RNhale GmbH
Selbe AdresseHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen Geräten
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Cornelius Dr. Pompe seit 16.10.2024 | Vorstandsmitglied |
Michael Scholl seit 13.9.2004 | Vorstandsmitglied |
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
LEUKOCARE AGMünchenJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023LageberichtA. Grundlagen der Gesellschaft Die Leukocare AG ist ein führender Anbieter von Entwicklungs- und Analytikdienstleistungen in Bereich biologischer Präparate wie Proteine, Viren, Viralvektoren, Exosmosen und mRNA. Leukocares innovative Technologie ermöglicht die Entwicklung optimaler Formulierungen und eines optimierten Produktprofils. Durch die Kombination von Data Science und Laboranalytik kann eine große Zahl möglicher Kombinationen von Hilfsstoffen in relativ kurzer Zeit und unter Einsatz nur geringer Materialmengen durchgeführt werden. Die Leukocare AG verfügt über ein Portfolio von Patenten, auf die Lizenzen vergeben werden können, welche Einnahmen in Form von Umsatzbeteiligungen oder Meilensteinzahlungen generieren. B. Wirtschaftsbericht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 1. Gesamtwirtschaftliche Lage Die Berichtsperiode war von den Auswirkungen starker Zinserhöhungen in den Jahren 2022 und 2023 geprägt. Nachdem die US-Amerikanische Zentralbank die Leitzinsen als Reaktion auf die gestiegene Inflation im Laufe des Jahres 2022 um die Leitzinsen um 4,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 0,25 auf 4,50 Prozent erhöht hatte, setzte sich diese Entwicklung während des Jahres 2023 bis auf ein Niveau von 5,50 Prozent fort. In Europa war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, der Leitzins der EZB erreichte im September 2023 einen Wert von 4,5 Prozent. Diese Verwerfungen hatten unterschiedliche Auswirkungen auf einzelne Branchen, insgesamt blieb die Weltwirtschaft laut IMF aber mit einem moderaten Wachstum von 3,2% nur geringfügig hinter den Erwartungen aus dem Vorjahr zurück (World Economic Outlook vom April 2024). 2. Branchebezogene Rahmenbedingungen Die höheren Zinsen haben gravierende Auswirkungen auf unterschiedliche Kundengruppen der Biotechnologie und Pharma Branche. Die gestiegenen Finanzierungskosten haben große Pharmaunternehmen veranlasst, ihre Entwicklungsportfolios neu zu bewerten und zahlreiche Projekte, deren Rentabilität unter den neuen Bedingungen nicht mehr gegeben ist, einzustellen. Noch schwieriger ist die Situation für junge entwickelnde Biotech-Unternehmen, die über Venture Capital finanziert sind. Laut dem Deutschen Biotechnologiereport 2023 der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY floss seit dem Jahr 2022 deutlich weniger frisches Kapital in die deutsche Biotechnologie-Branche: Die Kapitalaufnahme sank von 2,4 Milliarden im Jahr 2021 auf 812 Millionen Euro im Jahr 2022 - ein Rückgang um 67 Prozent. Ein ähnlich starker Rückgang wie in Deutschland wurde auch europa- und weltweit verzeichnet: Die Kapitalaufnahme sank um 65 Prozent von 22 auf 7,8 Milliarden Euro. Die Folgen dieser Entwicklung waren im Berichtszeitraum zu beobachten. Verschiedene junge Unternehmen waren kurzfristig gezwungen, ihre Ausgaben drastisch zu reduzieren, oder wurden insolvent. 3. Geschäftsverlauf der Leukocare AG Geschäfts- und Ertragslage Die wesentlichen Leistungsindikatoren zur Steuerung der Gesellschaft sind die Umsatzerlöse und das EBITDA (Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände). Die in der zweiten Jahreshälfte 2022 bereits beobachtete unerwartete Verschlechterung des Geschäftsumfelds hat sich im Berichtszeitraum noch deutlich verstärkt. Im Geschäftsjahr 2023 gingen die Umsatzerlöse der Gesellschaft im Vergleich zum Vorjahr um 45,2 Prozent auf TEUR 3.786 zurück. In Reaktion auf diese Entwicklung wurde auf der Kostenseite der Materialaufwand kurzfristig angepasst und sank um 17,0 Prozent von TEUR 563 auf TEUR 467. Im Verlauf des Jahres gab es verschiedentlich vorsichtige Anzeichen für eine Erholung des Geschäftes, die sich aber immer weiter verschoben haben. Es musste laufend eine Abwägung getroffen werden, welche Aktivitäten reduziert oder eingestellt werden, ohne die Fähigkeit zu gefährden, bei einer erneuten Zunahme der Aufträge diese abzuarbeiten und durch die Weiterführung wichtiger strategischer Initiativen die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu gewährleisten. Im Zuge dieser Erwägungen wurde als erstes Ende Februar 2023 die Betriebsstätte in Milford, USA, geschlossen und die dortigen Mitarbeiter freigesetzt. Um weiter Personalkosten zu sparen, ohne die Fähigkeit der Organisation zu verlieren, auf eine wieder normalisierte Auftragslage zu reagieren, wurde die Mitarbeiterzahl am Standort Martinsried zunächst kaum reduziert, stattdessen wurde ab dem 01.07.2023 auf das flexible Mittel der Kurzarbeit zurückgegriffen. Als sich die Umsatzsituation auch im November noch nicht verbessert hatte, wurde eine tiefgreifende Umstrukturierung beschlossen und betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Dabei wurden 31 Stellen abgebaut, das Management Team wurde um zwei Drittel reduziert. Für das Gesamtjahr konnte der Aufwand für