Stammdaten

Register
Amtsgericht München HRB 219919
Eingetragen
14.4.2008
Branche
Institute für Factoring-GeschäfteTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von MöbelnAlle anderen Finanzdienstleistungen a. n. g.
Gegenstand
das Erbringen von Beratungs- und Serviceleistungen im Rahmen der zentralen Regulierung von Lieferantenforderungen und die Vermittlung von Delkredereleistungen für Kunden aus Industrie und Handel sowie das Erbringen von Zahlungsdiensten in Form eines Finanztransfergeschäfts gemäß § 1 Abs. 1, Satz 2 Nr. 6 ZAG und die Vermittlung von Factoring-Verträgen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Prokura
Tim Dr. Scheuerer
seit 25.4.2023
Vorstandsmitglied
Vorstandsmitglied

Gesellschafter
Beta

Keine Daten verfügbar

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

DelFactis AG

Starnberg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht

1. Geschäftsverlauf und Rahmenbedingungen

1.1. Grundlagen und Geschäftsmodell

Die DelFactis AG ist ein für das Finanztransfergeschäft zugelassenes Zahlungsinstitut unter Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die durch BaFin-Bescheid vom 25.09.2017 ursprünglich erteilte Erlaubnis für das Finanztransfergeschäft nach § 1 Abs. 2 Nr. 6 ZAG-2009 gilt aufgrund des BaFin-Bescheids vom 20.06.2018 auch für das Finanztransfergeschäft nach § 1 Abs. 1 Satz 2 Nr. 6 ZAG-2018 als erteilt. Sitz der Gesellschaft ist Starnberg. Eine Zweigniederlassung befindet sich in Düsseldorf.

DelFactis bietet Ihren Abnehmer-Kunden eine zentrale Zahlungsabwicklung in Verbindung mit einer gebündelten Delkredere Absicherung für Lieferanten-Forderungen gegen diesen Abnehmer an. In diesem Rahmen verkauft der Lieferant seine Forderungen gegen den Abnehmer aufschiebend bedingt zum Fälligkeitszeitpunkt an DelFactis und tritt diese im Weg der Vorausabtretung an DelFactis ab. DelFactis verkauft ihrerseits im Rahmen eines bestehenden Fälligkeitsfactorings diese Forderungen an den Absicherungspartner, der auf diesen Abnehmer ein Limit stellt, weiter und tritt die Forderung an diesen ab. Im Ergebnis wird das Delkredere vom Absicherungspartner getragen. Im Falle der zusätzlichen Finanzierung der Forderung im Rahmen eines "Reverse Factorings" werden die Forderung über den Finanzierungspartner finanziert und direkt an den Lieferanten ausbezahlt, auch hier unterstütz DelFactis bei Abwicklung und Absicherung der Forderung den Finanzierungspartnern und Abnehmer-Kunden erhält hierfür eine entsprechende Provision.

Daneben bietet DelFactis Kunden auch eine Zahlungsabwicklung im Rahmen des Finanztransfergeschäfte ohne Absicherungskomponente an.

1.2. Geschäftsverlauf im Geschäftsjahr 2023

Als finanzieller Leistungsindikator werden die Provisionsumsätze der Gesellschaft herangezogen. Die DelFactis AG hat das Geschäftsjahr 2023 mit einen zum Vorjahr moderaten Umsatzanstieg von 2% abschließen können. Die Stagnation des Umsatzes im Jahre 2023 ist zum einen auf verzögerte Kreditentscheidungen der Finanzpartner, zum anderen auf Projektverschiebung aufgrund anderer Prioritäten bei potenziellen Abnehmer-Kunden zurückzuführen. Die im Jahr 2021 neu aufgenommene Geschäftstätigkeit Zahlungsabwicklung im Rahmen von "cash back-Aktionen" war im vergangenen Jahr rückläufig. Insgesamt liegen die Ergebnisse 2023 unter den ursprünglich gesetzten Zielen.

2. Lage des Unternehmens

Die DelFactis AG konnte zum Ende des Geschäftsjahres 2023 die Anzahl der Abnehmer und die der Lieferantenkunden im Bereich Zentralregulierung mit Delkredere-Absicherung weiter steigern. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft war durchweg stabil.

2.1. Vermögenslage

Die Gesellschaft verfügt über Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 1.965 (Vj. TEUR 1.256), davon auf Treuhandkonten in Höhe von TEUR 623 (Vj. TEUR 108), über welche die Gesellschaft nur zur Bedienung von Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verfügen darf.

