Stammdaten

Register
Amtsgericht Pinneberg HRB 9847 PI
Vorher
fabfab Verwaltungs-GmbH
Eingetragen
2.3.2012
Branche
Großhandel mit TextilienGroßhandel mit industriellen Textil-, Näh- und StrickmaschinenEinzelhandel mit Textilien
Gegenstand
Der Handel mit Stoffen, Textilien, Kurzwaren und Nähzubehör, einschließlich der Verbreitung von Lerninhalten und Produkten im Bereich der Handarbeit, des Handwerks und verwandter Hobbybereiche über Internetplattformen, und die Erbringung von Logistikdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Denise Bestmann
seit 20.3.2024
Prokura
Karim Lotfy
seit 20.3.2024
Prokura
Victoria Herzog
seit 10.1.2023
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

Identifizierte Personen (16)

Ungelöste Beteiligungen (14)

NameAnteil
0.07%

Gesellschafter
Beta

20 Gesellschafter

GmbH-Struktur

5 von 20 angezeigt

Name
Ort
Betrag
Anteil
LESING FABFAB S.ar.l.
Luxembourg
227.335 €
75.44%
Ringier Digital Ventures AG
Switzerland
24.100 €
8.00%
MCB Salt GmbH
Germany
10.657 €
3.54%
N*** H**** H****
7.248 €
2.41%
High-Tech Gründerfonds II GmbH & Co. KG
Germany
4.783 €
1.59%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

fabfab GmbH

Schenefeld/Krs. Pinneberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020

GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG vom 01.01.2020 bis 31.12.2020

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
1. Rohergebnis 21.583.506,96 13.820.229,82
2. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 6.897.930,71 4.959.948,32
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.248.486,13 942.313,35
8.146.416,84 5.902.261,67
3. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 576.377,88 509.993,07
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 14.192.449,19 9.278.637,14
- davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 213.212,32 (EUR 128.997,80)
5. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 7.767,54 0,00
6. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 168,98 6.100,00
7. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 1.007.526,59 999.244,12
- davon an verbundene Unternehmen EUR 1.007.446,00 (EUR 999.120,00)
8. Ergebnis nach Steuern -2.331.327,02 -2.863.826,18
9. sonstige Steuern 1.108,00 1.405,98
10. Jahresfehlbetrag 2.332.435,02 2.865.232,16

Anhang

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne von § 267 Abs. 2 HGB. Von den Erleichterungen nach § 288 HGB wurde teilweise Gebrauch gemacht.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind einzelne Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst und daher in diesem Anhang gesondert aufgegliedert und erläutert. Aus dem gleichen Grunde wurden die Angaben zur Mitzugehörigkeit zu anderen Posten und davon-Vermerke ebenfalls an dieser Stelle gemacht.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Im Rahmen einer Kapitalerhöhung ist in 2015 ein weiterer Gesellschafter aufgenommen worden. Der Gesellschafter (LESING FABFAB S.à.r.l.) hat am 1. Oktober 2015 und 13. April 2016 den Rangrücktritt auf seine Forderungen von insgesamt TEUR 12.856 erklärt. Angesichts des erklärten Rangrücktritts und der im Folgenden aufgeführten Maßnahmen zur Kapitalstärkung liegt nach unserer Einschätzung keine Überschuldung im Sinne von § 19 InsO vor. Zum 31. Dezember 2020 ist die Gesellschaft bilanziell überschuldet, weist aber ein positives wirtschaftliches Eigenkapital (Summe aus Eigenkapital und nachrangigen Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern) aus.

Auf Basis der vorliegenden Planung und unter Aufrechterhaltung der nachrangigen Gesellschafterdarlehen sind die liquiden Mittel im Prognosezeitraum bis zum 30. Juni 2022 ausreichend, so dass der Jahresabschluss unter dem Grundsatz der Unternehmensfortführung aufgestellt wurde. Im Hinblick auf die Planungsprämissen, die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie bestandsgefährdende Risiken wird auf die Angaben in Abschnitt 'Prognosebericht' im Lagebericht verwiesen.

Registerinformation

Die Gesellschaft ist unter der Firma fabfab GmbH mit Sitz in Schenefeld / Krs. Pinneberg im Handelsregister des Amtsgerichts Pinneberg unter der Nummer HRB 9847 PI eingetragen.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige Abschreibungen linear vermindert.

