DST Dräxlmaier Systemtechnik GmbH
Selbe AdresseHerstellung von militärischen Kampffahrzeugen
Grundlegende Informationen zum Unternehmen
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Öffentliche Bekanntmachungen aus dem Handelsregister
Gesetzliche Vertreter dieser Organisation
| Name | Rolle |
|---|---|
Andre Kremsreiter seit 19.2.2024 | Prokura |
Jan Kristof Reblin seit 16.11.2023 | Geschäftsführer |
Otmar Anton Rauchensteiner seit 16.11.2023 | Geschäftsführer |
Rupert Feischl seit 18.11.2022 | Geschäftsführer |
Natürliche Personen, die das Unternehmen letztendlich besitzen oder kontrollieren – ermittelt durch Auflösen der Gesellschafterkette
| Name | Anteil |
|---|---|
| 100.00% |
Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
1 Gesellschafter
GmbH-Struktur
Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
| Posten |
|---|
Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
Fritz Dräxlmaier GmbH & Co.KGVilsbiburgKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.20211.1 Bilanz 1.2 Gewinn- und Verlustrechnung 1.3 Überleitung zum Gesamtergebnis der Periode 1.4 Kapitalflussrechnung 1.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung 1.6 Anhang Anhang Anlagen zum Anhang 1.7 Lagebericht 1.1 BilanzAKTIVA
PASSIVA
1.2 Gewinn- und Verlustrechnung
1.3 Überleitung zum Gesamtergebnis der Periode
1.4 Kapitalflussrechnung
Im Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit sind enthalten: Erhaltene Steuern: EUR 5,6 Mio (Vorjahr: EUR 1,3 Mio); Gezahlte Steuern: EUR 44,3 Mio (Vorjahr: EUR 22,8 Mio). 1.5 Eigenkapitalveränderungsrechnung
1.6 AnhangInhaltsverzeichnis Grundlagen der Rechnungslegung Erläuterungen zur Bilanz Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Sonstige Angaben Anlagen zum Anhang Grundlagen der Rechnungslegung Allgemeine Angaben Nicht vorzeitig angewandte Standards/Interpretationen Erstmalige Anwendung von Standards Konsolidierungskreis Konsolidierungsgrundsätze Währungsumrechnung Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Erläuterungen zur Bilanz (1) Immaterielle Vermögenswerte (2) Nutzungsrechte (3) Sachanlagen (4) Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte (5) Vorräte (6) Vertragskosten (7) Vertragliche Vermögenswerte und Vertragliche Verbindlichkeiten (8) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (9) Sonstige Forderungen und Vermögenswerte (10) Zahlungsmittel (11) Eigenkapital (12) Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital (13) Rückstellungen für Pensionen und Ähnliches (14) Übrige langfristige Rückstellungen (15) Langfristige Finanzschulden (16) Übrige langfristige Verbindlichkeiten (17) Übrige Rückstellungen (18) Kurzfristige Finanzschulden (19) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (20) Übrige Verbindlichkeiten (21) Sonstige Angaben Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (22) Umsatzerlöse (23) Andere aktivierte Eigenleistungen (24) Aktivierte Vertragskosten (25) Sonstige betriebliche Erträge (26) Materialaufwand (27) Personalaufwand (28) Sonstige betriebliche Aufwendungen (29) Zinsergebnis (30) Aufwand aus der Ergebniszurechnung von strukturierten Personengesellschaften (31) Übriges Finanzergebnis (32) Ertragsteuern Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung (33) Kapitalflussrechnung Sonstige Angaben (34) Forschungs- und Entwicklungskosten (35) Finanzinstrumente, Sicherungspolitik und Finanzderivate (36) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen (37) Honorare des Abschlussprüfers (38) Gesellschafter der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG (39) Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB (40) Nachtragsbericht (41) Sonstige Angaben Anhangder DRÄXLMAIER GroupDie Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG mit Sitz in 84137 Vilsbiburg/Deutschland, Landshuter Straße 100, ist das Mutterunternehmen der DRÄXLMAIER Group. Die Firma wird im Handelsregister A beim Amtsgericht Landshut unter der Nummer HRA 7567 geführt. Die DRÄXLMAIER Group ist System- und Entwicklungspartner der internationalen Automobilindustrie. Sie entwickelt, fertigt und vertreibt Bordnetz- und Batteriesysteme, exklusives Interieur und zentrale Elektrik- und Elektronikkomponenten mit klarer Ausrichtung auf das automobile Premiumsegment. Die Produktion konzentriert sich überwiegend auf Fertigungsstätten in Osteuropa, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika und im asiatischen Raum. Forschung und Entwicklung werden neben dem Standort Vilsbiburg in verschiedenen Entwicklungsbüros weltweit betrieben. Grundlagen der Rechnungslegung Allgemeine Angaben Der Konzernabschluss der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG zum 31. Dezember 2021 wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Mit Ausnahme von IFRS 15-bedingten Umgliederungen von Rückstellungen und Verbindlichkeiten in die übrigen Verbindlichkeiten sind die Vorjahreszahlen nach den gleichen Grundsätzen ermittelt worden. Die Anforderungen der IFRS, welche in der EU anzuwenden sind, wurden vollständig erfüllt und führen zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG. Es wurden alle am Bilanzstichtag verpflichtend anzuwendenden Standards sowie die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) beachtet. Der Konzernabschluss befreit in der vorliegenden Fassung von der Pflicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses nach den deutschen Rechnungslegungsvorschriften. Dazu wurde der Konzernabschluss gemäß § 315e des Handelsgesetzbuchs (HGB) um die erforderlichen Erläuterungen sowie den Konzernlagebericht ergänzt. Das Geschäftsjahr der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG entspricht dem Kalenderjahr. Der Konzernabschluss ist in Euro aufgestellt. Alle Beträge einschließlich der Vorjahreszahlen werden, sofern nicht anders angegeben, in Millionen Euro (EUR Mio) ausgewiesen. Durch Rundungsdifferenzen können geringfügige Abweichungen in der Darstellung einzelner Beträge innerhalb des Berichts auftreten. Nicht vorzeitig angewandte Standards/Interpretationen Das IASB hat die nachfolgend genannten Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards veröffentlicht, deren Anwendung aber noch nicht für das Geschäftsjahr 2021 verpflichtend ist. Eine vorzeitige Anwendung im Konzernabschluss der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG ist nicht erfolgt. Soweit nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen auf den Konzernabschluss derzeit geprüft.
2 Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen.
a) EU Endorsement ist bereits erfolgt IFRS 17 - Versicherungsverträge Der neue Standard IFRS 17 ersetzt IFRS 4 und macht damit erstmals einheitliche Vorgaben für den Ansatz, die Bewertung, die Darstellung und die Anhangangaben zu Versicherungsverträgen, Rückversicherungsverträgen sowie Investmentverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung. Nach dem Bewertungsmodell des IFRS 17 werden Gruppen von Versicherungsverträgen bewertet, und zwar basierend auf dem Erwartungswert abgezinster Zahlungsströme mit einer expliziten Risikoanpassung für nicht finanzielle Risiken sowie einer vertraglichen Servicemarge, die zu einem Gewinnausweis entsprechend der Leistungserbringung führt. Die Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderung IFRS 16 - COVID-19-bezogene Mieterleichterungen nach dem 30. Juni 2021 IFRS 16 enthält Regelungen hinsichtlich der Abbildung bei Änderungen von Leasingzahlungen (u.a. Mietzugeständnisse) beim Leasingnehmer. Der Leasingnehmer hat grundsätzlich für jeden Mietvertrag zu prüfen, ob die gewährten Mietzugeständnisse Änderungen des Leasingverhältnisses darstellen und hat eine daraus resultierende Neubewertung der Leasingverbindlichkeit vorzunehmen. Als Reaktion auf die anhaltenden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie wurde am 31. März 2021 IFRS 16 Leasingverhältnisse geändert, um eine einjährige Verlängerung der praktischen Erleichterung zu ermöglichen. Die Änderungen erweitern die praktische Erleichterung auf Mietkonzessionen die ursprünglich am oder vor dem 30. Juni 2022 fällige Leasingzahlungen reduzieren. Zuvor waren nur solche Mietkonzessionen im Anwendungsbereich der Erleichterung, die am oder vor dem 30. Juni 2021 fällig waren. Diese ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft und zeitlich befristet. Durch die Erleichterung braucht der Leasingnehmer im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gewährte Mietzugeständnisse nicht nach den Regelungen für Änderungen des Leasingverhältnisses zu bilanzieren, sondern so, als wären es keine Änderungen des Leasingverhältnisses. Nach derzeitigem Stand hat die DRÄXLMAIER Group von keinen Mietzugeständnissen profitiert. Sollte der Fall eintreten, so plant der Konzern, die Erleichterung nicht anzuwenden. Änderung IFRS 3 - Verweis auf das Rahmenkonzept Einhergehend mit dem geänderten Rahmenkonzept wurden Referenzen auf das Rahmenkonzept in diversen Standards, so auch in IFRS 3, angepasst. Die Regeln für die Bilanzierung von Unternehmenserwerben werden inhaltlich nicht geändert. Es werden sich somit keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben. Änderung IAS 16 - Sachanlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung Die Änderungen stellen klar, dass Einnahmen, die ein Unternehmen durch den Verkauf von Gegenständen erhalten hat, die hergestellt wurden, während es den Vermögenswert für seinen beabsichtigten Gebrauch vorbereitet hat (beispielsweise Produktmuster), und die damit verbundenen Kosten im Gewinn oder Verlust zu erfassen sind. Die Berücksichtigung derartiger Beträge bei der Ermittlung der Anschaffungskosten ist nicht zulässig. Die Änderungen haben keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderung IAS 37 - Belastende Verträge - Erfüllungskosten von Verträgen Die Änderungen umfassen die Definition, welche Kosten ein Unternehmen bei der Beurteilung, ob ein Vertrag verlustbringend sein wird, einbezieht. Demnach sind Erfüllungskosten alle Kosten, die direkt den Auftrag betreffen. Damit sind sowohl Kosten zu berücksichtigen, die ohne den Auftrag nicht anfallen würden (incremental cost), als auch andere dem Vertrag direkt zurechenbare Kosten. Nach derzeitigem Stand haben die Änderungen keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderungen an IFRS 2018 - 2020 Durch die Annual Improvements to IFRS wurden die folgenden Standards geändert: In IFRS 1 wurde für erstanwendende Tochterunternehmen, welche IFRS 1.D16 (a) in Anspruch nehmen, die Möglichkeit eröffnet, kumulierte Umrechnungsdifferenzen mit den vom Mutterunternehmen ausgewiesenen Beträgen zu bewerten. Durch die Änderung von IFRS 9 erfolgt eine Klarstellung, welche Gebühren in den 10 %-Test (IFRS 9.B3.3.6), hinsichtlich der Beurteilung, ob es zu Ausbuchung einer finanziellen Verbindlichkeit kommt, einzubeziehen sind. Es werden lediglich Gebühren berücksichtigt, welche zwischen dem Unternehmen als Kreditnehmer und dem Kreditgeber gezahlt oder erhalten wurden. In IFRS 16 wurde im erläuternden Beispiel 13 zu IFRS 16 die Darstellung der Erstattung von Mietereinbauten entfernt. In IAS 41 wird das Verbot, Steuerzahlungen im Rahmen der Fair Value-Bewertung zu berücksichtigen, gestrichen. Die DRÄXLMAIER Group geht davon aus, dass sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss ergeben werden. Änderung IAS 1 - Darstellung des Abschlusses und Änderungen zu IFRS Practice Statement 2: Disclosure of Accounting policies Die Änderung an IAS 1 Angaben zu Rechnungslegungsmethoden erfordert in Zukunft, dass lediglich die "wesentlichen" Rechnungslegungsmethoden im Anhang dargestellt werden. Um wesentlich zu sein, muss die Rechnungslegungsmethode mit wesentlichen Transaktionen oder anderen Ereignissen im Zusammenhang stehen und es muss einen Anlass für die Darstellung geben. Ein Anlass kann bspw. darin bestehen, dass die Methode geändert wurde, es sich um ein Wahlrecht handelt, die Methode komplex oder stark ermessensbehaftet ist oder in Übereinstimmung mit IAS 8.10-11 entwickelt wurde. Damit sollen in Zukunft unternehmensspezifische Ausführungen anstelle von standardisierten Ausführungen im Vordergrund stehen. Die Guidance im Practice Statement 2 wurde entsprechend angepasst. Es ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderung IAS 8 - Rechnungslegungsmethoden, Änderung von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehler Die Änderung an IAS 8 stellt klar, wie Unternehmen Änderungen von Rechnungslegungsmethoden besser von Schätzungsänderungen abgrenzen können. Dazu wird definiert, dass eine rechnungslegungsbezogene Schätzung immer auf eine Bewertungsunsicherheit einer finanziellen Größe im Abschluss bezogen ist. Ein Unternehmen verwendet neben Input-Parametern auch Bewertungsverfahren zur Ermittlung einer Schätzung. Bewertungsverfahren können Schätzverfahren oder Bewertungstechniken sein. Nach derzeitigem Stand haben die Änderungen keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. b) EU Endorsement ist noch ausstehend Änderung IFRS 10 und IAS 28 - Veräußerung oder Einlage von Vermögenswerten zwischen einem Anleger und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen Die Änderungen adressieren eine bekannte Inkonsistenz zwischen den Vorschriften des IFRS 10 und des IAS 28 (2011) für den Fall der Veräußerung von Vermögenswerten an ein assoziiertes Unternehmen oder ein Gemeinschaftsunternehmen bzw. der Einlage von Vermögenswerten in solche Unternehmen. Der Erstanwendungszeitpunkt der Änderungen wurde durch das IASB auf unbestimmte Zeit verschoben. Da dem Konzern keine Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierte Unternehmen angehören, haben die Änderungen keine Auswirkung auf die DRÄXLMAIER Group. Änderung IAS 1 - Darstellung des Abschlusses: Klassifizierung von Schulden als kurz- oder langfristig Die verabschiedeten Änderungen an IAS 1 betreffen eine begrenzte Anpassung der Beurteilungskriterien für die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig. Es wird klargestellt, dass die Klassifizierung von Schulden als kurzfristig von den Rechten des Unternehmens zum Abschlussstichtag abhängt, die Erfüllung der Schuld um mindestens zwölf Monate nach Ende des Berichtszeitraums zu verschieben: Liegen solche Rechte vor, klassifiziert die Schuld als langfristig. Das Recht, die Erfüllung der Schuld zu verschieben, muss hierbei substantiell sein. Sofern das Unternehmen für die Ausübung eines derartigen Rechtes bestimmte Bedingungen zu erfüllen hat, müssen diese am Abschlussstichtag erfüllt werden; anderenfalls folgt eine Klassifizierung als kurzfristig. Für die Klassifizierung einer Schuld ist es dabei unerheblich, ob das Management beabsichtigt oder erwartet, dass die Schuld tatsächlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erfüllt wird. Entscheidend für die Klassifizierung sind lediglich am Abschlussstichtag bestehende Rechte, die Erfüllung der Schuld um mindestens 12 Monate zu verschieben. Dies gilt auch im Falle der Erfüllung innerhalb des Wertaufhellungszeitraums. Nach derzeitigem Stand haben die Änderungen keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderung IAS 12 - Latente Steuern in Zusammenhang mit Vermögenswerten und Schulden aus einer einzigen Transaktion Die Änderungen adressieren bisher bestehende Unsicherheiten bei der Bilanzierung von latenten Steuern im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen. Werden Vermögenswerte und Schulden erstmalig erfasst, galt schon bislang unter bestimmten Voraussetzungen die sog. "initial recognition exemption" (IAS 12.15). In diesen Fällen sind latente Steuern ausnahmsweise nicht anzusetzen. In der Praxis bestand Unsicherheit darüber, ob diese Ausnahmeregelung auch für Leasingverhältnisse und Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen gilt. Es wurde nun eine eng begrenzte Änderung zu IAS 12 vorgenommen, um eine einheitliche Anwendung des Standards zu gewährleisten. Aufgrund dieser Änderung gilt die "initial recognition exemption" nicht mehr für solche Transaktionen, in denen beim erstmaligen Ansatz sowohl abziehbare als auch steuerbare temporäre Differenzen in gleicher Höhe entstehen, auch wenn die sonstigen bisher schon gültigen Voraussetzungen erfüllt sind. Es handelt sich somit um eine Rückausnahme von der "initial recognition exemption" für eng umrissene Fälle. Die Änderungen führen dazu, dass latente Steuern z.B. auf beim Leasingnehmer bilanzierte Leasingverhältnisse und auf Entsorgungs- bzw. Wiederherstellungsverpflichtungen anzusetzen sind. Es ergeben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Änderung IFRS 17 - Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 - Vergleichsinformationen Die Änderung an IFRS 17 führt die Möglichkeit ein, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen einen sog. "classification overlay approach" anzuwenden. Damit werden die Vergleichsinformationen zu den Finanzinstrumenten im Jahr vor der erstmaligen Anwendung des IFRS 17, d.h. für das Jahr 2022, aussagekräftiger gemacht. Der "classification overlay approach" kann angewendet werden, wenn bei der gleichzeitigen Erstanwendung von IFRS 17 und IFRS 9 im Hinblick auf die Vergleichsinformationen des IFRS 9 im Jahr 2022 kein "restatement" eines finanziellen Vermögenswertes erfolgt. Bei Anwendung des "classification overlay approaches" wird für die Klassifizierung in die Kategorien des IFRS 9 der jeweils zum Übergangszeitpunkt aktuelle Informationsstand genutzt, also wie das Unternehmen seine finanziellen Vermögenswerte bei der Erstanwendung des IFRS 9 zu klassifizieren plant. Die Offenlegung der Vergleichsinformationen erfolgt grundsätzlich so, als wären die Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 bereits in der Vergleichsperiode angewendet worden, mit Ausnahme der Impairmentregeln, bei denen man durch den "classification overlay approach" nicht zur Offenlegung nach IFRS 9 gezwungen wird. Unterschiedsbeträge zwischen dem vorherigen Buchwert eines finanziellen Vermögenswertes und dem sich aufgrund des "classification overlay approaches" ergebenden Betrages sind im Eigenkapital zu erfassen. Es ist zudem der Umfang offenzulegen, in dem ein Unternehmen von dem Ansatz Gebrauch macht (z.B. ob er auf alle in 2022 abgehenden finanziellen Vermögenswerte angewendet wurde) und ob und in welchem Umfang nach den Impairmentregeln des IFRS 9 offengelegt wurde. Bei Erstanwendung des IFRS 9 zum 01. Januar 2023 sind die nach IFRS 9 geltenden Übergangsvorschriften anzuwenden, unabhängig davon, ob der "classification overlay approach" angewendet wurde oder nicht. Nach derzeitigem Stand haben die Änderungen keine Auswirkung auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group. Erstmalige Anwendung von Standards Für die Erstellung des Konzernabschlusses wurden sämtliche durch das IASB und das IFRIC veröffentlichte neue und geänderte Standards und Interpretationen angewendet, soweit diese für Geschäftsjahre beginnend am 01. Januar 2021 verpflichtend in der Europäischen Union anzuwenden waren:
Die Änderungen bestehender Standards haben keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der DRÄXLMAIER Group.
3 Geschäftsjahre, die am oder nach dem
angegebenen Datum beginnen.
Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss sind neben der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG alle in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, bei denen die Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG direkt oder indirekt die Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik hat. Erstmalig in den Konzernabschluss der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG einbezogen wurden die im Berichtszeitraum neu gegründeten Gesellschaften
Am 05. Juli 2021 wurde die Gesellschaft DHG Dräxlmaier Hochvoltsysteme GmbH mit Sitz in Vilsbiburg durch Abspaltung von der DAP Dräxlmaier Automotivprodukte GmbH mit Sitz in Vilsbiburg gegründet. Mit Wirkung zum 22. Juli 2021 wurde die Draexlmaier (Shenyang) Automotive Components Manufacturing Co., Ltd. mit Sitz in Shenyang durch Abspaltung von der Draexlmaier (Shenyang) Automotive Components Co., Ltd. gegründet. Die folgenden Gesellschaften wurden mit Wirkung zum 01. Dezember 2021 auf die DRAEXLMAIER AUTOMOTIVE TECHNOLOGIES OF AMERICA LLC verschmolzen:
Bei den übrigen verbundenen Unternehmen haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen an der Beteiligungsquote ergeben. Der Stichtag der einbezogenen Jahresabschlüsse ist der 31. Dezember.
4 Im Folgenden kurz "LDI" genannt.
In den Konzernabschluss werden auch Gesellschaften einbezogen, bei denen keine Kapitalbeteiligung besteht und damit über den Weg der Stimmrechtsausübung keine Möglichkeit zur Beherrschung der Finanz- und Geschäftspolitik gegeben ist. Dennoch werden diese Gesellschaften durch die Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG aufgrund vertraglicher Beziehungen wirtschaftlich beherrscht (strukturierte Unternehmen). Sämtliche dieser Gesellschaften stehen im Eigentum der Familie Dräxlmaier.