Über weitere Aktiva verfügt die Gesellschaft im Wesentlichen in Form von Provisionsforderungen TEUR 278 (Vj. TEUR 277).

Dem gegenüber stehen TEUR 432 (Vj. TEUR 470) an kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, davon Verbindlichkeiten zur Ausführung von Zahlungsvorgängen TEUR 432 (Vj. TEUR 470). Die sonstigen Verbindlichkeiten belaufen sich auf TEUR 653 (Vj. TEUR 138), wovon TEUR 623 (VJ TEUR 108) Verbindlichkeiten aus Treuhandgeldern auf Treuhandkonten sind, welche zur Ausführung von Zahlungsvorgängen bestimmt sind.

Die anderen Rückstellungen enthalten im Wesentlichen solche für Personalkosten TEUR 98 (Vj. TEUR 75), Jahresabschluss-, Prüfungs- und Steuerberaterkosten i.H.v. TEUR 31 (Vj. TEUR 31), Aufsichtsratsvergütung TEUR 8 (Vj. TEUR 8) sowie Steuerrückstellungen für Ertragsteuern TEUR 113 (Vj. TEUR 6).

Die Gesellschaft verfügt zum Stichtag über ein Grundkapital von TEUR 141, welches vollständig eingezahlt ist. Die Kapitalrücklage beläuft sich auf TEUR 621 (Vj. TEUR 621). Das Eigenkapital beläuft sich damit nach Verrechnung mit den Gewinnvorträgen auf TEUR 1.038 (Vj. TEUR 916).

2.2. Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Provisionserlöse von TEUR 5.895 (Vj. TEUR 5.757) erzielt. Den Provisionserlösen standen im Wesentlichen Provisionsaufwendungen (TEUR 4.381; Vj. TEUR 4.208), Personalaufwendungen (TEUR 769; Vj. TEUR 748) sowie andere Verwaltungsaufwendungen (TEUR 354; Vj. TEUR 451) gegenüber, sodass sich im Geschäftsjahr 2023 unter Berücksichtigung der übrigen Aufwendungen und Erträge ein Jahresgewinn von TEUR 263 (Vj. TEUR 261) ergab.

2.3. Finanzlage

Die Gesellschaft ist ausreichend finanziert. Den kurzfristig fälligen Kundenverbindlichkeiten (TEUR 432; Vj. TEUR 470) und sonstigen Verbindlichkeiten (TEUR 653; Vj. TEUR 138) standen kurzfristig fällige Forderungen gegen Kreditinstitute (TEUR 1.965; Vj. TEUR 1.256) gegenüber. Die Zahlungsfähigkeit (Liquidität) der Gesellschaft war während des gesamten Geschäftsjahrs einwandfrei gegeben. Der operative Cashflow war positiv und konnte insgesamt die Finanzsituation der Gesellschaft stärken.

3. Chancen und Risiken

Das Risikomanagementsystem ist darauf ausgerichtet, die Risikobereiche der Gesellschaft durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu kontrollieren und Forderungsausfälle und Schäden möglichst gering zu halten. Im Risikohandbuch der DelFactis AG werden die Gefahren und die erarbeiteten betrieblichen Maßnahmen zur Prävention und bei auftretenden Schwierigkeiten beschrieben Als Adressausfallrisiko wurde im Wesentlichen die Zahlungsunfähigkeit eines Factors identifiziert. Dieses wird als äußerst gering eingeschätzt und ist auch nur insofern zu bewerten, dass gleichzeitig auch ein Ausfall eines Abnehmer-Kunden eintreten muss. Der Ausfall bzw. die Kündigung von Versicherungsvolumen von größeren Abnehmer-Kunden der DelFactis, kann jedoch zu einem wesentlichen Rückgang des Geschäftsvolumens beitragen. Dem wird durch eine Ausweitung des Kerngeschäftes auf eine größere Anzahl von Abnehmer-Kunden entgegengewirkt. In den Bereichen "Marktpreisrisiko" (einschließlich Zinsänderungsrisiken und Fremdwährungsrisiken) und "Liquiditätsrisiko" sieht der Vorstand derzeit keine erhöhten Risiken. Neben dem geplanten Wachstum im Kerngeschäft der Delfactis, könnten sich weitere Marktchancen im Bereich von reinen ZAG-pflichtigen Zahlungsabwicklungen ergeben. Auch im Bereich von Finanzierungen der Supply-Chain in Form von Reverse Factoring über Partner, sehen wir Chancen für die DelFactis.