Selbst erstellte immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens sind mit den Herstellungskosten angesetzt. Die Herstellungskosten umfassen Fertigungseinzelkosten. Diese resultieren aus den im Zusammenhang mit der Entwicklungstätigkeit angefallenen Personalaufwendungen. Zinsen für Fremdkapital wurden nicht in die Herstellungskosten einbezogen. Die Abschreibung erfolgt unter Zugrundelegung einer Nutzungsdauer von 10 Jahren.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wird das steuerliche Sammelpostenverfahren aus Vereinfachungsgründen auch in der Handelsbilanz angewandt. Der Sammelposten wird pauschalierend jeweils mit 20 % p. a. im Zugangsjahr und in den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens werden zeitanteilig vorgenommen.

Die Vorräte (Handelswaren) werden zu Anschaffungs- und Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren Marktpreisen am Bilanzstichtag angesetzt.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Guthaben bei Kreditinstituten wurden zum Nennwert bilanziert.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten wurden Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohenden Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags (d.h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen) angesetzt.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden diese mit den unternehmensindividuellen Steuersätzen im Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung nicht abgezinst. Die Aktivierung eines Überhangs latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurde dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen davon-Vermerke Währungsumrechnung enthalten sowohl realisierte als auch nicht realisierte Währungskursdifferenzen.

Aufwendungen und Erträge wurden unabhängig von Zahlungszeitpunkten im Jahresabschluss berücksichtigt, soweit sie dem Geschäftsjahr zuzuordnen sind.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2020 ist unter Angabe der Abschreibung des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Laufzeit von unter einem Jahr.

Von den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 84 (Vj. TEUR 0) resultieren TEUR 84 (Vj. TEUR 0) aus Lieferungen und Leistungen.

Eigenkapital

Das Stammkapital wurde im Jahr 2020 um TEUR 63 auf TEUR 189 erhöht. In die Kapitalrücklage wurden im Geschäftsjahr 2020 Einstellungen in Höhe von TEUR 2.235 vorgenommen (§ 272 Absatz 2 Nr. 4 HGB).

Wirtschaftliches Eigenkapital

Das wirtschaftliche Eigenkapital umfasst das Eigenkapital und das nachrangige Gesellschafterdarlehen (der Gesellschafter LESING FABFAB S.a.r.l, Luxembourg, Luxembourg, hat für die Gesellschafterdarlehen eine Rangrücktrittserklärung abgegeben; Eigenkapitalersatzcharakter gemäß InsO § 39 Abs. 1 Nr. 5).

Eigenkapital (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag) -394.233,88
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (nachrangig) 12.856.421,13
Wirtschaftliches Eigenkapital 12.462.187,25

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern in Höhe von TEUR 12.856 resultieren aus:

Darlehen in Höhe von TEUR 8.326 (Vj. TEUR 8.326) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis zu 5 Jahren,

Zinsverbindlichkeiten von TEUR 4.530 (Vj. TEUR 3.523) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und bis zu 5 Jahren.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen jährliche sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Leasing in Höhe von TEUR 45 und Mieten in Höhe von TEUR 954. Die Leasingverträge haben eine Restlaufzeit von ein bis drei Jahren. Die Mietverträge enden im Geschäftsjahr 2022.

Anzahl Mitarbeiter

Bei der fabfab GmbH waren im Geschäftsjahr 2020 im Jahresdurchschnitt (ohne Auszubildende) 235 Mitarbeiter (Vj. 164), davon 122 gewerbliche (Vj. 83) und 113 kaufmännische (Vj. 81) Mitarbeiter, beschäftigt.

Geschäftsführung

Geschäftsführer der Gesellschaft ist:

Herr Dr. Andreas Seifert, Geschäftsführer

Da nur ein Geschäftsführer bei der Gesellschaft angestellt ist, unterbleibt die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung unter Berufung auf die Schutzklausel nach § 285 Nr. 9 gemäß § 286 Abs. 4 HGB.

Nachtragsbericht

Es sind keine Ereignisse von besonderer Bedeutung, die wesentliche finanzielle Auswirkungen auf den vorliegenden Jahresabschluss haben könnten, nach dem Bilanzstichtag eingetreten.

Konzernabschluss

Die Gesellschaft ist gemäß § 293 Abs. 1 Nr. 1 HGB von der Pflicht einen Konzernabschluss und einen Konzernlagebericht aufzustellen befreit.

