Emanuel-Merck-Vermögens-KG
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Eigentümer- und Gesellschafterstruktur des Unternehmens
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Bilanzkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
Gewinn- und Verlustkonten aus veröffentlichten Jahresabschlüssen
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Öffentlich zugängliche Berichte in Volltext
E. Merck KGDarmstadtKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024Konzernbericht 2024Konzernlagebericht aGrundlagen des E. Merck-KonzernsDer E. Merck-KonzernWir sind Merck, ein Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Wir entdecken Neues und bringen die Menschheit voran. Gemeinsam schaffen wir in unseren Unternehmensbereichen Life Science, Healthcare und Electronics Werte für Kunden, Patientinnen und Patienten. Seit unserer Gründung im Jahr 1668 zeigen wir, dass wir uns stetig neu erfinden und langfristig denken. Dieser Ansatz stützt sich auf ein Fundament aus Verantwortung, Fürsorge und Respekt: für unsere Arbeit, unsere Mitarbeitenden, unsere Kundschaft, Patientinnen und Patienten, die Gesellschaft sowie unseren Planeten. Wir arbeiten engagiert auf eine bessere Zukunft hin: den nachhaltigen Fortschritt für die Menschheit. Die Gründerfamilie Merck ist bis heute Haupteigentümerin des Unternehmens und das bereits in der 13. Generation. Die Gründerfamilie ist über das oberste Mutterunternehmen des Konzerns, die E. Merck Kommanditgesellschaft, Darmstadt, zu 70,274 % als Komplementärin an der börsennotierten MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Darmstadt, beteiligt. Die übrigen 29,726 % des Grundkapitals der Merck KGaA werden im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an weiteren Börsenplätzen gehandelt. Die Beurteilung der Geschäftsentwicklung und die Allokation finanzieller Ressourcen erfolgen einheitlich durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA insgesamt für die Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics sowie die Konzernfunktionen. Wir besitzen die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Ausnahmen sind lediglich Kanada und die USA. Hier treten wir im Life-Science-Geschäft als MilliporeSigma, im Healthcare-Geschäft als EMD Serono und im Electronics-Geschäft als EMD Electronics auf. In unserer Finanzberichterstattung weisen wir neben unseren drei Unternehmensbereichen fünf Regionen aus: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Lateinamerika sowie den Mittleren Osten und Afrika. Zum 31. Dezember 2024 beschäftigten wir weltweit 62.557 Mitarbeitende 1. Am 31. Dezember 2023 waren es 62.908 Mitarbeitende 1. Umsatzerlöse nach Regionenin Mio. € / % der Umsatzerlöse
Verteilung der Mitarbeitenden nach Regionen zum 31. Dezember 2024 1Anzahl / in %
Life ScienceWir sind ein führender globaler Anbieter von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für ein breites Spektrum von Kunden, darunter Forschungs- und Diagnostiklabore, Biotechnologie- und Pharmaunternehmen sowie der Industriesektor. Über unseren gesamten Unternehmensbereich Life Science hinweg arbeiten wir gemeinsam mit der globalen Wissenschaftsgemeinschaft daran, Innovationen voranzutreiben. Dazu bieten wir ein breites und differenziertes Produktportfolio an sowie weltweite Dienstleistungen für die Auftragsentwicklung und -herstellung als Contract Development and Manufacturing Organization (CDMO). Unser Leistungsspektrum reicht von der Prozessentwicklung bis zur Kommerzialisierung. Im Geschäftsjahr 2024 entwickelten wir unsere Strategie konsequent weiter und stärkten unsere Position als diversifiziertes Unternehmen im Bereich Life Science mit unseren drei Geschäftseinheiten Science & Lab Solutions, Process Solutions und Life Science Services. Die präventive und personalisierte Medizin entwickelt sich stetig weiter. Zur Herstellung von neuen Modalitäten wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) und solchen für Zell- und Gen- sowie mRNA-basierte Therapien braucht es Maßstäbe für robuste, skalierbare und effiziente Prozesse. Diese Fortschritte werden dazu beitragen, die Anwendung neuartiger Therapien auszuweiten sowie weitere komplexe und chronische Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes und Muskeldystrophie zu behandeln. Hierzu konzentrieren sich bei Life Science mehr als 1.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Forschung & Entwicklung (F&E) an zwölf globalen Standorten auf die Stärkung unseres Kernportfolios. Mit ihrer Arbeit ermöglichten sie die Einführung von mehr als 9.200 Produkten und Lösungen in unseren drei Geschäftseinheiten. Diese Neueinführungen umfassen unter anderem Produkte im Rahmen unseres Faucet-Programms für Antikörper, Referenz- und Nanomaterialien. Unseren weltweiten Kunden stellen wir neben dem diversifizierten Produkt- und Dienstleistungsportfolio auch unsere Expertise zur Verfügung: Um die Forschung voranzubringen, loten wir dazu stets neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit führenden Universitäten auf der ganzen Welt aus. Im Mai 2024 unterzeichneten wir beispielsweise mit dem Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) eine unverbindliche Absichtserklärung zur Kooperation, um gemeinsam das koreanische Ökosystem für Forschung und Entwicklung zu industriellen Anwendungen in den Biowissenschaften voranzubringen. Im Rahmen der Partnerschaft mit dieser akademischen Einrichtung werden wir Forschenden in den Laboren des KAIST Produkte aus unserem Sortiment für die Chemie und Biologie bereitstellen. Eine Zusammenarbeit für gemeinsame F&E-Projekte wird zudem die Innovation in bestimmten Schwerpunktbereichen der Forschung fördern. Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Life Science 42 % des Konzernumsatzes sowie 39 % des EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges). Die Regionen Europa und Nordamerika trugen im Geschäftsjahr 2024 70 % zu den Umsatzerlösen von Life Science bei. 29 % des Umsatzes stammten aus den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika. Science & Lab SolutionsUnsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions unterstützt Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie anderen Industriemärkten. Sie erhalten bei uns Zugang zu einem breit gefächerten Portfolio, das Reagenzien, Verbrauchsmaterialien, Geräte, Instrumente, Software und Dienstleistungen für Forschung, Produktion und Prüfung umfasst. Dazu gehören auch Laborwasserinstrumente, Mikrobiologie- und Biomonitoring-Produkte, Test-Assays, analytische Reagenzien sowie Kits und Instrumente für die Durchflusszytometrie. Im 1. Halbjahr 2024 führten wir unsere Software M-Trace ® und die dazugehörige App für Mobilgeräte ein. Dabei handelt es sich um eine umfassende Lösung für die mikrobiologische Qualitätskontrolle, mit der sich Daten nachverfolgen lassen und die Sterilitätsprüfung digitalisiert werden kann. Die Software dokumentiert automatisch die Daten der einzelnen Prüfschritte und trägt so zur allgemeinen Prozesssicherheit bei. Dies mindert das Risiko von Abweichungen, falsch positiven Ergebnissen und menschlichen Fehlern. Im Juni gaben wir eine Zusammenarbeit mit der Michael J. Fox Foundation, New York, USA, bekannt. Ihr Ziel besteht darin, die Forschung zur Verlangsamung der Krankheitsprogression bei Morbus Parkinson voranzubringen. Im Rahmen der Kollaboration wird unsere SMCxPRO ® -Immunassay-Technologie eingesetzt, um bei Patienten niedrige Konzentrationen eines Biomarkers nachzuweisen, der mit Zellfunktionsstörungen in Verbindung gebracht wird. Der Service steht nun der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung und ermöglicht es, den Einfluss verschiedener Therapieoptionen auf die Krankheitsprogression nachzuverfolgen. Im Dezember erwarben wir die niederländische HUB Organoids Holding B.V., Utrecht, einen Pionier auf dem Gebiet der Organoide. Organoide sind Zellkulturmodelle, die die Funktionen eines Organs nachbilden. Mit ihrer Hilfe kann die Entwicklung von Medikamenten beschleunigt, das Verständnis von Krankheitsbehandlungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen verbessert und die Abhängigkeit der Branche von Tierversuchen verringert werden. Process SolutionsMit ihrem umfassenden Produkt- und Serviceportfolio, das insbesondere Filtrationseinheiten, Chromatografieharze, Einwegsysteme, Prozesschemikalien sowie Hilfsstoffe für das Bioprocessing umfasst, unterstützt die Geschäftseinheit Process Solutions Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, die sich auf die Entwicklung und Herstellung herkömmlicher und neuartiger Therapeutika konzentrieren. Im Mai 2024 unterzeichneten wir eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme des Life-Science-Unternehmens Mirus Bio LLC (Mirus Bio) für 617 Mio. US-Dollar. Das in Madison, Wisconsin, USA, ansässige Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Kommerzialisierung von Transfektionsreagenzien spezialisiert. Eingesetzt werden diese Reagenzien, zu denen auch das Produkt TransIT-VirusGEN ® von Mirus Bio zählt, um genetisches Material in Zellen einzuschleusen. Sie spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Die Transaktion wurde am 31. Juli 2024 abgeschlossen. Im September führten wir den ersten skalierbaren, für den Einmalgebrauch bestimmten Mischer speziell für die Herstellung von ADCs ein. ADCs stellen eine rasant wachsende, relativ neue Klasse von Therapeutika dar, die Tumorzellen gezielt angreifen und selektiv abtöten können und dabei gesunde Zellen verschonen. Der Mobius ® -ADC-Reaktor ermöglicht kürzere Durchlaufzeiten von Chargen, mindert das Risiko von Kreuzkontaminationen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Produktqualität, sodass Biopharma-Unternehmen ihre Therapien schneller und sicherer herstellen können. Darüber hinaus sind die für den einmaligen Gebrauch konzipierten Baugruppen des neuen Reaktors mit der Ultimus ®-Folientechnologie ausgestattet, die den Beuteln größere Festigkeit, Haltbarkeit und Dichtheit verleiht. Life Science ServicesDie Geschäftseinheit Life Science Services stellt für Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche konventionelle und neue therapeutische Modalitäten her. Dazu gehören monoklonale Antikörper, hochpotente pharmazeutische Wirkstoffe (HPAPIs), ADCs und Produkte für Virus- und Gentherapien sowie mRNAs. Mit unserem integrierten Angebot für Auftragsentwicklung, -herstellung und -prüfung unterstützen wir Kunden von den präklinischen Phasen bis hin zur kommerziellen Produktion. Im April brachten wir die erste validierte Komplettlösung ihrer Art zum Nachweis der genetischen Stabilität auf den Markt. Die AptegraTM-Plattform ersetzt fünf verschiedene Testsysteme und vier unterschiedliche Technologien durch einen einzigen Assay, der auf einer Plattform mit Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation basiert. Gegenüber herkömmlichen Verfahren lässt sich mit diesem Ansatz die Testdauer um 66 % reduzieren. Die Plattform erfüllt alle behördlichen Anforderungen an die Sicherstellung der genetischen Stabilität, einschließlich der Bewertung der Zahl der Genkopien. Im Oktober eröffneten wir unseren neuen, 290-Mio.-€-teuren Prüfbetrieb für Biosicherheit in Rockville, Maryland, USA. Die Prüfung der biologischen Sicherheit und die analytische Entwicklung sind grundlegende Prozessschritte, die bei der Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln sowohl für konventionelle als auch für neue Modalitäten gefordert werden. Die 23.000 Quadratmeter große Anlage vereint unter einem Dach Biosicherheitsprüfungen, analytische Entwicklung sowie Dienstleistungen für die Herstellung von Zellbanken. Der neue Betrieb bietet fortschrittliche Prüfkapazitäten einschließlich eines Pakets an Schnellmethoden, mit denen in kürzerer Zeit große Probenmengen auf Viruskontamination geprüft werden können. Dieses Paket enthält als Neuheit das Blazar ® -CHO-Animal-Origin-Free(AOF)-Panel als gezielte molekulare Methode zum Nachweis von Virusfamilien. Investitionen in Kapazitäts- und Produktionserweiterungen
HealthcareUnser Unternehmensbereich Healthcare trägt mit seinen Therapiegebieten Onkologie, Neurologie und Immunologie, Fertilität sowie Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen dazu bei, Leben zu schaffen, zu verbessern und zu verlängern. Als globaler Anbieter von innovativen Spezialprodukten mit einem starken etablierten Geschäft versorgen wir jeden Tag Millionen von Patientinnen und Patienten weltweit mit einem diversifizierten Therapieportfolio. Im gesamten Geschäftsjahr 2024 stellten wir die Versorgung mit unseren Arzneimitteln trotz der anhaltenden geopolitischen Krisen über den zu Jahresanfang erwarteten Bedarf hinaus sicher. Selbst als es bei einigen Wettbewerbern zu Engpässen kam, leisteten wir Unterstützung und arbeiteten gewissenhaft daran, wann immer möglich, dafür zu sorgen, dass Patientinnen und Patienten Zugang zu einer alternativen Therapieoption erhielten. Im Geschäftsjahr 2024 generierte Healthcare 40 % des Konzernumsatzes sowie 46 % des EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges). Die Regionen Europa und Nordamerika trugen im Berichtsjahr 53 % zu den Umsatzerlösen von Healthcare bei. Im Geschäftsjahr 2024 stammten 40 % des Umsatzes aus den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika. OnkologieErbitux ® (Cetuximab) ist mit 1.162 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 weiterhin das umsatzstärkste Produkt unseres Unternehmensbereichs. Das Krebsmedikament wird als Standardtherapie bei Patientinnen und Patienten mit EGFR (epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor)-exprimierendem metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) vom RAS-Wildtyp sowie bei rezidivierenden und/oder metastasierten und lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) eingesetzt. Mit rund 200 laufenden klinischen Studien zu Erbitux ® , darunter mehr als 30 Phase-III-Studien, treiben wir zudem unsere solide Lifecycle-Management-Strategie weiter voran. Wir haben weitere Fortschritte dabei gemacht, den Behandlungsstandard für Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC) weltweit zu verändern, indem wir weitere Marktzulassungen und Erstattungspflichten für unseren Anti-PD-L1-Antikörper Bavencio ® (Avelumab) erwirkten. Derzeit in über 70 Ländern als Erstlinien-Erhaltungstherapie für die Behandlung von fortgeschrittenem UC zugelassen, hat sich Bavencio ® auf Basis der Ergebnisse der zentralen JAVELIN-Bladder-100-Studie, der einzigen Phase-III-Studie einer Immuntherapie, die einen signifikanten Überlebensvorteil in der Erstlinien-Erhaltungstherapie zeigte, als Standardbehandlung in der Therapie dieser Krankheit etabliert. Bavencio ® ist zudem in Kombination mit Axitinib für die Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zugelassen und gilt als Standardbehandlung für die Monotherapie des metastasierten Merkelzellkarzinoms, einer seltenen Form von Hautkrebs. Darüber hinaus erweitern wir fortlaufend den Zugang zu Tepmetko ® (Tepotinib), unserem oralen MET-Inhibitor zur Hemmung von durch MET-Genmutationen ausgelösten onkogenen MET-Rezeptor-Signalwegen. Im Februar erteilte die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA die vollständige Zulassung für Tepmetko ® , der zuvor in den USA im Rahmen einer beschleunigten Zulassung verfügbar war. Tepmetko ® ist derzeit in circa 40 Märkten weltweit erhältlich. In weiteren Märkten laufen Zulassungsanträge. Im Juni 2024 gaben wir bekannt, dass die randomisierte Phase-III-Studie TrilynX nicht fortgesetzt wird. Die Studie untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Radiochemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit nicht reseziertem, lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Die Phase-III-Studie XRay Vision, die Xevinapant in Kombination mit Strahlentherapie bei Patientinnen und Patienten mit reseziertem LA SCCHN untersuchte, wurde ebenfalls eingestellt (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung"). Im Geschäftsjahr 2024 trieben wir die Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente aus unserer Pipeline voran. Wir stellten für M9140, das erste gegen das karzinoembryonale Antigen-Zelladhäsionsmolekül 5 (CEACAM5) gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) aus unseren eigenen Laboren, Daten aus der Erstanwendung am Menschen vor, und haben mit einem zweiten ADC, das auf GD2 (auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid) abzielt, die Phase I der klinischen Entwicklung begonnen (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung"). Außerdem initiierten wir neue klinische Studien zu unserem Portfolio an niedermolekularen DDR-Inhibitoren (DNA Damage Response, DDR). Wir untersuchen bei unterschiedlichen Tumorarten das Potenzial von Tuvusertib (M1774), unserem potenten, selektiven Inhibitor der Proteinkinase ATR (Ataxia Telangiectasia and Rad3-related), sowie von M9466, einem auch als HRS-1167 bekannten selektiven Inhibitor der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1), den wir von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. einlizenziert haben. Hierzu zählt eine im Jahr 2024 gestartete Phase-II-Studie zur Untersuchung des Potenzials von zwei Kombinationstherapien mit Tuvusertib, die Resistenz von Ovarialkarzinomen gegenüber einer PARP-Inhibition zu überwinden (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung"). Neurologie & ImmunologieWir entwickeln Therapien für Menschen mit neurologischen und immunvermittelten Erkrankungen und wollen dazu beitragen, die Lebensqualität von Betroffenen und Pflegenden wesentlich zu verbessern. Unser Portfolio ist das Ergebnis unserer über zwei Jahrzehnte langen Erfahrung im Bereich der Multiple Sklerose Forschung (MS). Es umfasst derzeit zwei zugelassene Produkte für die Behandlung von schubförmiger MS (RMS) - Rebif ® (Interferon beta-1a) und Mavenclad ® (Cladribin-Tabletten). Mavenclad ® , die einzige krankheitsmodifizierende orale Kurzzeittherapie für die Behandlung von Erwachsenen mit verschiedenen Formen von RMS mit hoher Krankheitsaktivität erreichte mit einem Gesamtumsatz von 1.062 Mio. € das zweite Jahr in Folge Blockbuster-Status. Über 100.000 Patientinnen und Patienten in über 90 Ländern, unter anderem in der Europäischen Union, in der Schweiz, in Australien, in Kanada und in den USA, profitierten bereits von der Behandlung mit Mavenclad ®. Rebif ® wird als krankheitsmodifizierendes Medikament in der Behandlung von RMS seit über 20 Jahren als Standardtherapie eingesetzt. Es kann seit Zulassung eine Behandlungsbilanz von fast zwei Millionen Patientenjahren vorweisen. Neben MS bauen wir die therapeutischen Schwerpunktgebiete in der Geschäftseinheit Neurologie & Immunologie weiter aus, indem wir Medikamente mit neuem Wirkmechanismus für Krankheiten mit hohem Behandlungsbedarf entwickeln, die potenziell die ersten in ihrer Klasse wären. Im Juni 2023 erteilte die FDA den Orphan-Drug-Status für Cladribin-Kapseln zur Behandlung von generalisierter Myasthenia gravis (gMG) und im Juni 2024 starteten wir ein globales klinisches Studienprogramm der Phase III. Im Bereich Immunologie untersuchen wir in einem klinischen Studienprogramm der Phase II das orale Prüfpräparat Enpatoran in den Indikationen systemischer Lupus erythematodes (SLE) und kutaner Lupus erythematodes (CLE). Im Oktober 2024 teilten wir Analyseergebnisse der CLE-Kohorte der Studie mit. Diese zeigen, dass Enpatoran den primären Endpunkt mit einem akzeptablen Sicherheitsprofil bei Patientinnen und Patienten mit CLE erreicht hat. Ergebnisse für die SLE-Kohorte der Studie werden Anfang 2025 erwartet. FertilitätWir sind ein globaler Marktführer für Fertilitätsmedikamente und -behandlungen. Angesichts des demografischen Wandels sowie von Lebensstiländerungen stellt Unfruchtbarkeit weltweit eine wachsende Herausforderung dar. Nach aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jeder sechste Mensch auf der Welt von Unfruchtbarkeit betroffen. Mit unserem breit gefächerten Portfolio an Behandlungsoptionen, Hilfsmitteln und modernen Technologien für die Fertilitätstherapie wollen wir zu verbesserten Therapieergebnissen beitragen und Paaren bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches helfen. Gemäß der letzten Auswertung kamen mithilfe von Gonal-f ®, einem Arzneimittel aus unserem Fertilitätsportfolio, mehr als sechs Millionen Babys zur Welt. Das Produkt enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-hFSH alfa), eine rekombinante Form des natürlichen Hormons FSH, und ist als Injektionslösung im praktischen, vorgefüllten Fertigpen erhältlich. Die jüngste Erhebung aus der praktischen Anwendung in Frankreich belegte bei der Behandlung mit Gonal-f ® verbesserte Lebendgeburtraten im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Gonadotropinen. Evidenzdaten aus der Praxis ergänzen die Datenlage von randomisierten klinischen Studien, indem sie zusätzlich Einblicke in Langzeitbehandlungseffekte bei großen, heterogenen Patientengruppen liefern. Um die Bedürfnisse einer Vielzahl von Patientinnen zu erfüllen, bieten wir neben Gonal-f ® ein weiteres Schlüsselprodukt in diesem Bereich an. Das Präparat Pergoveris ® enthält rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-hFSH) und rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH). Damit stellt es eine weitere Behandlungsoption für Frauen mit schwerem Mangel an FSH und LH dar. Pergoveris ® ist auch als gebrauchsfertige, vorgemischte Lösung in einem Injektionspen erhältlich. Als Ergänzung zu Pergoveris ® und Gonal-f ® bieten wir das rhCG Ovidrel ® , den GnrRH-Antagonisten Cetrotide ® und das Progesteron Crinone ® an. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & EndokrinologieDas Portfolio zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E) mit den Medikamenten Glucophage ® , Euthyrox ® , Concor ® und Saizen ® macht diese Geschäftseinheit zur umsatzstärksten des Unternehmensbereichs Healthcare. Glucophage ® , ein Metformin-Präparat für die Erstlinienbehandlung von Typ-2-Diabetes, ist in über 100 Ländern erhältlich. In den letzten Jahren erhielt Glucophage ® von weiteren Gesundheitsbehörden die Zulassung zur Anwendung bei Prädiabetes, wenn eine deutliche Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt. Euthyrox ® mit dem Wirkstoff Levothyroxin ist ein führendes Medikament für die Behandlung von Hypothyreose, einer Unterfunktion der Schilddrüse mit hoher Prävalenz, aber immer noch niedrigen Diagnoseraten in den meisten Wachstumsmärkten. Concor ® / Concor Cor ® mit dem Wirkstoff Bisoprolol ist ein Betablocker für die Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit und chronische Herzinsuffizienz. Zur Concor ® -Produktfamilie gehören außer Concor ® / Concor Cor ® auch Festdosis-Kombinationspräparate wie Concor Plus ® / Lodoz ® (Bisoprolol mit Hydrochlorothiazid). Saizen ® mit dem Wirkstoff Somatropin ist unser Hauptprodukt in der Endokrinologie und wird zur Behandlung verschiedener Wachstumshormonstörungen bei Kindern und Erwachsenen angewendet. Saizen ® kann mit dem Autoinjektor Easypod ® verabreicht werden, dem einzigen Injektionsgerät für Wachstumshormone, das in der Lage ist, Daten wie Injektionszeitpunkt, -datum und -dosis per Fernabfrage an das internetbasierte Softwaresystem Growzen ® Connect zu übermitteln, auf das medizinisches Fachpersonal, Patientinnen und Patienten sowie Pflegende zugreifen können. Alternativ kann Saizen ® auch mit dem einfachen Injektionspen Aluetta verabreicht werden. ElectronicsWir sind ein integraler Bestandteil des Halbleiter-Ökosystems. In den Prozessen der Halbleiterfertigung sind wir mit unseren Materialien und den zugehörigen Zuführsystemen sowie Mess- und Prüfgeräten ein wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette. Unser breites und innovatives Portfolio an Produkten hilft dabei, die zentralen Herausforderungen der Branche zu lösen. Dabei setzen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Hochleistungschips, die etwa für KI-Anwendungen benötigt werden. Wir liefern unsere Materialien, Systeme und Dienstleistungen an alle wesentlichen Akteure in der Branche. In den wichtigen Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen und sind mit unserem globalen Netzwerk an Standorten für F&E, Produktion und Vertrieb ein zuverlässiger und beständiger Partner. Nach einem zyklischen Abschwung begann der Halbleitermarkt, sich im Laufe des Berichtsjahrs 2024 zu erholen, vor allem dank der positiven Marktentwicklung bei Halbleitermaterialien für KI-Chips und kleineren Strukturgrößen. Prognosen zufolge ist bis 2027 mit einem jährlichen Anstieg der globalen Umsatzzahlen in der Halbleiterbranche um 9 % bis 12 % zu rechnen. Um der erwarteten steigenden Nachfrage in den kommenden Jahren gerecht zu werden, investieren führende Halbleiterhersteller in die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten. Entsprechend passen wir den kontinuierlichen Ausbau der Kapazitäten an unseren Standorten weltweit an die Pläne unserer Kunden an. Wir beliefern Hersteller von Logik-, Speicher- und analogen Mikrochips. Die fortschreitende Entwicklung von KI und das unverminderte Wachstum der Datenmengen in unserer digitalen Welt stellen immer höhere Anforderungen an die Rechenleistung von Mikrochips. Diese müssen in der Lage sein, mehr Daten (Speicherchips) schneller (Logikchips) zu verarbeiten. Die Elektronikindustrie arbeitet an der Entwicklung immer leistungsfähigerer Geräte mit kleineren, schnelleren und effizienteren Mikrochips. Entsprechend werden kleinste Strukturgrößen mit höherer Transistor- und Speicherzellendichte und komplexeren Architekturen (zum Beispiel 3D-Stapelung) benötigt. Darüber hinaus spielen auch modernste Packaging-Technologien wie die heterogene Integration eine bedeutende Rolle, um die Systemleistung in Halbleitern weiter zu steigern. Die heterogene Integration erfordert exakte Messungen von Verbindungselementen und Komponenten, was wiederum zu einem wachsenden Bedarf an innovativen Mess- und Prüfgeräten sowie Materialien für die Front-End-Fertigung führt (siehe Abschnitt zur Akquisition von Unity-SC). Sowohl die Miniaturisierung, die vertikale Stapelung als auch die heterogene Integration erfordern zusätzliche und neue Prozessschritte und damit auch neue Materiallösungen für eine weitere Verdichtung. Wir stärken kontinuierlich unser umfassendes Portfolio, um an der Entwicklung von immer komplexeren Technologien mitzuwirken und dadurch die steigende Nachfrage nach hochmodernen Mikrochips für KI und High-Performance-Computing zu bedienen. Die zunehmende Komplexität bedeutet, dass wir ein breites Portfolio und tiefgreifendes Verständnis brauchen, um Lösungen zu identifizieren, die immer mehr aus kumulativ aufeinander aufbauenden Innovationen bestehen. Dabei setzen wir auf unsere Materials Intelligence TM , die bereichsübergreifend Materialwissenschaften und KI gezielt kombiniert, um diesen Innovationsprozess zusammen mit unseren Kunden effizienter zu gestalten und die Komplexität effektiv zu reduzieren. Insofern gehören wir zu den Wegbereitern der nächsten Generation von Logik- und Speicherchips. Der Unternehmensbereich Electronics setzt sich aus den Geschäftseinheiten Semiconductor Solutions, Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) und Surface Solutions zusammen. Drei funktionsübergreifende Gremien unterstützen die Geschäftseinheiten: das Technology Leadership Board, das Supply Chain Leadership Board und das Commercial Leadership Board. Sie definieren bereichsübergreifende Standards, treiben den Austausch über bewährte Verfahrensweisen voran, fördern Transparenz und nehmen in unserer MatrixOrganisation daher eine Schlüsselrolle ein. Im Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an Global New Material International Holdings Ltd. für einen vereinbarten Kaufpreis von 665 Mio. € (siehe Abschnitt zu Surface Solutions). Electronics steuerte im Geschäftsjahr 2024 18 % zum Konzernumsatz und 15 % zum EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges) bei. Ein Großteil der Halbleiter und Displays wird in Asien produziert. Die Region Asien-Pazifik trug im Geschäftsjahr 2024 68 % zu den Umsatzerlösen von Electronics bei, der Anteil der Regionen Europa und Nordamerika bezifferte sich auf 29 %. Der Anteil von Semiconductor Solutions am Umsatz von Electronics lag im Geschäftsjahr 2024 bei 69 %. Auf Display Solutions entfielen 20 % und auf Surface Solutions 11 % der Umsatzerlöse unseres Unternehmensbereichs. Akquisition von Unity-SC, SASAngesichts der Entwicklung der Branche hin zu komplexeren und integrierten Systemen gewinnen Mess- und Prüfgeräte für eine präzise Halbleiterfertigung immer mehr an Bedeutung, denn sie helfen dabei, die Produktionskosten zu senken und den Ertrag zu optimieren. Um unsere Kompetenzen in diesem Bereich zu erweitern, erwarben wir Unity-SC, SAS (Unity-SC), einen Anbieter von optischer 3D-Mess- und Prüftechnik für die Halbleiterindustrie mit Sitz in Montbonnot-Saint-Martin nahe Grenoble, Frankreich. Die am 31. Oktober 2024 abgeschlossene Akquisition für einen Kaufpreis im Sinne des IFRS 3 (International Financial Reporting Standards) in Höhe von 144 Mio. € zuzüglich weiterer, an das Erreichen von Meilensteinen geknüpfter Zahlungen erweitert unsere Expertise und das Portfolio. Sie versetzt uns in die Lage, Lösungen für die Prozesskontrolle beim Advanced Packaging sowie der heterogenen Integration für Mikrochips und deren interne Verbindungsstrukturen anzubieten. Diese sind für die Herstellung moderner Halbleiter, insbesondere für KI-Chips, von essenzieller Bedeutung. Die Mess- und Prüfgeräte von Unity-SC messen wichtige Parameter während der Wafer-Bearbeitung sowie den Packaging-Prozessen. Durch die Ergänzung unseres Portfolios um diese Mess- und Prüfgeräte für die Fertigung erweitern wir unser Portfolio um eine wichtige Schlüsseltechnologie und können unsere Erkenntnisse darüber vertiefen, wie wir mit unseren Materialien den Mehrwert für unsere Kunden steigern können. Semiconductor SolutionsSemiconductor Solutions bietet als umsatzstärkste Geschäftseinheit innerhalb unseres Unternehmensbereichs Electronics Produkte und Dienstleistungen für die Halbleiterindustrie an. Wir entwickeln Materialien und Lösungen für die nächste Generation von Halbleiterkomponenten und helfen so dabei, Mikrochips kleiner, schneller, leistungsfähiger und nachhaltiger zu machen. Für die Herstellung eines Mikrochips sind zahlreiche Prozessschritte erforderlich, die allesamt erst durch spezialisierte Materialien mit hohen Anforderungen ermöglicht werden. Wir bieten ein leistungsstarkes Portfolio an Materialien für alle wesentlichen Prozessschritte, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Bearbeitungsprozess der Wafer. Unsere Kompetenz umfasst neben den Materialien auch das Know-how darüber, wie diese Materialien bei der Herstellung integriert werden, um die fertigen Komponenten zu erhalten. Semiconductor Solutions setzt sich aus den folgenden Geschäftsfeldern zusammen: Thin Films, Formulations, Specialty Gases und Delivery Systems & Services.
Display SolutionsUnsere Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) beherrscht die Steuerung von Licht für die Bildgebung, Verarbeitung, Messung und Inspektion. Wir materialisieren Licht durch DisplayMaterialien, optische Technologien sowie Mess- und Prüftechnik. Hierzu zählen die Geschäfte mit Flüssigkristallen (Liquid Crystals, LC), Strukturierungsmaterialien für die Oberflächenbehandlung von Displays (Fotolacke), Materialien für organische Leuchtdioden (Organic Light-Emitting Diodes, OLED) und reaktiven Mesogenen. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Entwicklung neuartiger Technologien nicht nur für TV-Monitore, sondern auch für IT- und Mobilgeräte sowie Automobil-, Gaming- und weitere Anwendungen. Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir im Bereich Augmented Reality / Virtual Reality (AR/VR) daran, das Spektrum möglicher Anwendungsszenarien um optoelektronische Technologien zu erweitern. Zudem widmen wir uns in enger Kooperation mit führenden Bildschirmherstellern der Entwicklung von Produkten mit LCD-Technologie (Liquid Crystal Display) der nächsten Generation für den Elektronikmarkt. Dank der Akquisition von Unity-SC umfasst das Angebot der Geschäftseinheit nun auch optische Messgeräte (siehe Abschnitt über Unity-SC), für welche die Kompetenzen der Geschäftseinheit im Bereich Optik voll zum Tragen kommen. Um den Anforderungen nach mehr Rechenleistung, höheren Bandbreiten und schnellerer Datenübertragung gerecht zu werden, gewinnen optische Komponenten zunehmend an Bedeutung. Bei Electronics entwickeln wir optische Technologien mit dem Ziel, elektronische Geräte noch leistungsfähiger zu machen. Surface SolutionsUnsere Geschäftseinheit Surface Solutions bietet unseren Kunden Lösungen an, mit denen sie funktionale und dekorative Oberflächen aller Art gestalten können. Unser Fokus liegt auf den Märkten für Autolacke und Kosmetika sowie zu einem geringeren Teil auch für industrielle Anwendungen. Mit unserem Portfolio von Wirkstoffen helfen wir Kosmetikherstellern, ihre Hautpflegeprodukte mit einem feuchtigkeitsspendenden, schützenden oder Anti-Hautalterungseffekt auszustatten. Zudem bedienen wir mit unseren funktionellen Lösungen zahlreiche innovative Anwendungen - von schmutzabweisenden und pflegeleichten Oberflächen bis hin zu Lasermarkierungen von Kunststoffteilen und Kabeln. Vor dem Hintergrund unserer strategischen Fokussierung auf den Elektronikmarkt und der Weiterentwicklung zukunftsweisender Technologien steht das Surface-Solutions-Geschäft nicht mehr im Mittelpunkt unserer Aktivitäten bei Electronics. Am 25. Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an GNMI, auch bekannt unter dem Markennamen Chesir. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Perlglanzpigmenten mit Standorten in China und Korea. Gegenstand der Vereinbarung ist der Großteil der weltweiten Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten unserer Geschäftseinheit Surface Solutions. Ihre Präsenz in Europa und Nordamerika würde die von GNMI ergänzen, das in Asien vertreten ist. Die Transaktion wird voraussichtlich im 2. Halbjahr 2025 abgeschlossen und unterliegt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und der Erfüllung bestimmter anderer üblicher Abschlussbedingungen. Strategie *Vision und strategisches FundamentIn einer zunehmend komplexen Welt, die vermehrt von gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Spannungen geprägt ist, haben wir erneut unsere Widerstandsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sind im Geschäftsjahr 2024 auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Angesichts von Faktoren wie der alternden Bevölkerung sowie dem Technologie- und Klimawandel halten wir den Bedarf nach wissenschaftlichen Durchbrüchen für größer denn je. Dem Wandel stehen wir offen gegenüber und sehen ihn als Katalysator für Innovation und Wachstum. Unsere Vision "Neues entdecken. Die Menschheit voranbringen." eint uns dabei in der Zielsetzung, eine attraktivere, gesündere und nachhaltigere Welt zu schaffen, indem wir die Wissenschaft unterstützen, bahnbrechende Fortschritte zu erzielen. Unsere über 356-jährige Geschichte, kombiniert mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell, bildet eine hervorragende Ausgangslage zur weiteren Erschließung attraktiver globaler Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial. Durch die Umsetzung unserer innovationsfokussierten Strategie werden wir unsere Position als führendes Wissenschaft- und Technologieunternehmen weiter ausbauen. Der Unternehmensbereich Life Science konzentriert sich dabei beispielsweise auf den wachsenden Markt für komplexe Moleküle und neue therapeutische Modalitäten ("Novel Modalities"). In Healthcare liegt unser Fokus auf Spezialmedikamenten für die Onkologie und Neurologie & Immunologie, zu denen etablierte Produkte wie Erbitux ® und Bavencio ® gegen Krebs und Mavenclad ® zur Behandlung von Multipler Sklerose zählen. Und in Electronics profitieren wir von dem steigenden Bedarf an Halbleitern, welcher durch Faktoren wie wachsende Datenmengen, künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) gefördert wird. Die fortlaufende Entwicklung und Integration digitaler und datenbasierter Technologien werden unsere Wertschöpfung sowie Innovationskraft in allen drei Unternehmensbereichen erheblich steigern. Dabei stützt sich unsere "Data & Digital"-Strategie auf eine klar definierte Roadmap, um unsere digitale Infrastruktur kontinuierlich weiterzuentwickeln und unsere digitale Differenzierung der Geschäftsbereiche vom Wettbewerb zu erhöhen. Ein jüngstes Beispiel ist unsere strategische Partnerschaft mit Siemens, für die wir im vergangenen Geschäftsjahr 2024 eine Absichtserklärung unterzeichneten. Gemeinsam haben wir uns zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation durch strategische Projekte auf dem Gebiet der intelligenten Fertigung (Smartfacturing) in unseren Unternehmensbereichen voranzutreiben. Gleichzeitig wollen wir weiterhin einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und unseren Planeten leisten, indem wir ESG-Prinzipien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei unseren Wachstumszielen berücksichtigen. Im Jahr 2030 wollen wir durch nachhaltige Wissenschaft und Technologien Fortschritt für mehr als eine Milliarde Menschen ermöglichen. Bis 2030 verankern wir zudem Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten. Bis 2040 werden wir klimaneutral und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch. Durch unsere strategischen Investitionen beabsichtigen wir, unsere Positionen in wachstumsstarken Bereichen weiter auszubauen, um so langfristig ein starkes, profitables Wachstum zu erzielen und einen attraktiven Cashflow zu generieren. In diesem Zusammenhang ist und bleibt aktives Management unseres Geschäftsportfolios von zentraler Bedeutung. Jüngste Beispiele hierfür sind die Akquisitionen von Mirus Bio LLC, USA, einem führenden Hersteller von Transfektionsreagenzien für Zell- und Gentherapien, und Unity-SC SAS, Frankreich, einem Anbieter von Mess- und Prüfgeräten für die Halbleiterindustrie. Weiterhin unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf unserer Geschäftseinheit Surface Solutions und legen infolgedessen den Schwerpunkt unseres Unternehmensbereichs Electronics stärker auf Hightech-Anwendungen. Merger-&-Acquisition-(M&A-)Maßnahmen werden weiterhin eine wesentliche Rolle spielen, um uns für die kommenden Jahrzehnte bestmöglich aufzustellen. GeschäftsstrategienLife ScienceUnser Unternehmensbereich Life Science gehört zu den führenden Anbietern im globalen Life-Science-Markt, der rund 220 Mrd. € groß ist. Mit den nachlassenden Auswirkungen der pandemiebedingten Störungen der Lieferketten und der jüngsten Kapitalknappheit stellen wir uns auf Wachstum ein: Wir rechnen damit, dass der Markt mittel- bis langfristig ein jährliches Wachstum von 5 % bis 7 % verzeichnen wird. Für unser Life-Science-Geschäft eröffnen sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten, Kunden in sich schnell entwickelnden Segmenten einen Mehrwert zu bieten. Im Mittelpunkt unserer aktualisierten strategischen Planung wird die Steigerung unseres Umsatzes und des EBITDA pre stehen. Hierzu werden wir uns verstärkt auf Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen konzentrieren und führende Positionen im Portfolio einnehmen. Gleichzeitig beabsichtigen wir die Kundenerfahrung und unsere operative Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern. Mittel- bis langfristig werden wir unsere Entwicklung, basierend auf drei Themenschwerpunkten, vorantreiben. Erstens: Mit unserem vielseitigen Portfolio genießen wir Anerkennung für unsere Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, die genau auf die wissenschaftlichen und technischen Anforderungen unserer Kunden abzielen. Darauf aufbauend schärfen wir eine im gesamten Unternehmensbereich einheitliche Strategie für das Portfoliomanagement, um unser Angebot noch gezielter auf die sich stetig wandelnden Bedürfnisse unserer Zielkunden auszurichten. Zweitens: Wir werden die Entwicklung neuer Produkte forcieren und hierzu mehr Ressourcen für Forschung und Entwicklung bereitstellen, umfangreichere und mutigere Innovationsprojekte verfolgen und mehr Kollaborationen anstreben. Dies wird neue technologische Ankerpunkte in unserem Portfolio schaffen und den Wert unseres Portfolios in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie die Erträge mit neuen Produkten deutlich steigern. Drittens: Wir werden durch gezielte Kollaborationen und Akquisitionen komplementäre, anorganische Wachstumsmöglichkeiten verfolgen, um unser Angebot in attraktiven Segmenten zu erweitern. Bis 2030 wollen wir unser Portfolio so neu gestaltet haben, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen in allen Phasen der Entwicklung von Molekülen und anderen therapeutischen Modalitäten - von der Konzepterstellung bis zur Vermarktung - noch effektiver erfüllen können. Darunter fallen auch Wirkstoffforschung, Prozessentwicklung, Herstellung und Prüfung. An unserem Streben nach Portfolioführerschaft orientieren sich unsere Ziele in den Geschäftseinheiten. In der Geschäftseinheit Science & Lab Solutions wollen wir Innovationen für wissenschaftliche Labore und für Hersteller beschleunigen mit dem Ziel, zur Verbesserung der Gesundheit und einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. In Process Solutions haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Zukunft der biotechnologischen Herstellung gemeinsam mit unseren Kunden zu antizipieren und zu gestalten. Erreichen wollen wir dies durch ein einzigartiges, differenziertes Angebot gepaart mit vertrieblichen Aktivitäten. Und in Life Science Services verfolgen wir das Ziel, ein anerkannter, vertrauenswürdiger und innovativer Serviceanbieter für die Biotechnologie- und Pharmabranche zu werden und eine exzellente Position bei unseren zielgerichteten therapeutischen Modalitäten, insbesondere bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, viralen Vektoren und mRNAs, einzunehmen. In unserem Engagement für Wissenschaft und Technologie tragen wir dem Bedarf unserer Kunden Rechnung, die innovative Lösungen als Wegbereiter für neue Entdeckungen und eine effizientere Produktion benötigen. Während wir eine nachhaltige Vorreiterrolle in Wissenschaft und Technologie anstreben, gilt es auch, die Kundenerfahrung und unsere betriebliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, damit wir den sich wandelnden Anforderungen unserer Kunden gerecht werden und weiterhin profitabel wachsen können. Beim Themenschwerpunkt Kundenerfahrung ist es unser Ziel, unseren Kunden bei sämtlichen Kontaktpunkten mit unserem Unternehmen eine reibungslose Erfahrung zu bieten. Zudem werden wir unseren Multikanal-Ansatz im Vertrieb und unsere E-Commerce-Plattform weiterentwickeln sowie unsere Nachhaltigkeit und unsere Servicequalität verbessern. Durch Initiativen zur Verbesserung unserer betrieblichen Leistungsfähigkeit steigern wir die Agilität, Resilienz und Kundenorientierung unserer Geschäftsprozesse und unserer Integrated-Supply-Chain-Organisation. Die stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse unserer Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen wird unsere Teams weltweit hinter unserem erklärten Ziel vereinen: Entscheidendes für Leben und Gesundheit durch Wissenschaft zu bewirken. HealthcareDie globale Pharmabranche zeichnet sich nach wie vor durch ein robustes Wachstum mit attraktiven Margen aus. Obwohl das gesamtwirtschaftliche und geopolitische Umfeld seit einigen Jahren von zunehmender Volatilität geprägt ist, bleiben die Auswirkungen von konjunktur- und/oder krisenbedingten Marktschwankungen auf die zugrunde liegenden Wachstumstreiber der Branche in Form des demografischen Wandels, eines verbesserten Zugangs zu Medikamenten und neuer innovativer Therapieansätze vergleichsweise gering. Daraus resultiert eine relativ konstante Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten. Unser diversifiziertes Portfolio und unsere geografische Präsenz haben sich als widerstandsfähig erwiesen und bilden eine solide Grundlage für den künftigen Erfolg unseres Healthcare-Geschäfts. In den Industrieländern und zunehmend auch in Schwellenländern beruhen das Wachstum des Pharmamarkts und die langfristige Profitabilität zu einem wesentlichen Teil auf Innovationen. Auch das Wachstum unseres Healthcare-Geschäfts ist primär auf die Markteinführung innovativer Produkte zurückzuführen, während unser etabliertes Portfolio zugleich einen soliden Grundstock für weitere Investitionen in Innovationen liefert. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen halten wir an unserer Wachstumsambition als globaler Anbieter innovativer Spezialprodukte fest. Mit der Einführung innovativer Produkte in den Geschäftseinheiten Onkologie und Neurologie & Immunologie treiben wir den Fortschritt maßgeblich voran und generieren Wachstum für unser Geschäft. Aufbauend auf einer starken Grundlage werden wir das Wachstum unserer etablierten Geschäfte in den Franchises Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie sowie Fertilität nachhaltig und auf profitable Weise vorantreiben. Darüber hinaus erweitern wir unser Portfolio um externe Innovationen, um unsere Wachstumsperspektiven auf lange Sicht nachhaltig weiter zu verbessern. Die Richtschnur für alle unsere Entscheidungen bildet unser fokussierter Führungsansatz. Mit diesem stellen wir sicher, dass wir uns auf jene Bereiche konzentrieren, in denen wir - dank unserer Größe und der sorgfältigen Abwägung von Risiken in Bezug auf die klinische Entwicklung und Kommerzialisierung in unserer Pipeline - die besten Erfolgsaussichten haben. Trotz der jüngsten Rückschläge in späten Studienphasen unserer Pipeline halten wir entschlossen an unserem Innovationskurs fest. Projekte in unserer Pipeline treiben wir weiter mit dem Ziel voran, Patientinnen und Patienten innovative Therapien zur Verfügung zu stellen, unser bestehendes Portfolio zu maximieren und in Wachstumsmärkten weiter zu expandieren. Um die Ergebnisse unserer Investitionen in F&E zu maximieren und deren langfristige Nachhaltigkeit sicherzustellen, entwickeln wir zur Erweiterung unserer Innovationskapazitäten unser F&E-Modell kontinuierlich fort. Analog der Branchenpraxis greifen wir zudem verstärkt auf externe Innovationen zurück, um unsere Pipeline durch weitere attraktive Geschäftsmöglichkeiten zu stärken. Unseren Fokus richten wir nach wie vor auf Spezialtherapiegebiete. Innerhalb jeder spezialisierten Geschäftseinheit besteht unser Ansatz darin, angefangen bei unserer eigenen Forschung bis hin zur Vermarktungsreife, intern tiefgreifendes Fachwissen aufzubauen. Diesen Ansatz stärken wir durch die Gewinnung externer Talente und strategische Kollaborationen. Um den ganzheitlichen Wert und den Fokus unserer Pipeline zu optimieren, überwachen und beurteilen wir kontinuierlich das Potenzial unserer Pipelinekandidaten - auf der Basis klinischer Daten, strategischer Eignung und finanzieller Kriterien. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere globale Präsenz zu stärken und zu erweitern, um die Innovationen in unserer Pipeline für Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen und unser Geschäft in allen wichtigen Märkten auszubauen. Da Innovationen der zentrale Wachstumstreiber sind und das absolute Wachstum des Pharmamarkts zum Großteil auf Industrieländer entfällt, wollen wir unsere Position auf diesen Märkten durch unser innovatives Portfolio festigen. Zugleich wird die sich rasch entwickelnde Infrastruktur im Gesundheitswesen in Schwellenländern künftig für viele unserer etablierten Produkte starke Wachstumsimpulse liefern. Aus strategischer Sicht wird es unerlässlich sein, einerseits innovative neue Arzneimittel auf den Markt zu bringen und andererseits unsere Stärken in weiteren Märkten zum Tragen zu bringen und für ein profitables Wachstum unseres bestehenden Geschäfts zu sorgen. ElectronicsUnser Anspruch ist es, ein führender Partner der Elektronikindustrie bei Materialien und materialbezogener Ausrüstung sowie Dienstleistungen zu sein, indem wir den Mehrwert für unsere Kunden mit unserer Materials Intelligence TM maximieren. Wir haben erfolgreich eine führende Rolle im Ökosystem der Halbleiterbranche eingenommen und bedienen bereits die wesentlichen Akteure in der Branche mit einem der umfassendsten Portfolios. Dieses Halbleiter-Ökosystem ist eine der innovativsten, schnelllebigsten und wissenschaftlich fortschrittlichsten Branchen. Unser Portfolio und unser Innovationsgeist in Electronics sind ideal geeignet, um der Industrie bei der Bewältigung der technologischen Herausforderungen zu helfen. Unsere sich immer stärker auf Daten stützenden Lösungen sind auf alle Bereiche der 3D-Verdichtung ausgelegt, einschließlich der Miniaturisierung, der Leistungsoptimierung, der vertikalen Stapelung und der heterogenen Integration. Wir investieren in Innovationen und nachhaltige Alternativen, um der Branche bei ihren Nachhaltigkeitsherausforderungen zu helfen. Im gestiegenen Bedarf an nachhaltigen Lösungen sehen wir die Chance, Produkte anzubieten, die auf dem Markt einzigartig sind und der Branche den Weg zu ressourcenschonenderer Produktion von Endprodukten ebnen. Die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten der Branche bleiben sehr attraktiv. Die zunehmende Bedeutung der KI und das ungebremste Wachstum der Datenmengen in unserer digitalen Welt stellen immer höhere Rechenanforderungen für Mikrochips dar. Sie müssen mehr Daten schneller verarbeiten können (Logikchips) und einen schnelleren Zugriff erlauben (Speicherchips). In zahlreichen Industriezweigen werden Halbleiter daher auch weiterhin unentbehrlich sein. Wichtigste Impulsgeber für das Wachstum auf den Endmärkten sind die durch Verkleinerung von Strukturgrößen ermöglichte nächste Chipgeneration - insbesondere für KI - sowie der auch dadurch beschleunigte schnellere Austausch von Endgeräten. Hinzu kommt der steigende Halbleiteranteil pro Gerät. Beide Wachstumstreiber werden sich positiv auf das Geschäft von Electronics im Bereich der Waferbearbeitung und dem Packaging von Mikrochips auswirken. Insbesondere KI ist und bleibt der Motor für die Geschäftsentwicklung. Diese Faktoren wirken als Katalysator für das Wachstum und die Marktentwicklung in den kommenden zehn Jahren. Zur Herstellung immer leistungsstärkerer und energieeffizienterer Mikrochips werden Innovationen im Bereich neuartiger Materialien noch unverzichtbarer werden. Dies treibt die Realisierung immer kleinerer Strukturgrößen und komplexerer Architekturen für Halbleiter voran. Indem wir darauf hinarbeiten, dass Innovationen und Lösungen aus unserem Markenportfolio in die Technologie-Roadmaps unserer Kunden Eingang finden, vertiefen wir die Beziehungen zu unseren Kunden. Zugleich fahren wir fort, das Spektrum unseres Angebots kontinuierlich über die Prozesskette der Waferbearbeitung hinaus auszuweiten, und investieren, um die Realisierung neuer Architekturen mithilfe von heterogener Integration bei der Chipherstellung zu unterstützen. Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass Kompetenzen im Bereich der Optoelektronik noch wichtiger werden. Optische Technologien gewinnen in der Halbleiterindustrie immer mehr an Bedeutung. Dafür sprechen auch Marktprognosen, denen zufolge Halbleiter- und optische Technologien immer stärker miteinander verschmelzen werden. Um dieser zunehmenden Konvergenz Rechnung zu tragen, werden wir Materials Intelligence TM einsetzen und unser tiefgreifendes technologisches Know-how in Optik und Chemie bei kritischen Produktionsprozessen in der Elektronikindustrie nutzen. Unsere Stärken - angefangen bei der organischen Synthese bis hin zu unserem Wissen bei der Herstellung von Halbleiterkomponenten - sind entscheidend, um neue Geschäftsmöglichkeiten auf dem Gebiet optoelektronischer Technologien zu erschließen, etwa in den Bereichen Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality sowie in unserem jüngst erworbenen Mess- und Prüftechnikgeschäft von Unity-SC. Darüber hinaus erfordert das Innovationstempo bei KI-Chips eine heterogene Integration mit optischen Verbindungen, um die Effizienz und Datenübertragung mit hoher Bandbreite nutzen zu können und Übertragungsbeschränkungen herkömmlicher elektrischer Leitungen zu überwinden. Zusätzlich bleibt die Weiterentwicklung unserer Displaygeschäfte mit Flüssigkristallen und Materialien für organische Leuchtdioden ein wichtiges Element unseres Optronics-Portfolios und wird neue Möglichkeiten eröffnen. Wir glauben auch, gut auf die sehr langfristigen Trends in der Branche vorbereitet zu sein. Ein Beispiel ist die Verschmelzung von Halbleiter- und Biotechnologie, die sich bereits bei neuromorphen Chips und Biosensoren abzeichnet. Wir gehen davon aus, dass ein multidisziplinärer Ansatz in der Wissenschaft die nächste Welle menschlichen Fortschritts vorantreiben wird. Wir nennen diesen Ansatz "Biokonvergenz", weil er Synergien in der digitalen und materiellen Wissenschaft sowie in der Biotechnologie nutzt. Durch den Verkauf von Surface Solutions schärfen wir unsere Fokussierung auf die Elektronikindustrie, um eine noch zentralere Rolle im Halbleiter-Ökosystem einzunehmen. "Data & Digital"-StrategieWir beschleunigen die Innovation als langfristigen Wachstumstreiber, unter anderem, indem wir die Zusammenarbeit mithilfe von Daten und digitalen Technologien fördern. Bei allem, was wir tun, wollen wir uns die transformative Kraft von Daten und digitalen Innovationen zunutze machen, um Neues zu entdecken und die Menschheit voranzubringen. Unsere Vision verankern wir in dieser "Data & Digital"-Strategie, um unsere drei Unternehmensbereiche mit erstklassigen Lösungen auszustatten und den Branchen, in denen sie tätig sind, einen Mehrwert zu bieten. Ausgehend von unserem strategischen Fokus, der Verbesserung bestehender Ressourcen und Fähigkeiten, weiten wir unsere Innovationstätigkeit auf neue Technologien, Märkte und digitale Geschäftsmodelle aus. Federführend bei diesen Anstrengungen ist der neu eingerichtete Data, Digital & IT Executive Council unter dem gemeinsamen Vorsitz des Group Chief Science & Technology Officer und des Group Chief Information Officer. Das Gremium hat die Aufgabe, wegweisende Technologietrends aufzugreifen und dadurch Innovationen in allen unseren Unternehmensbereichen zu fördern. Belege für unseren unternehmensweiten Ansatz sind unser Daten- und KI-Ökosystem UPTIMIZE sowie das Smartfacturing-Programm, welche die operative Leistungsfähigkeit verbessern und Prozesse bereichsübergreifend optimieren. UPTIMIZE ermöglicht ein harmonisiertes Betriebsmodell auf der Grundlage von Daten und KI, mit dem wir relevante Erkenntnisse für die Praxis ableiten und die Kapazitäten im Unternehmen für maschinelles Lernen und KI ausweiten können. Im Rahmen des Smartfacturing-Programms schaffen wir durch die Nutzung von Echtzeitdaten von IoT-Sensoren, vernetzten Geräten und Betriebssystemen eine robuste Infrastruktur für skalierbare Möglichkeiten des Einsatzes von KI. Durch die hieraus resultierende höhere betriebliche Effizienz, verbesserte Produktqualität und anpassungsfähigere Lieferkette können wir den sich wandelnden Marktanforderungen und behördlichen Vorschriften effektiv gerecht werden. Für unsere digitale Transformation ist eine Datenkultur von grundlegender Bedeutung. Durch Initiativen und Programme wie unsere eigene myGPT Suite, die auf eine Verbesserung der Kompetenzen im Umgang mit Daten und generativer KI abzielen, befähigen wir unsere Mitarbeitenden, Daten effektiv und auf sichere Weise zu nutzen, und schaffen so einen kooperativen Ansatz für Innovation und Wertschöpfung. NachhaltigkeitsstrategieFür uns gehören nachhaltiges Unternehmertum und profitables Wachstum zusammen. Nur wenn wir einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, bleiben wir auch zukünftig wettbewerbsfähig. Mit unseren innovativen und hochwertigen Produkten wollen wir dazu beitragen, den weltweiten Herausforderungen zu begegnen. Gleichzeitig sichern solche Produkte unsere finanzielle Leistungsfähigkeit. Verantwortungsvoll zu handeln, ist in unserer Unternehmenskultur tief verankert. Dazu zählt etwa, dass wir die Interessen sowohl unserer Mitarbeitenden als auch der verschiedenen Kundenkreise, der Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten. Sicherheitsfragen und ethische Aspekte sind für uns ebenso wichtig wie wirtschaftlicher Erfolg. Ethische, wirtschaftliche, umweltbezogene und soziale Risiken reduzieren wir weitestmöglich. Bereits bei der Produktentwicklung haben wir den kompletten Lebenszyklus inklusive der Entsorgung im Blick und integrieren Aspekte zirkulären Wirtschaftens. Bei der Beschaffung legen wir strenge Nachhaltigkeitsmaßstäbe an. Bei der Produktherstellung ist es uns wichtig, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Eine sichere Produktion, hohe Umweltschutzstandards und ein strenges Qualitätsmanagement sind für uns selbstverständlich. Mit Produkten, die umfassende Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, tragen wir auch dazu bei, dass die von uns belieferten Firmen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir verfolgen drei strategische Nachhaltigkeitsziele: Im Jahr 2030 wollen wir durch nachhaltige Wissenschaft und Technologien Fortschritt für mehr als eine Milliarde Menschen ermöglichen. Bis 2030 verankern wir Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten. Bis 2040 werden wir klimaneutral und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch. Mit diesen Zielen tragen wir dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen. Insgesamt konzentrieren wir uns in unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf sieben Fokusfelder. Innerhalb dieser verwirklichen wir heute und in Zukunft zahlreiche Initiativen sowie Projekte und messen unsere Fortschritte. Mithilfe von 16 Nachhaltigkeitskennzahlen erfassen und bewerten wir, welchen Fortschritt wir bei unseren Nachhaltigkeitszielen erreichen. Unser jährlicher Long-Term Incentive Plan (LTIP) für Geschäftsleitungsmitglieder der Merck KGaA und obere Führungskräfte beinhaltet einen Nachhaltigkeitsfaktor. Über einen Zeitraum von drei Jahren messen wir mit diesem die Leistung anhand von ausgewählten Nachhaltigkeitskennzahlen für unsere drei Nachhaltigkeitsziele. Details zur Berechnung des Nachhaltigkeitsfaktors finden sich im "Vergütungsbericht". Darüber hinaus koppelten wir im Berichtsjahr 15 % der variablen Mitarbeitervergütung an Nachhaltigkeitsparameter. Damit sind wir auf dem Weg, unser Unternehmen zu transformieren, um ökologische, soziale und geschäftliche Aspekte in Einklang zu bringen - für uns selbst als Unternehmen, für unsere Stakeholder und für die Gesellschaft. Wir integrieren Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess und in alle Schritte der Wertschöpfungskette. So positionieren wir uns als verantwortungsbewusstes Unternehmen und erwarten langfristig einen Wettbewerbsvorteil. Das Wachstum unserer Geschäfte wollen wir von negativen Umweltauswirkungen entkoppeln. Strategische FinanzpolitikWir verfolgen eine konservative Finanzpolitik, die durch die folgenden Aspekte gekennzeichnet ist: Finanzielle Flexibilität und konservative FinanzierungsstrategieWir stellen sicher, dass wir unsere Verpflichtungen jederzeit erfüllen können, und verfolgen eine konservative und proaktive Finanzierungsstrategie, in deren Rahmen wir verschiedene Finanzinstrumente einsetzen. Unsere diversifizierten und profitablen Geschäftsaktivitäten bilden das Fundament für unsere Fähigkeit, robuste und nachhaltige Cashflows zu generieren. Darüber hinaus verfügen wir über mehrere Finanzierungsquellen. Eine syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. €, die bis 2029 läuft, kann zur Deckung eines unerwarteten Bedarfs an liquiden Mitteln eingesetzt werden. Bei dieser Kreditlinie handelt es sich um eine Back-up-Fazilität, die nur in Ausnahmesituationen in Anspruch genommen werden soll. Darüber hinaus verständigten wir uns auf mehrere bilaterale Kreditfazilitäten. Ebenso steht uns ein Commercial Paper Program mit einem Volumen von 2,5 Mrd. € zur Verfügung. Im Rahmen dieses Programms können wir Commercial Papers mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr begeben. Zudem stellt der Anleihemarkt eine wesentliche Finanzierungsquelle dar. Die letzte Anleiheemission erfolgte im August 2024 (Hybridanleihe in Höhe von 0,8 Mrd. €). Die Nutzung unterschiedlicher Instrumente stellt die Finanzierung breit auf und spricht verschiedene Investorengruppen an. Pflege verlässlicher und langfristiger Geschäftsbeziehungen zur Gruppe der KernbankenWir arbeiten schwerpunktmäßig mit einer gut diversifizierten, finanziell stabilen und verlässlichen Gruppe von Banken zusammen. Aufgrund unseres langfristig ausgerichteten Geschäftsmodells halten die Geschäftsbeziehungen zu Banken typischerweise viele Jahre und zeichnen sich durch Professionalität und Vertrauen aus. Die Bankengruppe umfasst Finanzinstitute mit fundierten Kompetenzen bei verschiedenen Finanzprodukten und in verschiedenen Regionen. Wir betrachten diese Banken als strategische Partner. Dementsprechend beziehen wir sie in wichtige Finanzierungstransaktionen ein. Starkes Investment-Grade-RatingDas Kreditrating, das wir von externen Agenturen erhalten, ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Ein starkes Investment-Grade-Rating ist ein Eckpfeiler unserer Finanzpolitik, da dieses Rating den Zugang zu attraktiven Konditionen auf den Kapitalmärkten sichert. Im November 2024 bestätigte Moody's das Rating der Merck KGaA (A3, stabiler Ausblick) und im Dezember 2024 erfolgte dies bei Standard & Poor's (A, stabiler Ausblick). Steuerungssystem des E. Merck-KonzernsAls weltweit tätiges und diversifiziertes Unternehmen verwenden wir ein umfassendes System von Kennzahlen zur Steuerung des Geschäftserfolgs. Die wichtigste Kennzahl zur Messung des operativen Geschäftserfolgs ist dabei das EBITDA pre 1. Die Pyramide der Wertschöpfungs- und Steuerungskennzahlen beinhaltet die wichtigen finanziellen Messgrößen und bildet einen umfassenden Rahmen von Indikatoren zur Steuerung unseres Geschäfts und zur Bestimmung der Prioritäten bei der Allokation flüssiger Mittel. Sie gliedert sich in die drei Leitungsbereiche: E. Merck-Konzern, das Geschäft und Projekte, die den Einsatz jeweils verschiedener Indikatoren erfordern.