5 Im Folgenden kurz "DACT" genannt.
Konsolidierungsgrundsätze Vermögenswerte und Schulden konsolidierter Tochterunternehmen gehen mit ihren Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt in die Konzernbilanz ein. Auf Minderheitsgesellschafter entfallende Anteile am Eigenkapital und am Ergebnis der Tochterunternehmen werden unter dem Posten Anteile anderer Gesellschafter ausgewiesen. Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Unternehmen werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse werden eliminiert, sofern sie nicht von untergeordneter Bedeutung sind. Währungsumrechnung Die Jahresabschlüsse ausländischer Konzerngesellschaften werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet. Bei allen ausländischen Beteiligungen ist dies die jeweilige Landeswährung, da diese Gesellschaften ihr Geschäft in finanzieller, wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht weitgehend selbstständig betreiben. Bilanzposten werden zum Kurs am Bilanzstichtag, das Eigenkapital zu historischen Kursen und Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zum Jahresdurchschnittskurs umgerechnet. Die sich gegenüber den Stichtagskursen ergebenden Unterschiedsbeträge werden im Eigenkapital unter der Position kumuliertes übriges Eigenkapital ausgewiesen. Die wichtigsten Währungskurse haben sich in Relation zum Euro wie folgt entwickelt:
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Gliederung der Bilanz erfolgt grundsätzlich nach langfristigen und kurzfristigen Vermögenswerten sowie langfristigen und kurzfristigen Schulden. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgebaut. Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten, selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte, aus denen dem Konzern wahrscheinlich ein künftiger Nutzen zufließt und die verlässlich bewertet werden können, werden mit ihren Herstellungskosten aktiviert und über ihre voraussichtliche wirtschaftliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht. Entwicklungskosten werden dann aktiviert und linear abgeschrieben, wenn ein neu entwickeltes Produkt oder Verfahren eindeutig abgegrenzt werden kann, technisch realisierbar ist und entweder die eigene Nutzung oder die Vermarktung vorgesehen ist. Weiterhin setzt die Aktivierung voraus, dass eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist. Die aktivierten Kosten umfassen auch Fremdkapitalkosten im Sinne des IAS 23. Folgende Nutzungsdauern liegen der Bewertung regelmäßig zugrunde:
Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die immateriellen Vermögenswerte außerplanmäßig wertberichtigt. Der aus einem Vermögenswert erzielbare Betrag entspricht dem höheren Wert aus Nettoverkaufserlös und Barwert der künftigen, dem Vermögenswert zuzuordnenden Zahlungsströme (Nutzungswert). In der Regel wird der erzielbare Betrag für Entwicklungsleistungen anhand des Nutzungswertes bestimmt. Die Diskontierung der Cash Flows erfolgt dabei auf Basis eines risikospezifischen Zinssatzes. Die Werthaltigkeit der sich noch nicht in Nutzung befindlichen Vermögenswerte (Entwicklungsleistungen) wird hinsichtlich Triggering Event überprüft. Hierzu werden bspw. für zukünftig intern genutzte Entwicklungen Benefit Cases erstellt, in welchen ermittelt wird, ob und inwieweit der geplante zukünftige Nutzen der Entwicklungen die aktivierten Kosten übersteigt. Die Werthaltigkeit von erfassten Vertragskosten wird im Rahmen eines Werthaltigkeitstests auf Segmentebene überprüft. Die Ermittlung der Cash Flows erfolgt auf Grundlage der aktuellen Konzernplanung (Planungshorizont fünf Jahre), in welche die gegenwärtigen Aufträge bzw. Projekte sowie Annahmen über Anschlussaufträge einfließt. Die Diskontierung der so ermittelten Cash Flows wird mit einem aus dem Markt abgeleiteten Zinssatz nach Steuern unter Verwendung des CAPM (Capital Asset Pricing Model) durchgeführt. Die für die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten erzielbaren Beträge entsprechen den Nutzungswerten. Leasingverhältnisse sind grundsätzlich in der Bilanz des Leasingnehmers zu erfassen. Der Leasingnehmer bilanziert ein Nutzungsrecht (right-of-use-asset), das sein Recht auf die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes widerspiegelt, sowie eine Schuld aus dem Leasingverhältnis, die seine Verpflichtung zu Leasingzahlungen darstellt. Zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses bewertet der Leasingnehmer die Leasingverbindlichkeit anhand des Barwerts der über die Laufzeit des Leasingverhältnisses zu leistenden Leasingzahlungen. Korrespondierend dazu hat der Leasingnehmer während der Leasingdauer ein Recht auf Nutzung des geleasten Vermögenswertes zu bilanzieren. Im Rahmen der Folgebewertung unterliegt der immaterielle Vermögenswert planmäßiger und gegebenenfalls außerplanmäßiger Abschreibungen, die Folgebewertung der Schuld erfolgt mittels Effektivzinsmethode. Ausnahmeregelungen bestehen für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse für geringwertige Wirtschaftsgüter:
Die Bilanzierung solcher Verträge erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung innerhalb der Position sonstige betriebliche Aufwendungen. Für den Leasingnehmer bietet IFRS 16 ein Ansatzwahlrecht hinsichtlich gemieteter IT-Software. Die DRÄXLMAIER Group übt dieses Wahlrecht allerdings nicht aus, d.h. Software/Lizenzen werden als immaterielle Vermögenswerte bilanziert. Die Gesellschaften der DRÄXLMAIER Group treten gegenüber Dritten grundsätzlich als Leasingnehmer auf. Leasinggeberfunktionen werden im Wesentlichen nur im Innenverhältnis übernommen. Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um nutzungsbedingte planmäßige Abschreibungen und gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Sachanlagen werden grundsätzlich linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben, sofern nicht in Ausnahmefällen eine andere Abschreibungsmethode dem Nutzungsverlauf eher entspricht. Liegen Anhaltspunkte für eine Wertminderung vor und liegt der erzielbare Betrag unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, werden die Sachanlagen außerplanmäßig wertberichtigt. Sind die Gründe für in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige Wertminderungen entfallen, werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen. Die zu Grunde gelegten Nutzungsdauern betragen, sofern nicht gesetzliche oder vertragliche Gegebenheiten eine individuell andere Nutzungsdauer bedingen, bei
Die Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Für die Ermittlung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten wird in der Regel die gleitende Durchschnittsmethode angewendet. Die Herstellungskosten umfassen produktionsbezogene Vollkosten; sie werden auf der Grundlage einer Normalbeschäftigung ermittelt. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Produktionskosten angemessene Teile der Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich fertigungsbedingter Abschreibungen und Altersversorgungsaufwendungen. Fremdkapitalkosten werden grundsätzlich nicht als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert. Eine Ausnahme bilden die Serienentwicklungskosten sowie Konzeptentwicklungskosten, die veräußert werden, da für deren Erstellung ein längerer Zeitraum erforderlich ist. Bestandsrisiken im Zusammenhang mit einer geminderten Verwertbarkeit wird durch angemessene Wertabschläge Rechnung getragen. Ist der Nettoveräußerungswert der Vorräte zum Abschlussstichtag niedriger als deren Buchwert, werden die Vorräte auf den Nettoveräußerungswert abgeschrieben. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungswert gestiegen ist, wird die daraus resultierende Wertaufholung als Minderung des Materialaufwands (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) oder als Bestandserhöhung (unfertige bzw. fertige Erzeugnisse) erfasst. Als Vertragskosten werden zum einen Serienentwicklungsleistungen bilanziert, für die vertraglich kein Eigentumsübergang vereinbart ist. Die Bestimmung der Kosten erfolgt analog dem Schema der aktivierungsfähigen Herstellungskosten für Serienentwicklungen. Zum anderen fallen hierunter auch die zusätzlichen Kosten bei der Anbahnung eines Vertrages. In beiden Fällen wird davon ausgegangen, dass über die Serienproduktion ein Ausgleich der Kosten erfolgt. Aufgrund der engen Verknüpfung mit der Serienproduktion wird eine ratierliche Auflösung über einen Zeitraum von sechs Jahren vorgenommen. Zusätzliche Wertminderungen werden erfasst, sobald davon ausgegangen wird, dass über die Serienlaufzeit kein Ausgleich mehr erfolgt. Erhaltene Zahlungen von Kunden werden passivisch als vertragliche Verbindlichkeiten ausgewiesen. Um einen periodengerechten Ausweis sicherzustellen, erfolgt die erfolgswirksame Auflösung (Vereinnahmung) der jeweiligen Gegenleistung grundsätzlich über den gleichen Zeitraum, welcher der Abschreibungsdauer der Vertragskosten entspricht. Vertragliche Vermögenswerte stellen das Recht eines Unternehmens auf Gegenleistung für Güter bzw. Dienstleistungen dar, wenn es seine Leistung an einen Kunden erbracht hat und die Erfüllung der Gegenleistung nicht von der Fälligkeit allein abhängt. Hierunter fallen die fertiggestellten Serienentwicklungsleistungen, die vertragsgemäß an Kunden veräußert werden und deren vertragliche Gegenleistung als Bestandteil der Vergütung für die laufende Serienproduktion definiert ist. Mit Abnahme des Kunden bzw. bei Produktionsstart (start of production - SOP) werden die während der Erstellungsphase als Vorräte bilanzierten Entwicklungsleistungen als vertragliche Vermögenswerte ausgewiesen. Zugleich werden bereits von Kunden vereinnahmte Zahlungen mit dem Aktivposten saldiert. Ein daraus gegebenenfalls resultierender negativer Saldo wird als vertragliche Verbindlichkeit passiviert. Bedingt durch die vereinbarte Erfüllung der Gegenleistung als Preisbaustein der laufenden Serienproduktion, wird der Verbrauch der Position ratierlich über die Serienlaufzeit vorgenommen. Wertminderungen, unter anderem im Zusammenhang mit IFRS 9, werden berücksichtigt. Des Weiteren werden Kundenzuschüsse als vertragliche Verbindlichkeiten erfasst. Finanzinstrumente sind Vertragsverhältnisse, die bei der einen Partei zu einem finanziellen Vermögenswert und bei der anderen Partei zu einer finanziellen Schuld oder zu einem Eigenkapitalinstrument führen. Das Unternehmen erfasst Finanzinstrumente in der Bilanz, sobald die DRÄXLMAIER Group Vertragspartner eines Finanzinstruments wird. Der erstmalige Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Hiervon ausgenommen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren erstmaliger Ansatz zum Transaktionspreis erfolgt. Die Folgebewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten erfolgt entsprechend der Kategorie, der sie zugeordnet sind. Die Zuordnung orientiert sich an den Vorgaben des IFRS 9. Die finanziellen Vermögenswerte des Unternehmens beinhalten im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, flüssige Mittel sowie sonstige Vermögenswerte, die der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet sind. Die finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten überwiegend Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie übrige Verbindlichkeiten, die in der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingestuft sind. Bei den Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus derivativen Finanzinstrumenten handelt es sich um Derivate in Sicherungsbeziehungen. Nicht für das Hedge Accounting designierte Derivate werden unter der Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" ausgewiesen (vgl. Erläuterungen zu derivativen Finanzinstrumenten). Die DRÄXLMAIER Group macht von der Möglichkeit, finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten beim erstmaligen Ansatz erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert einzustufen (Fair Value Option), keinen Gebrauch. Sonstige Forderungen und Vermögenswerte werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Sie werden bei erstmaliger Erfassung mit dem Fair Value unter Berücksichtigung angefallener Transaktionskosten bilanziert und anschließend zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Forderungen mit Laufzeiten von über einem Jahr werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Allen erkennbaren Einzelrisiken wird durch angemessene Wertminderungen Rechnung getragen, die auf einem separaten Konto erfasst werden. Wertberichtigungen werden gebildet, wenn der Buchwert den zu erwartenden, zukünftig erzielbaren Betrag übersteigt. Eine Untersuchung auf möglichen Wertberichtigungsbedarf, der sich beispielsweise bei Zahlungsschwierigkeiten oder Vertragsbrüchen ergeben kann, wird zu jedem Abschlussdatum vorgenommen. Darüber hinaus unterliegen auch sonstige Forderungen und Vermögenswerte dem Risikovorsorgemodell nach IFRS 9. Risiken entstehen grundsätzlich dann, wenn Zahlungs- und Leistungsverpflichtungen gegenüber DRÄXLMAIER nicht nachgekommen wird. In Fremdwährung valutierende Forderungen werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Sie werden zu jedem Bilanzstichtag aufgrund der getätigten Ausgaben vor dem Abschlussstichtag, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Stichtag darstellen, ermittelt. Zahlungsmittel umfassen alle liquiditätsnahen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt der Anschaffung bzw. der Anlage eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten haben. Sie werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Rückstellungen für Pensionen und Ähnliches werden für Verpflichtungen aus Anwartschaften und aus laufenden Leistungen an berechtigte aktive und ehemalige Mitarbeiter der DRÄXLMAIER Group sowie deren Hinterbliebene gebildet. Derzeit bestehen Pensionsverpflichtungen im Wesentlichen in Deutschland. Die bei den einzelnen Firmen bestehenden Systeme der Alterssicherung basieren in der Regel auf Beschäftigungsdauer und Vergütung der Mitarbeiter. Die pensionsähnlichen Verpflichtungen betreffen sogenannte "Abfertigungszahlungen" in Österreich. Im Rahmen der Veränderung des Barwerts der leistungsdefinierten Verpflichtung können versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste entstehen, deren Ursachen unter anderem Änderungen der Berechnungsparameter und Schätzungsänderungen bezüglich des Risikoverlaufs der Pensionsverpflichtungen sein können. Die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste werden unmittelbar im Geschäftsjahr ihres Entstehens erfolgsneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst. Als übrige langfristige Rückstellungen werden die Rückstellungen für Altersteilzeit und Jubiläum ausgewiesen. Bei Jubiläumsverpflichtungen und Verpflichtungen aus Altersteilzeit handelt es sich um "andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer". Die Verpflichtungen sind versicherungsmathematisch zu bewerten. Für die Berechnung der Altersteilzeitrückstellung wurde zum Bilanzstichtag ein versicherungsmathematisches Gutachten unter Berücksichtigung allgemeiner versicherungsmathematischer Parameter (Abzinsungssatz und erwartete Gehaltserhöhungen) verwendet. Finanzschulden umfassen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, emittierte Fremdkapitalinstrumente und Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16. Diese werden in die Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingeordnet. Langfristige unverzinsliche oder niedrig verzinsliche Verbindlichkeiten werden abgezinst. Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen sämtliche am Bilanzstichtag erkennbaren Verpflichtungen, die auf vergangenen Geschäftsvorfällen oder vergangenen Ereignissen beruhen und deren Höhe oder Fälligkeit unsicher ist. Die Rückstellungen werden mit dem wahrscheinlichen Erfüllungsbetrag mit der bestmöglichen Schätzung des Verpflichtungsumfangs angesetzt. Rückstellungen werden nur gebildet, wenn ihnen eine rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten zu Grunde liegt. Langfristige Rückstellungen werden, sofern der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag bilanziert. Der Erfüllungsbetrag umfasst auch die am Bilanzstichtag zu berücksichtigenden Kostensteigerungen. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden in die Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingeordnet. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Passive Rechnungsabgrenzungsposten werden unter den übrigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Sie stellen Einnahmen vor dem Abschlussstichtag dar, die aufgrund der Periodenabgrenzung Erträge nach diesem Stichtag sind. Verbindlichkeiten werden zum Zeitpunkt ihres Entstehens grundsätzlich mit dem Betrag der erhaltenen Gegenleistung angesetzt. In der Folge werden die Verbindlichkeiten mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. In Fremdwährung valutierende Verbindlichkeiten werden zum Mittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Latente Steuern werden auf unterschiedliche Wertansätze der Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz und den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften sowie auf erfolgswirksame Konsolidierungsmaßnahmen gebildet, soweit diese unterschiedlichen Wertansätze künftig zu einem höheren oder niedrigeren zu versteuernden Einkommen führen, als dies nach Maßgabe der Konzernbilanz der Fall wäre. Die aktiven latenten Steuern umfassen auch Steuerminderungsansprüche, die sich aus der erwarteten künftigen Nutzung bestehender steuerlicher Verlustvorträge ergeben und deren Realisierung mit ausreichender Sicherheit gewährleistet ist. Die latenten Steuern werden auf Basis der Steuersätze ermittelt, die in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. erwartet werden. Eine Verrechnung von aktiven latenten Steuern und passiven latenten Steuern erfolgt, soweit eine Identität der Steuergläubiger und Fristenkongruenz besteht. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerverbindlichkeiten gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit). Steuerforderungen aus unsicheren Steuerpositionen werden dann bilanziert, wenn es wahrscheinlich ist, dass sie realisiert werden können. Nur bei Bestehen eines steuerlichen Verlustvortrags oder einer ungenutzten Steuergutschrift wird keine Steuerverbindlichkeit oder Steuerforderung für diese unsicheren Steuerpositionen bilanziert, sondern stattdessen die aktive Latenz für die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften angepasst. Derivative Finanzinstrumente werden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei handelt es sich um eine Bewertung zu den jeweiligen Stichtagskursen unter Berücksichtigung aller preisrelevanten Einflussgrößen zum Erfüllungszeitpunkt. Eigene Risiken sowie Kontrahentenrisiken werden bei der Wertermittlung angemessen berücksichtigt. Ausgewiesen werden derivative Finanzinstrumente mit einem positiven beizulegenden Zeitwert unter den sonstigen Vermögenswerten, während derivative Finanzinstrumente mit einem negativen beizulegenden Zeitwert unter den übrigen Verbindlichkeiten bilanziert werden. Die erstmalige Einbuchung erfolgt am Handelstag. Änderungen des Fair Value von derivativen Finanzinstrumenten, die der Konzern zur Absicherung bilanzierter Vermögenswerte und Schulden (z.B. Fremdwährungsforderungen oder Fremdwährungsverbindlichkeiten) einsetzt, werden in der Periode ihres Entstehens erfolgswirksam erfasst. Dient ein derivatives Finanzinstrument der Absicherung erwarteter zukünftiger Zahlungseingänge oder Zahlungsausgänge, die in ihrer Höhe von Zins-, Währungs- oder sonstigen Finanzmarktrisiken beeinflusst werden können und sind die Voraussetzungen für Hedge Accounting gegeben, werden die als effektiv bewerteten Kursgewinne oder -verluste aus dem Sicherungsgeschäft ergebnisneutral ins Eigenkapital eingestellt. Die ergebniswirksame Auflösung dieser Position erfolgt bereits vor Ende der Laufzeit des Sicherungsgeschäfts, sofern die gesicherte Transaktion vorher ergebniswirksam wird (ineffektive Anteile werden im übrigen Finanzergebnis erfasst). Sind die Voraussetzungen für Hedge Accounting dagegen nicht gegeben, so erfolgt die Fair Value Bewertung des derivativen Finanzinstruments bereits vor Einbuchung des Grundgeschäfts erfolgswirksam. Voraussetzung für die Anwendung jeglicher Art von Hedge Accounting ist die formale Dokumentation der Beziehung zwischen der gesicherten Position und dem Sicherungsgeschäft. Der Konzern bestimmt das Bestehen einer wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem gesicherten Grundgeschäft auf der Grundlage von Währung, Betrag und Zeitpunkt ihrer jeweiligen Zahlungsströme. Aus der Dokumentation muss ferner hervorgehen, wie das Sicherungsgeschäft das Risiko aus dem Grundgeschäft hoch effektiv ausgleicht und mit welchen Methoden diese Effektivität nachgewiesen wird. Dabei erfolgt die Effektivitätsmessung zum einen retrospektiv mittels der Dollar-Offset-Methode in Verbindung mit der Hypothetischen-Derivate-Methode und zum anderen prospektiv auf Basis der Critical-Term-Match-Methode. Als Umsatzerlös wird der Betrag erfasst, der für die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen an Kunden als Gegenleistung erwartet wird. Hinsichtlich der Bestimmung des Zeitpunkts beziehungsweise des Zeitraums kommt es auf den Übergang der Kontrolle an den Gütern oder Dienstleistungen auf den Kunden (control approach) an. Die Anwendung des IFRS 15 führt bei Verträgen mit Kunden sowohl für Konzept- und Serienentwicklungen als auch für Werkzeugerstellungen zur zeitpunktbezogenen Umsatzlegung bei Projektabschluss bzw. bei Abnahme durch den Kunden. Die Teile der Entwicklungsprojekte, deren Kosten nicht sofort durch die Kunden erstattet werden, führen nach IFRS 15 zu vertraglichen Vermögenswerten, welche im Zuge der anschließenden Serienbelieferung verbraucht werden. Bei Vorliegen einer signifikanten Finanzierungskomponente werden die entsprechenden Zinserträge oder -aufwendungen getrennt von den Erlösen mit Kunden ausgewiesen. Die Erfassung von sonstigen betrieblichen Erträgen erfolgt grundsätzlich dann, wenn die Leistung erbracht ist bzw. die Vermögenswerte geliefert worden sind und der Gefahrenübergang stattgefunden hat. In bestimmten Fällen ist bei Serienentwicklungen vertraglich festgelegt, dass es zu keinem Eigentumsübergang an Kunden kommt. In diesen Fällen werden Nutzungsrechte gewährt. Der entsprechende Bestandsaufbau erfolgt über die Position der aktivierten Kosten der Auftragserfüllung. Als Aufwendungen für Auftragserfüllung werden die Auflösungen der projektbezogenen aktivierten Kosten dargestellt. Die Auflösung erfolgt ab SOP ratierlich über die Baureihenlaufzeit (in der Regel sechs Jahre). Sonstige betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung ergebniswirksam erfasst. Zinserträge und -aufwendungen werden periodengerecht erfasst. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind Annahmen getroffen und Schätzungen verwendet worden, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen ausgewirkt haben. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die bei der Ermittlung des erzielbaren Betrages einfließenden Planzahlen, die Bilanzierung von Rückstellungen, die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen sowie die Ermittlung der außerplanmäßigen Abschreibungen von Entwicklungsleistungen. Die der jeweiligen Schätzung zu Grunde liegenden Annahmen sind bei den einzelnen Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung erläutert. Die tatsächlichen Werte können in Einzelfällen von den getroffenen Annahmen und Schätzungen abweichen. Solche Abweichungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt. Erläuterungen zur Bilanz Die Entwicklung des Anlagevermögens in 2021 und 2020 ist in den Anlagen 1 und 2 zum Anhang dargestellt. Darin sind die kumulierten Anschaffungskosten und Abschreibungen je Anlagenposition ersichtlich. Die Anlagenposten wurden mit den historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen und außerplanmäßige Wertminderungen, bilanziert. (1) Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte umfassen aktivierte selbsterstellte Entwicklungsleistungen und andere immaterielle Vermögenswerte. Im Jahr 2021 wurden aufgrund ausbleibender aktivierter Eigenleistungen für selbsterstellte immaterieller Vermögenswerte keine Fremdkapitalkosten aktiviert (Vorjahr: EUR 1,4 Mio). Der angesetzte durchschnittliche Konzernzinssatz für Fremdkapital betrug dabei im Vorjahr 3,5 %. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte betragen EUR 16,0 Mio (Vorjahr: EUR 11,4 Mio) und enthalten wie im Vorjahr keine außerplanmäßigen Wertminderungen. Für immaterielle Vermögenswerte besteht zum Stichtag ein Bestellobligo von EUR 0,0 Mio (Vorjahr: EUR 0,1 Mio). (2) Nutzungsrechte Die DRÄXLMAIER Group ist regelmäßig als Leasingnehmer tätig. Bei der Bestimmung der Laufzeit von Verträgen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen werden aktuelle Erkenntnisse berücksichtigt. Diese Laufzeiten werden zur Maximierung operativer Flexibilität genutzt. Zur Darstellung der bilanzierten Nutzungsrechte je Anlagenklasse wird auf den Anlagespiegel in Anlage 1 zum Anhang verwiesen. Fälligkeitsanalyse der Leasingverbindlichkeiten:
Die Nutzungsrechte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, daher entfallen zusätzliche Anhangangaben zur Neubewertung. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden in der Berichtsperiode folgende Beträge erfasst:
Die angegebenen Beträge sind im Geschäftsjahr abgeflossen und bis auf die Zinsaufwendungen dem Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet. Die DRÄXLMAIER Group ist aktuell keine Sale-and-Lease-Back-Transaktionen eingegangen. Es wurden Erträge aus der Untervermietung von Nutzungsrechten in Höhe von EUR 0,4 Mio (Vorjahr: EUR 0,5 Mio) erzielt. Im Geschäftsjahr 2021 kam es zu Zahlungsmittelabflüssen für Leasingverhältnisse gemäß IFRS 16 in Höhe von EUR 69,7 Mio (Vorjahr: EUR 66,5 Mio). (3) Sachanlagen Im Geschäftsjahr 2021 wurden auf Sachanlagen keine außerplanmäßigen Wertminderungen vorgenommen (Vorjahr: EUR 7,8 Mio). Als erzielbarer Betrag wird der Nutzungswert herangezogen. Im laufenden Jahr wurde wie im Vorjahr keine Wertaufholung vorgenommen. Im Rahmen der Zugänge bei den Sachanlagen sind öffentlichen Zuschüsse anschaffungspreismindernd in Höhe von EUR 1,2 Mio enthalten. Für Sachanlagen besteht zum Stichtag ein Bestellobligo in Höhe von EUR 68,9 Mio (Vorjahr: EUR 77,5 Mio). Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Fremdkapitalkosten für Sachanlagen aktiviert (Vorjahr: EUR 0,1 Mio). Der angesetzte durchschnittliche Konzernzinssatz für Fremdkapital betrug im Vorjahr 3,5 %. Für eine detaillierte Zusammensetzung des Anlagevermögens wird auf den Anlagenspiegel in Anlage 1 zum Anhang verwiesen. (4) Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte
Der Rückgang der Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten resultiert aus der Abnahme langfristiger Forderungen für Devisentermingeschäfte aus Sicherungsgeschäften. Während die Entwicklungen der Marktwerte in der ersten Jahreshälfte keine höheren Volatilitäten aufwiesen, führten die Kursentwicklungen in der zweiten Jahreshälfte zu einer starken Reduzierung der langfristigen Marktwerte. Die Abgrenzungsposten enthalten im Wesentlichen Abgrenzungen für Finanzierungsgebühren, Wartungs- und Serviceverträge. Zum Stichtag ergaben sich wie im Vorjahr keine wesentlichen überfälligen langfristigen Forderungen. (5) Vorräte Im Einzelnen gliedern sich die Vorräte wie folgt:
Als unfertige Erzeugnisse werden neben den Serienprodukten auch die Bestände der in Entwicklung befindlichen Serienentwicklungen, die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen an Kunden veräußert werden, sowie begonnene Werkzeug- und Konzeptentwicklungsprojekte ausgewiesen. Bei den Konzeptentwicklungen wurden Wertberichtigungen von EUR 0,6 Mio (Vorjahr: EUR 0,5 Mio) und bei Werkzeugprojekten von EUR 2,8 Mio (Vorjahr: EUR 1,0 Mio) vorgenommen. Im Jahr 2021 wurden Fremdkapitalzinsen in Zusammenhang mit Entwicklungskosten für Kundenaufträge in Höhe von EUR 1,9 Mio (Vorjahr: EUR 2,3 Mio) aktiviert. Diese sind in der korrespondierenden Position Bestandsveränderungen an fertigen und unfertigen Erzeugnissen und Leistungen enthalten. Der angesetzte durchschnittliche Konzernzinssatz für Fremdkapital betrug dabei 3,0 % (Vorjahr: 3,5 %). Zu weiteren im Geschäftsjahr vorgenommenen Wertberichtigungen auf Vorratsvermögen wird auf die Ausführungen unter Ziffer (26) Materialaufwand verwiesen. Im Geschäftsjahr 2021 ergab sich eine Bestandsveränderung von EUR 44,9 Mio (Vorjahr: EUR 17,6 Mio) für unfertige und fertige Erzeugnisse und Leistungen. Darin ist ein Materialanteil von rund 54 % (rund EUR 24,2 Mio) enthalten. (6) Vertragskosten Als Vertragskosten werden Serienentwicklungsleistungen bilanziert, für die vertraglich kein Eigentumsübergang an den Kunden vereinbart ist. Die Kosten führen zur Schaffung von Ressourcen oder zur Verbesserung der Ressourcen des Konzerns, die künftig zur fortgesetzten Erfüllung der Leistungsverpflichtungen genutzt werden. In diesen Fällen besteht die Leistungsverpflichtung in der Einräumung von Mitbenutzungsrechten an den Entwicklungsergebnissen. Es wird aber davon ausgegangen, dass über die Serienproduktion ein Ausgleich der Kosten erfolgt. Per 31. Dezember 2021 werden EUR 91,4 Mio (davon Restlaufzeit bis 1 Jahr: EUR 21,1 Mio) bilanziert (Vorjahr: EUR 77,8 Mio). Darin enthalten sind wie im Vorjahr EUR 2,6 Mio Wertberichtigungen. Im laufenden Jahr wurden keine außerplanmäßigen Wertminderungen vorgenommen. Wertaufholungen erfolgten nicht. Vertragsanbahnungskosten bestehen zum aktuellen Bilanzstichtag sowie im Vorjahr keine. Die ratierliche materialaufwandswirksame Auflösung betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr EUR 17,6 Mio (Vorjahr: EUR 14,9 Mio). (7) Vertragliche Vermögenswerte und Vertragliche Verbindlichkeiten Die bilanzierten vertraglichen Vermögenswerte betragen zum Bilanzstichtag EUR 89,7 Mio (Vorjahr: EUR 115,5 Mio). Per 31. Dezember 2021 beträgt der kurzfristige Anteil mit einer Restlaufzeit bis zu einem Jahr EUR 24,8 Mio. Umsatzmindernd wurde der ratierliche Verbrauch dieser Position mit einem Betrag von EUR 37,5 Mio (Vorjahr: EUR 31,7 Mio) in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Wertberichtigung im Rahmen des IFRS 9 in Höhe von EUR 1,5 Mio (Vorjahr: EUR 2,9 Mio) besteht. Die vertraglichen Verbindlichkeiten betragen zum 31. Dezember 2021 EUR 201,1 Mio (Vorjahr: EUR 194,4 Mio). Darin enthalten sind auch Erstattungen und erhaltene Anzahlungen von Kunden. Der kurzfristige Anteil mit einer Restlaufzeit von einem Jahr beträgt zum Bilanzstichtag EUR 72,5 Mio. (8) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich wie folgt:
Die Bewertung der Kundenforderungen erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Erforderliche Wertberichtigungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko bemessen, sind mit EUR 2,6 Mio berücksichtigt (Vorjahr: EUR 3,2 Mio). Zusätzlich erfolgte eine pauschale Risikovorsorge gemäß IFRS 9 in Höhe von EUR 0,3 Mio (Vorjahr: EUR 0,7 Mio). Darüber hinaus ergaben sich weder bei den überfälligen noch bei den nicht überfälligen Forderungen Anzeichen auf einen möglichen Wertberichtigungsbedarf. Die Entwicklung der Wertberichtigungen ist aus dem Wertberichtigungsspiegel in Anhangangabe (35) Finanzinstrumente, Sicherungspolitik und Finanzderivate ersichtlich. (9) Sonstige Forderungen und Vermögenswerte
Die anderen finanziellen Vermögenswerte beinhalten unter Anderem Abgrenzungen für Lieferantenboni. Analog der Marktwertentwicklung langfristiger Devisentermingeschäfte führte die Kursentwicklung auch bei den kurzfristigen Geschäften zu einem Rückgang der Werte. Die anderen nicht-finanziellen Vermögenswerte beinhalten ferner sonstige Kundenzahlungen für Vertragsanbahnungskosten. (10) Zahlungsmittel
Die Guthaben bei Kreditinstituten beinhalten ausschließlich Kontokorrentguthaben bei inländischen und ausländischen Bankhäusern. Das tatsächliche Ausfallrisiko der Zahlungsmittel und -äquivalente wird als gering eingestuft, da das Schuldnerportfolio der DRÄXLMAIER Group mindestens ein Investment Grade Rating (bis BBB-) aufweist. In diesem Sinne kommt auch die low credit risk exemption zur Anwendung. (11) Eigenkapital Die DRÄXLMAIER Group verfolgt das Ziel, die Kapitalrendite zu steigern. Hierzu gehört auch die Optimierung des Verhältnisses zwischen Eigenkapital und dem zur Finanzierung eingesetzten Fremdkapital. Mit dem Abschluss von Kreditvereinbarungen hat sich die DRÄXLMAIER Group zur Einhaltung marktüblicher Finanzkennzahlen verpflichtet, die sich aus dem Konzernabschluss ableiten. Zum 31. Dezember 2021 wurden die vereinbarten Finanzkennzahlen eingehalten. Die Entwicklung des Eigenkapitals des Konzerns ist in der Eigenkapitalveränderungsrechnung in Anlage 1.5 ersichtlich. Das Kommanditkapital der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG setzt sich wie folgt zusammen:
In den Gewinnrücklagen sind der vom früheren (HGB) Konzernabschluss nach IFRS 1.15 übernommene passive Konsolidierungsausgleichsposten in Höhe von EUR 14,5 Mio, Bewertungsunterschiede aus der Umstellung auf IFRS sowie Einführung neuer Standards in Höhe von EUR -8,2 Mio enthalten. Es haben sich im Vergleich zum Vorjahr keine Veränderungen ergeben. Das übrige kumulierte Kapital der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG setzt sich wie folgt zusammen:
Auf die versicherungsmathematischen Verluste entfallen zum 31. Dezember 2021 latente Steuern in Höhe von EUR 3,2 Mio (Vorjahr: EUR 3,4 Mio). Entwicklung der Cash-Flow-Hedging-Rücklagen: Es wird ausschließlich Cash-Flow-Hedging angewandt. Die beizulegenden Zeitwerte der Währungssicherungsgeschäfte beliefen sich auf EUR 8,2 Mio (Vorjahr: EUR 21,8 Mio). Die Reklassifizierung aller aktuell im Cash-Flow-Hedging abgebildeten Geschäfte wird bis Dezember 2023 erfolgen.
