Sparkasse Hegau-Bodensee

Singen (Hohentwiel)

Stammdaten

Register
Amtsgericht Freiburg HRA 540943
Vorher
Sparkasse Singen-Radolfzell
Eingetragen
6.4.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenBausparkassen
Gegenstand
Betreiben aller banküblichen Geschäfte im Sinne des § 6 SpG Baden-Württemberg.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Jens Heinert
seit 5.3.2010
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Hegau-Bodensee

Singen (Hohentwiel)

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Jahresabschluss

zum Geschäftsjahr 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht der Sparkasse Hegau-Bodensee - Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen der Geschäftstätigkeit der Sparkasse Hegau-Bodensee


Die Sparkasse Hegau-Bodensee (in den folgenden Ausführungen auch kurz: Sparkasse) ist gemäß § 1 des Sparkassengesetzes für Baden-Württemberg (SpG) eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie ist Mitglied des Sparkassenverbands Baden-Württemberg (SVBW), Stuttgart und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. (DSGV), Berlin, angeschlossen. Sie ist beim Amtsgericht Freiburg im Breisgau unter der Nummer A 540943 im Handelsregister eingetragen.


Träger der Sparkasse sind die Städte Singen, Radolfzell und Stockach sowie die Gemeinden Bod-man-Ludwigshafen, Eigeltingen, Gaienhofen, Moos, Mühlingen, Öhningen, Orsingen-Nenzingen, Rielasingen-Worblingen, Steißlingen und Volkertshausen. Ebenfalls zu den Trägern gehört die nicht zum Geschäftsbezirk gehörende Gemeinde Hohenfels.


Organe der Sparkasse sind der Vorstand, der Verwaltungsrat und der Kreditausschuss.


Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Baden-Württemberg (SVBW) und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Die Sparkasse bietet als selbstständiges regionales Wirtschaftsunternehmen zusammen mit ihren Partnern aus der Sparkassen-Finanzgruppe Privatkunden, Unternehmen und Kommunen Finanzdienstleistungen und -produkte an, soweit das Sparkassengesetz Baden-Württemberg, die Sparkassengeschäftsverordnung oder die Satzung keine Einschränkungen vorsehen. Der im Sparkassengesetz verankerte öffentliche Auftrag verpflichtet die Sparkasse, mit ihrer Geschäftstätigkeit in ihrem Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und die angemessene und ausreichende Versorgung aller Bevölkerungskreise, der Wirtschaft - insbesondere des Mittelstands - und der öffentlichen Hand mit Bankdienstleistungen sicherzustellen.


Die Gesamtzahl der aktiv Beschäftigten hat sich zum 31. Dezember 2023 gegenüber dem Vorjahr um 0,23% auf 433 Mitarbeiter verringert, von denen 238 vollzeitbeschäftigt, 174 teilzeitbeschäftigt sowie 22 in Ausbildung sind. Zum Jahresende beschäftigte die Sparkasse insgesamt 268 aktive Mitarbeiterinnen und 165 aktive Mitarbeiter. Der Rückgang kann als Folge einer natürlichen Fluktuation angesehen werden.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen im Jahr 2023

Volkswirtschaftliches Umfeld


Die Weltwirtschaft hatte in den letzten Jahren mit der Covid-19-Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und schließlich der sprunghaft angestiegenen Inflation in Verbindung mit ebenso steigenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen. Hinzu kamen im Jahr 2023 zunehmende geopolitische Spannungen, die weitere Unsicherheit schürten. Zugleich dämpften die Zinserhöhungen zahlreicher Notenbanken die Wirtschaftsaktivität - vor allem bei den Investitionen. Dies alles belastete das globale Wachstum merklich.


Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) ist die globale Wirtschaftsleistung 2023 um voraussichtlich 3,1% gewachsen. Der Euro-Raum verlor hingegen an Wachstumsdynamik und erreichte lediglich 0,5% realen Zuwachs. Die deutsche Volkswirtschaft verzeichnete 2023 ein um 0,3% schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt und konnte somit entgegen der gesamteuropäischen Entwicklung nicht von Überhängen aus dem Vorjahr profitieren. Ursächlich hierfür waren die hohen Preise auf allen Wirtschaftsstufen, die Unsicherheit hinsichtlich einer Gasmangellage im Winter, die ungünstigen Finanzierungsbedingungen durch das weiterhin ansteigende Zinsniveau sowie eine geringere Nachfrage aus dem In- und Ausland.


Der Außenhandel leistete einen positiven Wachstumsbeitrag, wenngleich der rechnerisch saldierten Konstellation geschuldet. Die Exporte selbst sanken 2023 real um 1,8%, die deutschen Importe um 3,0% und somit stärker als die Exporte.


Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2023 gemessen am Verbraucherpreisindex um 5,9% im Durchschnitt gegenüber 2022 gestiegen und verharren somit weiterhin über dem 2%-Ziel der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB). Auch 2023 hat die EZB daher den Kampf gegen die persistent hohen Inflationsraten weitergeführt. Insgesamt hat die EZB im Berichtsjahr 2023 ihren Hauptrefinanzierungssatz um insgesamt 200 Basispunkte auf 4,5% erhöht. Den Einlagensatz hat sie im gleichen Zeitraum ebenfalls um 200 Basispunkte auf 4,0% erhöht.


Die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen sind daher insbesondere im vierten Quartal 2023 per Saldo gesunken. Zum Schluss des Jahres 2022 lagen sie bei 2,51%. Ende 2023 wurde für diese Benchmark eine Rendite von 2,02% verzeichnet.


Mit der Zinswende kam es im Jahr 2023 zu einem Ende des jahrelangen Anstiegs der Preise für Wohnimmobilien in Deutschland. Sowohl die Preise für Wohnimmobilien als auch für Bürogebäude waren 2023 rückläufig, da die Nachfrage nach Wohnimmobilien aufgrund gestiegener Finanzierungskosten und der hohen Inflation gesunken ist. Die Wohnungs- und Büromieten tendierten hingegen aufwärts. Die Bautätigkeit in Deutschland wurde durch das erhöhte Zinsniveau stark gebremst. Das Angehen neuer Projekte kam praktisch völlig zum Erliegen. Die Bauinvestitionen sanken daher im dritten Jahr in Folge, 2023 noch einmal preisbereinigt um 2,1%.


Die Aktienkurse wurden von den Bewegungen der Leitzinsen und Kapitalmarktzinsen 2023 im Zusammenhang mit der Preisentwicklung stark beeinflusst. Nach einem ungünstigen Börsenjahr 2022 legten die großen Aktienindizes 2023 deutlich zu. Der DAX stieg zum Jahresende auf 16.751 Punkte bzw. um 20,3% im Vergleich zum Vorjahresendstand. Hintergrund für diese Entwicklung war, insbesondere im vierten Quartal 2023, ein starker Aktienkursanstieg aufgrund der vorherrschenden Zinssenkungsfantasien.


Der deutsche Arbeitsmarkt zeigte sich trotz der schwachen Konjunktur robust. Die Arbeitslosenquote stieg nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit lediglich leicht von durchschnittlich 5,4% in 2022 auf 5,7% in 2023 und in Baden-Württemberg von 3,6% auf 4,0%. Darüber hinaus ist der Fachkräftemangel in vielen Branchen weiterhin von hoher Relevanz. Er ist zu einer angebotsseitigen Beschränkung der Wirtschaftsentwicklung geworden.


Der von der IHK Hochrhein-Bodensee errechnete Index für das Konjunkturklima in der Region war im Jahresverlauf deutlich rückläufig. Die Einschätzung der Unternehmen hinsichtlich der Geschäftslage ist dementsprechend im Laufe des Jahres gesunken. Dies liegt hauptsächlich am nationalen und internationalen Nachfragerückgang, der sich aufgrund gestiegener geopolitischer Verunsicherungen und einer nach wie vor hohen Inflation ergab. Neben rückläufigen Auftragseingängen, insbesondere in der Industrie und in der Dienstleistungsbranche, sehen die in der Region ansässigen Unternehmen hauptsächlich den Fachkräftemangel aufgrund der bevorstehenden demografischen Entwicklung, die sinkende Inlandsnachfrage und die steigenden Arbeitskosten jeweils aufgrund der hohen Inflationsraten sowie die Energiepreise als größte Herausforderungen bzw. Geschäftsrisiken.


Die Ratings der Sparkassen-Finanzgruppe blieben im Jahr 2023 auf hohem Niveau stabil. Demzufolge veränderten sich die Ratings der beiden Ratingagenturen Moody's Investors Service (Rating "Aa2" vom April 2023) und Fitch (Rating "A+" vom Juli 2023) nicht und konnten somit bestätigt werden.

Branchenumfeld und rechtliche Rahmenbedingungen 2023


Das makrofinanzielle Umfeld ist von der Zinswende und einer erhöhten Unsicherheit geprägt. Dabei hat sich das seit 2022 gestiegene Zinsniveau, welches sich in 2023 invers entwickelte, sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite deutlich auf das Geschäft der Kreditinstitute ausgewirkt.


Im Aktivgeschäft der Kreditinstitute ist der Bestand an niedrig verzinsten Krediten mit langer Zinsbindung hoch und die Kreditnachfrage hat sich deutlich abgeschwächt. So ist die Neukreditvergabe an Unternehmen seit Herbst 2022 nach Angaben der Deutschen Bundesbank deutlich gesunken. Ebenso ist eine deutlich schwächere Kreditvergabe für neue Wohnimmobilienfinanzierungen festzustellen.


Über mehrere Jahre hinweg hatten Niedrig- bzw. Negativzinsen und der Mangel an sicheren Anlagealternativen zu einem starken Anstieg der Sichteinlagen geführt. Im Zuge des steigenden Zinsniveaus haben Termineinlagen im Einlagengeschäft wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Folglich kam es zu erheblichen Umschichtungen von Sichteinlagen zu Termingeldern und verzinsten Anlageprodukten. Dieser Trend ist insbesondere bei den Kredit- und Regionalbanken sowie Sparkassen zu beobachten. In Summe nahmen laut der Deutschen Bundesbank die Kundeneinlagen bei Kreditinstituten im Inland im Jahr 2023 um 2,0% zu. Während die täglich fälligen Bankguthaben um 6,6% zurückgingen, gab es deutliche Steigerungen bei Termineinlagen (+25,9%).


Nachdem die langandauernde Niedrigzinsphase die Ertragskraft der Kreditinstitute deutlich belastet hatte, führte die Zinswende der EZB zu einem spürbaren Anstieg der zentralen Ertragsquelle "Zinsüberschuss" und machte sich 2023 positiv in der Ertragslage der Banken bemerkbar. Wie die Deutsche Bundesbank in ihrer Analyse der Ertragslage der deutschen Kreditinstitute hervorhebt, wird sich der Wertberichtigungsbedarf auf festverzinsliche Wertpapiere im Jahr 2023 voraussichtlich verringern, demgegenüber werden die Kreditinstitute voraussichtlich eine höhere Kreditvorsorge zu bilden haben.


Aufsichtsrechtliche Änderungen ergaben sich durch die Aktualisierung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (7. MaRisk-Novelle) durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Juni 2023. Mit dieser Novelle wurden die Anforderungen an die Kreditvergabe und Überwachung sowie Regelungen zur Handhabung des Immobiliengeschäfts und der Nachhaltigkeitsrisiken angepasst bzw. ergänzt. Soweit die Änderungen der MaRisk klarstellenden Charakter hatten, trat die neue Fassung mit ihrer Veröffentlichung in Kraft. Für neue Anforderungen galt eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2024. Dies bezog sich insbesondere auf die Regelungen zu den Immobiliengeschäften.


Sowohl der institutsspezifische antizyklische Kapitalpuffer als auch der sektorale Systemrisikopuffer für durch Wohnimmobilien besicherte Kredite, die jeweils im Vorjahreslagebericht erläutert wurden, sind seit 1. Februar 2023 zusätzlich zu den Mindesteigenmittelanforderungen einzuhalten. Darüber hinaus hat die BaFin im Rahmen des im Vorjahreslagebericht beschriebenen aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozesses (Supervisory Review and Evaluation Process - SREP) mit Bescheid vom 16.01.2023 bei der Sparkasse eine über die Mindestanforderungen hinausgehende aufsichtliche Eigenmittelempfehlung festgelegt, die zur Abdeckung von Risiken in Stresssituationen dient.


Insgesamt müssen sich die Kreditinstitute auf eine Fortsetzung der Regulierungspolitik der letzten Jahre sowie mittelfristig auf weiter erhöhte Eigenmittelanforderungen einstellen. So wurde beispielsweise am 15. Februar 2024 bereits die 8. MaRisk-Novelle von der BaFin zur Konsultation gestellt.