AbkürzungenEBITDA pre 1 = Earnings before interest, income tax, depreciation and amortization as well as adjustments (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Anpassungen). EBITDA pre-margin 1 = Earnings before interest, income tax, depreciation and amortization as well as adjustments (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Anpassungen) in Prozent der Umsatzerlöse. MEVA 1 = Merck value added (wirtschaftliche Wertschöpfung durch Merck). OCF 1 = Operativer Cashflow. ROCE 1 = Return on capital employed (Rendite auf das investierte Kapital). NPV 1 = Net present value (Kapitalwert). IRR 1 = Internal rate of return (interner Zinsfuß). eNPV 1 = expected Net present value (erwarteter Kapitalwert). PoS 1 = Probability of success (Erfolgswahrscheinlichkeit). M&A = Mergers & Acquisitions (Fusionen und Übernahmen).
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Steuerungskennzahlen für den Konzern und seine GeschäfteDie drei Kennzahlen Umsatzerlöse, EBITDA pre und Operativer Cashflow (OCF) sind die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Bewertung unserer Geschäftsentwicklung. Deshalb nehmen wir im "Wirtschaftsbericht", im "Risiko- und Chancenbericht" und im "Prognosebericht" auf diese Steuerungskennzahlen Bezug. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind sie auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Performance-Management-Systems. UmsatzerlöseUmsatzerlöse sind definiert als Erlöse aus Warenverkäufen, erbrachten Dienstleistungen an externe Kunden, Provisionserlöse sowie Ergebnisbeteiligungen aus Kollaborationen, abzüglich Umsatzsteuer und Erlösminderungen, zum Beispiel Rabatte oder Skonti. Umsatzerlöse sind der Hauptindikator für unser Geschäftswachstum und deshalb ein wichtiger Parameter zur externen wie auch internen Beurteilung des Geschäftserfolgs. Für das interne Performance Management wird zusätzlich die organische Umsatzveränderung im Vergleich zum Jahresziel herangezogen. Das organische Umsatzwachstum zeigt die prozentuale Veränderung der Umsatzerlöse zu einer Vergleichsperiode, bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte. Währungseffekte können durch Wechselkursfluktuationen zwischen der funktionalen Nicht-Euro-Währung einer konsolidierten Gesellschaft und der Berichtswährung Euro entstehen. Portfolioeffekte spiegeln hingegen Umsatzveränderungen wider, die durch Akquisitionen und Desinvestitionen von zu konsolidierenden Gesellschaften oder Geschäften bedingt sind. Umsatzerlöse
EBITDA preDas EBITDA pre ist die wichtigste interne und externe Bewertungskennzahl im Hinblick auf die laufende operative Tätigkeit. Um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Entwicklung des operativen Geschäfts zu vermitteln, werden hier Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Anpassungen beim operativen Ergebnis nicht berücksichtigt. Diese Anpassungen beschränken sich auf folgende Kategorien: Integrationsaufwendungen, IT-Aufwendungen für bestimmte Projekte, Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne/Verluste aus abgegangenen Geschäften, Akquisitionsaufwendungen und sonstige Anpassungen. Die Klassifizierung bestimmter Erträge oder Aufwendungen als Anpassungen unterliegt klaren Regeln und einer strengen Governance auf Konzernebene. Im Rahmen des internen Performance Management ermöglicht das EBITDA pre, Effizienzsteigerungen in den Prozessen durchzuführen, ohne das Ergebnis des operativen Geschäfts durch Sondereffekte oder Restrukturierungsaufwendungen zu beeinflussen. Nachfolgend wird die Zusammensetzung des EBITDA pre im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt. Hierbei wurden die Zahlen gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt. Überleitung EBITDA pre 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Operativer Cashflow (OCF)Der operative Cashflow resultiert aus der laufenden Geschäftstätigkeit des E. Merck-Konzerns und beschreibt die durch die operative Tätigkeit erwirtschafteten liquiden Mittel. Beeinflusst wird der operative Cashflow im Wesentlichen durch das EBITDA pre, zu bezahlende Ertragsteuern, das Finanzergebnis und die Veränderung des Nettoumlaufvermögens. Operativer Cashflow
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert. Anpassungen
gemäß obiger Definition.
Investitions- und WertmanagementkennzahlenNachhaltige Wertschöpfung ist für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs unverzichtbar. Um die Zuweisung finanzieller Mittel zu optimieren, nutzen wir klar definierte Parameter, die als Kriterien bei der Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten und Entscheidungen zum Portfolio dienen. Kapitalwert (NPV)Hauptkriterium für die Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten ist der Kapitalwert. Er stützt sich auf die Barwertrechnung und errechnet sich als die Summe der diskontierten Free Cashflows über die Laufzeit eines Projekts. Zur Diskontierung der Free Cashflows werden die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten als Kapitalisierungszinsfuß herangezogen. Je nach Art und Standort eines Projekts werden verschiedene Aufschläge zu den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten hinzugerechnet. Interner Zinsfuß (IRR)Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Akquisitionsprojekten und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ist der interne Zinsfuß. Er ist der Abzinsungsfaktor, bei dessen Verwendung die diskontierten zukünftigen Free Cashflows der Anfangsinvestition beziehungsweise dem Kaufpreis einer Akquisition entsprechen. Ein Projekt ist wertsteigernd, wenn der interne Zinsfuß über den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten inklusive Aufschlägen liegt. ROCE (Return on Capital Employed)Neben dem Kapitalwert und dem internen Zinsfuß ist in der Betrachtung einzelner Abrechnungsperioden die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) eine wichtige Messgröße zur Bewertung von Investitionsprojekten. Sie errechnet sich aus dem angepassten operativen Ergebnis pre (EBIT pre), dividiert durch Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte. AmortisationszeitEin weiterer Parameter zur Beurteilung von Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ist die Amortisationszeit, also die Zahl der Jahre, nach denen eine Investition einen Nettomittelzufluss erbringen wird. MEVA (Merck Value Added)Der MEVA gibt Auskunft über die in einem Zeitraum erzielte finanzielle Wertschöpfung. Ein Mehrwert wird dann geschaffen, wenn die Rendite des vom Unternehmen oder von den Geschäften eingesetzten Kapitals (ROCE) höher ist als die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten. Mit dem MEVA verfügen wir über ein leistungsfähiges Instrument, um Beschlüsse über Investitionen und Ausgaben gegenüber dem Kapitalbedarf und den Erwartungen der Investoren abzuwägen. Relevante nicht finanzielle SteuerungsgrößenNeben den wichtigen Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine Rolle für unseren unternehmerischen Erfolg. High-Impact CultureUnsere Kultur soll verkörpern, was uns eint, und wie wir als ein Team zusammenarbeiten, führen und uns einbringen, um menschlichen Fortschritt zu erzielen und Merck voranzubringen. Wir leben unsere High-ImpactKultur. Dabei messen wir unsere Fähigkeit, die richtigen Menschen zu gewinnen, zu entwickeln und zu binden. NachhaltigkeitMit unserer Nachhaltigkeitsstrategie streben wir menschlichen Fortschritt durch nachhaltige Innovationen und Technologien an, integrieren Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch. Diese Ziele verfolgen wir auf sieben Fokusfeldern. Innerhalb dieser verwirklichen wir zahlreiche Initiativen sowie Projekte und messen unsere Fortschritte. Vielfalt, Chancengleichheit und InklusionWir wissen, dass Vielfalt Fortschritt antreibt. Sie stärkt unsere Fähigkeit zur Innovation und trägt wesentlich zu unserem Erfolg in Wissenschaft und Technologie bei. Wir fördern und messen aktiv die Vielfalt unserer Führungskräfte, um eine inklusive Kultur zu schaffen, die unsere Werte widerspiegelt und es allen Mitarbeitenden ermöglicht, ihre Potenziale zu entfalten. Forschung und EntwicklungWir sind ein diversifiziertes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, das eine führende Position in den Bereichen Life Science, Healthcare und Electronics einnimmt. Im Einklang mit unserer neuen Vision, "Neues entdecken. Die Menschheit voranbringen", streben wir Innovationen in allen drei Unternehmensbereichen an, um unsere Wachstumspläne zu verwirklichen. Wir erforschen und entwickeln weltweit neue Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, um die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern sowie die Bedürfnisse unserer Kundschaft zu erfüllen. Dabei sind wir stets darauf bedacht, die Relevanz und Effizienz unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter zu optimieren - ob eigenständig oder in Kooperation mit Dritten. Darüber hinaus verbessern wir kontinuierlich die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitskriterien und integrieren diese bereits bei der Produktentwicklung in unsere Prozesse. Rund 6.400 Mitarbeitende (Vorjahr: rund 6.500 Mitarbeitende) arbeiteten im Geschäftsjahr 2024 in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie in den entsprechenden unterstützenden Funktionen. Sie beschäftigten sich mit Innovationen, mit denen wir die langfristigen Gesundheits- und Technologietrends sowohl in etablierten Märkten als auch in Wachstumsmärkten bedienen können. Die Aufwendungen für F&E betrugen im Berichtsjahr 2,3 Mrd. € (Vorjahr: 2,4 Mrd. €). Die organisatorische Aufstellung unserer F&E-Aktivitäten folgt der Struktur von Merck. Im Unternehmensbereich Life Science treiben wir wissenschaftliche Durchbrüche mit innovativen Technologien für Anwendungen in den Naturwissenschaften und der Pharmaforschung voran, die lebensrettende, neuartige Therapien und Behandlungen für Erkrankungen wie Krebs und Diabetes ermöglichen. Im Unternehmensbereich Healthcare entwickeln wir innovative Therapien und setzen dabei auf unternehmenseigene Forschung und externe Partnerschaften. Im Unternehmensbereich Electronics beschleunigen wir die Entwicklung der nächsten Mikrochip-Generation, um Innovationen in der Halbleiter- und Displaybranche zu ermöglichen, die für KI-Anwendungen und die digitale Welt der Zukunft benötigt werden. Auf Konzernebene wollen wir nicht nur innerhalb unserer Unternehmensbereiche, sondern auch zwischen ihnen Synergien schaffen und kontinuierlich neue Innovationsgebiete erschließen. Zu diesem Zweck sichten wir neue Technologien, Märkte und digitale Geschäftsmodelle, nutzen unsere bestehenden Ressourcen und Kompetenzen und kombinieren sie mit Daten und digitalen Technologien. Beispiele für unsere Aktivitäten in diesem Bereich sind Syntropy ® und Athinia ® , beides Partnerschaften mit Palantir. Die Plattformen ermöglichen sichere KI-gestützte Datenströme und Ökosysteme für die gemeinsame Nutzung von Daten. Sie können dadurch zur Effizienzsteigerung beitragen, während gleichzeitig sichergestellt ist, dass die beteiligten Partner die Kontrolle über ihr geistiges Eigentum behalten. Im Januar 2024 eröffneten wir den Merck Digital Hub in Singapur. Der vom Singapore Economic Development Board geförderte Digital Hub verfolgt das Ziel, den Fortschritt im Gesundheitssektor und in der Halbleiterindustrie voranzutreiben. An diesem Knotenpunkt für Digitalisierung bündelt sich das Know-how von Syntropy ® und Athinia ®, sodass Eigentümer von Daten diese unternehmensübergreifend integrieren und kuratieren können. Darüber hinaus erschließen wir weiterhin Möglichkeiten an der Schnittstelle zwischen unseren Unternehmensbereichen und konvergierenden Technologien. Wir wollen so Lösungen entwickeln, die unsere drei Unternehmensbereiche in die Lage versetzen, den von ihnen bedienten Branchen einen Mehrwert zu bieten:
Im Geschäftsjahr 2024 schlossen wir außerdem mehrere Pilotprojekte im Rahmen unseres Smartfacturing-Programms, also anpassungsfähiger, modularer "intelligenter Fabriken" ("Smart Factories"), erfolgreich ab, darunter die Entwicklung und Implementierung einer neuen Automatisierungstechnologie zur Anlagenvernetzung für die Produktion im Einklang mit den Richtlinien der Guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP). Bei dieser Technologie kommen spezielle Softwarekomponenten, sogenannte Module Type Packages (MTP), zum Einsatz, mit deren Hilfe verschiedene Geräte und Anlagen in der Produktion auf der Grundlage eines gemeinsamen Standards miteinander vernetzt werden können. Die neue Automatisierungstechnologie wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert. Anwendung findet sie derzeit in unserer Arzneimittel- und Chemikalienproduktion. Sie lässt sich aber auch in vielen anderen Produktionsprozessen und Zweigen der Fertigungsindustrie einsetzen. Um unsere Initiativen weiter voranzutreiben und zukunftsweisende Projekte in unseren drei Unternehmensbereichen auf den Weg zu bringen, sind wir eine strategische Partnerschaft mit Siemens eingegangen. Die Kombination unseres Know-hows in Life Science, Healthcare und Electronics mit der führenden Position von Siemens als Entwickler fortschrittlicher Hard- und Software wird die Gestaltung schnellerer, kostengünstigerer und nachhaltigerer Produktionsprozesse ermöglichen. Die folgende Tabelle stellt die Forschungs- und Entwicklungskosten je Unternehmensbereich im Geschäftsjahr 2024 sowie im Vorjahr dar:
Die Forschungsquote betrug, bezogen auf den Konzernumsatz, 10,8 % (Vorjahr: 11,6 %). Sie ist aufgrund der positiven Umsatzentwicklung und Einstellung klinischer Studien in Healthcare gesunken. Life ScienceIn unseren drei Geschäftseinheiten Science & Lab Solutions, Process Solutions und Life Science Services stellen unsere Teams in F&E unseren weltweiten Kunden Expertise sowie ein diversifiziertes und relevantes Produkt-und Dienstleistungsportfolio zur Verfügung. Die Entwicklung der präventiven und personalisierten Medizin schreitet stetig voran. Daher ist es unverzichtbar, Maßstäbe zu setzen - mit robusten, skalierbaren und effizienten Prozessen für die Herstellung viraler Vektoren, dem Next Generation Sequencing, also bei den verbesserten Technologien zur DNA-Sequenzierung sowie den körpereigenen Zelltherapien. Dies wiederum kann dazu beitragen, die Anwendung neuartiger Zell- und Gentherapien zur Behandlung komplexer und chronischer Erkrankungen wie Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes und Muskeldystrophie auszuweiten. Gemeinsam bewirken wir Entscheidendes für diese Entwicklungen in der Wissenschaft, in dem sich mehr als 1.700 Ingenieure, Chemiker und Biologen an unseren zwölf globalen Standorten weiterhin auf sechs strategische Innovationstreiber konzentrieren: Aufbau unseres Kernportfolios, Labor und Fabrik der Zukunft, neue Modalitäten, Biologie der nächsten Generation, Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit. Im Geschäftsjahr 2024 führten wir mehr als 9.200 Produkte und Lösungen auf dem Markt ein, darunter Produkte im Rahmen unseres Faucet-Programms für Antikörper, Referenzmaterialien, Chemikalien und Nanomaterialien. Science & Lab SolutionsIm Geschäftsjahr 2024 führten wir unsere Software M-Trace ® und die dazugehörige App für Mobilgeräte ein. Dabei handelt es sich um eine umfassende Lösung für die mikrobiologische Qualitätskontrolle, mit der sich Daten nachverfolgen lassen und die Sterilitätsprüfung digitalisiert werden kann. Die Software dokumentiert automatisch die Daten der einzelnen Prüfschritte und trägt so zur allgemeinen Prozesssicherheit bei. Dies mindert das Risiko von Abweichungen, falsch-positiven Ergebnissen und menschlichen Fehlern. Seit über 50 Jahren sind unsere Laborwassersysteme ein fester Bestandteil der Ausstattung akademischer Labore. Im Jahr 2024 erweiterten wir unser Sortiment an Laborwassersystemen der Marke Milli-Q ® und brachten Systeme der Reihe Milli-Q ® SQ 2Series auf den Markt. Kunden können diese kompakten Systeme in 30 Minuten selbst in die bestehende Laborumgebung installieren. Die Systeme fallen zudem unter die Kategorie "Greener Alternative Product", in die wir alternative Produkte einordnen, die sich durch umweltfreundlichere Eigenschaften auszeichnen. Gegenüber den Produkten der Vorgängerreihe konnte der Wasserverbrauch um bis zu 60 % gesenkt und der Stromverbrauch auf ein Minimum reduziert werden. Das macht die Systeme zu einer umweltfreundlicheren Reinstwasserlösung. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit brachten wir außerdem überarbeitete Milli-Q ® -Wasserfilterkartuschen auf den Markt. Bezogen auf die Lebensdauer der Wassersysteme Milli-Q ® können so beispielsweise die auf diese entfallenden CO 2 -Emissionen um bis zu 18 % gesenkt werden. Process SolutionsIm September führten wir den ersten skalierbaren Single-Use-Mischer speziell für die Herstellung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) am Markt ein. ADCs stellen eine rasant wachsende, relativ neue Klasse von Therapeutika dar, die Tumorzellen gezielt angreifen und selektiv abtöten können und dabei gesunde Zellen verschonen. Der Mobius ® -ADC-Reaktor ermöglicht kürzere Durchlaufzeiten von Chargen, mindert das Risiko von Kreuzkontaminationen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Produktqualität, sodass BiopharmaUnternehmen ihre Therapien schneller und sicherer herstellen können. Der neue ADC-Bioreaktor ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services. Darüber hinaus brachte Process Solutions eine Reihe weiterer Produkte auf den Markt, die den Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung tragen, darunter: unsere GMP-konforme salztolerante Benzonase ® -Endonuclease, die das Einbringen hoher Salzkonzentrationen in den Schritt (Midstream) zwischen dem Up- und Downstream-Processing in der biotechnologischen Herstellung ermöglicht; mPredictTM Co-Crystal Prediction Service, unser neues KI-gestütztes Tool zur Beschleunigung der Arzneimittelformulierung, mit dessen Hilfe Ergebnisse dreimal schneller erzielt werden können als mit dem digitalen Random-Screening-Verfahren; RevIT GMP AAV Enhancer, der mit jedem Transfektionsreagenz kombiniert werden kann und höhere Titer für die Herstellung von rekombinanten Adeno-assoziierten Viren ermöglicht sowie die Supplemente für die Zellkultur Cellvento ® ModiFeed Gal+, Gal- und Sial+ COMP - drei neue chemisch definierte Zusätze, die es Kunden ermöglichen, die Galaktosylierung oder Sialylierung (entscheidende Produktqualitätsmerkmale) von mAbs, Biosimilars oder anderen therapeutischen Proteinen auf einfache Weise präzise zu steuern. Life Science ServicesIm April brachte Life Science Services die erste validierte Komplettlösung ihrer Art zum Nachweis der genetischen Stabilität auf den Markt. Die AptegraTM-Plattform ersetzt fünf verschiedene Testsysteme und vier unterschiedliche Technologien durch einen einzigen Assay, der auf einer Plattform mit Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation basiert. Gegenüber herkömmlichen Verfahren lässt sich mit diesem Ansatz die Testdauer um 66 % reduzieren. Die Plattform erfüllt alle behördlichen Anforderungen an die Sicherstellung der genetischen Stabilität, einschließlich der Bewertung der Kopienzahl. HealthcarePatientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt aller unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Wir engagieren uns für wissenschaftliche Innovationen, um mehr Medikamente schneller für mehr behandlungsbedürftige Menschen zur Verfügung zu stellen. Während wir unsere eigene Wirkstoffforschung fortführen, erwarten wir gleichzeitig, dass über 50 % der künftigen Markteinführungen aus externen Entwicklungskooperationen und der strategischen Einlizenzierung von Wirkstoffkandidaten resultieren werden. Im Geschäftsjahr 2024 machten die Aufwendungen des Unternehmensbereichs Healthcare für Forschung und Entwicklung zu neuen Therapien rund 17,8 % des Gesamtumsatzes aus. OnkologieIm Bereich Onkologie stehen unsere wissenschaftliche Neugier und unser Engagement für Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt unseres Strebens, das Leben von Menschen mit Krebs zu verbessern. In diesem zentralen Fokusbereich unseres F&E-Portfolios wollen wir bahnbrechende Therapien zur Verfügung stellen. Die translationale Forschung ist in den gesamten F&E-Prozess integriert. Wir verfolgen in mehreren Projekten innovative Behandlungsansätze und neuartige Kombinationen mit dem Ziel, den bestehenden Therapiebedarf von Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelnden Krebserkrankungen zu decken. Zugelassene TherapienWir wollen unserem Anspruch gerecht werden, neue Behandlungsstandards für verschiedene Tumorarten zu setzen und die entsprechenden Therapien für möglichst viele Patientinnen und Patienten weltweit bereitzustellen. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir den Stellenwert unserer vermarkteten Therapien durch weitere Analysen von Daten aus unseren zulassungsrelevanten Studien und durch die Erhebung von Evidenzdaten aus der Praxis weiter ergründet. Des Weiteren untersuchen wir diese Behandlungen in neuen klinischen Settings, um ihre potenziellen Vorteile auf mehr Krebspatientinnen und -patienten auszuweiten. Bavencio ® (Avelumab), ein gegen den programmierten Zelltod-Liganden PD-L1 gerichteter Antikörper, ist in über 70 Ländern zugelassen als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC) ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Chemotherapie. Neue Datenanalysen, die im Jahr 2024 auf Kongressen vorgestellt wurden, bekräftigten abermals die robuste Evidenzlage, die seinen Einsatz in diesem Therapiesetting untermauert. Hierzu zählen Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100, die auf der Jahrestagung 2024 der American Society of Clinical Oncology (ASCO ® ) vorgestellt wurden. Sie bestätigen den Nutzen von Bavencio ® bei wichtigen Untergruppen von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem UC ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Chemotherapie, einschließlich derer mit geringer Tumorlast oder gemischten histologischen Subtypen. Des Weiteren wurden auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) Ergebnisse von "Langzeit-Respondern" präsentiert, die in der Studie JAVELIN Bladder 100 über einen Zeitraum von ≥ 1 Jahr beziehungsweise ≥ 2 Jahren Bavencio ® in Kombination mit bester Begleitbehandlung erhalten hatten. Weitere auf dem Kongress vorgestellte Analysen aus Japan und Frankreich unterstreichen die umfangreichen Evidenzdaten aus der klinischen Praxis zu Bavencio ® als Erhaltungstherapie. Sie zeigen, dass die in der klinischen Studie erzielten Therapieergebnisse auf die Behandlungspraxis in unterschiedlichen Settings und geografischen Regionen übertragbar sind. In der Phase-II-Studie JAVELIN Bladder Medley untersuchen wir weiterhin, ob eine Optimierung der ErstlinienErhaltungstherapie durch Verabreichung einer neuartigen Therapie zusätzlich zu Avelumab die Therapieergebnisse für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem UC ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Erstlinien-Chemotherapie verbessern könnte. Diese 2022 initiierte randomisierte mehrarmige Studie untersucht Avelumab als Monotherapie im Vergleich zur Kombinationsbehandlung aus Avelumab mit dem Anti-TIGIT-Antikörper M6223 aus der unternehmenseigenen Forschung sowie Avelumab in Kombination mit dem Interleukin-15-(IL-15-)Rezeptoragonisten NKTR-255 von Nektar Therapeutics und in Kombination mit Trodelvy ® von Gilead Sciences. Bavencio ® ist auch als Monotherapie zur Behandlung von metastasiertem Merkelzellkarzinom (MCC) in 63 Ländern zugelassen. Darüber hinaus ist Bavencio ® in Kombination mit Axitinib in 60 Ländern zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) zugelassen. Tepmetko®Im Februar 2024 erteilte die US-amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) die vollständige Zulassung für den oralen MET-Inhibitor Tepmetko ® (Tepotinib) zur Behandlung von Erwachsenen mit metastasiertem nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) mit METex14-Skipping. Die Umwandlung der beschleunigten in eine vollständige Zulassung basierte auf der 161 zusätzliche Patientinnen und Patienten umfassenden VISIONStudie, die auf der ASCO ® -Jahrestagung 2024 vorgestellt wurde, sowie einer zusätzlichen 28 Monate langen Nachbeobachtung zur Bewertung der Ansprechdauer. Im Jahr 2024 stellten wir weitere Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) von mit Tepmetko ® behandelten Patientinnen und Patienten vor. Die Daten aus der Phase-II-Studie VISION zeigten, dass bei den teilnehmenden Erkrankten mit NSCLC und METex14-Skipping sowie Gehirn-, Leber-, Nebennieren- oder Knochenmetastasen die HRQoL in Einklang mit den Ergebnissen für die Gesamtbevölkerung während der Behandlung mit Tepmetko ® stabil blieb und sich Symptome wie Husten verbesserten. Im August 2024 wurde die Primäranalyse aus der Phase-II-Studie INSIGHT 2 in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht. Die Daten zeigten, dass Tepotinib in Kombination mit Osimertinib bei Patientinnen und Patienten mit EGFR-mutiertem NSCLC und MET-Amplifikation, deren Erkrankung unter Erstlinienbehandlung mit Osimertinib fortgeschritten war, vielversprechenden klinischen Nutzen bei beherrschbarem Sicherheitsprofil bot. Neuartige TherapeutikaIm Jahr 2024 erzielten wir bei der Weiterentwicklung unserer neuartigen Arzneimittel große Fortschritte - so auch bei den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) aus unserer eigenen Forschung und Wirkstoffkandidaten aus unserem Portfolio an Inhibitoren der DNA-Schadensreparatur (DDR). Auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ® stellten wir Daten der Erstanwendung von M9140 am Menschen vor. Bei dieser Prüfsubstanz handelt es sich um ein gegen das karzinoembryonale Antigen-Zelladhäsionsmolekül 5 (CEACAM5) gerichtetes ADC mit einem neuartigen Exatecan-Wirkstoff. Es ist das erste in unseren Laboren entwickelte ADC, das in die klinische Entwicklungsphase eingetreten ist. Die Daten von 40 Patientinnen und Patienten, die in Teil 1A der Studie über sieben Dosisstufen behandelt wurden, zeigten eine ermutigende klinische Aktivität und ein beherrschbares und vorhersehbares Sicherheitsprofil bei dieser Patientenpopulation. Aktualisierte Ergebnisse einschließlich Biomarker-Analysen wurden auf der Jahrestagung 2024 der ESMO vorgestellt. M9140 wird in der Indikation metastasiertes Kolorektalkarzinom seit 2024 im Studienteil zu randomisierter Dosisoptimierung geprüft. Weitere explorative Untersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit CEACAM5-exprimierenden Tumoren wie Magen- und Pankreaskarzinomen sowie NSCLC sollen ab 2025 gestartet werden. Außerdem brachten wir M3554, ein auf GD2 (auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid) abzielendes ADC unserer Technologieplattform, in die klinische Entwicklung - mit Start der Erstanwendung am Menschen im November 2024. Innerhalb unseres DDR-Portfolios treiben wir die Entwicklung von Tuvusertib (M1774), unserem potenten, selektiven Inhibitor der Proteinkinase ATR (Ataxia Telangiectasia and Rad3-related), sowie von M9466, einem selektiven Inhibitor der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1), den wir im Geschäftsjahr 2023 von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. einlizenziert haben, voran. Im Jahr 2024 initiierten wir neue Studien, um das Potenzial dieser Substanzen bei unterschiedlichen Tumoren zu untersuchen. Die Phase-II-Studie DDRiver EOC 302 untersucht Tuvusertib in Kombination mit Lartesertib, unserem Inhibitor der Proteinkinase Ataxia Telangiectasia-mutated (ATM), beziehungsweise mit dem PARP-Inhibitor Niraparib, bei PARPi-resistentem Ovarialkarzinom. Zu M9466 initiierten wir die Phase-I-Studie DDRiver 501, um die Substanz in Kombination mit Tuvusertib bei soliden Tumoren mit relevanten Mutationen und/oder vorausgegangener Behandlung mit einem PARP-Inhibitor zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf kastrationsresistenten Prostata- und Ovarialkarzinomen liegt. Darüber hinaus starteten wir die DDRiver 511 Studie zur Kombination von M9466 mit einem FOLFIRI-Chemotherapieschema. Im Verlauf des Jahres stellten wir mehrere Abstracts auf Kongressen vor, die die Grundlage für Phase-II-Kombinationsstudien zu Tuvusertib bilden. Hierzu zählten Daten der Phase- Ib-Studie DDRiver Solid Tumors 320, die Tuvusertib in Kombination mit Lartesertib oder unserem Immuncheckpoint-Inhibitor Bavencio ® untersucht. Eine erste Präsentation erfolgte auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ®. Die Ergebnisse untermauern, dass sich beide DDRi-Prüfsubstanzen gut für die Entwicklung von Kombinationstherapien in Indikationsgebieten eignen, in denen wir Erfahrung haben. Auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ® stellten wir Ergebnisse aus dem Studienteil B1 der Phase-I-Studie DDRiver Solid Tumors 301 vor. Sie belegen ein beherrschbares Sicherheitsprofil und vorläufige Wirksamkeit für verschiedene Dosierschemata von Tuvusertib in Kombination mit dem PARP-Inhibitor Niraparib bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren. Auf dem ESMO-Kongress 2024 stellten wir weitere translationale, pharmakokinetische, pharmakodynamische und auf Immunphänotypisierung basierende Analysen aus dieser Studie vor. Im Juni gaben wir bekannt, dass die randomisierte Phase-III-Studie TrilynX nicht fortgesetzt wird. Die Studie untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Radiochemotherapie (RCT) bei Patientinnen und Patienten mit nicht reseziertem, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Die Entscheidung folgte nach einer geplanten Zwischenauswertung (Interim Analysis), in der das unabhängige Datenüberwachungsgremium zu der Schlussfolgerung kam, dass die Studie ihren primären Endpunkt der Verlängerung des ereignisfreien Überlebens wahrscheinlich nicht erreichen kann. Die Phase-III-Studie XRay Vision ® zu Xevinapant im Vergleich zu Placebo in Kombination mit einer adjuvanten, post-operativen Strahlentherapie bei Patientinnen und Patienten mit reseziertem LA SCCHN wurde ebenfalls beendet. Im November gaben unsere Partner bei Abbisko Therapeutics Co. Ltd., Shanghai, China, bekannt, dass ihre Prüftherapie Pimicotinib für die Behandlung von tenosynovialem Riesenzelltumor (TGCT) die objektive Ansprechrate (ORR) im Vergleich zu Placebo signifikant verbesserte. Damit erreichte die von Abbisko geleitete zulassungsrelevante Phase-III-Studie MANEUVER ihren primären Endpunkt. Wir schlossen im Dezember 2023 eine Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko ab über die exklusive Vermarktung von Pimicotinib oder Pimicotinib-enthaltenden Produkten für alle Indikationen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong, Macau und Taiwan sowie eine Exklusivoption auf die globalen Vermarktungsrechte für Pimicotinib. Auf unserer Expertise bei der Behandlung von Kolorektalkarzinomen (CRC) aufbauend gaben wir im Januar den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Inspirna, Inc., bekannt. Gegenstand ist die Entwicklung und Vermarktung außerhalb der USA von Ompenaclid, einem potenziell klassenersten oralen Inhibitor des Kreatintransportkanals SLC6A8, sowie von auf SLC6A8 abzielenden Folgesubstanzen. Ompenaclid wird derzeit von Inspirna im Rahmen einer Phase-II-Studie zur Zweitlinienbehandlung von RAS-mutiertem (RASmut) fortgeschrittenen oder metastasierten CRC untersucht. Neurologie & ImmunologieAls Unternehmen engagieren wir uns seit über 25 Jahren für Menschen mit Multipler Sklerose (MS). Unser anhaltendes Engagement für die Wissenschaft treibt uns an, die Grenzen des Wissens durch unsere Forschungsaktivitäten auf den Gebieten neurologischer und immunvermittelter Erkrankungen weiter zu verschieben. Neben MS bauen wir die therapeutischen Schwerpunktgebiete in der Geschäftseinheit Neurologie & Immunologie weiter aus, indem wir Medikamente mit neuem Wirkmechanismus für Krankheiten mit hohem Behandlungsbedarf entwickeln, die potenziell die ersten in ihrer Wirkstoffklasse wären. Wir konzentrieren uns mit unserer Pipeline auf die Entdeckung potenzieller neuer Therapien für andere neuroinflammatorische und immunvermittelte Erkrankungen, darunter systemischer Lupus erythematodes (SLE), kutaner Lupus erythematodes (CLE) und generalisierte Myasthenia Gravis (gMG). Das Prüfpräparat Enpatoran, ein hochspezifischer, potenzieller klassenerster Immunmodulator, wird als neue orale Therapieoption für SLE und CLE in einer Phase-II-Studie entwickelt. Der Wirkstoff soll Beschränkungen derzeit verfügbarer Lupus-Therapien durch eine selektive Hemmung der Toll-like-Rezeptoren (TLR) 7 und 8 überwinden, die als wichtige Lupus-relevante Krankheitstreiber bekannt sind. Dies könnte die Wirksamkeit erhöhen und gleichzeitig die Immunität gegen Infektionen aufrechterhalten. Eine Analyse der CLE-Kohorte einer Phase-II-Studie zeigt, dass Enpatoran den primären Endpunkt bei gutem Sicherheitsprofil erreicht hat. Wir erwarten Phase-II-Ergebnisse für Enpatoran zu SLE Anfang 2025, was die Datenlage vervollständigen würde. Wir untersuchen auch das Potenzial von Cladribin-Kapseln für die Behandlung von gMG. Bei dieser Erkrankung, von der weltweit schätzungsweise 700.000 Menschen betroffen sind, besteht weiterhin ein hoher ungedeckter Bedarf, besonders im Hinblick auf orale Behandlungsoptionen. Cladribin soll selektiv auf B- und T-Lymphozyten abzielen, die als ursächlich für gMG gelten. Im Juni 2023 erteilte die FDA Cladribin-Kapseln den Orphan-Drug-Status zur Behandlung von gMG. Im Juni 2024 starteten wir ein globales klinisches Studienprogramm der Phase III. Im Jahr 2024 präsentierten wir außerdem neue Daten aus unserem Portfolio zu MS auf zahlreichen wissenschaftlichen Tagungen, unter anderem im Februar auf dem Forum des Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS), im Mai auf der Jahrestagung des Consortium of Multiple Sclerosis Centers (CMSC) sowie im September auf dem Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS). Auf dem ACTRIMS-Forum stellten wir zwei neue Post-hoc-Analysen aus dem klinischen Programm MAGNIFY-MS vor. Die erste Präsentation legte nahe, dass Mavenclad ® potenziell die kognitive Funktion bei Patientinnen und Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit hoher Krankheitsaktivität aufrechterhält oder verbessert. Darüber hinaus untermauerte die zweite Präsentation mit Interimsergebnissen aus dem dritten Jahr der Erweiterungsstudie von MAGNIFY-MS die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit und des Sicherheitsprofils von Mavenclad ® nach Abschluss des zweijährigen Therapiezeitraums. Auf dem ECTRIMS-Kongress stellten wir Daten zum Langzeit-Sicherheitsprofil, zur anhaltenden Wirksamkeit und zum nachhaltigen Therapieeffekt von Mavenclad ® bei RMS in Form von 40 Abstracts und zweier mündlicher Vorträge vor. Die Daten zu Mavenclad ® aus mehreren Unterstudien von MAGNIFY-MS unterstreichen den Vorteil des frühen Behandlungsbeginns und die anhaltende Wirksamkeit des Medikaments basierend auf verschiedenen Parametern für Krankheitsaktivität, wie zum Beispiel seine Wirkung auf Entzündungsprozesse in peripheren und zentralen Kompartimenten, auf die Förderung der Immunzellrekonstitution und auf das Fortschreiten der Behinderung, einschließlich der Progressionsfreiheit unabhängig von der Schubaktivität bei den meisten Patientinnen und Patienten. Aufbauend auf den Daten, die auf der Jahrestagung 2024 des CMSC vorgestellt wurden zur Reduzierung oder Elimination von oligoklonalen Banden im Liquor durch Mavenclad ® , legen weitere Daten, die auf dem ECTRIMS-Kongress präsentiert wurden, nahe, dass die auf die Behandlung mit Mavenclad ® folgende Immunrekonstitution das Immunsystem in einen weniger pathogenen Zustand versetzen könnte. FertilitätUnsere Geschäftseinheit Fertilität ist ein weltweiter Marktführer für Fertilitätsmedikamente und -behandlungen und spielt damit eine entscheidende Rolle für das Geschäft unseres Unternehmensbereichs Healthcare. Angesichts des demografischen Wandels sowie von Lebensstiländerungen wie dem Aufschieben von Schwangerschaften in spätere Lebensphasen stellt Unfruchtbarkeit weltweit eine wachsende Herausforderung dar. Nach letztem Stand der Auswertung kamen mithilfe von Gonal-f ® , einem führenden Arzneimittel aus unserem Fertilitätsportfolio, mehr als sechs Millionen Babys zur Welt. Es enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-hFSH alfa), eine rekombinante Form des natürlichen Follikel-stimulierenden Hormons (FSH), und ist als Injektionslösung im praktischen vorgefüllten Fertigpen erhältlich. Die Behandlung mit Gonal-f ® kann im Vergleich zu Gonadotropinen aus Urin zu mehr Follikeln, Eizellen und Embryos führen und erhöht so die Chancen auf eine Schwangerschaft und Lebendgeburt. Aktuelle Erhebungen von Evidenzdaten aus der Praxis aus maßgeblichen europäischen Registern (D.I.R., SNDS) belegen eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei einer Behandlung mit Gonal-f ® gegenüber Gonadotropinen aus Urin und Biosimilars zu Follitropin alfa. Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E)Angesichts der signifikanten und zunehmenden Auswirkungen von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Prädiabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Wachstumshormonmangel und Schilddrüsenerkrankungen auf Gesundheit und Gesellschaft im 21. Jahrhundert engagieren wir uns dafür, Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen zu helfen. Die neue Formulierung von Euthyrox ® (Levothyroxin) zur Behandlung von Hypothyreose erhielt 2024 weitere Zulassungen, sodass diese zunehmend verfügbare Innovation nun in mehr als 90 Ländern erhältlich ist. Euthyrox ® kann das Krankheitsmanagement verbessern: Das Medikament ermöglicht aufgrund der engeren Spezifikation eine präzise, fein abgestimmte Dosierung des natürlichen Schilddrüsenhormons Thyroxin. Glucophage ® mit dem Wirkstoff Metformin ist das weltweit am häufigsten für die Erstlinienbehandlung von Typ-2-Diabetes verschriebene Medikament ohne Insulin. Wir verfolgen unsere Strategie, die sich auf die frühen Phasen im Diabetes-Kontinuum konzentriert, weiter und machen uns dabei zunutze, dass Glucophage ® inzwischen in mehr als 80 Ländern für die Indikation Prädiabetes zugelassen ist. Unsere Pipeline
Produkte in der Pipeline befinden sich in der klinischen Prüfung und ihre Sicherheit und Wirksamkeit sind noch nicht erwiesen . Es gibt keine Garantie, dass ein Produkt in der angestrebten Indikation zugelassen wird.