Die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital stellen sich per 31. Dezember 2021 wie folgt dar:
Die im Geschäftsjahr 2021 vorgenommenen Dividendenzahlungen seitens EGES minderten die Fremdanteile um insgesamt EUR 0,9 Mio. Nachfolgend die Anteile anderer Gesellschafter am Eigenkapital per 31. Dezember 2020:
Im Geschäftsjahr 2020 wurden von den genannten Gesellschaften keine Dividenden ausbezahlt. (12) Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital Das sonstige von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestellte Kapital entspricht dem Eigenkapital der strukturierten Unternehmen SATS, METS, UATS, SATE, DET und DACT. Über die Entwicklung gibt folgende Übersicht Auskunft:
(13) Rückstellungen für Pensionen und Ähnliches Für die betriebliche Altersversorgung kann grundsätzlich zwischen beitrags- und leistungsdefinierten Versorgungssystemen differenziert werden. Bei beitragsdefinierten Versorgungsplänen (Defined Contribution Plans) geht das Unternehmen über die Entrichtung von Beitragszahlungen an einen externen Versorgungsträger hinaus keine weiteren Verpflichtungen ein. Bei leistungsdefinierten Versorgungszusagen besteht die Verpflichtung des Unternehmens darin, die zugesagten Leistungen an aktive und frühere Mitarbeiter zu erfüllen (Defined Benefit Plans). Die Pensionsverpflichtungen der DRÄXLMAIER Group sind vollständig rückstellungsfinanziert. Die Höhe der leistungsorientierten Verpflichtung (Defined Benefit Obligation) wurde nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Beachtung der Vorschriften des IAS 19 von unabhängigen Gutachtern berechnet. Als Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2018 G" von Heubeck mit einem Zinssatz von 1,27 % zu Grunde gelegt. Die Berechnungen stützen sich im Wesentlichen auf individuelle Finanzierungsendalter. Für die Schätzungen spielen neben den Annahmen zur Lebenserwartung und Invalidisierung die folgenden Prämissen eine Rolle, die von der wirtschaftlichen Situation des jeweiligen Landes abhängen, wobei nachfolgend verpflichtungsgewichtete Durchschnitte angegeben sind:
Die Gehaltsdynamik umfasst erwartete zukünftige Gehaltssteigerungen, die unter anderem in Abhängigkeit von der Inflation und der wirtschaftlichen Situation jährlich geschätzt werden. Entwicklung der Pensionsrückstellungen Die Defined Benefit Obligation (DBO) hat sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Der Bewertung der Pensionsverpflichtungen liegt ein Diskontierungszinssatz zugrunde, der nach dem Mercer Pension Discount Yield Curve Approach (MPDYC) ermittelt wurde.
7 Bzw. 3,0 % oder 3,5 % bei fest zugesagter
Rentendynamik.
Das im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge bestehende Modell mit der CONDOR-Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft (kurz: CONDOR-Versicherung) erfüllt seit 2018 wieder ausschließlich die Voraussetzungen eines Defined Contribution Plan, was zur Folge hat, dass hierfür keine Rückstellung mehr auszuweisen ist, sondern lediglich die laufenden jährlichen Beiträge aufwandswirksam zu erfassen sind. Für die CONDOR-Versicherungen wurden für das Jahr 2021 Beiträge i.H.v. EUR 0,7 Mio gezahlt (Vorjahr: EUR 0,7 Mio). Der Betrag ist in der Position Erträge/Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung in (27) Personalaufwand enthalten. Die versicherungsmathematischen Gewinne, die erfolgsneutral im Gesamtergebnis berücksichtigt wurden, haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:
Historie der Pensionsrückstellung über fünf Jahre:
Der erwartete Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung zum 31. Dezember 2022 liegt bei EUR 46,1 Mio. Historie der Gewinne und Verluste über fünf Jahre:
Sensitivitätsanalyse Der Barwert der Pensionsverpflichtungen ist abhängig von den zu Grunde liegenden versicherungsmathematischen Annahmen. Als wesentlich sind für die DRÄXLMAIER Group dabei der Diskontierungszins sowie die Gehaltsdynamik zu nennen. Folgende Übersicht zeigt den Einfluss einer Veränderung dieser Parameter auf den Barwert der Pensionsverpflichtungen.
Die im Rahmen der Sensitivitätsanalyse betrachteten Rückstellungen weisen eine durchschnittliche Laufzeit von 14,1 Jahren (Vorjahr: 14,9 Jahre) auf. Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Rentenversicherung für deutsche Gesellschaften haben im Geschäftsjahr EUR 30,4 Mio (Vorjahr: EUR 30,1 Mio) betragen. Die Beträge sind in der Position soziale Abgaben in (27) Personalaufwand enthalten. (14) Übrige langfristige Rückstellungen Die übrigen langfristigen Rückstellungen betreffen Personalrückstellungen und setzen sich wie folgt zusammen:
Es wird auf die Ausführungen zu den Jubiläumsverpflichtungen und den Verpflichtungen aus Altersteilzeit im Abschnitt Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verwiesen. Die sonstigen langfristigen Rückstellungen beinhalten langfristige Bonusrückstellungen für Mitarbeiter. (15) Langfristige Finanzschulden Der Buchwert der langfristigen Senior Notes (Nominalwert USD 407,5 Mio und EUR 155,0 Mio) betrug umgerechnet zum EUR/USD-Stichtagskurs insgesamt EUR 512,7 Mio (Buchwert Vorjahr: EUR 484,8 Mio; davon Nominalwerte USD 407,5 Mio und EUR 155,0 Mio). Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Senior Notes betrug zum Stichtag EUR 533,7 Mio (Vorjahr: EUR 523,9 Mio). Im Juli und August 2021 wurden ESG-Iinked 9 Schuldscheine in Höhe von insgesamt EUR 350,0 Mio platziert. Begeben wurden unbesicherte, fest- und variabel verzinsliche Schuldscheine mit Laufzeiten von 4, 5, 7 und 10 Jahren. Erstmalig wurde dabei eine Vergütungskomponente an die Erreichung dreier so genannter Sustainability Performance Targets (Ausbildungsquote, Eigenstrompotenzial und Recyclingquote) geknüpft. Transaktionskosten in Höhe von EUR 0,9 Mio wurden berücksichtigt. Aufgrund der Fälligkeit einer Tranche des Schuldscheindarlehens im Juni 2022, erfolgte bei den Schuldverschreibungen eine Umgliederung von den lang- in die kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von EUR 114,5 Mio. Insgesamt wiesen die langfristigen Schuldscheindarlehen einen Buchwert von EUR 549,2 Mio (Vorjahr: EUR 314,5 Mio) auf. Dies entspricht einem Nominalwert von EUR 550,0 Mio (Vorjahr: EUR 314,5 Mio). Der beizulegende Zeitwert der Schuldscheindarlehen betrug zum Stichtag EUR 554,5 Mio (Vorjahr: EUR 324,5 Mio). Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgte gemäß Stufe 2 der Fair-Value-Hierarchie unter Berücksichtigung der aktuellen Marktdaten und des eigenen Kreditrisikos.
8 Jubiläumsrückstellungen wurden in
Deutschland per 31. Dezember 2021 mit einem Zinssatz von
1,22 % abgezinst.
Gleichfalls waren in den langfristigen Finanzschulden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen enthalten, die zum 31. Dezember 2021 einen Buchwert von EUR 227,8 Mio (Vorjahr: EUR 221,0 Mio) aufwiesen. Grundsätzlich wurden keine Sicherheiten für Kreditaufnahmen bestellt. Im Rahmen der Senior Notes wurden marktübliche Financial Covenants vereinbart, welche im Geschäftsjahr 2021 eingehalten wurden. Insgesamt setzten sich die langfristigen Finanzschulden wie nachfolgend dargestellt zusammen:
(16) Übrige langfristige Verbindlichkeiten Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten gliedern sich folgendermaßen:
Die Reduzierung der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten war überwiegend auf eine positive Marktwertentwicklung abgeschlossener Devisentermingeschäfte zurückzuführen, die eine Restlaufzeit von ein bis drei Jahren aufwies. Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten, die kein Finanzinstrument darstellen, beinhalteten im Wesentlichen lokale staatliche Subventionen für einen Grundstückserwerb, welche passivisch abgegrenzt wurden und planmäßig über die Nutzungsdauer des Vermögenswertes aufgelöst werden. (17) Übrige Rückstellungen Im Einzelnen bestehen folgende übrige Rückstellungen:
Die Entwicklung der übrigen Rückstellungen ist aus folgender Tabelle ersichtlich:
11 Anpassung des Vorjahreswertes um EUR 111,8
Mio durch Umgliederung in die übrigen
Verbindlichkeiten.
Die Rückstellung für Drohverluste berücksichtigt in ausreichendem Maß mögliche Verluste aus schwebenden Geschäften mit Serienprodukten, bei denen die Kosten der Produkte nicht über den erwarteten Verkaufspreis gedeckt werden, sowie Rückstellungen für Drohverluste aus Werkzeug- und Konzeptentwicklungsprojekten. Der Berechnung liegen die verbleibende Baureihenlaufzeit und ein Durchschnittsfahrzeug zu Grunde. Die Rückstellung für Personal enthält Aufwendungen für Abfindungszahlungen, die gemäß den zu Grunde liegenden Sozialplänen ermittelt wurden. Wesentliches Bewertungskriterium für die Dotierung der Rückstellung ist die Dauer der Firmenzugehörigkeit und das Alter der betroffenen Mitarbeiter. Des Weiteren sind Rückstellungen für Covid-Bonuszahlungen enthalten. Die Rückstellungen für Gewährleistungen berücksichtigen alle zum Stichtag bekannten Risiken im Zusammenhang mit garantiebehafteten Umsätzen mit Dritten. Die Garantie- und Gewährleistungsrückstellungen wurden auf Basis von Vergangenheitswerten ermittelt. In der Position "Übrige" sind hauptsächlich Rückstellungen für drohende Belastungen, beispielsweise im Bereich Lohnveredelung sowie einen in Klärung befindlichen Regressfall, enthalten. (18) Kurzfristige Finanzschulden Zum Geschäftsjahresende 2020 war in den kurzfristigen Finanzschulden die Serien L und I der Senior Notes mit einem Nominalwert in Höhe von USD 100,0 Mio (Serie L) und EUR 75,5 Mio. (Serie I) ausgewiesen, die im April 2021 zurückbezahlt wurden. Aufgrund der Fälligkeit einer Tranche des Schuldscheindarlehens im Juni 2022, erfolgte bei den Schuldverschreibungen eine Umgliederung von den lang- in die kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von EUR 114,5 Mio. Der beizulegende Zeitwert der in 2022 fälligen Tranche betrug zum Stichtag in Summe EUR 115,5 Mio. Zum Geschäftsjahresende 2021 bestand keine Inanspruchnahme des Konsortialkredits (kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Vorjahr: EUR 90,0 Mio). Im Rahmen des Konsortialkredites wurden marktübliche Financial Covenants vereinbart, die im Geschäftsjahr 2021 eingehalten wurden. Sicherheiten wurden keine gestellt. Der beizulegende Zeitwert entsprach dem Buchwert. Gleichfalls waren in den kurzfristigen Finanzschulden Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen enthalten, die zum 31. Dezember 2021 einen Buchwert von EUR 62,0 Mio (Vorjahr: EUR 53,1 Mio) aufwiesen. Insgesamt setzten sich die kurzfristigen Finanzschulden wie folgt zusammen:
(19) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gliedern sich folgendermaßen:
(20) Übrige Verbindlichkeiten Die übrigen Verbindlichkeiten teilen sich wie folgt auf:
In der Position Rückerstattungsverbindlichkeiten sind ausschließlich zu leistende Rückzahlungen an Kunden ausgewiesen. Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Abgrenzungen für im Folgejahr fällige Zinszahlungen. Wie im Vorjahr enthalten die finanziellen Verbindlichkeiten für Personal einen im folgenden Geschäftsjahr auszubezahlenden COVID 19-Bonus. (21) Sonstige Angaben Sonstige finanzielle Verpflichtungen Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen setzen sich aus einer Vielzahl von Einzelverträgen zusammen und liegen zum Stichtag bei EUR 69,8 Mio (Vorjahr: EUR 63,5 Mio). Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Geschäftsjahr 2021 Aufwendungen in Höhe von EUR 33,9 Mio (Vorjahr: EUR 33,7 Mio) für Gebäude, technische Anlagen und Maschinen erfolgswirksam im Betriebsaufwand erfasst. Dieser Betrag beinhaltet lediglich Sachverhalte, die nicht im Anwendungsbereich des IFRS 16 liegen, wie beispielsweise kurzfristige Leasingverhältnisse mit einer Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Die zum Bilanzstichtag bestehenden künftigen sonstigen finanziellen Verpflichtungen können der folgenden Übersicht entnommen werden:
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (22) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse gliedern sich wie folgt:
Umsatzerlösströme Die Umsatzerlöse der DRÄXLMAIER Group betreffen ausschließlich Erzeugnisse und Leistungen, wie sie im Automobilzulieferbereich im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit vorkommen. Zu näheren Erläuterungen wird auf die nachfolgenden Tabellen verwiesen. Aufgliederung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden gemäß IFRS 15
Vertragssalden Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen, vertragliche Vermögenswerte, Vertragskosten und vertragliche Verbindlichkeiten aus Verträgen mit Kunden.
Der zu Beginn der Periode in den vertraglichen Verbindlichkeiten enthaltene Betrag von EUR 116,9 Mio wurde im Geschäftsjahr 2021 als Umsatzerlöse erfasst. Für die zum Bilanzstichtag verbleibenden Leistungsverpflichtungen aus begonnenen Entwicklungs- und Werkzeugaufträgen rechnet der Konzern mit der Erfassung von Umsatzerlösen innerhalb der nächsten drei Jahre in Höhe von rund EUR 640,0 Mio. Leistungsverpflichtungen und Methoden der Erlöserfassung Der Umsatz wird auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegenleistung gemessen. Berücksichtigt werden Vertragsänderungen aufgrund Änderungen des Vertragsumfangs und/oder -preises. DRÄXLMAIER bietet keine Rabatte, Erstattungen, Gutschriften oder Preiszugeständnisse gemäß IFRS 15 an. Bei der Bestimmung des Transaktionspreises wird die zugesagte Gegenleistung um den Zeitwert des Geldes angepasst, wenn der zwischen den Vertragsparteien vereinbarte Zahlungszeitpunkt für den OEM oder DRÄXLMAIER einen signifikanten Nutzen aus einer Finanzierung der Übertragung der Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden darstellt. Die DRÄXLMAIER Group erfasst Erlöse, wenn die Verfügungsgewalt über ein Gut oder Dienstleistung an einen Kunden übertragen wurde. Hinsichtlich der Gewährleistung haften die Vertragspartner einander nach den gesetzlichen Vorschriften. Für diese Gewährleistungen sind keinerlei zusätzliche Gegenleistungen vereinbart. Nachfolgend sind je Produktgruppe die Angaben über Art und Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus Verträgen mit Kunden, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen, und die damit verbundenen Grundsätze der Erlösrealisierung zusammengefasst. Serienprodukte Grundsätzlich richtet sich die Erfüllung der Leistungsverpflichtung nach den jeweils vereinbarten Incoterms mit den Kunden. Diese können bei einem OEM baureihenspezifisch definiert sein. Hauptsächlich kommen hierbei DAP, DDP, EXW und FCA zur Anwendung. Es bestehen Rahmenvereinbarungen mit einer Laufzeit von 6 bis 15 Jahren, doch erst in Verbindung mit dem konkreten Lieferabruf kommt ein Vertrag im Sinne von IFRS 15 zustande. Neben konventionellen Lieferumfängen sind vor allem sogenannte Just-in-Sequence-Lieferungen vereinbart. Hieraus folgt, dass die Übertragung der Verfügungsgewalt über die Serienprodukte sowohl anhand selbst erstellter als auch vom Kunden erstellter Lieferscheine dokumentiert ist. Zu diesen Zeitpunkten erfolgt grundsätzlich die Rechnungsstellung und die Erlöserfassung. Die mit den Kunden vereinbarten Zahlungsziele sind im Wesentlichen der 25., 30., 40. und 60. Folgetag der Rechnungsstellung. Werkzeugerstellungen Im Rahmen der Werkzeugerstellung kommt es für die Erfüllung der Leistungsverpflichtung auf die Abnahme durch die Kunden an. Erst dann geht DRÄXLMAIER davon aus, dass die Kontrolle auf den Auftraggeber übergegangen ist. Somit wird bei Abschluss und Abnahme der jeweiligen Werkzeuge durch den OEM der Umsatz ausgewiesen. Für jedes einzelne Werkzeug erhält DRÄXLMAIER sowohl eine separate Bestellung als auch die vereinbarte Gegenleistung. Da der Erhalt der Gegenleistung an keine weitere Bedingung geknüpft ist, wird eine zum Bilanzstichtag noch nicht beglichene Werkzeugleistung unbedingt in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In der Regel sind die entweder mittels Rechnung oder aufgrund einer Gutschriftsanzeige des Kunden entstandenen Werkzeugforderungen innerhalb von 30 Tagen fällig. Die Erlösrealisierung erfolgt seit Anwendung von IFRS 15 zu einem bestimmten Zeitpunkt. Entwicklungsleistungen Die Umsätze aus Entwicklung setzen sich aus Konzept- und Serienentwicklungsleistungen zusammen, für die vertraglich ein Eigentumsübergang vereinbart ist. Bei Konzeptentwicklungen liegt i.d.R. ein Verkauf der Ergebnisse an die Kunden vor. Mit Abschluss bzw. Abnahme durch den OEM ist die Leistungsverpflichtung abgeschlossen und die Kontrolle übergegangen. Entsprechend wird für die Konzeptentwicklung der Entwicklungsumsatz ausgewiesen. Erhält DRÄXLMAIER die Serienbeauftragung nicht, wird die Konzeptentwicklung vom OEM direkt erstattet. In diesen Fällen gelten die jeweiligen mit den Kunden vereinbarten Zahlungsziele. Wird DRÄXLMAIER mit der Serienbelieferung beauftragt, kommt es überwiegend vertragsgemäß zu keiner Direkterstattung durch den OEM. DRÄXLMAIER erhält mittels eines im Serienteilepreis enthaltenen Bausteins die Gegenleistung für die erfolgreiche Konzeptentwicklung. Zahlungsziele bestehen hier nur im Rahmen der gelieferten Serienteile. Nach IFRS 15 werden Leistungserfüllung und Erlösrealisierung zu einem bestimmten Zeitpunkt vorgenommen. Für Serienentwicklungen, für die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit den Kunden ein Eigentumsübergang der Ergebnisse vereinbart ist, gilt die Leistungsverpflichtung mit Abschluss und Abnahme durch den OEM als erfüllt. Zu diesem Zeitpunkt erfolgt die Erlöserfassung. Vereinbarte Vergütungen erfolgen nach Abnahme der Entwicklungsvorhaben in der Regel nach Meilensteinabrechnungen. Es gelten die jeweiligen mit den Kunden vereinbarten Zahlungsziele. Die Gegenleistung für die nicht direkt erstatteten Teile einer Serienentwicklung wird mittels eines im Serienteilepreis enthaltenen Bausteins erbracht. Hier gelten die Zahlungsziele für die gelieferten Serienteile. Unter IFRS 15 werden mit Abschluss und Abnahme die Umsatzerlöse für Serienentwicklungen zeitpunktbezogen erfasst. Die Vergütung für die erbrachten Leistungsverpflichtungen erfolgt gemäß den vereinbarten Zahlungszielen. Das Verhältnis von Erfüllung der Leistungsverpflichtungen zu den üblichen Zahlungszielen hat keine Auswirkungen auf die Salden der vertraglichen Vermögenswerte und der vertraglichen Verbindlichkeiten. Sonstige Erlöse Hierunter fallen Geschäftsvorfälle wie Verkäufe von nicht mehr zu verwendenden Produktionsausschüssen, wie z.B. Metall-, Kabel- und Lederabfälle oder aus Sondererstattungen für Frachten. Diese erfolgen je nach Anfall und entsprechender Abrechnung mit üblichen Zahlungszielen. (23) Andere aktivierte Eigenleistungen In den anderen aktivierten Eigenleistungen sind im Wesentlichen EUR 11,3 Mio (Vorjahr: EUR 4,9 Mio) aktivierte Betriebsmittel enthalten. Zudem wurden selbsterstellte Werkzeuge in Höhe von EUR 13,9 Mio (Vorjahr: EUR 18,1 Mio) aktiviert. (24) Aktivierte Vertragskosten Die Position "Aktivierte Vertragskosten" ist der korrespondierende Korrekturposten des Bilanzposten "Vertragskosten" und wird ausschließlich im Rahmen des IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden gebildet. Der GuV-Posten regelt die Bilanzierung von Kosten, die im Zusammenhang von Kundenbeziehungen über die Lieferung von Gütern und Dienstleistungen entstanden sind, um einen Vertrag zu erlangen bzw. zu erfüllen. Die aktivierten Vertragskosten stellen ertragswirksam den Aufbau projektbezogener Serienentwicklungen für künftige Serienbelieferungen mit dem Kunden dar und betrugen EUR 30,5 Mio (Vorjahr: EUR 21,8 Mio). (25) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge gliedern sich wie folgt:
14 Betrifft die nicht direkt zuordenbaren
Aufwendungen bei Serienfahrzeugprojekten.
Die übrigen periodenfremden Erträge beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von vertraglichen Verbindlichkeiten. Die übrigen sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge aus Lieferantenregress, Recyclingerlöse sowie Erstattungen von Handlingaufwand bei Reklamationen. (26) Materialaufwand
In den Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind EUR 2,0 Mio Wertminderungsaufwand (Vorjahr: EUR 5,9 Mio) enthalten. Wertberichtigungen werden aus technischen Gründen (Materialbeschädigungen bzw. Modellwechsel) und aus wirtschaftlichen Gründen (kein bzw. wenig Kundenbedarf innerhalb eines angemessenen Zeitraumes) durchgeführt. (27) Personalaufwand
In den Aufwendungen für Altersversorgung sind Beiträge zur CONDOR-Versicherung sowie Zuführungen zu Pensionsrückstellungen enthalten. Die sozialen Abgaben sind gemindert um Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen im Zusammenhang mit COVID-19 durch die Agentur für Arbeit in Höhe von EUR 1,4 Mio (Vorjahr: EUR 10,7 Mio). Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich beschäftigt:
Die durchschnittliche Anzahl der gewerblichen Arbeitnehmer beinhaltet 1.419 Mitarbeiter Fremdpersonal (Vorjahr: 1.564). Zum Bilanzstichtag beschäftigte der Konzern 72.050 Mitarbeiter (Vorjahr: 74.034). Die DRÄXLMAIER Group beschäftigte zum Stichtag 1.091 Auszubildende (Vorjahr: 827). (28) Sonstige betriebliche Aufwendungen
In den periodenfremden Aufwendungen sind Verluste aus Anlagenabhängen in Höhe von EUR 4,4 Mio (Vorjahr: EUR 3,8 Mio) enthalten. Die Betriebsaufwendungen enthalten überwiegend Reparatur- und Instandhaltungskosten für Maschinen, technische Anlagen und Gebäude, Mietaufwendungen für Maschinen und Gebäude, Energiekosten, sowie Versicherungsaufwendungen. Der Anstieg der Betriebsaufwendungen resultiert aus der Erholung des aufgrund COVID 19 niedrigeren Produktionsniveaus im Vorjahr. In den Verwaltungsaufwendungen sind hauptsächlich Rechts- und Beratungskosten sowie Dienstleistungskosten enthalten. Die Vertriebsaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Kosten der Warenabgabe und Aufwendungen für Reisetätigkeiten zusammen. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Reisekosten weiterhin auf niedrigem Niveau und unterschreiten sogar den Wert aus 2020. Die Kosten der Warenabgabe sind analog zur Menge der produzierten Güter wieder angestiegen. Die übrigen betrieblichen Aufwendungen sinken im Wesentlichen aufgrund geringerer Zuführungen zu den Rückstellungen für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften, teilweise kompensiert durch den Anstieg der produktionsabhängigen Kosten und der Fortbildungskosten, die sich den Werten vor Beginn der COVID 19 - Pandemie wieder nähern, diese aber noch nicht wieder erreicht haben. Weitere Posten in den übrigen betrieblichen Aufwendungen sind Kosten für Gewährleistung sowie für Forderungsverkäufe. (29) Zinsergebnis
Effekte aus der Aufzinsung wertgeminderter Forderungen waren aufgrund der kurzen Restlaufzeit der betroffenen Forderungen unwesentlich. Es wurden in der Berichtsperiode auf die in Herstellung befindlichen Vermögenswerte keine Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23 aktiviert (Vorjahr: EUR 1,5 Mio). Das Zinsergebnis des Geschäftsjahres 2021 beinhaltete Aufwendungen aus der Aufzinsung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von EUR 11,8 Mio (Vorjahr: EUR 12,3 Mio). (30) Aufwand aus der Ergebniszurechnung von strukturierten Personengesellschaften Es handelt sich hierbei um das von den strukturierten Personengesellschaften erzielte Ergebnis, welches als Aufwand im Konzernabschluss nach IAS 32.35 ff. zu zeigen ist. Der entsprechende Bilanzposten betrifft den Abschnitt (12) Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestellte Kapital. (31) Übriges Finanzergebnis
Die Erträge und Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus den zur Absicherung von Finanzrisiken verwendeten derivativen Finanzinstrumenten im Sinne von IAS 39 und IFRS 9 zur Fair-Value-Bewertung bzw. aus der Bewertung von Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten zu Stichtagskursen. Dabei wurde in Einklang mit den Übergangsbestimmungen des IFRS 9 das Wahlrecht in Anspruch genommen, bis auf weiteres die Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Rahmen von Hedge Accounting beizubehalten. (32) Ertragsteuern
Als laufende Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag ausgewiesen. Davon entfällt ein Anteil in Höhe von EUR 4,0 Mio (Vorjahr: EUR 0,4 Mio EUR) auf frühere Geschäftsjahre. Die in der Bilanz als Vermögenswert ausgewiesenen tatsächlichen Ertragsteuern in Höhe von EUR 29,1 Mio (Vorjahr: EUR 22,9 Mio) stellen Forderungen gegen Finanzbehörden der einzelnen Länder dar. Die bilanziellen Schulden aus Ertragsteuern von EUR 45,5 Mio (Vorjahr: EUR 33,1 Mio) beinhalten die für Körperschaftsteuern, Gewerbeertragsteuern oder sonstige Ertragsteuern gebildeten Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten in den jeweiligen Ländern. Die steuerliche Außenprüfung für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 der deutschen Konzerngesellschaften steht kurz vor dem Abschluss, jedoch sind noch nicht alle Feststellungen seitens der Finanzverwaltung formal endgültig festgesetzt worden. Für die bisher vorliegenden Feststellungen wurde eine Risikovorsorge entsprechend bilanziell berücksichtigt. Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden im IFRS-Abschluss und in der Steuerbilanz, auf Konsolidierungsvorgänge sowie auf realisierbare Verlustvorträge ermittelt. Nachfolgend ist eine Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand dargestellt. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wurde ein gewichteter durchschnittlicher Konzernsteuersatz in Höhe von 23 % (Vorjahr: 28 %) herangezogen. Die Gewichtung erfolgt anhand des jeweiligen IFRS-Ergebnisses vor Steuern der Gesellschaften im Vergleich zum Konzernergebnis. Das Ergebnis vor Ertragsteuern wird mit diesem Konzernsteuersatz multipliziert. Der erwartete Steueraufwand wird mit dem tatsächlichen Steueraufwand verglichen.
