Stammdaten

Register
Amtsgericht Göttingen HRB 206244
Vorher
ACO Computerservice GmbH
Eingetragen
11.3.1992
Branche
Herstellung von Geräten und Einrichtungen der TelekommunikationstechnikSonstige Telekommunikation a. n. g.Einzelhandel mit Telekommunikationsgeräten
Gegenstand
Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Dennis Dr. Kremer
seit 30.5.2024
Prokura
Mario Böttner
seit 29.9.2023
Geschäftsführer
Enrico Köppl
seit 31.8.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
goetel GmbHEigenbeteiligung
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.620 €
100.00%

Beteiligungen

NameAnteil
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

goetel GmbH

Göttingen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

goetel GmbH, Göttingen

1. Grundlagen der goetel und Geschäftsmodell

Die goetel GmbH (nachfolgend kurz "goetel") plant, errichtet und betreibt moderne Telekommunikationsinfrastruktur für Privat- und Geschäftskunden. Dabei liegt der Fokus auf der Glasfaser-Breitbandversorgung ("Fiber-to-the-Home" oder auch "FTTH"), die schnelle und leistungsfähige Internetverbindungen über Glasfaser bis ins Haus realisiert. Die goetel ist hierbei spezialisiert auf den Ausbau von Verbindungen im unterversorgten ländlichen Raum mit einem regionalen Schwerpunkt im südlichen Niedersachen, Hessen, sowie Teilen von Nordrhein-Westfalen und Bayern.

Die Produkte der goetel umfassen neben dem Internetzugang mit Bandbreiten bis zu 2.000 Mbit/s, Telefoniedienste und IPTV für Privatkunden, auch individuelle Lösungen für Geschäftskunden.

Bereits seit vielen Jahren setzt die goetel dabei auf die moderne und leistungsfähige Glasfasertechnologie, seitdem im Jahr 2012 das erste Glasfasernetz in der Stadt Göttingen errichtet wurde. Für den Ausbau von neuen Netzen verfügt die goetel in den jeweiligen Regionen über die entsprechenden Wegerechte nach § 68 Abs. 1 TKG. In der Vergangenheit nutzte goetel zur Realisierung der Bauvorhaben zudem die Expertise der German Network Construction GmbH ("GNC"), einem Schwesterunternehmen der goetel, das neben Planung und Projektierung insbesondere Kapazitäten zur Bauüberwachung zur Verfügung stellte. Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 erfolgte der Zusammenschluss von goetel und GNC durch Verschmelzung. Somit ist der Baubereich mit Planung, Projektierung und Koordination der Bauvorhaben direkt innerhalb der goetel angesiedelt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im Jahr 2023 nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 0,3 % niedriger als im Jahr 2022 (kalenderbereinigt 0,1 %). Im Vergleich zum Jahr 2019, dem Jahr vor Beginn der Corona-Pandemie, war das BIP 2023 um 0,7 % höher.1

Die konjunkturelle Entwicklung war im Jahr 2023 stark geprägt von steigenden Zinsen und bestehenden Unsicherheiten aufgrund des Ukrainekrieges und den weltweit vorherrschenden Krisen. Hinzu kamen trotz jüngster Rückgänge die Inflation, die weiterhin hohen Preise, ungünstige Finanzierungbedingungen aufgrund steigender Zinsen und eine geringere Nachfrage im In- und Ausland. Aufgrund dieser schwierigen Bedingungen setzte sich die Erholung der deutschen Wirtschaft, laut Bericht des statistischen Bundesamtes, im Jahr 2023 nicht weiter fort.2 Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung nahm im verarbeitenden Gewerbe gegenüber dem Vorjahr leicht ab (-0,4 %). Im Baugewerbe führten die weiterhin hohen Baukosten und der Fachkräftemangel, sowie die zunehmend schlechteren Finanzierungsbedingungen lediglich zu einem marginalen Anstieg der Bruttowertschöpfung (+0,2 %), so das statische Bundesamt.3 Laut der BREKO Marktanalyse konnten bis Mitte 2023 etwa 17,3 Mio. Kunden in Deutschland unmittelbar durch einen Glasfaseranschluss versorgt werden4. Im ländlichen Raum verfügen im europäischen Durchschnitt 48% der Haushalte, in Deutschland jedoch lediglich 23% der Haushalte über einen modernen Glasfaseranschluss.5 Unterstützt wird der Ausbau und die Nachfrage nach leistungsstarken Glasfaseranschlüssen durch Anpassungen im Telekommunikationsgesetz (TKG), welche zum 1. Dezember 2021 in Kraft trat und die rechtlichen Rahmenbedingungen deutlich verbessert hat. In dessen Zuge werden u.a. öffentliche Genehmigungsverfahren beschleunigt und der Zugang zu bereits bestehenden Infrastrukturen, insbesondere denen der öffentlichen Hand, vereinfacht.

Auch die COVID-19 Pandemie veränderte das Verhalten der Menschen, so dass die Nutzung von Online-Meetings, Mobiltelefonen und das digitale Arbeiten, sowie die Nachfrage nach Gaming und Streaming Diensten signifikant anstiegen. Dies führte zu einer gesteigerten Nachfrage nach Bandbreite und stabilem Internet.