4. Ausblick (Prognosen)

4.1 Technologie und neue Produkte

Die DelFactis AG ist ein innovativer Anbieter von Zentralregulierungsleistungen. Das auf Factoring basierende Delkredere-Produkt ist den im Markt üblichen Produkten auf Basis klassischer Warenkreditversicherungen in mehreren Belangen überlegen. Hinzu kommt, dass die DelFactis AG einer der wenigen bankunabhängigen Dienstleister für Zentralregulierung mit Delkredere ist, der von der BaFin für das Finanztransfergeschäft zugelassen und überwacht wird. Diese zusätzliche Sicherheit sollte im Marktumfeld weiterhin Vorteile bringen.

Die Produkterweiterung Reverse Factoring zur Optimierung von "working capital" wurde 2020 erfolgreich ausgerollt, wurde in weiteren Variationen und mit weiteren Finanzpartnern in 2023 ausgebaut und soll weiter in 2024 forciert werden. Im Reverse Factoring erhalten die Lieferanten ihre Forderungen unmittelbar nach Rechnungsfreigabe durch den Abnehmer ausgezahlt. Mit der einheitlichen Umsetzung auf die Lieferanten eines Abnehmer-Kunden können vertraglich und konditionell optimale Ergebnisse für Lieferant und Abnehmer erzielt werden.

Darüber hinaus wird seit Ende 2021 auch reines Zahlungsabwicklungsgeschäft für Agenturen im Bereich "cash-back" durchgeführt. Die Umsätze aus diesem Bereich beliefen sich auf TEUR 31 (Vj. TEUR 84) und waren aufgrund weniger Kampanien, sowie aufgrund des Verlustes eines Kunden rückläufig. Für das Jahr 2024 werden die Umsätze aus dem "cash-back" Bereich auf ähnlichen Niveau wie im Jahr 2023 geplant.

4.2 Vertrieb und Marketing

In 2023 konnten weitere Abnehmer-Neukunden gewonnen werden. Weitere mögliche Neukunden befinden sich aktuell im Dialog mit der DelFactis AG für einen Start in 2024. Gleichzeitig ist bei zwei Bestandskunden der Ausbau der Geschäftstätigkeit in 2024 vorgesehen.

4.3 Wirtschaftliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2024

Gemäß der letzten Prognose im Dezember des Ifo-Institut wird die gesamtwirtschaftliche Leistung nach einem Rückgang der Wirtschaft in 2023 um 0,3% wieder ein Wachstum in Höhe von 0,9% für 2024 erreichen.

Auch im Bereich der Warenkreditversicherer wird aufgrund der hohen Inflation mit Kaufzurückhaltung im Allgemeinen mit höheren Risiken und weiter mit einer restriktiveren Warenkreditversicherungsvergabe der Kreditversicherer im Speziellen gerechnet. Umgekehrt steigt das Interesse der Lieferanten an einer Absicherung und damit der Delfactis-Dienstleistung.

Anhaltend hohe Inflation und damit verbunden mit weiterhin höheren Zinsen, unterstützen grundsätzlich unsere Finanzierungs- und Absicherungsprodukte.

Die aktuellen Auswirkungen auf das Geschäft der DelFactis, aufgrund des Angriffskriegs Russlands auf die Urkaine sind weiterhin gering, weitere Eskalationen und deren Einfluss auf unser Geschäft können schlecht eingeschätzt werden.

Insgesamt geht die DelFactis in 2024 von einer Fortsetzung des Umsatz- und Ergebniswachstums in allen drei Geschäftsfeldern auf dem Niveau der letzten Jahre in Höhe von ca. 5 bis 10% aus. Hierzu tragen laut Planung Neukunden, wie Bestandskunden gleichermaßen bei.

Weiterhin befindet sich die DelFactis derzeit in der finalen Abstimmung und Umsetzung mit Finanzierungspartnern für ein Produkt zur flexibleren Gestaltung der Lieferantenzahlungen für den Abnehmer-Kunden, welches Anfang Q2 2024 eingeführt werden soll.

5. Sonstige Angaben

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs oder die Lage der Gesellschaft von Bedeutung sind, bestanden nicht. DelFactis AG betreibt weder Forschung noch Entwicklung und verwendet keine Finanzinstrumente.