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Folgende Kennziffern stellen unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:

Kennzahlen
Wachstum Bilanzielle Forderungen an Kunden 1
Entwicklung Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2
Provisionsüberschuss 3
Verwaltungsaufwand 4
Betriebsergebnis vor Bewertung 5
Gesamtkapitalquote gem. CRR 6

1 Wachstum Bilanzielle Forderungen an Kunden = Bilanzpositionen Aktiva 4 und Aktiva 9
2 Entwicklung Verbindlichkeiten gegenüber Kunden = Bilanzpositionen Passiva 2 und Passiva 9
3 Provisionsüberschuss = Überschuss in der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
4 Verwaltungsaufwand = Personal- und Sachaufwendungen in der Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Aufwendungen)
5 Betriebsergebnis vor Bewertung = Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)
6 Gesamtkapitalquote gem. CRR = Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die risikobezogenen Positionswerte

2.3 Darstellung, Analyse und Beurteilung des Geschäftsverlaufs

Bestand zum Jahresende Anteil in % des Geschäftsvolumens
2023 2022 Veränderung Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % %
Bilanzsumme 3.971,6 3.980,7 -9,1 -0,2
Geschäftsvolumen 4.200,3 4.205,6 -5,3 -0,1
Forderungen an Kreditinstitute 149,7 109,1 40,6 37,2 3,6
Kundenkreditvolumen 3.069,0 3.024,9 44,1 1,5 73,1
darunter:
Bilanzielle Forderungen an Kunden 2.840,3 2.800,0 40,3 1,4 67,7
Wertpapieranlagen 852,6 820,6 32,0 3,9 20,3
Beteiligungen / Anteilsbesitz 27,2 27,7 -0,5 -1,8 0,6
Sachanlagen 30,7 31,9 -1,2 -3,8 0,7
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 968,8 886,6 82,2 9,3 23,1
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.511,2 2.611,2 -100,0 -3,8 59,8
Rückstellungen 46,4 45,3 1,1 2,4 1,1
Eigenkapital 161,7 159,9 1,8 1,1 3,9
Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren:
Wachstum Bilanzielle Forderungen an Kunden 2.840,3 2.800,0 40,3 1,4 67,7
Entwicklung Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 2.511,2 2.611,2 -100,0 -3,8 59,8

2.3.1 Bilanzsumme und Geschäftsvolumen


Die Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr 2023 von 3.980,7 Mio. EUR auf 3.971,6 Mio. EUR verringert. Dies entspricht einer Abnahme von 9,1 Mio. EUR (0,2%). Das Geschäftsvolumen (Bilanzsumme zuzüglich Eventualverbindlichkeiten) hat sich von 4.205,6 Mio. EUR auf 4.200,3 Mio. EUR und damit um 5,3 Mio. EUR (0,1%) verringert. Hintergründe für diese Entwicklung sind der deutliche Rückgang der Guthaben bei der Deutschen Bundesbank sowie die Abnahme der Bestände an Schuldverschreibungen (aufgrund von Rückzahlungen). Demgegenüber stehen jedoch eine Zunahme der Forderungen an Kreditinstitute und an Kunden sowie Wertaufholungen bei den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren. Auf diese Weise lässt sich die lediglich leichte Reduzierung der Bilanzsumme begründen. Das Geschäftsvolumen nahm etwas weniger ab als die Bilanzsumme, da die unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten leicht anstiegen.

2.3.2 Aktivgeschäft

2.3.2.1 Forderungen an Kreditinstitute


Die Forderungen an Kreditinstitute erhöhten sich von 109,1 Mio. EUR um 37,2% auf 149,7 Mio. EUR. Der Bestand setzt sich dabei hauptsächlich aus bei Kreditinstituten unterhaltenen Liquiditätsreserven sowie Schuldscheinen zusammen. Der Anstieg der Forderungen an Kreditinstitute ist vor allem auf die Zunahme der kurzfristigen und täglich fälligen Forderungen zurückzuführen.

2.3.2.2 Kundenkreditvolumen


Infolge der Zinsentwicklung im Jahr 2023 war eine Reduzierung der Kreditnachfrage zu beobachten. Dennoch erhöhte sich das Kundenkreditvolumen (bilanzielle Forderungen und Eventualverbindlichkeiten unter dem Bilanzstrich) um 44,1 Mio. EUR (1,5%) und summierte sich zum Bilanzstichtag auf 3.069,0 Mio. EUR. Die bilanziellen Forderungen an Kunden (Aktiva 4 und 9) erhöhten sich um 40,3 Mio. EUR bzw. 1,4% auf 2.840,3 Mio. EUR zum Bilanzstichtag.


Das Wachstum des Kundenkreditvolumens verteilte sich desweiteren hauptsächlich über den kurz- und mittelfristigen Bereich, nachdem in den Vorjahren hauptsächlich ein Wachstum der langfristigen Forderungen beobachtet werden konnte.


Bei den gewerblichen Kreditkunden waren hohe Zuwächse zu verzeichnen. Insgesamt wurde dementsprechend nahezu das gesamte Kreditwachstum im gewerblichen Bereich generiert, wohingegen die Baufinanzierungen im Berichtsjahr leicht rückläufig waren.


Über die Hälfte der Kreditforderungen entfällt, wie bereits im Vorjahr, auf Unternehmen und Selbstständige.


Die Darlehenszusagen beliefen sich im Jahr 2023 auf 349,3 Mio. EUR und lagen damit unter dem Wert des Vorjahres (502,7 Mio. EUR). Die darin enthaltenen Darlehenszusagen zur Finanzierung des Wohnungsbaus lagen mit 148,0 Mio. EUR ebenso unter dem Vorjahreswert (287,7 Mio. EUR).


Insgesamt empfinden wir die Erhöhung der bilanziellen Forderungen an Kunden vor dem Hintergrund der zuvor geschilderten Zinsentwicklung als zufriedenstellend, da das im Vorjahr prognostizierte moderate Wachstum im Allgemeinen erreicht werden konnte, wenngleich die erwartete gleichmäßige Verteilung dieses Wachstums auf das Baufinanzierungs- und das Firmenkundengeschäft nicht eingetreten ist.


Die unter dem Bilanzstrich ausgewiesenen Eventualverbindlichkeiten nahmen um 3,8 Mio. EUR zu, dies entspricht einer prozentualen Zunahme von 1,7%, und summierten sich zum Jahresende auf 228,7 Mio. EUR.

2.3.2.3 Wertpapieranlagen


Zum Bilanzstichtag erhöhte sich der Bestand an Wertpapieranlagen gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 32,0 Mio. EUR bzw. 3,9% auf 852,6 Mio. EUR.


Hervorzuheben ist bei dieser Entwicklung die Reduzierung des Bestands an Schuldverschreibungen und festverzinslichen Wertpapieren um 16,7 Mio. EUR (6,3%) infolge der Rückzahlung fälliger Rentenpapiere. Demgegenüber steht eine Erhöhung des Bestands an Aktien und nicht festverzinslichen Wertpapieren um 48,6 Mio. EUR (8,7%). Ursächlich hierfür sind primär Investitionen in diverse Investmentfonds.

2.3.2.4 Beteiligungen / Anteilsbesitz


Im Geschäftsjahr 2023 sank das Volumen der Beteiligungen um 0,5 Mio. EUR auf 27,2 Mio. EUR. Die Veränderung ergab sich aus einer Rückzahlung der Einlagen bei einem Verbundunternehmen. Abschreibungen auf Beteiligungen mussten nicht vorgenommen werden. Der Anteil an einem verbundenen Unternehmen blieb unverändert.

2.3.2.5 Sachanlagen


Der Wert der Sachanlagen reduzierte sich im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Mio. EUR auf 30,7 Mio. EUR. Diese Reduktion ergab sich hauptsächlich aus den planmäßigen Abschreibungen.

2.3.3 Passivgeschäft

2.3.3.1 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten


Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten handelt es sich überwiegend um Mittel, die der Finanzierung des Kreditgeschäfts dienen sowie um Gelder, die zur Anlage in Wertpapieren genutzt werden. Daneben hat die Sparkasse an Offenmarktgeschäften der Deutschen Bundesbank teilgenommen, wobei diese sukzessive zurückgeführt wurden. Die Rückzahlungen der fälligen Offenmarktgeschäfte wurden im Berichtsjahr größtenteils durch weitere Aufnahmen von befristeten Einlagen sowie die Ausgabe von Sparkassenbriefen refinanziert. Per Saldo stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten somit um 82,2 Mio. EUR (9,3%) an und summierten sich zum Bilanzstichtag auf 968,8 Mio. EUR. Diese Entwicklung begründet sich hauptsächlich in der Abnahme der Kundenverbindlichkeiten.

2.3.3.2 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden nahmen im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 100,0 Mio. EUR (3,8%) ab. Zum Bilanzstichtag belief sich der Bestand auf 2.511,2 Mio. EUR. Der erhebliche Rückgang im Bereich der Spareinlagen sowie der täglich fälligen Verbindlichkeiten konnte teilweise durch einen Anstieg der Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist kompensiert werden. Insofern wurden aufgrund der gestiegenen Zinsen vermehrt kurzfristige, liquide und niedrig verzinsliche Sicht- und Spareinlagen in längerfristige und höher verzinsliche Anlageformen umgeschichtet.


In Bezug auf unsere im Vorjahr getroffene Prognose ist festzustellen, dass ein deutlicher Rückgang der Kundeneinlagen eingetreten ist. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass durch ebenjenen Zinsanstieg der Wettbewerb um Einlagen erheblich zugenommen hat.

2.3.4 Dienstleistungsgeschäft


Im Dienstleistungsgeschäft der Sparkasse Hegau-Bodensee sind die Girokontoführung, der Zahlungsverkehr, das Wertpapiergeschäft, das Vermittlungsgeschäft im Sparkassenverbund sowie das Auslandsgeschäft nach wie vor wichtige Säulen.


Das Provisionsergebnis aus dem Giroverkehr stieg zum 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Mio. EUR auf insgesamt 11,3 Mio. EUR an. Ursächlich für diese Entwicklung sind größtenteils die in diesem Jahr durchgeführten Preisanpassungen im Bereich der Geschäftsgirokonten.


Im Wertpapiergeschäft wurden sowohl bei den Wertpapierkäufen als auch bei den Wertpapierverkäufen unserer Kunden höhere Umsätze im Vergleich zum Vorjahr erzielt. Der Nettoabsatz, also die Differenz zwischen Käufen und Verkäufen, war darüber hinaus positiv und belief sich im Berichtsjahr auf 43,3 Mio. EUR.


Das Vermittlungsgeschäft innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe war von einer tendenziell steigenden Entwicklung gekennzeichnet. Im Bauspargeschäft lag die vermittelte Bausparsumme mit 43,0 Mio. EUR deutlich über dem Niveau des Vorjahres (33,6 Mio. EUR). Die für die SV Sparkassen-Versicherung im Jahr 2023 vermittelten Lebens- bzw. Rentenversicherungen lagen hingegen mit 10,5 Mio. EUR lediglich knapp unter dem Niveau des Vorjahres (11,6 Mio. EUR). Die Beitragssummen der vermittelten Policen im Sachversicherungsgeschäft lagen ebenfalls unter dem Vorjahreswert. Weiterhin erfolgreich läuft die seit Jahren bestehende enge Zusammenarbeit mit der S-Kreditpartner GmbH bei der Vermittlung von Konsumentenkrediten, wenngleich die Höhe der erzielten Provisionserlöse im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig ist. Dies kann hauptsächlich auf den schnellen Zinsanstieg im Laufe des Berichtsjahrs zurückgeführt werden. Die Abschlussprovisionen lagen geringfügig unter denen des Vorjahres. Bei der Vermittlung von Derivaten kam es zu einer Steigerung der Provisionserträge.


Im Auslandsgeschäft stellt die Sparkasse ein umfangreiches Produktprogramm zur Verfügung. In diesem Segment lagen die Bruttoerträge auf hohem Niveau nur geringfügig unter denen des Vorjahres.

2.4 Darstellung, Analyse und Beurteilung der Lage

2.4.1 Vermögenslage


Die Vermögenslage unserer Sparkasse ist gekennzeichnet durch einen Anteil des Kundenkreditvolumens am Geschäftsvolumen in Höhe von 73,1% (im Vorjahr: 71,9%). Der Anteil des Kundenkreditvolumens am Geschäftsvolumen hat sich somit im Jahr 2023 leicht erhöht. Ebenso erhöhte sich der Anteil der Wertpapieranlagen am Geschäftsvolumen von 19,5% im Vorjahr auf 20,3%. Im Verhältnis zum nahezu konstanten Geschäftsvolumen hat sich der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden von 62,1% auf 59,8% ermäßigt. Der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat sich von 21,1% auf 23,1% erhöht. Gegenüber dem Vorjahr ergaben sich insofern keine grundlegenden Veränderungen bei diesen Strukturanteilen.


Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags angesetzt. Einzelheiten sind dem Anhang zum Jahresabschluss zu entnehmen. Für besondere Risiken des Geschäftszweigs der Kreditinstitute wurde zusätzlich Vorsorge getroffen.


Die zum Jahresende ausgewiesene Sicherheitsrücklage erhöhte sich durch die Zuführung des Bilanzgewinns 2022. Insgesamt weist die Sparkasse zum Bilanzstichtag 31.12.2023 vor Gewinnverwendung ein Eigenkapital in Höhe von 159,9 Mio. EUR (im Vorjahr: 158,6 Mio. EUR) aus. Neben der Sicherheitsrücklage verfügt die Sparkasse über umfangreiche weitere aufsichtsrechtliche Eigenkapitalbestandteile. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g HGB durch eine zusätzliche Vorsorge von 20,0 Mio. EUR auf 273,5 Mio. EUR erhöht.


Die Gesamtkapitalquote gemäß Art. 92 CRR (Verhältnis der angerechneten Eigenmittel bezogen auf die anrechnungspflichtigen Positionen (bedeutsamster Leistungsindikator)) übertraf am 31. Dezember 2023 mit 15,99% (Vorjahr: 16,73%) die aufsichtlichen Mindestanforderungen von 8,0% gemäß CRR zuzüglich SREP-Zuschlag, der kombinierten Kapitalpufferanforderungen sowie der den Kapitalerhaltungspuffer übersteigenden Anteil der Eigenmittelempfehlung nach § 6d KWG. Zum 1. Februar 2022 erhöhte sich der antizyklische Kapitalpuffer von null auf 0,75% der risikogewichteten Positionswerte und es wurde ein Systemrisikopuffer von 2,00% für den Wohnimmobiliensektor eingeführt. Beide Kapitalpufferanforderungen sind seit dem 1. Februar 2023 zu erfüllen. Zudem können wir den von der Aufsicht festgelegten, den Kapitalerhaltungspuffer übersteigenden Anteil der Eigenmittelempfehlung zur Abdeckung von Risiken in Stresssituationen vorhalten. Die anrechnungspflichtigen Positionen zum 31. Dezember 2023 betrugen 2.777,3 Mio. EUR und die aufsichtlich anerkannten Eigenmittel 444,0 Mio. EUR.