Löhne und Gehälter gegenüber dem Vorjahr konstant gehalten werden. Lediglich höhere sonstige Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung ließen den Personalaufwand um TEUR 184 auf TEUR 6.614 steigen. Die Schließung des Standortes Milford zum Ende Februar 2023 hatte insgesamt eine deutliche Kostenersparnis gegenüber dem Gesamtbudget zur Folge. Aufgrund der Verbuchung der US-Tochter als Beteiligung, sind diese Einsparungen nicht im Personal- oder Materialaufwand der AG zu erkennen, sondern wirken sich auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus, die entsprechend von TEUR 5.639 auf TEUR 2.747 gesenkt wurden. Aufgrund dieser Einsparungen sank der EBITDA-Verlust trotz sinkender Erlöse von TEUR 5.191 auf TEUR 4.691. Die Abschreibungen verringerten sich deutlich auf TEUR 553, verglichen mit TEUR 2.438 im Jahr 2022. Der hohe Vorjahreswert war vor allem auf außerplanmäßige Abschreibung zurückzuführen, die im Vorjahr aufgrund der Schließung der US-Betriebsstätte in Milford vorgenommen wurden. Außerdem hat der Verzicht auf Investitionen die Abschreibungssumme der AG geringer ausfallen lassen als geplant. Aufgrund der gestiegenen Zinsen und der um die Brückenfinanzierungen erhöhten Darlehenssumme stieg der Zinsaufwand von TEUR 1.701 im Vorjahr auf TEUR 2.638. In Summe verringerte sich der Jahresfehlbetrag von TEUR 9.332 im Jahr 2022 auf TEUR 7.883 im Berichtsjahr. Vermögenslage Die Bilanzsumme der Gesellschaft hat sich im Berichtszeitraum von TEUR 17.203 auf TEUR 22.288 erhöht. Aufgrund der nicht getätigten Investitionen und der planmäßigen Abschreibung bestehender Anlagen hat sich das Anlagevermögen von TEUR 3.463 im Vorjahr zum Bilanzstichtag leicht auf TEUR 3.120 verringert. Die kurzfristig verfügbaren Guthaben bei Kreditinstituten sowie Kassenbestände und somit flüssige Mittel belaufen sich zum Bilanzstichtag auf TEUR 432 (i. VJ TEUR 3.186). Der Anstieg der Bilanzsumme resultiert aus einer Erhöhung der sonstigen Verbindlichkeiten von TEUR 15.425 auf TEUR 20.170. Neben aufgelaufener Zinsen waren hierfür zwei Brückenfinanzierungen ursächlich, mit denen der Investor Petrichor die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft während des unerwarteten Umsatzeinbruchs gesichert und die Restrukturierungsmaßnahmen ermöglicht hat. Die Konditionen der Brückenfinanzierung sind an die des 2021 abgeschlossenen Convertible Loan angelehnt. Die Laufzeit des ursprünglichen Loan sowie der Brückenfinanzierungen ist bis Juni 2026. Der Loan hat einen variablen Zinssatz und ist in USD abgeschlossen. Im Jahr 2023 wurden das Loan Agreement auf eine vollständige Endfälligkeit der Zinsen umgestellt, um die Liquidität der Gesellschaft zu schonen. Infolge dieser Finanzierungsstruktur ist der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag von TEUR 9.358 auf TEUR 17.241 gestiegen. Finanzlage Insgesamt hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 einen Netto-Cashflow von TEUR -2.754. Der Zahlungsmittelabfluss aus der operativen Tätigkeit betrug dabei TEUR 5.471 der Zahlungsmittelabfluss aus Investitionstätigkeit TEUR 210. Der Zahlungsmittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug TEUR 2.927. Diese Mittel wurden verwendet, um die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Zum Ende der Berichtsperiode belief sich der Barmittelbestand der Leukocare AG auf TEUR 432. Die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft war auch im vergangenen Geschäftsjahr 2023 zu jedem Zeitpunkt durch ausreichende liquide Mittel sichergestellt. Neben den Verbindlichkeiten im Rahmen des beschriebenen Convertible Loan Agreement bestehen keine Finanzschulden bei Kreditinstituten. Der Vorstand beurteilt den Geschäftsverlauf im Jahr 2023 insgesamt als noch zufriedenstellend. C. Prognose-. Chancen- und Risikobericht 1. Risikobericht a) Risikomanagement Der Vorstand der Leukocare AG identifiziert, bewertet und steuert die Risiken der Gesellschaft in einem kontinuierlichen Prozess. Hierzu wurde ein Berichtswesen etabliert, das der frühzeitigen Identifizierung von Risiken und der entsprechenden Gegensteuerung dienen soll. Eine laufende Liquiditätsplanung erfolgt mit einem Horizont von 18 Monaten. Wesentliche Säulen des Risikomanagementsystems sind das monatliche Berichtswesen und der jährliche Budgetierungsprozess. Management und Aufsichtsrat diskutieren monatlich den Geschäftsverlauf und die Auftragslage. b) Umfeld- und Branchenrisiken Die Leukocare AG ist dem Risiko einer anhaltenden Marktverschlechterung ausgesetzt. Zwar ist der Sektor der pharmazeutischen Entwicklung insgesamt ein Bereich, der im Vergleich zu anderen Branchen keinen sehr starken Zyklen unterworfen ist, doch können, wie im Abschnitt zur gesamtwirtschaftlichen Lage beschrieben, Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Investitionstätigkeit der Kunden kurzfristig verändern. Dies hat deutliche Auswirkungen auf das Geschäft der Leukocare. Da die Rekrutierung und Einarbeitung des hochqualifizierten Personals, das für die Dienstleistung im Bereich der pharmazeutischen Entwicklung gebraucht wird, zeitaufwändig ist, kann auf rasche Veränderungen, ob positiv oder negativ, nur mit gewisser Verzögerung reagiert werden. Dies kann im