Der nachhaltige Anstieg der Nachfrage nach Internet und die momentan weiterhin in Deutschland nicht ausreichende Abdeckung mit Glasfaser unterstützt das Geschäftsmodell der goetel in den kommenden Jahren. Dabei müssen die Rahmenbedingungen bezüglich Einkaufspreisen, Lieferketten und Fachkräften stets im Auge behalten werden.

2.2. Geschäftsverlauf

Die goetel blickt insgesamt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 zurück. Im Vergleich zum Vorjahr stieg sowohl Anzahl der FTTH Homes Passed um 42.064 auf 109.300, als auch die Homes Connected um 21.032 auf 50.000. Beide Werte liegen hinter den prognostizierten Werten für das Geschäftsjahr 2023 zurück. Das EBITDA lag aufgrund hoher Aufwendungen für das Wachstum deutlich im negativen Bereich. Die Anzahl der aktiven Glasfaseranschlüsse (FTTH) stieg dabei im Jahr 2023 um 34% auf 21.000 aktive Kundenanschlüsse. Insgesamt nutzen 25.700 Kunden goetel-Produkte. Darüber hinaus befinden sich 36.500 weitere Haushalte im Ausbau für einen zukunftsweisenden Glasfaseranschluss. Insgesamt hat die goetel im Jahr 2023 über 635 km neue Glasfaserinfrastruktur errichtet. Hierdurch konnten 40 Ortschaften an das Netz der Zukunft neu angeschlossen werden.

Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit und damit des Glasfaserausbaus ist ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der goetel. Im Geschäftsjahr 2021 konnte die Basalt Infrastructure Partners III mit langjähriger Erfahrung als neuer Gesellschafter und Finanzierer von Eigenmitteln gewonnen werden.

Die Geschäftstätigkeit der goetel war auf der Nachfrage- und der Investitionsseite unterschiedlich beeinflusst. Zum einen traf goetel im Rahmen der vermehrten Heimarbeit auf einen anhaltend höheren Bedarf für schnelles Internet bei privaten Haushalten und Geschäftskunden. Andererseits wurde die Fertigstellung einiger Bauprojekte aufgrund begrenzter Verfügbarkeit von Baukapazitäten erheblich verzögert.

2.3. Wirtschaftliche Lage

Infolge der Verschmelzung der GNC auf die goetel ist die Vergleichbarkeit er Vorjahreszahlen eingeschränkt. Um eine quantitative Vergleichbarkeit herzustellen, werden im Folgenden bei wesentlichen Posten Angaben zu den Vorjahreswerte der GNC ergänzt.

2.3.1 Ertragslage

Die goetel konnte ihre Umsatzerlöse von TEUR 11.202 im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 13.348 im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 steigern. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf erhöhten FTTH-Kundenzuwachs im Privatkundenbereich zurückzuführen. Das Kundenwachstum spiegelt sich jedoch noch nicht vollständig in den Umsatzerlösen wider, da die Umsatzrealisierung durch gewährte kostenlose Vorlaufzeiten für Neukunden ("Internet vorab") bis zur endgültigen Portierung verzögert stattgefunden hat.

Das Rohergebnis ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 8.140 auf TEUR 16.489 insbesondere bedingt durch aktivierte Eigenleistungen in Höhe von TEUR 6.101 gestiegen sowie infolge der um TEUR 2.146 gestiegenen Umsatzerlöse, was wiederum auf den Nachlauf der Umsatzerlöse für fertiggestellte Neukunden, für welche die Drittinfrastruktur für die Versorgung bereits angemietet worden war, zurückzuführen ist.

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
Umsatz 13.348 11.202 2.146
Betriebsleistung 19.450 11.202 8.248
Rohergebnis (ohne SbE) 16.489 8.349 8.140
EBITDA -7.738 -13.258 5.711
EBIT -10.859 -15.997 5.329
Jahresüberschuss/-fehlbetrag -21.498 -23.988 2.665

Der Personalaufwand stieg vor allem verschmelzungsbedingt von TEUR 8.469 (Vorjahr GNC: TEUR 2.752) im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 12.210 im Geschäftsjahr 2023.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Geschäftsjahr 2023 um TEUR 590 auf TEUR 12.837 (Vorjahr: EUR 13.427) gesunken.

Das EBITDA betrug im Geschäftsjahr 2023 TEUR -7.738 (Vorjahr: TEUR -13.258) und liegt somit hinter den Erwartungen.

Die Abschreibungen der immateriellen Vermögensgegenstände und des Sachanlagevermögens lagen für den Berichtszeitraum bei TEUR 3.121 (Vorjahr: TEUR 2.739).

Das Finanzergebnis, welches im Geschäftsjahr 2023 insbesondere durch Zinsaufwendungen gegenüber Kreditinstituten getrieben wurde, betrug TEUR -10.639 (Vorjahr: TEUR -7.962).

Der Jahresfehlbetrag belief sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR -21.498 (Vorjahr: TEUR -23.988).