Bei der Ermittlung der latenten Steuern wurde bei inländischen Kapitalgesellschaften, die nicht über einen Ergebnisabführungsvertrag ihr Ergebnis an die Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG abführen, ein kombinierter Steuersatz von ca. 29 % (Vorjahr: 29 %) angewandt, der sich aus der körperschaftsteuerlichen Tarifbelastung in Höhe von 15 % zzgl. Solidaritätszuschlag von 5,5 % und unter Berücksichtigung der Hebesätze der einzelnen Betriebsstätten von durchschnittlich rund 13 % (Vorjahr: 13 %) für Gewerbeertragsteuer, zusammensetzt. Bei den Auslandstochtergesellschaften wurden die nationalen Steuersätze (ca. 9 - 30 %) zu Grunde gelegt. Für die Ermittlung der latenten Steuern auf Konsolidierungsmaßnahmen wurde ein pauschalierter Steuersatz von 13 % (Vorjahr 13 %) zu Grunde gelegt. Die latenten Steuern sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen:
Die latenten Steuern der Bilanzpositionen "Nutzungsrechte an geleasten Vermögensgegenständen" und "langfristige Finanzschulden", die aus der Anwendung des IFRS 16 resultieren, wurden saldiert. Daher wird nur der Überhang an latenten Steuern bei den langfristigen Finanzschulden dargestellt. Latente Steueransprüche in einem Steuerhoheitsgebiet werden mit latenten Steuerschulden desselben Gebietes insoweit verrechnet, als sich die Fristigkeiten entsprechen. Die Veränderung der latenten Steuern stellt sich wie folgt dar:
Für die Geschäftsjahre 2021 und 2020 setzen sich latente Steuern, die sich auf die Bestandteile der direkt im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen beziehen, wie folgt zusammen:
Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der bilanzorientierten Verbindlichkeiten-Methode. Danach werden für temporäre Differenzen zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten und den steuerlichen Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden zukünftig wahrscheinlich eintretende Steuerbe- und -entlastungen bilanziert. Beziehen sich die temporären Differenzen auf Posten, die unmittelbar das Eigenkapital erhöhen oder belasten, so werden auch die dazugehörigen latenten Steuern unmittelbar mit dem Eigenkapital verrechnet. Das Konzerneigenkapital erhöht sich durch die erfolgsneutrale Verrechnung von latenten Steuern im Geschäftsjahr um EUR 1,6 Mio (Vorjahr: Minderung EUR 0,6 Mio). Diese ergeben sich zum einen aus der Verrechnung mit der Cash-Flow-Hedge-Rücklage in Höhe von EUR 1,8 Mio (Vorjahr: EUR 0,8 Mio) sowie mit den versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten aus Pensionsplänen in Höhe von EUR -0,2 Mio (Vorjahr: EUR -0,2 Mio). Von den steuerlichen Verlustvorträgen für Körperschaftsteuer, für die zum Bilanzstichtag keine latente Steuer gebildet wurde, verfallen die Beträge in den nachfolgenden Jahren wie folgt:
Die übrigen Verlustvorträge ohne Ansatz latenter Steuer sind in Höhe von EUR 8,7 Mio (Vorjahr: EUR 2,2 Mio) für Körperschaftsteuer sowie in Höhe von EUR 4,4 Mio (Vorjahr: EUR 1,3 Mio) für Gewerbeertragsteuer zeitlich unbegrenzt vortragsfähig. Für temporäre Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von EUR 23,8 Mio (Vorjahr: EUR 25,0 Mio) wurden keine latenten Steuerschulden passiviert, weil der DRÄXLMAIER Konzern deren zeitlichen Verlauf der Umkehr steuern kann und keine Handlungen (z.B. Veräußerungen von Beteiligungen oder Dividendenausschüttungen) geplant sind, die zu einer entsprechenden Besteuerung der temporären Differenzen führen würden. Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung (33) Kapitalflussrechnung Der Finanzmittelfonds laut Kapitalflussrechnung entspricht den in der Bilanz ausgewiesenen Zahlungsmitteln, d.h. den Kassenbeständen und Guthaben bei Kreditinstituten, soweit sie innerhalb von drei Monaten verfügbar sind. Die Mittel sind für den Konzern frei verfügbar. Ausgehend vom Ergebnis nach Steuern wird der Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit indirekt abgeleitet. Im Cash Flow aus Investitionstätigkeit ist die Erhöhung der geleisteten Anzahlungen für Anlagevermögen in Höhe von EUR 43,9 Mio (Vorjahr: EUR 17,8 Mio) enthalten. Zu den im Geschäftsjahr geleisteten Anzahlungen für Anlagevermögen wird auf die Ausführungen unter Ziffer (4) Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte bzw. (9) Sonstige Forderungen und Vermögenswerte verwiesen. Die gezahlten Zinsen für Investitionen werden dem Cash Flow aus Investitionstätigkeit zugeordnet. Im Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit sind neben Einlagen bzw. Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter auch Zahlungsströme aus den Finanzschulden und Zinsen enthalten. Im Juli und August 2021 wurden ESG-Iinked 16 Schuldscheine in Höhe von insgesamt EUR 350,0 Mio platziert. Begeben wurden unbesicherte, fest- und variabel verzinsliche Schuldscheine mit Laufzeiten von 4, 5, 7 und 10 Jahren. Erstmalig wurde dabei eine Vergütungskomponente an die Erreichung dreier so genannter Sustainability Performance Targets (Ausbildungsquote, Eigenstrompotenzial und Recyclingquote) geknüpft. Die angefallenen Transaktionskosten in Höhe von EUR 0,9 Mio wurden bei den Einzahlungen aus der Aufnahme von langfristigen Krediten berücksichtigt. Im Berichtszeitraum wurde die planmäßige Tilgung der Senior Notes in Höhe von EUR 84,7 Mio (USD 100,0 Mio Serie L) sowie EUR 75,5 Mio (Serie I) geleistet und bei den Veränderungen der kurzfristigen Kredite ausgewiesen. Die Rückzahlung des Konsortialkredits und des KfW-Konsortialkredits aus 2020 mit einem Volumen von insgesamt EUR 90,0 Mio ist ebenso in der Veränderung der kurzfristigen Kredite enthalten. Aufgrund der Fälligkeit einer Tranche des Schuldscheindarlehens im Juni 2022, erfolgte bei den Schuldverschreibungen eine Umgliederung von den lang- in die kurzfristigen Finanzschulden in Höhe von EUR 114,5 Mio. Die Veränderung der übrigen Finanzschulden entspricht den Mittelabflüssen zur Tilgung der Leasingverbindlichkeiten, die aufgrund IFRS 16 ab 2019 zu bilanzieren sind. Nähere Ausführungen zur Finanzierungstätigkeit sind unter den Ziffern (15) Langfristige Finanzschulden, (18) Kurzfristige Finanzschulden bzw. (35) Finanzinstrumente, Sicherungspolitik und Finanzderivate enthalten.
16 ESG = Environmental, Social & Governance
Die Einflüsse von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelfonds werden gesondert dargestellt. Die Veränderung der Bilanzpositionen, die für die Entwicklung der Kapitalflussrechnung herangezogen werden, ist somit nicht unmittelbar aus der Konzernbilanz ableitbar. Im Geschäftsjahr wurden Ertragsteuern in Höhe von EUR 44,3 Mio (Vorjahr: EUR 22,8 Mio) gezahlt und EUR 5,6 Mio (Vorjahr: EUR 1,3 Mio) rückerstattet. Der Finanzmittelfonds hat sich gegenüber dem Vorjahresende um EUR 34,0 Mio verringert. Überleitung der Bewegungen der Schulden auf den Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit zum 31. Dezember 2021:
17 Inklusive Ausbuchung in Höhe der
realisierten Kursverluste des restlichen Teils der
Schuldverschreibung von EUR 12,2 Mio
20 Inklusive Ausbuchung in Höhe der
realisierten Kursverluste des restlichen Teils der
Schuldverschreibung von EUR 18,3 Mio
Sonstige Angaben (34) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen nicht aktivierungsfähige Forschungskosten, Investitionen in aktivierungspflichtige Entwicklungskosten und Entwicklungskosten für Kundenaufträge:
(35) Finanzinstrumente, Sicherungspolitik und Finanzderivate Finanzinstrumente Unter Finanzinstrumente fallen grundsätzlich sämtliche auf vertraglicher Basis vorgenommene wirtschaftliche Vorgänge, die einen Anspruch auf Zahlungsmittel beinhalten. Hierzu gehören einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als auch Finanzforderungen und -verbindlichkeiten. Weiterhin umfassen die Finanzinstrumente auch derivative Instrumente, die zur Sicherung von Zins-, Währungs- oder Rohstoffrisiken eingesetzt werden. Gemäß den Vorschriften des IFRS 9 klassifiziert die DRÄXLMAIER Group Finanzinstrumente in die Kategorien "zu fortgeführten Anschaffungskosten" (at amortised cost), "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" (fair value through other comprehensive income) und "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" (fair value through profit or loss). Die Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten werden anhand des betriebenen Geschäftsmodells und der Struktur der Zahlungsströme bestimmt. Mit Ausnahme spezifischer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie derivativer Finanzinstrumente, werden finanzielle Vermögenswerte bei DRÄXLMAIER ausschließlich gehalten, um den ausstehenden Kapitalbetrag zu vereinnahmen. Unter Einhaltung des Zahlungsstromkriteriums werden Finanzanlagen, sonstige finanzielle Forderungen sowie Zahlungsmittel der Kategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Die bilanzielle Erfassung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen begründet sich durch die Erzielung von Umsätzen aus Dienstleistungen und Warenlieferungen gegen Rechnung. Sie werden gleichfalls als "zu fortgeführten Anschaffungskosten" klassifiziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Geschäftsmodell grundlegend das Halten der Vermögenswerte vorsieht, die jedoch auch an dritte Parteien veräußert werden können, werden bei DRÄXLMAIER der Kategorie "erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis" zugeordnet. Derivative finanzielle Vermögenswerte, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, werden per Definition dem Handelsbestand zugeordnet und in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" aufgenommen. Originäre Finanzinstrumente der Passiva werden in die Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingegliedert. Derivative finanzielle Verbindlichkeiten, die nicht Teil einer Sicherungsbeziehung sind, werden per Definition dem Handelsbestand zugeordnet und demzufolge in die Kategorie "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" aufgenommen. Wesentliche Modifikationen (beispielsweise bei Veränderung des Barwerts der vertraglichen Zahlungsströme von mehr als zehn Prozent) von finanziellen Verbindlichkeiten führen gemäß IFRS 9 zur Ausbuchung des Finanzinstruments. Für die Berichtsperiode 2021 lagen keine Modifikationen vor. Darüber hinaus sind zum Ende des Geschäftsjahres 2021 bei DRÄXLMAIER keine als Aktivum gehaltenen Eigenkapitalinstrumente im Bestand. Dies gilt ferner für passivische Posten, welche aus einem in eigenen Eigenkapitalinstrumenten zu erfüllenden Vertrag resultieren. Originäre Finanzinstrumente a) Beizulegende Zeitwerte Die ermittelten beizulegenden Zeitwerte der originären Finanzinstrumente stellen nicht notwendigerweise die Werte dar, die das Unternehmen bei einer tatsächlichen Transaktion unter aktuellen Marktbedingungen realisieren würde. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte werden nachfolgende Annahmen getroffen: Kurzfristige Forderungen/Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bzw. sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte/Verbindlichkeiten: Die Buchwerte entsprechen aufgrund der Kurzfristigkeit der Forderungen und Verbindlichkeiten annäherungsweise den beizulegenden Zeitwerten, soweit die Erfüllung in finanziellen Vermögenswerten erfolgt. Zahlungsmittel: Die Buchwerte entsprechen aufgrund der Kurzfristigkeit der Anlagen den beizulegenden Zeitwerten der Finanzmittel. Lang- und kurzfristige Finanzschulden: In Bezug auf den beizulegenden Zeitwert der Schuldverschreibungen verweisen wir auf die Ausführungen zu den (15) Lang- und (18) Kurzfristigen Finanzschulden. Für die sonstigen originären Finanzinstrumente entsprechen die beizulegenden Zeitwerte, soweit nicht separat angegeben, näherungsweise den zu den jeweiligen Stichtagen bilanzierten Buchwerten. Nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte aller Kategorien von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten auf. Die beizulegenden Zeitwerte der emittierten Fremdkapitalinstrumente basieren auf diskontierten Cash Flows. Bei der Ermittlung der verwendeten Diskontierungssätze wurden aktuelle Marktinformationen berücksichtigt. Werteansatz Bilanz nach IFRS 9AKTIVA
Die nachfolgende Tabelle zeigt das Nettoergebnis aus den angefallenen Zinsen und der Folgebewertung bei den erfassten Finanzinstrumenten:
24 Ohne Derivate in Sicherungsbeziehungen.
b) Ausfallrisiko und erwartete Kreditverluste Das Ausfallrisiko ist das Risiko von finanziellen Verlusten, falls ein Kunde oder die Vertragspartei eines Finanzinstruments seinen bzw. ihren vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko. Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Wertberichtigungen für finanzielle und vertragliche Vermögenswerte während der Jahresberichtsperiode 2021 auf.
Das tatsächliche Ausfallrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der Vertragsvermögenswerte wird als gering eingestuft. Zum einen ist bei der gegebenen Kundenstruktur das Ausfallrisiko grundlegend als niedrig einzuschätzen, da das Schuldnerportfolio der DRÄXLMAIER Group eine erstklassige Qualität mit hoher Bonität aufweist. Zum anderen führt ein konsequent und aktiv betriebenes Forderungsmanagement des Konzerns zu einem frühzeitigen Erkennen möglicher Ausfallrisiken und zu einer Durchsetzung bestehender Ansprüche. Die Altersanalyse der überfälligen, aber nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der überfälligen, aber nicht wertgeminderten sonstigen finanziellen Vermögenswerte stellt sich zum 31. Dezember 2021 gemäß nachfolgender Tabelle dar.
Zahlungsziele wurden nach Entstehen der Forderungen nicht nachträglich verlängert. Die DRÄXLMAIER Group verlangt für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen keine Sicherheiten. Der Konzern hat keine Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte, für die keine Wertminderungen aufgrund von Sicherheiten erfasst wurden. Erwartete Kreditverluste werden unter Zugrundelegung der folgenden Faktoren bestimmt:
Um den erwarteten Kreditverlust finanzieller Vermögenswerte errechnen zu können, setzt der Konzern die Methode des erwarteten Verlusts ein, welche drei wesentliche Risikoparameter einbezieht: Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote bei Ausfall und Kredithöhe bei Ausfall. Die Ausfallwahrscheinlichkeit wird dabei auf Basis von Credit Default Swaps (CDS) der jeweiligen Kunden und Geschäftspartner ermittelt und entsprechend dem zu bewertenden Finanzinstrument laufzeitäquivalent angepasst. Die Festlegung, ob ein finanzieller Vermögenswert eine Veränderung des Kreditrisikos erfahren hat, basiert auf einer quartalsweise durchgeführten Einschätzung. Die DRÄXLMAIER Group ordnet jeden finanziellen Vermögenswert, der in den Anwendungsbereich des Wertminderungsmodells nach IFRS 9 (expected credit loss model) fällt, einer Wertberichtigungsstufe zu. Stufe 1 beinhaltet erwartete Kreditverluste innerhalb der nächsten zwölf Monate, Stufe 2 erwartete Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments, die keiner beeinträchtigten Bonität unterliegen. Wenn ein finanzieller Vermögenswert in seiner Bonität beeinträchtigt oder ausgefallen ist, wird er Stufe 3 zugeordnet. Als Wertberichtigung werden die erwarteten Kreditverluste über die gesamte Laufzeit des finanziellen Vermögenswerts erfasst. Hinsichtlich einzelner Stufenverschiebungen hat der Konzern nachfolgende absolute, relative und objektive Kriterien definiert, wobei die Zuordnungskriterien für den Stufentransfer 1 - 2 sowie 2 - 3 symmetrisch sind. Insofern werden für eine Rückeinstufung die gleichen Kriterien zu Grunde gelegt wie für eine Höherstufung. Ein finanzieller Vermögenswert wird in Stufe 2 überführt, wenn das Ausfallrisiko im Vergleich zum Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung wesentlich angestiegen ist. DRÄXLMAIER legt für die Einschätzung einer wesentlichen Erhöhung des Ausfallrisikos als relatives Kriterium für Forderungen das Vorliegen einer Überfälligkeit von größer 60 Tagen zugrunde, sofern diese mindestens 15 % des Gesamtbestandes betrifft. Basierend auf der sehr guten Bonität der wesentlichen Kunden der DRÄXLMAIER Group wird erst bei Vorliegen einer Überfälligkeit von größer 60 Tagen ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos vermutet. Als Grund für diese Einschätzung ist auch die Beurteilung des Zahlungsverhaltens in der Vergangenheit anzuführen. Wenngleich Überfälligkeiten von größer 30 Tagen vorlagen, wurden die offenen Positionen nahezu immer beglichen, sodass es zu keinen Zahlungsausfällen - deren Ursache in der Bonität der Kunden begründet lag - kam. Bei Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten gilt ein Überfälligkeitskriterium von 30 Tagen. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie für vertragliche Vermögenswerte wird bei DRÄXLMAIER der vereinfachte Ansatz (simplified approach) angewandt, wonach derartige finanzielle Vermögenswerte bereits bei der erstmaligen Erfassung in Stufe 2 eingegliedert werden. Dementsprechend muss keine Einschätzung über eine wesentliche Erhöhung des Ausfallrisikos vorgenommen werden. Sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bereits bei Bilanzzugang in ihrem Wert gemindert, gliedert die DRÄXLMAIER Group den Vermögenswert umgehend in Wertberichtigungsstufe 3 ein. Darüber hinaus definiert der Konzern als objektives Kriterium für einen Transfer zu Stufe 3 das Vorliegen einer Überfälligkeit von größer 90 Tagen, sofern diese mindestens zehn Prozent des Gesamtbestandes betrifft. Ein Kreditausfall liegt vor, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten begleichen kann. In diesem Fall beträgt die erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit 100 %. Der Bruttobuchwert eines finanziellen Vermögenswertes wird abgeschrieben, wenn der Konzern nach angemessener Einschätzung nicht davon ausgeht, dass der finanzielle Vermögenswert ganz oder teilweise realisierbar ist. Da die DRÄXLMAIER Group ihre Umsatzerlöse im Wesentlichen mit fünf Kunden generiert, erfolgt die Zuordnung zu einer Wertberichtigungsstufe grundlegend nicht auf Ebene des Einzelgeschäfts, sondern auf Portfolioebene. Ein bewertungsrelevantes Portfolio bildet sich in dem Zusammenhang aus dem jeweiligen finanziellen Anspruch. Aufgrund der Bildung eines Portfolios auf Kundengruppenebene ist gewährleistet, dass sich das jeweilige Portfolio durch ein homogenes Kreditrisiko auszeichnet. Da der Anteil am Gesamtumsatz im Konzern unter fünf Prozent liegt, werden finanzielle Vermögenswerte gegenüber sonstigen Kunden in einem separaten Portfolio subsumiert und bewertet. Nachfolgende Tabelle zeigt den Buchwert, die Wertberichtigung sowie die Verlustrate pro Wertberichtigungsstufe für finanzielle Vermögenswerte und Vertragsvermögenswerte, für die das Wertminderungsmodell nach IFRS 9 anzuwenden ist.
Derivative Finanzinstrumente und Sicherungspolitik Das operative Geschäft sowie die Finanzierungstransaktionen der DRÄXLMAIER Group als international tätige Unternehmensgruppe unterliegen Finanzrisiken. Diese ergeben sich insbesondere aus dem zukünftigen Liquiditätsbedarf, aus Zinsänderungsrisiken, aus Wechselkursschwankungen sowie aus der Bonität der Kontrahenten der DRÄXLMAIER Group. Entsprechend dem Risikomanagementsystem der DRÄXLMAIER Group wird neben der Identifizierung, der Analyse und der Bewertung dieser Risiken auch deren Begrenzung durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten vorgenommen. Ein Halten solcher Instrumente zu Spekulationszwecken ist nicht zulässig. Die Auswahl der Partner, die Planung des zukünftigen Liquiditätsbedarfs sowie der Einsatz der Sicherungsinstrumente (Derivate) werden in der DRÄXLMAIER Group im Rahmen bestehender Richtlinien grundsätzlich zentral durchgeführt. Marktübliche Käufe und Verkäufe von Finanzinstrumenten werden am Handelstag, d.h. an dem Tag, an dem die Unternehmen der DRÄXLMAIER Group die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswertes eingegangen sind, bilanziert. In Einklang mit den Übergangsbestimmungen des IFRS 9 Finanzinstrumente hat DRÄXLMAIER das Wahlrecht in Anspruch genommen, bis auf weiteres die Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Sicherungsgeschäften im Rahmen von Hedge Accounting anzuwenden. a) Liquiditätsrisiko Die Liquiditätsentwicklung der DRÄXLMAIER Group wird laufend zentral überwacht. Mindestens einmal jährlich wird im Rahmen der rollierenden Mehrjahresplanung der mittel- und langfristige Kapitalbedarf (Zeitraum: laufendes Jahr und vier Folgejahre) neu ermittelt. Darauf aufbauend werden gegebenenfalls geeignete Finanzierungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Zur mittel- bis langfristigen Liquiditätssicherung werden derzeit überwiegend langfristige Finanzierungsmittel durch die Muttergesellschaft aufgenommen und bedarfsgerecht an die Einzelgesellschaften der DRÄXLMAIER Group durchgereicht. Als wesentliche Finanzierungselemente ("Finanzierungsstruktur") sind zu nennen: 1. Senior Notes Insgesamt stehen zum Stichtag Senior Notes in Höhe von USD 407,5 Mio und EUR 155,0 Mio aus. Im Einzelnen:
Alle Serien wurden im Rahmen von Privatplatzierungen von institutionellen US-amerikanischen Investoren gezeichnet. 2. Schuldscheine Insgesamt stehen zum Stichtag Schuldscheine in Höhe von EUR 664,5 Mio aus. Im Einzelnen:
Die Schuldscheine wurden mehrheitlich im deutschen Banken- und Sparkassensektor platziert. 3. Ein Konsortialkredit in Höhe von EUR 615,0 Mio mit einer Teilfälligkeit in Höhe von EUR 85,0 Mio im Juni 2022 und einer Endfälligkeit von EUR 530,0 Mio im Juni 2023. Per 31. Dezember 2021 gab es keine Inanspruchnahmen. Der im Juli 2020 vereinbarte KfW-Konsortialkredit in Höhe von EUR 300,0 Mio wurde im Juli 2021 gekündigt. Zum Kündigungsdatum war der KfW-Konsortialkredit ungezogen. 4. Ein seit 2016 bestehender Forderungsankaufsvertrag mit einer renommierten Geschäftsbank mit einem Rahmen in Höhe von EUR 140,0 Mio. Des Weiteren können Forderungen in Österreich im Rahmen eines Factoring-Vertrages mit einem Volumen von bis zu EUR 12,0 Mio veräußert werden. Zum Stichtag wurden insgesamt Forderungen mit einem beizulegenden Zeitwert von EUR 44,1 Mio (Vorjahr: EUR 13,2 Mio) veräußert. Das Forderungsmanagement bzgl. der veräußerten Forderungen wird auch nach dem Verkauf durch die DRÄXLMAIER Group wahrgenommen. Im Falle eines Forderungsausfalles durch Schuldnerinsolvenz o.a. besteht kein Ausfallrisiko des Konzerns. Eine mögliche Rückkaufspflicht von veräußerten Forderungen besteht nicht. Saldiert ergaben sich im Jahr 2021 Aufwendungen aus Forderungsverkäufen in Höhe von EUR 0,4 Mio (Vorjahr: EUR 0,8 Mio). Im Rahmen der vorgenannten Finanzierungsverträge zu 1. und 3. hat sich die DRÄXLMAIER Group verpflichtet, bestimmte vertraglich definierte Kennzahlen ("Covenants") einzuhalten. Die Kennzahlen wurden per 31. Dezember 2021 eingehalten. Die DRÄXLMAIER Group geht auch für das Geschäftsjahr 2022 von einer gesicherten Finanzierungsbasis aus. Sicherheiten werden nicht gestellt. Das quantitative Liquiditätsrisiko ist in der Anlage 3 zum Anhang dargestellt. b) Zinsänderungsrisiko Angesichts des insgesamt nur kurzfristigen Kapitalanlagebedarfs sind Zinsänderungsrisiken grundsätzlich nur auf der Finanzierungsseite von Bedeutung. Jedoch werden für den mittel- bis langfristigen Kapitalbedarf Zinsänderungsrisiken, gegebenenfalls durch den Einsatz derivativer Sicherungsinstrumente, weitgehend vermieden. Zum Bilanzstichtag war ein überwiegender Teil der ausgewiesenen Finanzverbindlichkeiten langfristig zinsgesichert. Dabei entfällt der wesentliche Teil auf die USD- und EUR-Senior Notes, die mit Festzinssätzen platziert wurden. Im Hinblick auf Zinsänderungen besteht ein Opportunitätsrisiko. Zum 31. Dezember 2021 belief sich das Nominalvolumen variabel verzinslicher Finanzinstrumente auf insgesamt EUR 157,0 Mio. Nachfolgende Übersicht zeigt die quantitative Darstellung des Zinsänderungsrisikos auf:
Bei der Ermittlung der Auswirkungen von Zinsänderungen bleiben CCIRS unberücksichtigt, da Zinsänderungen wirtschaftlich durch die Spiegelung der CCIRS-Struktur im Grundgeschäft kompensiert würden. Bestimmte bestehende Benchmark-Zinssätze, darunter diejenigen der London Interbank Offer Rate - für USD, GBP, CHF und JPY - wurden umfassend international reformiert (IBOR-Reform). Dies hat zur Folge, dass diese Zinssätze schrittweise abgeschafft und durch alternative, nahezu risikofreie Referenzzinssätze auf Overnight-Basis ersetzt werden. Für den Konzern waren zum 31. Dezember 2020 in Zusammenhang mit der IBOR-Reformierung lediglich die Zinssätze in den Währungen Euro und US-Dollar von grundlegender Relevanz. Im Bereich der Referenzzinssätze für den Euro war insbesondere die Ablösung des EONIA-Zinssatzes durch den €STR (Euro Short-Term Rate) zum 31. Dezember 2021 von Bedeutung. Die Reformierung des EURIBORs wurde bereits im November 2019 abgeschlossen und hatte insofern keinen direkten Einfluss auf die Finanzinstrumente der DRÄXLMAIER Group. An die Stelle der USD-LIBOR-Rate tritt die Secured Overnight Financing Rate (SOFR). Während die Publikation für den Referenzzins USD-LIBOR mit den Laufzeiten eine Woche und zwei Monate zum 31. Dezember 2021 eingestellt wurde, wird die Veröffentlichung für die restlichen Laufzeiten erst zum 30. Juni 2023 beendet. Risiken der Zinsreformierung und deren Auswirkungen auf die DRAXLMAIER Group werden durch ein intern etabliertes Risikomanagement fortlaufend überwacht und gesteuert. Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte Im Bereich der nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte war der Konzern keinen IBOR-Risiken ausgesetzt. Auch für die Zukunft wird das Risiko aus der Zinsreformierung für derartige bestehende Vermögenswerte als gering eingestuft. Nicht-derivative finanzielle Verbindlichkeiten Die lang- und kurzfristigen Finanzschulden des Konzerns weisen in Bestandteilen variable Zinsvereinbarungen auf. Betroffen hiervon sind Zinszahlungen im Kontext bestehender Schuldscheinfinanzierungen, deren variabel-verzinsliche Tranchen auf den 6-Monats-EURIBOR referenzieren. Euro-Ziehungen unter dem Konsortialkreditrahmen referenzieren je nach Laufzeitgleichfallsauf EURIBOR-Zinssätze. Basierend auf der bereits im Geschäftsjahr 2019 abgeschlossenen Reformierung des EURIBORs waren hieraus jedoch keine direkten Risiken mehr erkennbar. Variable Zinszahlungen bei Inanspruchnahmen des Konsortialkredits in der Währung US-Dollar sind an den USD-LIBOR gekoppelt. Vertragliche Vereinbarungen sehen hier einen Ziehungszeitraum von drei oder sechs Monaten (Zinsperiode) vor. Da die LIBOR-Reform für USD-Zinsen zunächst nur Laufzeiten von einer Woche oder zwei Monaten betrifft, war dieses Risiko für die DRÄXLMAIER Group zum 31. Dezember 2021 als unwesentlich einzustufen. Mit endgültiger SOFR-Umstellung der restlichen Laufzeiten per 30. Juni 2023 liegt gleichfalls die Endfälligkeit für den bestehenden Konsortialkredit vor, wonach auch hier zum jetzigen Zeitpunkt keine Risiken erkennbar sind. EUR- sowie USD-Zinszahlungen im Rahmen der begebenen Senior-Notes (USPP) weisen für alle Laufzeiten nur fixe Bestandteile auf. Finanzderivate Zu Risikomanagementzwecken hält der Konzern Cross Currency Interest Rate Swaps, die nicht in Sicherungsbeziehungen designiert waren. Die vertraglichen Vereinbarungen sehen nur bereits fixierte Zinszahlungen vor, sodass aus der Zinsreform keine direkten Risiken abzuleiten sind. Zur Absicherung von Währungsrisiken künftiger Transaktionen hält der Konzern ferner Finanzderivate, die als Cash-Flow-Hedges in Sicherungsbeziehungen designiert waren. Auch hier sind keine Risiken aus der Zinsreform erkennbar, infolgedessen bei bestehenden Sicherungsbeziehungen kein Handlungsbedarf erforderlich war. Der Konzern überwacht den Fortschritt der Umstellung der IBORs auf neue Referenzzinssätze, indem er die Gesamtbeträge der Verträge, die noch nicht auf den alternativen Referenzzinssatz umgestellt wurden, überprüft. Der Konzern geht davon aus, dass ein Vertrag noch nicht auf den alternativen Referenzzinssatz umgestellt wurde, wenn die Zinsen im Rahmen des Vertrags an einen Referenzzinssatz gekoppelt sind, der noch der IBOR-Reform unterliegt. Sowohl zum Geschäftsjahresende 2020 als auch per 31. Dezember 2021 betrifft dies ausschließlich die Kreditlinie im Rahmen des bestehenden Konsortialkredits für Inanspruchnahmen in US-Dollar. c) Währungsrisiko Offene, d.h. einem Währungsrisiko unterliegende Positionen werden grundsätzlich, soweit sinnvoll und möglich, durch derivative Finanzinstrumente kursgesichert. Hierzu werden im Wesentlichen Devisentermingeschäfte und Devisenswaps eingesetzt. Der Abschluss dieser Geschäfte erfolgt im Rahmen der Beschlüsse des Treasury Committees zentral durch die zuständige Organisationseinheit Treasury. In der Regel werden Sicherungsgeschäfte für zukünftige Fremdwährungs-Cash-Flows mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren abgeschlossen. In Einzelfällen können auch längere Laufzeiten kontrahiert werden. Damit wird sichergestellt, dass ein sehr hohes Maß an Effek-tivität des Absicherungsportfolios erreicht wird. Zu den Bilanzstichtagen bestanden die in den folgenden Tabellen aufgeführten Sicherungsgeschäfte; Nominalvo-Iumina wurden dabei unsaldiert angegeben und spiegeln damit die Beträge aller Einzelgeschäfte wider. Die in den Tabellen ersichtliche Differenz zwischen den für das Hedge Accounting designierten Geschäften resultiert zum einen aus der zum Stichtag erfolgten Reklassifizierung von Sicherungsgeschäften aufgrund der bilanziellen Erfassung der korrespondierenden Grundgeschäfte, zum anderen aus nicht für das Hedge Accounting designierten kurz-fristigen Devisenswaps zur Synchronisierung von Zahlungsterminen des Grundgeschäftes und der entsprechenden Devisenkurssicherung sowie aus kurzfristigen Sicherungsgeschäften für konzerninterne Fremdwährungsdarlehen. Die angegebenen beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente entsprechen - bezogen auf den Bilanzstichtag - jeweils dem Preis, zu dem ein unabhängiger Dritter die Rechte und Pflichten aus den Instrumenten übernehmen würde. Der Großteil der Sicherungsgeschäfte dient zur Vermeidung von Wechselkursrisiken aus:
Übersicht der Grund- und Sicherungsgeschäfte:
In der Bewertungsveränderung 2021 werden die Effekte auf das Finanzergebnis zum 31. Dezember 2021 dargestellt. Die unterjährigen Effekte aus der Bewertung sind in der Tabelle nicht berücksichtigt. Die Bewertung der Sicherungsgeschäfte zum Fair Value am jeweiligen Bilanzstichtag nach der "mark-to-market-Methode" hat einen erheblichen Einfluss auf das übrige Finanzergebnis.
