 2017 von Vorstand und Aufsichtsrat beschlossenen Zielgrößen sollten bis zum 30. Juni 2022 erreicht werden. Die folgende Übersicht zeigt die festgelegten Ziele und die erreichten Quoten am 30. Juni 2022 auf:

Erklärung zur Unternehmensführung gem. § 289f HGB Zielfestlegung zum 30.06.2022
%
Ist-Quote am 30.06.2022
%
Erläuterung
Vorstand 1,0 33,3 Zielgröße wurde übertroffen
Aufsichtsrat 30,0 33,3 Zielgröße wurde übertroffen
Erste Führungsebene unterhalb Vorstand 30,0 0,0 Zielgröße wurde nicht erreicht
Zweite Führungsebene unterhalb Vorstand 1,0 25,0 Zielgröße wurde übertroffen

Trotz des unternehmensseitigen Bestrebens, die festgelegte Zielgröße für die Beteiligung weiblicher Führungskräfte fristgerecht zu erfüllen, wurde das gesetzte Ziel in der ersten Führungsebene zum Zieltermin nicht erreicht. Hintergrund hierfür ist, dass der interne Wechsel einer weiblichen Führungskraft der ersten Führungsebene weder intern noch extern mit einer geeigneten Kandidatin nachbesetzt werden konnte.

Nach Ablauf der zuletzt festgelegten Frist für die Erreichung von Zielgrößen für den Frauenanteil am 30. Juni 2022 haben der Vorstand und der Aufsichtsrat neue, bis zum 30. Juni 2027 zu erreichende Zielgrößen beschlossen:

Erklärung zur Unternehmensführung gem. § 289f HGB Zielfestlegung zum 30.06.2027
%
Vorstand 33,3
Aufsichtsrat 33,3
Erste Führungsebene unterhalb Vorstand 33,3
Zweite Führungsebene unterhalb Vorstand 25,0

Die gezielte und langfristige Förderung und Bindung qualifizierter Mitarbeiter und Talente sowie die Gewinnung von Nachwuchstalenten hat im Konzern Versicherungskammer einen hohen Stellenwert.

Neben einem vielfältigen Aus- und Weiterbildungsprogramm und einer familienbewussten Personalpolitik wurde Diversity als Management-Führungsinstrument etabliert und in das Zielsystem des Konzerns Versicherungskammer integriert. Zum Diversity-Programm gehören auch die gleichberechtigte und leistungsbezogene Förderung von Frauen in qualifizierten Fach- und Führungsfunktionen sowie die Vereinbarkeit individueller Lebensentwürfe mit den beruflichen Erfordernissen, beispielsweise mit dem Jobsharing von Führungskräften in Teilzeit.

Diese Maßnahmen fördern die für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung bedeutsame, auf Vielfältigkeit ausgerichtete Stellenbesetzung und unterstützen damit auch unser Bestreben, Frauen leistungsgerecht die Teilhabe an Führungspositionen verstärkt zu eröffnen.

Definitionen

Bilanzielle Schadenquote (brutto)

Die bilanzielle Schadenquote (brutto) ist der in Prozent ausgewiesene Anteil der Aufwendungen für Versicherungsfälle (brutto) an den verdienten Bruttobeiträgen.

Brutto/Netto

"Brutto" bedeutet vor Abzug der Rückversicherungsanteile und "netto" nach Abzug der Rückversicherungsanteile, auch "für eigene Rechnung" genannt.

Combined Ratio (brutto) nach GDV

Die Combined Ratio (brutto) ist das Verhältnis von Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb, die Versicherungsleistungen und die sonstigen versicherungstechnischen Bruttopositionen zu den abgegrenzten Prämien.

Geschäftsjahresschadenquote (brutto)

Die Geschäftsjahresschadenquote (brutto) gibt den Geschäftsjahresschadenaufwand im Verhältnis zu den verdienten Bruttobeiträgen an.

Kostenquote (brutto)

Die Kostenquote (brutto) ist das Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (brutto) zu den verdienten Beiträgen (brutto).

Kostensatz (brutto)

Der Kostensatz (brutto) gibt das Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (brutto) zu den gebuchten Beiträgen (brutto) an.

Laufende Durchschnittsverzinsung nach Verbandsformel

Die laufende Durchschnittsverzinsung beinhaltet die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich der laufenden Aufwendungen für Kapitalanlagen und setzt diese ins Verhältnis zum mittleren Bestand der Kapitalanlagen am 1. Januar und am 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres.

Nettoverzinsung

Die Nettoverzinsung beinhaltet alle Erträge aus Kapitalanlagen abzüglich aller Aufwendungen für Kapitalanlagen und setzt diese ins Verhältnis zum mittleren Bestand der Kapitalanlagen am 1. Januar und am 31. Dezember des jeweiligen Geschäftsjahres.

Selbstbehaltquote

Die Selbstbehaltquote ist das Verhältnis der gebuchten Nettobeiträge zu den gebuchten Bruttobeiträgen.

Versicherungszweige und Versicherungsarten

Unfallversicherung

Einzelunfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Gruppenunfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr

Kraftfahrtunfallversicherung

Haftpflichtversicherung

Privathaftpflichtversicherung

Betriebs- und Berufshaftpflichtversicherung

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Sonstige Haftpflichtversicherungen

Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung

Sonstige Kraftfahrtversicherungen

Fahrzeugvollversicherung

Fahrzeugteilversicherung

Feuer- und Sachversicherung

Glasversicherung

Verbundene Hausratversicherung

Verbundene Wohngebäudeversicherung

Sonstige Versicherungen

Beistandsleistungsversicherungen

Cyber-Versicherung

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

in € Geschäftsjahr
A. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 7.350
7350
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 29.439.471
2. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 3.941.663
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 4.500.000
8441.663
3. Einlagen bei Kreditinstituten 3.000.000
40.881.134
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 5.262.813
2. Versicherungsvermittler 998
davon: an verbundene Unternehmen: 0 (90.433) €
5.263311
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 98.688
davon: an verbundene Unternehmen: 88.088 (48.858) €
III. Sonstige Forderungen 36.299
davon: an verbundene Unternehmen: 28 (0) €
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 1.122.636
II. Andere Vermögensgegenstände 157.322
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 442.227
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 203.189
Summe der Aktiva