1 Angenommener Wirkmechanismus
ATR: ATR-Protein (Ataxia Telangiectasia und Rad3-related) CEACAM5: karzinoembryonales Antigen-verwandtes Zelladhäsionsmolekül 5 CSF-1R: koloniestimulierender Faktor-1-Rezeptor CTLA-4: zytotoxisches T-Lymphozyten-assoziiertes Protein 4 EOC: epitheliales Ovarialkarzinom GD2: auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid mAb: monoklonaler Antikörper OX40L: Ligand für OX40-Rezeptor PARP1: Poly(ADP-Ribose)-Polymerase 1 Phase Ia: Dosisfindung Phase Ib: Dosiseskalation/-expansion und Signalsuche PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1 PeEF2: eukaryotischer Elongationsfaktor 2 in Plasmodien SLC6A8: SLC6A8-Gen-kodierter Kreatintransportkanal TIGIT: T-Zell-Immunrezeptor mit Ig- und ITIM-Domänen TLR7/8: Toll-like-Rezeptoren 7 und 8 ElectronicsUnsere F&E-Strategie folgt unserer übergeordneten Technologiestrategie für den Unternehmensbereich Electronics. Diese zielt darauf ab, unsere Kompetenzen und Kapazitäten zu erweitern, organisches Wachstum zu fördern und neue Technologieplattformen zu ermöglichen. Unser Chief Technology Office (CTO) sondiert Trends und Technologien, die über den zeitlichen Horizont oder die spezifischen F&E-Aktivitäten unserer Geschäftseinheiten hinausgehen. Das CTO koordiniert Forschungspartnerschaften, skizziert unsere TechnologieRoadmaps und managt unser langfristiges F&E-Portfolio. Unser Technology Leadership Board prüft und optimiert unsere Technologieinvestitionen im gesamten Unternehmensbereich. Wir fokussieren unsere F&E-Kapazitäten insbesondere auf Halbleiter- und optische Materialien der nächsten Generation, um unsere Position als einer der führenden Zulieferer der Elektronikindustrie weiter zu stärken. Unser F&E-Team erforscht geeignete Lösungen für die Themen, die unsere Branche bewegen, wie die Entwicklung kleinerer, leistungsfähigerer und effizienterer Chips sowie die Verringerung der Umweltauswirkungen für unseren Planeten. Dementsprechend sind Nachhaltigkeit und der Einsatz von KI beziehungsweise maschinellem Lernen zwei wesentliche Fokusbereiche unserer F&E-Tätigkeit. Nachhaltige Technologien und MaterialienUnser Nachhaltigkeitsansatz beruht auf drei Eckpfeilern, anhand derer wir unsere Aktivitäten ausrichten: Zusammenarbeit, Innovation und Produktionsprozesse. ZusammenarbeitDie enge Vernetzung der verschiedenen Ebenen der Elektronik-Lieferkette macht eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen unverzichtbar. Gemeinschaftliches Handeln kommt der gesamten Wertschöpfungskette zugute und ermöglicht es den Beteiligten, gemeinsam definierte Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein nennenswertes Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist das auf drei Jahre angelegte akademische Forschungsprogramm, das wir im Jahr 2023 zusammen mit Intel in Europa initiiert haben. Es umfasst sechs Projekte, in die elf Universitäten und Forschungsinstitute aus sechs Ländern eingebunden sind. Ziel des Programms ist es, mithilfe von KI und maschinellem Lernen nachhaltige Lösungen für die Halbleiterfertigung zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei neue Materialien, effiziente Prozesse und die Reduzierung von Abfällen. InnovationUnsere F&E-Aktivitäten verschieben die Grenzen der Innovation, um eine sicherere, intelligentere und stärker vernetzte Welt zu ermöglichen und zugleich die Umwelt zu schützen. Ein Beispiel für unser Engagement ist die Entwicklung von Materialien, die ohne PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) auskommen. Diese sollen oberflächenaktive PFAS in Fotolacken, lösungsmittelbasierten Antireflexbeschichtungen und Spüllösungen ersetzen. Für eine Reihe von Anwendungen bieten wir bereits alternative Produkte an. ProduktionsprozesseUns ist bewusst, dass echte Veränderungen bei uns und unseren eigenen Produktionsprozessen beginnen müssen. Wir sind entschlossen, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel für das Engagement in diesem Bereich sind unsere Maßnahmen zur Verringerung unserer prozessbedingten Emissionen von NF3 (Stickstofftrifluorid) und N2O (Distickstoffmonoxid). F&E-Aktivitäten in den GeschäftseinheitenSemiconductor SolutionsUnser F&E-Team hat den Anspruch, dass wir die Materialien für jeden wichtigen Schritt in der Waferbearbeitung liefern können. Dazu arbeiten wir mit Erstausrüstern ebenso zusammen wie mit Anbietern von Endgeräten, um die Zukunft des digitalen Lebens zu gestalten. Unser Angebot umfasst Materiallösungen für moderne Mikrochips, die sich durch komplexe Architekturen, höhere Leistung, verbessertes Wärmemanagement und größere Energieeffizienz auszeichnen. Die wichtigsten F&E-Programme unserer Semiconductor-Solutions-Geschäftsfelder sind nachfolgend dargestellt: Thin FilmsIm Thin-Films-Geschäft bauen wir unser Produktportfolio für Hersteller von Speicher- und Logikchips kontinuierlich aus und konzentrieren uns schwerpunktmäßig darauf, neue Möglichkeiten in der F&E auf dem Weg zu kleineren Strukturgrößen zu erschließen, einschließlich der Gate-All-Around-Transistorarchitektur und des Advanced Packaging. Wir gehen die Herausforderungen, die mit diesen innovativen Technologien verbunden sind, aktiv an. Technologien, mit denen sich der Stromverbrauch senken und die Leistung steigern lässt, sind für uns ein Muss in der sich rasant weiterentwickelnden KI-Landschaft. Unser Anspruch ist es, bahnbrechende Materiallösungen zu entwickeln, die unser bestehendes Angebot erweitern. Zu diesen Lösungen gehören unter anderem Molybdän- und Ruthenium- sowie Kobalt-Vorstufen für die selektive Metallisierung, hochkonforme silikonhaltige Filme auf komplexen 3D-Strukturen mit präziser Regulierung der Schichtdicke und verbesserter Leistung, Spaltfüllmaterialien mit niedriger Dielektrizitätskonstante, Metalloxid-Vorstufen sowie dielektrische Spin-on-Filme. Formulations (Strukturierung und Planarisierung)Im Strukturierungsgeschäft setzen wir die Entwicklung PFAS-freier Materialien fort und sind dem Abschluss der Entwicklung unserer neuen PFAS-freien I-Linien-Fotolacke (365 nm Wellenlänge) und KrF-Fotolacke (248 nm Wellenlänge) nähergekommen. Derzeit testen wir diese Fotolacke mit Kunden. Außerdem treiben wir die Innovation bei EUV-Fotolacken der nächsten Generation voran. Unsere langfristige Fokussierung auf die Technologie der geführten Selbstausrichtung (Directed Self-Assembly, DSA) halten wir aufrecht: Hier investierten wir in neue Anlagen am Standort Darmstadt, um für die Massenfertigung gerüstet zu sein. In der Branche ist die DSA-Technologie auf positive Resonanz gestoßen, da sie dazu beiträgt, zufällige Defekte zu reduzieren und Kosten auf Herstellerseite zu senken. Im Planarisierungsgeschäft befinden sich einige unserer Produkte für die Back-End-Fertigung von Mikrochips in fortgeschrittenen Qualifizierungsstadien für die Verwendung bei der heterogenen Integration und schaffen so die Voraussetzungen für weitere KI-getriebene Chipentwicklungen. Für unsere Wolfram-Slurries gewannen wir im Jahr 2023 den ersten Kunden, der unsere Produkte in Speicheranwendungen vorantreibt. Specialty GasesWir verfügen über ein breit gefächertes Spezialgasportfolio, das Ätz-, Reinigungs-, Abscheidungs- und Dotiergase umfasst. Nachhaltigkeit steht bei uns immer im Mittelpunkt unseres Handelns mit dem Ziel, Materiallösungen zu entwickeln, mit deren Hilfe sich Leistungs- und Emissionsziele erreichen lassen. Wir treiben die Entwicklung neuer, klimabewussterer und emissionsarmer Ätz- und Reinigungsgase, einschließlich neuer Materialien mit niedrigem Treibhauspotenzial, weiter voran und erweitern das Spektrum der Anwendungen, für die wir diese nachhaltigen Lösungen entwickeln. Display SolutionsDisplay Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) unterstützt Kunden bei der Entwicklung fortschrittlicher Displaytechnologien für zahlreiche Anwendungen, darunter TV-, IT- und Mobilgeräte, Fahrzeugdisplays und Gaming. In Zusammenarbeit mit Partnern treiben wir die Entwicklung von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) voran, erweitern das Anwendungsspektrum von Displaymaterialien und verbessern das Nutzungserlebnis zukünftiger immersiver Geräte. Wir pflegen Partnerschaften mit führenden Panelherstellern zur Entwicklung der nächsten Generation von Produkten und Technologien für Displays. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf innovativen Barrierematerialien für flexible OLED-Geräte, die ein Höchstmaß an Biegsamkeit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit ermöglichen. Unsere OLED-Materialien und Fotolacke sind in zahlreichen Free-Form-Displays als integrale Komponenten zu finden und ermöglichen unseren Kunden die Entwicklung nachhaltiger OLED-Strukturen für zukunftsweisende IT-Anwendungen. Neben einer Fokussierung auf neue Technologien arbeiten wir auch an der Weiterentwicklung der LCDTechnologie im Rahmen von Kooperationen mit branchenführenden Panelherstellern. Außerdem treiben wir die Entwicklung von Lösungen für AR/VR-Displays auf Basis von LC-on-Silicon und OLED-on-Silicon sowie von Materialien für Wellenleiter und Gitter voran - zwei wesentliche Komponenten in neuen Augmented-Reality-Geräten. Die Akquisition von Unity-SC versetzt uns in die Lage, modernste Messgeräte für die heterogene Integration, für High-Bandwidth Memory sowie für das Advanced Packaging bei hoch entwickelten Mikrochips zu entwickeln. Surface SolutionsIm Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an Global New Material International Holdings Ltd. (GNMI), einen führenden chinesischen Pigmenthersteller. Die F&E-Aktivitäten von Surface Solutions werden bis zum Abschluss der Transaktion fortgeführt. Danach geht die Geschäftseinheit zu GNMI über. Auch im Geschäftsjahr 2024 erfüllte Surface Solutions spezifische Kundenanforderungen mit der Entwicklung neuer Formulierungen, die zusammen mit bestehenden Produkten individuelle Lösungen für verschiedene Branchen ermöglichen. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenIn seinem am 17. Januar 2025 veröffentlichten World Economic Outlook prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2024 ein nahezu stabiles Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,2 %. Getragen wurde das Wirtschaftswachstum vor allem von weltweit sinkenden Inflationsraten, die den Prognosen zufolge von durchschnittlich 6,7 % im Jahr 2023 auf 5,8 % im Jahr 2024 fallen und 2025 sogar noch weiter sinken dürften. Einige der wichtigsten Zentralbanken in Industrieländern leiteten trotz hoher Preissteigerungsraten bei Dienstleistungen eine Senkung der Zinssätze ein. Begünstigt wurde das Wirtschaftswachstum unter anderem durch die gestiegene Nachfrage nach Halbleitern und erhebliche Investitionen in künstliche Intelligenz in den Wachstumsmärkten Asiens. Dem wirtschaftlichen Aufschwung gegenüber standen jedoch weiterhin anhaltende Störungen von Lieferketten aufgrund bewaffneter Konflikte, sozialer Unruhen und extremer Wetterereignisse, die sich insbesondere auf Schwellen- und Entwicklungsländer auswirkten. In seiner globalen Prognose für das Jahr 2024 weist der IWF auf erhebliche Risiken hin, die von potenziellen regionalen Konflikten über eine Verschlechterung der Lage auf dem chinesischen Immobilienmarkt bis hin zu volatilen Finanzmärkten und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Staatsverschuldung reichen. Auch die geoökonomische Fragmentierung stelle eine Herausforderung für die globale Stabilität dar. Trotz dieser Risiken hob der IWF jedoch auch maßgebliche Chancen hervor, wie eine Rekalibrierung der Fiskalpolitik zur Schaffung einer tragfähigen Staatsverschuldung, die Wiederherstellung von finanzpolitischen Spielräumen und die Förderung des Wachstums durch strukturelle Reformen. Zudem betonte der IWF, dass eine verstärkte internationale Zusammenarbeit den ökologischen Wandel beschleunigen, die Umstrukturierung von Staatsschulden unterstützen und multilaterale Strukturen stärken könnte. Dies wiederum hätte positive Auswirkungen auf die langfristige globale Stabilität und das gemeinsame Wachstum. Die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts in ausgewählten Ländern und Regionen stellte sich wie folgt dar:
Die Entwicklung ausgewählter branchenspezifischer Rahmenbedingungen für uns stellte sich wie folgt dar:
1 Voraussichtliche Entwicklung. Zum Zeitpunkt
der Aufstellung des Berichts lagen nicht zu allen
Industrien finale Entwicklungsdaten für das Jahr 2024
vor.
Life ScienceUnser Unternehmensbereich Life Science ist einer der führenden weltweit agierenden Anbieter von Produkten, Tools und Dienstleistungen für Forschungslabore, die pharmazeutische und biopharmazeutische Produktion sowie für Industrie- und Prüflabore. Nachdem die unmittelbaren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abgeklungen waren, belasteten Kapitalknappheit und anhaltend hohe Lagerbestände bei zahlreichen Kunden das Wachstum von Unternehmen der Life-Science-Branche im Vergleich zu den Vorjahren. Dementsprechend blieb das Wachstum der Märkte, in denen Life Science tätig ist, hinter den historischen stabilen Wachstumsraten der Vorjahre zurück. Laut der Marktforschungsagentur Frost & Sullivan ging der Markt für Laborprodukte, der für unsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions relevant ist, im Berichtsjahr um 1,5 % zurück (Vorjahr: -5,0 %). Der Rückgang lag unter dem sonst typischen Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Ausschlaggebende Faktoren wie hohe Zinssätze und ein schwieriges makroökonomisches Umfeld dämpften die Investitionen in junge Biotechnologieunternehmen (Risikokapital und Börsengänge), woraus eine geringere Nachfrage nach Laborprodukten resultierte. Sobald sich die zugrunde liegenden gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren normalisiert haben, dürften die Ausgaben für Laborprodukte wieder ansteigen. Die Nachfrage auf dem Markt für pharmazeutische und biopharmazeutische Produktion, in dem unsere Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services tätig sind, wurde von der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen getragen. Nach Angaben des auf den Pharmamarkt spezialisierten Marktforschungsunternehmens IQVIA wuchs der Endmarkt für Biopharmazeutika im Jahr 2024 um 12,8 % (Vorjahr: 17,5 %) und erreichte ein Volumen von 555 Mrd. € (entspricht 39,5 % des weltweiten Pharmamarkts). Die Anzahl monoklonaler Antikörper (mAbs), die in den Entwicklungsphasen I oder II untersucht werden, nahm um 6,5 % zu (Vorjahr: 17,4 %). Obwohl der Markt für Biopharmazeutika im Jahr 2024 wuchs, erwies sich der Abbau von Lagerbeständen im Berichtsjahr weiterhin als Wachstumshemmnis für die gesamte Branche. HealthcareIn seiner jüngsten Erhebung im September 2024 prognostizierte IQVIA ein Wachstum des globalen PharmaGesamtmarkts von 8,8 % für das Jahr 2024 (Vorjahr: 10,3 %). Begünstigt wird das Wachstum des Pharmamarkts durch die Einführung neuer Produkte, demografische und epidemiologische Trends sowie den verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung. Dieser Entwicklung stehen die zunehmende Nutzung von Generika und Biosimilars sowie eine restriktivere Preispolitik gegenüber. Die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) wuchs im Geschäftsjahr 2024 um 8,4 % (Vorjahr: 8,6 %), die EU4 (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) plus Großbritannien um 6,8 % (Vorjahr: 8,2 %). Die Region Nordamerika legte um 10,0 % (Vorjahr: 13,7 %) zu, wobei sich die Wachstumsrate in den USA auf 10,1 % belief (Vorjahr: 13,8 %). Der US-Markt ist und bleibt der mit Abstand größte und wichtigste Arzneimittelmarkt. Bedingt durch die hohe Inflation verzeichnete die Region Lateinamerika ein zweistelliges Wachstum von 24,7 % (Vorjahr: 11,9 %). Das Wachstum der Region APAC (Asien-Pazifik, ohne China und Japan) belief sich auf 6,2 % (Vorjahr: 6,7 %). China steigerte seine Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur und in den Zugang zu innovativen Medikamenten und weitete die Preisregulierung aus (zum Beispiel durch seine "National Volume-based Procurement"-Richtlinie), wodurch das Wachstum im Jahr 2024 auf 1,5 % (Vorjahr: 4,0 %) zurückging. Relevant für unser Geschäft ist nicht nur das Wachstum des Pharmamarkts insgesamt, sondern auch die Marktentwicklung für biotechnologisch produzierte Wirkstoffe. Global betrachtet, belief sich gemäß IQVIA der Anteil biotechnologisch hergestellter Produkte am Wert des Pharmamarkts 2024 auf 39,5 % (Vorjahr: 38,3 %). Mit einem Anteil von 64,5 % bleiben die USA der wichtigste Markt. Die Entwicklungen in den für uns relevanten Therapiegebieten waren im Berichtsjahr gekennzeichnet durch unterschiedliche Trends. Der globale Markt im Therapiegebiet Typ-2-Diabetes, ohne die USA, knüpfte an den wachstumsstarken Trend der Vorjahre an und wuchs im Jahr 2024 um 17,6 % (Vorjahr: 18,8 %). Das Therapiegebiet Unfruchtbarkeit legte im Berichtsjahr um 9,0 % (Vorjahr: 11,5 %) zu. Der Markt im Therapiegebiet Kolorektalkarzinom wuchs im Jahr 2024 um 2,8 % (Vorjahr: 1,0 %). Trotz der Marktdurchdringung von Biosimilars war hier eine vermehrte Nutzung von Markenprodukten zu verzeichnen. Im Therapiegebiet Multiple Sklerose ging der Markt um -2,4 % (Vorjahr: -1,5 %) zurück, was auf den Wettbewerb durch Generika zurückzuführen war. ElectronicsDie Halbleiterindustrie ist der wichtigste Absatzmarkt für unser Geschäft mit Materialien, Lösungen und Dienstleistungen für die Herstellung integrierter Schaltkreise (Semiconductor Solutions). Die Nachfrage nach Halbleitermaterialien beruht in erster Linie auf der für Halbleiter produzierten Waferfläche. Als Indikator für die Gesamtnachfrage nach Halbleitermaterialien dienen hierbei Siliziumwafer. Der im Oktober 2024 veröffentlichten Prognose des weltweiten Branchenverbands SEMI zufolge sank die Fläche an ausgelieferten Siliziumwafern im Jahr 2024 um -2,5 % (Vorjahr: -14,3 %). Nach dem zyklischen Abschwung im Jahr 2023 setzte im Berichtsjahr in der Branche eine Erholung ein. Allerdings erfuhr die Aufwärtsentwicklung Gegenwind in Form makroökonomischer Herausforderungen wie hoher Inflation, hoher Zinssätze und eines veränderten, stärker auf Dienstleistungen ausgerichteten Verbraucherverhaltens. Trotz immer noch hoher Lagerbestände und einer schleppenden Nachfrage nach Endgeräten steigerten die Halbleiterhersteller ihre Kapazitätsauslastung. Im Jahresvergleich ist die Nachfrage nach Materialien und damit zusammenhängenden Dienstleistungen dennoch gestiegen. Allerdings herrschte bei Siliziumwafern im Jahr 2024 ein erheblicher Überbestand, der von der tatsächlichen Halbleiterproduktion entkoppelt war. Für den Unternehmensbereich Electronics gehen wir von einer positiven Entwicklung aus und rechnen für 2025 damit, dass der Halbleitermarkt, bedingt durch KI-Lösungen, das Internet der Dinge und die Zunahme der Datenmengen im Zusammenhang mit Big Data, weiter wachsen wird. Unser Display-Solutions-Geschäft (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) macht uns zu einem bedeutenden Hersteller von Flüssigkristallmischungen, Fotolacken und OLED-Materialien für die Displayindustrie. Nach dem Covid-19-Pandemie-bedingten "Lockdown-Boom" verzeichnete die Displayindustrie im Geschäftsjahr 2023 eine Normalisierung der Nachfrage und Anzeichen für eine schrittweise Erholung. Aufgrund der schwachen Nachfrage im 4. Quartal 2023 ging das Wachstum für das Gesamtjahr jedoch leicht zurück. Für 2024 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen OMDIA ein Wachstum bei der Displayfläche von 6,0 %, das insbesondere auf die gestiegene Nachfrage nach größeren TV-Geräten, den Ersatzbedarf bei IT-Geräten und das ungebrochene Wachstum bei Fahrzeugdisplays zurückzuführen sein wird. Flüssigkristalle werden in der Displaybranche weiterhin einen zentralen Stellenwert einnehmen, während die OLED-Technologie in High-End-Anwendungen zunehmende Bedeutung gewinnt. Hinzu kommt ein wachsendes Interesse an reaktiven Mesogenen für entspiegelnde Folien und Barrierematerialien, mit denen die Flexibilität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von OLED-Geräten verbessert werden können. Die Märkte für Autolacke und Kosmetika sind für unser Surface-Solutions-Geschäft von essenzieller Bedeutung. Laut dem im September 2024 veröffentlichten Bericht von GlobalData wird die weltweite Automobilproduktion im Jahr 2024 voraussichtlich leicht um -0,4 % zurückgehen (nach einem Anstieg von 10,3 % im Vorjahr), was dem Abbau von Lagerbeständen nach einem starken Produktionsjahr und einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums, mit Ausnahme von China und Indien, zuzuschreiben sein wird. Für den Markt für Schönheits- und Pflegeprodukte prognostiziert Euromonitor in seinem Bericht vom November 2024 für das Gesamtjahr 2024 ein anhaltendes Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Vergleich der Prognose mit dem tatsächlichen GeschäftsverlaufDie im Geschäftsbericht 2023 abgegebene Prognose des E. Merck-Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 umfasste neben der Prognose für den Gesamtkonzern auch die Prognose für die drei Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics. UmsatzerlöseFür den E. Merck-Konzern prognostizierten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein leichtes bis moderates organisches Umsatzwachstum. Stärkster Wachstumstreiber im Vergleich zum Vorjahr war wie erwartet weiterhin der Unternehmensbereich Healthcare, wozu insbesondere Mavenclad ® sowie Produkte aus den Bereichen Onkologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie beigetragen haben. Für Life Science haben wir im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 eine graduelle Erholung des organischen Umsatzwachstums im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Aus der Nachfrage nach Produkten im Zusammenhang mit Covid-19 gab es keine materiellen Beiträge mehr. Im Unternehmensbereich Electronics haben wir bereits eine Trendumkehr in Teilen des Halbleitermarkts gesehen, wenngleich sich die umfassende Markterholung zum Ende des Geschäftsjahr 2024 noch nicht eingestellt hat. Gegenläufig wirkten zudem das rückläufige Geschäft in Display Solutions sowie das Projektgeschäft in der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, das aufgrund der Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen üblicherweise stärkeren Schwankungen unterliegt. Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2024 ein organisches Umsatzwachstum in Höhe von 2,0 % verzeichnet und lagen damit innerhalb der Prognose. Zu Jahresbeginn gingen wir von einem Währungseffekt in Höhe von insgesamt -3 % bis 0 % aus, basierend insbesondere auf der erwarteten Entwicklung des US-Dollars sowie einzelner asiatischer Währungen. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Währungseffekt mit -1,3 % innerhalb dieser Spanne. Der leicht positive Portfolioeffekt war mit 0,1 % vernachlässigbar. Insgesamt lag der erzielte Umsatz bei 21.156 Mio. € (Vorjahr: 20.993 Mio. €), was einem Anstieg von 0,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Life ScienceIn unserem Unternehmensbereich Life Science hat sich die erwartete Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2024 eingestellt, nachdem die Umsatzerlöse in der ersten Jahreshälfte zunächst noch unter dem Einfluss des Abbaus erhöhter Lagerbestände auf Kundenseite standen. Die Erholung verlief allerdings langsamer als zunächst angenommen und erstreckt sich in Teilbereichen bis in das Jahr 2025. Life Science musste daher im Geschäftsjahr 2024 einen organischen Rückgang der Umsatzerlöse in Höhe von -3,3 % hinnehmen und lag damit unterhalb unserer Prognose eines leichten organischen Rückgangs bis zu einem leichten organischen Wachstum. Während die beiden Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services einen organischen Umsatzrückgang verzeichneten, erzielte die Geschäftseinheit Science & Lab Solutions ein leichtes organisches Umsatzwachstum. Insgesamt sank der Umsatz des Unternehmensbereichs Life Science um -3,9 % auf 8.916 Mio. € (Vorjahr: 9.281 Mio. €), inklusive eines negativen Währungseffekts von -0,7 % und eines positiven Portfolioeffekts von 0,1 %. HealthcareFür unseren Unternehmensbereich Healthcare prognostizierten wir ein moderates bis solides organisches Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2024 überstieg der Unternehmensbereich diese Prognose mit einem organischen Wachstum von 7,0 %. Getragen wurde das Wachstum insbesondere von Produkten aus den Bereichen Onkologie sowie Neurologie & Immunologie, hier insbesondere durch unser zuletzt zugelassenes Produkt Mavenclad ® , sowie aus dem Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie. Unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffekts von -2,0 % stieg der Umsatz des Unternehmensbereichs Healthcare im Geschäftsjahr 2024 um 5,0 % auf 8.455 Mio. € (Vorjahr: 8.053 Mio. €). ElectronicsAufgrund des ursprünglich erwarteten Wendepunkts im Markt für Halbleitermaterialien zu Beginn des 2. Halbjahres bei einem gleichzeitig erwarteten rückläufigen Geschäft der Geschäftseinheit Display Solutions und im Projektgeschäft in der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, prognostizierten wir für unseren Unternehmensbereich Electronics zu Jahresbeginn eine in etwa stabile organische Umsatzentwicklung bis zu einem moderaten organischen Umsatzwachstum. Mit einem erreichten organischen Wachstum in Höhe von 4,6 % lag der Umsatz oberhalb dieser Prognose. Unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffekts von -1,4 % stieg der Umsatz des Unternehmensbereichs Electronics gegenüber dem Vorjahr um 3,4 % auf 3.785 Mio. € (Vorjahr: 3.659 Mio. €). EBITDA preFür das Geschäftsjahr 2024 hatten wir für den E. Merck-Konzern ein leichtes bis moderates organisches Wachstum des EBITDA pre gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Diese Annahme basierte auf einem erwarteten moderaten organischen Rückgang bis zu einem leichten organischen Wachstum in Life Science, einem erwarteten organischen Wachstum im niedrigen Zehner-Prozentbereich in Healthcare und einem erwarteten moderaten organischen Rückgang bis zu einem moderaten organischen Wachstum in Electronics. Wir gingen davon aus, dass negative Währungseffekte das EBITDA pre um -1 % bis -4 % gegenüber dem Vorjahr beeinflussen würden. Im Geschäftsjahr 2024 lag das EBITDA pre bei 6.026 Mio. € (Vorjahr: 5.842 Mio. €), was insgesamt einem Anstieg von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit lagen wir innerhalb unserer ursprünglichen Prognose. Das organische EBITDA-pre-Wachstum lag bei 6,8 % und damit oberhalb der ursprünglichen Prognose. Währungseffekte schlugen mit -3,6 % zu Buche, am unteren Ende unserer Prognose-Spanne. Der leicht negative Portfolioeffekt war mit -0,1 % vernachlässigbar. Life ScienceFür den Unternehmensbereich Life Science hatten wir entsprechend der erwarteten organischen Umsatzentwicklung (leichter organischer Rückgang des Umsatzes bis leichtes organisches Umsatzwachstum) einen moderaten organischen Rückgang bis zu einem leichten organischen Wachstum des EBITDA pre prognostiziert. Das EBITDA pre von 2.589 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 2.820 Mio. €) lag unterhalb dieser Prognose. Dies entsprach einem Rückgang von -8,2 % gegenüber dem Vorjahr (-6,3 % organisch, -1,7 % aus Währungseinflüssen, -0,2 % aus Portfolioeffekten). HealthcareFür unseren Unternehmensbereich Healthcare prognostizierten wir ein organisches Wachstum des EBITDA pre im niedrigen Zehner-Prozentbereich. Diese Prognose lag über dem prognostizierten moderaten bis soliden organischen Umsatzwachstum. Die Gründe hierfür waren zum einen die Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer zum 30. Juni 2023 und der damit verbundene Rückerhalt der exklusiven weltweiten Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Bavencio ®, zum anderen die niedrigeren Kosten, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, aufgrund der Verfehlung des primären Endpunkts im Rahmen der am 6. Dezember 2023 bekanntgegebenen Ergebnisse des klinischen Studienprogramms zu Evobrutinib. Mit einem EBITDA pre von 2.995 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 2.543 Mio. €) lag das EBITDA pre oberhalb dieser Prognose. Dies entsprach einem Anstieg von 17,8 % gegenüber dem Vorjahr (22,7 % organisch, -5,0 % aus Währungseinflüssen). ElectronicsFür den Unternehmensbereich Electronics gingen wir für das Geschäftsjahr 2024 von einem moderaten organischen Rückgang bis zu einem moderaten organischen Wachstum des EBITDA pre aus. Neben der erwarteten Umsatzentwicklung gingen wir hierbei von einem vorteilhaften Mixeffekt bei den Umsätzen sowie positiven Effekten aus aktivem Kostenmanagement aus, wobei gegenläufig der Effekt aus der im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Veräußerung eines Portfolios an Lizenzen und Patenten wirkte. Mit einem EBITDA pre von 970 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 913 Mio. €) bewegte es sich oberhalb der Prognose. Dies entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 6,2 % (6,9 % organisch, -1,0 % aus Währungseinflüssen, 0,2 % aus Portfolioeffekten). Konzernkosten und SonstigesDas EBITDA pre für Konzernkosten und Sonstiges belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf -528 Mio. €. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 ging von einem Kostenanstieg aufgrund niedrigerer Erträge aus Fremdwährungssicherungsgeschäften aus. Im Vergleich zum Vorjahresniveau von -434 Mio. € ergab sich eine Kostensteigerung von 21,8 %. Operativer CashflowFür den operativen Cashflow des E. Merck-Konzerns prognostizierten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein moderates bis starkes Wachstum. Im Geschäftsjahr 2024 betrug der operative Cashflow 4.498 Mio. € (Vorjahr: 3.774 Mio. €) und lag damit oberhalb der der ursprünglichen Prognose. Ausschlaggebend für den Anstieg von 19,2 % war die positive Entwicklung des EBITDA pre sowie die Veränderung der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Geschäftsverlauf und wirtschaftliche LageE. Merck-KonzernKennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der ErtragslageDie erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen und die jeweiligen organischen Wachstumsraten im Berichtsjahr 2024 sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2in Mio. € / organisches Wachstum in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich die Umsatzerlöse des E. Merck-Konzerns in den einzelnen Unternehmensbereichen wie folgt: Umsatzentwicklung nach Unternehmensbereichen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete der E. Merck-Konzern folgende regionale Umsatzentwicklung: Umsatzentwicklung nach Regionen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des E. Merck-Konzerns entwickelte sich wie folgt: Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten verteilten sich wie folgt auf die Unternehmensbereiche: Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen 1 - 2024In Mio. € / in %
Die Verteilung des EBITDA pre auf die Unternehmensbereiche stellte sich wie folgt dar: EBITDA pre 1 nach Unternehmensbereichen 2 - 2024 in Mio. € / in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Vermögens- und FinanzlageBilanzstruktur
Die Zusammensetzung sowie die Entwicklung der Nettofinanzverbindlichkeiten stellten sich wie folgt dar: Nettofinanzverbindlichkeiten 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Anleihen reduzierten sich aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung einer im Jahr 2014 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. € sowie einer im Jahr 2019 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. €. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang durch eine im August 2024 begebene Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 800 Mio. €. Überleitung Nettofinanzverbindlichkeiten 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
1 Die Nominalbeträge der in US-Dollar
notierten Anleihen wurden mit dem Stichtagskurs zum 31.
Dezember 2024 in Euro umgerechnet.
Bilanzkennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Bezogen auf Finanzrisiken und -chancen verfolgt Merck ein aktives Management, um die Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinsschwankungen zu reduzieren. Hierbei erfolgt auch der Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weitere Ausführungen zu Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken und -chancen finden sich im "Risiko- und Chancenbericht" im Abschnitt "Finanzrisiken und -chancen". Im Geschäftsjahr 2024 stieg der operative Cashflow als einer der drei bedeutsamsten Leistungsindikatoren - neben den Umsatzerlösen und dem EBITDA pre - um 724 Mio. € auf 4.498 Mio. € (Vorjahr: 3.774 Mio. €) an. Der Anstieg war im Wesentlichen beeinflusst durch die positive Entwicklung des EBITDA pre und die Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Gegenläufig wirkten Veränderungen der Rückstellungen und höhere Steuerzahlungen. Hinsichtlich weiterer Informationen zur Entwicklung des operativen Cashflows wird auf das Kapitel "Steuerungssystem des E. Merck-Konzerns" in diesem Konzernlagebericht, die "Konzernkapitalflussrechnung" im Konzernabschluss und auf die Anmerkung (16) "Operativer Cashflow" im Konzernanhang verwiesen. Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung und zur wirtschaftlichen Lage
Life ScienceKennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der ErtragslageDie erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Umsatzentwicklung nach Geschäftseinheiten
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Regional entwickelten sich die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs wie folgt: Umsatzentwicklung nach Regionen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre des Geschäftsjahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt. Überleitung EBITDA pre 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2 in Mio. € / Veränderung in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
HealthcareKennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der ErtragslageDie erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Umsätze der wesentlichen Produktlinien beziehungsweise Produkte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt: Entwicklung der Umsatzerlöse nach wesentlichen Produktlinien/Produkten
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 von Erbitux®, Mavenclad® und Glucophage® nach Regionen - 2024
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Regional entwickelten sich im Geschäftsjahr 2024 die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Healthcare wie folgt: Umsatzentwicklung nach Regionen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt. Überleitung EBITDA pre 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2in Mio. € / Veränderung in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
ElectronicsKennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der ErtragslageDie erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Umsatzentwicklung nach Geschäftseinheiten
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Regional entwickelten sich die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Electronics wie folgt: Umsatzentwicklung nach Regionen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre des Geschäftsjahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt. Überleitung EBITDA pre 1
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt: EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2 in Mio. € / Veränderung in %
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Konzernkosten und SonstigesUnter Konzernkosten und Sonstiges werden Verwaltungskosten für zentrale Konzernfunktionen zusammengefasst, die nicht direkt den Unternehmensbereichen zugeordnet werden können. Kennzahlen
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Verbesserung des operativen Ergebnisses und des EBITDA im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergab sich insbesondere durch einen Rückgang der Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Programm zur stetigen Verbesserung der Prozesse und zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen. Dieser Rückgang wurde teilweise kompensiert durch höhere laufende Verwaltungsaufwendungen, die zu einer Verringerung des EBITDA pre führten. Bereichsübergreifende Forschungs- und Entwicklungskosten wurden in Höhe von 92 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) den Konzernkosten zugeordnet. Risiko- und ChancenberichtAls globales Wissenschafts- und Technologieunternehmen verstehen wir die Identifizierung von Risiken und Chancen als wesentlichen Teil unserer Bemühungen, unsere Unternehmensbereiche widerstandsfähig zu machen und Mehrwert zu schaffen. Wir sind in einem sehr komplexen, globalen und eng verzahnten Geschäftsumfeld tätig, wodurch das kompetente Management von Risiken und Chancen eine noch größere Bedeutung erhält. Das Risiko- und Chancenmanagement ist für uns daher eine notwendige und tragende Säule unserer internen Geschäftsplanung und -prognose. Wir haben Prozesse, Instrumente und Verantwortlichkeiten eingeführt, um Risiken frühzeitig zu identifizieren und ihnen mit effektiven und effizienten Mitigationsmaßnahmen entgegenwirken zu können. Risiken werden in unserem internen Rahmenwerk zur Risikoberichterstattung definiert als mögliche künftige Ereignisse oder künftige Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von unseren prognostizierten finanziellen und nichtfinanziellen Zielen führen könnten. Risikoparameter in diesem Zusammenhang sind die Wahrscheinlichkeiten finanzieller (quantitativer) Auswirkungen (EBITDA pre / operativer Cashflow) oder nichtfinanzieller (qualitativer) Auswirkungen (Reputation/Marke, Strategie, Betrieb, ESG-Kriterien wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, unter anderem in Bezug auf Belegschaft und Ethik). Chancen sind als mögliche positive Abweichung von unseren Zielen zu verstehen. Künftige Ereignisse und erwartete Entwicklungen werden in der internen Planung berücksichtigt, sofern davon ausgegangen werden kann, dass sich diese im Planungszeitraum wahrscheinlich verwirklichen werden. Im folgenden Abschnitt sind die Risiken und Chancen dargestellt, die zu positiven und negativen Abweichungen von unseren bestehenden Zielen führen können. Der folgende Bericht ist aus der Perspektive der Merck KGaA sowie des übergeordneten Konzerns relevant. Three-Lines-of-DefenseWir verwenden zur Organisation von Risikomanagement und Kontrollen das gut etablierte "Three-Lines-of-Defense"-Modell, das von der Federation of European Risk Management Associations (FERMA), der European Confederation of Institutes of Internal Auditing (ECIIA) und dem Institute of Internal Auditors (IIA) entwickelt wurde. Das Modell gliedert unsere Unternehmensfunktionen für eine ordnungsgemäße und effektive Risikokontrolle in drei Bereiche, die sogenannten "Lines of Defense" (Verteidigungslinien): Die erste Verteidigungslinie umfasst alle Funktionen, die für das operative Geschäft verantwortlich sind und deren tägliche Geschäftsrisiken Auswirkungen haben können. Risikomanager sind die Leiter der Geschäftseinheiten und der unterstützenden Konzernfunktionen sowie die lokalen Managing Director. Sie richten Prozesse gemäß den von der zweiten Verteidigungslinie festgelegten Anforderungen ein, um Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu überwachen sowie Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Risikominderung zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Bewertungen werden regelmäßig an die Geschäftsleitung der Merck KGaA übermittelt. Die zweite Verteidigungslinie umfasst unterstützende Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene, die das operative Geschäft kontrollieren und überwachen (erste Verteidigungslinie). Hierzu zählen unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Methoden und Verfahren für das Risikomanagement und das interne Kontrollsystem (finanziell und nichtfinanziell) sowie dessen regelmäßige Überwachung. Die dritte Verteidigungslinie ist unsere Interne Revision. Als objektives und unabhängiges Revisionsorgan prüft sie sowohl das operative Geschäft (erste Verteidigungslinie) als auch die Kontroll- und Überwachungsfunktionen (zweite Verteidigungslinie), um sicherzustellen, dass Risiken gegenüber der Geschäftsleitung der Merck KGaA und dem Aufsichtsrat der Merck KGaA effektiv identifiziert, bewertet und kontrolliert werden. Die Funktionen der zweiten und dritten Verteidigungslinie berichten regelmäßig an die Geschäftsleitung der Merck KGaA und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Merck KGaA. Internes KontrollsystemInternes Kontrollsystem für den (Konzern-)RechnungslegungsprozessZiel des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen sicherzustellen, dass ein gesetzes- und regelkonformer Abschluss erstellt wird. Dieses System umfasst Maßnahmen, die eine vollständige, richtige und zeitnahe Übermittlung und Darstellung von Informationen sicherstellen sollen, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts relevant sind. Unser internes Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung beruht auf dem COSO-Rahmenwerk (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission), einem weltweit anerkannten Standard, der in fünf Bestandteile unterteilt wird: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten, Information und Kommunikation sowie Überwachung. Jeder dieser Bestandteile wird regelmäßig dokumentiert, überprüft und/oder bewertet. Dieses Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, die Ordnungsmäßigkeit des Konzernrechnungslegungsprozesses durch funktionierende interne Kontrollen mit hinreichender Sicherheit zu gewährleisten. Die Konzernfunktion Group Financial Reporting steuert zentral die Aufstellung des Konzernabschlusses der Merck KGaA als Muttergesellschaft des Merck-Konzerns sowie die Aufstellung des Konzernabschlusses der E. Merck KG. Diese Konzernfunktion gibt die Anforderungen an die Berichterstattungsinhalte vor, die für alle Tochtergesellschaften verpflichtend sind. Zugleich steuert und überwacht sie die zeitlichen und prozessbezogenen Vorgaben im Konzernabschluss. Die Business-Services-Organisation verwaltet sämtliche Veränderungen der Beteiligungsstruktur und passt den Konsolidierungskreis des Konzerns entsprechend an. Der Konsolidierungsprozess stellt eine sachgerechte Eliminierung von konzerninternen Geschäftsvorfällen sicher. Basis für die Erstellung der an die Konzernfunktion Group Financial Reporting berichteten Abschlüsse gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) bildet die konzernweite Bilanzierungsrichtlinie, die zeitnah dem sich ändernden finanzregulatorischen Umfeld angepasst und gemäß den internen Berichterstattungsanforderungen aktualisiert wird. Bei Sonderthemen, wie beispielsweise der Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 oder leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, werden - wenn erforderlich - externe Sachverständige hinzugezogen. Die Einzelgesellschaften verfügen über ein lokales, internes Kontrollsystem innerhalb eines globalen Rahmenwerks. Sofern Finanzprozesse durch die Business-Services-Organisation ausgeführt werden, kommt zudem das interne Kontrollsystem der Business-Services-Organisation zur Anwendung. Beide stellen die richtlinienkonforme Bilanzierung gemäß den IFRS und der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns sicher. Group Financial Reporting steht den lokalen Ansprechpartnern unterstützend zur Verfügung und gewährleistet eine durchgängig hohe Qualität der Finanzberichterstattung. Für die Erstellung der Konzernberichterstattung nutzen unsere Tochtergesellschaften überwiegend Standardsoftware von SAP. Die Eliminierung konzerninterner Transaktionen erfolgt ebenfalls mittels einer Konsolidierungssoftware von SAP. Sowohl bei der Berichterstattung der Einzelgesellschaften als auch bei der Konzernabschlusserstellung wird eine aufgabengerechte Funktionstrennung durch ein detailliertes Berechtigungskonzept sichergestellt. Der Rechnungslegungsprozess ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass eine Einhaltung des Vieraugenprinzips von den beteiligten Bereichen gewährleistet wird. Die operative Effektivität unseres internen finanziellen Kontrollsystems wird regelmäßig im Rahmen von Selbstbewertungen durch unsere Tochtergesellschaften und unterstützenden Konzernfunktionen überprüft. Die Qualität wird systematisch durch eine eigene Konzernfunktion für interne Kontrollen und Governance überprüft. Kontrollmängel werden ordnungsgemäß dokumentiert und sofern erforderlich werden geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Kontrollmängel zeitnah zu beheben. Die Bestätigung der übergreifenden Effektivität des internen Finanzkontrollsystems in Bezug auf die Rechnungslegung und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung der relevanten Einzelgesellschaften erfolgt durch den lokalen Managing Director und Chief Financial Officer durch Unterzeichnung der Berichterstattung der Einzelgesellschaft sowie eine separate Bestätigung der Effektivität des Kontrollsystems. Bei der Bilanzierung von Bilanzposten existiert eine enge Kooperation zwischen Group Financial Reporting und dem Risikomanagement, um eventuelle Risiken bilanziell korrekt abzubilden. Alle oben beschriebenen Strukturen und Prozesse beziehen sich auf die Verfahren von Group Financial Reporting und unterliegen der regelmäßigen Prüfung der Internen Revision, basierend auf einem jährlichen Prüfungsplan, der durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA festgelegt wird. Die Ergebnisse der Selbstbewertungen, Qualitätsprüfungen und internen Audits werden von Geschäftsleitung der Merck KGaA, Aufsichtsrat der Merck KGaA und Prüfungsausschuss der Merck KGaA behandelt. Unser internes Finanzkontrollsystem ermöglicht es, das Risiko wesentlicher falscher Darstellungen in der Rechnungslegung zu reduzieren. Ein Restrisiko kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, da kein internes Kontrollsystem, unabhängig von seiner Ausgestaltung, unfehlbar ist. Nichtfinanzielles internes Kontrollsystem und Gesamtbewertung *Im Zusammenhang mit den sich ständig verändernden externen und internen Anforderungen an das Management nichtfinanzieller Risiken wurde während des Geschäftsjahres 2024 weiter an der Entwicklung eines Prozess- und Organisationskonzepts sowie einer Roadmap zur Erweiterung des Managements von nichtfinanziellen Risiken gearbeitet. Das nichtfinanzielle interne Kontrollsystem ist auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie abgestimmt und den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) entsprechend aufgesetzt. Ziel ist es, in Vorbereitung auf die künftig zu erwartenden gesetzlichen Anforderungen der CSRD, die Umsetzung organisationsweiter Maßnahmen und Kontrollen kontinuierlich zu verbessern. Gegenüber dem Vorjahr haben wir die internen Kontrollen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung weiter formalisiert und mit der Integration in das gesamte interne Kontrollsystem begonnen. Ziel unseres internen Kontrollsystems ist es daher, den Eintritt potenzieller Risiken zu verhindern oder zu reduzieren sowie Risiken in Geschäftsprozessen aktiv zu steuern. Auf diese Weise soll es dazu beitragen, sicherzustellen, dass alle Aktivitäten mit Gesetzen und Regularien übereinstimmen. Das gesamte Kontrollsystem und die jeweils angewandten Methoden werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die Verantwortung für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Rechnungslegungsprozesse sowie die Weiterentwicklung der nichtfinanziellen Kennzahlen liegt bei den jeweils verantwortlichen Führungskräften beziehungsweise den Risiko- und Prozessverantwortlichen. Im Geschäftsjahr 2024 wurden sämtliche relevanten Aspekte zur Beurteilung der übergreifenden Effektivität des internen Kontrollsystems und Risikomanagements in einem einzigen Bestätigungsprozess zusammengeführt. Dieser Prozess schloss entsprechende Bestätigungen der Effektivität vonseiten der Konzernfunktionen, der lokalen Managing Director und der lokalen Chief Financial Officer sowie Geschäftsfunktionen ein. Die Ergebnisse dieser Einschätzung wurden der Geschäftsleitung der Merck KGaA unter Berücksichtigung etwaiger empfohlener Verbesserungsmöglichkeiten vorgelegt. Aufgrund der heterogenen Prozesslandschaft sowie der umfassenden Veränderungen des Anforderungskatalogs an nichtfinanzielle Informationen wurde der Reifegrad des internen Kontrollsystems verbessert. Auf Grundlage der risikobasierten Bewertungen des finanziellen und nichtfinanziellen internen Kontrollsystems, des Compliance- und Risikomanagements, von Bestätigungen durch Stakeholder sowie regelmäßiger allgemeiner Audits durch die Interne Revision sind der Geschäftsleitung der Merck KGaA derzeit bezogen auf den 31. Dezember 2024 bezüglich wesentlicher Belange keine Anhaltspunkte bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen. Risiko- und ChancenmanagementDie Konzernfunktion Group Risk Management gibt den organisatorischen Rahmen für das Risikomanagement vor und berichtet an den Chief Financial Officer. Wir haben ein ganzheitliches Risikomanagementsystem eingeführt, welches das langfristige Erreichen der Ziele unserer Gruppe sowie den geeigneten Umgang mit Risiken gewährleisten soll, um unseren Fortbestand und unseren zukünftigen Erfolg sicherzustellen. Die Interne Revision überprüft im Rahmen von Audits regelmäßig die Funktionsfähigkeit der bereichsinternen Risikomanagementprozesse auf lokaler Ebene und gleichzeitig die Informationsweitergabe relevanter Risiken aus dem operativen Geschäft an das Konzernrisikomanagement. Ferner überprüft unser externer Abschlussprüfer das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB im Rahmen der Jahresabschlussprüfung der Merck KGaA. Unsere Risikomanagementaktivitäten haben zum Ziel, Risiken kontinuierlich und zeitnah zu erkennen, sie zu bewerten, zu steuern und ihre potenziell negativen Auswirkungen mit zielgerichteten Maßnahmen zu mindern. Die Verantwortlichkeiten, Ziele und Verfahren des Risikomanagements sind in unseren internen Gruppenstandards für das Risikomanagement dargelegt. Die ernannten Risikoverantwortlichen, einschließlich der Leiter der Geschäfte, der Managing Director der Tochtergesellschaften und der unterstützenden Konzernfunktionen sind dafür verantwortlich, Risikomanagementprozesse zu überwachen und durchzuführen. Diese Prozesse umfassen verschiedene Anforderungen, wie zum Beispiel die Identifizierung von Risiken unter Berücksichtigung interner und externer Faktoren (mit Auswirkungen auf finanzielle und nichtfinanzielle Ziele), die Analyse von Risiken, die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zur Risikominderung, die Festlegung von Präventionsmaßnahmen und gegebenenfalls Notfallplänen sowie die Dokumentation von Risiken und Maßnahmen zur Risikominderung. Die Risikoverantwortlichen bewerten die Risikolage kontinuierlich neu und melden ihr Risikoportfolio zweimal im Jahr an das Konzernrisikomanagement. Wir nutzen spezielle Risikomanagement-Tools, um diese Aktivitäten zu ermöglichen beziehungsweise zu unterstützen. Das Konzernrisikomanagement koordiniert und überwacht die Bottom-up-Risikoberichterstattung. Dies umfasst die Bestätigung der Plausibilität der berichteten Risiken, die Beurteilung der Wirksamkeit der risikomindernden Maßnahmen und Zeitpläne sowie die Bestimmung des Restrisikos. Das Nettorisiko wird anschließend im internen Risikobericht dargestellt. Für die interne Bottom-up-Risikoberichterstattung basiert die Berichterstattung auf festgelegten Schwellenwerten und es werden verschiedene Verteilungsfunktionen verwendet, um Szenarien mit den entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten zu reflektieren. Risiken unterhalb des globalen Schwellenwerts für die Berichterstattung werden auf lokaler Ebene gesteuert und überwacht. Der für die interne Risiko- und Chancenberichterstattung angewandte Zeitrahmen beträgt fünf Jahre. Er kann in Sonderfällen auch über diesen Zeitrahmen hinausgehen, zum Beispiel bei regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die beschriebenen Risiken und ihre Bewertung beruhen auf den jeweiligen Jahreswerten im Berichtszeitraum. Die Einschätzung der dargestellten Risiken bezieht sich auf den 31. Dezember 2024. Nach dem Bilanzstichtag sind keine signifikanten Änderungen eingetreten, die eine veränderte Darstellung der Risikolage des Konzerns erforderlich gemacht hätten. Das Konzernrisikomanagement analysiert die berichteten Informationen, um das aktuelle Risikoportfolio des Konzerns zu bestimmen. Diese Beurteilung wird der Geschäftsleitung der Merck KGaA, dem Aufsichtsrat der Merck KGaA und den relevanten Ausschüssen der Merck KGaA zweimal im Jahr in einem umfassenden Bericht zusammen mit ausführlichen Erläuterungen vorgelegt. Dies beinhaltet auch eine quantitative Aggregation der Risiken auf Konzernebene mittels Monte-Carlo-Simulation. Darüber hinaus werden nennenswerte Veränderungen der Einschätzung bereits bekannter Risiken oder der Identifizierung neuer signifikanter Risiken jederzeit und zeitnah an die Geschäftsleitung der Merck KGaA berichtet. Der Chancenmanagementprozess ist in unsere internen Controllingprozesse integriert und ist mit der Unternehmensstrategie in den operativen Geschäftseinheiten abgestimmt. Im Rahmen der Strategie- und Planungsprozesse analysieren die Unternehmensbereiche mögliche geschäftsbezogene positive Entwicklungen und werten sie aus. In diesem Zusammenhang werden Investitionsmöglichkeiten vor allem hinsichtlich ihres potenziellen Wertbeitrags sorgfältig geprüft und priorisiert, um eine optimale Allokation von Ressourcen sicherzustellen. Wir investieren gezielt in Wachstumsmärkte, um vor Ort die Möglichkeiten der dynamischen Entwicklung und der Nähe zu den Kunden zu nutzen. Wird das Eintreten von möglichen positiven Entwicklungen als wahrscheinlich eingeschätzt, werden diese in die Geschäftspläne aufgenommen. Darüber hinaus identifizierte potenziell positive Entwicklungen werden als Teil des Chancenmanagementprozesses analysiert und gesteuert. Hierzu zählen auch Trends oder Ereignisse, die zu einer positiven Entwicklung des EBITDA pre oder operativen Cashflows führen können. Diese Chancen haben das Potenzial, sich positiv auf unsere mittelfristigen Perspektiven auszuwirken. Risiko- und ChancenbewertungDie Bedeutung eines Risikos wird anhand der potenziell resultierenden negativen Abweichungen von unseren finanziellen und nichtfinanziellen Zielen in Verbindung mit seiner Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die zugrunde liegenden Skalen zur Messung dieser Faktoren sind nachfolgend aufgeführt: Eintrittswahrscheinlichkeit
Grad der Auswirkung
Um eine gründliche Beurteilung der finanziellen und nichtfinanziellen Risiken zu ermöglichen, steht eine qualitative Bewertungsskala zur Verfügung, mit der die indirekten finanziellen Auswirkungen bewertet werden. Die Verwendung dieser Skala, welche die Dimensionen Reputation, ESG (Environment, Social, Governance), Strategie und/oder Operations enthalten, ist obligatorisch für die Bewertung von nicht quantifizierbaren und qualitativen Risiken. Die Skala stuft den Einfluss dieser Risiken auf die vier Dimensionen als gering, moderat, erheblich oder kritisch ein und dient demnach als umfassende Referenz für die Bewertung. Die Bewertung von Chancen erfolgt jeweils im betreffenden Geschäftsumfeld. Im Rahmen der kurzfristigen sowie der strategischen Planung werden generelle Maßnahmen der Geschäftsfunktionen in der Regel in Bezug auf das EBITDA pre und den operativen Cashflow quantifiziert. Darüber hinaus identifizieren und nutzen wir Chancen im Rahmen unseres regulären Geschäftsbetriebs und durch unsere täglichen Beobachtungen interner Prozesse und der Märkte. Investitionsmöglichkeiten werden primär durch das Heranziehen von Kennzahlen wie Kapitalwert, interner Zinsfuß, Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) sowie Amortisationszeit der Investition bewertet und priorisiert. Diese Indikatoren werden verwendet, um das Potenzial von Investitionsprojekten zu bewerten und sie entsprechend zu priorisieren. Ebenso werden Szenarien angewendet, um die Auswirkung möglicher Schwankungen und Veränderungen in den jeweiligen Einflussgrößen auf die Ergebnisse zu simulieren. Geschäftsbezogene Risiken und ChancenPolitische und regulatorische Risiken und ChancenAls global operierender Konzern sehen wir uns politischen und regulatorischen Veränderungen in vielen Ländern und Märkten ausgesetzt. Risiken restriktiverer regulatorischer Vorgaben betreffend Preisbildung und Kostenerstattung von Arzneimitteln sowie preisbezogene ChancenZahlreiche Verordnungen, die sich kontinuierlich ändern und gegebenenfalls sogar strenger werden können, haben Auswirkungen auf unser Geschäft. Beispielsweise setzt sich im Unternehmensbereich Healthcare der bekannte Trend zu zunehmend restriktiven Vorgaben betreffend Preisbildung und Kostenerstattung sowie zur Ausweitung von Rabattgruppen für Arzneimittel fort. Angesichts der weltweit steigenden Gesundheitsausgaben, sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt, geraten Gesundheitsbudgets zunehmend unter Druck. Diese Entwicklungen können die Rentabilität unserer Produkte negativ beeinflussen, ebenso wie Marktreferenzierung zwischen den Ländern, sowie der Erfolg von Markteinführungen. Absehbare Auswirkungen werden bestmöglich in den Plänen des Bereichs berücksichtigt. Eine enge Kommunikation mit Gesundheits- und Zulassungsbehörden dient als Maßnahme zur präventiven Risikoabwehr. Verbleibende, über die Pläne hinausgehende Risiken aus restriktiven regulatorischen Vorgaben sind möglich bis wahrscheinlich und könnten erhebliche Auswirkungen haben. Zusätzlich könnte ein Risiko mit moderaten Auswirkungen wahrscheinlicher als nicht eintreten. Wir haben die Möglichkeit von daraus resultierenden Preissenkungen zwar in unseren Plänen berücksichtigt, dennoch könnte sich eine Chance ergeben, falls der Preisdruck von den Gesundheitssystemen weltweit weniger ausgeprägt als erwartet ausfallen oder zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommen würde als in der Basisannahme vorgesehen. Darüber hinaus sind wir als weltweiter Anbieter innovativer Spezialprodukte, der einen "Focused-Leadership"-Ansatz in attraktiven Therapiegebieten verfolgt, gut positioniert, um von attraktiven Modellen für die Preisgestaltung für nachgewiesene wesentliche therapeutische Verbesserungen zu profitieren. Risiko stärkerer Reglementierungen bei Herstellung, Testung und Vermarktung von ProduktenWir müssen zahlreiche regulatorische Vorgaben bezüglich der Herstellung, Testung und Vermarktung vieler unserer Produkte erfüllen. Konkret betrifft dies etwa die Europäische Union, wo wir der europäischen Chemikalienverordnung REACH unterliegen. Ähnliche Verordnungen werden überall auf der Welt für relevante Märkte erlassen, insbesondere in Asien. Durch diese Verordnungen werden umfassende Tests von Chemikalien notwendig. Außerdem könnte die Verwendung von Chemikalien, wie von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), in der Produktion und in Endprodukten eingeschränkt werden. Dies würde die Möglichkeit einschränken, bestimmte Produkte herzustellen und zu vermarkten. Angesichts der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit der EU, einer Initiative im Rahmen des European Green Deal, rechnen wir mit zunehmenden Forderungen, bestimmte gefährliche Stoffe zu ersetzen. Wir betreiben kontinuierlich Forschung und Entwicklung (F&E) zur Substanzcharakterisierung und gegebenenfalls Substitution kritischer Substanzen, um dieses Risiko zu reduzieren. Zusätzlich könnten weitere regulatorische Anforderungen zu zusätzlichen Maßnahmen und Kosten führen. Dennoch werden Risiken einer stärkeren Reglementierung als möglich bis wahrscheinlich mit der Möglichkeit einer moderaten Auswirkung eingestuft. Risiko negativer politischer und makroökonomischer EntwicklungenWir sind in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld tätig, das von protektionistischer Handelspolitik, regionalem Wettbewerb und wechselnden Allianzen zwischen maßgeblichen Akteuren wie den USA, der EU, China und Schwellenländern wie Mexiko sowie Brasilien, Indien und weiteren Staaten des BRICS-Bündnisses geprägt ist. Das Arbeitsprogramm 2024 - 2025 der EU, die innenpolitischen Prioritäten der US-Regierung, Chinas Streben nach wirtschaftlicher Autarkie und der zunehmende Einfluss der BRICS-Staaten sind Faktoren, welche die globalen Lieferketten und Handelsströme in den kommenden Jahren grundlegend neu definieren werden. In diesem komplexen Umfeld sorgen eskalierende geopolitische Spannungen für zusätzliche Unsicherheiten und Risiken. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat die europäischen Lieferketten gestört und die Energiekosten in die Höhe getrieben, was nicht nur die regionale Stabilität beeinflusst, sondern auch die Geschäftstätigkeit in allen Wirtschaftszweigen verkompliziert. Darüber hinaus hat der Nahost-Konflikt für zunehmende Besorgnis hinsichtlich der Stabilität in einer für Handel und Innovation wichtigen Region gesorgt und das Risiko eines Übergreifens auf weitere Regionen erhöht, was wiederum Auswirkungen auf den globalen Handel nach sich ziehen könnte. Gleichzeitig tragen die zunehmenden Spannungen zwischen Festlandchina und Taiwan zur Komplexität bei, da potenzielle Beeinträchtigungen der ostasiatischen Technologie- und Produktionszentren mit Herausforderungen für unsere Lieferkette verbunden wären und umfangreichere Risikomanagementmaßnahmen erfordern würden. Die "Made in America"-Agenda der US-Regierung in Verbindung mit verschärften Exportkontrollen - insbesondere in den Bereichen Biopharma und Elektronik - hat Auswirkungen auf unsere strategische Positionierung in Nordamerika. Parallel dazu strebt Europa im Zuge der jüngsten Initiativen der Europäischen Kommission nach "technologischer Souveränität". Unsere globale Präsenz bietet uns beispielsweise im Unternehmensbereich Electronics die Chance, die Nachfrageverlagerung von Asien in andere Regionen wie zum Beispiel die USA und Europa zu nutzen, während wir durch unsere starke lokale Präsenz in China wettbewerbsfähig bleiben können. Obwohl einzelne Branchenakteure laufende Expansionen in den USA und Europa aufschieben, bleibt der allgemeine Trend einer geografischen Verschiebung, insbesondere von Kapazitäten für die Produktion hochentwickelter Mikrochips, bestehen. Chinas Bestrebungen um eine Unabhängigkeit seiner Wirtschaft - etwa in der Pharma- und Biotechnologiebranche sowie im Bereich hochentwickelter Elektronik - stellen weiterhin eine Herausforderung dar. Die "Dual Circulation"-Strategie des Landes setzt auf einheimische Innovationen und die Binnennachfrage, wodurch sich für ausländische Unternehmen potenziell regulatorische Hürden auftun. Unterdessen nehmen andere wichtige Märkte wie Mexiko sowie Brasilien, Indien und weitere Staaten des BRICS-Bündnisses im Welthandel und bei den Industriestandards zunehmend einflussreiche Rollen ein. Indien hat sich zum Ziel gesetzt, ein führender Produktions- und Pharmastandort zu werden, und investiert daher in großem Umfang in die Gesundheits- und Technologieinfrastruktur. Zusätzlich zur Dynamik einzelner Märkte setzt sich das BRICS-Bündnis für multipolare handelspolitische Rahmenbedingungen ein, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von westlich geprägten Systemen zu verringern und eine stärkere Süd-Süd-Kooperation zu fördern. Angesichts des wachsenden Einflusses der BRICS-Staaten auf die globale Handelspolitik beobachten wir diese Entwicklungen genau, um sicherzustellen, dass unsere Lieferketten und regulatorischen Strategien anpassungsfähig bleiben und diesem neu entstehenden Handelsökosystem Rechnung tragen. Die zunehmende regionale Fokussierung in diesen Märkten wird wahrscheinlich mit höheren Betriebskosten und Inflationsdruck einhergehen, wovon insbesondere Unternehmen betroffen sein dürften, die auf globale Logistik und Hightech-Produktion angewiesen sind. Hierauf reagieren wir mittels eines dualen Ansatzes: zum einen durch die Steigerung der Kosteneffizienz und zum anderen durch gezielte Investitionen in Schlüsselregionen, um uns an die lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen und Marktanforderungen anzupassen. Unser robustes Risikomanagementsystem überwacht kontinuierlich geopolitische und wirtschaftliche Indikatoren in allen wesentlichen Regionen, sodass wir auf neue Entwicklungen schnell reagieren können. Diese Echtzeit-Überwachung ermöglicht uns, proaktiv zu handeln, uns an unterschiedliche regulatorische Prioritäten anzupassen und Beeinträchtigungen in unseren Hauptsektoren so gering wie möglich zu halten. Mit Blick auf die Zukunft liegt ein Schwerpunkt unserer Strategie darauf, durch regionale Diversifizierung, die Anpassung an regulatorische Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen in wichtigen Regionen unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit, sondern stellt auch die Weichen für langfristige Stabilität und Wachstum unseres Unternehmens in einem global vernetzten und zunehmend multipolaren Wirtschaftsgefüge. Die Nettorisiken aus negativen politischen und makroökonomischen Entwicklungen werden als möglich angesehen und könnten erhebliche bis kritische Auswirkungen haben. Unsere Annahmen bezüglich der geopolitischen Entwicklungen enthalten jedoch keine Extremszenarien mit einer schwerwiegenden Eskalation der Spannungen. Das Eintreten solcher Szenarien würde ganze Branchen und das Gleichgewicht der geopolitischen und wirtschaftlichen Struktur gefährden, was ein wesentliches Problem für uns wie auch für alle anderen Unternehmen darstellen würde. Weitere Einzelheiten zur makroökonomischen Entwicklung sind unter "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu finden. Marktrisiken und -chancenRisiken und Chancen im Bereich Life ScienceUnsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions bedient Kunden in der Biotechnologie- und Pharmabranche und anderen Industrien bei Forschung, Produktion und Prüfung. Darüber hinaus zählen auch Behörden und Forschungseinrichtungen zu den Kunden des Geschäftsbereichs. Trotz derzeitiger nachteiliger Entwicklungen - ein komplexes makroökonomisches Umfeld sowie geringere Marktnachfrage insbesondere in den USA und China - ist die Geschäftseinheit gut positioniert, um langfristiges, profitables Wachstum zu erreichen. Wir möchten unseren Kunden eine optimierte Erfahrung und ein umfassendes Angebotsportfolio bereitstellen, um ihre Forschungs- und Analyseprozesse zu unterstützen. Dies umfasst zahlreiche Kundenlösungen im Bereich innovative Digitalisierung und Automatisierung. Mit ihrem umfassenden Produktportfolio, das Filtrationseinheiten, Chromatografieharze, Einwegsysteme sowie Hilfsstoffe für das Bioprocessing umfasst, unterstützt die Geschäftseinheit Process Solutions Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, die sich auf die Entwicklung und Herstellung konventioneller und neuartiger Therapeutika konzentrieren. Wir haben uns strategisch so positioniert, dass wir zahlreiche Chancen aus dem Branchentrend zu Biologika nutzen können sowie aus der steigenden Nachfrage nach biotechnologischen Prozessen, die durch zahlreiche Wirkstoffkandidaten und regulatorische Zulassungen getrieben wird. Darüber hinaus sind wir gut vorbereitet, um von den Investitionen unserer Kunden in die Erweiterung ihrer Bioreaktor-Kapazitäten zu profitieren. Unser Engagement für Innovation und unser kundenorientierter Ansatz unterstützen uns, hierbei den Bereich der biopharmazeutischen Produktion mit voranzutreiben. Die zunehmende Verwendung von Biologika erfordert effizientere Verfahren, die einen höheren Produktionsertrag erzielen. Für uns bietet sich hier die Chance, durch unsere stetige Innovation im Bereich der Einweg-Technologien und durch Fortschritte in der biotechnologischen Herstellung kontinuierliche und intensivierte Prozesse zu ermöglichen. Beschleunigte Prozesse bei der Arzneimittelentwicklung könnten das Marktwachstum erhöhen und zu einer positiveren Entwicklung im Vergleich zu unserer aktuellen Planung führen. Demgegenüber könnte eine Verlangsamung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Pharmabereich eine langsamere Marktentwicklung als erwartet zur Folge haben. Mit einer Normalisierung des Wachstums der Nachfrage ist zu rechnen, da sich das Finanzierungsniveau stabilisiert und die Pipeline der in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffe weiterhin robust und vielfältig bleibt. Unsere Geschäftseinheit Life Science Services bietet integrierte Services für Auftragsentwicklung, -herstellung und -prüfung und trägt damit den sich verändernden Bedürfnissen unserer globalen Kunden in allen Stadien der Arzneimittelentwicklung Rechnung - von der präklinischen Entwicklung bis zur Vermarktung. Unser Geschäft umfasst ein breites Spektrum von Modalitäten, einschließlich monoklonaler Antikörper (mAbs), hochpotenter pharmazeutischer Wirkstoffe (HP-APIs), Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs), antiviraler und Gentherapien (VGTs), und unser End-to-End-mRNA-Angebot. Wir investieren kontinuierlich in die Erweiterung unseres Portfolios und unserer Produktkapazitäten, um spezialisierte Lösungen sowohl für konventionelle als auch neuartige Therapien bereitzustellen. Dadurch sind wir gut positioniert, um das Potenzial des wachsenden biopharmazeutischen Markts durch das Angebot führender Dienstleistungen für unsere Kunden nutzen zu können. Durch eine schnellere Etablierung neuer therapeutischer Modalitäten am Markt in Kombination mit unserem breiten und integrierten Portfolio könnte sich ein Steigerungspotenzial ergeben, das über die in unserem Plan genannten Annahmen hinausgeht. Bei noch jungen Biotechnologieunternehmen werden das Timing und die Größenordnung eines nachhaltigen Wiederanstiegs von Kapitalzuflüssen (durch Risikokapital und Börsengänge) ausschlaggebend dafür sein, wie schnell die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen werden. Für Anbieter von Life-Science-Produkten ergeben sich daraus sowohl Risiken als auch Chancen. Die Marktrisiken im Bereich Life Science werden als wahrscheinlich mit moderaten bis erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Weitere Einzelheiten zur Branche, zu den Marktentwicklungen und den damit verbundenen Risiken sind den Kapiteln "Risiko durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung" und "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu entnehmen. Risiken und Chancen in der HalbleiterindustrieUnsere Geschäftseinheit Semiconductor Solutions nutzt ein breites Portfolio unabhängiger Technologien. Dies ermöglicht es uns, Produkte für alle maßgeblichen Prozessschritte der Wafer-Bearbeitung bereitzustellen und unsere Kunden dadurch bei der Umsetzung ihrer Technologie-Roadmaps zu unterstützen. Die zugrunde liegende Halbleiterindustrie ist zyklischer Natur. Der derzeitige Abschwung wurde durch eine nach der Covid-19-Pandemie entstandene Rezession verstärkt. Die Konjunkturabschwächung hat zu einer temporären Schwäche der traditionellen Wachstumstreiber der Branche wie PCs, Smartphones und traditionelle Datenzentren geführt, während neue Wachstumstreiber wie Künstliche Intelligenz (KI) und der Automobilbereich noch zu gering sind, um diese Auswirkungen zu kompensieren. Die vielschichtigen makroökonomischen Auswirkungen und mangelnde Transparenz in der Lieferkette führen dazu, dass nur mit einem gewissen Maß an Unsicherheit eingeschätzt werden kann, wann sich eine Erholung der Branche einstellen und welches Ausmaß diese annehmen wird. Diese Unsicherheit wird durch die aktuelle Dynamik des Handelskonflikts zwischen den USA und China noch verstärkt. Sowohl positive als auch negative Abweichungen von externen und internen Annahmen darüber, wie sich die Erholung der Branche gestalten und wie sich der Handelskonflikt in Zukunft entwickeln wird (zum Beispiel weitere Handelsbeschränkungen), sind möglich. Mit Blick auf unsere zugrunde liegende Planung bergen diese Abweichungen jeweils sowohl inhärente Chancen als auch Risiken. Ungeachtet der gegenwärtigen makroökonomischen Turbulenzen bleiben die positiven mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten für unsere Märkte unverändert. Wir sehen langfristige Wachstumschancen auf dem Halbleitermarkt aufgrund der signifikant steigenden globalen Nachfrage nach innovativen Halbleitermaterialien. Bei einer schneller als angenommenen Marktadaption und -durchdringung dieser Halbleitermaterialien könnte sich potenziell ein höheres Wachstum einstellen. Ursache der steigenden Nachfrage sind die exponentiell wachsenden Datenmengen sowie einflussreiche technologische Entwicklungen wie autonomes Fahren, Elektrofahrzeuge, das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und der 5G-Standard. Wir werden von dem hohen Materialbedarf insbesondere für Chips, die für KI-Anwendungen genutzt werden können, profitieren und arbeiten bei nahezu all diesen wegweisenden technologischen Innovationen im Halbleiterbereich mit unseren Kunden zusammen. Aus diesem Grund investieren wir in unsere hochattraktiven Wachstumsmärkte und weiten gezielt unsere Produktionskapazitäten aus - durch intelligente Lokalisierung unserer Präsenz, um die Nähe zu unseren Kunden weiter zu verbessern und die Lieferstabilität sicherzustellen. Wenn wir über die richtigen Kapazitäten am richtigen Ort verfügen, um in der Lage zu sein, unseren Kunden neue Produkte und größere Absatzmengen anzubieten, können wir unabhängig vom Zeitpunkt der Markterholung flexibel bleiben und dies für uns möglicherweise als Wettbewerbsvorteil nutzen. Die genannten Trends und weiteren Ankündigungen über umfangreiche Kapazitätserweiterungen in der Branche in den nächsten Jahren kommen unserem DS&S-Geschäft ebenfalls zugute. Mit diesem Portfolio von Zuführsystemen für Gase und Chemikalien und dem Potenzial, unseren größten Kunden schlüsselfertige Lösungen für die Versorgung ihres Herstellungsprozesses mit Bulk-Gasen bereitzustellen, sind wir gut positioniert, um neue Chancen zu nutzen. Die Marktrisiken im Bereich der Halbleiterindustrie werden als wahrscheinlich bis wahrscheinlicher als nicht mit bis zu erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Zusätzlich könnte ein Risiko mit geringen Auswirkungen wahrscheinlicher als nicht eintreten. Risiken durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung bei Kunden sowie damit verbundene ChancenIm Healthcare-Bereich sind wir sowohl mit unseren biopharmazeutischen Produkten als auch mit dem klassischen Pharmageschäft einem erhöhten Wettbewerb durch andere Konkurrenzprodukte, insbesondere in Form von Biosimilars sowie Generika, aber auch innovativen F&E, ausgesetzt. Wir stehen mit anderen pharmazeutischen Unternehmen auf verschiedenen Indikationsgebieten im Wettbewerb und sind für die erfolgreiche Vermarktung unserer Produkte von hochwertigen Daten abhängig. Vor diesem Hintergrund behalten wir die Wettbewerbslandschaft genau im Blick und treffen Annahmen hinsichtlich neuer Konkurrenzprodukte für unsere Produkte. Aufgrund der mit klinischen Studien einhergehenden Unsicherheit besteht die Möglichkeit, dass anders als von uns erwartet Studien von Mitbewerbern nicht die primären Endpunkte ihrer Studien erreichen oder weniger Erfolg versprechende Daten liefern. Gibt es keine neuen Konkurrenzprodukte oder liefert der Wettbewerb weniger Erfolg versprechende Daten, könnten sich für uns in den Indikationsgebieten, in denen wir präsent sind, Chancen eröffnen. In unseren Unternehmensbereichen Life Science und Electronics stellen sowohl zyklische Schwankungen des Geschäfts als auch Änderungen bei eingesetzten Technologien oder kundenseitigen Beschaffungsstrategien ein Risiko dar. Enge Kundenbeziehungen und eigene Weiterentwicklungen sowie Marktnähe, inklusive genauer Marktanalysen, dienen uns dabei als Mitigierungsmaßnahmen. Die Marktrisiken durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung bei Kunden werden als möglich bis wahrscheinlich mit bis zu erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Weitere Einzelheiten zur branchen- und marktspezifischen Entwicklung sind unter "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu finden. Risiken und Chancen von Forschung und EntwicklungDurch F&E gestützte Innovationen - einschließlich der Förderung von Innovationen an der Schnittstelle unserer Unternehmensbereiche - sind ein wesentliches Element der Konzernstrategie, insbesondere im Unternehmensbereich Healthcare. Im Zuge des Portfoliomanagements bewerten wir die Forschungsgebiete und die Projekte in der Entwicklungspipeline regelmäßig und richten sie gegebenenfalls neu aus, um unsere Investitionen auf Bereiche zu konzentrieren, in denen die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten am besten erfüllt werden. Dennoch können sich F&E-Projekte verzögern, erwartete Budgets können überschritten oder anvisierte Ziele nicht erreicht werden. Mitunter werden Entwicklungsprojekte erst nach hohen Investitionen in einer späten klinischen Phase abgebrochen. Entscheidungen - etwa über den Übergang in die nächste Phase der klinischen Entwicklung - werden so getroffen, dass Risiken und Chancen ausgeglichen sind. Neben internen F&E-Maßnahmen sind auch strategische Allianzen mit externen Partnern und das Ein- sowie Auslizenzieren von Programmen Bestandteil des Maßnahmenkatalogs, um innovative Arzneimittel zu entwickeln und Ressourcen effizient zuzuweisen. Strategische Allianzen mit Partnern sowie Ein- oder Auslizenzierungstransaktionen folgen stets einem strikten Auswahlprozess sowie klaren strategischen und finanziellen Entscheidungskriterien. Ein Beispiel für eine solche Einlizenzierungsvereinbarung ist die Anfang 2024 bekannt gegebene Partnerschaft mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. bezüglich eines selektiven Next-Generation-Inhibitors der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1) und eines Antikörper-WirkstoffKonjugats (ADC). Die Partnerschaft stellt eine strategisch hervorragende Ergänzung zu unserer internen Expertise im Bereich DNA-Reparatur (DDR) und ADC dar. Die Vereinbarung bietet die Gelegenheit, mehr therapeutische Optionen für Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelnden Krebserkrankungen voranzubringen. Im Allgemeinen gestaltet es sich jedoch schwierig, die genaue Anzahl an Transaktionen pro Jahr zu prognostizieren; überdies besteht die Möglichkeit, dass es uns nicht gelingt, eine ausreichende Anzahl für eine Einlizenzierung infrage kommender Wirkstoffkandidaten zu finanziell akzeptablen Bedingungen zu identifizieren. Die vorgenannten Entwicklungsmöglichkeiten sind mit verschiedenen Arten von Risiken verbunden. Es besteht das Risiko, dass Zulassungsbehörden eine Zulassung nicht, eingeschränkt oder nur verzögert erteilen. Das Risiko, dass unerwünschte Nebenwirkungen unserer pharmazeutischen Produkte erst nach der Zulassung beziehungsweise Registrierung entdeckt werden, könnte eine Einschränkung der Zulassung oder eine Rücknahme vom Markt zur Folge haben. Ferner können wir nicht garantieren, dass alle Wirkstoffkandidaten, die wir derzeit entwickeln, den gewünschten kommerziellen Erfolg erzielen werden. Ein Verfehlen von Zielen in diesem Bereich könnte erhebliche Auswirkungen haben, zum Beispiel durch geringere Umsatzerlöse oder den Ausfall von Meilensteinzahlungen aus Kollaborationsverträgen. Diese Risiken werden mit Wahrscheinlichkeiten eingestuft, die von möglich bis wahrscheinlich reichen. Ferner werden wir in Electronics weiterhin in großem Umfang in die F&E von zukunftsweisenden Materiallösungen investieren. Ziel ist es, Wachstumschancen zu ergreifen, die sich durch die steigende Nachfrage nach innovativen Halbleitern ergeben. In unserer Geschäftseinheit Semiconductor Solutions bieten sich andauernd vielversprechende Chancen auf Innovation. Um diese zu nutzen, arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen. Wegweisende technologische Innovationen schaffen neue Möglichkeiten bei Materiallösungen und die Chance, uns vom Wettbewerb abzuheben. Wir sehen darüber hinaus Chancen bei organischen lichtemittierenden Dioden (OLED)-Materialien in hochwertigen Displayanwendungen. Seit mehr als 15 Jahren betreiben wir F&E auf dem Gebiet der OLED-Technologie und haben uns zu einem gut positionierten Materialanbieter von OLED entwickelt. Durch unsere Kenntnisse in den Bereichen Halbleiter und Displays können wir zur Entwicklung neuer Display-Geräte beitragen, einschließlich faltbarer Displays und AR-/VR-Anwendungen (Augmented/Virtual Reality), für die ein breites Spektrum an Materialien erforderlich ist. Die zunehmende Konvergenz von optischen und Halbleitertechnologien ermöglicht es uns, bestehende Kompetenzen in diesen Bereichen zu nutzen und von der wachsenden Nachfrage zu profitieren. Mit der Akquisition von Unity-SC beherrschen wir nun alle wesentlichen Wechselwirkungen von Licht und Materialien - die Erzeugung, Modulation, Führung und Analyse von Licht - innerhalb einer einheitlichen Organisation. Bezüglich detaillierter Ausführungen zu unseren globalen F&E-Aktivitäten verweisen wir auf den Abschnitt "Forschung und Entwicklung" unter "Grundlagen des E. Merck-Konzerns". Risiken und Chancen der Qualität und Verfügbarkeit von ProduktenChancen durch die Erweiterung von KapazitätenWir tätigen zielgerichtete Investitionen weltweit, um unsere regionalen Kapazitäten zu erweitern und nachhaltiges Wachstum in unseren drei Unternehmensbereichen zu fördern. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir zahlreiche neue Investitionen zur Erweiterung unserer Kapazitäten und Fähigkeiten an den Produktionsstandorten weltweit angekündigt. Dazu gehören Investitionen in neue, hochmoderne Forschungs- und Qualitätskontrolllabore in Deutschland, ein neuer biotechnologischer Produktionsbetrieb in Korea, neue Produktionskapazitäten für ADCs in St. Louis, Missouri, USA, und Vertriebszentren in Brasilien und Deutschland. Die passenden Kapazitäten am passenden Ort zu haben, trägt zu einer zuverlässigeren und effektiveren Lieferkette bei, hilft uns, die Nachfrage der Kunden zu decken, und eröffnet uns die Möglichkeit, unseren Marktanteil zu erhöhen und uns einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Allerdings unterliegen unsere Expansionsaktivitäten und die Auslastung dem Einfluss der dynamischen Entwicklungen am Markt. Wir überprüfen unsere Expansionspläne daher regelmäßig und nehmen entsprechende Anpassungen vor. Risiken im Zusammenhang mit der ProjektumsetzungIm heutigen dynamischen Geschäftsumfeld priorisieren wir Innovation und Wachstum. Projekte spielen eine wesentliche Rolle zur Erreichung unserer strategischen Ziele wie zum Beispiel die Förderung von Innovationen oder Expansion sowie von nachhaltiger Entwicklung. Zur wirksamen Unterstützung des weiteren Geschäftswachstums und zur Steigerung der Effizienz investieren wir kontinuierlich in Projekte verschiedenster Art, darunter Produktionsanlagen und Ausrüstung, IT-Systeme, Vertriebszentren und Bürogebäude. Die Umsetzung solcher Projekte ist jedoch mit einem erheblichen Kapitalbedarf verbunden, weshalb ein effektives Projektmanagement unerlässlich ist, um Verzögerungen und höhere Ausgaben zu vermeiden. Eine unzureichende Planung, Fehler bei der Umsetzung und ein unwirksames Change-Management können Ineffizienzen und Unterbrechungen nach sich ziehen, die zu höheren Kosten und geringeren Erlösen führen. In einem sich rasant verändernden Markt besteht zudem das Risiko, dass durch die Verzögerung oder das Aufschieben von Investitionen der Zugewinn von Marktanteilen und die weitere Entwicklung behindert werden. Zur Eindämmung dieses Risikos beobachten wir aktiv branchenspezifische Trends, betreiben Marktforschung und wahren die Flexibilität im Projektportfolio. Um Chancen zu nutzen und zu vermeiden, dass wir in Rückstand geraten, passen wir unsere Investitionsentscheidungen an die Marktdynamik an. Dies ist in Branchen wie der Halbleiterfertigung besonders wichtig, da dort die Marktzyklen ein beträchtliches Risiko darstellen. Insgesamt stufen wir die Risiken als möglich bis wahrscheinlich ein mit der Möglichkeit moderater Auswirkungen. Um proaktiv Risiken bei der Projektumsetzung zu begegnen, wenden wir etablierte Methoden zur Projektplanung und ein internes Kontrollsystem an, arbeiten eng mit unseren Stakeholdern zusammen und lassen Projekte regelmäßig durch Teams und Lenkungsausschüsse überprüfen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, Risiken früh zu erkennen und entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen beziehungsweise Projekte ohne Erfolgsaussichten einzustellen. Durch eine umfassende Planung, die genaue Kostenabschätzung und Neubewertungen behalten wir die Kontrolle über die Kosten und gewährleisten eine effiziente Allokation von Ressourcen. Ferner tragen wir mit einer effektiven Projekt-Governance und -Priorisierung zum Erreichen der gewünschten Ergebnisse bei. Risiko einer temporären Sperre von Produkten/Produktionsstätten oder einer Nichtregistrierung von Produkten aufgrund der Nichteinhaltung von QualitätsstandardsIn der Produktion von pharmazeutischen Präparaten obliegt uns die Verpflichtung zur Einhaltung von höchsten Qualitätsstandards (Good Manufacturing Practices oder auch behördlicher Pharmacopoeia). Dies unterliegt der Überwachung durch die Zulassungsbehörden. Auflagen nationaler Zulassungsbehörden könnten eine temporäre Sperre von Produkten/Produktionsstätten zur Folge haben und sich gegebenenfalls auf neue Registrierungen bei der jeweiligen Behörde auswirken. Wir unternehmen höchste Anstrengungen, um die Einhaltung von Regularien sicherzustellen, führen selbst regelmäßig interne Audits durch und absolvieren auch externe Inspektionen. Dank dieser qualitätssichernden Prozesse ist der Eintritt eines Risikos mit moderaten Wirkungen möglich; allerdings können erhebliche Auswirkungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden und hängen vom betroffenen Produkt und der Schwere der Beanstandung ab. Risiken der ProduktionsverfügbarkeitWeitere Risiken umfassen Betriebsausfallrisiken aufgrund von Feuer oder höherer Gewalt, die zu einer erheblichen Unterbrechung oder Einschränkung der Geschäftstätigkeiten führen könnten, so beispielsweise Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Erdbeben. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, begrenzt der Konzern Schadensrisiken durch einen Versicherungsschutz, dessen Art und Umfang fortlaufend aktuellen Anforderungen angepasst wird. Ebenso sind wir Risiken von Produktionsausfällen und damit verbundenen Lieferengpässen ausgesetzt, die durch technische Probleme in hochausgelasteten Produktionsstätten ausgelöst werden können. Zudem bestehen Risiken für Lieferengpässe wegen fehlender beziehungsweise wegfallender Kapazitäten. Wir arbeiten an einer kontinuierlichen Risikominderung durch regelmäßige Investitionen, den Aufbau von alternativen Bezugsquellen und die Vorhaltung von ausreichenden Lagerbeständen. Das Eintreten dieser Risiken mit moderaten Auswirkungen wird als wahrscheinlich eingestuft. Ein höchst unwahrscheinliches individuelles Extremereignis könnte allerdings einen kritischen negativen Effekt haben. LieferkettenintegritätIm Geschäftsjahr 2024 haben wir unser Unternehmen sicher durch eine komplexe Gesamtsituation an Herausforderungen navigiert, darunter anhaltende geopolitische Spannungen, Störungen der Lieferkette durch Naturkatastrophen und sich verändernde regulatorische Rahmenbedingungen. Dank unserer Aktivitäten zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten konnten wir einen unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb in allen Unternehmensbereichen sicherstellen. Im Unternehmensbereich Healthcare haben wir effektiv dafür gesorgt, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit unseren Medikamenten selbst dann sichergestellt war, als es bei unseren Mitbewerbern zu Lieferengpässen kam. Durch proaktive Maßnahmen wie die Diversifizierung von Beschaffungsoptionen, den Aufbau von Sicherheitsbeständen und die Pflege enger Beziehungen zu Lieferanten haben wir die Versorgungssicherheit gefestigt. In Life Science konnten wir im Rahmen unserer Aktivitäten zur Steigerung der Lieferkettenresilienz mehrere Ereignisse mit potenziellen negativen Auswirkungen genau beobachten und sicherstellen, dass wir auf Herausforderungen infolge geopolitischer Entwicklungen und regulatorischer Änderungen reagieren können. Unsere proaktive Zusammenarbeit mit Lieferanten trug entscheidend dazu bei, die Servicekontinuität aufrechtzuerhalten und uns auf neue Gegebenheiten einzustellen. In Electronics haben Ereignisse wie das Erdbeben in Taiwan im Frühjahr und die jüngsten Taifune im Pazifikraum unsere Lieferketten einem Härtetest unterzogen. Dank der starken Beziehungen zu unseren Lieferanten und unserer kontinuierlichen Bemühungen, unsere Resilienz zu erhöhen, konnten wir gravierende Störungen abwenden. Unser Fokus auf die Diversifizierung der Beschaffung und die Stärkung von Partnerschaften hat uns in die Lage versetzt, diese Herausforderungen effektiv zu bewältigen. Uns ist bewusst, dass nach wie vor eine gewisse Vulnerabilität besteht, dennoch sind wir entschlossen, weiter in die Stärkung der Widerstandsfähigkeit unserer Lieferketten in allen Unternehmensbereichen zu investieren. Insgesamt könnten die als wahrscheinlich eingestuften Risiken moderate bis erhebliche Auswirkungen nach sich ziehen, während einzelne unwahrscheinliche Ereignisse kritische negative Effekte haben könnten. Risiken aufgrund von ProduktkriminalitätAls führendes globales Wissenschafts- und Technologieunternehmen und Hersteller innovativer Produkte sind wir aufgrund der Komplexität des internationalen Handels und der globalen Lieferketten verschiedenen sicherheits- und kriminalitätsbezogenen Risiken ausgesetzt. Unsere Produkte sind durch Fälschungen, Diebstahl, illegalen Vertrieb und Missbrauch gefährdet. Wird diesen Risiken nicht entgegengewirkt, können sie finanzielle Verluste, Reputationsschäden und betriebliche Störungen nach sich ziehen, aber auch die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gefährden. Um diese Bedrohungen einzudämmen, haben wir technische, operative und prozessbezogene Maßnahmen umgesetzt, mit denen wir die Integrität unserer Produkte und Lieferketten schützen und eine effektive Herangehensweise an neue Bedrohungen sicherstellen. Die aus Produktkriminalität resultierende Bedrohung wird insgesamt als wahrscheinliches Risiko mit moderaten Auswirkungen eingestuft. Risiken aus der Nutzung von sozialen MedienWir und unsere Mitarbeitenden sind auf zahlreichen sozialen Medien aktiv. Eine konsistente und mit rechtlichen sowie regulatorischen Anforderungen im Einklang stehende Nutzung dieser Plattformen und der damit verbundenen Inhalte ist unter anderem für die Steigerung unserer Markenbekanntheit bedeutend. Wir treffen alle notwendigen Vorkehrungen und haben Prozesse implementiert, um das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit sozialen Medien sowie die aktive Kontrolle unserer Veröffentlichungen und Mitteilungen zu gewährleisten. Dennoch ist es möglich, dass sich beispielsweise aus öffentlich geführten Dialogen in sozialen Medien Reputationsrisiken ergeben. Auf der qualitativen Bewertungsskala stufen wir dies daher als ein erhebliches Risiko ein. Finanzrisiken und -chancenWir sind international tätig und durch unsere Präsenz an den Kapitalmärkten verschiedenen finanziellen Risiken und Chancen ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Finanzmarktrisiken und -chancen, Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte sowie Risiken und Chancen aus Pensionszusagen. Im Bereich der Finanzrisiken und -chancen verfolgen wir eine aktive Steuerung, um Effekte aus Schwankungen der Wechselkurse und des Zinsniveaus zu reduzieren. Das Management von Finanzrisiken und -chancen mithilfe von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt. Spekulation ist untersagt, und die Abschlüsse derivativer Geschäfte unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt. LiquiditätsrisikenUm den eigenen Fortbestand zu sichern, müssen wir in der Lage sein, jederzeit unsere Verpflichtungen aus operativer und finanzieller Tätigkeit erfüllen zu können. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken verfügen wir daher über eine zentrale Liquiditätssteuerung im gesamten Konzern und ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil. Die Fälligkeiten unserer Finanzverbindlichkeiten orientieren sich an unserem geplanten freien Cashflow. Darüber hinaus steht uns eine syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. € mit einer Laufzeit bis 2029 zur Verfügung, die bei möglichen Liquiditätsengpässen die weitere Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Da in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart wurden, sind diese kontrahierten Kreditzusagen auch bei schlechterer Bonität von Merck abrufbar. Zusätzlich steht uns ein Commercial-Paper-Programm über ein maximales Volumen von 2,5 Mrd. € zur Verfügung. Das Eintreten von Liquiditätsrisiken wird als sehr unwahrscheinlich und mit einer unwesentlichen Auswirkung bewertet. KontrahentenrisikenKontrahentenrisiken entstehen durch den potenziellen Zahlungsausfall eines Vertragspartners sowohl im Zusammenhang mit finanziellen Anlagen, Aufnahmen und Finanzierungszusagen als auch bei operativen Forderungen. In Bezug auf Kontrahentenrisiken aus finanziellen Transaktionen überprüfen wir täglich alle zentralen Positionen gegenüber Handelspartnern sowie deren Bonität. Wir steuern finanzielle Ausfallrisiken durch die Streuung unserer Finanzpositionen und die damit verbundene aktive Steuerung unserer Handelspartner. Wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko werden mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen. Darüber hinaus reduziert unser großer Bankenkreis - die im Geschäftsjahr 2024 erneuerte syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. € wurde mit 15 Banken syndiziert - mögliche Verluste bei einem Ausfall. Zur Steuerung operativer Kontrahentenrisiken werden Handelspartner regelmäßig auf Zahlungsfähigkeit und operative Entwicklung überprüft. Hierbei werden auch Länderrisiken analysiert. Das Forderungsvolumen jedes Kunden ist unter Berücksichtigung der Bonität limitiert. Bei Bedarf werden risikoreduzierende Maßnahmen wie der Abschluss von Kreditversicherungen durchgeführt. Trotzdem kann dadurch der Ausfall einzelner Handelspartner, auch bei hervorragender Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, auch wenn dies als unwahrscheinlich eingeschätzt wird. Das Kontrahentenrisiko wird als mögliches Risiko mit moderater Auswirkung eingestuft. Finanzmarktrisiken und -chancenDurch die internationale Geschäftstätigkeit und die globale Konzernstruktur sind wir Risiken und Chancen aus Schwankungen von Währungskursen unterworfen. Diese resultieren aus Finanztransaktionen, operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie zukünftigen Zahlungsströmen aus Umsätzen und Kosten in Fremdwährung. Zur Steuerung dieser Risiken und Chancen setzen wir Derivate ein (weitere Informationen finden sich unter (38) "Derivative Finanzinstrumente" im "Konzernanhang"). Währungsrisiken werden als möglich mit erheblichen Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow eingeschätzt. Variabel verzinsliche und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten unterliegen Risiken und Chancen aus Zinsschwankungen. Zinsrisiken haben potenziell negative Auswirkungen. Sie werden als mögliches Risiko mit moderaten Auswirkungen eingeschätzt. Risiken aus Wertminderungen von BilanzpostenDie Wertansätze einzelner Bilanzposten sind der Veränderung von Markt- und Geschäftsverhältnissen und damit auch Änderungen der beizulegenden Zeitwerte ausgesetzt. Im Fall notwendiger Wertminderungen können sich erhebliche nicht zahlungswirksame Ergebnisbelastungen und Auswirkungen auf die Bilanzrelationen ergeben. Dies gilt insbesondere für die hohen immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Wesentlichen aus den mit den vergangenen Akquisitionen verbundenen Kaufpreisallokationen stammen (weitere Informationen finden sich in den Anmerkungen (17) "Geschäftsoder Firmenwerte" und (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" im "Konzernanhang"). Dieses qualitative Risiko könnte sich erheblich auf unsere Reputation auswirken. Risiken und Chancen aus PensionsverpflichtungenWir haben Verpflichtungen im Zusammenhang mit Pensionszusagen. Der Barwert der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen kann sich durch Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, zum Beispiel des Zinssatzes oder der zukünftigen Gehaltssteigerungen, wesentlich erhöhen oder verringern. Die Pensionsverpflichtungen werden im Rahmen von jährlichen versicherungsmathematischen Gutachten regelmäßig bewertet. Die Verpflichtungen sind durch die in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen basierend auf den Annahmen zum Bilanzstichtag abgedeckt. Ein Teil davon ist mit Planvermögen unterlegt (weitere Informationen finden sich unter "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" im "Konzernanhang"). Soweit Altersversorgungszusagen durch Planvermögen gedeckt sind, welches aus verzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht, können sich sinkende oder negative Renditen dieser Anlagen ungünstig auf den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken und somit weitere Zuführungen bedingen. Steigende Renditen bewirken dagegen einen Wertzuwachs des Planvermögens und somit eine höhere Abdeckung der Planverbindlichkeiten. Wir erhöhen einerseits die Chancen und reduzieren andererseits die Risiken von Marktwertschwankungen des Planvermögens durch eine diversifizierte Anlagestrategie. Das mögliche Risiko aus Pensionsverpflichtungen könnte geringe Auswirkungen haben. Einschätzung durch unabhängige RatingagenturenDer Kapitalmarkt nutzt Einschätzungen von Ratingagenturen, um Fremdkapitalgeber bei der Beurteilung der Risikosituation von Finanzinstrumenten von Merck zu unterstützen. Derzeit wird die Merck KGaA von Standard & Poor's mit einem Langfrist-Kreditrating von A mit stabilem Ausblick und von Moody's mit einem A3-Rating mit stabilem Ausblick bewertet. Entsprechend den Marktmodalitäten sind unsere Finanzierungskonditionen eng an das Rating gekoppelt. Je besser ein Rating ist, desto günstiger können wir uns generell am Kapitalmarkt oder bei Banken finanzieren.