 

Starnberg, den 31. März 2024

DelFactis AG

Vorstandsmitglied

Roger-Martin Paul Kötje

Vorstandsmitglied

Dr. Tim Scheuerer

Vorstandsmitglied

Christine Kuzma-Erhard

Bilanz

AKTIVSEITE

31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
2. Forderungen an Kreditinstitute
a) aus Zahlungsdiensten 1.965.209,03 1.255.664,25
darunter auf Treuhandkonten: EUR 622.640,90 (Vj.: EUR 108.075,85)
3. Forderungen an Kunden
a) aus Zahlungsdiensten 277.868,86 276.904,88
darunter aus Provisionen: EUR 277.868,86 (Vj.: EUR 276.904,88)
9. Immaterielle Anlagewerte
a) aus Zahlungsdiensten
aa) selbst geschaffene Rechte 2,00 2,00
bb) entgeltlich erworbene Lizenzen 121.953,00 102.513,00
121.955,00 102.515,00
10. Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten 8.365,00 14.038,00
12. Sonstige Vermögensgegenstände
a) aus Zahlungsdiensten 80,07 0,00
davon gegen Gesellschafter: EUR 0,00 (Vj.: EUR 0,00)
13. Rechnungsabgrenzungsposten
a) aus Zahlungsdiensten 0,00 1.024,88
2.373.477,96 1.650.147,01

PASSIVSEITE

2. Verbindlichkeiten gegenüber Kunden
a) aus Zahlungsdiensten 432.108,96 470.195,49
aa) davon Verbindlichkeiten zur Ausführung von Zahlungsvorgängen 432.108,96
432.108,96 470.195,49
4. Sonstige Verbindlichkeiten
a) aus Zahlungsdiensten 652.865,88 137.614,23
6. Rückstellungen
b) Steuerrückstellungen 113.320,00 0,00
aa) aus Zahlungsdiensten
c) andere Rückstellungen 136.938,79 125.877,65
aa) aus Zahlungsdiensten 250.258,79 125.877,65
11. Eigenkapital
a) Eingefordertes Kapital
Grundkapital 140.889,00 140.889,00
b) Kapitalrücklage 620.541,60 620.541,60
d) Bilanzgewinn/Vortrag 276.813,73 155.029,04
1.038.244,33 916.459,64
2.373.477,96 1.650.147,01

Gewinn- und Verlustrechnung

2023
Vorjahr
1. Zinserträge aus
a) aus Zahlungsdiensten
aa) Kredit- und Geldmarktgeschäfte 9.943,10 0,00
5. Provisionserträge
a) aus Zahlungsdiensten 5.894.462,39 5.757.158,93
6. Provisionsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten -4.381.426,88 -4.207.917,56
7. sonstige betriebliche Erträge
a) aus Zahlungsdiensten 10.038,32 16.838,17
b) aus sonstigen Tätigkeiten 1.500,00 9.899,00
8. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) aus Zahlungsdiensten
aa) Personalaufwand
aaa) Löhne und Gehälter -702.914,89 -668.276,10
bbb) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -66.266,74 -79.639,40
-769.181,63 -747.915,50
bb) andere Verwaltungsaufwendungen -353.806,63 -451.452,56
-1.122.988,26 -1.199.368,06
b) aus sonstigen Tätigkeiten -1.500,00 -9.899,00
9. Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
a) aus Zahlungsdiensten -37.602,50 -33.961,64
16. Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit
a) aus Zahlungsdiensten 372.426,17 332.749,84
20. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
a) aus Zahlungsdiensten -109.742,48 -72.200,00
21. sonstige Steuern
a) aus Zahlungsdiensten -10,00 -20,00
24. Jahresüberschuss
a) aus Zahlungsdiensten 262.673,69 260.529,84
25. Gewinnvortrag/ Verlustvortrag aus dem Vorjahr
a) aus Zahlungsdiensten 14.140,04 -105.500,80
31. Bilanzgewinn 276.813,73 155.029,04

Anhang

1. Allgemeine Angaben

DelFactis AG wird beim Amtsgericht München unter der Registernummer HRB 219 919 geführt. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Geschäftssitz des Unternehmens befindet sich in der Würmstraße 4, 82319 Starnberg. Eine Niederlassung befindet sich in der Goethestraße 83, 40237 Düsseldorf. Seit dem 22. Juni 2018 ist das Unternehmen Zahlungsinstitut und wird im Register der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (im Folgenden auch "BaFin") unter der ID 147447 geführt.