2.3.2. Vermögens- und Finanzlage

Zum Abschlussstichtag 31.12.2023 hat die goetel ihre Bilanzsumme von TEUR 146.385 im Vorjahr auf TEUR 286.670 gesteigert. Die Aktivseite besteht dabei im Wesentlichen aus langfristigen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 263.397 (Vorjahr: TEUR 125.429), welche insbesondere Sachanlagevermögen (TEUR 259.484, Vorjahr: TEUR 120.083) und immaterielle Vermögensgegenstände (TEUR 6.109, Vorjahr: TEUR 5.340) enthalten. Das Sachanlagevermögen ist dabei im Geschäftsjahr 2023 deutlich um TEUR 139.401 angestiegen, wiederum getrieben durch die Investitionen in den Ausbau moderner Glasfasernetze. Die immateriellen Vermögensgegenstände enthalten einen Geschäfts- und Firmenwert in Höhe von TEUR 2.273 (Vorjahr: TEUR 2.479) aus den Verschmelzungen der OR Network GmbH, Reiskirchen und der GöTel GmbH im Jahr 2021.

Die Passivseite der Bilanz weist zum Abschlussstichtag neben dem Eigenkapital, welches aufgrund von Einlagen durch die Gesellschafterin (TEUR 59.500; Vorjahr TEUR 40.500) und einen verschmelzungsbedingten Effekt (TEUR 3.400) gestiegenen ist, im Wesentlichen langfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (TEUR 175.145, Vorjahr: TEUR 94.240) zur Finanzierung der Ausbauvorhaben aus. Der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um TEUR 80.904 gegenüber dem Vorjahr resultiert aus der weiteren Ausschöpfung der im Dezember 2021 aufgenommen Kreditfazilität für Investitionen in den Netzausbau. Weitere Mittel in Höhe von TEUR 170.000 standen zum Bilanzstichtag für noch laufende und zukünftige Ausbauprojekte zum Abruf zur Verfügung. Die Dartlehen der Gesellschafterin sind weiterhin langfristig. Die Zinsen werden bis zur Darlehensfälligkeit gestundet, wodurch entsprechende Liquidität geschaffen wird.

Durch die verbleibende Kreditfazilität und Zusagen seitens des Gesellschafters ist die Liquidität im Folgejahr gesichert.

2.3.3. Finanzielle und operative Leistungsindikatoren

Wesentliche finanzielle Leistungsindikatoren für die Steuerung der Gesellschaft sind die Größen Umsatzerlöse, Rohergebnis und EBITDA. Die wichtigsten operativen Leistungsindikatoren sind Homes Passed (HP), Homes Connected (HC) und Homes Activated (HA). Homes Passed umfasst alle Wohneinheiten, Gewerbebetriebe und öffentliche Institutionen mit Breitbandbedarf, welche ihren Standort in einem Gebäude haben, das an einem funktionstüchtigen Kabel an das Glasfasernetz der goetel angeschlossen werden kann (unter Berücksichtigung der technischen Rahmenbedingungen). Homes Connected bezeichnet alle Wohneinheiten, Gewerbebetriebe und öffentliche Institutionen, welche bereits an das Glasfasernetz der goetel über einen funktionsbereiten passiven Übergabepunkt (APL) angeschlossen sind. Homes Activated beinhaltet alle Wohneinheiten, Gewerbebetriebe mit Breitbandbedarf und öffentliche Institutionen, die einen von der goetel betriebenen Glasfaseranschluss kostenpflichtig nutzen.

2.3.4. Gesamtaussage zur Lage des Unternehmens

Die goetel GmbH befindet sich weiterhin in einer starken Expansionsphase. Dabei entwickelt sich das Unternehmen von einem ehemals auf funk- und kupferbasierenden Technologien nutzenden Telekommunikationsanbieter zu einem reinen Betreiber von Glasfasernetzen und Anbieter von glasfaserbasierten Telekommunikationsprodukten.

Dabei befindet sich die goetel im Rahmen ihrer aktuellen Geschäftsausweitung in einer erhöhten Investitionsphase. So stiegen die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr auf TEUR 140.776, was dem rund zehnfachen Umsatz der Gesellschaft entspricht. Die dabei verwendeten Mittel wurden zu über 95% für den Glasfaserausbau genutzt und im Wesentlichen durch langfristige Fremdmittel sowie durch Gesellschaftermittel finanziert. Das vorübergehend negative, aber im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte EBITDA und der Jahresfehlbetrag sind Folge dieser starken Expansionsstrategie und werden durch nachgelagerte Umsatzeffekte zukünftig ausgeglichen bzw. überkompensiert.

Die strategischen Ziele in den Ausbauregionen in Niedersachen und Hessen für die Anzahl der HP wurden nicht vollumfänglich erreicht. Insgesamt wird der Geschäftsverlauf als zufriedenstellend angesehen.

Zusammenfassend beurteilt die Geschäftsleitung die Lage der goetel, aufgrund der weiterhin starken Expansion und den gestiegenen Zahlen im Bereich der HP und HC als positiv.

3. Chancen- und Risikobericht

3.1. Risikomanagement

Die goetel agiert in einem dynamischen Marktumfeld. Auch durch das rapide Wachstum des Unternehmens ist das Erreichen der kurz- bis mittelfristigen Ziele mit Chancen und Risiken verbunden. Die Geschäftsleitung bewertet im Rahmen des Risikomanagements regelmäßig mögliche Risiken, die negative Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben könnten. Durch eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte sowie der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen kann somit frühzeitig auf relevante Veränderungen reagiert werden.