Passivseite

in € Geschäftsjahr
A. Eigenkapital
1. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 4.601.627
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen -2.300.813
2.300.814
II. Kapitalrücklage 15.000.000
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 355.696
2. andere Gewinnrücklagen 2.199.778
2.555.474
IV. Bilanzgewinn / Bilanzverlust 2.188.665
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 49.310.903
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -49.310.903
0
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 153.536.359
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -153.536.359
0
III. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 2.283.745
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -2.283.745
0
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.713.808
II. Steuerrückstellungen 1.433.761
III. Sonstige Rückstellungen 3.190.314
D. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 2.511.476
2. Versicherungsvermittlern 5.303
2.516.779
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 6.761.942
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 6.761.942 (15.547.606) €
III. Sonstige Verbindlichkeiten 4.551.099
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 1.107.416 (1.052.563) €
davon: aus Steuern: 2.379.582 (2.472.586) €
E. Rechnungsabgrenzungsposten
Summe der Passiva
in € Geschäftsjahr Vorjahr
A. Kapitalanlagen
I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 7.350
7350
II. Sonstige Kapitalanlagen
1. Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 28.465.403
2. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 3.966.543
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 5.004.967
8.971310
3. Einlagen bei Kreditinstituten 8.000.000
45436.913
40.888.484 45444.263
B. Forderungen
I. Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft an:
1. Versicherungsnehmer 4.432.303
2. Versicherungsvermittler 90.433
davon: an verbundene Unternehmen: 0 (90.433) €
4.522.736
II. Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft 54.853
davon: an verbundene Unternehmen: 88.088 (48.858) €
III. Sonstige Forderungen 10.505
davon: an verbundene Unternehmen: 28 (0) €
5398.798 4.588.094
C. Sonstige Vermögensgegenstände
I. Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks und Kassenbestand 2.125.618
II. Andere Vermögensgegenstände 157.322
1.279.958 2.282.940
D. Rechnungsabgrenzungsposten
I. Abgegrenzte Zinsen und Mieten 416.955
II. Sonstige Rechnungsabgrenzungsposten 88.611
645.416 505366
Summe der Aktiva 48.212.656 52.820.863

Passivseite

in € Geschäftsjahr Vorjahr
A. Eigenkapital
1. Eingefordertes Kapital
Gezeichnetes Kapital 4.601.627
abzüglich nicht eingeforderter ausstehender Einlagen -2.300.813
2.300.814
II. Kapitalrücklage 15.000.000
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage 240.503
2. andere Gewinnrücklagen 2.199.778
2.440.281
IV. Bilanzgewinn / Bilanzverlust -585.334
22.044.953 19.155.761
B. Versicherungstechnische Rückstellungen
I. Beitragsüberträge
1. Bruttobetrag 42.494.811
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -42.494.811
0
II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
1. Bruttobetrag 128.546.120
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -128.546.120
0
III. Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen
1. Bruttobetrag 1.813.207
2. davon ab: Anteil für das in Rückdeckung gegebene Versicherungsgeschäft -1.813.207
0
0 0
C. Andere Rückstellungen
I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 6.964.512
II. Steuerrückstellungen 540.865
III. Sonstige Rückstellungen 4.062.416
12.337.883 11.567.793
D. Andere Verbindlichkeiten
I. Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft gegenüber:
1. Versicherungsnehmern 2.361.676
2. Versicherungsvermittlern 3.737
2.365.413
II. Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft 15.547.606
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 6.761.942 (15.547.606) €
III. Sonstige Verbindlichkeiten 4.178.402
davon: gegenüber verbundenen Unternehmen: 1.107.416 (1.052.563) €
davon: aus Steuern: 2.379.582 (2.472.586) €
13.829.820 22.091.421
E. Rechnungsabgrenzungsposten 0 5.888
Summe der Passiva 48.212.656 52.820.863

Es wird bestätigt, dass die in der Bilanz unter dem Posten B.II. der Passiva eingestellte Deckungsrückstellung unter Beachtung von § 341f und § 341g HGB sowie unter Beachtung der aufgrund des § 88 Abs. 3 VAG erlassenen Rechtsverordnung berechnet worden ist.

 

München, den 19. Januar 2024

Der Verantwortliche Aktuar

Dr. Sussmann

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

Posten
in €
Geschäftsjahr Vorjahr
I. Versicherungstechnische Rechnung
1. Verdiente Beiträge für eigene Rechnung
a) Gebuchte Bruttobeiträge 177.407.688 152.671.505
b) Abgegebene Rückversicherungsbeiträge -177.407.688 -152.671.505
0 0
c) Veränderung der Bruttobeitragsüberträge -6.816.092 -4.691.574
d) Veränderung des Anteils der Rückversicherer an den Bruttobeitragsüberträgen 6.816.092 4.691.574
0 0
0 0
2. Technischer Zinsertrag Für eigene Rechnung 0 0
3. Sonstige versicherungstechnische Erträge Für eigene Rechnung 0 0
4. Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung
a) Zahlungen für Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -126.756.476 -99.194.671
bb) Anteil der Rückversicherer 126.756.476 99.194.671
0 0
b) Veränderung der Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle
aa) Bruttobetrag -24.990.239 -13.427.675
bb) Anteil der Rückversicherer 24.990.239 13.427.675
0 0
0 0
5. Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb für eigene Rechnung
a) Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb -40.519.938 -34.968.478
b) davon ab: erhaltene Provisionen und Gewinnbeteiligungen aus dem in Rückdeckung gegebenen Versicherungsgeschäft 44.068.092 38.021.908
3.548.154 3.053.430
6. Sonstige versicherungstechnische Aufwendungen für eigene Rechnung 0 0
7. Zwischensumme 3.548.154 3.053.430
8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung 3.548.154 3.053.430
II. Nichtversicherungstechnische Rechnung
1. Erträge aus Kapitalanlagen
a) Erträge aus anderen Kapitalanlagen
aa) Erträge aus anderen Kapitalanlagen 828.250 664.606
828.250 664.606
828.250 664.606
2. Aufwendungen Für Kapitalanlagen
a) Aufwendungen für die Verwaltung von Kapitalanlagen, Zinsaufwendungen und sonstige Aufwendungen für die Kapitalanlagen -84.602 -126.061
-84.602 -126.061
743.648 538.545
3. Technischer Zinsertrag -385 -441
743.263 538.104
4. Sonstige Erträge 1.658.501 1.833.116
5. Sonstige Aufwendungen -1.442.370 -2.524.778
216.131 -691.662
6. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 4.507.548 2.899.872
7. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.591.602 -706.925
8. Sonstige Steuern -26.754 -20.252
-1.618356 -727.177
9. Jahresüberschuss 2.889.192 2.172.695
10. Verlustvortrag aus dem Vorjahr -585334 -2.758.029
11. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die gesetzliche Rücklage -115.193 0
-115.193 0
12. Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2.188.665 -585.334

Anhang

Angabe zur Identifikation

Die BavariaDirekt Versicherung AG mit Firmensitz Am Karlsbad 4-5, 10785 Berlin, wird im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) unter der Handelsregister-Nummer HRB 39635 geführt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Rechnungslegungsvorschriften

Der Jahresabschluss wurde nach den Bestimmungen des HGB, des AktG und des VAG in Verbindung mit der Verordnung über die Rechnungslegung von Versicherungsunternehmen (RechVersV) in der aktuellen Fassung erstellt.