Risiken aus Veräußerung, Erwerb und Integration von Unternehmen und UnternehmensteilenDie erfolgreiche Akquisition und Integration neuer Geschäfte birgt inhärente Risiken, vor allem bezüglich der Ungewissheit, ob Geschäfts- und Synergieziele erreicht werden, sowie der Einhaltung des geplanten Budgets für die Integration. Umgekehrt können Veräußerungen Verbindlichkeiten und zusätzliche Aufwendungen nach sich ziehen, die sich aus potenziellen Entschädigungen und Zusagen ergeben, die im Rahmen der Verkaufstransaktion zugesichert wurden, oder die aus höher als erwartet ausfallenden Trennungskosten resultieren. Wir mindern transaktionsbezogene Risiken, indem wir auf unsere fundierten Erfahrungswerte zurückgreifen, eine gründliche Due-Diligence-Prüfung durchführen und bei unseren Merger-&-Acquisition-Transaktionen eine Representations-&-Warranties-Versicherung zur Absicherung von Gewährleistungen und Freistellungen abschließen. Des Weiteren stellen wir durch strategische Planung und Umsetzung eine nahtlose Integration sicher, was die Harmonisierung der übernommenen Unternehmen mit unseren Unternehmenszielen erleichtert. Gegenwärtig existiert nur ein geringes Risiko mit wahrscheinlichem Eintritt, während keine weiteren Risiken bekannt sind. Steuerliche RisikenDie Gesellschaften des E. Merck-Konzerns sind weltweit tätig und unterliegen folglich unterschiedlichen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. National erfolgen fortlaufende Steuerprüfungen unserer Gesellschaften durch die Finanzbehörden der Staaten, in denen wir operieren. Steuerliche Risiken resultieren insbesondere aus Änderungen nationaler Steuergesetze und -regelungen, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die nationalen Finanzbehörden sowie aus wesentlichen Transaktionen wie Akquisitionen, Desinvestitionen und Reorganisationen. Feststellungen der nationalen Prüfungsbehörden der verschiedenen Länder können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und zudem Einfluss auf die Höhe der Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben. Unsere Steuerabteilung prüft regelmäßig und systematisch die relevanten steuerlichen Risiken. Entsprechende Standards wurden eingeführt, um steuerliche Risiken frühzeitig zu prüfen, zu bewerten und effektiv und effizient zu mindern. Group Tax stimmt die risikomindernden Maßnahmen mit den Tochtergesellschaften ab. Verbleibende, über die in der Bilanz bereits berücksichtigten steuerlichen Risiken hinausgehende Risiken sind unwahrscheinlich bis möglich und könnten moderate bis erhebliche Auswirkungen haben. Bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Ertragsteuern verweisen wir auf den Abschnitt "Ertragsteuern" im "Konzernanhang" des Geschäftsberichts. Rechtliche RisikenGenerell sind wir bestrebt, rechtliche Risiken möglichst gering zu halten und zu kontrollieren. Dafür haben wir die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen zu entdecken und gegebenenfalls unsere Rechte zu verteidigen. Dennoch sind wir Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Pharmarecht, Patentrecht, Markenrecht, Datenschutzrecht, Steuerrecht und Umweltschutz. Als forschendes Unternehmen verfügen wir über ein wertvolles Portfolio an gewerblichen Schutzrechten, Patenten und Marken, die Ziel von Angriffen und Verletzungen sein können. Der Ausgang von derzeitigen oder künftigen Verfahren ist schwer vorhersehbar. Beispielsweise befinden wir uns derzeit in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co. Inc., Rahway, New Jersey, USA (außerhalb von USA und Kanada: MSD), gegen das wir in diversen Ländern Klage erhoben haben. Dieses Unternehmen hat uns seinerseits in den USA unter anderem wegen Markenrechtsverletzung verklagt. Auch bei abgeschlossenen Verfahren ist wegen langer oder teilweise fehlender Verjährungsfristen nicht generell ausgeschlossen, dass wir auf Grundlage desselben Sachverhalts noch mit Ansprüchen Dritter konfrontiert werden. Obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder Vergleichen von "sehr unwahrscheinlich" bis zu "wahrscheinlicher, als nicht" eingestuft wird, könnten diese zu Aufwendungen führen, die erhebliche bis kritische Auswirkungen auf unser Geschäft und unsere Ergebnisse haben. Generell können Verstöße gegen Rechtsvorschriften trotz umfassender Vorkehrungen nie vollständig ausgeschlossen werden und zu entsprechenden Konsequenzen führen. ProdukthaftpflichtrisikenWir sind Produkthaftpflichtrisiken ausgesetzt, die erhebliche Schadenersatzansprüche oder Schadenabwehrkosten nach sich ziehen können. Wir haben daher eine Haftpflichtversicherung zur Minderung dieser Risiken abgeschlossen. Es kann jedoch sein, dass der Versicherungsschutz für individuelle Fälle nicht ausreicht. Obwohl das Eintreten von Produkthaftpflichtansprüchen über den bestehenden Versicherungsschutz hinaus als unwahrscheinlich eingeschätzt wird, könnten individuelle Fälle dennoch eine kritische Auswirkung haben. Risiken im PersonalbereichUnser zukünftiges Wachstum hängt maßgeblich von unserer Innovationsstärke ab. Hierbei sind die Kompetenz und die Verbundenheit der Mitarbeitenden entscheidend für den Erfolg unserer Unternehmensbereiche. Neben dem intensiven Wettbewerb bei der Rekrutierung von Fachpersonal und talentierten Nachwuchskräften liegt eine weitere Herausforderung darin, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Um die unabdingbaren Fähigkeiten und Kenntnisse im Unternehmen zu halten, müssen länder- und branchenspezifische Fluktuationsrisiken vorausschauend identifiziert und angegangen werden. Priorität hat für uns die Rekrutierung und das Binden von Fach- und Nachwuchskräften im Rahmen von Personalstrategien wie Employer-Branding-Initiativen, weltweitem Talentmanagement, Nachfolgeplanung sowie wettbewerbsfähigen Vergütungspaketen. Dennoch existieren potenzielle personalbezogene Risiken, die sich auf die Geschäftstätigkeit auswirken könnten. Auf der qualitativen Bewertungsskale stufen wir deren Auswirkungen als moderat ein. Risiken der InformationstechnologieDie Globalisierung unseres Unternehmens erfordert eine optimale Unterstützung durch die Nutzung einer Vielzahl von IT-Systemen und -Prozessen. Trends in der Informationstechnologie liefern dabei vielfältige Möglichkeiten, bergen aber auch Risiken. Risiken durch Cyberkriminalität und den Ausfall geschäftskritischer IT-AnwendungenAufgrund der zunehmenden internationalen Vernetzung und der damit verbundenen Möglichkeit des Missbrauchs von IT-Systemen ergeben sich entsprechende Cyberkriminalität-Risiken, zum Beispiel der Ausfall zentraler IT-Systeme, der Verlust der Datenintegrität oder die Preisgabe von vertraulichen Daten aus F&E sowie Geschäftstätigkeit, die Manipulation von IT-Systemen in der Prozesssteuerung oder eine erhöhte Belastung oder Beeinträchtigung von IT-Systemen durch Virusattacken. Wir betreiben und pflegen ein auf ISO 27001 basierendes Informationsschutz-Managementsystem. Unser Governance Framework umfasst organisatorische, prozessorientierte und technische Maßnahmen zum Schutz der Informationssicherheit, die auf anerkannten internationalen Standards basieren. Darüber hinaus setzen wir auf harmonisierte elektronische und physische Sicherheitskontrollen - beispielsweise bei der Zugangskontrolle oder Sicherheitsüberwachung. Damit wollen wir unsere Kompetenz im Umgang mit sensiblen Daten, etwa Betriebsgeheimnissen, stärken. Die Funktion Cybersicherheit gehört dem Group Corporate Security Office an. Wir verfügen darüber hinaus über einen Group Chief Information Security Officer und ein Netzwerk von Information Security Officers in den Unternehmensbereichen, die jeweils von dedizierten Netzwerken unterstützt werden. Die einzelnen Bereiche sind Risikoverantwortliche und fungieren als erste Verteidigungslinie für die Cybersicherheit. Als zweite Verteidigungslinie dient unsere globale Funktion Cyber Security; sie ist auch für die Steuerung und Überwachung von Cybersicherheitsrisiken zuständig. Unsere dritte Verteidigungslinie stellen interne Audits dar. Weltweit genutzte IT-Anwendungen bilden die Basis für die vertragsgerechte Lieferung von Produkten und Lösungen. Der Ausfall von geschäftskritischen IT-Anwendungen kann somit einen direkten Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit und die Qualität der Produkte haben. Dies gilt auch für den Ausfall eines Rechenzentrums. Zur Erreichung der erforderlichen Servicequalität nutzen wir ein nach ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das auch für die Bereitstellung der IT gilt. Zudem betreiben wir zur Reduzierung des Ausfallrisikos mehrfach redundant ausgelegte Rechenzentren. Weiterhin existieren auf Konzernebene Versicherungslösungen für Cyberkriminalität-Tatbestände. Ebenso können Komplikationen in der Umstellung von IT-Systemen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Eine enge Überwachung kritischer IT-Projekte dient als Mitigierung. Die Risiken durch Cyberkriminalität oder den Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen und deren Einfluss auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow werden als wahrscheinlich mit erheblichen Auswirkungen eingeschätzt, wobei ein unwahrscheinliches Ereignis kritische Auswirkungen haben kann. Risiken im Bereich Umwelt, Klima und SicherheitAls globales, produzierendes Unternehmen sind wir Risiken durch mögliche Schäden an Personen, Gütern und unserer Reputation ausgesetzt. Hierzu zählen physische Risiken verursacht durch Dürren, Unwetter, Überflutungen, extreme Hitze und Wind. Minderungsmaßnahmen wie Audits, Beratung und Schulung zu Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz minimieren diese Risiken für Mensch und Umwelt. Wir kontrollieren diese Risiken sowohl an den eigenen Standorten als auch bei Lieferanten und Lohnherstellern zur Sicherung des Fortbestands von Anlagen und Sachwerten. Durch die Einhaltung hoher technischer Standards, unseres Verhaltenskodex sowie aller rechtlicher Vorgaben für Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz sorgen wir für den Erhalt von Gütern und Werten. Umfassende Versicherungspolicen bieten hierbei weiteren finanziellen Schutz. Wir überwachen kontinuierlich regulatorische Risiken im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft. Diese könnten insbesondere aus einer Bepreisung von CO 2 durch Emissionshandelssysteme, Steuern oder Änderungen in der Energiegesetzgebung resultieren. Wir verfolgen umfassende Strategien zur Minderung dieser Risiken, darunter unsere Initiativen zum Energie- und CO 2 -Management und unsere Aktivitäten zur Reduzierung von Prozessemissionen, die alle Bestandteile der Umsetzung unseres initialen Übergangsplans sind. Sie werden von uns überwiegend als wahrscheinliche Risiken mit moderater Auswirkung eingestuft. Allerdings können kritische Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow nicht vollständig ausgeschlossen werden. Wir führten im Geschäftsjahr 2022 eine qualitative Bewertung im Hinblick auf Klimarisiken und unsere diesbezügliche Anfälligkeit durch, die vor- und nachgelagerte Aktivitäten sowie unsere eigenen Betriebsabläufe umfasste. Entsprechend den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) haben wir 2023 und 2024 quantitative Analysen zu Klimaszenarien durchgeführt, die sich auf vorgelagerte Aktivitäten und unsere eigenen Betriebsabläufe konzentrierten. Im Rahmen dieser Bewertungen wurden klimabezogene Risiken und Chancen über verschiedene Zeithorizonte (2030 und 2050) unter Berücksichtigung von zwei unterschiedlichen Klimaentwicklungen identifiziert: dem 1,5-°C-Szenario analog dem Pariser Abkommen und dem 4-°C-Szenario basierend auf dem Representative Concentration Pathway (RCP) 8.5. Wir haben die potenziellen Folgen physischer Risiken für unsere wichtigsten Standorte evaluiert, Anfälligkeiten abgeschätzt und erforderliche Schutzmaßnahmen ergriffen. Im Rahmen unserer Bemühungen um Risikominderung entwickeln wir weiterhin innovative und nachhaltige Ansätze. Hieraus resultierend sind keine wesentlichen kurzfristigen Abweichungen von unseren Erwartungen bezüglich Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow abzusehen Weitere Informationen zu klimabezogenen Risiken finden sich in unserer "TCFD-Berichterstattung". Gesamtbild zur Risiko- und Chancensituation und Einschätzung des ManagementsDie wesentlichsten Einzelrisiken oder Risiko-Cluster wurden in diesem Bericht aufgeführt, wobei die geschäfts- und marktbezogenen Risiken neben den IT-, Lieferketten- und Rechtsrisiken am bedeutendsten sind. Durch die anhaltenden globalen makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen erhöhen sich vor allem bestehende Risiken im Zusammenhang mit behördlichen Vorgaben zu Preisgestaltung und Kostenerstattung von Medikamenten, der Nachfrage nach unseren Produkten, Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs an unseren Produktionsstandorten, einer mangelnden Verfügbarkeit von hochwertigen Materialien oder Dienstleistungen sowie F&E. Durch Maßnahmen zur Risikominderung - wie die kontinuierliche Verbesserung von Managementmaßnahmen (organisatorische Verantwortung sowie Prozessverbesserungen), den vorhandenen Versicherungsschutz und bilanzielle Vorsorgemaßnahmen - konnten wir insbesondere den wesentlichen Einzelrisiken erfolgreich entgegenwirken. Das Gesamtrisiko des Konzerns, das sich aus der wahrscheinlichkeitsgewichteten Aggregation der erfassten Risiken ergibt, führt zu der Einschätzung, dass ein bestandsgefährdendes Risiko(szenario), bei dem die Deckung und Finanzierung der Verluste fraglich ist, als unwahrscheinlich gilt. Wir sind überzeugt, dass wir die beschriebenen Herausforderungen auch in der Zukunft meistern und von der Diversifizierung hinsichtlich unserer verschiedenen Produkte und Märkte profitieren werden. Auf Grundlage unserer Einschätzung sind wir überzeugt, dass das größte Potenzial in geschäftsbezogenen Chancen liegt. Die beschriebenen Aktivitäten bieten über den Prognosezeitraum hinaus mittel- bis langfristig bedeutende Chancen für uns. Wir verfolgen die sich bietenden Möglichkeiten aktiv und konkretisieren die erwarteten Effekte in der prognostizierten Entwicklung zu EBITDA pre und operativem Cashflow. Des Weiteren werden wir proaktiv neue Chancen suchen, deren Umsetzung prüfen und gegebenenfalls vorantreiben. Sofern sich zusätzlich zu den prognostizierten Entwicklungen Chancen ergeben oder diese schneller als erwartet eintreten sollten, könnte dies positive Auswirkungen auf unser EBITDA pre und/oder operativen Cashflow haben. PrognoseberichtDer folgende Bericht gibt eine Prognose für die Entwicklung der Umsatzerlöse und des EBITDA pre des E. Merck-Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics, sowie eine Prognose des operativen Cashflows auf Konzernebene für das Geschäftsjahr 2025.
Grundlegende AnnahmenVor dem Hintergrund der fortbestehend hohen Dynamik der makroökonomischen, geopolitischen und industriespezifischen Gegebenheiten unterliegt die Prognose auch im Geschäftsjahr 2025 einer erhöhten Unsicherheit und Volatilität. Dabei geht die vorliegende Prognose von einem stabilen handels- und geopolitischen Umfeld aus. Drastische, künftig mögliche Maßnahmen, wie zum Beispiel sich verschärfende Handelsrestriktionen, sind darin nicht reflektiert. Weiterhin ist unser Surface-Solutions-Geschäft bis zum vollständigen Abschluss des Verkaufs für das Gesamtjahr in dieser Prognose beinhaltet. Auch für die Wechselkursentwicklung erwarten wir ein anhaltend volatiles Umfeld. Für 2025 erwarten wir in etwa stabile Wechselkurseffekte. Dabei werden voraussichtlich positive Wechselkurseffekte aus der Entwicklung des US-Dollar sowie einzelner asiatischer Währungen von der negativen Wechselkursentwicklung einiger Schwellen- und Entwicklungsländer kompensiert werden. Für den durchschnittlichen €/US-Dollar-Kurs gehen wir für das Gesamtjahr 2025 von einer Bandbreite zwischen 1,03 und 1,07 aus. UmsatzerlöseFür das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir ein organisches Umsatzwachstum für den Konzern zwischen +3 % und +6 %, zu dem voraussichtlich alle unsere Unternehmensbereiche beitragen werden. Insbesondere im Unternehmensbereich Life Science erwarten wir eine Rückkehr zu organischem Wachstum, die die graduelle Erholung des Marktes reflektiert. Allen voran dürfte die Geschäftseinheit Process Solutions Treiber dieser Entwicklung sein, auch die Geschäftseinheit Science und Lab Solutions wird zum organischen Wachstum beitragen. Für Healthcare gehen wir davon aus, dass das organische Wachstum vor allem durch Produkte aus dem Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie getrieben sein wird. Auch Mavenclad ® sowie Produkte aus dem Bereich Onkologie und zur Behandlung von Unfruchtbarkeit werden erwartungsgemäß zur Entwicklung beitragen. Das organische Wachstum bei Electronics wird voraussichtlich im Wesentlichen auf unser Geschäft mit Halbleitermaterialien zurückzuführen sein. Dabei spiegelt diese Entwicklung eine sich fortsetzende und umfassendere Erholung des Halbleitermarktes wider. Das leicht rückläufige Projektgeschäft der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions unterliegt aufgrund der Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen üblicherweise stärkeren Schwankungen. Für unsere Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) erwarten wir eine stabile Entwicklung. Wir gehen von Wechselkurseffekten von -1 % bis +2 % aus und prognostizieren Umsatzerlöse für den E. Merck-Konzern innerhalb der Bandbreite von 21,5 bis 22,9 Mrd. € (Vorjahr: 21,2 Mrd. €). EBITDA pre 3Für das EBITDA pre gehen wir von organischem Wachstum von +3 % bis +8 % aus, welches ebenfalls von allen Unternehmensbereichen getragen werden dürfte. Die Entwicklung folgt im Wesentlichen dem organischen Umsatzwachstum. Im Unternehmensbereich Life Science erwarten wir außerdem positive Effekte durch weitere Kostendisziplin. Bei Healthcare spiegeln sich strikt priorisierte Wachstumsinvestitionen, wie beispielsweise zur Vorbereitung der Markteinführung von Pimicotinib, vor allem in den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb wider. Auch im Unternehmensbereich Electronics verfolgen wir weiterhin aktives Kostenmanagement. Demgegenüber stehen gezielte Wachstumsinvestitionen. Der größte Treiber des Kostenanstiegs unter Konzernkosten und Sonstiges dürften die erwarteten, negativen Effekte aus Fremdwährungssicherungsgeschäften sein. Unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten zwischen -2 % und +1 % rechnen wir mit einem EBITDA pre für den E. Merck-Konzern von 6,1 bis 6,6 Mrd. € (Vorjahr: 6,0 Mrd. €). Operativer CashflowDie Prognose des operativen Cashflow unterliegt grundsätzlich einer höheren Schwankungsbreite als die Prognose des EBITDA pre. Eine Einschätzung zur Entwicklung des operativen Cashflow geben wir nur für den Gesamtkonzern. Die Entwicklung des operativen Cashflow folgt im Wesentlichen der operativen Entwicklung. Gegenläufig wirken Effekte aus dem Aufbau des Nettoumlaufvermögens, welches zum einen die starke Geschäftsentwicklung reflektiert. Zum anderen wirken verstärkte Zahlungseingänge von Kunden im 4. Quartal 2024 negativ auf die Entwicklung des operativen Cashflow im Geschäftsjahr 2025. Insgesamt erwarten wir einen leichten Anstieg des operativen Cashflow im Geschäftsjahr 2025 gegenüber einer starken Vergleichsbasis im Vorjahr (Vorjahr: 4,5 Mrd. €). Hinsichtlich der Zusammensetzung des operativen Cashflow verweisen wir auf das Kapitel Steuerungssystem des E. Merck-Konzerns im Konzernlageberichtsowie die Konzernkapitalflussrechnung im Konzernabschluss. KonzernabschlussKonzern-Gewinn- und Verlustrechnung
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Konzerngesamtergebnisrechnung
Konzernbilanz
Konzernkapitalflussrechnung
1 Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe
Anmerkung (2) "Grundlagen der Berichterstattung".
KonzerneigenkapitalveränderungsrechnungFür Erläuterungen siehe Anmerkung (33) "Eigenkapital".
KonzernanhangAllgemeine Angaben(1) UnternehmensinformationenDer vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 ist auf die E. Merck Kommanditgesellschaft (E. Merck KG), Emanuel-Merck-Platz 1, 64293 Darmstadt, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRA 3614, als Obergesellschaft unter Anwendung des Wahlrechts des § 315e Absatz 3 HGB in Verbindung mit § 11 PublG nach International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union Anwendung finden, aufgestellt. Der Abschluss wird elektronisch dem Bundesanzeiger zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt und ist unter https://www.unternehmensregister.de abrufbar. Zusätzlich zu dem hier vorgelegten Konzernabschluss des E. Merck-Konzerns wird ein Konzernabschluss auf die das operative Geschäft des E. Merck-Konzerns führende MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Frankfurter Straße 250, Darmstadt, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRB 6164, als Obergesellschaft aufgestellt. Aktien der Merck KGaA werden im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an weiteren Börsenplätzen gehandelt. (2) Grundlagen der BerichterstattungDer vorliegende Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten internationalen Rechnungslegungsvorschriften in Anlehnung an die IFRS ® Accounting Standards (IFRS) sowie nach den ergänzend anzuwendenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Aufstellung erfolgte in der Berichtswährung Euro. Die im Konzernabschluss dargestellten Werte wurden kaufmännisch gerundet. Dies kann dazu führen, dass sich einzelne Werte nicht zu den dargestellten Summen addieren lassen. Der Vorstand der E. Merck KG hat den vorliegenden Konzernabschluss am 6. März 2025 aufgestellt und zur Weitergabe an den Gesellschafterrat freigegeben. Eine Darstellung der im Konzernabschluss angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt in den jeweiligen Anmerkungen und ist dort kenntlich gemacht. Erstmals im Geschäftsjahr 2024 anzuwendende Änderungen an Standards
Erstmals ab dem Geschäftsjahr 2025 anzuwendende Änderungen an Standards
1 Die Regelung wurde nicht vorzeitig angewendet.
Veröffentlichte, aber noch nicht von der Europäischen Union anerkannte Standards und Änderungen an Standards
1 Es sind noch keine deutschsprachigen Titel
vorhanden.
Anpassung des Ausweises innerhalb der KonzernkapitalflussrechnungZur Erhöhung der Klarheit und Übersichtlichkeit der Konzernkapitalflussrechnung wurden die im Vorjahr einzeln dargestellten Posten "Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte" (Vorjahr: 537 Mio. €) und "Auszahlungen für den Erwerb von nicht finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 2.494 Mio. €) innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit zum Posten "Auszahlungen für Investitionen in sonstige Vermögenswerte" zusammengefasst. Ebenso wurden die Posten "Einzahlungen aus dem Abgang von übrigen finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 510 Mio. €) und "Einzahlungen aus dem Abgang von nicht finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 2.511 Mio. €) innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit zum Posten "Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten" zusammengefasst. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeWährungsumrechnungFunktionale WährungDie Tochtergesellschaften der E. Merck KG betreiben ihr Geschäft überwiegend in der lokalen Währung und verwenden diese als funktionale Währung. Insbesondere in den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics gibt es einige Tochtergesellschaften, die abweichend von der Landeswährung den Euro oder den US-Dollar als funktionale Währung haben. Transaktionen in nicht funktionaler WährungBei der Erstellung der Abschlüsse der konsolidierten Gesellschaften erfolgt die Umrechnung derjenigen Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als der funktionalen Währung abgewickelt werden, mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls. Umrechnung von Abschlüssen in die Berichtswährung EuroBei der Umrechnung der Abschlüsse konsolidierter Gesellschaften, die nicht den Euro als funktionale Währung verwenden, werden die Vermögenswerte und Schulden zu Stichtagskursen sowie die Aufwendungen und Erträge zu Monatsdurchschnittskursen in die Berichtswährung Euro umgerechnet. Die sich während der Konzernzugehörigkeit aus der Umrechnung ergebenden Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. HochinflationArgentinien (seit 2018) und die Türkei (seit 2022) werden entsprechend der Leitlinien des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" als hochinflationäre Volkswirtschaften klassifiziert. Die dortigen nicht monetären Vermögenswerte und Schulden sowie damit korrespondierende Aufwendungen und Erträge werden daher nicht auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sondern bereinigt um die Einflüsse der Inflation bilanziert. In Argentinien wird hierfür eine Kombination aus dem Inlandspreisindex für den Großhandel IPIM (Indice de precios internos al por mayor) und dem Konsumentenpreisindex IPC (Indice de precios al consumidor) verwendet. Der zum Abschlussstichtag angewandte Wert des Index betrug 98.664,2 (31. Dezember 2023: 37.078,3 / 1. Januar 2023: 14.227,3). In der Türkei kommt der Konsumentenpreisindex CPI (Consumer Price Index) des türkischen statistischen Instituts zur Anwendung. Der zum Abschlussstichtag angewandte Wert des Index betrug 2.684,55 (31. Dezember 2023: 1.859,4 / 1. Januar 2023: 1.128,5). Die Vorjahreswerte wurden gemäß der Vorgaben des IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" für Abschlüsse in nicht hochinflationären Berichtswährungen nicht angepasst. Der jeweilige Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten ist innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und separat als Verlust aus der Hochinflationsbilanzierung ausgewiesen (siehe Anmerkung (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen"). Nach der Anpassung der Beträge um die Einflüsse der Inflation erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten sowie der Aufwendungen und Erträge in die Berichtswährung Euro in Übereinstimmung mit IAS 21.42 zum Stichtagskurs. Wechselkurse der bedeutendsten WährungenDie Wechselkurse der für den Konzernabschluss bedeutendsten Währungen betrugen:
(3) Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenUmgang mit Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenDie Aufstellung des Konzernabschlusses macht es erforderlich, in bestimmtem Umfang Ermessensentscheidungen über anzuwendende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu treffen sowie Schätzungen vorzunehmen. Ermessen bezeichnet die Notwendigkeit, bei der Anwendung von Rechnungslegungsmethoden Annahmen bezüglich des Ansatzes oder der Bewertung zu treffen. Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Auswahl anzuwendender Bewertungsverfahren insbesondere in Bezug auf darin zu verwendende Parameter. Die Einschätzung des Ermessensspielraums beziehungsweise der Schätzungsunsicherheit erfolgt unternehmensspezifisch. Dabei werden insbesondere die im Folgenden beschriebenen Unsicherheiten im gegebenen Fall entsprechend berücksichtigt. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Inputfaktoren kann der Grad der Schätzungsunsicherheit stark variieren. Erhöhter Unsicherheitsgrad aufgrund des aktuellen gesamtwirtschaftlichen und politischen UmfeldsAufgrund der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in vielen Staaten Europas und in China sowie der politischen Veränderungen und sich daraus ergebenden möglichen makroökonomischen und handelspolitischen Entscheidungen ist der Unsicherheitsgrad bei der Erstellung des Konzernabschlusses deutlich ausgeprägt. Unsicherheitsfaktoren waren dabei neben den Auswirkungen des merklich erhöhten Preis- und Zinsniveaus auf das Konsumverhalten die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen in wesentlichen Volkswirtschaften und der andauernde Krieg in der Ukraine sowie der Konflikt im Nahen Osten. Zudem trugen bestehende und mögliche Handelsbeschränkungen und -konflikte deutlich zu dieser Einschätzung bei. Hieraus können sich insbesondere Auswirkungen auf die Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte ergeben. Anzeichen für wesentliche Wertminderungen konnten jedoch auf Basis der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht festgestellt werden. Darüber hinaus ergaben sich wie in den Vorjahren keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns und keine Hinweise, dass bei der Aufstellung des Konzernabschlusses vom Grundsatz der Unternehmensfortführung abzuweichen gewesen wäre. Mögliche Auswirkungen aus sich ändernden Rahmenbedingungen werden dabei laufend analysiert. Auswirkungen der Preisentwicklung und des ZinsniveausIm Geschäftsjahr 2024 schwächte sich die hohe Inflation weiter ab, blieb jedoch auf einem erhöhten Niveau. Zudem zeigte sich trotz der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass Lohn- und Gehaltsforderungen und -abschlüsse erhöht waren, was sich bei einer gleichzeitig schwachen konjunkturellen Entwicklung auch auf den finanziellen Spielraum wichtiger Staaten auswirkte. Das im Geschäftsjahr 2024 gegenüber den Vorjahren weiterhin erhöhte Zinsniveau beeinflusste erneut die Refinanzierungskosten unserer Kunden, insbesondere im Unternehmensbereich Life Science, und wirkte sich daher auch auf ihr Nachfrageverhalten aus. Aufgrund des aktuellen Zinsniveaus ergaben sich gegenüber vergangenen Jahren weiterhin erhöhte Diskontierungszinssätze, die bei der Durchführung von Wertminderungstests und der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten verwendet wurden (siehe hierzu insbesondere Anmerkungen (17) "Geschäfts- oder Firmenwerte" und (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert"). Direkte Auswirkungen kriegerischer AuseinandersetzungenAus dem Krieg in der Ukraine ergaben sich aufgrund des begrenzten Geschäftsvolumens in Russland, der Ukraine, Belarus und der Republik Moldau keine wesentlichen unmittelbaren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns. Der Anteil der Konzernumsatzerlöse in den genannten Ländern belief sich im Berichtszeitraum ebenso wie im Vorjahr auf unter 1,5 %. Auch aus dem Konflikt im Nahen Osten resultierten im Berichtszeitraum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns. Der Umsatzanteil von Kunden mit Sitz in Israel und dem Libanon an den Konzernumsätzen belief sich im Geschäftsjahr 2024 ebenso wie im Vorjahr auf unter 1 %. Auswirkungen durch Handelsbeschränkungen, -konflikte und SanktionenUm die Auswirkungen aus einer Unterbrechung der Lieferketten zu reduzieren, wurden in der Vergangenheit die Vorratsbestände erhöht. Grundsätzlich geht dies mit einem gestiegenen Risiko eines späteren Wertminderungsbedarfs einher, sofern diese Bestände nicht verarbeitet oder abgesetzt werden können. Weiterhin besteht ein hoher Unsicherheitsgrad bezüglich der weiteren Entwicklung, auch aufgrund potenzieller konfliktbedingter Sanktionen und der zukünftigen Handelspolitik, insbesondere der USA. Handelspolitische Entwicklungen können sich kurzfristig auf Warenströme und die Wettbewerbsfähigkeit auswirken und mittelfristig Investitionsentscheidungen beeinflussen. Die Spannungen zwischen den USA und China bleiben ein erhebliches Risiko, insbesondere für bestimmte Technologien wie Halbleiter und Biotechnologie. Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden insbesondere die Auswirkungen der Handelsbeschränkungen zwischen den USA und China im Bereich Halbleitermaterialien beobachtet. Daraus ergab sich bisher kein Wertminderungsbedarf. Es besteht jedoch eine hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Erhöhter Unsicherheitsgrad aufgrund von KlimarisikenAls global agierender Wissenschafts- und Technologiekonzern ist Merck transitorischen und physischen klimabezogenen Risiken ausgesetzt, die sich potenziell negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können und zu einer erhöhten Schätzungsunsicherheit im Rahmen der Bilanzierung beitragen. Zur Erhebung möglicher Auswirkungen aus Klimarisiken wurde im Rahmen eines Projekts zur Implementierung der Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) und mit Unterstützung einer externen Beratungsgesellschaft sowie einer Versicherungsgesellschaft eine strukturierte Klimarisikoanalyse durchgeführt. Reduktionsziele für TreibhausgasemissionenMerck hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 jeweils um 50 % zu reduzieren. Bis 2030 sollen 80 % des Stromeinkaufs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Darüber hinaus plant Merck, die indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 3), definiert als Rate aus Kilotonnen CO 2 -Äquivalenten pro Euro Bruttoergebnis, bis 2030 um 52 % zu reduzieren und bis zum Jahr 2040 einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1-3) zu erreichen. Die genannten Ziele zielen darauf ab, die Aktivitäten von Merck mit den globalen Bemühungen zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C, wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt, in Einklang zu bringen. Die zuvor genannten Ziele sollen unter anderem durch die nachfolgenden Maßnahmen erreicht werden:
Transitorische KlimarisikenTransitorische Klimarisiken beschreiben die Auswirkungen, die aufgrund des Wandels hin zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem für Unternehmen resultieren können. Die größten transitorischen klimabezogenen Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bestehen im Unternehmensbereich Electronics, der deutlich mehr als die Hälfte der direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen des Konzerns verursacht. Ein Großteil dieser Treibhausgasemissionen entsteht prozessbedingt im Rahmen der Herstellung von Spezialgasen für die Halbleiter- beziehungsweise Elektronikindustrie. Zur Erreichung der selbst gesteckten Klimaziele des Konzerns soll beim Geschäft mit diesen Spezialgasen eine Emissionsreduktion insbesondere durch technologische Verbesserungen im Produktionsprozess erzielt werden. Die Werthaltigkeit der im Zusammenhang mit diesen Produkten bilanzierten Vermögenswerte ist abhängig von der erfolgreichen Umsetzung der technologischen Produktionsverbesserungen, da hierdurch langfristig drohende Kostensteigerungen durch die zunehmende Bepreisung von Treibhausgasemissionen weitgehend vermieden werden könnten. Auf der Grundlage des aktuellen Kenntnisstands werden keine wesentlichen Umsatzrückgänge infolge der Umsetzung der Merck-Nachhaltigkeitsstrategie für dieses Geschäft erwartet. Im Ergebnis ergaben sich bislang weder Anzeichen für Wertminderungsbedarf noch das Erfordernis zur Anpassung von Restnutzungsdauern der betreffenden Vermögenswerte. Aufgrund der Langfristigkeit der zugrunde liegenden Analysen und des hohen Unsicherheitsgrads bezüglich der weiteren Entwicklung bestehen ausgeprägte Schätzungsunsicherheiten. Als weitere Maßnahmen zur Reduktion von Klimarisiken schloss der E. Merck-Konzern mehrere virtuelle Bezugsverträge zum Erwerb von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ab und beabsichtigt, diesen auch verstärkt physisch zuzukaufen. Mit der Unterzeichnung der zwei virtuellen Strombezugsverträge für die USA und von drei virtuellen Strombezugsverträgen in Spanien wurden wesentliche Beiträge zur Erreichung der Klimaziele geleistet (siehe hierzu die Ausführungen in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" zu den bestehenden virtuellen Strombezugsverträgen mit Windenergie- beziehungsweise SolarparkProjektentwicklern in den USA und Spanien). Merck nimmt am EU-Emissionshandel teil und erwirbt Emissionszertifikate, soweit die durch öffentliche Stellen kostenlos zugeteilten Zertifikate für die von Merck ausgestoßenen Treibhausgase nicht ausreichend sind. Die Auswirkungen aus diesem EU-Emissionshandel auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt für Merck noch von untergeordneter Bedeutung. Physische KlimarisikenPhysische Klimarisiken sind Risiken, die aus längerfristigen Veränderungen in den allgemeinen klimatischen Bedingungen resultieren können. Bilanzielle Auswirkungen aus physischen Klimarisiken können sich beispielsweise durch eine erforderliche Verkürzung wirtschaftlicher Nutzungsdauern von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens (sogenannte "gestrandete Vermögenswerte"), das Risiko von Betriebsunterbrechungen sowie erhöhte zukünftige Aufwendungen aufgrund notwendiger Adaptionsmaßnahmen zur Sicherung von Standorten ergeben. Im Rahmen der Erhebung der physischen Klimarisiken wurden die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf den E. Merck-Konzern anhand von Erwärmungsszenarien unter Berücksichtigung der Risiken durch Überflutung, Brände, Wind, Hitze, Niederschlag, Dürre, Kälte, Gewitter und Hagel simuliert. Insgesamt ergaben sich aus den identifizierten physischen Klimarisiken bislang keine wesentlichen direkten bilanziellen Auswirkungen. Aufgrund der Langfristigkeit der zugrunde liegenden Analysen und des hohen Unsicherheitsgrads bezüglich der weiteren Entwicklung bestehen hierbei jedoch ausgeprägte Schätzungsunsicherheiten. Übersicht bedeutender Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenNachfolgend sind die Bilanzierungssachverhalte mit den bedeutendsten Ermessensentscheidungen sowie den umfangreichsten zukunftsbezogenen Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten gemäß IAS 1.125 dargestellt:
(4) Ereignisse nach dem BilanzstichtagAm 10. Februar 2025 bestätigte Merck fortgeschrittene Gespräche zu einer möglichen Übernahme von Springworks Therapeutics, Inc., USA. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses gab es keine Gewissheit, ob die Unterzeichnung einer Übernahmevereinbarung zustande kommt. Mit Wirkung zum 1. März 2025 wurde Khadija Ben Hammada als neues Mitglied der Geschäftsleitung der Merck KGaA und Chief People Officer ernannt. Darüber hinaus sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag von besonderer Bedeutung, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist, eingetreten. Zusammensetzung des Konzerns(5) KonsolidierungskreisBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeKonsolidierungskreisTochtergesellschaften, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns unwesentlich sind, werden nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen und stattdessen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte"). Der Konsolidierungskreis entwickelte sich im Berichtszeitraum wie folgt:
Bei den nicht konsolidierten Tochtergesellschaften handelt es sich überwiegend um nicht operativ tätige Vorratsgesellschaften und Gesellschaften in Liquidation, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurden. Insgesamt betrugen die Auswirkungen der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochtergesellschaften auf Umsatzerlöse, Ergebnis nach Steuern, Vermögenswerte und Eigenkapital bezogen auf den gesamten E. Merck-Konzern weniger als 1 %. Bei den beiden at-equity bewerteten Gesellschaften handelt es sich um Syntropy Technologies LLC, USA, und MM Domain Holdco Limited, Großbritannien. Daneben besteht ebenso wie im Vorjahr eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Resonac Versum Materials Co. LTD, Japan) im Sinne des IFRS 11. Die gemeinschaftliche Tätigkeit ist für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich. Auswirkungen aus bestehenden vertraglichen Vereinbarungen in diesen Zusammenhängen haben ebenfalls keinen potenziell wesentlichen Einfluss. Eine Aufstellung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie des gesamten Anteilsbesitzes der E. Merck KG erfolgt in Anmerkung (46) "Aufstellung des Anteilsbesitzes". (6) Akquisitionen und DesinvestitionenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeUnternehmenszusammenschlüsseDie Bilanzposten Geschäfts- oder Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und latente Steuerschulden sind maßgeblich durch Kaufpreisallokationen beeinflusst, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen durchgeführt werden. Da für die erworbenen sonstigen immateriellen Vermögenswerte überwiegend keine am Markt beobachtbaren Preise vorliegen, wird bei Unternehmenserwerben regelmäßig auf die Expertise externer Gutachter zurückgegriffen. Die im Rahmen von Kaufpreisallokationen üblicherweise zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten angewandten Verfahren sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:
Ergebnisse aus der Fremdwährungssicherung erwarteter Unternehmenserwerbe mit Ausnahme des Ertragsteuereffekts werden, soweit sie die Anforderungen einer bilanziellen Sicherungsbeziehung erfüllen, mit dem Buchwert des erworbenen Nettovermögenswerts verrechnet. Wenn das Management es als angemessen erachtet, wird transaktionsbezogen der optionale Konzentrationstest des IFRS 3.B7B angewendet, anhand dessen die bilanzielle Abbildung einer Transaktion im Konzernabschluss ermittelt wird. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenUnternehmenszusammenschlüsseSchätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen bestehen im Rahmen von Kaufpreisallokationen insbesondere in Bezug auf
DesinvestitionenDie Einschätzung, ab wann ein langfristiger Vermögenswert, eine Veräußerungsgruppe oder ein aufgegebener Geschäftsbereich die Voraussetzungen des IFRS 5 für eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, ist ermessensbehaftet. Selbst im Fall einer vorliegenden Managemententscheidung zur Prüfung einer Veräußerung ist eine unsicherheitsbehaftete Einschätzung zu treffen, ob und zu welchem Zeitpunkt eine entsprechende Veräußerung höchstwahrscheinlich stattfinden wird. Akquisitionen des GeschäftsjahresErwerb von Mirus Bio LLC, USAMerck schloss die am 22. Mai 2024 bekannt gegebene Vereinbarung zur Übernahme des Life-Science-Unternehmens Mirus Bio LLC, USA, (Mirus Bio), am 31. Juli 2024 nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen erfolgreich ab. Der Kaufpreis gemäß IFRS 3 für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 617 Mio. US$ (570 Mio. €) in bar. Bedingte Gegenleistungen wurden nicht vereinbart. Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 554 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen. Mirus Bio ist auf die Entwicklung und Vermarktung von Transfektionsreagenzien spezialisiert. Transfektionsreagenzien wie TransIT-VirusGEN ® von Mirus Bio werden verwendet, um genetisches Material in Zellen zu übertragen. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Mit dem Erwerb von Mirus Bio verfolgt Merck im Unternehmensbereich Life Science das Ziel, Lösungen für jeden Schritt in der Herstellung von viralen Vektoren anzubieten. Zum Zeitpunkt der Konzernabschlusserstellung lag für die immateriellen Vermögenswerte und die latenten Steuerschulden eine vorläufige Kaufpreisallokation vor, da sich Erkenntnisse über Umfang und Wert des erworbenen Vermögens sowie anderer Allokationsparameter noch ändern könnten. Wesentliche Eventualverbindlichkeiten wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht identifiziert. Der vorläufige Unterschiedsbetrag in Höhe von 365 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Dieser beinhaltet erwartete Synergien, die sich aus der Integration von Mirus Bio in den E. Merck-Konzern ergeben werden, erwartete Erlöse aus technischen Neuerungen und Weiterentwicklungen, die über das bisher bestehende Produkt-, Entwicklungs- und Kundenportfolio hinausgehen sowie nicht ansetzbare immaterielle Vermögenswerte wie das Know-how des Mitarbeitendenstamms. Der in US-Dollar geführte Geschäfts- oder Firmenwert wurde vollständig dem Unternehmensbereich Life Science zugeordnet und erhöhte sich durch die Wechselkursentwicklung von 365 Mio. € beim erstmaligen Ansatz auf 379 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Er ist erwartungsgemäß nicht für steuerliche Zwecke abzugsfähig. Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige Mirus BioGeschäft mit 7 Mio. € zu den Konzernumsatzerlösen sowie mit -6 Mio. € zum Konzernergebnis nach Steuern bei. In diesem Ergebnis wurden die höheren Herstellungskosten aufgrund der Anpassung der erworbenen Vorräte auf die beizulegenden Zeitwerte sowie die Abschreibungen der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und neu bewerteten Vermögenswerte berücksichtigt. Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.164 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.774 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen. Bei der Ermittlung wurde angenommen, dass die aus der Kaufpreisallokation resultierenden Buchwertanpassungen identisch gewesen und in ihrer Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend ihrer Nutzungsdauer berücksichtigt worden wären. Übernahme von Unity-SC SAS, FrankreichMerck erwarb mit Wirkung zum 31. Oktober 2024 Unity-SC SAS, Frankreich, (Unity-SC). Unity-SC ist ein Anbieter von Metrologie- und Inspektionsgeräten für die Halbleiterindustrie und dient der Ergänzung und Vervollständigung der Expertise und des Portfolios der Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) im Unternehmensbereich Electronics. Der Kaufpreis gemäß IFRS 3 für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 144 Mio. € in bar sowie potenzielle Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen in Höhe von maximal 45 Mio. €, die vom Erreichen bestimmter umsatzbezogener Meilensteine abhängig sind. Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 138 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen. Zum Abschlussstichtag lagen aufgrund der zeitlichen Nähe zum Übernahmezeitpunkt noch keine Kaufpreisallokation und keine Bewertung der bedingten Gegenleistungen vor. Der vorläufig ermittelte Unterschiedsbetrag zwischen gezahltem Kaufpreis und erworbenem Nettovermögen in Höhe von 122 Mio. € wurde vollständig dem Unternehmensbereich Electronics zugeordnet. Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige Unity-SC-Geschäft mit 15 Mio. € zu den Konzernumsatzerlösen sowie mit 3 Mio. € zum Konzernergebnis nach Steuern bei. Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.182 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.775 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen. Übernahme von Hub Organoids Holding B.V, NiederlandeMerck übernahm mit Wirkung zum 23. Dezember 2024 alle Anteile der Hub Organoids Holding B.V., Niederlande, (HUB). HUB verfügt über ein grundlegendes Patentportfolio für Organoide. Organoide sind Zellkulturmodelle, die funktionell einem Organ ähneln. HUB schließt mit seiner Technologie und seinem Serviceangebot die Lücke zwischen dem Labor und klinischen Studien, indem es ermöglicht, potenzielle klinische Kandidaten in einem In-vitro-System zu identifizieren und zu validieren. Der Kaufpreis für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 83 Mio. € in bar. Des Weiteren wurden potenzielle Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen in Höhe von maximal 40 Mio. € vereinbart, die zum Erwerbszeitpunkt mit 18 Mio. € bewertet wurden. Die bedingten Gegenleistungen stehen in Abhängigkeit davon, ob die vereinbarten produktentwicklungs- sowie umsatzbezogenen Meilensteine erreicht werden. Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 81 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen. Zum Abschlussstichtag lag aufgrund der zeitlichen Nähe zum Übernahmezeitpunkt noch keine Kaufpreisallokation vor. Der vorläufig ermittelte Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und erworbenem Nettovermögen belief sich auf 103 Mio. € und wurde vollständig dem Unternehmensbereich Life Science zugeordnet. Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige HUB-Geschäft weder zu den Konzernumsatzerlösen noch zum Konzernergebnis nach Steuern bei. Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.168 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.785 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen. Vorläufig beizulegende Zeitwerte und übernommene Buchwerte der Akquisitionen
DesinvestitionenVereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-GeschäftsMerck gab am 25. Juli 2024 den Abschluss einer Vereinbarung zur Veräußerung der Geschäftseinheit Surface Solutions des Unternehmensbereichs Electronics an Global New Material International Holdings Ltd., Kaimaninseln, bekannt. Der vereinbarte Kaufpreis vor Kaufpreisanpassungen für Zahlungsmittel und Finanzschulden beträgt 665 Mio. €. Die Vereinbarung umfasst einen Großteil der weltweiten Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten des Surface-Solutions-Geschäfts. Ihre Durchführung ist abhängig von behördlichen Genehmigungen in allen wesentlichen Märkten sowie dem Aufbau selbstständiger Surface-Solutions-Gesellschaften in einigen Jurisdiktionen. Mit dem Abschluss der Transaktion wird im 2. Halbjahr 2025 gerechnet. Die Umsätze des Surface-Solutions-Geschäfts und die abgehenden Vermögenswerte einschließlich des anteilig abgehenden Geschäfts- oder Firmenwerts des Unternehmensbereichs Electronics betrugen im Berichtsjahr beziehungsweise zum Stichtag jeweils weniger als 2,5 % der entsprechenden Werte des E. Merck-Konzerns. Die direkt im Eigenkapital erfassten kumulativen Erträge, die in Verbindung mit der Abgangsgruppe stehen, betrugen 112 Mio. €. Zum Bilanzstichtag wurden folgende Vermögenswerte und Schulden der Abgangsgruppe in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beziehungsweise in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten umgegliedert:
Weitere zur Veräußerung gehaltene VermögenswerteDie zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beinhalteten auch Vermögenswerte des Anlagevermögens eines französischen Life Science- und Healthcare-Standorts. Eine Vereinbarung zur Veräußerung wurde im 4. Quartal 2024 abgeschlossen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird vorbehaltlich der Umsetzung vertraglich vereinbarter Bedingungen und behördlicher Genehmigungen im 3. Quartal 2025 gerechnet. Veräußerung der Anteile an Calypso Biotech B.V., NiederlandeDie zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2023 beinhalteten eine Eigenkapitalbeteiligung sowie eine Wandelanleihe an dem M-Ventures-Beteiligungsunternehmen Calypso Biotech B.V., Niederlande, (Calypso). Calypso ist ein Biotechunternehmen, das Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen entwickelt. Es war den Konzernkosten und Sonstiges zugeordnet. Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2024 vollständig durch die Novartis AG, Schweiz, übernommen. Die Veräußerungsgruppe umfasste langfristige Eigenkapitalinstrumente in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurden, sowie eine Wandelanleihe von Calypso in Höhe eines mittleren einstelligen Millionen-Eurobetrags, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurde. Die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulativen Erträge beliefen sich auf 48 Mio. €. (7) Kollaborations- und LizenzvereinbarungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAuslizenzierungsvereinbarungenWesentliche Auslizenzierungen von geistigem Eigentum schließt Merck vornehmlich im Unternehmensbereich Healthcare ab. Dabei stellt die Lizenzgewährung regelmäßig eine eigenständige Leistungsverpflichtung dar, die üblicherweise zeitpunktbezogen zu realisieren ist. Eine Ertragsrealisierung bedingter Gegenleistungen erfolgt aufgrund der Unsicherheit von Entwicklungsergebnissen und regulatorischen Ereignissen in aller Regel, wenn das entsprechende Ereignis eingetreten ist. Die Realisierung umsatz- oder nutzungsabhängiger Entgelte erfolgt grundsätzlich, wenn der Vertragspartner die entsprechenden Verkäufe tätigt oder das geistige Eigentum nutzt. Da Auslizenzierungstransaktionen im Unternehmensbereich Healthcare nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erfolgen und die Lizenznehmer keine Kunden im Sinne des IFRS 15 sind, werden dazugehörige Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen (siehe Anmerkung (13) "Sonstige betriebliche Erträge"). EinlizenzierungsvereinbarungenDie Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für Einlizenzierungen von geistigem Eigentum sind in Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" dargestellt. KollaborationsvereinbarungenNeben Ein- und Auslizenzierungsvereinbarungen zur Nutzung von geistigem Eigentum schließt Merck im Unternehmensbereich Healthcare Kollaborationsvereinbarungen ab, in denen der Konzern gemeinschaftlich mit Partnerunternehmen pharmazeutische Wirkstoffkandidaten entwickelt und im Falle einer Zulassungserteilung vermarktet. Aufgrund der fehlenden Kundeneigenschaft der Partnerunternehmen liegen diese Kollaborationsvereinbarungen nicht unmittelbar im Anwendungsbereich von IFRS 15 und etwaige Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Gegenseitige Erstattungen von Entwicklungsaufwendungen werden innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. Im Rahmen von Kollaborationsvereinbarungen erhaltene Gegenleistungen für die regelmäßig gebündelte Verpflichtung aus gewährten Rechten an geistigem Eigentum und weiteren Leistungsversprechen realisiert Merck im Einklang mit der Industriepraxis über den Leistungszeitraum als Ertrag. Risikobehaftete zukünftige Meilensteinzahlungen, die bereits erfüllten vertraglichen Verpflichtungen zuzuordnen sind, führen im Falle ihres Eintritts zu einer kumulativen Nachholung von Erträgen. Dies betrifft insbesondere Meilensteinzahlungen infolge einer Zulassungserteilung. Typisch für Kollaborationsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare ist ferner, dass im Falle einer erfolgreichen Zulassung den jeweiligen Kollaborationspartnern die Umsatzerlöse in bestimmten Märkten oder für bestimmte Produkte zustehen, während definierte Aufwendungen und Erträge wiederum in einem fixierten Verhältnis geteilt werden. In dieser Konstellation realisiert Merck Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten an Drittkunden, sofern die Rolle des Prinzipals im Sinne des IFRS 15 ausgeübt wird. Aufwendungen aus der Abführung von Ergebnisbeteiligungen an den Kollaborationspartner werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenKollaborations- und LizenzvereinbarungenIm Rahmen der bilanziellen Abbildung von Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen sind in den folgenden Bereichen bedeutende Ermessensentscheidungen zu treffen:
Schätzungen sind insbesondere bei der Bestimmung des Transaktionspreises sowie des Leistungsfortschritts vorzunehmen. Strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Wirkstoffen im Bereich Immunonkologie und deren Beendigung mit Wirkung zum 30. Juni 2023Die am 17. November 2014 mit Pfizer Inc., USA, (Pfizer), geschlossene, weltweit geltende strategische Allianz über die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Anti-PD-L1-Antikörpers Avelumab (Zulassung 2017 unter dem Handelsnamen Bavencio ®) wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2023 beendet. Mit Wirksamwerden der Beendigungsvereinbarung verfügt Merck über die exklusiven weltweiten Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung und hat somit die vollständige Kontrolle über Bavencio ®. Nach der Beendigungsvereinbarung steuert Merck sämtliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Ebenso verbleiben die Herstellung des Produkts und die Bedienung der Lieferkette vollständig bei Merck. Die Durchführung der Kollaborationsvereinbarung erfolgte nicht innerhalb eines eigenständigen Vehikels. In der Vermarktungsphase wurde der überwiegende Anteil aus den Verkäufen von Bavencio ® als Umsatzerlöse erfasst, wobei bis zur Beendigung der Vereinbarung eine rechnerisch hälftige Teilung der Umsatzerlöse wie auch eine hälftige Teilung definierter Aufwandskomponenten vorgenommen wurde und ein sich daraus ergebender Saldo als Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen erfasst wurde (Vorjahr: 143 Mio. €). An die Stelle der bisherigen Abrechnung tritt eine Lizenzgebühr in Höhe von 15 % auf definierte Umsatzerlöse von Bavencio ® , die in den Umsatzkosten ausgewiesen wird (siehe Anmerkung (10) "Umsatzkosten"). Die mit Bavencio ® im Geschäftsjahr 2024 erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 735 Mio. € (Vorjahr: 713 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2024 erfasste Merck wie im Vorjahr Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags. Einlizenzierungsvereinbarung mit Debiopharm International SA, Schweiz, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Kopf-Hals-TumorenAm 24. Juni 2024 gab Merck bekannt, die im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2021 von Debiopharm International SA, Schweiz, einlizenzierten Wirkstoffkandidaten Xevinapant stehenden klinischen Studien nicht fortzusetzen. Die pivotale Phase-III-Studie (TrilynX TM ) untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Chemoradiotherapie bei Patienten mit nicht resezierten, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Weitere klinische Studien in Phase III und Phase Ib untersuchten unterschiedliche Kombinationen mit Radiotherapie oder Chemoradiotherapie in anliegenden Patientenpopulationen mit LA SCCHN. Die Entscheidung erfolgte basierend auf einer planmäßigen Interimsanalyse der TrilynX TM -Studie, aus der hervorging, dass die Studie ihren primären Endpunkt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erreichen würde. Die Beendigung des Programms führte zur Wertminderung eines immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 140 Mio. €, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde, sowie zum Ansatz einer Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags, deren Zuführung unter den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen wurde. Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd., China, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von metastasierendem KolorektalkarzinomMerck gab am 30. Oktober 2023 den Abschluss einer Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd., China, (Hengrui), über eine weltweite Exklusivlizenz außerhalb Chinas für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des PARP1-Inhibitors HRS-1167 sowie eine entsprechende Option für SHR-A1904, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, bekannt. Merck verpflichtete sich zur Leistung einer Einstandszahlung in Höhe von 160 Mio. € für erworbene Rechte und zukünftig durch den Veräußerer zu erbringende Entwicklungsaktivitäten. Weitere Meilensteinzahlungen sind bei Erreichen bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsziele vorgesehen. Die Vereinbarung umfasst weiterhin gestaffelte Lizenzzahlungen in Abhängigkeit von potenziellen Umsatzerlösen. Der Erwerb der Rechte führte initial zum Ansatz eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 147 Mio. €. Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von tenosynovialem RiesenzelltumorMerck gab am 4. Dezember 2023 den Abschluss einer Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, (Abbisko), über eine Exklusivlizenz für China, Hongkong, Macau und Taiwan sowie einer Option auf eine Exklusivlizenz für den Rest der Welt für die Vermarktung von Pimicotinib bekannt. Pimicotinib ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher, oraler, hoch selektiver und potenter niedermolekularer Antagonist des koloniestimulierenden Faktor-1-Rezeptors. Am 12. November 2024 gab Merck bekannt, dass die zulassungsrelevante Phase-III-Studie MANEUVER ihren primären Endpunkt erreicht hat. In der Studie zeigte sich eine signifikante Verbesserung der objektiven Ansprechrate bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor. Zudem belegte die Studie statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen bei den sekundären Endpunkten wie beispielsweise Steifheit oder Schmerzen. Merck verpflichtete sich zur Leistung einer Einstandszahlung in Höhe von 70 Mio. US$ (64 Mio. €) für erworbene Rechte und zukünftig durch den Veräußerer zu erbringende Entwicklungsaktivitäten. Bei Ausübung der Option ist weiterhin eine Optionsausübungsprämie an Abbisko zu zahlen. Abbisko erhält zudem zusätzliche Zahlungen für das Erreichen bestimmter zulassungs- und vermarktungsbezogener Meilensteine sowie gestaffelte Lizenzgebühren auf die Umsatzerlöse von Merck. Der Erwerb der Rechte führte zum Ansatz eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 45 Mio. €. Operative Geschäftstätigkeit(8) SegmentberichterstattungBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSegmentberichterstattungDie Geschäftstätigkeit des E. Merck-Konzerns ist in die drei operativen Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics sowie die zentralen Konzernfunktionen gegliedert. Mit dieser Gliederung entspricht die Segmentierung der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Der Unternehmensbereich Life Science umfasst das Geschäft mit Instrumenten, Chemikalien und Ausrüstungen für Forschungslabore, Biotech- und Pharmahersteller sowie die Industrie; der Unternehmensbereich Healthcare erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Arzneimittel und Biopharmazeutika und der Unternehmensbereich Electronics liefert Materialien für die Halbleiter- und Displayindustrie sowie für die Oberflächengestaltung. Die drei Unternehmensbereiche unterscheiden sich bezüglich ihrer Produkte und Dienstleistungen, ihrer Kunden, ihrer Vertriebsstrukturen und -prozesse und des jeweiligen regulatorischen Umfelds. Die in den einzelnen Unternehmensbereichen zusammengefassten Aktivitäten weisen jedoch jeweils eine hohe Ähnlichkeit bezüglich der genannten Kriterien auf. Daneben werden in den zentralen Konzernfunktionen sowohl Serviceaktivitäten, die für alle Unternehmensbereiche einheitlich sind, als auch weitere Konzernfunktionen, die keinem Unternehmensbereich zugeordnet sind, zusammengefasst. Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Geschäftsentwicklung werden durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA als Hauptentscheidungsträger auf Ebene der Unternehmensbereiche wahrgenommen. Die im Segmentbericht dargestellte Spalte "Konzernkosten und Sonstiges" beinhaltet neben den direkten Aktivitäten der zentralen Konzernfunktionen auch Aufwendungen und Erträge, Vermögenswerte und Schulden sowie Zahlungsströme, die aufgrund ihrer Steuerung auf Konzernebene in den zentralen Konzernfunktionen den berichtspflichtigen Segmenten nicht zugeordnet werden. Darunter fallen insbesondere Aufwendungen und Erträge aus der Fremdwährungsabsicherung operativer Transaktionen, Finanzierungsaufwendungen und -erträge, welche die Zinsaufwendungen und -erträge enthalten, sowie Ertragsteueraufwendungen und -erträge. Ebenso werden Finanzschulden, Pensionsrückstellungen sowie Ertragsteueransprüche beziehungsweise -verbindlichkeiten der Spalte "Konzernkosten und Sonstiges" zugeordnet. Im Weiteren dient sie der Überleitung auf die Konzernwerte. Maßstab für den Erfolg eines Segments ist neben den Umsatzerlösen vor allem das EBITDA pre (Segmentergebnis). Das EBITDA pre ist eine Kennzahl, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert ist. Sie stellt jedoch die wichtigste Steuerungsgröße für den E. Merck-Konzern dar. Um ein besseres Verständnis des operativen Geschäfts zu vermitteln, werden beim EBITDA pre Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie die unten dargestellten Anpassungen nicht berücksichtigt. Die Segmentdaten leiten sich aus den Finanzinformationen ab, die auf den im Konzernabschluss verwendeten IFRS basieren. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse wurden für alle Unternehmensbereiche marktorientiert festgelegt. Vermögenswerte des Anlagevermögens werden den Segmenten nach dem Prinzip des größten Nutzungsanteils zugeordnet. Dementsprechend erfolgt auch eine Zuordnung des Abschreibungsaufwands. Vermögenswerte des Anlagevermögens werden im Anschluss an konzerninterne Verkäufe beim Erwerber stets zu fortgeführten Konzernanschaffungs- oder -herstellungskosten aktiviert. Die Allokation von Serviceleistungen der Konzernfunktionen erfolgt auf der Basis von Plandaten. Etwaige Abweichungen der tatsächlich angefallenen Kosten werden nicht den operativen berichtspflichtigen Segmenten zugeordnet, sondern verbleiben in der Spalte "Konzernkosten und Sonstiges". Informationen nach Unternehmensbereichen - 2024
1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
Informationen nach Unternehmensbereichen - 2023
1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
Informationen nach Ländern und Regionen - 2024
1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
Informationen nach Ländern und Regionen - 2023
1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
Im Geschäftsjahr 2024 sowie im Vorjahr erzielte der Konzern mit keinem Kunden mehr als 10 % der Gesamtumsatzerlöse. Im Folgenden ist die Überleitung der Segmentergebnisse aller operativen Geschäfte auf das Ergebnis vor Ertragsteuern des E. Merck-Konzerns dargestellt:
Die Anpassungen setzten sich dabei folgendermaßen zusammen:
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
Die Restrukturierungsaufwendungen entfielen im Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen auf Programme zur Steigerung der Effizienz im Unternehmensbereich Life Science (46 Mio. €; Vorjahr: 19 Mio. €) sowie auf ein Programm zur weiteren Verbesserung der Prozesse und zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen (41 Mio. €; Vorjahr: 126 Mio. €, siehe Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen"). Die Integrations- und IT-Aufwendungen im Geschäftsjahr 2024 sind ebenso wie im Vorjahr auf Aufwendungen für die Weiterentwicklung von ERP-Systemen zurückzuführen. Gewinne aus abgegangenen Geschäften entstanden ebenso wie im Vorjahr hauptsächlich aus einer Bewertungsanpassung für das Erreichen von Meilensteinen im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2017 veräußerten Biosimilars-Geschäft an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, siehe Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". In den sonstigen Anpassungen sind die Verluste aus der Nettoposition der monetären Vermögenswerte und Schulden aus der Hochinflationsbilanzierung in Argentinien und in der Türkei enthalten, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden (siehe Anmerkungen (2) "Grundlagen der Berichterstattung" sowie (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen"). Die als Anpassungen berücksichtigten Wertminderungen entfielen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 194 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €), insbesondere in den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science, siehe Anmerkungen (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen" und (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte", sowie auf Sachanlagen in Höhe von 83 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €), siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen". Die Anpassungen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen und diesen wie folgt zuzuordnen: 2024
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
2023
1 Nach den International Financial Reporting
Standards (IFRS) nicht definiert.
(9) UmsatzerlöseBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeArt und Zeitpunkt der UmsatzrealisierungUmsatzerlöse werden realisiert, sobald der Kunde die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert erlangt. Bei Güterverkäufen ist dies regelmäßig der Fall, sobald eine Lieferung den Kunden erreicht hat, da der Kunde vor diesem Zeitpunkt im Regelfall noch keinen Nutzen aus den Produkten ziehen kann. Bei Verkäufen von Apparaturen sind die Voraussetzungen zur Umsatzrealisierung erst nach erfolgter Installation gegeben, sofern die Installationsleistung spezialisiertes Wissen erfordert, keine reine Nebenleistung ist und der betreffende Apparat erst nach erfolgter Installation durch den Kunden genutzt werden kann. Bei Dienstleistungsverträgen sowie kundenspezifischer Auftragsfertigung von Gütern und Apparaturen erfasst Merck die Umsatzerlöse zeitraumbezogen entsprechend dem Leistungsfortschritt, sofern im Kündigungsfall ein vertraglicher Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden für bereits erbrachte Leistungen besteht sowie keine alternative Nutzungsmöglichkeit gegeben ist. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts werden kontraktspezifisch input- oder outputorientierte Verfahren angewendet. Wenngleich die Messung des Leistungsfortschritts anhand inputorientierter Methoden bevorzugt erfolgt, wird immer dann auf outputorientierte Verfahren zurückgegriffen, wenn beispielsweise der Input nicht verlässlich bestimmt werden kann. Konkret erfolgt die Ermittlung des Leistungsfortschritts überwiegend auf Grundlage erreichter Meilensteine, der abgelaufenen Zeit, der gelieferten Einheiten oder der angefallenen Kosten im Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten. Es erfolgen in geringem Umfang Lizenzgewährungen von geistigem Eigentum. Im Unternehmensbereich Healthcare finden diese Transaktionen im Gegensatz zu den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics üblicherweise nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit statt, sodass die dazugehörigen Erträge in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden (siehe Anmerkungen (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen" sowie (13) "Sonstige betriebliche Erträge"). Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere separate Leistungsverpflichtungen beinhalten, werden anteilig erfasst, wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Derartige Mehrkomponentenverträge bestehen lediglich in sehr geringem Umfang im Unternehmensbereich Life Science. Bestimmung des TransaktionspreisesMerck gewährt Kunden verschiedene Arten von Rückvergütungen und Preisnachlässen, die ebenso wie die erwarteten Erstattungen aus Rückgaberechten und staatlichen Zwangsabgaben sowie Rabatten aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen erlösmindernd erfasst werden. Der weit überwiegende Teil dieser Erlösminderungen entfällt auf den Unternehmensbereich Healthcare und hier im Besonderen auf Verkäufe in den USA. Erlösminderungen, die auf der Rechnung preismindernd ausgewiesen sind und von Kunden bei Rechnungsbegleichung voraussichtlich einbehalten werden, werden beim Ansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Erwartete Rückvergütungen, wie Bonuszahlungen, Erstattungen für Rückgaberechte oder Rabatte aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen, sind in der Konzernbilanz unter den Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Die Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten aus erwarteten Rückvergütungen und Preisnachlässen erfolgt unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit, Kenntnissen über spezifische Vertragsbedingungen, Informationen über die Preisgestaltung, erwarteten Wachstumsraten der Absatzmenge sowie externen Informationen von Distributoren und Branchendiensten. Die Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Rückgaberechten erfolgt unter Berücksichtigung von historischen Rücksendequoten für einzelne Produktgruppen, Informationen von Distributoren über Lagerbestände sowie zusätzlich auf Basis von Informationen zum Produktabsatz (im Unternehmensbereich Healthcare). Vertragliche ZahlungsvereinbarungenDa der weit überwiegende Anteil der Umsatzerlöse des E. Merck-Konzerns durch einfach strukturierte Verkaufstransaktionen erzielt wird, hat Merck in der Regel einen Anspruch auf Zahlung nach Erfüllung der Leistungsverpflichtung. Die mit den Kunden vertraglich vereinbarten Zahlungsziele betragen in der Regel zwischen 30 und 60 Tage. ErleichterungsvorschriftenMerck macht von der Erleichterungsvorschrift des IFRS 15 Gebrauch, auf eine Anpassung der zugesagten Gegenleistung um eine signifikante Finanzierungskomponente zu verzichten, sofern die erwartete Zeitspanne zwischen Erfüllung einer Leistungsverpflichtung und der Zahlung durch den Kunden lediglich bis zu einem Jahr beträgt. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenErlösminderungenDie Bewertung der Erlösminderungen und der dazugehörigen Rückerstattungsverbindlichkeiten erfordert umfangreiche Schätzungen. Unsicherheiten bestehen insbesondere dahin gehend, inwieweit Erfahrungswerte der Vergangenheit für erwartete Rückvergütungen, wie Bonuszahlungen, Erstattungen für Rückgaberechte oder Rabatte aus Gesundheitsplänen und -programmen, eine verlässliche Grundlage für die Ableitung der zukünftigen Entwicklung darstellen. Ferner erfolgt die Ermittlung der Erlösminderungen unter Hinzuziehung externer Informationen von Distributoren und Branchendiensten, die außerhalb des Einflussbereichs von Merck liegen und ebenfalls unsicherheitsbehaftet sind. Die vorgenannten Schätzungsunsicherheiten bestehen mangels historischer Erfahrungswerte in besonderem Maße bei Produkteinführungen im Unternehmensbereich Healthcare. Etwaige Schätzungsänderungen der oben genannten Parameter entfalten einen kumulativen Effekt auf die Umsatzerlöse der jeweiligen Anpassungsperiode. Sofern die Rückerstattungsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag um 10 % höher anzusetzen gewesen wären, hätte dies zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern in Höhe von 87 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) geführt. Die Umsatzerlöse nach den wesentlichen Geschäftseinheiten/Produkten stellten sich wie folgt dar: Life Science
Healthcare
Electronics
In den nachfolgenden Tabellen sind die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden für die Unternehmensbereiche nach Art der Produkte und Regionen näher aufgeteilt: 2024in Mio. €
2023in Mio. €
Von den Konzernumsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. € (Vorjahr: 20.993 Mio. €) wurden im Geschäftsjahr 2024 rund 5 % (2024: 1.086 Mio. €, Vorjahr: 1.119 Mio. €) zeitraumbezogen realisiert. Dies betraf im Wesentlichen Umsatzerlöse aus Dienstleistungen im Unternehmensbereich Life Science sowie Umsatzerlöse aus dem Projektgeschäft der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions im Unternehmensbereich Electronics. Der Betrag der zum Abschlussstichtag bereits eingegangenen Bestellungen, die in zukünftigen Perioden zu Umsatzerlösen führen werden, belief sich zum 31. Dezember 2024 auf rund 4 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 4 Mrd. €), davon entfielen auf den Unternehmensbereich Life Science rund 3 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 3 Mrd. €). Erwartungsgemäß werden etwa 9 % der eingegangenen Bestellungen im Geschäftsjahr 2026 oder Folgejahren zu Umsatzerlösen führen (31. Dezember 2023: etwa 13 % im Geschäftsjahr 2025 oder Folgejahren). Die Rückerstattungsverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt: 2023
2024
Die Entwicklung der Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten ist in den Anmerkungen (25) "Vertragsvermögenswerte" sowie (28) "Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten" dargestellt. (10) UmsatzkostenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeUmsatzkostenDie Umsatzkosten umfassen im Wesentlichen die Kosten der abgesetzten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten, wie zum Beispiel Material-, Personal- und Energiekosten sowie Abschreibungen, auch die dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten sowie Wertminderungen und Wertaufholungen auf Vorräte. Die Umsatzkosten beinhalteten Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (ohne Abschreibungen auf selbst erstellte oder einzeln erworbene Software) in Höhe von 131 Mio. € (Vorjahr: 173 Mio. €). Der Materialaufwand im Geschäftsjahr 2024 betrug 3.753 Mio. € (Vorjahr: 3.709 Mio. €) und wurde in den Umsatzkosten ausgewiesen. Zudem enthielten die Umsatzkosten Lizenzaufwendungen für Bavencio ® in Höhe von 111 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) infolge der Beendigungsvereinbarung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, zum 30. Juni 2023 (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Die Wertminderungsaufwendungen von Vorräten in der Berichtsperiode beliefen sich auf 329 Mio. € (Vorjahr: 424 Mio. €); Wertaufholungen wurden in Höhe von 278 Mio. € (Vorjahr: 237 Mio. €) berücksichtigt. (11) Marketing- und VertriebskostenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeMarketing- und VertriebskostenDie Marketing- und Vertriebskosten beinhalten innerhalb der Logistikaufwendungen auch Aufwendungen für im Auftrag von Kunden übernommene Transportdienstleistungen. Die dazugehörigen Erträge aus diesen Dienstleistungen werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte innerhalb der Marketing- und Vertriebskosten entfallen im Wesentlichen auf Kundenbeziehungen, Lizenzen und ähnliche Rechte sowie Markennamen und Warenzeichen. Die Marketing- und Vertriebskosten setzten sich wie folgt zusammen:
1 Ohne Abschreibungen auf selbst erstellte oder
einzeln erworbene Software.
Gestiegene Kosten im Innen- und Außendienst entstanden unter anderem durch den Aufbau einer eigenen Vertriebsstruktur nach der Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, im Bereich der Immunonkologie zu Bavencio ® mit Wirkung zum 30. Juni 2023. Von den Lizenz- und Provisionsaufwendungen entfielen 52 Mio. € (Vorjahr: 51 Mio. €) auf die Vermarktung von Erbitux ®. (12) Forschungs- und EntwicklungskostenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeForschungs- und EntwicklungskostenDer Posten umfasst die Kosten der konzerneigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die bei Forschungs- und Entwicklungskooperationen entstehenden Aufwendungen sowie die Kosten klinischer Studien im Unternehmensbereich Healthcare (sowohl bis zur Erteilung einer Zulassung als auch nach erteilter Zulassung). Hinsichtlich der Aktivierung von Entwicklungskosten sowie zur Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen, die im Rahmen von Einlizenzierungen vereinbart werden, wird auf Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" verwiesen. Kostenerstattungen für Forschung und Entwicklung werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. Der innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesene Nettoertrag aus erhaltenen und zurückgezahlten Zuschüssen und Erstattungen belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 12 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €). Die Beendigung des Xevinapant-Programms führte zum Ansatz einer Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags, deren Zuführung unter den Forschungs- und Entwicklungskosten im Unternehmensbereich Healthcare ausgewiesen wurde (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). (13) Sonstige betriebliche ErträgeBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige betriebliche ErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge umfassen sämtliche Erträge, die aufgrund ihres Charakters weder den Umsatzerlösen noch den Finanzierungserträgen zuzuordnen sind. Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und LizenzzahlungenDie Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen umfassen Gegenleistungen, die Merck von Vertragspartnern vereinnahmt, die keine Kunden sind. Dies betrifft insbesondere Kollaborations- und Auslizenzierungsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Erträge aus der Anpassung bedingter GegenleistungenDie bilanzielle Behandlung bedingter Gegenleistungen, die bei der Veräußerung eines Geschäfts im Sinne des IFRS 3 vereinbart wurden, ist in Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" dargestellt. Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Erträge stellte sich wie folgt dar:
Die Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen beinhalten im Wesentlichen Lizenzerträge für Interferon-Beta-Produkte (Biogen Inc., USA). Die Erträge aus der Anpassung bedingter Gegenleistungen beinhalten wie im Vorjahr hauptsächlich eine Bewertungsanpassung für das Erreichen von Meilensteinen im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2017 veräußerten Biosimilars-Geschäft an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe. Die Erträge aus Abgängen von Geschäften und Vermögenswerten entfielen im Vorjahr im Wesentlichen auf Erträge aus den Veräußerungen einer nicht strategischen Marke im Unternehmensbereich Healthcare sowie eines Portfolios von Lizenzen und Patenten im Unternehmensbereich Electronics. Hinsichtlich der Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten wird auf Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen" verwiesen. (14) Sonstige betriebliche AufwendungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige betriebliche AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen sämtliche Aufwendungen, die weder einer Funktionskostenart noch den Finanzierungsaufwendungen sinnvoll zuordenbar sind. Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellte sich wie folgt dar:
Die Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten betrafen in Höhe von 243 Mio. € (Vorjahr: 81 Mio. €) immaterielle Vermögenswerte (siehe Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte"), wovon 140 Mio. € im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms standen (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Darüber hinaus fielen Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) an (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen"). Die Projektaufwendungen entstanden neben IT- und Integrationsprojekten auch im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen. Der Rückgang der Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen ergab sich im Wesentlichen aus der Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, im Bereich der Immunonkologie zu Bavencio ® mit Wirkung zum 30. Juni 2023 (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). (15) ErtragsteuernBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeLaufende ErtragsteuernLaufende Ertragsteuern der Berichtsperiode sowie gegebenenfalls für Vorjahre werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Zahlung an oder Erstattung durch die Steuerbehörden erwartet wird. Dabei kommt der im jeweiligen Steuerjahr geltende unternehmensspezifische Steuersatz zur Anwendung. Ungewisse Ertragsteueransprüche und -schuldenFür die Ermittlung ungewisser ertragsteuerlicher Ansprüche und Schulden werden sachverhaltsbezogene Beurteilungen vorgenommen. Ungewisse ertragsteuerliche Sachverhalte werden in Abhängigkeit von der Wahrscheinlichkeit, ob die zuständigen Steuerbehörden die ertragsteuerliche Behandlung akzeptieren werden, berücksichtigt. Besteht Unsicherheit über die Anerkennung eines Sachverhalts durch die Steuerbehörden, erfolgt die Bewertung des jeweiligen ungewissen Ertragsteueranspruchs beziehungsweise der ungewissen Ertragsteuerschuld mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Ungewisse Ertragsteuerschulden werden innerhalb der Ertragsteuerverbindlichkeiten ausgewiesen. Im Zusammenhang mit Ertragsteuern stehende erwartete Strafzahlungen und Zinsen, die nicht in den Anwendungsbereich des IAS 12 fallen, werden unter Anwendung des IAS 37 als Rückstellungen behandelt (siehe Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen"). Latente SteuernAktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen, die latente Steuerschulden gegenüber derselben Steuerbehörde und für dasselbe Steuersubjekt übersteigen, werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftig für deren Nutzung ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Diese Vorgehensweise entspricht dem Ansatz aktiver latenter Steuern auf noch nicht genutzte Steuergutschriften sowie steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge. Der Ansatz der aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzung. Einflussfaktoren, die im Rahmen dieser Einschätzung Berücksichtigung finden, sind
Auf geplante Dividendenausschüttungen bereits erwirtschafteter Gewinne von Tochtergesellschaften innerhalb der nächsten zwölf Monate werden passive latente Steuern angesetzt. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenErtragsteuernDie Ermittlung der bilanziell angesetzten Vermögenswerte und Schulden aus laufenden und latenten Ertragsteuern erfordert umfangreiche Ermessensausübungen und Schätzungen. Bei der Beurteilung der Ertragsteueransprüche und -schulden kann insbesondere die Auslegung von steuerlichen Vorschriften mit Unsicherheiten behaftet sein. Eine abweichende Sichtweise der jeweiligen Finanzbehörden bezüglich der Anwendung und Auslegung von steuerlichen Normen kann nicht ausgeschlossen werden. Geänderte Annahmen über die Auslegung von steuerlichen Normen, beispielsweise aufgrund geänderter Rechtsprechung, werden zum Zeitpunkt der Änderung bilanziell erfasst. Es bestehen Unsicherheitsgrade für latente Steuern hinsichtlich des Zeitpunkts, zu dem ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dies betrifft in besonderem Maße latente Steuern, die im Rahmen von Unternehmenserwerben angesetzt werden. Die Einschätzung der Werthaltigkeit, insbesondere von Steuergutschriften und steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen, erfordert Annahmen und Schätzungen in Bezug auf das zukünftig zu versteuernde Einkommen der betreffenden Konzerngesellschaft. Darüber hinaus sind Höhe und Zeitpunkt geplanter Dividendenausschüttungen von Tochtergesellschaften ermessensbehaftet. Die Ertragsteuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung teilten sich wie folgt auf:
Steuerliche ÜberleitungsrechnungIn der nachstehenden Tabelle wird vom theoretischen Ertragsteueraufwand auf die Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet. Der theoretische Ertragsteueraufwand ergab sich aus der Anwendung des Steuersatzes einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in Darmstadt in Höhe von 31,9 % (Vorjahr: 31,7 %).
Die Ertragsteuern beinhalteten die Körperschaft- und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Gesellschaften. Die periodenfremden Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2024 resultierten insbesondere aus abgeschlossenen Betriebsprüfungen, aus Veränderungen von Ertragsteuerverbindlichkeiten für Risiken aus Betriebsprüfungen und Steuerfestsetzungen für Vorjahre. Im Vorjahr wirkte sich ein einmaliger latenter Steuerertrag in den sonstigen Steuereffekten reduzierend auf die Steuerquote aus. Globale Mindestbesteuerung (Pillar II)Die Gesetzgebung zur globalen Mindestbesteuerung wurde in Deutschland am 27. Dezember 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat zum 1. Januar 2024 in Kraft. Auch wenn die Besteuerungsregelungen auf das oberste Mutterunternehmen des Konzerns, die E. Merck Kommanditgesellschaft abstellen, kann es in einer Reihe von Jurisdiktionen zu Ergänzungssteuern kommen, die Auswirkungen auf den E. Merck-Konzern haben. Die Regularien zur globalen Mindestbesteuerung verpflichten Merck für jedes Land, in dem Geschäftseinheiten im Sinne der Gesetzgebung unterhalten werden, den effektiven Steuersatz zu ermitteln und, soweit der ermittelte effektive Steuersatz unterhalb des Mindeststeuersatzes von 15 % liegt, in Höhe der Differenz eine sogenannte Ergänzungssteuer abzuführen. Merck hat im Geschäftsjahr 2024 sämtliche Maßnahmen getroffen, um die sich aus der Gesetzgebung ergebenden Berichtspflichten und steuerlichen Compliance-Vorgaben zu erfüllen. Es wurde wie im Vorjahr von der Ausnahmeregelung des IAS 12.88A für den Ansatz und die Angabe von Informationen über latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus der globalen Mindestbesteuerung Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2024 wurden Ertragsteuern aus der globalen Mindestbesteuerung in Höhe von 28 Mio. € erfasst, die im Wesentlichen aus den operativen Tätigkeiten in Irland und der Schweiz resultierten. Latente SteuernDie Aufteilung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden auf die Bilanzposten sowie die Überleitung der latenten Steuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz stellte sich wie folgt dar: Aktiva
Aktiva
Die Konsolidierungskreisänderungen/Wechselkursänderungen/sonstigen Veränderungen beinhalteten im Wesentlichen latente Steuereffekte aus der Akquisition der Mirus Bio LLC, USA, (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen") sowie Effekte aus der Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte. Zudem ergaben sich wie im Vorjahr Wechselkurseffekte, die hauptsächlich aus der Umrechnung von in US-Dollar bilanzierten Posten in die Berichtswährung Euro resultierten. Die latenten Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für Steueranrechnungen/Sonstiges entstanden im Wesentlichen aus Anpassungen latenter Steuerschulden für geplante Dividendenausschüttungen (Outside Basis Differences). Für angesetzte aktive latente Steuern in Höhe von 381 Mio. € (31. Dezember 2023: 597 Mio. €), die latente Steuerschulden in Bezug auf die gleiche Steuerbehörde und das gleiche Steuersubjekt überstiegen, wurde aufgrund von positiven Ergebnisprognosen von einer wahrscheinlichen Realisierbarkeit ausgegangen, obwohl in der laufenden Periode oder der Vorperiode ein Verlust vorlag. Für abzugsfähige temporäre Differenzen sowie sonstige Zinsvorträge in Höhe von 12.051 Mio. € (31. Dezember 2023: 13.523 Mio. €) wurde in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt. Der wesentliche Teil dieser Differenzen ist grundsätzlich nur bis 2029 nutzbar, wobei in diesem Zeitraum eine steuerwirksame Realisierung nicht erwartet wird. Für steuerliche Mehr- und Minderbelastungen aufgrund von geplanten Dividendenausschüttungen (Outside Basis Differences) wurden latente Steuerschulden von insgesamt 88 Mio. € (31. Dezember 2023: 157 Mio. €) erfasst. Thesaurierte Gewinne der Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, beliefen sich zum 31. Dezember 2024 auf 11.674 Mio. € (31. Dezember 2023: 10.404 Mio. €). Die daraus ermittelten, in künftigen Perioden im Fall von Dividendenausschüttungen zu versteuernden temporären Unterschiede würden zum 31. Dezember 2024 637 Mio. € (31. Dezember 2023: 592 Mio. €) betragen. Entwicklung der VerlustvorträgeDie Verlustvorträge gliederten sich wie nachstehend aufgeführt:
Der überwiegende Teil der Verlustvorträge war entweder zeitlich unbegrenzt oder bis zu 20 Jahre nutzbar. Dies gilt auch für Verluste, für die keine latenten Steuern aktiviert worden sind. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die latente Steuerschulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde und für das gleiche Steuersubjekt übersteigen, werden nicht aktiviert, wenn es nicht wahrscheinlich ist, dass zukünftig für deren Nutzung ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Ertragsteuererstattungsansprüche und ErtragsteuerverbindlichkeitenErtragsteuererstattungsansprüche bestanden zum 31. Dezember 2024 in Höhe von 520 Mio. € (31. Dezember 2023: 482 Mio. €) und resultierten vor allem aus Steuervorauszahlungen, die über der tatsächlichen Steuerschuld für das abgelaufene Geschäftsjahr und früherer Geschäftsjahre lagen, aus Ertragsteuererstattungsansprüchen für Vorjahre sowie aus anrechenbaren Quellensteuern. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten einschließlich der Verbindlichkeiten für ungewisse Steuerverpflichtungen beliefen sich zum 31. Dezember 2024 insgesamt auf 1.569 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.488 Mio. €). Aufteilung der Besteuerungsrechte (Pillar I)Merck erwartet auf Basis des derzeitigen Kenntnisstands, dass die weiteren Bemühungen zur Konvergenz der internationalen Steuerregeln im Rahmen des Inclusive Framework der OECD ebenfalls Auswirkungen auf die Besteuerung des Konzerns haben werden. Die im Rahmen der OECD-Regelungen vorgesehene Aufteilung der Besteuerungsrechte zwischen den Staaten wird derzeit noch verhandelt. Die Analyse der vorliegenden Entwürfe ergab, dass Merck wahrscheinlich zu den Unternehmen gehören wird, für die die Regelungen Anwendung finden werden. Aufgrund des Verhandlungsstands und der Unklarheit über die Teilnahme wesentlicher Staaten kann derzeit noch keine verlässliche Aussage über die erwarteten Auswirkungen getroffen werden. (16) Operativer CashflowBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeOperativer CashflowDie Ermittlung und Darstellung des operativen Cashflows erfolgt nach den folgenden Grundsätzen:
Die geleisteten Steuerzahlungen im Geschäftsjahr 2024 betrugen insgesamt 1.186 Mio. € (Vorjahr: 1.060 Mio. €). Erhaltene Steuererstattungen fielen in Höhe von 214 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) an. Ihr Anstieg resultierte im Wesentlichen daraus, dass die geleisteten Steuervorauszahlungen für Vorjahre die festgesetzten Steuern überstiegen. Die Zinsauszahlungen beliefen sich auf 261 Mio. € (Vorjahr: 208 Mio. €). Die vereinnahmten Zinsen betrugen 124 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €). Die Veränderung der Rückstellungen beinhalteten im Geschäftsjahr 2024 einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Bildung von Rückstellungen für Nachlaufkosten im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Im Vorjahr beinhalteten sie einen hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Bildung von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten im Zusammenhang mit den Studienergebnissen der beiden Phase-III-Studien zu Evobrutinib. Darüber hinaus beinhalteten sie einen hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Inanspruchnahme von Restrukturierungsrückstellungen zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen, die im Vorjahr gebildet wurden. Die Position Neutralisierung Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen umfasste im Vorjahr die ergebniswirksamen Effekte aus der Veräußerung einer nicht strategischen Marke des Unternehmensbereichs Healthcare sowie eines Portfolios an Lizenzen und Patenten des Unternehmensbereichs Electronics. Die dazugehörigen Zahlungsmittelzuflüsse waren im Vorjahr Teil des Cashflows aus Investitionstätigkeiten. Die Veränderungen der sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge beinhalteten im Vorjahr die Neutralisierung der ergebniswirksamen Bewertungsanpassungen von bedingten Gegenleistungen. Die dazugehörigen Zahlungsmittelzuflüsse waren ebenfalls Teil des Cashflows aus Investitionstätigkeiten. Operative Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten(17) Geschäfts- oder FirmenwerteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeGeschäfts- oder FirmenwerteEin Geschäfts- oder Firmenwert wird im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses als Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Von dem Wahlrecht zur Bewertung der nicht beherrschenden Anteile zum Erwerbszeitpunkt zu ihrem beizulegenden Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) wird kein Gebrauch gemacht. Durch den Wertminderungstest nach IAS 36 soll sichergestellt werden, dass Vermögenswerte nicht höher als mit ihrem erzielbaren Betrag in der Bilanz angesetzt werden. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Methodik der WertminderungstestsDie Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgen auf Ebene der Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics. Diese Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZMGE) stellen die niedrigste Ebene dar, auf der Geschäfts- oder Firmenwerte bei Merck für interne Managementzwecke überwacht werden. Die Durchführung der Wertminderungstests erfolgt planmäßig einmal jährlich im 3. Quartal sowie anlassbezogen bei Vorliegen von Wertminderungsindikatoren. Die Existenz von Wertminderungsindikatoren wird anhand mehrerer Faktoren, beispielsweise auf der Basis von Veränderungen in den Mittelfristplanungen, Analystenprognosen, Multiplikatorbewertungen sowie der durchschnittlichen Marktkapitalisierung von der Merck KGaA im Vergleich zum bilanziellen Konzerneigenkapital, überwacht. Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte im Geschäftsjahr 2024 ebenso wie im Vorjahr bei allen ZMGE auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten, der mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode (Stufe 3 in der Bewertungshierarchie des IFRS 13) ermittelt wurde. Im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Unternehmensbereichen erstellten Mittelfristplanung abgeleitet. Die Mittelfristplanungen aller ZMGE wurden im Vergleich zum Vorjahr zur Erhöhung der Genauigkeit um zwei Jahre verlängert und umfassen einen Zeitraum von sechs Jahren (Vorjahr: vier Jahre) beginnend ab dem Folgejahr. In der ZMGE Healthcare erfolgt ein Übergang auf die ewige Rente nach sechs Jahren (Vorjahr: vier Jahre) beginnend ab dem Folgejahr. Aufgrund umfangreicher Investitionen in die ZMGE Life Science und Electronics werden für diese zwei weitere Jahre (Vorjahr: vier weitere Jahre) nach dem Mittelfristplanungszeitraum unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen geplant und dann unter Anwendung einer nachhaltigen Wachstumsrate in die ewige Rente überführt. Die Umsatzplanungen basieren auf internen Erfahrungswerten sowie überwiegend nicht am Markt beobachtbaren Inputfaktoren, wie beispielsweise über neue Produkte aus der Entwicklungspipeline, erwartete zukünftige Marktanteile, Verkaufspreise und -mengen sowie Erweiterungsinvestitionen. Die in der Planung angesetzten Ergebnismargen beruhen auf Erfahrungswerten, die um erwartete Profitabilitätsentwicklungen angepasst werden. Der Diskontierungsfaktor nach Steuern wird auf Basis der nachfolgenden Inputparameter abgeleitet:
Die langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum wird unter Berücksichtigung des erwarteten langfristigen Wachstums und langfristiger Inflationserwartungen bestimmt. Wesentliche wertbestimmende AnnahmenIn der ZMGE Life Science belief sich das erwartete durchschnittliche Umsatzwachstum im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente auf einen höheren einstelligen Prozentsatz (Vorjahr: höherer einstelliger Prozentsatz). Die Umsatzerwartung der ZMGE Life Science stützt sich insbesondere auf die angenommene langfristige positive Entwicklung in den Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services, begründet durch ein weiterhin hohes Marktwachstum sowie die andauernde Erweiterung des Portfolios. Die angewandte EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig allokierter Konzernkosten rund 30 % (Vorjahr: rund 31 %). Die im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erwarteten Umsatzerlöse in der ZMGE Healthcare waren im Detailplanungszeitraum im Durchschnitt in etwa stabil (Vorjahr: Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich). Die Umsatzentwicklung beinhaltete die Zulassungswahrscheinlichkeit von Wirkstoffkandidaten aus den bestehenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Die verwendete EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig zugeordneter Konzernkosten rund 31 % (Vorjahr: rund 30 %). Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZMGE Electronics belief sich das erwartete durchschnittliche Umsatzwachstum im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente auf einen höheren einstelligen Prozentsatz (Vorjahr: höherer einstelliger Prozentsatz). Die Umsatzerwartung der ZMGE Electronics beruht insbesondere auf dem langfristigen Wachstumstrend im Markt für Halbleitermaterialien sowie positiven Umsatzbeiträgen als Folge umfangreicher Investitionen. Die verwendete EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig allokierter Konzernkosten rund 27 % (Vorjahr: rund 29 %). Nachfolgend sind die weiteren wesentlichen wertbestimmenden Annahmen der Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte quantifiziert.