2. Angaben zur Bilanzierung und Bewertung

Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und der Generalnormen (Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage) gemäß HGB unter Beachtung des AktG sowie aufgrund der Erteilung der Lizenz als Zahlungsinstitut unter Berücksichtigung der Verordnung über die Rechnungslegung der Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute (RechZahlV) in Euro aufgestellt.

Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung werden gemäß § 2 RechZahlV aufgestellt. In der Bilanz werden sämtliche Vermögens- und Schuldposten und in der Gewinn- und Verlustrechnung überwiegend Aufwendungen und Erträge als "aus Zahlungsdiensten" stammend ausgewiesen. Lediglich kleinere Erträge und Aufwendungen aus der Untervermietung von Büroräumen stammen aus "sonstigen Tätigkeiten" und sind entsprechend zugeordnet worden.

Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung werden gern. § 256a HGB mit dem am Bilanzstichtag gültigen Devisenkassamittelkurs umgerechnet.

3. Angaben zur Bilanz

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennbetrag angesetzt. Erkennbaren Einzelrisiken wurde - sofern notwendig - durch Bildung von Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen.

Zum Stichtag bestanden Forderungen an Kreditinstitute in Höhe von EUR 1.965.209,03 (Vj. EUR 1.255.664,25). Davon befanden sich EUR 622.640,90 (Vj. EUR 108.075,85) auf Treuhandkonten nach § 17 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 ZAG. Die Forderungen gegen Kreditinstitute in Fremdwährungen betragen am Stichtag EUR 10.269,88 (Vj. EUR 29.904,83). Sämtliche Forderungen an Kreditinstitute unterliegen keinen Verfügungssperren (Verpfändungen).

Forderungen an Kreditinstitute Restlaufzeiten 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
< 3 Monate 1.965.209,03 1.255.664,25
3 Monate bis 6 Monate 0,00 0,00
6 Monate bis 12 Monate 0,00 0,00
> 12 Monate 0,00 0,00
Gesamt 1.965.209,03 1.255.664,25

Die Forderungen an Kunden in Höhe von EUR 277.868,86 (Vj. EUR 276.904,88) gliedern sich nach Restlaufzeiten wie folgt:

Forderungen an Kunden Restlaufzeiten 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
< 3 Monate 277.868,86 276.904,88
3 Monate bis 6 Monate 0,00 0,00
6 Monate bis 12 Monate 0,00 0,00
> 12 Monate 0,00 0,00
Gesamt 277.868,86 276.904,88

Das Wahlrecht zur Aktivierung von selbst geschaffenen immateriellen Anlagewerten wurde in Vorjahren in Anspruch genommen. Die Abschreibung erfolgte planmäßig über eine Nutzungsdauer von 5 Jahren. Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibung (Nutzungsdauer 3 bis 15 Jahre) bewertet und im Jahr ihres Zugangs zeitanteilig abgeschrieben. Geringwertige Wirtschaftsgüter des Sachanlagevermögens werden im Jahr des Zugangs in voller Höhe abgeschrieben. Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte und der Sachanlagen im Geschäftsjahr ist dem Anlagenspiegel auf der folgenden Seite zu entnehmen:

Die sonstigen Vermögensgegenstände enthalten Rückansprüche aus einer Abrechnung in Höhe von EUR 80,07 (Vj. EUR 0,00).

sonstige Vermögensgegenstände Restlaufzeiten 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
< 3 Monate 80,07 0,00
3 Monate bis 6 Monate 0,00 0,00
6 Monate bis 12 Monate 0,00 0,00
> 12 Monate 0,00 0,00
Gesamt 80,07 0,00

Die Bildung aktiver Rechnungsabgrenzungsposten EUR 0,00 (Vj. EUR 1.024,88) betraf im Vorjahr zum Stichtag eine Versicherungsanteil für das Jahr 2023.

Verbindlichkeiten sind mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten bestehen am Stichtag nicht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden betreffen in Höhe von EUR 432.108,96 (Vj. EUR 470.195,49) in Anspruch genommene Leistungen aus Datenbereitstellungen.