3.2. Regulatorische Risiken

Der Deutsche Telekommunikationsmarkt unterliegt einer Regulierung durch die Bundesnetzagentur sowie dem Telekommunikationsgesetz (TKG). Diese Regulierung betrifft auch die goetel, die zur Realisierung einiger Produkte auf Vorleistungen der Telekom Deutschland (Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung bei VDSL-Anschlüssen) sowie teils geförderten teils privatwirtschaftlichen Backbone-Netzen angewiesen ist. Die hierfür maßgeblichen Bedingungen könnten sich auf deutscher Ebene zum Nachteil für die goetel ändern, werden aber auch durch europäische Vorgaben beeinflusst. Die goetel setzt hier auf eine funktionierende Aufsicht durch die Bundesnetzagentur. Die goetel begrenzt die Risiken dadurch, dass sie die Regulierungsvorgänge zum einen intensiv beobachtet und zum anderen diese mit eigenen Stellungnahmen und Anträgen intensiv mitgestaltet. Auch eine intensive Zusammenarbeit mit den Branchen- und Interessensverbänden, hier vor allem der BREKO (Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.) und dem VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V.), führen zu einer guten Informationsbasis. Insbesondere die getroffene Entscheidung zur Vectoring-Technologie, die besagt, dass alternative Anbieter ebenso wie die Deutsche Telekom Vectoring einführen können, zeigt nach Einschätzung der goetel, dass die Regulierung in Deutschland den Wettbewerb fördert. Die goetel schätzt das Risiko aus der Regulierung daher als eher moderat ein.

3.3. Wettbewerbsrisiken

Der Telekommunikationsmarkt befindet sich in einer Phase der Konsolidierung und Verdrängung. Aufgrund der vorhandenen eigenen Glasfaserinfrastruktur hat die goetel in ihren Ausbauregionen in Niedersachsen und Hessen jedoch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Festnetzanbietern, indem sie ihren Kunden schnellere und hochwertigere Breitbandprodukte zur Verfügung stellen kann. Gegenüber Mobilfunkanbietern liegt der Wettbewerbsvorteil bei stationären Anwendungen in der höheren Bandbreite und geringeren Latenz der Glasfasernetze im Vergleich zu Mobilfunktechnologien (EDGE, UMTS, LTE und 5G). Aus derzeitiger Sicht schätzt die goetel daher das Gesamtbild aus Risiko- und Chancenlage als positiv ein.

3.4. Finanzielle Risiken

Der Bau von Glasfasernetzen ist mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden. Die Ausbaugeschwindigkeit ist daher von entscheidender Bedeutung, um Potenziale vor Wettbewerbern realisieren zu können. Die Aufnahme weiteren Kapitals wird von diversen Faktoren beeinflusst, beispielsweise von Marktzinsänderungen oder restriktiveren Kreditvergaben. Einschränkungen in der Aufnahme von finanziellen Mitteln würde die Finanzlage der goetel erheblich beeinflussen. Die Cashflows werden daher durchgehend beobachtet und es erfolgt ein kontinuierlicher Austausch mit Kapitalgebern. Da der Gesellschafter die weitere Expansionsfinanzierung unterstützt und gemäß Planung die Konditionen des zu Beginn 2022 abgeschlossenen Kreditvertrags mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllt werden, wird die Wahrscheinlichkeit eines Kapitalengpasses als moderat eingeschätzt.

Der Risikomanagementprozess zur Verwendung von Finanzderivaten gibt vor, dass ausschließlich geschlossene Positionen zulässig sind. Ein Handel mit Finanzderivaten erfolgt nicht. Zur Absicherung von Zinsschwankungen und zur Begrenzung von Finanzierungskosten werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt (Cashflow Hedges). Die Abschlüsse dieser Geschäfte unterliegen einer ständigen Risikokontrolle und erfolgen ausschließlich mit Kontrahenten guter Bonität.

3.5. Projektrisiken

Projektrisiken sind primär damit verbunden, dass der Bau der Glasfaserinfrastruktur durch dritte General- bzw. Nachunternehmer erfolgt. Insbesondere Kalkulationsrisiken, Risiken aus Nichterfüllung oder nur Teilerfüllung der vereinbarten Leistungen sowie Insolvenzrisiken der General- und Nachunternehmer können sich negativ auf die Geschäftstätigkeit der goetel auswirken. Diesen Risiken wird jedoch mit strukturierten Prozessen und Diversifikation auf Ebene der General- und Nachunternehmer entgegengewirkt. Für den Bau der Glasfasernetze werden größtenteils Festpreise und definierte Zahlungsschritte auf Basis erfolgter Leistungen mit den General- und Nachunternehmern vereinbart, um Kalkulations- und Ausfallrisiken möglichst zu minimieren oder zu vermeiden. Das resultierende verbleibende Projektrisiko wird von der goetel als moderat eingeschätzt.