Auch die harte Kernkapitalquote bzw. die Kernkapitalquote überstiegen die aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Werte deutlich. Die Kernkapitalquote belief sich zum 31. Dezember 2023 auf 14,84% der anrechnungspflichtigen Positionen nach CRR.


Für das Jahr 2023 gingen wir von keiner wesentlichen Änderung der Gesamtkapitalquote nach CRR aus. Aufgrund gestiegener Risikopositionsbeträge bei nahezu unveränderten anrechenbaren Eigenmitteln hat sich die Gesamtkapitalquote gegenüber dem Vorjahr entgegen unseren Erwartungen leicht verringert.


Die Verschuldungsquote (Verhältnis des Kernkapitals zur Summe der bilanziellen und außerbilanziellen Positionen) betrug zum 31. Dezember 2023 10,03 und lag damit deutlich über der aufsichtlichen Mindestanforderung von 3,0.


Die Eigenkapitalanforderungen der CRR wurden jederzeit eingehalten. Zum Bilanzstichtag verfügte die Sparkasse über eine gute Eigenmittelbasis.


Auf Grundlage unserer normativen Risikotragfähigkeit bis zum Jahr 2027 ist auch weiterhin eine Übererfüllung der aufsichtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung als Basis für die geplante zukünftige Umsetzung unserer Geschäftsstrategie zu erwarten.

2.4.2 Finanzlage


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund einer angemessenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben.


Die Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) lag mit 131,2% bis 165,7% jederzeit oberhalb des Mindestwertes von 100%. Die LCR-Quote lag zum 31. Dezember 2023 bei 148,5%. Die strukturelle Liquiditätsquote (Net-Stable Funding Ratio - NSFR) lag während des Jahres 2023 in einer Bandbreite von 116,0% bis 118,7%, womit die aufsichtliche Mindestquote von 100% jederzeit eingehalten wurde. Die NSFR lag zum 31. Dezember 2023 bei 118,2%. Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank geführt. Kredit- und Dispositionslinien bestehen bei der Deutschen Bundesbank und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Wir haben an mehreren gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (GLRG III) der Europäischen Zentralbank (EZB) teilgenommen. Die Sparkasse nahm auch im Jahr 2023 am elektronischen Verfahren "MACCs" (Mobilisation and Administration of Credit Claims) der Deutschen Bundesbank zur Nutzung von Kreditforderungen als notenbankfähige Sicherheiten teil.


Nach unserer Finanzplanung ist die Zahlungsfähigkeit auch für die absehbare Zukunft gesichert.

2.4.3 Ertragslage


Die wesentlichen Erfolgskomponenten sind in der folgenden Tabelle auf Basis der Betriebsvergleichszahlen aufgeführt. Die Erträge und Aufwendungen sind um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt.

2023 2022 Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR
Zinsüberschuss 55,3 53,2 +2,1
Provisionsüberschuss 24,5 22,7 + 1,8
Verwaltungsaufwand -49,0 -46,3 -2,7
Sonstige ordentliche Erträge und Aufwendungen 0,9 0,6 +0,3
Betriebsergebnis vor Bewertung 1 31,7 30,1 + 1,6
Bewertungsergebnis 0,5 -18,6 + 19,1
Betriebsergebnis nach Bewertung 32,2 11,5 +20,7
Zuführung Fonds für allgemeine Bankrisken -20,0 0,0 -20,0
Gewinnabhängige Steuern -4,6 -10,2 +5,6
Jahresüberschuss und Bilanzgewinn 1,8 1,3 +0,5
Bedeutsame finanzielle Leistungsindikatoren mit Bezug zur Gewinn- und Verlustrechnung
Provisionsüberschuss 24,5 22,7 + 1,8
Verwaltungsaufwand -49,0 -46,3 -2,7
Betriebsergebnis vor Bewertung 1 31,7 30,1 + 1,6

1 Zins- und Provisionsüberschuss zuzüglich Saldo der sonstigen ordentlichen Erträge und Aufwendungen abzüglich der Verwaltungsaufwendungen gemäß Abgrenzung des Betriebsvergleichs (bereinigt um neutrale und aperiodische Positionen)


Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt, in dem eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses unserer Sparkasse in Relation zur durchschnittlichen Bilanzsumme (kurz: DBS) erfolgt. Zur Ermittlung eines Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden. Nach Berücksichtigung des Bewertungsergebnisses ergibt sich das Betriebsergebnis nach Bewertung. Unter Berücksichtigung des neutralen Ergebnisses und der Steuern verbleibt der Jahresüberschuss.


Auf dieser Basis lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit 0,78% der DBS des Jahres 2023 unter dem Durchschnitt der baden-württembergischen Sparkassen ähnlicher Größenordnung, allerdings leicht über dem Wert des Vorjahres i. H. v. 0,76%. Der im Vorjahreslagebericht prognostizierte leichte Anstieg ist insoweit eingetreten. Dies begründet sich im Wesentlichen durch eine Steigerung sowohl unseres Zins- als auch unseres Provisionsergebnisses, durch welche der erwartete inflationsbedingte Anstieg des Verwaltungsaufwands überkompensiert werden konnte.


Der Zinsüberschuss ist die bedeutendste Ertragsquelle unseres Geschäfts. Das gestiegene Zinsniveau und die hohe Volatilität an den Zinsmärkten führten auch 2023 zu spürbaren Verwerfungen. So konnten wir den Zinsüberschuss um 3,9% auf 55,3 Mio. EUR erhöhen und demzufolge die deutlich gestiegenen Zinsaufwendungen durch eine erhebliche Verbesserung des Zinsertrags aus Eigen- und Kundengeschäften überkompensieren.


Der Provisionsüberschuss hat sich unseren Erwartungen entsprechend deutlich erhöht. Hierzu haben insbesondere die Provisionserträge des Giroverkehrs sowie des Wertpapiergeschäfts beigetragen. In Relation zur gestiegenen Durchschnittsbilanzsumme blieb der Provisionsüberschuss gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert.


Wie von uns im Vorjahreslagebericht prognostiziert, hat sich der Verwaltungsaufwand gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht, sowohl in absoluten Zahlen, als auch in Relation zur gestiegenen DBS. Dabei sind sowohl der Personalaufwand u. a. aufgrund eines neuen Tarifabschlusses als auch die weiteren Verwaltungsaufwendungen, hauptsächlich aufgrund inflations- und energiepreisbedingter Kostensteigerungen, erwartungsgemäß deutlich angestiegen.


Das Bewertungsergebnis des Geschäftsjahres 2023 ist leicht positiv. Hierfür sind größtenteils die Zuschreibungen im Wertpapiergeschäft ursächlich, welche die Abschreibungen im Bewertungsergebnis aus dem Kreditgeschäft überkompensierten. Durch die Erholung der Aktien- und Wertpapiermärkte im Verlauf des Jahres 2023 konnten somit die im Vorjahr gebuchten hohen Abschreibungen der Wertpapieranlagen teilweise rückgängig gemacht werden. Darüber hinaus wurden durch die Anwendung des gemilderten Niederstwertprinzips Abschreibungen auf Wertpapiere des Anlagevermögens weiterhin vermieden.


Für das Geschäftsjahr 2023 war ein um 5,6 Mio. EUR rückläufiger Steueraufwand in Höhe von insgesamt 4,6 Mio. EUR auszuweisen. Die Entwicklung beruhte in erster Linie auf hohen Erträgen aus der Erhöhung der aktiven latenten Steuern.


Vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs, des deutlich angestiegenen Zinsniveaus sowie der stark angestiegenen Inflation sind wir mit der Entwicklung der Ertragslage im Jahr 2023 insgesamt zufrieden. Unsere Prognosen hinsichtlich der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren sind weit überwiegend eingetroffen. Unter den gegebenen wirtschaftlichen Bedingungen beurteilt die Sparkasse die Ertragslage als zufriedenstellend.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Nettogewinn (Jahresüberschuss) und Bilanzsumme, betrug im Geschäftsjahr 2023 0,04%.

2.4.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage


Vor dem Hintergrund der politischen, gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen sowie der Zinsentwicklung bewerten wir die Geschäftsentwicklung im Jahr 2023 als zufriedenstellend. Die bilanziellen Kundenforderungen konnten trotz der widrigen Umstände auch in diesem Jahr gesteigert werden. Demgegenüber haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weiter reduziert. Insgesamt betrachtet konnten wir allerdings mit der Entwicklung des Jahres 2023 an das zufriedenstellende Betriebsergebnis vor Bewertung des Vorjahres anknüpfen, da sich zum einen der Zinsüberschuss - aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus - sowie der Provisionsüberschuss verbesserten und zum anderen durch diese Verbesserung der gestiegene Verwaltungsaufwand ausgeglichen werden konnte.


Insbesondere durch die Zinsentwicklung bestehen jedoch weiterhin vermiedene Abschreibungen im Anlagevermögen für unseren Bestand an verzinslichen Wertpapieren. Wir gehen allerdings davon aus, dass in allen Fällen eine Rückzahlung zum Nominalwert erfolgt und die vermiedenen Abschreibungen daher lediglich temporär vorhanden sind.


Ungeachtet des leichten Rückgangs unserer Gesamtkapitalquote gem. CRR liegt diese nach wie vor auf einem hohen Niveau und deutlich oberhalb der aufsichtsrechtlich vorgeschriebenen Werte.

3. Nachtragsbericht


Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres zum 31. Dezember 2023 haben sich nicht ergeben.

4. Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests, und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive für unser Haus als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Renditerisiko
Darunter: Zinsänderungsrisiko
Darunter: Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Währungsrisiko
Rohstoffrisiko
Infrastrukturanlagerisiko
Sonstiges Marktpreisrisiko
Operationelles Risiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die Sparkasse ermittelte zum 31. Dezember 2023 ein ökonomisches Risikodeckungspotenzial von 606,3 Mio. EUR. Das daraus abgeleitete Gesamtlimit von 360,0 Mio. EUR wurde auf die wesentlichen Risiken verteilt und so bemessen, dass eine angemessene Steuerung der Risiken ermöglicht wird. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt. Die bereitgestellten Limite reichten sowohl unterjährig als auch zum Bilanzstichtag aus, um die wesentlichen Risiken abzudecken. Zum Bilanzstichtag wurde das Gesamtrisikolimit mit 240,7 Mio. EUR bzw. 66,9% ausgelastet.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9% und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos und innerhalb des Marktpreisrisikos risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem in der ökonomischen Perspektive stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko 46,0 36,3 79,0
Kundengeschäft 38,0 30,1 79,0
Eigengeschäft 8,0 6,1 76,0
Marktpreisrisiko 257,0 161,4 63,0
Renditerisiko 145,0 95,5 66,0
Aktienrisiko 35,0 19,7 56,0
Immobilienrisiko 23,0 16,3 71,0
Währungsrisiko 20,0 11,5 57,0
Rohstoffrisiko 4,0 2,6 64,0
Infrastrukturanlagerisiko 10,0 5,6 56,0
Sonstiges Marktpreisrisiko 20,0 10,3 51,0
Operationelles Risiko 30,0 20,9 70,0
Beteiligungsrisiko 27,0 22,1 82,0
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 360,0 240,7 66,9


Die zuständigen Abteilungen und Stellen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2027. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung sowie die kombinierte Kapitalpufferanforderung) und die Eigenmittelempfehlung sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von vier Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Die Sparkasse setzt zur Steuerung der Zinsänderungsrisiken derivative Finanzinstrumente (Swapgeschäfte) ein. Diese wurden in die verlustfreie Bewertung des Bankbuchs einbezogen.


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen. Als Ergebnis dieser Simulationen ist festzuhalten, dass die Risikotragfähigkeit gegeben ist.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht. Der Bericht enthält neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.


Die Risikocontrolling-Funktion, die aufbauorganisatorisch von Bereichen, die Geschäfte initiieren oder abschließen, getrennt ist, hat die Aufgabe, die wesentlichen Risiken zu identifizieren, zu beurteilen, zu überwachen und darüber zu berichten. Der Risikocontrolling-Funktion obliegt die Methodenauswahl, die Überprüfung der Angemessenheit der eingesetzten Methoden und Verfahren sowie die Errichtung und Weiterentwicklung der Risikosteuerungs- und -controllingprozesse. Zusätzlich verantwortet sie die Umsetzung der aufsichtlichen und gesetzlichen Anforderungen, die Erstellung der Risikotragfähigkeitsberechnung und die laufende Überwachung der Einhaltung von Limiten. Sie unterstützt den Vorstand in allen risikopolitischen Fragen und ist an der Erstellung und Umsetzung der Risikostrategie maßgeblich beteiligt. Die Risikocontrolling-Funktion wird im Wesentlichen durch die Mitarbeiter der Abteilung Unternehmenssteuerung wahrgenommen. Die Leitung der Risikocontrolling-Funktion obliegt dem Leiter der Abteilung Unternehmenssteuerung.


Die Compliance-Funktion wirkt auf die Implementierung wirksamer Verfahren zur Einhaltung der für die Sparkasse wesentlichen rechtlichen Regelungen und Vorgaben und entsprechender Kontrollen hin. Ferner hat sie den Vorstand hinsichtlich der Einhaltung dieser rechtlichen Regelungen und Vorgaben zu unterstützen und zu beraten.