 

Schenefeld / Krs. Pinneberg, den 14. Mai 2021

gez. Dr. Andreas Seifert

Anschaffungskosten/Herstellungskosten Abschreibungen
Stand 01.01.2020 Zugänge Umbuchungen Stand 31.12.2020 Stand 01.01.2020 Geschäftsjahr Stand 31.12.2020
EUR EUR EUR EUR EUR EUR EUR
0,00 134.237,07 29.830,46 164.067,53 0,00 4.101,53 4.101,53
2.542.534,17 190.359,46 -29.830,46 2.703.063,17 1.837.240,72 397.024,46 2.234.265,18
320.000,00 0,00 0,00 320.000,00 320.000,00 0,00 320.000,00
2.862.534,17 324.596,53 0,00 3.187.130,70 2.157.240,72 401.125,99 2.558.366,71
12.286,57 0,00 0,00 12.286,57 5.696,57 1.229,00 6.925,57
843.120,76 202.503,87 0,00 1.045.624,63 535.205,76 174.022,89 709.228,65
0,00 7.847,68 0,00 7.847,68 0,00 0,00 0,00
855.407,33 210.351,55 0,00 1.065.758,88 540.902,33 175.251,89 716.154,22
0,00 8.899.406,40 3.572,00 8.902.978,40 0,00 0,00 0,00
0,00 831.136,66 0,00 831.136,66 0,00 0,00 0,00
3.572,00 0,00 -3.572,00 0,00 0,00 0,00 0,00
3.572,00 9.730.543,06 0,00 9.734.115,06 0,00 0,00 0,00
3.721.513,50 10.265.491,14 0,00 13.987.004,64 2.698.143,05 576.377,88 3.274.520,93

Lagebericht

I. Grundlagen der Gesellschaft

Das Unternehmen

Die fabfab GmbH, Schenefeld/ Krs. Pinneberg, (nachfolgend fabfab genannt) ist ein in ganz Europa aktives Unternehmen im Do-it-yourself Online-Markt. Neben der deutschsprachigen Kreativplattform stoffe.de ist das Unternehmen noch in Großbritannien, Schweden, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Finnland, Dänemark, Spanien, Tschechien, Polen und Portugal mit Online-Plattformen präsent. Das Angebot umfasst ein Sortiment an über 10.000 (oftmals exklusiven) Stoffen für Mode, Kinderbedarf und Dekoration, die durch eine große Auswahl an Nähzubehör, Wolle und weiterem DIY/Bastel-Bedarf ergänzt werden. Darüber hinaus bieten die Kreativplattformen inspirative Inhalte zu diversen Themen und Trends, fundiertes Fachwissen und Expertentipps sowie zahllose kostenfreie Nähanleitungen. Die Gesellschaft wurde 2012 gegründet und hat ihren Sitz in Schenefeld / Krs. Pinneberg.

II. Wirtschaftsbericht

Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft

Der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce in Deutschland ist im Berichtszeitraum von 72,6 Mrd. Euro auf 83,3 Mrd. Euro gestiegen. Das ist ein Wachstum von 14,6% gegenüber 2019 und damit 3,3 Prozentpunkte über dem Wachstumsschnitt von 11,3% der drei vorangegangenen Jahre.

Der Online-Umsatz der Warengruppen "Hobby & Freizeitartikel" sowie "DIY & Blumen" stieg in 2020 auf 6,3 Mrd. € (2019: 4,7 Mrd. €), also leicht unterproportional um ca 13 %. Dies kann jedoch nur als ein Indikator gesehen werden, da eine explizite Clusterung nach Stoffen, Nähzubehör und Bastelbedarf nicht erfolgt. Für den deutschen E-Commerce Gesamtmarkt rechnet die Branche im Jahr 2021 mit einem Wachstum von ca. 12 %.

Da fabfab europaweit mit lokalen Web-Plattformen vertreten ist, ist das Wachstumspotential des europäischen Marktes über den deutschen Markt hinaus ebenfalls relevant. Der gesamte Europäische E-Commerce-Markt (B2C) wird auf 717 Mrd. € geschätzt, mit einer Wachstumsrate von ca. 13 % in 2020, also vergleichbar zum deutschen Markt.

