clevermanaged GmbH
Selbe AdresseManagementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Samer Al Jabi seit 19.3.2026 | Geschäftsführer |
Andreas Theodoor Lanning seit 14.4.2025 | Geschäftsführer |
David Robert Blatch seit 15.3.2024 | Geschäftsführer |
Bianca Verstegen seit 4.10.2021 | Prokura |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
TFL International GmbH Rheinfelden | 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
TFL International GmbHRheinfelden BadenKonzernabschluss zum 31.12.2022Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die TFL International GmbH PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der TFL International GmbH, Rheinfelden, Deutschland, und ihrer Tochtergesellschaften ("der Konzern") - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 sowie den Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der TFL International GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 geprüft. Die in Abschnitt 7 des Konzernlageberichts enthaltene Angaben zu Sustainability haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Angaben im Lagebericht unter Nr. 7 Sustainability (unaudited). Diese sonstigen Informationen sind als nicht geprüft gekennzeichnet. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolo-sen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Freiburg i. Br., 15. Februar 2023 Ernst
& Young GmbH
Nietzer, Wirtschaftsprüfer Holstein-Bock, Wirtschaftsprüfer Konzern-BilanzAKTIVA
Der folgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Der folgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Der folgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzern-Kapitalflussrechnung
Der folgende Anhang ist integraler Bestandteil des Konzernabschlusses. Konzernanhang1. Informationen zum UnternehmenDie TFL International GmbH (die "Gesellschaft") und ihre Tochterunternehmen (zusammen die "TFL", der "Konzern" oder die "TFL-Gruppe") sind ein führender Anbieter für Produkte in der Lederchemikalienindustrie. Die TFL-Gruppe betreibt acht Produktions-/Vertriebsstandorte (2021: neun Produktions-/Vertriebsstandorte) in sechs Ländern und elf reine Vertriebsstandorte in elf Ländern und liefert weltweit Produkte in mehr als siebzig Länder. Nähere Angaben zu den Tochterunternehmen finden sich in Anhangangabe 31. Die TFL International GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Deutschland. Die Geschäftsanschrift lautet Peter-Krauseneck-Straße 16, 79618 Rheinfelden. Die Gesellschaft wird im Handelsregister des Amtsgerichts Freiburg unter HRB 413595 geführt. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 wurde durch die Geschäftsführung (Executive Board) vom 15. Februar 2023 zur Veröffentlichung freigegeben. Das direkte Mutterunternehmen der TFL-Gruppe und oberste Mutterunternehmen, das einen Konzernabschluss veröffentlicht, ist die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. Dieser Konzernabschluss wird im luxemburgischen Gesellschaftsregister veröffentlicht. Für die Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022 hat der Abschlussprüfer ein Gesamthonorar in Höhe von €0,2 Mio. ausschließlich für Prüfungsleistungen in Rechnung gestellt (2021: €1,2 Mio., davon €0,4 Mio. für Prüfungsleistungen und €0,8 Mio. für Personalberatungsleistungen in Bezug auf die Akquisition des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS). 2. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses und der KonsolidierungDer Konzernabschluss der TFL-Gruppe wurde in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards ("IFRS") wie sie vom International Accounting Standards Board ("IASB") veröffentlicht wurden, einschließlich der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee ("IFRIC"), und den ergänzend nach § 315e HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften erstellt. Alle angewandten Standards und Interpretationen sind in EU-Recht übernommen worden. Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgte unter Annahme der Unternehmensfortführung sowie unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und Earn-out Verbindlichkeiten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. TFL klassifiziert Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in der Konzernbilanz in kurzfristig oder langfristig. Ein Vermögenswert ist kurzfristig, wenn er im normalen Geschäftszyklus voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert, verkauft oder verbraucht wird. Alle anderen Vermögenswerte werden als langfristig klassifiziert. Eine Verbindlichkeit ist kurzfristig, wenn ihre Begleichung im normalen Geschäftszyklus innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird oder kein unbedingtes Recht besteht, die Begleichung der Verbindlichkeit um mindestens zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag aufzuschieben. Alle anderen Verbindlichkeiten werden als langfristig ausgewiesen. Aktive und passive latente Steuern werden als langfristige Vermögenswerte und Verbindlichkeiten klassifiziert. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfordert bestimmte wesentliche rechnungslegungsbezogene Schätzungen, und das Management muss bei der Anwendung der Rechnungslegungsmethoden Ermessensentscheidungen treffen. Obwohl diese den besten Einschätzungen aktueller Ereignisse und Vorfälle durch das Management entsprechen, können die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen abweichen. Die Bereiche, bei denen ein höheres Maß an Ermessensentscheidungen erforderlich ist, die komplexer sind oder bei denen Schätzungen eine wesentliche Bedeutung für den Konzernabschluss haben, sind in Anhangangabe 5 dargestellt. Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der Gesellschaft sowie die Abschlüsse der von ihr beherrschten Unternehmen und ihrer Tochterunternehmen. Ein Beteiligungsunternehmen wird von der TFL-Gruppe beherrscht, wenn der Konzern:
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der Stimmrechte zur Beherrschung führt. Zur Unterstützung dieser Annahme berücksichtigt die TFL-Gruppe bei der Beurteilung, ob sie die Verfügungsgewalt über ein Beteiligungsunternehmen hat, alle relevanten Sachverhalte und Umstände, einschließlich solcher Rechte, die aus vertraglichen Vereinbarungen resultieren. Die Konsolidierung eines Tochterunternehmens beginnt an dem Tag, an dem der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt. Sie endet, wenn der Konzern die Beherrschung über das Tochterunternehmen verliert. Mit Ausnahme der TFL Quinn India Private Limited, die ihren gesetzlichen Abschluss zum 31. März eines jeden Jahres erstellt, ist der Abschlussstichtag für alle Einzelabschlüsse der 31. Dezember. Für Zwecke der Aufstellung des Konzernabschlusses der TFL-Gruppe erstellt die TFL Quinn India Private Limited zum 31. Dezember eine Finanzberichterstattung gemäß IFRS. Dem Konzernabschluss liegen einheitliche Darstellungs- und Bewertungsgrundsätze zugrunde. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, Eigenkapital, Erträge und Aufwendungen sowie Cashflows aus Geschäftsvorfällen, die zwischen Konzernunternehmen stattfinden, werden bei der Konsolidierung vollständig eliminiert. Die Ergebnisse der nicht beherrschenden Anteile werden in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung separat ausgewiesen. 3. Wesentliche RechnungslegungsmethodenFremdwährungenDer Konzernabschluss wird in Euro ("€"), der funktionalen Währung der Gesellschaft, aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf den nächsten Euro gerundet. Für jedes Tochterunternehmen legt die TFL-Gruppe die funktionale Währung fest. Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Fremdwährungstransaktionen werden von Tochterunternehmen zu dem Zeitpunkt, zu dem der Geschäftsvorfall erstmalig ansetzbar ist, mit dem jeweils gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet. Differenzen aus der Abwicklung oder Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam erfasst. Im Rahmen der Konsolidierung werden die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Tochterunternehmen, die nicht den Euro als funktionale Währung haben, zum Stichtagskurs und deren Gesamtergebnisrechnungen zu den Durchschnittskursen des betreffenden Geschäftsjahres in Euro umgerechnet. Die hieraus resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Der für ein ausländisches Tochterunternehmen im sonstigen Ergebnis erfasste Betrag wird bei dessen Abgang in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. HochinflationIn der ersten Jahreshälfte 2018 wurde der argentinische Peso deutlich abgewertet und die Zinssätze um mehr als 40% angehoben. Gleichzeitig beschleunigte sich die Inflation der Großhandelspreise spürbar. Auf Grundlage von am 17. Juli 2018 veröffentlichten Statistiken erreichte die kumulierte 3-Jahres-Inflationsrate für Verbraucherpreise 123% und für Großhandelspreise 119%. Daher hat die TFL-Gruppe im Geschäftsjahr 2018 und allen folgenden Geschäftsjahren in Bezug auf die Finanzberichterstattung ihres argentinischen Tochterunternehmens, die unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips erstellt wurde, IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" angewandt. Die argentinische berufsständische Rechnungslegungsorganisation, Federación Argentina de Consejos Profesionales de Ciencias Económicas (FACPCE), hat Resolution JG 539/18 veröffentlicht, die Unternehmen mit dem argentinischen Peso als funktionaler Währung die Verwendung eines bestimmten Indexes für Anpassungsbuchungen vorschreibt. Dieser Index basierte für Perioden bis zum 31. Dezember 2016 weitgehend auf dem Großhandelspreisindex und für die Zeiträume danach auf dem Einzelhandelspreisindex. Der Index verzeichnete im Geschäftsjahr 2017 einen Anstieg um 25%, in 2018 um 48%, in 2019 um 54%, in 2020 um 36%, in 2021 um 51% und in 2022 um 95% und erreichte damit zum Ende des Geschäftsjahres 2022 1.135 Indexpunkte. Die Vergleichsbeträge werden nicht um nachträgliche Änderungen des Preisniveaus oder der Wechselkurse angepasst. Daher wirken sich der kumulative Effekt der angepassten nicht-monetären Posten ab dem Zeitpunkt ihres erstmaligen Ansatzes und der Umrechnungseffekt zum Stichtagskurs aus diesen Salden auf den Eröffnungssaldo des Eigenkapitals aus. Die sich daraus ergebende Differenz zwischen dem Schlusssaldo des Eigenkapitals im Vorjahr und dem Eröffnungssaldo im laufenden Geschäftsjahr wird als Umrechnungsdifferenz im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Ein Gewinn oder Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten wird im Finanzergebnis dargestellt und wurde aus der Differenz aus der Anpassung der nicht-monetären Vermögenswerte, des Eigenkapitals und der Posten aus der Gesamtergebnisrechnung ermittelt. IAS 29 wurde nicht auf die TFL-Tochtergesellschaft in der Türkei angewendet, da deren funktionale Währung der Euro ist. UnternehmenszusammenschlüsseDer Konzern bilanziert Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" unter Anwendung der Erwerbsmethode. Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommen Schulden werden zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden bei ihrer Entstehung aufwandswirksam erfasst. Immaterielle VermögenswerteDer Geschäfts- oder Firmenwert wird gemäß IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" erfasst. Der Geschäftsoder Firmenwert wird nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich oder wenn Umstände darauf hindeuten, dass sein Wert gemindert sein könnte, auf seine Werthaltigkeit überprüft. Patente und (Software-)Lizenzen werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie mit ihren Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und, falls vorhanden, kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die TFL-Gruppe schreibt Patente und (Software-)Lizenzen linear über ihre geschätzten Nutzungsdauern von drei bis fünf Jahren ab. Die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses akquirierten Kundenbeziehungen, Technologien und Marken werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. In den Folgeperioden werden sie mit dem ursprünglichen beizulegen Zeitwert abzüglich kumulierter Abschreibungen und, falls vorhanden, kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Kundenbeziehungen, Technologien und Marken werden linear über ihre geschätzten Nutzungsdauern von 10 bis 20 Jahren abgeschrieben. Diese Nutzungsdauern werden mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Wenn sich die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswertes ändert, wird der Abschreibungszeitraum entsprechend angepasst. Diese Anpassung wird als Schätzungsänderung behandelt. Am 1. Juni 2007 ist die EU-Chemikalienverordnung zur Registrierung. Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Substanzen, kurz "REACH", in Kraft getreten. REACH gilt für alle Substanzen als solche, in Gemischen und in Erzeugnissen, die in der Europäischen Union hergestellt, in Verkehr gebracht oder verwendet werden. Gemäß REACH waren alle diese Substanzen bis Ende Mai 2018 zu registrieren. Als Unternehmen, das in der Chemiebranche tätig ist, sind der TFL-Gruppe in diesem Zusammenhang Kosten entstanden. Der Konzern geht davon aus, dass diese Kosten aufgrund ihrer Art als immaterielle Vermögenswerte aktiviert werden können. Die TFL-Gruppe schreibt aktivierte REACH-Kosten linear über ihre geschätzten Nutzungsdauern von durchschnittlich fünf Jahren ab. Die TFL-Gruppe führt Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich chemischer Produkte für die Lederindustrie durch. Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der Konzern Folgendes nachweisen kann:
Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz als immaterieller Vermögenswert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und etwaiger kumulierter Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt je nach Segment linear über eine Nutzungsdauer von 4 bis 15 Jahren und wird erfolgswirksam in den Umsatzkosten erfasst. SachanlagenSachanlagen werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. In den Folgeperioden werden sie mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und, falls vorhanden, kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt (Anschaffungskostenmethode). Die TFL-Gruppe schreibt Sachanlagen planmäßig linear über ihre gemäß Konzernvorgaben erwarteten Nutzungsdauern wie folgt ab:
Diese Nutzungsdauern werden mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Wenn sich die Nutzungsdauer einer Sachanlage ändert, wird der Abschreibungszeitraum entsprechend angepasst. Diese Anpassung wird als Schätzungsänderung behandelt. Wenn wesentliche Teile von Sachanlagen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden müssen, erfasst der Konzern solche Teile als gesonderte Vermögenswerte mit spezifischer Nutzungsdauer und schreibt sie entsprechend ab. Bei Durchführung einer Großinspektion werden entsprechend die Kosten im Buchwert der Sachanlagen als Ersatz aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Alle anderen Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Bis zum 31. Dezember 2022 wurden keine Fremdkapitalkosten aktiviert, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung einer qualifizierten Sachanlage zugeordnet werden können. LeasingverhältnisseVerträge, die der TFL-Gruppe das Recht zur Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts für einen vereinbarten Zeitraum gegen Entgelt übertragen, werden gemäß dem Leasingmodell in IFRS 16 "Leasingverhältnisse" erfasst. Um festzustellen, ob durch einen Vertrag das Recht zur Nutzung eines identifizierbaren Vermögenswerts für einen bestimmten Zeitraum übertragen wird, muss die TFL-Gruppe beurteilen, ob sie während der gesamten Nutzungsdauer über das Recht verfügt, im Wesentlichen den gesamten wirtschaftlichen Nutzen aus der Verwendung des identifizierbaren Vermögenswerts zu ziehen und die Verwendung des identifizierbaren Vermögenswerts zu bestimmen. Vertragliche Vereinbarungen, die diese Kriterien nicht erfüllen, wie beispielsweise bestimmte Lagerhaltungsvereinbarungen der TFL-Gruppe, werden nicht gemäß IFRS 16 bilanziert, sondern wie Dienstleistungsverträge behandelt. Die TFL-Gruppe wendet die im Standard enthaltenen optionalen Ausnahmen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverträge für geringwertige Vermögenswerte nicht an. Wenn eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis begründet, erfasst die TFL zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses, also zu dem Zeitpunkt, zu dem der Leasinggeber der TFL-Gruppe den Leasinggegenstand zur Nutzung überlässt, ein Nutzungsrecht am Leasinggegenstand und eine Leasingverbindlichkeit. Nutzungsrechte werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten angesetzt. In den Folgeperioden werden sie zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungen angesetzt und um etwaige Neubewertungen von Leasingverbindlichkeiten angepasst. Die Kosten des Nutzungsrechts enthalten den Betrag aus der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit, Leasingzahlungen, die zu oder vor Beginn des Leasingverhältnisses geleistet wurden, abzüglich erhaltener Leasinganreize, sowie die anfänglichen direkten Kosten, die dem Leasingnehmer entstanden sind. Bei ihrer erstmaligen Erfassung wird die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der zu dem Zeitpunkt noch nicht geleisteten Leasingzahlungen bewertet. Als Abzinsungssatz verwendet die TFL-Gruppe den Grenzfremdkapitalzinssatz, also den Zinssatz, den die TFL-Gruppe zahlen müsste, wenn sie für eine vergleichbare Laufzeit mit vergleichbarer Sicherheit die Mittel aufnehmen würde, die sie in einem vergleichbaren wirtschaftlichen Umfeld für einen Vermögenswert mit einem dem Nutzungsrecht vergleichbaren Wert benötigen würde. Leasingzahlungen definiert die TFL-Gruppe als feste Zahlungen, abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize, variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn die TFL-Gruppe hinreichend sicher ist, dass sie sie ausüben wird und Strafzahlungen für eine Kündigung des Leasingverhältnisses, wenn in der Laufzeit berücksichtigt ist, dass der Leasingnehmer eine Kündigungsoption wahrnehmen wird. Die Laufzeit des Leasingverhältnisses berücksichtigt die unkündbare Grundlaufzeit des Leasingverhältnisses, die Zeiträume, die sich aus einer Option zur Verlängerung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern die TFL-Gruppe hinreichend sicher ist, dass sie diese Option ausüben wird, sowie die Zeiträume, die