3.6. Technische Risiken

Das Risiko von technischen Störungen sowie Cyber-Attacken in den Netzen der goetel kann zu einer Unzufriedenheit der Kunden und somit zu einem Kunden- und Umsatzverlust führen. Die goetel baut ihre Backbonenetze möglichst redundant auf. Dies bedeutet, dass bei einem Ausfall eines Teilnetzes ein anderes Teilnetz für die Alternativversorgung der Kunden sorgt. Zusätzlich wird die Infrastruktur und insbesondere die aktive Infrastruktur rund um die Uhr automatisiert durch das sogenannte Network Operations Centre überwacht. Die goetel schätzt die technischen Risiken daher als gering ein.

3.7. Personelle Risiken

Der Erfolg der goetel ist insbesondere von ihrer Belegschaft abhängig. Die für uns relevanten Personalbereiche sind gekennzeichnet durch intensiven Wettbewerb bei der Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte und Talente sowie durch die Herausforderung, in der Öffentlichkeit als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Als verantwortlich handelnder Arbeitgeber ist die goetel daher darauf bedacht, Mitarbeitern eine langfristige Perspektive im Unternehmen zu bieten, beispielsweise durch ein umfangreiches Fortbildungsprogramm ("goetel Akademie"). Zudem fördert die goetel junge Berufseinsteiger und weist bereits seit Jahren eine hohe Ausbildungsquote auf. Ein Großteil der Auszubildenden bleibt der Gesellschaft anschließend treu. Die Risiken durch Mitarbeiterverlust schätzt die goetel als gering ein.

3.8. Sonstige Risiken

Weitere mögliche Auswirkungen auf das Geschäft der goetel können sich aus den aktuellen wirtschaftlichen, politischen und geopolitischen Rahmenbedingungen ergeben. Hier kann es insbesondere durch unterbrochene Lieferketten zu Materialengpässen und somit Bauverzögerungen kommen. Ebenso können sich Preiserhöhungen für Bauleistungen und Materialen negativ auswirken. Das Risiko wird regelmäßig überwacht und auf Gegenmaßnahmen überprüft. Eine materielle Auswirkung auf das Geschäft der goetel kann aktuell noch nicht abschließend beurteilt werden.

3.9. Chancen

Die goetel ist weiterhin in einer starken Expansionsphase. Durch den Aufbau von Mitarbeitern und die Umsetzung von Automatisierungsprojekten, konnte die goetel im abgelaufenen Geschäftsjahr kontinuierlich Ausbauprojekte beginnen und abschließen. Die goetel möchte aufgrund des politischen Willens zum weiteren Glasfaserausbau in Deutschland, der steigenden technischen Bedürfnisse und der damit einhergehenden Kundennachfrage die Erschließung von unterversorgten ländlichen Gebieten weiter intensivieren. Die verfolgte Wachstumsstrategie basiert auf einem weitreichenden Backbonenetz, starken Kunden- und Lieferantenbeziehungen und aktivem Engagement des Gesellschafters und der übrigen Stakeholder. Die Chancen weiteren Wachstums durch den Glasfaserausbau werden daher als positiv eingeschätzt.

Den wesentlichen Risiken, wie regulatorische Restriktionen, Preissteigerungen und Wettbewerbsdruck wirkt die goetel durch entsprechende Maßnahmen zur Risikominderung entgegen. Die Geschäftsführung ist überzeugt, die beschriebenen Herausforderungen auch in Zukunft zu meistern und das Potenzial der Chancen zu nutzen.

4. Prognosebericht

Die goetel plant durch den steigenden Kundenbedarf an hochwertigen Breitbandprodukten die Fortführung der Expansionsstrategie und damit den weiteren Ausbau von eigenen Glasfasernetzen. Im Zuge dessen sollen zusätzliche unterversorgte Gebiete erschlossen und weitere Kunden in bereits erschlossenen Gebieten hinzugewonnen werden (sogenannte Nachverdichtung). Damit einhergehend erwartet die Geschäftsleitung in den kommenden Jahren entsprechend ein weiteres deutliches Kunden- und Umsatzwachstum.

Die goetel plant für das Geschäftsjahr 2024, die Anzahl der FTTH Homes Passed um bis zu 61.000 sowie der FTTH Homes Connected um bis zu 37.000 zu erhöhen. Die Investitionen für den geplanten Netzausbau werden sich auf bis zu 174 Mio. Euro belaufen. Es wird ein Umsatz von bis zu 24 Mio. Euro erwartet. Aufgrund der zusätzlich zu den Investitionen erwarteten Wachstumsaufwendungen für - insbesondere zusätzliches Personal, u.a. für weiterhin hochwertigen Kundenservice - wird für 2024 ein leicht positives EBITDA von ca. 1 Mio. erwartet.