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Restlaufzeiten 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
< 3 Monate 432.108,96 470.195,49
3 Monate bis 6 Monate 0,00 0,00
6 Monate bis 12 Monate 0,00 0,00
> 12 Monate 0,00 0,00
gesamt 432.108,96 470.195,49

In den sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von EUR 652.865,88 (Vj. EUR 137.614,23) enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Treuhandguthaben EUR 622.640,90 (Vj. EUR 49.727,79) sowie aus Lohn- und Kirchensteuer Dezember EUR 29.862,22 (Vj. EUR 40.027,94). Die Restlaufzeiten der sonstigen Verbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

sonstige Verbindlichkeiten Restlaufzeiten 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
< 3 Monate 652.865,88 137.614,23
3 Monate bis 6 Monate 0,00 0,00
6 Monate bis 12 Monate 0,00 0,00
> 12 Monate 0,00 0,00
Gesamt 652.865,88 137.614,23

Rückstellungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrages bewertet. Die anderen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: Auf Basis des ertragssteuerpflichtigen Ergebnisses und des Verbrauchs der steuerlichen Verlustvorträge des Vorjahres ergibt sich eine Ertragssteuerrückstellung in Höhe von EUR 113.320,00 (Vj. EUR 6.200,00).

andere Rückstellungen 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
Ertragssteuerrückstellungen 113.320,00 6.200,00
ausstehender Urlaub und Tantiemen 92.438,79 75.177,65
Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses, Steuern 31.000,00 31.000,00
Aufsichtsratsvergütung 8.000,00 8.000,00
Archivierung von Geschäftsunterlagen 5.500,00 5.500,00
Gesamt 250.258,79 125.877,65

Das Eigenkapital wird mit Nennwerten ausgewiesen. Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt unverändert EUR 140.889,00 und ist eingeteilt in 140.889 auf den Inhaber lautende Stückaktien zu je einem Nennbetrag von EUR 1,00. Das Grundkapital ist in voller Höhe eingezahlt. Die in den vorangegangenen Geschäftsjahren gebildete Kapitalrücklage (§ 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB) beträgt unverändert EUR 620.541,60. Im Geschäftsjahr 2023 erfolgte eine Teilausschüttung des Bilanzgewinns aus dem Jahr 2022 in Höhe von EUR 140.889,00 (Vj. 0,00), sowie ein Gewinnvortrag in Höhe von EUR 14.014,04 (Vj. Verlustvortrag EUR - 105.500,80).

4. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Provisionserträge betragen im Geschäftsjahr EUR 5.894.462,39 (Vj. EUR 5.757.158,93) und verteilen sich, wie folgt auf die Geschäftsbereiche:

Provisionserträge aus Zahlungsdiensten und aus der Ausgabe von E-Geld nach Geschäftsbereichen 31.12.2023
EUR
Stichtag Vorjahr
EUR
Provisionserträge aus Zahlungsdiensten der Zentralregulierung mit Delkredere-Absicherung 3.769.275,43 3.735.972,68
Provisionserträge aus Zahlungsdiensten mit Finanzierung von Forderungen mit Delkredere-Absicherung 2.093.723,73 1.937.113,41
Provisionserträge aus reinen Zahlungsdiensten 31.463,23 84.072,84
gesamt 5.894.462,39 5.757.158,93

Im Geschäftsjahr wurden folgende Zahlungsvorgänge mit folgendem Zahlungsvolumen ausgeführt (Angaben nach § 4 ZIEV):

ausgeführte Zahlungsvorgänge Anzahl Zahlungsvolumen
[Stück] [Stück] [Mio. EUR] [Mio. EUR]
2023 Vj. 2023 Vj.
Inland 120.281 370.292 268 282
Ausland 3.416 142.599 79 91
Gesamt 123.697 512.891 347 373

Darüber hinaus wurden im Geschäftsbereich der finanzierten Forderungen EUR 363 Mio. (Vj. EUR 321 Mio.) direkt über Finanzierungspartner an Lieferanten ausbezahlt.

Die im Berichtsjahr erzielten sonstigen betrieblichen Erträge aus Zahlungsdiensten EUR 10.038,32 (Vj. EUR 16.383,17) betreffen im Wesentlichen Erstattungen von Krankenkassen mit EUR 5.228,66 (Vj. EUR 10.274,67) sowie mit EUR 4.717,80 (Vj. EUR 4.699,86) Sachbezug Firmenwagen.

Erträge aus sonstigen Tätigkeiten betreffen ausschließlich die Untervermietung von Büroräumen mit EUR 1.500,00 (Vj. EUR 9.899,00).