Der Gesamtmarkt Handarbeit (Strick & Häkelgarne, Stoffe, Kurzwaren, Näh- & Strickmaschinen, Anleitungen & Bücher, Sticken) ist in Deutschland stabil (im Jahr 2019 +1 % auf 1,173 Mio. €). Auf Basis eigener Erhebungen und Umfragen, gehen wir von einem deutlichen Marktwachstum in 2021 aus. Überdies ist der Anteil derer, die ihren Handarbeitsbedarf online erwerben, über die vergangenen Jahre deutlich gestiegen, von 9 % in 2014 auf 16 % in 2017. Von dem anhaltenden Wachstumstrend im Online-Segment des Handarbeitsmarktes profitiert die fabfab maßgeblich.

(Quellen: Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e. V, Initiative Handarbeit e. V., Ecommerce News europe, JOANN Inc. Form S-1)

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

Ertragslage

Das Rohergebnis stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um ca. 56,2 % auf 21,6 Mio. € (Vorjahr 13,8 Mio. €).

Ursachen hierfür waren vor allem eine gesteigerte Wiederkehrrate der Bestandskunden sowie ein stark gewachsenes Neukundengeschäft, ein kundenorientierteres Produkt-Portfolio, die konsequente Umsetzung einer Qualitätsstrategie anstelle der Vergabe von Rabatten / Sales, effektives Marketing sowie die jederzeit stabil und schnell laufende Web-Plattform.

Die Abschreibungen lagen bei 0,6 Mio. € und damit auf Vorjahresniveau (0,5 Mio. €). Größere Investitionen über den üblichen Geschäftsbedarf hinaus wurden im Jahr 2020 nicht getätigt. Vornehmlich wurde in (teilweise selbstentwickelte) Software zur Prozessoptimierung investiert.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 9,3 Mio. € in 2019 auf 14,2 Mio. € (ca. 53,0 %) im Berichtsjahr gestiegen. Dies betrifft insbesondere die absatzabhängigen Versand-, Marketing und Fremdleistungskosten.

Das Finanzergebnis lag durch Zinsaufwendungen mit -1,0 Mio. € auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr.

Das EBITDA (definiert als Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) liegt im Geschäftsjahr 2020 mit -0,7 Mio. € deutlich ca. 45,0 %) über dem des Vorjahres (-1,4 Mio. €). Die EBITDA-Marge hat sich damit von -6,4 % in 2019 auf -2,2 % in 2020 verbessert. Ebenso liegt das Ergebnis nach Steuern mit -2,3 Mio. € (ca. 18,6 %) über dem des Vorjahres (-2,9 Mio. €). Die nochmalige Ergebnissteigerung in 2020 konnte insbesondere durch Fixkostendegression erreicht werden. Ferner ist es gelungen, die durch die Covid-19 Pandemie entstandenen Mehrkosten (insb. Arbeitssicherheit, Hygienemaßnahmen, Ersatzarbeitskräfte) zu überkompensieren.

Gegenüber der im Lagebericht des Vorjahres abgegebenen Prognose wurde das Umsatzziel im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 deutlich übertroffen. Das Ergebnisziel (Ergebnis nach Steuern) konnten aufgrund der oben dargelegten Gründe ebenfalls deutlich übertroffen werden.

Vermögens- und Finanzlage

Die Veränderung der Vorräte um +1,4 Mio. € (ca. 62,2 %) beruht auf der stark gestiegenen Nachfrage bei jederzeitiger Gewährung der Lieferfähigkeit.

Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschafter begründet sich durch gestundete Zinsen.

In 2020 wurden dem Unternehmen 2,3 Mio. € in Form von Kapitalerhöhungen durch Bareinlage zugeführt.

Zur Vermeidung einer Überschuldung im Sinne von § 19 InsO hat der Gesellschafter LESING FABFAB S.a.r.l., Luxembourg, Luxembourg, für die Gesellschafterdarlehen eine Rangrücktrittserklärung über rund 12,8 Mio. € abgegeben.

Im März 2020 wurden die Anteile der Makerist GmbH (Berlin) zu 100% übernommen. Die Beteiligung an der Makerist GmbH im Wert von 8,9 Mio. € ist in den Finanzanlagen ausgewiesen. Gegenüber der Makerist GmbH besteht zum Bilanzstichtag eine Forderung (Darlehensforderung nebst Zinsen) in Höhe von 0,8 Mio. €.