Die Interne Revision prüft und beurteilt risikoorientiert und prozessunabhängig die Wirksamkeit und Angemessenheit des Risikomanagements im Allgemeinen und des internen Kontrollsystems im Besonderen sowie die Ordnungsmäßigkeit grundsätzlich aller Aktivitäten und Prozesse. Sie ist dem Vorstand unmittelbar unterstellt und ihm gegenüber berichtspflichtig.


Verfahren zur Aufnahme von Geschäftsaktivitäten in neuen Produkten oder auf neuen Märkten (Neu-Produkt-Prozess) sind festgelegt. Zur Einschätzung der Wesentlichkeit geplanter Veränderungen in der Aufbau- und Ablauforganisation sowie den IT-Systemen bestehen Definitionen und Regelungen.

4.2 Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.


Das Ausfallrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes, welcher aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Schuldners entsteht. Das Migrationsrisiko bezeichnet die Gefahr eines Verlustes, der sich dadurch ergibt, dass sich die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners verändert hat.


Das Länderrisiko umfasst neben dem bonitätsinduzierten Länderrisiko auch das politische Risiko, z. B. aus einem Transferstopp. Das Länderrisiko im Sinne eines Ausfalls oder einer Bonitätsveränderung eines Schuldners ist Teil des Adressenrisikos im Kunden- und Eigengeschäft. Der Schuldner kann ein ausländischer öffentlicher Haushalt oder ein sonstiger Schuldner sein, der seinen Sitz im Ausland und somit in einem anderen Rechtsraum hat.


Die Messung des Adressenrisikos erfolgt in der ökonomischen Perspektive über eine Monte Carlo-Simulation mithilfe der Anwendung Credit Portfolio View (CPV). Dabei wird die Wertentwicklung der einzelnen Geschäfte in einem jeweils spezifischen ökonomischen Umfeld simuliert. Zur Bewertung werden neben den Portfoliodaten der Sparkasse Risikoparameter (z. B. Ausfallzeitreihen, Korrelationen, Migrations- und Shiftmatrizen, Verwertungs-, Neubewertungs- und Einbringungsquoten) verwendet, die aus historischen Daten aller Sparkassen ermittelt wurden. Die Ergebnisse der simulierten Wertentwicklungen werden zu einer Wertänderungsverteilung zusammengeführt, woraus die Risikokennzahlen wie z. B. der Value-at-Risk abgeleitet werden. Die Risikomessung von Kunden- und Eigengeschäft erfolgt sowohl integriert als auch jeweils isoliert.

4.2.1.1 Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren) in Kombination mit bonitätsabhängiger Preisgestaltung und bonitätsabhängigen Kompetenzen

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Das Kundenkreditportfolio der Sparkasse umfasst die tatsächliche Inanspruchnahme zuzüglich nicht in Anspruch genommener Kreditlinien, internen Linien, genehmigten Überziehungen, offenen Zusagen und Avalrahmen. Es beträgt 3.591,2 Mio. EUR (Vorjahr 3.611,0 Mio. EUR) und ist durch Ausleihungen an Unternehmen, das Mengengeschäft und durch Grundpfandrechte an Immobilien besicherte Positionen gekennzeichnet.


Die nachfolgende Übersicht enthält den Gesamtbetrag der Kundenkreditforderungen, aufgeschlüsselt nach den für den Kreditrisikostandardansatz (KSA) vorgegebenen Risikopositionsklassen (dargestellt vor Wertberichtigungen und Rückstellungen, die derivativen Instrumente mit ihren Kreditäquivalenzbeträgen, ohne Risikopositionsklasse Banken):

Risikopositionsklasse 31.12.2023 31.12.2022
Anteil in % Anteil in %
Regionalregierungen und örtliche Gebietskörperschaften 4,7% 4,7%
Durch Grundpfandrechte an Immobilien besicherte Positionen 25,8% 23,5%
Sonstige öffentliche Stellen 0,6% 0,4%
Mengengeschäft 27,0% 29,9%
Unternehmen 37,5% 36,2%
Besonders hohe Risiken (z.B. Mezzanine) 1,5% 2,4%
Überfällige Positionen 1,8% 1,5%


Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Die nachfolgende Übersicht der Kreditstrukturanteile nach Hauptbranchen zeigt diese Struktur im Geschäftsgebiet der Sparkasse. Der Verteilung liegt die originäre Geschäftstätigkeit der Kreditnehmer zugrunde. Schwerpunkte bilden hierbei die Branchen Grundstücks- und Wohnungswesen, das Verarbeitende Gewerbe sowie Dienstleistungen für Unternehmen.

Kreditstrukturanteile 31.12.2023 31.12.2022
Anteil in % Anteil in %
Land- und Forstwirtschaft 1,1% 1,1%
Energie, Wasser, Bergbau 2,2% 2,1%
Verarbeitendes Gewerbe 6,8% 6,3%
Baugewerbe 3,0% 2,2%
Kraftfahrzeughandel 1,9% 1,8%
Großhandel 1,7% 1,6%
Einzelhandel 1,7% 1,8%
Verkehr, Nachrichten 0,5% 0,7%
Kredit- und Versicherungswesen 2,1% 2,1%
Gastgewerbe 2,5% 2,4%
Grundstücks- u. Wohnungswesen 17,6% 17,7%
Dienstleistungen für Unternehmen 4,1% 4,5%
Beratung, Planung, Sicherheit 3,5% 3,0%
Öffentliche und private Dienstleistungen 1,0% 1,2%
Gesundheit und Soziales 3,3% 3,5%
Organisationen ohne Erwerbszweck 0,3% 0,3%
Bauträger 1,9% 2,3%
Summe Unternehmen 55,2% 54,4%
Privatkunden 40,1% 41,0%
Kommunale Kreditnehmer 4,6% 4,6%
andere Kreditnehmer 0,0% 0,0%


Dabei weist das Kundenkreditportfolio in der Größenklassenstruktur einen Anteil überwiegend kleinerer Engagements (Obligo bis zu 2.500 TEUR) von 57,3% (Vorjahr 55,6%) auf. Bei Engagements mit einem Obligo über 2.500 TEUR beläuft sich der Anteil auf 42,7% (Vorjahr 44,4%).

Größenklassenstruktur (Anteil in %)
>5.000 TEUR 2.500 <
5.000 TEUR
500 < 2.500 TEUR 250<500
TEUR
25 < 250
TEUR
<= 25TEUR
31.12.2023 30,7% 12,0% 20,0% 14,8% 18,8% 3,7%
31.12.2022 35,1% 9,3% 20,4% 14,5% 17,5% 3,2%


Der Anteil der Fremdwährungsfinanzierungen (insbesondere CHF) hat sich, bezogen auf das Kundenkreditvolumen, weiter reduziert. Ein Währungsrisiko für die Sparkasse besteht nicht.


Das von der Sparkasse risikoklassifizierte Kreditvolumen ist mit 61,4% (Vorjahr: 63,2%) überwiegend in der Ratingklasse 1 bis 3 eingestuft. Die nachstehende Übersicht zeigt die prozentuale Verteilung unseres mit Rating- und Scoringverfahren beurteilten Kundenkreditportfolios (klassisches Kundenkreditvolumen, d.h. ohne Wertpapiere, Derivate und Beteiligungen, aber einschließlich der Schuldscheindarlehen) nach Ratingklassen zum 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr:

Ratingklassen 1 - 3 4 - 6 7 - 9 10 - 15 16 - 18 ungeratet
31.12.2023 61,4% 19,6% 11,0% 5,5% 1,8% 0,7%
31.12.2022 63,2% 21,2% 8,5% 4,9% 1,6% 0,6%


Das Länderrisiko ist für die Sparkasse von untergeordneter Bedeutung. Das an Kreditnehmer mit Sitz im Ausland ausgereichte Kreditvolumen betrug am 31. Dezember 2023 4,7% (Vorjahr: 4,8%) des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG. Das Länderrisiko im Kundenkreditportfolio ist vor diesem Hintergrund somit als nicht wesentlich einzustufen.


Aufgrund der Größenstruktur des Blankokreditvolumens bei Einzelkreditnehmern stuft die Sparkasse Kreditnehmer, deren potenzieller Ausfall eine bedeutsame Auswirkung auf das Risikodeckungspotenzial hätte, als Risikokonzentration ein. Der besonderen Bedeutung für die strategischen Risiko- und Ertragsziele Rechnung tragend haben wir im Kundenkreditgeschäft eine Obergrenze für das Blankokreditvolumen definiert.


Insgesamt sind wir der Auffassung, dass unser Kreditportfolio sowohl nach Branchen und Größenklassen als auch nach Ratinggruppen gut diversifiziert ist.


Vor dem Hintergrund der sich aus den Bonitätsbeurteilungssystemen ergebenden Erkenntnisse stufen wir die Entwicklung unserer Risikolage aus dem Kreditgeschäft als günstig ein.

Risikovorsorge im Kundengeschäft


Risikovorsorgemaßnahmen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine Ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.


Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Risikovorsorge im Berichtsjahr 2023:

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2023 Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand per 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 17.702,0 + 6.748,0 - 5.555,7 - 775,3 18.119,0
Rückstellungen 1.130,0 + 1.370,0 - 793,0 1.707,0
Pauschalwertberichtigungen 4.403,0 + 1.477,0 - 10,0 5.870,0


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigung ist im Anhang erläutert.

4.2.1.2 Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 852,6 Mio. EUR (Vorjahr 820,6 Mio. EUR). Wesentliche Positionen sind dabei Schuldverschreibungen und Anleihen (247,6 Mio. EUR), Wertpapierspezialfondsanteile (445,1 Mio. EUR) sowie sonstige Investmentfondsanteile (159,8 Mio. EUR). Dabei zeigt sich nachfolgende Ratingverteilung:

Externes Rating (Standard & Poor's) AAA bis BBB+ BBB bis BBB- BB+ bis BB- B+ bis C Ausfall ungeratet
Schuldverschreibungen und Anleihen 93,9% 6,1% 0,0% 0,0% 0,0% 0,0%
Wertpapierspezialfonds 77,9% 9,2% 1,0% 1,2% 0,0% 10,8%


Die direkt durch die Sparkasse gehaltenen Schuldverschreibungen und Anleihen verfügen ausnahmslos über ein Rating im Bereich des Investmentgrades. Auch die Bestände der Wertpapierspezialfonds verfügen zu 87,1% über ein Rating im Bereich des Investmentgrades. Keine Ratings liegen bei Anteilen an Investmentfonds innerhalb der Wertpapierspezialfonds vor, bei welchen die Anlagerichtlinien allerdings Vorgaben zu Investitionen und Risikobegrenzungen enthalten.


Das Länderrisiko ist für die Sparkasse auch im Eigengeschäft von untergeordneter Bedeutung.

4.2.1.3 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.


Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbands Baden-Württemberg für die Verbundbeteiligungen

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens


Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Daneben bestehen weitere Beteiligungen, die unter Renditegesichtspunkten und zur Diversifizierung gehalten werden.


Insgesamt betrachtet konzentriert sich das Beteiligungsrisiko der Sparkasse derzeit vor allem auf die wesentlichen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Unter Berücksichtigung des Gesamtkreditengagements besteht eine Risikokonzentration sowohl im Bereich des Beteiligungs- als auch des Adressenrisikos bezüglich der Landesbank Baden-Württemberg. Diese Konzentration ergibt sich ebenso als Folge der Mitgliedschaft in der Sparkassen-Finanzgruppe.

4.2.2 Marktpreisrisiko


Das Marktpreisrisiko wird definiert als Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Risikofaktoren ergibt.


Die Steuerung des Marktpreisrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der festgelegten Limite und der vereinbarten Anlagerichtlinien für Spezialfonds.

4.2.2.1 Renditerisiko - darunter: Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie aus einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der vier Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der S-Rating und Risikosysteme GmbH entwickelten IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken wurden neben bilanzwirksamen Instrumenten in Form langfristiger Refinanzierungen auch derivative Finanzinstrumente in Form von Zinsswaps eingesetzt.


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+ 200 Basispunkte - 200 Basispunkte
TEUR - 62.168,0 + 73.935,0
in % der Eigenmittel - 14,0% + 16,7%


Im Bereich der Zinsänderungsrisiken bestehen keine Risikokonzentrationen.

4.2.2.2 Renditerisiko - darunter: Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung SimCorp Dimension ("SCD") sowie "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip

4.2.2.3 Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde im Varianz-Kovarianz-Ansatz die Delta-Gamma-Variante ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Aktien werden zurzeit größtenteils ausschließlich in den Spezialfonds gehalten. Die Spezialfonds mit Aktienanteil werden unter anderem durch festgelegte Vermögensuntergrenzen gesteuert, die sich aus dem zur Verfügung gestellten Risikokapital ableiten.

4.2.2.4 Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis der BVI Standard Property Return Modelle mittels der IT-Anwendung "Prodatix"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"


Immobilien im Eigenbestand sowie Immobilienfonds werden in einem überschaubaren Umfang gehalten. Besondere Risiken sind aus den Anlagen derzeit nicht erkennbar.

4.2.2.5 Währungsrisiko


Das Währungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Währungskursen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR". Die Parameter der Normalverteilung werden aus historischen Daten geschätzt. Unter Berücksichtigung ihrer Portfoliostruktur wurde der Delta-Gamma-Ansatz ausgewählt.

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Währungsrisiken, die durch Devisengeschäfte mit Kunden entstehen, werden über Micro-Hedges glattgestellt, sofern die Glattstellung nicht bereits schon durch andere Gegengeschäfte erfolgt ist. Eine besondere Deckung liegt vor, wenn das Wechselkursrisiko durch sich betragsmäßig entsprechende Geschäfte oder Gruppen von Geschäften einer Währung ausgeschlossen wird. Durch diese Vorgehensweise entstehen für die Sparkasse nur geringe "Spitzenbeträge" als offene Devisenposition.