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit wurden die Einzelposten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung grundsätzlich in vollen Eurobeträgen ausgewiesen. Die Angaben im Anhang wurden vereinzelt auch gerundet auf volle Tsd. Euro dargestellt. Durch kaufmännische Rundungen können sich bei der Addition der Einzelwerte Abweichungen zu den andernorts angegebenen Summen und Werten ergeben.

Kapitalanlagen

Beteiligungen wurden gemäß § 341b Abs. 1 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB werden Abschreibungen außerplanmäßig bei einer voraussichtlich dauernden Wertminderung auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen (gemildertes Niederstwertprinzip).

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere wurden gemäß § 341b Abs. 2 Halbsatz 2 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten beziehungsweise bei dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren Wert (gemildertes Niederstwertprinzip) bewertet, da diese dauerhaft dem Geschäftsbetrieb dienen. Die Amortisation der Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag erfolgte unter Anwendung der Effektivzinsmethode nach § 341c Abs. 3 HGB über die Restlaufzeit.

Namensschuldverschreibungen sowie Schuldscheinforderungen und Darlehen wurden gemäß § 341b Abs. 1 HGB nach den für das Anlagevermögen geltenden Vorschriften zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Bei Namensschuldverschreibungen wurde das Wahlrecht der Nennwertbilanzierung gemäß § 341c Abs. 1 HGB nicht angewendet. Die Amortisation der Differenz zwischen Anschaffungskosten und Rückzahlungsbetrag erfolgte unter Anwendung der Effektivzinsmethode nach § 341c Abs. 3 HGB über die Restlaufzeit.

Einlagen bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert angesetzt.

Wertaufholungsgebot und Zuschreibungen

Das Wertaufholungsgebot gemäß § 253 Abs. 5 HGB wurde beachtet.

Forderungen

Forderungen aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft sowie Sonstige Forderungen wurden zum Nennwert, vermindert um etwaige Wertberichtigungen, angesetzt.

Sonstige Vermögensgegenstände

Laufende Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand und Andere Vermögensgegenstände wurden zum Nennwert angesetzt.

Rechnungsabgrenzungsposten

Die unter den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten ausgewiesenen Beträge entfallen auf das aktuelle Geschäftsjahr und waren am Bilanzstichtag noch nicht fällig. Sie wurden mit Nominalbeträgen angesetzt.

Beitragsüberträge

Die Beitragsüberträge wurden für jeden Vertrag einzeln berechnet - entsprechend dem jeweiligen Beginn des Versicherungsjahres und der Zahlungsweise. Hinsichtlich der nicht übertragungsfähigen Beitragsteile wurden die steuerlichen Bestimmungen beachtet.

Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle

Die Rückstellungen für bekannte Versicherungsfälle wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft grundsätzlich je Schadenfall einzeln ermittelt. Sie umfassten Leistungsverpflichtungen aus Versicherungsfällen, bei denen die Höhe, der Zahlungszeitpunkt oder die Zahlungsdauer noch unsicher waren.

Die Rentendeckungsrückstellungen wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Zugrundelegung der Sterbetafel DAV 2006 HUR und eines Zinssatzes in Höhe von 0,25 Prozent berechnet.

Für noch unbekannte Schäden wurden Spätschadenrückstellungen nach den Erfahrungen der Vorjahre gebildet.

Die Rückstellungen für Regulierungskosten wurden entsprechend dem BMF-Schreiben vom 2. Februar 1973 ermittelt.

Berücksichtigungsfähige Forderungen aus Regressen, Provenues und Teilungsabkommen wurden von den Rückstellungen abgesetzt.

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen

Sonstige versicherungstechnische Rückstellungen betrafen im Wesentlichen die Stornorückstellung. Diese wurde pauschal nach Erfahrungswerten ermittelt.

In Rückdeckung gegebenes Versicherungsgeschäft

Für das in Rückdeckung gegebene Geschäft entsprechen die Anteile der Rückversicherer an den versicherungstechnischen Rückstellungen den Rückversicherungsverträgen. Es bestehen im Wesentlichen zwei proportionale Rückversicherungsverträge.

Pensionsrückstellungen

Die Pensionsrückstellungen wurden gemäß §253 HGB ermittelt und nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet. Die Bewertung der Versorgungsverpflichtungen erfolgt nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit-Method). Hierbei werden sowohl die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften als auch die künftig zu erwartenden Steigerungen von Gehältern und Renten bei der Bewertung berücksichtigt. Die Ermittlung der Rückstellung erfolgt auf Basis modifizierter Heubeck-Richttafeln RT 2018 G, bei denen die Sterbewahrscheinlichkeiten für den Gesamtbestand auf 80 Prozent der Grundwerte vermindert wurden.

Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen wurden - jeweils bezogen auf das Jahresende und mit wirtschaftlicher Wirkung für das Folgejahr - getroffen. Des Weiteren wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Pensionsrückstellungen mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre von 1,83 Prozent (im Vorjahr: 1,79 Prozent) zu bewerten, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Zudem wurde die jährliche Steigerungsrate für Gehälter unverändert einheitlich mit 2,75 Prozent und für Renten mit 2,10 Prozent (im Vorjahr: 2,00 Prozent) angesetzt. Des Weiteren wurde von einer Fluktuation von 2,20 Prozent bei Frauen und 2,50 Prozent bei Männern (Vorstand: 8,30 Prozent) ausgegangen.

Für die Bewertung der Pensionsrückstellungen wurde ein prognostizierter Rechnungszins von 1,83 Prozent verwendet. Dabei ist zu beachten, dass der von der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2023 veröffentlichte Zinssatz von 1,82 Prozent um einen Basispunkt abweicht. Der sich hieraus ergebende Bewertungsunterschied ist unwesentlich.