Unter Angabe der gesicherten Durchschnittskurse (Terminkurse) weist das Nominalvolumen (Nettorisiko) der Devisentermingeschäfte im Hedge Accounting zum 31. Dezember 2021 nachfolgendes Fälligkeitenprofil auf:
Bei den Sicherungsgeschäften handelt es sich ausschließlich um Devisentermingeschäfte (u.a. auch aus Devisenswaps). Die Sicherungsgeschäfte dienen ausschließlich zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme in Fremdwährung. Der Konzern wendet ein Sicherungsverhältnis von 1:1 an. Als Hauptursachen für Ineffektivitäten bei den Sicherungsbeziehungen sind einerseits die Auswirkungen des Kreditrisikos auf den beizulegenden Zeitwert der Devisenterminkontrakte (welche sich nicht in der Änderung des beizulegenden Zeitwerts der abgesicherten Zahlungsströme widerspiegeln), die auf die Änderung der Wechselkurse zurückzuführen sind, zu nennen. Andererseits liegen Ineffektivitäten auch in den Änderungen der Zeitpunkte der abgesicherten Geschäfte begründet.
27 Reklassifizierung der
Sicherungsgeschäfte, die im folgenden Monat
fällig werden.
Das Fremdwährungsrisiko Nominal (ohne Derivate) ist in der Anlage 4 zum Anhang dargestellt. Quantitative Darstellung des Währungsrisikos Die nachfolgende Berechnung basiert auf der Annahme, dass der Euro zum Stichtag gegenüber den Fremdwährungen um jeweils zehn Prozent auf- bzw. abgewertet hätte. Ferner wurde bei der Szenarioberechnung widergespiegelt, dass es sich bei den Sicherungsgeschäften, die sich auf den USD bzw. sonstige Währungen beziehen, um Währungskäufe handelt. Darüber hinaus wurden die USD Senior Notes sowie die zugehörigen Derivate bei der Ermittlung des Währungsrisikos ausgeklammert, da Veränderungen des EUR/USD Kurses ohne wirtschaftliche Auswirkung geblieben wären. Nicht durch derivative Instrumente währungskursgesicherte USD Senior Notes werden durch auf USD nominierte Vermögenswerte kursgesichert (Natural Hedge). Auch daraus hätten sich keine Währungskurseffekte ergeben. Alle Sicherungsgeschäfte dienen zur Festlegung von Devisenkursen für künftige Zahlungsströme in Fremdwährung. Diese noch nicht realisierten und folglich bilanziell nicht erfassten Zahlungseingänge bzw. Zahlungsausgänge werden bei der nachstehenden Bewertung jedoch nicht beachtet. Unter Berücksichtigung der Annahme einer Aufwertung des Euros gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um zehn Prozent, hätte sich das Ergebnis um EUR 3,5 Mio erhöht (Vorjahr: Erhöhung um EUR 2,7 Mio). Bei einer Abwertung des Euros gegenüber der jeweiligen Fremdwährung um zehn Prozent, hätte sich das Ergebnis um EUR 7,9 Mio reduziert (Vorjahr: Reduzierung um EUR 5,5 Mio). Für Sicherungsgeschäfte, die unter die Regelungen des Hedge Accounting fallen, hat eine Marktwertänderung keinen Ergebniseinfluss. Diese wird direkt im Eigenkapital erfasst. Bei einer Aufwertung des Euro um zehn Prozent hätte sich eine Belastung des Eigenkapitals von EUR 17,1 Mio (Vorjahr: EUR 25,6 Mio) ergeben. Bei einer Abwertung des Euro um zehn Prozent hätte sich eine Erhöhung des Eigenkapitals um EUR 21,3 Mio (Vorjahr: EUR 31,1 Mio) ergeben.
28 Reklassifizierung der
Sicherungsgeschäfte, die im folgenden Monat
fällig werden.
29 Devisentermingeschäfte.
d) Beizulegender Zeitwert Die ermittelten Fair Values der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten wurden gemäß einer Fair-Value-Hierarchie klassifiziert. Die Klassifizierung spiegelt die Bedeutung der für die Bewertung verwendeten Inputdaten wider und ist wie folgt gegliedert:
Zum 31. Dezember 2021 werden folgende finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, bilanziert:
Der Fair Value für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert im sonstigen Ergebnis bewertet wurden, wird ermittelt, indem vom ausstehenden Zahlbetrag die erwarteten Kreditverluste abgezogen werden.
Für derivative Finanzinstrumente wird der beizulegende Zeitwert anhand folgender Methoden bestimmt: Optionen werden durch marktübliche Methoden, wie bspw. Black-Scholes-Modellen, bewertet. Weitere derivative Finanzinstrumente werden durch Diskontierung der künftigen Zahlungsströme unter Berücksichtigung der jeweiligen Ausfallrisiken nach der Barwertmethode bewertet. Als Inputparameterwerden die am Bilanzstichtag, sofern verfügbar, beobachtbaren relevanten Zinssätze sowie Marktpreise angewendet, welche von externen Datenanbietern bezogen werden. Im Geschäftsjahr 2021 sind keine Umgliederungen zwischen den Stufen erfolgt. Ebenso gab es keine Eingliederungen der Fair Values in Stufe 1 und Stufe 3. Die Eingliederung der Fair Values erfolgt auf Basis der Überprüfung zum Geschäftsjahresende. e) Rohstoffrisiken Der volumenmäßig größte Anteil an Rohstoffen, deren Preis auf Basis von Börsennotierungen festgestellt wird, entfällt auf das in den verarbeiteten Kabeln enthaltene Kupfer. Damit verbundene Preisrisiken können über synchronisierte Preisanpassungsmechanismen auf Kunden- und Lieferantenseite üblicherweise nahezu vollständig eliminiert werden. Zur Optimierung von Effektivitätslücken aufgrund von Fristeninkongruenzen werden bedarfsgerecht kurzlaufende Termingeschäfte (Käufe und Verkäufe) auf Kupfer abgeschlossen. Die Kontrakte haben eine Laufzeit von bis zu 9 Monaten und wurden deshalb nicht zum Hedge Accounting designiert. Zum Stichtag weisen die Kontrakte saldiert einen beizulegenden Zeitwert von EUR 0,0 Mio (Vorjahr: EUR 1,7 Mio) auf. Quantitative Darstellung des Rohstoffrisikos Zum 31. Dezember 2021 belief sich das Nominalvolumen der Derivate, die zur Absicherung von Rohstoffrisiken abgeschlossen wurden, auf insgesamt EUR 15,0 Mio. Die nachfolgende Berechnung basiert auf der Annahme, dass zum Stichtag die Kupfernotierung um jeweils zehn Prozent auf- bzw. abgewertet hätte.
f) Kontrahentenbonität Die DRÄXLMAIER Group arbeitet im Rahmen der Finanzierung und Absicherung von Finanzrisiken mit einer Gruppe von Kernbanken zusammen, die grundsätzlich alle über eine erstklassige Bonität verfügen sollen. Auf bestehende positive beizulegende Zeitwerte von Derivaten wurden Bewertungsabschläge von rund EUR 0,0 Mio (Vorjahr: EUR 0,2 Mio) vorgenommen. Für Transaktionen mit Finanzpartnern werden Kontrahentenlimite festgelegt. Hierdurch werden Ausfallrisiken, die darin bestehen, dass Vertragspartner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, minimiert. In Höhe der positiven Marktwerte der Derivate besteht ein Kontrahentenrisiko. Die Finanzstrategie der DRÄXLMAIER Group im Bereich der derivativen Finanzinstrumente fokussiert sich darauf, hauptsächlich mit solchen Banken zusammen zu arbeiten, die dem Unternehmen auch Finanzierungsmittel zur Verfügung stellen. Den abgeschlossenen Geschäften liegen keine Globalnettingvereinbarungen oder ähnliche Vereinbarungen mit den Gegenparteien zugrunde, sodass der Konzern zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Rechtsanspruch auf die Saldierung positiver und negativer Marktwerte von Derivaten, die mit dem gleichen Kontrahenten abgeschlossen wurden, hat. Daher entspricht der Bilanzwert dem Bruttowert der jeweiligen Derivate. g) Risikokonzentration Die geographische Verteilung sowie die Währungszusammensetzung von Aktiv- und Passivpositionen sind in den Anlagen 5 und 6 zum IFRS-Konzernanhang dargestellt. (36) Angaben über die Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen Nach IAS 24 müssen Personen angegeben werden, die die DRÄXLMAIER Group beherrschen oder von ihr beherrscht werden, soweit sie nicht bereits in den Konzernabschluss einbezogen wurden. Darüber hinaus erstreckt sich die Angabepflicht auf Geschäfte mit assoziierten Unternehmen sowie Geschäfte mit Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik der DRÄXLMAIER Group ausüben, einschließlich naher Familienangehöriger oder zwischengeschalteter Unternehmen. Die Angabepflichten berühren die DRÄXLMAIER Group in Bezug auf Geschäftsbeziehungen zu den Mitgliedern des Managements in Schlüsselpositionen (Key Management) und Geschäftsbeziehungen zu den nahestehenden Unternehmen. Bei den Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen, die grundsätzlich zu marktüblichen Bedingungen erfolgten, handelt es sich im Wesentlichen um Liefer- und Leistungsgeschäfte sowie Finanztransaktionen.
Die Gesamtvergütung für das Key Management hat in 2021 EUR 7,2 Mio (Vorjahr: EUR 7,3 Mio) betragen. Hiervon entfielen auf kurzfristig fällige Leistungen EUR 6,5 Mio (Vorjahr: EUR 5,5 Mio), auf Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses EUR 0,1 Mio (Vorjahr: EUR 0,1 Mio) sowie auf Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses EUR 0,6 Mio (Vorjahr: EUR 1,7 Mio). Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 6 i.V.m. § 315e Abs. 1 HGB betrugen im Geschäftsjahr 2021 EUR 6,6 Mio (Vorjahr EUR 5,8 Mio). Früheren Mitgliedern der Geschäftsführung wurden im Geschäftsjahr Gesamtbezüge von EUR 0,7 Mio (Vorjahr: EUR 1,7 Mio) gewährt. Die Pensionsrückstellung betrug EUR 1,3 Mio (Vorjahr: EUR 1,1 Mio). (37) Honorare des Abschlussprüfers Der im Geschäftsjahr 2021 für den Abschlussprüfer des Konzernabschlusses und dessen verbundene Unternehmen erfasste Honoraraufwand nach § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB gliedert sich wie folgt:
(38) Gesellschafter der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG Komplementärin der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG ist die Fritz Dräxlmaier Beteiligungsgesellschaft mbH, Vilsbiburg, welche keine Kapitaleinlage gezeichnet hat. Die Anteile der Fritz Dräxlmaier Beteiligungsgesellschaft mbH werden von der Eldrax Holding AG, Schweiz, gehalten. Alleinige Kommanditistin der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG ist die Fritz Dräxlmaier Holding GmbH, Geisenhausen. Sämtliche Anteile werden von Frau Lisa Dräxlmaier gehalten. (39) Befreiung nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Nachfolgend aufgeführte Tochterunternehmen haben von der Befreiung des § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB Gebrauch gemacht:
(40) Nachtragsbericht Plangemäß hat Herr Volker Herdin zum 31. März 2022 sein Amt als Chief Financial Officer (CFO) auf eigenen Wunsch niedergelegt. Zusätzlich zu seinen anderen Funktionen als Vice Chairman und Chief Executive Officer (CEO) wird Herr Stefan Brandl die Rolle bis auf Weiteres übernehmen. Die DRÄXLMAIER Group ist abhängig vom Abrufverhalten der Kunden. Die Automobilindustrie muss aktuell aufgrund des am 24.02.2022 begonnenen Krieges zwischen Russland und der Ukraine ("Russland-Ukraine-Konflikt") und der damit verbundenen Lieferausfälle von in der Ukraine ansässigen Zulieferern Produktionsausfälle hinnehmen. Die DRÄXLMAIER Group hat keine Produktionsanlagen in der Ukraine und kann für ihre Produkte aktuell die komplette Lieferbereitschaft aufrechterhalten. Dennoch resultieren die Produktionsausfälle in der Automobilindustrie auch in fehlenden Abrufen für Produkte der DRÄXLMAIER Group. Im Konzern wurde bereits eine Task Force ins Leben gerufen, um gemeinsam mit den Kunden mögliche Szenarien zu eruieren, inwieweit die DRÄXLMAIER Group die Fertigung zusätzlicher Produkte, im Wesentlichen Bordnetze, kurzfristig in Ihrem Produktionsnetzwerk übernehmen kann. Je nachdem, wie sich der Krieg in der Ukraine entwickelt, wird die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Jahr 2022 entsprechend negativ beeinflusst werden. Die auf Basis der aktuell vorliegenden Kenntnisse erfolgten Abschätzungen sind im Prognosebericht berücksichtigt. Der Russland-Ukraine-Konflikt stellt ein wertbegründendes Ereignis dar und hat daher keine Auswirkung auf Ansatz und Bewertung der Vermögenswerte und Schulden zum Abschlussstichtag. Aus heutiger Sicht ist trotz der temporären negativen Einflüsse durch den Krieg nicht von wesentlichen außerplanmäßigen Wertminderungen im Anlagevermögen auszugehen. Sollte sich die Situation jedoch weiter verschärfen und über einen langen Zeitraum hinziehen oder sich die Auseinandersetzungen gar auf weitere Länder erstrecken, in denen die DRÄXLMAIER Group Produktionsstätten unterhält, sind auch außerplanmäßige Wertminderungen im Sachanlagevermögen nicht auszuschließen. Eine verlässliche Abschätzung der weiteren Entwicklung über die aktuellen Erkenntnisse hinaus ist jedoch derzeit nicht möglich. Weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2021, die sich wesentlich auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der DRÄXLMAIER Group auswirken, sind zum Zeitpunkt der Berichterstellung nicht bekannt. (41) Sonstige Angaben Die Geschäftsführung wurde von der Fritz Dräxlmaier Beteiligungsgesellschaft mbH, Vilsbiburg, vertreten durch ihre Geschäftsführer, Herrn Fritz Dräxlmaier, Landshut, Herrn Stefan Brandl, Landshut (am 26. Juli 2021 zum Geschäftsführer bestellt), Herrn Dr. Martin Gall, München (am 31. August 2021 als Geschäftsführer ausgeschieden), Herrn Franz Haslinger, Neumarkt-St. Veit, Herrn Volker Herdin, Scheßlitz/Schweisdorf (am 31. März 2022 als Geschäftsführer ausgeschieden) und Herrn Dr. Markus Junginger, Bad Boll (am 26. Juli 2021 zum Geschäftsführer bestellt), ausgeübt. Der Konzernabschluss wurde von der Geschäftsführung am 08. April 2022 zur Veröffentlichung genehmigt.
Vilsbiburg, 08. April 2022 Fritz Dräxlmaier Beteiligungsgesellschaft mbH Fritz Dräxlmaier Stefan Brandl Franz Haslinger Dr. Markus Junginger Anlagespiegel zum 31. Dezember 2021
Anlagespiegel zum 31. Dezember 2020
Liquiditätsrisiko Quantitative Angaben zum Liquiditätsrisiko
31 Bei Derivaten erfolgt eine Nettobetrachtung.
Marktrisiko Quantitative Angaben zum Marktrisiko Fremdwährungsrisiko Nominal (ohne Derivate)
37 Einschließlich Forderungen gegen
nahestehende Unternehmen.
Risikokonzentration Aktiva Geographische Verteilung und Währungszusammensetzung
40 Einschließlich Forderungen gegen
nahestehende Unternehmen.
Risikokonzentration Passiva Geographische Verteilung und Währungszusammensetzung
42 Einschließlich Forderungen gegen
nahestehende Unternehmen.