Darüber hinaus befinden sich in den Spezialfonds Wertpapiere, die in Fremdwährungen notieren. Diese sind im Verhältnis zum gesamten Volumen der Spezialfonds von untergeordneter Bedeutung. Zudem ist das mögliche Anlagevolumen in Anleihen, die in Fremdwährungen notieren, durch Limite begrenzt.


Das Währungsrisiko ist hinsichtlich seiner GuV-Wirkung sowie in der ökonomischen Betrachtung von untergeordneter Bedeutung. Bemerkenswerte Konzentrationen sind nicht erkennbar.


Vergebene Fremdwährungsdarlehen werden währungs- und laufzeitkongruent refinanziert. Von Kunden hereingenommene Sichteinlagen in Fremdwährung werden ebenfalls währungskongruent und laufzeitkongruent angelegt.

4.2.2.6 Rohstoffrisiko


Das Rohstoffrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Rohstoffpreisen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Berechnung des Rohstoffrisikos (hier im Speziellen der Rohstoffzertifikate) durch Kurszeitreihen und Hochrechnung mittels Wurzel-T Formel

Barwertige Berechnung durch die Hochskalierung der Risikoparameter

4.2.2.7 Infrastrukturanlagerisiko


Das Marktpreisrisiko aus Infrastrukturinvestments wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welche sich aus der Veränderung von projektbezogenen Bedingungen für Infrastrukturinvestitionen oder ungünstigen Veräußerungskonditionen ergeben können.


Die Sparkasse investiert im Rahmen ihrer Eigenanlagen breit diversifiziert auch in Investmentfonds mit Infrastrukturanlagen. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung für die Asset-Allokation der Eigenanlagen wird das Infrastrukturanlagerisiko daher als wesentlich beurteilt.

4.2.2.8 Sonstiges Marktpreisrisiko


Unter dem sonstigen Marktpreisrisiko werden Risiken aus Marktentwicklungen zusammengefasst, die nicht bereits in anderen Marktpreisrisikoarten abgebildet wurden. Ein typisches sonstiges Marktpreisrisiko, das im Einklang mit dem jeweiligen Geschäftsmodell bzw. konform zur definierten Geschäfts- und Risikostrategie als wesentlich identifiziert werden kann, resultiert zum Beispiel aus AT1-Anleihen.

4.2.3 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio, LCR)

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassen-Finanzgruppe

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird. An liquiditätsmäßig engen Märkten ist die Sparkasse nicht investiert.


Die Survival Period der Sparkasse betrug zum 31. Dezember 2023 6 Monate.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr jederzeit gegeben.

4.2.4 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge externer Einflüsse eintreten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Jährliche Schätzung des operationellen Risikos auf Basis der szenariobezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren" der SR. Die Sparkasse schätzt zunächst den Median ihrer eigenen Schadensfallhistorie. Dieser Median wird mit dem Median des OpRisk-Pools der Sparkassen-Finanzgruppe adjustiert bzw. mindestens auf diesen angehoben und anschließend zur Ermittlung des Risikos mittels sog. q-Faktoren auf das gewünschte Konfidenzniveau (99,9%) skaliert. Die q-Faktoren werden aus Schadensfällen aller Sparkassen abgeleitet.

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT (sog. Business Continuity Management - BCM)

Abschluss von Versicherungen


Konzentrationen bestehen beim operationellen Risiko in folgenden Bereichen: Aufgrund der ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen der Sparkassen-Finanzgruppe bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.


Die operationellen Risiken bewegten sich im gesamten Geschäftsjahr 2023 innerhalb der im Rahmen der Risikotragfähigkeit festgelegten Limite. Das auf das bestehende Limit zum 31. Dezember 2023 angerechnete Risiko belief sich auf 20,9 Mio. EUR, die Auslastung des Limits über 30,0 Mio. EUR belief sich auf 70,0 %.

4.3 Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein angemessenes, dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


Im Berichtsjahr 2023 bewegten sich die Risiken jederzeit innerhalb der vom Vorstand vorgegebenen Limite. Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 66,9% ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit derzeit gegeben. Die durchgeführten Stresstests zeigen, dass auch außergewöhnliche Ereignisse durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können.


Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Risiken der künftigen Entwicklung bestehen in unsicheren geopolitischen Entwicklungen, weiteren starken Zinsanstiegen (u. a. Drohverlustrückstellung gemäß IDW RS BFA 3 n. F.) sowie im Fall einer sich weiter eintrübenden Konjunktur.


Um diese Risiken abzufedern, wird die Sparkasse weiterhin die Diversifikation ihrer Erträge intensivieren und gleichzeitig die Kostenstruktur optimieren. Durch das vorhandene Risikomanagementsystem sehen wir uns für aktuelle sowie künftige Herausforderungen gut vorbereitet.


Im Hinblick auf die Eigenkapitalanforderungen und die durchgeführte Kapitalplanung (normative Perspektive) ist mittelfristig mit keiner Einschränkung der Risikotragfähigkeit zu rechnen.


Hinsichtlich der strategischen Beteiligung der Sparkasse an der Landesbank Baden-Württemberg gehen wir in der ökonomischen Perspektive in Bezug auf das Beteiligungs- sowie das Adressenrisiko von einer Risikokonzentration aus. Ebenso besteht eine Risikokonzentration aufgrund der EDV-Outsourcing-Aktivitäten der Sparkasse und die hieraus resultierende Abhängigkeit von der Finanz Informatik (FI).


Die Sparkasse nimmt am Risikomonitoring des Sparkassenverbands Baden-Württemberg teil. Die Erhebung erfolgt dreimal jährlich. Dabei werden die wichtigsten Risikomesszahlen auf Verbandsebene ausgewertet und die Entwicklungen beobachtet. Jede Sparkasse wird insgesamt bewertet und einer Monitoringstufe zugeordnet. Zum Bilanzstichtag 31.12.2023 war die Sparkasse der mittleren Stufe zugeordnet.


Dementsprechend beurteilen wir unsere Risikolage insgesamt als ausgewogen.

5. Chancen- und Prognosebericht

5.1 Chancenbericht


Analog zum Risikomanagementsystem ist eine Chancenanalyse in den jährlichen strategischen Planungsprozess des Vorstands integriert. Dies ermöglicht es uns, im Marktumfeld und in der Gesellschaft Entwicklungen, Veränderungen und Chancen zu erkennen. Im Rahmen einer jährlichen Analyse werden in den Strategiesitzungen die Chancen mit entsprechendem Geschäftspotenzial erörtert und fließen in den Planungsprozess ein.


Chancen sehen wir vor allem in einer besser als erwartet laufenden Konjunktur, insbesondere aufgrund der regen Nachfrage nach Wohnungen, die die Bautätigkeit stärker als prognostiziert ankurbeln könnte. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage mit positiver Wirkung auf die Risiko- und Ertragslage der Sparkasse führen.


Eine weitere Erhöhung des privaten Konsums sowie eine kräftige Auslandsnachfrage, die sich jeweils als nachhaltig erweisen, bieten zudem das Potenzial, die Ertragskraft zu steigern und damit auch die Möglichkeiten, Kapital zu bilden.


Chancen erwarten wir darüber hinaus aus unseren Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien. Als Schlüsselthema der kommenden Jahre sehen wir nach wie vor die verstärkte Nutzung medialer digitaler Vertriebskanäle an, dir wir seit einigen Jahren kontinuierlich ausbauen. Dies erweitert die Chancen, dass wir unsere Kunden bedarfsgerecht beraten und zielgerichtet ansprechen können, um dadurch die Kundenbindung zu stabilisieren bzw. zu stärken.


Zuletzt sehen wir durch eine weitere Intensivierung der Arbeitsteilung mit unseren Verbundpartnern in der Sparkassen-Finanzgruppe die Möglichkeit, dem Wettbewerbs- und Rentabilitätsdruck zu begegnen. Eine verstärkte Ausrichtung unserer Prozesse und Strukturen an den Modellorganisationen des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands eröffnet Möglichkeiten, die Geschäftsprozesse zu optimieren.


Durch die anhaltende Stärkung unserer Eigenmittelbasis in den vergangenen Jahren sehen wir uns für die quantitativ und qualitativ zunehmenden Kapitalanforderungen gut gerüstet. Auf Grundlage unserer Kapitalplanung bis zum Jahr 2027 ist auch eine ausreichende Kapitalbasis für die Erreichung unserer Geschäftsziele vorhanden.

5.2 Prognosebericht


Die nachfolgenden Einschätzungen haben Prognosecharakter. Sie stellen unsere Einschätzungen der wahrscheinlichsten künftigen Entwicklung auf Basis der uns zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen dar. Da Prognosen mit Unsicherheiten behaftet sind bzw. sich durch die Veränderungen der zugrundeliegenden Annahmen als unzutreffend erweisen können, ist es möglich, dass die tatsächlichen künftigen Ergebnisse gegebenenfalls deutlich von den zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts getroffenen Erwartungen über die voraussichtlichen Entwicklungen abweichen. Zu diesen gehören insbesondere die Konjunktur-, Inflations- und Zinsentwicklung, die Entwicklung der Immobilienmärkte, aber auch geopolitische Krisen.


Der Prognosezeitraum umfasst das auf den Bilanzstichtag folgende Geschäftsjahr.


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.

5.2.1 Rahmenbedingungen


Die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Prognosezeitraum wird nach unserer Ansicht zu einem großen Teil von den geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken (Federal Reserve in den USA und EZB im Euroraum) beeinflusst. Diese hängen wiederum mit dem weiteren Verlauf der Preissteigerungsraten zusammen. Darüber hinaus bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen die in den letzten Monaten aufkeimenden geostrategischen und -politischen Konflikte auf die Weltwirtschaft haben werden. Unsere Prognose steht daher unter dem Vorbehalt, dass es hierbei nicht zu weiteren Verschärfungen kommt.


Diesbezüglich geht der internationale Währungsfonds von verbesserten, wenn auch nach wie vor moderaten Wachstumsaussichten aus, und prognostiziert ein Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2024 um 3,1%. Im Euroraum soll das Wirtschaftswachstum 2024 leicht anziehen auf 0,9%. Das deutsche BIP soll nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts vom März 2024 im laufenden Jahr nur um 0,2% wachsen. Hintergrund für diesen in Relation geringen Wert sind allerdings sowohl ein negativer statistischer Überhang aus dem Jahr 2023 als auch ein schwacher Jahresauftakt 2024. Demnach könnte das weitere Wachstum stärker ausfallen, als es die Rate des gesamten Prognosezeitraums suggeriert. Für die Lage bei den Bauinvestitionen und im Außenhandel bleibt die Prognose für 2024 nach wie vor verhalten, bei den Ausrüstungsinvestitionen können hingegen optimistischere Entwicklungen erwartet werden.


Die allgemeine konjunkturelle Schwäche wird den Beschäftigungsaufbau verlangsamen und die Arbeitslosigkeit zunächst weiter steigen lassen. Für die Arbeitslosenquote wird nach der Konjunkturprognose des ifo Instituts erwartet, dass diese in diesem Jahr mit durchschnittlich 5,9% um 0,2 Prozentpunkte höher liegt als noch im Jahr 2023.


Die Hauptstütze des erhofften Aufschwungs soll die Erholung des privaten Konsums sein, der aufgrund der wieder gestiegenen Kaufkraft durch höhere Löhne gestützt wird und in 2024 preisbereinigt um 1,0% zulegen könnte. Eine gewisse Unsicherheit besteht in diesem Zusammenhang jedoch bzgl. der Entwicklung der Löhne, da noch einige wichtige Tarifabschlüsse im Jahr 2024 bevorstehen.


Die Inflationsraten dürften auch aufgrund gesunkener Energiepreise im laufenden Jahr weiter sinken. Für den Prognosezeitraum wird daher in Deutschland lediglich noch mit einem Anstieg der Inflationsrate um 2,5% gerechnet. Auch wenn das Inflationsziel der EZB noch nicht vollständig erreicht wurde, sollten demnach erste Leitzinssenkungen sowohl im Dollar- als auch im Euroraum ab Sommer 2024 möglich sein. Daher werden zwar für das erste Halbjahr noch keine Zinsschritte von der EZB erwartet, anschließend allerdings eine Reduzierung der Leitzinsen um 50 Basispunkte bis zum Jahresende 2024 prognostiziert - sofern keine Störentwicklungen in Bezug auf die Inflationsrate auftreten.


Die Erwartungen der Unternehmen in der Region Hochrhein-Bodensee über den weiteren Geschäftsverlauf sind verhalten. So rechnen nach einer Umfrage der IHK Hochrhein-Bodensee 30% der befragten Betriebe für die nächsten 12 Monate mit einer negativen Geschäftsentwicklung, während lediglich 13% der Unternehmen positiv vorausschauen. Auffällig sind hierbei insbesondere die Erwartungen der Produktionsbetriebe hinsichtlich der Exportaktivitäten - denn dabei geht die Hälfte der Betriebe von fallenden bzw. möglicherweise keinen Exporten im Prognosezeitraum aus. Dementsprechend zurückhaltend sind die Erwartungen bzgl. der anstehenden Investitionen in den nächsten 12 Monaten. Denn mehr als ein Drittel der Unternehmen in der Region plant mit reduzierten Investitionen, wenngleich 40% der Betriebe von gleichbleibend hohen Investitionsausgaben ausgehen. Die Hauptinvestitionsziele bzw. -zwecke bleiben in Bezug auf das letzte Jahr größtenteils unverändert die Ersatzbeschaffung, Digitalisierung sowie der Umweltschutz bzw. Energieeffizienzmaßnahmen.

5.2.2 Geschäftsentwicklung


Die Sparkasse rechnet bei den bilanziellen Forderungen an Kunden auf Basis der Jahresendbestände mit einem moderaten Wachstum, das insbesondere aus dem Firmenkundengeschäft resultieren wird.


Im Einlagengeschäft setzt sich der über Konditionen geführte Wettbewerb fort. Daher gehen wir davon aus, dass sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden - u. a. in Verbindung mit bedarfsgerechten Angeboten für Anlagealternativen im Wertpapierbereich - nicht mehr erhöhen werden.


Bei der Bilanzsumme erwarten wir trotz der vorgenannten Entwicklung bei den Kundenforderungen für das Folgejahr keinen Anstieg, jedoch auch keinen signifikanten Rückgang.

5.2.3 Finanzlage


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Zahlungsfähigkeit gewährleistet ist und die bankaufsichtlichen Anforderungen eingehalten werden können.

5.2.4 Ertrags- und Vermögenslage


Vor dem Hintergrund der dargestellten Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung der Rahmenbedingungen erwarten wir für das Geschäftsjahr 2024 folgende Entwicklung unserer weiteren bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren:


Beim Provisionsüberschuss gehen wir für das Jahr 2024 erneut von einem leichten Anstieg aus. Dieser soll vornehmlich durch den weiteren Ausbau des Wertpapiergeschäfts sowie auch anderweitiger Vermittlungsgeschäfte mit unseren Verbundpartnern getragen werden.


Der prognostizierte Verwaltungsaufwand für 2024 ist durch einen deutlichen Anstieg gekennzeichnet. Die Personalkosten werden auf Basis unserer Planungen trotz eines weiterhin stringenten Personalmanagements als Folge des im Jahr 2023 erfolgten Tarifabschlusses voraussichtlich deutlich steigen. Den Anstieg des Sachaufwands wollen wir mit einem konsequenten Kostenmanagement weiterhin in Grenzen halten. Dennoch rechnen wir hierbei mit einem deutlichen, weiterhin inflationsbedingten Anstieg. Gleichwohl planen wir aber auch künftig Investitionen in zukunftsweisende Informationstechnologien und die Kundenberatung als Voraussetzung für die Stärkung und Festigung unserer Marktposition.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Jahres 2023 liegen. Diese Prognose beruht hauptsächlich auf dem erwarteten Anstieg des Verwaltungsaufwands, der die Entwicklung des Zins- und Provisionsüberschusses übersteigen wird.


Für die Gesamtkapitalquote gem. CRR erwarten wir bei nur noch moderatem Wachstum unserer bilanziellen Kundenforderungen und aufgrund der Ergebniszuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken eine leichte Erhöhung.

5.3 Gesamtaussage


Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 lässt insgesamt erkennen, dass das hinsichtlich geopolitischer Unsicherheiten, Wettbewerbssituation und Zinslage schwieriger werdende Umfeld auch an der Sparkasse nicht spurlos vorübergeht.


Unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 beurteilen wir in Bezug auf die aufgezeigte, von uns erwartete Entwicklung der Rahmenbedingungen und unserer Prognose der bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren zusammengefasst dennoch als zufriedenstellend. Die Sparkasse wird auf Basis der prognostizierten Entwicklung der Ertrags- und Vermögenslage weiterhin in der Lage sein, die für die Geschäfts- und Risikostrategie notwendigen Eigenmittel aus dem erwarteten künftigen Gewinn zu erwirtschaften.


Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet sind.


Die Auswirkungen der derzeitigen geopolitischen Unsicherheiten in Verbindung mit den daraus ggf. resultierenden konjunkturellen Folgen können die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung hinsichtlich des Eintreffens der für die bedeutsamsten Leistungsindikatoren getroffenen Prognosen unter Umständen negativ beeinflussen. Weitere Unsicherheiten ergeben sich entsprechend für die künftige Entwicklung des Zinsniveaus sowie der Inflation.

 

Singen, den 07.05.2024


Sparkasse Hegau-Bodensee


Der Vorstand

Dr. Endlich Heinert

Jahresabschluss


zum 31. Dezember 2023


der Sparkasse Hegau-Bodensee


Sitz 78224 Singen (Hohentwiel)


eingetragen beim Amtsgericht Freiburg


Handelsregister-Nr. HRA 540943

Jahresbilanz

zum 31. Dezember 2023

Aktivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 13.621.274,62 13.052
b) Guthaben bei der Deutschen Bundesbank 31.112.960,22 154.654
44.734.234,84 167.706
2. Schuldtitel öffentlicher Stellen und Wechsel, die zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank zugelassen sind
a) Schatzwechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen sowie ähnliche Schuldtitel öffentlicher Stellen 0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen an Kreditinstitute
a) täglich fällig 141.046.650,50 84.404
b) andere Forderungen 8.621.443,44 24.662
149.668.093,94 109.065
4. Forderungen an Kunden 2.834.620.989,18 2.793.522
darunter:
durch Grundpfandrechte gesichert 1.161.312.813,45 EUR (1.108.899)
Kommunalkredite 84.007.898,27 EUR (90.297)
5. Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 55.456.734,01 81.374
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 55.456.734,01 EUR (81.374)
bb) von anderen Emittenten 192.123.678,66 182.904
darunter:
beleihbar bei der Deutschen Bundesbank 105.705.345,38 EUR (104.078)
247.580.412,67 264.278
c) eigene Schuldverschreibungen 0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
247.580.412,67 264.278
6. Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 604.971.437,32 556.339
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 27.210.294,74 27.666
darunter:
an Kreditinstituten 1.584.704,89 EUR (1.585)
an Finanzdienstleistungsinstituten 2.797.707,20 EUR (2.798)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an verbundenen Unternehmen 50.000,00 50
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienstleistungsinstituten 0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 5.672.571,92 6.527
darunter:
Treuhandkredite 5.672.571,92 EUR (6.527)
10. Ausgleichsforderungen gegen die öffentliche Hand einschließlich Schuldverschreibungen aus deren Umtausch 0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 0,00 0
b) entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 26.245,00 56
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
26.245,00 56
12. Sachanlagen 30.676.600,46 31.897
13. Sonstige Vermögensgegenstände 1.831.080,37 1.632
14. Rechnungsabgrenzungsposten 254.330,38 265
15. Aktive latente Steuern 24.331.579,00 21.669
Summe der Aktiva 3.971.627.869,82 3.980.670

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 11.556.299,69 7.733
b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 957.257.035,88 878.915
968.813.335,57 886.648
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter Kündigungsfrist von drei Monaten 651.214.412,87 810.917
ab) mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten 3.334.097,12 3.535
654.548.509,99 814.452
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 1.459.590.626,34 1.746.020
bb) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist 384.405.387,27 50.683
1.843.996.013,61 1.796.703
0,00 0
2.498.544.523,60 2.611.156
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 5.672.571,92 6.527
darunter:
Treuhandkredite 5.672.571,92 EUR (6.527)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 4.275.561,44 3.180
6. Rechnungsabgrenzungsposten 5.397,69 7
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 28.078.243,00 27.225
b) Steuerrückstellungen 2.095.443,43 1.435
c) andere Rückstellungen 16.216.643,47 16.602
46.390.329,90 45.262
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 12.705.038,19 14.456
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für allgemeine Bankrisiken 273.500.000,00 253.500
darunter:
Sonderposten nach § 340e Abs. 4 HGB 20.900,00 EUR (21)
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 159.934.243,45 158.587
159.934.243,45 158.587
d) Bilanzgewinn 1.786.868,06 1.348
161.721.111,51 159.934
Summe der Passiva 3.971.627.869,82 3.980.670
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten aus weitergegebenen abgerechneten Wechseln 0,00 0
b) Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen 224.593.893,88 220.518
c) Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten 4.096.545,23 4.369
228.690.439,11 224.887
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen aus unechten Pensionsgeschäften 0,00 0
b) Platzierungs- und Übernahmeverpflichtungen 0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 180.476.973,43 247.291
180.476.973,43 247.291

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und Geldmarktgeschäften 73.765.551,38 46.609
darunter:
abgesetzte negative Zinsen 0,00 EUR (8)
b) festverzinslichen Wertpapieren und Schuldbuchforderungen 3.651.612,57 3.719
77.417.163,95 50.328
2. Zinsaufwendungen 34.948.662,63 11.790
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 55.646,25 EUR (1.921)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 430.589,86 EUR (892)
42.468.501,32 38.538
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren 11.413.877,46 9.428
b) Beteiligungen 2.277.511,64 1.816
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
13.691.389,10 11.243
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen 0,00 0
5. Provisionserträge 26.410.884,24 25.246
6. Provisionsaufwendungen 1.916.521,73 2.506
24.494.362,51 22.740
7. Nettoaufwand des Handelsbestands 0,00 120
8. Sonstige betriebliche Erträge 1.906.255,12 2.134
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 557.887,28 EUR (503)
9. (weggefallen)
82.560.508,05 74.535
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 24.084.795,06 23.436
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.368.365,34 8.936
darunter:
für Altersversorgung 3.877.402,07 EUR (4.441)
32.453.160,40 32.372
b) andere Verwaltungsaufwendungen 15.935.251,68 14.887
48.388.412,08 47.259
11. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen 2.580.012,56 2.483
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 825.641,23 1.649
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 813,98 EUR (0)
13. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft 5.406.946,05 0
14. Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft 0,00 10.570
5.406.946,05 10.570
15. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere 0,00 22.117
16. Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren 1.081.318,89 0
1.081.318,89 22.117
17. Aufwendungen aus Verlustübernahme 0,00 0
18. Zuführungen zum oder Entnahmen aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken 20.000.000,00 0
19. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit 6.440.815,02 11.596
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 4.572.140,92 10.167
darunter: Veränderung der Steuerabgrenzung
nach §274 HGB 2.663.078,00 EUR (2.836)
24. Sonstige Steuern, soweit nicht unter Posten 12 ausgewiesen 81.806,04 82
4.653.946,96 10.249
25. Auf Grund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne 0,00 0
26. Jahresüberschuss 1.786.868,06 1.348
27. Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
28. Bilanzgewinn 1.786.868,06 1.348

ANHANG

1. Allgemeine Angaben


Die Sparkasse Hegau-Bodensee hat ihren Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt.


Eine Konsolidierung des Tochterunternehmens der Sparkasse wäre für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung, da die Vermögenswerte des Tochterunternehmens in Relation zur Bilanzsumme der Sparkasse und das Jahresergebnis im Verhältnis zu den GV-Posten der Sparkasse unwesentlich sind. Die Sparkasse hat daher in Anwendung von § 296 Abs. 2 HGB auf die Aufstellung eines Konzernabschlusses verzichtet.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Forderungen


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Schuldscheine) sind zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien und bezahlte Agien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für die im Rahmen unserer Kreditprozesse insbesondere zur Forderungsbewertung identifizierten akuten Ausfallrisiken werden Einzelwertberichtigungen gebildet. Die Höhe der Einzelwertberichtigung entspricht i. d. R. dem Blankoanteil des ausfallgefährdeten Kreditengagements. Sicherheiten werden dabei mit ihrem erwarteten Realisationswert berücksichtigt. Das latente Kreditrisiko ist durch Pauschalwertberichtigungen abgeschirmt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der Grundsätze des IDW RS BFA 7. Hierbei wurde das Bewertungsvereinfachungsverfahren angewandt und der erwartete Verlust über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien angesetzt. Die Berechnung des erwarteten Verlusts erfolgt mit der Anwendung, die in der internen Steuerung eingesetzt wird. Basis dieser Berechnung waren insbesondere die mit unseren Ratingverfahren auf Grundlage der Vergangenheit ermittelten Ausfallwahrscheinlichkeiten der Kreditnehmer für einen 12-Monatszeitraum und die im Rahmen der Kreditprozesse bewerteten Sicherheiten. Kreditnehmer, die im Rahmen der internen Risikosteuerung im Hinblick auf einen Ausfall als risikolos betrachtet werden, wurden auch für die handelsbilanzielle Betrachtung ausgeschlossen. Die Voraussetzungen für die Anwendung des vereinfachten Bewertungsverfahrens sind nach dem Ergebnis unserer Analysen gegeben. Die im Rahmen der Berechnung der Pauschalwertberichtigung verwendeten Modelle und Parameter spiegeln nach unserer Einschätzung die Risikosituation zum Abschlussstichtag ausreichend wider.

Wertpapiere


Das Wertpapier der Liquiditätsreserve wird zu den Anschaffungskosten bzw. dem niedrigeren Kurswert oder dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert (strenges Niederstwertprinzip). Die Wertpapiere des Anlagevermögens werden im Rahmen des gemilderten Niederstwertprinzips teilweise zu den über den Zeitwerten liegenden (ggf. fortgeführten) Anschaffungskosten bzw. den Buchwerten des Vorjahres angesetzt.


Im Anlagevermögen gehaltene Immobilienfonds werden zu Rücknahmepreisen ohne Berücksichtigung der bei einer vorzeitigen Rückgabe anfallenden Rücknahmeabschläge bewertet.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.

Beteiligungen und Anteil an einem verbundenen Unternehmen


Die Beteiligungen einschließlich der unter Bilanzposten Aktiva 6 ausgewiesenen Anteile an geschlossenen Investmentvermögen und der Anteil an einem verbundenen Unternehmen werden im Rahmen des gemilderten Niederstwertprinzips teilweise zu den über den Zeitwerten liegenden (ggf. fortgeführten) Anschaffungskosten bzw. den Buchwerten des Vorjahres angesetzt.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagevermögen


Die immateriellen Anlagewerte und das Sachanlagevermögen werden mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die steuerlichen Abschreibungstabellen, bilanziert. Außerplanmäßige Abschreibungen werden bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Aus Vereinfachungsgründen werden bei den Sachanlagen in Anlehnung an die steuerlichen Regelungen Vermögensgegenstände von geringem Wert (bis 250 Euro) sofort als Sachaufwand erfasst und geringwertige Vermögensgegenstände (bis 1.000 Euro) in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände


Die in den Sonstigen Vermögensgegenständen enthaltenen Forderungen und Vermögenswerte werden mit dem Niederstwert bewertet.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt. Der Unterschied zwischen Erfüllungs- und Ausgabebetrag wird unter den Rechnungsabgrenzungen ausgewiesen.