Bei der Bewertung von Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen aus rückgedeckten Direktzusagen wurde der IDW Rechnungslegungshinweis IDW RH FAB 1.021 beachtet. Hierbei wurde das Passivprimat angewendet. Dementsprechend wurde der Wert des kongruenten Teils der Pensionsverpflichtung für den kongruenten Teil der Rückdeckungsversicherung auf der Aktivseite übernommen.

Die Bewertungen der Rückstellungen für Altersteilzeit- und Jubiläumsverpflichtungen erfolgten nach versicherungsmathematischen Grundsätzen und biometrischen Rechnungsgrundlagen auf Basis modifizierter Heubeck-Richttafeln RT 2018 G, bei denen die Sterbewahrscheinlichkeiten für den Gesamtbestand auf 80 Prozent der Grundwerte vermindert wurden (ausgenommen Altersteilzeit).

Die Bewertung dieser Verpflichtungen erfolgte im Wesentlichen analog zu den Pensionszusagen und auf Basis der gleichen Rechnungsannahmen (mit Ausnahme des Rechnungszinses). Der Ausweis erfolgte unter den Sonstigen Rückstellungen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre von 1,00 Prozent (im Vorjahr: 0,41 Prozent) bewertet, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von einem Jahr ergibt.

Dabei ist zu beachten, dass der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2023 veröffentlichte Zinssatz von 0,99 Prozent um einen Basispunkt abweicht. Der sich hieraus ergebende Bewertungsunterschied ist unwesentlich.

Für die Bewertung der Jubiläumsverpflichtungen wurde ein durchschnittlicher Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre von 1,46 Prozent (im Vorjahr: 1,09 Prozent) verwendet, wobei wie im Vorjahr ein zum Bilanzstichtag prognostizierter Zinssatz zugrunde gelegt wurde. Für die Abzinsung wurde eine Restlaufzeit von neun Jahren unterstellt. Dabei ist zu beachten, dass der von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2023 veröffentlichte Zinssatz von 1,45 Prozent um einen Basispunkt abweicht. Der sich hieraus ergebende Bewertungsunterschied ist unwesentlich.

Die Pensionsrückstellungen sowie die Altersteilzeitrückstellungen wurden mit Vermögensgegenständen, die ausschließlich der Erfüllung dieser Schuld dienen und dem Zugriff aller übrigen Gläubiger entzogen sind, gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB verrechnet.

Steuerrückstellungen und übrige Sonstige Rückstellungen

Die Steuerrückstellungen sowie alle übrigen Sonstigen Rückstellungen wurden gemäß §253 Abs. 1 Satz 2 HGB in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden gemäß § 253 Abs. 2 Satz 1 HGB mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzins der vergangenen sieben Jahre abgezinst.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft, Abrechnungsverbindlichkeiten aus dem Rückversicherungsgeschäft sowie Sonstige Verbindlichkeiten wurden mit dem Erfüllungsbetrag bewertet.

Währungsumrechnung

Verbindlichkeiten und Rückstellungen wurden mit dem Buchkurs bzw. gegebenenfalls mit dem zum Bilanzstichtag höheren Geldkurs umgerechnet.

Aktive und passive latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden für die Unterschiede in den Wertansätzen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie für steuerliche Verlustvorträge angesetzt.

Die Bewertung temporärer beziehungsweise quasi-permanenter Differenzen sowie der steuerlichen Verlustvorträge erfolgte mit dem für das Geschäftsjahr geltenden kombinierten Steuersatz für Körperschaftsteuer (KSt) inklusive Solidaritätszuschlag (SolZ) und Gewerbesteuer (GewSt) in Höhe von 31,1 (31,1) Prozent.

Passive latente Steuern beruhten auf der unterschiedlichen Bewertung bei den Kapitalanlagen. Die aktiven latenten Steuern beruhten im Wesentlichen auf Bewertungsunterschieden bei den Pensionsrückstellungen.

Für den verbleibenden Aktivüberhang wurden entsprechend dem Wahlrecht des § 274 HGB im Berichtsjahr keine latenten Steuern bilanziert. Verlustvorträge wurden nur insoweit berücksichtigt, wie sie innerhalb der nächsten fünf Jahre verrechenbar sind.

Der Konzern Versicherungskammer fällt in den Anwendungsbereich der OECD-Modellregelungen der Säule 2. Die Säule 2-Gesetzgebung wurde in Deutschland, der Jurisdiktion, in der die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts ansässig ist, beschlossen und kommt verpflichtend ab 2024 in Deutschland zur Anwendung.

Aufgrund der hohen Komplexität der Anwendung der Gesetzgebung und der Berechnung des GloBE-Einkommens sind die quantitativen Auswirkungen der beschlossenen oder in Kraft getretenen Gesetzgebung noch nicht zuverlässig abschätzbar.

Weiterführende Angaben sind im Konzernabschluss der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, enthalten.

Sonstiges

In der Bilanz wurden die Abzugsbeträge mit einem Minuszeichen dargestellt. Aufwände wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung mit einem Minuszeichen und Erträge ohne Vorzeichen dargestellt.

Der Begriff "Beteiligungsunternehmen" wurde gleichbedeutend für die Formulierung "Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht" verwendet.

Entwicklung der Kapitalanlagen im Geschäftsjahr 2023

Aktivposten Bilanzwerte Vorjahr
Tsd. €
Zugänge
Tsd. €
Umbuchungen
Tsd. €
Abgänge
Tsd. €
Zuschreibungen
Tsd. €
Abschreibungen
Tsd. €
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 7 0 0 0 0 0
2. Summe A. I. 7 0 0 0 0 0
A. II. Sonstige Kapitalanlagen
Inhaberschuldverschreibungen und andere . festverzinsliche Wertpapiere 28.465 1.025 0 -51 0 0
2. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 3.967 0 0 -25 0 0
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 5.005 0 0 -505 0 0
3. Einlagen bei Kreditinstituten 8.000 0 0 -5.000 0 0
4. Summe A. II. 45.437 1.025 0 -5.581 0 0
Insgesamt 45.444 1.025 0 -5.581 0 0
Aktivposten Bilanzwerte Geschäftsjahr
Tsd. €
A. I. Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und Beteiligungen
1. Beteiligungen 7
2. Summe A. I. 7
A. II. Sonstige Kapitalanlagen
Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 29.439
2. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 3.942
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 4.500
3. Einlagen bei Kreditinstituten 3.000
4. Summe A. II. 40.881
Insgesamt 40.888