Falle eines unerwartet niedrigen Auftragseingangs zu einer Verschlechterung der Margen führen. Im umgekehrten Fall könnte es passieren, dass es nicht möglich ist, alle Aufträge anzunehmen und abzuarbeiten. Die Einnahmen aus der Vergabe von Lizenzen sind Risiken der weiteren Entwicklung und des Markterfolges der Produkte von Kunden unterworfen, die sich der Kontrolle der Leukocare AG entziehen. Auch besteht grundsätzlich das Risiko, dass Patente, auf denen Lizenzvereinbarungen beruhen, umgangen oder angefochten werden könnten. Eine anhaltend hohe Inflation würde sich mittelfristig auch auf das Lohniveau und damit die Personalkosten auswirken. Für das laufende Jahr sind die Gehälter aber bereits festgelegt und kaum Neueinstellungen geplant, sodass hier nur ein geringes Risiko besteht. Preisänderungsrisiken bei der Materialbeschaffung spielen nur eine untergeordnete Rolle, da die Materialkosten im Vergleich zu den Personalkosten einen geringen Anteil an den Kosten eines typischen Serviceprojektes haben. Außerdem werden die Materialkosten vermehrt an Kunden weitergegeben. c) Leistungswirtschaftliche Risiken Die Leukocare AG hat sich einen technologischen Vorsprung erarbeitet, insbesondere im Bereich der biostatistischen und bioinformatischen Unterstützung der Formulierungsentwicklung. Dieses Knowhow ist abhängig von der Qualifikation der Mitarbeiter und muss ständig verbessert werden, um den Vorsprung zu halten. Um diesen Personalrisiken zu begegnen, werden Mitarbeiter intensiv geschult und laufend Retentionsmaßnahmen für Schlüsselmitarbeiter geprüft und umgesetzt. Für die Realisierung der geplanten Umsatzsteigerung ist die Verfolgung der Vertriebsaktivitäten auch unter dem derzeitigen Kostendruck unabdingbar. Auch muss die Marke Leukocare insbesondere im lukrativen US-Markt, wo Leukocare über keine Betriebsstätte mehr verfügt, durch Marketingmaßnahmen gestärkt werden. Die Erreichung der mittel- und langfristigen Finanzziele ist vom Erfolg dieser Maßnahmen abhängig. Zur Kontrolle und kurzfristigen Steuerung dienen das Management Reporting und das Controlling System einschließlich eines laufenden Liquiditätsforecasts. Versicherbare Risiken sind im betriebsüblichen Maße versichert. d) Finanzrisiko/bestandsgefährdendes Risiko Die Gesellschaft ist zu einem großen Teil über Convertible Loans finanziert. Diese Form der Finanzierung sieht vor, dass das Fremdkapital in Eigenkapital gewandelt wird. Bis zur Wandlung besteht als Folge dieser Finanzierungsform ein negatives Eigenkapital. Eine Wandlung des Loan ist aber nicht garantiert. Zum Stichtag 31. Dezember 2023 belief sich der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag auf TEUR 17.241. Aufgrund dessen, dass sowohl ein Teil der Finanzierung als auch ein Teil der Kundenverträge in US-Dollar abgeschlossen wurden, können sich Schwankungen im EUR/USD Wechselkurs sowohl positiv wie negativ auf das Ergebnis auswirken. Zur kurzfristigen Sicherung der Liquidität wurde am 31. März 2023 ein Brückenfinanzierungsdarlehen in Höhe von USD 2.180.000 aufgenommen, das Anfang April 2023 ausbezahlt worden ist und eine Laufzeit bis Juni 2026 hat, aber vom Darlehensnehmer auch jederzeit vorzeitig zurückbezahlt werden kann. Der entsprechende Darlehensvertrag enthält die Verpflichtung zur Einhaltung finanzieller Kennzahlen (sog. Financial Covenants), nämlich einerseits gestaffelte Mindestumsatzerlöse für jedes volle Geschäftsjahr während der Laufzeit sowie eine Mindestliquidität während der gesamten Darlehenslaufzeit. Beide Mindestschwellenwerte wurden. Im Geschäftsjahr 2023 nicht erreicht, so dass ein Bruch der finanziellen Kennzahlen vorliegt und dem Darlehensnehmer demnach das Recht zur frühzeitigen Rückzahlung des Darlehens zusteht. Der Darlehensgeber hat erklärt, dass er von diesem vorzeitigen Rückzahlungsrecht bis zum 30. Juni 2025 keinen Gebrauch macht (sog. Waiver). Als Reaktion auf den Geschäftseinbruch wurde im November 2023 eine umfangreiche Restrukturierung der Gesellschaft beschlossen, im Zuge derer 31 Stellen abgebaut und weitere Kosten gesenkt wurden. Bereinigt um die im Zuge der Entlassungen anfallenden Restrukturierungskosten plant die Gesellschaft für das Jahr 2024 ein ausgeglichenes Jahresergebnis. Um die Restrukturierungskosten zu decken, wurde eine dritte Brückenfinanzierung mit dem Investor Petrichor vereinbart. Auf Basis der aktuellen Liquiditätsplanung und den derzeitigen vertraglichen Regelungen mit Kreditgebern wird die Gesellschaft nach Einschätzung des Vorstands aber bis mindestens zum Ende des mittelfristigen Planungshorizonts Mitte des Geschäftsjahres 2025 voraussichtlich in der Lage sein, ihren fälligen Zahlungsverpflichtungen uneingeschränkt nachzukommen. Um das bestandgefährdende Risiko einzuschätzen und in der Lage zu sein, bei unerwarteten Entwicklungen gegebenenfalls weitere Einsparungsmaßnahmen rechtzeitig einleiten zu können, hat die Geschäftsleitung der Leukocare AG ein Szenario für das Jahr 2024 und darüber hinaus erstellt. Dieser Planung liegen vorsichtige Annahmen über das Umsatzwachstum zugrunde. Die tatsächliche Entwicklung kann sowohl nach unten abweichen, was weiter Einsparungen nötig machen würde, oder nach oben, sofern sich eine hinreichende Zahl der sich derzeit abzeichnenden Opportunitäten realisieren lässt. Diese vorsichtige Planung zum Stand 14.05.2024 stützt sich auf folgende Prämissen: 1. Umsatzsteigerung in 2024 gegenüber Vorjahr auf ca. EUR 5,5 Mio. Davon sind aktuell bereits ca. 4,07 Mio. kontrahiert (Stand 14. Mai 2024). 