Zur Diskontierung der Nettozahlungsströme wurden Kapitalkosten nach Steuern zugrunde gelegt. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenGeschäfts- oder FirmenwerteDie Bestimmung des erzielbaren Betrags unterliegt Ermessensspielräumen und bedeutenden Schätzungsunsicherheiten. Annahmen zur Höhe der Nettozahlungsströme, der langfristigen Wachstumsraten sowie der Diskontierungsfaktoren sind aufgrund der ihnen innewohnenden Unsicherheit als wesentliche Quelle von Schätzungsunsicherheiten anzusehen. Obwohl seitens Merck davon ausgegangen wird, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten Veränderungen dieser Annahmen zu Wertminderungsaufwendungen der Geschäfts- oder Firmenwerte führen, die eine nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Insbesondere in Bezug auf die ZMGE Electronics besteht eine hohe Abhängigkeit von den Annahmen zum langfristigen Wachstumstrend im Markt für Halbleitermaterialien. Im Zeitpunkt der Durchführung der Wertminderungstests im Geschäftsjahr 2024 lag der erzielbare Betrag unverändert zum Vorjahr mit mehr als 15 % deutlich über dem Buchwert der jeweiligen ZMGE. Ungeachtet dessen wurden die Bewertungsergebnisse gegen extern verfügbare "Sum-of-the-parts"-Bewertungen verplausibilisiert sowie mittels Multiplikatorbewertungen auf Basis von Peergroup-Informationen validiert. Im Rahmen der anlassunabhängigen Wertminderungstests wurden zudem Sensitivitätsanalysen der wesentlichen Annahmen vorgenommen. In der nachfolgenden Tabelle ist dargestellt, in welchem Umfang die wesentlichen Annahmen bei isolierter Betrachtung jeweils mindestens hätten verändert werden können, ohne dass es im Rahmen der Wertminderungstests zu einer Wertminderung gekommen wäre:
Die nachfolgend dargestellten Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden vor allem im Rahmen der Akquisitionen der Versum Materials, Inc., USA, der Sigma-Aldrich Corporation, USA, der AZ Electronic Materials S.A., Luxemburg, der Millipore Corporation, USA, sowie der Serono SA, Schweiz.
1 Die Restbuchwerte entsprechen dem Bruttowert.
Die währungsbedingten Änderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte resultierten nahezu ausschließlich aus der Umrechnung der zum überwiegenden Teil in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Akquisitionen der Versum Materials, Inc., USA, der Sigma-Aldrich Corporation, USA, und der Millipore Corporation, USA. Aus den durchgeführten Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich weder im Geschäftsjahr 2023 noch im Geschäftsjahr 2024 ein Wertminderungsbedarf. Die Zugänge im Geschäftsjahr 2024 waren auf die Akquisition von Mirus Bio LLC, USA, Unity-SC SAS, Frankreich, sowie HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte resultierte aus der geplanten Veräußerung des Surface-Solutions-Geschäfts (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). (18) Sonstige immaterielle VermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAnsatz und erstmalige Bewertung von erworbenen immateriellen VermögenswertenBei Einlizenzierungen wird der auf den Erwerb von geistigem Eigentum entfallende Anteil der Gegenleistung als immaterieller Vermögenswert aktiviert. Werden im Rahmen der Transaktion auch Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen vereinbart, die vom veräußernden Vertragspartner zu erbringen sind, wird der darauf entfallende Anteil der Gegenleistung bilanziell abgegrenzt und entsprechend der Leistungserbringung als Teil der Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst. An Meilensteinzahlungen geknüpfte bedingte Gegenleistungen im Zusammenhang mit erworbenen immateriellen Vermögenswerten, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entstehen, werden bilanziell bei Erreichen des Meilensteinereignisses als immaterielle Vermögenswerte und als finanzielle Verbindlichkeiten erfasst. Bedingte Gegenleistungen in Form von umsatzabhängigen Lizenzzahlungen werden im Zeitpunkt ihrer Entstehung aufwandswirksam erfasst. Bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert aktiviert. Ansatz und erstmalige Bewertung selbst geschaffener immaterieller VermögenswerteDie Kriterien für eine Aktivierung von Entwicklungskosten nach IAS 38 sind für die Entwicklung von Wirkstoffkandidaten im Unternehmensbereich Healthcare aufgrund hoher Unsicherheiten bis zur Zulassung pharmazeutischer Produkte nicht erfüllt. Die nach einer eventuellen Zulassung durch die zuständigen Behörden noch anfallenden Kosten sind unwesentlich und werden daher nicht als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. In den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics werden Entwicklungskosten aktiviert, sobald die kumulativen Ansatzkriterien erfüllt sind und entsprechend nachgewiesen werden können. Dies umfasst auch Aufwendungen, die für die REACH-Registrierung erforderlich sind. Eine Aktivierung von entwicklungsbezogenen Kosten erfolgt auch bei internen Softwareprojekten sowie bei der Weiterentwicklung erworbener ERP-Programme, sofern die maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind. FolgebewertungDie Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden planmäßig linear über den Nutzungszeitraum abgeschrieben. Für Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen sowie Marktzulassungen, Patente, Lizenzen, ähnliche Rechte und Software beträgt die gewöhnliche Nutzungsdauer zwischen drei und 24 Jahre. Merck berücksichtigt bei der Bestimmung der Nutzungsdauern unter anderem die für die jeweiligen Vermögenswerte typischen Produktlebenszyklen sowie öffentlich verfügbare Informationen über die geschätzte Nutzungsdauer von ähnlichen Vermögenswerten. Der Abschreibungsaufwand wird funktionskostengerecht zugewiesen oder, sofern nicht möglich, innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen erfolgt unter Einbeziehung der verantwortlichen Fachbereiche und unter Berücksichtigung externer und interner Informationsquellen. Die Existenz von Wertminderungsindikatoren wird durch Merck anhand mehrerer Faktoren, insbesondere auf Basis von Planabweichungen von Umsatzgrößen sowie der Analyse von Veränderungen in den Mittelfristplanungen, überprüft. Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt eine entsprechende Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungskosten, die innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen wird. Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern anlassbezogen oder mindestens einmal jährlich auf einen Wertminderungsbedarf hin überprüft. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenErwerb immaterieller VermögenswerteUmfangreiche Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Identifikation und Bewertung von immateriellen Vermögenswerten, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben werden. Im Zusammenhang mit Einlizenzierungsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare ist die ermessensbehaftete Einschätzung zu treffen, ob geleistete Einstands- und Meilensteinzahlungen eine Vergütung für noch zu erbringende Entwicklungsdienstleistungen des Vertragspartners darstellen oder ob es sich um Anschaffungskosten für einen aktivierungspflichtigen immateriellen Vermögenswert handelt. Bestimmung der NutzungsdauerBei der Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind wesentliche Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betrifft im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Nutzungsdauer. Sofern die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen, Markennamen, Warenzeichen, Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem um 10 % höher gewesen wären, beispielsweise aufgrund verkürzter Nutzungsdauern, hätte dies im Geschäftsjahr 2024 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 71 Mio. € geführt (Vorjahr: 78 Mio. €). Identifikation von Wertminderungs- und WertaufholungsbedarfErmessensentscheidungen sind bei der Beurteilung substanzieller Hinweise für Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von sonstigen immateriellen Vermögenswerten erforderlich. Zudem sind im Zuge des Wertminderungstests zur Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe wesentliche bewertungsbezogene Annahmen und Schätzungen erforderlich.
Zu- und AbgängeDie Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierten im Wesentlichen aus der Akquisition der Mirus Bio LLC, USA (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die Zugänge der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte waren im Wesentlichen auf Einlizenzierungen von geistigem Eigentum im Unternehmensbereich Healthcare zurückzuführen. Im Vorjahr entfielen diese hauptsächlich auf die Einlizenzierungen von Wirkstoffkandidaten von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co. Ltd., China, und Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Im Bereich Software und in Entwicklung befindliche Software entstanden die Zugänge hauptsächlich aus der unternehmensinternen Entwicklung von IT-Anwendungen. Die Bruttobuchwerte und die anteiligen kumulierten Abschreibungen der bilanzierten Software entfielen im Wesentlichen auf erworbene Software sowie selbst erstellte Anwendungen und Weiterentwicklungen erworbener ERP-Programme, welche sich bereits in einem nutzungsbereiten Zustand befanden. Diese waren im Wesentlichen in den Verwaltungskosten enthalten. WertminderungenAnlassbezogene Wertminderungen waren hauptsächlich dem Unternehmensbereich Healthcare zuzurechnen und im Wesentlichen auf gestoppte Entwicklungsprojekte zurückzuführen, davon 140 Mio. € im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Sonstige wesentliche InformationenDie Effekte aus der Währungsumrechnung resultierten wie im Vorjahr im Wesentlichen aus der Umrechnung der in US-Dollar geführten sonstigen immateriellen Vermögenswerte. Bei den noch nicht nutzungsbereiten Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem handelte es sich um laufende Entwicklungsprojekte, die sich noch nicht in der Kommerzialisierungsphase befanden und somit noch keine bestimmte Nutzungsdauer besaßen. Diese entfielen im Wesentlichen auf den Unternehmensbereich Healthcare. Übersicht wesentlicher sonstiger immaterieller VermögenswerteDie Buchwerte der Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen sowie Marktzulassungen, Patente, Lizenzen, ähnlichen Rechte und Sonstiges ließen sich wie folgt den Unternehmensbereichen zuordnen:
(19) SachanlagenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAnsatz und erstmalige BewertungMerck erhält monetäre und nicht monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand. Bei nicht monetären Zuwendungen, wie zugeteilten Emissionszertifikaten, wird von der Möglichkeit der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert kein Gebrauch gemacht. Monetäre Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom Buchwert abgezogen. Geleistete Anzahlungen werden gemeinsam mit den Anlagen im Bau ausgewiesen. FolgebewertungDie Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Sachanlagevermögen wird entsprechend dem Nutzungsverlauf planmäßig linear abgeschrieben und die Aufwendungen werden funktionskostengerecht allokiert. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:
Die Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden regelmäßig überprüft und falls erforderlich an den erwarteten Verlauf angepasst. Beim Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Hierbei finden externe und interne Informationen Berücksichtigung. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt eine entsprechende Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungskosten, die innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen wird. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenBestimmung der Nutzungsdauer und des RestwertsBei der Bestimmung der angemessenen Nutzungsdauer und des erwarteten Restwerts zur Ermittlung der Abschreibungshöhe von Sachanlagen sind Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betrifft im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Restnutzungsdauer. Merck berücksichtigt bei diesen Schätzungen unter anderem die aus Erfahrungswerten abgeleiteten technischen Nutzungsdauern der Sachanlagen. Identifikation von Wertminderungs- und WertaufholungsbedarfErmessensentscheidungen sind bei der Identifikation objektiver Hinweise auf Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von Sachanlagen erforderlich.
Die Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte standen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Veräußerung des Surface-Solutions-Geschäfts. Die Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen betreffen im Wesentlichen den Erwerb von Mirus Bio LLC, USA, sowie Unity-SC SAS, Frankreich, (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die Einzelzugänge im Geschäftsjahr 2024 bei den Anlagen im Bau mit einem Investitionsvolumen von jeweils mehr als 50 Mio. € betrafen die nachfolgend dargestellten Projekte:
Die monetären Zuwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2024 78 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) und entfielen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Sachverhalte. Sie umfassten sowohl Zuwendungen zu Vermögenswerten als auch erfolgsbezogene Zuwendungen. Die genannten Investitionszuschüsse sind zum Teil an die Einstellung einer vereinbarten Anzahl von Mitarbeitenden an den entsprechenden Standorten gebunden. Merck geht davon aus, die Voraussetzungen zum Erhalt der Investitionszuschüsse zu erfüllen. Die Wertberichtigungen in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) beinhalteten im Geschäftsjahr 2024 einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag für die Wertberichtigung von Sachanlagevermögen in Frankreich in den Bereichen Life Science und Healthcare. (20) LeasingBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeLeasingAnwendungsbereich des IFRS 16Merck nutzt die Wahlrechte des IFRS 16, Leasingverträge für immaterielle und geringwertige Vermögenswerte nicht als Leasingverträge zu erfassen. Der Ausweis der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erfolgt im Bilanzposten "Sachanlagen" (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen"). Soweit die Überlassung von Firmenwagen an Mitarbeitende als Leistung an Arbeitnehmende im Sinne des IAS 19 qualifiziert ist, wird IFRS 16 nicht angewandt. Die bilanzielle Behandlung erfolgt in diesem Fall ausschließlich nach IAS 19. Separierung von Leasing- und NichtleasingkomponentenFür Leasingverträge über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten erfolgt eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten. Ansonsten wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten zu verzichten. Abschreibungen der Nutzungsrechte aus LeasingverträgenGrundsätzlich erfolgt die Abschreibung von Nutzungsrechten über die jeweilige Leasinglaufzeit. Sollte allerdings die Ausübungswahrscheinlichkeit einer vorhandenen Kaufoption als hinreichend hoch beurteilt werden oder ein automatischer Eigentumsübergang am Ende der Vertragslaufzeit stattfinden, so erfolgt die planmäßige Abschreibung über den Zeitraum, der bei vergleichbaren Vermögenswerten des Sachanlagevermögens Anwendung findet (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen"). Ermittlung des GrenzfremdkapitalzinssatzesBei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit wird der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet, sofern sich der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz nicht zuverlässig ermitteln lässt. Die Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes basiert bei Merck auf dem risikolosen durations- und währungsadäquaten Zinssatz der jeweiligen Konzerngesellschaft. Dieser Zinssatz wird um einen Merck-spezifischen Risikoaufschlag angepasst. Zur Bestimmung des kurzfristigen Anteils der Leasingverbindlichkeit wendet Merck das Tilgungsmodell an. Der Kurzfristanteil der Leasingverbindlichkeiten entspricht hierbei dem Tilgungsanteil der nächsten zwölf Monate. Ermittlung der Laufzeit von LeasingverhältnissenBei vorhandenen Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen erfolgt die Einschätzung ihrer Ausübung einzelfallbasiert unter Berücksichtigung von Faktoren wie Standortstrategien, Mietereinbauten und Spezifitätsgrad. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenLeasingIdentifikation eines LeasingverhältnissesBei der Identifikation eines Leasingverhältnisses kann es bei der Frage, ob ein Austauschrecht des Leasinggebers substanziell ist, zu Ermessensentscheidungen kommen. Sofern vorliegende Fakten und Umstände eine andere Einschätzung nicht unterstützen, klassifiziert Merck Austauschrechte als nicht substanziell. Bewertung von Leasing- und NichtleasingkomponentenBei Leasingverträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten bestehen bei der Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten, sofern keine beobachtbaren Preise beim Vertragspartner oder anderen potenziellen Leasinggebern zur Verfügung stehen. Ermittlung der Laufzeit von LeasingverhältnissenBei der Ermittlung der Laufzeit eines Leasingvertrags müssen bei vorhandenen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen die Wahrscheinlichkeiten der Inanspruchnahme solcher Optionen beurteilt werden. Die Beurteilung der Ausübungswahrscheinlichkeit kann ermessensbehaftet sein, auch wenn auf vorhandene und maßgebliche Informationen des wirtschaftlichen Gesamtzusammenhangs wie Standortstrategien, Mietereinbauten oder Spezifitätsgrad abgestellt wird. Sollten die vorliegenden Informationen keine verlässliche Einschätzung zulassen, greift Merck auf Erfahrungswerte aus der Vergangenheit für vergleichbare Sachverhalte zurück. Rund 50 % der Gesamtleasingverbindlichkeiten entfielen im Geschäftsjahr 2024 auf die zehn größten Leasingverträge. Im Vorjahr entfielen rund 50 % der Gesamtleasingverbindlichkeiten auf die 30 größten Leasingverträge. Ihnen lagen im Wesentlichen Nutzungsrechte an Büro- sowie Lager- und Laborgebäuden zugrunde. Sofern derzeit noch nicht als wahrscheinlich eingestufte Verlängerungsoptionen dieser Leasingverträge in Zukunft ausgeübt würden, ergäben sich weitere potenzielle undiskontierte Zahlungsmittelabflüsse von bis zu 183 Mio. € (Vorjahr: 235 Mio. €). Soweit bei einzelnen Verträgen Kündigungsoptionen vorhanden sind, wurde deren Inanspruchnahme als unwahrscheinlich eingestuft, sodass zusätzliche Leasingzahlungen bereits in der dazugehörigen Leasingverbindlichkeit berücksichtigt waren. Ermittlung des GrenzfremdkapitalzinssatzesSowohl die Ermittlung des risikolosen Zinssatzes als auch die Bestimmung des Risikozuschlags sind ermessensbehaftet. Erstmalige Bewertung der Verbindlichkeit und des Nutzungsrechts aus LeasingverhältnissenBei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit bestehen Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten im Hinblick auf die Beurteilung der Ausübungswahrscheinlichkeit von vorhandenen Kauf- beziehungsweise Kündigungs- sowie Verlängerungsoptionen. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts aus Leasingverträgen unterliegt Merck Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich etwaiger Rückbauverpflichtungen und der daraus resultierenden Zahlungen. Die Überleitung der Restbuchwerte für Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen stellte sich wie folgt dar:
Die Restbuchwerte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthielten im Wesentlichen Nutzungsrechte für Fahrzeuge. Die Zugänge bei Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten entfielen vor allem auf neu vereinbarte Nutzungsrechte für Labore, Bürogebäude und Lagerhäuser sowie auf vereinbarte Vertragsverlängerungen. Der größte Einzelzugang betraf den Unternehmensbereich Life Science und entfiel auf einen Mietvertrag in den USA für ein Laborgebäude. Dieses Gebäude dient dem Zweck der Kapazitätserweiterung für Biosicherheitsprüfungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der analytischen Entwicklung. Die Aufwendungen und Erträge sowie die Zahlungen der unter IFRS 16 bestehenden Leasingverhältnisse stellten sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung wie folgt dar:
Bezogen auf den Bilanzstichtag verteilten sich die zukünftigen Zahlungen aus Leasingverhältnissen auf folgende Perioden: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
(21) Sonstige nicht finanzielle VermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige nicht finanzielle VermögenswerteSonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Etwaige Ausfallrisiken werden durch Wertminderungen berücksichtigt. Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzten sich folgendermaßen zusammen:
(22) Cashflow aus InvestitionstätigkeitBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeCashflow aus InvestitionstätigkeitBehandlung von Einzahlungen für Investitionen aus öffentlichen ZuwendungenMerck erfasst Einzahlungen für Investitionen aus öffentlichen Zuwendungen innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit. Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte enthielten eine Einstandszahlung in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Eurobetrags im Zusammenhang mit der Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co. Ltd., China, sowie eine Einstandszahlung in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags im Zusammenhang mit der Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"), die beide im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen wurden. Die Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten im Vorjahr resultierten im Wesentlichen aus dem Abgang von Rechten einer nicht strategischen Marke im Unternehmensbereich Healthcare sowie aus der Veräußerung eines Portfolios an Lizenzen und Patenten im Unternehmensbereich Electronics. Die Auszahlungen für Akquisitionen abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente waren im Wesentlichen auf den Erwerb von Mirus Bio LLC, USA, Unity-SC SAS, Frankreich, und Hub Organoids Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Der Mittelabfluss für Investitionen in sonstige Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus der kurzfristigen Geldanlage in Termingelder, die nicht die Anforderungen einer Klassifizierung als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erfüllten, sowie aus der kurzfristigen Investition freier Geldmittel in strukturierte Papiere, die auf marktgängigen Treibhausgasemissionszertifikaten basierten. Der Mittelzufluss aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten resultierte im Wesentlichen aus Rückzahlungen kurzfristiger Geldanlagen in Wertpapiere, Termingelder und strukturierte Papiere, die auf marktgängigen Treibhausgasemissionszertifikate basierten. Im Vorjahr beinhaltete der Mittelzufluss aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten zusätzlich erhaltene Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen. (23) VorräteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeVorräteDie Herstellungskosten der Vorräte beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zurechenbare Gemeinkosten, die auf Basis einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt werden. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei der Ermittlung der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse, Rohstoffe und Handelswaren kommt das First-in-First-out-Verfahren (FIFO) zur Anwendung. Die Durchschnittsmethode wird für Hilfs- und Betriebsstoffe verwendet. Die Vorräte werden mittels unternehmensbereichsspezifischer Verfahren auf Werthaltigkeit überprüft. Dabei werden den Anschaffungs- oder Herstellungskosten die Nettoveräußerungswerte gegenübergestellt. Liegt der Nettoveräußerungswert unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, erfolgt eine entsprechende Abwertung, die als Aufwand in den Umsatzkosten erfasst wird. Wertminderungen können absatzmarktinduziert oder qualitätsbedingt sein sowie auf einer begrenzten Haltbarkeit beruhen. Entfällt der Grund für die Wertminderung, erfolgt eine Wertaufholung auf den niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem aktuellen Nettoveräußerungswert. Da die Vorräte ganz überwiegend nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt werden, erfolgt keine Einbeziehung von Fremdkapitalkosten. Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenIdentifikation von Wertminderungs- oder WertaufholungsbedarfErmessensentscheidungen sind bei der Identifikation von Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von Vorräten erforderlich. Schätzungsunsicherheiten bestehen in Bezug auf die Bestimmung des Nettoveräußerungswerts. Bei seiner Bestimmung finden insbesondere erwartete Absatzpreise sowie die erwarteten Kosten der Fertigstellung Berücksichtigung. Im Einzelnen gliederten sich die Vorräte in folgende Posten:
Der Rückgang der Vorräte im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus der Umgliederung in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte aufgrund des beabsichtigten Verkaufs des Surface-Solutions-Geschäfts des Unternehmensbereichs Electronics (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die in den Umsatzkosten enthaltenen Wertminderungsaufwendungen werden in Anmerkung (10) "Umsatzkosten" dargestellt. (24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeForderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenForderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente beinhalten und nicht Gegenstand einer Factoringvereinbarung sind, werden im Rahmen der Erstbewertung mit dem Betrag des unbedingten Anspruchs auf Gegenleistung angesetzt. Bei Zugang von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zudem eine Wertminderung zur Vorsorge für erwartete Kreditausfälle erfasst. Sonstige Forderungen werden beim Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten bewertet. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die potenziell aufgrund einer Factoringvereinbarung für einen Verkauf vorgesehen sind, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die bei der Ermittlung von Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen zugrunde gelegten Bewertungsgrundsätze sind in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" im Abschnitt "Kreditrisiken" dargestellt. Wertminderungen und Wertaufholungen werden, sofern der Vermögenswert der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dient und deshalb einen operativen Charakter aufweist, in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto)" ausgewiesen. Wenn der Vermögenswert nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dient, erfolgt der Ausweis innerhalb der Finanzierungserträge und -aufwendungen. Weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen von finanziellen Vermögenswerten sind in Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" dargestellt. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenForderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige ForderungenHinsichtlich der bedeutenden Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen wird auf Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" verwiesen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden wie folgt bewertet:
Im Geschäftsjahr 2024 wurden in Italien Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nennwert in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) zu einem Preis von 44 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) verkauft. Aus den verkauften Forderungen bestanden keine weiteren Rückgriffsrechte gegenüber Merck. (25) VertragsvermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeVertragsvermögenswerteVertragsvermögenswerte stellen vertragliche Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungen von Kunden dar, bei denen die vertraglichen Leistungsverpflichtungen bereits erfüllt wurden, aber noch kein unbedingter Zahlungsanspruch entstanden ist. Die Vertragsvermögenswerte entwickelten sich wie folgt:
Die Vertragsvermögenswerte resultierten insbesondere aus der Erbringung von Dienstleistungen und der Fertigung von Produkten in den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics. (26) Sonstige RückstellungenDie sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeRückstellungen für RechtsstreitigkeitenMerck greift bei der Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Erkenntnisse der Rechtsabteilung sowie mandatierter Rechtsanwälte zurück. Für die Beurteilung der Ansatzpflicht von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist die Wahrscheinlichkeit der für möglich erachteten Verfahrensausgänge maßgeblich. Diese ist insbesondere beeinflusst durch
Für die Bewertung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sind zudem die nachfolgenden Faktoren relevant:
Rückstellungen für RestrukturierungMerck beurteilt die Ansatzpflicht von Rückstellungen für Restrukturierung sowie die Höhe erwarteter Ressourcenabflüsse anhand formaler Restrukturierungspläne und der Erwartungshaltung der betroffenen Mitarbeitenden hinsichtlich der Durchführung der Restrukturierungsmaßnahmen. Rückstellungen für UmweltschutzverpflichtungenMerck greift bei der Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Gutachten unabhängiger externer Sachverständiger und auf die Erkenntnisse eigener Fachleute zurück. Wesentliche Parameter bei der Ermittlung des Barwerts des künftigen Erfüllungsbetrags von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen sind
Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und NachlaufkostenDie Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten und die Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse basieren auf internen Projektplänen sowie auf der Einschätzung der jeweiligen Sachverhalte durch eigene und externe Spezialisten. Wesentliche Parameter bei der Bestimmung der Rückstellungshöhe bilden
Rückstellungen für ertragsteuerliche NebenleistungenZur Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen, welche nicht in den Anwendungsbereich des IAS 12 fallen, werden sachverhaltsbezogene Beurteilungen vorgenommen. Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen werden grundsätzlich als kurzfristige Rückstellungen klassifiziert, da jederzeit mit der Erteilung eines Bescheids der zuständigen Behörde gerechnet werden muss. Bedeutende Ermessensspielräume und SchätzungsunsicherheitenRückstellungen für RechtsstreitigkeitenDie Beurteilung der Ansatzpflicht ist ebenso wie die Bewertung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in besonderem Maße mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Unsicherheiten betreffen vor allem die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit und der Höhe des Ressourcenabflusses. Rückstellungen für RestrukturierungSchätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für Restrukturierung betreffen vor allem die Bestimmung der Höhe des erwarteten Ressourcenabflusses. Diese ist maßgeblich von den getroffenen Annahmen bezüglich der Veränderung oder Beendigung der Beschäftigungsverhältnisse betroffener Mitarbeitender sowie vom vorgesehenen Umsetzungszeitpunkt des Restrukturierungsplans beeinflusst. Rückstellungen für UmweltschutzverpflichtungenDie Beurteilung der Ansatzpflicht ist ebenso wie die Bewertung von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen in besonderem Maße mit Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Schätzungsunsicherheiten betreffen vor allem die Einschätzung des Zeitpunkts und der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Ressourcenabflusses sowie die Beurteilung des Ausmaßes notwendiger Sanierungsmaßnahmen und die damit verbundene Bestimmung der Höhe der Verpflichtung. Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und NachlaufkostenSchätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten betreffen vor allem die Höhe des erwarteten Ressourcenabflusses. Rückstellungen für ertragsteuerliche NebenleistungenSchätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen betreffen vor allem die Auslegung von steuerlichen Vorschriften sowie die Auswirkungen von geänderter Rechtsprechung. RechtsstreitigkeitenDer größte Einzelposten innerhalb der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfiel in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Eurobetrags auf die Rückstellung für erwartete Rechtskosten aus der Streitigkeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA, (außerhalb der USA und Kanadas: MSD) in den USA. Weitere Informationen finden sich in Anmerkung (27) "Eventualverbindlichkeiten". RestrukturierungDie zum 31. Dezember 2024 bestehenden Rückstellungen für Restrukturierung beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen für Personalabbaumaßnahmen aus kommunizierten Restrukturierungsplänen. Enthalten waren weiterhin Rückstellungen für das im Geschäftsjahr 2023 aufgelegte Programm zur stetigen Verbesserung der Prozesse und geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen. Die Auflösungen bezogen sich in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Eurobetrags auf dieses Programm. Zudem enthielten die Rückstellungen für Restrukturierung Programme zur Effizienzsteigerung und kundennäheren Ausrichtung in den drei Geschäftsbereichen. Mit der Inanspruchnahme wird größtenteils innerhalb der nächsten zwei Jahre gerechnet. UmweltschutzverpflichtungenDie Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen bestanden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Bodensanierungen und Grundwasserschutz im Zusammenhang mit dem im Jahr 1987 aufgegebenen Pflanzenschutzmittelgeschäft in Deutschland und Lateinamerika. Mit der Inanspruchnahme wird größtenteils nach mehr als einem Jahr gerechnet. Abnahmeverpflichtungen und NachlaufkostenDie Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten berücksichtigten im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit aufgegebenen Entwicklungsprojekten im Unternehmensbereich Healthcare sowie weitere Verpflichtungsüberschüsse aus sonstigen belastenden Verträgen. Ein wesentlicher Teil der Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten war auf die Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen") zurückzuführen. Hierfür wurde eine Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags gebildet. Nach Inanspruchnahmen bestand zum Ende des Geschäftsjahres noch ein mittlerer zweistelliger Millionen-Eurobetrag. Ein Ressourcenabfluss wird größtenteils innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet. Die Inanspruchnahme der Rückstellung war im Wesentlichen auf die im Vorjahr beendeten klinischen Phase-III-Studien von Evobrutinib zurückzuführen. Ertragsteuerliche NebenleistungenDie Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen umfassten im Wesentlichen mit Steuerschuldverhältnissen verbundene oder aus Steuerschuldverhältnissen entstandene Strafzahlungen aus Betriebsprüfungen sowie Zinsverpflichtungen. Die Auflösung bezog sich im Wesentlichen auf Zinsen und Strafzahlungen aus einer Betriebsprüfung in Mexiko, für die im Geschäftsjahr eine Einigung mit den zuständigen Behörden erzielt wurde. Übrige sonstige RückstellungenDie übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalteten unter anderem Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen, für sonstige steuerliche Risiken, die keine Ertragsteuer nach IAS 12 darstellen, für Risiken aus Mitarbeitendenbeteiligungsprogrammen und Gewährleistungsverpflichtungen. (27) EventualverbindlichkeitenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeEventualverbindlichkeitenBei der Identifikation von Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten und Steuersachverhalten greift Merck sowohl auf Beurteilungen der Rechtsabteilung und der Steuerabteilung als auch auf die Einschätzungen externer Berater und Rechtsanwälte zurück. Wesentliche Faktoren bei der Identifikation von Eventualverbindlichkeiten sind
Die Bewertung der Höhe der Eventualverbindlichkeiten basiert auf der bestmöglichen Schätzung, die wiederum auf der Eintrittswahrscheinlichkeit der für möglich erachteten Verfahrensausgänge beruht. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenEventualverbindlichkeitenSowohl die Identifikation als auch die Bewertung von Eventualverbindlichkeiten sind in einem hohen Maße unsicherheitsbehaftet. Dies gilt sowohl bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses als auch bei der Bestimmung der Höhe. Die Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 224 Mio. € (31. Dezember 2023: 204 Mio. €) ergaben sich ganz überwiegend aus Rechtsstreitigkeiten und Steuersachverhalten. Die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten betrafen hauptsächlich arbeits- und schadensersatzrechtliche Verpflichtungen. Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuersachverhalten bezogen sich vor allem auf steuerrechtliche Gewinnermittlungen, Zollregelungen und Verbrauchssteuersachverhalte. Daneben bestanden Eventualverbindlichkeiten aus verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA, (außerhalb der USA und Kanadas: MSD) unter anderem wegen Verletzung der zwischen den Unternehmen geschlossenen Koexistenzvereinbarung und/oder Kennzeichnungsrechtsverletzungen im Hinblick auf die Verwendung des Kennzeichens "Merck". Merck hat in diesem Zusammenhang in diversen Ländern Klage gegen MSD erhoben und wurde von MSD seinerseits in den USA verklagt. Die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses - mit Ausnahme von Kosten der Rechtsverteidigung - wurde zum Bilanzstichtag als nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung eingeschätzt. Da eine verlässliche Quantifizierung der Eventualverbindlichkeit aus diesen Rechtsstreitigkeiten am Bilanzstichtag nicht möglich war, wurde dieser Sachverhalt in der Summe der Eventualverbindlichkeiten nicht berücksichtigt. (28) Sonstige nicht finanzielle VerbindlichkeitenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige nicht finanzielle VerbindlichkeitenDie in den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten enthaltenen Abgrenzungen für Personalaufwendungen umfassen insbesondere Verbindlichkeiten aus Urlaubsansprüchen, variablen und ergebnisabhängigen Vergütungsbestandteilen und Sozialversicherungsbeiträgen. Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten Zahlungen, die Merck von Kunden vor vertraglicher Leistungserfüllung erhalten hat. Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:
Die Entwicklung der Abgrenzungen für Personalaufwendungen ist hauptsächlich auf höhere Abgrenzungen für Bonuszahlungen sowie für die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche des Merck Long-Term Incentive Plan zurückzuführen. Weitere Informationen zu dem Merck Long-Term Incentive Plan finden sich im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütung" in Anmerkung (32) "Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer". Die Vertragsverbindlichkeiten entwickelten sich im Berichtszeitraum wie folgt:
Im Geschäftsjahr 2024 wurden von den zum 1. Januar 2024 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 252 Mio. € (1. Januar 2023: 285 Mio. €) insgesamt 224 Mio. € (Vorjahr: 253 Mio. €) erfolgswirksam realisiert. (29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige VerbindlichkeitenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet. In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 waren Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 773 Mio. € (31. Dezember 2023: 775 Mio. €) enthalten. Personal(30) Zahl der BeschäftigtenZum 31. Dezember 2024 belief sich die Zahl der Beschäftigten auf 62.557 (31. Dezember 2023: 62.908 Beschäftigte). Die Zahl der Beschäftigten des Jahres 2024 berücksichtigt alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die Aufteilung der durchschnittlichen Zahl der Beschäftigten auf die verschiedenen Funktionsbereiche ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:
(31) PersonalaufwandDer Personalaufwand setzte sich wie folgt zusammen:
Der Personalaufwand enthielt Aufwendungen in Höhe von 205 Mio. € (Vorjahr: 212 Mio. €) für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme, die ausschließlich über externe Fonds finanziert werden und bei denen außer der Zahlung von Beiträgen keine weiteren Verpflichtungen für Merck bestehen. Ferner wurden an die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 98 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. €) und an gesetzliche Rentenversicherungen im Ausland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 121 Mio. € (Vorjahr: 122 Mio. €) abgeführt. (32) Rückstellungen für Leistungen an ArbeitnehmerDie Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer setzten sich wie folgt zusammen:
Die Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer enthielten unter anderem die Rückstellungen aus anteilsbasierter Vergütung, die im Abschnitt anteilsbasierte Vergütung in dieser Anmerkung näher erläutert werden. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeRückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenDie Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten neben den Verpflichtungen für Rentenleistungen auch solche für sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wie beispielsweise für medizinische Versorgung. Die Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt für alle wesentlichen Pläne durch sachverständige Dritte anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens. Die Bestimmung der Abzinsungssätze leistungsorientierter Pensionspläne erfolgt durch Rückgriff auf durations-und währungsadäquat ermittelte Abzinsungssätze externer Versicherungsmathematiker. Dabei finden Anleihen Berücksichtigung, die mindestens von einer der führenden Ratingagenturen zum Bilanzstichtag mit einem Rating von mindestens "AA" oder vergleichbar bewertet werden. Die weiteren bei der Berechnung der Leistungsverpflichtung zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen, wie die Gehaltssteigerungsraten und der Rententrend, werden pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgelegt. Ferner kommen die aktuellen landesspezifischen Sterbetafeln zur Anwendung (Deutschland: Heubeck 2018G; Schweiz: BVG 2020G; Großbritannien: S3PA). Bis auf den Saldo aus den Zinsaufwendungen der definierten Leistungsverpflichtungen und den Zinserträgen aus dem Planvermögen, der in den Finanzierungserträgen und -aufwendungen ausgewiesen wird, werden die Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung funktionsgerecht zugeordnet. Die Berechnung der definierten Leistungsverpflichtungen beruhte auf folgenden versicherungsmathematischen Annahmen und Durationen:
Durch das im Euroraum sowie in Großbritannien gestiegene Zinsniveau ergaben sich ein Rückgang des Barwerts der definierten Leistungsverpflichtungen sowie eine gesunkene Duration der Verpflichtungen. Es handelte sich dabei um Durchschnittswerte, die mit dem Barwert der jeweiligen definierten Leistungsverpflichtung gewichtet wurden. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenRückstellungen für Pensionen und ähnliche VerpflichtungenIm Rahmen der Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus leistungsorientierten Pensionsplänen sind im Wesentlichen Ermessensentscheidungen bei der Methodenwahl zur Bestimmung des Abzinsungssatzes und der Auswahl geeigneter Sterbetafeln sowie Schätzungen künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen erforderlich. In der folgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Weise der Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst worden wäre: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Zur Ermittlung der Sensitivitäten wird grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. Sowohl die Leistungsverpflichtungen als auch das Planvermögen können im Zeitablauf schwanken. Gründe für solche Schwankungen können zum Beispiel Veränderungen des Marktzinses und damit des Abzinsungssatzes oder auch Anpassungen anderer versicherungsmathematischer Annahmen (zum Beispiel Lebenserwartung, erwartete künftige Rentensteigerung) sein. Dies kann dazu führen, dass eine Unterdeckung entsteht oder ansteigt. Je nach den anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften kann es in einzelnen Ländern notwendig werden, durch Zuführung liquider Mittel die Unterdeckung zu reduzieren. Um Schwankungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen möglichst gering ausfallen zu lassen, berücksichtigt Merck bei der Vermögensverwaltung des Planvermögens auch die möglichen Schwankungen der Verpflichtungsseite. Die Zusammensetzung des Anlageportfolios ist dabei so gewählt, dass sich die Einflüsse exogener Faktoren auf das Planvermögen und die definierten Leistungsverpflichtungen im Idealfall ausgleichen. Für die Beschäftigten bestanden je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Lands unterschiedliche Systeme der Altersversorgung. Neu eintretenden Mitarbeitenden wurden ausschließlich Pläne angeboten, deren Leistungen auf Beiträgen und der Rendite ihrer Investitionen basieren. Einige dieser Pläne verlangten eine vom Arbeitgeber garantierte Mindestrendite auf die Investitionen. Andere Pläne basierten in der Regel auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Entgelt der Beschäftigten. Die Pensionsverpflichtungen umfassten sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften auf zukünftig zu zahlende Pensionen. Der in der Konzernbilanz erfasste Wert der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen leitete sich wie folgt her:
Den definierten Leistungsverpflichtungen lagen folgende Arten der durch den jeweiligen Plan bereitgestellten Leistungen zugrunde:
Der überwiegende Teil der definierten Leistungsverpflichtungen der Gesellschaften in Deutschland betraf Versorgungspläne, die Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen umfassten. Diese Verpflichtungen basierten sowohl auf Versorgungsregelungen mit dienstzeitabhängigen, endgehaltsbezogenen Leistungszusagen als auch auf zwei unterschiedlichen Direktzusagen für Neueintritte ab dem 1. Januar 2005, die nicht auf dem Endgehalt basierten. Für Neueintritte vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2020 ergab sich der Leistungsanspruch aus der Kumulation von jährlich ermittelten entgeltabhängigen Rentenbausteinen, die auf Basis eines definierten Versorgungsaufwands und einer altersabhängigen Verrentungstabelle berechnet wurden. Für Neueintritte seit dem 1. Januar 2021 ergab sich der Leistungsanspruch aus der Wertentwicklung von entgeltabhängigen Beiträgen des Arbeitgebers und freiwilligen, durch den Arbeitgeber aufgestockten Beiträgen der Beschäftigten in einen externen Fonds. Eine Mindestverzinsung der Beiträge wurde von Merck garantiert. Gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestanden in Deutschland nicht. Die Verpflichtungen aus Versorgungsplänen in der Schweiz beruhten überwiegend auf der Gewährung von Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen, die die gesetzlich vorgegebenen Leistungen umfassten. Es wurden sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge an die Pensionskassen entrichtet. Es bestanden gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Die Verpflichtungen aus Versorgungsplänen in Großbritannien ergaben sich überwiegend durch dienstzeitabhängige, endgehaltsbezogene Leistungspläne, die seit dem Jahr 2006 für Neueintritte geschlossen waren. Die zugesagten Leistungen umfassten Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Arbeitgeber und Beschäftigte entrichteten Beiträge in die Pläne. Es bestanden gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Seitens der Merck KGaA bestanden Garantien gegenüber den Treuhändern von zwei im Wesentlichen ausfinanzierten Pensionsplänen in Großbritannien. Diese beliefen sich zum 31. Dezember 2024 auf 160 Mio. € (31. Dezember 2023: 153 Mio. €). Die Garantien beziehen sich auf den als unwahrscheinlich eingeschätzten Fall, dass die in diesem Konzernabschluss einbezogenen Trägerunternehmen der Pensionspläne nicht dazu in der Lage sein sollten, mögliche Unterdeckungen durch die Zuführung liquider Mittel auszugleichen. Die Entwicklung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen stellte sich wie folgt dar: 2023
2024
Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen betrug im Berichtsjahr 138 Mio. € (Vorjahr: 147 Mio. €). Die Unterlegung der Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar, die in einigen Ländern (zum Beispiel Schweiz und Großbritannien) aufgrund bestehender gesetzlicher Vorgaben, in anderen Ländern (zum Beispiel Deutschland) auf freiwilliger Basis erfolgt. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilte sich auf folgende Anlageklassen:
Im Planvermögen waren weder Finanzinstrumente, die von Konzerngesellschaften emittiert wurden, noch von Konzerngesellschaften genutzte Vermögenswerte direkt enthalten. Die Einzahlungen des Arbeitgebers in das Planvermögen und die direkten Zahlungen an Planteilnehmer werden im folgenden Jahr voraussichtlich 50 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) beziehungsweise 109 Mio. € (Vorjahr: 107 Mio. €) betragen. Die erwarteten Auszahlungen der undiskontierten Leistungen aus den Plänen stellten sich wie folgt dar: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Die gewichtete Duration der definierten Leistungsverpflichtungen betrug 16 Jahre (Vorjahr: 17 Jahre). Sonstige personalbezogene RückstellungenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige personalbezogene RückstellungenIn den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen sind Verpflichtungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen enthalten. Nicht enthalten ist jedoch die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche des Merck Long-Term Incentive Plan (LTIP), da diese nach dem Abschlussstichtag keinen Wertschwankungen mehr unterliegt und deshalb unter den sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird. Bezüglich weiterer Informationen zu diesen Vergütungsprogrammen wird auf unten stehende Ausführungen verwiesen. Innerhalb der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen sind außerdem Altersteilzeitverpflichtungen und sonstige Abfindungen, die nicht in Zusammenhang mit Restrukturierungsprogrammen gebildet werden, sowie Verpflichtungen aus Langzeitkonten und Jubiläumsgeldern berücksichtigt. Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:
Anteilsbasierte VergütungBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAnteilsbasierte VergütungFür die bei Merck bestehenden anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit ausschließlichem Barausgleich (Merck Long-Term Incentive Plan) werden Rückstellungen gebildet und in den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen ausgewiesen. Die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche wird in die Abgrenzungen für Personalaufwendungen umgegliedert und deren Auszahlung dort entsprechend abgebildet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird zum Bilanzstichtag durch einen externen Gutachter mittels einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Die bedeutendsten Parameter in der Bewertung der anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit Barausgleich sind langfristige Unternehmenserfolgskennzahlen sowie die Veränderung der Aktie der Merck KGaA im Verhältnis zu der Veränderung des DAX ®. Zusätzlich wird ein Nachhaltigkeitsfaktor in die Bewertungsparameter einbezogen. Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der impliziten Volatilität der Aktie der Merck KGaA und des DAX ® entsprechend der Restlaufzeit der jeweiligen Tranche. Die in das Bewertungsmodell einfließenden Dividendenzahlungen orientieren sich an der mittelfristigen Dividendenerwartung. Änderungen des inneren Werts der anteilsbasierten Vergütungsprogramme werden verursachungsgerecht den jeweiligen Funktionskosten zugeordnet. Änderungen des Zeitwerts werden innerhalb der Finanzierungserträge beziehungsweise Finanzierungsaufwendungen erfasst. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenAnteilsbasierte VergütungDie Bewertung der langfristigen anteilsbasierten Vergütungsprogramme impliziert umfangreiche Schätzungsunsicherheiten. In der nachfolgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Höhe die langfristigen Rückstellungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen (Buchwert zum 31. Dezember 2024: 17 Mio. € / Buchwert zum 31. Dezember 2023: 14 Mio. €) durch Veränderungen des DAX ® -Kursniveaus beziehungsweise des Schlusskurses der Aktie der Merck KGaA zum Bilanzstichtag beeinflusst worden wären. Die genannten Beträge hätten zu einer korrespondierenden Verringerung beziehungsweise Erhöhung des Ergebnisses vor Ertragsteuern geführt.
Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurde grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. In die Analyse wurden diejenigen Tranchen miteinbezogen, die künftigen Wertschwankungen unterliegen können. Nicht einbezogen wurde die Tranche 2022 für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns, da diese zwischen dem 31. Dezember 2024 und dem Auszahlungszeitpunkt keinen Wertschwankungen unterliegen wird (31.Dezember 2023: kein Einbezug der Tranche 2021 für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns). Die bei Merck bestehenden anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit ausschließlichem Barausgleich richten sich an einer kennzahlenbasierten Zielerreichung sowie an der langfristigen Performance der Aktie der Merck KGaA aus. Den berechtigten Mitarbeitenden wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien, den Merck Share Units (MSU), zum Ende eines dreijährigen Performance-Zeitraums in Aussicht gestellt. Die Anzahl der in Aussicht gestellten MSU hängt ab vom für die jeweilige Person definierten Zuteilungswert und vom Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem 1. Januar des jeweiligen Performance-Zeitraums (Basiskurs). Nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums wird die Anzahl der dann zu gewährenden MSU abhängig von der Entwicklung definierter finanzieller Steuerungskennzahlen (KPI) sowie eines Nachhaltigkeitsfaktors festgestellt. Maßgeblich für die Bewertung sind die Performance der Aktie der Merck KGaA gegenüber der Performance des DAX ® mit einer Gewichtung von 50 %, die Entwicklung der EBITDA-pre-Marge während des Performance-Zeitraums im Verhältnis zu einem festgelegten Zielwert mit einer Gewichtung von 25 % sowie die Entwicklung des organischen Umsatzwachstums im Verhältnis zu einem festgelegten Zielwert, ebenfalls mit einer Gewichtung von 25 %. Abhängig von der Entwicklung dieser finanziellen KPI werden den Berechtigten nach Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums zwischen 0 % und 150 % der in Aussicht gestellten MSU gewährt. Die Festlegung der Zielwerte der KPIs für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns erfolgt durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA. Anschließend werden die anhand finanzieller Ziele bemessenen MSU mit einem Nachhaltigkeitsfaktor multipliziert. Dieser basiert auf den drei Nachhaltigkeitszielen "Fortschritt für Menschen schaffen", "Nachhaltigen Geschäftserfolg gemeinsam erzielen" und "Unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren". Für die LTIP-Tranche 2024 wurde für die drei Nachhaltigkeitsziele folgende Gewichtung festgelegt:
Der Nachhaltigkeitsfaktor umfasst eine Spanne von 0,8 bis 1,2. Somit werden den Berechtigten abhängig vom Ergebnis der finanziellen KPI (0 %-150 %) und dem Nachhaltigkeitsfaktor nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums zwischen 0 % und 180 % der in Aussicht gestellten MSU gewährt. Auf Grundlage der gewährten MSU erfolgt eine Barauszahlung nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums. Der für die Auszahlung maßgebliche Wert einer gewährten MSU entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem Ende des Performance-Zeitraums. Die Auszahlungsbeträge der jeweiligen Tranchen sind auf das Zweieinhalbfache des individuellen Zuteilungswerts begrenzt. Für die Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA schließt sich an den dreijährigen Performance-Zeitraum eine Haltefrist von einem weiteren Jahr an. Die nachfolgende Tabelle stellt die wesentlichen Parameter sowie die Entwicklung der Anzahl der in Aussicht gestellten Merck Share Units (MSU) für die einzelnen Tranchen dar:
1 Performance-Zeitraum bzw. Laufzeit für
die im jeweiligen Jahr an die Geschäftsleitung der
Merck KGaA ausgegebene Tranche.