Rückstellungen


Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist; sie berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.


Die Pensionsrückstellungen werden unter Anwendung versicherungsmathematischer Grundsätze mit dem Anwartschaftsbarwertverfahren unter Zugrundelegung der Richttafeln Heubeck 2018 G ermittelt. Für die Abzinsung wird der sich aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren ergebende durchschnittliche Marktzinssatz von 1,83 % bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren verwendet. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes seit dem letzten Abschlussstichtag werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Bei der Berechnung werden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,0 % und ein Rententrend von jährlich 2,5 % berücksichtigt. Einen Fluktuationsabschlag haben wir weiterhin nicht angesetzt. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 293 TEUR. Bezüglich der Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 HGB verweisen wir auf die Gesamtdarstellung in Abschnitt 4. (28. Bilanzgewinn).


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes - Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Mitglied in der Zusatzversorgungskasse des Kommunalen Versorgungsverbands Baden-Württemberg (ZVK). Die ZVK finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Die ZVK erhebt zusätzlich zur Deckung der im ehemaligen Gesamtversorgungssystem entstandenen Versorgungsansprüche ein Sanierungsgeld. Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. iDw RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 56,0 Mio. EUR. Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wird in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet werden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1 % und unter Anwendung der Heubeck-Richttafeln RT 2005 G (in einer an den Bestand der ZVK angepassten Modifikation) ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wird gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde. Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des Verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der Verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.


Bezüglich der als wesentlich einzuordnenden, bei den sonstigen Rückstellungen (Passivposten 7c) ausgewiesenen Rückstellung ergeben sich folgende ergänzende Hinweise:


Bei der Ermittlung der im Zusammenhang mit der Rückstellungsbewertung entstehenden Aufwendungen und Erträge wird davon ausgegangen, dass die Änderung des Abzinsungssatzes zu Beginn der Periode eingetreten ist. Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes oder der Restlaufzeit werden im operativen Ergebnis ausgewiesen.


Bei den Rückstellungen für steigende Prämien bei Spareinlagen haben wir einen Fluktuationsabschlag von 4,34 % angesetzt. Sie werden auch bei einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger abgezinst.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs)


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente (insbesondere Zins-Swaps) des Bankbuchs einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten werden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wird auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin werden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum Bilanzstichtag ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Strukturierte Produkte


Die strukturierten Produkte (Forwarddarlehen sowie nachrangige Additional Tier 1 Anleihe mit unbestimmter Laufzeit und Schuldnerkündigungsrecht) werden unter Berücksichtigung des IDW RS HFA 22 einheitlich (ohne Abspaltung der Nebenrechte) bilanziert und ggf. bewertet.

Derivative Finanzinstrumente


Die zur Steuerung von Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswapgeschäfte werden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und sind somit nicht gesondert zu bewerten.

Währungsumrechnung


Das Währungsrisiko wird über eine Währungsgesamtposition je Währung als Einheit gesteuert. In diese werden je Währung die einzelnen Fremdwährungsforderungen und -Verbindlichkeiten sowie Kassageschäfte eingestellt. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB wird in Höhe der sich hierbei betragsmäßig ausgleichenden Positionen je Währung angenommen. Daneben bestehen offene Positionen.


Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten erfolgt mit dem Kassamittelkurs. Die Sortenbestände werden zum Mittelkurs aus Schalterankaufs- und -verkaufskursen der Landesbank Baden-Württemberg bewertet.


Die Aufwendungen aus der Währungsumrechnung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt. Die Erträge aus der Umrechnung besonders gedeckter Geschäfte werden ebenfalls erfolgswirksam vereinnahmt.


Der Ausweis der Aufwendungen und Erträge aus besonders gedeckten Positionen erfolgt saldiert im sonstigen betrieblichen Ergebnis.

3. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz

3.1 Aktivseite

3. FORDERUNGEN AN KREDITINSTITUTE


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 6.259 18.875
darunter: Forderungen an die eigene Girozentrale 6.259 18.875


Die Unterposition b) - andere Forderungen - (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 0
mehr als drei Monate bis ein Jahr 0
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 750
mehr als fünf Jahre 5.250

4. FORDERUNGEN AN KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.634 5.636
nachrangige Forderungen 1.000 1.000
Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings werden grundpfandrechtlich besicherte Kundenforderungen an die Landesbank Baden-Württemberg übertragen. Die Landesbank kann diese Forderungen zur Begebung von Hypotheken-Pfandbriefen bzw. öffentlichen Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse, die dem entsprechend die Forderungen weiterhin unter Aktiva-Posten 4 und mit nebenstehendem Betrag in dem dazugehörigen Unterausweis "durch Grundpfandrechte besichert" ausweist. Diese Forderungen sind mit ihrem Buchwert in den Angaben zur "Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten" enthalten. 4.097


Diese Position (ohne anteilige Zinsen) setzt sich nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 92.407
mehr als drei Monate bis ein Jahr 229.117
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 784.602
mehr als fünf Jahre 1.693.340
mit unbestimmter Laufzeit 32.605

5. SCHULDVERSCHREIBUNGEN UND ANDERE FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 9.933 9.933
Beträge, die in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr fällig werden (ohne anteilige Zinsen) 34.932
Von den in dieser Position enthaltenen Wertpapieren sind börsennotiert 247.580
Nicht mit dem Niederstwert bewertet sind Wertpapiere mit Buchwerten von zusammen
Es handelt sich hierbei um den kompletten Bestand in Aktiva 5.
Der Zeitwert dieser so bewerteten Wertpapiere beläuft sich auf 232.410 TEUR. Wir gehen von einer nur vorübergehenden Wertminderung aus, da der Zeitwert bei diesen Wertpapieren unter deren Einlösungsbetrag liegt.
247.580


In Unterposition b) - Anleihen und Schuldverschreibungen - sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Nachrangige Forderungen 19.376 19.376

6. AKTIEN UND ANDERE NICHT FESTVERZINSLICHE WERTPAPIERE

Anteile an Investmentvermögen

31.12.2023
TEUR
Nicht mit dem Niederstwert bewertet sind Wertpapiere mit Buchwerten von zusammen 194.073
Der Zeitwert dieser so bewerteten Wertpapiere beläuft sich auf 188.179
Bei den nicht mit dem Niederstwert bewerteten Aktien und Investmentfonds gehen wir aus heutiger Sicht nicht von einer dauernden Wertminderung aus, da der Zeitwert dieser Wertpapiere in den sechs Monaten vor dem Bilanzstichtag nicht permanent um mehr als 20 % unter dem letzten Buchwert, über einen längeren Zeitraum als ein Geschäftsjahr nicht unter dem letzten Buchwert und zudem der (einfache) Durchschnitt der täglichen Börsenschlusskurse dieser Wertpapiere in den letzten zwölf Monaten nicht um mehr als 10 % unter dem letzten Buchwert lag.


An den folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10 % der Anteile:

Anlageziele Bezeichnung des Investmentvermögens Marktwert Buchwert Ausschüttungen im Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR
Gemischter Fonds:
Hegau-Bodensee FM 1 Spezialfonds
267.411 267.411 6.541
Rentenfonds:
LBBW AM-Hegau Spezialfonds
172.333 177.730 2.074


Für die dargestellten Investmentvermögen liegen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe vor.

9. TREUHANDVERMÖGEN


Das ausgewiesene Treuhandvermögen stellt in voller Höhe Forderungen an Kunden (Aktivposten 4) dar.

12. SACHANLAGEN


In dieser Position sind enthalten:

TEUR
im Rahmen der eigenen Tätigkeit genutzte Grundstücke und Gebäude 25.520
Betriebs- und Geschäftsausstattung 4.488

13. SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
nachrangige Vermögensgegenstände 1.049 1.049

14. RECHNUNGSABRENZUNGSPOSTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und höherem Auszahlungsbetrag von Forderungen 250 260
Unterschiedsbetrag zwischen Erfüllungsbetrag und niedrigerem Ausgabebetrag von Verbindlichkeiten oder Anleihen 4 4

3.1.1 Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Vermögensgegenständen lauten auf Fremdwährung 42.521

ANLAGENSPIEGEL

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Stand am 1.1. des Geschäftsjahres Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 1.1. des Geschäftsjahres
Immaterielle
Anlagewerte
448 0 0 0 448 392
Sachanlagen 93.561 1.356 1.111 0 93.806 61.664
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen
Abschreibungen im Geschäftsjahr Zuschreibungen im Geschäftsjahr Änderungen der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Stand am 31.12. des Geschäftsjahres
Zugängen Abgängen Umbuchungen
Immaterielle
Anlagewerte
29 0 0 0 0 421
Sachanlagen 2.552 0 0 1.088 0 63.128
Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Buchwerte
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres Stand am 31.12. des Vorjahres
Immaterielle
Anlagewerte
26 56
Sachanlagen 30.676 31.897
Veränderungssaldo (§ 34 Abs. 3 RechKredV) Buchwerte
(ohne anteilige Zinsen)
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere -16.902 245.510 262.412
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere -218.779 337.560 556.339
Beteiligungen -456 27.210 27.666
Anteile an verbundenen Unternehmen 0 50 50
Sonstige Vermögensgegenstände 0 1.037 1.037

3.2 Passivseite

1. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KREDITINSTITUTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 494.033 437.169
darunter: Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 494.033 437.169
TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 431.679


Die Unterposition b) - mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne an teilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 123.907
mehr als drei Monate bis ein Jahr 54.411
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 518.641
mehr als fünf Jahre 258.130

2. VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER KUNDEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 50 50


Die Unterposition ab) - Spareinlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist von mehr als drei Monaten - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folgt zusammen:

TEUR
bis drei Monate 115
mehr als drei Monate bis ein Jahr 3.013
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 6
mehr als fünf Jahre 194


Die Unterposition bb) - andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist - setzt sich (ohne anteilige Zinsen) nach Restlaufzeiten wie folg t zusammen:

TEUR
bis drei Monate 199.405
mehr als drei Monate bis ein Jahr 130.049
mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 52.132
mehr als fünf Jahre 85

4. TREUHANDVERBINDLICHKEITEN


Bei den Treuhandverbindlichkeiten handelt es sich um Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (Passivposten 1).

6. RECHNUNGSABRENZUNGSPOSTEN


In dieser Position sind enthalten:

31.12.2023 Vorjahr
TEUR TEUR
Unterschiedsbetrag zwischen Nennbetrag und niedrigerem Auszahlungsbetrag von Forderungen 5 7

9. NACHRANGIGE VERBINDLICHKEITEN

TEUR
Für die in dieser Position ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind Aufwendungen in folgender Höhe angefallen 303


Die Bedingungen der im Passivposten "Nachrangige Verbindlichkeiten" enthaltenen Mittelaufnahmen entsprechen Artikel 63 der Capital Requirements Regulation (CRR). Die Umwandlung in Kapital oder eine andere Schuldform ist in keinem Fall vereinbart oder vorgesehen.


Die einzelnen Mittelaufnahmen, die jeweils 10 % des Gesamtbetrags übersteigen, sind wie folgt ausgestattet (ohne anteilige Zinsen):

Betrag TEUR Zinssatz % fällig am Vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung
4.000 2,66 18.06.2025 nein
3.000 2,66 04.08.2025 nein
1.500 2,05 04.08.2026 nein


Die nachrangigen Verbindlichkeiten von insgesamt 4.080 TEUR (ohne anteilige Zinsen), die im Einzelfall 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten nicht übersteigen, haben eine Durchschnittsverzinsung von 1,38 % und eine restliche Laufzeit bis zwei Jahre.

3.2.1 Mehrere Positionen betreffende Angaben

TEUR
Von den Schulden lauten auf Fremdwährung 41.220

3.2.2 Passivseite unter dem Strich

1. EVENTUALVERBINDLICHKEITEN


Im Posten "Eventualverbindlichkeiten" sind im Unterposten b) "Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen" sechs Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 6.541 TEUR und 37.500 TEUR.


Die übernommenen Verpflichtungen aus Bürgschaften und Gewährleistungsverträgen sind nicht zu passivieren, da wir aufgrund der Bonität der Kreditnehmer davon ausgehen, dass die zugrundeliegenden Verpflichtungen erfüllt werden, und wir daher nicht in Anspruch genommen werden.

TEUR
Der Gesamtbetrag der als Sicherheit übertragenen Vermögensgegenstände für in dieser Position enthaltene Verbindlichkeiten beläuft sich auf insgesamt 45.067

2. ANDERE VERPFLICHTUNGEN


Im Posten "Andere Verpflichtungen" sind im Unterposten c) "Unwiderrufliche Kreditzusagen" vier Einzelposten von wesentlicher Bedeutung in Bezug auf die Gesamttätigkeit der Sparkasse enthalten; die Einzelbeträge liegen zwischen 6.382 TEUR und 19.740 TEUR. Bei den genannten unwiderruflichen Kreditzusagen handelt es sich mit 9.900 TEUR um Darlehen.


Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden.

4. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

1. ZINSERTRÄGE


In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Erträge: TEUR
Aperiodische Zinserträge 392

8. SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE


In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Erträge: TEUR
Veräußerungsgewinne aus Grundstücken und Gebäuden des Anlagevermögens 350

10. ALLGEMEINE VERWALTUNGSAUFWENDUNGEN


In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Aufwendungen: TEUR
Zuführung zu Pensionsrückstellungen 748

23. STEUERN VOM EINKOMMEN UND ERTRAG


In dieser Position sind enthalten:

Periodenfremde Erträge: TEUR
Ertrag aus Auflösung von Steuerrückstellungen aus einer Betriebsprüfung 429
Steuererstattungen aus Vorjahren aus einer Betriebsprüfung 343

28. BILANZGEWINN


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner Sitzung am 11. Juli 2024 feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.