III. Prognosebericht

Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen. Solche vorausschauenden Aussagen basieren auf unseren heutigen Annahmen und Erwartungen. Das Eintreten dieser Annahmen und Erwartungen sind mit Risiken und Ungewissheiten behaftet. Zahlreiche, teilweise nicht im Einflussbereich der Gesellschaft liegende Faktoren beeinflussen die Ergebnisse. Dementsprechend können diese Ergebnisse erheblich von den prognostizierten abweichen.

Die Planung für 2021 / 2022 wurde im November 2020 erstellt.

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2021 und 2022

Nach einem starken Umsatzwachstumsschub im Jahr 2020, plant die Gesellschaft in 2021 mit einem weiteren Umsatzwachstum im einstelligen Prozentpunktebereich. Durch weitere Fixkostendegression wird mit einer weiter leicht steigenden EBITDA-Marge gegenüber 2020 gerechnet.

Gegenüber der im Jahr 2019 abgegebenen Prognose für 2021 wurden die Erwartungen deutlich nach oben angepasst. Der Grund für die überarbeitete Planung liegt insbesondere in der sehr starken Geschäftsentwicklung 2020 begründet, die durch nachhaltige Kundenbindung und sehr starke Neukundengewinnung geprägt war. Der Umsatz in den ersten zwei Monaten des Geschäftsjahres 2021 liegt bereits deutlich über dem des Vorjahreszeitraumes und damit deutlich über den Erwartungen.

Ein wesentlicher Treiber ist hierbei das Bestandskundengeschäft. Durch bessere Reaktivierung von bestehenden Kunden konnte die Gesamtzahl aktiver Kunden im Jahr 2020 um über 50 % gesteigert werden. Der Aufwärtstrend setzt sich auch in 2021 weiter fort. Auch die Anzahl der Besucher auf den Web-Plattformen der Gesellschaft (der sog. "Traffic") steigt kontinuierlich um über 50 % gegenüber dem Vorjahr.

Die im 1. Quartal 2020 ausgebrochene Covid-19 Pandemie beeinflusst die Umsatzentwicklung der Gesellschaft bis zum Stichtag dieses Berichts positiv, da die Nachfrage im Online-Kanal nach Hobby- & Handarbeitsbedarf deutlich steigt. Den überplanmäßigen Umsätzen stehen Aufwendungen gegenüber, die vor allem auf die Hygiene und die Sicherheit der Mitarbeiter abzielen. Das Betriebsergebnis der Gesellschaft übertrifft das Budget dennoch.

Im Zuge dieser Entwicklung und dem anhaltenden Online-Marktwachstum wird für das Geschäftsjahr 2022 wiederum mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentpunktebereich geplant. Für das Jahr 2022 wird ein höheres operatives Ergebnis (EBITDA) erwartet. Die Ergebnissteigerung folgt dem weiteren Umsatzwachstum und soll durch weitere Skaleneffekte, insbesondere im Bereich "Headoffice" (Management, Software, Marketing, etc.) und Effizienzsteigerungen im Lager (kontinuierliche IT-gestützte Prozessoptimierungen), erreicht werden.

Die Cash-Flow Planung ist überwiegend durch das operative Ergebnis (EBITDA) und den operativen Cash-Flow / Working Capital bestimmt und sieht für 2021 und 2022 eine aufs Jahr gerechnet weitgehend konstante Entwicklung der Lagerumschlagshäufigkeit sowie der Kunden- und Lieferantenzahlungsziele vor. Im Jahr 2021 sind keine wesentlichen Investitionen geplant.

Unternehmensfortführung

Auf Basis der starken Geschäfts- und Ergebnisentwicklung in 2020, der Aufrechterhaltung der bestehenden nachrangingen Gesellschafterdarlehen mit Eigenkapitalersatzcharakter und der Planung für 2021 / 2022 erwarten wir, dass die Liquidität im Prognosezeitraum bis zum 30. Juni 2022 ausreicht. Die Liquiditätsplanung basiert auf diversen Annahmen, insbesondere eines weiteren Umsatzwachstums im Prognosezeitraum in Verbindung mit weiterer Fixkostendegression. Sollten die prognostizierten Umsatz- und Ergebnissteigerungen entgegen der aktuellen Geschäftsentwicklung nicht erreicht werden, kann im Bereich Investitionen (z.B. Prozessautomatisierung), Working Capital (z.B. Ausnutzung der Lieferantenzahlungsziele) sowie variabler Kosten (z.B. Dienstleister) zur Liquiditätsverbesserung gegengesteuert werden.