2. Für 2025 wird mit einer weiteren Umsatzerholung auf das Vorkrisenniveau geplant (ca. EUR 7,0 Mio.). 3. Nach der Restrukturierung des Unternehmens Ende 2023 ist die Aufwandsposition auf einem Niveau von ca. EUR 5,5 Mio. stabilisiert. Dies ist vor allem durch die Schließung des US-Standortes und durch eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl (insbesondere im Managementteam, im Marketing und in der internen Entwicklung) erreicht worden. 4. Auch für 2025 wird nur von einem moderaten Anstieg der Kosten ausgegangen, und auch nur dann, wenn sich die Auftragssituation entsprechend verbessert. Es werden nur Maßnahmen ergriffen, die die Abarbeitung der Entwicklungsaufträge sicherstellen. 5. Die beschriebenen Maßnahmen führen unter den angegebenen Annahmen zu einem neutralen operativen Ergebnis in 2024 und einem leicht positiven EBITDA in 2025. 6. Auf Basis der Planung ist die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt bis Ende des Geschäftsjahres 2025 gewährleistet. 7. Um ggf. auf unvorhergesehene Situationen, wie zum Beispiel die zeitliche Verschiebung von Rechnungsstellungen oder Zahlungen, reagieren zu können, besteht noch eine jederzeit von der Gesellschaft bei dem Investor Petrichor in Tranchen von USD 100.000 abrufbare Kreditlinie in Höhe von bis zu USD 1,0 Mio. (bisher nicht in Anspruch genommen). 8. Einhaltung der vereinbarten finanziellen Kennzahlen des Darlehensvertrages vom März 2023 inklusive sämtlicher Nachträge ("financial covenans") für das Geschäftsjahr 2024 und 2025 oder alternativ Erzielung einer Verzichtserklärung mit dem Darlehensgeber Petrichor Opportunities LLC über den 30. Juni 2025 hinaus ("waiver"). 9. Im folgenden Geschäftsjahr 2025 soll aufgrund der geplanten deutlichen Umsatzsteigerungen die Liquiditätslage stabil bleiben. Unter den angegebenen Prämissen ist nach Dafürhalten des Vorstands der Leukocare AG die Liquidität auf Basis der aktuellen Geschäftsplanung bis über das Jahr 2025 hinaus gesichert. Für das Jahr 2025 beruht die Planung notwendigerweise wesentlich auf bisher nicht kontrahierten Umsatzerlössteigerungen. Sollten sich diese nicht wie geplant einstellen, kann dies bis zu einem gewissen Grad durch weiterhin vorsichtige Kostenpolitik ausgeglichen werden. Sollten sich darüber hinaus weitere Abweichungen von den der Geschäftsplanung zugrundliegenden Prämissen ergeben, ist die Gesellschaft zur Überbrückung der Talsohle und Fortführung der Geschäftstätigkeit auf weitere wesentliche Sparmaßnahmen, einen Verzicht auf kreditvertragliche Kündigungsrechte aufgrund der Nichteinhaltung von vereinbarten finanziellen Kennzahlen und/oder weitere externe finanzielle Unterstützung der Aktionäre oder Dritte angewiesen und wäre ohne diese in ihrem Fortbestand gefährdet. 2. Chancenbericht Chancen bieten sich der Leukocare AG durch die wieder wachsende Nachfrage, die Ausweitung der Vertriebsaktivitäten, den Ausbau des Produktportfolios und dem Ausbau des technologischen Vorsprungs. - Der Pharmamarkt insgesamt ist ein Wachstumsmarkt. Innerhalb der Branche gewinnen biologische Wirkstoffe zunehmend an Bedeutung. Diese stellen hohe Anforderungen an die Formulierung, was den Trend zum Outsourcing an Dienstleister wie die Leukocare AG verstärkt. - Auch wenn die Betriebsstätte in den USA zu Beginn des Berichtsjahres geschlossen werden musste, gehen die Marketing- und Vertriebsaktivitäten in diesem weltweit größten Markt für Pharmadienstleistungen weiter und bieten großes Wachstumspotential. - Die Leukocare AG hat das Produktportfolio neu strukturiert, um flexibler und gezielter auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Die veränderte Wahrnehmung als universeller Service Anbieter statt wie bisher als Spezialist für besonders herausfordernde Probleme erhöht die Zahl von Projekten, für die Leukocare AG als Dienstleister in Frage kommt. Ein vereinfachter Angebotsprozess kann Zeit und Kosten sparen. - Neue Bereiche wie Exosmosen und mRNA, in denen die Leukocare AG bereits Erfahrungen ausweisen kann, bieten große Wachstumschancen. - Durch interne Entwicklung sowohl im Labor als auch in der Bioinformatik ist die Leukocare AG bestrebt, den technologischen Vorsprung weiter auszubauen. Diese zukunftsweisenden Bereiche wurden daher von der Restrukturierung ausgespart. Dies kann das Angebot für Kunden attraktiver machen und gleichzeitig zu sinkenden Kosten bei der Abarbeitung von Aufträgen führen. 