Im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB sind nachfolgende Sachverhalte bei der Ermittlung der Ausschüttungssperre zu berücksichtigen.

Sachverhalte TEUR
Aktive latente Steuern 24.332
Unterschiedsbetrag aus Pensionsrückstellungen gemäß § 253 Abs. 6 HGB 293
Summe 24.625
abzüglich in Vorjahren für Ausschüttungssperren der Sicherheitsrücklage zugeführte Beträge 22.583
im aktuellen Jahresabschluss nach HGB ausschüttungsgesperrter Betrag 2.042

5. Sonstige Angaben

Anteil an einem verbundenen Unternehmen und Beteiligungen

Name, Sitz Höhe des Kapitalanteils Eigenkapital Jahresergebnis
Landesbank Baden-Württemberg, Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Mainz 0,01 % 15.442 Mio. EUR (31.12.2022 1) + 1.510 Mio. EUR (2022)
Sparkassenverband Baden-Württemberg, Stuttgart 1,44 % -2 -2
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 5, Stuttgart 10,52 % 94.201 TEUR (30.09.2023) + 2.781 TEUR (2022/2023)
SVB-Sparkassen-Versicherung Beteiligungs-GmbH Nr. 10, Stuttgart 15,99 % 11.696 TEUR (30.11.2022) +316 TEUR (2021/2022)

1 Konzernabschluss gemäß IFRS
2 Keine Angabe gemäß § 286 Abs. 3 Satz 2 HGB


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.


Wir sind unbeschränkt haftende Gesellschafterin der DKE-GbR, Berlin und der Julius-Bührer-Straße 1-Singen GbR, Singen.


Der Sparkassenverband Baden-Württemberg hat sich zusammen mit den weiteren Trägern quotal entsprechend seinem Stammkapitalanteil an der Bereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital für die Landesbank Baden-Württemberg beteiligt. Als Mitglied des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg sind wir verpflichtet, über Umlagen den nicht anderweitig gedeckten Verbandsaufwand entsprechend dem maßgeblichen Umlageschlüssel abzudecken.


Darüber hinaus sind wir Mitglied des Sicherungssystems der Deutschen Sparkassenorganisation, wobei das System der freiwilligen Institutssicherung beibehalten wurde. Zusätzlich erfüllt das Sicherungssystem auch die Anforderungen des Einlagensicherungsgesetzes. Aus diesen Verpflichtungen ist über die laufenden jährlichen Beitragsverpflichtungen hinaus derzeit ein akutes Risiko einer wesentlichen Inanspruchnahme nicht erkennbar.


Zum Erwerb der Landesbank Berlin Holding AG (LBBH) durch die S-Finanzgruppe haben wir uns über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband ö.K. (DSGV) an der Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co. KG (Erwerbsgesellschaft) als Kommanditistin unterbeteiligt. In diesem Zusammenhang besteht ein Aufwendungsersatzanspruch des DSGV gegenüber den Unterbeteiligten für den Fall, dass die über die Erwerbsgesellschaft auszuschüttenden Dividenden der LBBH die laufenden Aufwendungen (im Wesentlichen aus der Fremdfinanzierung) nicht abdecken. Aktuell ist aus dieser Verpflichtung kein akutes Risiko einer Inanspruchnahme erkennbar.

Derivative Finanzinstrumente


Am Bilanzstichtag bestanden zwei Zinsswaps im Nominalvolumen von jeweils 25.000 TEUR. Diese nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Geschäfte haben eine Restlaufzeit von ein bis fünf Jahren bzw. mehr als fünf Jahren und weisen einen negativen Zeitwert von insgesamt 825 TEUR aus (zusätzliche Angaben nach § 285 Nr. 19 HGB). Bei den Kontrahenten per 31. Dezember 2023 handelt es sich jeweils um ein deutsches Kreditinstitut.


Bei OTC-gehandelten derivativen Finanzinstrumenten werden theoretisch ermittelte Werte als Zeitwerte angesetzt (Mark to Model Bewertung).


Bei der Mark to Model Bewertung wird bezüglich der derivativen Finanzinstrumente wie folgt verfahren: Zinsswaps werden in die Basisbestandteile Kuponanleihe und Floater zerlegt und unter Zugrundelegung entsprechender Zinsstrukturkurven getrennt bewertet. Der Barwert der Swaps ergibt sich dabei aus der Differenz der Barwerte der beiden Basisprodukte.


Diese in die Zinsbuchsteuerung einbezogenen Derivate werden bei der verlustfreien Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) berücksichtigt (vgl. Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden") und sind insoweit nicht gesondert zu bewerten.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz bestehen zum Bilanzstichtag Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen in Höhe von 7.670 TEUR durch absehbare Steuerentlastungen in Höhe von 32.002 TEUR überdeckt. Die Sparkasse hat von ihrem Wahlrecht nach § 274 Abs. 1 HGB Gebrauch gemacht und eine Aktivierung des Überschusses der Steuerentlastungen über die Steuerbelastungen in Höhe von 24.332 TEUR vorgenommen. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Sachanlagen sowie aus bilanziellen und außerbilanziellen Ansatzunterschieden bei den Investmentfonds. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich insbesondere aus unterschiedlichen bilanziellen Ansatzunterschieden bei den Forderungen an Kreditinstitute, bei den Forderungen an Kunden und den Rückstellungen sowie aus bilanziellen und außerbilanziellen Ansatzunterschieden bei den Investmentfonds. Der Ermittlung der latenten Steuern wird ein Steuersatz von 28,559 % (Körperschaft- und Gewerbesteuer zzgl. Solidaritätszuschlag) zugrunde gelegt. Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen werden bei den Berechnungen mit einem Steuersatz von 15,825 % berücksichtigt.

Abschlussprüferhonorare


Für das Geschäftsjahr 2023 wurden von unserem Abschlussprüfer für folgende Leistungen Honorare berechnet:

TEUR
für die Abschlussprüfung 316
für andere Bestätigungen 7
für die Steuerberatung 22

Mitarbeiter/innen


Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt:

Anzahl
Vollzeitkräfte 241
Teilzeit- und Ultimokräfte (anteilig) 109
Auszubildende 20
Insgesamt 370

Bezüge / Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Für die früheren Mitglieder des Vorstandes bzw. deren Hinterbliebene wurden Versorgungsbezüge in Höhe von 1.244 TEUR bezahlt. Für diese Personengruppe bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 20.792 TEUR.


Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhielten für ihre Tätigkeit im Berichtsjahr Gesamtbezüge in Höhe von 152 TEUR.


Den Mitgliedern des Vorstandes wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 1.623 TEUR gewährt. An die Mitglieder des Verwaltungsrates wurden Kredite (einschließlich Haftungsverhältnisse) in Höhe von 12.291 TEUR ausgereicht.

Organe

Verwaltungsrat
Vorsitzender: Bernd Häusler, Oberbürgermeister
1. Stellvertreter: Simon Gröger, Oberbürgermeister
2. Stellvertreter: Rainer Stolz, Bürgermeister (bis 31.12.2023)
Susen Katter, Bürgermeisterin (ab 01.01.2024)
Weitere Mitglieder: Ralf Baumert, Bürgermeister
Andreas Schmid, Bürgermeister
Thorsten Gohm, Geschäftsführer von Autohäusern
Martin Klumpp, Geschäftsführer einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuer Beratungsgesellschaft
Ralf Knittel, Bauunternehmer
Thomas Relling, Diplom-Ingenieur (FH), Geschäftsführer eines Statikbüros
Martin Schäuble, Geschäftsführer eines Installationsbetriebes
Günter Velten, Geschäftsführer eines Softwareunternehmens
Matthias Weckbach, Bürgermeister (bis 30.06.2023)
Christoph Stolz, Bürgermeister (ab 01.01.2024)
Vertreter der
Beschäftigten:
Michael Burth, Sparkassenangestellter
Christian Fürst, Sparkassenangestellter
Tiemo Füssler, Sparkassenangestellter
Hartmut Hoch, Sparkassenangestellter
Sabine Lohr, Sparkassenangestellte
Andrea Rückert, Sparkassenangestellte
Vorstand
Dr. Alexander Endlich
Jens Heinert
Vorstandsvorsitzender
Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

 

Singen, den 21.05.2024


Der Vorstand der Sparkasse Hegau-Bodensee

Dr. Endlich Heinert

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023 ("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Hegau-Bodensee hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Hegau-Bodensee besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Hegau-Bodensee definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag oder Nettoaufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 82.560 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 350.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 6.441 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 4.572 TEUR. Die Steuern betreffen sowohl laufende wie auch latente Steuern.


Die Sparkasse Hegau-Bodensee hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Sparkasse Hegau-Bodensee, Singen (Hohentwiel)

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES LAGEBERICHTS

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Hegau-Bodensee (im Folgenden: Sparkasse) bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 Handelsgesetzbuch (im Folgenden: HGB) erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden: EU-APrVO) unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Sparkasse unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Art. 10 Abs. 2 Buchstabe f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Art. 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.


Nachfolgend stellen wir den aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

Bewertung von Forderungen an Kunden

a) Sachverhalt und Problemstellung


Das Kundenkreditgeschäft ist ein maßgebliches Geschäftsfeld der Sparkasse. Bei der Bewertung einzelner Kundenforderungen ist das Adressenausfallrisiko des Kreditnehmers, d. h. insbesondere die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Kreditnehmer seinen vertraglichen Leistungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, sowie die Bewertung der ggf. vorliegenden Sicherheiten, maßgeblich. Die Bewertung dieser Forderungen beruht somit in einem hohen Maße auf den Einschätzungen und Annahmen des Vorstands der Sparkasse zu den genannten Sachverhalten. Die Unsicherheiten bei diesen Ermessensentscheidungen sind aktuell insbesondere durch die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Einschätzung, inwieweit die hieraus resultierenden Belastungen die Kapitaldienstfähigkeit der betroffenen Kreditnehmer dauerhaft negativ beeinflussen. Diese Thematik hat daher wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse. Für die Zwecke der Rechnungslegung sind insofern die Kreditprozesse zur Bewertung der Forderungen von besonderer Bedeutung. Die Bewertung von Forderungen an Kunden bedarf insoweit einer besonderen Befassung durch den Abschlussprüfer.

b) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse


Bereits im Rahmen unserer vorgezogenen Prüfung der organisatorischen Pflichten haben wir die Ordnungsmäßigkeit des Forderungsbewertungsprozesses betrachtet. Die relevanten Kreditprozesse sowie die Ausgestaltung und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems bei der Bewertung der Kundenforderungen beurteilen wir regelmäßig auf Grundlage von Aufbau- und Funktionsprüfungen.


Bei einer risikoorientierten - unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vorgenommenen bewussten Auswahl von Kreditengagements haben wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen vorgenommen und auf der Grundlage von Kreditunterlagen zu den wirtschaftlichen Verhältnissen die von der Sparkasse vorgenommene Beurteilung des kreditnehmerbezogenen Adressenausfallrisikos sowie die Bewertung der Kreditsicherheiten bei ausfallgefährdeten Forderungen nachvollzogen.

c) Verweis auf weitergehende Informationen


Weitere Informationen und Erläuterungen sind in den Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (Abschnitt 2) sowie zu den Beständen zum Bilanzposten Aktiva 4 (Abschnitt 3) enthalten. Darüber hinaus verweisen wir auf die Darstellungen und Erläuterungen im Lagebericht (Abschnitte 2.4.2.2, 2.5.1 und 4.2.1.1).

Sonstige Informationen


Der Vorstand ist für die sonstigen Informationen verantwortlich.


Die uns vor dem Datum des Bestätigungsvermerks vorgelegte sonstige Information umfasst den gemäß § 340a Abs. 1a HGB i. V. m. § 289b Abs. 3 Satz 1 Nr. 2a HGB zusammen mit dem Lagebericht nach § 325 HGB zu veröffentlichenden nichtfinanziellen Bericht für das Geschäftsjahr 2023.


Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.


Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.


Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und, sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Art. 10 EU-APrVO


Wir sind nach § 30 Abs. 2 Satz 2 Sparkassengesetz für Baden-Württemberg i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Art. 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Von uns beschäftigte Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, haben folgende Leistungen, die nicht im Jahresabschluss oder im Lagebericht angegeben wurden, zusätzlich zur Abschlussprüfung für die Sparkasse erbracht:

Prüfung im Zusammenhang mit dem "MACCs-Verfahren" (Kreditforderungen - Einreichung und Verwaltung) gemäß Abschnitt V Nr. 11 (1) der Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutschen Bundesbank

Prüfung im Zusammenhang mit der Kostenumlage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht für den Aufsichtsbereich Wertpapierhandel gemäß § 16j Abs. 2 Satz 2 des Gesetzes über die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz - FinDAG)

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER


Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Peter Petersen.

 

Stuttgart, den 20. Juni 2024


Sparkassenverband Baden-Württemberg


Prüfungsstelle


Petersen


Wirtschaftsprüfer

Beschluss des Verwaltungsrats über die Verwendung des Bilanzgewinns


Im Zusammenhang mit der Ausschüttungssperre nach dem HGB wird der Bilanzgewinn in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zugeführt. Der Verwaltungsrat hat den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner Sitzung am 11. Juli 2024 entsprechend festgestellt.


Der Vorstand der Sparkasse Hegau-Bodensee

Dr. Endlich Heinert

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

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Handelsregister Dokumente

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19 nahegelegene Organisationen

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