Bei den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag handelt sich um Aufwendungen in Höhe von EUR 109.742,48 (Vj. EUR 72.200,00 Ertrag) aus Veränderung der aktiven latenten Steuern EUR 0,00 (Vj. EUR 66.000,00), sowie aus Körper- und Gewerbesteuern EUR 109.742,48 (Vj. EUR 6.200,00).

Im Geschäftsjahr ergibt sich ein Jahresüberschuss in Höhe von EUR 262.673,69 (Vj. EUR 260.529,84).

5. sonstige Angaben

Dem Vorstand gehören die nachfolgenden Mitglieder an. Die Vorstandsmitglieder vertreten das Zahlungsinstitut gemeinsam:

Herr Roger-Martin Paul Kötje, Dipl. Betriebswirt (FH) (Bereich Finanzen, Kunden, IT und Einkauf) und

Herr Dr. Jan Scheffler, Dipl. Kaufmann (Bereich Recht-, Unternehmensentwicklung und Compliance) (bis 30.04.2023).

Herr Dr. Tim Scheuerer, Betriebswirt seit 1. 04 2023 (Bereich Vertrieb und Marketing)

Frau Kuzma-Erhard, Volljuristin ab 1. 05 2023 (Bereich Recht und Compliance)

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr die folgenden Mitglieder an:

Herr Joachim Dübner, Dipl. Ökonom (Vorsitzender),

Herr Dr. Marcus Gulder (stellv. Vorsitzender) und

Herr Dirk Umbach, Rechtsanwalt (bis 25.07.2023)

Herr Dr. Jan Scheffler, Dipl. Kaufmann (ab 25.07.2023)

Organbezüge

Den Organmitgliedern wurden zum Stichtag des Jahresabschlusses weder Vorschüsse und Kredite gewährt, noch wurden zugunsten von Vorständen und Aufsichtsräten Haftungsverhältnisse eingegangen. Die Vergütungen an den Aufsichtsrat betragen im Geschäftsjahr 2023 EUR 12.000,00. Auf die Angabe der Bezüge des Vorstands wird in Übereinstimmung mit § 286 Abs. 4 HGB verzichtet.

Abschlussprüferhonorar

Das im Geschäftsjahr in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasste Honorar des Abschlussprüfers betrug für Abschlussprüfungsleistungen EUR 25.000,00 (Vj. EUR 25.000,00) und für Steuerberatungsleistungen EUR 6.000,00.

Arbeitnehmer

Im Geschäftsjahr 2023 waren im Durchschnitt 8 (Vj.: 8) Arbeitnehmer beschäftigt.

Es bestehen die folgenden sonstigen finanziellen Verpflichtungen und keine Haftungsverhältnisse:

sonstige finanzielle Verpflichtungen 2023
EUR
2024
EUR
2025
EUR
Miete für Geschäftsräume 57.342,84 52.564,27 0,00
Fahrzeugleasing 4.919,42 0,00 0,00
Summe 62.262,26 52.564,27 0,00

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

keine

Ergebnisverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt vor, den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Starnberg, den 31. März 2024

DelFactis AG

Vorstandsmitglied

Roger-Martin Paul Kötje

Vorstandsmitglied

Dr. Tim Scheuerer

Vorstandsmitglied

Christine Kuzma-Erhard

Die Feststellung bzw. Billigung des Jahresabschlusses erfolgte am: 26. August 2024

Ergebnisverwendung:

Die Hauptversammlung stellt den Jahresabschluss einstimmig (140.889 Stimmen) fest und beschließt die Ausschüttung von EUR 70.444,50 sowie einen Ergebnisvortrag auf neue Rechnung in Höhe von EUR 192.229,18.

 