3. Prognosebericht: Prognose für das Geschäftsjahr 2024 Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Für das Jahr 2024 wird global erneut ein eher verhaltenes Wirtschaftswachstum erwartet. Es ist damit zu rechnen, dass der nur zögerlich nachlassende Preisauftrieb die Notenbanken veranlasst, die Leitzinsen nur langsam zu senken. Dadurch dürfte auch die Investitionstätigkeit weiterhin verhalten bleiben. Doch auch in einem schwachen Wirtschaftsumfeld bietet der Markt für Pharmaservices weiterhin Wachstumschancen. Geschäftsentwicklung der Leukocare AG Im Jahr 2023 wurden wesentliche Veränderungen bei der Leukocare AG vorgenommen. Die bedeutendste Maßnahme waren Kosteneinsparungen, zunächst durch die Schließung der US-Betriebsstätte im Februar, vor allem aber die im November beschlossene umfassende Verringerung des Personals am Standort Martinsried. Doch auch eine weitere Verbesserung des Serviceangebotes und der Kundenansprache sowie das allgemein etwas entspanntere Klima in der Pharma- und Biotechbranche sollten es ermöglichen, die Umsatzentwicklung der Leukocare AG nach dem drastischen Einbruch in 2023 wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Für das Jahr 2024 wird mit einem Umsatz von 5,5 Mio. Euro gerechnet. In den Folgejahren sollte es gelingen, wieder zu robustem Wachstum zurückzukehren. Zugleich werden die Kosten aufgrund der beschriebenen bereits implementierten Maßnahmen deutlich sinken. So wird für 2024 mit einem neutralen und im Folgejahr mit einem positiven operativen Ergebnis auf EBITDA Basis gerechnet. D. Nachtragsbericht Der Investor Petrichor Opportunities, LLC hat sich nach eingehender Prüfung und Diskussion der Restrukturierungspläne entschlossen, die Gesellschaft im März 2024 mit einem weiteren Brückendarlehn in Höhe von USD 1,5 Mio. zu unterstützen mit dem die Restrukturierungskosten gedeckt werden können. BilanzAktiva
Gewinn- und Verlustrechnung
AnhangI. Allgemeine Angaben und Erläuterungen Die LEUKOCARE AG mit Sitz in Martinsried bei München ist unter der Nr. HRB153880 im Handelsregister des Amtsgerichtes München eingetragen. Der vorliegende Jahresabschluss der LEUKOCARE AG zum 31. Dezember 2023 wurde nach den derzeit gültigen Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) erstellt. Die LEUKOCARE AG ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB, da an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen zwei der in § 267 Abs. 1 HGB genannten Kriterien überschritten waren. Die entsprechenden Erleichterungsvorschriften nach § 288 Abs. 2 HGB werden daher teilweise in Anspruch genommen. II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Im Jahresabschluss sind sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Sonderposten, Aufwendungen und Erträge enthalten, soweit gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Die Posten der Aktivseite sind nicht mit Posten der Passivseite, Aufwendungen nicht mit Erträgen verrechnet worden, soweit dies nach den Vorschriften des § 246 HGB nicht ausdrücklich gefordert wird. Die Wertansätze der Eröffnungsbilanz des Geschäftsjahres stimmen mit denen der Schlussbilanz des vorangegangenen Geschäftsjahres überein. Die Vermögensgegenstände und Schulden wurden einzeln bewertet. Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen. Es ist vorsichtig bewertet worden, namentlich sind alle vorhersehbaren Risiken und Verluste, die bis zum Abschlussstichtag entstanden sind, berücksichtigt worden, selbst wenn diese erst zwischen Abschlussstichtag und der Aufstellung des Jahresabschlusses bekannt geworden sind. Gewinne sind, soweit dies gesetzlich nicht ausdrücklich gefordert wird, nur berücksichtigt worden, wenn sie bis zum Abschlussstichtag realisiert wurden. Aufwendungen und Erträge des Geschäftsjahres sind unabhängig vom Zeitpunkt der Zahlung berücksichtigt worden. Es wurde trotz der bilanziellen Überschuldung wie bisher von einer Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen. Es wurde dieser Annahme eine integrierte Planungsrechnung samt Liquiditätsplanung durch den gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegt, die von einer verbesserten Entwicklung des Geschäftsergebnisses und einer positiven Kapitalausstattung bis zum Ende des Jahres 2025 ausgeht. Bezüglich bestandsgefährdender Risiken, denen die Gesellschaft ausgesetzt ist, verweisen wir auf Kapitel "C. 1. d) Risikobericht - Finanzrisiko/bestandsgefährdendes Risiko" des Lageberichts. Insofern besteht nach Einschätzung des gesetzlichen Vertreters der Gesellschaft eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, so dass die Gesellschaft möglicherweise nicht in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf ihre Vermögensgegenstände zu realisieren sowie ihre Schulden zu begleichen. Der Jahresabschluss vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage gemäß § 264 Abs. 2 Satz 1 HGB. Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert zum Vorjahr die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend: a) Anlagevermögen Selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Herstellungskosten, d.h. mit den bei ihrer Entwicklung angefallenen Aufwendungen als Aktivposten in die Bilanz aufgenommen und nach Fertigstellung planmäßig linear über ihre Nutzungsdauer von vier Jahren abgeschrieben. Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind mit deren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Die Nutzungsdauer liegt zwischen drei und dreiundzwanzig Jahren. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen bewertet. Dabei wurde die Abschreibungsdauer jeweils unter Zugrundelegung der voraussichtlichen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer geschätzt. Die Abschreibungen erfolgen generell linear pro rata temporis über eine Nutzungsdauer zwischen drei und dreiundzwanzig Jahren. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu EUR 800,00 werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben und als Abgang behandelt. Soweit der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Gegenständen des Anlagevermögens über dem Wert liegt, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Soweit die Gründe für in früheren Geschäftsjahren vorgenommene außerplanmäßige Abschreibungen nicht mehr bestehen, wird eine Wertaufholung vorgenommen, soweit es sich nicht um einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- oder Firmenwert handelt. b) Umlaufvermögen Vorräte Das Vorratsvermögen wurde mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bei Anwendung zulässiger Bewertungsvereinfachungsverfahren ("Fifo") unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt. In die Herstellungskosten werden neben den direkt zurechenbaren Kosten auch Fertigungs- und Materialgemeinkosten angesetzt. Die Bewertung der unfertigen Leistungen erfolgt auf Basis der angefallenen Herstellungskosten; die Gewinnrealisierung erfolgt nach Projektabnahme in Meilensteine. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit ihren Nennbeträgen oder dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind jeweils mit ihrem Nennwert ausgewiesen. c) Aktive Rechnungsabgrenzungsposten Ausgewiesen werden Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen. Die Bewertung erfolgte zum anteiligen Zahlungsbetrag. d) Rückstellungen Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewisse Verpflichtungen und werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftig kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. e) erhaltene Anzahlungen Erhaltene Anzahlungen sind mit ihrem Erfüllungsbetrag ausgewiesen. f) Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden im Rahmen der Zugangsbewertung mit dem Kurs am Tage des Geschäftsvorfalles bewertet. Kursänderungen bis zum Abschlussstichtag werden stets, Gewinne aus Kursänderungen nur bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger unter Zugrundelegung des Euro-Referenzkurses der Europäischen Zentralbank berücksichtigt. III. Erläuterungen zur Bilanz a) Anlagevermögen Die Zusammensetzung und Entwicklung des Anlagevermögens ist dem als Anlage zu diesem Anhang beigefügten Anlagenspiegel zu entnehmen. Die in den Finanzanlagen unter den Anteilen an verbundenen Unternehmen ausgewiesene Beteiligung betrifft die LEUKOCARE Inc., Milford, USA. Die Höhe der Beteiligung beträgt 100% am Kapital von US $ 1,00 der Tochtergesellschaft, ihr Jahresergebnis für das Geschäftsjahr 2023 US $ -1.821.279,26 und ihr Eigenkapital zum 31.12.2023 US $ 171.670,30. b) Umlaufvermögen Sämtliche Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Eine Wertberichtigung war nicht geboten. Soweit den einzelnen Bilanzpositionen Fremdwährungsbeträge zugrunde liegen, wurden diese mit dem Devisenkassamittelkurs zum Bilanzstichtag bewertet. c) Eigenkapital Das Gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage sind zum Nennbetrag angesetzt. Das Grundkapital der LEUKOCARE AG beträgt zum Bilanzstichtag EUR 231.773,00 und ist zum Bilanzstichtag auf 231.773 Stück auf den Namen der Gesellschafter lautende Aktien aufgeteilt. Der Wert je Stückaktie beträgt EUR 1,00. Der Vorstand ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Mai 2021 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 20. Mai 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals, um insgesamt bis zu EUR 100.000,00 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I). Der Vorstand ist darüber hinaus durch Beschluss der Hauptversammlung vom 28.07.2022 ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 28.07.2027 gegen Bareinlage einmal oder mehrmals um insgesamt um insgesamt bis zu EUR 15.000,00 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen ist (Genehmigtes Kapital 2022/1). Das Grundkapital der Gesellschaft ist durch Beschluss der Hauptversammlung am 28.07.2022 um EUR 15.000,00 zur Durchführung von Optionsrechten aus dem Aktienoptionsplan bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2022/I). Im Zuge von bislang durchgeführten Kapitalerhöhungen waren bislang von den Aktionären Aufgelder in Höhe von insgesamt EUR 21.617.246,77 eingezahlt worden, die in die Kapitalrücklage eingestellt wurden. c) Bilanzverlust Der Bilanzverlust zum 31. Dezember 2023 enthält einen Verlustvortrag in Höhe von EUR 31.207.255,88 (Vj.: EUR 21.875.486,28). d) Ausschüttungsgesperrte Beträge gem. § 268 Abs. 8 HGB Gemäß § 268 Abs. 8 HGB besteht aufgrund der Aktivierung von selbst geschaffenen und im Berichtsjahr vollständig abgeschriebenen immateriellen Vermögensgegenständen des Anlagevermögens ein ausschüttungsgesperrter Betrag in Höhe von EUR 8. e) Rückstellungen In den Steuerrückstellungen sind Verbindlichkeiten aus im folgenden Geschäftsjahr fällig an das Finanzamt abzuführende Umsatzsteuer in Höhe von TEUR 3 (Vj.: 0) ausgewiesen. In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen Verpflichtungen aus Bonuszahlungen vor allem an Vorstände mit TEUR 399 (Vj.: EUR 578), Aufsichtsratsvergütungen mit TEUR 56 (Vj.: TEUR 83), noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen mit TEUR 80 (Vj.: TEUR 193), Provisionsverpflichtungen mit TEUR 152 (Vj.: TEUR 269) und Verpflichtungen aus Gehaltszahlungen und Abfindungen an Arbeitnehmer mit TEUR 356 (Vj.: 0) erfasst. Alle Rückstellungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr und werden dementsprechend nicht abgezinst. f) Erhaltene Anzahlungen Bei den erhaltenen Anzahlungen in Höhe von TEUR 293 (Vj.: TEUR 0) handelt es sich um Vorauszahlungen von Kunden für Aufträge, die zum Bilanzstichtag noch nicht abgeschlossen waren. g) Verbindlichkeiten In den Verbindlichkeiten sind solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von EUR 489.901,45 (Vj.: EUR 508.532,56) erfasst, die alle eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr aufweisen. Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen insgesamt EUR 20.169.879,58 (Vj.: EUR 15.425.349,83), von denen ein Betrag in Höhe von EUR 16.990.046,15 (Vj.: EUR 15.406.176,10) eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr aufweist. Bei einer Verbindlichkeit in Höhe von EUR 3.179.833,43 (Vj.: EUR 19.173,73) beträgt die Restlaufzeit mehr als ein Jahr. Sie ist verzinslich und wird daher nicht abgezinst. Bei den sonstigen Verbindlichkeiten handelt es sich bei einem Betrag in Höhe von EUR 20.075.275,91 (Vj.: EUR 15.305.242,64) um Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern. Davon entfällt ein Betrag in Höhe von EUR 13.574.660,64 (Vj.: EUR 14.063.378,96) auf Verbindlichkeiten aus einem Wandeldarlehen, das eine Laufzeit bis 30.06.2025 hat. Außerdem ist ein Betrag in Höhe von EUR 3.320.781,84 (Vj.: 1.241.863,68) als auf das Wandeldarlehen entfallende Zinsverbindlichkeit erfasst. Darüber hinaus ist ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von EUR 2.925.425,64 (Vj.: EUR 0,00) samt zugehöriger Zinsen in Höhe von EUR 254.407,79 (Vj.: EUR 0,00) erfasst, das eine Laufzeit bis 25.06.2026 hat. g) Haftungsverhältnisse Zum Bilanzstichtag bestanden keine Haftungsverhältnisse im Sinne des § 251 HGB: h) sonstigen finanziellen Verpflichtungen
IV. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung wird gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren vorgenommen. Die Umsatzerlöse werden durch Auftragsforschung im biotechnologischen Bereich und durch Lizenzvergaben erzielt. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind Erträge aus Währungsumrechnung in Höhe von EUR 574.317,08 (Vj.: EUR 451.437,77) erfasst. Im Personalaufwand sind Aufwendungen für Abfindungsrückstellungen in Höhe von EUR 355.814,00 enthalten. Dabei handelt es sich um Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung und außergewöhnlicher Bedeutung im Sinne des § 285 Nr. 31 HGB. In den Abschreibungen auf Finanzanlagen sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 155.356,74 enthalten. Dabei handelt es sich um Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung im Sinne des § 285 Nr. 31 HGB. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Aufwendungen aus Währungsumrechnungen in Höhe von EUR 28.712,62 (Vj.: EUR 622.175,09) enthalten. Im Berichtsjahr betrugen die Aufwendungen für Altersvorsorge EUR 5.770,06 (Vj.: EUR 5.400,96). V. Nachtragsbericht Zur kurzfristigen Sicherung der Liquidität wurde am 31.03.2023 ein Überbrückungsdarlehen in Höhe von US $ 2.180.000,00 aufgenommen, das Anfang April 2023 ausbezahlt worden ist. Es hat eine Laufzeit bis Juni 2026, kann vom Darlehensnehmer aber jederzeit vorzeitig zurückbezahlt werden. Der Investor Petrichor Opportunities, LLC hat sich nach eingehender Prüfung und Diskussion der Restrukturierungspläne entschlossen, die Gesellschaft im März 2024 mit einem weiteren Brückendarlehn in Höhe von USD 1,5 Mio. zu unterstützen mit dem die Restrukturierungskosten gedeckt werden können. VI. Sonstige Angaben Mitarbeiter Im Jahr 2023 wurden durchschnittlich 83 Mitarbeiter beschäftigt, davon sind - 50 wissenschaftliche Mitarbeiter - 33 Mitarbeiter in Verwaltung, Vertrieb und Supportfunktionen Organe der Gesellschaft Vorstände im Berichtsjahr waren: Herr Michael Scholl, Furth - CEO - Kaufmännischer Vorstand Auf die Angabe der Bezüge und sonstiger Ansprüche der Vorstände wird unter Bezugnahme auf § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen: Herr Dr. Harald Mosler, München (bis 20.07.2023 Mitglied des Aufsichtsrats, bis 04.04.2023 Vorsitzender) - Rechtsanwalt Herr Dr. Wolfgang Schwandner, Poing - Geschäftsführer der ARNIKA Beteiligungen GmbH Herr Dr. Jean-Paul Prieels, Lasne (Belgien) - Unternehmensberater Herr Dr. Gerhard Ries, Nenzlingen/Basel (Schweiz) - Unternehmensberater Herr Dr. Andreas Rummelt, Basel (Schweiz) - Unternehmensberater Herr Dr. Frank Mathias, München, CEO der Rentschler Biotechnologie GmbH (bis 14.03.2023) Herr Jürgen Müller, Schemmerhofen (ab 15.03.2023 bis 20.06.2023) - Geschäftsführer der Rentschler Beteiligungs GmbH Herr Dr. Maximilian Rittmeister, Frankfurt am Main (ab 21.06.2023) - Rechtsanwalt Herr Tadd Wessel, New York (USA), Partner der Petrichor LLC (Vorsitzender ab 05.04.2023) Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats beliefen sich um Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 24 (Vj.: TEUR 48).