Erläuterungen zur Bilanz

Aktiva

A. Kapitalanlagen

Zeitwert der Kapitalanlagen gemäß § 54 RechVersV Geschäftsjahr Vorjahr
Buchwerte
Tsd. €
Zeitwerte
Tsd. €
Buchwerte
Tsd. €
Zeitwerte
Tsd. €
A. Kapitalanlagen
Kapitalanlagen in verbundenen Unternehmen und . Beteiligungen
1. Beteiligungen 7 7 7 7
7 7 7 7
II. Sonstige Kapitalanlagen
Inhaberschuldverschreibungen und andere . festverzinsliche Wertpapiere 29.439 25.516 28.465 22.642
2. Sonstige Ausleihungen
a) Namensschuldverschreibungen 3.942 3.663 3.967 3.522
b) Schuldscheinforderungen und Darlehen 4.500 3.904 5.005 4.340
8.442 7.567 8.972 7.862
3. Einlagen bei Kreditinstituten 3.000 3.000 8.000 8.000
40.881 36.083 45.437 38.504
40.888 36.090 45.444 38.511
Bewertungsreserven zum Bilanzstichtag -4.798 -6.933

Die Bewertungsreserven beliefen sich auf -4.798 (-6.933) Tsd. Euro und lagen -11,7 (-15,3) Prozent des Buchwerts der Kapitalanlagen.

Bei Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wurde in Höhe eines Buchwerts von 28.435 (Zeitwert: 24.474) Tsd. Euro und bei Sonstigen Ausleihungen in Höhe eines Buchwerts von 6.942 (Zeitwert: 5.982) Tsd. Euro von einer Abschreibung abgesehen, da die vorübergehende Wertminderung nicht auf Bonitätsverschlechterung zurückzuführen ist.

Für den Zeitwert der nicht börsennotierten Beteiligung wurde der Substanzwert angesetzt.

Der Zeitwert von Inhaberschuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren, Namensschuldverschreibungen und Schuldscheinforderungen und Darlehen wurde für nicht-notierte Anleihen mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren zum Bilanzstichtag unter Berücksichtigung der jeweiligen Bonitäts- und Liquiditätsabschläge ermittelt. Der Zeitwert von an der Börse notierten Anleihen wurde mit dem letzten zum Bilanzstichtag verfügbaren Börsenkurs ermittelt. Bei strukturierten Produkten werden zusätzlich optionale Anteile (Callrechte, Swapoptions) mit Hilfe von anerkannten Optionspreismodellen (Black Scholes) bewertet.

Bei Einlagen bei Kreditinstituten wurde der Nennwert angesetzt, der dem Zeitwert entspricht.

Aufstellung des Anteilsbesitzes zum Bilanzstichtag gemäß § 285 Nr. 11 HGB

Anteil am Kapital
%
Eigenkapital
Tsd. €
Jahresergebnis
Tsd. €
WERK1.Bayern GmbH München 4,90 663 46 1

1 Eigenkapital und Jahresergebnis aus dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2022.

A.II.1 Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sind im Geschäftsjahr und im Vorjahr in voller Höhe dem Anlagevermögen zugeordnet.

B.III. Sonstige Forderungen und C.II. Andere Vermögensgegenstände

Die Forderungen aus Steuern in Höhe von 157.322 Euro wurden im Geschäftsjahr unter der Position C.II. Andere Vermögensgegenstände ausgewiesen.

Passiva

A. I. Eingefordertes Kapital

Das gezeichnete Kapital beträgt 4.601.627 Euro. Es ist eingeteilt in 9.000 auf den Namen lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von je 511,29 Euro, die nur mit Zustimmung der Gesellschaft übertragen werden können und auf die ein Betrag in Höhe von 2.300.814 Euro eingefordert und einbezahlt ist.

Der Alleinaktionär, die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, hat das Bestehen einer Beteiligung an der Gesellschaft gemäß § 20 Abs. 1 bzw. 4 AktG mitgeteilt.

A. III. Gewinnrücklagen

Im Geschäftsjahr wurde der Gesetzlichen Rücklage ein Betrag von 115.193 Euro gemäß § 150 Abs. 2 AktG zugeführt.

B. Versicherungstechnische Brutto-Rückstellungen insgesamt

Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 1.413.658 1.421.928
Haftpflichtversicherung 18.855.007 14.513.179
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 147.536.220 132.097.166
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 35.421.194 23.196.722
Feuer- und Sachversicherung 1.534.956 1.293.051
davon:
Verbundene Hausratversicherung 933.153 911.200
Verbundene Wohngebäudeversicherung 596.848 376.929
Sonstige Sachversicherungen 4.956 4.922
Sonstige Versicherungen 369.973 332.092
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 205.131.008 172.854.138
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 205.131.008 172.854.138

B. II. Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle - brutto

Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 1.209.290 1.229.468
Haftpflichtversicherung 13.422.495 9.574.875
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 118.727.263 106.863.764
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 19.257.495 10.187.640
Feuer- und Sachversicherung 871.528 645.419
davon:
Verbundene Hausratversicherung 405.870 391.195
Verbundene Wohngebäudeversicherung 465.151 253.974
Sonstige Sachversicherungen 508 250
Sonstige Versicherungen 48.288 44.954
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 153.536.359 128.546.120
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 153.536.359 128.546.120

C. I. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Geschäftsjahr
Vorjahr
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 7.713.808 6.964.512
Gesamt 7.713.808 6.964.512

Die Anschaffungskosten der mit den Pensionsrückstellungen zu verrechnenden Vermögensgegenstände entsprachen dem Zeitwert und beliefen sich auf 298.892 Euro. Der Zeitwert umfasste bei Rückdeckungsversicherungen das Deckungskapital des Versicherungsvertrags zuzüglich unwiderruflich zugeteilter Überschussanteile. Die entsprechenden Vermögensgegenstände wurden mit dem Erfüllungsbetrag für die Pensionsrückstellungen in Höhe von 8.012.700 Euro verrechnet.

Im Zuge der Verrechnung wurden Erträge in Höhe von 4.882 Euro mit Aufwendungen in Höhe von 129.546 Euro verrechnet.