IV. Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

IT-Infrastruktur und Logistik

Für ein Unternehmen, das ausschließlich Onlinehandel betreibt, ist eine funktionierende IT-Infrastruktur eine wesentliche Voraussetzung, um erfolgreich unternehmerisch tätig zu sein. Diesem Risiko begegnet das Unternehmen mit Maßnahmen sowohl infrastruktureller als auch personeller Art, wie z.B. einer Inhouse Strategie, um unabhängig von einzelnen externen Dienstleistern zu bleiben. Ferner besteht ein umfassender Cyber-Versicherungsschutz.

Zur Erfüllung der Kundenbestellungen ist eine funktionierende Logistik Voraussetzung. In diesem Bereich werden Risiken bspw. abgemildert, indem eine Vielzahl an Logistikpartnern (sog. Carrier) genutzt werden, der Betrieb in mehreren Schichten abläuft und der Warenbestand durch eine Transport-Versicherung abgedeckt ist.

Beschaffung

Im Beschaffungsbereich sind wir Risiken wie unvorhergesehenen Liefer- und Qualitätsschwierigkeiten sowie Preiserhöhungen unterworfen. Ein Ereignis wie die Covid-19 Pandemie, die in manchen Ländern zur zeitweisen Schließung der gesamten Privatwirtschaft und zu Einschränkungen in der Logistik führt, erfordert ein international diversifiziertes Lieferantenportfolio sowie eine ausreichende Lagerhaltung, um kurzfristig die Lieferfähigkeit gegenüber den Kunden zu gewährleisten.

Ferner unterliegt der mit dem Geschäft verbundene Lagerbestand bei außerordentlichen Veränderungen einem erhöhten Abwertungsrisiko.

Wir halten die genannten Risiken für branchenüblich und überschaubar. Die fabfab nutzt ein globales Netzwerk von unterschiedlichen Zulieferern und stellt sich damit diversifiziert auf, um auf Beschaffungsengpässe und Preisveränderungen kurzfristig reagieren zu können.

Absatz

Die weitere Umsatzentwicklung hängt sehr stark von der zukünftigen Marktentwicklung im Endkundenmarkt rund um "Do-It-Yourself" / Nähen / Basteln sowie der Konkurrenzsituation ab. Trendänderungen, die Verschärfung der Konkurrenzsituation und negative Entwicklungen im Marktumfeld können zu einer Stagnation des Umsatzwachstums sowie zu geringeren Margen führen.

Die nach dem Ablauf der "Brexit"-Übergangsfrist zum 31.12.2020 geltenden Handelsbedingungen können einen negativen Einfluss auf die Umsatzentwicklung haben.

Verfügbarkeit von Finanzmitteln

Die Gesellschaft finanziert sich intern über Gesellschafterdarlehen. Die Gesellschafter des Unternehmens haben Anfang 2020 2,3 Mio. € an Finanzmitteln zugeführt.

Das bestandsgefährdende Risiko besteht darin, dass wenn die Unternehmensentwicklung wesentlich unter den Erwartungen liegen sollte die Gesellschaft zur Unternehmensfortführung darauf angewiesen ist, seitens der Gesellschafter oder auf Wachstumsunternehmen spezialisierter Banken/Fremdkapitalgeber weitere finanzielle Mittel zu erhalten. Hierzu wird auf die Ausführungen in Abschnitt "Unternehmensfortführung" im Prognosebericht verwiesen.

Personal

Der Bedarf an hochqualifiziertem Fach- und Führungspersonal stellt angesichts des herrschenden Fachkräftemangels ein Risiko dar, das sich wachstumshemmend auswirken kann.

Risiko-Management-System

Unternehmerisches Handeln ist mit Risiken verbunden. Um diesen Risiken zu begegnen, wird für jedes Geschäftsjahr eine Jahresplanung erstellt, die kontinuierlich mit der tatsächlichen Entwicklung abgeglichen wird. Abweichungen werden analysiert und Steuerungsmaßnahmen zeitnah getroffen.