sich aus einer Option zur Kündigung des Leasingverhältnisses ergeben, sofern die TFL-Gruppe hinreichend sicher ist, dass sie diese Kündigungsoption nicht ausüben wird. Variable Leasingzahlungen, die nicht an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, wie z. B. solche, die nach Leistung, Nutzung oder Output des Leasinggegenstands berechnet werden, werden nicht als Teil der Leasingverbindlichkeit erfasst, sondern sofort aufwandswirksam erfasst. Die TFL-Gruppe wendet den gemäßen Standard zulässigen praktischen Behelf bezüglich der Nichtleasingkomponenten an. Nichtleasingkomponenten in Leasingvereinbarungen, wie z. B. bestimmte Wartungs- und Betriebsdienstleistungen, werden nicht einzeln identifiziert, bewertet und erfasst, sondern zusammen mit den Leasingkomponenten bilanziert. Danach wird das Nutzungsrecht am Leasinggegenstand linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses abgeschrieben. Der Abschreibungsbetrag wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und je nach Nutzung des zugrunde liegenden Nutzungsrechts den Umsatzkosten oder den Funktionskosten zugeordnet. Die Leasingverbindlichkeit wird erhöht, um dem Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit Rechnung zu tragen, und verringert, um die geleisteten Leasingzahlungen zu berücksichtigen. Der Zinsaufwand wird im Finanzergebnis erfasst. Wenn eine Leasingvereinbarung variable Zahlungen vorsieht, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, berechnet die TFL-Gruppe die Leasingverbindlichkeit zu dem Zeitpunkt neu, zu dem eine Änderung der Cashflows eintritt, um diese angepassten Leasingzahlungen zu berücksichtigen. Die Neubewertung des Leasingverhältnisses erfolgt durch Abzinsung der angepassten Leasingzahlungen unter Anwendung eines unveränderten Abzinsungssatzes. Das Nutzungsrecht wird erhöht, um der Erhöhung aus der Neuberechnung der Leasingverbindlichkeit Rechnung zu tragen. Die TFL-Gruppe tritt nicht als Leasinggeber auf. Wertminderung nicht finanzieller VermögenswerteDie TFL-Gruppe ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung von Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, so nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit ("ZGE") abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Er wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer ZGE den jeweils erzielbaren Betrag, so ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkurse von börsengehandelten Anteilen an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert. Der Konzern legt seiner Wertminderungsbeurteilung detaillierte Finanzpläne zugrunde. Diese Finanzpläne erstrecken sich in der Regel über einen Zeitraum von drei Jahren. Nach dem dritten Jahr wird eine langfristige Wachstumsrate bestimmt und zur Prognose der künftigen Cashflows angewandt. Wertminderungsaufwendungen werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts entsprechen. Wenn der Vermögenswert nicht einer bestimmten Funktion zugeordnet werden kann, wir die Wertminderung im sonstigen betrieblichen Aufwand erfasst. Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der ZGE vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Jede Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst. Während der Entwicklungsphase wird die Werthaltigkeit von Vermögenswerten, die sich aus der Aktivierung von Entwicklungskosten ergeben, jährlich überprüft. Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert sein könnte. Eine Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZGE bestimmt, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der ZGE den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden. Langfristige finanzielle VermögenswerteDie TFL-Gruppe bewertet langfristige finanzielle Vermögenswerte unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten und analysiert erwartete Kreditverluste. ErtragsteuernDie tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern, in denen die TFL-Gruppe tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt, gelten oder in Kürze gelten werden. Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Verbindlichkeit in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag. Grundsätzlich werden latente Steuerschulden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst. Latente Steueransprüche werden grundsätzlich für alle abzugsfähigen temporären Differenzen in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen verwendet werden können. Die TFL-Gruppe erfasst keine latenten Steuern auf temporäre Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen stehen, da der Konzern in der Lage ist, die Umkehrung der temporären Differenzen zu steuern und es wahrscheinlich ist, dass sie sich in absehbarer Zeit nicht umkehren werden. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Einkommen die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Verbindlichkeit erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag gelten oder gesetzlich angekündigt sind. Latente Steueransprüche und -schulden werden nur dann saldiert, wenn der Konzern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung tatsächlicher Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und sich diese latenten Steuern auf dasselbe Steuersubjekt beziehen und von derselben Steuerbehörde erhoben werden. VorräteRoh-, Hilfs- und Beriebsstoffe sowie bezogene Waren werden zu Anschaffungskosten bewertet, während selbst gefertigte Produkte zu Herstellungskosten bewertet werden, die die direkt zuordenbaren Material- und Fertigungskosten sowie anteilige Produktionsgemeinkosten basierend auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen enthalten. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten. Wertberichtigungen werden für abgelaufene Vorräte, Vorräte mit geringer Umschlagshäufigkeit oder ungängige Vorräte vorgenommen. Diese Wertberichtigungen werden als Bewertungsrückstellungen bilanziert, die direkt von den in der Bilanz ausgewiesenen Vorräten abgesetzt werden. Die Rückstellungen werden aufgelöst, wenn die entsprechenden Vorratsbestände entweder verkauft oder vernichtet und somit ausgebucht werden. Forderungen aus Lieferungen und LeistungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei umsatzgenerierenden Aktivitäten entsprechen diese Kosten dem Transaktionspreis, also der Gegenleistung, die die TFL-Gruppe im Austausch für die Übertragung zugesagter Güter auf einen Kunden voraussichtlich erhalten wird. Da es sich bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um finanzielle Vermögenswerte handelt, die mit dem Ziel der Vereinnahmung der ausstehenden Kapitalbeträge zu vertraglich vereinbarten Zeitpunkten gehalten werden, erfasst die TFL-Gruppe Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in den Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten. Die TFL-Gruppe vereinbart mit Kunden in der Regel keine Zahlungsziele von mehr als 12 Monaten, sodass sich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen des Konzerns keine wesentliche Finanzierungskomponente ergibt und das Zinselement mit null angesetzt wird. Die TFL-Gruppe wendet die vereinfachte Vorgehensweise gemäß IFRS 9 an und bilanziert die Wertberichtigungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe, der über die Laufzeit erwarteten Kreditverluste, d. h. in Höhe der erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallereignissen über die erwartete Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultieren. Die TFL-Gruppe erfasst, die über die Laufzeit erwarteten Kreditausfälle auf Portfolioebene mittels einer Wertberichtigungsmatrix, die umfassende Ausfallrisikoinformationen zu Ereignissen in der Vergangenheit sowie Angaben zu aktuellen Bedingungen und Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen enthält. Zukunftsorientierte Informationen werden mittels Risikoeinschätzungen für die Schuldner durch professionelle Ratingagenturen eingepflegt und quartalsweise aktualisiert. Der Konzern unterteilt seine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Kundencluster mit ähnlichen Ausfallmustern und geografischen Regionen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die mehr als ein Jahr überfällig sind, werden ausgebucht. Derivative FinanzinstrumenteDie TFL-Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte und Devisenoptionen, um sich gegen Wechselkursrisiken abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum Handelstag bilanziert (erstmaliger Ansatz) und in den Folgeperioden mit Trade Date Accounting mit dem beizulegenden Zeitwert neu bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Die TFL-Gruppe wendet keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an. Die Gewinne oder Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Derivate werden erfolgswirksam erfasst. Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und hochliquide VermögenswerteDer Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfasst Guthaben bei Kreditinstituten, den Kassenbestand, Schecks, Wechsel und kurzfristige hochliquide Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von bis zu drei Monaten, die nur einem unwesentlichen Risiko von Wertschwankungen unterliegen. Zu den hochliquiden Vermögenswerten gehören kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit zwischen drei Monaten und einem Jahr. Finanzielle VerbindlichkeitenZu den finanziellen Verbindlichkeiten der TFL-Gruppe gehören Bankdarlehen, Gesellschafterdarlehen, Leasingverbindlichkeiten und Earn-out Verbindlichkeiten. Ansatz und Bewertung der Leasingverbindlichkeiten wurden vorstehend bereits in den Ausführungen zum Leasing beschrieben. Die TFL-Gruppe bewertet Darlehen beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Bei der Folgebewertung werden Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Earn-out Verbindlichkeiten sind aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende bedingte Gegenleistungen, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. PensionenDie Tochterunternehmen der TFL-Gruppe haben verschiedene Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, darunter leistungs- und beitragsorientierte Pensionspläne und andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer aufgelegt. Die Beiträge zu beitragsorientierten Pensionsplänen werden in der Periode erfolgswirksam erfasst, auf die sie sich beziehen und unter den entsprechenden Funktionsbereichen der betroffenen Mitarbeiter ausgewiesen. Bei leistungsorientierten Plänen wird die anzusetzende Verpflichtung unter Anwendung des Anwartschaftsbarwertverfahrens (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Die versicherungsmathematische Bewertung leistungsorientierter Pläne erfolgt regelmäßig durch unabhängige Versicherungsmathematiker. Die in der Bilanz erfassten Pensionsverpflichtungen entsprechen dem Barwert der Verpflichtungen zum Ende der Berichtsperiode abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Der laufende und der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand aus leistungsorientierten Pensionsplänen ist im Personalaufwand enthalten und wird unter den entsprechenden Funktionsbereichen der betroffenen Mitarbeiter ausgewiesen. Die Nettozinsen umfassen den Zinsaufwand auf die Schuld aus leistungsorientierten Pensionsplänen und die Zinserträge aus dem Planvermögen und werden im Finanzergebnis in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Berichtsperiode, in der sie anfallen, direkt im Eigenkapital im sonstigen Ergebnis erfasst. Die Bilanzierung anderer langfristig fälliger Leistungen für Arbeitnehmer, z. B. Jubiläumsgelder, andere Leistungen für langjährige Dienstzeiten und langfristige vergütete Dienstfreistellungen, entspricht der Bilanzierung leistungsorientierter Pensionspläne mit der Ausnahme, dass versicherungsmathematische Gewinne und Verluste sofort erfolgswirksam erfasst werden. RückstellungenEine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Rückstellungen für Restrukturierungen werden nur dann erfasst, wenn der Konzern eine faktische Verpflichtung hat. Dies ist der Fall, wenn ein detaillierter formaler Restrukturierungsplan den betroffenen Geschäftsbereich bzw. Teil eines Geschäftsbereichs, den Standort und die Anzahl der betroffenen Mitarbeiter, eine detaillierte Schätzung der damit verbundenen Kosten und einen angemessenen Zeitplan enthält und wenn den betroffenen Mitarbeitern die Eckpunkte des Plans mitgeteilt worden sind. UmsatzerlöseDie TFL-Gruppe vertreibt auf Grundlage zuvor ausgehandelter Konditionen im Wesentlichen über SpotmarktBestellungen Spezialchemikalien an gewerbliche Kunden hauptsächlich in der Lederindustrie. Der Konzern vertreibt keine integrierten Güter und Dienstleistungen. Die ursprünglichen Zahlungsziele entsprechen den lokalen Gepflogenheiten und liegen unter 12 Monaten. Der Konzern bewertet Umsatzerlöse zum Transaktionspreis (abzüglich Barzahlungsrabatten, Mengen- und Wertrabatten). Dieser entspricht dem Betrag der Gegenleistung, die die TFL-Gruppe im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden voraussichtlich erhalten wird, ausgenommen Beträge, die im Namen Dritter eingezogen werden (z. B. Umsatzsteuer). Die TFL-Gruppe hat mit bestimmten wichtigen Kunden Verträge über Mengen- und Wertrabatte geschlossen. Die Umsatzerlöse mit diesen wichtigen Kunden werden abzüglich der Mengen- und Wertrabatte erfasst. Da diesen Verträgen die kumulierten Umsätze über einen Zeitraum von 12 Monaten zugrunde liegen, der jeweils zum 1. Januar eines Jahres beginnt, besteht keine wesentliche Unsicherheit über die Höhe der zum 31. Dezember zu leistenden Mengen- und Wertrabatte. Der Konzern erfasst eine Vertragsverbindlichkeit in Höhe der Mengen- und Wertrabatte, die auf Grundlage der bis zum Ende der Berichtsperiode erfolgten Umsätze an die Kunden zu leisten sind. Die TFL-Gruppe erfasst die Umsatzerlöse zeitpunktbezogen, also zu dem Zeitpunkt, zu dem die TFL-Gruppe die zugesagten Güter auf den Kunden überträgt und der Kunde gemäß den zuvor vereinbarten Incoterms die Verfügungsgewalt über diese Güter erlangt. Versand- und Bearbeitungsaktivitäten werden nicht als separate Leistungsverpflichtungen behandelt, da diese als Leistungen im Zusammenhang mit der Vertragserfüllung betrachtet werden und der Kunde in der Regel keine Verfügungsgewalt über die Güter erlangt, bevor die Versand- und Bearbeitungsaktivitäten nicht abgeschlossen sind. Daher werden Umsatzerlöse aus Versand- und Bearbeitungsaktivitäten zu dem Zeitpunkt erfasst, zu dem auch die Umsatzerlöse aus den übertragenen Gütern erfasst werden. Entsprechend der Einschätzung des Managements hinsichtlich der Geschäftstätigkeit unterteilt die TFL-Gruppe die Umsatzerlöse in erster Linie nach geografischen Regionen. 4. Veröffentlichte neue und überarbeitete Standards, die noch nicht in Kraft getreten sindDie TFL-Gruppe hat alle veröffentlichten Standards, die für Berichtszeiträume beginnend ab dem 1. Januar 2022 verpflichtend anzuwenden waren, stetig für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden angewandt. Im Februar 2021 hat das IASB Änderungen an IAS 1 und IFRS Practice Statement 2 "Making Materiality Judgements" veröffentlicht, in denen es Leitlinien und erläuternde Beispiele zur Verfügung stellt, die Unternehmen die Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden als "wesentlich" einzustufen und folglich anzugeben sind, erleichtern sollen. Die Änderungen sollen Unternehmen dabei unterstützen, für Abschlussadressaten hilfreichere Angaben zu Rechnungslegungsmethoden zu machen, indem die Anforderung, "maßgebliche" (significant) Rechnungslegungsmethoden anzugeben, durch die Anforderung, "wesentliche" (material) Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben, ersetzt wird und Leitlinien ergänzt werden, die es Unternehmen erleichtern sollen, das Konzept der Wesentlichkeit bei der Beurteilung, wann Informationen zu Rechnungslegungsmethoden anzugeben sind, anzuwenden. Die Änderungen an IAS 1 sind für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2023 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Da die Änderungen am Practice Statement 2 unverbindliche Anwendungsleitlinien für die Definition von "wesentlich" in Bezug auf Informationen zu Rechnungslegungsmethoden enthalten, wurde ein Zeitpunkt des Inkrafttretens für die Änderungen als nicht notwendig erachtet. Die TFL überprüft derzeit, welche Informationen zu Rechnungslegungsmethoden das Unternehmen angibt, um die Einhaltung der geänderten Anforderungen sicherzustellen. Es gibt keine weiteren bereits veröffentlichten, aber noch nicht verpflichtend anzuwendenden Standards, Interpretationen oder Änderungen, von denen erwartet wird, dass sie sich wesentlich auf die TFL-Gruppe auswirken werden. 5. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und AnnahmenBei der Erstellung des Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe ausgewiesener Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und jeweils zugehörige Angaben sowie auf die Angabe von Eventualverbindlichkeiten auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit könnten die tatsächlichen Ergebnisse in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten führen. Wertminderung des Geschäfts- oder FirmenwertsDa der Geschäfts- oder Firmenwert jährlich auf seine Werthaltigkeit zu überprüfen ist, sind Annahmen bezüglich der erwarteten Cashflows sowie der Festlegung des Abzinsungssatzes und der mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken erforderlich. Zur Berechnung des Nutzungswerts wird eine Discounted-Cashflow-Methode verwendet. Die Cashflows werden aus dem dem Aufsichtsrat vorgelegten Finanzplan für die nächsten drei Jahre abgeleitet. Der erzielbare Betrag ist am stärksten abhängig von dem im Rahmen der Discounted-Cashflow-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen Mittelzuflüssen und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate. Leasinglaufzeit und GrenzfremdkapitalzinssatzDie TFL-Gruppe ist im Rahmen von Leasingvereinbarungen Leasingnehmer. Für die Berechnung der Leasingverbindlichkeit sind ein Abzinsungssatz und die Laufzeit des Leasingverhältnisses erforderlich. Da der dem Leasingverhältnis zugrunde liegende Zinssatz sich häufig nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, verwendet der Konzern als Abzinsungssatz einen Grenzfremdkapitalzinssatz. Die Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes unterliegt Ermessensentscheidungen durch das Management. Die Leasingverträge der TFL-Gruppe enthalten Verlängerungsoptionen. In diesem Zusammenhang sind bei der Bestimmung, ob diese Laufzeitverlängerungen die ursprüngliche Laufzeit des Leasingverhältnisses verändern, Ermessensentscheidungen durch das Management erforderlich. ErtragsteuernDie TFL-Gruppe ist in zahlreichen Ländern ertragsteuerpflichtig. Bei der Festlegung der weltweiten Rückstellung für Ertragsteuern sind wesentliche Ermessensentscheidungen erforderlich. Bei einigen Transaktionen und Berechnungen muss eine Verbindlichkeit angesetzt werden, bevor die Höhe der zu zahlenden Steuern endgültig feststeht. Latente Steueransprüche werden für Steuergutschriften und nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDie TFL-Gruppe schätzt regelmäßig das Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Grundsätzlich erfasst die TFL-Gruppe die über die Laufzeit erwarteten Kreditausfälle auf Portfolioebene mittels einer Wertberichtigungsmatrix, die umfassende Ausfallrisikoinformationen zu Ereignissen in der Vergangenheit sowie Angaben zu aktuellen Bedingungen und Prognosen künftiger wirtschaftlicher Bedingungen enthält. Zukunftsorientierte Informationen werden mittels Risikoeinschätzungen für die Schuldner durch professionelle Ratingagenturen eingepflegt. Die TFL-Gruppe unterteilt ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Kundencluster mit ähnlichen Ausfallmustern und geografischen Regionen. Earn-out VerbindlichkeitenEarn-out Verbindlichkeiten sind aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierende bedingte Gegenleistungen, die zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Earn-out Verbindlichkeiten werden in den finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Earn-out Verbindlichkeiten des Konzerns resultieren aus dem Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS im Jahr 2021. Zu den wesentlichen Bewertungsannahmen gehören die Gewichtung möglicher Zukunftsszenarien, die Auswahl der EBITDA-Multiplikatoren, die Ermittlung zukünftiger Cashflows aus der dem Aufsichtsrat vorgelegten Finanzplanung für die nächsten drei Jahre sowie die Auswahl eines angemessenen Abzinsungssatzes. Zukünftige Entwicklungen können eine Überarbeitung dieser Annahmen erforderlich machen und zu erheblichen Erhöhungen oder Verringerungen des beizulegenden Zeitwerts führen. PensionenDer Aufwand aus leistungsorientierten Plänen und der Barwert der Pensionsverpflichtung werden anhand von versicherungsmathematischen Berechnungen ermittelt. Eine versicherungsmathematische Bewertung erfolgt auf der Grundlage diverser Annahmen, die von den tatsächlichen Entwicklungen in der Zukunft abweichen können. Hierzu zählt die Bestimmung der Abzinsungssätze, künftiger Lohn- und Gehaltssteigerungen, der Sterblichkeitsrate und künftiger Rentensteigerungen. Aufgrund der Komplexität der Bewertung, der zugrunde liegenden Annahmen und ihrer Langfristigkeit reagiert eine leistungsorientierte Verpflichtung höchst sensibel auf Änderungen dieser Annahmen. Alle Annahmen werden zu jedem Abschlussstichtag überprüft. Der Parameter, der am stärksten Änderungen unterliegt, ist der Abzinsungssatz. Bei der Ermittlung eines angemessenen Abzinsungssatzes orientiert sich das Management an den Zinssätzen erstrangiger Unternehmensanleihen in Währungen, die der Währung der Verpflichtung für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses entsprechen. Die Sterberate basiert auf öffentlich zugänglichen Sterbetafeln für das entsprechende Land. Diese Sterbetafeln ändern sich üblicherweise nur dann, wenn sich auch demografische Änderungen ergeben. Künftige Lohn- und Gehalts- sowie Rentensteigerungen basieren auf erwarteten künftigen Inflationsraten für das jeweilige Land. 6. Russland-Ukraine-KriegAm 24. Februar 2022 ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskaliert. In der Folge haben westliche Länder umfangreiche Sanktionen gegen Russland und Weißrussland verhängt, die den Handel und Bankgeschäfte einschränken. Die TFL verfügt zwar weder über rechtliche Einheiten noch über Sachanlagen in Russland, Weißrussland oder der Ukraine, hat dort jedoch eine begrenzte Anzahl Kunden und eine kleine Zahl eigener Vertriebsmitarbeiter. Aktuell sind sämtliche russische Kunden der TFL von den Sanktionen betroffen. Im Geschäftsjahr 2021 generierte der Konzern Umsatzerlöse mit Kunden aus Russland, Weißrussland und der Ukraine in Höhe von ca. €9 Mio., wobei sich die laufende, nicht besicherte Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf unter €0,1 Mio. belief. Die Energiepreise (einschließlich Öl, Erdgas und Dampf) sind 2022 dramatisch gestiegen und stellten eine der wesentlichen Herausforderungen für das Geschäftsumfeld dar. Um die Auswirkung auf das Finanzergebnis der TFL zu minimieren, wurden die Verkaufspreise für Kunden signifikant erhöht. Der Russland-Ukraine-Krieg und die verschiedenen sich daraus ergebenden Konsequenzen haben sich nachteilig auf die Finanzlage der TFL ausgewirkt. Die aktuell weltweit hohe Inflation wird durch die steigenden Preise für Erdgas und Öl befeuert und führt zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Als Reaktion erhöhen die Zentralbanken gerade die Zinssätze, was den privaten Konsum und die Verbraucherausgaben für Lederartikel wie Schuhe dämpft. Zudem sieht sich die Europäische Union dem Risiko weiterer Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland ausgesetzt. Die TFL betreibt einen Produktionsstandort in Deutschland, der insbesondere beim Trocknungsprozess der Chemikalien auf Erdgas angewiesen ist. 7. UnternehmenszusammenschlüsseDie TFL erwarb das Geschäft mit organischen Lederchemikalien der LANXESSAm 12. August 2020 unterzeichnete die TFL Ledertechnik GmbH ein Master Asset Purchase Agreement zum Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS. Die Transaktion wurde zum 1. Juni 2021 abgeschlossen. Das erworbene Geschäft stellte an Standorten in Leverkusen, Filago (Italien) und Changzhou (China) eine große Bandbreite von Lederchemikalien her und verfügte über ein globales Netzwerk an anwendungstechnischen Laboren und Vertriebsbüros. Die wesentlichen Gründe für die Transaktion waren:
Kaufpreisallokation für den Erwerb von Vermögenswerten und Schulden von LANXESS:
Der Geschäfts- oder Firmenwert umfasst den Wert erwarteter Synergien aus der Akquisition. Der ausgewiesene Geschäfts- oder Firmenwert ist voraussichtlich einkommensteuerlich abzugsfähig. Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug €41,3 Mio. Der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrug €42,2 Mio. und es wurde erwartet, dass die vollen vertraglich festgelegten Beträge einbringlich seien. In 2021 wurden Transaktionskosten in Höhe von €2,1 Mio. (2020: €3,8 Mio.) als Aufwand verbucht und waren in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten. Ab dem Erwerbsdatum trug das Geschäft €101,6 Mio. zum Umsatz 2021 bei. Wäre der Zusammenschluss bereits zu Jahresbeginn 2021 erfolgt, hätte das erworbene Geschäft €181,4 Mio. zum Umsatz beigetragen. Da die Transaktion hauptsächlich durch Asset Deals strukturiert wurde, können keine Angaben zu den Auswirkungen des erworbenen Geschäfts auf das Ergebnis vor Steuern 2021 gemacht werden. Im Rahmen des Master Asset Purchase Agreement zum Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien wurde mit LANXESS eine bedingte Gegenleistung vereinbart. Die bedingte Gegenleistung kann insgesamt zu Earn-out-Zahlungen zwischen €0 Mio. und €115 Mio. führen. Die möglichen Auszahlungsbeträge hängen vom Ergebnis in den Jahren 2021-2023 und dem Exit-Wert des Unternehmens ab. Der beizulegende Zeitwert der Earn-out Verbindlichkeiten basiert auf einer Kombination aus einem Marktansatz (EBITDA-Multiplikatoren) und einem Discounted-Cashflow-Ansatz (abgeleitet aus der dem Aufsichtsrat vorgelegten Finanzplanung für die nächsten drei Jahre), auch unter Berücksichtigung unterschiedlicher möglicher Zukunftsszenarien. Zu den wesentlichen Bewertungsannahmen gehören die Gewichtung möglicher Zukunftsszenarien, die Auswahl der EBITDA-Multiplikatoren, die Ermittlung zukünftiger Cashflows aus der dem Aufsichtsrat vorgelegten Finanzplanung für die nächsten drei Jahre sowie die Auswahl eines angemessenen Abzinsungssatzes. Zukünftige Entwicklungen können eine Überarbeitung dieser Annahmen erforderlich machen und zu erheblichen Erhöhungen oder Verringerungen des beizulegenden Zeitwerts führen. Der Abzinsungssatz von 8.6% (2021: 7,5%) stellt einen erheblichen nicht beobachtbaren Input in die Bewertung dar. Bei Konstanthaltung aller anderen Variablen würde ein um 1% höherer oder niedrigerer Abzinsungssatz zu einer Verringerung um etwa €2 Mio. oder einer Erhöhung um etwas €7 Mio. des beizulegenden Zeitwerts der Earn-out Verbindlichkeiten führen. Eine Überleitung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Earn-out Verbindlichkeiten ist nachfolgend dargestellt:
Aufgrund des tatsächlichen Ergebnisses 2022 und des prognostizierten Ergebnisses für 2023, das von dem allgemein schwierigen makroökonomischen Umfeld geprägt ist, verringerte sich der beizulegende Zeitwert der Earn-out-Verbindlichkeiten. Im Jahr 2023 ist keine Earn-out Zahlung fällig. 8. Immaterielle Vermögenswerte
Geschäfts- oder FirmenwertDie Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wurde zum 31. Dezember 2022 überprüft. Dieser Wertminderungstest wurde durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZGE durchgeführt, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der ZGE den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst. Die ZGE, der der gesamte Geschäfts- oder Firmenwert des Konzerns in Höhe von €15,2 Mio. zugeordnet wurde, ist die gesamte TFL-Gruppe. Der Geschäfts- oder Firmenwert des Konzerns beinhaltet €11,2 Mio. historischer Geschäfts- oder Firmenwert und €4,0 Mio. Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS im Jahr 2021. Der historische Geschäfts- oder Firmenwert entstand im Jahr 2003 im Zusammenhang mit dem Erwerb der TFL Holding GmbH und ihrer Tochterunternehmen (ehemalige TFL-Gruppe) durch die TFL International GmbH (seitdem das neue oberste Holdingunternehmen der TFL-Gruppe). Der erzielbare Betrag einer ZGE wird auf Grundlage des Nutzungswerts ermittelt. Zur Berechnung des Nutzungswerts werden Cashflow-Prognosen verwendet, die auf dem dem Aufsichtsrat vorgelegten detaillierten Finanzplan für einem Zeitraum von drei Jahren basieren. Über diesen Dreijahreszeitraum hinaus wird eine langfristige Wachstumsrate entsprechend dem Marktwachstum von 0,5% angenommen (2021: 0,5%). Die Cashflow-Prognosen basieren vor allem auf Annahmen zum EBITDA in Prozent vom Umsatz sowie dem Umsatzwachstum. Die Annahmen bezüglich dieser beiden Variablen basieren auf Erfahrungswerten und Erwartungen des Managements bezüglich der künftigen Entwicklung der Geschäftstätigkeit. Es wurde ein Umsatzwachstum angenommen, das über dem Marktwachstum liegt, basierend auf einer verbesserten Position im weltweiten Lederchemikalienmarkt. Weiterhin wurde angenommen, dass sich das EBITDA in Prozent vom Umsatz aufgrund der durchgeführten kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen im Vergleich zu den aktuellen Zahlen verbessert. Der für die Abzinsung der prognostizierten Cashflows verwendete Abzinsungssatz vor Steuern belief sich auf 11,4% (31. Dezember 2021: 10,2%). Auf dieser Grundlage wurde gefolgert, dass der Barwert der prognostizierten Cashflows den Buchwert, der auf Grundlage des Nutzungswerts zugeordneten Nettovermögenswerte übersteigt. Daher hat die TFL-Gruppe in keiner der in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden eine Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts erfasst. Bei der Berechnung des Nutzungswerts unterliegen die Annahmen bezüglich der EBITDA-Marge, der Abzinsungssätze und der Wachstumsraten zur Extrapolation von Cashflows außerhalb des Budgetzeitraums den größten Schätzungsunsicherheiten. Der erzielbare Betrag übersteigt den Buchwert zum 31. Dezember 2022 deutlich. Auf der Basis der verwendeten Annahmen wird davon ausgegangen, dass keine realistischerweise mögliche Änderung einer wesentlichen Bewertungsannahme zu einem Wertminderungsaufwand des Geschäftsoder Firmenwerts des Konzerns führen würde. 9. Sachanlagen
Bis zum 31. Dezember 2022 dienten keine wesentlichen Sachanlagen als Sicherheiten für Verbindlichkeiten. 10. LeasingverhältnisseNutzungsrechte am LeasinggegenstandIm Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit schließt die TFL-Gruppe häufig Leasingvereinbarungen, in denen der Konzern Leasingnehmer ist. In der folgenden Tabelle sind alle Nutzungsrechte gegliedert nach den zugrunde liegenden Kategorien dargestellt:
LeasingverbindlichkeitenDie Leasingverbindlichkeiten werden im Posten finanzielle Verbindlichkeiten in der Konzern-Bilanz ausgewiesen (siehe Anhangangabe 19). Eine Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten ist in Anhangangabe 12 enthalten. 2022 belief sich der gesamte Zinsaufwand aus den Leasingverbindlichkeiten auf €0,6 Mio. (2021: €0,5 Mio.). Der nicht in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einbezogene Gesamtaufwand für variable Leasingzahlungen betrug 2022 €0,1 Mio. (2021: €0,1 Mio.). Die gesamten Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse, einschließlich variabler Leasingzahlungen, summierten sich im Geschäftsjahr 2022 auf €5,8 Mio. (2021: €5,8 Mio.). 11. Langfristige finanzielle Vermögenswerte
GesellschafterdarlehenAm 5. September 2018 gewährte die TFL International GmbH der TFL Luxembourg Holdings S.C.A. ein Darlehen in Höhe von €18,9 Mio. Am 16. November 2022 wurde das Darlehen um drei Jahre verlängert. Das neue Fälligkeitsdatum ist der 31. Dezember 2025. Der Darlehensnehmer kann das Darlehen jedoch jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen. Das Darlehen ist mit dem EURIBOR plus Aufschlag verzinst. Es ist nicht besichert und enthält keine Kreditauflagen. 12. FinanzinstrumenteFinanzrisikomanagementDie wichtigsten finanziellen Vermögenswerte der TFL-Gruppe sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen, hochliquide Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die alle unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren. Zu den wichtigsten finanziellen Verbindlichkeiten der TFL-Gruppe gehören finanzielle Verbindlichkeiten und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, deren Hauptzweck die Finanzierung der Geschäftstätigkeit der Gruppe ist. Darüber hinaus schließt die TFL-Gruppe regelmäßig derivative Finanzgeschäfte zum Zweck der Währungsabsicherung ab. Die TFL-Gruppe ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Reihe finanzieller Risiken ausgesetzt, namentlich dem Markt-, dem Ausfall- und dem Liquiditätsrisiko. Group Treasury ist für die mit Finanzrisiken verbundenen Tätigkeiten des Konzerns verantwortlich und steuert diese Risiken durch die TFL-Treasury-Richtlinien sowie in enger Abstimmung mit den lokalen Finanzteams der Tochterunternehmen. Die Geschäftsführung hat die TFL-Treasury-Richtlinien genehmigt, überprüft und stimmt die Verfahren für die Steuerung der Finanzrisiken laufend ab und ist für die Festlegung der Risikolimits des Konzerns verantwortlich. MarktrisikoDas Marktrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert künftiger Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Die Marktpreise unterliegen drei Risikoarten: dem Zinsänderungsrisiko, dem Währungsrisiko und sonstigen Preisrisiken, darunter das Aktienkurs- und das Rohstoffpreisrisiko. Die TFL-Gruppe finanziert sich hauptsächlich durch langfristige Gesellschafterdarlehen mit festen Zinssätzen, Bankschulden mit variablen Zinssätzen, Leasingverbindlichkeiten mit festen Zinssätzen und kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Darüber hinaus hält TFL gegenüber ihrem Anteilseigner eine Darlehensforderung, die variabel verzinst wird. Alle variablen Zinssätze basieren auf den EURIBOR-Sätzen, daher besteht ein natürlicher Hedge zwischen der Bankschuld und dem gewährten Darlehen an den Anteilseigner. Wenn sich die EURIBOR-Sätze zum 31. Dezember 2022 um 50 Basispunkte erhöht oder vermindert hätten und unter der Annahme, dass alle anderen Variablen konstant geblieben wären, wäre das Ergebnis vor Steuern und das Eigenkapital zum Ende des Geschäftsjahres um €0,2 Mio. niedriger bzw. höher ausgefallen (2021: €0,0 Mio. niedriger / höher, da für den EURIBOR-Satz eine Zinsuntergrenze von 0,0% auf der Passivseite vereinbart wurde). Der Konzern hält keine Finanzinstrumente die Marktpreisänderungen unterliegen, wie z. B. Rohstoffswaps oder börsengehandelte Anteile. Daher wird das derzeitige Risiko aus Marktveränderungen anderer Preise als nicht signifikant angesehen. Die globale Geschäftstätigkeit der TFL-Gruppe und die globale Ausrichtung ihrer Lieferketten bergen automatisch ein Währungsrisiko aufgrund von Wechselkursschwankungen. Das Währungsrisiko bezieht sich auf das Risiko schwankender Wechselkurse in Bezug auf die Geldflüsse (Transaktionsrisiko) sowie in Bezug auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (Umrechnungsrisiko). Der Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seiner Umsätze in Ländern außerhalb der Europäischen Währungsunion. Das größte Währungsrisiko ergibt sich für die TFL-Gruppe dabei in Bezug auf den US-Dollar. Es entspricht der allgemeinen Politik des Konzerns, das Währungsrisiko zentral in Deutschland zu steuern. Ein Schlüsselelement bei der Steuerung des Währungsrisikos ist die Nutzung derivativer Finanzinstrumente von ausgewählten Banken. Diese Derivatgeschäfte werden in Abstimmung mit Group Treasury durchgeführt. Die Absicherung von Cashflows in Fremdwährung erfolgt anhand eines Layer-Ansatzes auf rollierender Basis. Im Einklang mit den genehmigten TFL-Treasury-Richtlinien werden ausschließlich Cashflows (Transaktionsrisiko) abgesichert. Das Umrechnungsrisiko wird nicht über derivative Finanzinstrumente, sondern über eine Teilfinanzierung in US-Dollar über Gesellschafterdarlehen natürlich abgesichert. Die TFL-Gruppe verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte, um sich gegen Wechselkursrisiken in Bezug auf US-Dollar und in geringerem Umfang auf Schweizer Franken und Indische Rupien abzusichern. Derivative Finanzinstrumente werden unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten unter den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert negativ ist. Die derivativen Finanzinstrumente der TFL-Gruppe werden grundsätzlich innerhalb von höchstens 12 Monaten fällig. Die TFL-Gruppe wendet keine Bilanzierung von Sicherungsgeschäften an.