Aus der Abzinsung der Rückstellungen für Pensionen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre (1,83 Prozent) ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (1,75 Prozent) ein Unterschiedsbetrag in Höhe von 175.600 Euro. Dieser Unterschiedsbetrag unterliegt den Regelungen nach § 253 Abs. 6 HGB bezüglich einer Ausschüttungssperre.

C. III. Sonstige Rückstellungen

Geschäftsjahr
Vorjahr
Ausstehende Rechnungen 1.782.999 2.421.596
Variable Vergütung 672.747 689.767
Jahresabschlusskosten 92.353 91.172
Aufbewahrungspflicht 36.629 45.180
Sonstige 605.586 814.701
Gesamt 3.190.314 4.062.416

Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die Mitglieder der Verkehrsopferhilfe e. V. haben dem Verein die für die Durchführung der Vereinszwecke erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen. Die Inanspruchnahme eines Mitglieds richtet sich nach dessen Anteil und nach den Gesamtbeitragseinnahmen der Mitglieder aus dem selbst abgeschlossenen Kraftfahrzeug Haftpflichtversicherungsgeschäft des jeweils vorletzten Kalenderjahres.

Sonstige aus der Bilanz und den Erläuterungen zur Bilanz in diesem Bericht nicht ersichtliche Haftungsverhältnisse, einschließlich Pfandbestellungen und Sicherheitsübereignungen sowie Bürgschaftsverpflichtungen und Verbindlichkeiten aus der Begebung von Wechseln und Schecks, bestanden nicht.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen beliefen sich insgesamt auf 426.306 Euro und bestanden gegenüber verbundenen Unternehmen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

I. 1. a) Gebuchte Bruttobeiträge

Geschäftsjahr
Vorjahr
Gebuchte Bruttobeiträge 177.407.688 152.671.505
Verdiente Bruttobeiträge 170.591.596 147.979.931
Verdiente Nettobeiträge 0 0
Gebuchte Bruttobeiträge Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 780.587 721.600
Haftpflichtversicherung 14.498.220 13.197.084
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 106.989.091 93.870.404
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 51.922.056 41.924.394
Feuer- und Sachversicherung 1.675.028 1.627.953
davon:
Verbundene Hausratversicherung 1.356.271 1.341.029
Verbundene Wohngebäudeversicherung 309.005 287.896
Sonstige Sachversicherungen 9.753 -972
Sonstige Versicherungen 1.542.706 1.330.070
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 177.407.688 152.671.505
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 177.407.688 152.671.505
Verdiente Bruttobeiträge Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 770.169 707.500
Haftpflichtversicherung 14.032.797 12.806.851
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 103.687.701 91.485.521
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 48.927.576 40.066.112
Feuer- und Sachversicherung 1.661.337 1.623.275
davon:
Verbundene Hausratversicherung 1.350.558 1.339.748
Verbundene Wohngebäudeversicherung 300.799 286.165
Sonstige Sachversicherungen 9.980 -2.637
Sonstige Versicherungen 1.512.016 1.290.672
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 170.591.596 147.979.931
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 170.591.596 147.979.931
Verdiente Nettobeiträge Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 0,0 0,0
Haftpflichtversicherung 0,0 0,0
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 0,0 0,0
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 0,0 0,0
Feuer- und Sachversicherung 0,0 0,0
davon:
Verbundene Hausratversicherung 0,0 0,0
Verbundene Wohngebäudeversicherung 0,0 0,0
Sonstige Sachversicherungen 0,0 0,0
Sonstige Versicherungen 0,0 0,0
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 0,0 0,0
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0,0 0,0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 0,0 0,0

Anzahl der mindestens einjährigen Versicherungsverträge im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft

Geschäftsjahr Anzahl der Verträge Vorjahr Anzahl der Verträge
Unfallversicherung 19.580 16.363
Haftpflichtversicherung 347.425 310.595
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 368.808 325.524
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 284.230 245.753
Sonstige Versicherungen 100.835 92.712
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 1.120.878 990.947

I. 4. Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle

Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung -542.724 -459.935
Haftpflichtversicherung -9.553.595 -6.790.927
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -86.936.296 -72.061.527
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -53.020.653 -32.012.943
Feuer- und Sachversicherung -1.207.218 -892.611
davon:
Verbundene Hausratversicherung -721.592 -602.506
Verbundene Wohngebäudeversicherung -483.815 -288.921
Sonstige Sachversicherungen -1.811 -1.184
Sonstige Versicherungen -486.229 -404.403
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -151.746.715 -112.622.346
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft -151.746.715 -112.622.346

Im Geschäftsjahr ergab sich ein positives Abwicklungsergebnis in Höhe von 9.891.900 Euro.

I. 5. Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb

Geschäftsjahr
Vorjahr
Abschlussaufwendungen -6.761.414 -6.107.261
Verwaltungsaufwendungen -33.758.524 -28.861.217
Gesamtes Versicherungsgeschäft -40.519.938 -34.968.478
Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung -128.589 -125.011
Haftpflichtversicherung -5.885.778 -5.103.281
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung -23.108.920 -20.155.827
Sonstige Kraftfahrtversicherungen -10.289.132 -8.627.597
Feuer- und Sachversicherung -846.150 -735.133
davon:
Verbundene Hausratversicherung -685.350 -599.822
Verbundene Wohngebäudeversicherung -159.682 -134.165
Sonstige Sachversicherungen -1.119 -1.146
Sonstige Versicherungen -261.369 -221.629
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft -40.519.938 -34.968.478
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft -40.519.938 -34.968.478

I. 8. Versicherungstechnisches Ergebnis für eigene Rechnung

Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung 15.612 14.432
Haftpflichtversicherung 289.964 263.942
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 2.139.782 1.877.408
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 1.038.441 838.488
Feuer- und Sachversicherung 33.501 32.559
davon:
Verbundene Hausratversicherung 27.125 26.821
Verbundene Wohngebäudeversicherung 6.180 5.758
Sonstige Sachversicherungen 195 -19
Sonstige Versicherungen 30.854 26.601
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 3.548.154 3.053.430
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 3.548.154 3.053.430

Mit der Übernahme des versicherungstechnischen Bruttoergebnisses durch die Rückversicherung sowie der Vergütung einer Superprovision durch die Rückversicherung ergab sich ein positives versicherungstechnisches Nettoergebnis von 3.548.154 Euro.