Der Gesamtwert der Verpflichtungen für anteilsbasierte Vergütung betrug zum 31. Dezember 2024 81 Mio. € (31. Dezember 2023: 68 Mio. €). Davon waren zum 31. Dezember 2024 17 Mio. € (31. Dezember 2023: 14 Mio. €) in den Rückstellungen enthalten. Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich ein Nettoaufwand von 66 Mio. € (Vorjahr: Nettoertrag von 39 Mio. €). Die im Geschäftsjahr 2021 ausgegebene dreijährige Tranche endete für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns mit Ablauf des Geschäftsjahres 2023 und führte im Geschäftsjahr 2024 zu Auszahlungen in Höhe von 54 Mio. €. Die im Geschäftsjahr 2022 ausgegebene dreijährige Tranche endete für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns mit Ablauf des Geschäftsjahres 2024 und wurde zum 31. Dezember 2024 von den kurzfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer in die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert. Für diese Tranche wurde aufgrund einer Entscheidung der Geschäftsleitung der Merck KGaA entsprechend der Planbedingungen der erwartete Auszahlungsbetrag um einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag erhöht. Die Tranche wird im Geschäftsjahr 2025 zu voraussichtlichen Auszahlungen in Höhe von insgesamt 57 Mio. € führen. Für die im Geschäftsjahr 2021 an die Geschäftsleitung der Merck KGaA ausgegebene Tranche endete die einjährige Halteperiode mit Ablauf des Geschäftsjahres 2024. Die entsprechenden Rückstellungen wurden zum 31.12.2024 in die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert. Die Tranche wird im Geschäftsjahr zu voraussichtlichen Auszahlungen in Höhe von 7 Mio. € führen. Der Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage belief sich zum Bewertungsstichtag auf 149,81 €. Kapitalstruktur, Geldanlage und Finanzierungstätigkeit(33) EigenkapitalBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeBewertung nicht beherrschender Anteile im Rahmen eines UnternehmenserwerbsIn Fällen, in denen nicht sämtliche Anteile einer Gesellschaft erworben werden, erfolgt die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert des anteiligen bilanzierten Nettovermögens. Entsprechend den Satzungsbestimmungen der Merck KGaA sind die Kommanditaktionäre wirtschaftlich nicht nur am Ergebnis und Vermögen der Merck KGaA, sondern auch am Ergebnis und Vermögen der E. Merck KG beteiligt. Sie partizipieren damit am Gesamtergebnis und am Gesamtvermögen des E. Merck-Konzerns und sind daher nicht mit den fremden Gesellschaftern bei Tochterunternehmen gleichzusetzen. Unser Ausweis des langfristigen zur Verfügung gestellten Kapitals folgt dieser Betrachtungsweise. Das Gesellschaftskapital für den E. Merck-Konzern setzt sich aus dem Gesellschaftskapital der E. Merck KG (374 Mio. €) und dem gezeichneten Kapital der Merck KGaA (168 Mio. €) zusammen. Im Vorjahr hatte sich das Gesellschaftskapital durch die Umgliederung einer Abfindungsverpflichtung in die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 4 Mio. € verringert. Das Gesellschaftskapital der E. Merck KG ist gemäß IAS 32 als kündbares Finanzinstrument zu klassifizieren. Aufgrund der herrschenden Gesellschafterverhältnisse und der langfristigen Gesellschaftsverträge kann jedoch in der Regel von einer annähernd unendlichen Haltedauer des kündbaren Finanzinstruments ausgegangen werden. Das gezeichnete Kapital der Merck KGaA war zum Bilanzstichtag in 129.242.251 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag sowie eine Namensaktie eingeteilt. Auf jede Aktie entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital in Höhe von 1,30 €. Der bei der Ausgabe von Aktien durch die Merck KGaA über den Nennbetrag hinaus erzielte Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Im Jahr 2024 wurden an die Kommanditaktionäre der Merck KGaA 284 Mio. € (Vorjahr: 284 Mio. €) ausgeschüttet. Außerdem hat die E. Merck KG 682 Mio. € (Vorjahr: 801 Mio. €) ausgezahlt. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen der Gewinnrücklagen; im Vorjahr betrug die Entnahme aus den Gewinnrücklagen der E. Merck KG 100 Mio. €. GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:
Die Gewinnrücklagen hatten sich im Vorjahr durch die Umgliederung einer Abfindungsverpflichtung in die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 269 Mio. € verringert. Direkt im Eigenkapital berücksichtigte ErgebnisseDie direkt im Eigenkapital berücksichtigten Ergebnisse entwickelten sich folgendermaßen (siehe ebenfalls Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente"):
Nicht beherrschende AnteileGrundlage für die Berechnung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter war das bilanzierte Eigenkapital der betreffenden Tochtergesellschaften. Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Konzerneigenkapital und am Ergebnis beinhalteten im Wesentlichen die Fremdanteile an den Gesellschaften Versum Materials Taiwan Co., Ltd., Taiwan, und Merck Ltd., Thailand, sowie an der börsennotierten Gesellschaft PT Merck Tbk., Indonesien. (34) Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeZahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteZahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten auch kurzfristige Geldanlagen mit einer maximalen Laufzeit von drei Monaten, die unmittelbar in einen festgelegten Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können. Die Erträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden in den Zinserträgen ausgewiesen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich wie folgt zusammen:
Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt. In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten waren verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel in Höhe von 368 Mio. € (31. Dezember 2023: 404 Mio. €) enthalten. Diese betrafen im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bei Tochtergesellschaften, bei denen Kapitalverkehrsbeschränkungen bestanden. Das maximale Ausfallrisiko entsprach dem Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. (35) Sonstige finanzielle VermögenswerteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige finanzielle VermögenswerteDie nachfolgenden Ausführungen beinhalten nicht die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für derivative Finanzinstrumente. Diese sind in Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt. Ansatz und ErstbewertungFinanzielle Vermögenswerte werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet und am Erfüllungstag angesetzt. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, umfasst die Erstbewertung zudem direkt zurechenbare Transaktionskosten. Eine entstehende Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert eines Finanzinstruments beim erstmaligen Ansatz (Level 2 und 3 in der Bewertungshierarchie des IFRS 13) und dem Transaktionspreis wird linear über die Laufzeit ergebniswirksam erfasst. Detaillierte Informationen zu den Bewertungsmethoden von finanziellen Vermögenswerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, finden sich in Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". Klassifizierung und FolgebewertungIm Ansatzzeitpunkt werden finanzielle Vermögenswerte in eine der folgenden Bewertungskategorien eingeteilt, die zugleich den Klassen von Finanzinstrumenten im Sinne des IFRS 9 entsprechen:
Diese Klassifizierung erfolgt anhand des Geschäftsmodells und der Ausgestaltung der vertraglichen Zahlungsströme. Zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertete finanzielle Vermögenswerte werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Berücksichtigung von etwaigen Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Vorgehensweise zur Ermittlung der Wertminderungen ist in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" dargestellt. Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte werden zur Vereinnahmung ihrer vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich den Charakter von Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag beinhalten, gehalten. Für Finanzinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sieht das Geschäftsmodell vor, sowohl die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen als auch die finanziellen Vermögenswerte zu verkaufen. Die Zahlungsströme dieser Klasse beinhalten ebenfalls ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag. Eine erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt im Konzern außer bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert lediglich bei Fremdkapitalinstrumenten, deren vertragliche Ausstattungsmerkmale nicht zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Dies umfasst insbesondere bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen der Veräußerung von Geschäften im Sinne des IFRS 3 mit dem Erwerber vertraglich vereinbart wurden (siehe Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert"). Merck macht vom Wahlrecht zur erfolgswirksamen Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert von Fremdkapitalinstrumenten keinen Gebrauch. Eigenkapitalinstrumente werden bei Vorliegen einer längerfristigen Halteabsicht grundsätzlich als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Weitere Ausführungen zur Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert finden sich in Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". Eine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt lediglich, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung von finanziellen Vermögenswerten ändert. AusbuchungFinanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn der Anspruch auf die Gegenleistung durch die andere Vertragspartei erfüllt wurde, keine begründete Erwartung mehr besteht, dass die andere Vertragspartei ihrer vertraglichen Verpflichtung nachkommen wird, oder wenn der Konzern die vertraglichen Rechte einschließlich aller wesentlichen Risiken und Chancen an dem finanziellen Vermögenswert auf eine andere Vertragspartei überträgt. AusweisBewertungseffekte von Fremdkapitalinstrumenten werden in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Konzern-Gesamtergebnisrechnung wie folgt ausgewiesen:
Der Ausweis der Erträge aus der Aufzinsung und der Erträge oder Aufwendungen aus zinssatzinduzierten Änderungen bei bedingten Gegenleistungen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, erfolgt in den Finanzierungserträgen und -aufwendungen. Der Ausweis der Bewertungseffekte von Eigenkapitalinstrumenten in der Konzernbilanz und in der KonzernGewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Konzern-Gesamtergebnisrechnung stellt sich wie folgt dar:
Zum Stichtag ergab sich folgende Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte:
Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte mit Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten betraf hauptsächlich kurzfristige Investitionen in strukturierte Papiere auf Basis marktgängiger Treibhausgasemissionszertifikate. Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewerteten Eigenkapitalinstrumente beinhalteten hauptsächlich Anteile an börsennotierten und nicht börsennotierten Gesellschaften, die in innovative Technologien und Produkte investieren oder im Rahmen des zukunftsorientierten M-Ventures-Portfolios gehalten werden:
Die Fremdkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert reduzierten sich im Geschäftsjahr 2024 aufgrund fällig gewordener Geldmarktpapiere. Die bedingten Gegenleistungen enthielten wie im Vorjahr insbesondere Ansprüche aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, im Jahr 2017. Details zu den Abgängen von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.
(36) Finanzschulden/KapitalmanagementBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeFinanzschulden/KapitalmanagementMit Ausnahme von Leasingverbindlichkeiten und Derivaten mit negativen Marktwerten werden Finanzschulden im Rahmen der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode folgebewertet. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Leasingverbindlichkeiten und Derivaten sind in den Anmerkungen (20) "Leasing" sowie (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt. Die Zusammensetzung der Finanzschulden sowie eine Überleitung zu den Nettofinanzverbindlichkeiten sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:
1 Merck hat das Recht, die im August 2024
begebene Hybridanleihe im November 2029 vorzeitig
zurückzuzahlen.
Bei den von der Merck KGaA begebenen Hybridanleihen handelt es sich um Anleihen, die von führenden Ratingagenturen nur zur Hälfte als zusätzliche Verschuldung angerechnet werden, sodass die Emissionen für das Rating vorteilhaft gegenüber klassischen Anleiheemissionen waren. Bilanziell werden diese Anleihen vollumfänglich als Fremdkapital erfasst. Auch wenn Merck eine Rückzahlung zum erstmöglichen Zeitpunkt beabsichtigt, werden diese Anleihen bilanziell grundsätzlich als langfristige Finanzschulden ausgewiesen. Mit Ankündigung vom 20. November 2023 erfolgte die Teilrückzahlung eines Nominalvolumens in Höhe von 275 Mio. € von in den Jahren 2019 und 2020 begebenen Hybridanleihen. Im Dezember 2024 erfolgte die vorzeitige Rückzahlung der im Jahr 2014 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. € sowie der im Jahr 2019 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. €. Für die Finanzschulden waren keine Pfandrechte oder ähnlichen Sicherheiten hinterlegt. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten betrugen am 31. Dezember 2024 2,2 % (31. Dezember 2023: 2,1 %). Bei den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Schulden gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG. Informationen zu den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen sind der Anmerkung (44) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen" zu entnehmen. KapitalmanagementZiel des Kapitalmanagements ist die Sicherstellung der erforderlichen finanziellen Flexibilität, um den Geschäftsbetrieb langfristig aufrechtzuerhalten und strategische Optionen wahrnehmen zu können. Die Beibehaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings, die Sicherung der Liquidität, die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken sowie die Optimierung der Kapitalkosten sind Ziele der Finanzpolitik und setzen wichtige Rahmenbedingungen für das Kapitalmanagement. Dabei stellen die Nettofinanzverbindlichkeiten sowie der Verschuldungsgrad, berechnet als Verhältnis zwischen dem EBITDA pre und den Nettofinanzverbindlichkeiten, wichtige Kennzahlen im Rahmen des Kapitalmanagements bei Merck dar. Der Kapitalmarkt stellt für Merck traditionell eine wesentliche Finanzierungsquelle dar, unter anderem über die Ausgabe von Anleihen. Aus dem Debt Issuance Program, unter dem alle Euro-Anleihen begeben wurden, bestanden zum 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten in Höhe von 3,9 Mrd. € (31. Dezember 2023: 3,9 Mrd. €). Darüber hinaus stand Merck zur Deckung des kurzfristigen Kapitalbedarfs ein Commercial Paper Program mit einem Volumen von 2,5 Mrd. € (31. Dezember 2023: 2,5 Mrd. €) zur Verfügung, das zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 ebenso wie zum Vorjahresstichtag nicht in Anspruch genommen wurde. Eine weitere wesentliche Finanzierungsquelle für Merck sind Kreditvereinbarungen. Zum Abschlussstichtag bestanden folgende Finanzierungszusagen von Kreditinstituten gegenüber Merck:
Es lagen keine Anzeichen dafür vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt waren. (37) Sonstige finanzielle VerbindlichkeitenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeSonstige finanzielle VerbindlichkeitenDie Bewertung sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten, mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Derivaten und bedingten Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 erfasst werden, erfolgt im Rahmen der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Derivaten sind in Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt. Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:
Die übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthielten eine Abfindungsverpflichtung in Höhe von 164 Mio. € (31. Dezember 2023: 273 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen betrafen Ansprüche von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsleitung der Merck KGaA. (38) Derivative FinanzinstrumenteBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeDerivative FinanzinstrumenteDie Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfolgt unter Anwendung der Vorschriften des IFRS 9. Bilanzielle Absicherungen werden für mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende geplante Transaktionen in fremder Währung und für die Absicherung von beizulegenden Zeitwerten bilanzierter Vermögenswerte eingegangen. Bilanzielle Absicherungen von Zahlungsströmen in Fremdwährung führen dazu, dass die betreffenden Grundgeschäfte im Zeitpunkt ihres Eintretens per Saldo zu den fixierten Fremdwährungskursen statt zum Stichtagskurs im Transaktionszeitpunkt angesetzt werden. Bilanzielle Absicherungen von beizulegenden Zeitwerten bilanzierter Vermögenswerte führen dazu, dass die gegenläufigen Wertänderungen der betreffenden Grund- und Sicherungsgeschäfte sich gegenseitig kompensieren. Als Sicherungsinstrumente im Rahmen von bilanziellen Absicherungen kommen bei Merck im Wesentlichen nur Derivate zum Einsatz. Zur Messung der Effektivität werden die Dollar-Offset-Methode sowie Regressionsanalysen angewendet. Unwirksamkeiten können im zeitlichen Anfall der geplanten zukünftigen Zahlungsströme oder bei einem Wegfall eines zu sichernden Grundgeschäfts entstehen. Derivate, die die Dokumentations- oder Effektivitätserfordernisse für die bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht oder nicht mehr erfüllen, deren Grundgeschäft nicht mehr besteht oder für die die Vorschriften zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht angewendet werden, werden je nach Saldo entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ausgewiesen. Beim Einsatz von Optionen als Sicherungsinstrument wird lediglich ihr innerer Wert designiert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zeitwertkomponente von Optionen, die zur bilanziellen Absicherung verwendet werden, werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage für Kosten der bilanziellen Absicherung innerhalb des Konzerneigenkapitals erfasst. Die weitere Bilanzierung dieser Beträge hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab. Beim Einsatz von Forward-Kontrakten als Sicherungsinstrument wird lediglich das Spot-Element designiert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Forward-Elements in Forward-Kontrakten werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage für Kosten der bilanziellen Absicherung innerhalb des Konzerneigenkapitals erfasst. Die weitere Bilanzierung dieser Beträge hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab. Merck hat virtuelle Strombezugsverträge abgeschlossen. Aufgrund der Ausgestaltung der Verträge als Stromdifferenzkontrakt erfüllen diese die Definition von Verträgen über den Kauf von nicht-finanziellen Posten mit Nettoausgleich in bar, die den Charakter eines derivativen Finanzinstruments aufweisen. Diese sind gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Da kein physischer Strombezug erfolgt, ist die Eigenverbrauchsausnahme (own use exemption), die es erlaubt, bestimmte derivative Finanzinstrumente als schwebende Geschäfte zu behandeln, nicht einschlägig. Der Ausweis derivativer Finanzinstrumente in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Konzerngesamtergebnisrechnung stellt sich - mit Ausnahme der bilanziellen Behandlung von Beträgen, die direkt aus der Rücklage in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Verbindlichkeit einbezogen werden - wie folgt dar:
Die Nominalvolumina der zu den Bilanzstichtagen gehaltenen Derivate stellten sich wie folgt dar:
1 Die virtuellen Strombezugsverträge haben
keine festgelegten Nominalwerte.
Der Anstieg der Nominalvolumina der Derivate zur Währungssicherung ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang ergab sich insbesondere aus Maßnahmen zur Umsetzung der Sicherungsstrategie. Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate stellten sich wie folgt dar: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Sämtliche bilanziellen Sicherungsbeziehungen waren wie im Vorjahr zeitpunktbezogen. Für Derivate bestand die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Saldierung aufgrund der bestehenden Rahmenverträge zum Derivatehandel, die Merck mit Geschäftsbanken abgeschlossen hatte. Eine tatsächliche Aufrechnung fände hierbei nur im Fall einer eintretenden Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners statt. Eine bilanzielle Saldierung von Derivaten fand nicht statt. Die nachfolgende Tabelle stellt das potenzielle Saldierungsvolumen bei den ausgewiesenen derivativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dar: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Die Rücklagen für die bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen und für die Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen des Konzerns betrafen die nachfolgenden Sicherungsinstrumente (siehe ebenfalls Anmerkung (33) "Eigenkapital"):
(39) Finanzierungserträge und -aufwendungen / Nettogewinne und -verluste aus FinanzinstrumentenDie Finanzierungserträge und -aufwendungen stellten sich wie folgt dar:
Die Zinserträge und -aufwendungen und ähnliche Erträge und Aufwendungen ergaben sich wie folgt:
1 Vorjahreszahl wurde angepasst.
Die Nettogewinne und -verluste, Währungsergebnisse sowie Dividendenerträge der Finanzinstrumente (ohne im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge) stellten sich nach Bewertungskategorie wie folgt dar:
In den obigen Darstellungen sind Zinserträge und -aufwendungen bei den Derivaten ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang, außer bei virtuellen Strombezugsverträgen, als Bestandteil der Anpassungen beizulegender Zeitwerte ausgewiesen. Das Währungsergebnis der Eigenkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde im sonstigen Ergebnis erfasst. (40) Cashflow aus FinanzierungstätigkeitBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeCashflow aus FinanzierungstätigkeitBei der Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Dividendenauszahlungen sowie Gewinnentnahmen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zu erfassen. Darüber hinaus wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Einzahlungen und Auszahlungen für Posten mit großer Umschlagshäufigkeit, großen Beträgen und kurzen Laufzeiten zu saldieren. Dies betrifft vor allem rollierende Finanzierungen über Commercial Paper sowie kurzfristige Bankkredite in den Posten Einzahlung aus der Neuaufnahme von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden sowie Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden. Die Veränderungsrechnung für Finanzschulden stellte sich wie folgt dar: 2024
2023
Die Zinszahlungen aus Leasingverhältnissen wurden im operativen Cashflow erfasst, dienten in der obigen Tabelle jedoch als Überleitungsposten, da die zugrunde liegenden Leasingverbindlichkeiten Teil der Finanzschulden waren. In der Veränderung von Leasingverbindlichkeiten waren die Zugänge sowie Abgänge von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie die Effekte aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten enthalten. Die Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts der übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden entfielen vollständig auf Verbindlichkeiten aus Derivaten. In der Konzernkapitalflussrechnung wurden die zahlungswirksamen Veränderungen von Vermögenswerten aus Derivaten in Höhe von 661 Mio. € (Vorjahr: 609 Mio. €) gemeinsam mit Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden in Höhe von 3.302 Mio. € (Vorjahr: 3.020 Mio. €) in der Zeile Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden mit einem Saldo in Höhe von 2.641 Mio. € (Vorjahr: 2.410 Mio. €) ausgewiesen. In der obigen Überleitungsrechnung wurden Veränderungen von Vermögenswerten aus Derivaten separat ausgewiesen, da sie nicht Teil der Finanzschulden waren. Der Betrag der nicht ausgenutzten Kreditlinien, die für die künftige betriebliche Tätigkeit und zur Erfüllung von Verpflichtungen eingesetzt werden können, sowie Ausführungen zur Veränderung der Finanzschulden finden sich in Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement". (41) Management von FinanzrisikenMarktschwankungen von Währungskursen und Zinssätzen stellen bedeutende Ergebnis- und Zahlungsstromrisiken des Konzerns dar. Merck aggregiert diese konzernweiten Risiken und steuert sie zentral, unter anderem durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Zur Abschätzung von bestehenden Risiken aus Währungskurs- und Zinssatzschwankungen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keiner wesentlichen Risikokonzentration aus Finanztransaktionen ausgesetzt. Als Sicherungsinstrumente nutzt Merck im Wesentlichen marktgängige Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und Zinsswaps. Die Strategie zur Absicherung von Zins- und Währungsschwankungen aus geplanten zukünftigen und bereits bilanzwirksamen Transaktionen wird von einem hierfür eingesetzten und in regelmäßigen Abständen tagenden Risikokomitee festgelegt. Der Einsatz von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt und unterliegt einer ständigen Risikokontrolle durch Group Treasury. Es gilt das Verbot der Spekulation. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt. Derivate werden nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen. Es erfolgt eine ständige Überwachung der damit verbundenen Ausfallrisiken. Weitere Informationen zum Management von Finanzrisiken enthält der Risiko- und Chancenbericht im Konzernlagebericht. FremdwährungsrisikenAufgrund der internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen der Finanzierungstätigkeit transaktionalen Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder zu eliminieren, werden Währungsrisiken fortlaufend analysiert und unterschiedliche Sicherungsstrategien angewendet. Das gesamte Fremdwährungs-Exposure wird in mehrere definierte Teilmengen mit unterschiedlichem Risikoprofil unterteilt und systematisch mit geeigneten Sicherungsinstrumenten abgesichert. Die Absicherung erfolgt auf Basis eines regelmäßig überprüften Währungskorbs. Der zeitliche Absicherungshorizont beträgt maximal zwölf Monate. Durch den Einsatz von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen werden Währungsrisiken aus den folgenden Transaktionen ökonomisch abgesichert:
Durch den Einsatz von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen werden Währungsrisiken aus den folgenden Transaktionen bilanziell abgesichert:
In der nachfolgenden Tabelle werden das Netto-Exposure sowie die Auswirkungen von transaktionalen Wechselkursschwankungen der wichtigsten Währungen gegenüber dem Euro in Bezug auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital am Bilanzstichtag dargestellt: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Bei dieser Darstellung wurden Effekte aus der bilanziellen Absicherung von geplanten Zahlungsströmen im Konzerneigenkapital entsprechend berücksichtigt. Das Netto-Exposure der oben genannten Währungen setzte sich jeweils aus den folgenden Komponenten zusammen:
Die geplanten Zahlungsströme der nächsten zwölf Monate werden in Übereinstimmung mit der Risikomanagementstrategie analysiert und aufgeteilt. In der ersten Teilmenge erfolgt die Absicherung von 25 % eines regelmäßig untersuchten Währungskorbs. In einer zweiten Teilmenge erfolgt die Absicherung eines flexibleren Währungskorbs, der anhand der Absicherungskosten und der Korrelation zum Euro ausgewählt wird. In Summe über alle Absicherungsteilmengen wird durch die Sicherungsstrategie eine wirtschaftliche Absicherungsquote von mindestens 40 % erreicht, die in Abhängigkeit von Szenario-Analysen regelbasiert bis auf 90 % gesteigert werden kann. Bilanzposten in den oben genannten Währungen waren wie im Vorjahr durch eingegangene Derivatepositionen vollständig ökonomisch abgesichert, sofern sie nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft entsprachen. Demzufolge wirkten sie sich nicht auf das oben dargestellte Netto-Exposure aus. Die Auswirkungen der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen in Fremdwährung stellten sich für die wesentlichen Fremdwährungen wie folgt dar: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Neben den zuvor dargestellten transaktionalen Fremdwährungsrisiken bestanden ferner Translationsrisiken, da eine Vielzahl der Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums ansässig ist und von der Berichtswährung abweichende funktionale Währungen hat. Durch Währungskursschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften in die Berichtswährung Euro werden erfolgsneutral im Konzerneigenkapital abgebildet. ZinsrisikenDas Netto-Exposure des E. Merck-Konzerns in Bezug auf Zinssatzänderungen setzte sich wie folgt zusammen:
Zum Anstieg der Geldanlagen und Geldaufnahmen siehe Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement". Die Effekte auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das Konzerneigenkapital aus einer parallelen Verschiebung der Zinskurve um +100 oder -100 Basispunkte, bezogen auf alle kurzfristigen oder variabel verzinslichen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Anwendungsbereich des IAS 32, mit Ausnahme der bedingten Gegenleistungen, sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Bei einer Verschiebung nach unten wurde der Zinssatz für diejenigen Instrumente, die eine vertragliche Zinsuntergrenze bei 0 % beinhalteten, entsprechend begrenzt:
StrompreisrisikenZur Abdeckung der eingekauften Strommengen in Europa und den USA mit Energiezertifikaten aus erneuerbaren Quellen schloss Merck im Rahmen der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsstrategie sogenannte virtuelle Strombezugsverträge ab. Hierzu bestanden zum Stichtag Verträge mit Wind- und Solarparkbetreibern in den USA und in Spanien. Die Wind- und Solarparks in Spanien waren noch im Bau befindlich. Die grundsätzliche Ausgestaltung mit festem Ausübungspreis für Merck und der Übernahme des Exposure aus variablen Spot-Energiepreisen in den jeweiligen Marktgebieten war bei allen Verträgen identisch. Für die produzierten und Merck zugerechneten Strommengen erhält Merck Grünstromzertifikate. Merck nutzt die erhaltenen Zertifikate ausschließlich selbst. Die Verträge haben am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von neun bis 16 Jahren. Der finanziell bedeutsamste dieser Verträge besteht mit einem Windenergie-Projektentwickler in den USA über eine zuzurechnende installierte Leistung von 68 Megawatt. Der beizulegende Zeitwert des Vertrags betrug zum Stichtag 50 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €). Der Strompreis von etwa 40 % der erwarteten Produktionsmenge aus diesem virtuellen Strombezugsvertrag ist über ein separates Sicherungsinstrument wirtschaftlich abgesichert. Hierdurch wird die preisliche Fixierung des virtuellen Strombezugsvertrags für diese Menge per Saldo wieder aufgehoben. Die Vorschriften zur bilanziellen Absicherung konnten nicht angewendet werden. In Summe führten die Verträge einschließlich des Sicherungsinstruments im Geschäftsjahr 2024 zu einem Nettogewinn aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €), der in den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurde. Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter hätte sich auf den beizulegenden Zeitwert der Verträge ohne Berücksichtigung des Sicherungsinstruments wie folgt ausgewirkt: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
LiquiditätsrisikenDas Risiko, dass Merck seinen Zahlungsverpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann, wird sowohl durch die Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein konzernweites Cash-Management begrenzt. Informationen zu begebenen Anleihen sowie weiteren Finanzierungsquellen sind der Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement" zu entnehmen. Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet. In der nachfolgenden Liquiditätsrisikoanalyse sind die undiskontierten, vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten und die Nettozahlungsströme aus Derivaten mit negativen beizulegenden Zeitwerten dargestellt: 31. Dezember 2024
1 Für die Hybridanleihen wurde eine
Rückzahlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt
angenommen.
31. Dezember 2023
1 Für die Hybridanleihen wurde eine
Rückzahlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt
angenommen.
KreditrisikenKreditrisiko bedeutet für den Konzern das Risiko eines finanziellen Verlusts, sofern ein Kunde oder ein anderer Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Kreditrisiken bestehen für Merck im Wesentlichen aufgrund von bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen, sonstigen Fremdkapitalinstrumenten, Derivaten und Vertragsvermögenswerten. Die Kreditrisiken werden fortlaufend überwacht. Zudem werden die Risiken aus Kreditvergaben an Kunden und im Zuge von sonstigen Geschäftsbeziehungen gesteuert. Der Konzern analysiert alle um mehr als 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und überprüft, ob ein Ausfall vorliegt. Weiterhin werden alle anderen um mehr als 30 Tage überfälligen Finanzinstrumente dahingehend überprüft, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos existiert. Beides dient der Untersuchung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung bestehen, aufgrund derer eine zusätzliche Risikovorsorge zu erfassen ist. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeKreditrisikenWertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie VertragsvermögenswertenFür Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet der Konzern ein vereinfachtes Wertminderungsmodell an, welches einen erwarteten Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle werden die Vermögenswerte auf Basis des bestehenden Kreditrisikos und der jeweiligen Fälligkeitsstruktur gruppiert. Die dabei zu berücksichtigenden Kundengruppen mit vergleichbaren Ausfallrisiken ergeben sich unternehmensbereichsspezifisch und entsprechend dem Geschäftssitz der jeweiligen Kunden. Die Herleitung der prozentualen Abschlagssätze für das vereinfachte Wertminderungsmodell berücksichtigt Ausfallraten aus der Vergangenheit und aktuelle makroökonomische Erwartungen durch die Einbeziehung von länderspezifischen Ratings, da viele Kunden direkt oder indirekt von der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Sitzlands abhängig sind (öffentliche und private Gesundheitssysteme, Universitäten und forschende Unternehmen der Pharmaindustrie sowie im Rahmen von Entwicklungsplänen geförderte Industrien, insbesondere in Asien). Diese Länderratings werden zu drei separaten Ratinggruppen aggregiert. Historische Ausfallraten und Länderratings werden im Wertminderungsmodell als Approximation für die zukünftig zu erwartenden Ausfälle herangezogen. Wenn sich das Rating eines Lands ändert, sind dementsprechend nicht mehr die historischen Ausfallraten der bisherigen Ratinggruppe, sondern die historischen Ausfallraten der Ratinggruppe, der das jeweilige Land neu zugeordnet wurde, anzuwenden. Bei Hinweisen darauf, dass einzelne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte nicht oder nicht vollständig werthaltig sind, werden zusätzliche Wertminderungen zur Vorsorge für erwartete Kreditausfälle gebildet. Um die finanzielle Stabilität und Planbarkeit des operativen Geschäfts sicherzustellen, wird ein Ausfall grundsätzlich immer angenommen, wenn der Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht mehr vollumfänglich begleichen kann. Von einem Schuldner mit beeinträchtigter Bonität wird bereits ausgegangen, sofern objektive Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners vorliegen, wie das Verschwinden eines aktiven Markts für seine Produkte oder eine drohende Insolvenz. Die Nominalwerte von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bereits bei Zugang bonitätsbeeinträchtigt sind, werden unter Anwendung des risikoadjustierten Effektivzinssatzes angesetzt. Der Zinssatz spiegelt die ursprünglich für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste wider. Wertminderungen von sonstigen ForderungenBei den in den sonstigen Forderungen enthaltenen Leasingforderungen findet das vereinfachte Wertminderungsmodell Anwendung, während für die übrigen sonstigen Forderungen das dreistufige Modell zur Anwendung kommt. Zur Ermittlung von Wertminderungen von sonstigen Forderungen wird das individuelle Kreditrating des Vertragspartners herangezogen. Sofern von einem deutlich erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen wird, wird bei der Ermittlung des erwarteten Kreditverlusts die Gesamtlaufzeit betrachtet. Im Rahmen von Einzelfalluntersuchungen wird zudem geprüft, ob objektive Erkenntnisse auf eine verminderte Werthaltigkeit von sonstigen Forderungen hindeuten. Zu solchen Hinweisen zählen beispielsweise ökonomische Schwierigkeiten des Schuldners, Vertragsverletzungen oder die Neuverhandlung von vertraglichen Zahlungspflichten. Wertminderungen von sonstigen finanziellen VermögenswertenInvestitionen in Fremdkapitalinstrumente, welche entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, werden grundsätzlich als Investitionen mit geringem Risiko eingeschätzt, sodass der erwartete Kreditverlust der kommenden zwölf Monate zur Bemessung der Höhe der Wertminderung herangezogen wird. Von den Vorgaben zur pflichtweisen Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts wird im Zugangszeitpunkt und in der Folgebewertung bei finanziellen Vermögenswerten mit einem nur geringen Ausfallrisiko abgesehen. Für diese Vermögenswerte erfolgt daher keine Untersuchung, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos vorliegt. Merck geht von keinem erhöhten Kreditrisiko zum Bilanzstichtag aus, sofern der Vertragspartner über ein entsprechendes Kreditrating (Investment Grade) verfügt. Bei Erkenntnissen über eine Bonitätsverschlechterung des Schuldners, die sich noch nicht im bestehenden Kreditrating niederschlägt, erfolgen eine Anpassung der Kreditrisikoeinschätzung sowie eine Erhöhung der für zu erwartende Kreditverluste gebildeten Wertminderungen. In allen anderen Fällen erfolgt keine erneute Risikoeinschätzung zum Bilanzstichtag und das ursprünglich angenommene Risikoprofil wird beibehalten. Sofern von einem deutlich erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen wird, wird der erwartete Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigt. Das maximale Ausfallrisiko bei allen oben genannten Posten zum Berichtszeitpunkt entspricht den Nettobuchwerten abzüglich etwaiger Kreditversicherungsentschädigungen. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenKreditrisikenWertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie VertragsvermögenswertenIn Bezug auf Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von Vertragsvermögenswerten bestehen ausgeprägte Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten in Bezug auf
Wertminderungen von sonstigen finanziellen VermögenswertenDie Bestimmung der individuellen Wertminderungen ist ermessensbehaftet. In der nachfolgenden Tabelle werden die innerhalb der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte aus operativen Transaktionen und Vertragsvermögenswerten sowie Erträge aus Wertaufholungen dargestellt:
Die oben dargestellten Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bezogen sich in voller Höhe auf Forderungen, die aus Verträgen mit Kunden resultierten. Die Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vorjahr in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags entfielen im Wesentlichen auf Forderungen gegenüber einem Vertriebspartner des Unternehmensbereichs Healthcare. Kreditrisiken von Forderungen aus Lieferungen und LeistungenDas Kreditrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen von den individuellen Umständen des einzelnen Kunden beeinflusst. Darüber hinaus berücksichtigt Merck weitere Faktoren wie das generelle Ausfallrisiko der jeweiligen Branche sowie des Lands, in dem der Kunde operiert. Das Kreditrisiko von Kunden wird mittels etablierter Kreditmanagementprozesse bewertet. Dies geschieht insbesondere durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Konzern überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Kunden in den jeweiligen Ländern und führt, sofern erforderlich, kreditrisikoreduzierende Maßnahmen durch. Die nachfolgenden Tabellen stellen eine Übersicht des Exposure der Kreditrisiken gegliedert nach Unternehmensbereichen und Länderratings, die von führenden Ratingagenturen ermittelt werden, dar: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Waren wurden üblicherweise unter Eigentumsvorbehalt verkauft. Weitere Sicherheiten wurden grundsätzlich nicht verlangt. Der Umfang der kreditversicherten Forderungen war für Merck von untergeordneter Bedeutung. Die Wertminderungen basierend auf den erwarteten Kreditverlusten stellten sich für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2024 wie folgt dar: 31. Dezember 2024
Die Wertminderungen basierend auf den erwarteten Kreditverlusten stellten sich für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar: 31. Dezember 2023
Kreditrisiken aus sonstigen ForderungenZum 31. Dezember 2024 bestanden sonstige Forderungen vor Wertminderungen in Höhe von 168 Mio. € (31. Dezember 2023: 175 Mio. €). Davon waren sonstige Forderungen in Höhe von 163 Mio. € (31. Dezember 2023: 172 Mio. €) der Stufe 1 des dreistufigen Wertminderungsmodells, für die im Rahmen der Betrachtung des individuellen Kreditrisikos des jeweiligen Vertragspartners der erwartete Kreditverlust der kommenden zwölf Monate zur Bemessung der Höhe der Wertminderung herangezogen wurde, zugeordnet. Die gebildeten Wertminderungen für sonstige Forderungen sind in der nächstfolgenden Tabelle dargestellt. Kreditrisiken aus sonstigen finanziellen VermögenswertenMerck begrenzt Kreditrisiken aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten, indem Verträge ganz überwiegend nur mit Vertragspartnern guter Bonität abgeschlossen werden. Das Kreditrisiko aus Finanzkontrakten wird täglich auf Basis von Marktinformationen über Credit-Default-Swapsätze sowie regelmäßig über Ratinginformationen überwacht. Die Wertminderungen der finanziellen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt: 2024
1 Finanzielle Vermögenswerte mit bereits
bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter
Bonität.
2023
1 Finanzielle Vermögenswerte mit bereits
bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter
Bonität.
Es ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Zuführungen und Auflösungen der Wertminderungen in Stufe 2 aus der Veränderung der prozentualen Abschlagssätze für das vereinfachte Wertminderungsmodell. (42) Angaben zur Bewertung zum beizulegenden ZeitwertBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAngaben zur Bewertung zum beizulegenden ZeitwertNachfolgend sind die Bewertungstechniken und wesentlichen Inputfaktoren dargestellt, die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten zur Anwendung kommen: Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1)
Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2)
Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3)
Bei Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert wird das Kontrahentenrisiko berücksichtigt. Bei originären Finanzinstrumenten, wie sonstigen Verbindlichkeiten oder zinstragenden Wertpapieren, erfolgt dies in Form von Risikoaufschlägen auf den Diskontierungszins; bei Derivaten erfolgt die Berücksichtigung in Form von Marktwertabschlägen, sogenannten Credit Valuation Adjustments und Debit Valuation Adjustments. Umgruppierungen zwischen den einzelnen Leveln der Bewertungshierarchie zum beizulegenden Zeitwert erfolgen zum Ende des Monats, in dem das auslösende Ereignis - beispielsweise ein Börsengang - stattfindet. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen (Level 3)Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen erfolgt, indem die erwarteten zukünftigen Zahlungszuflüsse und -abflüsse aus Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelten mit entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet und abgezinst werden. Die bedeutendsten Parameter im Rahmen der Bewertung von bedingten Gegenleistungen sind
Bei der Bestimmung der Erfolgswahrscheinlichkeiten der einzelnen Meilensteinereignisse in Zusammenhang mit der Entwicklung von Wirkstoffkandidaten wird auf empirisch verfügbare Erfolgswahrscheinlichkeiten von Entwicklungsprogrammen in vergleichbaren Phasen der klinischen Entwicklung in den betreffenden Indikationsgebieten abgestellt. Zur Ableitung der Umsatzplanungen wird auf interne Umsatzplanungen sowie Umsatzplanungen von externen Branchendiensten zurückgegriffen. Der Diskontierungszinssatz (nach Steuern) zum 31. Dezember 2024 von 6,0 % (31. Dezember 2023: 6,6 %) wurde aus den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten ermittelt. Erträge und Aufwendungen aus der Abzinsung wahrscheinlichkeitsgewichteter zukünftiger Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelte und aus Änderungen der Diskontierungszinssätze werden im Finanzergebnis erfasst. Bedeutende Ermessensentscheidungen und SchätzungsunsicherheitenEigenkapitalbeteiligungen an nicht börsennotierten UnternehmenSowohl die Bestimmung der im Rahmen von Discounted-Cashflow-Verfahren einzubeziehenden Parameter als auch die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts aus beobachtbaren Preisen von Eigenkapitalrefinanzierungen sind mit Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten behaftet. Vermögenswerte aus bedingten GegenleistungenDie Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten aus bedingten Gegenleistungen ist in hohem Maße ermessensbehaftet. Die materiell bedeutsamste bedingte Gegenleistung war der zukünftige Kaufpreisanspruch aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, am 31. August 2017. Dieser wurde beim erstmaligen Ansatz im Jahr 2017 durch einen externen Gutachter ermittelt und auf dieser Basis fortgeführt. Der Buchwert zum 31. Dezember 2024 betrug 126 Mio. € (31. Dezember 2023: 118 Mio. €). Mit Erreichen des letzten regulatorischen Meilensteins im Zusammenhang mit der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts im Geschäftsjahr 2024 ist die Zulassungswahrscheinlichkeit keine wertbestimmende Größe mehr für die bedingte Gegenleistung, sondern lediglich der Anspruch auf umsatzabhängige Lizenzentgelte und der Diskontierungsfaktor. Sofern im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser bedingten Gegenleistung am Bilanzstichtag der Diskontierungsfaktor geringer oder höher eingeschätzt worden wäre, hätte dies zu den nachfolgenden Bewertungsänderungen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern geführt: 31. Dezember 2024
31. Dezember 2023
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2024 für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar: 31. Dezember 2024
1 Für Angaben über bestimmte
beizulegende Zeitwerte wurde die Erleichterungsvorschrift
des IFRS 7.29(a) in Anspruch genommen. Bei den
Leasingverbindlichkeiten wird explizit im IFRS 7.29(d) die
Angabe über den beizulegenden Zeitwert nicht verlangt.
Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2023 für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar: 31. Dezember 2023
1 Für Angaben über bestimmte
beizulegende Zeitwerte wurde die Erleichterungsvorschrift
des IFRS 7.29(a) in Anspruch genommen. Bei den
Leasingverbindlichkeiten wird explizit im IFRS 7.29(d) die
Angabe über den beizulegenden Zeitwert nicht verlangt.
Die Entwicklung der in Level 3 eingestuften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten stellte sich im Vorjahr wie folgt dar: 2023
Die Entwicklung der in Level 3 eingestuften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten stellte sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar: 2024
Die Abgänge im Berichtszeitraum betrafen insbesondere erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit der bedingten Gegenleistung aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen. In der Zeile "Sonstiges" wurden hauptsächlich Darlehen ausgewiesen, die im Geschäftsjahr in Eigenkapitalinstrumente gewandelt wurden. Im Vorjahr wurde zudem die Umgliederung des beizulegenden Zeitwerts der Eigenkapitalbeteiligung an der Calypso Biotech B.V., Niederlande, (Calypso) in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in der Zeile "Sonstiges" ausgewiesen. Die Eigenkapitalinstrumente an Calypso wurden zum 8. Januar 2024 für einen mittleren zweistelligen MillionenEurobetrag veräußert. Die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulativen Erträge in Höhe von 48 Mio. € wurden in die Gewinnrücklagen umgegliedert. Weitere Informationen zur Veräußerungsgruppe finden sich in Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen". Die erfolgsneutral erfassten Gewinne und Verluste von Vermögenswerten des Level 3 wurden unter der Bezeichnung "Anpassung an Marktwerte" im sonstigen Ergebnis in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesen. (43) Sonstige finanzielle VerpflichtungenDie sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliederten sich wie folgt:
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestanden insbesondere aufgrund bedingter Gegenleistungen im Rahmen von Einlizenzierungsvereinbarungen. In diesen Vereinbarungen ist Merck Verpflichtungen zu Meilensteinzahlungen beim Erreichen von bestimmten Zielen eingegangen. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass sämtliche Meilensteine erreicht werden, müsste Merck bis zu 745 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.431 Mio. €) für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten zahlen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus möglichen zukünftigen umsatzbasierten Lizenzentgelten und Meilensteinzahlungen sind in obiger Tabelle nicht enthalten. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum Erwerb immaterieller Vermögenswerte war im Wesentlichen auf die Beendigung des Xevinapant-Programms zurückzuführen (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarung"). Die erwarteten Fälligkeiten der Verpflichtungen zum Erwerb immaterieller Vermögenswerte stellten sich wie folgt dar:
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen wurden zum Nominalwert dargestellt. Sonstige Angaben(44) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenBilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeAngaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenNahestehend zum E. Merck-Konzern sind die E. Merck Beteiligungen KG und die Emanuel-Merck-Vermögens-KG. Daneben sind auch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der E. Merck KG, assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen des E. Merck-Konzerns sowie Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind, nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24. Des Weiteren sind die Mitglieder des Vorstands und des Gesellschafterrats der E. Merck KG, der Geschäftsleitung der Merck KGaA sowie ihre nahen Familienangehörigen nahestehende Personen; von diesem Personenkreis beherrschte Unternehmen oder unter gemeinschaftlicher Führung von diesem Personenkreis stehende Unternehmen sind ebenfalls nahestehende Unternehmen. Die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen stellten sich wie folgt dar:
Die Erlöse enthielten Zinserträge in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) von der Emanuel-Merck-Vermögens-KG. Die Aufwendungen enthielten Zinsaufwendungen in Höhe von 66,3 Mio. € (Vorjahr: 59,1 Mio. €) gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG. Diese standen im Zusammenhang mit Finanzforderungen und -schulden. Zum 31. Dezember 2024 betrugen die Finanzforderungen an die Emanuel-Merck-Vermögens-KG 20,9 Mio. € (31. Dezember 2023: 21,0 Mio. €) und die Finanzschulden gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG 1.956,9 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.590,9 Mio. €). Es bestanden keine Besicherungen oder Garantien; weder zugunsten noch zulasten des E. Merck-Konzerns. Die verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Vorstands der E. Merck KG und der Geschäftsleitung der Merck KGaA in Höhe von 46,3 Mio. € (31. Dezember 2023: 64,4 Mio. €) betrafen überwiegend nicht ausgezahlte unbedingte Vergütungen für deren Tätigkeit als Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA. Daraus ergaben sich Zinsaufwendungen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €). Der Aufwand aus im Berichtsjahr 2024 vorgenommenen Wertminderungen auf Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochtergesellschaften betrug 0,0 Mio. € (Vorjahr: 7,0 Mio. €). Angaben zu Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind, sind in Anmerkung (32) "Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer" enthalten. In diesen Konzernabschluss einbezogene Gesellschaften erfassten, ebenso wie im Vorjahr, Aufwendungen für von Mitgliedern des Vorstands der E. Merck KG bei diesen Gesellschaften erbrachte Leitungsaufgaben. Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2024, ebenso wie im Vorjahr, keine wesentlichen Geschäfte zwischen Gesellschaften des E. Merck-Konzerns und Mitgliedern des Vorstands oder des Gesellschafterrats der E. Merck KG, der Geschäftsleitung der Merck KGaA sowie ihren nahen Familienangehörigen statt. (45) Aufwand für AbschlussprüferDer Aufwand für den Konzernabschlussprüfer (Deloitte) gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB setzte sich wie folgt zusammen:
Die Aufwendungen für sonstige Bestätigungsleistungen gegenüber der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft entstanden im Wesentlichen für die Prüfung der (Konzern-) Nachhaltigkeitserklärung der Merck KGaA sowie für die freiwillige Prüfung im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung der Geschäftseinheit Surface Solutions. Konsolidierungskreis(46) Aufstellung des AnteilsbesitzesNachfolgend ist die Anteilsbesitzliste der E. Merck KG zum 31. Dezember 2024 dargestellt:
A) Es handelt sich um ein Unternehmen, das von
der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB
beziehungsweise § 264b HGB Gebrauch machte.
Darmstadt, 06. März 2025 Johannes Baillou Wolfgang Büchele Belén Garijo Kai Beckmann Peter Guenter Matthias Heinzel Helene von Roeder Khadija Ben Hammada Weitere InformationenWiedergabe des BestätigungsvermerksBestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die E. Merck KG, Darmstadt Eingeschränkte PrüfungsurteileWir haben den Konzernabschluss der E. Merck KG, Darmstadt, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Informationen zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der E. Merck KG, Darmstadt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die im Konzernlagebericht enthaltenen, als ungeprüft gekennzeichneten, lageberichtsfremden Angaben haben wir nicht inhaltlich geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss mit Ausnahme der Auswirkungen der im Abschnitt "Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile" beschriebenen Sachverhalte in allen wesentlichen Belangen den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS® Accounting Standards (im Folgenden "IFRS Accounting Standards"), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt mit Ausnahme dieser Auswirkungen unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht mit Ausnahme der Auswirkungen der im Abschnitt "Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile" beschriebenen Sachverhalte hinsichtlich des Eigenkapitalausweises und der korrespondierenden Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen, mit Ausnahme der Auswirkungen dieser Sachverhalte, steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der im Konzernlagebericht enthaltenen als ungeprüft gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben. Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkungen der Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat. Grundlage für die eingeschränkten PrüfungsurteileEntgegen IAS 32.18 (b) i. V. m. IAS 32.16A (c) und IAS 32.16A (e) sind die auf die Komplementäre und Kommanditisten der E. Merck KG, Darmstadt, entfallenden Kapitalanteile nicht im Fremdkapital, sondern im Eigenkapital ausgewiesen; zudem wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der darauf entfallende Ergebnisanteil nicht als Finanzierungsaufwand erfasst. Darüber hinaus wird die Beteiligung der Kommanditaktionäre an der MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien, Darmstadt, entgegen den Vorschriften des IFRS 10.22 nicht als nicht beherrschende Anteile separat im Eigenkapital ausgewiesen. Diese Sachverhalte beeinträchtigen auch die im Konzernlagebericht erfolgte Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns. Daneben werden im Konzernanhang entgegen IAS 24.17 und § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstaben a und b HGB i. V. m. § 315e Abs. 1 HGB die Organbezüge nicht angegeben. Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere eingeschränkten Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen. Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben. Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab. Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Gesellschafterrats für den Konzernabschluss und den KonzernlageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu. Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können. Der Gesellschafterrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des KonzernlageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Frankfurt am Main, den 7. März 2025 Deloitte
GmbH
gez. Christoph Schenk, Wirtschaftsprüfer gez. Daniel Weise, Wirtschaftsprüfer |
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