 

Göttingen, 4. April 2024

Mario Böttner

Enrico Köppl

1 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024

2 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 019, January 15th 2024, UN - Department of Economic and Social Affairs: 5 things you need to know about the global economy in 2023, Juny 2023, Colliers: City Survey Q4 2023

3 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr. 019 vom 15. Januar 2024

4 Bundesverband Breitbandkommunikation e.V.: BREKO Marktanalyse 2023 (30.08.2023)

5 FTTH Council Europe's Market Intelligence Committee: FTTH/B in Rural Areas, September 2023

Bilanz

Aktiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Anlagevermögen 265.598.292,50 125.428.884,45
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 6.108.838,51 5.340.281,71
1. Geschäfts- oder Firmenwert 2.273.049,16 2.479.690,00
2. sonstige immaterielle Vermögensgegenstände 3.835.789,35 2.860.591,71
II. Sachanlagen 259.483.953,48 120.083.102,23
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.988,75 10.988,75
2. technische Anlagen und Maschinen 81.531.944,90 46.147.250,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 603.330,54 631.603,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 177.337.689,29 73.293.259,98
III. Finanzanlagen 5.500,51 5.500,51
1. Beteiligungen 0,51 0,51
2. sonstige Finanzanlagen 5.500,00 5.500,00
B. Umlaufvermögen 18.240.446,32 16.947.027,45
I. Vorräte 0,00 1.269.780,96
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 8.737.660,45 6.091.094,02
1. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 15.000,00 108.888,24
2. sonstige Vermögensgegenstände 8.722.660,45 5.982.205,78
III. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 9.502.785,87 9.586.152,47
C. Rechnungsabgrenzungsposten 2.831.621,20 4.009.037,64
Bilanzsumme, Summe Aktiva 286.670.360,02 146.384.949,54

Passiva

31.12.2023
EUR
31.12.2022
EUR
A. Eigenkapital 62.505.503,57 21.103.313,15
I. gezeichnetes Kapital 25.620,00 25.620,00
II. Kapitalrücklage 119.486.994,31 56.586.679,73
III. Verlustvortrag 35.508.986,58 11.520.701,80
IV. Jahresfehlbetrag 21.498.124,16 23.988.284,78
B. Rückstellungen 12.950.970,53 1.684.809,89
C. Verbindlichkeiten 211.213.885,92 123.596.826,50
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 175.144.563,14 94.240.685,98
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 30.256.372,21 25.798.995,86
3. sonstige Verbindlichkeiten 5.812.950,57 3.557.144,66
Bilanzsumme, Summe Passiva 286.670.360,02 146.384.949,54

Gewinn- und Verlustrechnung

1.1.2023 - 31.12.2023
EUR
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR
1. Rohergebnis 17.323.765,46 8.638.493,95
2. Personalaufwand 12.210.075,67 8.469.204,62
a) Löhne und Gehälter 10.266.700,16 7.121.587,66
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 1.943.375,51 1.347.616,96
davon für Altersversorgung 14.590,79 4.651,70
3. Abschreibungen 3.120.666,41 2.739.487,83
a) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.120.666,41 2.739.454,85
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten 0,00 32,98
4. sonstige betriebliche Aufwendungen 12.836.850,64 13.427.000,94
5. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.899.476,83 270,35
6. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 12.538.259,32 7.962.738,31
davon an verbundene Unternehmen 1.080.311,11 1.410.340,72
7. Steuern vom Einkommen und Ertrag 489,20 14.306,00
8. Ergebnis nach Steuern -21.483.098,95 -23.973.973,40
9. sonstige Steuern 15.025,21 14.311,38
Jahresfehlbetrag 21.498.124,16 23.988.284,78

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

goetel GmbH, Göttingen

I. Registerinformation

Die Gesellschaft ist unter der Firma goetel GmbH mit Sitz in Göttingen im Handelsregister des Amtsgerichts Göttingen unter der Nummer HRB 206244 eingetragen.

II. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss

Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des HGB und den Ergänzungen des GmbHG aufgestellt.

Die Gesellschaft weist zum Abschlussstichtag die Größenmerkmale einer mittelgroßen GmbH gemäß § 267 Abs. 2 HGB auf.

Die Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung folgt dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2023 wurde die Schwestergesellschaft German Network Construction GmbH ("GNC"), Göttingen, gem. § 2 Nr. 1 UmwG (Verschmelzung zur Aufnahme) unter Fortführung der Buchwerte gem. § 24 UmwG auf die goetel GmbH verschmolzen. Die Anmeldung zum Handelsregister erfolgte am 17. August 2023, die Eintragung am 18. September 2023.

Aufgrund der Verschmelzung der beiden Schwestergesellschaften besteht eine eingeschränkte Vergleichbarkeit zu den Vorjahreszahlen, da diese lediglich die Werte der goetel GmbH beinhalten. Um eine quantitative Vergleichbarkeit herzustellen, sind im Folgenden bei den wesentlichen Posten des Jahresabschlusses ergänzende Angaben zu den Vorjahreszahlen beider Gesellschaften gemacht worden.

III. Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren im Wesentlichen unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände wurden zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, soweit sie der Abnutzung unterliegen, über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.

Der aktivierte Geschäfts- bzw. Firmenwert resultiert aus einer Verschmelzung im Jahre 2020. Der Geschäfts- bzw. Firmenwert bezieht sich auf langfristige Nutzungsverträge, die insbesondere das Alleinstellungsmerkmal der Infrastruktur von Telekommunikationswegen beinhaltet. Aufgrund der Laufzeit der Verträge sieht die goetel GmbH eine Nutzungsdauer von 15 Jahren vor, in der die Geschäfts- bzw. Firmenwerte linear abgeschrieben werden.

Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten vermindert um planmäßige Abschreibungen angesetzt. Die Abschreibungen werden linear entsprechend den betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern vorgenommen.

Die im Geschäftsjahr zugegangenen geringwertigen Vermögensgegenstände wurden voll abgeschrieben.

Die Finanzanlagen sind grundsätzlich zu Anschaffungskosten aktiviert und mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.

Die Bewertung der Gegenstände des Vorratsvermögens erfolgte generell zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Im Geschäftsjahr erfolgte der Ausweis von Materialien für den Ausbau der Glasfaserprojekte innerhalb der Anlagen im Bau (Vorjahr: Ausweis innerhalb der Vorräte).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnungen getragen, das allgemeine Kreditrisiko ist soweit erforderlich durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst. Der Vorjahreswert der Bilanzposition wurde aufgrund eines Schreibfehlers angepasst.

Die Kassenbestände und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zu Nominalwerten bilanziert.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die Posten des Eigenkapitals sind zu Nominalwerten angesetzt.

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages passiviert. Bei Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt und eine Abzinsung auf den Bilanzstichtag vorgenommen. Als Abzinsungssätze werden die den Restlaufzeiten der Rückstellungen entsprechend durchschnittlichen Marktzinssätze der vergangenen sieben Jahre/Geschäftsjahre verwendet, wie sie von der Deutschen Bundesbank gem. Rückstellungsabzinsungsverordnung monatlich ermittelt und bekannt gegeben werden.

Die Verbindlichkeiten sind mit den Erfüllungsbeträgen ausgewiesen.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind Einzahlungen vor dem Abschlussstichtag bilanziert, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung erfolgte zum entsprechenden Wechselkurs am Entstehungstag und zum Abschlussstichtag nach §256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs.

IV. Angaben zur Bilanz

Allgemein

Die Bilanz ist gemäß § 266 Abs. 1 HGB in Kontoform aufgestellt, wobei die entsprechenden Gliederungsvorschriften beachtet wurden.

Aktiva

Anlagevermögen

Die Entwicklung der in der Bilanz erfassten Anlagebestände im Jahr 2023 ist in der Anlage zum Anhang (Anlagenspiegel) dargestellt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 3.759 (Vorjahr: TEUR 1.764) sind innerhalb eines Jahres fällig.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 94 auf TEUR 15 (Vorjahr: TEUR 109) gesunken.

Sonstige Vermögensgegenstände

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Steuerforderungen in Höhe von TEUR 3.962 (Vorjahr: TEUR 4.085). Von den sonstigen Vermögensgegenständen sind TEUR 131 (Vorjahr: TEUR 98) Kautionen mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr.

Passiva

Eigenkapital

Das im Handelsregister eingetragene gezeichnete Kapital in Höhe von 25.620,00 EUR wurde voll eingezahlt.

Die Kapitalrücklage erhöht sich aufgrund einer freiwilligen Gesellschafterzuzahlung (TEUR 59.500), sowie durch die Verschmelzung der GNC (TEUR 3.400) auf TEUR 119.487 zum 31.12.2023.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen erhöhten sich verschmelzungsbedingt um TEUR 11.266 auf TEUR 12.935 (Vorjahr: TEUR 1.669) und beinhalten im Wesentlichen Rückstellungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von TEUR 11.816 (Vorjahr: TEUR 708), Rückstellungen für Personalkosten in Höhe von TEUR 993 (Vorjahr: TEUR 783) und Rückstellung für langfristige Rückbauverpflichtungen in Höhe von TEUR 98 (Vorjahr: TEUR 131).

Verbindlichkeitenspiegel:

< 1Jahr
T€
1 - 5 Jahre
T€
> 5 Jahre
T€
gesamt
T€
Vblk. ggü. Kreditinstituten 53 91 175.000 175.145
Vorjahr 90 150 94.000 94.240
Vblk. aus LuL 3.524 0 0 3.524
Vorjahr 2.793 0 0 2.793
Vblk. ggü. verb. UN 0 0 30.256 30.256
Vorjahr 0 0 25.841 25.841
sonstige Vblk. 867 1.422 0 2.289
Vorjahr 722 1 0 723
davon aus Steuern: 790 0 0 790
Vorjahr 121 0 0 121
davon aus soz. Sicherheiten 31 0 0 31
Vorjahr 8 0 0 8
Vblk. gesamt 4.444 1.514 205.256 211.214
Vorjahr 3.605 151 119.841 123.597

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen ausschließlich gegenüber der Gesellschafterin, Telegraph BidCo GmbH und betreffen ein langfristiges Darlehen nebst Zinsen.

VI. Sonstige Angaben

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Miet- und Pachtverträgen wie folgt:

TEUR (VJ)
bis 1 Jahr 2.985
(789)
1 bis 5 Jahre 4.149
(1.920)
ab 5 Jahre 2.186
(53)
Summe 9.320
(2.763)

Geschäftsführung

Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte die Geschäftsführung der goetel GmbH durch die Geschäftsführer:

• Herr Enrico Köppl, Lehrte, als Geschäftsführer hauptberuflich für die Gesellschaft tätig

• Herr Mario Böttner, Rhede, als Geschäftsführer hauptberuflich für die Gesellschaft tätig seit 29.09.2023 • Herr Daniel Kleinbauer, Gehrden, als Geschäftsführer hauptberuflich für die Gesellschaft tätig bis 29.09.2023, • Herr Jens Schilling, Nidderau, als Geschäftsführer hauptberuflich für die Gesellschaft tätig vom 21.06.2023 bis 05.01.2024 Die Schutzvorschrift des § 286 Abs. 4 HGB wird in Anspruch genommen und von den Angaben nach § 285 Nr. 9a HGB abgesehen.