Rückversicherungssaldo

Anteil der Rückversicherer an den Geschäftsjahr
Vorjahr
verdienten Beiträgen -170.591.596 -147.979.931
Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle 151.746.715 112.622.346
Bruttoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb 44.068.092 38.021.908
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 25.223.211 2.664.323

Der Rückversicherungssaldo teilte sich wie folgt auf:

Geschäftsjahr Vorjahr
Unfallversicherung -83.244 -108.122
Haftpflichtversicherung 1.696.540 -648.701
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung 8.497.297 2.609.241
Sonstige Kraftfahrtversicherungen 15.420.650 1.412.916
Feuer- und Sachversicherung 425.532 37.028
davon:
Verbundene Hausratversicherung 83.509 -110.599
Verbundene Wohngebäudeversicherung 348.878 142.679
Sonstige Sachversicherungen -6.855 4.948
Sonstige Versicherungen -733.564 -638.039
Selbst abgeschlossenes Versicherungsgeschäft 25.223.211 2.664.323
In Rückdeckung übernommenes Versicherungsgeschäft 0 0
Gesamtes Versicherungsgeschäft 25.223.211 2.664.323

II. 5. Sonstige Aufwendungen

In dieser Position sind Aufwendungen aus der Aufzinsung der Rückstellungen in Höhe von 126.564 (146.555) Euro enthalten.

Sonstige Angaben

Anzahl der Mitarbeiter

Bei der BavariaDirekt Versicherung AG waren im Jahr 2023 durchschnittlich 113 Mitarbeiter beschäftigt.

Mitarbeiter Geschäftsjahr Vorjahr
Innendienst-Vollzeitmitarbeiter 84 77
Innendienst-Teilzeitmitarbeiter 22 16
Angestellte Außendienstmitarbeiter 4 5
Auszubildende 3 1
Gesamt 113 99

Provisionen und sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter, Personal-Aufwendungen

Geschäftsjahr
Tsd. €
Vorjahr
Tsd. €
1. Provisionen jeglicher Art der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB für das selbst abgeschlossene Versicherungsgeschäft -18.877 -16.239
2. Sonstige Bezüge der Versicherungsvertreter im Sinne des § 92 HGB -3 0
3. Löhne und Gehälter -8.394 -7.546
4. Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung -1.315 -1.147
5. Aufwendungen für Altersversorgung -917 672
6. Gesamt -29.505 -24.261

Gesamthonorar Abschlussprüfer

Abschlussprüfer der BavariaDirekt Versicherung AG ist die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC GmbH).

Die Angaben zum Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB für Leistungen an die BavariaDirekt Versicherung AG, Berlin, sind im Konzernabschluss der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, enthalten.

Die Abschlussprüfungsleistungen umfassten die Jahresabschlussprüfung, die Prüfung der Solvabilitätsübersicht sowie die Prüfung des Abhängigkeitsberichts.

Die Sonstigen Leistungen betrafen Kosten im Zusammenhang mit der Prüfung der Regionalstatistiken für den GDV.

Gremien

Die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes sind im Kapitel "Gremien" auf den Seiten 8 beziehungsweise 9 genannt. Diese Seiten sind Bestandteil des Anhangs

Die Gesamtbezüge der Vorstandsmitglieder beliefen sich auf 1.004.005 Euro. Für die früheren Vorstandsmitglieder und deren Hinterbliebene wurden Rückstellungen für Pensionen und Anwartschaften auf Pensionen in Höhe von 1.072.008 Euro gebildet

Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat (ohne Auslagenerstattung) beliefen sich auf insgesamt 4.500 Euro.

Konzernzugehörigkeit

Die BavariaDirekt Versicherung AG, Berlin, gehört zum Konzern Versicherungskammer. Die Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, stellt als Mutterunternehmen den Konzernabschluss für den größten und den kleinsten Kreis von Unternehmen auf und wird die BavariaDirekt Versicherung AG in den Konzernabschluss einbeziehen.

Der Konzernabschluss und Konzernlagebericht der Versicherungskammer Bayern Versicherungsanstalt des öffentlichen Rechts, München, wird im Unternehmensregister bekannt gemacht.

Der Konzernabschluss steht auf www.vkb.de zur Verfügung.

Die BavariaDirekt AG wird im Handelsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) unter der Handelsregisternummer HRB 39635 geführt.

Nachtragsbericht

Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag lagen nicht vor.

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzergebnisses

Geschäftsjahr
Jahresüberschuss 2.889.192
Verlustvortrag aus dem Vorjahr -585.334
Einstellungen in die gesetzliche Gewinnrücklage -115.193
Bilanzgewinn 2.188.665

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn in Höhe von 2.188.665 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, den 22. Februar 2024

BavariaDirekt Versicherung AG

Jessel

Dr. Juppe

Krams

Verwendung des Bilanzgewinns 2023

Im Rahmen der Hauptversammlung vom 22. März 2024 wurde folgender Beschluss gefasst:

Die Hauptversammlung hat beschlossen, den Bilanzgewinn in Höhe von 2.188.665 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

 

München, den 22. März 2024

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die BavariaDirekt Versicherung AG, Berlin

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der BavariaDirekt Versicherung AG, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der BavariaDirekt Versicherung AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Bewertung der Schadenrückstellungen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

[1] Bewertung der Schadenrückstellungen

(1) Im Jahresabschluss der Gesellschaft werden unter dem Bilanzposten "Rückstellung für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle" versicherungstechnische Rückstellungen (sog. "Schadenrückstellungen") in Höhe von € 153,5 Mio ausgewiesen.

Versicherungsunternehmen haben versicherungstechnische Rückstellungen insoweit zu bilden, wie dies nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um die dauernde Erfüllbarkeit der Verpflichtungen aus den Versicherungsverträgen sicherzustellen. Die Festlegung von Annahmen zur Bewertung der versicherungstechnischen Rückstellungen erfordert von den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft neben der Berücksichtigung der handels- und aufsichtsrechtlichen Anforderungen eine Einschätzung zukünftiger Ereignisse und die Anwendung geeigneter Bewertungsmethoden. Dies beinhaltet auch die erwarteten Auswirkungen der gestiegenen Inflationsraten auf die Bildung der Schadenrückstellungen in den betroffenen Sparten. Den bei der Ermittlung der Höhe der Schadenrückstellungen angewendeten Methoden sowie Berechnungsparametern liegen Ermessensentscheidungen und Annahmen der gesetzlichen Vertreter zugrunde. Geringfügige Änderungen dieser Annahmen sowie der verwendeten Methoden können eine wesentliche Auswirkung auf die Bewertung der Schadenrückstellungen haben.