Die folgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkungen einer nach vernünftigem Ermessen möglichen Wechselkursänderung des Euro gegenüber dem US-Dollar auf das Konzernergebnis vor Steuern und das Konzerneigenkapital, wenn alle anderen Variablen konstant bleiben:
Die Auswirkungen resultieren im Wesentlichen aus Gewinnen und Verlusten bei der Umrechnung von auf US-Dollar lautenden Darlehen, Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, derivativen Finanzinstrumenten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte. Das Risiko der TFL-Gruppe in Bezug auf Änderungen der auf andere Fremdwährungen lautenden finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten wird als nicht wesentlich eingestuft. AusfallrisikoDas Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Ein Ausfallrisiko besteht bei der TFL-Gruppe in Verbindung mit langfristigen finanziellen Vermögenswerten, dem Abschluss derivativer Finanzinstrumente, Einlagen bei Banken und Finanzinstituten und säumigen Kunden (d.h. ausstehende Forderungen aus Lieferungen und Leistungen). Das Ausfallrisiko aus Forderungen gegen Kunden wird durch das Kundenausfall- und das Länderrisiko ausgelöst. Zum 31. Dezember 2022 verfügte die TFL-Gruppe über ein diversifiziertes Portfolio mit mehr als tausend aktiven Debitoren, wobei es keine wesentlichen Konzentrationen aufgrund der Größe eines Kunden oder wegen des Länderrisikos gibt. Auf keinen Einzelkunden entfielen mehr als 4,9% (2021: 4,0%) der gesamten Umsatzerlöse der TFL-Gruppe. Zum 31. Dezember 2022 und 2021 entspricht das maximale Ausfallrisiko der TFL-Gruppe dem Buchwert der in der Konzern-Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte. Die TFL-Gruppe erfasst über die Gesamtlaufzeit erwartete Kreditausfälle auf Portfolioebene mittels einer Wertberichtigungsmatrix und unterteilt ihre Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Kundencluster mit ähnlichen Ausfallmustern gemäß den geografischen Regionen Europa, Nord- und Südamerika, Asien und sonstige Länder. Zum 31. Dezember 2022 wurden auf nicht besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die noch nicht überfällig oder bis zu 90 Tagen überfällig waren, zwischen 1,8% und 2,6% aufgeschlagen (2021: 1,7% bis 2,8%), was zu über die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditausfällen in Höhe von €0,7 Mio. (2021: €1,0 Mio.) führte. Auf nicht besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die zwischen 91 und 360 Tagen überfällig waren, wurden zwischen 10% und 80% aufgeschlagen (2021: 10% bis 80%), was zu über die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditausfällen in Höhe von €0,3 Mio. (2021: €0,8 Mio.) führte. Auf nicht besicherte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die seit mehr als 361 Tagen überfällig waren, werden Rückstellungen in Höhe von 100% gebildet (2021: 100%), was zu über die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditausfällen in Höhe von €3,1 Mio. (2021: €2,5 Mio.) führte. Das Ausfallrisiko aus Lieferungen und Leistungen wird in jedem fakturierenden Tochterunternehmen von den lokalen Umsatz- und Finanzverantwortlichen kontrolliert und durch Group Treasury überwacht. Für jeden Kunden werden Zahlungsziele und ein Kreditlimit festgelegt, die je nach Betrag lokal, durch den Group Treasurer, Konzern-CFO oder die Geschäftsführung genehmigt werden müssen. Sofern möglich und angemessen, werden Kreditversicherungen genutzt, um das Risiko abzusichern. Länderrisiken aus Lieferungen und Leistungen sowie solche aus konzerninternen Darlehen werden regelmäßig überwacht. Das Ausfallrisiko der TFL-Gruppe aus Einlagen bei Banken ist begrenzt, da diese ausschließlich bei Banken mit guten Bonitätseinstufungen durch internationale Ratingagenturen getätigt werden. LiquiditätsrisikoGroup Treasury steuert und überwacht das Liquiditätsrisiko zentral. Cashflow-Prognosen werden durch die Tochterunternehmen des Konzerns sowie auf Konzernebene durch Group Treasury erstellt. Group Treasury überwacht die Prognosen des Liquiditätsbedarfs des Konzerns, um sicherzustellen, dass genügend liquide Mittel für die betrieblichen Erfordernisse zur Verfügung stehen. Liquide Mittel, die der Konzern im Rahmen seiner betrieblichen Tätigkeit nicht benötigt, werden teilweise in Einlagen investiert. Darüber hinaus hält die TFL-Gruppe für den Fall unvorhergesehener Ereignisse eine strategische Liquiditätsreserve und nicht in Anspruch genommene Kreditlinien vor. Die folgende Tabelle zeigt das Fälligkeitsprofil der finanziellen Verbindlichkeiten der TFL zum 31. Dezember 2022:
Die folgende Tabelle zeigt das Fälligkeitsprofil der finanziellen Verbindlichkeiten der TFL zum 31. Dezember 2021:
Die oben erfassten Beträge entsprechen den vertraglichen, nicht diskontierten Cashflows und stimmen daher nicht zwangsläufig mit den in der Konzern-Bilanz dargestellten finanziellen Verbindlichkeiten überein. Derivate beinhalten sowohl Cashflows aus derivativen Finanzinstrumenten mit negativem beizulegenden Zeitwert als auch Cashflows mit positiven beizulegenden Zeitwerten, für die eine Zahlungsabwicklung auf Bruttobasis vereinbart wurde. Den Zahlungsmittelabflüssen aus Derivaten, für die eine Zahlungsabwicklung auf Bruttobasis vereinbart wurde, stehen teilweise Zahlungsmittelzuflüsse gegenüber. Auch diese Zahlungsmittelzuflüsse werden in der vorstehenden Fälligkeitsanalyse berücksichtigt. Klassifizierung und Bemessung des beizulegenden ZeitwertsDie folgende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich ihrer Kategorisierung in der Bemessungshierarchie. Nicht enthalten sind Angaben zum beizulegenden Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt. 31. Dezember 2022
31. Dezember 2021
Die TFL-Gruppe wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Für Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert bemessen werden, ist die Bemessungshierarchie basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, darzustellen. Die Hierarchiestufen werden wie folgt definiert:
Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente sind alle der Stufe 2 zugeordnet. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Earn-out Verbindlichkeiten sind der Stufe 3 zugeordnet. In den in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden gab es keine Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Bemessungshierarchie. Die beizulegenden Zeitwerte von Fremdwährungsderivaten wurden auf Grundlage abgezinster, geschätzter künftiger Cashflows unter Anwendung von Marktzinssätzen berechnet, die der Restlaufzeit des Derivats entsprechen. Bei Devisenterminkontrakten wurden die Marktwerte unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen ermittelt. Informationen zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert der Earn-out Verbindlichkeiten sind in Anhangangabe 7 enthalten. Nettogewinne oder -VerlusteDie folgende Tabelle zeigt die in der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Nettogewinne oder -verluste aus Finanzinstrumenten. Dazu gehören vor allem Wertminderungsaufwendungen, Zinserträge und -aufwendungen sowie Umrechnungsdifferenzen.
13. ErtragssteuernErtragsteueraufwandDie wesentlichen Bestandteile des Ertragsteueraufwands für die Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2022 und 2021 setzen sich wie folgt zusammen:
Die Berechnung des Steueraufwands berücksichtigt die Steuersätze der Länder, in denen die TFL-Gruppe geschäftstätig ist. Die Steuersätze lagen zwischen 11% und 34% (2021: 11% und 35%). In der folgenden Tabelle werden die wesentlichen Faktoren dargestellt, die zur Differenz zwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem effektiven Steueraufwand der TFL-Gruppe beigetragen haben:
Steuerliche Verluste und SteuergutschriftenDie aktivierten latenten Steueransprüche auf steuerliche Verluste in Höhe von €0,1 Mio. entfallen auf steuerliche Verluste der Tochtergesellschaft in Italien (2021: €0,1 Mio.). Die zum 31. Dezember 2021 aktivierten latenten Steueransprüche auf steuerliche Verluste der Tochtergesellschaften in den USA und Hong Hong in Höhe von €0.5 Mio. bzw. €0.1 Mio. wurden während des Jahres 2022 vollständig verwendet. Die steuerlichen Verluste in Italien können zeitlich unbegrenzt mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden. Die TFL-Gruppe hält es für wahrscheinlich, dass die steuerlichen Verluste verwendet werden können. Es kann davon ausgegangen werden, dass innerhalb der Planungsperiode von fünf Jahren ausreichende steuerliche Gewinne, gegen die die noch nicht genutzten steuerlichen Verluste verwendet werden können, andere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten oder sonstige Nachweise für eine Realisierbarkeit in der nahen Zukunft verfügbar sein werden. Die Steuergutschriften und steuerlichen Verluste, für die in der Bilanz kein latenter Steueranspruch erfasst wurde, werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Realisierbarkeit überprüft. Diese Steuergutschriften und steuerlichen Verluste entstanden überwiegend in Deutschland und China. Die deutschen Tochterunternehmen weisen Steuergutschriften in Höhe von €12,5 Mio. (2021: €8,2 Mio.) und steuerliche Verluste in Höhe von €11,8 Mio. (2021: €0,4 Mio.) aus, die zeitlich unbegrenzt mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden können. Das chinesische Tochterunternehmen weist steuerliche Verluste in Höhe von €6,3 Mio. (2021: €6,4 Mio.) aus, die innerhalb der nächsten 5 Jahre mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden können. Das argentinische Tochterunternehmen weist steuerliche Verluste in Höhe von €2,4 Mio. (2021: €0,3 Mio.) aus, die innerhalb der nächsten 5 Jahre mit künftigen zu versteuernden Ergebnissen verrechnet werden können. Die Werthaltigkeit dieser Steuergutschriften und steuerlichen Verluste wird derzeit nicht als ausreichend wahrscheinlich eingestuft, um eine Erfassung latenter Steueransprüche zu rechtfertigen. Latente Ertragsteuern
14. Vorräte
2022 wurden €295,5 Mio. (2021: 217,1 Mio.) als Umsatzkosten erfasst. Zum 31. Dezember 2022 wurden keine wesentlichen Vorräte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten verpfändet. Veränderung der Wertberichtigungen auf Vorräte
Auflösungen der Wertberichtigungen auf Vorräte resultieren aus dem Verkauf von Vorräten mit geringem oder keinem Lagerumschlag sowie von abgelaufenen Vorräten. 15. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 90 Tagen. Die TFL-Gruppe erfasst die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgswirksam in den Vertriebskosten. Veränderung der Risikovorsorge für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Fälligkeitsanalyse (abzgl. Risikovorsorge)
16. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte
17. Hochliquide Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und ZahlungsmittelequivalenteHochliquide Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Die TFL-Gruppe hält bei mehreren Kreditinstituten frei verfügbare Kreditlinien von insgesamt €42,0 Mio. (2021: €40,0 Mio.). 18. EigenkapitalGezeichnetes Kapital
RücklagenDie TFL-Gruppe weist die Kapitalrücklage und sonstige Rücklagen im Eigenkapital aus. Die Kapitalrücklage setzt sich zu den in diesem Konzernabschluss dargestellten Bilanzstichtagen aus einem Agio in Höhe von €16,3 Mio. (entspricht den über dem Nennwert der Anteile liegenden Einzahlungen von Gesellschaftern) und Einzahlungen in die Rücklage in Höhe von €41,1 Mio. Die sonstigen Rücklagen beinhalten eine Rücklage für Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Abschlüsse ausländischer Tochterunternehmen, die in einer anderen Währung als der Darstellungswährung der TFL-Gruppe dargestellt sind, und eine Pensionsrücklage, in der die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste, einschließlich darauf gebildeter latenter Steuern, aus der jährlichen Neubewertung der Pensionsverpflichtungen des Konzerns enthalten sind. DividendenDie TFL-Gruppe hat in den in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden Dividenden weder beschlossen noch ausgezahlt. KapitalsteuerungDas Kapital enthält das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Eigenkapital sowie die Gesellschafterdarlehen. Vorrangiges Ziel der Kapitalsteuerung der TFL-Gruppe ist es sicherzustellen, dass sie zur Unterstützung ihrer Geschäftstätigkeit und zur Maximierung des Shareholder Value ein hohes Bonitätsrating und eine gute Eigenkapitalquote aufrechterhält. Der Konzern überwacht sein Kapital mithilfe einer Eigenkapitalquote, die dem Verhältnis von Gesamteigenkapital plus Gesellschafterdarlehen zur Bilanzsumme entspricht:
Ziel der TFL-Gruppe ist es, die Eigenkapitalquote über einem Niveau von 30% zu halten. Nicht beherrschende AnteileDie Haiwan Fine Chemicals Ltd., eine staatliche chinesische Gesellschaft, hielt eine Beteiligung von 30% an der Qingdao TFL Chemicals Co. Ltd., Qingdao, China. Die Produktionstätigkeit der Qingdao TFL Chemicals Co. Ltd. wurde 2015 an andere TFL-Produktionsstandorte verlagert. Das Unternehmen wurde im Jahr 2022 liquidiert. Zum 31. Dezember 2022 liegen keine nicht beherrschenden Anteile vor. 19. Finanzielle Verbindlichkeiten
GesellschafterdarlehenIm Zuge der Übernahme der Anteile an der TFL International GmbH erwarb die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. am 10. September 2013 von den Banken ein ausstehendes syndiziertes Darlehen und wandelte dieses in Gesellschafterdarlehen um. Alle Sicherheiten, die in Bezug auf das syndizierte Darlehen geleistet wurden, wurden 2013 von den Banken freigegeben. Mit Wirkung vom 1. Januar 2014 änderte die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. die Vertragsbestimmungen der fortbestehenden Darlehen. Als neues Fälligkeitsdatum aller Gesellschafterdarlehen wurde der 31. Dezember 2022 festgelegt. Am 15. April 2021 hat die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. alle Gesellschafterdarlehen verlängert. Das neue Fälligkeitsdatum ist nun der 31. Dezember 2026. Der Vertrag sieht keine Kündigung seitens der TFL Luxemburg Holdings S.C.A., keine finanziellen Auflagen oder Sicherungsrechte jedweder Art vor. Die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. hat mit folgenden Gesellschaften Verträge über Gesellschafterdarlehen abgeschlossen: TFL International GmbH, TFL Ledertechnik GmbH, TFL France S.A.S., Calcedo France Holding S.A.S., TFL Italia S.p.A., TFL Hong Kong Ltd., TFL Argentina S.A. und TFL do Brazil Indüstria Química Ltda. BankkrediteAm 14. Mai 2021 wurde im Rahmen des Erwerbs des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS die am 5. September 2018 ausgereichte revolvierende Kreditlinie beendet. Gleichzeitig hat die TFL International GmbH mit einem Bankenkonsortium eine neue Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen, die ein befristetes Darlehen in Höhe von €70 Mio. zur Finanzierung der Akquisition sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von €45 Mio. umfasst. Das Darlehen ist über einen Zeitraum von 5 Jahren zurückzuzahlen. Das Fälligkeitsdatum der revolvierenden Kreditlinie ist der 14. Mai 2026. Die neue Finanzierungsvereinbarung beinhaltet eine finanzielle Auflage, die sich auf das Verhältnis von bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zu bereinigtem EBITDA bezieht. Zum 31. Dezember 2022 hatte der Konzern einen deutlichen Spielraum bei dieser finanziellen Auflage. LeasingverbindlichkeitenDie Leasingverbindlichkeiten umfassen Verpflichtungen aus einer Reihe von Leasingverträgen, die unterschiedliche Währungen, Zinssätze und Laufzeiten aufweisen. Nähere Informationen zu den Leasingverhältnissen finden sich in Anhangangabe 10. Earn-out VerbindlichkeitenDie Earn-out Verbindlichkeiten sind aus dem Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS resultierende bedingte Gegenleistungen. Weitere Informationen sind in Anhangangabe 7 enthalten. Änderungen der Verbindlichkeiten aus der Finanzierungstätigkeit
20. PensionenDie Pensionspläne für Mitarbeiter variieren je nach Tochterunternehmen der TFL-Gruppe. Beitragsorientierte Pläne für Leistungen nach Beendigung des ArbeitsverhältnissesFür Beiträge zu beitragsorientierten Pensionsplänen wurden 2022 €2,6 Mio. (2021: €2,2 Mio.) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Darin enthalten sind auch Beiträge zu staatlichen Plänen, die die Bedingungen für einen beitragsorientierten Pensionsplan erfüllen. Leistungsorientierte Pläne für Leistungen nach Beendigung des ArbeitsverhältnissesDie TFL-Gruppe verfügt in Deutschland, Frankreich und Italien über umfangreiche leistungsorientierte Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Zum 31. Dezember 2022 entfielen 98% (2021: 99%) der gesamten leistungsorientierten Verpflichtung auf diese Pläne. Teilnehmer des deutschen Plans erhalten nach Erreichen einer Altersgrenze oder bei Erwerbsunfähigkeit lebenslange Rentenzahlungen. Teilnehmer des französischen Plans erhalten bei Renteneintritt eine einmalige Abfindungszahlung. Die Finanzierung dieses Plans erfolgt teilweise mit Planvermögen in Form eines externen Lebensversicherungsfonds. Teilnehmer des italienischen Plans erhalten bei Ausscheiden aus der Gesellschaft, Kündigung, dauerhafter Invalidität, Renteneintritt oder Tod eine einmalige Abfindung. Die in der Bilanz erfasste Rückstellung basiert auf versicherungsmathematischen Bewertungen, die von unabhängigen Versicherungsmathematikern durchgeführt wurden. Den mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (projected unit credit method) durchgeführten Berechnungen lagen folgende Annahmen zugrunde:
Die Pensionsrückstellungen, die die TFL-Gruppe in der Bilanz ausweist, setzen sich wie folgt zusammen:
In der folgenden Tabelle sind die in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwendungen für Versorgungsleistungen dargestellt:
In der folgenden Tabelle sind die im sonstigen Ergebnis erfassten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste dargestellt:
Die Änderungen des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen stellen sich wie folgt dar:
Die Änderungen des Barwerts des Planvermögens stellen sich wie folgt dar:
Die erwarteten nicht abgezinsten Leistungsauszahlungen in künftigen Jahren stellen sich wie folgt dar:
Für die nächsten 12 Monate sind Zuführungen zum Planvermögen in Höhe von €0,0 Mio. geplant. Die leistungsorientierten Verpflichtungen können den folgenden Teilnehmergruppen zugeordnet werden:
Die folgenden Sensitivitätsanalysen wurden mittels eines Verfahrens durchgeführt, das die Auswirkung realistischer Änderungen der wichtigsten Annahmen zum Ende des Berichtszeitraums auf die leistungsorientierte Verpflichtung extrapoliert. Die Sensitivitätsanalyse basiert auf einer Änderung einer wichtigen Annahme, während alle anderen Annahmen unverändert bleiben. Daher könnte es sein, dass sie nicht repräsentativ für die tatsächliche Veränderung der leistungsorientierten Verpflichtung ist, da unwahrscheinlich ist, dass Änderungen der Annahmen einzeln eintreten.
Die gewichtete durchschnittliche Laufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung betrug zum Ende des Berichtszeitraums 15 Jahre (2021: 18 Jahre). 21. Rückstellungen
PersonalrückstellungenPersonalrückstellungen umfassen in erster Linie Rückstellungen für die auf die Jahresleistung bezogenen Anreizpläne für Mitarbeiter and Verpflichtungen für Mitarbeiterjubiläen. UmweltrückstellungenTrotz der Veräußerung des Grundstücks in Zarate, Argentinien, in 2019, war TFL rechtlich weiterhin zur Beseitigung des Schlamms verpflichtet, der sich in der Abwasserreinigungsanlage abgesetzt hatte. Zum 31. Dezember 2021 waren die Sanierungsarbeiten abgeschlossen. RestrukturierungsrückstellungenRestrukturierungsrückstellungen werden gebildet, wenn bei der TFL-Gruppe eine rechtliche oder faktische Verpflichtung vorliegt, die zu einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen führen wird. Der Begriff "Restrukturierung" bezieht sich auf Maßnahmen, die Personalentlassungen und die Stilllegung von Produktionslinien oder ganzen Standorten zur Folge haben. Eine Restrukturierungsrückstellung wird dann gebildet, wenn die TFL-Gruppe einen formellen Restrukturierungsplan genehmigt hat und entweder mit der Umsetzung des Plans begonnen oder die wesentlichen Merkmale des Plans den betroffenen Mitarbeitern bekannt gegeben hat. Die Restrukturierungsrückstellungen zum 31. Dezember 2022 und 2021 betreffen Abfindungen, die im Zuge von Maßnahmen zur Integration des neu erworbenen Geschäfts in Deutschland, Italien und China zu zahlen sind. Sonstige RückstellungenZum 31. Dezember 2022 enthalten die sonstigen Rückstellungen einen Betrag für Ansprüche ehemaliger Mitarbeiter und eine Rückstellung für die Zahlung von Lohnsteuern. 22. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
23. UmsatzerlöseAufgliederung der UmsatzerlöseEntsprechend der Einschätzung des Managements hinsichtlich der Geschäftstätigkeit unterteilt die TFL-Gruppe die Umsatzerlöse in erster Linie nach geografischen Regionen.