Anzahl der Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr wurden durchschnittlich 192 (Vorjahr: 149 goetel; 40 GNC) Arbeitnehmer beschäftigt.

Beteiligungsunternehmen

Die Gesellschafterin Telegraph BidCo GmbH mit Sitz in Hamburg erstellt einen Konzernabschluss, welcher in den Geschäftsräumen der goetel GmbH in Göttingen erhältlich ist.

 

Göttingen, 4. April 2024

Anlagespiegel

Anschaffungs- & Herstellungs kosten
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge aus Verschmelzung
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Umbuchungen
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.018.467,90 41.105,06 394.842,00 0,00 0,00 1.454.414,96
2. Geschäfts- oder Firmenwert 3.100.000,00 0,00 0,00 0,00 0,00 3.100.000,00
3. geleistete Anzahlungen 2.398.410,51 0,00 712.665,87 0,00 0,00 3.111.076,38
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 6.516.878,41 41.105,06 1.107.507,87 0,00 0,00 7.665.491,34
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.628,96 3.117,48 0,00 0,00 0,00 11.746,44
2. technische Anlagen und Maschinen 52.659.782,84 0,00 1.094.737,63 0,00 36.731.580,77 90.486.101,24
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.088.319,16 364.391,91 103.299,82 0,00 0,00 1.556.010,89
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 73.293.259,98 0,00 140.776.010,08 0,00 -36.731.580,77 177.337.689,29
Summe Sachanlagen 127.049.990,94 367.509,39 141.974.047,53 0,00 0,00 269.391.547,86
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 2.100,00 0,00 0,00 0,00 0,00 2.100,00
2. Genossenschaftsanteile 5.500,00 0,00 0,00 0,00 0,00 5.500,00
Summe Finanzanlagen 7.600,00 0,00 0,00 0,00 0,00 7.600,00
Summe Anlagevermögen 133.574.469,35 408.614,45 143.081.555,40 0,00 0,00 277.064.639,20
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge aus Verschmelzung
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 556.286,70 12.981,00 160.434,29 0,00 729.701,99
2. Geschäfts- oder Firmenwert 620.310,00 0,00 206.640,84 0,00 826.950,84
3. geleistete Anzahlungen 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 1.176.596,70 12.981,00 367.075,13 0,00 1.556.652,83
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken -2.359,79 3.117,48 0,00 0,00 757,69
2. technische Anlagen und Maschinen 6.512.532,84 0,00 2.441.623,50 0,00 8.954.156,34
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 456.715,66 183.996,91 311.967,78 0,00 952.680,35
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Sachanlagen 6.966.888,71 187.114,39 2.753.591,28 0,00 9.907.594,38
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 2.099,49 0,00 0,00 0,00 2.099,49
2. Genossenschaftsanteile 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00
Summe Finanzanlagen 2.099,49 0,00 0,00 0,00 2.099,49
Summe Anlagevermögen 8.145.584,90 200.095,39 3.120.666,41 0,00 11.466.346,70
Restbuchwerte
Stand 31.12.2023
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 724.712,97 462.181,20
2. Geschäfts- oder Firmenwert 2.273.049,16 2.479.690,00
3. geleistete Anzahlungen 3.111.076,38 2.398.410,51
Summe Immaterielle Vermögensgegenstände 6.108.838,51 5.340.281,71
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 10.988,75 10.988,75
2. technische Anlagen und Maschinen 81.531.944,90 46.147.250,00
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 603.330,54 631.603,50
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 177.337.689,29 73.293.259,98
Summe Sachanlagen 259.483.953,48 120.083.102,23
III. Finanzanlagen
1. Beteiligungen 0,51 0,51
2. Genossenschaftsanteile 5.500,00 5.500,00
Summe Finanzanlagen 5.500,51 5.500,51
Summe Anlagevermögen 265.598.292,50 125.428.884,45

sonstige Berichtsbestandteile

 

gez.

Mario Böttner

Enrico Köppl

Angaben zur Feststellung:

Der Jahresabschluss wurde am 10.07.2024 festgestellt.

Bestätigungsvermerk

Der vorstehende zur Veröffentlichung bestimmte Jahresabschluss wurde unter Inanspruchnahme gesetzlicher Offenlegungserleichterungen erstellt. Dem vollständigen Jahresabschluss wurde der folgende Bestätigungsvermerk erteilt:

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die goetel GmbH, Göttingen

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der goetel GmbH, Göttingen - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der goetel GmbH, Göttingen für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für das Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlich falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevante Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Darstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Bonn, 4. April 2024

dhpg Audit GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

Dr. Matthias Johnen, Wirtschaftsprüfer

Katharina M. Braun, Wirtschaftsprüferin

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