Aufgrund der betragsmäßig wesentlichen Bedeutung dieser Rückstellungen für die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft sowie der Ermessensspielräume der gesetzlichen Vertreter und den damit verbundenen Schätzunsicherheiten war die Bewertung der Schadenrückstellungen im Rahmen unserer Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir in Anbetracht der Bedeutung der Schadenrückstellungen für das Gesamtgeschäft der Gesellschaft gemeinsam mit unseren internen Bewertungsspezialisten die von der Gesellschaft verwendeten Methoden und von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen beurteilt. Dabei haben wir unter anderem unser Branchenwissen und unsere Branchenerfahrung zugrunde gelegt sowie anerkannte Methoden berücksichtigt. Zudem haben wir die Ausgestaltung und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollen der Gesellschaft zur Ermittlung und Erfassung von Schadenrückstellungen gewürdigt. Hierauf aufbauend haben wir weitere analytische Prüfungshandlungen und Einzelfallprüfungshandlungen in Bezug auf die Bewertung der Schadenrückstellungen vorgenommen. Wir haben unter anderem auch die der Berechnung des Erfüllungsbetrags zugrunde liegenden Daten mit den Basisdokumenten abgestimmt. Damit einhergehend haben wir die berechneten Ergebnisse der Gesellschaft zur Höhe der Rückstellungen anhand der anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften nachvollzogen und die konsistente Anwendung der Bewertungsmethoden und die Periodenabgrenzungen überprüft. In dem Zusammenhang haben wir auch die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der gestiegenen Inflationsraten auf die betroffenen Sparten gewürdigt.

Auf Basis unserer Prüfungshandlungen konnten wir uns davon überzeugen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen zur Bewertung der Schadenrückstellungen begründet und hinreichend dokumentiert sind.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu den Schadenrückstellungen sind in den Abschnitten "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" und "Erläuterungen zur Bilanz" des Anhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) als nicht inhaltlich geprüften Bestandteil des Lageberichts.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem alle übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Jahresabschlusses, des geprüften Lageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zu den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. März 2023 als Abschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 25. September 2023 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2020 als Abschlussprüfer der BavariaDirekt Versicherung AG, Berlin, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Ludger Koslowski.

 

München, den 7. März 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Ludger Koslowski, Wirtschaftsprüfer

ppa. Jörg Brunner, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben den Vorstand im abgelaufenen Geschäftsjahr bei der Erfüllung der ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben beraten und überwacht. Wir überzeugten uns von der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung und fassten die erforderlichen Beschlüsse.

Inhalt der Beratungen im Aufsichtsrat

Im Geschäftsjahr 2023 fanden drei Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In den Sitzungen sowie durch periodische schriftliche Berichte ließen wir uns über die Geschäfts- und Risikoentwicklung sowie grundsätzliche geschäftspolitische Aspekte durch den Vorstand unterrichten.

In der ersten Sitzung im Frühjahr 2023 behandelte der Aufsichtsrat neben Personalia-Themen im Vorstandsbereich den Jahresabschluss und den Lagebericht der BavariaDirekt Versicherung AG für das Geschäftsjahr 2022. Der Vorstand unterrichtete uns darüber hinaus über die Geschäftsplanung und die aktuelle Risikoentwicklung. In der Sitzung wurden ferner der Bericht über die Beauftragung von Nichtprüfungsleistungen und die Überwachung der Abschlussprüfung anhand der sog. Audit Quality Indicators beschlossen. Des Weiteren wurden Beschlussvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung vorbereitet, insbesondere zur Gewinnverwendung, zur Beauftragung des Abschlussprüfers sowie zur Neuwahl der Aufsichtsratsmitglieder. Anschließend wurden Beschlüsse zur Aufstellung des Entwicklungsplans des Aufsichtsrats (Selbstevaluation) für das Geschäftsjahr 2023 gefasst. In einer unmittelbar nach der anschließenden Hauptversammlung durchgeführten zweiten Aufsichtsratssitzung wurde turnusgemäß der Vorsitzende sowie der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende gewählt.

In der dritten Sitzung im Herbst 2023 wurden neben Personalia-Themen die Geschäftsentwicklung 2023 und die daraus abgeleitete Planung für 2024 behandelt. Der Vorstand unterrichtete uns darüber hinaus über die IT-Strategie und die aktuelle Risikoentwicklung. Zusätzlich wurden wir über Unterausgliederungen im Immobilien- und Realkreditbereich informiert

Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben sich im Geschäftsjahr 2023 intensiv in das Gremium eingebracht. Die 3 amtierenden Mandatsträger im Aufsichtsrat haben an allen durchgeführten Sitzungen teilgenommen. Die durchschnittliche Teilnahmequote des Aufsichtsrats liegt bei 100 Prozent.

Jahresabschlussprüfung 2023

Die PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) prüfte den Jahresabschluss und den Lagebericht der BavariaDirekt Versicherung AG. Nach Abschluss der Prüfungen wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Der Bericht des Abschlussprüfers wurde in der Sitzung des Aufsichtsrats am 22. März 2024 erörtert. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung teil, erläuterte die wesentlichen Prüfungsergebnisse und stand für Fragen zur Verfügung. Wir haben uns dem Ergebnis der Abschlussprüfung durch PwC angeschlossen. Auf Grundlage unserer Prüfungen von Jahresabschluss, Lagebericht, des Vorschlags für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie der von Seiten des Abschlussprüfers erteilten Auskünfte billigten wir den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss 2023 und den Lagebericht. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Den Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen haben wir geprüft. Der Abschlussprüfer hat den Bericht mit dem folgenden Vermerk bestätigt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass:

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind;

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Dieser Beurteilung schließen wir uns an. Nach dem abschließenden Ergebnis unserer Prüfung sind gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen zu erheben.

Personelle Veränderungen im Aufsichtsrat

Für die Aufsichtsratsmitglieder endete die Amtszeit turnusgemäß mit Ablauf der Hauptversammlung am 27.März 2023. Alle Aufsichtsratsmitglieder wurden für die neue Amtszeit wiederbestellt. Die neue Amtsperiode endet mit Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2027 beschließt.

Wir danken den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BavariaDirekt Versicherung AG sowie dem Vorstand für ihren engagierten Einsatz im Jahr 2023.

 

München, den 22. März 2024

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