Martinsried, den 24. Juni 2024 gez. Michael Scholl, Vorstand Anlagenspiegel 2023LEUKOCARE AG
Bericht des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat hat im abgelaufenen Geschäftsjahr die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Tätigkeit des Vorstandes während des Geschäftsjahres 2023 anhand regelmäßig vom Vorstand vorgelegter Berichte sowie im Zuge fortlaufenden persönlichen und telefonischen Kontaktes mit dem Vorstand überwacht und geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich vom Vorstand über die Entwicklung der Gesellschaft und über wichtige Geschäftsvorfälle informieren lassen und diese mit dem Vorstand besprochen. Neben der Entwicklung des laufenden Geschäfts und wichtigen geschäftlichen Einzelvorgängen wurden insbesondere unternehmensstrategische Entscheidungen besprochen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2023 regelmäßig, zeitnah und umfassend über alle unternehmensrelevanten Fragen der Planung, der Geschäftsentwicklung, der Risikolage, des Risikomanagements, der strategischen Maßnahmen sowie über wichtige Geschäftsvorgänge und -vorhaben informiert. Insbesondere wurden alle zustimmungspflichtigen Maßnahmen sowie die strategische Ausrichtung des Unternehmens eingehend beraten. Geschäftsvorgänge, die von besonderer Bedeutung waren, wurden vor Beschlussfassung von Aufsichtsrat und Vorstand eingehend beraten. Über besondere Absichten und Vorhaben, die für das Unternehmen eilbedürftig waren, wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand auch zwischen den Sitzungen ausführlich informiert, und er hat - sofern erforderlich - sein schriftliches Votum erteilt. Der jeweilige Vorsitzende des Aufsichtsrats ließ sich auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig über die aktuelle Geschäftslage und wesentliche Geschäftsvorgänge im Unternehmen unterrichten. Der Abschlussprüfer, die Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat den Jahresabschluss der LEUKOCARE AG einschließlich des Lageberichtes betreffend das Geschäftsjahr 2023 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Über das Ergebnis seiner Prüfung hat der Abschlussprüfer berichtet und folgenden Bestätigungsvermerk erteilt: "Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar." Der Vorstand der LEUKOCARE AG hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 unverzüglich nach seiner Aufstellung zur Prüfung vorgelegt, dieser lag allen Mitgliedern des Aufsichtsrats vor und wurde von diesen auch selbst geprüft. Der Jahresabschluss weist einen Jahresfehlbetrag von EUR 7.882.581,58 aus. Der Abschlussprüfer hat über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung gestanden. Nach dem Ergebnis seiner eigenen Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwände gegen den Jahresabschluss sowie den Lagebericht und stimmt dem Jahresabschluss zu. Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss wird seitens des Aufsichtsrates gebilligt und ist damit gemäß §22.2 der Satzung festgestellt.
München, 26.06.2024 gez. Tadd Wessel, Vorsitzender des Aufsichtsrates sonstige BerichtsbestandteileAngaben zur Feststellung: Der Jahresabschluss wurde am 26.06.2024 festgestellt. BestätigungsvermerkBei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt: Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die LEUKOCARE AG, Martinsried Prüfungsurteile Wir haben den Jahresabschluss der LEUKOCARE AG, Martinsried, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der LEUKOCARE AG, Martinsried, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit Wir verweisen auf Abschnitt "II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang sowie die Angaben in Abschnitt "C. 1.d) Risikobericht - Finanzrisiko/bestandsgefährdendes Risiko" des Lageberichts, in denen der gesetzliche Vertreter beschreiben, dass unter den angegebenen Prämissen nach Dafürhalten des Vorstands der Leukocare AG die Liquidität auf Basis der aktuellen Geschäftsplanung bis über das Jahr 2025 hinaus gesichert ist. Des Weiteren führt der gesetzliche Vertreter aus, dass sollten sich Abweichungen von den der Geschäftsplanung zugrundliegenden Prämissen ergeben und dies nicht durch erneute Kostensparmaßnahmen ausgeglichen werden kann, die Gesellschaft zur Überbrückung der Talsohle und Fortführung der Geschäftstätigkeit auf weitere externe finanzielle Unterstützung sowie einen Verzicht auf kreditvertragliche Kündigungsrechte aufgrund der Nichteinhaltung von vereinbarten finanziellen Kennzahlen angewiesen ist und ohne diese in ihrem Fortbestand gefährdet wäre. Wie in Abschnitt "II. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" im Anhang und Abschnitt "C. 1.d) Risikobericht - Finanzrisiko/bestandsgefährdendes Risiko" des Lageberichts dargelegt, zeigen diese Ereignisse und Gegebenheiten, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert. Verantwortung des gesetzlichen Vertreters und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht Der gesetzliche Vertreter ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der gesetzliche Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der gesetzliche Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus • identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. • gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. • beurteilen wir die Angemessenheit der von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. • ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von dem gesetzlichen Vertreter angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. • beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. • beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. • führen wir Prüfungshandlungen zu den von dem gesetzlichen Vertreter dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von dem gesetzlichen Vertreter zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 24. Juni 2024 Grant Thornton AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gez. Stephan Mauermeier, Wirtschaftsprüfer gez. Florian Wenger, Wirtschaftsprüfer |
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