Vertragliche VerbindlichkeitenDie TFL-Gruppe hat mit bestimmten wichtigen Kunden Verträge über Mengen- und Wertrabatte geschlossen. Die Umsatzerlöse mit diesen wichtigen Kunden werden abzüglich der Mengen- und Wertrabatte erfasst. Da diesen Verträgen die kumulierten Umsätze über einen Zeitraum von 12 Monaten zugrunde liegen, der jeweils zum 1. Januar eines Jahres beginnt, besteht keine wesentliche Unsicherheit über die Höhe der zum 31. Dezember zu leistenden Mengen- und Wertrabatte. Der Konzern erfasst eine Vertragsverbindlichkeit in Höhe der Mengen- und Wertrabatte, die auf Grundlage der bis zum Ende der Berichtsperiode erfolgten Umsätze an die Kunden zu leisten sind.
24. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen
26. PersonalaufwandNach Funktion der Aufwendungen
Nach Art der Aufwendungen
Im Geschäftsjahr 2022 waren bei der TFL im Durchschnitt 1.118 Mitarbeiter (2021: 941 Mitarbeiter), davon 4 Auszubildende (2021: 4 Auszubildende), beschäftigt. Durchschnittlich wurden die Leistungen von 105 Leiharbeitern (2021: 140 Leiharbeiter) in Anspruch genommen, wobei die meisten von ihnen beim Produktionsbetrieb in Indien eingesetzt wurden. 27. Finanzergebnis
28. Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und PersonenSaldenSalden mit dem Mutterunternehmen
Salden mit anderen nahestehenden Unternehmen und Personen
Transaktionen mit anderen nahestehenden Unternehmen und Personen
Die Verkäufe an nahestehende Unternehmen und Personen werden zu marktüblichen Bedingungen getätigt. Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung
Die Mitglieder der Geschäftsführung der TFL-Gruppe erhalten anteilsbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten des direkten Mutterunternehmens der TFL-Gruppe TFL Luxembourg Holdings S.C.A. und ihrer Komplementärin TFL Luxembourg Holdings GP S.A. als Entlohnung für erbrachte Leistungen. Unter IFRS 2 "Anteilsbasierte Vergütungen" wird dieses Anreizsystem auf der Ebene der TFL International GmbH als anteilsbasierte Vergütungstransaktion mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Gesamtauswirkung des Plans auf den Konzernabschluss der TFL International GmbH beträgt €0,1 Mio. (2021: €0,1 Mio.). Im Geschäftsjahr 2022 zahlte die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. im Rahmen dieses Anreizsystems €0,5 Mio. an Mitglieder der Geschäftsführung (2021: €0,0 Mio.). Die Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten im Berichtszeitraum eine Vergütung von €0,1 Mio. (2021: €0,1 Mio.). Im Geschäftsjahr 2022 wurde keine Vergütung (2021: €0,3 Mio.) an ehemalige Geschäftsführer ausgezahlt. Zum 31. Dezember 2022 betrug die Rückstellung für Pensionen der ehemaligen Mitglieder der Geschäftsführung €3,2 Mio. (2021: €4,0 Mio.). SonstigesDie TFL Ledertechnik GmbH hat gegenüber der TFL China Ltd. in einem Schreiben die weitere finanzielle Unterstützung erklärt. Zum 31. Oktober 2022 gab Brian Watson seine Position als Geschäftsführer der TFL International GmbH auf und trat zum 31. Dezember 2022 als Konzern-COO zurück. 29. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle VerpflichtungenGarantienIm Jahr 2021 haben einige wesentliche Konzerngesellschaften Zahlungsgarantien mit dem Bankenkonsortium im Zusammenhang mit der in Anhangangabe 19 beschriebenen Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Zum 31. Dezember 2022 und 2021 bestanden bei der TFL-Gruppe keine weiteren individuell wesentlichen Garantien. KaufverpflichtungenZum 31. Dezember 2022 bestanden bei der TFL-Gruppe keine wesentlichen Verpflichtungen zum Kauf von Sachanlagen oder Vorräten in der Zukunft. EventualverbindlichkeitenMit Ausnahme der in Anhangangabe 21 beschriebenen Eventualverbindlichkeiten, für die in der Konzern-Bilanz bereits eine entsprechende Rückstellung gebildet wurde, liegen keine Eventualverbindlichkeiten vor. 30. Ereignisse nach der BerichtsperiodeNach dem Stichtag traten keine berichtspflichtigen Ereignisse ein. 31. KonsolidierungskreisIn den vorliegenden Konzernabschluss sind die nachfolgend aufgeführten Tochterunternehmen der TFL-Gruppe im Wege der Vollkonsolidierung einbezogen worden:
Rheinfelden, 15. Februar 2023 TFL International GmbH Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schütt Richard J. Fenton Henrik Pedersen Konzernlagebericht1. Grundlage des KonzernsDie TFL International GmbH (die "Gesellschaft") und ihre Tochterunternehmen (zusammen die "TFL", der "Konzern" oder die "TFL-Gruppe") sind ein führender Anbieter für Produkte in der Lederchemikalienindustrie. Etwa die Hälfte des Marktes wird von zwei großen Unternehmen beliefert, nämlich TFL und Stahl. Die verbleibenden Marktanteile sind in der Hand vieler mittelgroßer und kleiner, hauptsächlich regionaler Anbieter. Die TFL produziert und vertreibt fast ausschließlich Produkte für die Lederindustrie. Ein wesentliches Element des Geschäftsmodels ist das Know-how in chemischen Prozessen kombiniert mit tiefgreifendem AnwendungsKnow-how. Weitere wichtige Faktoren am Markt sind kurze Lieferzeiten und eine hohe Produktverfügbarkeit. Die TFL-Gruppe hat Betriebsgesellschaften auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Australien und Afrika. Zum Abschlussstichtag betrieb der Konzern acht Produktions-/Vertriebsstandorte (2021: neun Produktions-/Vertriebsstandorte) in sechs Ländern und elf reine Vertriebsstandorte in elf Ländern und liefert weltweit Produkte in mehr als siebzig Länder. Das oberste Holdingunternehmen der TFL hat seinen Sitz in Rheinfelden, Deutschland. Am 12. August 2020 unterzeichnete die TFL Ledertechnik GmbH ein Master Asset Purchase Agreement zum Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS. Die Transaktion wurde zum 1. Juni 2021 abgeschlossen. Das erworbene Geschäft stellte an Standorten in Leverkusen, Filago (Italien) und Changzhou (China) eine große Bandbreite von Lederchemikalien her und verfügte über ein globales Netzwerk an anwendungstechnischen Laboren und Vertriebsbüros. Die wesentlichen Gründe für die Transaktion waren:
Der vereinbarte Kaufpreis umfasste eine fixe Komponente in Höhe von €106,0 Mio. sowie eine erfolgsabhängige bedingte Gegenleistung, die mit €58,0 Mio. bewertet wurde. TFL finanzierte den Erwerb teilweise durch Kredite, die von einem Bankenkonsortium aufgenommen wurden. Die TFL verfügt über eine marktorientierte Vertriebsstruktur, deren Fokus auf drei Hauptsegmenten liegt: Automotive, Shoe/Leather Goods sowie Upholstery. Damit werden die Anforderungen von weltweit tätigen, wichtigen Kunden erfüllt. Daneben gibt es regionale Vertriebsorganisationen, die für die Kunden in der jeweiligen Region zuständig sind. Die TFL beliefert die gesamte Wertschöpfungskette in der Lederherstellung, von Beamhouse bis Finishing. Die Chemieproduktionsstandorte der TFL befinden sich in Frankreich, Indien, Italien, China, Deutschland und Brasilien. Das globale Produktionsmanagement und das globale Supply-Chain-Management koordinieren die weltweite Produktion und die Bestandsführung in den Regionallagern. Das Management der Anwendungslaboratorien und der Supply-Chain obliegt der Vertriebsfunktion. Die Leiter dieser Managementteams mit weltweiter Verantwortung sind unmittelbar einzelnen Mitgliedern der Geschäftsführung (Executive Board) unterstellt. Forschung, Entwicklung und QualitätssicherungBestimmte aktivierbare Entwicklungskosten sind in der Bilanz aufgeführt. Nicht aktivierbare Forschungs- und Entwicklungskosten werden als Aufwand in der Periode ausgewiesen, in der sie entstanden sind. Zum Ende des Berichtsjahres beliefen sich die aktivierten Entwicklungskosten auf €3,6 Mio. (2021: €2,9 Mio.), während in der gesamten Periode Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe von €10,8 Mio. (2021: €8,6 Mio.) als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wurden. Zum Ende des Geschäftsjahres waren insgesamt 72 Mitarbeiter (2021: 74) im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. 2. Russland-Ukraine-KriegAm 24. Februar 2022 ist der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eskaliert. In der Folge haben westliche Länder umfangreiche Sanktionen gegen Russland und Weißrussland verhängt, die den Handel und Bankgeschäfte einschränken. Die TFL verfügt zwar weder über rechtliche Einheiten noch über Sachanlagen in Russland, Weißrussland oder der Ukraine, hat dort jedoch eine begrenzte Anzahl Kunden und eine kleine Zahl eigener Vertriebsmitarbeiter. Aktuell sind sämtliche russische Kunden der TFL von den Sanktionen betroffen. Im Geschäftsjahr 2021 generierte der Konzern Umsatzerlöse mit Kunden aus Russland, Weißrussland und der Ukraine in Höhe von ca. €9 Mio., wobei sich die laufende, nicht besicherte Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf unter €0,1 Mio. belief. Die Energiepreise (einschließlich Öl, Erdgas und Dampf) sind 2022 dramatisch gestiegen und stellten eine der wesentlichen Herausforderungen für das Geschäftsumfeld dar. Um die Auswirkung auf das Finanzergebnis der TFL zu minimieren, wurden die Verkaufspreise für Kunden signifikant erhöht. Der Russland-Ukraine-Krieg und die verschiedenen sich daraus ergebenden Konsequenzen haben sich nachteilig auf die Finanzlage der TFL ausgewirkt. Die aktuell weltweit hohe Inflation wird durch die steigenden Preise für Erdgas und Öl befeuert und führt zu einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Als Reaktion erhöhen die Zentralbanken gerade die Zinssätze, was den privaten Konsum und die Verbraucherausgaben für Lederartikel wie Schuhe dämpft. Zudem sieht sich die Europäische Union dem Risiko weiterer Unterbrechungen der Gaslieferungen aus Russland ausgesetzt. Die TFL betreibt einen Produktionsstandort in Deutschland, der insbesondere beim Trocknungsprozess der Chemikalien auf Erdgas angewiesen ist. 3. ErtragslageIm Geschäftsjahr 2022 war der Preis von Rohhäuten volatil und lag zum Jahresende bei US-Dollar 20,05 pro Haut (2021: US-Dollar 28,45 pro Haut). Auch Rohöl war im Geschäftsjahr 2022 mit einem Durchschnittspreis von US-Dollar 100,78 pro Barrel (2021: US-Dollar 70,86 pro Barrel) volatil und lag zum Jahresende bei US-Dollar 80,92 pro Barrel (2021: US-Dollar 74,17 pro Barrel). Der durchschnittliche Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar im Jahr 2022 von 1,05 lag unter dem Durchschnittskurs von 2021 von 1,18, und der Stichtagskassakurs war mit 1,07 um 6,1% niedriger (2021: 1,14). Die Wechselkursschwankungen waren im gesamten Jahr 2022 besonders stark. Der Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS war für die TFL-Gruppe von grundlegender Bedeutung. Höhere Umsätze und Kostenoptimierung veränderten die Ertragslage des Konzerns signifikant. Ab dem 1. Juni 2021 sind die Ergebnisse und Cashflows des erworbenen Geschäfts Teil der konsolidierten Ergebnisse und Cashflows von TFL. Die Konzernbilanz von TFL enthält die im Rahmen der Transaktion von LANXESS erworbenen Vermögenswerte und übernommenen Schulden. Im Frühjahr 2022 herrschte eine starke Nachfrage nach Lederchemikalien. Grund hierfür war, dass Kunden in der Zeit nach COVID ihre Lieferkette wieder stabilisieren wollten, nachdem sie ihre Vorratsbestände während der Krise signifikant verringert hatten. Aufgrund des Russland-Ukraine-Kriegs und der oben erläuterten Konsequenzen schwächte sich die Nachfrage nach Lederchemikalien in der zweiten Jahreshälfte 2022 ab. Gerbereien betrieben eine zurückhaltende Bestellpolitik, da sie bei dem herrschenden hohen Preisniveau für Chemikalien keine Überstände aufbauen wollten. 2022 stieg der Umsatz der TFL-Gruppe gegenüber dem Vorjahr um €98,9 Mio. auf €433,2 Mio. Grund für diesen deutlichen Anstieg waren die zusätzlichen Umsatzerlöse, die nach der Akquisition des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS am 1. Juni 2021 erzielt wurden, sowie die Auswirkung der infolge gestiegener Kosten höheren Verkaufspreise für Produkte. Das Bruttoergebnis vom Umsatz war €15,2 Mio. höher als im Vorjahr und die Bruttomarge sank mit 24,8% um 2,8 Prozentpunkte gegenüber 27,6% im Vorjahr, in erster Linie aufgrund von Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Zwischenprodukten, Fracht und Energie, die nicht vollständig an die Kunden der TFL weitergegeben werden konnten. Die Gesamtkosten für die unterstützenden Unternehmensfunktionen (Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Verwaltung) stiegen 2022 gegenüber 2021 um €18,1 Mio. oder 23,7%. Das Jahr 2021 umfasste lediglich 7 Monate der Kosten für diese Funktionen des erworbenen Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS. Seit der Übernahme des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS wurden erhebliche Kostensynergien erzielt. Die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Die sonstigen Nettoaufwendungen reduzierten sich um €3,4 Mio. auf €5,7 Mio. Die Hauptgründe für diese Verringerung sind die Reduktion der betriebsfremden Nettoaufwendungen um €7,1 Mio., die teilweise durch einen Anstieg der Wertminderungsauwendungen um €2,0 Mio. kompensiert wurde. 2022 hat die TFL die Produktion der am Standort Filago in Italien gefertigten Produkte an ihren nahegelegenen Standort Buscate in Italien verlagert. Die Schließung des Standorts Filago führte zu einer Wertminderung, da es als unwahrscheinlich eingestuft wurde, dass der Wert des als Nutzungsrecht in Höhe von €0,5 Mio. angesetzten Grundstücks und der Wert der Gebäude in Höhe von €1,9 Mio. im Rahmen eines künftigen Verkaufs realisiert werden. Die betriebsfremden Nettoaufwendungen verringerten sich um €7,1 Mio. auf €6,3 Mio. Das betriebsfremde Ergebnis enthält vor allem Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Integration des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS in Höhe von €7,7 Mio. in 2022 und €13,1 Mio. in 2021. Diese Kosten umfassen Transaktionskosten, Einstellungskosten, IP-Registrierungskosten, IT-Integrationskosten, Kosten für die Bindung wichtiger Mitarbeiter, Beratungskosten sowie Abfindungskosten im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen. Das Finanzergebnis erhöhte sich um €54,5 Mio. auf einen Nettoertrag von €45,8 Mio., was in erster Linie auf die Bewertung der Earn-out-Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert zurückzuführen ist. Als Teil der Vereinbarung über den Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien wurde mit LANXESS eine bedingte Gegenleistung vereinbart. Die bedingte Gegenleistung kann zu Earn-out-Zahlungen zwischen €0 Mio. und €115 Mio. insgesamt führen. Die möglichen Auszahlungsbeträge hängen vom Ergebnis in den Jahren 20212023 und dem Exit-Wert des Unternehmens ab. Aufgrund des tatsächlichen Ergebnisses 2022 und des prognostizierten Ergebnisses für 2023, das von dem allgemein schwierigen makroökonomischen Umfeld geprägt ist, verringerte sich der beizulegende Zeitwert der Earn-out-Verbindlichkeiten. In der Berichtsperiode erzielte TFL einen Gewinn vor Steuern von €53,2 Mio. (2021: Verlust von €1,8 Mio.). Der Ertragsteueraufwand belief sich 2022 auf €19,5 Mio. (2021: €2,4 Mio.). Der Konzerngewinn belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf €33,7 Mio. gegenüber einem Konzernverlust von €4,2 Mio. im Vorjahr. Ende 2022 waren bei der TFL-Gruppe insgesamt 1.081 Mitarbeiter beschäftigt. Damit hat der Konzern 38 Mitarbeiter weniger als zum Ende des Vorjahres (1.119 Mitarbeiter). 4. FinanzlageVermögenswerteZum 31. Dezember 2022 verringerte sich die Konzernbilanzsumme um €33,5 Mio. auf €417,9 Mio. Die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um €3,4 Mio. auf insgesamt €71,1 Mio. (2021: €74,5 Mio.). Diese Reduktion ist hauptsächlich auf Abschreibungen der zum 1. Juni 2021 im Rahmen des Erwerbs des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS erworbenen immateriellen Vermögenswerte (Kundenbeziehungen, Technologien, Marken) zurückzuführen. Zum 31. Dezember 2022 wurde der Geschäfts- oder Firmenwert des Konzerns einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Die Berechnung ergab, dass kein Abschreibungsbedarf bestand. Das Sachanlagevermögen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresende um €10,5 Mio. auf €96,7 Mio. (2021: €107,2 Mio.). Dieser Rückgang resultiert im Wesentlichen aus Abschreibungen von Sachanlagen, die im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im Jahr 2021 erworben und zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, sowie der Wertminderung der Vermögenswerte am Produktionsstandort von TFL in Filago, Italien. Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte der TFL beinhalten im Wesentlichen ein Darlehen, das TFL International GmbH der TFL Luxembourg Holdings S.C.A am 5. September 2018 über einen Betrag von €18,9 Mio. gewährt hat. Am 16. November 2022 wurde das Darlehen um drei Jahre verlängert. Das neue Fälligkeitsdatum ist der 31. Dezember 2025. Der Darlehensnehmer kann das Darlehen jedoch jederzeit ganz oder teilweise zurückzahlen. Das Darlehen ist mit dem EURIBOR plus Aufschlag verzinst. Es ist nicht besichert und enthält keine Kreditauflagen. Latente Steuern resultieren aus unterschiedlichen Steuerbemessungsgrundlagen zwischen den nach ausländischen Rechnungslegungsvorschriften und den nach konzerneinheitlichen Rechnungslegungsvorschriften ermittelten Jahresergebnissen sowie aus Konsolidierungsbuchungen. Die aktiven latenten Steuern verringerten sich um €3,4 Mio. auf €9,8 Mio., was hauptsächlich auf die Wertminderung der Pensionsverpflichtungen nach IFRS zurückzuführen ist. Die Vorräte veringerten sich gegenüber dem Vorjahr um €10,9 Mio. auf €80,4 Mio. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren mit €75,0 Mio. um €15,8 Mio. niedriger als zum Vorjahresende. Die Bestände an Vorräten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gingen infolge der Geschäftsverlangsamung in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 sowie erheblicher Verbesserungen beim Management des Betriebskapitals zurück. Die Laufzeit des Betriebskapitals verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9%. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um €2,1 Mio. auf €21,6 Mio. Steuerzahlungen wurden auf der Grundlage der steuerlichen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2021 der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften geleistet. Dies sowie das zu versteuernde Ergebnis der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften im Berichtsjahr führten zum 31. Dezember 2022 zu einer Nettoertragsteuerforderung von €1,1 Mio. (2021: €2,6 Mio.). Die liquiden Mittel, einschließlich der hochliquiden Vermögenswerte, stiegen auf €35,6 Mio. (2021: €27,6 Mio.). Darüber hinaus bestehen nicht in Anspruch genommene und frei verfügbare Kreditlinien bei mehreren Banken in Höhe von insgesamt €42,0 Mio. (2021: €40,0 Mio.). EigenkapitalDas gezeichnete Kapital veränderte sich im Berichtsjahr nicht. Die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. hält seit dem 10. September 2013 alle Anteile an dem Konzern. Der Konzernjahresüberschuss in Höhe von €33,7 Mio. sowie weitere Veränderungen des Konzerneigenkapitals führten zu einer Verringerung des negativen Eigenkapitals um €37,7 Mio. auf €28,8 Mio. Währungsschwankungen reduzierten das Konzerneigenkapital um €2,8 Mio. Der Konzern weist ein negatives Eigenkapital in Höhe von €28,8 Mio. aus (2021: €66,5 Mio.). Der in der Bilanz erfasste Geschäfts- oder Firmenwert beträgt zum 31. Dezember 2022 €15,2 Mio., darunter ein historischer Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von €11,2 Mio. Dieser Geschäfts- oder Firmenwert resultiert aus der Kapitalkonsolidierung des Konzerns; der Nettobuchwert setzt sich aus historischen Anschaffungskosten in Höhe von €83,7 Mio. und kumulierten planmäßigen Abschreibungen in Höhe von €72,5 Mio. zusammen, die gemäß HGB vorgeschrieben waren, bevor der Konzern auf IFRS überging. Wenn diese kumulierten Abschreibungen des Geschäfts- oder Firmenwerts eliminiert werden würden, wäre das negative Eigenkapital ausgeglichen. Die TFL-Gruppe würde dann sogar ein positives Eigenkapital von €43,7 Mio. ausweisen (2021: €6,0 Mio.). SchuldenDie gesamten Verbindlichkeiten verringerten sich um €71,1 Mio. auf €446,6 Mio. Gesellschafterdarlehen wurden von der TFL Luxembourg Holdings S.C.A. an die TFL International GmbH sowie an folgende Konzerngesellschaften gewährt: TFL Ledertechnik GmbH, TFL France S.A.S., Calcedo France Holding S.A.S., TFL Italia S.p.A., TFL Hong Kong Ltd., TFL Argentina S.A. und TFL do Brazil Indüstria Quimica Ltda. Zum 31. Dezember 2022 beliefen sich die Gesellschafterdarlehen auf €242,5 Mio. (2021: €234,4 Mio.). Die Gesellschafterdarlehen erhöhten sich aufgrund der Aktivierung von Zinsen in Höhe von €3,9 Mio. und eines Bewertungseffekts aus Wechselkursänderungen von €4,2 Mio. Das Fälligkeitsdatum für von der TFL Luxembourg Holdings S.C.A. begebenen Gesellschafterdarlehen ist der 31. Dezember 2026. Die Gesellschafterdarlehensverträge sehen keine Kündigung durch die TFL Luxembourg Holdings S.C.A. vor und es bestehen keine finanziellen Auflagen oder Sicherungsrechte. Die zum Bilanzstichtag ausgewiesenen Bankkredite betragen €61,2 Mio. (2021: €79,0 Mio.). Am 14. Mai 2021 wurde im Rahmen des Erwerbs des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS die am 5. September 2018 ausgereichte revolvierende Kreditlinie beendet. Gleichzeitig hat die TFL International GmbH mit einem Bankenkonsortium eine neue Finanzierungsvereinbarung abgeschlossen, die ein befristetes Darlehen in Höhe von €70 Mio. zur Finanzierung der Akquisition sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von €45 Mio. umfasst. Das Darlehen ist über einen Zeitraum von 5 Jahren zurückzuzahlen. Das Fälligkeitsdatum der revolvierenden Kreditlinie ist der 14. Mai 2026. Die neue Finanzierungsvereinbarung beinhaltet eine finanzielle Auflage, die sich auf das Verhältnis von bereinigten Nettofinanzverbindlichkeiten zu bereinigtem EBITDA bezieht. Zum 31. Dezember 2022 hatte der Konzern einen deutlichen Spielraum bei dieser finanziellen Auflage. Der beizulegende Zeitwert der Earn-out Verbindlichkeiten verringerte sich um €54,0 Mio. auf €4,3 Mio. zum 31. Dezember 2022 infolge des tatsächlichen Ergebnisses 2022 und des prognostizierten Ergebnisses für 2023, das von dem allgemein schwierigen makroökonomischen Umfeld geprägt ist. Basierend auf versicherungsmathematischen Gutachten verringerten sich die Pensionsrückstellungen um €11,6 Mio. auf €30,0 Mio. (2021: €41,6 Mio.). Dieser Rückgang ist auf eine Erhöhung der Abzinsungssätze zurückzuführen. Die passiven latenten Steuern erhöhten sich um €14,6 Mio. auf €22,2 Mio., was hauptsächlich auf die Verringerung der Earn-out Verbindlichkeiten zurückzuführen ist, die nach IFRS als Finanzertrag, allerdings nach lokalen Rechnungslegunsstandards als Minderung des Buchwerts der im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses erworbenen Vermögenswerte erfasst wurde. Die Rückstellungen verringerten sich um €0,7 Mio. auf €6,2 Mio. (2021: €6,9 Mio.). Die Personalrückstellungen für die auf die Jahresleistung bezogenen Anreizpläne für Mitarbeiter, Mitarbeiterbindungsprogramme, sowie Verpflichtungen für Mitarbeiterjubiläen gingen um €3,5 Mio. zurück. Die Rückstellungen für Restrukturierungen und sonstige Verpflichtungen stiegen um €2.8 Mio. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten, einschließlich vertraglicher Verbindlichkeiten, verringerten sich um €9,3 Mio. auf €67,1 Mio. (2021: 76,4 Mio.). 5. Finanzielle LeistungsindikatorenIm Vergleich zum Vorjahr erhöhten sich die Umsatzerlöse um €98,9 Mio. (29,6%) auf €433,2 Mio. Grund für diesen deutlichen Anstieg waren die zusätzlichen Umsatzerlöse, die nach der Akquisition des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS am 1. Juni 2021 erzielt wurden, sowie die Auswirkung der infolge gestiegener Kosten höheren Verkaufspreise für Produkte. Die finanziellen Leistungsindikatoren der TFL-Gruppe EBIT und EBITDA entwickelten sich wie folgt:
Das EBITDA erhöhte sich im Jahr 2022 auf €40,3 Mio. und lag damit um €0,3 Mio. (0,7%) über dem Vorjahreswert. Die Entwicklung der Cashflows ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
6. Prognose-, Chancen- und RisikoberichtWesentliche Chancen und RisikenUnter Risiken im wirtschaftlichen Sinne versteht TFL die Unsicherheit der Information bezüglich des Eintretens eines Sachverhalts und die dadurch induzierte Möglichkeit der Beeinträchtigung von Zielen. TFL kann das grundlegende Ziel der Wertschöpfung nicht erreichen, wenn Chancen nicht systematisch ausgenutzt und kalkulierbare Risiken nicht laufend verantwortungsbewusst abgewogen werden. Als Chance sieht TFL mögliche zukünftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für die Gruppe positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Die Steuerung von Risiken und Chancen ist integraler Bestandteil der konzernweiten Unternehmensführung und nicht Aufgabe einer bestimmten organisatorischen Einheit. Das Risikomanagement ist in die Management- und Reportingsysteme eingebunden. Zentrale Bestandteile des globalen Risiko Management Systems sind Planungs-, Budgetierungs- und Controllingprozesse sowie das konzerninterne Regelwerk. Die tragenden Organe, welche diese Funktionen ausführen, sind:
Eine Beurteilung der Risiken erfolgt entsprechend ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrer Auswirkungen (potenzielle Schäden) auf Umsatzerlöse, Konzernergebnis oder Bilanz. Regelmäßige Berichte und Besprechungen im normalen Geschäftsgang werden genutzt, um Chancen/Risiken in Geschäftseinheiten/Regionen zu bewerten und Korrektur- oder Kontrollmaßnahmen abzuleiten. Durch ihre internationalen Aktivitäten ist die TFL-Gruppe zahlreichen Risiken ausgesetzt. Der Konzern schließt Versicherungsverträge ab, um die finanziellen Auswirkungen potenzieller Schäden zu minimieren, sofern solche Versicherungen verfügbar und wirtschaftlich sinnvoll sind. Der Umfang und die Höhe dieser Policen werden kontinuierlich überprüft. Die Versicherungsrichtlinie der TFL ist die Grundlage für die Verwaltung dieser Versicherungsverträge und soll hauptsächlich den Schutz der Vermögenswerte der TFL sicherstellen. Um eine Chance zu ergreifen, muss die Person, die diese Chance erkennt, zielgerichtet handeln. Dies ist eine der Hauptaufgaben jeder Führungskraft und jedes leitenden Angestellten der TFL. Nachfolgend werden die unterschiedlichen Risiken ausführlich erläutert. Dies impliziert, dass auch auf die Chancen der TFL-Gruppe eingegangen wird. Jedes aktiv gesteuerte Risiko ist - wenn es angemessen gesteuert wird - eine Chance für die TFL, sich gegen ihre Wettbewerber am Markt zu behaupten. Aus Gründen der Vertraulichkeit werden diese Chancen nicht näher beleuchtet. FinanzrisikenDie Treasury-Richtlinie bildet das Rahmenwerk, an dem die TFL sich bei der Planung und Überprüfung aller Finanztransaktionen orientiert. Sie enthält Leitlinien zum Umgang mit wesentlichen Risiken in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Liquidität und Währungen. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie LänderrisikenDas Ausfallrisiko aus Forderungen wird in jedem fakturierenden Tochterunternehmen von den lokalen Verkaufsund Finanzverantwortlichen kontrolliert und durch Group Treasury überwacht. Für jeden Kunden werden Zahlungsziele und ein Kreditlimit festgelegt, die je nach Betrag lokal, durch den Group Treasurer, Konzern-CFO oder die Geschäftsführung genehmigt werden müssen. Sofern möglich und angemessen, werden Kreditversicherungen genutzt. Länderrisiken aus Lieferungen und Leistungen sowie solche aus konzerninternen Darlehen werden kontinuierlich überwacht. LiquiditätDie TFL plant und steuert das Liquiditätsrisiko zentral. Die TFL hält für den Fall unvorhergesehener Ereignisse eine strategische Liquiditätsreserve (freier Cashflow und nicht in Anspruch genommene Kreditlinien) vor. Dies wird laufend überprüft. Im Berichtsjahr war die Liquidität der TFL-Gruppe jederzeit sichergestellt. Entwicklung von FremdwährungenDie globale Geschäftstätigkeit der TFL-Gruppe und die globale Ausrichtung ihrer Lieferketten bergen automatisch ein Währungsrisiko aufgrund von Wechselkursschwankungen. Das Währungsrisiko bezieht sich auf das Risiko schwankender Wechselkurse in Bezug auf die Geldflüsse (Transaktionsrisiko) sowie in Bezug auf die Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (Umrechnungsrisiko). Der Konzern erwirtschaftet einen erheblichen Teil seiner Umsätze in Ländern außerhalb der Europäischen Währungsunion. Das größte Währungsrisiko ergibt sich für die TFL-Gruppe dabei in Bezug auf den US-Dollar. Es entspricht der allgemeinen Politik des Konzerns, das Währungsrisiko zentral in Deutschland zu steuern. Ein Schlüsselelement bei der Steuerung des Währungsrisikos ist die Nutzung derivativer Finanzinstrumente von ausgewählten Banken. Diese Derivatgeschäfte werden in Abstimmung mit Group Treasury durchgeführt. Die Absicherung von Cashflows in Fremdwährung erfolgt anhand eines Layer-Ansatzes auf rollierender Basis. Im Einklang mit den genehmigten TFL-Treasury-Richtlinien werden ausschließlich Cashflows (Transaktionsrisiko) abgesichert. Das Umrechnungsrisiko wird nicht über derivative Finanzinstrumente, sondern über eine Teilfinanzierung in US-Dollar über Gesellschafterdarlehen natürlich abgesichert. Zum Abschlussstichtag bestanden Devisentermingeschäfte im Nennwert von €24,8 Mio. (2021: €17,1 Mio.). Der Marktwert aller derivativen Finanzinstrumente lag zum Abschlussstichtag bei €0,6 Mio. (2021: €(0,7) Mio.). Zinssicherungsgeschäfte bestanden zum Abschlussstichtag nicht. Preisentwicklung bei RohstoffenZur Herstellung der qualitativ hochwertigen Produkte benötigt die TFL Rohstoffe, Energie und Transportkapazitäten, deren Beschaffung über die entsprechenden Märkte erfolgt. Je nach Marktlage können die Einkaufspreise bis zu einem gewissen Grad schwanken und sich positiv oder negativ auf die Kostenstruktur der TFL auswirken. Als Gegenmaßnahmen gegen diese Risiken greift TFL wenn möglich auf alternative Beschaffungsquellen zurück und passt die Verkaufspreise an, sodass TFL wettbewerbsfähig bleibt. Rechtliche Rahmenbedingungen (Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellgesetze, Patentrecht, Steuervorschriften, Umweltschutz)Der Konzern hat ein umfassendes Compliance-Programm aufgelegt, um die Einhaltung geltenden Rechts sowie geltender Gesetze und Vorschriften sicherzustellen. Die Business Conduct Guidelines der TFL sind das Kernelement des Compliance-Programms und integraler Bestandteil der TFL-Unternehmenskultur. Alle bestehenden Mitarbeiter weltweit werden zum Compliance-Programm und den zugehörigen detaillierten Business Guidelines geschult. Neue Mitarbeiter unterlaufen diese Schulungen im Zuge der Einarbeitung in Form von Online-Compliance-Trainings. Produkt- und DienstleistungsspektrumUm sich langfristig einen Wettbewerbsvorteil zu sichern, entwickelt die TFL ständig neue Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Der Entwicklungsprozess kann zeitaufwändig und mit erheblichen Kosten verbunden sein und wird zunehmend durch regulatorische Vorschriften (z. B. die REACH-Verordnung) beeinflusst. Chemikalienvorschriften, die sich auf die Lederindustrie auswirken, entwickeln sich laufend weiter. TFL begegnet diesem Risiko mit der Entwicklung und Einführung neuer Produkte. Die TFL unterzieht ihre neuen Produkte und Dienstleistungen intensiven Tests und folgt einem klar definierten Prozess. Aufgrund der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist es jedoch nicht immer möglich, Beschwerden von Kunden zu vermeiden. Zur Minimierung dieses Risikos folgt die TFL einem Prozess zur Steuerung von Entwicklungsprojekten. Der Prozess wird laufend überprüft und ergänzt den Versicherungsschutz. Schutz von ProduktionEin Produktionsstandort oder ein wichtiger Bestandteil einer Produktionsanlage kann aufgrund von Maschinenschäden, vorbeugender Wartung, Streiks oder Unterbrechungen in der Lieferung von wesentlichen Rohstoffen oder Halbfabrikaten eine Zeit lang außer Betrieb sein. Darüber hinaus ist die Herstellung von chemischen Produkten mit Risiken behaftet, die mit der Produktion, Abfüllung, Lagerung und dem Transport von Rohstoffen, Fertigerzeugnissen und Abfällen verbunden sind. Die TFL schützt sich gegen diese Risiken durch interne Sicherungsmaßnahmen, Notfallpläne und geeignete Versicherungsprodukte. Mitarbeiter und soziale AngelegenheitenDer Erfolg der TFL hängt von ihren qualifizierten und motivierten Führungskräften und allen Mitarbeitern in leitenden Positionen ab. Wenn der Konzern diese Mitarbeiter verliert, geht wichtiges Know-how verloren oder wird möglicherweise für Wettbewerber verfügbar. Deshalb bietet die TFL ihnen eine wettbewerbsfähige Vergütung mit leistungsabhängigen Bestandteilen, Weiterbildungen und interessante Aufstiegschancen an. Internes Kontrollsystem und Risikomanagementsystem in Bezug auf den KonzernrechnungslegungsprozessHinsichtlich des Konzernrechnungslegungsprozesses sind die Strukturen, Prozesse und Organisationsabläufe so gestaltet, dass die Buchungseingaben für alle Geschäftsvorfälle zeitnah, standardisiert und korrekt erfolgen. Um wesentliche Fehler in diesem Prozess zu vermeiden, wird die monatliche Berichterstattung analysiert und überprüft. Die Überprüfungen werden von Group Finance koordiniert. Zusammenfassende Darstellung der Chancen- und RisikosituationDie Geschäftsführung ist der Ansicht, dass sich die Risikosituation der TFL-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht wesentlich verändert hat. Diese Einschätzung resultiert aus der gemeinsamen Beurteilung aller wesentlichen Einzelrisiken. Im Vergleich zum Vorjahr materialisierten sich einzelne Risiken zwar (z. B. Währungsschwankungen, Rohstoffpreiserhöhungen, Frachtkostenerhöhungen und Energiepreiserhöhungen), aber es bestanden keine Risiken, die allein oder in Kombination mit anderen Risiken den Fortbestand der TFL-Gruppe gefährden werden. PrognoseBei der Planung für das Geschäftsjahr 2023 ging die TFL-Gruppe von einem Rohölpreis von US-Dollar 96,92 pro Barrel und einem durchschnittlichen EUR/USD-Wechselkurs von 1,06 aus. 2022 lagen die Umsatzerlöse der TFL-Gruppe um €98,9 Mio. (29,6%) über den Vorjahresumsatzerlösen, jedoch immer noch unter Plan. Das EBITDA stieg 2022 auf €40,3 Mio., ein Anstieg um €0,3 Mio. (0,7%) gegenüber 2021 und lag aus den oben genannten Gründen deutlich unter Plan. Die Lage auf den Märkten und bei Unternehmen wird voraussichtlich auch im Jahr 2023 von hoher Unsicherheit geprägt sein. Der Russland-Ukraine-Krieg und die verschiedenen sich daraus ergebenden Konsequenzen werden sich weiterhin nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der TFL auswirken. Die aktuell weltweit hohe Inflation wird durch die steigenden Preisen für Erdgas und Öl befeuert und wirkt sich mittlerweile dämpfend auf das Wirtschaftswachstum