Auf kontinuierlicher Basis (teils tagesaktuell) werden maßgebliche Kennzahlen (KPls) der Unternehmensentwicklung beobachtet und analysiert. Dies ermöglicht eine kurzfristige Reaktion auf mögliche negative Entwicklungen.

Die Gesellschafter sowie deren Berater werden regelmäßig über den Geschäftsverlauf informiert.

Chancenbericht

Unsere Chancen sehen wir im ungebrochenen Trend der Verlagerung der Marktanteile vom stationären Handel zum Online Handel. Dieser Trend verstärkte sich im Jahr 2020 durch die Covid-19 Pandemie und die damit einhergehenden Lockdowns.

Die Akquisition der Makerist GmbH im März 2020 birgt wesentliches zusätzliches Absatzpotential. Makerist vertreibt in Deutschland, Frankreich und den USA vornehmlich e-books mit Stoff-Schnittmuster. Seit August 2020 vertreibt die Gesellschaft ihre Produkte an die Makerist GmbH als neuen Absatzkanal.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf unsere Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage und Cashflow. Unser Ausblick für 2021 und unsere mittelfristigen Perspektiven basieren auf der Erwartung, dass die künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Darstellung im Kapitel "Prognosebericht" dieses Lageberichts entsprechen.

Das Umsatz- und Ertragswachstum liegt im angelaufenen Geschäftsjahr 2021 im zweistelligen Prozentpunktbereich über der Planung.

 

Schenefeld / Krs. Pinneberg, den 14. Mai 2021

gez. Dr. Andreas Seifert

Bei dem anliegenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die fabfab GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der fabfab GmbH - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der fabfab GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die allgemeinen Angaben zum Jahresabschluss im Anhang sowie auf die Darstellung im Lagebericht, in der die gesetzlichen Vertreter darlegen, dass wenn die Unternehmensentwicklung deutlich unter den Erwartungen liegen sollte, die Gesellschaft darauf angewiesen ist, seitens der Gesellschafter oder weiterer Fremdkapitalgeber weitere finanzielle Mittel zu erhalten. Diese Gegebenheiten deuten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind diesbezüglich nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können,

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben,

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben,

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann,

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt,

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft,

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Krefeld, 28. Mai 2021

BPG Beratungs- und Prüfungsgesellschaft mbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

gez. D. Bottermann, Wirtschaftsprüfer

gez. S. Venkitasseril, Wirtschaftsprüfer

BILANZ zum 31.12.2020

fabfab GmbH, Schenefeld

AKTIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 628.763,99 705.293,45
- davon selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte EUR 159.966,00 (EUR 0,00)
II. Sachanlagen
1. technische Anlagen und Maschinen 5.361,00 6.590,00
2. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 336.395,98 307.915,00
3. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 7.847,68 0,00
349.604,66 314.505,00
III. Finananlagen 9.734.115,06 3.572,00
- davon Anteile an verbunden Unternehmen EUR 8.902.978,40 (EUR 0,00)
- davon Ausleihungen an verbundenen Unternehmen EUR 831.136,66 (EUR 0,00)
- davon geleistete Anzahlungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen EUR 0,00 (EUR 3.572,00)
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 3.771.401,31 2.862.758,99
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.303.030,66 341.463,83
- davon Forderungen gegen verbundene Unternehmen EUR 84.060,40 (EUR 0,00)
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 2.631.964,03 970.503,22
C. Rechnungsabgrenzungsposten 77.611,79 94.625,66
D. Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag 394.233,88 9.883.897,98
18.890.725,38 15.176.620,13

PASSIVA

Geschäftsjahr Vorjahr
EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 189.268,00 126.326,00
II. Kapitalrücklage 26.389.432,87 14.630.275,75
III. Verlustvortrag -24.640.499,73 -21.775.267,57
IV. Jahresfehlbetrag -2.332.435,02 -2.865.232,16
nicht gedeckter Fehlbetrag 394.233,88 9.883.897,98
buchmäßiges Eigenkapital 0,00 0,00
B. Rückstellungen 582.693,36 410.215,00
C Verbindlichkeiten 18.308.032,02 14.766.405,13
- davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten EUR 8,66 (EUR 8,66)
- davon Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern (nachrachngig) EUR 12.856.421,13 (EUR 11.848.975,13)
- davon mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 1.110.032,89 (EUR 712.931,96)
18.890.725,38 15.176.620,13

Datum der Beschlussfassung: 28.05.2021

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