Lagebericht 2021Performing our Visions Inhalt Vorwort Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell des Konzerns Organisation Beschäftigung Forschung und Entwicklung Nachhaltigkeit Rechtliche Rahmenbedingungen Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Geschäftsentwicklung Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Chancen- und Risikobericht Chancenmanagement Risikomanagement Prognosebericht Branchenausblick Ausblick DRÄXLMAIER Group Hinweise Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser! wir blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurück, in dem wir trotz eines herausfordernden Marktumfelds unsere Profitabilitätsziele erreichen konnten. Alle Segmente trugen zu einer positiven Umsatzentwicklung bei. Ausschlaggebend dafür waren unsere strategische Positionierung im Premium-Automobilmarkt, ein hochprofessionelles Krisenmanagement, eine exzellente Kundenbetreuung mit funktionierenden Prozessen und unsere globale Aufstellung in den wichtigsten Märkten. Schwierige operative Rahmenbedingungen Die Rahmenbedingungen für das operative Geschäft waren schwierig, insbesondere aufgrund der noch nicht ausgestandenen COVID-19-Pandemie, Unterbrechung von Lieferketten, einer Knappheit an Rohstoffen und anderen Gütern sowie höheren Energie- und Logistikkosten. Nach einer kräftigen Erholung im ersten Halbjahr trübte sich das Geschäftsvolumen vor allem im dritten Quartal aufgrund der Chip- und Halbleiterkrise stark ein. Viele Autobauer mussten ihre Produktion drosseln bzw. zeitweise einstellen. Volatiles Umfeld bleibt In den wirtschaftlich sehr herausfordernden letzten zwei Jahren konnten wir uns besser als der Markt entwickeln, weil wir stets schnell, effizient, risiko- und kostenbewusst auf ungeplante Schwankungen reagierten. Der Start ins neue Jahr war vor allem durch den Ukraine-Russland-Konflikt belastet. Erschwerend hinzu kamen Shutdowns in China aufgrund der COVID-19-Pandemie und anhaltende Lieferengpässe bei Halbleitern und Rohstoffen. Die DRÄXLMAIER Group ist in der Ukraine und in Russland nicht präsent, dennoch gibt es indirekte Auswirkungen durch Lieferprobleme anderer Zulieferer unserer Kunden mit Betriebsstätten in der Ukraine. Immense Preissteigerungen vor allem für Rohstoffe, Energie und Logistik verteuerten die Produktion. Die aktuelle Situation stellt auch für uns eine Zeitwende dar. Die Folgen der Versorgungsengpässe in den gesamten Lieferketten sowie die immensen Auswirkungen auf Energieversorgung und Energiepreise sind derzeit noch nicht absehbar. Nachhaltig mobil Das Leitmotiv für all unsere Aktivitäten ist es, trotz der vielen Unsicherheiten stets soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen. Die Tugenden Anstand, Vertrauen und Verantwortung sind fest in unserer DNA verankert. So ist es für uns auch selbstverständlich, dass wir uns aktuell sowohl finanziell als auch mit Direkthilfen an der humanitären Unterstützung der Menschen in der Ukraine beteiligen. Die nachhaltige Mobilität im Fokus, konnten wir nicht nur unsere Produktpalette rund um die Zukunftsthemen Elektrifizierung, Konnektivität und Autonomes Fahren erweitern. Wir engagieren uns auch in der Stiftung KlimaWirtschaft, halten an unserem 1,5 Grad-Commitment fest und beziehen in die geplante CO 2 -Reduktion auch unsere Lieferketten mit ein. Dem Ziel klimaneutral zu wirtschaften, sind wir durch die Realisierung zahlreicher Umwelt- und Klimaschutzprojekte weltweit näher gekommen. Die Zukunft der Mobilität fest im Blick, ist die DRÄXLMAIER Group trotz schwieriger Rahmenbedingungen strategisch sehr gut aufgestellt. Die absolute Zuverlässigkeit unserer Belegschaft weltweit, ein zukunftssicheres Produktportfolio sowie die konsequente Fokussierung auf das Kundensegment der Premium-Automobilhersteller bilden eine solide Basis für künftigen Erfolg. Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell Organisation Beschäftigung Forschung und Entwicklung Nachhaltigkeit Rechtliche Rahmenbedingungen Grundlagen des Konzerns Geschäftsmodell Die DRÄXLMAIER Group ist ein innovativer System- und Entwicklungspartner der internationalen Automobilindustrie. Sie entwickelt, fertigt und vertreibt Bordnetzsysteme, exklusives Interieur, Batteriesysteme und zentrale Elektrik- und Elektronikkomponenten mit klarer Ausrichtung auf den automobilen Premiummarkt. Entsprechend den Produkten ist das Geschäft der DRÄXLMAIER Group in folgende Segmente unterteilt:
Die Produktion konzentriert sich überwiegend auf Fertigungsstätten in Osteuropa, Nordafrika, Nord- und Mittelamerika und im asiatischen Raum. Forschung und Entwicklung werden neben dem Standort Vilsbiburg in verschiedenen Entwicklungsbüros weltweit betrieben. DRÄXLMAIER hat bereits früh die globalen Megatrends in der Automobilindustrie antizipiert. Ein zukunftsfähiges Produkt- und Technologieportfolio bildet die Basis, die Transformation der Mobilität aktiv und erfolgreich mitzugestalten. Nachhaltigkeit vom Materialeinkauf über die Produktion bis zur Auslieferung der Produkte ist dabei ein Eckpfeiler der gesamtheitlichen Unternehmensführung. Organisation Das in der Konzernmuttergesellschaft Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG angesiedelte funktional aufgestellte Executive Board bestimmt die Unternehmensstrategie und die übergeordnete Steuerung der DRÄXLMAIER Group. Fritz Dräxlmaier fungiert im Konzern neben seiner Rolle als Vertreter der Gesellschafter als Chairman. Dr. Martin Gall scheidet aus persönlichen Gründen auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus Dr. Martin Gall war über 17 Jahre bei der DRÄXLMAIER Group in unterschiedlichen Führungsfunktionen tätig, seit 2014 als CTO und seit März 2020 zusätzlich zusammen mit Franz Haslinger als CEO. "Die Entscheidung von Herrn Dr. Martin Gall, seine Ämter aus persönlichen Gründen niederzulegen, nehme ich mit großem Bedauern entgegen. Er hat die richtungsweisende technische Entwicklung unseres Unternehmens mit außerordentlichem persönlichen Engagement und großer Expertise vorangetrieben. Ich danke Herrn Dr. Martin Gall ganz herzlich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute", so Chairman Fritz Dräxlmaier. Stefan Brandl neuer Vice Chairman, CEO und CFO Stefan Brandl ist seit dem 1. Juli 2021 Vice Chairman der DRÄXLMAIER Group. In dieser Rolle lenkt er in enger Abstimmung mit Chairman Fritz Dräxlmaier die strategische Weichenstellung des Unternehmens. Zusätzlich hat er nach dem Ausscheiden von Dr. Martin Gall auch die Rolle des CEO übernommen und leitet gemeinsam mit Franz Haslinger das Executive Board. Plangemäß hat Volker Herdin zum 31. März 2022 sein Amt als CFO auf eigenen Wunsch niedergelegt. Zusätzlich zu seinen anderen Funktionen wird Stefan Brandl die Rolle bis auf Weiteres übernehmen. Er war zuvor über 30 Jahre lang in verantwortlicher Position bei der ebm-papst Gruppe tätig, zuletzt als Vorsitzender der Geschäftsführung. Das Alleinstellungsmerkmal ökologisch effizienter Produkte spiegelt dabei nicht nur die soziale Verantwortung als Familienunternehmen wider, sondern führt auch bei den Kunden zu einem Mehrwert. Dr. Markus Junginger neuer CTO Zum 1. Juli 2021 hat Dr. Markus Junginger die Funktion des CTO der DRÄXLMAIER Group übernommen. Er folgt auf Dr. Martin Gall, der diese Aufgabe neben seiner Rolle als CEO parallel innehatte. Dr. Markus Junginger verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Automobilindustrie. Ein Schwerpunkt seiner Laufbahn war insbesondere die Transformation von Entwicklungsorganisationen, Prozessen und Methodiken. Zuletzt war er als Partner bei der MHP Management- und IT-Beratung tätig, wo sein Fokus ebenfalls auf Transformationsprozessen in der Automobilindustrie lag. Jan Reblin neuer CCO Mit Wirkung zum 1. Januar 2022 hat Franz Haslinger, Co-CEO und CCO der DRÄXLMAIER Group, seine Aufgaben als Chief Customer Officer an Jan Reblin übergeben. Seine Aufgabe als Co-CEO wird er weiterhin unverändert ausüben. Jan Reblin hat die Funktion des CCO zusätzlich zu seiner Funktion als Chief Operations Officer (COO) übernommen und berichtet in beiden Funktionen an Franz Haslinger. Das Executive Board Stefan Brandl Vice Chairman Chief Executive Officer Chief Financial Officer Franz Haslinger Chief Executive Officer Dr. Markus Junginger Chief Technology Officer Roland Polte Chief Human Resources Officer Jan Reblin Chief Operating Officer Chief Customer Officer Beschäftigung Mitarbeiterzahl weltweit weiter reduziert Im Verlauf des Geschäftsjahres 2021 hat sich die weltweite Mitarbeiterzahl der DRÄXLMAIER Group weiter reduziert. Die gesteigerte Produktivität in den Produktionswerken war neben den anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie und der aktuellen Halbleiterkrise der Hauptgrund für diese Entwicklung. Im Vergleich zum Ende des Vorjahres ergab sich ein Rückgang von ca. 2.000 Mitarbeitern auf ca. 72.000 Mitarbeiter zum 31. Dezember 2021. Dies entspricht einer Mitarbeiterreduzierung von knapp 2,7 %. Mexiko und China weiterhin mit der höchsten Mitarbeiterzahl Die Länder mit den meisten DRÄXLMAIER Mitarbeitern waren Ende 2021 Mexiko (ca. 14.000), China (ca. 11.000) und Tunesien (ca. 9.000). Ein weiterer Zuwachs an Mitarbeitern in China wurde durch Rückgänge in Mexiko, Serbien, Tunesien und Rumänien überkompensiert. Erhöhung der Mitarbeiterzahl in Deutschland Zum 31. Dezember 2021 beschäftigte die DRÄXLMAIER Group in Deutschland ca. 5.600 Mitarbeiter, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der größte Mitarbeiterzuwachs ergab sich in 2021 mit 174 Mitarbeitern am Headquarter-Standort in Vilsbiburg. Der Standort mit der höchsten Mitarbeiterreduzierung in 2021 war Landau (73 Mitarbeiter) . Ausblick auf 2022 Das Jahr 2022 startet wieder unter den Vorzeichen der Pandemie in Kombination mit der andauernden Halbleiterkrise. Aufgrund des planmäßigen Anlaufens neuer Baureihen wird die Gesamtmitarbeiterzahl in 2022 voraussichtlich leicht anwachsen. Dieses Wachstum wird durch weitere Produktivitätsfortschritte nicht kompensiert werden können, sodass eine stabile Mitarbeiterzahl in Deutschland und ein leichter Anstieg im Ausland erwartet wird. Forschung und Entwicklung Die Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung leisten mit Know-how, Leidenschaft und Kreativität einen entscheidenden Beitrag zum Unternehmenserfolg. Im Folgenden werden die F&E Schwerpunkte des Berichtsjahres 2021 aus den wichtigsten Bereichen näher beleuchtet. Vorentwicklung Auch im Geschäftsjahr 2021 konnten die von der DRÄXLMAIER Group anvisierten Zukunftsfelder durch die Weiterentwicklung des breit aufgestellten Innovationsportfolios gestärkt werden. Geleitet vom übergeordneten Systemgedanken und unter Berücksichtigung der wichtigsten Automotive-Trends, standen u. a. innovative Themenfelder wie die Elektromobilität, autonomes Fahren sowie nachhaltige Lösungen im Fahrzeuginnenraum im Fokus. Darüber hinaus wurde mit dem "DRÄXLMAIER Innovation Framework" das zentrale Werkzeug zum Thema Innovationen ausgerollt. Das Tool bietet eine moderne und transparente Kollaborationsplattform, um alle DRÄXLMAIER Mitarbeiter weltweit zu vernetzen und somit das kreative Potential der gesamten Belegschaft zu bündeln. Damit kann auch ein großer Beitrag zum Ausbau der Digitalisierungslandschaft der DRÄXLMAIER Group geleistet werden. Zum Ende des Jahres 2021 verzeichnet das DRÄXLMAIER Innovation Framework mehr als 700 Nutzer, welche insgesamt über 250 Innovationsideen generiert haben. Interieur Das Interieur als wichtige Schnittstelle zum Endkunden - dem Insassen im Fahrzeug - bietet auch in Zukunft großes Potential. Im Jahr 2021 haben die DRÄXLMAIER Spezialisten wichtige Projekte wie beispielsweise "beheizte Oberflächen" abgeschlossen und für den Einsatz in Serienprojekten freigegeben. Im Bereich Prozesstechnik wurde das Projekt "automatisiertes Nähen" erfolgreich fertiggestellt - die entwickelten Anlagen sind bereits in den Werken produktiv. Darüber hinaus haben Interieur-Spezialisten der DRÄXLMAIER Group Forschungsanträge für das Thema Nachhaltigkeit ausgearbeitet und konkrete Projekte zu Materialien und Prozesstechnologien im Kontext "circular economy" sowie biobasierte Werkstoffe zur Senkung des CO 2 -Footprint in die Wege geleitet. Im Innovationscluster Funktionsintegration konnte das Know-how hinsichtlich Bedienungsintegration im Rahmen des Konzeptprojekts "Smart Island Door" ausgebaut werden. Hierbei entstand ein hochkomplexer Prototyp ausgestattet mit einem breiten Spektrum an verschiedenen Technologien und Funktionalitäten wie etwa Touch-Bedienung, funktionales Licht, haptisches, visuelles und akustisches Feedback sowie Näherungssensorik. Elektrik- / Elektronikkomponenten In den Geschäftsfeldern Bordnetze und Komponenten hat die DRÄXLMAIER Group im Jahr 2021 einen verstärkten Fokus auf den Systemgedanken gelegt. Durch die Herausforderungen des autonomen Fahrens entstehen zugleich neue Sicherheitsanforderungen. Diese können durch den Einsatz von Technologien für elektronisches Absichern erfüllt werden. DRÄXLMAIER arbeitet in gezielt initiierten Grundlagenprojekten in diesem Bereich und gehört damit zu den Lieferanten für den elektronischen Stromverteiler der nächsten Fahrzeuggenerationen der BMW Group. Gleichzeitig konnten auch die Ladesysteme und die hier eingesetzten Technologien erneut signifikant weiterentwickelt werden. Nach der erfolgreichen Platzierung der "Ladedose" als neue Komponente beim Kunden Volkswagen in 2018, fokussierten sich die DRÄXLMAIER Spezialisten weiter auf Schlüsseltechnologien im Rahmen von Grundlagenprojekten. Diese strategische Ausrichtung hat nun dazu geführt, dass das entwickelte System mit der Bezeichnung "Ladepfad" 2021 in die "Sales und Akquisition Roadmap" aufgenommen wurde und nun fester Bestandteil des Produktportfolios der DRÄXLMAIER Group ist. Batteriesysteme Auch im Bereich HV-Batterietechnologie baute DRÄXLMAIER 2021 seine Kompetenzen weiter aus. Dazu trug insbesondere die Entwicklung eines standardisierten, modularen und skalierbaren Batteriebaukastens bei. Der neuartige Batteriebaukasten "dPack" zeichnet sich durch hohe Konfigurierbarkeit aus und ermöglicht so die kundenspezifische Anpassung von Geometrie, Kapazität, Leistung sowie Spannungsbereich. Serienentwicklung Interieur Im Jahr 2021 konnten alle Anläufe erfolgreich und im vorgegebenen Rahmen umgesetzt werden - dank der über die Jahre intensiv verfolgten Standardisierung von Prozessen und Abläufen. Kompetenz-Weiterentwicklungen in den Regionen stellten sicher, dass die Anläufe nahezu ohne Mitwirken der Zentralentwicklung in Vilsbiburg gelangen. Dementsprechend hat die DRÄXLMAIER Group in ihrer Entwicklungsstrategie die Stärkung der Regionen verankert und verfolgt diese kontinuierlich und konsequent auf operativer Ebene. Die Integration der internen Werkzeugbauten in die Entwicklung ist bereits vollzogen. Damit stellt DRÄXLMAIER eine geschlossene Entwicklungsprozesskette sicher und hat die Verantwortlichkeiten noch klarer definiert. 2021 gewann der Konzern wichtige Aufträge wie den BMW X3 Nachfolger oder das Tesla Model Y. Der BMW-Auftrag umfasst die Instrumententafel und die Mittelkonsole für die Regionen Europa, China und Südafrika. Tesla wiederum beauftragte die Serienentwicklung der Türverkleidungen in Grünheide, Fremont und Austin. Elektrik Die Automobilindustrie vollzieht in den kommenden Jahren einen enormen Wandel: Es zeichnet sich deutlich ab, dass sich die Elektromobilität zur vorherrschenden Antriebsart entwickeln wird. Zudem wandelt sich die elektrisch-elektronische Architektur im Fahrzeug erheblich. In zukünftigen Fahrzeug-Generationen werden so die zahlreichen heutigen Steuergeräte durch wenige Zentralrechner und sogenannte Zonenrechner ersetzt. Im Berichtsjahr 2021 überzeugte DRÄXLMAIER mit seiner langjährigen Erfahrung und dem umfassenden Know-how im Bereich Hochvolt-Leitungssätze den Autobauer Volvo, der die Serienentwicklung des Hochvolt-Bordnetzes seines zukünftigen XC90 beauftragte. Für den BMW X3-Nachfolger beauftragte BMW die Serienentwicklung des kundenspezifischen Leitungssatzes und der Nebenleitungssätze an den Produktionsstätten in der Region Amerika sowie die Serienentwicklung der Nebenleitungssätze in China. Über die Regionen hinweg investierte die DRÄXLMAIER Group 2021 in den Ausbau der Infrastruktur der Serienentwicklung mit dem Ziel, Entwicklungsprojekte für künftige Kunden in den Regionen EMEA (Volvo), Amerika (Lucid) und China (Geely) mit kurzem Vorlauf ebenso erfolgreich wie Projekte mit Bestandskunden realisieren zu können. So bezogen beispielsweise Mitarbeiter der Serienentwicklung in Ingolstadt neue Gebäude und das Entwicklungscenter in München wurde erweitert. Gleichzeitig begann DRÄXLMAIER in 2021 mit der Erweiterung des Entwicklungsstandortes im polnischen Jelenia Gora und mit Planungen für ein neues Development-Center im tunesischen Sousse. Elektrik- / Elektronikkomponenten Im Jahr 2021 haben die Kunden der DRÄXLMAIER Group neue technologische Ansätze stark forciert. DRÄXLMAIER hat dabei auf Grundlagenentwicklungen aufsetzen können in erster Linie auf die bisherige Entwicklungsarbeit zum Hochvolt-Ladesystem und zur intelligenten Energieverteilung. Die dabei definierten Zielsetzungen erwiesen sich hinsichtlich der technischen Inhalte als richtig. Zugleich ließ sich feststellen, dass die Dynamik im Markt derzeit so hoch ist, dass ein fließender Übergang vom Grundlagen- zum Konzeptprojekt mit anschließender Akquise-Phase erforderlich ist, um die Kunden-Meilensteine einhalten zu können. Dies erfordert zwar eine umfassende Risikoabwägung nicht abgesicherter Technologien, ermöglicht aber zugleich einen größeren Gestaltungsspielraum in der Zusammenarbeit mit dem Kunden. Die Erhöhung der eigenen Wertschöpfungstiefe stand auch bei der Akquisition von Elektronik-Umfängen im Mittelpunkt. Mit dem neuen Auftrag der Batterie-Elektronik für die BEA3-Plattform von Mercedes Benz erreichte DRÄXLMAIER in dieser Hinsicht einen Meilenstein. Das Projekt bildet die Basis für den Aufbau der Elektronikfertigung am rumänischen Standort Timisoara. Gleichzeitig bringt das Projekt durch das hohe Einkaufsvolumen auch Synergieeffekte für weitere Elektronikprojekte mit sich. Die Entwicklung verfolgt dabei den Plattform-Ansatz und den Einsatz von Funktionsmodulen in weiteren Projekten. Dies zielt vor allem auf die hochpreisigen Halbleiter-Bauteile ab, deren Kosten durch eine Wiederverwendung in weiteren Applikationen durch Skaleneffekte reduziert werden kann. Batteriesysteme Im Geschäftsfeld Speichersysteme und HV-Komponenten entwickelt und fertigt die DRÄXLMAIER Group individuell konfigurierbare Hochvolt-Batteriegesamtsysteme und -Komponenten sowie die Batterieelektronik und bietet hierbei maßgeschneiderte Lösungen von der Entwicklung, über den eigenen Prototypenbau bis hin zur Kleinserien- und Großserienfertigung. Die DRÄXLMAIER Group ist dabei Systemlieferant für Hybridspeichersysteme wie auch für Speichersysteme von batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) in unterschiedlichsten Leistungsklassen und mit einer Spannungslage von 48-800V. Neben langjähriger Erfahrung hinsichtlich Package, Integration und Verfahrenstechnik wird die Integration vollständiger Batterieelektronik, Batteriezustandserkennungen mit permanenter Überwachung von Spannung, Strom und Temperatur sowie eine auf den Bauraum optimierte Fahrzeugintegration angeboten. Seit 2019 wird das bei DRÄXLMAIER entwickelte 800V-Batteriesystem für den Porsche Taycan im Werk Sachsenheim produziert. Hierbei kam erstmals ein hochautomatisiertes Fertigungsprinzip zum Einsatz, das in vielen Teilprozessen fast gänzlich auf Handarbeit verzichtet und nach den Prinzipien der Industrie 4.0 arbeitet. Damit war DRÄXLMAIER der weltweit erste Serienlieferant eines 800V-PKW-Batteriesystems. Nach dem erfolgreichen Anlauf des Taycan hat sich Porsche erneut für DRÄXLMAIER als Serienlieferant einer HV-Batterie entschieden. So wird der Porsche Macan, der 2023 als rein batterieelektrisches Fahrzeug auf den Markt kommen wird, mit einer Hochvoltbatterie der DRÄXLMAIER Group ausgestattet. Im Berichtsjahr konnten wesentliche Erfahrungen im Batteriesystem des Macan eingebracht und umgesetzt werden, so dass inzwischen im Prototypenbau in Vilsbiburg bereits weit über 200 Macan Batterien hergestellt werden konnten. Ein großer Anteil dieser Hochvoltbatterien waren bereits in Erprobungsfahrzeugen unterwegs. Im Jahr 2021 hat DRÄXLMAIER zudem auch schon die ersten Batterien aus Serienwerkzeugen am Serienstandort Leipzig ausgeliefert. Als weiterer Erfolg konnte verbucht werden, dass AMG für die gesamte Flotte der Performance Hybridfahrzeuge ebenfalls die DRÄXLMAIER Group als Systemlieferanten ausgewählt hat. So wurde 2021 bereits ein Derivat der AMG-Batterie in Vilsbiburg auf der so genannten Fast-Track-Line gebaut und geht ab Mitte 2022 in die Serie über, bevor dann Schritt für Schritt die Verlagerung an den Großserienstandort folgt. Nachhaltigkeit Im Jahr 2021 veröffentlichte die DRÄXLMAIER Group ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht angelehnt an die Vorgaben des Standards der GRI (Global Reporting Initiative). Berichtet wird neben Governance-Themen zu den Aktionsfeldern "Nachhaltige Produkte", "Klimaschutz", "Umweltschutz" und "Soziale Verantwortung". Im Juli 2021 wurde ein ESG-linked Schuldscheindarlehen erfolgreich am Markt platziert. Dabei ist eine Preiskomponente an die Erfüllung bestimmter ESG KPIs gekoppelt. Als KPIs wurden das Eigenstrompotential, die Recyclingquote sowie die Ausbildungsquote definiert. Eigenstrompotential bezeichnet die maximale elektrische Leistung in Kilowatt (kW) geteilt durch die Netto Gebäudeinnenfläche (in 1.000 Quadratmetern (m 2 )). Recyclingquote ist das arithmetische Mittel über den angefallenen Abfall jedes Produktionsstandortes des Konzerns, der durch Aufbereitung zur Wiederverwendung, Recycling oder sogenannte Verfahren zur Wiedergewinnung umgeleitet wird. Ausbildungsquote bezeichnet die Anzahl der Auszubildenden im Verhältnis zu den aktiven Stammmitarbeitern des Konzerns. Für jede Kennzahl wurde ein ambitionierter Zielwert bis 2030 fixiert. Klima- und Umweltschutz Für die DRÄXLMAIER Group steht fest: Eine nachhaltige Unternehmensentwicklung, die ökonomisches Wachstum mit ökologischen Zielen verbindet, ist der einzig gangbare Weg in die Zukunft. Daher ist der Klima- und Umweltschutz zentral im Unternehmen verankert. Der fortschreitende Klimawandel und die jetzt schon spürbaren Folgen erfordern von Unternehmen, dass diese ihre Treibhausgasemissionen reduzieren. Aus den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen des Weltklimarats (IPCC) geht hervor, dass eine noch schnellere und drastischere Reduktion erforderlich ist, um die globale Erwärmung auf 1,5°C begrenzen zu können. Weiterentwicklung des Corporate Carbon Footprints Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 2021 eine Neuausrichtung im Bereich Klimamanagement angestoßen. Mit einer Weiterentwicklung des Corporate Carbon Footprints (CCF) wird sichergestellt, dass die aktuelle Berechnung mit den Anforderungen des Greenhouse Gas Protocols (GHG) konform ist. Dies dient wiederum als Basis für die Anpassung des Reduktionspfades. Orientierungsrahmen für die Entwicklung von "near-term" als auch "long-term" Reduktionszielen bilden dabei die Kriterien der Science Based Targets initiative (SBTi). Mit dieser Neuausrichtung soll sichergestellt werden, dass die Reduktionsziele den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Eindämmung des Klimawandels folgen. Zur Erreichung wird beispielweise bei der Energieversorgung der Standorte einer klaren Philosophie gefolgt und konsequent auf den Einsatz regenerativer Energien gesetzt. An Standorten, an denen keine eigene Erzeugung möglich ist, werden regenerative Energien zugekauft. Hierbei wird auf die Verifikation der Angaben des Stromanbieters im Zuge der Zertifizierung geachtet. Im Berichtsjahr wurde der Anteil der eingekauften elektrischen Energie aus erneuerbaren Energien von 18 % auf weltweit ca. 44 % gesteigert. Dies entspricht einer Einsparung von ca. 30.000 tCO 2 e (zur Berechnung wurde der deutsche location-based Emissionsfaktor verwendet). 1 So bezieht das Werk in Kumanovo beispielsweise Solarstrom aus einer auf dem Dach installierten Photovoltaikanlage und der Standort in Zrenjanin ausschließlich zertifizierten Grünstrom. Ab dem Jahr 2022 werden die Emissionen an den Standorten, bei denen eine Umstellung der Stromverträge bisher nicht möglich war, zusätzlich durch Stromzertifikate neutralisiert. Ziel ist jedoch bis 2025 eine vollständige Umstellung der eingekauften elektrischen Energie auf den Bezug regenerativer Energie. Carbon Disclosure Project Seit 2012 nimmt die DRÄXLMAIER Group am Carbon Disclosure Project (CDP)-Fragebogen zum Klimawandel teil. Das CDP ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die ein globales System zur Offenlegung von Treibhausgasemissionen betreibt und Unternehmen anhand ihrer ökologischen Performance bewertet. Im Berichtsjahr 2021 erreichte DRÄXLMAIER zum fünften Mal in Folge die B-Note - ein Management-Ranking, das anzeigt, dass eine konzertierte Strategie in Klimafragen verfolgt wird. Ziel der DRÄXLMAIER Group ist es, einen A-Score und damit eine Führungsebene im Zusammenhang mit Umweltfragen zu erreichen. Nachhaltige Produkte DRÄXLMAIER will mit seinen Produkten die Zukunft der Mobilität nachhaltig gestalten - mit derselben Innovationskraft, Kompetenz und Leidenschaft, mit der seit mehr als 60 Jahren für Kunden Lösungen entwickelt werden, die echten Mehrwert bieten. Hauptfokus bilden dabei die Themen "ökologische Produktauslegung" und "Nachhaltigkeit in der Lieferkette". Bei der umweltgerechten Auslegung unserer Produkte stehen die Auswahl von Materialien und Komponenten, das Produktdesign, die Logistik sowie der für die Herstellung benötigte Energieeinsatz im Vordergrund. Für die meisten der Produkte liegt der größte Anteil des CO 2 e-Fußabdrucks jedoch in der Lieferkette. Daher wird in Zukunft die Nachhaltigkeitsleistung ein wesentliches Kriterium bei der Auswahl der Lieferanten sein. Das Verständnis von Nachhaltigkeit im Einkauf beschränkt sich jedoch nicht nur auf die CO 2 e-Emissionen, sondern schließt auch soziale Aspekte mit ein, etwa in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Sozialstandards oder die Wahrung der Menschenrechte. Digitaler Produktpass - Kreislaufwirtschaft weiter gedacht DRÄXLMAIER hat das Ziel aus dem aktuellen Koalitionsvertrag aufgegriffen, digitale Produktpässe einzuführen. Produktpässe sind wichtige Hebel in der Kreislaufwirtschaft, die dringend benötigt werden, um unser Klima zu schützen und die vorhandenen Ressourcen zu schonen. Zur Erreichung der Klimaziele ist die Circular Economy eine der wichtigsten Strategien. Emissionen in der gesamten Wertschöpfungskette können verringert, neue Technologien entwickelt und Nutzungsphasen verlängert werden. Soziale Verantwortung Als Familienunternehmen mit mehr als 60 Jahren Tradition steht DRÄXLMAIER in einer besonderen Verantwortung für die Menschen im Unternehmen. Ihre Leistung und ihre Motivation sind der Motor für den Erfolg. Ihr Know-how und ihre Leidenschaft sind die Grundlagen für Innovation und Zukunftsfähigkeit. Aber auch unseren Geschäftspartnern wollen wir fair und verantwortungsvoll begegnen. DRÄXLMAIER will ein Top-Arbeitgeber sein und auch als solcher wahrgenommen werden, um auch in Zukunft problemlos Talente und Know-how-Träger zu gewinnen, sie zu fördern und so langfristig im Unternehmen zu halten. Grundlegend ist dabei ein sicheres und die Gesundheit erhaltendes Arbeitsumfeld. Unsere Standorte lassen wir nach dem international anerkannten Standard ISO 45001 auditieren. Im Berichtsjahr wurde die Gruppenzertifizierung, in die 23 Standorte einbezogen sind, erfolgreich absolviert und das entsprechende Matrixzertifikat erteilt. Bis Ende 2025 sollen in der DRÄXLMAIER Group alle Produktionswerke zertifiziert sein. Als weltweit tätiges Unternehmen versteht sich die DRÄXLMAIER Group als Teil der Gesellschaft. Wir wollen das gesellschaftliche Umfeld als verlässlicher Partner und Förderer von Kultur, Sport, Bildung und Sozialprojekten aktiv mitgestalten. Bei all unseren Aktivitäten ist uns die Nachwuchsförderung besonders wichtig, denn wir möchten jungen Talenten die Möglichkeit geben, sich frei und unabhängig zu entfalten. Rechtliche Rahmenbedingungen Durch die weltweite Präsenz der DRÄXLMAIER Group unterliegen die Aktivitäten unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen. Einen Schwerpunkt bilden dabei die produktbezogenen Vorschriften, die in erster Linie die Sicherheit bei der Herstellung und der Verwendung der Produkte, aberz. B. auch Inhaltsstoffe und Prüfvorschriften, betreffen. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird in der Regel durch nationale Überwachungsbehörden sichergestellt. DRÄXLMAIER hat darüber hinaus interne Überwachungsprozesse und Prüfinstanzen eingerichtet, um ein größtmögliches Maß an Sicherheit für die Mitarbeiter bei der Herstellung zu gewährleisten und einwandfreie Produkte an die Kunden zu liefern. Von besonderer Bedeutung sind Vorgaben zur Produkthaftung, zur Produkt- und Arbeitssicherheit sowie Umweltvorschriften. Dazu zählen z. B. die Verwendung und Lagerung bestimmter Substanzen, Emissionsgrenzwerte oder besondere Bestimmungen zur Errichtung und zum Betrieb von Anlagen. Gesellschafts- und steuerrechtliche Regelungen, Betriebszulassungen und sonstige Genehmigungen regeln die nationalen Vorschriften der jeweiligen Länder. Ihre Einhaltung und Umsetzung wird in den zentralen Funktionseinheiten der DRÄXLMAIER Group sichergestellt. Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Geschäftsentwicklung Ertragslage Finanzlage Vermögenslage Wirtschaftsbericht Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Laut IWF wuchs die Weltwirtschaft im Jahr 2021 um 5,9 % (2020: -3,5 %). Die globale Wirtschaft nahm im ersten Halbjahr 2021 nach einem Rückgang im Vorjahr kräftig an Fahrt auf. In der zweiten Jahreshälfte verlangsamte sich das Wachstum deutlich. Unterbrechungen der Lieferketten, Engpässe am Arbeitsmarkt sowie neue Corona-Varianten trugen maßgeblich dazu bei. Die Knappheit an Rohstoffen und anderen Gütern sowie höhere Energie- und Logistikpreise trieben die Inflation in der Eurozone und in den USA auf ein Mehrjahreshoch. Entwicklung Premium-Automobilmarkt Stark betroffen war auch der Automobilsektor. Viele Autobauer mussten ihre Produktion drosseln bzw. zeitweise einstellen, weil insbesondere Halbleiter fehlten. Die vorhandenen Chips verbauten die Hersteller mit Blick auf die Marge vorzugsweise in ihre hochpreisigen Modelle. Zusätzlich gelang den Premiumherstellern aufgrund der Knappheit am Markt die Durchsetzung höherer Preise. Laut LMCA Analysten ist deshalb das Wachstum im Automobilmarkt unterschiedlich ausgefallen. Während der Volumenmarkt im Jahresverlauf 2021 lediglich um 1,8 % anstieg, verzeichnete der Premiumautomobilmarkt ein Wachstum von 4,8 %. Dies entspricht 9,5 Mio Premiumfahrzeugen in 2021 und einem Plus von 437 Tausend im Vergleich zum Vorjahr. Nach coronabedingtem Rückgang im ersten Halbjahr 2020 hat sich der Premiummarkt ab dem dritten Quartal 2020 sehr schnell erholt und das Niveau von 2019 erreicht. Diese Erholung setzte sich auch in den ersten beiden Quartalen in 2021 fort. Laut LMCA Experten verzeichnete das erste Quartal 2021 mit 2,7 Mio Fahrzeugen ein Plus von 17 % und das zweite Quartal mit 2,4 Mio Fahrzeugen ein Plus von 64 % gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum. Dies lag über den allgemeinen Erwartungen. In der zweiten Jahreshälfte des abgelaufenen Geschäftsjahrs zeichnete sich analog zur Gesamtwirtschaft ein negativeres Bild. Das dritte Quartal verlief mit ca. -21 % (2,0 Mio Fahrzeuge) und das vierte Quartal mit ca. -13 % (2,4 Mio Fahrzeugen) deutlich rückläufig gegenüber den Vorjahresquartalen. Wachstumstreiber E-Mobilität Der Premium-Markt für E-Mobilität ist im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 59,2 % gewachsen. Dies entspricht mehr als 2 Mio Premiumfahrzeugen mit alternativen Antrieben in 2021 und einem Plus von 761 Tausend im Vergleich zum Vorjahr. Mit 661 Tausend Fahrzeugen hat China den größten Anteil am Gesamtmarkt für Hybrid- und Elektro-Premiumfahrzeugen (32,3 %). USA belegt den zweiten Platz mit 387 Tausend Fahrzeugen (18,9 %). Auf dem dritten Platz ist Deutschland mit 265 Tausend Premiumfahrzeugen und einem Anteil von 12,9 % am Gesamtmarkt für Hybrid- und Elektro-Premiumfahrzeuge platziert. Marktanteile der Premiumanbieter Die drei größten Premiumhersteller der Welt haben trotz Versorgungsengpässen und anhaltender Corona-Pandemie ein starkes Absatzergebnis erzielt. BMW verzeichnete im Jahr 2021 weltweit einem Anstieg von 8,8 % auf 2,2 Mio Autos und hat so nach mehreren Jahren den weltweiten Spitzenplatz der Premiumanbieter von Mercedes-Benz zurückgewonnen. Mercedes liegt mit 2,1 Mio verkauften Autos auf dem zweiten Platz. Audi konnte im vergangenen Jahr 1,7 Mio Autos absetzen und liegt damit auf dem dritten Platz. Im Premiumbereich gab es zwei weitere interessante Entwicklungen: Tesla verdoppelte nahezu seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahr auf 936 Tausend Fahrzeuge und ist somit zum viertgrößten Premiumanbieter in 2021 aufgestiegen. Porsche verkaufte 2021 fast 302 Tausend Autos und somit 11 % mehr als im Vorjahr. Im 10-Jahresrückblick hat Porsche seinen Absatz damit nahezu verdreifacht.