aus. Als Reaktion erhöhen die Zentralbanken gerade die Zinssätze, was den privaten Konsum und die Verbraucherausgaben für Lederartikel wie Schuhe dämpfen könnte. Die Geschäftsführung überwacht kontinuierlich die Effizienz der Verwaltungstätigkeiten und Produktionsstandorte des Konzerns, um sicherzustellen, dass die Marktanforderungen auf die kosteneffizienteste Weise erfüllt werden. Darüber hinaus treibt die Geschäftsführung der TFL Digitalisierungs- und Kosteneffizienzprojekte weiter voran, die das Unternehmen in eine stärkere Position bringen werden. Der Erwerb des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien der LANXESS war für die TFL-Gruppe von grundlegender Bedeutung. Die Teams werden weiter zusammenarbeiten, um die beiden Geschäfte zu integrieren und den Kunden weltweit einen nahtlosen Service zu bieten. Die Synergie- und Kostenoptimierungsprojekte aus der Akquisition sind weitestgehend abgeschlossen, wobei weitere Möglichkeiten aus der Zusammenführung der Geschäfte derzeit entwickelt werden. Unter der Annahme, dass sich der Markt in der zweiten Jahreshälfte 2023 erholen wird, wird erwartet, dass sich die Umsatzerlöse 2023 in etwa auf dem Niveau von 2022 bewegen werden. Es wird erwartet, dass das EBITDA deutlich über 2022 liegen wird, indem die Kosteneffizienzen aus der Akquisition weiter realisieren werden. Die liquiden Mittel und der geplante operative Cashflow stellen sicher, dass alle Zahlungsverpflichtungen im Jahr 2023 erfüllt werden. Darüber hinaus bestehen nicht in Anspruch genommene und frei verfügbare Kreditlinien bei mehreren Banken in Höhe von insgesamt €42,0 Mio. (2020: €40,0 Mio.). Trotz anhaltender Investitionen und Mittelabflüsse für Kosten im Zusammenhang mit der Integration des Geschäfts mit organischen Lederchemikalien von LANXESS plant die TFL-Gruppe im Jahr 2023 einen zweistelligen Cash Conversion Prozentsatz zu erwirtschaften. Die TFL und die Chemiebranche allgemein sehen sich weiterhin neuen regulatorischen Anforderungen gegenüber. Die TFL ist nach wie vor an einem sehr wettbewerbsintensiven Markt tätig. Zu ihren Konkurrenten zählen sowohl große und mittelgroße als auch viele kleinere Unternehmen. Daraus können sich zusätzliche Marktchancen und -risiken für die TFL-Gruppe ergeben. Eine Schwankung des USD-Wechselkurses kann zu einem Anstieg oder einem Rückgang der auf Euro lautenden Umsatzerlöse und Kosten führen. Dieser Effekt wird teilweise durch die Verwendung geeigneter Finanzinstrumente ausgeglichen. Da die TFL-Gruppe als Global Player gilt, wird sie im nächsten Geschäftsjahr in einem Umfeld tätig sein, in dem sie viele Chancen ergreifen und einigen Risiken ausgesetzt sein wird. Die Geschäftsführung der TFL wird auch im Geschäftsjahr 2023 regelmäßig alle Risiken adressieren, die für die TFL-Gruppe relevant sind, und angemessene Maßnahmen ergreifen. GesamtaussageDie oben genannten Faktoren werden auch 2023 Einfluss auf den Markt haben. Die TFL wird geeignete Maßnahmen ergreifen, um weiterhin einer der beiden führenden Hersteller von Lederchemikalien zu bleiben. Es wird darauf hingewiesen, dass bei Aussagen zur Zukunft die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen in Bezug auf die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. 7. Nachhaltigkeit (ungeprüft)a. ÜberblickNachhaltigkeitsziele und -StrategienGemäß Abschlussbericht der Platform on Sustainable Finance vom März 2022 ist die Lederproduktion eine Wirtschaftstätigkeit, die im Kontext der EU-Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft fördert. Die TFL betrachtet verantwortlich produziertes Leder als nachhaltiges Material. Landwirte halten Kühe nicht zur Ledergewinnung sondern zur Fleisch- oder Milchproduktion, da der Wert der Tierhäute nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtwerts eines Tiers ausmacht. Somit stellen die Tierhäute ein Nebenprodukt der Fleisch- und Milchindustrie dar, das - sofern es nicht zu Leder verarbeitet wird - jährlich Millionen Tonnen von Müll verursachen und auf Deponien oder in Müllverbrennungsanlagen enden würde. Stattdessen erfahren die Häute ein "Upcycling" und werden zu Leder verarbeitet, ein leistungsfähiges, zeitloses, elegantes, vielseitiges und langlebiges Material. Die Geschäftsführung (Executive Board) betrachtet Nachhaltigkeit als eines der strategischen Schlüsselthemen der TFL-Gruppe, als Wachstums- und Wertetreiber sowie als einen integralen Bestandteil des Risikomanagements. Das Thema Nachhaltigkeit ist im Unternehmen fest verankert: Es ist nicht die Verantwortung einer bestimmten Funktion oder Abteilung, sondern es obliegt jeder einzelnen Funktion, Nachhaltigkeitsthemen aufzugreifen, zu steuern und voranzutreiben. Die TFL hat die folgenden Nachhaltigkeitsziele definiert:
Da die TFL dieses Jahr zum ersten Mal Angaben zur Nachhaltigkeit macht, wird der Konzern erstmals im KonzernNachhaltigkeitsbericht 2023 über den Fortschritt bei der Erreichung seiner Nachhaltigkeitsziele berichten. Mit Blick auf die Verfolgung dieser Ziele definiert der dem Aufsichtsrat der TFL International GmbH vorgelegte Geschäftsplan für die kommenden Jahre die "Nachhaltigkeitsoffensive" als strategisches Schlüsselthema der nächsten Jahre und sieht die folgenden Maßnahmen vor:
Wesentliche Themen2022 hat die TFL erstmals eine Wesentlichkeitsanalyse nach dem Konzept der doppelten Wesentlichkeit durchgeführt. Das Konzept der doppelten Wesentlichkeit basiert auf der Tatsache, dass ein Thema sowohl aus finanzieller als auch aus nicht-finanzieller Sicht wesentlich sein kann. Das bedeutet, dass die TFL einerseits die Auswirkungen umweltbezogener und sozialer Themen auf ihr Finanzergebnis und ihren Unternehmenswert steuern muss sowie andererseits auch die Auswirkungen ihrer Geschäftsaktivitäten auf Menschen, Gesellschaft und die Umwelt. Die TFL hat die folgenden wesentlichen Themen identifiziert:
Im Folgenden wird näher beleuchtet, wie die TFL diese wesentlichen Themen adressiert. b. Unternehmerisches HandelnDie TFL hat es sich zum Ziel gesetzt, als "guter Bürger" zur Gesellschaft beizutragen - sicher, sauber und unter Einhaltung aller geltenden Regelungen. Die TFL achtet im Rahmen ihres unternehmerischen Handelns sämtliche anzuwendenden Gesetze und Unternehmensregeln und verlangt dies auch von ihren Managern, Mitarbeitern und Dritten entsprechend. Um dies zu erreichen hat der Konzern ein umfassendes Compliance-Programm aufgelegt, das Verstöße gegen Gesetze und Unternehmensregeln verhindern und aufdecken und, sofern erforderlich, Abhilfemaßnahmen zur Verhinderung künftiger Verstöße umsetzen soll. Der Global Compliance Officer ist für die allgemeine Umsetzung, Überwachung und Koordinierung des Compliance-Programms verantwortlich. Ihm obliegen die Planung, Durchführung und Überwachung regelmäßiger Prüfungen und die Anleitung von Untersuchungen. Der Global Compliance Officer ist in dieser Hinsicht befugt, jedem Mitglied der Compliance-Organisation, die sich aus den lokalen Compliance Officern in den TFL-Tochtergesellschaften, dem Compliance-Ausschuss und dem externen Ombudsmann zusammensetzt, Anweisungen zu erteilen. Der Global Compliance Officer berichtet an das Executive Board, führt Untersuchungen und Prüfungen jedoch unabhängig durch. Im Fall bedeutender Compliance-Verstöße wird das Management unverzüglich und detailliert vom Global Compliance Officer informiert. Zusätzlich tragen interne Prüfungen und externe Versicherungsgutachten dazu bei, die Compliance im Konzern sicherzustellen. Die Business Conduct Guidelines der TFL sind das Kernelement des Compliance-Programms und integraler Bestandteil der TFL-Unternehmenskultur. Sie sind ein Katalog grundlegender rechtlicher, geschäftlicher und ethischer Standards, zu deren Einhaltung sich die TFL-Gruppe verpflichtet. Die Business Conduct Guidelines definieren die soziale Verantwortung der TFL und formulieren die Standards, die von Management, Mitarbeitern und allen Vertragspartnern der TFL-Gruppe einzuhalten sind, um den Ruf der TFL als renommiertes Unternehmen auf dem Markt zu schützen, das ihre Geschäfte ethisch, fair, ehrlich und in voller Übereinstimmung mit einschlägigen Gesetzen und Vorschriften führt. Neben anderen Themen behandeln die Business Conduct Guidelines der TFL die Bereiche Antikorruption, Geldwäsche, Datenschutz sowie Umwelt-, Wettbewerbs- und Arbeitsrecht. Ferner enthalten sie Verfahrensregeln, die konkrete Hinweise für das richtige unternehmerische Handeln im Hinblick auf Sponsoring, Spenden und Geschenke liefern. Alle bestehenden Mitarbeiter weltweit werden zum Compliance-Programm und den zugehörigen detaillierten Business Guidelines geschult. Neue Mitarbeiter unterlaufen diese Schulungen im Zuge der Einarbeitung in Form von Online-Compliance-Trainings. In Bezug auf Compliance überwacht die TFL die folgenden quantitativen Informationen:
c. MitarbeiterDie TFL hat es sich zum Ziel gesetzt, ihren Mitarbeitern einen sicheren und attraktiven Arbeitsplatz zu bieten. Hochqualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter sowie effektive Teamarbeit sind die Voraussetzungen dafür, dass der Konzern seine finanziellen und nicht-finanziellen Ziele erreicht. Demnach konzentriert sich die TFL auf die folgenden Kernpunkte:
MitarbeiterstrukturEnde 2022 beschäftigte die TFL-Gruppe insgesamt 1.081 Mitarbeiter, die in der nachfolgenden Tabelle nach Region, Geschlecht und Alter aufgeschlüsselt sind:
Ende 2021 beschäftigte die TFL-Gruppe insgesamt 1.119 Mitarbeiter, die in der nachfolgenden Tabelle nach Region, Geschlecht und Alter aufgeschlüsselt sind:
Der Konzern greift auf Zeitarbeitskräfte zurück, wobei die meisten den Produktionsbetrieb in Indien unterstützen:
Zum Ende der Berichtsperiode 2022 beschäftigte die TFL 23 Mitarbeiter mit Behinderung, die in der nachfolgenden Tabelle nach Region und Geschlecht aufgeschlüsselt sind:
Zum Ende der Berichtsperiode 2021 beschäftigte die TFL 22 Mitarbeiter mit Behinderung, die in der nachfolgenden Tabelle nach Region und Geschlecht aufgeschlüsselt sind:
MitarbeitervergütungDie TFL bietet ihren Mitarbeitern eine markt- und leistungsorientierte Vergütung, bei der auch Faktoren wie der getragenen Verantwortung sowie individuellen Fähigkeiten, Erfahrung und Erfolg Rechnung getragen wird. Nach lokalem Recht und in Gesamtbetriebsvereinbarungen definierten Mindeststandards wird stets Rechnung getragen. Alter, Geschlecht und kultureller Hintergrund spielen bei Vergütungsentscheidungen keine Rolle. Das Verhältnis des Jahresgrundgehalts der am höchsten bezahlten Person zum Median der Jahresgrundgehälter aller Mitarbeiter (ausgenommen der am höchsten bezahlten Person) als gewichteter Durchschnitt nach Tochtergesellschaft lag 2022 bei 4.85x und 2021 bei 4.63x. Durchschnittlich wurde 100% der TFL-Mitarbeiter 2022 und 87% der TFL-Mitarbeiter 2021 eine Vergütung bezahlt, die laut Definition die Voraussetzungen für einen "fairen Lohn" erfüllen. In diesem Zusammenhang wird "fairer Lohn" definiert als eine Vergütung, die höher ist als 50% des Durchschnittslohns im Land der jeweiligen Tochtergesellschaft. Der Prozentsatz an TFL-Mitarbeitern, der über Unternehmens- oder staatliche Programme zur Inanspruchnahme von Leistungen der sozialen Sicherheit berechtigt ist, belief sich im Jahr 2022 auf 100% und im Jahr 2021 auf 99%. Der Prozentsatz der gesamten Mitarbeiter, die von Tarifverträgen abgedeckt sind, lag 2022 bei 73% und 2021 bei 71%. Der Begriff "Tarifverträge" ist in diesem Kontext weit gefasst und umfasst sowohl Vereinbarungen mit Gewerkschaften als auch Vereinbarungen mit offiziellen Mitarbeitervertretern wie Betriebsräten. LeitungsorganDas Geschäft der TFL basiert auf einer globalen funktionalen Struktur, in der die Geschäftsführung (Executive Board) zusammen mit den Global Heads der jeweiligen Funktionen, die den einzelnen Mitgliedern des Executive Board direkt unterstellt sind, als "Leitungsorgan" betrachtet wird. Die folgende Tabelle zeigt die Diversität des Leitungsorgans nach Region, Geschlecht und Alter zum Geschäftsjahresende 2022:
Die folgende Tabelle zeigt die Diversität des Leitungsorgans nach Region, Geschlecht und Alter zum Geschäftsjahresende 2021:
d. ProduktionsstandorteDie TFL verfügt über Produktionsstandorte für Chemikalien in Frankreich, Italien, Deutschland, China, Indien und Brasilien. Die größten Produktionsstandorte sind nach ISO 14001 und einige Produktionsstandorte nach ISO 45001 zertifiziert. Ab dem 1. Juni 2021 enthalten die unten dargestellten Daten das von LANXESS übernommene Geschäft mit organischen Lederchemikalien. Gesundheitsschutz und ArbeitssicherheitGesundheitsschutz und Arbeitssicherheit genießen bei der TFL oberste Priorität. Für alle Produktionsstätten werden umfassende Beurteilungen allgemeiner Risiken durchgeführt, die alle Risiken, denen die Produktionsstätten unterliegen, abdecken, beispielsweise Brandrisiken, Risiken in Zusammenhang mit der chemischen Verarbeitung, operative Risiken (z. B. Einsatz von Gabelstaplern) und Umweltrisiken. Die Umsetzung der Präventivmaßnahmen wird in regelmäßigen Abständen im Rahmen interner und externer Audits überprüft. Zudem unterliegen insbesondere die europäischen und chinesichen Produktionsstandorte der TFL umfangreichen staatlichen Kontroll- und Genehmigungsmechanismen. Die Geschäftstätigkeit der TFL unterliegt weltweit denselben hohen Standards, die womöglich über die lokalen Normen einiger außereuropäischer Länder hinausgehen. In den Jahren 2022 und 2021 kam es an keinem der Produktionsstandorte der TFL zu signifikanten Vorfällen oder Durchsetzungsmaßnahmen. In einer hohen Risiken unterliegenden Branche wie der chemischen Industrie ist Arbeitssicherheitsmanagement von wesentlicher Bedeutung. Der CEO verantwortet die Leitung der Verbesserung der Arbeitssicherheit im Unternehmen und wird dabei vom Global Head of Production und dem Global Head of Engineering and EHS unterstützt. Gemeinsam legen sie Richtlinien und Ziele fest, treiben Verbesserungen durch die lokalen Teams voran und messen und überwachen die Leistung. Über die Sicherheitsleistung wird der Geschäftsführung (Executive Board) und dem Aufsichtsrat monatlich Bericht erstattet. Die von der TFL gewählte Methode für die Analyse der Risiken in Zusammenhang mit der chemischen Verarbeitung nennt sich HAZOP (HAZard and OPerability) und ist international als Standard IEC 61882 anerkannt. Die TFL ist in der chemischen Industrie tätig. Diese Branche unterliegt wesentlichen Umweltrisiken. Das bedeutendste Risiko, dem die TFL ausgesetzt ist, ist das Austreten einer bedeutenden Menge von Gefahrstoffen an einer der Anlagen in die Umwelt. Dies würde negative Schlagzeilen und behördliche Durchsetzungsmaßnahmen zur Folge haben. Diese Maßnahmen könnten zu einer Zwangsschließung des betreffenden Standorts führen und möglicherweise eine Geschäftsunterbrechung nach sich ziehen. Die TFL ist in der Steuerung dieser Risiken erfahren und hat technische und operative Maßnahmen ergriffen, beispielsweise Überprüfungen der technischen Sicherheit, Kontrollen von Behältern auf Unversehrtheit, Bereitstellung von sekundären Sicherheitsbehältern für die Lagerung von Gefahrstoffen sowie die Erfordernis geschulter und qualifizierter operativer Teams. Im Mai 2020 beauftragte die TFL eine bekannte Beratungsgesellschaft mit der Durchführung einer eingehenden Prüfung der Umwelt-, Gesundheitsschutz- und Arbeitssicherheitsrisiken an den Produktionsstandorten. Im Rahmen der Beurteilung wurden keine wesentlichen Themen identifiziert. Die TFL führt solche umfangreichen externen Beurteilungen im Abstand von drei bis fünf Jahren durch. In Bezug auf Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit überwacht die TFL die folgenden quantitativen Informationen:
Energie und CO2-EmissionenDie Produktion von Lederchemikalien kann als energieintensiv eingestuft werden. Da der Verbrauch von Energie zum Ausstoß von Treibhausgasen, insbesondere von CO 2 führt, trägt die TFL Verantwortung im Hinblick auf Klimawandel und Umwelt. Die fortlaufende Verbesserung der Energieeffizienz ist für die TFL sowohl unter dem Gesichtspunkt der Verantwortung als auch unter dem Aspekt der Profitabilität ein wichtiges Thema. Der Global Head of Engineering and EHS und der Global Head of Production, zusammen mit den ihm direkt unterstellten Mitarbeitern an den lokalen Produktionsstandorten, sind verantwortlich für die Durchführung von Projekten zur Verringerung des Energieverbrauchs, deren Fokus oft auf Prozessoptimierung und energieeffizienten Anlagen liegt. Sie sind auch dafür verantwortlich sicherzustellen, dass sich das gesamte Team an den Produktionsstandorten der Bedeutung der Energieeffizienz bewusst ist, damit es aktiv zur Verringerung des Energieverbrauchs beitragen kann. Sofern es realisierbar und wirtschaftlich vertretbar ist, optimiert die TFL ihren Energiemix dahingehend, dass er einen höheren Anteil an erneuerbaren Energien enthält. Aktuelle Beispiele hierfür sind unter anderem die Installation von Solarpaneelen zur Stromerzeugung an den Produktionsstandorten in Hyderabad, Indien, und Medicina, Italien. Der von diesen Paneelen erzeugte Strom verringert die CO 2-Belastung dieser TFL-Standorte und kompensiert einen Teil der lokalen Stromkosten. In Bezug auf Energie und CO 2-Emissionen überwacht die TFL die folgenden quantitativen Informationen:
(3) Extern eingekauftes Erdgas,
einschließlich komprimiertes Erdgas oder
flüssiges Erdgas.