Starnberg, 26.08.2024

Joachim Dübner

Anlagenspiegel

Anschaffungs- und Herstellungskosten
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
Immaterielle Anlagewerte
aus Zahlungsdiensten
aa) selbst geschaffene Rechte 46.564,50 0,00 0,00 46.564,50
bb) entgeltlich erworbene Lizenzen 367.875,62 47.269,50 0,00 415.145,12
414.440,12 47.269,50 0,00 461.709,62
Sachanlagen
aus Zahlungsdiensten
Betriebs- und Geschäftsausstattung 89.574,67 4.100,00 0,00 93.674,67
geringwertige Wirtschaftsgüter 2.584,00 0,00 0,00 2.584,00
92.158,67 4.100,00 0,00 96.258,67
506.598,79 51.369,50 0,00 557.968,29
Abschreibungen
Stand 01.01.2023
EUR
Zugänge
EUR
Abgänge
EUR
Stand 31.12.2023
EUR
Immaterielle Anlagewerte
aus Zahlungsdiensten
aa) selbst geschaffene Rechte 46.562,50 0,00 0,00 46.562,50
bb) entgeltlich erworbene Lizenzen 265.362,62 27.829,50 0,00 293.192,12
311.925,12 27.829,50 0,00 339.754,62
Sachanlagen
aus Zahlungsdiensten
Betriebs- und Geschäftsausstattung 75.536,67 9.773,00 0,00 85.309,67
geringwertige Wirtschaftsgüter 2.584,00 0,00 0,00 2.584,00
78.120,67 9.773,00 0,00 87.893,67
390.045,79 37.602,50 0,00 427.648,29
Restbuchwerte
Stand 31.12.2023
EUR
Stand 31.12.2022
EUR
Immaterielle Anlagewerte
aus Zahlungsdiensten
aa) selbst geschaffene Rechte 2,00 2,00
bb) entgeltlich erworbene Lizenzen 121.953,00 102.513,00
121.955,00 102.515,00
Sachanlagen
aus Zahlungsdiensten
Betriebs- und Geschäftsausstattung 8.365,00 14.038,00
geringwertige Wirtschaftsgüter 0,00 0,00
8.365,00 14.038,00
130.320,00 116.553,00

Bestätigungsvermerk

An die DelFactis AG, Starnberg

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresschluss der DelFactis AG, Starnberg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der DelFactis AG, Starnberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus:

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Grünwald bei München, den 17. Mai 2024

LKC Grünwald GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Malte Thalemann, Wirtschaftsprüfer

Nicole Schimpfhauser, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der Delfactis AG, Starnberg, hat im Geschäftsjahr 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat sich mit dem Vorstand des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Tätigkeiten sorgfältig überwacht. In allen Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden. Er ist im Geschäftsjahr 2023 insgesamt zu vier Sitzungen zusammengekommen, wovon eine wurde als Präsenzsitzung und drei per Videokonferenz durchgeführt wurden.

Im Mittelpunkt der Beratungen und Diskussionen des Aufsichtsrats standen die vertraglichen Grundlagen sowie die finanzielle Situation und Entwicklung der Gesellschaft.

In der Sitzung vom 17. Mai 2023 befasste sich der Aufsichtsrat zunächst mit dem Jahresabschluss 2022, der Abschlussprüfer wurde zugeschaltet und berichtete über seine Abschlussprüfung und stand für Fragen und Antworten zur Verfügung. Danach wurden den vom Vorstand vorgeschlagenen Beschlüssen für die Empfehlungen an die Hauptversammlung entsprochen. Des Weiteren wurde die aktuelle Geschäftsentwicklung der ersten Monate 2023 bis April behandelt.

Die Hauptversammlung hat am 25. Juli nach Vorlage des Jahresabschlusses und der Berichterstattung von Vorstand und Aufsichtsrat, den Mitgliedern beider Organe für das Geschäftsjahr 2023 Entlastung erteilt und den Jahresabschluss 2023 festgestellt.

Die zweite Aufsichtsratssitzung des Jahres fand im Anschluss an die Hauptversammlung am 25. Juli statt, in welcher neben der üblichen Behandlung der aktuellen Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres 2023 und über Neukunden und Akquisition gesprochen wurde. Weiterhin wurde die neue Geschäftsverteilung und die Auslagerung der internen Revision behandelt.

Die dritte Sitzung 2023 wurde am 13. Oktober abgehalten. Neben dem Bericht des Vorstands zum laufenden Geschäft wurden verschiedene Themen aus dem Business Development behandelt.

Die letzte Sitzung 2023 wurde am 6. Dezember abgehalten. Neben dem Bericht des Vorstands zum laufenden Geschäft einschließlich des Forecasts zum Jahresende, wurde ausführlich über das Ergänzungsprodukt "Pay gesprochen.

Für die im Berichtsjahr 2023 geleistete Arbeit spricht der Aufsichtsrat dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Delfactis AG seinen Dank aus und wünscht für das Geschäftsjahr 2024 viel Erfolg.

 

Düsseldorf, den 08.07.2024

Joachim Dübner

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