Geschäftsentwicklung
Umsatz 10 % über Vorjahr - Höchstes EBIT der Firmengeschichte -Ausgeglichener Free Cash Flow Die Marktverwerfungen und Volatilitäten, die seit Beginn der Corona-Pandemie Anfang letzten Jahres zum Alltag gehören, suchen im historischen Kontext ihres Gleichen. Dem Absatzeinbruch im ersten Halbjahr 2020 folgte ein Nachfrageboom im zweiten Halbjahr, der weit in 2021 hineinreichte. Zur Jahresmitte erreichte die Halbleiterkrise jedoch auch den Premiumautomobilmarkt, was zu einer Eintrübung des Geschäftsvolumens im dritten Quartal führte, wohingegen im vierten Quartal eine erneute Erholung einsetzte. Insgesamt ist es der DRÄXLMAIER Group in diesem schwierigen Marktumfeld gelungen, Erlöse in Höhe EUR 4,6 Mrd zu generieren, was einer Steigerung von knapp 10 % und dem im Plan prognostizierten Niveau entspricht. Hierzu haben sämtliche Segmente beigetragen, wobei Interieur mit knapp EUR 190 Mio die höchsten absoluten Zuwächse verzeichnete und seinen Anteil am Gesamtkonzernumsatz auf nun 34 % steigern konnte. Innerhalb der Regionen konnten in Deutschland die höchsten Zuwächse erzielt werden, was aber auch daran lag, dass der Einbruch während der Corona-Pandemie in 2020 hier höher als in anderen Regionen war. Über einen längeren Zeitraum betrachtet bleibt die Region Asien der größte Wachstumstreiber. Hier konnte seit 2018 das Geschäftsvolumen um 70 % gesteigert werden. Größter Kunde der DRÄXLMAIER Group blieb weiterhin die BMW Group. Trotz kaum vorhersehbarer kurzfristiger Schwankungen von Kundenabrufen - teilweise fanden Kundenwerksschließungen im Wochenrhythmus statt - bei zugleich zum Teil deutlich steigenden Materialeinkaufspreisen, hat es die DRÄXLMAIER Group geschafft, in 2021 mit EUR 246 Mio das höchste EBIT der Firmengeschichte zu realisieren. Die EBIT-Quote lag mit 5,3 % sogar leicht über dem geplanten Wert. Möglich war dies, weil es DRÄXLMAIER weiterhin versteht, durch operative Exzellenz und Agilität auf externe Einflüsse bestmöglich zu reagieren. Darüber hinaus sicherten Maßnahmen zur Bewältigung der unterjährigen Herausforderungen wie bspw. Kurzarbeit, oder die Beteiligung der Kunden an den durch die Minderabrufe entstandenen Kosten, die Profitabilität. Zum einen bedingt durch Investitionszurückhaltung im Pandemiejahr 2020 sowie als Basis für das geplante Wachstum der kommenden Jahre, erhöhten sich die Investitionen im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Dennoch konnte ein nahezu ausgeglichener Free Cash Flow erzielt werden, der deutlich über dem geplanten Wert lag. Wesentlicher Grund hierfür sind weitere, ursprünglich für 2021 geplante Investitionen, die sich ins kommende Jahr verschoben haben.
Ertragslage Die Umsatzerlöse lagen im abgelaufenen Geschäftsjahre bei EUR 4,6 Mrd. Dies entspricht einem Anstieg um ca. EUR 400 Mio bzw. knapp 10 % im Vergleich zum Vorjahr. Ein leichter Rückgang von 47,2 % auf 46,5 % ergab sich bei der Rohertragsmarge. Dies war im Wesentlichen den zum Teil deutlichen Preissteigerungen für Rohstoffe, insbesondere aus den Bereichen Kunststoff, Elektronik und Metall, geschuldet. Allein die Teuerungen für Kupfer belasteten die Materialaufwandsquote mit fast zwei Prozentpunkten. Neben einer weiteren Verschiebung im Produktmix - Anteil des eine niedrige Materialquote aufweisenden Segmentes Interieur am Konzernumsatz gestiegen - konnte erneut ein höheres Produktivitätsniveau im Bereich Operations, vor allem in den beiden großen Segmenten Elektrik und Interieur, die negativen Einflüsse überwiegend neutralisieren. Die Rohertragsmarge lag daher trotz der erfolgten Materialpreissteigerungen im abgelaufenen Geschäftsjahr immer noch deutlich über dem Wert von 2019 (45,7 %). Die hohe Produktivität spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahlen wider: Diese lagen sowohl im Jahresdurschnitt als auch zum Ende des Geschäftsjahres erneut unter denen des Vorjahres, und dies bei höherem Geschäftsvolumen. Die Personalaufwandsquote sank im Vergleich zum Vorjahr dadurch trotz erfolgter Lohnsteigerungen leicht von 27,6 % auf 27,3 %. Die erhöhte Quote im Vorjahr resultierte unter anderem daraus, dass das im Rahmen der Corona-Lockdowns geringere Geschäftsvolumen nur teilweise durch Kurzarbeitsmaßnahmen kompensiert werden konnte. Ebenso wie im Vorjahr hat die Geschäftsleitung für alle Mitarbeiter einen Sonderbonus vereinbart, um deren außerordentlichen Einsatz in 2021 zu würdigen. Hierfür wurden am Jahresende zusätzlich EUR 11,5 Mio zurückgestellt. Die Abschreibungen lagen mit EUR 251,1 Mio leicht über dem Vorjahreswert von EUR 242,9 Mio, was einem Anstieg von 3,4 % entspricht. Der im Vergleich zu den im abgelaufenen Geschäftsjahr hohen getätigten Investitionen moderate Anstieg ist im Wesentlichen dadurch bedingt, dass zum einen im Vorjahr außerplanmäßige Abschreibungen auf Maschinen in Höhe von EUR 7,8 Mio getätigt werden mussten und zum anderen ein großer Teil der Investitionen in 2021 erst gegen Jahresende anfiel, und diese sich erst in den kommenden Jahren wesentlich auf die Abschreibungen auswirken werden. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR 477,4 Mio um knapp EUR 10 Mio über dem Vorjahreswert. Die absolute Zunahme war hauptsächlich dem höheren Geschäftsvolumen geschuldet und betraf neben höheren Kosten der Warenabgabe unter anderem gestiegene Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen, Raumkosten wie bspw. Strom oder Versicherungsaufwendungen. Das Verhältnis zur Gesamtleistung konnte von 11,0 % im Vorjahr auf 10,2 % im abgelaufenen Geschäftsjahr erneut verbessert werden. Hier ist in den letzten Jahren eine stetige Verbesserung zu beobachten: In 2018 lag die Quote noch bei 12,3 %. In Summe konnte das EBIT von EUR 181,1 Mio im Vorjahr auf EUR 246,1 Mio gesteigert werden, dem höchsten jemals erreichten Wert der Firmengeschichte. Die EBIT-Marge erhöhte sich deutlich von 4,2 % auf 5,3 %. Das Zinsergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich von EUR -56,5 Mio auf EUR -44,2 Mio verbessert. Wesentlicher Grund hierfür waren planmäßige Tilgungen von Senior Notes Tranchen im Oktober 2020 und April 2021. Nachfolgefinanzierungen führten zu geringeren Zinsbelastungen. Nachfolgend die wesentlichen Leistungsindikatoren im Überblick:
* Anlagenzugänge lt. Anlagenspiegel
Finanzlage Die Finanzierungsstruktur der DRÄXLMAIER Group ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Dabei werden im Wesentlichen strukturierte, kapitalmarktnahe und überwiegend langfristige Finanzierungsinstrumente eingesetzt. Im Rahmen eines aktiven Treasury-Managements und konzernweit gültiger Richtlinien werden Liquiditätsrisiken zentral durch das DRÄXLMAIER Treasury gesteuert. Etwaige Liquiditätsrisiken werden durch eine mehrstufige, auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau sowie ausreichend freie, langfristig zugesagte Kreditlinien minimiert. Es stehen für das laufende Jahr ausreichend Finanzierungsmittel zur Liquiditätssicherung zur Verfügung. Grundsätzlich werden alle Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen zentral durch die Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG (FDKG) vorgenommen. Ausführliche Erläuterungen zur Finanzierungsstruktur im Konzern und zur Konzern-Liquidität finden sich im Anhang in den Abschnitten (33) und (35). Zur Optimierung der Konzernliquidität bzw. Nettofinanzierungskosten werden Cashpools unterhalten, deren jeweiliges Zielkonto ebenfalls von der FDKG geführt wird. Ein lokaler Cashpool wird in China unterhalten, zielkontoführende Gesellschaft ist dort die DAC. Die Weiterleitung der Finanzmittel an die Einzelgesellschaften erfolgt in Form von Darlehen bzw. durch die Bereitstellung von Verfügungsrahmen innerhalb der Cashpools. Hinsichtlich des Managements von Zinsänderungs- und Währungsrisiken wird auf den Chancen- und Risikobericht verwiesen. Nachdem 2020 im Zuge der Corona-Pandemie vor allem die kurzfristige Liquiditätssicherung wichtig war, standen im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder Zukunftsinvestitionen im Fokus, welche die Basis des zukünftigen Wachstums des Konzern darstellen. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit lag mit EUR -378,0 Mio daher im Volumen deutlich über dem des Vorjahres (EUR -208,9 Mio). Dabei hat sich ein Teil der ursprünglich geplanten Investitionen nach 2022 verschoben und einen noch größeren Anstieg verhindert. Mit einem operativen Cash Flow von EUR 359,4 Mio ergab sich in Summe ein nahezu ausgeglichener Free Cash Flow in Höhe von EUR -18,6 Mio (im Vorjahr EUR 292,0 Mio), der aber aufgrund der nach 2022 verschobenen Investitionen deutlich über dem geplanten Niveau lag. Der Liquiditätsbestand hat sich nur leicht auf EUR 122,3 Mio (im Vorjahr EUR 156,3 Mio) verringert. Vermögenslage Entwicklung Konzern-Aktiva
Im Vergleich zum Vorjahr kam es zu einer Erhöhung der Bilanzsumme um fast EUR 400 Mio. Innerhalb der Aktiva verteilt sich der Anstieg sowohl auf die lang-, als auch die kurzfristigen Vermögenswerte. Im Anlagevermögen stiegen vor allem die Sachanlagen aufgrund der getätigten Investitionen. Wesentliche Positionen hierin sind aktuelle Baumaßnahmen in China, Osteuropa und Tunesien. Die Sachanlagenquote lag damit bei 37,3 % und war höher als im Vorjahr (36,0 %). Die aktivierten Nutzungsrechte aus Leasingverträgen, die weiterhin zu einem weit überwiegenden Teil Verträge für Immobilien betreffen, stiegen nur leicht: Größter Einzelzugang war hier der Immobilienleasingvertrag für die Batteriefertigung in Leipzig zur zukünftigen Belieferung des Porsche E-Macan. Zusätzlich zu den Investitionen hat sich die Abwertung des Euro gegenüber verschiedenen Währungen im Konzernverbund erhöhend auf die Buchwerte ausgewirkt. Die höheren geleisteten Anzahlungen für Maschinen waren zusätzlich für den Anstieg der langfristigen Vermögenswerte verantwortlich. Der Anstieg der kurzfristigen Vermögenswerte entfällt im Wesentlichen auf das Vorratsvermögen. Neben einem, bedingt durch das gestiegene Geschäftsvolumen, Mengeneffekt war hier aufgrund der Preissteigerungen im Rohstoffbereich, vor allem beim Kupfer, auch ein Preiseffekt zu beobachten. Die Forderungen aus Lieferung und Leistung stiegen stichtagsbedingt im Vergleich zum Vorjahr. Das Eigenkapital (inkl. "Sonstiges von den Gesellschaftern langfristig zur Verfügung gestelltes Kapital") stieg im Vergleich zum Vorjahr, wodurch sich die Eigenkapitalquote erneut deutlich auf nun 28,8 % (im Vorjahr 26,9 %) erhöht hat. Hauptgrund des Anstieges war die positive Ergebnisentwicklung. Zudem hat auch die erfolgte Euro-Abwertung gegenüber verschiedenen Währungen die Entwicklung begünstig, da sich der Ausgleichposten aus Fremdwährungsumrechnung erhöht hat. Innerhalb der Schulden stiegen die Finanzschulden (kurz- und langfristig) in Summe um EUR 145,8 Mio auf EUR 1.466,2 Mio an. In 2021 wurden erstmalig ESG-linked Schuldscheine in Höhe von insgesamt EUR 350,0 Mio platziert. Begeben wurden unbesicherte, fest- und variabel verzinsliche Schuldscheine mit Laufzeiten von 4, 5, 7 und 10 Jahren. Erstmalig wurde dabei eine Vergütungskomponente an die Erreichung dreier so genannter Sustainability Performance Targets (Ausbildungsquote, Eigenstrompotenzial und Recyclingquote) geknüpft. Finanzschulden aus Leasingverträgen erhöhten sich um EUR 15,7 Mio. Im Gegenzug kam es zu planmäßigen Tilgungen von Senior Notes in Höhe von EUR 75,5 Mio sowie USD 100,0 Mio. Zum Stichtag kam es zu keinen Ziehungen aus dem bestehenden Konsortialkredit (im Vorjahr EUR 90,0 Mio). Innerhalb der kurzfristigen Schulden stiegen die Abgrenzungen aus Kundenverträgen um EUR 35,4 Mio an. Im Einzelnen stellt sich die Entwicklung des Anlagevermögens wie folgt dar:
Nachstehend weitere Kennzahlen zur Vermögens- und Finanzierungsstruktur:
Im Übrigen wird auf die ausführlichen Erläuterungen zur Konzernbilanz im Konzernanhang (Anlage 6) verwiesen. Chancen- und Risikobericht Chancenmanagement Risikomanagement Chancen- und Risikobericht Das Management von Chancen und Risiken ist in alle Geschäftsprozesse integriert. Chancen und Risiken werden frühzeitig identifiziert und proaktiv gesteuert sowie überwacht. Die DRÄXLMAIER Group bewegt sich als Zulieferer der Automobilindustrie in einem sehr dynamischen Marktumfeld. Diese Dynamik gibt uns die Chance, Potenziale zu nutzen und damit den zukünftigen Geschäftsverlauf und die Lage des Konzerns weiter zu verbessern. Der Fokus richtet sich dabei auf Innovationen, um durch den Aufbau von Alleinstellungsmerkmalen den Marktanteil gezielt ausbauen zu können und damit profitables Wachstum zu generieren. Das Potenzial der Chancen wird dabei den benötigten Ressourcen und den bestehenden Risiken gegenübergestellt. Entsprechend wird daraus eine Geschäftsplanung erarbeitet und das Produktportfolio abgeleitet. Chancenmanagement Das fortwährende Erkennen von Chancen zum Verbessern von Geschäftsprozessen ist eine Handlungsmaxime aller Mitarbeiter in der DRÄXLMAIER Group. Chancen, die dabei von hoher Relevanz sind, werden im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses konkretisiert und strukturiert realisiert. Aktuell erfolgt die prozessuale Abbildung der Chancenanalyse im Rahmen des Prozesses "Chancen managen". Chancen aus Effizienzsteigerungen Im Rahmen der aktuellen operativen Unternehmensziele werden Unternehmensstrukturen und Organisation sowie darin ablaufende Prozesse kontinuierlich optimiert. Auch im zweiten Pandemiejahr konnten die Umfänge weiterhin mit weniger Personal als vor Beginn der Pandemie realisiert werden. Chancen durch Nachhaltigkeit Ein zukunftsfähiges Produkt- und Technologieportfolio ist die Basis, die Transformation der Mobilität auch zukünftig aktiv und erfolgreich mitzugestalten. Nachhaltigkeit vom Materialeinkauf über die Produktion bis hin zur Auslieferung unserer Produkte ist dabei ein Eckpfeiler der gesamtheitlichen Unternehmensführung. Das Alleinstellungsmerkmal ökologisch effizienter Produkte spiegelt dabei nicht nur die soziale Verantwortung unseres Familienunternehmens wider, sondern führt auch bei unseren Kunden zu einem Mehrwert. Die Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr im Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Zudem wurde erstmalig in unserer Geschichte eine "ESG-linked" Finanzierungstransaktion (Schuldscheinplatzierung) durchgeführt. Chancen durch Innovationen Der Fokus auf Forschung und Entwicklung wird im Innovationsprozess der DRÄXLMAIER Group festgehalten. Die Entwicklungskompetenz der Firma DRÄXLMAIER dient nachhaltig dem Aufbau und der Absicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Sie gewährleistet, dass Innovationen in unseren bestehenden Wertschöpfungsprozessen und Footprints nachhaltig erschlossen werden. Die DRÄXLMAIER Group ist in Forschung und Entwicklung in den für die Elektromobilität zukunftsweisenden Technologien, Batteriesysteme, Leichtbau, Mehrspannungsbordnetz, Ambientelicht, Lade- und Hochvoltsysteme breit aufgestellt und hat dadurch die Chance, ihre Marktposition zu stärken und weiter auszubauen. Diese Technologien unterstützen auch den Wandel in der Automobilindustrie, vor allem in den Bereichen Autonomous, Connected und E-Mobility (ACE). Durch den aktuellen Strategieprozess fokussiert sich die DRÄXLMAIER Group primär auf Innovationen in ihrem Kerngeschäft, jedoch auch in neuen sich entwickelnden Produkt- und Technologiebereichen. Chancen durch Ideenmanagement Bei der DRÄXLMAIER Group ist das betriebliche Vorschlagswesen ein fester Bestandteil für alle Mitarbeiter, sich am Unternehmensgeschehen zu beteiligen. Hierzu werden Ideen als Chancen bewertet, aufgeteilt nach Ideen mit kurzfristiger Umsetzungsmöglichkeit und mit strategischer Wichtigkeit, die über das Patentwesen geschützt werden können. Chancen durch die digitale Business Transformation Die digitale Business Transformation eröffnet der DRÄXLMAIER Group neue Möglichkeiten den veränderten Rahmenbedingungen in der Automobilbranche durch Technologienutzung bestmöglich zu begegnen. Ziel ist es, das aktuelle Geschäft effizient abzusichern sowie einen einheitlichen, ganzheitlichen und digitalen Wertestrom für DRÄXLMAIER zu ermöglichen, indem laufende Transformationsprogramme inhaltlich miteinander verknüpft werden, um die wirtschaftlichen Ziele zu erreichen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Zwei wesentliche Transformations-Konzernprogramme "PLMnext" und "synapsis", bilden zusammen mit dem Programm "MES - Manufacturing Execution System" den Kern der Transformation. Mit "PLMnext" wird die Entwicklungsarbeit der DRÄXLMAIER Group auf ein neues Level gehoben, um die Zukunft als Tier1 /Systemlieferant für unsere Premiumkunden sicherstellen. "PLM" steht für Product Lifecycle Management und umfasst das Datenmanagement über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes. "synapsis" umfasst die Implementierung einer effizienten und weltweit integrierten SAP S/4HANA System- und Prozesslandschaft. Das Projekt wurde aufgrund seiner Wichtigkeit auch unter COVID-19 vorangetrieben, sodass auch 2021 plangemäß weitere Standorte ausgerollt wurden. Die digitale Business Transformation bietet dem Unternehmen die Chance das Betriebsmodell zu verbessern, den Menschen mit Daten, Systemen und Prozessen optimal zu vernetzen und somit Chancen im Bereich der Standardisierung und Transparenz zu heben. Damit wird der Grundstein für zukünftiges Wachstum, vielfältige Innovationen und wirtschaftliche Unabhängigkeit gelegt. Darüber hinaus engagiert sich DRÄXLMAIER seit September 2021 im CATENA-X-Eco-System, mit dem Ziel des Datenaustausches innerhalb der Automotive-Branche und der zielgerichteten Entwicklung von sogenannten Digital Services. Risikomanagement Die Prinzipien, von denen das Risikomanagement der DRÄXLMAIER Group und ihrer Einheiten abgeleitet werden, sind in der DRÄXLMAIER Risikopolitik zusammengefasst. Durch die Früherkennung wesentlicher und bestandsgefährdender Risiken unterstützt das Risikomanagement die Geschäftsführung in ihren Zielen, die unternehmerische und finanzielle Flexibilität zu erhalten, den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern und damit den Fortbestand der DRÄXLMAIER Group langfristig abzusichern. Aufbau des Risikomanagementsystems Risikomanagement ist bei DRÄXLMAIER nach dem "Three-Lines-of-Defense-Modell" aufgebaut. Dabei wird der gesamte Prozess vom Corporate Risk Management in seiner Governance-Funktion als zweite Verteidigungslinie gesteuert. Unterstützung erfolgt auf regionaler Ebene durch die "Regional Risk Manager" und auf Standortebene durch die "Plant Risk Coordinators". Die Koordination des operativen Teils, die Umsetzung und Realisierung in der ersten Verteidigungslinie, wird durch die funktionalen Risikobeauftragten (Functional Risk Officer) auf Konzernebene unterstützt.
Als prozessunabhängiges Überwachungsinstrument fungiert die interne Revision, welche auch mit der Überprüfung der Wirksamkeit des gesamten Risikomanagementsystems, vor allem der Effektivität der Risikobewältigungsmaßnahmen, beauftragt ist. Zusammen mit dem Qualitätsmanagement, welches im Rahmen seiner internen Systemaudits den Risikomanagementprozess überprüft, bilden sie die dritte Verteidigungslinie. Ablauf des Risikomanagementprozesses Der operative Risikomanagementprozess beginnt mit der Identifikation aktuell und zukünftig bestehender und potenzieller Risiken aus dem Unternehmensumfeld, dem Markt und innerhalb des Unternehmens. Identifizierte Risiken werden von den Risk Ownern, den für die jeweiligen Risiken operativ verantwortlichen Personen, mit Unterstützung der 2nd Line-of-Defense (LOD), dokumentiert und bewertet. Das Steering Risk Board überprüft regelmäßig alle Top-Risiken des Unternehmens sowie deren Risikobewältigungsmaßnahmen. Diese werden bei hoher Relevanz der Geschäftsführung vorgestellt. Ergänzend zum Standardberichtsweg besteht im Fall von wesentlichen Veränderungen bereits identifizierter oder neu erkannter Risiken die Möglichkeit eines geregelten Ad-hoc-Meldeprozesses. Bewertungssystematik im Risikomanagementprozess Im Anschluss an die Risikoidentifikation erfolgt die Bewertung aller erfassten Einzelrisiken. Die Bewertungsprinzipien werden innerhalb der DRÄXLMAIER Group einheitlich angewendet. Aktuell erfolgt die Bewertung von Risiken auf qualitativer Ebene und Nettobasis, also unter Berücksichtigung von implementierten und wirksamen Steuerungs- und Überwachungsinstrumenten. Als relevanter Zeithorizont werden die nächsten 5 Jahre betrachtet - ausgerichtet an der 5-Jahresplanung der DRÄXLMAIER Group. Zur Risikopriorisierung erfolgt eine Bewertung in den zwei Dimensionen Schadensausmaß und Eintrittswahrscheinlichkeit und die damit abgeleitete Darstellung der relevanten Risiken für das Steering Risk Board (rote Linie).