(5) Extern eingekaufter Dampf.
(6) Extern eingekaufte Druckluft.
(7) Auf Holz zurückzuführender
Energieverbrauch, beispielsweise verbrannte Paletten.
WasserWasser ist eine wesentliche Ressource in der Produktion von Lederchemikalien. Es wird als Lösungsmittel in den Produkten, als Kühlwasser sowie für die Reinigung eingesetzt. Da Wasser eine knappe Ressource ist, hat sich die TFL verpflichtet, verantwortungsvoll damit umzugehen und die Wasserentnahme, wann immer es möglich ist, zu reduzieren. Das gesamte Abwasser der TFL durchläuft einen Wasseraufbereitungsprozess, bevor es in die Natur oder den Wasserkreislauf zurückgeführt wird. In Bezug auf Wasser überwacht die TFL die folgenden quantitativen Informationen:
(3) Wasser, das aus unterirdischen Formationen
gewonnen werden kann und darin gehalten wird.
Die Differenz zwischen der Gesamtwasserentnahme einerseits und dem Gesamtdurchlaufwasser und der Abwassereinleitung andererseits ist auf die Einbringung von Wasser in Verkaufsprodukte, die Verdampfung bei der Produktion von Pulverprodukten und die Verwendung von Wasser für die Gartenarbeit an den Standorten zurückzuführen. Die entsprechenden Mengen werden überwacht. AbfallBei der Produktion von Lederchemikalien entstehen ungefährliche und gefährliche Abfälle. Das oberste Ziel ist es, Abfall stets zu vermeiden. Ist dies jedoch nicht möglich, werden mögliche Recyclingoptionen untersucht. Restabfall wird verantwortungsbewusst entsorgt. In Bezug auf Abfall überwacht die TFL die folgenden quantitativen Informationen:
(1) Sämtlicher Abfall, der nicht unter die
Definition von "gefährlicher Abfall" fällt.
e. ProduktportfolioProduktsicherheitProduktsicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements der TFL. Rechtsvorschriften und Regelungen zur Sicherheit chemischer Stoffe werden laufend verschärft. Zu den für die TFL maßgeblichen Vorschriften und Regelungen zählen beispielsweise das Verzeichnis der Stoffe mit eingeschränkter Verwendung (Restricted Substances List - "RSL") von Kunden, Vorschriften zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe ("REACH") in Europa, neue REACH-artige Rechtsvorschriften in zahlreichen anderen Ländern (wie der Türkei und Südkorea) und der Toxic Substances Control Act ("TSCA") in den USA. Die Rechtsvorschriften und Regelungen sind kleinteilig, spezifisch für bestimmte Kunden und weltweit unterschiedlich. Zusätzliche Komplexität entsteht durch die mehrstufige Wertschöpfungskette, in der die Produkte der TFL zum Einsatz kommen, sowie durch die Vorgabe, dass die TFL die Stoffsicherheit und das Nichtvorhandensein von Verunreinigungen entlang der Wertschöpfungskette in verschiedenen Einsatzbereichen und an diversen Einsatzorten gewährleisten muss. Die TFL betreibt erheblichen Aufwand, um die Sicherheit all ihrer Produkte zu gewährleisten und nachzuweisen. Zudem behält die TFL regulatorische Entwicklungen im Auge und aktualisiert ihre Produkte laufend, um bedenkliche Stoffe bei Bedarf zu entfernen. Die Weiterentwicklung der REACH-Verordnung in der Chemiebranche wird sich fortsetzen. Alle Produkte der TFL, die derzeit in Europa hergestellt oder in Vertrieb gebracht werden, sind vorschriftsgemäß registriert, um das langfristige Marktpotenzial der TFL, insbesondere im Bereich ihrer Kernkompetenzen, zu sichern. 2022 intensivierte die TFL ihre Arbeit in den Foren zum Austausch von Stoffinformationen (Substance Information Exchange Forums - "SIEF") weiter, mit der sie im Jahr 2010 begonnen hat. Für jeden einzelnen Stoff traf das jeweilige SIEF Vorkehrungen für die Registrierung erforderlichen Versuche und wertete die Versuche aus. Die TFL reichte die für die zur Registrierung erforderlichen REACH-Registrierungsdossiers für Stoffe, die in Mengen von 100 bis 1.000 Tonnen pro Jahr in Vertrieb gebracht werden, bis Ende des Jahres 2013 ein. Alle anderen Stoffe wurden bis Ende Mai 2018 registriert. Die Registrierung neuer Materialien, die künftig in Vertrieb gebracht werden sollen, sowie die Nachverfolgung aktueller Registrierungen stellen weiterhin eine wesentliche Tätigkeit der TFL dar. Die TFL ist aktives Mitglied der Initiative Zero Discharge of Hazardous Chemicals ("ZDHC"). Das Roadmap to ZeroProgramm der ZDHC ist die weltweit führende Initiative, um den Einsatz von sichereren Chemikalien in den Wertschöpfungsketten in der Modebranche voranzutreiben. Mit seiner Manufacturing Restricted Substances List ("MRSL") setzt es einen branchenweiten Standard. Die MRSL führt mehr als 150 Chemikalien auf, auf deren bewussten Einsatz in den für die Lederherstellung verwendeten Chemieprodukten verzichtet werden soll. Die TFL ist Level 1- und Level 2-ZDHC-zertifiziert, was die MRSL-Konformität des gesamten Produktportfolios der TFL bestätigt (als einer von wenigen Marktteilnehmern). Darüber hinaus hat die TFL als eines der ersten Unternehmen innerhalb der Branche die höchste ZDHC-Zertifizierung, Level 3, für ihre Fertigungsanlagen und Produkte erlangt. Die Level 3-Zertifizierung validiert die Prozesse der TFL in allen wesentlichen Aspekten der nachhaltigen Herstellung von Chemikalien wie z. B. Überwachung des Chemikalienmanagements, Maßnahmen im Bereich Produktverantwortung, Auswahl und Beurteilung von Rohstoffen, Chemikalienherstellung im Hinblick auf EHS sowie Kommunikation sicherheitsrelevanter Informationen an Kunden und Marken. Die ZDHC-Zertifizierungen bedeuten eine hohe Anerkennung für das Engagement der TFL, innerhalb der Branche einem Höchstmaß an Produktsicherheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Zum Geschäftsjahresende 2022 haben 88% der Produkte des globalen Produktportfolios der TFL die ZDHC-Gateway-Level 3-Zertifizierung erlangt. Derzeit läuft eine Rezertifizierung, die im dritten Quartal 2023 abgeschlossen werden soll, woraufhin über 98% des Portfolios in den Geltungsbereich des Zertifikats fallen sollen. ProduktinnovationenInnovation ist für die TFL ein zentraler Faktor, um das Ledergeschäft sicher in eine regenerative Zukunft zu führen. Neue Geschäftsentwicklungen erfordern neue Denkansätze außerhalb der bisherigen Norm. Die TFL schafft intern Raum und Ressourcen für neue, nachhaltige Geschäftsideen und ist auch offen, diese zu verfolgen, sofern sie nicht im Widerspruch zu den Interessen der Lederbranche stehen. Die TFL ist Partnerschaften eingegangen, um neue Materiallösungen auf Basis von natürlichen Rohstoffen zu entwickeln, und stellt der Gerbereibranche als Lösungsanbieter Recycling- und Upcyclingtechnologiekonzepte zur Verfügung, um Mehrwert aus Nebenprodukten des Lederherstellungsprozesses zu generieren. Die TFL ist überzeugt, dass die Fokussierung auf regenerative Geschäftskonzepte auch zahlreiche neue Geschäftschancen für die Lederbranche eröffnet. Ein Beispiel aus dem Portfolio nachhaltiger Produkte der TFL ist MAGNOPAL® Pure A, ein im Jahr 2020 eingeführtes umweltfreundliches, filmbildendens Biopolymer auf Basis pflanzlicher Biomasse. Es wird mit nachhaltigen chemischen Substanzen hergestellt und ist folglich acrylat-, formaldehyd-, phenol- und naphtalinfrei. Es wurde nicht nur als Ersatz für Polymere auf Basis von fossilen Brennstoffen entwickelt, sondern bietet auch interessante wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten für eine Vielzahl unterschiedlicher Lederartikel. MAGNOPAL® Pure A ist ein wichtiger Einsatzstoff im Wet-End-Prozess. Ein anschauliches Beispiel der Bemühungen, die die TFL in Richtung Kreislaufwirtschaft unternimmt, ist das modulare Anlagenkonzept ReeL (ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien) - ein nachhaltiges Recyclingkonzept für Gerbereien. Gerbereien können damit Falzspäne aus der Lederherstellung direkt vor Ort wiederverwerten und daraus vollautomatisch Nachgerbstoffe der Marke X-Biomer produzieren. Mit diesem Ansatz werden die für den Transport der Materialien an Recyclingfirmen oder ihre Entsorgung anfallenden Kosten vollständig eliminiert. Um es sowohl den Technikern als auch den Kunden der TFL zu ermöglichen, die passenden Produkte mit der richtigen Leistung und dem geeigneten Anteil an biobasierten Inhaltsstoffen für ihre Artikel zu wählen, hat die TFL eine Positivliste erstellt, die alle TFL-Produkte aufführt, die nachwachsende Rohstoffe enthalten. Eine beträchtliche Anzahl an Wet-End-Produkten enthält große Mengen an erneuerbaren Bestandteilen. Die natürlichen Rohstoffe können aus Protein-Hydrolysaten tierischen Ursprungs zur Verbesserung der Fülle, aus pflanzlichen Raps- und Lecithinölen als Weichmacher für das Leder und aus Zellulose zur Herstellung von Biopolymeren mit hervorragenden Straffeigenschaften gewonnen werden. Veredelungsprodukte enthalten natürliche Bestandteile wie Kaseine, natürliche Öle, Wachse und Nitrozellulose. Zuckerstoffe, die beispielsweise aus Maisstärke gewonnen werden, sind eine wichtige Gruppe nachwachsender Rohstoffe, die in PolyurethanDispersionen oder Isocyanat-Vernetzungen zum Einsatz kommen. Diese relativ neue Technologie ermöglicht es der Lederbranche nun, nicht nur elegante und klassische Lederartikel mit Kasein- und Politurveredelungen, sondern auch strapazierfähige Lederartikel wie Automobilleder zu entwickeln. Neben der Positivliste hat die TFL auch ein Kalkulationstool entwickelt, das den aus nachwachsenden Rohstoffen bestehenden Anteil an biobasierten Inhaltsstoffen einer Rezeptur je nach Dosierung automatisch berechnet. Die TFL geht davon aus, dass diese Instrumente Transparenz über den wahren Bio-Anteil von Leder schaffen und zu einem besseren Verständnis von Leder als nachhaltigem Material führen. Zum Geschäftsjahresende 2022 umfasste die Positivliste 98 Produkte mit einem Anteil an biobasierten Inhaltsstoffen von mindestens 50%. Im Geschäftsjahr 2022 entfielen 4% der Konzernumsatzerlöse auf Produkte mit einem Anteil an biobasierten Inhaltsstoffen von mindestens 50%. f. Branchenbeziehungen und ÖffentlichkeitsarbeitAls einer der weltweit führenden Hersteller von Lederchemikalien in einem äußerst fragmentierten Ledermarkt mit zahlreichen mittelständischen und kleinen Akteuren ist die TFL überzeugt, dass der Produktion von nachhaltigem Echtleder eine blühende Zukunft bevorsteht, sofern alle an der erweiterten Lieferkette Beteiligten zusammen auf dieses gemeinsame Ziel hinarbeiten. Die TFL erkennt die wichtige Rolle an, die sie innerhalb der Lederbranche hat, und ist davon überzeugt, dass ein aktives Engagement in zahlreichen Branchenverbänden der beste Weg ist, um ein starkes "branchenweites Bündnis für Nachhaltigkeit" zu schließen. Die TFL ist aktives Mitglied der Leather Working Group ("LWG"), einer gemeinnützigen Organisation, die für die weltweit führende Umweltzertifizierung der Lederherstellungsbranche verantwortlich ist. Die LWG hat über 1.300 Mitglieder aus der gesamten Lederlieferkette, darunter Marken, (Einzel-)Händler, Gerbereien sowie Hersteller und Anbieter von Chemikalien, Maschinen und Prüfungen. Sie hat Branchenstandards und Prüfverfahren zur Bewertung der Umweltleistung von Lederproduktionsstätten festgelegt. Die LWG führt zudem Audits von Lederproduktionsstätten durch und erteilt eine Zertifizierung, sofern die Branchenstandards erfüllt sind. Das Executive Committee der LWG setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, davon vier Vertreter der auditierten Lederhersteller, vier Markenvertreter und ein Lieferantenvertreter. Seit April 2021 ist ein Senior Manager der TFL der Lieferantenvertreter des Executive Committee der LWG, was beweist, wie stark sich die TFL in der Organisation engagiert. Die TFL unterstützt und ist Mitglied von Leather Naturally, einem gemeinnützigen Industrie-Mitgliedsverband, der sich auf die Bereitstellung von Informationen zu und die Förderung des Einsatzes von weltweit hergestelltem nachhaltigem Leder konzentriert. Er ist bestrebt, Designer, Produzenten und Verbraucher über die Schönheit, Qualität und Vielseitigkeit von Leder zu informieren und sie diesbezüglich zu inspirieren. Leather Naturally ist davon überzeugt, dass verantwortungsvoll, mithilfe effizienter und moderner Verarbeitungsmethoden hergestelltes Leder eine wertvolle Alternative für erdölbasierte Erzeugnisse wie Kunststoff (z.B. PVC, Polyester) ist. Darüber hinaus fördert Leather Naturally Best Practices, die darauf abzielen, eine Kreislaufwirtschaft im Lederherstellungsprozesses zu etablieren. Die TFL ist in hohem Maße im Verband engagiert, da zwei Senior Manager der TFL Positionen im Aufsichts- und Verwaltungsrat von Leather Naturally innehaben. Des Weiteren gehört die TFL zu den Gründungsmitgliedern und Förderern von One4Leather, einer dedizierten branchenweiten Kampagne, die sich auf den Einsatz von Leder in Automobilinnenraumanwendungen konzentriert. Neben diesen großen Brancheninitiativen ist die TFL Mitglied und Förderer zahlreicher lokaler Branchenverbände auf der ganzen Welt, die auf das gemeinsame Ziel einer verantwortungsvollen chemischen Produktion sowie nachhaltigen Lederherstellung hinarbeiten.
Rheinfelden, 15. Februar 2023 TFL International GmbH Geschäftsführer Dr. Wolfgang Schütt Richard J. Fenton Henrik Pedersen TFL International GmbH Peter-Krauseneck-Straße 16 79618 Rheinfelden (Baden)Bericht des Aufsichtsrates an die Gesellschafterversammlung zum Geschäfts- und Konzerngeschäftsjahr 2022Der Aufsichtsrat der TFL International GmbH nahm die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag obliegenden Aufgaben wahr. Er ließ sich während des Berichtszeitraumes in mindestens vier Sitzungen mit den führenden Mitgliedern des Aufsichtsrates und durch Vorlage von Berichten umfassend über den Gang der Geschäfte sowie die Lage der Gesellschaft, die Lage des Konzerns und grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik berichten. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung der TFL International GmbH überwacht und die Entscheidungen getroffen, die ihm nach Gesetz und Gesellschaftsvertrag übertragen sind. Der Jahresabschluss und der Konzernabschluss sowie der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022 sind von der zum Abschlussprüfer bestellten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft worden. Im Ergebnis der Prüfung wurde jeweils der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. Der Aufsichtsrat stimmt den Prüfungsergebnissen des Abschlussprüfers zu. Der Aufsichtsrat hat den von der Geschäftsführung vorgelegten Jahresabschluss und Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis der Prüfung sind Einwendungen nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat billigt den Jahresabschluss 2022 und den Konzernabschluss 2022 und schlägt der Gesellschafterversammlung vor, diese festzustellen. Der Aufsichtsrat dankt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Konzerngesellschaften sowie der Geschäftsführung der TFL International GmbH für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und spricht allen Beteiligten seine Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit aus.
Rheinfelden (Baden), den 25. April 2023 TFL International GmbH Vorsitzender des Aufsichtsrates TFL International GmbHmit Sitz in Rheinfelden (Baden), HRB 413595Mitteilung gemäß § 328 Abs. la Satz 1 HGBDer Konzernabschluss der TFL International GmbH zum 31. Dezember 2022 wurde durch die Gesellschafterversammlung am 25. April 2023 gebilligt.
Rheinfelden (Baden), den 26. April 2023 TFL
International GmbH
Dr. Wolfgang Schütt, Geschäftsführer Richard Fenton, Geschäftsführer |
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