Eintrittswahrscheinlichkeit
Die Bewertung des Schadensausmaßes ist wie folgt eingeteilt:
Risiken in der Einzelbetrachtung In der unten stehenden Tabelle sind die Top-Risiken der DRÄXLMAIER Group - gegliedert nach den Risiko-Kontextfeldern Marktumfeld, operative Unternehmenstätigkeit, gesetzliche und regulatorische Rahmenbedingungen und Finanzwirtschaftliche Risiken - aufgelistet. Ausführliche Erläuterungen finden sich in den folgenden Abschnitten. Risiken aus dem Marktumfeld
Risiken aus operativer Unternehmenstätigkeit
Risiken aus gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen
Finanzwirtschaftliche Risiken
Risiken aus dem Marktumfeld Als weltweit agierender Zulieferer ist die DRÄXLMAIER Group von der Entwicklung der Auftragslage in der Automobilindustrie abhängig. Ein spürbares Risiko resultierend aus der Corona-Pandemie ist der weltweite Engpass an Roh- und Vormaterialien (bspw. Halbleitern) in der Automobilindustrie, der zu erhöhten Abruf- bzw. Absatzmengenschwankungen (bis hin zu Produktionsstillständen) der OEMs führen kann. Die DRÄXLMAIER Group hat sich bezüglich dieser Risiken in mehrfacher Hinsicht strategisch sehr gut positioniert: das Produktportfolio legt einen klaren Fokus auf Premiumkunden und -baureihen, welche im Vergleich zum Gesamtmarkt geringeren Schwankungen unterliegen und tendenziell von den OEMs in der Teileversorgung priorisiert werden. Auch das breite Kundenportfolio kann zumindest teilweise die spezifischen Versorgungssituationen der OEMs kompensieren. Trotz dieser Maßnahmen kann das Unternehmen dieses Risiko nicht komplett vermeiden. Das Schadensausmaß halten wir für wesentlich und schätzen die Eintrittswahrscheinlichkeit als häufig ein. Ein weiteres Risiko, das die DRÄXLMAIER Group als Automobilzulieferer managen muss, ist die hohe Wettbewerbsintensität und der damit verbundene Preisdruck, der in der Branche herrscht. Hier wird vor allem durch Optimierung der gesamten Supply Chain und durch optimierte und standardisierte Produktionsprozesse sowie eine zukunftsorientierte Plant Site Strategy dagegengehalten. Ergänzend zum Preis ist ein klarer Trend erkennbar, dass zukünftig verstärkt der CO 2 -Footprint der Produkte als weiteres Kriterium für die Auftragsvergabe herangezogen wird. Diesbezüglich wurden bereits notwendige Maßnahmen initiiert, wie die automatisierte Ermittlung der CO 2 -Daten je Produkt und die Reduzierung des CO 2 -Footprints vom Rohmaterial-Lieferanten über die Produktion bis hin zum Kunden. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos eines verstärkten Drucks auf die Marktpreise und der zunehmenden Relevanz der Nachhaltigkeit der Produkte bezogen auf unser Gesamtproduktportfolio für häufig und schätzen die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als wesentlich ein. Im geopolitischen Umfeld werden immer wieder Herausforderungen auf das Unternehmen zukommen. Das Beispiel des BREXITs im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass DRÄXLMAIER mit diesen Risiken grundsätzlich umgehen kann. In der Regel werden cross-funktionale Arbeitsgruppen gebildet, welche die einzelnen Themen in der notwendigen Geschwindigkeit und Tiefe bearbeiten. Auch die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine werden im Unternehmen über alle Funktionen hinweg auf mögliche Auswirkungen auf den Konzern fortwährend gewürdigt. Der DRÄXLMAIER Konzern hat keinerlei Produktionsstätten oder sonstige Niederlassungen in der Ukraine. Die Eintrittswahrscheinlichkeit solcher Umfeldrisiken halten wir für häufig und schätzen die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als moderat ein. Risiken aus operativer Unternehmenstätigkeit Bei Standortentscheidungen gibt es zwei entscheidende Treiber: zum einen die Erfüllung von Anforderungen der Automobilhersteller, denen in Auslandsmärkte gefolgt wird, zum anderen der konsequente Ausbau einer Strategie, die Digitalisierung und Entwicklungswertschöpfung in Best-Cost-Ländern verbindet. Diese Ausrichtung wurde insbesondere durch die globale Corona-Pandemie als zielführend und kostenschonend nachgewiesen. Durch die zunehmende Komplexität im Produktionsnetzwerk erhöhen sich die Anforderungen an eine effiziente und nachhaltige Logistikkette. Um auch künftig dem Kunden hundertprozentige Lieferfähigkeit zu ermöglichen, arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung unserer Notfallkonzepte und optimieren das Business Continuity Management fortlaufend. Gerade die notwendige und umfassende Steuerung während der Corona-Pandemie und der aktuellen Halbleiterkrise hat hier zu einer weiteren Verbesserung der Prozesse geführt. Zudem können in einigen Regionen politisch motivierte Gegebenheiten zu Herausforderungen führen. Beispielsweise trifft die derzeit in China praktizierte Rationierung von Strom bereits die Automobilindustrie, indem einzelne Automobilzulieferer zeitweise nicht mehr mit Strom versorgt wurden. Der steigende Bedarf an Energie weltweit kann diese Situation weiter verschärfen. Sowohl die Drosselung der Stromversorgung in den DRÄXLMAIER-Werken als auch bei Wettbewerbern in China kann zu Lieferproblemen führen und damit die Produktion der Automobilhersteller reduzieren. Hier wird durch entsprechende Notfallkonzepte und langfristig durch den Aufbau alternativer Energiekonzepte die Abhängigkeit fossiler Energieträger zukünftig zu reduzieren versucht. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos einer Beeinträchtigung der Leistungserbringung an einem unserer weltweiten Standorte, aufgrund lokaler Gegebenheiten und Pandemien, für selten, schätzen die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage aber als wesentlich ein. Risiken der Verfügbarkeit und Sicherheit der Produktionsanlagen reduziert die DRÄXLMAIER Group durch die Einhaltung hoher technischer und sicherheitstechnischer Standards, eine vorbeugende Instandhaltung mit laufenden Kontrollen, regelmäßige Prüf- und Wartungsarbeiten, die permanente Überprüfung der Wirksamkeit von Schulungsmaßnahmen des Bedienpersonals sowie die regelmäßige Aktualisierung von Gefährdungsanalysen und die daraus abgeleiteten Arbeitssicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Der aktuellen Marktsituation bzgl. der Verfügbarkeit von externen Service Partnern und Ersatzteilen begegnet die DRÄXLMAIER Group durch enge Abstimmungen mit den Lieferanten und engmaschiges Tracking der Lead Times. Für mögliche Betriebsunterbrechungen sowie für andere Schadensfälle und Haftungsrisiken aus dem Betrieb von Produktionsanlagen wurden im wirtschaftlich sinnvollen und branchenüblichen Rahmen Versicherungen abgeschlossen. Sie gewährleisten, dass sich finanzielle Folgen des Eintritts derartiger Risiken in Grenzen halten oder ganz ausgeschlossen werden können. Der Umfang dieser Versicherungen wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos eines technischen Produktionsausfalles für selten und schätzen die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als moderat ein. Zentralen Einfluss auf den globalen Einkauf und die Realisierung der Anforderungen eines Automobilzulieferers haben die Materialverfügbarkeit erforderlicher Produkte und die Einflüsse durch globale Beschaffungsmärkte. Aufgrund von Materialverknappungen in Bereichen wie Halbleiter und Rohstoffen entstehen Risiken in den Lieferketten sowie der Energieversorgung und es kommt zu Preissteigerungen. Weitere Kostenrisiken sind in den steigenden Frachtraten im globalen Warentransport erkennbar. Bei Zulieferern wird als Folge der Corona-Pandemie, nach der temporären Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und abhängig von der Dauer staatlicher Corona Unterstützungsmaßnahmen, mit einem zunehmenden Insolvenzrisiko gerechnet, auch wenn 2021 hier noch keine negativen Folgen sichtbar waren. Verstärkt wird das Insolvenzrisiko durch Umsatzeinbrüche bei Zulieferern begründet durch Materialverknappungen in einzelnen Wirtschaftszweigen. Um Risiken in der Beschaffung durch Lieferanten- und/oder Lieferausfälle weitestgehend präventiv begegnen zu können, werden alle Lieferanten kontinuierlich überwacht und durch weitere Maßnahmen, wie ein globales Lieferanten-Portfolio, lokale Beschaffungsmärkte und vertragliche Sicherungsmaßnahmen, unterstützt. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken im Beschaffungsmarkt ist als häufig einzustufen. Die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage werden als wesentlich eingestuft. Für die Erreichung der Unternehmensziele und für den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, sind die Kompetenzen und das Engagement der Mitarbeiter in allen Bereichen entscheidend. Die für uns relevanten Märkte sind gekennzeichnet durch intensiven Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte sowie durch die Herausforderung, an all unseren Standorten als bevorzugter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Länder- und industriespezifische Fluktuationsrisiken müssen vorausschauend identifiziert und gezielt adressiert werden. In den einzelnen Standorten kann es aufgrund verschiedener Faktoren zu mittel- bis langfristigen Engpässen bei der Personalverfügbarkeit kommen. Als Haupteinflussfaktoren, welche pro Standort, Zeitpunkt und Zielgruppe variieren können, sind zu nennen: demografischer Wandel, Abwanderungstendenzen, geringe Verfügbarkeit von Spezialisten, sehr hohe Nachfrage nach digitalen Kompetenzen, Konkurrenzdruck umliegender Unternehmen oder saisonale Engpässe. Dagegen steuert das Unternehmen mit gezielten Aktivitäten, wie z. B. Performance- und Talentmanagement, um somit Fachkräfte und Talente zu binden. Diese Situation, verstärkt durch den digitalen Wandel und die Verknappung von hochqualifiziertem Personal mit technologischem Hintergrund, stellt bei den wachsenden Auftragsvolumina, vor allem im Bereich der Entwicklung und bei Stellen, die digitale/ IT Kompetenzen erfordern, eine große Herausforderung dar. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, arbeitet die DRÄXLMAIER Group neben der Entwicklung von geeignetem Personal und dem Ausbau von Kompetenzen auch mit einem strategischen zielgruppenorientierten Recruiting. Obwohl wir im Zuge der in den letzten Jahren erzielten Effizienzsteigerungen das Geschäftsvolumen mit einer geringeren Anzahl an Mitarbeitern realisieren konnten, schätzen wir dennoch das Risiko des Eintretens einer Personalknappheit aufgrund steigender Qualifikationsanforderungen als häufig und die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit, sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit als wesentlich ein. Unsere Geschäftsprozesse setzen auf sichere IT-Systeme. Die Abhängigkeit verstärkt sich mit fortschreitender Digitalisierung bei gleichzeitig steigender Bedrohung durch Cyberkriminalität. Auch unsere Kunden lassen eine erhöhte Sensibilität für das Thema Informations- und Cybersicherheit erkennen, insb. im Hinblick auf die Störung der Lieferkette. Im Risikomanagement tragen wir dieser Entwicklung durch die laufende Bewertung und Steuerung der Cybersecurity Risiken, insbesondere des Risikos "Cyberangriff" Rechnung. Darüber hinaus wurden weitere Risiken, z. B. Informationsabfluss, betrachtet. DRÄXLMAIER begegnet der Bedrohungslage durch kontinuierlichen Ausbau der Abwehrmaßnahmen und Verbesserung der Reaktionsfähigkeit, z. B. in Form von Notfallplänen und Übungen. Aufgrund der schwer einzuschätzenden weiteren Entwicklung, vor allem im Hinblick auf den Erfolg staatlicher Maßnahmen zur Eindämmung der Cyberkriminalität, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit von Cyberkriminalität Risiken als wahrscheinlich mit einer wesentlichen Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Risiken aus gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen Das DRÄXLMAIER Compliance System unterstützt die Einhaltung aller auf das Unternehmen anzuwendenden Gesetze, internen Richtlinien und Verhaltensstandards. Hierbei stehen bei der DRÄXLMAIER Group die Themen Korruptionsbekämpfung und Fairness im Wettbewerb im Fokus. Mit dem DRÄXLMAIER Compliance System wird das rechtmäßige Verhalten der Mitarbeiter unterstützt. Es dient der Minimierung von Risiken, Nachteilen sowie Einbußen, die dem Unternehmen infolge von Fehlverhalten oder Rechtsverletzungen entstehen können. Das Unternehmen verfügt über zahlreiche Regelungen in Form von Leitlinien sowie Arbeitsanweisungen, die die Beachtung und Einhaltung von gesetzlichen und internen Vorschriften sichern und Verstöße gegen geltendes Recht verhindern sollen. Risiken, die aus vorsätzlich rechtswidrigen Handlungen Einzelner resultieren, sind jedoch nicht auszuschließen. Eine Vielzahl von Anweisungen sind in einem Compliance-Manual zusammengefasst und gemeinsam mit einem Hinweisgebersystem implementiert worden. Hierzu wurden weltweit an den Standorten der DRÄXLMAIER Group alle Mitarbeiter informiert bzw. durch ergänzende Trainings geschult. Neben den lokalen Compliance Officern gibt es einen Compliance Fachausschuss. Korruption Aufgrund unserer Geschäftstätigkeit in Ländern mit korruptionsanfälligen Strukturen halten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit für wahrscheinlich. Der monetäre Schaden für die DRÄXLMAIER Group hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Aufgrund des nationalen Strafrechts (z. B. UK Bribery Act) sind im Falle von Korruption durch Mitarbeiter staatliche Strafmaßnahmen gegen die DRÄXLMAIER Group zu erwägen. Darüber hinaus muss mit negativen Auswirkungen im Verhältnis zu Kunden gerechnet werden. Es ist aber davon auszugehen, dass Korruption einen maximal moderaten monetären Schaden verursachen kann. Verstöße gegen Fairness im Wettbewerb Aufgrund eines hohen Durchsetzungsgrades von eLearning Schulungen zum Kartellrecht innerhalb der DRÄXLMAIER Group, eines gesteigerten Problembewusstseins durch Presseberichte über hohe Kartellstrafen in der Automotive Industrie und empfindlicher persönlicher Konsequenzen, bewerten wir die Eintrittswahrscheinlichkeit in Bezug auf Kartellabsprachen und abgestimmter Verhaltensweisen zum Zweck der Beschränkung des Wettbewerbs als unwahrscheinlich. Gleichwohl ist zu beachten, dass Strafen staatlicher Kartellbehörden, aufgrund gesetzlicher Vorschriften, bis zu 10 % des Konzernumsatzes betragen können. In der jüngeren Vergangenheit waren bei anderen Unternehmen zwei- oder sogar dreistellige Millionenbeträge an Strafzahlungen durchaus die Regel, wodurch das Schadensausmaß als wesentlich eingestuft wird. Produkthaftung / Gewährleistung Die stetig zunehmende Komplexität moderner Fahrzeuge sowie der Einsatz neuer Technologien führt zwangsläufig zu einem steigenden Haftungs- und Gewährleistungsrisiko, sowohl bei den OEMs als auch bei deren Zulieferern, insbesondere dann, wenn diese Zulieferer in die Entwicklungsprozesse eingebunden sind bzw. diese in eigener Verantwortung erfüllen. Die Risiken aus Entwicklung, Fertigung und Belieferung werden durch ein standardisiertes Vorgehensmodell minimiert und durch umfassende Governance Funktionen, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, Prüfroutinen, Zertifizierungen und Audits abgesichert. Alle Werke der DRÄXLMAIER Group sind nach dem Branchenstandard der Automobilindustrie zertifiziert. Darüber hinaus sind Risiken der Gruppe durch Risikotransfer in Form einer konzernweiten, speziell auf die Branche abgestimmten Haftpflichtversicherung mit Schwerpunkt auf erweiterte Produkthaftpflicht und Rückrufkostendeckung abgesichert. Der Risikotransfer bleibt ein wesentlicher Baustein der Risikophilosophie, weshalb die sehr umfangreichen Absicherungskonzepte aufrechterhalten werden. Grundsätzlich könnte auch das Thema Patente zu einem Mittelabfluss, aufgrund von Rechtsansprüchen Dritter, führen. Um dies zu vermeiden ist das konzerneigene Patentwesen jederzeit in den Entwicklungsprozess stark eingebunden. Nach wie vor wird die Eintrittswahrscheinlichkeit von Gewährleistungsfällen sowie Haftungsfällen, aus denen sich Versicherungsfälle entwickeln können, aufgrund der präventiven Risikominimierungsmaßnahmen als selten eingeschätzt. Dennoch ist das finanzielle Risiko insbesondere unter Berücksichtigung der makroökonomischen Einflüsse auf die Industrie im Falle einer Inanspruchnahme als wesentlich einzuschätzen. Finanzwirtschaftliche Risiken Für die DRÄXLMAIER Group als international auf vier Kontinenten produzierende und vertreibende Gruppe gehört das Management von Währungs- und Zinsrisiken zu den Kernaufgaben des Risikomanagements. Zins-, Währungs- und Liquiditätsrisiken werden im Rahmen eines aktiven Treasury-Managements und konzernweit gültiger Richtlinien zentral durch das DRÄXLMAIER Treasury gesteuert. Derivative Finanzinstrumente werden dabei ausschließlich zu Sicherungszwecken genutzt. Für alle Sicherungsgeschäfte gilt: kein Sicherungsgeschäft ohne Grundgeschäft. Sicherungsgeschäfte beziehen sich auf die Währungskurssicherung von Zahlungsströmen in Fremdwährung aus dem operativen Geschäft, zur Absicherung von Fremdwährungsaktiva bzw. -passiva (z. B. in USD nominierte Senior Notes) sowie zur Minderung von Zinsänderungsrisiken. Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich nur mit erstklassigen nationalen und internationalen Banken abgeschlossen, deren Bonität regelmäßig von führenden Rating-Agenturen überprüft wird und die im Sinne der Risikominderung von Treasury überwacht wird. Basierend auf den geplanten Zahlungsströmen in Fremdwährung werden fristen- und betragskongruente Sicherungsgeschäfte abgeschlossen. Der Deckungsgrad richtet sich nach den Marktopportunitäten und nimmt mit zunehmendem Zeithorizont ab. In der Regel werden Sicherungsgeschäfte für zukünftige Fremdwährungs-Cashflows mit Laufzeiten von bis zu drei Jahren abgeschlossen. Neben der Sicherung von Währungsrisiken ist die ausgewogene Steuerung des Zinsänderungsrisikos eine wichtige Zielsetzung der Finanzpolitik. Dazu wird die Fristigkeitsstruktur der zinstragenden Finanzpositionen auf zwei Ebenen gesteuert:
Wir halten die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos der Währungs- und Zinsschwankungen aufgrund der beschriebenen Maßnahmen und Steuerungen für selten, schätzen aber die möglichen Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als wesentlich ein. Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation Die Gesamtchancen- und Risikosituation ergibt sich für die DRÄXLMAIER Group aus den zuvor dargestellten Einzelchancen und Einzelrisiken. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Bewertung bzgl. des Risikos "Cyberkriminalität" gestiegen. Durch die strukturierte Ausrichtung über die operativen Unternehmensziele in Verknüpfung mit den strategischen Zielen aus dem Strategieprozess werden langfristig Chancen und Risiken identifiziert. Damit können im aktuellen Marktumfeld Chancen realisiert und es kann auf Risiken adäquat reagiert werden. Für die Beherrschung der Risiken besteht ein umfassendes unternehmensweites Risikomanagementsystem. Die größten Risiken für die DRÄXLMAIER Group ergeben sich im Wesentlichen aus "schwankenden Absatzmengen", "erhöhtem Preisdruck", "Schwierigkeiten auf dem Beschaffungsmarkt" und "Cyberkriminalität". Nach den uns heute bekannten Informationen bestehen keine Risiken, die den Fortbestand wesentlicher Gesellschaften oder der DRÄXLMAIER Group gefährden könnten. Prognosebericht Branchenausblick Ausblick DRÄXLMAIER Group Hinweise Prognosebericht Branchenausblick 2022 Nach Prognosen des IWF soll die Gesamtleistung der Weltwirtschaft in 2022 um 4,4 % steigen. Angespannt bleibt die Entwicklung in der Gesamtwirtschaft zu Jahresbeginn durch die noch nicht ausgestandene Corona-Pandemie und die Engpässe in der Halbleiterversorgung. Die Zuversicht der Experten für das Gesamtjahr 2022 fußt darauf, dass mithilfe der Impf-Kampagnen in allen Regionen der Welt die Pandemie immer beherrschbarer wird und die zur Verfügung stehenden Halbleiterkapazitäten sich bis Ende 2022 stetig erholen werden. Ein überdurchschnittliches Wachstum prognostizieren die LMCA Experten erneut dem Premiumautomobilmarkt. Der weltweite Premiummarkt soll in 2022 um 15,6 % auf mehr als 11 Mio produzierte Fahrzeuge wachsen. Das sind fast 1,5 Mio PKW mehr als im Vorjahreszeitraum und 882 Tsd Premium Fahrzeuge mehr als im Jahr 2019 vor Beginn der Pandemie. Das Produktionsniveau in der Region Asien-Pazifik soll sich auf 3,8 Mio Premiumfahrzeuge erhöhen, was einen Anstieg von 10,7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeuten würde. Getrieben wird diese Entwicklung vom größten Einzelmarkt der Region: China wird seinen Wachstumskurs fortsetzen. Das Gesamtproduktionsniveau in 2022 wird bei über 3,1 Mio Premiumfahrzeugen erwartet, was einem Zuwachs von 11,8 % entspricht. Der Premiummarkt für Hybrid- und E-Fahrzeuge wächst in 2022 weiterhin sehr stark. LMCA Experten gehen im Vergleich zum Vorjahr von einem Wachstum von 42,6 % aus. Damit steigt das globale Volumen zwischen 2021 und 2022 um 872 Tsd Hybrid- und Elektro-Fahrzeuge an und liegt bei über 2,9 Mio Fahrzeugen. Dieses Wachstum führt dazu, dass der Anteil an Hybrid- und E-Fahrzeugen am gesamten Premium Markt von 9,0 % in 2019 auf 28,4 % in 2022 ansteigen könnte.
Ausblick DRÄXLMAIER Group Umsatz- und Ergebnisprognose 2022 gemäß Planungsbericht Trotz der enormen Herausforderungen konnte die DRÄXLMAIER Group im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl das Umsatz- als auch das Ergebnisziel erreichen. Die EBIT-Marge lag mit 5,3 % sogar leicht über dem anvisierten Wert. Auch im kommenden Jahr wird die Volatilität auf den internationalen Märkten hoch bleiben. Der grundsätzliche strukturelle Mangel an Halbleitern sollte ebenfalls bestehen bleiben, die Versorgungssituation sollte sich gegenüber dem Jahr 2021 aber leicht verbessern. Trotz dieses herausfordernden Marktumfeldes will die DRÄXLMAIER Group ihren Wachstumskurs fortsetzen. Die eingeschlagene Strategie mit dem Fokus auf Premium-Fahrzeuge sollte sich hier erneut als richtig erweisen. Ebenso macht die internationale Aufstellung des Konzerns krisensicherer. In 2022 sollen die Umsatzerlöse erneut um ca. 10 % im Jahresvergleich steigen. Beitragen werden hierzu auch anstehende Serienanläufe wie die neue Mercedes E-Klasse oder der ursprünglich bereits für 2021 anvisierte Produktionsstart vom Tesla Model Y in Grünheide. Auch für das EBIT wird für das kommende Geschäftsjahr eine weitere leichte Steigerung angestrebt, die unter anderem aufgrund der Rohstoffpreisentwicklung unter dem Umsatzanstieg liegen sollte. Trotz hoher geplanter Investitionen, auch bedingt durch Aufholeffekte aus verschobenen Investitionen in 2021, wird aufgrund eines starken operativen Cash Flow mit einem positiven Free Cash Flow gerechnet. Auswirkungen durch den Russland-/Ukrainekonflikt Durch den seit Ende Februar andauernde Krieg in der Ukraine hat sich das wirtschaftliche Umfeld eingetrübt: Energie-, Transport- und Rohstoffpreise sind in den letzten Wochen weiter gestiegen. Steigende Inflationsraten werden den Lohndruck in vielen Regionen erhöhen. Auch wenn die DRÄXLMAIER Group keine Produktionsstätten in der Ukraine unterhält, führen Produktionsstopps bei Automobilherstellern zu einem Lieferstopp bei allen Lieferanten. DRÄXLMAIER hat Krisenstäbe in den Bereichen Operations und Finance etabliert, welche die dynamische Entwicklung fortlaufend bewerten und bewältigen. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es aber nicht möglich, die Auswirkungen in ihrer Gänze abzuschätzen. Sicher ist, dass die Parameter Umsatz und EBIT aus der ursprünglichen Planung für 2022 nicht mehr erreicht werden können und unter dem ursprünglichen Planansatz liegen werden. Nachhaltiges Wirtschaften Unter Berücksichtigung der skizzierten gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen schaut die DRÄXLMAIER Group zuversichtlich in die Zukunft. Bereits in den wirtschaftlich sehr herausfordernden letzten zwei Jahren hat sich der Konzern besser als der Markt entwickelt. Es wird auch in Zukunft nicht an Herausforderungen mangeln. Globale Megatrends geben den Rahmen für die Zukunftsfähigkeit der DRÄXLMAIER Group als eigenständiges Unternehmen vor. Nachhaltiges Wirtschaften ist für DRÄXLMAIER eine zentrale Aufgabe und ein wesentlicher Bestandteil der Strategie. Trotz der vielen Unsicherheiten treiben wir wichtige Maßnahmen zum Klimaschutz weiter voran. Dabei leitet das Unternehmen ein starkes Wertegerüst, auf das sich die Kunden, Lieferanten, Mitarbeitenden und regionalen Partner verlassen können. Künftige wirtschaftliche Aussichten als Premiumanbieter in der Automobilindustrie sind eng verbunden mit einem ständigen, nachhaltigen Wandel. Die DRÄXLMAIER Group hat gezeigt, dass sie gut aufgestellt ist und die Herausforderungen eines sehr anspruchsvollen Marktumfelds für ihren Unternehmenserfolg nutzen kann. Hinweise Der vorliegende Prognosebericht enthält zukunftsbezogene Angaben. Sie basieren auf Erwartungen und Einschätzungen der DRÄXLMAIER Group sowie externer Institutionen (z. B. LMC Automotive, IWF). Diese Aussagen zur voraussichtlichen künftigen Entwicklung wie auch die Prognosen zum wirtschaftlichen Umfeld sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Sie können dazu führen, dass die tatsächliche Geschäftsentwicklung, unter anderem wegen der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, sowohl positiv als auch negativ beeinflusst wird und von den angegebenen Erwartungen abweicht. Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG, Vilsbiburg Prüfungsurteile Wir haben den Konzernabschluss der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG, Vilsbiburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2021, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Überleitung zum Gesamtergebnis der Periode, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Fritz Dräxlmaier GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige Informationen Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:
Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
München, den 12. April 2022 KPMG
AG
Prof. Dr. Grottel, Wirtschaftsprüfer Reule, Wirtschaftsprüfer Der Jahresabschluss zum 31.12.2021 wurde durch Gesellschafterbeschluss vom 10.05.2022 festgestellt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neueste Nachrichtenartikel und Medienerwähnungen
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Weitere Unternehmen an oder nahe dieser Geschäftsadresse
18 nahegelegene Organisationen
Herstellung von militärischen Kampffahrzeugen
Erbringung von sonstigen Dienstleistungen für die Luftfahrt a. n. g.
Herstellung von elektrischem Installationsmaterial
Herstellung von Batterien und Akkumulatoren
Erbringung von Logistikdienstleistungen
Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen
Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen
Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Managementtätigkeiten von sonstigen Holdinggesellschaften
Herstellung von Baubedarfsartikeln aus Kunststoffen
Herstellung elektrischer und elektronischer Ausrüstungsgegenstände für Kraftwagen
Beteiligungsgesellschaften
Verwaltung von Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden für Dritte
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehör
Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen
Beteiligungsgesellschaften
Kennzahlen extrahiert aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Echtzeit-Dokumentenabruf aus dem Handelsregister
Echtzeit-Prüfung auf Insolvenzbekanntmachungen der Registergerichte
Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen