E. Merck KG

Darmstadt

Stammdaten

Register
Amtsgericht Darmstadt HRA 3614
Vorher
E. Merck oHG
Eingetragen
22.3.2006

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

Managementdaten für KG sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Gesellschafter

Gesellschafterdaten für KG sind nur für registrierte Nutzer zugänglich.

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

E. Merck KG

Darmstadt

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Konzernbericht 2024

Konzernlagebericht a

a Der vorliegende Konzernlagebericht enthält - nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht bestimmte - Finanzkennzahlen wie Operatives Ergebnis (EBIT), EBITDA, EBITDA pre oder Nettofinanzverbindlichkeiten. Diese Finanzkennzahlen sollten zur Leistungsmessung von Merck weder isoliert noch als Alternative zu den im Konzernabschluss dargestellten und im Einklang mit den IFRS ermittelten Finanzkennzahlen berücksichtigt werden. Die im vorliegenden Konzernlagebericht dargestellten Zahlen wurden kaufmännisch gerundet. Dies kann dazu führen, dass sich einzelne Werte nicht zu dargestellten Summen addieren lassen.Wir möchten sicherstellen, dass unsere Kommunikation inklusiv ist, bemühen uns also um eine diskriminierungsfreie und zugleich gut lesbare Sprache. Wir verwenden überwiegend genderneutrale Formulierungen, ohne überall im Bericht konsequent zu sein. Auch bei Verwendung der männlichen Form sind ausdrücklich alle Geschlechter gemeint.

Grundlagen des E. Merck-Konzerns

Der E. Merck-Konzern

Wir sind Merck, ein Wissenschafts- und Technologieunternehmen. Wir entdecken Neues und bringen die Menschheit voran. Gemeinsam schaffen wir in unseren Unternehmensbereichen Life Science, Healthcare und Electronics Werte für Kunden, Patientinnen und Patienten.

Seit unserer Gründung im Jahr 1668 zeigen wir, dass wir uns stetig neu erfinden und langfristig denken. Dieser Ansatz stützt sich auf ein Fundament aus Verantwortung, Fürsorge und Respekt: für unsere Arbeit, unsere Mitarbeitenden, unsere Kundschaft, Patientinnen und Patienten, die Gesellschaft sowie unseren Planeten. Wir arbeiten engagiert auf eine bessere Zukunft hin: den nachhaltigen Fortschritt für die Menschheit.

Die Gründerfamilie Merck ist bis heute Haupteigentümerin des Unternehmens und das bereits in der 13. Generation. Die Gründerfamilie ist über das oberste Mutterunternehmen des Konzerns, die E. Merck Kommanditgesellschaft, Darmstadt, zu 70,274 % als Komplementärin an der börsennotierten MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Darmstadt, beteiligt. Die übrigen 29,726 % des Grundkapitals der Merck KGaA werden im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an weiteren Börsenplätzen gehandelt.

Die Beurteilung der Geschäftsentwicklung und die Allokation finanzieller Ressourcen erfolgen einheitlich durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA insgesamt für die Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics sowie die Konzernfunktionen.

Wir besitzen die globalen Rechte am Namen und der Marke Merck. Ausnahmen sind lediglich Kanada und die USA. Hier treten wir im Life-Science-Geschäft als MilliporeSigma, im Healthcare-Geschäft als EMD Serono und im Electronics-Geschäft als EMD Electronics auf.

In unserer Finanzberichterstattung weisen wir neben unseren drei Unternehmensbereichen fünf Regionen aus: Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik, Lateinamerika sowie den Mittleren Osten und Afrika. Zum 31. Dezember 2024 beschäftigten wir weltweit 62.557 Mitarbeitende 1. Am 31. Dezember 2023 waren es 62.908 Mitarbeitende 1.

1 Merck beschäftigt auch Mitarbeitende an Standorten nicht vollkonsolidierter Tochtergesellschaften. Diese Zahl bezieht sich auf alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde.

Umsatzerlöse nach Regionen

in Mio. € / % der Umsatzerlöse

Verteilung der Mitarbeitenden nach Regionen zum 31. Dezember 2024 1

Anzahl / in %

1 Merck beschäftigt auch Mitarbeitende an Standorten nicht vollkonsolidierter Tochtergesellschaften. Diese Zahlen beziehen sich auf alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde.

Life Science

Wir sind ein führender globaler Anbieter von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für ein breites Spektrum von Kunden, darunter Forschungs- und Diagnostiklabore, Biotechnologie- und Pharmaunternehmen sowie der Industriesektor.

Über unseren gesamten Unternehmensbereich Life Science hinweg arbeiten wir gemeinsam mit der globalen Wissenschaftsgemeinschaft daran, Innovationen voranzutreiben. Dazu bieten wir ein breites und differenziertes Produktportfolio an sowie weltweite Dienstleistungen für die Auftragsentwicklung und -herstellung als Contract Development and Manufacturing Organization (CDMO). Unser Leistungsspektrum reicht von der Prozessentwicklung bis zur Kommerzialisierung. Im Geschäftsjahr 2024 entwickelten wir unsere Strategie konsequent weiter und stärkten unsere Position als diversifiziertes Unternehmen im Bereich Life Science mit unseren drei Geschäftseinheiten Science & Lab Solutions, Process Solutions und Life Science Services.

Die präventive und personalisierte Medizin entwickelt sich stetig weiter. Zur Herstellung von neuen Modalitäten wie Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) und solchen für Zell- und Gen- sowie mRNA-basierte Therapien braucht es Maßstäbe für robuste, skalierbare und effiziente Prozesse. Diese Fortschritte werden dazu beitragen, die Anwendung neuartiger Therapien auszuweiten sowie weitere komplexe und chronische Krankheiten wie Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes und Muskeldystrophie zu behandeln.

Hierzu konzentrieren sich bei Life Science mehr als 1.700 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Forschung & Entwicklung (F&E) an zwölf globalen Standorten auf die Stärkung unseres Kernportfolios. Mit ihrer Arbeit ermöglichten sie die Einführung von mehr als 9.200 Produkten und Lösungen in unseren drei Geschäftseinheiten. Diese Neueinführungen umfassen unter anderem Produkte im Rahmen unseres Faucet-Programms für Antikörper, Referenz- und Nanomaterialien.

Unseren weltweiten Kunden stellen wir neben dem diversifizierten Produkt- und Dienstleistungsportfolio auch unsere Expertise zur Verfügung: Um die Forschung voranzubringen, loten wir dazu stets neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit führenden Universitäten auf der ganzen Welt aus. Im Mai 2024 unterzeichneten wir beispielsweise mit dem Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) eine unverbindliche Absichtserklärung zur Kooperation, um gemeinsam das koreanische Ökosystem für Forschung und Entwicklung zu industriellen Anwendungen in den Biowissenschaften voranzubringen. Im Rahmen der Partnerschaft mit dieser akademischen Einrichtung werden wir Forschenden in den Laboren des KAIST Produkte aus unserem Sortiment für die Chemie und Biologie bereitstellen. Eine Zusammenarbeit für gemeinsame F&E-Projekte wird zudem die Innovation in bestimmten Schwerpunktbereichen der Forschung fördern.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte Life Science 42 % des Konzernumsatzes sowie 39 % des EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges). Die Regionen Europa und Nordamerika trugen im Geschäftsjahr 2024 70 % zu den Umsatzerlösen von Life Science bei. 29 % des Umsatzes stammten aus den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika.

Science & Lab Solutions

Unsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions unterstützt Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen sowie anderen Industriemärkten. Sie erhalten bei uns Zugang zu einem breit gefächerten Portfolio, das Reagenzien, Verbrauchsmaterialien, Geräte, Instrumente, Software und Dienstleistungen für Forschung, Produktion und Prüfung umfasst. Dazu gehören auch Laborwasserinstrumente, Mikrobiologie- und Biomonitoring-Produkte, Test-Assays, analytische Reagenzien sowie Kits und Instrumente für die Durchflusszytometrie.

Im 1. Halbjahr 2024 führten wir unsere Software M-Trace ® und die dazugehörige App für Mobilgeräte ein. Dabei handelt es sich um eine umfassende Lösung für die mikrobiologische Qualitätskontrolle, mit der sich Daten nachverfolgen lassen und die Sterilitätsprüfung digitalisiert werden kann. Die Software dokumentiert automatisch die Daten der einzelnen Prüfschritte und trägt so zur allgemeinen Prozesssicherheit bei. Dies mindert das Risiko von Abweichungen, falsch positiven Ergebnissen und menschlichen Fehlern.

Im Juni gaben wir eine Zusammenarbeit mit der Michael J. Fox Foundation, New York, USA, bekannt. Ihr Ziel besteht darin, die Forschung zur Verlangsamung der Krankheitsprogression bei Morbus Parkinson voranzubringen. Im Rahmen der Kollaboration wird unsere SMCxPRO ® -Immunassay-Technologie eingesetzt, um bei Patienten niedrige Konzentrationen eines Biomarkers nachzuweisen, der mit Zellfunktionsstörungen in Verbindung gebracht wird. Der Service steht nun der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung und ermöglicht es, den Einfluss verschiedener Therapieoptionen auf die Krankheitsprogression nachzuverfolgen.

Im Dezember erwarben wir die niederländische HUB Organoids Holding B.V., Utrecht, einen Pionier auf dem Gebiet der Organoide. Organoide sind Zellkulturmodelle, die die Funktionen eines Organs nachbilden. Mit ihrer Hilfe kann die Entwicklung von Medikamenten beschleunigt, das Verständnis von Krankheitsbehandlungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen verbessert und die Abhängigkeit der Branche von Tierversuchen verringert werden.

Process Solutions

Mit ihrem umfassenden Produkt- und Serviceportfolio, das insbesondere Filtrationseinheiten, Chromatografieharze, Einwegsysteme, Prozesschemikalien sowie Hilfsstoffe für das Bioprocessing umfasst, unterstützt die Geschäftseinheit Process Solutions Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, die sich auf die Entwicklung und Herstellung herkömmlicher und neuartiger Therapeutika konzentrieren.

Im Mai 2024 unterzeichneten wir eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme des Life-Science-Unternehmens Mirus Bio LLC (Mirus Bio) für 617 Mio. US-Dollar. Das in Madison, Wisconsin, USA, ansässige Unternehmen hat sich auf die Entwicklung und Kommerzialisierung von Transfektionsreagenzien spezialisiert. Eingesetzt werden diese Reagenzien, zu denen auch das Produkt TransIT-VirusGEN ® von Mirus Bio zählt, um genetisches Material in Zellen einzuschleusen. Sie spielen daher eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Die Transaktion wurde am 31. Juli 2024 abgeschlossen.

Im September führten wir den ersten skalierbaren, für den Einmalgebrauch bestimmten Mischer speziell für die Herstellung von ADCs ein. ADCs stellen eine rasant wachsende, relativ neue Klasse von Therapeutika dar, die Tumorzellen gezielt angreifen und selektiv abtöten können und dabei gesunde Zellen verschonen. Der Mobius ® -ADC-Reaktor ermöglicht kürzere Durchlaufzeiten von Chargen, mindert das Risiko von Kreuzkontaminationen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Produktqualität, sodass Biopharma-Unternehmen ihre Therapien schneller und sicherer herstellen können. Darüber hinaus sind die für den einmaligen Gebrauch konzipierten Baugruppen des neuen Reaktors mit der Ultimus ®-Folientechnologie ausgestattet, die den Beuteln größere Festigkeit, Haltbarkeit und Dichtheit verleiht.

Life Science Services

Die Geschäftseinheit Life Science Services stellt für Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche konventionelle und neue therapeutische Modalitäten her. Dazu gehören monoklonale Antikörper, hochpotente pharmazeutische Wirkstoffe (HPAPIs), ADCs und Produkte für Virus- und Gentherapien sowie mRNAs. Mit unserem integrierten Angebot für Auftragsentwicklung, -herstellung und -prüfung unterstützen wir Kunden von den präklinischen Phasen bis hin zur kommerziellen Produktion.

Im April brachten wir die erste validierte Komplettlösung ihrer Art zum Nachweis der genetischen Stabilität auf den Markt. Die AptegraTM-Plattform ersetzt fünf verschiedene Testsysteme und vier unterschiedliche Technologien durch einen einzigen Assay, der auf einer Plattform mit Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation basiert. Gegenüber herkömmlichen Verfahren lässt sich mit diesem Ansatz die Testdauer um 66 % reduzieren. Die Plattform erfüllt alle behördlichen Anforderungen an die Sicherstellung der genetischen Stabilität, einschließlich der Bewertung der Zahl der Genkopien.

Im Oktober eröffneten wir unseren neuen, 290-Mio.-€-teuren Prüfbetrieb für Biosicherheit in Rockville, Maryland, USA. Die Prüfung der biologischen Sicherheit und die analytische Entwicklung sind grundlegende Prozessschritte, die bei der Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln sowohl für konventionelle als auch für neue Modalitäten gefordert werden. Die 23.000 Quadratmeter große Anlage vereint unter einem Dach Biosicherheitsprüfungen, analytische Entwicklung sowie Dienstleistungen für die Herstellung von Zellbanken. Der neue Betrieb bietet fortschrittliche Prüfkapazitäten einschließlich eines Pakets an Schnellmethoden, mit denen in kürzerer Zeit große Probenmengen auf Viruskontamination geprüft werden können. Dieses Paket enthält als Neuheit das Blazar ® -CHO-Animal-Origin-Free(AOF)-Panel als gezielte molekulare Methode zum Nachweis von Virusfamilien.

Investitionen in Kapazitäts- und Produktionserweiterungen

Im Februar eröffneten wir in Cajamar, São Paulo, Brasilien, ein neues, mehr als 10.000 Quadratmeter großes Vertriebszentrum für über 20 Mio. €, um unsere Life-Science-Kunden in der Region besser bedienen zu können und dem wachsenden Bedarf des Lands an Produkten für die Biowissenschaften Rechnung zu tragen.

Im März gaben wir die Erweiterung unseres M Lab TM Collaboration Center in Shanghai, China, bekannt. Das Kundenkooperationszentrum sowie mehrere Labore des BioReliance ® Biologics Testing Center fassten wir unter dem neuen Namen Shanghai Technical Application and Testing Center zusammen. Das Shanghai M LabTM ist eines von neun Kundenkooperationszentrum in unserem Netzwerk.

Ebenfalls im März gaben wir die Investition von mehr als 300 Mio. € in ein neues Bioprocessing Production Center in der südkoreanischen Stadt Daejeon bekannt. Der Neubau ist unsere bisher größte Investition im asiatisch-pazifischen Raum im Unternehmensbereich Life Science und unterstreicht zugleich unsere Entschlossenheit, unsere Kapazitäten in der rasant wachsenden Region zu erweitern. Die Produktion wird für die Biotechnologie essenzielle Produkte wie Trockenpulver-Zellkulturmedien und Prozessflüssigkeiten, Systeme für die sterile Probenentnahme sowie die Pre-GMP-Herstellung in kleinem Maßstab umfassen. Bis Ende 2028 soll der Standort außerdem über ein Distributionszentrum und ein automatisiertes Lager verfügen.

Im April gaben wir die Investition von mehr als 300 Mio. € in ein neues Forschungszentrum in Darmstadt bekannt. Ab Anfang 2027 soll das Advanced Research Center Platz für rund 500 Mitarbeitende bieten, die dort unter anderem an Lösungen zur Herstellung von Antikörpern, mRNA-Anwendungen und weiteren Produkten für die biotechnologische Produktion forschen werden.

Im Juni gaben wir die Investition von 68 Mio. € in ein neues Gebäude für die Qualitätskontrolle bekannt, das auf dem Gelände unserer Konzernzentrale in Darmstadt errichtet werden soll. Die hochmodernen Räumlichkeiten werden Platz für die Zusammenarbeit von etwa 135 Mitarbeitenden aus verschiedenen Abteilungen bieten.

Ebenfalls im Juni eröffneten wir unser erweitertes Distributionszentrum in Schnelldorf. Durch die Investition von 180 Mio. € verdoppelten wir unsere dortige Fläche nahezu. Hinzugekommen sind eine neue manuelle Abfüllanlage und zusätzlicher Platz für die Lieferung zahlreicher Produkte an Labore und Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt. Am Standort Schnelldorf sind über 400 Ingenieure sowie Spezialisten für Produktion und Vertrieb beschäftigt.

Ende Oktober gaben wir die Erweiterung unserer Herstellungskapazitäten für ADCs an unserem Kompetenzzentrum für Biokonjugation in St. Louis, Missouri, USA, für 70 Mio. € bekannt. Diese Investition wird unsere bestehenden Kapazitäten erheblich erweitern und unser Angebot als CDMO verbessern. Zugleich bekräftigen wir unser Engagement, mit Neu- und Bestandskunden in der pharmazeutischen Industrie zusammenzuarbeiten, wenn sie ihre Pipelines für die Arzneimittelentwicklung voranbringen. Durch die zusätzlichen Kapazitäten und die Modernisierung von Laboren für Prozess- und analytische Entwicklung werden wir dort Unterstützung sowohl für Biokonjugate in der Entwicklung als auch für bereits zugelassene Biokonjugate anbieten.

Healthcare

Unser Unternehmensbereich Healthcare trägt mit seinen Therapiegebieten Onkologie, Neurologie und Immunologie, Fertilität sowie Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und endokrine Erkrankungen dazu bei, Leben zu schaffen, zu verbessern und zu verlängern. Als globaler Anbieter von innovativen Spezialprodukten mit einem starken etablierten Geschäft versorgen wir jeden Tag Millionen von Patientinnen und Patienten weltweit mit einem diversifizierten Therapieportfolio.

Im gesamten Geschäftsjahr 2024 stellten wir die Versorgung mit unseren Arzneimitteln trotz der anhaltenden geopolitischen Krisen über den zu Jahresanfang erwarteten Bedarf hinaus sicher. Selbst als es bei einigen Wettbewerbern zu Engpässen kam, leisteten wir Unterstützung und arbeiteten gewissenhaft daran, wann immer möglich, dafür zu sorgen, dass Patientinnen und Patienten Zugang zu einer alternativen Therapieoption erhielten.

Im Geschäftsjahr 2024 generierte Healthcare 40 % des Konzernumsatzes sowie 46 % des EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges). Die Regionen Europa und Nordamerika trugen im Berichtsjahr 53 % zu den Umsatzerlösen von Healthcare bei. Im Geschäftsjahr 2024 stammten 40 % des Umsatzes aus den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika.

Onkologie

Erbitux ® (Cetuximab) ist mit 1.162 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 weiterhin das umsatzstärkste Produkt unseres Unternehmensbereichs. Das Krebsmedikament wird als Standardtherapie bei Patientinnen und Patienten mit EGFR (epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor)-exprimierendem metastasierten Kolorektalkarzinom (mCRC) vom RAS-Wildtyp sowie bei rezidivierenden und/oder metastasierten und lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) eingesetzt. Mit rund 200 laufenden klinischen Studien zu Erbitux ® , darunter mehr als 30 Phase-III-Studien, treiben wir zudem unsere solide Lifecycle-Management-Strategie weiter voran.

Wir haben weitere Fortschritte dabei gemacht, den Behandlungsstandard für Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC) weltweit zu verändern, indem wir weitere Marktzulassungen und Erstattungspflichten für unseren Anti-PD-L1-Antikörper Bavencio ® (Avelumab) erwirkten. Derzeit in über 70 Ländern als Erstlinien-Erhaltungstherapie für die Behandlung von fortgeschrittenem UC zugelassen, hat sich Bavencio ® auf Basis der Ergebnisse der zentralen JAVELIN-Bladder-100-Studie, der einzigen Phase-III-Studie einer Immuntherapie, die einen signifikanten Überlebensvorteil in der Erstlinien-Erhaltungstherapie zeigte, als Standardbehandlung in der Therapie dieser Krankheit etabliert. Bavencio ® ist zudem in Kombination mit Axitinib für die Erstlinienbehandlung von fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom zugelassen und gilt als Standardbehandlung für die Monotherapie des metastasierten Merkelzellkarzinoms, einer seltenen Form von Hautkrebs.

Darüber hinaus erweitern wir fortlaufend den Zugang zu Tepmetko ® (Tepotinib), unserem oralen MET-Inhibitor zur Hemmung von durch MET-Genmutationen ausgelösten onkogenen MET-Rezeptor-Signalwegen. Im Februar erteilte die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA die vollständige Zulassung für Tepmetko ® , der zuvor in den USA im Rahmen einer beschleunigten Zulassung verfügbar war. Tepmetko ® ist derzeit in circa 40 Märkten weltweit erhältlich. In weiteren Märkten laufen Zulassungsanträge.

Im Juni 2024 gaben wir bekannt, dass die randomisierte Phase-III-Studie TrilynX nicht fortgesetzt wird. Die Studie untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Radiochemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit nicht reseziertem, lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Die Phase-III-Studie XRay Vision, die Xevinapant in Kombination mit Strahlentherapie bei Patientinnen und Patienten mit reseziertem LA SCCHN untersuchte, wurde ebenfalls eingestellt (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung").

Im Geschäftsjahr 2024 trieben wir die Entwicklung neuartiger Krebsmedikamente aus unserer Pipeline voran. Wir stellten für M9140, das erste gegen das karzinoembryonale Antigen-Zelladhäsionsmolekül 5 (CEACAM5) gerichtete Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) aus unseren eigenen Laboren, Daten aus der Erstanwendung am Menschen vor, und haben mit einem zweiten ADC, das auf GD2 (auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid) abzielt, die Phase I der klinischen Entwicklung begonnen (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung").

Außerdem initiierten wir neue klinische Studien zu unserem Portfolio an niedermolekularen DDR-Inhibitoren (DNA Damage Response, DDR). Wir untersuchen bei unterschiedlichen Tumorarten das Potenzial von Tuvusertib (M1774), unserem potenten, selektiven Inhibitor der Proteinkinase ATR (Ataxia Telangiectasia and Rad3-related), sowie von M9466, einem auch als HRS-1167 bekannten selektiven Inhibitor der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1), den wir von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. einlizenziert haben. Hierzu zählt eine im Jahr 2024 gestartete Phase-II-Studie zur Untersuchung des Potenzials von zwei Kombinationstherapien mit Tuvusertib, die Resistenz von Ovarialkarzinomen gegenüber einer PARP-Inhibition zu überwinden (mehr hierzu unter "Forschung und Entwicklung").

Neurologie & Immunologie

Wir entwickeln Therapien für Menschen mit neurologischen und immunvermittelten Erkrankungen und wollen dazu beitragen, die Lebensqualität von Betroffenen und Pflegenden wesentlich zu verbessern. Unser Portfolio ist das Ergebnis unserer über zwei Jahrzehnte langen Erfahrung im Bereich der Multiple Sklerose Forschung (MS). Es umfasst derzeit zwei zugelassene Produkte für die Behandlung von schubförmiger MS (RMS) - Rebif ® (Interferon beta-1a) und Mavenclad ® (Cladribin-Tabletten).

Mavenclad ® , die einzige krankheitsmodifizierende orale Kurzzeittherapie für die Behandlung von Erwachsenen mit verschiedenen Formen von RMS mit hoher Krankheitsaktivität erreichte mit einem Gesamtumsatz von 1.062 Mio. € das zweite Jahr in Folge Blockbuster-Status. Über 100.000 Patientinnen und Patienten in über 90 Ländern, unter anderem in der Europäischen Union, in der Schweiz, in Australien, in Kanada und in den USA, profitierten bereits von der Behandlung mit Mavenclad ®. Rebif ® wird als krankheitsmodifizierendes Medikament in der Behandlung von RMS seit über 20 Jahren als Standardtherapie eingesetzt. Es kann seit Zulassung eine Behandlungsbilanz von fast zwei Millionen Patientenjahren vorweisen.

Neben MS bauen wir die therapeutischen Schwerpunktgebiete in der Geschäftseinheit Neurologie & Immunologie weiter aus, indem wir Medikamente mit neuem Wirkmechanismus für Krankheiten mit hohem Behandlungsbedarf entwickeln, die potenziell die ersten in ihrer Klasse wären. Im Juni 2023 erteilte die FDA den Orphan-Drug-Status für Cladribin-Kapseln zur Behandlung von generalisierter Myasthenia gravis (gMG) und im Juni 2024 starteten wir ein globales klinisches Studienprogramm der Phase III.

Im Bereich Immunologie untersuchen wir in einem klinischen Studienprogramm der Phase II das orale Prüfpräparat Enpatoran in den Indikationen systemischer Lupus erythematodes (SLE) und kutaner Lupus erythematodes (CLE). Im Oktober 2024 teilten wir Analyseergebnisse der CLE-Kohorte der Studie mit. Diese zeigen, dass Enpatoran den primären Endpunkt mit einem akzeptablen Sicherheitsprofil bei Patientinnen und Patienten mit CLE erreicht hat. Ergebnisse für die SLE-Kohorte der Studie werden Anfang 2025 erwartet.

Fertilität

Wir sind ein globaler Marktführer für Fertilitätsmedikamente und -behandlungen. Angesichts des demografischen Wandels sowie von Lebensstiländerungen stellt Unfruchtbarkeit weltweit eine wachsende Herausforderung dar. Nach aktuellen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist jeder sechste Mensch auf der Welt von Unfruchtbarkeit betroffen.

Mit unserem breit gefächerten Portfolio an Behandlungsoptionen, Hilfsmitteln und modernen Technologien für die Fertilitätstherapie wollen wir zu verbesserten Therapieergebnissen beitragen und Paaren bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches helfen.

Gemäß der letzten Auswertung kamen mithilfe von Gonal-f ®, einem Arzneimittel aus unserem Fertilitätsportfolio, mehr als sechs Millionen Babys zur Welt. Das Produkt enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-hFSH alfa), eine rekombinante Form des natürlichen Hormons FSH, und ist als Injektionslösung im praktischen, vorgefüllten Fertigpen erhältlich. Die jüngste Erhebung aus der praktischen Anwendung in Frankreich belegte bei der Behandlung mit Gonal-f ® verbesserte Lebendgeburtraten im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Gonadotropinen. Evidenzdaten aus der Praxis ergänzen die Datenlage von randomisierten klinischen Studien, indem sie zusätzlich Einblicke in Langzeitbehandlungseffekte bei großen, heterogenen Patientengruppen liefern.

Um die Bedürfnisse einer Vielzahl von Patientinnen zu erfüllen, bieten wir neben Gonal-f ® ein weiteres Schlüsselprodukt in diesem Bereich an. Das Präparat Pergoveris ® enthält rekombinantes humanes follikelstimulierendes Hormon (r-hFSH) und rekombinantes humanes luteinisierendes Hormon (r-hLH). Damit stellt es eine weitere Behandlungsoption für Frauen mit schwerem Mangel an FSH und LH dar. Pergoveris ® ist auch als gebrauchsfertige, vorgemischte Lösung in einem Injektionspen erhältlich. Als Ergänzung zu Pergoveris ® und Gonal-f ® bieten wir das rhCG Ovidrel ® , den GnrRH-Antagonisten Cetrotide ® und das Progesteron Crinone ® an.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie

Das Portfolio zur Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E) mit den Medikamenten Glucophage ® , Euthyrox ® , Concor ® und Saizen ® macht diese Geschäftseinheit zur umsatzstärksten des Unternehmensbereichs Healthcare.

Glucophage ® , ein Metformin-Präparat für die Erstlinienbehandlung von Typ-2-Diabetes, ist in über 100 Ländern erhältlich. In den letzten Jahren erhielt Glucophage ® von weiteren Gesundheitsbehörden die Zulassung zur Anwendung bei Prädiabetes, wenn eine deutliche Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt.

Euthyrox ® mit dem Wirkstoff Levothyroxin ist ein führendes Medikament für die Behandlung von Hypothyreose, einer Unterfunktion der Schilddrüse mit hoher Prävalenz, aber immer noch niedrigen Diagnoseraten in den meisten Wachstumsmärkten.

Concor ® / Concor Cor ® mit dem Wirkstoff Bisoprolol ist ein Betablocker für die Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronarer Herzkrankheit und chronische Herzinsuffizienz. Zur Concor ® -Produktfamilie gehören außer Concor ® / Concor Cor ® auch Festdosis-Kombinationspräparate wie Concor Plus ® / Lodoz ® (Bisoprolol mit Hydrochlorothiazid).

Saizen ® mit dem Wirkstoff Somatropin ist unser Hauptprodukt in der Endokrinologie und wird zur Behandlung verschiedener Wachstumshormonstörungen bei Kindern und Erwachsenen angewendet. Saizen ® kann mit dem Autoinjektor Easypod ® verabreicht werden, dem einzigen Injektionsgerät für Wachstumshormone, das in der Lage ist, Daten wie Injektionszeitpunkt, -datum und -dosis per Fernabfrage an das internetbasierte Softwaresystem Growzen ® Connect zu übermitteln, auf das medizinisches Fachpersonal, Patientinnen und Patienten sowie Pflegende zugreifen können. Alternativ kann Saizen ® auch mit dem einfachen Injektionspen Aluetta verabreicht werden.

Electronics

Wir sind ein integraler Bestandteil des Halbleiter-Ökosystems. In den Prozessen der Halbleiterfertigung sind wir mit unseren Materialien und den zugehörigen Zuführsystemen sowie Mess- und Prüfgeräten ein wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette. Unser breites und innovatives Portfolio an Produkten hilft dabei, die zentralen Herausforderungen der Branche zu lösen. Dabei setzen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Hochleistungschips, die etwa für KI-Anwendungen benötigt werden. Wir liefern unsere Materialien, Systeme und Dienstleistungen an alle wesentlichen Akteure in der Branche. In den wichtigen Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen und sind mit unserem globalen Netzwerk an Standorten für F&E, Produktion und Vertrieb ein zuverlässiger und beständiger Partner.

Nach einem zyklischen Abschwung begann der Halbleitermarkt, sich im Laufe des Berichtsjahrs 2024 zu erholen, vor allem dank der positiven Marktentwicklung bei Halbleitermaterialien für KI-Chips und kleineren Strukturgrößen. Prognosen zufolge ist bis 2027 mit einem jährlichen Anstieg der globalen Umsatzzahlen in der Halbleiterbranche um 9 % bis 12 % zu rechnen. Um der erwarteten steigenden Nachfrage in den kommenden Jahren gerecht zu werden, investieren führende Halbleiterhersteller in die Erweiterung ihrer Produktionskapazitäten. Entsprechend passen wir den kontinuierlichen Ausbau der Kapazitäten an unseren Standorten weltweit an die Pläne unserer Kunden an.

Wir beliefern Hersteller von Logik-, Speicher- und analogen Mikrochips. Die fortschreitende Entwicklung von KI und das unverminderte Wachstum der Datenmengen in unserer digitalen Welt stellen immer höhere Anforderungen an die Rechenleistung von Mikrochips. Diese müssen in der Lage sein, mehr Daten (Speicherchips) schneller (Logikchips) zu verarbeiten. Die Elektronikindustrie arbeitet an der Entwicklung immer leistungsfähigerer Geräte mit kleineren, schnelleren und effizienteren Mikrochips. Entsprechend werden kleinste Strukturgrößen mit höherer Transistor- und Speicherzellendichte und komplexeren Architekturen (zum Beispiel 3D-Stapelung) benötigt. Darüber hinaus spielen auch modernste Packaging-Technologien wie die heterogene Integration eine bedeutende Rolle, um die Systemleistung in Halbleitern weiter zu steigern. Die heterogene Integration erfordert exakte Messungen von Verbindungselementen und Komponenten, was wiederum zu einem wachsenden Bedarf an innovativen Mess- und Prüfgeräten sowie Materialien für die Front-End-Fertigung führt (siehe Abschnitt zur Akquisition von Unity-SC). Sowohl die Miniaturisierung, die vertikale Stapelung als auch die heterogene Integration erfordern zusätzliche und neue Prozessschritte und damit auch neue Materiallösungen für eine weitere Verdichtung.

Wir stärken kontinuierlich unser umfassendes Portfolio, um an der Entwicklung von immer komplexeren Technologien mitzuwirken und dadurch die steigende Nachfrage nach hochmodernen Mikrochips für KI und High-Performance-Computing zu bedienen. Die zunehmende Komplexität bedeutet, dass wir ein breites Portfolio und tiefgreifendes Verständnis brauchen, um Lösungen zu identifizieren, die immer mehr aus kumulativ aufeinander aufbauenden Innovationen bestehen. Dabei setzen wir auf unsere Materials Intelligence TM , die bereichsübergreifend Materialwissenschaften und KI gezielt kombiniert, um diesen Innovationsprozess zusammen mit unseren Kunden effizienter zu gestalten und die Komplexität effektiv zu reduzieren. Insofern gehören wir zu den Wegbereitern der nächsten Generation von Logik- und Speicherchips.

Der Unternehmensbereich Electronics setzt sich aus den Geschäftseinheiten Semiconductor Solutions, Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) und Surface Solutions zusammen. Drei funktionsübergreifende Gremien unterstützen die Geschäftseinheiten: das Technology Leadership Board, das Supply Chain Leadership Board und das Commercial Leadership Board. Sie definieren bereichsübergreifende Standards, treiben den Austausch über bewährte Verfahrensweisen voran, fördern Transparenz und nehmen in unserer MatrixOrganisation daher eine Schlüsselrolle ein.

Im Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an Global New Material International Holdings Ltd. für einen vereinbarten Kaufpreis von 665 Mio. € (siehe Abschnitt zu Surface Solutions).

Electronics steuerte im Geschäftsjahr 2024 18 % zum Konzernumsatz und 15 % zum EBITDA pre (ohne Konzernkosten und Sonstiges) bei. Ein Großteil der Halbleiter und Displays wird in Asien produziert. Die Region Asien-Pazifik trug im Geschäftsjahr 2024 68 % zu den Umsatzerlösen von Electronics bei, der Anteil der Regionen Europa und Nordamerika bezifferte sich auf 29 %. Der Anteil von Semiconductor Solutions am Umsatz von Electronics lag im Geschäftsjahr 2024 bei 69 %. Auf Display Solutions entfielen 20 % und auf Surface Solutions 11 % der Umsatzerlöse unseres Unternehmensbereichs.

Akquisition von Unity-SC, SAS

Angesichts der Entwicklung der Branche hin zu komplexeren und integrierten Systemen gewinnen Mess- und Prüfgeräte für eine präzise Halbleiterfertigung immer mehr an Bedeutung, denn sie helfen dabei, die Produktionskosten zu senken und den Ertrag zu optimieren. Um unsere Kompetenzen in diesem Bereich zu erweitern, erwarben wir Unity-SC, SAS (Unity-SC), einen Anbieter von optischer 3D-Mess- und Prüftechnik für die Halbleiterindustrie mit Sitz in Montbonnot-Saint-Martin nahe Grenoble, Frankreich. Die am 31. Oktober 2024 abgeschlossene Akquisition für einen Kaufpreis im Sinne des IFRS 3 (International Financial Reporting Standards) in Höhe von 144 Mio. € zuzüglich weiterer, an das Erreichen von Meilensteinen geknüpfter Zahlungen erweitert unsere Expertise und das Portfolio. Sie versetzt uns in die Lage, Lösungen für die Prozesskontrolle beim Advanced Packaging sowie der heterogenen Integration für Mikrochips und deren interne Verbindungsstrukturen anzubieten. Diese sind für die Herstellung moderner Halbleiter, insbesondere für KI-Chips, von essenzieller Bedeutung. Die Mess- und Prüfgeräte von Unity-SC messen wichtige Parameter während der Wafer-Bearbeitung sowie den Packaging-Prozessen. Durch die Ergänzung unseres Portfolios um diese Mess- und Prüfgeräte für die Fertigung erweitern wir unser Portfolio um eine wichtige Schlüsseltechnologie und können unsere Erkenntnisse darüber vertiefen, wie wir mit unseren Materialien den Mehrwert für unsere Kunden steigern können.

Semiconductor Solutions

Semiconductor Solutions bietet als umsatzstärkste Geschäftseinheit innerhalb unseres Unternehmensbereichs Electronics Produkte und Dienstleistungen für die Halbleiterindustrie an. Wir entwickeln Materialien und Lösungen für die nächste Generation von Halbleiterkomponenten und helfen so dabei, Mikrochips kleiner, schneller, leistungsfähiger und nachhaltiger zu machen.

Für die Herstellung eines Mikrochips sind zahlreiche Prozessschritte erforderlich, die allesamt erst durch spezialisierte Materialien mit hohen Anforderungen ermöglicht werden. Wir bieten ein leistungsstarkes Portfolio an Materialien für alle wesentlichen Prozessschritte, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem Bearbeitungsprozess der Wafer. Unsere Kompetenz umfasst neben den Materialien auch das Know-how darüber, wie diese Materialien bei der Herstellung integriert werden, um die fertigen Komponenten zu erhalten.

Semiconductor Solutions setzt sich aus den folgenden Geschäftsfeldern zusammen: Thin Films, Formulations, Specialty Gases und Delivery Systems & Services.

Das Geschäftsfeld Thin Films liefert Lösungen und Produkte für unsere Kunden in den Bereichen Dielektrika (Organosilane und Spin-on-Dielektrika) und metallische Materialien (Metallics). Mithilfe der Dünnfilmtechnologie können Materialien auf atomarer Ebene abgeschieden und entfernt werden. Dadurch können mehr Schichten, eine höhere Komplexität und neue Architekturen realisiert werden, was für KI-Anwendungen unerlässlich ist.

Das Portfolio des Geschäftsfelds Formulations ist unterteilt in die Bereiche Strukturierung (Patterning) und Planarisierung (Planarization). Es umfasst Lithografie-Produkte wie Fotolacke, antireflektierende Beschichtungen und Materialien für die geführte Selbstausrichtung (Directed Self-Assembly, DSA). Unser Sortiment beinhaltet außerdem verschiedene Reinigungsprodukte und Chemikalien für selektives Ätzen, die zur Verbesserung des Strukturierungsprozesses beitragen. Das Planarisierungsgeschäft bietet Materialien für die chemisch-mechanische Planarisierung (CMP) an, mit denen sich das gewünschte Maß an Oberflächenebenheit und Präzision in der Halbleiterfertigung erzielen lässt.

Das Geschäftsfeld Specialty Gases liefert hochreine Gase für die Halbleiterfertigung. Diese Gase sind kritisch für ein präzises Abscheiden, Dotieren, Ätzen und Reinigen während der Wafer-Bearbeitung. Unser Specialty-Gases-Geschäft unterstützt die Industrie bei der Entwicklung moderner elektronischer Geräte - stets unter Berücksichtigung der strengen Anforderungen der Halbleiterindustrie.

Das Geschäftsfeld Delivery Systems & Services (DS&S) entwickelt und installiert mit seinem Anlagengeschäft zuverlässige Zuführsysteme, die einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Spezialchemikalien und -gasen für die Halbleiterfertigung ermöglichen. An vielen Standorten der Branche werden Produktionsanlagen und Zuführsysteme von unseren Mitarbeitenden der MEGASYS ® Total Gas and Chemical Services betrieben und gewartet.

Display Solutions

Unsere Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) beherrscht die Steuerung von Licht für die Bildgebung, Verarbeitung, Messung und Inspektion. Wir materialisieren Licht durch DisplayMaterialien, optische Technologien sowie Mess- und Prüftechnik. Hierzu zählen die Geschäfte mit Flüssigkristallen (Liquid Crystals, LC), Strukturierungsmaterialien für die Oberflächenbehandlung von Displays (Fotolacke), Materialien für organische Leuchtdioden (Organic Light-Emitting Diodes, OLED) und reaktiven Mesogenen. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Entwicklung neuartiger Technologien nicht nur für TV-Monitore, sondern auch für IT- und Mobilgeräte sowie Automobil-, Gaming- und weitere Anwendungen. Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir im Bereich Augmented Reality / Virtual Reality (AR/VR) daran, das Spektrum möglicher Anwendungsszenarien um optoelektronische Technologien zu erweitern. Zudem widmen wir uns in enger Kooperation mit führenden Bildschirmherstellern der Entwicklung von Produkten mit LCD-Technologie (Liquid Crystal Display) der nächsten Generation für den Elektronikmarkt.

Dank der Akquisition von Unity-SC umfasst das Angebot der Geschäftseinheit nun auch optische Messgeräte (siehe Abschnitt über Unity-SC), für welche die Kompetenzen der Geschäftseinheit im Bereich Optik voll zum Tragen kommen. Um den Anforderungen nach mehr Rechenleistung, höheren Bandbreiten und schnellerer Datenübertragung gerecht zu werden, gewinnen optische Komponenten zunehmend an Bedeutung. Bei Electronics entwickeln wir optische Technologien mit dem Ziel, elektronische Geräte noch leistungsfähiger zu machen.

Surface Solutions

Unsere Geschäftseinheit Surface Solutions bietet unseren Kunden Lösungen an, mit denen sie funktionale und dekorative Oberflächen aller Art gestalten können. Unser Fokus liegt auf den Märkten für Autolacke und Kosmetika sowie zu einem geringeren Teil auch für industrielle Anwendungen. Mit unserem Portfolio von Wirkstoffen helfen wir Kosmetikherstellern, ihre Hautpflegeprodukte mit einem feuchtigkeitsspendenden, schützenden oder Anti-Hautalterungseffekt auszustatten. Zudem bedienen wir mit unseren funktionellen Lösungen zahlreiche innovative Anwendungen - von schmutzabweisenden und pflegeleichten Oberflächen bis hin zu Lasermarkierungen von Kunststoffteilen und Kabeln.

Vor dem Hintergrund unserer strategischen Fokussierung auf den Elektronikmarkt und der Weiterentwicklung zukunftsweisender Technologien steht das Surface-Solutions-Geschäft nicht mehr im Mittelpunkt unserer Aktivitäten bei Electronics. Am 25. Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an GNMI, auch bekannt unter dem Markennamen Chesir. Das Unternehmen ist einer der größten Hersteller von Perlglanzpigmenten mit Standorten in China und Korea. Gegenstand der Vereinbarung ist der Großteil der weltweiten Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten unserer Geschäftseinheit Surface Solutions. Ihre Präsenz in Europa und Nordamerika würde die von GNMI ergänzen, das in Asien vertreten ist. Die Transaktion wird voraussichtlich im 2. Halbjahr 2025 abgeschlossen und unterliegt der Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und der Erfüllung bestimmter anderer üblicher Abschlussbedingungen.

Strategie *

Vision und strategisches Fundament

In einer zunehmend komplexen Welt, die vermehrt von gesamtwirtschaftlichen und geopolitischen Spannungen geprägt ist, haben wir erneut unsere Widerstandsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sind im Geschäftsjahr 2024 auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Angesichts von Faktoren wie der alternden Bevölkerung sowie dem Technologie- und Klimawandel halten wir den Bedarf nach wissenschaftlichen Durchbrüchen für größer denn je.

Dem Wandel stehen wir offen gegenüber und sehen ihn als Katalysator für Innovation und Wachstum. Unsere Vision "Neues entdecken. Die Menschheit voranbringen." eint uns dabei in der Zielsetzung, eine attraktivere, gesündere und nachhaltigere Welt zu schaffen, indem wir die Wissenschaft unterstützen, bahnbrechende Fortschritte zu erzielen. Unsere über 356-jährige Geschichte, kombiniert mit unserem diversifizierten Geschäftsmodell, bildet eine hervorragende Ausgangslage zur weiteren Erschließung attraktiver globaler Märkte mit langfristigem Wachstumspotenzial.

Durch die Umsetzung unserer innovationsfokussierten Strategie werden wir unsere Position als führendes Wissenschaft- und Technologieunternehmen weiter ausbauen. Der Unternehmensbereich Life Science konzentriert sich dabei beispielsweise auf den wachsenden Markt für komplexe Moleküle und neue therapeutische Modalitäten ("Novel Modalities"). In Healthcare liegt unser Fokus auf Spezialmedikamenten für die Onkologie und Neurologie & Immunologie, zu denen etablierte Produkte wie Erbitux ® und Bavencio ® gegen Krebs und Mavenclad ® zur Behandlung von Multipler Sklerose zählen. Und in Electronics profitieren wir von dem steigenden Bedarf an Halbleitern, welcher durch Faktoren wie wachsende Datenmengen, künstliche Intelligenz (KI) und das Internet der Dinge (IoT) gefördert wird.

Die fortlaufende Entwicklung und Integration digitaler und datenbasierter Technologien werden unsere Wertschöpfung sowie Innovationskraft in allen drei Unternehmensbereichen erheblich steigern. Dabei stützt sich unsere "Data & Digital"-Strategie auf eine klar definierte Roadmap, um unsere digitale Infrastruktur kontinuierlich weiterzuentwickeln und unsere digitale Differenzierung der Geschäftsbereiche vom Wettbewerb zu erhöhen. Ein jüngstes Beispiel ist unsere strategische Partnerschaft mit Siemens, für die wir im vergangenen Geschäftsjahr 2024 eine Absichtserklärung unterzeichneten. Gemeinsam haben wir uns zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation durch strategische Projekte auf dem Gebiet der intelligenten Fertigung (Smartfacturing) in unseren Unternehmensbereichen voranzutreiben.

Gleichzeitig wollen wir weiterhin einen positiven Beitrag für die Gesellschaft und unseren Planeten leisten, indem wir ESG-Prinzipien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) bei unseren Wachstumszielen berücksichtigen. Im Jahr 2030 wollen wir durch nachhaltige Wissenschaft und Technologien Fortschritt für mehr als eine Milliarde Menschen ermöglichen. Bis 2030 verankern wir zudem Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten. Bis 2040 werden wir klimaneutral und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch.

Durch unsere strategischen Investitionen beabsichtigen wir, unsere Positionen in wachstumsstarken Bereichen weiter auszubauen, um so langfristig ein starkes, profitables Wachstum zu erzielen und einen attraktiven Cashflow zu generieren. In diesem Zusammenhang ist und bleibt aktives Management unseres Geschäftsportfolios von zentraler Bedeutung. Jüngste Beispiele hierfür sind die Akquisitionen von Mirus Bio LLC, USA, einem führenden Hersteller von Transfektionsreagenzien für Zell- und Gentherapien, und Unity-SC SAS, Frankreich, einem Anbieter von Mess- und Prüfgeräten für die Halbleiterindustrie. Weiterhin unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf unserer Geschäftseinheit Surface Solutions und legen infolgedessen den Schwerpunkt unseres Unternehmensbereichs Electronics stärker auf Hightech-Anwendungen. Merger-&-Acquisition-(M&A-)Maßnahmen werden weiterhin eine wesentliche Rolle spielen, um uns für die kommenden Jahrzehnte bestmöglich aufzustellen.

* Die Inhalte dieses Kapitels beziehungsweise dieses Abschnitts sind freiwillige Angaben und daher nicht geprüft. Unser Abschlussprüfer hat den Text jedoch kritisch gelesen.

Geschäftsstrategien

Life Science

Unser Unternehmensbereich Life Science gehört zu den führenden Anbietern im globalen Life-Science-Markt, der rund 220 Mrd. € groß ist. Mit den nachlassenden Auswirkungen der pandemiebedingten Störungen der Lieferketten und der jüngsten Kapitalknappheit stellen wir uns auf Wachstum ein: Wir rechnen damit, dass der Markt mittel- bis langfristig ein jährliches Wachstum von 5 % bis 7 % verzeichnen wird. Für unser Life-Science-Geschäft eröffnen sich dadurch zahlreiche Möglichkeiten, Kunden in sich schnell entwickelnden Segmenten einen Mehrwert zu bieten. Im Mittelpunkt unserer aktualisierten strategischen Planung wird die Steigerung unseres Umsatzes und des EBITDA pre stehen. Hierzu werden wir uns verstärkt auf Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen konzentrieren und führende Positionen im Portfolio einnehmen. Gleichzeitig beabsichtigen wir die Kundenerfahrung und unsere operative Leistungsfähigkeit weiter zu verbessern. Mittel- bis langfristig werden wir unsere Entwicklung, basierend auf drei Themenschwerpunkten, vorantreiben.

Erstens: Mit unserem vielseitigen Portfolio genießen wir Anerkennung für unsere Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, die genau auf die wissenschaftlichen und technischen Anforderungen unserer Kunden abzielen. Darauf aufbauend schärfen wir eine im gesamten Unternehmensbereich einheitliche Strategie für das Portfoliomanagement, um unser Angebot noch gezielter auf die sich stetig wandelnden Bedürfnisse unserer Zielkunden auszurichten. Zweitens: Wir werden die Entwicklung neuer Produkte forcieren und hierzu mehr Ressourcen für Forschung und Entwicklung bereitstellen, umfangreichere und mutigere Innovationsprojekte verfolgen und mehr Kollaborationen anstreben. Dies wird neue technologische Ankerpunkte in unserem Portfolio schaffen und den Wert unseres Portfolios in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie die Erträge mit neuen Produkten deutlich steigern. Drittens: Wir werden durch gezielte Kollaborationen und Akquisitionen komplementäre, anorganische Wachstumsmöglichkeiten verfolgen, um unser Angebot in attraktiven Segmenten zu erweitern.

Bis 2030 wollen wir unser Portfolio so neu gestaltet haben, dass wir die Bedürfnisse unserer Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen in allen Phasen der Entwicklung von Molekülen und anderen therapeutischen Modalitäten - von der Konzepterstellung bis zur Vermarktung - noch effektiver erfüllen können. Darunter fallen auch Wirkstoffforschung, Prozessentwicklung, Herstellung und Prüfung.

An unserem Streben nach Portfolioführerschaft orientieren sich unsere Ziele in den Geschäftseinheiten.

In der Geschäftseinheit Science & Lab Solutions wollen wir Innovationen für wissenschaftliche Labore und für Hersteller beschleunigen mit dem Ziel, zur Verbesserung der Gesundheit und einer nachhaltigen Zukunft beizutragen. In Process Solutions haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Zukunft der biotechnologischen Herstellung gemeinsam mit unseren Kunden zu antizipieren und zu gestalten. Erreichen wollen wir dies durch ein einzigartiges, differenziertes Angebot gepaart mit vertrieblichen Aktivitäten. Und in Life Science Services verfolgen wir das Ziel, ein anerkannter, vertrauenswürdiger und innovativer Serviceanbieter für die Biotechnologie- und Pharmabranche zu werden und eine exzellente Position bei unseren zielgerichteten therapeutischen Modalitäten, insbesondere bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, viralen Vektoren und mRNAs, einzunehmen.

In unserem Engagement für Wissenschaft und Technologie tragen wir dem Bedarf unserer Kunden Rechnung, die innovative Lösungen als Wegbereiter für neue Entdeckungen und eine effizientere Produktion benötigen.

Während wir eine nachhaltige Vorreiterrolle in Wissenschaft und Technologie anstreben, gilt es auch, die Kundenerfahrung und unsere betriebliche Leistungsfähigkeit zu verbessern, damit wir den sich wandelnden Anforderungen unserer Kunden gerecht werden und weiterhin profitabel wachsen können. Beim Themenschwerpunkt Kundenerfahrung ist es unser Ziel, unseren Kunden bei sämtlichen Kontaktpunkten mit unserem Unternehmen eine reibungslose Erfahrung zu bieten.

Zudem werden wir unseren Multikanal-Ansatz im Vertrieb und unsere E-Commerce-Plattform weiterentwickeln sowie unsere Nachhaltigkeit und unsere Servicequalität verbessern. Durch Initiativen zur Verbesserung unserer betrieblichen Leistungsfähigkeit steigern wir die Agilität, Resilienz und Kundenorientierung unserer Geschäftsprozesse und unserer Integrated-Supply-Chain-Organisation.

Die stärkere Fokussierung auf die Bedürfnisse unserer Kunden aus der akademischen Forschung sowie den Biotechnologie- und Pharmabranchen wird unsere Teams weltweit hinter unserem erklärten Ziel vereinen: Entscheidendes für Leben und Gesundheit durch Wissenschaft zu bewirken.

Healthcare

Die globale Pharmabranche zeichnet sich nach wie vor durch ein robustes Wachstum mit attraktiven Margen aus. Obwohl das gesamtwirtschaftliche und geopolitische Umfeld seit einigen Jahren von zunehmender Volatilität geprägt ist, bleiben die Auswirkungen von konjunktur- und/oder krisenbedingten Marktschwankungen auf die zugrunde liegenden Wachstumstreiber der Branche in Form des demografischen Wandels, eines verbesserten Zugangs zu Medikamenten und neuer innovativer Therapieansätze vergleichsweise gering. Daraus resultiert eine relativ konstante Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten. Unser diversifiziertes Portfolio und unsere geografische Präsenz haben sich als widerstandsfähig erwiesen und bilden eine solide Grundlage für den künftigen Erfolg unseres Healthcare-Geschäfts.

In den Industrieländern und zunehmend auch in Schwellenländern beruhen das Wachstum des Pharmamarkts und die langfristige Profitabilität zu einem wesentlichen Teil auf Innovationen. Auch das Wachstum unseres Healthcare-Geschäfts ist primär auf die Markteinführung innovativer Produkte zurückzuführen, während unser etabliertes Portfolio zugleich einen soliden Grundstock für weitere Investitionen in Innovationen liefert. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen halten wir an unserer Wachstumsambition als globaler Anbieter innovativer Spezialprodukte fest. Mit der Einführung innovativer Produkte in den Geschäftseinheiten Onkologie und Neurologie & Immunologie treiben wir den Fortschritt maßgeblich voran und generieren Wachstum für unser Geschäft. Aufbauend auf einer starken Grundlage werden wir das Wachstum unserer etablierten Geschäfte in den Franchises Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie sowie Fertilität nachhaltig und auf profitable Weise vorantreiben. Darüber hinaus erweitern wir unser Portfolio um externe Innovationen, um unsere Wachstumsperspektiven auf lange Sicht nachhaltig weiter zu verbessern. Die Richtschnur für alle unsere Entscheidungen bildet unser fokussierter Führungsansatz. Mit diesem stellen wir sicher, dass wir uns auf jene Bereiche konzentrieren, in denen wir - dank unserer Größe und der sorgfältigen Abwägung von Risiken in Bezug auf die klinische Entwicklung und Kommerzialisierung in unserer Pipeline - die besten Erfolgsaussichten haben.

Trotz der jüngsten Rückschläge in späten Studienphasen unserer Pipeline halten wir entschlossen an unserem Innovationskurs fest. Projekte in unserer Pipeline treiben wir weiter mit dem Ziel voran, Patientinnen und Patienten innovative Therapien zur Verfügung zu stellen, unser bestehendes Portfolio zu maximieren und in Wachstumsmärkten weiter zu expandieren.

Um die Ergebnisse unserer Investitionen in F&E zu maximieren und deren langfristige Nachhaltigkeit sicherzustellen, entwickeln wir zur Erweiterung unserer Innovationskapazitäten unser F&E-Modell kontinuierlich fort. Analog der Branchenpraxis greifen wir zudem verstärkt auf externe Innovationen zurück, um unsere Pipeline durch weitere attraktive Geschäftsmöglichkeiten zu stärken.

Unseren Fokus richten wir nach wie vor auf Spezialtherapiegebiete. Innerhalb jeder spezialisierten Geschäftseinheit besteht unser Ansatz darin, angefangen bei unserer eigenen Forschung bis hin zur Vermarktungsreife, intern tiefgreifendes Fachwissen aufzubauen. Diesen Ansatz stärken wir durch die Gewinnung externer Talente und strategische Kollaborationen. Um den ganzheitlichen Wert und den Fokus unserer Pipeline zu optimieren, überwachen und beurteilen wir kontinuierlich das Potenzial unserer Pipelinekandidaten - auf der Basis klinischer Daten, strategischer Eignung und finanzieller Kriterien.

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, unsere globale Präsenz zu stärken und zu erweitern, um die Innovationen in unserer Pipeline für Patientinnen und Patienten verfügbar zu machen und unser Geschäft in allen wichtigen Märkten auszubauen. Da Innovationen der zentrale Wachstumstreiber sind und das absolute Wachstum des Pharmamarkts zum Großteil auf Industrieländer entfällt, wollen wir unsere Position auf diesen Märkten durch unser innovatives Portfolio festigen. Zugleich wird die sich rasch entwickelnde Infrastruktur im Gesundheitswesen in Schwellenländern künftig für viele unserer etablierten Produkte starke Wachstumsimpulse liefern. Aus strategischer Sicht wird es unerlässlich sein, einerseits innovative neue Arzneimittel auf den Markt zu bringen und andererseits unsere Stärken in weiteren Märkten zum Tragen zu bringen und für ein profitables Wachstum unseres bestehenden Geschäfts zu sorgen.

Electronics

Unser Anspruch ist es, ein führender Partner der Elektronikindustrie bei Materialien und materialbezogener Ausrüstung sowie Dienstleistungen zu sein, indem wir den Mehrwert für unsere Kunden mit unserer Materials Intelligence TM maximieren. Wir haben erfolgreich eine führende Rolle im Ökosystem der Halbleiterbranche eingenommen und bedienen bereits die wesentlichen Akteure in der Branche mit einem der umfassendsten Portfolios. Dieses Halbleiter-Ökosystem ist eine der innovativsten, schnelllebigsten und wissenschaftlich fortschrittlichsten Branchen. Unser Portfolio und unser Innovationsgeist in Electronics sind ideal geeignet, um der Industrie bei der Bewältigung der technologischen Herausforderungen zu helfen. Unsere sich immer stärker auf Daten stützenden Lösungen sind auf alle Bereiche der 3D-Verdichtung ausgelegt, einschließlich der Miniaturisierung, der Leistungsoptimierung, der vertikalen Stapelung und der heterogenen Integration.

Wir investieren in Innovationen und nachhaltige Alternativen, um der Branche bei ihren Nachhaltigkeitsherausforderungen zu helfen. Im gestiegenen Bedarf an nachhaltigen Lösungen sehen wir die Chance, Produkte anzubieten, die auf dem Markt einzigartig sind und der Branche den Weg zu ressourcenschonenderer Produktion von Endprodukten ebnen.

Die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten der Branche bleiben sehr attraktiv. Die zunehmende Bedeutung der KI und das ungebremste Wachstum der Datenmengen in unserer digitalen Welt stellen immer höhere Rechenanforderungen für Mikrochips dar. Sie müssen mehr Daten schneller verarbeiten können (Logikchips) und einen schnelleren Zugriff erlauben (Speicherchips). In zahlreichen Industriezweigen werden Halbleiter daher auch weiterhin unentbehrlich sein. Wichtigste Impulsgeber für das Wachstum auf den Endmärkten sind die durch Verkleinerung von Strukturgrößen ermöglichte nächste Chipgeneration - insbesondere für KI - sowie der auch dadurch beschleunigte schnellere Austausch von Endgeräten. Hinzu kommt der steigende Halbleiteranteil pro Gerät. Beide Wachstumstreiber werden sich positiv auf das Geschäft von Electronics im Bereich der Waferbearbeitung und dem Packaging von Mikrochips auswirken. Insbesondere KI ist und bleibt der Motor für die Geschäftsentwicklung.

Diese Faktoren wirken als Katalysator für das Wachstum und die Marktentwicklung in den kommenden zehn Jahren. Zur Herstellung immer leistungsstärkerer und energieeffizienterer Mikrochips werden Innovationen im Bereich neuartiger Materialien noch unverzichtbarer werden. Dies treibt die Realisierung immer kleinerer Strukturgrößen und komplexerer Architekturen für Halbleiter voran. Indem wir darauf hinarbeiten, dass Innovationen und Lösungen aus unserem Markenportfolio in die Technologie-Roadmaps unserer Kunden Eingang finden, vertiefen wir die Beziehungen zu unseren Kunden. Zugleich fahren wir fort, das Spektrum unseres Angebots kontinuierlich über die Prozesskette der Waferbearbeitung hinaus auszuweiten, und investieren, um die Realisierung neuer Architekturen mithilfe von heterogener Integration bei der Chipherstellung zu unterstützen.

Darüber hinaus sind wir davon überzeugt, dass Kompetenzen im Bereich der Optoelektronik noch wichtiger werden. Optische Technologien gewinnen in der Halbleiterindustrie immer mehr an Bedeutung. Dafür sprechen auch Marktprognosen, denen zufolge Halbleiter- und optische Technologien immer stärker miteinander verschmelzen werden. Um dieser zunehmenden Konvergenz Rechnung zu tragen, werden wir Materials Intelligence TM einsetzen und unser tiefgreifendes technologisches Know-how in Optik und Chemie bei kritischen Produktionsprozessen in der Elektronikindustrie nutzen. Unsere Stärken - angefangen bei der organischen Synthese bis hin zu unserem Wissen bei der Herstellung von Halbleiterkomponenten - sind entscheidend, um neue Geschäftsmöglichkeiten auf dem Gebiet optoelektronischer Technologien zu erschließen, etwa in den Bereichen Augmented Reality, Virtual Reality und Mixed Reality sowie in unserem jüngst erworbenen Mess- und Prüftechnikgeschäft von Unity-SC. Darüber hinaus erfordert das Innovationstempo bei KI-Chips eine heterogene Integration mit optischen Verbindungen, um die Effizienz und Datenübertragung mit hoher Bandbreite nutzen zu können und Übertragungsbeschränkungen herkömmlicher elektrischer Leitungen zu überwinden. Zusätzlich bleibt die Weiterentwicklung unserer Displaygeschäfte mit Flüssigkristallen und Materialien für organische Leuchtdioden ein wichtiges Element unseres Optronics-Portfolios und wird neue Möglichkeiten eröffnen.

Wir glauben auch, gut auf die sehr langfristigen Trends in der Branche vorbereitet zu sein. Ein Beispiel ist die Verschmelzung von Halbleiter- und Biotechnologie, die sich bereits bei neuromorphen Chips und Biosensoren abzeichnet. Wir gehen davon aus, dass ein multidisziplinärer Ansatz in der Wissenschaft die nächste Welle menschlichen Fortschritts vorantreiben wird. Wir nennen diesen Ansatz "Biokonvergenz", weil er Synergien in der digitalen und materiellen Wissenschaft sowie in der Biotechnologie nutzt.

Durch den Verkauf von Surface Solutions schärfen wir unsere Fokussierung auf die Elektronikindustrie, um eine noch zentralere Rolle im Halbleiter-Ökosystem einzunehmen.

"Data & Digital"-Strategie

Wir beschleunigen die Innovation als langfristigen Wachstumstreiber, unter anderem, indem wir die Zusammenarbeit mithilfe von Daten und digitalen Technologien fördern. Bei allem, was wir tun, wollen wir uns die transformative Kraft von Daten und digitalen Innovationen zunutze machen, um Neues zu entdecken und die Menschheit voranzubringen. Unsere Vision verankern wir in dieser "Data & Digital"-Strategie, um unsere drei Unternehmensbereiche mit erstklassigen Lösungen auszustatten und den Branchen, in denen sie tätig sind, einen Mehrwert zu bieten.

Ausgehend von unserem strategischen Fokus, der Verbesserung bestehender Ressourcen und Fähigkeiten, weiten wir unsere Innovationstätigkeit auf neue Technologien, Märkte und digitale Geschäftsmodelle aus. Federführend bei diesen Anstrengungen ist der neu eingerichtete Data, Digital & IT Executive Council unter dem gemeinsamen Vorsitz des Group Chief Science & Technology Officer und des Group Chief Information Officer. Das Gremium hat die Aufgabe, wegweisende Technologietrends aufzugreifen und dadurch Innovationen in allen unseren Unternehmensbereichen zu fördern.

Belege für unseren unternehmensweiten Ansatz sind unser Daten- und KI-Ökosystem UPTIMIZE sowie das Smartfacturing-Programm, welche die operative Leistungsfähigkeit verbessern und Prozesse bereichsübergreifend optimieren. UPTIMIZE ermöglicht ein harmonisiertes Betriebsmodell auf der Grundlage von Daten und KI, mit dem wir relevante Erkenntnisse für die Praxis ableiten und die Kapazitäten im Unternehmen für maschinelles Lernen und KI ausweiten können.

Im Rahmen des Smartfacturing-Programms schaffen wir durch die Nutzung von Echtzeitdaten von IoT-Sensoren, vernetzten Geräten und Betriebssystemen eine robuste Infrastruktur für skalierbare Möglichkeiten des Einsatzes von KI. Durch die hieraus resultierende höhere betriebliche Effizienz, verbesserte Produktqualität und anpassungsfähigere Lieferkette können wir den sich wandelnden Marktanforderungen und behördlichen Vorschriften effektiv gerecht werden.

Für unsere digitale Transformation ist eine Datenkultur von grundlegender Bedeutung. Durch Initiativen und Programme wie unsere eigene myGPT Suite, die auf eine Verbesserung der Kompetenzen im Umgang mit Daten und generativer KI abzielen, befähigen wir unsere Mitarbeitenden, Daten effektiv und auf sichere Weise zu nutzen, und schaffen so einen kooperativen Ansatz für Innovation und Wertschöpfung.

Nachhaltigkeitsstrategie

Für uns gehören nachhaltiges Unternehmertum und profitables Wachstum zusammen. Nur wenn wir einen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen, bleiben wir auch zukünftig wettbewerbsfähig. Mit unseren innovativen und hochwertigen Produkten wollen wir dazu beitragen, den weltweiten Herausforderungen zu begegnen. Gleichzeitig sichern solche Produkte unsere finanzielle Leistungsfähigkeit. Verantwortungsvoll zu handeln, ist in unserer Unternehmenskultur tief verankert. Dazu zählt etwa, dass wir die Interessen sowohl unserer Mitarbeitenden als auch der verschiedenen Kundenkreise, der Kapitalgeber sowie der Gesellschaft achten.

Sicherheitsfragen und ethische Aspekte sind für uns ebenso wichtig wie wirtschaftlicher Erfolg. Ethische, wirtschaftliche, umweltbezogene und soziale Risiken reduzieren wir weitestmöglich. Bereits bei der Produktentwicklung haben wir den kompletten Lebenszyklus inklusive der Entsorgung im Blick und integrieren Aspekte zirkulären Wirtschaftens. Bei der Beschaffung legen wir strenge Nachhaltigkeitsmaßstäbe an. Bei der Produktherstellung ist es uns wichtig, die Umwelt möglichst wenig zu belasten. Eine sichere Produktion, hohe Umweltschutzstandards und ein strenges Qualitätsmanagement sind für uns selbstverständlich. Mit Produkten, die umfassende Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, tragen wir auch dazu bei, dass die von uns belieferten Firmen ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen.

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Wir verfolgen drei strategische Nachhaltigkeitsziele: Im Jahr 2030 wollen wir durch nachhaltige Wissenschaft und Technologien Fortschritt für mehr als eine Milliarde Menschen ermöglichen. Bis 2030 verankern wir Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten. Bis 2040 werden wir klimaneutral und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch. Mit diesen Zielen tragen wir dazu bei, die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen zu erreichen. Insgesamt konzentrieren wir uns in unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf sieben Fokusfelder. Innerhalb dieser verwirklichen wir heute und in Zukunft zahlreiche Initiativen sowie Projekte und messen unsere Fortschritte.

Mithilfe von 16 Nachhaltigkeitskennzahlen erfassen und bewerten wir, welchen Fortschritt wir bei unseren Nachhaltigkeitszielen erreichen. Unser jährlicher Long-Term Incentive Plan (LTIP) für Geschäftsleitungsmitglieder der Merck KGaA und obere Führungskräfte beinhaltet einen Nachhaltigkeitsfaktor. Über einen Zeitraum von drei Jahren messen wir mit diesem die Leistung anhand von ausgewählten Nachhaltigkeitskennzahlen für unsere drei Nachhaltigkeitsziele. Details zur Berechnung des Nachhaltigkeitsfaktors finden sich im "Vergütungsbericht". Darüber hinaus koppelten wir im Berichtsjahr 15 % der variablen Mitarbeitervergütung an Nachhaltigkeitsparameter.

Damit sind wir auf dem Weg, unser Unternehmen zu transformieren, um ökologische, soziale und geschäftliche Aspekte in Einklang zu bringen - für uns selbst als Unternehmen, für unsere Stakeholder und für die Gesellschaft. Wir integrieren Nachhaltigkeit in den Innovationsprozess und in alle Schritte der Wertschöpfungskette. So positionieren wir uns als verantwortungsbewusstes Unternehmen und erwarten langfristig einen Wettbewerbsvorteil. Das Wachstum unserer Geschäfte wollen wir von negativen Umweltauswirkungen entkoppeln.

Strategische Finanzpolitik

Wir verfolgen eine konservative Finanzpolitik, die durch die folgenden Aspekte gekennzeichnet ist:

Finanzielle Flexibilität und konservative Finanzierungsstrategie

Wir stellen sicher, dass wir unsere Verpflichtungen jederzeit erfüllen können, und verfolgen eine konservative und proaktive Finanzierungsstrategie, in deren Rahmen wir verschiedene Finanzinstrumente einsetzen. Unsere diversifizierten und profitablen Geschäftsaktivitäten bilden das Fundament für unsere Fähigkeit, robuste und nachhaltige Cashflows zu generieren. Darüber hinaus verfügen wir über mehrere Finanzierungsquellen. Eine syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. €, die bis 2029 läuft, kann zur Deckung eines unerwarteten Bedarfs an liquiden Mitteln eingesetzt werden. Bei dieser Kreditlinie handelt es sich um eine Back-up-Fazilität, die nur in Ausnahmesituationen in Anspruch genommen werden soll.

Darüber hinaus verständigten wir uns auf mehrere bilaterale Kreditfazilitäten. Ebenso steht uns ein Commercial Paper Program mit einem Volumen von 2,5 Mrd. € zur Verfügung. Im Rahmen dieses Programms können wir Commercial Papers mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr begeben.

Zudem stellt der Anleihemarkt eine wesentliche Finanzierungsquelle dar. Die letzte Anleiheemission erfolgte im August 2024 (Hybridanleihe in Höhe von 0,8 Mrd. €). Die Nutzung unterschiedlicher Instrumente stellt die Finanzierung breit auf und spricht verschiedene Investorengruppen an.

Pflege verlässlicher und langfristiger Geschäftsbeziehungen zur Gruppe der Kernbanken

Wir arbeiten schwerpunktmäßig mit einer gut diversifizierten, finanziell stabilen und verlässlichen Gruppe von Banken zusammen. Aufgrund unseres langfristig ausgerichteten Geschäftsmodells halten die Geschäftsbeziehungen zu Banken typischerweise viele Jahre und zeichnen sich durch Professionalität und Vertrauen aus. Die Bankengruppe umfasst Finanzinstitute mit fundierten Kompetenzen bei verschiedenen Finanzprodukten und in verschiedenen Regionen. Wir betrachten diese Banken als strategische Partner. Dementsprechend beziehen wir sie in wichtige Finanzierungstransaktionen ein.

Starkes Investment-Grade-Rating

Das Kreditrating, das wir von externen Agenturen erhalten, ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Ein starkes Investment-Grade-Rating ist ein Eckpfeiler unserer Finanzpolitik, da dieses Rating den Zugang zu attraktiven Konditionen auf den Kapitalmärkten sichert.

Im November 2024 bestätigte Moody's das Rating der Merck KGaA (A3, stabiler Ausblick) und im Dezember 2024 erfolgte dies bei Standard & Poor's (A, stabiler Ausblick).

Steuerungssystem des E. Merck-Konzerns

Als weltweit tätiges und diversifiziertes Unternehmen verwenden wir ein umfassendes System von Kennzahlen zur Steuerung des Geschäftserfolgs. Die wichtigste Kennzahl zur Messung des operativen Geschäftserfolgs ist dabei das EBITDA pre 1.

Die Pyramide der Wertschöpfungs- und Steuerungskennzahlen beinhaltet die wichtigen finanziellen Messgrößen und bildet einen umfassenden Rahmen von Indikatoren zur Steuerung unseres Geschäfts und zur Bestimmung der Prioritäten bei der Allokation flüssiger Mittel. Sie gliedert sich in die drei Leitungsbereiche: E. Merck-Konzern, das Geschäft und Projekte, die den Einsatz jeweils verschiedener Indikatoren erfordern.

Abkürzungen

EBITDA pre 1 = Earnings before interest, income tax, depreciation and amortization as well as adjustments (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Anpassungen).

EBITDA pre-margin 1 = Earnings before interest, income tax, depreciation and amortization as well as adjustments (Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern, Abschreibungen und Anpassungen) in Prozent der Umsatzerlöse.

MEVA 1 = Merck value added (wirtschaftliche Wertschöpfung durch Merck).

OCF 1 = Operativer Cashflow.

ROCE 1 = Return on capital employed (Rendite auf das investierte Kapital).

NPV 1 = Net present value (Kapitalwert).

IRR 1 = Internal rate of return (interner Zinsfuß).

eNPV 1 = expected Net present value (erwarteter Kapitalwert).

PoS 1 = Probability of success (Erfolgswahrscheinlichkeit).

M&A = Mergers & Acquisitions (Fusionen und Übernahmen).

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Steuerungskennzahlen für den Konzern und seine Geschäfte

Die drei Kennzahlen Umsatzerlöse, EBITDA pre und Operativer Cashflow (OCF) sind die bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren für die Bewertung unserer Geschäftsentwicklung. Deshalb nehmen wir im "Wirtschaftsbericht", im "Risiko- und Chancenbericht" und im "Prognosebericht" auf diese Steuerungskennzahlen Bezug. Aufgrund ihrer Bedeutung für den finanziellen Geschäftserfolg sind sie auch ein wesentlicher Bestandteil unseres Performance-Management-Systems.

Umsatzerlöse

Umsatzerlöse sind definiert als Erlöse aus Warenverkäufen, erbrachten Dienstleistungen an externe Kunden, Provisionserlöse sowie Ergebnisbeteiligungen aus Kollaborationen, abzüglich Umsatzsteuer und Erlösminderungen, zum Beispiel Rabatte oder Skonti. Umsatzerlöse sind der Hauptindikator für unser Geschäftswachstum und deshalb ein wichtiger Parameter zur externen wie auch internen Beurteilung des Geschäftserfolgs. Für das interne Performance Management wird zusätzlich die organische Umsatzveränderung im Vergleich zum Jahresziel herangezogen. Das organische Umsatzwachstum zeigt die prozentuale Veränderung der Umsatzerlöse zu einer Vergleichsperiode, bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte. Währungseffekte können durch Wechselkursfluktuationen zwischen der funktionalen Nicht-Euro-Währung einer konsolidierten Gesellschaft und der Berichtswährung Euro entstehen. Portfolioeffekte spiegeln hingegen Umsatzveränderungen wider, die durch Akquisitionen und Desinvestitionen von zu konsolidierenden Gesellschaften oder Geschäften bedingt sind.

Umsatzerlöse

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 21.156 20.993 163 0,8 %

EBITDA pre

Das EBITDA pre ist die wichtigste interne und externe Bewertungskennzahl im Hinblick auf die laufende operative Tätigkeit. Um ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Entwicklung des operativen Geschäfts zu vermitteln, werden hier Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie Anpassungen beim operativen Ergebnis nicht berücksichtigt. Diese Anpassungen beschränken sich auf folgende Kategorien: Integrationsaufwendungen, IT-Aufwendungen für bestimmte Projekte, Restrukturierungsaufwendungen, Gewinne/Verluste aus abgegangenen Geschäften, Akquisitionsaufwendungen und sonstige Anpassungen. Die Klassifizierung bestimmter Erträge oder Aufwendungen als Anpassungen unterliegt klaren Regeln und einer strengen Governance auf Konzernebene. Im Rahmen des internen Performance Management ermöglicht das EBITDA pre, Effizienzsteigerungen in den Prozessen durchzuführen, ohne das Ergebnis des operativen Geschäfts durch Sondereffekte oder Restrukturierungsaufwendungen zu beeinflussen. Nachfolgend wird die Zusammensetzung des EBITDA pre im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr dargestellt. Hierbei wurden die Zahlen gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt.

Überleitung EBITDA pre 1

2024 2023
in Mio. € IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1 IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1
Umsatzerlöse 21.156 - 21.156 20.993 - 20.993
Umsatzkosten -8.671 41 -8.630 -8.600 43 -8.558
Bruttoergebnis 12.485 41 12.526 12.392 43 12.435
Marketing- und Vertriebskosten -4.536 30 -4.506 -4.510 44 -4.466
Verwaltungskosten -1.411 154 -1.257 -1.433 246 -1.187
Forschungs- und Entwicklungskosten -2.279 11 -2.269 -2.445 7 -2.438
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -8 2 -7 -51 - -51
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -651 333 -318 -381 138 -244
Operatives Ergebnis (EBIT) 3.599 3.572
Abschreibungen/Wertminderungen/ Wertaufholungen 2.134 -277 1.856 1.880 -87 1.792
EBITDA 2 5.733 - - 5.452 - -
Restrukturierungsaufwendungen 144 -144 - 249 -249 -
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen 103 -103 - 118 -118 -
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften -46 46 - -51 51 -
Akquisitionsbezogene Anpassungen 26 -26 - 18 -18 -
Sonstige Anpassungen 68 -68 - 56 -56 -
EBITDA pre 1 6.026 - 6.026 5.842 - 5.842
Davon: Organisches Wachstum 1
Davon: Währungseffekte
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen
Veränderung
in Mio. € Pre 1
Umsatzerlöse 0,8 %
Umsatzkosten 0,8 %
Bruttoergebnis 0,7 %
Marketing- und Vertriebskosten 0,9 %
Verwaltungskosten 5,9 %
Forschungs- und Entwicklungskosten -7,0 %
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -87,1 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge 30,7 %
Operatives Ergebnis (EBIT)
Abschreibungen/Wertminderungen/ Wertaufholungen 3,6 %
EBITDA 2 0,0 %
Restrukturierungsaufwendungen
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften
Akquisitionsbezogene Anpassungen
Sonstige Anpassungen
EBITDA pre 1 3,1 %
Davon: Organisches Wachstum 1 6,8 %
Davon: Währungseffekte -3,6 %
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen -0,1 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Operativer Cashflow (OCF)

Der operative Cashflow resultiert aus der laufenden Geschäftstätigkeit des E. Merck-Konzerns und beschreibt die durch die operative Tätigkeit erwirtschafteten liquiden Mittel. Beeinflusst wird der operative Cashflow im Wesentlichen durch das EBITDA pre, zu bezahlende Ertragsteuern, das Finanzergebnis und die Veränderung des Nettoumlaufvermögens.

Operativer Cashflow

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
EBITDA pre 1 6.026 5.842 183 3,1 %
Anpassungen 1 -293 -390 97 -24,9 %
Finanzergebnis 2 -139 -147 8 -5,4 %
Ertragsteuern 2 -764 -665 -99 14,8 %
Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 1 -63 -141 78 -55,4 %
Davon: Veränderungen der Vorräte 3 36 -89 124 >100,0 %
Davon: Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 3 79 -8 88 >100,0 %
Davon: Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/Rückerstattungsverbindlichkeiten 3 -178 -43 -134 >100,0 %
Veränderungen der Rückstellungen 3 62 183 -121 -66,0 %
Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 3 -308 -687 379 -55,1 %
Neutralisierung Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen und sonstigen Veräußerungen 3 -2 -150 148 -98,6 %
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge 3 -21 -72 50 -70,2 %
Operativer Cashflow 4.498 3.774 724 19,2 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert. Anpassungen gemäß obiger Definition.
2 Gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.
3 Gemäß Konzernkapitalflussrechnung.

Investitions- und Wertmanagementkennzahlen

Nachhaltige Wertschöpfung ist für die Sicherung des langfristigen Unternehmenserfolgs unverzichtbar. Um die Zuweisung finanzieller Mittel zu optimieren, nutzen wir klar definierte Parameter, die als Kriterien bei der Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten und Entscheidungen zum Portfolio dienen.

Kapitalwert (NPV)

Hauptkriterium für die Priorisierung von Investitionsmöglichkeiten ist der Kapitalwert. Er stützt sich auf die Barwertrechnung und errechnet sich als die Summe der diskontierten Free Cashflows über die Laufzeit eines Projekts. Zur Diskontierung der Free Cashflows werden die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten als Kapitalisierungszinsfuß herangezogen. Je nach Art und Standort eines Projekts werden verschiedene Aufschläge zu den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten hinzugerechnet.

Interner Zinsfuß (IRR)

Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Beurteilung von Akquisitionsprojekten und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ist der interne Zinsfuß. Er ist der Abzinsungsfaktor, bei dessen Verwendung die diskontierten zukünftigen Free Cashflows der Anfangsinvestition beziehungsweise dem Kaufpreis einer Akquisition entsprechen. Ein Projekt ist wertsteigernd, wenn der interne Zinsfuß über den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten inklusive Aufschlägen liegt.

ROCE (Return on Capital Employed)

Neben dem Kapitalwert und dem internen Zinsfuß ist in der Betrachtung einzelner Abrechnungsperioden die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) eine wichtige Messgröße zur Bewertung von Investitionsprojekten. Sie errechnet sich aus dem angepassten operativen Ergebnis pre (EBIT pre), dividiert durch Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte.

Amortisationszeit

Ein weiterer Parameter zur Beurteilung von Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ist die Amortisationszeit, also die Zahl der Jahre, nach denen eine Investition einen Nettomittelzufluss erbringen wird.

MEVA (Merck Value Added)

Der MEVA gibt Auskunft über die in einem Zeitraum erzielte finanzielle Wertschöpfung. Ein Mehrwert wird dann geschaffen, wenn die Rendite des vom Unternehmen oder von den Geschäften eingesetzten Kapitals (ROCE) höher ist als die durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten. Mit dem MEVA verfügen wir über ein leistungsfähiges Instrument, um Beschlüsse über Investitionen und Ausgaben gegenüber dem Kapitalbedarf und den Erwartungen der Investoren abzuwägen.

Relevante nicht finanzielle Steuerungsgrößen

Neben den wichtigen Indikatoren zur Beurteilung der finanziellen Geschäftsentwicklungen spielen auch nicht finanzielle Steuerungsgrößen eine Rolle für unseren unternehmerischen Erfolg.

High-Impact Culture

Unsere Kultur soll verkörpern, was uns eint, und wie wir als ein Team zusammenarbeiten, führen und uns einbringen, um menschlichen Fortschritt zu erzielen und Merck voranzubringen. Wir leben unsere High-ImpactKultur. Dabei messen wir unsere Fähigkeit, die richtigen Menschen zu gewinnen, zu entwickeln und zu binden.

Nachhaltigkeit

Mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie streben wir menschlichen Fortschritt durch nachhaltige Innovationen und Technologien an, integrieren Nachhaltigkeit vollständig in unseren Wertschöpfungsketten und reduzieren unseren Ressourcenverbrauch. Diese Ziele verfolgen wir auf sieben Fokusfeldern. Innerhalb dieser verwirklichen wir zahlreiche Initiativen sowie Projekte und messen unsere Fortschritte.

Vielfalt, Chancengleichheit und Inklusion

Wir wissen, dass Vielfalt Fortschritt antreibt. Sie stärkt unsere Fähigkeit zur Innovation und trägt wesentlich zu unserem Erfolg in Wissenschaft und Technologie bei. Wir fördern und messen aktiv die Vielfalt unserer Führungskräfte, um eine inklusive Kultur zu schaffen, die unsere Werte widerspiegelt und es allen Mitarbeitenden ermöglicht, ihre Potenziale zu entfalten.

Forschung und Entwicklung

Wir sind ein diversifiziertes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, das eine führende Position in den Bereichen Life Science, Healthcare und Electronics einnimmt. Im Einklang mit unserer neuen Vision, "Neues entdecken. Die Menschheit voranbringen", streben wir Innovationen in allen drei Unternehmensbereichen an, um unsere Wachstumspläne zu verwirklichen. Wir erforschen und entwickeln weltweit neue Produkte, Dienstleistungen und Lösungen, um die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten zu verbessern sowie die Bedürfnisse unserer Kundschaft zu erfüllen. Dabei sind wir stets darauf bedacht, die Relevanz und Effizienz unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten weiter zu optimieren - ob eigenständig oder in Kooperation mit Dritten. Darüber hinaus verbessern wir kontinuierlich die Erfüllung unserer Nachhaltigkeitskriterien und integrieren diese bereits bei der Produktentwicklung in unsere Prozesse.

Rund 6.400 Mitarbeitende (Vorjahr: rund 6.500 Mitarbeitende) arbeiteten im Geschäftsjahr 2024 in Forschung und Entwicklung (F&E) sowie in den entsprechenden unterstützenden Funktionen. Sie beschäftigten sich mit Innovationen, mit denen wir die langfristigen Gesundheits- und Technologietrends sowohl in etablierten Märkten als auch in Wachstumsmärkten bedienen können.

Die Aufwendungen für F&E betrugen im Berichtsjahr 2,3 Mrd. € (Vorjahr: 2,4 Mrd. €).

Die organisatorische Aufstellung unserer F&E-Aktivitäten folgt der Struktur von Merck. Im Unternehmensbereich Life Science treiben wir wissenschaftliche Durchbrüche mit innovativen Technologien für Anwendungen in den Naturwissenschaften und der Pharmaforschung voran, die lebensrettende, neuartige Therapien und Behandlungen für Erkrankungen wie Krebs und Diabetes ermöglichen. Im Unternehmensbereich Healthcare entwickeln wir innovative Therapien und setzen dabei auf unternehmenseigene Forschung und externe Partnerschaften. Im Unternehmensbereich Electronics beschleunigen wir die Entwicklung der nächsten Mikrochip-Generation, um Innovationen in der Halbleiter- und Displaybranche zu ermöglichen, die für KI-Anwendungen und die digitale Welt der Zukunft benötigt werden.

Auf Konzernebene wollen wir nicht nur innerhalb unserer Unternehmensbereiche, sondern auch zwischen ihnen Synergien schaffen und kontinuierlich neue Innovationsgebiete erschließen. Zu diesem Zweck sichten wir neue Technologien, Märkte und digitale Geschäftsmodelle, nutzen unsere bestehenden Ressourcen und Kompetenzen und kombinieren sie mit Daten und digitalen Technologien. Beispiele für unsere Aktivitäten in diesem Bereich sind Syntropy ® und Athinia ® , beides Partnerschaften mit Palantir. Die Plattformen ermöglichen sichere KI-gestützte Datenströme und Ökosysteme für die gemeinsame Nutzung von Daten. Sie können dadurch zur Effizienzsteigerung beitragen, während gleichzeitig sichergestellt ist, dass die beteiligten Partner die Kontrolle über ihr geistiges Eigentum behalten.

Im Januar 2024 eröffneten wir den Merck Digital Hub in Singapur. Der vom Singapore Economic Development Board geförderte Digital Hub verfolgt das Ziel, den Fortschritt im Gesundheitssektor und in der Halbleiterindustrie voranzutreiben. An diesem Knotenpunkt für Digitalisierung bündelt sich das Know-how von Syntropy ® und Athinia ®, sodass Eigentümer von Daten diese unternehmensübergreifend integrieren und kuratieren können.

Darüber hinaus erschließen wir weiterhin Möglichkeiten an der Schnittstelle zwischen unseren Unternehmensbereichen und konvergierenden Technologien. Wir wollen so Lösungen entwickeln, die unsere drei Unternehmensbereiche in die Lage versetzen, den von ihnen bedienten Branchen einen Mehrwert zu bieten:

Wir arbeiten weiter am Aufbau unserer automatisierten Entwicklungs-, Herstellungs-, Test- und Analyseplattform. Diese beruht zum einen auf Laborautomatisierung und zum anderen auf AIDDISONTM, unserer auf generativer KI basierten Plattform zur Entdeckung neuer Wirkstoffe. Nach der Einführung durch Life Science im Geschäftsjahr 2023 aktualisierten wir AIDDISONTM 2024, um den Anforderungen unserer Kunden noch besser gerecht werden zu können. Neben der externen Vermarktung nutzen wir die Software in unserem Unternehmensbereich Healthcare auch intern in frühen Stadien der Arzneimittelforschung.

Unser Programm AI for Drug Discovery wird die Entdeckung neuer und besserer Wirkstoffkandidaten beschleunigen und somit auch die Zeit verkürzen, bis neue Therapien den Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen.

Wir nutzen die Kompetenzen in unseren Unternehmensbereichen bei der Synthese von mRNA (MessengerRibonukleinsäure), der Synthese und Formulierung von Lipid-Nanopartikeln (LNP), dem gezielten Wirkstofftransport sowie im Bereich KI, um die Entwicklung "smarter" LNPs zu ermöglichen. Diese sollen in der Lage sein, effektiver in unterschiedliche Gewebetypen einzudringen, einschließlich schwer erreichbarer biologischer Zielstrukturen (Targets), zur Behandlung verschiedener Erkrankungen.

Unsere Pipeline im Unternehmensbereich Healthcare bereichern wir durch eine neuartige, auf Antikörper gerichtete Arzneimittelmodalität, die auf die Proteolyse abzielende Moleküle (PROTACs) gezielt zu Tumorzellen bringen kann. Die neu entwickelte und zum Patent angemeldete Technologie birgt das Potenzial, zwei Wirkstoffmoleküle zielgerichtet freizusetzen, um so einen Gewebe- und Target-selektiven Abbau zu ermöglichen. Angewendet werden kann die "Plug-and-Play"-Technologie auf mehrere therapeutische Targets in verschiedenen Therapiegebieten. Dies könnte sowohl den Bereich der AntikörperWirkstoff-Konjugate (Antibody-Drug Conjugates, ADC) als auch den PROTAC-Bereich revolutionieren.

Im Geschäftsjahr 2024 schlossen wir außerdem mehrere Pilotprojekte im Rahmen unseres Smartfacturing-Programms, also anpassungsfähiger, modularer "intelligenter Fabriken" ("Smart Factories"), erfolgreich ab, darunter die Entwicklung und Implementierung einer neuen Automatisierungstechnologie zur Anlagenvernetzung für die Produktion im Einklang mit den Richtlinien der Guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP). Bei dieser Technologie kommen spezielle Softwarekomponenten, sogenannte Module Type Packages (MTP), zum Einsatz, mit deren Hilfe verschiedene Geräte und Anlagen in der Produktion auf der Grundlage eines gemeinsamen Standards miteinander vernetzt werden können. Die neue Automatisierungstechnologie wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz gefördert.

Anwendung findet sie derzeit in unserer Arzneimittel- und Chemikalienproduktion. Sie lässt sich aber auch in vielen anderen Produktionsprozessen und Zweigen der Fertigungsindustrie einsetzen. Um unsere Initiativen weiter voranzutreiben und zukunftsweisende Projekte in unseren drei Unternehmensbereichen auf den Weg zu bringen, sind wir eine strategische Partnerschaft mit Siemens eingegangen. Die Kombination unseres Know-hows in Life Science, Healthcare und Electronics mit der führenden Position von Siemens als Entwickler fortschrittlicher Hard- und Software wird die Gestaltung schnellerer, kostengünstigerer und nachhaltigerer Produktionsprozesse ermöglichen.

Die folgende Tabelle stellt die Forschungs- und Entwicklungskosten je Unternehmensbereich im Geschäftsjahr 2024 sowie im Vorjahr dar:

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 In Mio. € in %
Life Science 388 396 -9 -2,2 %
Healthcare 1.503 1.657 -154 -9,3 %
Electronics 297 297 0 -0,2 %
Konzernkosten und Sonstiges 92 94 -3 -2,7 %
Summe 2.279 2.445 -166 -6,8 %

Die Forschungsquote betrug, bezogen auf den Konzernumsatz, 10,8 % (Vorjahr: 11,6 %). Sie ist aufgrund der positiven Umsatzentwicklung und Einstellung klinischer Studien in Healthcare gesunken.

Life Science

In unseren drei Geschäftseinheiten Science & Lab Solutions, Process Solutions und Life Science Services stellen unsere Teams in F&E unseren weltweiten Kunden Expertise sowie ein diversifiziertes und relevantes Produkt-und Dienstleistungsportfolio zur Verfügung.

Die Entwicklung der präventiven und personalisierten Medizin schreitet stetig voran. Daher ist es unverzichtbar, Maßstäbe zu setzen - mit robusten, skalierbaren und effizienten Prozessen für die Herstellung viraler Vektoren, dem Next Generation Sequencing, also bei den verbesserten Technologien zur DNA-Sequenzierung sowie den körpereigenen Zelltherapien. Dies wiederum kann dazu beitragen, die Anwendung neuartiger Zell- und Gentherapien zur Behandlung komplexer und chronischer Erkrankungen wie Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes und Muskeldystrophie auszuweiten.

Gemeinsam bewirken wir Entscheidendes für diese Entwicklungen in der Wissenschaft, in dem sich mehr als 1.700 Ingenieure, Chemiker und Biologen an unseren zwölf globalen Standorten weiterhin auf sechs strategische Innovationstreiber konzentrieren: Aufbau unseres Kernportfolios, Labor und Fabrik der Zukunft, neue Modalitäten, Biologie der nächsten Generation, Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung sowie Nachhaltigkeit. Im Geschäftsjahr 2024 führten wir mehr als 9.200 Produkte und Lösungen auf dem Markt ein, darunter Produkte im Rahmen unseres Faucet-Programms für Antikörper, Referenzmaterialien, Chemikalien und Nanomaterialien.

Science & Lab Solutions

Im Geschäftsjahr 2024 führten wir unsere Software M-Trace ® und die dazugehörige App für Mobilgeräte ein. Dabei handelt es sich um eine umfassende Lösung für die mikrobiologische Qualitätskontrolle, mit der sich Daten nachverfolgen lassen und die Sterilitätsprüfung digitalisiert werden kann. Die Software dokumentiert automatisch die Daten der einzelnen Prüfschritte und trägt so zur allgemeinen Prozesssicherheit bei. Dies mindert das Risiko von Abweichungen, falsch-positiven Ergebnissen und menschlichen Fehlern.

Seit über 50 Jahren sind unsere Laborwassersysteme ein fester Bestandteil der Ausstattung akademischer Labore. Im Jahr 2024 erweiterten wir unser Sortiment an Laborwassersystemen der Marke Milli-Q ® und brachten Systeme der Reihe Milli-Q ® SQ 2Series auf den Markt. Kunden können diese kompakten Systeme in 30 Minuten selbst in die bestehende Laborumgebung installieren. Die Systeme fallen zudem unter die Kategorie "Greener Alternative Product", in die wir alternative Produkte einordnen, die sich durch umweltfreundlichere Eigenschaften auszeichnen. Gegenüber den Produkten der Vorgängerreihe konnte der Wasserverbrauch um bis zu 60 % gesenkt und der Stromverbrauch auf ein Minimum reduziert werden. Das macht die Systeme zu einer umweltfreundlicheren Reinstwasserlösung. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit brachten wir außerdem überarbeitete Milli-Q ® -Wasserfilterkartuschen auf den Markt. Bezogen auf die Lebensdauer der Wassersysteme Milli-Q ® können so beispielsweise die auf diese entfallenden CO 2 -Emissionen um bis zu 18 % gesenkt werden.

Process Solutions

Im September führten wir den ersten skalierbaren Single-Use-Mischer speziell für die Herstellung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) am Markt ein. ADCs stellen eine rasant wachsende, relativ neue Klasse von Therapeutika dar, die Tumorzellen gezielt angreifen und selektiv abtöten können und dabei gesunde Zellen verschonen. Der Mobius ® -ADC-Reaktor ermöglicht kürzere Durchlaufzeiten von Chargen, mindert das Risiko von Kreuzkontaminationen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Produktqualität, sodass BiopharmaUnternehmen ihre Therapien schneller und sicherer herstellen können. Der neue ADC-Bioreaktor ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services.

Darüber hinaus brachte Process Solutions eine Reihe weiterer Produkte auf den Markt, die den Bedürfnissen unserer Kunden Rechnung tragen, darunter: unsere GMP-konforme salztolerante Benzonase ® -Endonuclease, die das Einbringen hoher Salzkonzentrationen in den Schritt (Midstream) zwischen dem Up- und Downstream-Processing in der biotechnologischen Herstellung ermöglicht; mPredictTM Co-Crystal Prediction Service, unser neues KI-gestütztes Tool zur Beschleunigung der Arzneimittelformulierung, mit dessen Hilfe Ergebnisse dreimal schneller erzielt werden können als mit dem digitalen Random-Screening-Verfahren; RevIT GMP AAV Enhancer, der mit jedem Transfektionsreagenz kombiniert werden kann und höhere Titer für die Herstellung von rekombinanten Adeno-assoziierten Viren ermöglicht sowie die Supplemente für die Zellkultur Cellvento ® ModiFeed Gal+, Gal- und Sial+ COMP - drei neue chemisch definierte Zusätze, die es Kunden ermöglichen, die Galaktosylierung oder Sialylierung (entscheidende Produktqualitätsmerkmale) von mAbs, Biosimilars oder anderen therapeutischen Proteinen auf einfache Weise präzise zu steuern.

Life Science Services

Im April brachte Life Science Services die erste validierte Komplettlösung ihrer Art zum Nachweis der genetischen Stabilität auf den Markt. Die AptegraTM-Plattform ersetzt fünf verschiedene Testsysteme und vier unterschiedliche Technologien durch einen einzigen Assay, der auf einer Plattform mit Sequenzierungstechnologie der nächsten Generation basiert. Gegenüber herkömmlichen Verfahren lässt sich mit diesem Ansatz die Testdauer um 66 % reduzieren. Die Plattform erfüllt alle behördlichen Anforderungen an die Sicherstellung der genetischen Stabilität, einschließlich der Bewertung der Kopienzahl.

Healthcare

Patientinnen und Patienten stehen im Mittelpunkt aller unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Wir engagieren uns für wissenschaftliche Innovationen, um mehr Medikamente schneller für mehr behandlungsbedürftige Menschen zur Verfügung zu stellen. Während wir unsere eigene Wirkstoffforschung fortführen, erwarten wir gleichzeitig, dass über 50 % der künftigen Markteinführungen aus externen Entwicklungskooperationen und der strategischen Einlizenzierung von Wirkstoffkandidaten resultieren werden. Im Geschäftsjahr 2024 machten die Aufwendungen des Unternehmensbereichs Healthcare für Forschung und Entwicklung zu neuen Therapien rund 17,8 % des Gesamtumsatzes aus.

Onkologie

Im Bereich Onkologie stehen unsere wissenschaftliche Neugier und unser Engagement für Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt unseres Strebens, das Leben von Menschen mit Krebs zu verbessern. In diesem zentralen Fokusbereich unseres F&E-Portfolios wollen wir bahnbrechende Therapien zur Verfügung stellen. Die translationale Forschung ist in den gesamten F&E-Prozess integriert. Wir verfolgen in mehreren Projekten innovative Behandlungsansätze und neuartige Kombinationen mit dem Ziel, den bestehenden Therapiebedarf von Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelnden Krebserkrankungen zu decken.

Zugelassene Therapien

Wir wollen unserem Anspruch gerecht werden, neue Behandlungsstandards für verschiedene Tumorarten zu setzen und die entsprechenden Therapien für möglichst viele Patientinnen und Patienten weltweit bereitzustellen. Im Geschäftsjahr 2024 haben wir den Stellenwert unserer vermarkteten Therapien durch weitere Analysen von Daten aus unseren zulassungsrelevanten Studien und durch die Erhebung von Evidenzdaten aus der Praxis weiter ergründet. Des Weiteren untersuchen wir diese Behandlungen in neuen klinischen Settings, um ihre potenziellen Vorteile auf mehr Krebspatientinnen und -patienten auszuweiten.

Bavencio ® (Avelumab), ein gegen den programmierten Zelltod-Liganden PD-L1 gerichteter Antikörper, ist in über 70 Ländern zugelassen als Erstlinien-Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom (UC) ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Chemotherapie. Neue Datenanalysen, die im Jahr 2024 auf Kongressen vorgestellt wurden, bekräftigten abermals die robuste Evidenzlage, die seinen Einsatz in diesem Therapiesetting untermauert.

Hierzu zählen Daten der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie JAVELIN Bladder 100, die auf der Jahrestagung 2024 der American Society of Clinical Oncology (ASCO ® ) vorgestellt wurden. Sie bestätigen den Nutzen von Bavencio ® bei wichtigen Untergruppen von Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem UC ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Chemotherapie, einschließlich derer mit geringer Tumorlast oder gemischten histologischen Subtypen.

Des Weiteren wurden auf dem Kongress der European Society for Medical Oncology (ESMO) Ergebnisse von "Langzeit-Respondern" präsentiert, die in der Studie JAVELIN Bladder 100 über einen Zeitraum von ≥ 1 Jahr beziehungsweise ≥ 2 Jahren Bavencio ® in Kombination mit bester Begleitbehandlung erhalten hatten. Weitere auf dem Kongress vorgestellte Analysen aus Japan und Frankreich unterstreichen die umfangreichen Evidenzdaten aus der klinischen Praxis zu Bavencio ® als Erhaltungstherapie. Sie zeigen, dass die in der klinischen Studie erzielten Therapieergebnisse auf die Behandlungspraxis in unterschiedlichen Settings und geografischen Regionen übertragbar sind.

In der Phase-II-Studie JAVELIN Bladder Medley untersuchen wir weiterhin, ob eine Optimierung der ErstlinienErhaltungstherapie durch Verabreichung einer neuartigen Therapie zusätzlich zu Avelumab die Therapieergebnisse für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem UC ohne Krankheitsprogression unter platinbasierter Erstlinien-Chemotherapie verbessern könnte. Diese 2022 initiierte randomisierte mehrarmige Studie untersucht Avelumab als Monotherapie im Vergleich zur Kombinationsbehandlung aus Avelumab mit dem Anti-TIGIT-Antikörper M6223 aus der unternehmenseigenen Forschung sowie Avelumab in Kombination mit dem Interleukin-15-(IL-15-)Rezeptoragonisten NKTR-255 von Nektar Therapeutics und in Kombination mit Trodelvy ® von Gilead Sciences.

Bavencio ® ist auch als Monotherapie zur Behandlung von metastasiertem Merkelzellkarzinom (MCC) in 63 Ländern zugelassen. Darüber hinaus ist Bavencio ® in Kombination mit Axitinib in 60 Ländern zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC) zugelassen.

Tepmetko®

Im Februar 2024 erteilte die US-amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) die vollständige Zulassung für den oralen MET-Inhibitor Tepmetko ® (Tepotinib) zur Behandlung von Erwachsenen mit metastasiertem nicht kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) mit METex14-Skipping. Die Umwandlung der beschleunigten in eine vollständige Zulassung basierte auf der 161 zusätzliche Patientinnen und Patienten umfassenden VISIONStudie, die auf der ASCO ® -Jahrestagung 2024 vorgestellt wurde, sowie einer zusätzlichen 28 Monate langen Nachbeobachtung zur Bewertung der Ansprechdauer.

Im Jahr 2024 stellten wir weitere Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (HRQoL) von mit Tepmetko ® behandelten Patientinnen und Patienten vor. Die Daten aus der Phase-II-Studie VISION zeigten, dass bei den teilnehmenden Erkrankten mit NSCLC und METex14-Skipping sowie Gehirn-, Leber-, Nebennieren- oder Knochenmetastasen die HRQoL in Einklang mit den Ergebnissen für die Gesamtbevölkerung während der Behandlung mit Tepmetko ® stabil blieb und sich Symptome wie Husten verbesserten.

Im August 2024 wurde die Primäranalyse aus der Phase-II-Studie INSIGHT 2 in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlicht. Die Daten zeigten, dass Tepotinib in Kombination mit Osimertinib bei Patientinnen und Patienten mit EGFR-mutiertem NSCLC und MET-Amplifikation, deren Erkrankung unter Erstlinienbehandlung mit Osimertinib fortgeschritten war, vielversprechenden klinischen Nutzen bei beherrschbarem Sicherheitsprofil bot.

Neuartige Therapeutika

Im Jahr 2024 erzielten wir bei der Weiterentwicklung unserer neuartigen Arzneimittel große Fortschritte - so auch bei den Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs) aus unserer eigenen Forschung und Wirkstoffkandidaten aus unserem Portfolio an Inhibitoren der DNA-Schadensreparatur (DDR).

Auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ® stellten wir Daten der Erstanwendung von M9140 am Menschen vor. Bei dieser Prüfsubstanz handelt es sich um ein gegen das karzinoembryonale Antigen-Zelladhäsionsmolekül 5 (CEACAM5) gerichtetes ADC mit einem neuartigen Exatecan-Wirkstoff. Es ist das erste in unseren Laboren entwickelte ADC, das in die klinische Entwicklungsphase eingetreten ist. Die Daten von 40 Patientinnen und Patienten, die in Teil 1A der Studie über sieben Dosisstufen behandelt wurden, zeigten eine ermutigende klinische Aktivität und ein beherrschbares und vorhersehbares Sicherheitsprofil bei dieser Patientenpopulation. Aktualisierte Ergebnisse einschließlich Biomarker-Analysen wurden auf der Jahrestagung 2024 der ESMO vorgestellt. M9140 wird in der Indikation metastasiertes Kolorektalkarzinom seit 2024 im Studienteil zu randomisierter Dosisoptimierung geprüft. Weitere explorative Untersuchungen bei Patientinnen und Patienten mit CEACAM5-exprimierenden Tumoren wie Magen- und Pankreaskarzinomen sowie NSCLC sollen ab 2025 gestartet werden.

Außerdem brachten wir M3554, ein auf GD2 (auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid) abzielendes ADC unserer Technologieplattform, in die klinische Entwicklung - mit Start der Erstanwendung am Menschen im November 2024.

Innerhalb unseres DDR-Portfolios treiben wir die Entwicklung von Tuvusertib (M1774), unserem potenten, selektiven Inhibitor der Proteinkinase ATR (Ataxia Telangiectasia and Rad3-related), sowie von M9466, einem selektiven Inhibitor der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1), den wir im Geschäftsjahr 2023 von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. einlizenziert haben, voran. Im Jahr 2024 initiierten wir neue Studien, um das Potenzial dieser Substanzen bei unterschiedlichen Tumoren zu untersuchen. Die Phase-II-Studie DDRiver EOC 302 untersucht Tuvusertib in Kombination mit Lartesertib, unserem Inhibitor der Proteinkinase Ataxia Telangiectasia-mutated (ATM), beziehungsweise mit dem PARP-Inhibitor Niraparib, bei PARPi-resistentem Ovarialkarzinom. Zu M9466 initiierten wir die Phase-I-Studie DDRiver 501, um die Substanz in Kombination mit Tuvusertib bei soliden Tumoren mit relevanten Mutationen und/oder vorausgegangener Behandlung mit einem PARP-Inhibitor zu untersuchen, wobei der Schwerpunkt auf kastrationsresistenten Prostata- und Ovarialkarzinomen liegt. Darüber hinaus starteten wir die DDRiver 511 Studie zur Kombination von M9466 mit einem FOLFIRI-Chemotherapieschema.

Im Verlauf des Jahres stellten wir mehrere Abstracts auf Kongressen vor, die die Grundlage für Phase-II-Kombinationsstudien zu Tuvusertib bilden. Hierzu zählten Daten der Phase- Ib-Studie DDRiver Solid Tumors 320, die Tuvusertib in Kombination mit Lartesertib oder unserem Immuncheckpoint-Inhibitor Bavencio ® untersucht. Eine erste Präsentation erfolgte auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ®. Die Ergebnisse untermauern, dass sich beide DDRi-Prüfsubstanzen gut für die Entwicklung von Kombinationstherapien in Indikationsgebieten eignen, in denen wir Erfahrung haben.

Auf der Jahrestagung 2024 der ASCO ® stellten wir Ergebnisse aus dem Studienteil B1 der Phase-I-Studie DDRiver Solid Tumors 301 vor. Sie belegen ein beherrschbares Sicherheitsprofil und vorläufige Wirksamkeit für verschiedene Dosierschemata von Tuvusertib in Kombination mit dem PARP-Inhibitor Niraparib bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren. Auf dem ESMO-Kongress 2024 stellten wir weitere translationale, pharmakokinetische, pharmakodynamische und auf Immunphänotypisierung basierende Analysen aus dieser Studie vor.

Im Juni gaben wir bekannt, dass die randomisierte Phase-III-Studie TrilynX nicht fortgesetzt wird. Die Studie untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Radiochemotherapie (RCT) bei Patientinnen und Patienten mit nicht reseziertem, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Die Entscheidung folgte nach einer geplanten Zwischenauswertung (Interim Analysis), in der das unabhängige Datenüberwachungsgremium zu der Schlussfolgerung kam, dass die Studie ihren primären Endpunkt der Verlängerung des ereignisfreien Überlebens wahrscheinlich nicht erreichen kann. Die Phase-III-Studie XRay Vision ® zu Xevinapant im Vergleich zu Placebo in Kombination mit einer adjuvanten, post-operativen Strahlentherapie bei Patientinnen und Patienten mit reseziertem LA SCCHN wurde ebenfalls beendet.

Im November gaben unsere Partner bei Abbisko Therapeutics Co. Ltd., Shanghai, China, bekannt, dass ihre Prüftherapie Pimicotinib für die Behandlung von tenosynovialem Riesenzelltumor (TGCT) die objektive Ansprechrate (ORR) im Vergleich zu Placebo signifikant verbesserte. Damit erreichte die von Abbisko geleitete zulassungsrelevante Phase-III-Studie MANEUVER ihren primären Endpunkt. Wir schlossen im Dezember 2023 eine Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko ab über die exklusive Vermarktung von Pimicotinib oder Pimicotinib-enthaltenden Produkten für alle Indikationen auf dem chinesischen Festland, in Hongkong, Macau und Taiwan sowie eine Exklusivoption auf die globalen Vermarktungsrechte für Pimicotinib.

Auf unserer Expertise bei der Behandlung von Kolorektalkarzinomen (CRC) aufbauend gaben wir im Januar den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Inspirna, Inc., bekannt. Gegenstand ist die Entwicklung und Vermarktung außerhalb der USA von Ompenaclid, einem potenziell klassenersten oralen Inhibitor des Kreatintransportkanals SLC6A8, sowie von auf SLC6A8 abzielenden Folgesubstanzen. Ompenaclid wird derzeit von Inspirna im Rahmen einer Phase-II-Studie zur Zweitlinienbehandlung von RAS-mutiertem (RASmut) fortgeschrittenen oder metastasierten CRC untersucht.

Neurologie & Immunologie

Als Unternehmen engagieren wir uns seit über 25 Jahren für Menschen mit Multipler Sklerose (MS). Unser anhaltendes Engagement für die Wissenschaft treibt uns an, die Grenzen des Wissens durch unsere Forschungsaktivitäten auf den Gebieten neurologischer und immunvermittelter Erkrankungen weiter zu verschieben.

Neben MS bauen wir die therapeutischen Schwerpunktgebiete in der Geschäftseinheit Neurologie & Immunologie weiter aus, indem wir Medikamente mit neuem Wirkmechanismus für Krankheiten mit hohem Behandlungsbedarf entwickeln, die potenziell die ersten in ihrer Wirkstoffklasse wären. Wir konzentrieren uns mit unserer Pipeline auf die Entdeckung potenzieller neuer Therapien für andere neuroinflammatorische und immunvermittelte Erkrankungen, darunter systemischer Lupus erythematodes (SLE), kutaner Lupus erythematodes (CLE) und generalisierte Myasthenia Gravis (gMG).

Das Prüfpräparat Enpatoran, ein hochspezifischer, potenzieller klassenerster Immunmodulator, wird als neue orale Therapieoption für SLE und CLE in einer Phase-II-Studie entwickelt. Der Wirkstoff soll Beschränkungen derzeit verfügbarer Lupus-Therapien durch eine selektive Hemmung der Toll-like-Rezeptoren (TLR) 7 und 8 überwinden, die als wichtige Lupus-relevante Krankheitstreiber bekannt sind. Dies könnte die Wirksamkeit erhöhen und gleichzeitig die Immunität gegen Infektionen aufrechterhalten. Eine Analyse der CLE-Kohorte einer Phase-II-Studie zeigt, dass Enpatoran den primären Endpunkt bei gutem Sicherheitsprofil erreicht hat. Wir erwarten Phase-II-Ergebnisse für Enpatoran zu SLE Anfang 2025, was die Datenlage vervollständigen würde.

Wir untersuchen auch das Potenzial von Cladribin-Kapseln für die Behandlung von gMG. Bei dieser Erkrankung, von der weltweit schätzungsweise 700.000 Menschen betroffen sind, besteht weiterhin ein hoher ungedeckter Bedarf, besonders im Hinblick auf orale Behandlungsoptionen. Cladribin soll selektiv auf B- und T-Lymphozyten abzielen, die als ursächlich für gMG gelten. Im Juni 2023 erteilte die FDA Cladribin-Kapseln den Orphan-Drug-Status zur Behandlung von gMG. Im Juni 2024 starteten wir ein globales klinisches Studienprogramm der Phase III.

Im Jahr 2024 präsentierten wir außerdem neue Daten aus unserem Portfolio zu MS auf zahlreichen wissenschaftlichen Tagungen, unter anderem im Februar auf dem Forum des Americas Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ACTRIMS), im Mai auf der Jahrestagung des Consortium of Multiple Sclerosis Centers (CMSC) sowie im September auf dem Kongress des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS).

Auf dem ACTRIMS-Forum stellten wir zwei neue Post-hoc-Analysen aus dem klinischen Programm MAGNIFY-MS vor. Die erste Präsentation legte nahe, dass Mavenclad ® potenziell die kognitive Funktion bei Patientinnen und Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) mit hoher Krankheitsaktivität aufrechterhält oder verbessert. Darüber hinaus untermauerte die zweite Präsentation mit Interimsergebnissen aus dem dritten Jahr der Erweiterungsstudie von MAGNIFY-MS die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit und des Sicherheitsprofils von Mavenclad ® nach Abschluss des zweijährigen Therapiezeitraums.

Auf dem ECTRIMS-Kongress stellten wir Daten zum Langzeit-Sicherheitsprofil, zur anhaltenden Wirksamkeit und zum nachhaltigen Therapieeffekt von Mavenclad ® bei RMS in Form von 40 Abstracts und zweier mündlicher Vorträge vor. Die Daten zu Mavenclad ® aus mehreren Unterstudien von MAGNIFY-MS unterstreichen den Vorteil des frühen Behandlungsbeginns und die anhaltende Wirksamkeit des Medikaments basierend auf verschiedenen Parametern für Krankheitsaktivität, wie zum Beispiel seine Wirkung auf Entzündungsprozesse in peripheren und zentralen Kompartimenten, auf die Förderung der Immunzellrekonstitution und auf das Fortschreiten der Behinderung, einschließlich der Progressionsfreiheit unabhängig von der Schubaktivität bei den meisten Patientinnen und Patienten.

Aufbauend auf den Daten, die auf der Jahrestagung 2024 des CMSC vorgestellt wurden zur Reduzierung oder Elimination von oligoklonalen Banden im Liquor durch Mavenclad ® , legen weitere Daten, die auf dem ECTRIMS-Kongress präsentiert wurden, nahe, dass die auf die Behandlung mit Mavenclad ® folgende Immunrekonstitution das Immunsystem in einen weniger pathogenen Zustand versetzen könnte.

Fertilität

Unsere Geschäftseinheit Fertilität ist ein weltweiter Marktführer für Fertilitätsmedikamente und -behandlungen und spielt damit eine entscheidende Rolle für das Geschäft unseres Unternehmensbereichs Healthcare. Angesichts des demografischen Wandels sowie von Lebensstiländerungen wie dem Aufschieben von Schwangerschaften in spätere Lebensphasen stellt Unfruchtbarkeit weltweit eine wachsende Herausforderung dar.

Nach letztem Stand der Auswertung kamen mithilfe von Gonal-f ® , einem führenden Arzneimittel aus unserem Fertilitätsportfolio, mehr als sechs Millionen Babys zur Welt. Es enthält als Wirkstoff Follitropin alfa (r-hFSH alfa), eine rekombinante Form des natürlichen Follikel-stimulierenden Hormons (FSH), und ist als Injektionslösung im praktischen vorgefüllten Fertigpen erhältlich. Die Behandlung mit Gonal-f ® kann im Vergleich zu Gonadotropinen aus Urin zu mehr Follikeln, Eizellen und Embryos führen und erhöht so die Chancen auf eine Schwangerschaft und Lebendgeburt. Aktuelle Erhebungen von Evidenzdaten aus der Praxis aus maßgeblichen europäischen Registern (D.I.R., SNDS) belegen eine höhere Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei einer Behandlung mit Gonal-f ® gegenüber Gonadotropinen aus Urin und Biosimilars zu Follitropin alfa.

Herz-Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie (CM&E)

Angesichts der signifikanten und zunehmenden Auswirkungen von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Prädiabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Wachstumshormonmangel und Schilddrüsenerkrankungen auf Gesundheit und Gesellschaft im 21. Jahrhundert engagieren wir uns dafür, Patientinnen und Patienten mit diesen Erkrankungen zu helfen.

Die neue Formulierung von Euthyrox ® (Levothyroxin) zur Behandlung von Hypothyreose erhielt 2024 weitere Zulassungen, sodass diese zunehmend verfügbare Innovation nun in mehr als 90 Ländern erhältlich ist. Euthyrox ® kann das Krankheitsmanagement verbessern: Das Medikament ermöglicht aufgrund der engeren Spezifikation eine präzise, fein abgestimmte Dosierung des natürlichen Schilddrüsenhormons Thyroxin.

Glucophage ® mit dem Wirkstoff Metformin ist das weltweit am häufigsten für die Erstlinienbehandlung von Typ-2-Diabetes verschriebene Medikament ohne Insulin. Wir verfolgen unsere Strategie, die sich auf die frühen Phasen im Diabetes-Kontinuum konzentriert, weiter und machen uns dabei zunutze, dass Glucophage ® inzwischen in mehr als 80 Ländern für die Indikation Prädiabetes zugelassen ist.

Unsere Pipeline

Stand: 31. Dezember 2024
Therapiegebiet
Wirkstoff Indikation Status
Neurologie & Immunologie
Cladribin-Kapseln (Immunrekonstitution 1 ) Generalisierte Myasthenia gravis Phase III
Enpatoran (TLR7/8-Antagonist) Systemischer Lupus erythematodes 2 Phase II
Enpatoran (TLR7/8-Antagonist) Kutaner Lupus erythematodes 2 Phase II
Enpatoran (TLR7/8-Antagonist) Idiopathische entzündliche Myopathien (DM und PM) 3 Phase II
M5542 (CTLA4Ig/Anti-OX40L-Fusionsprotein) T-Zell-vermittelte Autoimmunkrankheiten 4 Phase I
Onkologie
Pimicotinib (CSF-1R-Inhibitor) 5 Tenosynovialer Riesenzelltumor (TGCT) 6 Phase III
Avelumab (Anti-PD-L1-mAb) + Sacituzumab Govitecan / NKTR-255 / M6223 (Anti-TIGIT-mAb) Lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Urothelkarzinom Phase II
Ompenaclid (SLC6A8-Inhibitor) 7 RAS-mutiertes fortgeschrittenes oder metastasiertes Kolorektalkarzinom Phase II
Tuvusertib (ATR-Inhibitor) + Lartesertib ATM-Inhibitor oder Niraparib Epitheliales Ovarialkarzinom 8 Phase II
Precemtabart tocentecan (M9140, Anti-CEACAM5-Antikörper-Wirkstoff-Konjugat) Kolorektalkarzinom Phase Ib
M9466 (selektiver PARP1-Inhibitor) 9 + Tuvusertib Solide Tumoren 10 Phase Ib
M9466 (selektiver PARP1-Inhibitor) + Topoisomerase-1-Inhibitor-basierte Therapieschemata Kolorektalkarzinom Phase Ib
M3554 (Anti-GD2-Antikörper-Wirkstoff-Konjugat) Solide Tumoren 11 Phase I
Global Health
Cabamiquin (PeEF2-Inhibitor) 12 Malaria Phase II

Produkte in der Pipeline befinden sich in der klinischen Prüfung und ihre Sicherheit und Wirksamkeit sind noch nicht erwiesen . Es gibt keine Garantie, dass ein Produkt in der angestrebten Indikation zugelassen wird.

1 Angenommener Wirkmechanismus
2 Klinische Studie hat Futility-Analyse bestanden.
3 Dermatomyositis und Polymyositis
4 Prüfung an gesunden Probandinnen und Probanden
5 Wir schlossen eine Lizenzvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd, Shanghai, China, über die Vermarktung von Pimicotinib (ABSK021) in China, Hongkong, Macau und Taiwan, mit einer Option auf Vermarktung im Rest der Welt.
6 Studie erreichte primären Endpunkt, offener Studienteil noch laufend
7 Wir schlossen eine Lizenzvereinbarung mit Inspirna, Inc., New York, NY, USA, zu Ompenaclid (RGX-202) ab, die eine Exklusivlizenz auf Ompenaclid außerhalb der USA und eine Option auf gemeinsame Entwicklung und Vermarktung von Ompenaclid in den USA beinhaltet.
8 Schließt Studien (Phase I/II) in Zusammenarbeit mit/gesponsert von externen Partnern ein, z. B. dem US National Cancer Institute (NCI).
9 Wir schlossen eine Kollaborationsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co. Ltd., Lianyungang, Jiangsu, China, einschließlich einer weltweiten Exklusivlizenz, mit Ausnahme von China, für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von M9466/HRS-1167.
10 Als Monotherapie und in Kombination mit Tuvusertib (ATRi); Studie schließt Patientinnen und Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC) und epithelialem Ovarialkarzinom (EOC) ein.
11 Patientinnen und Patienten mit Weichteilsarkom (STS) und Glioblastom
12 In Kombination mit Pyronaridin in zwei Studien, entweder bei Teilnehmenden mit akuter unkomplizierter Malaria oder zur Chemoprävention bei asymptomatischer Malariainfektion.

ATR: ATR-Protein (Ataxia Telangiectasia und Rad3-related)

CEACAM5: karzinoembryonales Antigen-verwandtes Zelladhäsionsmolekül 5

CSF-1R: koloniestimulierender Faktor-1-Rezeptor

CTLA-4: zytotoxisches T-Lymphozyten-assoziiertes Protein 4

EOC: epitheliales Ovarialkarzinom

GD2: auf Tumorzellen exprimiertes Disialogangliosid

mAb: monoklonaler Antikörper

OX40L: Ligand für OX40-Rezeptor

PARP1: Poly(ADP-Ribose)-Polymerase 1

Phase Ia: Dosisfindung

Phase Ib: Dosiseskalation/-expansion und Signalsuche

PD-L1: programmierter Zelltod-Ligand 1

PeEF2: eukaryotischer Elongationsfaktor 2 in Plasmodien

SLC6A8: SLC6A8-Gen-kodierter Kreatintransportkanal

TIGIT: T-Zell-Immunrezeptor mit Ig- und ITIM-Domänen

TLR7/8: Toll-like-Rezeptoren 7 und 8

Electronics

Unsere F&E-Strategie folgt unserer übergeordneten Technologiestrategie für den Unternehmensbereich Electronics. Diese zielt darauf ab, unsere Kompetenzen und Kapazitäten zu erweitern, organisches Wachstum zu fördern und neue Technologieplattformen zu ermöglichen. Unser Chief Technology Office (CTO) sondiert Trends und Technologien, die über den zeitlichen Horizont oder die spezifischen F&E-Aktivitäten unserer Geschäftseinheiten hinausgehen. Das CTO koordiniert Forschungspartnerschaften, skizziert unsere TechnologieRoadmaps und managt unser langfristiges F&E-Portfolio. Unser Technology Leadership Board prüft und optimiert unsere Technologieinvestitionen im gesamten Unternehmensbereich.

Wir fokussieren unsere F&E-Kapazitäten insbesondere auf Halbleiter- und optische Materialien der nächsten Generation, um unsere Position als einer der führenden Zulieferer der Elektronikindustrie weiter zu stärken. Unser F&E-Team erforscht geeignete Lösungen für die Themen, die unsere Branche bewegen, wie die Entwicklung kleinerer, leistungsfähigerer und effizienterer Chips sowie die Verringerung der Umweltauswirkungen für unseren Planeten. Dementsprechend sind Nachhaltigkeit und der Einsatz von KI beziehungsweise maschinellem Lernen zwei wesentliche Fokusbereiche unserer F&E-Tätigkeit.

Nachhaltige Technologien und Materialien

Unser Nachhaltigkeitsansatz beruht auf drei Eckpfeilern, anhand derer wir unsere Aktivitäten ausrichten: Zusammenarbeit, Innovation und Produktionsprozesse.

Zusammenarbeit

Die enge Vernetzung der verschiedenen Ebenen der Elektronik-Lieferkette macht eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Lösungen unverzichtbar. Gemeinschaftliches Handeln kommt der gesamten Wertschöpfungskette zugute und ermöglicht es den Beteiligten, gemeinsam definierte Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein nennenswertes Beispiel für eine solche Zusammenarbeit ist das auf drei Jahre angelegte akademische Forschungsprogramm, das wir im Jahr 2023 zusammen mit Intel in Europa initiiert haben. Es umfasst sechs Projekte, in die elf Universitäten und Forschungsinstitute aus sechs Ländern eingebunden sind. Ziel des Programms ist es, mithilfe von KI und maschinellem Lernen nachhaltige Lösungen für die Halbleiterfertigung zu entwickeln. Im Fokus stehen dabei neue Materialien, effiziente Prozesse und die Reduzierung von Abfällen.

Innovation

Unsere F&E-Aktivitäten verschieben die Grenzen der Innovation, um eine sicherere, intelligentere und stärker vernetzte Welt zu ermöglichen und zugleich die Umwelt zu schützen. Ein Beispiel für unser Engagement ist die Entwicklung von Materialien, die ohne PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) auskommen. Diese sollen oberflächenaktive PFAS in Fotolacken, lösungsmittelbasierten Antireflexbeschichtungen und Spüllösungen ersetzen. Für eine Reihe von Anwendungen bieten wir bereits alternative Produkte an.

Produktionsprozesse

Uns ist bewusst, dass echte Veränderungen bei uns und unseren eigenen Produktionsprozessen beginnen müssen. Wir sind entschlossen, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel für das Engagement in diesem Bereich sind unsere Maßnahmen zur Verringerung unserer prozessbedingten Emissionen von NF3 (Stickstofftrifluorid) und N2O (Distickstoffmonoxid).

F&E-Aktivitäten in den Geschäftseinheiten

Semiconductor Solutions

Unser F&E-Team hat den Anspruch, dass wir die Materialien für jeden wichtigen Schritt in der Waferbearbeitung liefern können. Dazu arbeiten wir mit Erstausrüstern ebenso zusammen wie mit Anbietern von Endgeräten, um die Zukunft des digitalen Lebens zu gestalten. Unser Angebot umfasst Materiallösungen für moderne Mikrochips, die sich durch komplexe Architekturen, höhere Leistung, verbessertes Wärmemanagement und größere Energieeffizienz auszeichnen.

Die wichtigsten F&E-Programme unserer Semiconductor-Solutions-Geschäftsfelder sind nachfolgend dargestellt:

Thin Films

Im Thin-Films-Geschäft bauen wir unser Produktportfolio für Hersteller von Speicher- und Logikchips kontinuierlich aus und konzentrieren uns schwerpunktmäßig darauf, neue Möglichkeiten in der F&E auf dem Weg zu kleineren Strukturgrößen zu erschließen, einschließlich der Gate-All-Around-Transistorarchitektur und des Advanced Packaging. Wir gehen die Herausforderungen, die mit diesen innovativen Technologien verbunden sind, aktiv an. Technologien, mit denen sich der Stromverbrauch senken und die Leistung steigern lässt, sind für uns ein Muss in der sich rasant weiterentwickelnden KI-Landschaft.

Unser Anspruch ist es, bahnbrechende Materiallösungen zu entwickeln, die unser bestehendes Angebot erweitern. Zu diesen Lösungen gehören unter anderem Molybdän- und Ruthenium- sowie Kobalt-Vorstufen für die selektive Metallisierung, hochkonforme silikonhaltige Filme auf komplexen 3D-Strukturen mit präziser Regulierung der Schichtdicke und verbesserter Leistung, Spaltfüllmaterialien mit niedriger Dielektrizitätskonstante, Metalloxid-Vorstufen sowie dielektrische Spin-on-Filme.

Formulations (Strukturierung und Planarisierung)

Im Strukturierungsgeschäft setzen wir die Entwicklung PFAS-freier Materialien fort und sind dem Abschluss der Entwicklung unserer neuen PFAS-freien I-Linien-Fotolacke (365 nm Wellenlänge) und KrF-Fotolacke (248 nm Wellenlänge) nähergekommen. Derzeit testen wir diese Fotolacke mit Kunden. Außerdem treiben wir die Innovation bei EUV-Fotolacken der nächsten Generation voran.

Unsere langfristige Fokussierung auf die Technologie der geführten Selbstausrichtung (Directed Self-Assembly, DSA) halten wir aufrecht: Hier investierten wir in neue Anlagen am Standort Darmstadt, um für die Massenfertigung gerüstet zu sein. In der Branche ist die DSA-Technologie auf positive Resonanz gestoßen, da sie dazu beiträgt, zufällige Defekte zu reduzieren und Kosten auf Herstellerseite zu senken.

Im Planarisierungsgeschäft befinden sich einige unserer Produkte für die Back-End-Fertigung von Mikrochips in fortgeschrittenen Qualifizierungsstadien für die Verwendung bei der heterogenen Integration und schaffen so die Voraussetzungen für weitere KI-getriebene Chipentwicklungen. Für unsere Wolfram-Slurries gewannen wir im Jahr 2023 den ersten Kunden, der unsere Produkte in Speicheranwendungen vorantreibt.

Specialty Gases

Wir verfügen über ein breit gefächertes Spezialgasportfolio, das Ätz-, Reinigungs-, Abscheidungs- und Dotiergase umfasst. Nachhaltigkeit steht bei uns immer im Mittelpunkt unseres Handelns mit dem Ziel, Materiallösungen zu entwickeln, mit deren Hilfe sich Leistungs- und Emissionsziele erreichen lassen.

Wir treiben die Entwicklung neuer, klimabewussterer und emissionsarmer Ätz- und Reinigungsgase, einschließlich neuer Materialien mit niedrigem Treibhauspotenzial, weiter voran und erweitern das Spektrum der Anwendungen, für die wir diese nachhaltigen Lösungen entwickeln.

Display Solutions

Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) unterstützt Kunden bei der Entwicklung fortschrittlicher Displaytechnologien für zahlreiche Anwendungen, darunter TV-, IT- und Mobilgeräte, Fahrzeugdisplays und Gaming. In Zusammenarbeit mit Partnern treiben wir die Entwicklung von Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) voran, erweitern das Anwendungsspektrum von Displaymaterialien und verbessern das Nutzungserlebnis zukünftiger immersiver Geräte.

Wir pflegen Partnerschaften mit führenden Panelherstellern zur Entwicklung der nächsten Generation von Produkten und Technologien für Displays. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf innovativen Barrierematerialien für flexible OLED-Geräte, die ein Höchstmaß an Biegsamkeit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit ermöglichen. Unsere OLED-Materialien und Fotolacke sind in zahlreichen Free-Form-Displays als integrale Komponenten zu finden und ermöglichen unseren Kunden die Entwicklung nachhaltiger OLED-Strukturen für zukunftsweisende IT-Anwendungen.

Neben einer Fokussierung auf neue Technologien arbeiten wir auch an der Weiterentwicklung der LCDTechnologie im Rahmen von Kooperationen mit branchenführenden Panelherstellern. Außerdem treiben wir die Entwicklung von Lösungen für AR/VR-Displays auf Basis von LC-on-Silicon und OLED-on-Silicon sowie von Materialien für Wellenleiter und Gitter voran - zwei wesentliche Komponenten in neuen Augmented-Reality-Geräten.

Die Akquisition von Unity-SC versetzt uns in die Lage, modernste Messgeräte für die heterogene Integration, für High-Bandwidth Memory sowie für das Advanced Packaging bei hoch entwickelten Mikrochips zu entwickeln.

Surface Solutions

Im Juli 2024 unterzeichneten wir eine Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts an Global New Material International Holdings Ltd. (GNMI), einen führenden chinesischen Pigmenthersteller. Die F&E-Aktivitäten von Surface Solutions werden bis zum Abschluss der Transaktion fortgeführt. Danach geht die Geschäftseinheit zu GNMI über.

Auch im Geschäftsjahr 2024 erfüllte Surface Solutions spezifische Kundenanforderungen mit der Entwicklung neuer Formulierungen, die zusammen mit bestehenden Produkten individuelle Lösungen für verschiedene Branchen ermöglichen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

In seinem am 17. Januar 2025 veröffentlichten World Economic Outlook prognostizierte der Internationale Währungsfonds (IWF) für 2024 ein nahezu stabiles Wachstum des globalen Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 3,2 %. Getragen wurde das Wirtschaftswachstum vor allem von weltweit sinkenden Inflationsraten, die den Prognosen zufolge von durchschnittlich 6,7 % im Jahr 2023 auf 5,8 % im Jahr 2024 fallen und 2025 sogar noch weiter sinken dürften. Einige der wichtigsten Zentralbanken in Industrieländern leiteten trotz hoher Preissteigerungsraten bei Dienstleistungen eine Senkung der Zinssätze ein. Begünstigt wurde das Wirtschaftswachstum unter anderem durch die gestiegene Nachfrage nach Halbleitern und erhebliche Investitionen in künstliche Intelligenz in den Wachstumsmärkten Asiens. Dem wirtschaftlichen Aufschwung gegenüber standen jedoch weiterhin anhaltende Störungen von Lieferketten aufgrund bewaffneter Konflikte, sozialer Unruhen und extremer Wetterereignisse, die sich insbesondere auf Schwellen- und Entwicklungsländer auswirkten.

In seiner globalen Prognose für das Jahr 2024 weist der IWF auf erhebliche Risiken hin, die von potenziellen regionalen Konflikten über eine Verschlechterung der Lage auf dem chinesischen Immobilienmarkt bis hin zu volatilen Finanzmärkten und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Staatsverschuldung reichen. Auch die geoökonomische Fragmentierung stelle eine Herausforderung für die globale Stabilität dar. Trotz dieser Risiken hob der IWF jedoch auch maßgebliche Chancen hervor, wie eine Rekalibrierung der Fiskalpolitik zur Schaffung einer tragfähigen Staatsverschuldung, die Wiederherstellung von finanzpolitischen Spielräumen und die Förderung des Wachstums durch strukturelle Reformen. Zudem betonte der IWF, dass eine verstärkte internationale Zusammenarbeit den ökologischen Wandel beschleunigen, die Umstrukturierung von Staatsschulden unterstützen und multilaterale Strukturen stärken könnte. Dies wiederum hätte positive Auswirkungen auf die langfristige globale Stabilität und das gemeinsame Wachstum.

Die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts in ausgewählten Ländern und Regionen stellte sich wie folgt dar:

Jährliche Änderungen
in %
2024 1 2023
Welt 3,2 3,3
Industrienationen 1,7 1,7
USA 2,8 2,9
Euro-Zone 0,8 0,4
Japan -0,2 1,5
Entwicklungs- und Schwellenländer 4,2 4,4
Entwicklungs- und Schwellenländer Asien 5,2 5,7
Indien 6,5 8,2
China 4,8 5,2

1 Werte für 2024 geschätzt.

Die Entwicklung ausgewählter branchenspezifischer Rahmenbedingungen für uns stellte sich wie folgt dar:

Entwicklung 2024 1 Entwicklung 2023
Life Science
Marktwachstum für Laborprodukte 2 -1,5 % -5,0 %
Globales Umsatzwachstum für biotechnologisch hergestellte Arzneimittel 3 12,8 % 17,5 %
Umsatzanteil von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln am weltweiten Pharmamarkt 3 39,5 % 38,3 %
Pipelinewachstum für frühklinische monoklonale Antikörper (mAb) 4 6,5 % 17,4 %
Healthcare
Globaler Pharmamarkt 8,8 % 10,3 %
Markt für Multiple-Sklerose-Therapeutika 5 -2,4 % -1,5 %
Markt für Diabetes-Typ-2-Therapeutika 5 17,6 % 18,8 %
Markt für die Behandlung von Unfruchtbarkeit 5 9,0 % 11,5 %
Markt für die Behandlung des Kolorektalkarzinoms 6 2,8 % 1,0 %
Electronics
Wachstum der Wafer-Fläche für Halbleiterchips -2,5 % -14,3 %
Wachstum der Displayflächen 7 6,0 % -1,0 %
Globaler Absatz von Kosmetik- und Pflegeprodukten 3,8 % 3,1 %
Globale Anzahl der produzierten Pkw -0,4 % 10,3 %

1 Voraussichtliche Entwicklung. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Berichts lagen nicht zu allen Industrien finale Entwicklungsdaten für das Jahr 2024 vor.
2 Global Market for Laboratory Products, October 2024, Frost & Sullivan.
3 Ausgaben auf dem globalen Pharmamarkt basierend zu einem konstanten Wechselkurs. IQVIA-Marktdaten basierend auf den Werten der letzten zwölf Monate zum 3. Quartal 2024.
4 Anzahl an Programmen in Phase-I- oder Phase-II-Studien, Cortellis.
5 Wachstumsraten basieren auf Marktdaten in lokalen Währungen, umgerechnet zu einem konstanten Euro-Wechselkurs. Den Marktdaten von IQVIA zum Wachstum der Indikationen liegen aktuelle Zahlen inklusive 3. Quartal 2024 zugrunde. Jährliches Wachstum basierend auf letzten zwölf Monatswerten. Markt für Diabetes-Typ-2 ohne die USA, da von untergeordneter Bedeutung für Merck.
6 Wachstumsraten basieren auf US-Dollar-Marktdaten. Marktdaten von EvaluatePharma zum Wachstum der Indikationen basieren auf veröffentlichten Unternehmensberichten und unterliegen Wechselkursschwankungen.
7 Wachstum der Displayflächen ist ein reiner Volumenindikator.

Life Science

Unser Unternehmensbereich Life Science ist einer der führenden weltweit agierenden Anbieter von Produkten, Tools und Dienstleistungen für Forschungslabore, die pharmazeutische und biopharmazeutische Produktion sowie für Industrie- und Prüflabore. Nachdem die unmittelbaren Auswirkungen der Covid-19-Pandemie abgeklungen waren, belasteten Kapitalknappheit und anhaltend hohe Lagerbestände bei zahlreichen Kunden das Wachstum von Unternehmen der Life-Science-Branche im Vergleich zu den Vorjahren.

Dementsprechend blieb das Wachstum der Märkte, in denen Life Science tätig ist, hinter den historischen stabilen Wachstumsraten der Vorjahre zurück. Laut der Marktforschungsagentur Frost & Sullivan ging der Markt für Laborprodukte, der für unsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions relevant ist, im Berichtsjahr um 1,5 % zurück (Vorjahr: -5,0 %). Der Rückgang lag unter dem sonst typischen Wachstum im mittleren einstelligen Bereich. Ausschlaggebende Faktoren wie hohe Zinssätze und ein schwieriges makroökonomisches Umfeld dämpften die Investitionen in junge Biotechnologieunternehmen (Risikokapital und Börsengänge), woraus eine geringere Nachfrage nach Laborprodukten resultierte. Sobald sich die zugrunde liegenden gesamtwirtschaftlichen Einflussfaktoren normalisiert haben, dürften die Ausgaben für Laborprodukte wieder ansteigen.

Die Nachfrage auf dem Markt für pharmazeutische und biopharmazeutische Produktion, in dem unsere Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services tätig sind, wurde von der Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln und Impfstoffen getragen. Nach Angaben des auf den Pharmamarkt spezialisierten Marktforschungsunternehmens IQVIA wuchs der Endmarkt für Biopharmazeutika im Jahr 2024 um 12,8 % (Vorjahr: 17,5 %) und erreichte ein Volumen von 555 Mrd. € (entspricht 39,5 % des weltweiten Pharmamarkts). Die Anzahl monoklonaler Antikörper (mAbs), die in den Entwicklungsphasen I oder II untersucht werden, nahm um 6,5 % zu (Vorjahr: 17,4 %). Obwohl der Markt für Biopharmazeutika im Jahr 2024 wuchs, erwies sich der Abbau von Lagerbeständen im Berichtsjahr weiterhin als Wachstumshemmnis für die gesamte Branche.

Healthcare

In seiner jüngsten Erhebung im September 2024 prognostizierte IQVIA ein Wachstum des globalen PharmaGesamtmarkts von 8,8 % für das Jahr 2024 (Vorjahr: 10,3 %). Begünstigt wird das Wachstum des Pharmamarkts durch die Einführung neuer Produkte, demografische und epidemiologische Trends sowie den verbesserten Zugang zu medizinischer Versorgung. Dieser Entwicklung stehen die zunehmende Nutzung von Generika und Biosimilars sowie eine restriktivere Preispolitik gegenüber.

Die Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) wuchs im Geschäftsjahr 2024 um 8,4 % (Vorjahr: 8,6 %), die EU4 (Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien) plus Großbritannien um 6,8 % (Vorjahr: 8,2 %). Die Region Nordamerika legte um 10,0 % (Vorjahr: 13,7 %) zu, wobei sich die Wachstumsrate in den USA auf 10,1 % belief (Vorjahr: 13,8 %). Der US-Markt ist und bleibt der mit Abstand größte und wichtigste Arzneimittelmarkt. Bedingt durch die hohe Inflation verzeichnete die Region Lateinamerika ein zweistelliges Wachstum von 24,7 % (Vorjahr: 11,9 %). Das Wachstum der Region APAC (Asien-Pazifik, ohne China und Japan) belief sich auf 6,2 % (Vorjahr: 6,7 %). China steigerte seine Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur und in den Zugang zu innovativen Medikamenten und weitete die Preisregulierung aus (zum Beispiel durch seine "National Volume-based Procurement"-Richtlinie), wodurch das Wachstum im Jahr 2024 auf 1,5 % (Vorjahr: 4,0 %) zurückging.

Relevant für unser Geschäft ist nicht nur das Wachstum des Pharmamarkts insgesamt, sondern auch die Marktentwicklung für biotechnologisch produzierte Wirkstoffe. Global betrachtet, belief sich gemäß IQVIA der Anteil biotechnologisch hergestellter Produkte am Wert des Pharmamarkts 2024 auf 39,5 % (Vorjahr: 38,3 %). Mit einem Anteil von 64,5 % bleiben die USA der wichtigste Markt.

Die Entwicklungen in den für uns relevanten Therapiegebieten waren im Berichtsjahr gekennzeichnet durch unterschiedliche Trends. Der globale Markt im Therapiegebiet Typ-2-Diabetes, ohne die USA, knüpfte an den wachstumsstarken Trend der Vorjahre an und wuchs im Jahr 2024 um 17,6 % (Vorjahr: 18,8 %). Das Therapiegebiet Unfruchtbarkeit legte im Berichtsjahr um 9,0 % (Vorjahr: 11,5 %) zu. Der Markt im Therapiegebiet Kolorektalkarzinom wuchs im Jahr 2024 um 2,8 % (Vorjahr: 1,0 %). Trotz der Marktdurchdringung von Biosimilars war hier eine vermehrte Nutzung von Markenprodukten zu verzeichnen. Im Therapiegebiet Multiple Sklerose ging der Markt um -2,4 % (Vorjahr: -1,5 %) zurück, was auf den Wettbewerb durch Generika zurückzuführen war.

Electronics

Die Halbleiterindustrie ist der wichtigste Absatzmarkt für unser Geschäft mit Materialien, Lösungen und Dienstleistungen für die Herstellung integrierter Schaltkreise (Semiconductor Solutions). Die Nachfrage nach Halbleitermaterialien beruht in erster Linie auf der für Halbleiter produzierten Waferfläche. Als Indikator für die Gesamtnachfrage nach Halbleitermaterialien dienen hierbei Siliziumwafer.

Der im Oktober 2024 veröffentlichten Prognose des weltweiten Branchenverbands SEMI zufolge sank die Fläche an ausgelieferten Siliziumwafern im Jahr 2024 um -2,5 % (Vorjahr: -14,3 %). Nach dem zyklischen Abschwung im Jahr 2023 setzte im Berichtsjahr in der Branche eine Erholung ein. Allerdings erfuhr die Aufwärtsentwicklung Gegenwind in Form makroökonomischer Herausforderungen wie hoher Inflation, hoher Zinssätze und eines veränderten, stärker auf Dienstleistungen ausgerichteten Verbraucherverhaltens. Trotz immer noch hoher Lagerbestände und einer schleppenden Nachfrage nach Endgeräten steigerten die Halbleiterhersteller ihre Kapazitätsauslastung. Im Jahresvergleich ist die Nachfrage nach Materialien und damit zusammenhängenden Dienstleistungen dennoch gestiegen. Allerdings herrschte bei Siliziumwafern im Jahr 2024 ein erheblicher Überbestand, der von der tatsächlichen Halbleiterproduktion entkoppelt war.

Für den Unternehmensbereich Electronics gehen wir von einer positiven Entwicklung aus und rechnen für 2025 damit, dass der Halbleitermarkt, bedingt durch KI-Lösungen, das Internet der Dinge und die Zunahme der Datenmengen im Zusammenhang mit Big Data, weiter wachsen wird.

Unser Display-Solutions-Geschäft (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) macht uns zu einem bedeutenden Hersteller von Flüssigkristallmischungen, Fotolacken und OLED-Materialien für die Displayindustrie. Nach dem Covid-19-Pandemie-bedingten "Lockdown-Boom" verzeichnete die Displayindustrie im Geschäftsjahr 2023 eine Normalisierung der Nachfrage und Anzeichen für eine schrittweise Erholung. Aufgrund der schwachen Nachfrage im 4. Quartal 2023 ging das Wachstum für das Gesamtjahr jedoch leicht zurück. Für 2024 prognostiziert das Marktforschungsunternehmen OMDIA ein Wachstum bei der Displayfläche von 6,0 %, das insbesondere auf die gestiegene Nachfrage nach größeren TV-Geräten, den Ersatzbedarf bei IT-Geräten und das ungebrochene Wachstum bei Fahrzeugdisplays zurückzuführen sein wird. Flüssigkristalle werden in der Displaybranche weiterhin einen zentralen Stellenwert einnehmen, während die OLED-Technologie in High-End-Anwendungen zunehmende Bedeutung gewinnt. Hinzu kommt ein wachsendes Interesse an reaktiven Mesogenen für entspiegelnde Folien und Barrierematerialien, mit denen die Flexibilität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit von OLED-Geräten verbessert werden können.

Die Märkte für Autolacke und Kosmetika sind für unser Surface-Solutions-Geschäft von essenzieller Bedeutung. Laut dem im September 2024 veröffentlichten Bericht von GlobalData wird die weltweite Automobilproduktion im Jahr 2024 voraussichtlich leicht um -0,4 % zurückgehen (nach einem Anstieg von 10,3 % im Vorjahr), was dem Abbau von Lagerbeständen nach einem starken Produktionsjahr und einer Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums, mit Ausnahme von China und Indien, zuzuschreiben sein wird. Für den Markt für Schönheits- und Pflegeprodukte prognostiziert Euromonitor in seinem Bericht vom November 2024 für das Gesamtjahr 2024 ein anhaltendes Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Vergleich der Prognose mit dem tatsächlichen Geschäftsverlauf

Die im Geschäftsbericht 2023 abgegebene Prognose des E. Merck-Konzerns für das Geschäftsjahr 2024 umfasste neben der Prognose für den Gesamtkonzern auch die Prognose für die drei Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics.

Umsatzerlöse

Für den E. Merck-Konzern prognostizierten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein leichtes bis moderates organisches Umsatzwachstum. Stärkster Wachstumstreiber im Vergleich zum Vorjahr war wie erwartet weiterhin der Unternehmensbereich Healthcare, wozu insbesondere Mavenclad ® sowie Produkte aus den Bereichen Onkologie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie beigetragen haben. Für Life Science haben wir im Verlauf des Geschäftsjahres 2024 eine graduelle Erholung des organischen Umsatzwachstums im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Aus der Nachfrage nach Produkten im Zusammenhang mit Covid-19 gab es keine materiellen Beiträge mehr. Im Unternehmensbereich Electronics haben wir bereits eine Trendumkehr in Teilen des Halbleitermarkts gesehen, wenngleich sich die umfassende Markterholung zum Ende des Geschäftsjahr 2024 noch nicht eingestellt hat. Gegenläufig wirkten zudem das rückläufige Geschäft in Display Solutions sowie das Projektgeschäft in der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, das aufgrund der Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen üblicherweise stärkeren Schwankungen unterliegt. Insgesamt haben wir im Geschäftsjahr 2024 ein organisches Umsatzwachstum in Höhe von 2,0 % verzeichnet und lagen damit innerhalb der Prognose. Zu Jahresbeginn gingen wir von einem Währungseffekt in Höhe von insgesamt -3 % bis 0 % aus, basierend insbesondere auf der erwarteten Entwicklung des US-Dollars sowie einzelner asiatischer Währungen. Im Geschäftsjahr 2024 lag der Währungseffekt mit -1,3 % innerhalb dieser Spanne. Der leicht positive Portfolioeffekt war mit 0,1 % vernachlässigbar. Insgesamt lag der erzielte Umsatz bei 21.156 Mio. € (Vorjahr: 20.993 Mio. €), was einem Anstieg von 0,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Life Science

In unserem Unternehmensbereich Life Science hat sich die erwartete Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2024 eingestellt, nachdem die Umsatzerlöse in der ersten Jahreshälfte zunächst noch unter dem Einfluss des Abbaus erhöhter Lagerbestände auf Kundenseite standen. Die Erholung verlief allerdings langsamer als zunächst angenommen und erstreckt sich in Teilbereichen bis in das Jahr 2025. Life Science musste daher im Geschäftsjahr 2024 einen organischen Rückgang der Umsatzerlöse in Höhe von -3,3 % hinnehmen und lag damit unterhalb unserer Prognose eines leichten organischen Rückgangs bis zu einem leichten organischen Wachstum. Während die beiden Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services einen organischen Umsatzrückgang verzeichneten, erzielte die Geschäftseinheit Science & Lab Solutions ein leichtes organisches Umsatzwachstum. Insgesamt sank der Umsatz des Unternehmensbereichs Life Science um -3,9 % auf 8.916 Mio. € (Vorjahr: 9.281 Mio. €), inklusive eines negativen Währungseffekts von -0,7 % und eines positiven Portfolioeffekts von 0,1 %.

Healthcare

Für unseren Unternehmensbereich Healthcare prognostizierten wir ein moderates bis solides organisches Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Im Geschäftsjahr 2024 überstieg der Unternehmensbereich diese Prognose mit einem organischen Wachstum von 7,0 %. Getragen wurde das Wachstum insbesondere von Produkten aus den Bereichen Onkologie sowie Neurologie & Immunologie, hier insbesondere durch unser zuletzt zugelassenes Produkt Mavenclad ® , sowie aus dem Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie. Unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffekts von -2,0 % stieg der Umsatz des Unternehmensbereichs Healthcare im Geschäftsjahr 2024 um 5,0 % auf 8.455 Mio. € (Vorjahr: 8.053 Mio. €).

Electronics

Aufgrund des ursprünglich erwarteten Wendepunkts im Markt für Halbleitermaterialien zu Beginn des 2. Halbjahres bei einem gleichzeitig erwarteten rückläufigen Geschäft der Geschäftseinheit Display Solutions und im Projektgeschäft in der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, prognostizierten wir für unseren Unternehmensbereich Electronics zu Jahresbeginn eine in etwa stabile organische Umsatzentwicklung bis zu einem moderaten organischen Umsatzwachstum. Mit einem erreichten organischen Wachstum in Höhe von 4,6 % lag der Umsatz oberhalb dieser Prognose. Unter Berücksichtigung eines negativen Währungseffekts von -1,4 % stieg der Umsatz des Unternehmensbereichs Electronics gegenüber dem Vorjahr um 3,4 % auf 3.785 Mio. € (Vorjahr: 3.659 Mio. €).

EBITDA pre

Für das Geschäftsjahr 2024 hatten wir für den E. Merck-Konzern ein leichtes bis moderates organisches Wachstum des EBITDA pre gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Diese Annahme basierte auf einem erwarteten moderaten organischen Rückgang bis zu einem leichten organischen Wachstum in Life Science, einem erwarteten organischen Wachstum im niedrigen Zehner-Prozentbereich in Healthcare und einem erwarteten moderaten organischen Rückgang bis zu einem moderaten organischen Wachstum in Electronics. Wir gingen davon aus, dass negative Währungseffekte das EBITDA pre um -1 % bis -4 % gegenüber dem Vorjahr beeinflussen würden. Im Geschäftsjahr 2024 lag das EBITDA pre bei 6.026 Mio. € (Vorjahr: 5.842 Mio. €), was insgesamt einem Anstieg von 3,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit lagen wir innerhalb unserer ursprünglichen Prognose. Das organische EBITDA-pre-Wachstum lag bei 6,8 % und damit oberhalb der ursprünglichen Prognose. Währungseffekte schlugen mit -3,6 % zu Buche, am unteren Ende unserer Prognose-Spanne. Der leicht negative Portfolioeffekt war mit -0,1 % vernachlässigbar.

Life Science

Für den Unternehmensbereich Life Science hatten wir entsprechend der erwarteten organischen Umsatzentwicklung (leichter organischer Rückgang des Umsatzes bis leichtes organisches Umsatzwachstum) einen moderaten organischen Rückgang bis zu einem leichten organischen Wachstum des EBITDA pre prognostiziert. Das EBITDA pre von 2.589 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 2.820 Mio. €) lag unterhalb dieser Prognose. Dies entsprach einem Rückgang von -8,2 % gegenüber dem Vorjahr (-6,3 % organisch, -1,7 % aus Währungseinflüssen, -0,2 % aus Portfolioeffekten).

Healthcare

Für unseren Unternehmensbereich Healthcare prognostizierten wir ein organisches Wachstum des EBITDA pre im niedrigen Zehner-Prozentbereich. Diese Prognose lag über dem prognostizierten moderaten bis soliden organischen Umsatzwachstum. Die Gründe hierfür waren zum einen die Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer zum 30. Juni 2023 und der damit verbundene Rückerhalt der exklusiven weltweiten Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Bavencio ®, zum anderen die niedrigeren Kosten, insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung, aufgrund der Verfehlung des primären Endpunkts im Rahmen der am 6. Dezember 2023 bekanntgegebenen Ergebnisse des klinischen Studienprogramms zu Evobrutinib. Mit einem EBITDA pre von 2.995 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 2.543 Mio. €) lag das EBITDA pre oberhalb dieser Prognose. Dies entsprach einem Anstieg von 17,8 % gegenüber dem Vorjahr (22,7 % organisch, -5,0 % aus Währungseinflüssen).

Electronics

Für den Unternehmensbereich Electronics gingen wir für das Geschäftsjahr 2024 von einem moderaten organischen Rückgang bis zu einem moderaten organischen Wachstum des EBITDA pre aus. Neben der erwarteten Umsatzentwicklung gingen wir hierbei von einem vorteilhaften Mixeffekt bei den Umsätzen sowie positiven Effekten aus aktivem Kostenmanagement aus, wobei gegenläufig der Effekt aus der im Geschäftsjahr 2023 erfolgten Veräußerung eines Portfolios an Lizenzen und Patenten wirkte. Mit einem EBITDA pre von 970 Mio. € im Geschäftsjahr 2024 (Vorjahr: 913 Mio. €) bewegte es sich oberhalb der Prognose. Dies entsprach einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 6,2 % (6,9 % organisch, -1,0 % aus Währungseinflüssen, 0,2 % aus Portfolioeffekten).

Konzernkosten und Sonstiges

Das EBITDA pre für Konzernkosten und Sonstiges belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf -528 Mio. €. Die Prognose für das Geschäftsjahr 2024 ging von einem Kostenanstieg aufgrund niedrigerer Erträge aus Fremdwährungssicherungsgeschäften aus. Im Vergleich zum Vorjahresniveau von -434 Mio. € ergab sich eine Kostensteigerung von 21,8 %.

Operativer Cashflow

Für den operativen Cashflow des E. Merck-Konzerns prognostizierten wir für das Geschäftsjahr 2024 ein moderates bis starkes Wachstum. Im Geschäftsjahr 2024 betrug der operative Cashflow 4.498 Mio. € (Vorjahr: 3.774 Mio. €) und lag damit oberhalb der der ursprünglichen Prognose. Ausschlaggebend für den Anstieg von 19,2 % war die positive Entwicklung des EBITDA pre sowie die Veränderung der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Geschäftsverlauf und wirtschaftliche Lage

E. Merck-Konzern

Kennzahlen

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 21.156 20.993 163 0,8 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 3.599 3.572 27 0,7 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 17,0 % 17,0 %
EBITDA 2 5.733 5.452 281 5,1 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 27,1 % 26,0 %
EBITDA pre 1 6.026 5.842 183 3,1 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 28,5 % 27,8 %
Ergebnis nach Steuern 2.696 2.760 -64 -2,3 %
Operativer Cashflow 4.498 3.774 724 19,2 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Die erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen und die jeweiligen organischen Wachstumsraten im Berichtsjahr 2024 sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2

in Mio. € / organisches Wachstum in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Im Geschäftsjahr 2024 entwickelten sich die Umsatzerlöse des E. Merck-Konzerns in den einzelnen Unternehmensbereichen wie folgt:

Umsatzentwicklung nach Unternehmensbereichen

in Mio. € / Veränderung
in %
2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen/ Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Life Science 8.916 42 % -3,3 % -0,7 % 0,1 % -3,9 %
Healthcare 8.455 40 % 7,0 % -2,0 % - 5,0 %
Electronics 3.785 18 % 4,6 % -1,4 % 0,2 % 3,4 %
E. Merck-Konzern 21.156 100 % 2,0 % -1,3 % 0,1 % 0,8 %
in Mio. € / Veränderung
in %
2023 Anteil
Life Science 9.281 44 %
Healthcare 8.053 38 %
Electronics 3.659 18 %
E. Merck-Konzern 20.993 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete der E. Merck-Konzern folgende regionale Umsatzentwicklung:

Umsatzentwicklung nach Regionen

in Mio. € / Veränderung
in %
2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen/ Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Europa 6.171 29 % 2,5 % -0,3 % 0,0 % 2,2 %
Nordamerika 5.710 27 % -4,1 % -0,1 % 0,1 % -4,1 %
Asien-Pazifik (APAC) 7.017 33 % 3,6 % -2,5 % - 1,2 %
Lateinamerika 1.477 7 % 16,5 % -5,6 % - 10,9 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 781 4 % 6,6 % -1,6 % 0,9 % 6,0 %
E. Merck-Konzern 21.156 100 % 2,0 % -1,3 % 0,1 % 0,8 %
in Mio. € / Veränderung
in %
2023 Anteil
Europa 6.037 29 %
Nordamerika 5.952 28 %
Asien-Pazifik (APAC) 6.936 33 %
Lateinamerika 1.331 6 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 737 4 %
E. Merck-Konzern 20.993 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Im Geschäftsjahr 2024 erzielte der E. Merck-Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 21.156 Mio. € (Vorjahr: 20.993 Mio. €) und verzeichnete damit im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung in Höhe von 163 Mio. € beziehungsweise 0,8 %. Organisch erhöhte sich der Umsatz um 424 Mio. € beziehungsweise 2,0 %. Dabei stiegen die Umsätze in den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics, wohingegen der Unternehmensbereich Life Science einen organischen Umsatzrückgang verzeichnete. Negative Währungseffekte führten zu einer Reduktion der Umsatzerlöse um 277 Mio. € beziehungsweise -1,3 % und waren im Wesentlichen auf die Kursentwicklungen einiger asiatischer Währungen und des Brasilianischen Reals zurückzuführen. Portfoliobedingte Umsatzveränderungen aus den Akquisitionen waren mit einem Effekt in Höhe von 15 Mio. € zu vernachlässigen.

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Life Science waren im Vergleich zum Vorjahr rückläufig und reduzierten sich um 365 Mio. € beziehungsweise -3,9 % auf 8.916 Mio. € (Vorjahr: 9.281 Mio. €). Diese Entwicklung war im Wesentlichen von organischen Effekten geprägt, die sich auf 310 Mio. € oder -3,3 % beliefen. Währungseffekte von 61 Mio. € beziehungsweise -0,7 % trugen weiter zum Umsatzrückgang bei. Der Effekt aus der Akquisition von Mirus Bio LLC, USA, auf die Umsatzerlöse blieb mit 0,1 % insgesamt unwesentlich. Mit einem Anteil von 42 % (Vorjahr: 44 %) war Life Science auch im Geschäftsjahr 2024 der umsatzstärkste Unternehmensbereich im Konzern, gefolgt von Healthcare mit einem Anteil von 40 % (Vorjahr: 38 %). Im Unternehmensbereich Healthcare stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 401 Mio. € oder 5,0 % auf 8.455 Mio. € (Vorjahr: 8.053 Mio. €). Das organische Wachstum von 7,0 % wurde durch negative Währungseffekte in Höhe von -2,0 % gemindert. Der Anstieg der Umsätze im Unternehmensbereich Electronics in Höhe von 126 Mio. € oder 3,4 % auf 3.785 Mio. € (Vorjahr: 3.659 Mio. €) resultierte aus einem organischen Anstieg von 4,6 % und einem Akquisitionseffekt von 0,2 %. Gegenläufig wirkten währungsbedingte Effekte mit -1,4 %. Der prozentuale Anteil von Electronics an den Konzernumsatzerlösen lag im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 18 %.

Der Betrag der zum Abschlussstichtag bereits eingegangenen Bestellungen, die in zukünftigen Perioden zu Umsatzerlösen führen werden, belief sich zum 31. Dezember 2024 auf rund 4 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 4 Mrd. €), davon entfielen auf den Unternehmensbereich Life Science rund 3 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 3 Mrd. €).

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung des E. Merck-Konzerns entwickelte sich wie folgt:

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Veränderung
in Mio. € 2024 in % 2023 in % in Mio. € in %
Umsatzerlöse 21.156 100,0 % 20.993 100,0 % 163 0,8 %
Umsatzkosten -8.671 -41,0 % -8.600 -41,0 % -71 0,8 %
Bruttoergebnis 12.485 59,0 % 12.392 59,0 % 92 0,7 %
Marketing- und Vertriebskosten -4.536 -21,4 % -4.510 -21,5 % -26 0,6 %
Verwaltungskosten -1.411 -6,7 % -1.433 -6,8 % 22 -1,5 %
Forschungs- und Entwicklungskosten -2.279 -10,8 % -2.445 -11,6 % 166 -6,8 %
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -8 0,0 % -51 -0,2 % 42 - 83,4 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -651 -3,1 % -381 -1,8 % -270 70,8 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 3.599 17,0 % 3.572 17,0 % 27 0,7 %
Finanzergebnis -139 -0,7 % -147 -0,7 % 8 -5,4 %
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.459 16,4 % 3.425 16,3 % 35 1,0 %
Ertragsteuern -764 -3,6 % -665 -3,2 % -99 14,8 %
Ergebnis nach Steuern 2.696 12,7 % 2.760 13,1 % -64 -2,3 %
Nicht beherrschende Anteile -9 0,0 % -10 0,0 % 1 -9,0 %
Konzernergebnis 2.687 12,7 % 2.750 13,1 % -63 -2,3 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten verteilten sich wie folgt auf die Unternehmensbereiche:

Forschungs- und Entwicklungskosten nach Unternehmensbereichen 1 - 2024

In Mio. € / in %

1 Nicht dargestellt: Konzernkosten und Sonstiges zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten von 92 Mio. €.

Im Geschäftsjahr 2024 wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein in etwa stabiles operatives Ergebnis (EBIT) erzielt, was auf eine in etwa stabile Entwicklung von Bruttoergebnis und operativen Kosten zurückzuführen war. Das organische Umsatzwachstum der Unternehmensbereiche Healthcare und Electronics konnte den moderaten organischen Umsatzrückgang des Unternehmensbereichs Life Science kompensieren.

Die Marketing- und Vertriebskosten blieben ebenso wie die Verwaltungskosten in etwa stabil.

Mit einem Anteil von 69 % (Vorjahr: 70 %) an den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung aller Unternehmensbereiche (ohne Konzernkosten und Sonstiges zugeordnete Forschungs- und Entwicklungskosten) war Healthcare der forschungsintensivste Unternehmensbereich. Der Rückgang der Forschungs- und Entwicklungskosten war im Wesentlichen auf geringere Entwicklungsaktivitäten nach der Einstellung des Entwicklungsprogramms zu Xevinapant im 2. Quartal 2024 sowie der Einstellung des Entwicklungsprogramms zu Evobrutinib im 4. Quartal 2023 zurückzuführen. Weitere Informationen sind im Kapitel "Forschung und Entwicklung" enthalten.

Der negative Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode insbesondere aufgrund gestiegener Wertminderungen für nicht finanzielle Vermögenswerte (weitere Informationen finden sich in der Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" im Konzernanhang). Zudem waren im Vergleich zur Vorperiode niedrigere sonstige betriebliche Erträge aus der Veräußerung von Vermögenswerten zu verzeichnen.

Insgesamt führten die vorgenannten Entwicklungen zu einer im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr unveränderten EBIT-Marge von 17,0 %.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich ferner das EBITDA pre, die wichtigste Kennzahl zur Steuerung des operativen Geschäfts, um 183 Mio. € oder 3,1 % auf 6.026 Mio. € (Vorjahr: 5.842 Mio. €).

Das Finanzergebnis verbesserte sich auf -139 Mio. € (Vorjahr: -147 Mio. €). Ausschlaggebend war insbesondere die positive Entwicklung des Zinsergebnisses. Details zu den Finanzierungserträgen und Finanzierungsaufwendungen sind in der Anmerkung (39) "Finanzierungserträge und -aufwendungen / Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten" im Konzernanhang dargestellt.

Die Aufwendungen für Ertragsteuern beliefen sich auf 764 Mio. € (Vorjahr: 665 Mio. €) und führten zu einer Steuerquote von 22,1 % (Vorjahr: 19,4 %). Im Geschäftsjahr 2023 führte ein einmaliger steuerlicher Effekt durch einen latenten Steuerertrag zu einer niedrigeren Steuerquote.

Das den Anteilseignerinnen und Anteilseignern der E. Merck KG zustehende Konzernergebnis reduzierte sich um -2,3 % auf 2.687 Mio. € (Vorjahr: 2.750 Mio. €).

Die Verteilung des EBITDA pre auf die Unternehmensbereiche stellte sich wie folgt dar:

EBITDA pre 1 nach Unternehmensbereichen 2 - 2024 in Mio. € / in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nicht dargestellt: Minderungen des Konzern-EBITDA-pre um -528 Mio. € durch Konzernkosten und Sonstiges.

Vermögens- und Finanzlage

Bilanzstruktur

31.12.2024 31.12.2023 Veränderung
in Mio. € in % in Mio. € in % in Mio. € in %
Langfristige Vermögenswerte 38.120 73,9 % 36.102 74,4 % 2.017 5,6 %
Davon:
Geschäfts- oder Firmenwerte 19.152 17.845 1.307
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6.282 6.551 -269
Sachanlagen 10.025 9.056 969
Sonstige langfristige Vermögenswerte 2.660 2.650 10
Kurzfristige Vermögenswerte 13.496 26,1 % 12.434 25,6 % 1.062 8,5 %
Davon:
Vorräte 4.484 4.637 -153
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen 3.963 4.019 -56
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 662 520 142
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 1.861 1.272 590
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.525 1.987 538
Bilanzsumme 51.616 100,0 % 48.537 100,0 % 3.079 6,3 %
Eigenkapital 29.833 57,8 % 26.583 54,8 % 3.250 12,2 %
Langfristige Verbindlichkeiten 10.557 20,5 % 13.423 27,7 % -2.865 -21,3 %
Davon:
Langfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 2.116 2.355 -239
Sonstige langfristige Rückstellungen 257 277 -21
Langfristige Finanzschulden 6.997 9.239 -2.242
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 1.188 1.551 -364
Kurzfristige Verbindlichkeiten 11.225 21,7 % 8.531 17,6 % 2.695 31,6 %
Davon:
Kurzfristige Rückstellungen 571 660 -89
Kurzfristige Finanzschulden 3.836 1.098 2.738
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten/Rückerstattungsverbindlichkeiten 3.143 3.422 -279
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 3.675 3.351 324
Bilanzsumme 51.616 100,0 % 48.537 100,0 % 3.079 6,3 %

Die Bilanzsumme des E. Merck-Konzerns belief sich am 31. Dezember 2024 auf 51.616 Mio. € (31. Dezember 2023: 48.537 Mio. €) und stieg damit um 6,3 %.

Die Geschäfts- oder Firmenwerte erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr insbesondere aufgrund von Währungsumrechnungsdifferenzen sowie durch die Akquisitionen der Mirus Bio LLC, USA, Unity-SC SAS, Frankreich, sowie Hub Organoids Holding B.V., Niederlande (weitere Informationen finden sich in der Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen" im Konzernanhang).

Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich insbesondere durch laufende Abschreibungen. Anlassbezogene Wertminderungen waren hauptsächlich dem Unternehmensbereich Healthcare zuzurechnen und resultierten im Wesentlichen aus gestoppten Entwicklungsprojekten, insbesondere der Beendigung des Xevinapant-Programms (weitere Informationen finden sich in der Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen" im Konzernanhang). Der Anstieg der Zugänge aus Investitionen sowie den abgeschlossenen Akquisitionen konnte dies nicht ausgleichen.

Der Anstieg der Sachanlagen gegenüber dem Vorjahreszeitraum war durch Zugänge in Höhe von 2.088 Mio. € begründet (Vorjahr: 1.981 Mio. €), die die Abschreibungen und Abgänge im Berichtszeitraum erneut deutlich überstiegen.

Von den Sachanlagenzugängen im Geschäftsjahr 2024 entfielen 387 Mio. € (Vorjahr: 391 Mio. €) auf strategische Investitionen in Deutschland, davon 372 Mio. € (Vorjahr: 329 Mio. €) zur Erweiterung des Standorts Darmstadt. Wesentliche Projekte sind die Investitionen im Unternehmensbereich Healthcare in Höhe von 81 Mio. € in ein neues Laborgebäude sowie in Höhe von 56 Mio. € in eine Produktionsanlage zur Überführung von Projekten aus der Forschung und Entwicklung in die kommerzielle Produktion. Weiter investierte der Unternehmensbereich Life Science 46 Mio. € in ein neues Forschungszentrum und 19 Mio. € in eine neue Produktionsanlage für Membranen. Außerhalb Deutschlands erfolgten hohe Investitionen in strategische Projekte, insbesondere in den USA (314 Mio. €), in Irland (145 Mio. €) und in Taiwan (92 Mio. €). In den USA investierte der Unternehmensbereich Life Science 82 Mio. € in eine Erweiterung der Kapazitäten für Biosicherheitsprüfungen und Dienstleistungen im Bereich der analytischen Entwicklung in Rockville, Maryland, der Unternehmensbereich Electronics investierte 29 Mio. € in eine neue Produktionsanlage zur Herstellung von Spezialgasen für die Halbleiterindustrie in Hometown, Pennsylvania. In Irland investierte der Unternehmensbereich Life Science 141 Mio. € in eine Erweiterung der Produktionskapazitäten für Membranen und in den Bau einer neuen Filtrationsanlage in Cork. In Taiwan investierte der Unternehmensbereich Electronics 73 Mio. € in den Aufbau eines Fertigungsstandorts für Halbleitermaterialien und Spezialgase in Kaohsiung.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurzfristigen Forderungen gingen leicht zurück.

Das Eigenkapital des E. Merck-Konzerns erhöhte sich im Geschäftsjahr 2024 um 12,2 % auf 29.833 Mio. € (31. Dezember 2023: 26.583 Mio. €). Neben dem Ergebnis nach Steuern (2.696 Mio. €) trug ein positiver Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung (1.444 Mio. €), der im Wesentlichen aus der Entwicklung des US-Dollars resultierte, zu diesem Anstieg bei. Die im Berichtsjahr erfolgten Dividendenzahlungen und Gewinnentnahmen wirkten gegenläufig (siehe "Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung" im Konzernabschluss). Die Eigenkapitalquote verbesserte sich - auch bedingt durch die weitere Reduzierung der Nettofinanzverbindlichkeiten - um drei Prozentpunkte auf 57,8 % (31. Dezember 2023: 54,8 %).

Der Rückgang der langfristigen Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer resultierte im Wesentlichen aus versicherungsmathematischen Gewinnen im Zusammenhang mit dem angewendeten Diskontierungszins.

Die kurzfristigen Rückstellungen reduzierten sich insbesondere aufgrund von Inanspruchnahmen im Zusammenhang mit laufenden Restrukturierungsprogrammen (weitere Informationen hierzu finden sich in Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen" im Konzernanhang).

Die Finanzschulden erhöhten sich insbesondere aufgrund des Anstiegs der Leasingverbindlichkeiten sowie der finanziellen Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen. Die langfristigen Finanzschulden reduzierten sich insbesondere aufgrund der Umgliederung einer im Jahr 2015 begebenen und im März 2025 fälligen US-Dollar-Anleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 1.537 Mio. € sowie einer im Jahr 2020 begebenen und im Juli 2025 fälligen Euro-Anleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 750 Mio. € in die kurzfristigen Finanzschulden, die um diesen Betrag anstiegen.

Die Zusammensetzung sowie die Entwicklung der Nettofinanzverbindlichkeiten stellten sich wie folgt dar:

Nettofinanzverbindlichkeiten 1

Veränderung
in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023 in Mio. € in %
Anleihen 7.693 7.802 -109 -1,4 %
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 327 283 44 15,5 %
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1.960 1.592 368 23,1 %
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 59 68 -8 -12,4 %
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) 31 77 -45 -58,9 %
Leasingverbindlichkeiten 761 515 246 47,8 %
Finanzschulden 10.833 10.337 495 4,8 %
Abzüglich Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.525 1.987 538 27,1 %
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 2 650 480 170 35,4 %
Nettofinanzverbindlichkeiten 1 7.658 7.870 -212 -2,7 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Ohne kurzfristige Derivate (operativ) und bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 erfasst werden.

Die Anleihen reduzierten sich aufgrund der vorzeitigen Rückzahlung einer im Jahr 2014 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. € sowie einer im Jahr 2019 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. €. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang durch eine im August 2024 begebene Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen von 800 Mio. €.

Überleitung Nettofinanzverbindlichkeiten 1

in Mio. € 2024 2023
Stand 1.1. 7.870 8.755
Operativer Cashflow -4.498 -3.774
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 2 482 216
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten 2 -18 -136
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 2 1.702 1.807
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen 2 -27 -19
Akquisitionen 2 774 12
Einzahlungen aus Desinvestitionen 2 -7 0
Veränderung von Leasingverbindlichkeiten 383 201
Dividendenzahlungen/Gewinnentnahmen 2 975 1.097
Währungsumrechnungsdifferenz 137 -30
Sonstiges -116 -261
Stand 31.12. 7.658 7.870

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Gemäß Konzernkapitalflussrechnung.

Der Kapitalmarkt stellt für Merck traditionell eine wesentliche Finanzierungsquelle dar, unter anderem über die Ausgabe von Anleihen. Aus dem Debt Issuance Program, unter dem alle Euro-Anleihen begeben wurden, bestanden zum 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten mit einem Nominalvolumen in Höhe von 3,9 Mrd. € (31. Dezember 2023: 3,9 Mrd. €).

Eine weitere wesentliche Finanzierungsquelle für Merck sind Kreditvereinbarungen. Eine syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. €, die bis 2029 läuft, kann zur Deckung eines unerwarteten Bedarfs an liquiden Mitteln eingesetzt werden. Bei dieser Kreditlinie handelt es sich um eine Back-up-Fazilität, die nur in Ausnahmesituationen in Anspruch genommen werden soll. Darüber hinaus verständigte sich Merck auf mehrere bilaterale Kreditfazilitäten.

Ebenso steht Merck ein Commercial-Paper-Programm mit einem Volumen von 2,5 Mrd. € zur Verfügung. Im Rahmen dieses Programms kann Merck Commercial Papers mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr begeben. Das Programm wurde ebenso wie im Vorjahr nicht ausgenutzt.

Die Fälligkeiten unserer Finanzverbindlichkeiten orientieren sich an unserem geplanten freien Cashflow. Das Rückzahlungsprofil der ausgegebenen Anleihen stellte sich wie folgt dar:

1 Die Nominalbeträge der in US-Dollar notierten Anleihen wurden mit dem Stichtagskurs zum 31. Dezember 2024 in Euro umgerechnet.
2 Für die Hybridanleihen wurde eine Rückzahlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt angenommen.

Der Kapitalmarkt nutzt Einschätzungen von Ratingagenturen, um Fremdkapitalgeber bei der Beurteilung der Risikosituation eines Finanzinstruments von Merck zu unterstützen. Derzeit wird die Merck KGaA von Standard & Poor's und Moody's bewertet: Standard & Poor's vergibt ein Langfrist-Kreditrating von A mit stabilem Ausblick und Moody's eines von A3 mit stabilem Ausblick. Eine Übersicht der Ratingentwicklung der letzten Jahre ist im "Risiko- und Chancenbericht" dargestellt.

Für die Finanzschulden waren keine Pfandrechte oder ähnlichen Sicherheiten hinterlegt. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart. Es lagen keine Anzeichen dafür vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt waren. In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten waren verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel in Höhe von 368 Mio. € (31. Dezember 2023: 404 Mio. €) enthalten. Die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen stellte sich wie folgt dar:

Bilanzkennzahlen

in % 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2021 31.12.2020
Eigenkapitalquote 1 Eigenkapital Bilanzsumme 57,8 % 54,8 % 54,1 % 47,3 % 40,3 %
Vermögensquote 1 Langfristige Vermögenswerte Bilanzsumme 73,9 % 74,4 % 74,8 % 75,7 % 77,7 %
Vermögensdeckungsgrad 1 Eigenkapital Langfristige Vermögenswerte 78,3 % 73,6 % 72,3 % 62,4 % 51,9 %
Finanzierungsstruktur 1 Kurzfristige Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten (gesamt) 51,5 % 38,9 % 41,0 % 42,7 % 36,8 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Bezogen auf Finanzrisiken und -chancen verfolgt Merck ein aktives Management, um die Auswirkungen von Wechselkurs- und Zinsschwankungen zu reduzieren. Hierbei erfolgt auch der Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Weitere Ausführungen zu Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken und -chancen finden sich im "Risiko- und Chancenbericht" im Abschnitt "Finanzrisiken und -chancen".

Im Geschäftsjahr 2024 stieg der operative Cashflow als einer der drei bedeutsamsten Leistungsindikatoren - neben den Umsatzerlösen und dem EBITDA pre - um 724 Mio. € auf 4.498 Mio. € (Vorjahr: 3.774 Mio. €) an. Der Anstieg war im Wesentlichen beeinflusst durch die positive Entwicklung des EBITDA pre und die Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Gegenläufig wirkten Veränderungen der Rückstellungen und höhere Steuerzahlungen. Hinsichtlich weiterer Informationen zur Entwicklung des operativen Cashflows wird auf das Kapitel "Steuerungssystem des E. Merck-Konzerns" in diesem Konzernlagebericht, die "Konzernkapitalflussrechnung" im Konzernabschluss und auf die Anmerkung (16) "Operativer Cashflow" im Konzernanhang verwiesen.

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung und zur wirtschaftlichen Lage

Trotz der weiter herausfordernden makroökonomischen Entwicklungen und dem Gegenwind in einzelnen Märkten kann Merck dank seiner diversifizierten Geschäftsbereiche auf ein überwiegend positives Geschäftsjahr 2024 zurückblicken. Der erwartete und in Teilen des Geschäftsjahres anhaltende Lagerbestandsabbau bei Kunden in Process Solutions führte zu einem Rückgang der Umsatzerlöse im Unternehmensbereich Life Science. Dieser Rückgang der Umsatzerlöse konnte jedoch durch die Unternehmensbereiche Healthcare und Electronics mehr als kompensiert werden. Alle Bereiche des Unternehmensbereichs Healthcare konnten zum insgesamt starken organischen Anstieg der Umsatzerlöse beitragen. Im Unternehmensbereich Electronics trug insbesondere die Geschäftseinheit Semiconductor Solutions zur positiven Gesamtentwicklung der Umsatzerlöse bei.

Insgesamt erhöhten sich die Umsatzerlöse des E. Merck-Konzerns im Geschäftsjahr 2024 um 0,8 % oder 163 Mio. € auf 21.156 Mio. €. Unsere wichtigste Steuerungskennzahl, das EBITDA pre, stieg um 3,1 % auf 6.026 Mio. €. Organisches Wachstum durch Marktchancen (+6,8 %) überwog den Effekt von negativen Wechselkursen (-3,6 %) auf das Ergebnis.

Die solide Finanzierungspolitik des E. Merck-Konzerns äußerte sich in verbesserten Bilanzkennzahlen. Zum 31. Dezember 2024 betrug die Eigenkapitalquote 57,8 % (31. Dezember 2023: 54,8 %) und befand sich damit weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Nettofinanzverbindlichkeiten konnten weiter reduziert werden und beliefen sich zum Geschäftsjahresende auf 7,7 Mrd. € (Vorjahr: 7,9 Mrd. €).

Auf der Grundlage unserer soliden Vermögens- und Finanzlage sowie unserer diversifizierten Geschäfte beurteilen wir die wirtschaftliche Lage des E. Merck-Konzerns insgesamt als positiv. Dank unseres resilienten Geschäftsmodells und unserer klaren Positionierung als Wissenschafts- und Technologieunternehmen sind wir auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten gut aufgestellt. Die frühzeitige Entscheidung, unsere Produktionskapazitäten für wichtige Märkte vor Ort aufzubauen, kommt uns im heutigen globalen makroökonomischen Umfeld zugute.

Life Science

Kennzahlen

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 8.916 9.281 -365 -3,9 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 1.507 1.850 -343 -18,6 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 16,9 % 19,9 %
EBITDA 2 2.455 2.731 -276 -10,1 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 27,5 % 29,4 %
EBITDA pre 1 2.589 2.820 -230 -8,2 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 29,0 % 30,4 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Die erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Umsatzentwicklung nach Geschäftseinheiten

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen / Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Science & Lab Solutions 4.671 52 % 0,2 % -0,9 % - -0,7 %
Process Solutions 3.523 40 % -6,4 % -0,6 % 0,2 % -6,9 %
Life Science Services 722 8 % -9,4 % 0,6 % - -8,9 %
Life Science 8.916 100 % -3,3 % -0,7 % 0,1 % -3,9 %
in Mio. € 2023 Anteil
Science & Lab Solutions 4.706 51 %
Process Solutions 3.782 41 %
Life Science Services 792 8 %
Life Science 9.281 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die Geschäftseinheit Science & Lab Solutions mit ihrem Angebot an Produkten und Dienstleistungen zur Unterstützung von Forschungsaktivitäten in pharmazeutischen, biotechnologischen und akademischen Forschungseinrichtungen, Forschenden sowie wissenschaftlichen und gewerblichen Laboren verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 ein organisches Wachstum von 0,2 %. Grundsätzlich wird der Vergleich mit den Vorjahreszahlen durch einen Basiseffekt verzerrt, denn die erste Hälfte des Vorjahres war noch von höheren pandemiebedingten Umsatzerlösen und einem vorteilhafteren wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Dies führte insgesamt zu einem organischen Rückgang der Umsatzerlöse in der ersten Jahreshälfte 2024. In der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 war jedoch ein organischer Anstieg zu verzeichnen. Dieser wurde unter anderem durch einen Basiseffekt aus dem Vorjahreszeitraum beeinflusst, der sich durch die Einführung eines ERP-Systems ergab. Den größten organischen Wachstumsbeitrag leistete die Region Lateinamerika. Aufgrund negativer Wechselkurseffekte reduzierten sich die Umsatzerlöse insgesamt auf 4.671 Mio. € (Vorjahr: 4.706 Mio. €).

Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, gingen im Geschäftsjahr 2024 organisch um -6,4 % zurück. Ursache hierfür waren die im Vorjahreszeitraum noch vorhandenen pandemiebedingten Umsätze sowie die noch anhaltenden Auswirkungen des Lagerbestandsabbaus bei Hauptkunden. Diese Faktoren trugen zum organischen Rückgang der Umsätze in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 bei. Nach dem Ausphasen dieser Faktoren erholte sich Process Solutions in der zweiten Jahreshälfte, sodass die Geschäftseinheit einen positiven Beitrag leistete. Der Rückgang der Umsatzerlöse betraf alle Kernregionen Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik.

Die Geschäftseinheit Life Science Services mit ihrem vollständig integrierten Serviceangebot für Auftragsentwicklung und -herstellung (CDMO) sowie Prüfdienstleistungen verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 einen organischen Rückgang der Umsatzerlöse um -9,4 %. Dies war im Wesentlichen auf die Anpassung der Lieferkette eines unserer CDMO-Kunden zurückzuführen. Darüber hinaus gingen die Umsatzerlöse unserer CDMO-Aktivitäten organisch zurück, da pandemiebedingte Umsätze, die sich im Vorjahr noch positiv ausgewirkt hatten, entfielen. Unter Berücksichtigung vorteilhafter Wechselkurseffekte sanken die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2024 auf 722 Mio. € (Vorjahr: 792 Mio. €). Die Umsatzrückgänge waren hauptsächlich auf die negativen Geschäftsentwicklungen in den Regionen Europa und Nordamerika zurückzuführen.

Regional entwickelten sich die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs wie folgt:

Umsatzentwicklung nach Regionen

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen / Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Europa 3.136 35 % -1,8 % 0,5 % - -1,3 %
Nordamerika 3.146 35 % -6,8 % 0,0 % 0,2 % -6,7 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.143 24 % -2,8 % -2,5 % - -5,3 %
Lateinamerika 382 4 % 13,5 % -5,0 % - 8,6 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 109 1 % -6,1 % -0,1 % - -6,2 %
Life Science 8.916 100 % -3,3 % -0,7 % 0,1 % -3,9 %
in Mio. € 2023 Anteil
Europa 3.178 34 %
Nordamerika 3.372 36 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.263 25 %
Lateinamerika 352 4 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 116 1 %
Life Science 9.281 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre des Geschäftsjahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt.

Überleitung EBITDA pre 1

2024 2023
in Mio. € IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1 IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1
Umsatzerlöse 8.916 - 8.916 9.281 - 9.281
Umsatzkosten -4.150 25 -4.125 -4.236 6 -4.230
Bruttoergebnis 4.766 25 4.791 5.044 6 5.050
Marketing- und Vertriebskosten -2.238 25 -2.213 -2.245 12 -2.232
Verwaltungskosten -441 58 -382 -425 53 -372
Forschungs- und Entwicklungskosten -388 1 -387 -396 3 -393
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -7 - -7 -2 - -2
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -186 111 -75 -126 48 -78
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 1.507 1.850
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen 948 -86 863 881 -34 848
EBITDA 2 2.455 2.731
Restrukturierungsaufwendungen 73 -73 - 30 -30 -
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen 46 -46 - 53 -53 -
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften 1 -1 - - - -
Akquisitionsbezogene Anpassungen 14 -14 - 6 -6 -
Sonstige Anpassungen - - - - - -
EBITDA pre 1 2.589 - 2.589 2.820 - 2.820
Davon: Organisches Wachstum 1
Davon: Währungseffekte
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen
Veränderung
in Mio. € Pre 1
Umsatzerlöse -3,9 %
Umsatzkosten -2,5 %
Bruttoergebnis -5,1 %
Marketing- und Vertriebskosten -0,9 %
Verwaltungskosten 2,7 %
Forschungs- und Entwicklungskosten -1,6 %
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) >100,0 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -4,5 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen 1,8 %
EBITDA 2
Restrukturierungsaufwendungen
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften
Akquisitionsbezogene Anpassungen
Sonstige Anpassungen
EBITDA pre 1 -8,2 %
Davon: Organisches Wachstum 1 -6,3 %
Davon: Währungseffekte -1,7 %
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen -0,2 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Das bereinigte Bruttoergebnis des Unternehmensbereichs Life Science fiel im Geschäftsjahr 2024 geringer aus als im Vorjahr. Diese Entwicklung war im Wesentlichen bedingt durch den Umsatzrückgang infolge des Lagerbestandsabbaus bei Hauptkunden von Process Solutions sowie gesunkener pandemiebedingter Umsätze und Anlagenfixkosten. Die bereinigte Bruttomarge lag im Berichtsjahr mit 53,7 % leicht unter dem Vorjahreswert (2023: 54,4 %).

Der Rückgang des Bruttoergebnisses konnte teilweise durch leicht geringere um Anpassungen bereinigte betriebliche Aufwendungen kompensiert werden. Für die im Geschäftsjahr 2024 gesunkenen Marketing-und Vertriebskosten waren vor allem Kostensenkungsprogramme und Effizienzinitiativen sowie niedrigere Logistikkosten infolge des geringeren Absatzvolumens und erzielter Effizienzen ausschlaggebend.

Der Anstieg der Verwaltungskosten resultierte aus höheren Personalkosten, vor allem als Folge regelmäßiger jährlicher Gehaltserhöhungen, und konnte teilweise durch Einsparungsmaßnahmen ausgeglichen werden. Die um Anpassungen bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten sowie die Nettoposition der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge blieben gegenüber dem Geschäftsjahr 2023 weitgehend stabil. Durch Einsparungsmaßnahmen konnten auch hier die Effekte der jährlichen Gehaltserhöhungen ausgeglichen werden.

Im Geschäftsjahr 2024 ging das EBITDA pre im Vergleich zum Vorjahr organisch zurück, woraus eine EBITDA-pre-Marge von 29,0 % resultierte (Vorjahr: 30,4 %).

Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2 in Mio. € / Veränderung in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Healthcare

Kennzahlen

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 8.455 8.053 401 5,0 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 2.481 2.225 256 11,5 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 29,3 % 27,6 %
EBITDA 2 3.021 2.545 476 18,7 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 35,7 % 31,6 %
EBITDA pre 1 2.995 2.543 452 17,8 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 35,4 % 31,6 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Die erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Die Umsätze der wesentlichen Produktlinien beziehungsweise Produkte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt:

Entwicklung der Umsatzerlöse nach wesentlichen Produktlinien/Produkten

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Gesamtveränderung 1 2023
Onkologie 2.009 24 % 12,7 % -2,2 % 10,5 % 1.819
Davon: Erbitux ® 1.162 14 % 15,7 % -2,4 % 13,3 % 1.025
Davon: Bavencio ® 735 9 % 5,0 % -1,9 % 3,0 % 713
Neurologie & Immunologie 1.688 20 % 2,3 % -0,9 % 1,4 % 1.665
Davon: Mavenclad ® 1.062 13 % 12,3 % -1,2 % 11,1 % 956
Davon: Rebif ® 626 7 % -11,1 % -0,5 % -11,6 % 709
Fertilität 1.528 18 % 0,8 % -2,1 % -1,3 % 1.547
Davon: Gonal-f ® 833 10 % 0,9 % -2,6 % -1,7 % 847
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie 2.949 35 % 8,5 % -2,7 % 5,8 % 2.786
Davon: Glucophage ® 954 11 % 11,1 % -3,0 % 8,1 % 882
Davon: Concor ® 611 7 % 9,4 % -2,4 % 7,0 % 571
Davon: Euthyrox ® 619 7 % 11,8 % -2,3 % 9,5 % 565
Davon: Saizen ® 366 4 % 12,5 % -2,4 % 10,1 % 332
Sonstige 280 3 % 235
Healthcare 8.455 100 % 7,0 % -2,0 % 5,0 % 8.053
in Mio. € Anteil
Onkologie 22 %
Davon: Erbitux ® 13 %
Davon: Bavencio ® 9 %
Neurologie & Immunologie 21 %
Davon: Mavenclad ® 12 %
Davon: Rebif ® 9 %
Fertilität 19 %
Davon: Gonal-f ® 11 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie 35 %
Davon: Glucophage ® 11 %
Davon: Concor ® 7 %
Davon: Euthyrox ® 7 %
Davon: Saizen ® 4 %
Sonstige 3 %
Healthcare 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Das Krebsmedikament Erbitux ® (Cetuximab) verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 ein organisches Umsatzwachstum im mittleren Zehner-Prozentbereich, welches von allen Regionen getragen wurde. Treiber waren hier unter anderem pandemiebedingt schwächere Umsätze im Vorjahreszeitraum in China, sowie die Aufnahme in Programme zur Arzneimittelerstattung in mehreren Ländern.

Im Bereich der Immunonkologie verzeichnete das Krebsmedikament Bavencio ® (Avelumab) im Berichtszeitraum ein solides organisches Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei konnten Umsatzrückgänge im hohen Zehner-Prozentbereich in der Region Nordamerika, bedingt durch eine geringere Nachfrage aufgrund alternativer Behandlungsmethoden für Patientinnen und Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Urothelkarzinom, durch Wachstum in den übrigen Regionen überkompensiert werden.

Mavenclad ® , zur oralen Kurzzeitbehandlung schubförmiger Multipler Sklerose (MS) mit hoher Krankheitsaktivität, erzielte im Geschäftsjahr 2024 ein organisches Umsatzwachstum im niedrigen ZehnerProzentbereich und erreichte somit im zweiten Jahr in Folge Blockbuster-Status mit einem Gesamtumsatz von mehr als 1 Mrd. US-Dollar. Zu dem positiven Umsatzwachstum trugen alle Regionen bei, insbesondere eine höhere Nachfrage in den Regionen Nordamerika, Europa und Lateinamerika.

Das Medikament Rebif ® , das für die Behandlung rezidivierender Formen der Multiplen Sklerose eingesetzt wird, verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen ZehnerProzentbereich. Dafür verantwortlich ist die anhaltend schwierige Wettbewerbssituation des Interferonmarkts aufgrund der Konkurrenz durch orale Darreichungsformen und hochwirksame MS-Therapien, wodurch auch zukünftig weitere Umsatzrückgänge erwartet werden.

Die Produktlinie Fertilität verzeichnete im Berichtszeitraum in etwa stabile Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gonal-f ® , als führendes rekombinantes Hormonpräparat zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, verzeichnete organisch ebenfalls in etwa stabile Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Gleichermaßen verblieben die weiteren Produkte aus der Produktlinie Fertilität insgesamt in etwa auf Vorjahresniveau.

Der Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie, in dem unter anderem Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes sowie Wachstumsstörungen vertrieben werden, konnte im Geschäftsjahr 2024 aufgrund gestiegener Nachfrage ein starkes organisches Umsatzwachstum erzielen. Dabei verzeichnete das Diabetesmedikament Glucophage ® ein Umsatzwachstum im niedrigen Zehner-Prozentbereich, welches von allen Regionen getragen wurde. Der Betablocker Concor ® wies ebenfalls ein starkes organisches Umsatzwachstum auf. Auch das Schilddrüsenpräparat Euthyrox ® erreichte organische Umsatzzuwächse im niedrigen Zehner-Prozentbereich gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Produkt Saizen ® zur Behandlung verschiedener Wachstumshormonstörungen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahreszeitraum organische Umsatzzuwächse im niedrigen Zehner-Prozentbereich, welche sowohl auf höhere Nachfrage als auch auf Lieferengpässe eines Konkurrenzprodukts von Saizen ® zurückzuführen waren.

Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 von Erbitux®, Mavenclad® und Glucophage® nach Regionen - 2024

Erbitux ® in Mio. € 1.162 461 - 502 134
Organisches Wachstum 1 15,7 % 10,9 % - 10,9 % 61,6 %
Anteil 100 % 40 % - 43 % 11 %
Mavenclad ® in Mio. € 1.062 376 563 21 58
Organisches Wachstum 1 12,3 % 6,0 % 15,0 % 6,3 % 39,3 %
Anteil 100 % 35 % 53 % 2 % 6 %
Glucophage ® in Mio. € 954 136 - 502 214
Organisches Wachstum 1 11,1 % 7,7 % - 9,7 % 12,5 %
Anteil 100 % 14 % - 53 % 22 %
Gesamt Europa Nordamerika Asien-Pazifik (APAC) Lateinamerika
Erbitux ® 66
19,7 %
6 %
Mavenclad ® 44
8,8 %
4 %
Glucophage ® 102
20,7 %
11 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA)

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Regional entwickelten sich im Geschäftsjahr 2024 die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Healthcare wie folgt:

Umsatzentwicklung nach Regionen

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen/ Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Europa 2.720 32 % 8,2 % -1,2 % - 7,0 %
Nordamerika 1.778 21 % -0,6 % -0,2 % - -0,8 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.305 27 % 6,1 % -2,8 % - 3,3 %
Lateinamerika 1.056 13 % 18,3 % -5,9 % - 12,3 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 595 7 % 11,0 % -2,1 % - 8,9 %
Healthcare 8.455 100 % 7,0 % -2,0 % - 5,0 %
in Mio. € 2023 Anteil
Europa 2.541 31 %
Nordamerika 1.793 22 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.232 28 %
Lateinamerika 941 12 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 546 7 %
Healthcare 8.053 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt.

Überleitung EBITDA pre 1

2024 2023
in Mio. € IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1 IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1
Umsatzerlöse 8.455 - 8.455 8.053 - 8.053
Umsatzkosten -2.201 0 -2.201 -2.029 -1 -2.030
Bruttoergebnis 6.254 0 6.254 6.024 -1 6.023
Marketing- und Vertriebskosten -1.713 3 -1.710 -1.668 29 -1.639
Verwaltungskosten -313 12 -301 -314 20 -294
Forschungs- und Entwicklungskosten -1.503 9 -1.493 -1.657 2 -1.655
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) 2 - 2 -41 - -41
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -247 110 -137 -120 -41 -161
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 2.481 2.225
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen 540 -160 380 320 -10 310
EBITDA 2 3.021 2.545
Restrukturierungsaufwendungen 8 -8 - 32 -32 -
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen 11 -11 - 20 -20 -
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften -45 45 - -53 53 -
Akquisitionsbezogene Anpassungen - - - - - -
Sonstige Anpassungen - - - - - -
EBITDA pre 1 2.995 - 2.995 2.543 - 2.543
Davon: Organisches Wachstum 1
Davon: Währungseffekte
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen
Veränderung
in Mio. € Pre 1
Umsatzerlöse 5,0 %
Umsatzkosten 8,4 %
Bruttoergebnis 3,8 %
Marketing- und Vertriebskosten 4,3 %
Verwaltungskosten 2,6 %
Forschungs- und Entwicklungskosten -9,8 %
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) >100,0 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -15,4 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen 22,5 %
EBITDA 2
Restrukturierungsaufwendungen
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften
Akquisitionsbezogene Anpassungen
Sonstige Anpassungen
EBITDA pre 1 17,8 %
Davon: Organisches Wachstum 1 22,7 %
Davon: Währungseffekte -5,0 %
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen -

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Im Geschäftsjahr 2024 wurde ein moderater Anstieg des um Anpassungen bereinigten Bruttoergebnisses erzielt, während sich die Bruttomarge mit 74,0 % (Vorjahr: 74,8 %) leicht unter dem Vorjahresniveau befand.

Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen im Berichtszeitraum moderat an. Ursache dieser Entwicklung war unter anderem die Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, (Pfizer) zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Bavencio ® mit Wirkung zum 30. Juni 2023, welche zu verstärkten eigenen Vertriebsaktivitäten seit dem zweiten Halbjahr 2023 führte.

Während die um Anpassungen bereinigten Verwaltungskosten im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr moderat anstiegen, gingen die um Anpassungen bereinigten Forschungs- und Entwicklungskosten im Berichtszeitraum stark zurück. Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf geringere Entwicklungsaktivitäten nach der Einstellung des Entwicklungsprogramms zu Xevinapant im 2. Quartal 2024 sowie der Einstellung des Entwicklungsprogramms zu Evobrutinib im 4. Quartal 2023 zurückzuführen.

Der negative Saldo der um Anpassungen bereinigten sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge verringerte sich im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ursache dieser positiven Entwicklung waren im Wesentlichen Effekte aus der Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Krebsmedikaments Bavencio ®. Die an die Stelle der im sonstigen betrieblichen Aufwand ausgewiesenen Ergebnisbeteiligungen für Bavencio ® getretenen Lizenzgebühren an Pfizer werden seither in den Umsatzkosten ausgewiesen. Dies führte zu einer entsprechenden Entlastung des sonstigen betrieblichen Aufwands. Dieser Effekt konnte fehlende Erträge aus der Veräußerung einer nicht strategischen Marke im Vorjahreszeitraum überkompensieren.

Das EBITDA pre verzeichnete im Berichtsjahr 2024 einen Anstieg im hohen Zehner-Prozentbereich, was zu einer EBITDA-pre-Marge von 35,4 % führte (Vorjahr: 31,6%).

Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2

in Mio. € / Veränderung in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Electronics

Kennzahlen

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 3.785 3.659 126 3,4 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 360 248 112 45,3 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 9,5 % 6,8 %
EBITDA 2 887 816 71 8,7 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 23,4 % 22,3 %
EBITDA pre 1 970 913 57 6,2 %
Marge (in % der Umsatzerlöse) 1 25,6 % 25,0 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Entwicklung der Umsatzerlöse sowie der Ertragslage

Die erzielten Umsatzerlöse in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr und die jeweiligen organischen Wachstumsraten sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Umsatzerlöse und organisches Wachstum 1 nach Quartalen 2 in Mio. € / organisches Wachstum in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Umsatzentwicklung nach Geschäftseinheiten

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen / Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Semiconductor Solutions 2.631 69 % 7,8 % -1,4 % -0,3 % 6,1 %
Display Solutions 748 20 % -3,4 % -1,4 % 2,0 % -2,8 %
Surface Solutions 406 11 % 0,2 % -1,3 % - -1,1 %
Electronics 3.785 100 % 4,6 % -1,4 % 0,2 % 3,4 %
in Mio. € 2023 Anteil
Semiconductor Solutions 2.479 68 %
Display Solutions 770 21 %
Surface Solutions 411 11 %
Electronics 3.659 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, die sich aus den Geschäften Semiconductor Materials und Delivery Systems & Services (DS&S) zusammensetzt, verzeichnete im Geschäftsjahr 2024 ein starkes organisches Umsatzwachstum. Semiconductor Materials hatte mit einem organischen Wachstum im mittleren Zehner-Prozentbereich den größten Anteil hieran. Die verstärkte Nachfrage nach neuesten Technologieknoten, die Künstliche-Intelligenz-(KI-)Anwendungen ermöglichen, verliehen dem Geschäft zusätzlichen Aufschwung, als sich der Zyklus im Gesamtmarkt von dem schwachen Vorjahr erholte. Die Entwicklung in DS&S dämpfte das Wachstum der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions. Großprojekte brachten geringere Umsatzerlöse als im Vorjahr ein, in dem DS&S Rekordumsätze erzielte und teilweise die Rückgänge des Semiconductor-Materials-Geschäfts kompensierte.

Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics), die im Wesentlichen das Geschäft mit Flüssigkristallen, Fotolacken für Display-Anwendungen, OLED-Materialien sowie Messtechniklösungen umfasst, verzeichneten im Geschäftsjahr 2024 einen moderaten organischen Rückgang. Weitere Preisrückgänge, insbesondere bei Flüssigkristallen, wurden zum Teil durch das zusätzliche Absatzwachstum bei Flüssigkristallen und OLED-Lösungen kompensiert. Der Portfolio-Effekt ergab sich aus der Übernahme von Unity-SC SAS, Frankreich, einem auf Messtechniklösungen spezialisierten Unternehmen, die im 4. Quartal 2024 abgeschlossen wurde.

Die Geschäftseinheit Surface Solutions war im Geschäftsjahr 2024 organisch stabil. Eine schwächere Nachfrage nach Kosmetikprodukten kompensierte die moderaten Zuwächse bei Industrieerzeugnissen und Beschichtungen.

Regional entwickelten sich die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Electronics wie folgt:

Umsatzentwicklung nach Regionen

in Mio. € 2024 Anteil Organisches Wachstum 1 Währungseffekte 1 Akquisitionen / Veräußerungen 1 Gesamtveränderung
Europa 316 8 % -1,2 % 0,0 % 0,3 % -0,8 %
Nordamerika 785 21 % -0,3 % 0,0 % - -0,3 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.569 68 % 7,3 % -2,0 % 0,0 % 5,3 %
Lateinamerika 38 1 % 1,8 % -3,3 % - -1,4 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 77 2 % -5,3 % -0,3 % 9,2 % 3,6 %
Electronics 3.785 100 % 4,6 % -1,4 % 0,2 % 3,4 %
in Mio. € 2023 Anteil
Europa 318 9 %
Nordamerika 787 21 %
Asien-Pazifik (APAC) 2.440 67 %
Lateinamerika 39 1 %
Mittlerer Osten und Afrika (MEA) 75 2 %
Electronics 3.659 100 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Die nachfolgende Tabelle stellt die Zusammensetzung des EBITDA pre des Geschäftsjahres 2024 im Vergleich zum Vorjahr dar. Hierbei wurden die Werte gemäß IFRS um die in den jeweiligen Funktionskosten enthaltenen Anpassungen bereinigt.

Überleitung EBITDA pre 1

2024 2023
in Mio. € IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1 IFRS Eliminierung Anpassungen Pre 1
Umsatzerlöse 3.785 - 3.785 3.659 - 3.659
Umsatzkosten -2.319 16 -2.303 -2.332 37 -2.295
Bruttoergebnis 1.466 16 1.483 1.327 37 1.364
Marketing- und Vertriebskosten -568 2 -566 -591 3 -588
Verwaltungskosten -166 33 -133 -147 29 -118
Forschungs- und Entwicklungskosten -297 1 -296 -297 1 -297
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -2 2 - -0 - -
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge -75 58 -16 -44 70 26
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 360 248
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen 527 -29 498 568 -42 526
EBITDA 2 887 816
Restrukturierungsaufwendungen 22 -22 - 60 -60 -
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen 32 -32 - 24 -24 -
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften 17 -17 - - - -
Akquisitionsbezogene Anpassungen 12 -12 - 13 -13 -
Sonstige Anpassungen - - - - - -
EBITDA pre 1 970 - 970 913 - 913
Davon: Organisches Wachstum 1
Davon: Währungseffekte
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen
Veränderung
in Mio. € Pre 1
Umsatzerlöse 3,4 %
Umsatzkosten 0,3 %
Bruttoergebnis 8,7 %
Marketing- und Vertriebskosten -3,7 %
Verwaltungskosten 12,1 %
Forschungs- und Entwicklungskosten -0,2 %
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) >100,0 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge >100,0 %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1
Abschreibungen/ Wertminderungen/ Wertaufholungen -5,3 %
EBITDA 2
Restrukturierungsaufwendungen
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen
Gewinne (-)/Verluste (+) aus abgegangenen Geschäften
Akquisitionsbezogene Anpassungen
Sonstige Anpassungen
EBITDA pre 1 6,2 %
Davon: Organisches Wachstum 1 6,9 %
Davon: Währungseffekte -1,0 %
Davon: Akquisitionen/Veräußerungen 0,2 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Getragen vom oben beschriebenen Umsatzwachstum stieg das um Anpassungen bereinigte Bruttoergebnis des Unternehmensbereichs Electronics im Geschäftsjahr 2024 stark an. Die um Anpassungen bereinigte Bruttomarge betrug 39,2 % und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr (Vorjahr: 37,3 %), was vor allem auf höhere Absatzmengen, positive Mixeffekte und die damit verbundene bessere Fixkostendeckung zurückzuführen war.

Die Marketing- und Vertriebskosten sanken im Jahresvergleich im Zuge der erfolgreichen Umsetzung von Initiativen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung in den Bereichen Marketing und Vertrieb einschließlich Logistik. Die Verwaltungskosten stiegen vor allem aufgrund höherer Personalkosten, die durch regelmäßige jährliche Gehaltserhöhungen bedingt waren, sowie steigender IT-Kosten und negativer Währungseffekte. Außerdem verringerte sich der Saldo der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträge, was im Wesentlichen dem im Geschäftsjahr 2023 realisierten Einmalertrag aus der Veräußerung von OLED-Patenten und Lizenzen an die Universal Display Corporation, USA, zuzuschreiben war.

Infolgedessen verbesserte sich das EBITDA pre im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Vorjahr. Die EBITDA-pre-Marge erhöhte sich auf 25,6 % (Vorjahr: 25,0 %).

Die Entwicklung des EBITDA pre in den einzelnen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr ist in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

EBITDA pre 1 und Veränderung nach Quartalen 2 in Mio. € / Veränderung in %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Quartalsaufteilung ungeprüft.

Konzernkosten und Sonstiges

Unter Konzernkosten und Sonstiges werden Verwaltungskosten für zentrale Konzernfunktionen zusammengefasst, die nicht direkt den Unternehmensbereichen zugeordnet werden können.

Kennzahlen

Veränderung
in Mio. € 2024 2023 in Mio. € in %
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 -748 -750 2 -0,2 %
EBITDA 2 -630 -640 10 -1,6 %
EBITDA pre 1 -528 -434 -94 21,8 %

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Die Verbesserung des operativen Ergebnisses und des EBITDA im Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergab sich insbesondere durch einen Rückgang der Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Programm zur stetigen Verbesserung der Prozesse und zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen. Dieser Rückgang wurde teilweise kompensiert durch höhere laufende Verwaltungsaufwendungen, die zu einer Verringerung des EBITDA pre führten. Bereichsübergreifende Forschungs- und Entwicklungskosten wurden in Höhe von 92 Mio. € (Vorjahr: 94 Mio. €) den Konzernkosten zugeordnet.

Risiko- und Chancenbericht

Als globales Wissenschafts- und Technologieunternehmen verstehen wir die Identifizierung von Risiken und Chancen als wesentlichen Teil unserer Bemühungen, unsere Unternehmensbereiche widerstandsfähig zu machen und Mehrwert zu schaffen. Wir sind in einem sehr komplexen, globalen und eng verzahnten Geschäftsumfeld tätig, wodurch das kompetente Management von Risiken und Chancen eine noch größere Bedeutung erhält. Das Risiko- und Chancenmanagement ist für uns daher eine notwendige und tragende Säule unserer internen Geschäftsplanung und -prognose. Wir haben Prozesse, Instrumente und Verantwortlichkeiten eingeführt, um Risiken frühzeitig zu identifizieren und ihnen mit effektiven und effizienten Mitigationsmaßnahmen entgegenwirken zu können.

Risiken werden in unserem internen Rahmenwerk zur Risikoberichterstattung definiert als mögliche künftige Ereignisse oder künftige Entwicklungen, die zu einer negativen Abweichung von unseren prognostizierten finanziellen und nichtfinanziellen Zielen führen könnten. Risikoparameter in diesem Zusammenhang sind die Wahrscheinlichkeiten finanzieller (quantitativer) Auswirkungen (EBITDA pre / operativer Cashflow) oder nichtfinanzieller (qualitativer) Auswirkungen (Reputation/Marke, Strategie, Betrieb, ESG-Kriterien wie Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, unter anderem in Bezug auf Belegschaft und Ethik).

Chancen sind als mögliche positive Abweichung von unseren Zielen zu verstehen. Künftige Ereignisse und erwartete Entwicklungen werden in der internen Planung berücksichtigt, sofern davon ausgegangen werden kann, dass sich diese im Planungszeitraum wahrscheinlich verwirklichen werden. Im folgenden Abschnitt sind die Risiken und Chancen dargestellt, die zu positiven und negativen Abweichungen von unseren bestehenden Zielen führen können.

Der folgende Bericht ist aus der Perspektive der Merck KGaA sowie des übergeordneten Konzerns relevant.

Three-Lines-of-Defense

Wir verwenden zur Organisation von Risikomanagement und Kontrollen das gut etablierte "Three-Lines-of-Defense"-Modell, das von der Federation of European Risk Management Associations (FERMA), der European Confederation of Institutes of Internal Auditing (ECIIA) und dem Institute of Internal Auditors (IIA) entwickelt wurde. Das Modell gliedert unsere Unternehmensfunktionen für eine ordnungsgemäße und effektive Risikokontrolle in drei Bereiche, die sogenannten "Lines of Defense" (Verteidigungslinien):

Die erste Verteidigungslinie umfasst alle Funktionen, die für das operative Geschäft verantwortlich sind und deren tägliche Geschäftsrisiken Auswirkungen haben können. Risikomanager sind die Leiter der Geschäftseinheiten und der unterstützenden Konzernfunktionen sowie die lokalen Managing Director. Sie richten Prozesse gemäß den von der zweiten Verteidigungslinie festgelegten Anforderungen ein, um Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu überwachen sowie Maßnahmen zur ordnungsgemäßen Risikominderung zu entwickeln. Die Ergebnisse dieser Bewertungen werden regelmäßig an die Geschäftsleitung der Merck KGaA übermittelt.

Die zweite Verteidigungslinie umfasst unterstützende Funktionen auf Konzern- und lokaler Ebene, die das operative Geschäft kontrollieren und überwachen (erste Verteidigungslinie). Hierzu zählen unter anderem die Entwicklung und Umsetzung von Methoden und Verfahren für das Risikomanagement und das interne Kontrollsystem (finanziell und nichtfinanziell) sowie dessen regelmäßige Überwachung.

Die dritte Verteidigungslinie ist unsere Interne Revision. Als objektives und unabhängiges Revisionsorgan prüft sie sowohl das operative Geschäft (erste Verteidigungslinie) als auch die Kontroll- und Überwachungsfunktionen (zweite Verteidigungslinie), um sicherzustellen, dass Risiken gegenüber der Geschäftsleitung der Merck KGaA und dem Aufsichtsrat der Merck KGaA effektiv identifiziert, bewertet und kontrolliert werden.

Die Funktionen der zweiten und dritten Verteidigungslinie berichten regelmäßig an die Geschäftsleitung der Merck KGaA und den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats der Merck KGaA.

Internes Kontrollsystem

Internes Kontrollsystem für den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess

Ziel des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen sicherzustellen, dass ein gesetzes- und regelkonformer Abschluss erstellt wird. Dieses System umfasst Maßnahmen, die eine vollständige, richtige und zeitnahe Übermittlung und Darstellung von Informationen sicherstellen sollen, die für die Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts relevant sind.

Unser internes Kontrollsystem für die Finanzberichterstattung beruht auf dem COSO-Rahmenwerk (Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission), einem weltweit anerkannten Standard, der in fünf Bestandteile unterteilt wird: Kontrollumfeld, Risikobeurteilung, Kontrollaktivitäten, Information und Kommunikation sowie Überwachung. Jeder dieser Bestandteile wird regelmäßig dokumentiert, überprüft und/oder bewertet. Dieses Kontrollsystem ist darauf ausgerichtet, die Ordnungsmäßigkeit des Konzernrechnungslegungsprozesses durch funktionierende interne Kontrollen mit hinreichender Sicherheit zu gewährleisten.

Die Konzernfunktion Group Financial Reporting steuert zentral die Aufstellung des Konzernabschlusses der Merck KGaA als Muttergesellschaft des Merck-Konzerns sowie die Aufstellung des Konzernabschlusses der E. Merck KG. Diese Konzernfunktion gibt die Anforderungen an die Berichterstattungsinhalte vor, die für alle Tochtergesellschaften verpflichtend sind. Zugleich steuert und überwacht sie die zeitlichen und prozessbezogenen Vorgaben im Konzernabschluss. Die Business-Services-Organisation verwaltet sämtliche Veränderungen der Beteiligungsstruktur und passt den Konsolidierungskreis des Konzerns entsprechend an. Der Konsolidierungsprozess stellt eine sachgerechte Eliminierung von konzerninternen Geschäftsvorfällen sicher. Basis für die Erstellung der an die Konzernfunktion Group Financial Reporting berichteten Abschlüsse gemäß den International Financial Reporting Standards (IFRS) bildet die konzernweite Bilanzierungsrichtlinie, die zeitnah dem sich ändernden finanzregulatorischen Umfeld angepasst und gemäß den internen Berichterstattungsanforderungen aktualisiert wird. Bei Sonderthemen, wie beispielsweise der Bilanzierung von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 oder leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, werden - wenn erforderlich - externe Sachverständige hinzugezogen.

Die Einzelgesellschaften verfügen über ein lokales, internes Kontrollsystem innerhalb eines globalen Rahmenwerks. Sofern Finanzprozesse durch die Business-Services-Organisation ausgeführt werden, kommt zudem das interne Kontrollsystem der Business-Services-Organisation zur Anwendung. Beide stellen die richtlinienkonforme Bilanzierung gemäß den IFRS und der Bilanzierungsrichtlinie des Konzerns sicher.

Group Financial Reporting steht den lokalen Ansprechpartnern unterstützend zur Verfügung und gewährleistet eine durchgängig hohe Qualität der Finanzberichterstattung.

Für die Erstellung der Konzernberichterstattung nutzen unsere Tochtergesellschaften überwiegend Standardsoftware von SAP. Die Eliminierung konzerninterner Transaktionen erfolgt ebenfalls mittels einer Konsolidierungssoftware von SAP. Sowohl bei der Berichterstattung der Einzelgesellschaften als auch bei der Konzernabschlusserstellung wird eine aufgabengerechte Funktionstrennung durch ein detailliertes Berechtigungskonzept sichergestellt. Der Rechnungslegungsprozess ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass eine Einhaltung des Vieraugenprinzips von den beteiligten Bereichen gewährleistet wird.

Die operative Effektivität unseres internen finanziellen Kontrollsystems wird regelmäßig im Rahmen von Selbstbewertungen durch unsere Tochtergesellschaften und unterstützenden Konzernfunktionen überprüft. Die Qualität wird systematisch durch eine eigene Konzernfunktion für interne Kontrollen und Governance überprüft. Kontrollmängel werden ordnungsgemäß dokumentiert und sofern erforderlich werden geeignete Gegenmaßnahmen ergriffen, um die Kontrollmängel zeitnah zu beheben.

Die Bestätigung der übergreifenden Effektivität des internen Finanzkontrollsystems in Bezug auf die Rechnungslegung und Ordnungsmäßigkeit der Finanzberichterstattung der relevanten Einzelgesellschaften erfolgt durch den lokalen Managing Director und Chief Financial Officer durch Unterzeichnung der Berichterstattung der Einzelgesellschaft sowie eine separate Bestätigung der Effektivität des Kontrollsystems. Bei der Bilanzierung von Bilanzposten existiert eine enge Kooperation zwischen Group Financial Reporting und dem Risikomanagement, um eventuelle Risiken bilanziell korrekt abzubilden.

Alle oben beschriebenen Strukturen und Prozesse beziehen sich auf die Verfahren von Group Financial Reporting und unterliegen der regelmäßigen Prüfung der Internen Revision, basierend auf einem jährlichen Prüfungsplan, der durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA festgelegt wird.

Die Ergebnisse der Selbstbewertungen, Qualitätsprüfungen und internen Audits werden von Geschäftsleitung der Merck KGaA, Aufsichtsrat der Merck KGaA und Prüfungsausschuss der Merck KGaA behandelt. Unser internes Finanzkontrollsystem ermöglicht es, das Risiko wesentlicher falscher Darstellungen in der Rechnungslegung zu reduzieren. Ein Restrisiko kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden, da kein internes Kontrollsystem, unabhängig von seiner Ausgestaltung, unfehlbar ist.

Nichtfinanzielles internes Kontrollsystem und Gesamtbewertung *

Im Zusammenhang mit den sich ständig verändernden externen und internen Anforderungen an das Management nichtfinanzieller Risiken wurde während des Geschäftsjahres 2024 weiter an der Entwicklung eines Prozess- und Organisationskonzepts sowie einer Roadmap zur Erweiterung des Managements von nichtfinanziellen Risiken gearbeitet.

Das nichtfinanzielle interne Kontrollsystem ist auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie abgestimmt und den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) entsprechend aufgesetzt. Ziel ist es, in Vorbereitung auf die künftig zu erwartenden gesetzlichen Anforderungen der CSRD, die Umsetzung organisationsweiter Maßnahmen und Kontrollen kontinuierlich zu verbessern. Gegenüber dem Vorjahr haben wir die internen Kontrollen für die Nachhaltigkeitsberichterstattung weiter formalisiert und mit der Integration in das gesamte interne Kontrollsystem begonnen.

Ziel unseres internen Kontrollsystems ist es daher, den Eintritt potenzieller Risiken zu verhindern oder zu reduzieren sowie Risiken in Geschäftsprozessen aktiv zu steuern. Auf diese Weise soll es dazu beitragen, sicherzustellen, dass alle Aktivitäten mit Gesetzen und Regularien übereinstimmen. Das gesamte Kontrollsystem und die jeweils angewandten Methoden werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die Verantwortung für die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Rechnungslegungsprozesse sowie die Weiterentwicklung der nichtfinanziellen Kennzahlen liegt bei den jeweils verantwortlichen Führungskräften beziehungsweise den Risiko- und Prozessverantwortlichen.

Im Geschäftsjahr 2024 wurden sämtliche relevanten Aspekte zur Beurteilung der übergreifenden Effektivität des internen Kontrollsystems und Risikomanagements in einem einzigen Bestätigungsprozess zusammengeführt. Dieser Prozess schloss entsprechende Bestätigungen der Effektivität vonseiten der Konzernfunktionen, der lokalen Managing Director und der lokalen Chief Financial Officer sowie Geschäftsfunktionen ein. Die Ergebnisse dieser Einschätzung wurden der Geschäftsleitung der Merck KGaA unter Berücksichtigung etwaiger empfohlener Verbesserungsmöglichkeiten vorgelegt.

* Die Inhalte dieses Kapitels beziehungsweise dieses Abschnitts sind freiwillige Angaben und daher nicht geprüft. Unser Abschlussprüfer hat den Text jedoch kritisch gelesen.

Aufgrund der heterogenen Prozesslandschaft sowie der umfassenden Veränderungen des Anforderungskatalogs an nichtfinanzielle Informationen wurde der Reifegrad des internen Kontrollsystems verbessert. Auf Grundlage der risikobasierten Bewertungen des finanziellen und nichtfinanziellen internen Kontrollsystems, des Compliance- und Risikomanagements, von Bestätigungen durch Stakeholder sowie regelmäßiger allgemeiner Audits durch die Interne Revision sind der Geschäftsleitung der Merck KGaA derzeit bezogen auf den 31. Dezember 2024 bezüglich wesentlicher Belange keine Anhaltspunkte bekannt, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit dieser Systeme sprechen.

Risiko- und Chancenmanagement

Die Konzernfunktion Group Risk Management gibt den organisatorischen Rahmen für das Risikomanagement vor und berichtet an den Chief Financial Officer. Wir haben ein ganzheitliches Risikomanagementsystem eingeführt, welches das langfristige Erreichen der Ziele unserer Gruppe sowie den geeigneten Umgang mit Risiken gewährleisten soll, um unseren Fortbestand und unseren zukünftigen Erfolg sicherzustellen. Die Interne Revision überprüft im Rahmen von Audits regelmäßig die Funktionsfähigkeit der bereichsinternen Risikomanagementprozesse auf lokaler Ebene und gleichzeitig die Informationsweitergabe relevanter Risiken aus dem operativen Geschäft an das Konzernrisikomanagement. Ferner überprüft unser externer Abschlussprüfer das Risikofrüherkennungssystem gemäß § 317 Abs. 4 HGB im Rahmen der Jahresabschlussprüfung der Merck KGaA.

Unsere Risikomanagementaktivitäten haben zum Ziel, Risiken kontinuierlich und zeitnah zu erkennen, sie zu bewerten, zu steuern und ihre potenziell negativen Auswirkungen mit zielgerichteten Maßnahmen zu mindern. Die Verantwortlichkeiten, Ziele und Verfahren des Risikomanagements sind in unseren internen Gruppenstandards für das Risikomanagement dargelegt. Die ernannten Risikoverantwortlichen, einschließlich der Leiter der Geschäfte, der Managing Director der Tochtergesellschaften und der unterstützenden Konzernfunktionen sind dafür verantwortlich, Risikomanagementprozesse zu überwachen und durchzuführen. Diese Prozesse umfassen verschiedene Anforderungen, wie zum Beispiel die Identifizierung von Risiken unter Berücksichtigung interner und externer Faktoren (mit Auswirkungen auf finanzielle und nichtfinanzielle Ziele), die Analyse von Risiken, die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zur Risikominderung, die Festlegung von Präventionsmaßnahmen und gegebenenfalls Notfallplänen sowie die Dokumentation von Risiken und Maßnahmen zur Risikominderung.

Die Risikoverantwortlichen bewerten die Risikolage kontinuierlich neu und melden ihr Risikoportfolio zweimal im Jahr an das Konzernrisikomanagement. Wir nutzen spezielle Risikomanagement-Tools, um diese Aktivitäten zu ermöglichen beziehungsweise zu unterstützen. Das Konzernrisikomanagement koordiniert und überwacht die Bottom-up-Risikoberichterstattung. Dies umfasst die Bestätigung der Plausibilität der berichteten Risiken, die Beurteilung der Wirksamkeit der risikomindernden Maßnahmen und Zeitpläne sowie die Bestimmung des Restrisikos. Das Nettorisiko wird anschließend im internen Risikobericht dargestellt.

Für die interne Bottom-up-Risikoberichterstattung basiert die Berichterstattung auf festgelegten Schwellenwerten und es werden verschiedene Verteilungsfunktionen verwendet, um Szenarien mit den entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten zu reflektieren. Risiken unterhalb des globalen Schwellenwerts für die Berichterstattung werden auf lokaler Ebene gesteuert und überwacht. Der für die interne Risiko- und Chancenberichterstattung angewandte Zeitrahmen beträgt fünf Jahre. Er kann in Sonderfällen auch über diesen Zeitrahmen hinausgehen, zum Beispiel bei regulatorischen Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die beschriebenen Risiken und ihre Bewertung beruhen auf den jeweiligen Jahreswerten im Berichtszeitraum. Die Einschätzung der dargestellten Risiken bezieht sich auf den 31. Dezember 2024. Nach dem Bilanzstichtag sind keine signifikanten Änderungen eingetreten, die eine veränderte Darstellung der Risikolage des Konzerns erforderlich gemacht hätten.

Das Konzernrisikomanagement analysiert die berichteten Informationen, um das aktuelle Risikoportfolio des Konzerns zu bestimmen. Diese Beurteilung wird der Geschäftsleitung der Merck KGaA, dem Aufsichtsrat der Merck KGaA und den relevanten Ausschüssen der Merck KGaA zweimal im Jahr in einem umfassenden Bericht zusammen mit ausführlichen Erläuterungen vorgelegt. Dies beinhaltet auch eine quantitative Aggregation der Risiken auf Konzernebene mittels Monte-Carlo-Simulation. Darüber hinaus werden nennenswerte Veränderungen der Einschätzung bereits bekannter Risiken oder der Identifizierung neuer signifikanter Risiken jederzeit und zeitnah an die Geschäftsleitung der Merck KGaA berichtet.

Der Chancenmanagementprozess ist in unsere internen Controllingprozesse integriert und ist mit der Unternehmensstrategie in den operativen Geschäftseinheiten abgestimmt. Im Rahmen der Strategie- und Planungsprozesse analysieren die Unternehmensbereiche mögliche geschäftsbezogene positive Entwicklungen und werten sie aus. In diesem Zusammenhang werden Investitionsmöglichkeiten vor allem hinsichtlich ihres potenziellen Wertbeitrags sorgfältig geprüft und priorisiert, um eine optimale Allokation von Ressourcen sicherzustellen. Wir investieren gezielt in Wachstumsmärkte, um vor Ort die Möglichkeiten der dynamischen Entwicklung und der Nähe zu den Kunden zu nutzen.

Wird das Eintreten von möglichen positiven Entwicklungen als wahrscheinlich eingeschätzt, werden diese in die Geschäftspläne aufgenommen. Darüber hinaus identifizierte potenziell positive Entwicklungen werden als Teil des Chancenmanagementprozesses analysiert und gesteuert. Hierzu zählen auch Trends oder Ereignisse, die zu einer positiven Entwicklung des EBITDA pre oder operativen Cashflows führen können. Diese Chancen haben das Potenzial, sich positiv auf unsere mittelfristigen Perspektiven auszuwirken.

Risiko- und Chancenbewertung

Die Bedeutung eines Risikos wird anhand der potenziell resultierenden negativen Abweichungen von unseren finanziellen und nichtfinanziellen Zielen in Verbindung mit seiner Eintrittswahrscheinlichkeit beurteilt. Die zugrunde liegenden Skalen zur Messung dieser Faktoren sind nachfolgend aufgeführt:

Eintrittswahrscheinlichkeit

Eintrittswahrscheinlichkeit Erläuterung
< 1 % Sehr unwahrscheinlicher Eintritt
1 - 5 % Unwahrscheinlicher Eintritt
5 - 20 % Möglicher Eintritt
20 - 50 % Wahrscheinlicher Eintritt
> 50 % Ereigniseintritt ist wahrscheinlicher als nicht

Grad der Auswirkung

Grad der Auswirkung Erläuterung
> 500 Mio. € Kritische negative Auswirkung auf EBITDA pre und/oder operativen Cashflow
100 - 500 Mio. € Erhebliche negative Auswirkung auf EBITDA pre und/oder operativen Cashflow
25 - 100 Mio. € Moderate negative Auswirkung auf EBITDA pre und/oder operativen Cashflow
10 - 25 Mio. € Geringe negative Auswirkung auf EBITDA pre und/oder operativen Cashflow
< 10 Mio. € Unwesentliche negative Auswirkung auf EBITDA pre und/oder operativen Cashflow

Um eine gründliche Beurteilung der finanziellen und nichtfinanziellen Risiken zu ermöglichen, steht eine qualitative Bewertungsskala zur Verfügung, mit der die indirekten finanziellen Auswirkungen bewertet werden. Die Verwendung dieser Skala, welche die Dimensionen Reputation, ESG (Environment, Social, Governance), Strategie und/oder Operations enthalten, ist obligatorisch für die Bewertung von nicht quantifizierbaren und qualitativen Risiken. Die Skala stuft den Einfluss dieser Risiken auf die vier Dimensionen als gering, moderat, erheblich oder kritisch ein und dient demnach als umfassende Referenz für die Bewertung.

Die Bewertung von Chancen erfolgt jeweils im betreffenden Geschäftsumfeld. Im Rahmen der kurzfristigen sowie der strategischen Planung werden generelle Maßnahmen der Geschäftsfunktionen in der Regel in Bezug auf das EBITDA pre und den operativen Cashflow quantifiziert. Darüber hinaus identifizieren und nutzen wir Chancen im Rahmen unseres regulären Geschäftsbetriebs und durch unsere täglichen Beobachtungen interner Prozesse und der Märkte.

Investitionsmöglichkeiten werden primär durch das Heranziehen von Kennzahlen wie Kapitalwert, interner Zinsfuß, Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) sowie Amortisationszeit der Investition bewertet und priorisiert. Diese Indikatoren werden verwendet, um das Potenzial von Investitionsprojekten zu bewerten und sie entsprechend zu priorisieren. Ebenso werden Szenarien angewendet, um die Auswirkung möglicher Schwankungen und Veränderungen in den jeweiligen Einflussgrößen auf die Ergebnisse zu simulieren.

Geschäftsbezogene Risiken und Chancen

Politische und regulatorische Risiken und Chancen

Als global operierender Konzern sehen wir uns politischen und regulatorischen Veränderungen in vielen Ländern und Märkten ausgesetzt.

Risiken restriktiverer regulatorischer Vorgaben betreffend Preisbildung und Kostenerstattung von Arzneimitteln sowie preisbezogene Chancen

Zahlreiche Verordnungen, die sich kontinuierlich ändern und gegebenenfalls sogar strenger werden können, haben Auswirkungen auf unser Geschäft. Beispielsweise setzt sich im Unternehmensbereich Healthcare der bekannte Trend zu zunehmend restriktiven Vorgaben betreffend Preisbildung und Kostenerstattung sowie zur Ausweitung von Rabattgruppen für Arzneimittel fort. Angesichts der weltweit steigenden Gesundheitsausgaben, sowohl absolut als auch relativ zum Bruttoinlandsprodukt, geraten Gesundheitsbudgets zunehmend unter Druck. Diese Entwicklungen können die Rentabilität unserer Produkte negativ beeinflussen, ebenso wie Marktreferenzierung zwischen den Ländern, sowie der Erfolg von Markteinführungen. Absehbare Auswirkungen werden bestmöglich in den Plänen des Bereichs berücksichtigt. Eine enge Kommunikation mit Gesundheits- und Zulassungsbehörden dient als Maßnahme zur präventiven Risikoabwehr. Verbleibende, über die Pläne hinausgehende Risiken aus restriktiven regulatorischen Vorgaben sind möglich bis wahrscheinlich und könnten erhebliche Auswirkungen haben. Zusätzlich könnte ein Risiko mit moderaten Auswirkungen wahrscheinlicher als nicht eintreten. Wir haben die Möglichkeit von daraus resultierenden Preissenkungen zwar in unseren Plänen berücksichtigt, dennoch könnte sich eine Chance ergeben, falls der Preisdruck von den Gesundheitssystemen weltweit weniger ausgeprägt als erwartet ausfallen oder zu einem späteren Zeitpunkt zum Tragen kommen würde als in der Basisannahme vorgesehen. Darüber hinaus sind wir als weltweiter Anbieter innovativer Spezialprodukte, der einen "Focused-Leadership"-Ansatz in attraktiven Therapiegebieten verfolgt, gut positioniert, um von attraktiven Modellen für die Preisgestaltung für nachgewiesene wesentliche therapeutische Verbesserungen zu profitieren.

Risiko stärkerer Reglementierungen bei Herstellung, Testung und Vermarktung von Produkten

Wir müssen zahlreiche regulatorische Vorgaben bezüglich der Herstellung, Testung und Vermarktung vieler unserer Produkte erfüllen. Konkret betrifft dies etwa die Europäische Union, wo wir der europäischen Chemikalienverordnung REACH unterliegen. Ähnliche Verordnungen werden überall auf der Welt für relevante Märkte erlassen, insbesondere in Asien. Durch diese Verordnungen werden umfassende Tests von Chemikalien notwendig. Außerdem könnte die Verwendung von Chemikalien, wie von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS), in der Produktion und in Endprodukten eingeschränkt werden. Dies würde die Möglichkeit einschränken, bestimmte Produkte herzustellen und zu vermarkten. Angesichts der Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit der EU, einer Initiative im Rahmen des European Green Deal, rechnen wir mit zunehmenden Forderungen, bestimmte gefährliche Stoffe zu ersetzen. Wir betreiben kontinuierlich Forschung und Entwicklung (F&E) zur Substanzcharakterisierung und gegebenenfalls Substitution kritischer Substanzen, um dieses Risiko zu reduzieren. Zusätzlich könnten weitere regulatorische Anforderungen zu zusätzlichen Maßnahmen und Kosten führen. Dennoch werden Risiken einer stärkeren Reglementierung als möglich bis wahrscheinlich mit der Möglichkeit einer moderaten Auswirkung eingestuft.

Risiko negativer politischer und makroökonomischer Entwicklungen

Wir sind in einem zunehmend fragmentierten globalen Umfeld tätig, das von protektionistischer Handelspolitik, regionalem Wettbewerb und wechselnden Allianzen zwischen maßgeblichen Akteuren wie den USA, der EU, China und Schwellenländern wie Mexiko sowie Brasilien, Indien und weiteren Staaten des BRICS-Bündnisses geprägt ist. Das Arbeitsprogramm 2024 - 2025 der EU, die innenpolitischen Prioritäten der US-Regierung, Chinas Streben nach wirtschaftlicher Autarkie und der zunehmende Einfluss der BRICS-Staaten sind Faktoren, welche die globalen Lieferketten und Handelsströme in den kommenden Jahren grundlegend neu definieren werden.

In diesem komplexen Umfeld sorgen eskalierende geopolitische Spannungen für zusätzliche Unsicherheiten und Risiken. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat die europäischen Lieferketten gestört und die Energiekosten in die Höhe getrieben, was nicht nur die regionale Stabilität beeinflusst, sondern auch die Geschäftstätigkeit in allen Wirtschaftszweigen verkompliziert. Darüber hinaus hat der Nahost-Konflikt für zunehmende Besorgnis hinsichtlich der Stabilität in einer für Handel und Innovation wichtigen Region gesorgt und das Risiko eines Übergreifens auf weitere Regionen erhöht, was wiederum Auswirkungen auf den globalen Handel nach sich ziehen könnte. Gleichzeitig tragen die zunehmenden Spannungen zwischen Festlandchina und Taiwan zur Komplexität bei, da potenzielle Beeinträchtigungen der ostasiatischen Technologie- und Produktionszentren mit Herausforderungen für unsere Lieferkette verbunden wären und umfangreichere Risikomanagementmaßnahmen erfordern würden.

Die "Made in America"-Agenda der US-Regierung in Verbindung mit verschärften Exportkontrollen - insbesondere in den Bereichen Biopharma und Elektronik - hat Auswirkungen auf unsere strategische Positionierung in Nordamerika. Parallel dazu strebt Europa im Zuge der jüngsten Initiativen der Europäischen Kommission nach "technologischer Souveränität". Unsere globale Präsenz bietet uns beispielsweise im Unternehmensbereich Electronics die Chance, die Nachfrageverlagerung von Asien in andere Regionen wie zum Beispiel die USA und Europa zu nutzen, während wir durch unsere starke lokale Präsenz in China wettbewerbsfähig bleiben können. Obwohl einzelne Branchenakteure laufende Expansionen in den USA und Europa aufschieben, bleibt der allgemeine Trend einer geografischen Verschiebung, insbesondere von Kapazitäten für die Produktion hochentwickelter Mikrochips, bestehen.

Chinas Bestrebungen um eine Unabhängigkeit seiner Wirtschaft - etwa in der Pharma- und Biotechnologiebranche sowie im Bereich hochentwickelter Elektronik - stellen weiterhin eine Herausforderung dar. Die "Dual Circulation"-Strategie des Landes setzt auf einheimische Innovationen und die Binnennachfrage, wodurch sich für ausländische Unternehmen potenziell regulatorische Hürden auftun. Unterdessen nehmen andere wichtige Märkte wie Mexiko sowie Brasilien, Indien und weitere Staaten des BRICS-Bündnisses im Welthandel und bei den Industriestandards zunehmend einflussreiche Rollen ein. Indien hat sich zum Ziel gesetzt, ein führender Produktions- und Pharmastandort zu werden, und investiert daher in großem Umfang in die Gesundheits- und Technologieinfrastruktur.

Zusätzlich zur Dynamik einzelner Märkte setzt sich das BRICS-Bündnis für multipolare handelspolitische Rahmenbedingungen ein, die darauf abzielen, die Abhängigkeit von westlich geprägten Systemen zu verringern und eine stärkere Süd-Süd-Kooperation zu fördern. Angesichts des wachsenden Einflusses der BRICS-Staaten auf die globale Handelspolitik beobachten wir diese Entwicklungen genau, um sicherzustellen, dass unsere Lieferketten und regulatorischen Strategien anpassungsfähig bleiben und diesem neu entstehenden Handelsökosystem Rechnung tragen.

Die zunehmende regionale Fokussierung in diesen Märkten wird wahrscheinlich mit höheren Betriebskosten und Inflationsdruck einhergehen, wovon insbesondere Unternehmen betroffen sein dürften, die auf globale Logistik und Hightech-Produktion angewiesen sind. Hierauf reagieren wir mittels eines dualen Ansatzes: zum einen durch die Steigerung der Kosteneffizienz und zum anderen durch gezielte Investitionen in Schlüsselregionen, um uns an die lokalen regulatorischen Rahmenbedingungen und Marktanforderungen anzupassen.

Unser robustes Risikomanagementsystem überwacht kontinuierlich geopolitische und wirtschaftliche Indikatoren in allen wesentlichen Regionen, sodass wir auf neue Entwicklungen schnell reagieren können. Diese Echtzeit-Überwachung ermöglicht uns, proaktiv zu handeln, uns an unterschiedliche regulatorische Prioritäten anzupassen und Beeinträchtigungen in unseren Hauptsektoren so gering wie möglich zu halten.

Mit Blick auf die Zukunft liegt ein Schwerpunkt unserer Strategie darauf, durch regionale Diversifizierung, die Anpassung an regulatorische Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen in wichtigen Regionen unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken. Dieser Ansatz ermöglicht nicht nur die Aufrechterhaltung der Betriebstätigkeit, sondern stellt auch die Weichen für langfristige Stabilität und Wachstum unseres Unternehmens in einem global vernetzten und zunehmend multipolaren Wirtschaftsgefüge.

Die Nettorisiken aus negativen politischen und makroökonomischen Entwicklungen werden als möglich angesehen und könnten erhebliche bis kritische Auswirkungen haben. Unsere Annahmen bezüglich der geopolitischen Entwicklungen enthalten jedoch keine Extremszenarien mit einer schwerwiegenden Eskalation der Spannungen. Das Eintreten solcher Szenarien würde ganze Branchen und das Gleichgewicht der geopolitischen und wirtschaftlichen Struktur gefährden, was ein wesentliches Problem für uns wie auch für alle anderen Unternehmen darstellen würde.

Weitere Einzelheiten zur makroökonomischen Entwicklung sind unter "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu finden.

Marktrisiken und -chancen

Risiken und Chancen im Bereich Life Science

Unsere Geschäftseinheit Science & Lab Solutions bedient Kunden in der Biotechnologie- und Pharmabranche und anderen Industrien bei Forschung, Produktion und Prüfung. Darüber hinaus zählen auch Behörden und Forschungseinrichtungen zu den Kunden des Geschäftsbereichs. Trotz derzeitiger nachteiliger Entwicklungen - ein komplexes makroökonomisches Umfeld sowie geringere Marktnachfrage insbesondere in den USA und China - ist die Geschäftseinheit gut positioniert, um langfristiges, profitables Wachstum zu erreichen. Wir möchten unseren Kunden eine optimierte Erfahrung und ein umfassendes Angebotsportfolio bereitstellen, um ihre Forschungs- und Analyseprozesse zu unterstützen. Dies umfasst zahlreiche Kundenlösungen im Bereich innovative Digitalisierung und Automatisierung.

Mit ihrem umfassenden Produktportfolio, das Filtrationseinheiten, Chromatografieharze, Einwegsysteme sowie Hilfsstoffe für das Bioprocessing umfasst, unterstützt die Geschäftseinheit Process Solutions Kunden aus der Biotechnologie- und Pharmabranche, die sich auf die Entwicklung und Herstellung konventioneller und neuartiger Therapeutika konzentrieren. Wir haben uns strategisch so positioniert, dass wir zahlreiche Chancen aus dem Branchentrend zu Biologika nutzen können sowie aus der steigenden Nachfrage nach biotechnologischen Prozessen, die durch zahlreiche Wirkstoffkandidaten und regulatorische Zulassungen getrieben wird. Darüber hinaus sind wir gut vorbereitet, um von den Investitionen unserer Kunden in die Erweiterung ihrer Bioreaktor-Kapazitäten zu profitieren. Unser Engagement für Innovation und unser kundenorientierter Ansatz unterstützen uns, hierbei den Bereich der biopharmazeutischen Produktion mit voranzutreiben.

Die zunehmende Verwendung von Biologika erfordert effizientere Verfahren, die einen höheren Produktionsertrag erzielen. Für uns bietet sich hier die Chance, durch unsere stetige Innovation im Bereich der Einweg-Technologien und durch Fortschritte in der biotechnologischen Herstellung kontinuierliche und intensivierte Prozesse zu ermöglichen. Beschleunigte Prozesse bei der Arzneimittelentwicklung könnten das Marktwachstum erhöhen und zu einer positiveren Entwicklung im Vergleich zu unserer aktuellen Planung führen. Demgegenüber könnte eine Verlangsamung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Pharmabereich eine langsamere Marktentwicklung als erwartet zur Folge haben. Mit einer Normalisierung des Wachstums der Nachfrage ist zu rechnen, da sich das Finanzierungsniveau stabilisiert und die Pipeline der in der Entwicklung befindlichen Wirkstoffe weiterhin robust und vielfältig bleibt.

Unsere Geschäftseinheit Life Science Services bietet integrierte Services für Auftragsentwicklung, -herstellung und -prüfung und trägt damit den sich verändernden Bedürfnissen unserer globalen Kunden in allen Stadien der Arzneimittelentwicklung Rechnung - von der präklinischen Entwicklung bis zur Vermarktung. Unser Geschäft umfasst ein breites Spektrum von Modalitäten, einschließlich monoklonaler Antikörper (mAbs), hochpotenter pharmazeutischer Wirkstoffe (HP-APIs), Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADCs), antiviraler und Gentherapien (VGTs), und unser End-to-End-mRNA-Angebot. Wir investieren kontinuierlich in die Erweiterung unseres Portfolios und unserer Produktkapazitäten, um spezialisierte Lösungen sowohl für konventionelle als auch neuartige Therapien bereitzustellen. Dadurch sind wir gut positioniert, um das Potenzial des wachsenden biopharmazeutischen Markts durch das Angebot führender Dienstleistungen für unsere Kunden nutzen zu können. Durch eine schnellere Etablierung neuer therapeutischer Modalitäten am Markt in Kombination mit unserem breiten und integrierten Portfolio könnte sich ein Steigerungspotenzial ergeben, das über die in unserem Plan genannten Annahmen hinausgeht. Bei noch jungen Biotechnologieunternehmen werden das Timing und die Größenordnung eines nachhaltigen Wiederanstiegs von Kapitalzuflüssen (durch Risikokapital und Börsengänge) ausschlaggebend dafür sein, wie schnell die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigen werden. Für Anbieter von Life-Science-Produkten ergeben sich daraus sowohl Risiken als auch Chancen.

Die Marktrisiken im Bereich Life Science werden als wahrscheinlich mit moderaten bis erheblichen Auswirkungen eingeschätzt.

Weitere Einzelheiten zur Branche, zu den Marktentwicklungen und den damit verbundenen Risiken sind den Kapiteln "Risiko durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung" und "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu entnehmen.

Risiken und Chancen in der Halbleiterindustrie

Unsere Geschäftseinheit Semiconductor Solutions nutzt ein breites Portfolio unabhängiger Technologien. Dies ermöglicht es uns, Produkte für alle maßgeblichen Prozessschritte der Wafer-Bearbeitung bereitzustellen und unsere Kunden dadurch bei der Umsetzung ihrer Technologie-Roadmaps zu unterstützen.

Die zugrunde liegende Halbleiterindustrie ist zyklischer Natur. Der derzeitige Abschwung wurde durch eine nach der Covid-19-Pandemie entstandene Rezession verstärkt. Die Konjunkturabschwächung hat zu einer temporären Schwäche der traditionellen Wachstumstreiber der Branche wie PCs, Smartphones und traditionelle Datenzentren geführt, während neue Wachstumstreiber wie Künstliche Intelligenz (KI) und der Automobilbereich noch zu gering sind, um diese Auswirkungen zu kompensieren. Die vielschichtigen makroökonomischen Auswirkungen und mangelnde Transparenz in der Lieferkette führen dazu, dass nur mit einem gewissen Maß an Unsicherheit eingeschätzt werden kann, wann sich eine Erholung der Branche einstellen und welches Ausmaß diese annehmen wird. Diese Unsicherheit wird durch die aktuelle Dynamik des Handelskonflikts zwischen den USA und China noch verstärkt. Sowohl positive als auch negative Abweichungen von externen und internen Annahmen darüber, wie sich die Erholung der Branche gestalten und wie sich der Handelskonflikt in Zukunft entwickeln wird (zum Beispiel weitere Handelsbeschränkungen), sind möglich. Mit Blick auf unsere zugrunde liegende Planung bergen diese Abweichungen jeweils sowohl inhärente Chancen als auch Risiken.

Ungeachtet der gegenwärtigen makroökonomischen Turbulenzen bleiben die positiven mittel- bis langfristigen Wachstumsaussichten für unsere Märkte unverändert. Wir sehen langfristige Wachstumschancen auf dem Halbleitermarkt aufgrund der signifikant steigenden globalen Nachfrage nach innovativen Halbleitermaterialien. Bei einer schneller als angenommenen Marktadaption und -durchdringung dieser Halbleitermaterialien könnte sich potenziell ein höheres Wachstum einstellen. Ursache der steigenden Nachfrage sind die exponentiell wachsenden Datenmengen sowie einflussreiche technologische Entwicklungen wie autonomes Fahren, Elektrofahrzeuge, das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und der 5G-Standard. Wir werden von dem hohen Materialbedarf insbesondere für Chips, die für KI-Anwendungen genutzt werden können, profitieren und arbeiten bei nahezu all diesen wegweisenden technologischen Innovationen im Halbleiterbereich mit unseren Kunden zusammen. Aus diesem Grund investieren wir in unsere hochattraktiven Wachstumsmärkte und weiten gezielt unsere Produktionskapazitäten aus - durch intelligente Lokalisierung unserer Präsenz, um die Nähe zu unseren Kunden weiter zu verbessern und die Lieferstabilität sicherzustellen. Wenn wir über die richtigen Kapazitäten am richtigen Ort verfügen, um in der Lage zu sein, unseren Kunden neue Produkte und größere Absatzmengen anzubieten, können wir unabhängig vom Zeitpunkt der Markterholung flexibel bleiben und dies für uns möglicherweise als Wettbewerbsvorteil nutzen.

Die genannten Trends und weiteren Ankündigungen über umfangreiche Kapazitätserweiterungen in der Branche in den nächsten Jahren kommen unserem DS&S-Geschäft ebenfalls zugute. Mit diesem Portfolio von Zuführsystemen für Gase und Chemikalien und dem Potenzial, unseren größten Kunden schlüsselfertige Lösungen für die Versorgung ihres Herstellungsprozesses mit Bulk-Gasen bereitzustellen, sind wir gut positioniert, um neue Chancen zu nutzen.

Die Marktrisiken im Bereich der Halbleiterindustrie werden als wahrscheinlich bis wahrscheinlicher als nicht mit bis zu erheblichen Auswirkungen eingeschätzt. Zusätzlich könnte ein Risiko mit geringen Auswirkungen wahrscheinlicher als nicht eintreten.

Risiken durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung bei Kunden sowie damit verbundene Chancen

Im Healthcare-Bereich sind wir sowohl mit unseren biopharmazeutischen Produkten als auch mit dem klassischen Pharmageschäft einem erhöhten Wettbewerb durch andere Konkurrenzprodukte, insbesondere in Form von Biosimilars sowie Generika, aber auch innovativen F&E, ausgesetzt. Wir stehen mit anderen pharmazeutischen Unternehmen auf verschiedenen Indikationsgebieten im Wettbewerb und sind für die erfolgreiche Vermarktung unserer Produkte von hochwertigen Daten abhängig. Vor diesem Hintergrund behalten wir die Wettbewerbslandschaft genau im Blick und treffen Annahmen hinsichtlich neuer Konkurrenzprodukte für unsere Produkte. Aufgrund der mit klinischen Studien einhergehenden Unsicherheit besteht die Möglichkeit, dass anders als von uns erwartet Studien von Mitbewerbern nicht die primären Endpunkte ihrer Studien erreichen oder weniger Erfolg versprechende Daten liefern. Gibt es keine neuen Konkurrenzprodukte oder liefert der Wettbewerb weniger Erfolg versprechende Daten, könnten sich für uns in den Indikationsgebieten, in denen wir präsent sind, Chancen eröffnen.

In unseren Unternehmensbereichen Life Science und Electronics stellen sowohl zyklische Schwankungen des Geschäfts als auch Änderungen bei eingesetzten Technologien oder kundenseitigen Beschaffungsstrategien ein Risiko dar. Enge Kundenbeziehungen und eigene Weiterentwicklungen sowie Marktnähe, inklusive genauer Marktanalysen, dienen uns dabei als Mitigierungsmaßnahmen.

Die Marktrisiken durch verstärkten Wettbewerb und Technologieänderung bei Kunden werden als möglich bis wahrscheinlich mit bis zu erheblichen Auswirkungen eingeschätzt.

Weitere Einzelheiten zur branchen- und marktspezifischen Entwicklung sind unter "Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen" zu finden.

Risiken und Chancen von Forschung und Entwicklung

Durch F&E gestützte Innovationen - einschließlich der Förderung von Innovationen an der Schnittstelle unserer Unternehmensbereiche - sind ein wesentliches Element der Konzernstrategie, insbesondere im Unternehmensbereich Healthcare. Im Zuge des Portfoliomanagements bewerten wir die Forschungsgebiete und die Projekte in der Entwicklungspipeline regelmäßig und richten sie gegebenenfalls neu aus, um unsere Investitionen auf Bereiche zu konzentrieren, in denen die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten am besten erfüllt werden. Dennoch können sich F&E-Projekte verzögern, erwartete Budgets können überschritten oder anvisierte Ziele nicht erreicht werden. Mitunter werden Entwicklungsprojekte erst nach hohen Investitionen in einer späten klinischen Phase abgebrochen. Entscheidungen - etwa über den Übergang in die nächste Phase der klinischen Entwicklung - werden so getroffen, dass Risiken und Chancen ausgeglichen sind.

Neben internen F&E-Maßnahmen sind auch strategische Allianzen mit externen Partnern und das Ein- sowie Auslizenzieren von Programmen Bestandteil des Maßnahmenkatalogs, um innovative Arzneimittel zu entwickeln und Ressourcen effizient zuzuweisen. Strategische Allianzen mit Partnern sowie Ein- oder Auslizenzierungstransaktionen folgen stets einem strikten Auswahlprozess sowie klaren strategischen und finanziellen Entscheidungskriterien. Ein Beispiel für eine solche Einlizenzierungsvereinbarung ist die Anfang 2024 bekannt gegebene Partnerschaft mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd. bezüglich eines selektiven Next-Generation-Inhibitors der Poly-(ADP-Ribose-)Polymerase 1 (PARP1) und eines Antikörper-WirkstoffKonjugats (ADC). Die Partnerschaft stellt eine strategisch hervorragende Ergänzung zu unserer internen Expertise im Bereich DNA-Reparatur (DDR) und ADC dar. Die Vereinbarung bietet die Gelegenheit, mehr therapeutische Optionen für Patientinnen und Patienten mit schwer zu behandelnden Krebserkrankungen voranzubringen. Im Allgemeinen gestaltet es sich jedoch schwierig, die genaue Anzahl an Transaktionen pro Jahr zu prognostizieren; überdies besteht die Möglichkeit, dass es uns nicht gelingt, eine ausreichende Anzahl für eine Einlizenzierung infrage kommender Wirkstoffkandidaten zu finanziell akzeptablen Bedingungen zu identifizieren.

Die vorgenannten Entwicklungsmöglichkeiten sind mit verschiedenen Arten von Risiken verbunden. Es besteht das Risiko, dass Zulassungsbehörden eine Zulassung nicht, eingeschränkt oder nur verzögert erteilen. Das Risiko, dass unerwünschte Nebenwirkungen unserer pharmazeutischen Produkte erst nach der Zulassung beziehungsweise Registrierung entdeckt werden, könnte eine Einschränkung der Zulassung oder eine Rücknahme vom Markt zur Folge haben. Ferner können wir nicht garantieren, dass alle Wirkstoffkandidaten, die wir derzeit entwickeln, den gewünschten kommerziellen Erfolg erzielen werden. Ein Verfehlen von Zielen in diesem Bereich könnte erhebliche Auswirkungen haben, zum Beispiel durch geringere Umsatzerlöse oder den Ausfall von Meilensteinzahlungen aus Kollaborationsverträgen. Diese Risiken werden mit Wahrscheinlichkeiten eingestuft, die von möglich bis wahrscheinlich reichen.

Ferner werden wir in Electronics weiterhin in großem Umfang in die F&E von zukunftsweisenden Materiallösungen investieren. Ziel ist es, Wachstumschancen zu ergreifen, die sich durch die steigende Nachfrage nach innovativen Halbleitern ergeben. In unserer Geschäftseinheit Semiconductor Solutions bieten sich andauernd vielversprechende Chancen auf Innovation. Um diese zu nutzen, arbeiten wir eng mit unseren Kunden zusammen. Wegweisende technologische Innovationen schaffen neue Möglichkeiten bei Materiallösungen und die Chance, uns vom Wettbewerb abzuheben.

Wir sehen darüber hinaus Chancen bei organischen lichtemittierenden Dioden (OLED)-Materialien in hochwertigen Displayanwendungen. Seit mehr als 15 Jahren betreiben wir F&E auf dem Gebiet der OLED-Technologie und haben uns zu einem gut positionierten Materialanbieter von OLED entwickelt. Durch unsere Kenntnisse in den Bereichen Halbleiter und Displays können wir zur Entwicklung neuer Display-Geräte beitragen, einschließlich faltbarer Displays und AR-/VR-Anwendungen (Augmented/Virtual Reality), für die ein breites Spektrum an Materialien erforderlich ist. Die zunehmende Konvergenz von optischen und Halbleitertechnologien ermöglicht es uns, bestehende Kompetenzen in diesen Bereichen zu nutzen und von der wachsenden Nachfrage zu profitieren. Mit der Akquisition von Unity-SC beherrschen wir nun alle wesentlichen Wechselwirkungen von Licht und Materialien - die Erzeugung, Modulation, Führung und Analyse von Licht - innerhalb einer einheitlichen Organisation.

Bezüglich detaillierter Ausführungen zu unseren globalen F&E-Aktivitäten verweisen wir auf den Abschnitt "Forschung und Entwicklung" unter "Grundlagen des E. Merck-Konzerns".

Risiken und Chancen der Qualität und Verfügbarkeit von Produkten

Chancen durch die Erweiterung von Kapazitäten

Wir tätigen zielgerichtete Investitionen weltweit, um unsere regionalen Kapazitäten zu erweitern und nachhaltiges Wachstum in unseren drei Unternehmensbereichen zu fördern.

Im Geschäftsjahr 2024 haben wir zahlreiche neue Investitionen zur Erweiterung unserer Kapazitäten und Fähigkeiten an den Produktionsstandorten weltweit angekündigt. Dazu gehören Investitionen in neue, hochmoderne Forschungs- und Qualitätskontrolllabore in Deutschland, ein neuer biotechnologischer Produktionsbetrieb in Korea, neue Produktionskapazitäten für ADCs in St. Louis, Missouri, USA, und Vertriebszentren in Brasilien und Deutschland. Die passenden Kapazitäten am passenden Ort zu haben, trägt zu einer zuverlässigeren und effektiveren Lieferkette bei, hilft uns, die Nachfrage der Kunden zu decken, und eröffnet uns die Möglichkeit, unseren Marktanteil zu erhöhen und uns einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Allerdings unterliegen unsere Expansionsaktivitäten und die Auslastung dem Einfluss der dynamischen Entwicklungen am Markt. Wir überprüfen unsere Expansionspläne daher regelmäßig und nehmen entsprechende Anpassungen vor.

Risiken im Zusammenhang mit der Projektumsetzung

Im heutigen dynamischen Geschäftsumfeld priorisieren wir Innovation und Wachstum. Projekte spielen eine wesentliche Rolle zur Erreichung unserer strategischen Ziele wie zum Beispiel die Förderung von Innovationen oder Expansion sowie von nachhaltiger Entwicklung. Zur wirksamen Unterstützung des weiteren Geschäftswachstums und zur Steigerung der Effizienz investieren wir kontinuierlich in Projekte verschiedenster Art, darunter Produktionsanlagen und Ausrüstung, IT-Systeme, Vertriebszentren und Bürogebäude. Die Umsetzung solcher Projekte ist jedoch mit einem erheblichen Kapitalbedarf verbunden, weshalb ein effektives Projektmanagement unerlässlich ist, um Verzögerungen und höhere Ausgaben zu vermeiden. Eine unzureichende Planung, Fehler bei der Umsetzung und ein unwirksames Change-Management können Ineffizienzen und Unterbrechungen nach sich ziehen, die zu höheren Kosten und geringeren Erlösen führen.

In einem sich rasant verändernden Markt besteht zudem das Risiko, dass durch die Verzögerung oder das Aufschieben von Investitionen der Zugewinn von Marktanteilen und die weitere Entwicklung behindert werden. Zur Eindämmung dieses Risikos beobachten wir aktiv branchenspezifische Trends, betreiben Marktforschung und wahren die Flexibilität im Projektportfolio. Um Chancen zu nutzen und zu vermeiden, dass wir in Rückstand geraten, passen wir unsere Investitionsentscheidungen an die Marktdynamik an. Dies ist in Branchen wie der Halbleiterfertigung besonders wichtig, da dort die Marktzyklen ein beträchtliches Risiko darstellen. Insgesamt stufen wir die Risiken als möglich bis wahrscheinlich ein mit der Möglichkeit moderater Auswirkungen.

Um proaktiv Risiken bei der Projektumsetzung zu begegnen, wenden wir etablierte Methoden zur Projektplanung und ein internes Kontrollsystem an, arbeiten eng mit unseren Stakeholdern zusammen und lassen Projekte regelmäßig durch Teams und Lenkungsausschüsse überprüfen. Dieser Ansatz ermöglicht es uns, Risiken früh zu erkennen und entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen beziehungsweise Projekte ohne Erfolgsaussichten einzustellen. Durch eine umfassende Planung, die genaue Kostenabschätzung und Neubewertungen behalten wir die Kontrolle über die Kosten und gewährleisten eine effiziente Allokation von Ressourcen. Ferner tragen wir mit einer effektiven Projekt-Governance und -Priorisierung zum Erreichen der gewünschten Ergebnisse bei.

Risiko einer temporären Sperre von Produkten/Produktionsstätten oder einer Nichtregistrierung von Produkten aufgrund der Nichteinhaltung von Qualitätsstandards

In der Produktion von pharmazeutischen Präparaten obliegt uns die Verpflichtung zur Einhaltung von höchsten Qualitätsstandards (Good Manufacturing Practices oder auch behördlicher Pharmacopoeia). Dies unterliegt der Überwachung durch die Zulassungsbehörden. Auflagen nationaler Zulassungsbehörden könnten eine temporäre Sperre von Produkten/Produktionsstätten zur Folge haben und sich gegebenenfalls auf neue Registrierungen bei der jeweiligen Behörde auswirken. Wir unternehmen höchste Anstrengungen, um die Einhaltung von Regularien sicherzustellen, führen selbst regelmäßig interne Audits durch und absolvieren auch externe Inspektionen. Dank dieser qualitätssichernden Prozesse ist der Eintritt eines Risikos mit moderaten Wirkungen möglich; allerdings können erhebliche Auswirkungen nicht gänzlich ausgeschlossen werden und hängen vom betroffenen Produkt und der Schwere der Beanstandung ab.

Risiken der Produktionsverfügbarkeit

Weitere Risiken umfassen Betriebsausfallrisiken aufgrund von Feuer oder höherer Gewalt, die zu einer erheblichen Unterbrechung oder Einschränkung der Geschäftstätigkeiten führen könnten, so beispielsweise Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Erdbeben. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, begrenzt der Konzern Schadensrisiken durch einen Versicherungsschutz, dessen Art und Umfang fortlaufend aktuellen Anforderungen angepasst wird. Ebenso sind wir Risiken von Produktionsausfällen und damit verbundenen Lieferengpässen ausgesetzt, die durch technische Probleme in hochausgelasteten Produktionsstätten ausgelöst werden können. Zudem bestehen Risiken für Lieferengpässe wegen fehlender beziehungsweise wegfallender Kapazitäten. Wir arbeiten an einer kontinuierlichen Risikominderung durch regelmäßige Investitionen, den Aufbau von alternativen Bezugsquellen und die Vorhaltung von ausreichenden Lagerbeständen.

Das Eintreten dieser Risiken mit moderaten Auswirkungen wird als wahrscheinlich eingestuft. Ein höchst unwahrscheinliches individuelles Extremereignis könnte allerdings einen kritischen negativen Effekt haben.

Lieferkettenintegrität

Im Geschäftsjahr 2024 haben wir unser Unternehmen sicher durch eine komplexe Gesamtsituation an Herausforderungen navigiert, darunter anhaltende geopolitische Spannungen, Störungen der Lieferkette durch Naturkatastrophen und sich verändernde regulatorische Rahmenbedingungen. Dank unserer Aktivitäten zum Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten konnten wir einen unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb in allen Unternehmensbereichen sicherstellen.

Im Unternehmensbereich Healthcare haben wir effektiv dafür gesorgt, dass die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit unseren Medikamenten selbst dann sichergestellt war, als es bei unseren Mitbewerbern zu Lieferengpässen kam. Durch proaktive Maßnahmen wie die Diversifizierung von Beschaffungsoptionen, den Aufbau von Sicherheitsbeständen und die Pflege enger Beziehungen zu Lieferanten haben wir die Versorgungssicherheit gefestigt.

In Life Science konnten wir im Rahmen unserer Aktivitäten zur Steigerung der Lieferkettenresilienz mehrere Ereignisse mit potenziellen negativen Auswirkungen genau beobachten und sicherstellen, dass wir auf Herausforderungen infolge geopolitischer Entwicklungen und regulatorischer Änderungen reagieren können. Unsere proaktive Zusammenarbeit mit Lieferanten trug entscheidend dazu bei, die Servicekontinuität aufrechtzuerhalten und uns auf neue Gegebenheiten einzustellen.

In Electronics haben Ereignisse wie das Erdbeben in Taiwan im Frühjahr und die jüngsten Taifune im Pazifikraum unsere Lieferketten einem Härtetest unterzogen. Dank der starken Beziehungen zu unseren Lieferanten und unserer kontinuierlichen Bemühungen, unsere Resilienz zu erhöhen, konnten wir gravierende Störungen abwenden. Unser Fokus auf die Diversifizierung der Beschaffung und die Stärkung von Partnerschaften hat uns in die Lage versetzt, diese Herausforderungen effektiv zu bewältigen.

Uns ist bewusst, dass nach wie vor eine gewisse Vulnerabilität besteht, dennoch sind wir entschlossen, weiter in die Stärkung der Widerstandsfähigkeit unserer Lieferketten in allen Unternehmensbereichen zu investieren.

Insgesamt könnten die als wahrscheinlich eingestuften Risiken moderate bis erhebliche Auswirkungen nach sich ziehen, während einzelne unwahrscheinliche Ereignisse kritische negative Effekte haben könnten.

Risiken aufgrund von Produktkriminalität

Als führendes globales Wissenschafts- und Technologieunternehmen und Hersteller innovativer Produkte sind wir aufgrund der Komplexität des internationalen Handels und der globalen Lieferketten verschiedenen sicherheits- und kriminalitätsbezogenen Risiken ausgesetzt. Unsere Produkte sind durch Fälschungen, Diebstahl, illegalen Vertrieb und Missbrauch gefährdet. Wird diesen Risiken nicht entgegengewirkt, können sie finanzielle Verluste, Reputationsschäden und betriebliche Störungen nach sich ziehen, aber auch die Sicherheit von Patientinnen und Patienten gefährden. Um diese Bedrohungen einzudämmen, haben wir technische, operative und prozessbezogene Maßnahmen umgesetzt, mit denen wir die Integrität unserer Produkte und Lieferketten schützen und eine effektive Herangehensweise an neue Bedrohungen sicherstellen.

Die aus Produktkriminalität resultierende Bedrohung wird insgesamt als wahrscheinliches Risiko mit moderaten Auswirkungen eingestuft.

Risiken aus der Nutzung von sozialen Medien

Wir und unsere Mitarbeitenden sind auf zahlreichen sozialen Medien aktiv. Eine konsistente und mit rechtlichen sowie regulatorischen Anforderungen im Einklang stehende Nutzung dieser Plattformen und der damit verbundenen Inhalte ist unter anderem für die Steigerung unserer Markenbekanntheit bedeutend. Wir treffen alle notwendigen Vorkehrungen und haben Prozesse implementiert, um das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit sozialen Medien sowie die aktive Kontrolle unserer Veröffentlichungen und Mitteilungen zu gewährleisten.

Dennoch ist es möglich, dass sich beispielsweise aus öffentlich geführten Dialogen in sozialen Medien Reputationsrisiken ergeben. Auf der qualitativen Bewertungsskala stufen wir dies daher als ein erhebliches Risiko ein.

Finanzrisiken und -chancen

Wir sind international tätig und durch unsere Präsenz an den Kapitalmärkten verschiedenen finanziellen Risiken und Chancen ausgesetzt. Dies sind vor allem Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken, Finanzmarktrisiken und -chancen, Risiken aus Schwankungen von Marktwerten operativer materieller und immaterieller Vermögenswerte sowie Risiken und Chancen aus Pensionszusagen.

Im Bereich der Finanzrisiken und -chancen verfolgen wir eine aktive Steuerung, um Effekte aus Schwankungen der Wechselkurse und des Zinsniveaus zu reduzieren. Das Management von Finanzrisiken und -chancen mithilfe von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt. Spekulation ist untersagt, und die Abschlüsse derivativer Geschäfte unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt.

Liquiditätsrisiken

Um den eigenen Fortbestand zu sichern, müssen wir in der Lage sein, jederzeit unsere Verpflichtungen aus operativer und finanzieller Tätigkeit erfüllen zu können. Zur Reduzierung potenzieller Liquiditätsrisiken verfügen wir daher über eine zentrale Liquiditätssteuerung im gesamten Konzern und ein ausgewogenes Fälligkeitsprofil. Die Fälligkeiten unserer Finanzverbindlichkeiten orientieren sich an unserem geplanten freien Cashflow. Darüber hinaus steht uns eine syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. € mit einer Laufzeit bis 2029 zur Verfügung, die bei möglichen Liquiditätsengpässen die weitere Zahlungsfähigkeit sicherstellt. Da in unseren Kreditverträgen keine Financial Covenants vereinbart wurden, sind diese kontrahierten Kreditzusagen auch bei schlechterer Bonität von Merck abrufbar. Zusätzlich steht uns ein Commercial-Paper-Programm über ein maximales Volumen von 2,5 Mrd. € zur Verfügung. Das Eintreten von Liquiditätsrisiken wird als sehr unwahrscheinlich und mit einer unwesentlichen Auswirkung bewertet.

Kontrahentenrisiken

Kontrahentenrisiken entstehen durch den potenziellen Zahlungsausfall eines Vertragspartners sowohl im Zusammenhang mit finanziellen Anlagen, Aufnahmen und Finanzierungszusagen als auch bei operativen Forderungen.

In Bezug auf Kontrahentenrisiken aus finanziellen Transaktionen überprüfen wir täglich alle zentralen Positionen gegenüber Handelspartnern sowie deren Bonität. Wir steuern finanzielle Ausfallrisiken durch die Streuung unserer Finanzpositionen und die damit verbundene aktive Steuerung unserer Handelspartner. Wesentliche Finanztransaktionen mit Kreditrisiko werden mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen. Darüber hinaus reduziert unser großer Bankenkreis - die im Geschäftsjahr 2024 erneuerte syndizierte Kreditlinie über 2,5 Mrd. € wurde mit 15 Banken syndiziert - mögliche Verluste bei einem Ausfall.

Zur Steuerung operativer Kontrahentenrisiken werden Handelspartner regelmäßig auf Zahlungsfähigkeit und operative Entwicklung überprüft. Hierbei werden auch Länderrisiken analysiert. Das Forderungsvolumen jedes Kunden ist unter Berücksichtigung der Bonität limitiert. Bei Bedarf werden risikoreduzierende Maßnahmen wie der Abschluss von Kreditversicherungen durchgeführt. Trotzdem kann dadurch der Ausfall einzelner Handelspartner, auch bei hervorragender Bonitätseinstufung, nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, auch wenn dies als unwahrscheinlich eingeschätzt wird.

Das Kontrahentenrisiko wird als mögliches Risiko mit moderater Auswirkung eingestuft.

Finanzmarktrisiken und -chancen

Durch die internationale Geschäftstätigkeit und die globale Konzernstruktur sind wir Risiken und Chancen aus Schwankungen von Währungskursen unterworfen. Diese resultieren aus Finanztransaktionen, operativen Forderungen und Verbindlichkeiten sowie zukünftigen Zahlungsströmen aus Umsätzen und Kosten in Fremdwährung. Zur Steuerung dieser Risiken und Chancen setzen wir Derivate ein (weitere Informationen finden sich unter (38) "Derivative Finanzinstrumente" im "Konzernanhang"). Währungsrisiken werden als möglich mit erheblichen Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow eingeschätzt.

Variabel verzinsliche und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten unterliegen Risiken und Chancen aus Zinsschwankungen. Zinsrisiken haben potenziell negative Auswirkungen. Sie werden als mögliches Risiko mit moderaten Auswirkungen eingeschätzt.

Risiken aus Wertminderungen von Bilanzposten

Die Wertansätze einzelner Bilanzposten sind der Veränderung von Markt- und Geschäftsverhältnissen und damit auch Änderungen der beizulegenden Zeitwerte ausgesetzt. Im Fall notwendiger Wertminderungen können sich erhebliche nicht zahlungswirksame Ergebnisbelastungen und Auswirkungen auf die Bilanzrelationen ergeben. Dies gilt insbesondere für die hohen immateriellen Vermögenswerte einschließlich der Geschäfts- oder Firmenwerte, die im Wesentlichen aus den mit den vergangenen Akquisitionen verbundenen Kaufpreisallokationen stammen (weitere Informationen finden sich in den Anmerkungen (17) "Geschäftsoder Firmenwerte" und (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" im "Konzernanhang"). Dieses qualitative Risiko könnte sich erheblich auf unsere Reputation auswirken.

Risiken und Chancen aus Pensionsverpflichtungen

Wir haben Verpflichtungen im Zusammenhang mit Pensionszusagen. Der Barwert der leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen kann sich durch Veränderungen relevanter Bewertungsparameter, zum Beispiel des Zinssatzes oder der zukünftigen Gehaltssteigerungen, wesentlich erhöhen oder verringern. Die Pensionsverpflichtungen werden im Rahmen von jährlichen versicherungsmathematischen Gutachten regelmäßig bewertet. Die Verpflichtungen sind durch die in der Bilanz ausgewiesenen Pensionsrückstellungen basierend auf den Annahmen zum Bilanzstichtag abgedeckt. Ein Teil davon ist mit Planvermögen unterlegt (weitere Informationen finden sich unter "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" im "Konzernanhang").

Soweit Altersversorgungszusagen durch Planvermögen gedeckt sind, welches aus verzinslichen Wertpapieren, Aktien, Immobilien und anderen Vermögensanlagen besteht, können sich sinkende oder negative Renditen dieser Anlagen ungünstig auf den beizulegenden Zeitwert des Planvermögens auswirken und somit weitere Zuführungen bedingen. Steigende Renditen bewirken dagegen einen Wertzuwachs des Planvermögens und somit eine höhere Abdeckung der Planverbindlichkeiten. Wir erhöhen einerseits die Chancen und reduzieren andererseits die Risiken von Marktwertschwankungen des Planvermögens durch eine diversifizierte Anlagestrategie. Das mögliche Risiko aus Pensionsverpflichtungen könnte geringe Auswirkungen haben.

Einschätzung durch unabhängige Ratingagenturen

Der Kapitalmarkt nutzt Einschätzungen von Ratingagenturen, um Fremdkapitalgeber bei der Beurteilung der Risikosituation von Finanzinstrumenten von Merck zu unterstützen. Derzeit wird die Merck KGaA von Standard & Poor's mit einem Langfrist-Kreditrating von A mit stabilem Ausblick und von Moody's mit einem A3-Rating mit stabilem Ausblick bewertet. Entsprechend den Marktmodalitäten sind unsere Finanzierungskonditionen eng an das Rating gekoppelt. Je besser ein Rating ist, desto günstiger können wir uns generell am Kapitalmarkt oder bei Banken finanzieren.

Risiken aus Veräußerung, Erwerb und Integration von Unternehmen und Unternehmensteilen

Die erfolgreiche Akquisition und Integration neuer Geschäfte birgt inhärente Risiken, vor allem bezüglich der Ungewissheit, ob Geschäfts- und Synergieziele erreicht werden, sowie der Einhaltung des geplanten Budgets für die Integration. Umgekehrt können Veräußerungen Verbindlichkeiten und zusätzliche Aufwendungen nach sich ziehen, die sich aus potenziellen Entschädigungen und Zusagen ergeben, die im Rahmen der Verkaufstransaktion zugesichert wurden, oder die aus höher als erwartet ausfallenden Trennungskosten resultieren. Wir mindern transaktionsbezogene Risiken, indem wir auf unsere fundierten Erfahrungswerte zurückgreifen, eine gründliche Due-Diligence-Prüfung durchführen und bei unseren Merger-&-Acquisition-Transaktionen eine Representations-&-Warranties-Versicherung zur Absicherung von Gewährleistungen und Freistellungen abschließen. Des Weiteren stellen wir durch strategische Planung und Umsetzung eine nahtlose Integration sicher, was die Harmonisierung der übernommenen Unternehmen mit unseren Unternehmenszielen erleichtert. Gegenwärtig existiert nur ein geringes Risiko mit wahrscheinlichem Eintritt, während keine weiteren Risiken bekannt sind.

Steuerliche Risiken

Die Gesellschaften des E. Merck-Konzerns sind weltweit tätig und unterliegen folglich unterschiedlichen nationalen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. National erfolgen fortlaufende Steuerprüfungen unserer Gesellschaften durch die Finanzbehörden der Staaten, in denen wir operieren. Steuerliche Risiken resultieren insbesondere aus Änderungen nationaler Steuergesetze und -regelungen, der Rechtsprechung und der Auslegung durch die nationalen Finanzbehörden sowie aus wesentlichen Transaktionen wie Akquisitionen, Desinvestitionen und Reorganisationen.

Feststellungen der nationalen Prüfungsbehörden der verschiedenen Länder können zu höheren Steueraufwendungen und -zahlungen führen und zudem Einfluss auf die Höhe der Steuerforderungen und -verbindlichkeiten sowie auf die aktiven und passiven latenten Steuern haben.

Unsere Steuerabteilung prüft regelmäßig und systematisch die relevanten steuerlichen Risiken. Entsprechende Standards wurden eingeführt, um steuerliche Risiken frühzeitig zu prüfen, zu bewerten und effektiv und effizient zu mindern. Group Tax stimmt die risikomindernden Maßnahmen mit den Tochtergesellschaften ab. Verbleibende, über die in der Bilanz bereits berücksichtigten steuerlichen Risiken hinausgehende Risiken sind unwahrscheinlich bis möglich und könnten moderate bis erhebliche Auswirkungen haben.

Bezüglich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Ertragsteuern verweisen wir auf den Abschnitt "Ertragsteuern" im "Konzernanhang" des Geschäftsberichts.

Rechtliche Risiken

Generell sind wir bestrebt, rechtliche Risiken möglichst gering zu halten und zu kontrollieren. Dafür haben wir die notwendigen Vorkehrungen getroffen, um Gefährdungen zu entdecken und gegebenenfalls unsere Rechte zu verteidigen. Dennoch sind wir Risiken aus Rechtsstreitigkeiten oder -verfahren ausgesetzt. Hierzu gehören insbesondere Risiken aus den Bereichen Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Pharmarecht, Patentrecht, Markenrecht, Datenschutzrecht, Steuerrecht und Umweltschutz. Als forschendes Unternehmen verfügen wir über ein wertvolles Portfolio an gewerblichen Schutzrechten, Patenten und Marken, die Ziel von Angriffen und Verletzungen sein können. Der Ausgang von derzeitigen oder künftigen Verfahren ist schwer vorhersehbar. Beispielsweise befinden wir uns derzeit in verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co. Inc., Rahway, New Jersey, USA (außerhalb von USA und Kanada: MSD), gegen das wir in diversen Ländern Klage erhoben haben. Dieses Unternehmen hat uns seinerseits in den USA unter anderem wegen Markenrechtsverletzung verklagt.

Auch bei abgeschlossenen Verfahren ist wegen langer oder teilweise fehlender Verjährungsfristen nicht generell ausgeschlossen, dass wir auf Grundlage desselben Sachverhalts noch mit Ansprüchen Dritter konfrontiert werden. Obwohl die Eintrittswahrscheinlichkeit von gerichtlichen und behördlichen Entscheidungen oder Vergleichen von "sehr unwahrscheinlich" bis zu "wahrscheinlicher, als nicht" eingestuft wird, könnten diese zu Aufwendungen führen, die erhebliche bis kritische Auswirkungen auf unser Geschäft und unsere Ergebnisse haben. Generell können Verstöße gegen Rechtsvorschriften trotz umfassender Vorkehrungen nie vollständig ausgeschlossen werden und zu entsprechenden Konsequenzen führen.

Produkthaftpflichtrisiken

Wir sind Produkthaftpflichtrisiken ausgesetzt, die erhebliche Schadenersatzansprüche oder Schadenabwehrkosten nach sich ziehen können. Wir haben daher eine Haftpflichtversicherung zur Minderung dieser Risiken abgeschlossen. Es kann jedoch sein, dass der Versicherungsschutz für individuelle Fälle nicht ausreicht. Obwohl das Eintreten von Produkthaftpflichtansprüchen über den bestehenden Versicherungsschutz hinaus als unwahrscheinlich eingeschätzt wird, könnten individuelle Fälle dennoch eine kritische Auswirkung haben.

Risiken im Personalbereich

Unser zukünftiges Wachstum hängt maßgeblich von unserer Innovationsstärke ab. Hierbei sind die Kompetenz und die Verbundenheit der Mitarbeitenden entscheidend für den Erfolg unserer Unternehmensbereiche. Neben dem intensiven Wettbewerb bei der Rekrutierung von Fachpersonal und talentierten Nachwuchskräften liegt eine weitere Herausforderung darin, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Um die unabdingbaren Fähigkeiten und Kenntnisse im Unternehmen zu halten, müssen länder- und branchenspezifische Fluktuationsrisiken vorausschauend identifiziert und angegangen werden.

Priorität hat für uns die Rekrutierung und das Binden von Fach- und Nachwuchskräften im Rahmen von Personalstrategien wie Employer-Branding-Initiativen, weltweitem Talentmanagement, Nachfolgeplanung sowie wettbewerbsfähigen Vergütungspaketen. Dennoch existieren potenzielle personalbezogene Risiken, die sich auf die Geschäftstätigkeit auswirken könnten. Auf der qualitativen Bewertungsskale stufen wir deren Auswirkungen als moderat ein.

Risiken der Informationstechnologie

Die Globalisierung unseres Unternehmens erfordert eine optimale Unterstützung durch die Nutzung einer Vielzahl von IT-Systemen und -Prozessen. Trends in der Informationstechnologie liefern dabei vielfältige Möglichkeiten, bergen aber auch Risiken.

Risiken durch Cyberkriminalität und den Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen

Aufgrund der zunehmenden internationalen Vernetzung und der damit verbundenen Möglichkeit des Missbrauchs von IT-Systemen ergeben sich entsprechende Cyberkriminalität-Risiken, zum Beispiel der Ausfall zentraler IT-Systeme, der Verlust der Datenintegrität oder die Preisgabe von vertraulichen Daten aus F&E sowie Geschäftstätigkeit, die Manipulation von IT-Systemen in der Prozesssteuerung oder eine erhöhte Belastung oder Beeinträchtigung von IT-Systemen durch Virusattacken.

Wir betreiben und pflegen ein auf ISO 27001 basierendes Informationsschutz-Managementsystem. Unser Governance Framework umfasst organisatorische, prozessorientierte und technische Maßnahmen zum Schutz der Informationssicherheit, die auf anerkannten internationalen Standards basieren. Darüber hinaus setzen wir auf harmonisierte elektronische und physische Sicherheitskontrollen - beispielsweise bei der Zugangskontrolle oder Sicherheitsüberwachung. Damit wollen wir unsere Kompetenz im Umgang mit sensiblen Daten, etwa Betriebsgeheimnissen, stärken.

Die Funktion Cybersicherheit gehört dem Group Corporate Security Office an. Wir verfügen darüber hinaus über einen Group Chief Information Security Officer und ein Netzwerk von Information Security Officers in den Unternehmensbereichen, die jeweils von dedizierten Netzwerken unterstützt werden. Die einzelnen Bereiche sind Risikoverantwortliche und fungieren als erste Verteidigungslinie für die Cybersicherheit. Als zweite Verteidigungslinie dient unsere globale Funktion Cyber Security; sie ist auch für die Steuerung und Überwachung von Cybersicherheitsrisiken zuständig. Unsere dritte Verteidigungslinie stellen interne Audits dar.

Weltweit genutzte IT-Anwendungen bilden die Basis für die vertragsgerechte Lieferung von Produkten und Lösungen. Der Ausfall von geschäftskritischen IT-Anwendungen kann somit einen direkten Einfluss auf unsere Lieferfähigkeit und die Qualität der Produkte haben. Dies gilt auch für den Ausfall eines Rechenzentrums. Zur Erreichung der erforderlichen Servicequalität nutzen wir ein nach ISO 9001 zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem, das auch für die Bereitstellung der IT gilt. Zudem betreiben wir zur Reduzierung des Ausfallrisikos mehrfach redundant ausgelegte Rechenzentren. Weiterhin existieren auf Konzernebene Versicherungslösungen für Cyberkriminalität-Tatbestände.

Ebenso können Komplikationen in der Umstellung von IT-Systemen die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Eine enge Überwachung kritischer IT-Projekte dient als Mitigierung.

Die Risiken durch Cyberkriminalität oder den Ausfall geschäftskritischer IT-Anwendungen und deren Einfluss auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow werden als wahrscheinlich mit erheblichen Auswirkungen eingeschätzt, wobei ein unwahrscheinliches Ereignis kritische Auswirkungen haben kann.

Risiken im Bereich Umwelt, Klima und Sicherheit

Als globales, produzierendes Unternehmen sind wir Risiken durch mögliche Schäden an Personen, Gütern und unserer Reputation ausgesetzt. Hierzu zählen physische Risiken verursacht durch Dürren, Unwetter, Überflutungen, extreme Hitze und Wind. Minderungsmaßnahmen wie Audits, Beratung und Schulung zu Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz minimieren diese Risiken für Mensch und Umwelt. Wir kontrollieren diese Risiken sowohl an den eigenen Standorten als auch bei Lieferanten und Lohnherstellern zur Sicherung des Fortbestands von Anlagen und Sachwerten. Durch die Einhaltung hoher technischer Standards, unseres Verhaltenskodex sowie aller rechtlicher Vorgaben für Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitsschutz sorgen wir für den Erhalt von Gütern und Werten. Umfassende Versicherungspolicen bieten hierbei weiteren finanziellen Schutz.

Wir überwachen kontinuierlich regulatorische Risiken im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffärmeren Wirtschaft. Diese könnten insbesondere aus einer Bepreisung von CO 2 durch Emissionshandelssysteme, Steuern oder Änderungen in der Energiegesetzgebung resultieren. Wir verfolgen umfassende Strategien zur Minderung dieser Risiken, darunter unsere Initiativen zum Energie- und CO 2 -Management und unsere Aktivitäten zur Reduzierung von Prozessemissionen, die alle Bestandteile der Umsetzung unseres initialen Übergangsplans sind. Sie werden von uns überwiegend als wahrscheinliche Risiken mit moderater Auswirkung eingestuft. Allerdings können kritische Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Wir führten im Geschäftsjahr 2022 eine qualitative Bewertung im Hinblick auf Klimarisiken und unsere diesbezügliche Anfälligkeit durch, die vor- und nachgelagerte Aktivitäten sowie unsere eigenen Betriebsabläufe umfasste. Entsprechend den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) haben wir 2023 und 2024 quantitative Analysen zu Klimaszenarien durchgeführt, die sich auf vorgelagerte Aktivitäten und unsere eigenen Betriebsabläufe konzentrierten. Im Rahmen dieser Bewertungen wurden klimabezogene Risiken und Chancen über verschiedene Zeithorizonte (2030 und 2050) unter Berücksichtigung von zwei unterschiedlichen Klimaentwicklungen identifiziert: dem 1,5-°C-Szenario analog dem Pariser Abkommen und dem 4-°C-Szenario basierend auf dem Representative Concentration Pathway (RCP) 8.5. Wir haben die potenziellen Folgen physischer Risiken für unsere wichtigsten Standorte evaluiert, Anfälligkeiten abgeschätzt und erforderliche Schutzmaßnahmen ergriffen.

Im Rahmen unserer Bemühungen um Risikominderung entwickeln wir weiterhin innovative und nachhaltige Ansätze. Hieraus resultierend sind keine wesentlichen kurzfristigen Abweichungen von unseren Erwartungen bezüglich Auswirkungen auf das EBITDA pre oder den operativen Cashflow abzusehen

Weitere Informationen zu klimabezogenen Risiken finden sich in unserer "TCFD-Berichterstattung".

Gesamtbild zur Risiko- und Chancensituation und Einschätzung des Managements

Die wesentlichsten Einzelrisiken oder Risiko-Cluster wurden in diesem Bericht aufgeführt, wobei die geschäfts- und marktbezogenen Risiken neben den IT-, Lieferketten- und Rechtsrisiken am bedeutendsten sind. Durch die anhaltenden globalen makroökonomischen und geopolitischen Entwicklungen erhöhen sich vor allem bestehende Risiken im Zusammenhang mit behördlichen Vorgaben zu Preisgestaltung und Kostenerstattung von Medikamenten, der Nachfrage nach unseren Produkten, Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs an unseren Produktionsstandorten, einer mangelnden Verfügbarkeit von hochwertigen Materialien oder Dienstleistungen sowie F&E.

Durch Maßnahmen zur Risikominderung - wie die kontinuierliche Verbesserung von Managementmaßnahmen (organisatorische Verantwortung sowie Prozessverbesserungen), den vorhandenen Versicherungsschutz und bilanzielle Vorsorgemaßnahmen - konnten wir insbesondere den wesentlichen Einzelrisiken erfolgreich entgegenwirken.

Das Gesamtrisiko des Konzerns, das sich aus der wahrscheinlichkeitsgewichteten Aggregation der erfassten Risiken ergibt, führt zu der Einschätzung, dass ein bestandsgefährdendes Risiko(szenario), bei dem die Deckung und Finanzierung der Verluste fraglich ist, als unwahrscheinlich gilt. Wir sind überzeugt, dass wir die beschriebenen Herausforderungen auch in der Zukunft meistern und von der Diversifizierung hinsichtlich unserer verschiedenen Produkte und Märkte profitieren werden.

Auf Grundlage unserer Einschätzung sind wir überzeugt, dass das größte Potenzial in geschäftsbezogenen Chancen liegt. Die beschriebenen Aktivitäten bieten über den Prognosezeitraum hinaus mittel- bis langfristig bedeutende Chancen für uns. Wir verfolgen die sich bietenden Möglichkeiten aktiv und konkretisieren die erwarteten Effekte in der prognostizierten Entwicklung zu EBITDA pre und operativem Cashflow. Des Weiteren werden wir proaktiv neue Chancen suchen, deren Umsetzung prüfen und gegebenenfalls vorantreiben. Sofern sich zusätzlich zu den prognostizierten Entwicklungen Chancen ergeben oder diese schneller als erwartet eintreten sollten, könnte dies positive Auswirkungen auf unser EBITDA pre und/oder operativen Cashflow haben.

Prognosebericht

Der folgende Bericht gibt eine Prognose für die Entwicklung der Umsatzerlöse und des EBITDA pre des E. Merck-Konzerns und der einzelnen Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics, sowie eine Prognose des operativen Cashflows auf Konzernebene für das Geschäftsjahr 2025.

in Mio. € Umsatzerlöse EBITDA pre 1 Operativer Cashflow
• ~21.500 bis 22.900 • ~6.100 bis 6.600 • Leichtes Wachstum
E. Merck-Konzern • Organisch +3 % bis +6 % • Organisch +3 % bis +8 %
• Wechselkurseffekt -1 % bis +2 % • Wechselkurseffekt -2 % bis +1 %
• ~9.100 bis 9.800 • ~2.600 bis 2.900
Life Science • Organisch +2 % bis +7 % • Organisch +2 % bis +9 %
• Wechselkurseffekt 0 % bis +3 % • Wechselkurseffekt -1 % bis +2 %
• ~8.300 bis 8.900 • ~3.000 bis 3.300
Healthcare • Organisch +1 % bis +5 % • Organisch +3 % bis +9 %
• Wechselkurseffekt -2 % bis +1 % • Wechselkurseffekt -3 % bis 0 %
• ~3.800 bis 4.200 • ~1.000 bis 1.100
Electronics • Organisch +2 % bis +6 % • Organisch +3 % bis +9 %
• Wechselkurseffekt 0 % bis +3 % • Wechselkurseffekt +2 % bis +5 %
Konzernkosten und Sonstiges - • ~ -550 bis -600

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Grundlegende Annahmen

Vor dem Hintergrund der fortbestehend hohen Dynamik der makroökonomischen, geopolitischen und industriespezifischen Gegebenheiten unterliegt die Prognose auch im Geschäftsjahr 2025 einer erhöhten Unsicherheit und Volatilität. Dabei geht die vorliegende Prognose von einem stabilen handels- und geopolitischen Umfeld aus. Drastische, künftig mögliche Maßnahmen, wie zum Beispiel sich verschärfende Handelsrestriktionen, sind darin nicht reflektiert. Weiterhin ist unser Surface-Solutions-Geschäft bis zum vollständigen Abschluss des Verkaufs für das Gesamtjahr in dieser Prognose beinhaltet.

Auch für die Wechselkursentwicklung erwarten wir ein anhaltend volatiles Umfeld. Für 2025 erwarten wir in etwa stabile Wechselkurseffekte. Dabei werden voraussichtlich positive Wechselkurseffekte aus der Entwicklung des US-Dollar sowie einzelner asiatischer Währungen von der negativen Wechselkursentwicklung einiger Schwellen- und Entwicklungsländer kompensiert werden. Für den durchschnittlichen €/US-Dollar-Kurs gehen wir für das Gesamtjahr 2025 von einer Bandbreite zwischen 1,03 und 1,07 aus.

Umsatzerlöse

Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir ein organisches Umsatzwachstum für den Konzern zwischen +3 % und +6 %, zu dem voraussichtlich alle unsere Unternehmensbereiche beitragen werden. Insbesondere im Unternehmensbereich Life Science erwarten wir eine Rückkehr zu organischem Wachstum, die die graduelle Erholung des Marktes reflektiert. Allen voran dürfte die Geschäftseinheit Process Solutions Treiber dieser Entwicklung sein, auch die Geschäftseinheit Science und Lab Solutions wird zum organischen Wachstum beitragen. Für Healthcare gehen wir davon aus, dass das organische Wachstum vor allem durch Produkte aus dem Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Endokrinologie getrieben sein wird. Auch Mavenclad ® sowie Produkte aus dem Bereich Onkologie und zur Behandlung von Unfruchtbarkeit werden erwartungsgemäß zur Entwicklung beitragen. Das organische Wachstum bei Electronics wird voraussichtlich im Wesentlichen auf unser Geschäft mit Halbleitermaterialien zurückzuführen sein. Dabei spiegelt diese Entwicklung eine sich fortsetzende und umfassendere Erholung des Halbleitermarktes wider. Das leicht rückläufige Projektgeschäft der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions unterliegt aufgrund der Abhängigkeit von einzelnen Großaufträgen üblicherweise stärkeren Schwankungen. Für unsere Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) erwarten wir eine stabile Entwicklung. Wir gehen von Wechselkurseffekten von -1 % bis +2 % aus und prognostizieren Umsatzerlöse für den E. Merck-Konzern innerhalb der Bandbreite von 21,5 bis 22,9 Mrd. € (Vorjahr: 21,2 Mrd. €).

EBITDA pre 3

Für das EBITDA pre gehen wir von organischem Wachstum von +3 % bis +8 % aus, welches ebenfalls von allen Unternehmensbereichen getragen werden dürfte. Die Entwicklung folgt im Wesentlichen dem organischen Umsatzwachstum. Im Unternehmensbereich Life Science erwarten wir außerdem positive Effekte durch weitere Kostendisziplin. Bei Healthcare spiegeln sich strikt priorisierte Wachstumsinvestitionen, wie beispielsweise zur Vorbereitung der Markteinführung von Pimicotinib, vor allem in den Ausgaben für Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb wider. Auch im Unternehmensbereich Electronics verfolgen wir weiterhin aktives Kostenmanagement. Demgegenüber stehen gezielte Wachstumsinvestitionen. Der größte Treiber des Kostenanstiegs unter Konzernkosten und Sonstiges dürften die erwarteten, negativen Effekte aus Fremdwährungssicherungsgeschäften sein. Unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten zwischen -2 % und +1 % rechnen wir mit einem EBITDA pre für den E. Merck-Konzern von 6,1 bis 6,6 Mrd. € (Vorjahr: 6,0 Mrd. €).

Operativer Cashflow

Die Prognose des operativen Cashflow unterliegt grundsätzlich einer höheren Schwankungsbreite als die Prognose des EBITDA pre. Eine Einschätzung zur Entwicklung des operativen Cashflow geben wir nur für den Gesamtkonzern.

Die Entwicklung des operativen Cashflow folgt im Wesentlichen der operativen Entwicklung. Gegenläufig wirken Effekte aus dem Aufbau des Nettoumlaufvermögens, welches zum einen die starke Geschäftsentwicklung reflektiert. Zum anderen wirken verstärkte Zahlungseingänge von Kunden im 4. Quartal 2024 negativ auf die Entwicklung des operativen Cashflow im Geschäftsjahr 2025. Insgesamt erwarten wir einen leichten Anstieg des operativen Cashflow im Geschäftsjahr 2025 gegenüber einer starken Vergleichsbasis im Vorjahr (Vorjahr: 4,5 Mrd. €).

Hinsichtlich der Zusammensetzung des operativen Cashflow verweisen wir auf das Kapitel Steuerungssystem des E. Merck-Konzerns im Konzernlageberichtsowie die Konzernkapitalflussrechnung im Konzernabschluss.

3 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.

Konzernabschluss

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. € Konzernanhang 2024 2023
Umsatzerlöse 9 21.156 20.993
Umsatzkosten 10 -8.671 -8.600
Bruttoergebnis 12.485 12.392
Marketing- und Vertriebskosten 11 -4.536 -4.510
Verwaltungskosten -1.411 -1.433
Forschungs- und Entwicklungskosten 12 -2.279 -2.445
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) 41 -8 -51
Sonstige betriebliche Erträge 13 267 443
Sonstige betriebliche Aufwendungen 14 -918 -825
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 3.599 3.572
Finanzierungserträge 39 201 198
Finanzierungsaufwendungen 39 -340 -345
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.459 3.425
Ertragsteuern 15 -764 -665
Ergebnis nach Steuern 2.696 2.760
Davon: Den Anteilseignern der E. Merck KG zustehend (Konzernergebnis) 2.687 2.750
Davon: Nicht beherrschende Anteile 33 9 10

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Konzerngesamtergebnisrechnung

in Mio. € Konzernanhang 2024 2023
Ergebnis nach Steuern 2.696 2.760
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die nicht in künftigen Perioden in
die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Nettoschulden aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 32
Veränderung der Neubewertung 182 -249
Steuereffekt -89 48
Veränderung des im Konzerneigenkapital erfassten Betrags 93 -201
Eigenkapitalinstrumente 33
Anpassung an Marktwerte 37 158
Steuereffekt -6 2
Veränderung des im Konzerneigenkapital erfassten Betrags 30 160
123 -41
Bestandteile des sonstigen Ergebnisses, die gegebenenfalls in künftigen
Perioden in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen 38
Anpassung an Marktwerte 92 98
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -149 -95
Umgliederung in Vermögenswerte - -
Steuereffekt 5 -5
Veränderung des im Konzerneigenkapital erfassten Betrags -52 -2
Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen 38
Anpassung an Marktwerte 0 -17
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -2 22
Umgliederung in Vermögenswerte - -
Steuereffekt - 0
Veränderung des im Konzerneigenkapital erfassten Betrags -2 5
Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung
Erfolgsneutrale Veränderung 1.444 -1.002
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -15 -15
Veränderung des im Konzerneigenkapital erfassten Betrags 1.429 -1.017
1.375 -1.015
Sonstiges Ergebnis 1.498 -1.056
Gesamtergebnis 4.194 1.704
Davon: Den Anteilseignern der E. Merck KG zustehend 4.184 1.697
Davon: Nicht beherrschende Anteile 33 9 8

Konzernbilanz

in Mio. € Konzernanhang 31.12.2024 31.12.2023
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte 17 19.152 17.845
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 18 6.282 6.551
Sachanlagen 19 10.025 9.056
Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 3 3
Langfristige Forderungen 24 27 28
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 35 1.172 981
Sonstige langfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 21 134 115
Langfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 15 9 9
Latente Steueransprüche 15 1.315 1.514
38.120 36.102
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 23 4.484 4.637
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen 24 3.963 4.019
Vertragsvermögenswerte 25 132 104
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 35 662 520
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Vermögenswerte 21 622 633
Kurzfristige Ertragsteuererstattungsansprüche 15 512 473
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34 2.525 1.987
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 6 597 62
13.496 12.434
Vermögenswerte 51.616 48.537
Eigenkapital 33
Gesamtkapital 542 542
Kapitalrücklage 3.797 3.797
Gewinnrücklagen 21.963 20.088
Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse 3.455 2.081
Eigenkapital der Anteilseigner der E. Merck KG 29.758 26.509
Nicht beherrschende Anteile 75 75
29.833 26.583
Langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 32 2.116 2.355
Sonstige langfristige Rückstellungen 26 257 277
Langfristige Finanzschulden 36 6.997 9.239
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten 37 247 366
Sonstige langfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 28 12 17
Langfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten 15 36 39
Latente Steuerschulden 15 892 1.130
10.557 13.423
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Kurzfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 32 66 84
Sonstige kurzfristige Rückstellungen 26 505 576
Kurzfristige Finanzschulden 36 3.836 1.098
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten 37 389 392
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 29 2.275 2.546
Rückerstattungsverbindlichkeiten 9 869 877
Kurzfristige Ertragsteuerverbindlichkeiten 15 1.532 1.448
Sonstige kurzfristige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 28 1.597 1.510
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 6 157 -
11.225 8.531
Eigenkapital und Schulden 51.616 48.537

Konzernkapitalflussrechnung

in Mio. € Konzernanhang 2024 2023
Ergebnis nach Steuern 2.696 2.760
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen 2.134 1.880
Veränderungen der Vorräte 36 -89
Veränderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79 -8
Veränderungen der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen / Rückerstattungsverbindlichkeiten -178 -43
Veränderungen der Rückstellungen 62 183
Veränderungen der übrigen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten -308 -687
Neutralisierung Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen und sonstigen Veräußerungen -2 -150
Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge -21 -72
Operativer Cashflow 16 4.498 3.774
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -482 -216
Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten 18 136
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen -1.702 -1.807
Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen 27 19
Auszahlungen für Investitionen in sonstige Vermögenswerte 1 -2.252 -3.031
Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten 1 2.108 3.021
Auszahlungen für Akquisitionen abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (netto) -774 -12
Einzahlungen aus Desinvestitionen 7 -
Cashflow aus Investitionstätigkeiten 22 -3.050 -1.891
Dividendenzahlungen und Ergebnisabführungen -966 -1.085
Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteilseigner -9 -12
Auszahlungen aufgrund von ausgeschiedenen Gesellschaftern -109 -
Einzahlungen aus der Neuaufnahme von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden 2.832 1.787
Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden -2.641 -2.410
Cashflow aus Finanzierungstätigkeiten 40 -894 -1.720
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 554 162
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente durch Wechselkursveränderungen -16 -31
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, 1.1. 1.987 1.856
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, 31.12. (Konzernbilanz) 34 2.525 1.987

1 Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung (2) "Grundlagen der Berichterstattung".

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

Für Erläuterungen siehe Anmerkung (33) "Eigenkapital".

in Mio. € Gesamtkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse
1.1.2023 547 3.797 18.734 3.093
Ergebnis nach Steuern - - 2.750 -
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis - - -41 -1.012
Gesamtergebnis - - 2.709 -1.012
Ausschüttung/Gewinnverwendung - - -1.085 -
Kapitalerhöhungen/Kapitalherabsetzungen -4 - -269 -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - - -1 -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges - - - -
31.12.2023 542 3.797 20.088 2.081
in Mio. € Eigenkapital der Anteilseigner der E. Merck KG Nicht beherrschende Anteile
1.1.2023 26.171 78
Ergebnis nach Steuern 2.750 10
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis -1.053 -2
Gesamtergebnis 1.697 8
Ausschüttung/Gewinnverwendung -1.085 -16
Kapitalerhöhungen/Kapitalherabsetzungen -273 5
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung -1 0
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges - -
31.12.2023 26.509 75
in Mio. € Eigenkapital
1.1.2023 26.249
Ergebnis nach Steuern 2.760
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis -1.056
Gesamtergebnis 1.704
Ausschüttung/Gewinnverwendung -1.101
Kapitalerhöhungen/Kapitalherabsetzungen -269
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges -
31.12.2023 26.583
in Mio. € Gesamtkapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse
1.1.2024 542 3.797 20.088 2.081
Ergebnis nach Steuern - - 2.687 -
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis - - 123 1.375
Gesamtergebnis - - 2.810 1.375
Ausschüttung/Gewinnverwendung - - -966 -
Kapitalerhöhungen - - - -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - - - -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges - - 31 -
31.12.2024 542 3.797 21.963 3.455
in Mio. € Eigenkapital der Anteilseigner der E. Merck KG Nicht beherrschende Anteile
1.1.2024 26.509 75
Ergebnis nach Steuern 2.687 9
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis 1.498 0
Gesamtergebnis 4.184 9
Ausschüttung/Gewinnverwendung -966 -9
Kapitalerhöhungen - 1
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges 31 -
31.12.2024 29.758 75
in Mio. € Eigenkapital
1.1.2024 26.583
Ergebnis nach Steuern 2.696
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis 1.498
Gesamtergebnis 4.194
Ausschüttung/Gewinnverwendung -975
Kapitalerhöhungen 1
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges 31
31.12.2024 29.833

Konzernanhang

Allgemeine Angaben

(1) Unternehmensinformationen

Der vorliegende Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 ist auf die E. Merck Kommanditgesellschaft (E. Merck KG), Emanuel-Merck-Platz 1, 64293 Darmstadt, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRA 3614, als Obergesellschaft unter Anwendung des Wahlrechts des § 315e Absatz 3 HGB in Verbindung mit § 11 PublG nach International Financial Reporting Standards, wie sie in der Europäischen Union Anwendung finden, aufgestellt. Der Abschluss wird elektronisch dem Bundesanzeiger zur Einstellung in das Unternehmensregister übermittelt und ist unter https://www.unternehmensregister.de abrufbar. Zusätzlich zu dem hier vorgelegten Konzernabschluss des E. Merck-Konzerns wird ein Konzernabschluss auf die das operative Geschäft des E. Merck-Konzerns führende MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien (Merck KGaA), Frankfurter Straße 250, Darmstadt, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Darmstadt unter der Nummer HRB 6164, als Obergesellschaft aufgestellt. Aktien der Merck KGaA werden im regulierten Markt an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an weiteren Börsenplätzen gehandelt.

(2) Grundlagen der Berichterstattung

Der vorliegende Konzernabschluss wurde in Übereinstimmung mit den am Abschlussstichtag gültigen und von der Europäischen Union anerkannten internationalen Rechnungslegungsvorschriften in Anlehnung an die IFRS ® Accounting Standards (IFRS) sowie nach den ergänzend anzuwendenden Vorschriften des § 315e Abs. 1 HGB aufgestellt. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Die Aufstellung erfolgte in der Berichtswährung Euro. Die im Konzernabschluss dargestellten Werte wurden kaufmännisch gerundet. Dies kann dazu führen, dass sich einzelne Werte nicht zu den dargestellten Summen addieren lassen.

Der Vorstand der E. Merck KG hat den vorliegenden Konzernabschluss am 6. März 2025 aufgestellt und zur Weitergabe an den Gesellschafterrat freigegeben.

Eine Darstellung der im Konzernabschluss angewandten wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt in den jeweiligen Anmerkungen und ist dort kenntlich gemacht.

Erstmals im Geschäftsjahr 2024 anzuwendende Änderungen an Standards

Standard/Interpretation Titel Zeitpunkt der Veröffentlichung Zeitpunkt der Aufnahme in EU-Recht Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderungen an IAS 1 Einstufung von Schulden als kurz- oder langfristig; Einstufung von Schulden als kurzoder langfristig - Verschiebung des Inkrafttretens 23.1.2020 15.7.2020 19.12.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IAS 1 Langfristige Schulden mit Nebenbedingungen 31.10.2022 19.12.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IAS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 25.5.2023 15.5.2024 Keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IFRS 7 Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen 25.5.2023 15.5.2024 Keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IFRS 16 Leasingverbindlichkeit in einer Sale-and-Leaseback-Transaktion 22.9.2022 20.11.2023 Keine wesentlichen Auswirkungen

Erstmals ab dem Geschäftsjahr 2025 anzuwendende Änderungen an Standards

Standard/Interpretation Titel Zeitpunkt der Veröffentlichung Zeitpunkt der Aufnahme in EU-Recht Geforderter Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung 1 Erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderungen an IAS 21 Mangelnde Umtauschbarkeit 15.8.2023 12.11.2024 1.1.2025 Keine wesentlichen Auswirkungen

1 Die Regelung wurde nicht vorzeitig angewendet.

Veröffentlichte, aber noch nicht von der Europäischen Union anerkannte Standards und Änderungen an Standards

Standard/Interpretation Titel 1 Zeitpunkt der Veröffentlichung Voraussichtlich erstmalig anzuwenden für begonnene Geschäftsjahre am oder nach dem Erwartete Auswirkungen auf den Konzernabschluss
Änderungen an IFRS 7 Amendments to the Classification and Measurement of Financial Instruments 30.5.2024 1.1.2026 Wird derzeit überprüft
Änderungen an IFRS 7 Contracts Referencing Nature-dependent Electricity 18.12.2024 1.1.2026 Wird derzeit überprüft
Änderungen an IFRS 9 Amendments to the Classification and Measurement of Financial Instruments 30.5.2024 1.1.2026 Wird derzeit überprüft
Änderungen an IFRS 9 Contracts Referencing Nature-dependent Electricity 18.12.2024 1.1.2026 Wird derzeit überprüft
IFRS 18 Presentation and Disclosure in Financial Statements 9.4.2024 1.1.2027 Wird derzeit überprüft
IFRS 19 Subsidiaries without Public Accountability: Disclosures 9.5.2024 1.1.2027 Keine Auswirkungen
Änderungen an diversen Standards Annual Improvements to IFRS - Volume 11 18.7.2024 1.1.2026 Wird derzeit überprüft

1 Es sind noch keine deutschsprachigen Titel vorhanden.

Anpassung des Ausweises innerhalb der Konzernkapitalflussrechnung

Zur Erhöhung der Klarheit und Übersichtlichkeit der Konzernkapitalflussrechnung wurden die im Vorjahr einzeln dargestellten Posten "Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte" (Vorjahr: 537 Mio. €) und "Auszahlungen für den Erwerb von nicht finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 2.494 Mio. €) innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit zum Posten "Auszahlungen für Investitionen in sonstige Vermögenswerte" zusammengefasst. Ebenso wurden die Posten "Einzahlungen aus dem Abgang von übrigen finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 510 Mio. €) und "Einzahlungen aus dem Abgang von nicht finanziellen Vermögenswerten" (Vorjahr: 2.511 Mio. €) innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit zum Posten "Einzahlungen aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten" zusammengefasst.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Währungsumrechnung

Funktionale Währung

Die Tochtergesellschaften der E. Merck KG betreiben ihr Geschäft überwiegend in der lokalen Währung und verwenden diese als funktionale Währung.

Insbesondere in den Unternehmensbereichen Healthcare und Electronics gibt es einige Tochtergesellschaften, die abweichend von der Landeswährung den Euro oder den US-Dollar als funktionale Währung haben.

Transaktionen in nicht funktionaler Währung

Bei der Erstellung der Abschlüsse der konsolidierten Gesellschaften erfolgt die Umrechnung derjenigen Geschäftsvorfälle, die in anderen Währungen als der funktionalen Währung abgewickelt werden, mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls.

Umrechnung von Abschlüssen in die Berichtswährung Euro

Bei der Umrechnung der Abschlüsse konsolidierter Gesellschaften, die nicht den Euro als funktionale Währung verwenden, werden die Vermögenswerte und Schulden zu Stichtagskursen sowie die Aufwendungen und Erträge zu Monatsdurchschnittskursen in die Berichtswährung Euro umgerechnet. Die sich während der Konzernzugehörigkeit aus der Umrechnung ergebenden Unterschiedsbeträge werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Hochinflation

Argentinien (seit 2018) und die Türkei (seit 2022) werden entsprechend der Leitlinien des IAS 29 "Rechnungslegung in Hochinflationsländern" als hochinflationäre Volkswirtschaften klassifiziert. Die dortigen nicht monetären Vermögenswerte und Schulden sowie damit korrespondierende Aufwendungen und Erträge werden daher nicht auf Basis historischer Anschaffungs- oder Herstellungskosten, sondern bereinigt um die Einflüsse der Inflation bilanziert. In Argentinien wird hierfür eine Kombination aus dem Inlandspreisindex für den Großhandel IPIM (Indice de precios internos al por mayor) und dem Konsumentenpreisindex IPC (Indice de precios al consumidor) verwendet. Der zum Abschlussstichtag angewandte Wert des Index betrug 98.664,2 (31. Dezember 2023: 37.078,3 / 1. Januar 2023: 14.227,3). In der Türkei kommt der Konsumentenpreisindex CPI (Consumer Price Index) des türkischen statistischen Instituts zur Anwendung. Der zum Abschlussstichtag angewandte Wert des Index betrug 2.684,55 (31. Dezember 2023: 1.859,4 / 1. Januar 2023: 1.128,5). Die Vorjahreswerte wurden gemäß der Vorgaben des IAS 21 "Auswirkungen von Wechselkursänderungen" für Abschlüsse in nicht hochinflationären Berichtswährungen nicht angepasst.

Der jeweilige Verlust aus der Nettoposition der monetären Posten ist innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst und separat als Verlust aus der Hochinflationsbilanzierung ausgewiesen (siehe Anmerkung (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen").

Nach der Anpassung der Beträge um die Einflüsse der Inflation erfolgt die Umrechnung der Bilanzposten sowie der Aufwendungen und Erträge in die Berichtswährung Euro in Übereinstimmung mit IAS 21.42 zum Stichtagskurs.

Wechselkurse der bedeutendsten Währungen

Die Wechselkurse der für den Konzernabschluss bedeutendsten Währungen betrugen:

Durchschnittskurse Stichtagskurse
1 € = 2024 2023 31.12.2024 31.12.2023
Chinesischer Renminbi (CNY) 7,798 7,667 7,622 7,854
Japanischer Yen (JPY) 163,746 151,913 162,599 156,462
Schweizer Franken (CHF) 0,952 0,972 0,941 0,931
Südkoreanischer Won (KRW) 1.474,959 1.412,674 1.533,769 1.428,798
Taiwan-Dollar (TWD) 34,740 33,695 34,141 33,845
US-Dollar (USD) 1,082 1,082 1,041 1,107

(3) Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Umgang mit Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Die Aufstellung des Konzernabschlusses macht es erforderlich, in bestimmtem Umfang Ermessensentscheidungen über anzuwendende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu treffen sowie Schätzungen vorzunehmen. Ermessen bezeichnet die Notwendigkeit, bei der Anwendung von Rechnungslegungsmethoden Annahmen bezüglich des Ansatzes oder der Bewertung zu treffen.

Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Auswahl anzuwendender Bewertungsverfahren insbesondere in Bezug auf darin zu verwendende Parameter. Die Einschätzung des Ermessensspielraums beziehungsweise der Schätzungsunsicherheit erfolgt unternehmensspezifisch. Dabei werden insbesondere die im Folgenden beschriebenen Unsicherheiten im gegebenen Fall entsprechend berücksichtigt. In Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Verlässlichkeit von Inputfaktoren kann der Grad der Schätzungsunsicherheit stark variieren.

Erhöhter Unsicherheitsgrad aufgrund des aktuellen gesamtwirtschaftlichen und politischen Umfelds

Aufgrund der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in vielen Staaten Europas und in China sowie der politischen Veränderungen und sich daraus ergebenden möglichen makroökonomischen und handelspolitischen Entscheidungen ist der Unsicherheitsgrad bei der Erstellung des Konzernabschlusses deutlich ausgeprägt. Unsicherheitsfaktoren waren dabei neben den Auswirkungen des merklich erhöhten Preis- und Zinsniveaus auf das Konsumverhalten die sich ändernden politischen Rahmenbedingungen in wesentlichen Volkswirtschaften und der andauernde Krieg in der Ukraine sowie der Konflikt im Nahen Osten. Zudem trugen bestehende und mögliche Handelsbeschränkungen und -konflikte deutlich zu dieser Einschätzung bei.

Hieraus können sich insbesondere Auswirkungen auf die Werthaltigkeit nicht finanzieller Vermögenswerte ergeben. Anzeichen für wesentliche Wertminderungen konnten jedoch auf Basis der derzeit vorliegenden Erkenntnisse nicht festgestellt werden. Darüber hinaus ergaben sich wie in den Vorjahren keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns und keine Hinweise, dass bei der Aufstellung des Konzernabschlusses vom Grundsatz der Unternehmensfortführung abzuweichen gewesen wäre. Mögliche Auswirkungen aus sich ändernden Rahmenbedingungen werden dabei laufend analysiert.

Auswirkungen der Preisentwicklung und des Zinsniveaus

Im Geschäftsjahr 2024 schwächte sich die hohe Inflation weiter ab, blieb jedoch auf einem erhöhten Niveau. Zudem zeigte sich trotz der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass Lohn- und Gehaltsforderungen und -abschlüsse erhöht waren, was sich bei einer gleichzeitig schwachen konjunkturellen Entwicklung auch auf den finanziellen Spielraum wichtiger Staaten auswirkte.

Das im Geschäftsjahr 2024 gegenüber den Vorjahren weiterhin erhöhte Zinsniveau beeinflusste erneut die Refinanzierungskosten unserer Kunden, insbesondere im Unternehmensbereich Life Science, und wirkte sich daher auch auf ihr Nachfrageverhalten aus.

Aufgrund des aktuellen Zinsniveaus ergaben sich gegenüber vergangenen Jahren weiterhin erhöhte Diskontierungszinssätze, die bei der Durchführung von Wertminderungstests und der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte von finanziellen und nicht finanziellen Vermögenswerten verwendet wurden (siehe hierzu insbesondere Anmerkungen (17) "Geschäfts- oder Firmenwerte" und (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert").

Direkte Auswirkungen kriegerischer Auseinandersetzungen

Aus dem Krieg in der Ukraine ergaben sich aufgrund des begrenzten Geschäftsvolumens in Russland, der Ukraine, Belarus und der Republik Moldau keine wesentlichen unmittelbaren Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns. Der Anteil der Konzernumsatzerlöse in den genannten Ländern belief sich im Berichtszeitraum ebenso wie im Vorjahr auf unter 1,5 %. Auch aus dem Konflikt im Nahen Osten resultierten im Berichtszeitraum keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des E. Merck-Konzerns. Der Umsatzanteil von Kunden mit Sitz in Israel und dem Libanon an den Konzernumsätzen belief sich im Geschäftsjahr 2024 ebenso wie im Vorjahr auf unter 1 %.

Auswirkungen durch Handelsbeschränkungen, -konflikte und Sanktionen

Um die Auswirkungen aus einer Unterbrechung der Lieferketten zu reduzieren, wurden in der Vergangenheit die Vorratsbestände erhöht. Grundsätzlich geht dies mit einem gestiegenen Risiko eines späteren Wertminderungsbedarfs einher, sofern diese Bestände nicht verarbeitet oder abgesetzt werden können.

Weiterhin besteht ein hoher Unsicherheitsgrad bezüglich der weiteren Entwicklung, auch aufgrund potenzieller konfliktbedingter Sanktionen und der zukünftigen Handelspolitik, insbesondere der USA.

Handelspolitische Entwicklungen können sich kurzfristig auf Warenströme und die Wettbewerbsfähigkeit auswirken und mittelfristig Investitionsentscheidungen beeinflussen. Die Spannungen zwischen den USA und China bleiben ein erhebliches Risiko, insbesondere für bestimmte Technologien wie Halbleiter und Biotechnologie. Seit dem Geschäftsjahr 2022 werden insbesondere die Auswirkungen der Handelsbeschränkungen zwischen den USA und China im Bereich Halbleitermaterialien beobachtet. Daraus ergab sich bisher kein Wertminderungsbedarf. Es besteht jedoch eine hohe Unsicherheit über die weitere Entwicklung.

Erhöhter Unsicherheitsgrad aufgrund von Klimarisiken

Als global agierender Wissenschafts- und Technologiekonzern ist Merck transitorischen und physischen klimabezogenen Risiken ausgesetzt, die sich potenziell negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können und zu einer erhöhten Schätzungsunsicherheit im Rahmen der Bilanzierung beitragen. Zur Erhebung möglicher Auswirkungen aus Klimarisiken wurde im Rahmen eines Projekts zur Implementierung der Empfehlungen der Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD) und mit Unterstützung einer externen Beratungsgesellschaft sowie einer Versicherungsgesellschaft eine strukturierte Klimarisikoanalyse durchgeführt.

Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen

Merck hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Basisjahr 2020 jeweils um 50 % zu reduzieren. Bis 2030 sollen 80 % des Stromeinkaufs aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Darüber hinaus plant Merck, die indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 3), definiert als Rate aus Kilotonnen CO 2 -Äquivalenten pro Euro Bruttoergebnis, bis 2030 um 52 % zu reduzieren und bis zum Jahr 2040 einen klimaneutralen Geschäftsbetrieb entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Scope 1-3) zu erreichen. Die genannten Ziele zielen darauf ab, die Aktivitäten von Merck mit den globalen Bemühungen zur Begrenzung der Erwärmung auf 1,5 °C, wie im Pariser Klimaabkommen festgelegt, in Einklang zu bringen.

Die zuvor genannten Ziele sollen unter anderem durch die nachfolgenden Maßnahmen erreicht werden:

die Reduktion von Prozessemissionen,

verstärkter Zukauf von Strom aus erneuerbaren Quellen,

Energie- und Materialeffizienzmaßnahmen,

eine Emissionsreduktion in der Lieferkette sowie

die Berücksichtigung eines Schattenpreises für CO 2-Emissionen bei Großprojekten.

Transitorische Klimarisiken

Transitorische Klimarisiken beschreiben die Auswirkungen, die aufgrund des Wandels hin zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem für Unternehmen resultieren können.

Die größten transitorischen klimabezogenen Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bestehen im Unternehmensbereich Electronics, der deutlich mehr als die Hälfte der direkten (Scope 1) und indirekten (Scope 2) Treibhausgasemissionen des Konzerns verursacht. Ein Großteil dieser Treibhausgasemissionen entsteht prozessbedingt im Rahmen der Herstellung von Spezialgasen für die Halbleiter- beziehungsweise Elektronikindustrie. Zur Erreichung der selbst gesteckten Klimaziele des Konzerns soll beim Geschäft mit diesen Spezialgasen eine Emissionsreduktion insbesondere durch technologische Verbesserungen im Produktionsprozess erzielt werden. Die Werthaltigkeit der im Zusammenhang mit diesen Produkten bilanzierten Vermögenswerte ist abhängig von der erfolgreichen Umsetzung der technologischen Produktionsverbesserungen, da hierdurch langfristig drohende Kostensteigerungen durch die zunehmende Bepreisung von Treibhausgasemissionen weitgehend vermieden werden könnten. Auf der Grundlage des aktuellen Kenntnisstands werden keine wesentlichen Umsatzrückgänge infolge der Umsetzung der Merck-Nachhaltigkeitsstrategie für dieses Geschäft erwartet. Im Ergebnis ergaben sich bislang weder Anzeichen für Wertminderungsbedarf noch das Erfordernis zur Anpassung von Restnutzungsdauern der betreffenden Vermögenswerte. Aufgrund der Langfristigkeit der zugrunde liegenden Analysen und des hohen Unsicherheitsgrads bezüglich der weiteren Entwicklung bestehen ausgeprägte Schätzungsunsicherheiten.

Als weitere Maßnahmen zur Reduktion von Klimarisiken schloss der E. Merck-Konzern mehrere virtuelle Bezugsverträge zum Erwerb von Strom aus erneuerbaren Energiequellen ab und beabsichtigt, diesen auch verstärkt physisch zuzukaufen. Mit der Unterzeichnung der zwei virtuellen Strombezugsverträge für die USA und von drei virtuellen Strombezugsverträgen in Spanien wurden wesentliche Beiträge zur Erreichung der Klimaziele geleistet (siehe hierzu die Ausführungen in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" zu den bestehenden virtuellen Strombezugsverträgen mit Windenergie- beziehungsweise SolarparkProjektentwicklern in den USA und Spanien).

Merck nimmt am EU-Emissionshandel teil und erwirbt Emissionszertifikate, soweit die durch öffentliche Stellen kostenlos zugeteilten Zertifikate für die von Merck ausgestoßenen Treibhausgase nicht ausreichend sind. Die Auswirkungen aus diesem EU-Emissionshandel auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt für Merck noch von untergeordneter Bedeutung.

Physische Klimarisiken

Physische Klimarisiken sind Risiken, die aus längerfristigen Veränderungen in den allgemeinen klimatischen Bedingungen resultieren können. Bilanzielle Auswirkungen aus physischen Klimarisiken können sich beispielsweise durch eine erforderliche Verkürzung wirtschaftlicher Nutzungsdauern von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens (sogenannte "gestrandete Vermögenswerte"), das Risiko von Betriebsunterbrechungen sowie erhöhte zukünftige Aufwendungen aufgrund notwendiger Adaptionsmaßnahmen zur Sicherung von Standorten ergeben. Im Rahmen der Erhebung der physischen Klimarisiken wurden die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf den E. Merck-Konzern anhand von Erwärmungsszenarien unter Berücksichtigung der Risiken durch Überflutung, Brände, Wind, Hitze, Niederschlag, Dürre, Kälte, Gewitter und Hagel simuliert. Insgesamt ergaben sich aus den identifizierten physischen Klimarisiken bislang keine wesentlichen direkten bilanziellen Auswirkungen. Aufgrund der Langfristigkeit der zugrunde liegenden Analysen und des hohen Unsicherheitsgrads bezüglich der weiteren Entwicklung bestehen hierbei jedoch ausgeprägte Schätzungsunsicherheiten.

Übersicht bedeutender Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Nachfolgend sind die Bilanzierungssachverhalte mit den bedeutendsten Ermessensentscheidungen sowie den umfangreichsten zukunftsbezogenen Annahmen und Quellen von Schätzungsunsicherheiten gemäß IAS 1.125 dargestellt:

Bilanzierungssachverhalt Buchwert zum 31.12.2024
in Mio. €
IFRS Ermessensspielraum/ Schätzungsunsicherheit
Geschäfts- oder Firmenwerte 19.152
Bestimmung des erzielbaren Betrags IAS 36 hoch
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 6.282
Identifikation und Bewertung von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Unternehmenserwerben IFRS 3 hoch
Einlizenzierungen immaterieller Vermögenswerte IAS 38 mittel
Bestimmung der Nutzungsdauer IAS 38 mittel
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf IAS 36 hoch
Sachanlagen 10.025
Bestimmung der Nutzungsdauer und des Restwerts IAS 16 mittel
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf IAS 36 mittel
Leasingverhältnisse 686
Ansatz und Bewertung von Leasingverhältnissen IFRS 16 mittel
Vorräte 4.484
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf IAS 2 mittel
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 3.990
Bestimmung der Wertminderungshöhe IFRS 9 mittel
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts bedingter Gegenleistungen 151 IFRS 13 hoch
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten 798 IFRS 9, IFRS 13 mittel
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer
Bestimmung der Bewertungsparameter zur Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts von definierten Leistungsverpflichtungen 4.784 IAS 19 mittel
Sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten 762
Ansatz und Bewertung von sonstigen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten IAS 37 hoch
Ertragsrealisierung
Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten 869 IFRS 15 hoch
Ertragsteuern
Ansatz und Bewertung von Ertragsteuerverbindlichkeiten 1.569 IAS 12 hoch
Ansatz und Bewertung von latenten Steuern auf temporäre Differenzen IAS 12 mittel
Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge 80 IAS 12 hoch
Bilanzierungssachverhalt Sensitivitätsanalyse Konzernanhang
Geschäfts- oder Firmenwerte ja 17
Bestimmung des erzielbaren Betrags
Sonstige immaterielle Vermögenswerte ja 6,18
Identifikation und Bewertung von immateriellen Vermögenswerten im Rahmen von Unternehmenserwerben
Einlizenzierungen immaterieller Vermögenswerte
Bestimmung der Nutzungsdauer
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf
Sachanlagen nein 19
Bestimmung der Nutzungsdauer und des Restwerts
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf
Leasingverhältnisse ja 20
Ansatz und Bewertung von Leasingverhältnissen
Vorräte nein 23
Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen nein 24,41
Bestimmung der Wertminderungshöhe
Sonstige finanzielle Vermögenswerte ja 35,42
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts bedingter Gegenleistungen
Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer ja 32
Bestimmung der Bewertungsparameter zur Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts von definierten Leistungsverpflichtungen
Sonstige Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten nein 26,27
Ansatz und Bewertung von sonstigen Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten
Ertragsrealisierung ja 9
Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten
Ertragsteuern nein 15
Ansatz und Bewertung von Ertragsteuerverbindlichkeiten
Ansatz und Bewertung von latenten Steuern auf temporäre Differenzen
Ansatz aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge

(4) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 10. Februar 2025 bestätigte Merck fortgeschrittene Gespräche zu einer möglichen Übernahme von Springworks Therapeutics, Inc., USA. Bis zur Aufstellung des Konzernabschlusses gab es keine Gewissheit, ob die Unterzeichnung einer Übernahmevereinbarung zustande kommt.

Mit Wirkung zum 1. März 2025 wurde Khadija Ben Hammada als neues Mitglied der Geschäftsleitung der Merck KGaA und Chief People Officer ernannt.

Darüber hinaus sind keine Ereignisse nach dem Bilanzstichtag von besonderer Bedeutung, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu erwarten ist, eingetreten.

Zusammensetzung des Konzerns

(5) Konsolidierungskreis

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Konsolidierungskreis

Tochtergesellschaften, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns unwesentlich sind, werden nicht in den Konsolidierungskreis einbezogen und stattdessen unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen (siehe Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte").

Der Konsolidierungskreis entwickelte sich im Berichtszeitraum wie folgt:

Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31.12.2023 307
Zugänge Gründungen -
Zukäufe 10
Wesentlichkeit 5
Abgänge Liquidationen/Verschmelzungen -7
Verkäufe -1
Unwesentlichkeit -1
Vollkonsolidierte Gesellschaften am 31.12.2024 313
At-equity bewertete Gesellschaften am 31.12.2023 2
At-equity bewertete Gesellschaften am 31.12.2024 2
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31.12.2023 35
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften am 31.12.2024 41

Bei den nicht konsolidierten Tochtergesellschaften handelt es sich überwiegend um nicht operativ tätige Vorratsgesellschaften und Gesellschaften in Liquidation, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurden.

Insgesamt betrugen die Auswirkungen der wegen untergeordneter Bedeutung nicht konsolidierten Tochtergesellschaften auf Umsatzerlöse, Ergebnis nach Steuern, Vermögenswerte und Eigenkapital bezogen auf den gesamten E. Merck-Konzern weniger als 1 %. Bei den beiden at-equity bewerteten Gesellschaften handelt es sich um Syntropy Technologies LLC, USA, und MM Domain Holdco Limited, Großbritannien. Daneben besteht ebenso wie im Vorjahr eine gemeinschaftliche Tätigkeit (Resonac Versum Materials Co. LTD, Japan) im Sinne des IFRS 11. Die gemeinschaftliche Tätigkeit ist für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage unwesentlich. Auswirkungen aus bestehenden vertraglichen Vereinbarungen in diesen Zusammenhängen haben ebenfalls keinen potenziell wesentlichen Einfluss.

Eine Aufstellung aller in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften sowie des gesamten Anteilsbesitzes der E. Merck KG erfolgt in Anmerkung (46) "Aufstellung des Anteilsbesitzes".

(6) Akquisitionen und Desinvestitionen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Unternehmenszusammenschlüsse

Die Bilanzposten Geschäfts- oder Firmenwerte, sonstige immaterielle Vermögenswerte und latente Steuerschulden sind maßgeblich durch Kaufpreisallokationen beeinflusst, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen durchgeführt werden. Da für die erworbenen sonstigen immateriellen Vermögenswerte überwiegend keine am Markt beobachtbaren Preise vorliegen, wird bei Unternehmenserwerben regelmäßig auf die Expertise externer Gutachter zurückgegriffen. Die im Rahmen von Kaufpreisallokationen üblicherweise zur Bewertung von immateriellen Vermögenswerten angewandten Verfahren sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt:

Bewertungsverfahren zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts
Kundenbeziehungen Residualwertmethode
Technologien Lizenzpreisanalogiemethode
Markenrechte Lizenzpreisanalogiemethode

Ergebnisse aus der Fremdwährungssicherung erwarteter Unternehmenserwerbe mit Ausnahme des Ertragsteuereffekts werden, soweit sie die Anforderungen einer bilanziellen Sicherungsbeziehung erfüllen, mit dem Buchwert des erworbenen Nettovermögenswerts verrechnet.

Wenn das Management es als angemessen erachtet, wird transaktionsbezogen der optionale Konzentrationstest des IFRS 3.B7B angewendet, anhand dessen die bilanzielle Abbildung einer Transaktion im Konzernabschluss ermittelt wird.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Unternehmenszusammenschlüsse

Schätzungsunsicherheiten und Ermessensentscheidungen bestehen im Rahmen von Kaufpreisallokationen insbesondere in Bezug auf

die Planung zukünftiger Zahlungsströme,

die Kundenverlustrate, die angibt, wie sich die bestehenden Kundenbeziehungen in Zukunft entwickeln werden,

die Lizenzrate für Technologien, die die ersparten Lizenzgebühren anhand von vergleichbaren Transaktionen ähnlicher Technologien abschätzt,

den Diskontierungsfaktor, der laufzeit- und risikobezogen für die Abzinsung der erwarteten Zahlungsmittelzuflüsse verwendet wird, sowie

die Nutzungsdauer und den Grad der technischen Obsoleszenz, die unter anderem von Annahmen der technologischen Entwicklung abhängig sind.

Desinvestitionen

Die Einschätzung, ab wann ein langfristiger Vermögenswert, eine Veräußerungsgruppe oder ein aufgegebener Geschäftsbereich die Voraussetzungen des IFRS 5 für eine Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten erfüllt, ist ermessensbehaftet. Selbst im Fall einer vorliegenden Managemententscheidung zur Prüfung einer Veräußerung ist eine unsicherheitsbehaftete Einschätzung zu treffen, ob und zu welchem Zeitpunkt eine entsprechende Veräußerung höchstwahrscheinlich stattfinden wird.

Akquisitionen des Geschäftsjahres

Erwerb von Mirus Bio LLC, USA

Merck schloss die am 22. Mai 2024 bekannt gegebene Vereinbarung zur Übernahme des Life-Science-Unternehmens Mirus Bio LLC, USA, (Mirus Bio), am 31. Juli 2024 nach Erhalt der behördlichen Genehmigungen erfolgreich ab. Der Kaufpreis gemäß IFRS 3 für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 617 Mio. US$ (570 Mio. €) in bar. Bedingte Gegenleistungen wurden nicht vereinbart. Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 554 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen.

Mirus Bio ist auf die Entwicklung und Vermarktung von Transfektionsreagenzien spezialisiert. Transfektionsreagenzien wie TransIT-VirusGEN ® von Mirus Bio werden verwendet, um genetisches Material in Zellen zu übertragen. Sie spielen eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Mit dem Erwerb von Mirus Bio verfolgt Merck im Unternehmensbereich Life Science das Ziel, Lösungen für jeden Schritt in der Herstellung von viralen Vektoren anzubieten.

Zum Zeitpunkt der Konzernabschlusserstellung lag für die immateriellen Vermögenswerte und die latenten Steuerschulden eine vorläufige Kaufpreisallokation vor, da sich Erkenntnisse über Umfang und Wert des erworbenen Vermögens sowie anderer Allokationsparameter noch ändern könnten. Wesentliche Eventualverbindlichkeiten wurden im Rahmen der Kaufpreisallokation nicht identifiziert. Der vorläufige Unterschiedsbetrag in Höhe von 365 Mio. € wurde als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Dieser beinhaltet erwartete Synergien, die sich aus der Integration von Mirus Bio in den E. Merck-Konzern ergeben werden, erwartete Erlöse aus technischen Neuerungen und Weiterentwicklungen, die über das bisher bestehende Produkt-, Entwicklungs- und Kundenportfolio hinausgehen sowie nicht ansetzbare immaterielle Vermögenswerte wie das Know-how des Mitarbeitendenstamms.

Der in US-Dollar geführte Geschäfts- oder Firmenwert wurde vollständig dem Unternehmensbereich Life Science zugeordnet und erhöhte sich durch die Wechselkursentwicklung von 365 Mio. € beim erstmaligen Ansatz auf 379 Mio. € zum 31. Dezember 2024. Er ist erwartungsgemäß nicht für steuerliche Zwecke abzugsfähig.

Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige Mirus BioGeschäft mit 7 Mio. € zu den Konzernumsatzerlösen sowie mit -6 Mio. € zum Konzernergebnis nach Steuern bei. In diesem Ergebnis wurden die höheren Herstellungskosten aufgrund der Anpassung der erworbenen Vorräte auf die beizulegenden Zeitwerte sowie die Abschreibungen der im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten und neu bewerteten Vermögenswerte berücksichtigt.

Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.164 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.774 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen. Bei der Ermittlung wurde angenommen, dass die aus der Kaufpreisallokation resultierenden Buchwertanpassungen identisch gewesen und in ihrer Auswirkung auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung entsprechend ihrer Nutzungsdauer berücksichtigt worden wären.

Übernahme von Unity-SC SAS, Frankreich

Merck erwarb mit Wirkung zum 31. Oktober 2024 Unity-SC SAS, Frankreich, (Unity-SC). Unity-SC ist ein Anbieter von Metrologie- und Inspektionsgeräten für die Halbleiterindustrie und dient der Ergänzung und Vervollständigung der Expertise und des Portfolios der Geschäftseinheit Display Solutions (seit dem 1. Januar 2025 Optronics) im Unternehmensbereich Electronics. Der Kaufpreis gemäß IFRS 3 für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 144 Mio. € in bar sowie potenzielle Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen in Höhe von maximal 45 Mio. €, die vom Erreichen bestimmter umsatzbezogener Meilensteine abhängig sind.

Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 138 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen.

Zum Abschlussstichtag lagen aufgrund der zeitlichen Nähe zum Übernahmezeitpunkt noch keine Kaufpreisallokation und keine Bewertung der bedingten Gegenleistungen vor. Der vorläufig ermittelte Unterschiedsbetrag zwischen gezahltem Kaufpreis und erworbenem Nettovermögen in Höhe von 122 Mio. € wurde vollständig dem Unternehmensbereich Electronics zugeordnet.

Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige Unity-SC-Geschäft mit 15 Mio. € zu den Konzernumsatzerlösen sowie mit 3 Mio. € zum Konzernergebnis nach Steuern bei. Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.182 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.775 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen.

Übernahme von Hub Organoids Holding B.V, Niederlande

Merck übernahm mit Wirkung zum 23. Dezember 2024 alle Anteile der Hub Organoids Holding B.V., Niederlande, (HUB). HUB verfügt über ein grundlegendes Patentportfolio für Organoide. Organoide sind Zellkulturmodelle, die funktionell einem Organ ähneln. HUB schließt mit seiner Technologie und seinem Serviceangebot die Lücke zwischen dem Labor und klinischen Studien, indem es ermöglicht, potenzielle klinische Kandidaten in einem In-vitro-System zu identifizieren und zu validieren.

Der Kaufpreis für 100 % der Stimmrechtsanteile betrug 83 Mio. € in bar. Des Weiteren wurden potenzielle Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen in Höhe von maximal 40 Mio. € vereinbart, die zum Erwerbszeitpunkt mit 18 Mio. € bewertet wurden. Die bedingten Gegenleistungen stehen in Abhängigkeit davon, ob die vereinbarten produktentwicklungs- sowie umsatzbezogenen Meilensteine erreicht werden.

Nach Abzug der erworbenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurden 81 Mio. € in der Konzernkapitalflussrechnung als Mittelabfluss aus Akquisitionen ausgewiesen.

Zum Abschlussstichtag lag aufgrund der zeitlichen Nähe zum Übernahmezeitpunkt noch keine Kaufpreisallokation vor. Der vorläufig ermittelte Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und erworbenem Nettovermögen belief sich auf 103 Mio. € und wurde vollständig dem Unternehmensbereich Life Science zugeordnet.

Für den Zeitraum zwischen der Übernahme und dem 31. Dezember 2024 trug das ehemalige HUB-Geschäft weder zu den Konzernumsatzerlösen noch zum Konzernergebnis nach Steuern bei. Bei einer angenommenen Erstkonsolidierung zum 1. Januar 2024 hätten der Umsatz des E. Merck-Konzerns 21.168 Mio. € (gegenüber berichteten Umsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. €) und das Konzernergebnis nach Steuern 2.785 Mio. € (gegenüber einem berichteten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 2.696 Mio. €) betragen.

Vorläufig beizulegende Zeitwerte und übernommene Buchwerte der Akquisitionen

in Mio. € Mirus Bio Übrige Akquisitionen
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (ohne Geschäfts- oder Firmenwerte) 249 1
Sachanlagen 3 7
Sonstige langfristige Vermögenswerte 1 2
253 9
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte 5 28
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Forderungen 2 13
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 16 6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 2 8
25 56
Vermögenswerte 277 65
Langfristige Verbindlichkeiten
Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1 3
Latente Steuerschulden 68 -
69 3
Kurzfristige Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 3 27
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen - 15
3 42
Schulden 72 45
Erworbenes Nettovermögen 205 20
Kaufpreis für den Erwerb der Anteile gemäß IFRS 3 570 245
Positiver Unterschiedsbetrag (Geschäfts- oder Firmenwert) 365 225

Desinvestitionen

Vereinbarung zum Verkauf des Surface-Solutions-Geschäfts

Merck gab am 25. Juli 2024 den Abschluss einer Vereinbarung zur Veräußerung der Geschäftseinheit Surface Solutions des Unternehmensbereichs Electronics an Global New Material International Holdings Ltd., Kaimaninseln, bekannt. Der vereinbarte Kaufpreis vor Kaufpreisanpassungen für Zahlungsmittel und Finanzschulden beträgt 665 Mio. €. Die Vereinbarung umfasst einen Großteil der weltweiten Produktions-, Vertriebs- und Entwicklungsaktivitäten des Surface-Solutions-Geschäfts. Ihre Durchführung ist abhängig von behördlichen Genehmigungen in allen wesentlichen Märkten sowie dem Aufbau selbstständiger Surface-Solutions-Gesellschaften in einigen Jurisdiktionen. Mit dem Abschluss der Transaktion wird im 2. Halbjahr 2025 gerechnet. Die Umsätze des Surface-Solutions-Geschäfts und die abgehenden Vermögenswerte einschließlich des anteilig abgehenden Geschäfts- oder Firmenwerts des Unternehmensbereichs Electronics betrugen im Berichtsjahr beziehungsweise zum Stichtag jeweils weniger als 2,5 % der entsprechenden Werte des E. Merck-Konzerns.

Die direkt im Eigenkapital erfassten kumulativen Erträge, die in Verbindung mit der Abgangsgruppe stehen, betrugen 112 Mio. €.

Zum Bilanzstichtag wurden folgende Vermögenswerte und Schulden der Abgangsgruppe in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beziehungsweise in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten umgegliedert:

in Mio. €
Geschäfts- oder Firmenwerte 162
Sachanlagen 106
Vorräte 237
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 13
Übrige Vermögenswerte 35
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 553
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 118
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 23
Übrige Verbindlichkeiten 6
Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 157

Weitere zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte beinhalteten auch Vermögenswerte des Anlagevermögens eines französischen Life Science- und Healthcare-Standorts. Eine Vereinbarung zur Veräußerung wurde im 4. Quartal 2024 abgeschlossen. Mit dem Vollzug der Transaktion wird vorbehaltlich der Umsetzung vertraglich vereinbarter Bedingungen und behördlicher Genehmigungen im 3. Quartal 2025 gerechnet.

Veräußerung der Anteile an Calypso Biotech B.V., Niederlande

Die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2023 beinhalteten eine Eigenkapitalbeteiligung sowie eine Wandelanleihe an dem M-Ventures-Beteiligungsunternehmen Calypso Biotech B.V., Niederlande, (Calypso). Calypso ist ein Biotechunternehmen, das Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen entwickelt. Es war den Konzernkosten und Sonstiges zugeordnet. Das Unternehmen wurde am 8. Januar 2024 vollständig durch die Novartis AG, Schweiz, übernommen. Die Veräußerungsgruppe umfasste langfristige Eigenkapitalinstrumente in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurden, sowie eine Wandelanleihe von Calypso in Höhe eines mittleren einstelligen Millionen-Eurobetrags, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet wurde. Die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulativen Erträge beliefen sich auf 48 Mio. €.

(7) Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Auslizenzierungsvereinbarungen

Wesentliche Auslizenzierungen von geistigem Eigentum schließt Merck vornehmlich im Unternehmensbereich Healthcare ab. Dabei stellt die Lizenzgewährung regelmäßig eine eigenständige Leistungsverpflichtung dar, die üblicherweise zeitpunktbezogen zu realisieren ist. Eine Ertragsrealisierung bedingter Gegenleistungen erfolgt aufgrund der Unsicherheit von Entwicklungsergebnissen und regulatorischen Ereignissen in aller Regel, wenn das entsprechende Ereignis eingetreten ist. Die Realisierung umsatz- oder nutzungsabhängiger Entgelte erfolgt grundsätzlich, wenn der Vertragspartner die entsprechenden Verkäufe tätigt oder das geistige Eigentum nutzt. Da Auslizenzierungstransaktionen im Unternehmensbereich Healthcare nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erfolgen und die Lizenznehmer keine Kunden im Sinne des IFRS 15 sind, werden dazugehörige Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen (siehe Anmerkung (13) "Sonstige betriebliche Erträge").

Einlizenzierungsvereinbarungen

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für Einlizenzierungen von geistigem Eigentum sind in Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" dargestellt.

Kollaborationsvereinbarungen

Neben Ein- und Auslizenzierungsvereinbarungen zur Nutzung von geistigem Eigentum schließt Merck im Unternehmensbereich Healthcare Kollaborationsvereinbarungen ab, in denen der Konzern gemeinschaftlich mit Partnerunternehmen pharmazeutische Wirkstoffkandidaten entwickelt und im Falle einer Zulassungserteilung vermarktet.

Aufgrund der fehlenden Kundeneigenschaft der Partnerunternehmen liegen diese Kollaborationsvereinbarungen nicht unmittelbar im Anwendungsbereich von IFRS 15 und etwaige Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen. Gegenseitige Erstattungen von Entwicklungsaufwendungen werden innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. Im Rahmen von Kollaborationsvereinbarungen erhaltene Gegenleistungen für die regelmäßig gebündelte Verpflichtung aus gewährten Rechten an geistigem Eigentum und weiteren Leistungsversprechen realisiert Merck im Einklang mit der Industriepraxis über den Leistungszeitraum als Ertrag. Risikobehaftete zukünftige Meilensteinzahlungen, die bereits erfüllten vertraglichen Verpflichtungen zuzuordnen sind, führen im Falle ihres Eintritts zu einer kumulativen Nachholung von Erträgen. Dies betrifft insbesondere Meilensteinzahlungen infolge einer Zulassungserteilung. Typisch für Kollaborationsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare ist ferner, dass im Falle einer erfolgreichen Zulassung den jeweiligen Kollaborationspartnern die Umsatzerlöse in bestimmten Märkten oder für bestimmte Produkte zustehen, während definierte Aufwendungen und Erträge wiederum in einem fixierten Verhältnis geteilt werden. In dieser Konstellation realisiert Merck Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Produkten an Drittkunden, sofern die Rolle des Prinzipals im Sinne des IFRS 15 ausgeübt wird. Aufwendungen aus der Abführung von Ergebnisbeteiligungen an den Kollaborationspartner werden innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen

Im Rahmen der bilanziellen Abbildung von Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen sind in den folgenden Bereichen bedeutende Ermessensentscheidungen zu treffen:

Identifikation einer angemessenen Methode zur Ertragsrealisierung sowie

Bestimmung des angemessenen Zeitraums der Ertragsrealisierung.

Schätzungen sind insbesondere bei der Bestimmung des Transaktionspreises sowie des Leistungsfortschritts vorzunehmen.

Strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Wirkstoffen im Bereich Immunonkologie und deren Beendigung mit Wirkung zum 30. Juni 2023

Die am 17. November 2014 mit Pfizer Inc., USA, (Pfizer), geschlossene, weltweit geltende strategische Allianz über die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung des Anti-PD-L1-Antikörpers Avelumab (Zulassung 2017 unter dem Handelsnamen Bavencio ®) wurde mit Wirkung zum 30. Juni 2023 beendet. Mit Wirksamwerden der Beendigungsvereinbarung verfügt Merck über die exklusiven weltweiten Rechte zur Entwicklung, Herstellung und Vermarktung und hat somit die vollständige Kontrolle über Bavencio ®.

Nach der Beendigungsvereinbarung steuert Merck sämtliche Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Ebenso verbleiben die Herstellung des Produkts und die Bedienung der Lieferkette vollständig bei Merck.

Die Durchführung der Kollaborationsvereinbarung erfolgte nicht innerhalb eines eigenständigen Vehikels. In der Vermarktungsphase wurde der überwiegende Anteil aus den Verkäufen von Bavencio ® als Umsatzerlöse erfasst, wobei bis zur Beendigung der Vereinbarung eine rechnerisch hälftige Teilung der Umsatzerlöse wie auch eine hälftige Teilung definierter Aufwandskomponenten vorgenommen wurde und ein sich daraus ergebender Saldo als Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen erfasst wurde (Vorjahr: 143 Mio. €). An die Stelle der bisherigen Abrechnung tritt eine Lizenzgebühr in Höhe von 15 % auf definierte Umsatzerlöse von Bavencio ® , die in den Umsatzkosten ausgewiesen wird (siehe Anmerkung (10) "Umsatzkosten").

Die mit Bavencio ® im Geschäftsjahr 2024 erzielten Umsatzerlöse beliefen sich auf 735 Mio. € (Vorjahr: 713 Mio. €). Im Geschäftsjahr 2024 erfasste Merck wie im Vorjahr Forschungs- und Entwicklungskosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags.

Einlizenzierungsvereinbarung mit Debiopharm International SA, Schweiz, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Am 24. Juni 2024 gab Merck bekannt, die im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2021 von Debiopharm International SA, Schweiz, einlizenzierten Wirkstoffkandidaten Xevinapant stehenden klinischen Studien nicht fortzusetzen. Die pivotale Phase-III-Studie (TrilynX TM ) untersuchte Xevinapant als Zusatz zu einer Chemoradiotherapie bei Patienten mit nicht resezierten, lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (LA SCCHN). Weitere klinische Studien in Phase III und Phase Ib untersuchten unterschiedliche Kombinationen mit Radiotherapie oder Chemoradiotherapie in anliegenden Patientenpopulationen mit LA SCCHN. Die Entscheidung erfolgte basierend auf einer planmäßigen Interimsanalyse der TrilynX TM -Studie, aus der hervorging, dass die Studie ihren primären Endpunkt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht erreichen würde.

Die Beendigung des Programms führte zur Wertminderung eines immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 140 Mio. €, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurde, sowie zum Ansatz einer Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags, deren Zuführung unter den Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesen wurde.

Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd., China, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von metastasierendem Kolorektalkarzinom

Merck gab am 30. Oktober 2023 den Abschluss einer Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co., Ltd., China, (Hengrui), über eine weltweite Exklusivlizenz außerhalb Chinas für die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung des PARP1-Inhibitors HRS-1167 sowie eine entsprechende Option für SHR-A1904, ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat, bekannt.

Merck verpflichtete sich zur Leistung einer Einstandszahlung in Höhe von 160 Mio. € für erworbene Rechte und zukünftig durch den Veräußerer zu erbringende Entwicklungsaktivitäten. Weitere Meilensteinzahlungen sind bei Erreichen bestimmter Entwicklungs-, Zulassungs- und Vermarktungsziele vorgesehen. Die Vereinbarung umfasst weiterhin gestaffelte Lizenzzahlungen in Abhängigkeit von potenziellen Umsatzerlösen. Der Erwerb der Rechte führte initial zum Ansatz eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 147 Mio. €.

Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, über Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von tenosynovialem Riesenzelltumor

Merck gab am 4. Dezember 2023 den Abschluss einer Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, (Abbisko), über eine Exklusivlizenz für China, Hongkong, Macau und Taiwan sowie einer Option auf eine Exklusivlizenz für den Rest der Welt für die Vermarktung von Pimicotinib bekannt. Pimicotinib ist ein in der klinischen Prüfung befindlicher, oraler, hoch selektiver und potenter niedermolekularer Antagonist des koloniestimulierenden Faktor-1-Rezeptors. Am 12. November 2024 gab Merck bekannt, dass die zulassungsrelevante Phase-III-Studie MANEUVER ihren primären Endpunkt erreicht hat. In der Studie zeigte sich eine signifikante Verbesserung der objektiven Ansprechrate bei Patienten mit tenosynovialem Riesenzelltumor. Zudem belegte die Studie statistisch signifikante und klinisch relevante Verbesserungen bei den sekundären Endpunkten wie beispielsweise Steifheit oder Schmerzen.

Merck verpflichtete sich zur Leistung einer Einstandszahlung in Höhe von 70 Mio. US$ (64 Mio. €) für erworbene Rechte und zukünftig durch den Veräußerer zu erbringende Entwicklungsaktivitäten. Bei Ausübung der Option ist weiterhin eine Optionsausübungsprämie an Abbisko zu zahlen. Abbisko erhält zudem zusätzliche Zahlungen für das Erreichen bestimmter zulassungs- und vermarktungsbezogener Meilensteine sowie gestaffelte Lizenzgebühren auf die Umsatzerlöse von Merck. Der Erwerb der Rechte führte zum Ansatz eines noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerts in Höhe von 45 Mio. €.

Operative Geschäftstätigkeit

(8) Segmentberichterstattung

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Segmentberichterstattung

Die Geschäftstätigkeit des E. Merck-Konzerns ist in die drei operativen Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics sowie die zentralen Konzernfunktionen gegliedert. Mit dieser Gliederung entspricht die Segmentierung der internen Organisations- und Berichtsstruktur. Der Unternehmensbereich Life Science umfasst das Geschäft mit Instrumenten, Chemikalien und Ausrüstungen für Forschungslabore, Biotech- und Pharmahersteller sowie die Industrie; der Unternehmensbereich Healthcare erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet verschreibungspflichtige Arzneimittel und Biopharmazeutika und der Unternehmensbereich Electronics liefert Materialien für die Halbleiter- und Displayindustrie sowie für die Oberflächengestaltung. Die drei Unternehmensbereiche unterscheiden sich bezüglich ihrer Produkte und Dienstleistungen, ihrer Kunden, ihrer Vertriebsstrukturen und -prozesse und des jeweiligen regulatorischen Umfelds. Die in den einzelnen Unternehmensbereichen zusammengefassten Aktivitäten weisen jedoch jeweils eine hohe Ähnlichkeit bezüglich der genannten Kriterien auf. Daneben werden in den zentralen Konzernfunktionen sowohl Serviceaktivitäten, die für alle Unternehmensbereiche einheitlich sind, als auch weitere Konzernfunktionen, die keinem Unternehmensbereich zugeordnet sind, zusammengefasst. Die Ressourcenallokation und die Bewertung der Geschäftsentwicklung werden durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA als Hauptentscheidungsträger auf Ebene der Unternehmensbereiche wahrgenommen.

Die im Segmentbericht dargestellte Spalte "Konzernkosten und Sonstiges" beinhaltet neben den direkten Aktivitäten der zentralen Konzernfunktionen auch Aufwendungen und Erträge, Vermögenswerte und Schulden sowie Zahlungsströme, die aufgrund ihrer Steuerung auf Konzernebene in den zentralen Konzernfunktionen den berichtspflichtigen Segmenten nicht zugeordnet werden. Darunter fallen insbesondere Aufwendungen und Erträge aus der Fremdwährungsabsicherung operativer Transaktionen, Finanzierungsaufwendungen und -erträge, welche die Zinsaufwendungen und -erträge enthalten, sowie Ertragsteueraufwendungen und -erträge. Ebenso werden Finanzschulden, Pensionsrückstellungen sowie Ertragsteueransprüche beziehungsweise -verbindlichkeiten der Spalte "Konzernkosten und Sonstiges" zugeordnet. Im Weiteren dient sie der Überleitung auf die Konzernwerte.

Maßstab für den Erfolg eines Segments ist neben den Umsatzerlösen vor allem das EBITDA pre (Segmentergebnis). Das EBITDA pre ist eine Kennzahl, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert ist. Sie stellt jedoch die wichtigste Steuerungsgröße für den E. Merck-Konzern dar. Um ein besseres Verständnis des operativen Geschäfts zu vermitteln, werden beim EBITDA pre Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen sowie die unten dargestellten Anpassungen nicht berücksichtigt.

Die Segmentdaten leiten sich aus den Finanzinformationen ab, die auf den im Konzernabschluss verwendeten IFRS basieren. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse wurden für alle Unternehmensbereiche marktorientiert festgelegt. Vermögenswerte des Anlagevermögens werden den Segmenten nach dem Prinzip des größten Nutzungsanteils zugeordnet. Dementsprechend erfolgt auch eine Zuordnung des Abschreibungsaufwands. Vermögenswerte des Anlagevermögens werden im Anschluss an konzerninterne Verkäufe beim Erwerber stets zu fortgeführten Konzernanschaffungs- oder -herstellungskosten aktiviert. Die Allokation von Serviceleistungen der Konzernfunktionen erfolgt auf der Basis von Plandaten. Etwaige Abweichungen der tatsächlich angefallenen Kosten werden nicht den operativen berichtspflichtigen Segmenten zugeordnet, sondern verbleiben in der Spalte "Konzernkosten und Sonstiges".

Informationen nach Unternehmensbereichen - 2024

in Mio. € Life Science Healthcare Electronics Summe der berichtspflichtigen Segmente Konzernkosten und Sonstiges Konzern
Umsatzerlöse 1 8.916 8.455 3.785 21.156 - 21.156
Intersegmentumsatzerlöse 91 - - 91 -91 -
Umsatzkosten -4.150 -2.201 -2.319 -8.670 -1 -8.671
Marketing- und Vertriebskosten -2.238 -1.713 -568 -4.519 -18 -4.536
Verwaltungskosten -441 -313 -166 -919 -491 -1.411
Forschungs- und Entwicklungskosten -388 -1.503 -297 -2.187 -92 -2.279
Operatives Ergebnis (EBIT) 2 1.507 2.481 360 4.347 -748 3.599
Abschreibungen 862 331 498 1.690 116 1.806
Wertminderungen 3 87 209 29 325 3 328
Wertaufholungen - - - - - -
EBITDA 4 2.455 3.021 887 6.362 -630 5.733
Anpassungen 2 134 -26 83 191 102 293
EBITDA pre (Segmentergebnis) 2 2.589 2.995 970 6.553 -528 6.026
EBITDA-pre-Marge (in % der Umsatzerlöse) 2 29,0 % 35,4 % 25,6 % - - 28,5 %
Vermögenswerte nach Unternehmensbereichen 25.206 8.620 10.748 44.575 7.041 51.616
Schulden nach Unternehmensbereichen -1.901 -2.858 -653 -5.412 -16.371 -21.783
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 5 858 302 396 1.556 146 1.702
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 5 44 348 43 435 47 482
Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen 5,6 95 150 95 339 45 384

1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
3 Ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vorräte.
4 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.
5 Gemäß Konzernkapitalflussrechnung.
6 Ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Informationen nach Unternehmensbereichen - 2023

in Mio. € Life Science Healthcare Electronics Summe der berichtspflichtigen Segmente Konzernkosten und Sonstiges Konzern
Umsatzerlöse 1 9.281 8.053 3.659 20.993 - 20.993
Intersegmentumsatzerlöse 77 - - 77 -77 -
Umsatzkosten -4.236 -2.029 -2.332 -8.597 -3 -8.600
Marketing- und Vertriebskosten -2.245 -1.668 -591 -4.503 -7 -4.510
Verwaltungskosten -425 -314 -147 -886 -547 -1.433
Forschungs- und Entwicklungskosten -396 -1.657 -297 -2.351 -94 -2.445
Operatives Ergebnis (EBIT) 2 1.850 2.225 248 4.322 -750 3.572
Abschreibungen 848 299 526 1.673 109 1.782
Wertminderungen 3 34 27 42 103 1 104
Wertaufholungen - -6 - -6 - -6
EBITDA 4 2.731 2.545 816 6.092 -640 5.452
Anpassungen 2 88 -1 97 184 206 390
EBITDA pre (Segmentergebnis) 2 2.820 2.543 913 6.276 -434 5.842
EBITDA-pre-Marge (in % der Umsatzerlöse) 2 30,4 % 31,6 % 25,0 % - - 27,8 %
Vermögenswerte nach Unternehmensbereichen 23.476 8.522 10.275 42.273 6.264 48.537
Schulden nach Unternehmensbereichen -1.843 -3.146 -636 -5.626 -16.328 -21.953
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 5 953 316 394 1.663 145 1.807
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 5 54 69 58 181 35 216
Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen 5,6 33 94 100 227 151 378

1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
2 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
3 Ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vorräte.
4 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert; das EBITDA entspricht dem Operativen Ergebnis (EBIT) bereinigt um Abschreibungen, Wertminderungen und Wertaufholungen.
5 Gemäß Konzernkapitalflussrechnung.
6 Ohne Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen.

Informationen nach Ländern und Regionen - 2024

in Mio. € Europa Davon: Deutschland Davon: Schweiz Nordamerika Davon: USA Asien-Pazifik
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 1 6.171 1.002 389 5.710 5.426 7.017
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 1 6.506 1.411 594 5.915 5.652 6.719
Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 5.056 1.539 1.772 19.997 19.987 380
Sachanlagen 5.182 2.439 1.070 3.083 3.078 1.489
Forschungs- und Entwicklungskosten -1.835 -1.062 -619 -355 -353 -58
Beschäftigte (Anzahl zum 31.12.) 3 28.138 13.236 2.632 14.187 13.976 15.593
in Mio. € Davon: China Lateinamerika Mittlerer Osten und Afrika Konzern
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 1 2.864 1.477 781 21.156
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 1 2.580 1.427 590 21.156
Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 42 1 - 25.434
Sachanlagen 478 201 71 10.025
Forschungs- und Entwicklungskosten -25 -21 -10 -2.279
Beschäftigte (Anzahl zum 31.12.) 3 4.369 3.502 1.137 62.557

1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
2 Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenwerte sind nach Währungsräumen zugeordnet.
3 Die Anzahl der Beschäftigten enthält alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Informationen nach Ländern und Regionen - 2023

in Mio. € Europa Davon: Deutschland Davon: Schweiz Nordamerika Davon: USA Asien-Pazifik
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 1 6.037 1.000 369 5.952 5.632 6.936
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 1 6.334 1.420 512 6.198 5.911 6.658
Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 5.121 1.783 1.780 18.794 18.783 480
Sachanlagen 4.878 2.215 1.097 2.576 2.571 1.315
Forschungs- und Entwicklungskosten -2.004 -1.042 -827 -349 -348 -63
Beschäftigte (Anzahl zum 31.12.) 28.304 13.531 2.648 14.718 14.496 15.259
in Mio. € Davon: China Lateinamerika Mittlerer Osten und Afrika Konzern
Umsatzerlöse nach Sitz des Kunden 1 2.708 1.331 737 20.993
Umsatzerlöse nach Sitz der Gesellschaft 1 2.477 1.267 535 20.993
Geschäfts- oder Firmenwerte und sonstige immaterielle Vermögenswerte 2 47 2 - 24.396
Sachanlagen 444 225 62 9.056
Forschungs- und Entwicklungskosten -25 -18 -11 -2.445
Beschäftigte (Anzahl zum 31.12.) 4.433 3.458 1.169 62.908

1 Ohne Intersegmentumsatzerlöse.
2 Die Geschäfts- oder Firmenwerte und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind nach Währungsräumen zugeordnet.

Im Geschäftsjahr 2024 sowie im Vorjahr erzielte der Konzern mit keinem Kunden mehr als 10 % der Gesamtumsatzerlöse.

Im Folgenden ist die Überleitung der Segmentergebnisse aller operativen Geschäfte auf das Ergebnis vor Ertragsteuern des E. Merck-Konzerns dargestellt:

in Mio. € 2024 2023
EBITDA pre der operativen Geschäfte 1 6.553 6.276
Konzernkosten und Sonstiges -528 -434
EBITDA pre des E. Merck-Konzerns 1 6.026 5.842
Abschreibungen/Wertminderungen/Wertaufholungen -2.134 -1.880
Anpassungen 1 -293 -390
Operatives Ergebnis (EBIT) 1 3.599 3.572
Finanzierungserträge und -aufwendungen -139 -147
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.459 3.425

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert. Für die Bestandteile der Anpassungen wird auf nachfolgende Tabelle verwiesen.

Die Anpassungen setzten sich dabei folgendermaßen zusammen:

in Mio. € 2024 2023
Restrukturierungsaufwendungen -144 -249
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen -103 -118
Gewinne (+)/Verluste (-) aus abgegangenen Geschäften 46 51
Akquisitionsbezogene Anpassungen -26 -18
Sonstige Anpassungen -68 -56
Anpassungen ohne Wertminderungen/Wertaufholungen 1 -293 -390
Wertminderungen 2 -277 -88
Wertaufholungen - 1
Anpassungen im operativen Ergebnis (gesamt) 1 -570 -477

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vorräte.

Die Restrukturierungsaufwendungen entfielen im Geschäftsjahr 2024 im Wesentlichen auf Programme zur Steigerung der Effizienz im Unternehmensbereich Life Science (46 Mio. €; Vorjahr: 19 Mio. €) sowie auf ein Programm zur weiteren Verbesserung der Prozesse und zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen (41 Mio. €; Vorjahr: 126 Mio. €, siehe Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen").

Die Integrations- und IT-Aufwendungen im Geschäftsjahr 2024 sind ebenso wie im Vorjahr auf Aufwendungen für die Weiterentwicklung von ERP-Systemen zurückzuführen.

Gewinne aus abgegangenen Geschäften entstanden ebenso wie im Vorjahr hauptsächlich aus einer Bewertungsanpassung für das Erreichen von Meilensteinen im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2017 veräußerten Biosimilars-Geschäft an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, siehe Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert".

In den sonstigen Anpassungen sind die Verluste aus der Nettoposition der monetären Vermögenswerte und Schulden aus der Hochinflationsbilanzierung in Argentinien und in der Türkei enthalten, die unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen werden (siehe Anmerkungen (2) "Grundlagen der Berichterstattung" sowie (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen").

Die als Anpassungen berücksichtigten Wertminderungen entfielen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 194 Mio. € (Vorjahr: 65 Mio. €), insbesondere in den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science, siehe Anmerkungen (14) "Sonstige betriebliche Aufwendungen" und (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte", sowie auf Sachanlagen in Höhe von 83 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €), siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen".

Die Anpassungen sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als Teil der jeweiligen Funktionskosten ausgewiesen und diesen wie folgt zuzuordnen:

2024

in Mio. € Davon: Umsatzkosten Davon: Marketing-und Vertriebskosten Davon: Verwaltungskosten Davon: Forschungs-und Entwicklungskosten
Restrukturierungsaufwendungen -39 -27 -58 -10
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen -2 - -90 -1
Gewinne (+)/Verluste (-) aus abgegangenen Geschäften - -3 -6 -
Akquisitionsbezogene Anpassungen - - - -
Sonstige Anpassungen - - - -
Anpassungen ohne Wertminderungen/Wertaufholungen 1,2 -41 -30 -154 -11
Wertminderungen 2 - - - -
Wertaufholungen - - - -
Anpassungen im operativen Ergebnis (gesamt) 1 -41 -30 -154 -11
in Mio. € Davon: Sonstiges Summe
Restrukturierungsaufwendungen -10 -144
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen -10 -103
Gewinne (+)/Verluste (-) aus abgegangenen Geschäften 55 46
Akquisitionsbezogene Anpassungen -25 -26
Sonstige Anpassungen -68 -68
Anpassungen ohne Wertminderungen/Wertaufholungen 1,2 -57 -293
Wertminderungen 2 -277 -277
Wertaufholungen - -
Anpassungen im operativen Ergebnis (gesamt) 1 -335 -570

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte und Vorräte.

2023

in Mio. € Davon: Umsatzkosten Davon: Marketing-und Vertriebskosten Davon: Verwaltungskosten Davon: Forschungs-und Entwicklungskosten
Restrukturierungsaufwendungen -42 -44 -135 -6
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen -1 - -110 -1
Gewinne (+)/Verluste (-) aus abgegangenen Geschäften - - - -
Akquisitionsbezogene Anpassungen - - - -
Sonstige Anpassungen - - - -
Anpassungen ohne Wertminderungen/Wertaufholungen 1 -43 -44 -246 -7
Wertminderungen 2 - - - -
Wertaufholungen - - - -
Anpassungen im operativen Ergebnis (gesamt) 1 -43 -44 -246 -7
in Mio. € Davon: Sonstiges Summe
Restrukturierungsaufwendungen -21 -249
Integrationsaufwendungen/IT-Aufwendungen -6 -118
Gewinne (+)/Verluste (-) aus abgegangenen Geschäften 51 51
Akquisitionsbezogene Anpassungen -18 -18
Sonstige Anpassungen -56 -56
Anpassungen ohne Wertminderungen/Wertaufholungen 1 -50 -390
Wertminderungen 2 -88 -88
Wertaufholungen 1 1
Anpassungen im operativen Ergebnis (gesamt) 1 -138 -477

1 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.
2 Ohne Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte.

(9) Umsatzerlöse

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Art und Zeitpunkt der Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse werden realisiert, sobald der Kunde die Verfügungsgewalt über den Vermögenswert erlangt. Bei Güterverkäufen ist dies regelmäßig der Fall, sobald eine Lieferung den Kunden erreicht hat, da der Kunde vor diesem Zeitpunkt im Regelfall noch keinen Nutzen aus den Produkten ziehen kann. Bei Verkäufen von Apparaturen sind die Voraussetzungen zur Umsatzrealisierung erst nach erfolgter Installation gegeben, sofern die Installationsleistung spezialisiertes Wissen erfordert, keine reine Nebenleistung ist und der betreffende Apparat erst nach erfolgter Installation durch den Kunden genutzt werden kann.

Bei Dienstleistungsverträgen sowie kundenspezifischer Auftragsfertigung von Gütern und Apparaturen erfasst Merck die Umsatzerlöse zeitraumbezogen entsprechend dem Leistungsfortschritt, sofern im Kündigungsfall ein vertraglicher Zahlungsanspruch gegenüber dem Kunden für bereits erbrachte Leistungen besteht sowie keine alternative Nutzungsmöglichkeit gegeben ist. Zur Ermittlung des Leistungsfortschritts werden kontraktspezifisch input- oder outputorientierte Verfahren angewendet. Wenngleich die Messung des Leistungsfortschritts anhand inputorientierter Methoden bevorzugt erfolgt, wird immer dann auf outputorientierte Verfahren zurückgegriffen, wenn beispielsweise der Input nicht verlässlich bestimmt werden kann. Konkret erfolgt die Ermittlung des Leistungsfortschritts überwiegend auf Grundlage erreichter Meilensteine, der abgelaufenen Zeit, der gelieferten Einheiten oder der angefallenen Kosten im Verhältnis zu den erwarteten Gesamtkosten.

Es erfolgen in geringem Umfang Lizenzgewährungen von geistigem Eigentum. Im Unternehmensbereich Healthcare finden diese Transaktionen im Gegensatz zu den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics üblicherweise nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit statt, sodass die dazugehörigen Erträge in den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen werden (siehe Anmerkungen (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen" sowie (13) "Sonstige betriebliche Erträge").

Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere separate Leistungsverpflichtungen beinhalten, werden anteilig erfasst, wenn die jeweilige Leistungsverpflichtung erfüllt wurde. Derartige Mehrkomponentenverträge bestehen lediglich in sehr geringem Umfang im Unternehmensbereich Life Science.

Bestimmung des Transaktionspreises

Merck gewährt Kunden verschiedene Arten von Rückvergütungen und Preisnachlässen, die ebenso wie die erwarteten Erstattungen aus Rückgaberechten und staatlichen Zwangsabgaben sowie Rabatten aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen erlösmindernd erfasst werden. Der weit überwiegende Teil dieser Erlösminderungen entfällt auf den Unternehmensbereich Healthcare und hier im Besonderen auf Verkäufe in den USA.

Erlösminderungen, die auf der Rechnung preismindernd ausgewiesen sind und von Kunden bei Rechnungsbegleichung voraussichtlich einbehalten werden, werden beim Ansatz der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen abgezogen. Erwartete Rückvergütungen, wie Bonuszahlungen, Erstattungen für Rückgaberechte oder Rabatte aus Gesundheitsplänen und Gesundheitsprogrammen, sind in der Konzernbilanz unter den Rückerstattungsverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten aus erwarteten Rückvergütungen und Preisnachlässen erfolgt unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit, Kenntnissen über spezifische Vertragsbedingungen, Informationen über die Preisgestaltung, erwarteten Wachstumsraten der Absatzmenge sowie externen Informationen von Distributoren und Branchendiensten.

Die Bewertung von Erlösminderungen und Rückerstattungsverbindlichkeiten aus Rückgaberechten erfolgt unter Berücksichtigung von historischen Rücksendequoten für einzelne Produktgruppen, Informationen von Distributoren über Lagerbestände sowie zusätzlich auf Basis von Informationen zum Produktabsatz (im Unternehmensbereich Healthcare).

Vertragliche Zahlungsvereinbarungen

Da der weit überwiegende Anteil der Umsatzerlöse des E. Merck-Konzerns durch einfach strukturierte Verkaufstransaktionen erzielt wird, hat Merck in der Regel einen Anspruch auf Zahlung nach Erfüllung der Leistungsverpflichtung. Die mit den Kunden vertraglich vereinbarten Zahlungsziele betragen in der Regel zwischen 30 und 60 Tage.

Erleichterungsvorschriften

Merck macht von der Erleichterungsvorschrift des IFRS 15 Gebrauch, auf eine Anpassung der zugesagten Gegenleistung um eine signifikante Finanzierungskomponente zu verzichten, sofern die erwartete Zeitspanne zwischen Erfüllung einer Leistungsverpflichtung und der Zahlung durch den Kunden lediglich bis zu einem Jahr beträgt.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Erlösminderungen

Die Bewertung der Erlösminderungen und der dazugehörigen Rückerstattungsverbindlichkeiten erfordert umfangreiche Schätzungen. Unsicherheiten bestehen insbesondere dahin gehend, inwieweit Erfahrungswerte der Vergangenheit für erwartete Rückvergütungen, wie Bonuszahlungen, Erstattungen für Rückgaberechte oder Rabatte aus Gesundheitsplänen und -programmen, eine verlässliche Grundlage für die Ableitung der zukünftigen Entwicklung darstellen. Ferner erfolgt die Ermittlung der Erlösminderungen unter Hinzuziehung externer Informationen von Distributoren und Branchendiensten, die außerhalb des Einflussbereichs von Merck liegen und ebenfalls unsicherheitsbehaftet sind.

Die vorgenannten Schätzungsunsicherheiten bestehen mangels historischer Erfahrungswerte in besonderem Maße bei Produkteinführungen im Unternehmensbereich Healthcare.

Etwaige Schätzungsänderungen der oben genannten Parameter entfalten einen kumulativen Effekt auf die Umsatzerlöse der jeweiligen Anpassungsperiode.

Sofern die Rückerstattungsverbindlichkeiten zum Bilanzstichtag um 10 % höher anzusetzen gewesen wären, hätte dies zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern in Höhe von 87 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) geführt.

Die Umsatzerlöse nach den wesentlichen Geschäftseinheiten/Produkten stellten sich wie folgt dar:

Life Science

in Mio. € 2024 2023
Science & Lab Solutions 4.671 52 % 4.706 51 %
Process Solutions 3.523 40 % 3.782 41 %
Life Science Services 722 8 % 792 8 %
Summe 8.916 100 % 9.281 100 %

Healthcare

in Mio. € 2024 2023
Onkologie 2.009 24 % 1.819 22 %
Davon: Erbitux ® 1.162 14 % 1.025 13 %
Davon: Bavencio ® 735 9 % 713 9 %
Neurologie & Immunologie 1.688 20 % 1.665 21 %
Davon: Mavenclad ® 1.062 13 % 956 12 %
Davon: Rebif ® 626 7 % 709 9 %
Fertilität 1.528 18 % 1.547 19 %
Davon: Gonal-f ® 833 10 % 847 11 %
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen & Endokrinologie 2.949 35 % 2.786 35 %
Davon: Glucophage ® 954 11 % 882 11 %
Davon: Euthyrox ® 619 7 % 565 7 %
Davon: Concor ® 611 7 % 571 7 %
Davon: Saizen ® 366 4 % 332 4 %
Sonstige 280 3 % 235 3 %
Summe 8.455 100 % 8.053 100 %

Electronics

in Mio. € 2024 2023
Semiconductor Solutions 2.631 69 % 2.479 68 %
Display Solutions 748 20 % 770 21 %
Surface Solutions 406 11 % 411 11 %
Summe 3.785 100 % 3.659 100 %

In den nachfolgenden Tabellen sind die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden für die Unternehmensbereiche nach Art der Produkte und Regionen näher aufgeteilt:

2024

in Mio. €

Umsatzerlöse nach Art der Produkte Life Science Healthcare Electronics
Güter 7.732 87 % 8.431 100 % 3.106 82 %
Apparaturen 390 4 % 0 - 554 15 %
Dienstleistungen 770 9 % 15 - 121 3 %
Lizenzerträge 22 - - - 5 -
Provisionserträge 1 - 8 - - -
Summe 8.916 100 % 8.455 100 % 3.785 100 %
Umsatzerlöse nach Regionen (Sitz des Kunden)
Europa 3.136 35 % 2.720 32 % 316 8 %
Nordamerika 3.146 35 % 1.778 21 % 785 21 %
Asien-Pazifik 2.143 24 % 2.305 27 % 2.569 68 %
Lateinamerika 382 5 % 1.056 13 % 38 1 %
Mittlerer Osten und Afrika 109 1 % 595 7 % 77 2 %
Summe 8.916 100 % 8.455 100 % 3.785 100 %
Umsatzerlöse nach Art der Produkte Konzern
Güter 19.270 91 %
Apparaturen 944 5 %
Dienstleistungen 906 4 %
Lizenzerträge 27 -
Provisionserträge 9 -
Summe 21.156 100 %
Umsatzerlöse nach Regionen (Sitz des Kunden)
Europa 6.171 29 %
Nordamerika 5.710 27 %
Asien-Pazifik 7.017 33 %
Lateinamerika 1.477 7 %
Mittlerer Osten und Afrika 781 4 %
Summe 21.156 100 %

2023

in Mio. €

Umsatzerlöse nach Art der Produkte Life Science Healthcare Electronics
Güter 8.074 87 % 8.004 99 % 2.952 81 %
Apparaturen 411 5 % 0 - 593 16 %
Dienstleistungen 778 8 % 33 1 % 111 3 %
Lizenzerträge 17 - - - 3 -
Provisionserträge 1 - 15 - - -
Summe 9.281 100 % 8.053 100 % 3.659 100 %
Umsatzerlöse nach Regionen (Sitz des Kunden)
Europa 3.178 34 % 2.541 31 % 318 9 %
Nordamerika 3.372 36 % 1.793 22 % 787 21 %
Asien-Pazifik 2.263 25 % 2.232 28 % 2.440 67 %
Lateinamerika 352 4 % 941 12 % 39 1 %
Mittlerer Osten und Afrika 116 1 % 546 7 % 75 2 %
Summe 9.281 100 % 8.053 100 % 3.659 100 %
Umsatzerlöse nach Art der Produkte Konzern
Güter 19.030 91 %
Apparaturen 1.004 5 %
Dienstleistungen 922 4 %
Lizenzerträge 19 -
Provisionserträge 17 -
Summe 20.993 100 %
Umsatzerlöse nach Regionen (Sitz des Kunden)
Europa 6.037 29 %
Nordamerika 5.952 28 %
Asien-Pazifik 6.936 33 %
Lateinamerika 1.331 6 %
Mittlerer Osten und Afrika 737 4 %
Summe 20.993 100 %

Von den Konzernumsatzerlösen in Höhe von 21.156 Mio. € (Vorjahr: 20.993 Mio. €) wurden im Geschäftsjahr 2024 rund 5 % (2024: 1.086 Mio. €, Vorjahr: 1.119 Mio. €) zeitraumbezogen realisiert. Dies betraf im Wesentlichen Umsatzerlöse aus Dienstleistungen im Unternehmensbereich Life Science sowie Umsatzerlöse aus dem Projektgeschäft der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions im Unternehmensbereich Electronics.

Der Betrag der zum Abschlussstichtag bereits eingegangenen Bestellungen, die in zukünftigen Perioden zu Umsatzerlösen führen werden, belief sich zum 31. Dezember 2024 auf rund 4 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 4 Mrd. €), davon entfielen auf den Unternehmensbereich Life Science rund 3 Mrd. € (31. Dezember 2023: rund 3 Mrd. €). Erwartungsgemäß werden etwa 9 % der eingegangenen Bestellungen im Geschäftsjahr 2026 oder Folgejahren zu Umsatzerlösen führen (31. Dezember 2023: etwa 13 % im Geschäftsjahr 2025 oder Folgejahren).

Die Rückerstattungsverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:

2023

Rabatte/Bonuszahlungen Rückgaberechte
in Mio. € Gesamt Davon: USA Gesamt Davon: USA Summe
1.1.2023 850 492 62 43 912
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - - - - -
Sonstige Zuführungen 2.596 1.945 52 31 2.648
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - - -
Inanspruchnahme -2.485 -1.855 -60 -37 -2.545
Kumulative Erhöhung (-)/Verminderung (+) der Umsatzerlöse -121 -120 8 10 -113
Davon: Auf in Vorjahren erfüllte Leistungsverpflichtungen entfallend -118 -116 9 10 -109
Währungsumrechnungsdifferenz -26 -18 -2 -2 -28
Sonstiges 2 - - - 2
31.12.2023 816 443 60 44 877

2024

Rabatte/Bonuszahlungen Rückgaberechte
in Mio. € Gesamt Davon: USA Gesamt Davon: USA Summe
1.1.2024 816 443 60 44 877
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 - - - 0
Sonstige Zuführungen 2.384 1.706 40 28 2.423
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - 0 - 0
Inanspruchnahme -2.284 -1.668 -39 -27 -2.323
Kumulative Erhöhung (-)/Verminderung (+) der Umsatzerlöse -125 -121 -11 -6 -136
Davon: Auf in Vorjahren erfüllte Leistungsverpflichtungen entfallend -90 -89 -10 -5 -100
Währungsumrechnungsdifferenz 25 24 2 2 27
Sonstiges 0 - - - 0
31.12.2024 817 385 52 41 869

Die Entwicklung der Vertragsvermögenswerte und Vertragsverbindlichkeiten ist in den Anmerkungen (25) "Vertragsvermögenswerte" sowie (28) "Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten" dargestellt.

(10) Umsatzkosten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten umfassen im Wesentlichen die Kosten der abgesetzten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren.

Sie beinhalten neben den direkt zurechenbaren Kosten, wie zum Beispiel Material-, Personal- und Energiekosten sowie Abschreibungen, auch die dem Produktionsprozess zuzurechnenden Gemeinkosten sowie Wertminderungen und Wertaufholungen auf Vorräte.

Die Umsatzkosten beinhalteten Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte (ohne Abschreibungen auf selbst erstellte oder einzeln erworbene Software) in Höhe von 131 Mio. € (Vorjahr: 173 Mio. €). Der Materialaufwand im Geschäftsjahr 2024 betrug 3.753 Mio. € (Vorjahr: 3.709 Mio. €) und wurde in den Umsatzkosten ausgewiesen. Zudem enthielten die Umsatzkosten Lizenzaufwendungen für Bavencio ® in Höhe von 111 Mio. € (Vorjahr: 55 Mio. €) infolge der Beendigungsvereinbarung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, zum 30. Juni 2023 (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

Die Wertminderungsaufwendungen von Vorräten in der Berichtsperiode beliefen sich auf 329 Mio. € (Vorjahr: 424 Mio. €); Wertaufholungen wurden in Höhe von 278 Mio. € (Vorjahr: 237 Mio. €) berücksichtigt.

(11) Marketing- und Vertriebskosten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Marketing- und Vertriebskosten

Die Marketing- und Vertriebskosten beinhalten innerhalb der Logistikaufwendungen auch Aufwendungen für im Auftrag von Kunden übernommene Transportdienstleistungen. Die dazugehörigen Erträge aus diesen Dienstleistungen werden in den Umsatzerlösen ausgewiesen.

Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte innerhalb der Marketing- und Vertriebskosten entfallen im Wesentlichen auf Kundenbeziehungen, Lizenzen und ähnliche Rechte sowie Markennamen und Warenzeichen.

Die Marketing- und Vertriebskosten setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio. € 2024 2023
Logistik -1.047 -1.061
Innendienst -989 -923
Außendienst -963 -950
Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte 1 -568 -596
Werbemaßnahmen -526 -515
Sonstige Marketing- und Vertriebskosten -341 -339
Lizenz- und Provisionsaufwendungen -102 -126
Marketing- und Vertriebskosten -4.536 -4.510

1 Ohne Abschreibungen auf selbst erstellte oder einzeln erworbene Software.

Gestiegene Kosten im Innen- und Außendienst entstanden unter anderem durch den Aufbau einer eigenen Vertriebsstruktur nach der Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, im Bereich der Immunonkologie zu Bavencio ® mit Wirkung zum 30. Juni 2023.

Von den Lizenz- und Provisionsaufwendungen entfielen 52 Mio. € (Vorjahr: 51 Mio. €) auf die Vermarktung von Erbitux ®.

(12) Forschungs- und Entwicklungskosten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Forschungs- und Entwicklungskosten

Der Posten umfasst die Kosten der konzerneigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, die bei Forschungs- und Entwicklungskooperationen entstehenden Aufwendungen sowie die Kosten klinischer Studien im Unternehmensbereich Healthcare (sowohl bis zur Erteilung einer Zulassung als auch nach erteilter Zulassung).

Hinsichtlich der Aktivierung von Entwicklungskosten sowie zur Abgrenzung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen, die im Rahmen von Einlizenzierungen vereinbart werden, wird auf Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte" verwiesen.

Kostenerstattungen für Forschung und Entwicklung werden mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet.

Der innerhalb der Forschungs- und Entwicklungskosten ausgewiesene Nettoertrag aus erhaltenen und zurückgezahlten Zuschüssen und Erstattungen belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 12 Mio. € (Vorjahr: 21 Mio. €).

Die Beendigung des Xevinapant-Programms führte zum Ansatz einer Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags, deren Zuführung unter den Forschungs- und Entwicklungskosten im Unternehmensbereich Healthcare ausgewiesen wurde (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

(13) Sonstige betriebliche Erträge

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge umfassen sämtliche Erträge, die aufgrund ihres Charakters weder den Umsatzerlösen noch den Finanzierungserträgen zuzuordnen sind.

Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen

Die Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen umfassen Gegenleistungen, die Merck von Vertragspartnern vereinnahmt, die keine Kunden sind. Dies betrifft insbesondere Kollaborations- und Auslizenzierungsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

Erträge aus der Anpassung bedingter Gegenleistungen

Die bilanzielle Behandlung bedingter Gegenleistungen, die bei der Veräußerung eines Geschäfts im Sinne des IFRS 3 vereinbart wurden, ist in Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" dargestellt.

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Erträge stellte sich wie folgt dar:

in Mio. € 2024 2023
Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen 56 53
Erträge aus der Anpassungen bedingter Gegenleistungen 48 66
Erträge aus der Rückstellungsauflösung im Zusammenhang mit Betriebsprüfungen 25 0
Erträge aus der Bewertung von Vermögenswerten zum beizulegenden Zeitwert 23 27
Realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen 19 15
Erträge aus nicht betriebstypischen Leistungen 12 13
Erträge aus dem Abgang von Geschäften und Vermögenswerten 11 137
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 8 25
Währungsergebnis aus operativer Tätigkeit 6 37
Mieterträge 5 4
Wertaufholungen von nicht finanziellen Vermögenswerten 0 6
Übrige betriebliche Erträge 54 59
Sonstige betriebliche Erträge 267 443

Die Erträge aus Einstands-, Meilenstein- und Lizenzzahlungen beinhalten im Wesentlichen Lizenzerträge für Interferon-Beta-Produkte (Biogen Inc., USA).

Die Erträge aus der Anpassung bedingter Gegenleistungen beinhalten wie im Vorjahr hauptsächlich eine Bewertungsanpassung für das Erreichen von Meilensteinen im Zusammenhang mit dem im Geschäftsjahr 2017 veräußerten Biosimilars-Geschäft an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe.

Die Erträge aus Abgängen von Geschäften und Vermögenswerten entfielen im Vorjahr im Wesentlichen auf Erträge aus den Veräußerungen einer nicht strategischen Marke im Unternehmensbereich Healthcare sowie eines Portfolios von Lizenzen und Patenten im Unternehmensbereich Electronics.

Hinsichtlich der Erträge aus Auflösungen von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten wird auf Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen" verwiesen.

(14) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen sämtliche Aufwendungen, die weder einer Funktionskostenart noch den Finanzierungsaufwendungen sinnvoll zuordenbar sind.

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellte sich wie folgt dar:

in Mio. € 2024 2023
Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten -328 -104
Projektaufwendungen -75 -46
Nicht einkommensabhängige Steuern und Aufwendungen aus Betriebsprüfungen -68 -102
Verlust aus der Hochinflationsbilanzierung -59 -56
Nicht zuordenbare Personalkosten -59 -35
Rechtsstreitigkeiten -56 -26
Prämien, Gebühren und Beiträge -48 -47
Infrastrukturaufwendungen -44 -26
Aufwendungen aus Schadensfällen und Rückversicherungen -21 -23
Aufwand aus einer Spende an die Weltgesundheitsorganisation -19 -23
Aufwendungen aus der Bewertung finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert -18 -19
Aufwendungen aus dem Abgang von Geschäften und Vermögenswerten -14 -5
Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen -13 -171
Aufwendungen für nicht betriebstypische Leistungen -8 -4
Restrukturierungsaufwendungen -6 -20
Realisierte Währungsumrechnungsdifferenzen -4 0
Übrige betriebliche Aufwendungen -79 -119
Sonstige betriebliche Aufwendungen -918 -825

Die Wertminderungen von nicht finanziellen Vermögenswerten betrafen in Höhe von 243 Mio. € (Vorjahr: 81 Mio. €) immaterielle Vermögenswerte (siehe Anmerkung (18) "Sonstige immaterielle Vermögenswerte"), wovon 140 Mio. € im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms standen (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Darüber hinaus fielen Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) an (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen").

Die Projektaufwendungen entstanden neben IT- und Integrationsprojekten auch im Zusammenhang mit Akquisitionen und Desinvestitionen.

Der Rückgang der Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen ergab sich im Wesentlichen aus der Beendigung der strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA, im Bereich der Immunonkologie zu Bavencio ® mit Wirkung zum 30. Juni 2023 (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

(15) Ertragsteuern

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Laufende Ertragsteuern

Laufende Ertragsteuern der Berichtsperiode sowie gegebenenfalls für Vorjahre werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Zahlung an oder Erstattung durch die Steuerbehörden erwartet wird. Dabei kommt der im jeweiligen Steuerjahr geltende unternehmensspezifische Steuersatz zur Anwendung.

Ungewisse Ertragsteueransprüche und -schulden

Für die Ermittlung ungewisser ertragsteuerlicher Ansprüche und Schulden werden sachverhaltsbezogene Beurteilungen vorgenommen. Ungewisse ertragsteuerliche Sachverhalte werden in Abhängigkeit von der Wahrscheinlichkeit, ob die zuständigen Steuerbehörden die ertragsteuerliche Behandlung akzeptieren werden, berücksichtigt. Besteht Unsicherheit über die Anerkennung eines Sachverhalts durch die Steuerbehörden, erfolgt die Bewertung des jeweiligen ungewissen Ertragsteueranspruchs beziehungsweise der ungewissen Ertragsteuerschuld mit dem wahrscheinlichsten Betrag. Ungewisse Ertragsteuerschulden werden innerhalb der Ertragsteuerverbindlichkeiten ausgewiesen. Im Zusammenhang mit Ertragsteuern stehende erwartete Strafzahlungen und Zinsen, die nicht in den Anwendungsbereich des IAS 12 fallen, werden unter Anwendung des IAS 37 als Rückstellungen behandelt (siehe Anmerkung (26) "Sonstige Rückstellungen").

Latente Steuern

Aktive latente Steuern auf abzugsfähige temporäre Differenzen, die latente Steuerschulden gegenüber derselben Steuerbehörde und für dasselbe Steuersubjekt übersteigen, werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass zukünftig für deren Nutzung ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird. Diese Vorgehensweise entspricht dem Ansatz aktiver latenter Steuern auf noch nicht genutzte Steuergutschriften sowie steuerlicher Verlust- und Zinsvorträge.

Der Ansatz der aktiven latenten Steuern erfordert eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit der zukünftigen Nutzung. Einflussfaktoren, die im Rahmen dieser Einschätzung Berücksichtigung finden, sind

zukünftig zu versteuernde temporäre Differenzen in Bezug auf dieselbe Steuerbehörde und dasselbe Steuersubjekt,

die Ergebnishistorie,

die Ergebnisplanung sowie

die existierende Steuerplanung der jeweiligen Konzerngesellschaft.

Auf geplante Dividendenausschüttungen bereits erwirtschafteter Gewinne von Tochtergesellschaften innerhalb der nächsten zwölf Monate werden passive latente Steuern angesetzt.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Ertragsteuern

Die Ermittlung der bilanziell angesetzten Vermögenswerte und Schulden aus laufenden und latenten Ertragsteuern erfordert umfangreiche Ermessensausübungen und Schätzungen.

Bei der Beurteilung der Ertragsteueransprüche und -schulden kann insbesondere die Auslegung von steuerlichen Vorschriften mit Unsicherheiten behaftet sein. Eine abweichende Sichtweise der jeweiligen Finanzbehörden bezüglich der Anwendung und Auslegung von steuerlichen Normen kann nicht ausgeschlossen werden. Geänderte Annahmen über die Auslegung von steuerlichen Normen, beispielsweise aufgrund geänderter Rechtsprechung, werden zum Zeitpunkt der Änderung bilanziell erfasst.

Es bestehen Unsicherheitsgrade für latente Steuern hinsichtlich des Zeitpunkts, zu dem ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dies betrifft in besonderem Maße latente Steuern, die im Rahmen von Unternehmenserwerben angesetzt werden. Die Einschätzung der Werthaltigkeit, insbesondere von Steuergutschriften und steuerlichen Verlust- und Zinsvorträgen, erfordert Annahmen und Schätzungen in Bezug auf das zukünftig zu versteuernde Einkommen der betreffenden Konzerngesellschaft. Darüber hinaus sind Höhe und Zeitpunkt geplanter Dividendenausschüttungen von Tochtergesellschaften ermessensbehaftet.

Die Ertragsteuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung teilten sich wie folgt auf:

in Mio. € 2024 2023
Laufende Ertragsteuern der Periode -1.162 -1.155
Periodenfremde Ertragsteuern 138 167
Latente Ertragsteuern 261 323
Davon: aus temporären Differenzen 233 290
Davon: aus Steuersatzänderungen 17 -7
Davon: aus steuerlichen Verlustvorträgen 11 40
Ertragsteuern -764 -665

Steuerliche Überleitungsrechnung

In der nachstehenden Tabelle wird vom theoretischen Ertragsteueraufwand auf die Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet. Der theoretische Ertragsteueraufwand ergab sich aus der Anwendung des Steuersatzes einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in Darmstadt in Höhe von 31,9 % (Vorjahr: 31,7 %).

in Mio. € 2024 2023
Ergebnis vor Ertragsteuern 3.459 3.425
Steuersatz Kapitalgesellschaft 31,9 % 31,7 %
Theoretischer Ertragsteueraufwand -1.104 -1.086
Steuersatzdifferenzen 442 486
Steuereffekt aus Anwendung der globalen Mindestbesteuerung (Pillar II) -28 -
Steuereffekte von Gesellschaften mit negativem Konzernbeitrag -36 -7
Periodenfremde Ertragsteuern 138 167
Steueranrechnungen 69 -103
Latente Steuereffekte auf Verlustvorträge 8 23
Voraussichtlich nicht nutzbare temporäre Differenzen und Zinsvorträge -213 -82
Steuereffekte durch nicht abzugsfähige Aufwendungen/steuerfreie Erträge/sonstige Steuereffekte -40 -63
Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -764 -665
Steuerquote gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 22,1 % 19,4 %

Die Ertragsteuern beinhalteten die Körperschaft- und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Gesellschaften. Die periodenfremden Ertragsteuern im Geschäftsjahr 2024 resultierten insbesondere aus abgeschlossenen Betriebsprüfungen, aus Veränderungen von Ertragsteuerverbindlichkeiten für Risiken aus Betriebsprüfungen und Steuerfestsetzungen für Vorjahre.

Im Vorjahr wirkte sich ein einmaliger latenter Steuerertrag in den sonstigen Steuereffekten reduzierend auf die Steuerquote aus.

Globale Mindestbesteuerung (Pillar II)

Die Gesetzgebung zur globalen Mindestbesteuerung wurde in Deutschland am 27. Dezember 2023 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat zum 1. Januar 2024 in Kraft. Auch wenn die Besteuerungsregelungen auf das oberste Mutterunternehmen des Konzerns, die E. Merck Kommanditgesellschaft abstellen, kann es in einer Reihe von Jurisdiktionen zu Ergänzungssteuern kommen, die Auswirkungen auf den E. Merck-Konzern haben.

Die Regularien zur globalen Mindestbesteuerung verpflichten Merck für jedes Land, in dem Geschäftseinheiten im Sinne der Gesetzgebung unterhalten werden, den effektiven Steuersatz zu ermitteln und, soweit der ermittelte effektive Steuersatz unterhalb des Mindeststeuersatzes von 15 % liegt, in Höhe der Differenz eine sogenannte Ergänzungssteuer abzuführen. Merck hat im Geschäftsjahr 2024 sämtliche Maßnahmen getroffen, um die sich aus der Gesetzgebung ergebenden Berichtspflichten und steuerlichen Compliance-Vorgaben zu erfüllen.

Es wurde wie im Vorjahr von der Ausnahmeregelung des IAS 12.88A für den Ansatz und die Angabe von Informationen über latente Steueransprüche und -verbindlichkeiten im Zusammenhang mit Ertragsteuern aus der globalen Mindestbesteuerung Gebrauch gemacht. Im Geschäftsjahr 2024 wurden Ertragsteuern aus der globalen Mindestbesteuerung in Höhe von 28 Mio. € erfasst, die im Wesentlichen aus den operativen Tätigkeiten in Irland und der Schweiz resultierten.

Latente Steuern

Die Aufteilung der latenten Steueransprüche und Steuerschulden auf die Bilanzposten sowie die Überleitung der latenten Steuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzernbilanz stellte sich wie folgt dar:

Aktiva

1.1.2023
in Mio. € Aktive/passive latente Steuern (netto) Latente Steuern gemäß KonzernGewinn- und Verlustrechnung Veränderung erfolgsneutral gebildeter aktiver/passiver latenter Steuern Konsolidierungskreisänderungen/
Wechselkursänderungen/ sonstige Veränderungen
Immaterielle Vermögenswerte -1.261 235 - 47
Sachanlagen -129 5 - 5
Finanzielle Vermögenswerte -32 13 -17 0
Vorräte 823 42 - -44
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 51 9 - -1
Rückstellungen 475 -10 50 -6
Verbindlichkeiten 122 -6 9 -6
Steuerliche Verlustvorträge 30 40 - -3
Steueranrechnungen/Sonstiges -55 -5 - 3
Latente Steuern (vor Saldierung) 23 323 42 -3
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern -
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 23
31.12.2023
in Mio. € Aktive/passive latente Steuern (netto)
Immaterielle Vermögenswerte -979 111
Sachanlagen -119 103
Finanzielle Vermögenswerte -36 2
Vorräte 821 835
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 59 92
Rückstellungen 510 633
Verbindlichkeiten 119 181
Steuerliche Verlustvorträge 67 67
Steueranrechnungen/Sonstiges -57 117
Latente Steuern (vor Saldierung) 385 2.142
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern - -627
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 385 1.514
31.12.2023
in Mio. € Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 1.090
Sachanlagen 222
Finanzielle Vermögenswerte 38
Vorräte 15
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 33
Rückstellungen 122
Verbindlichkeiten 62
Steuerliche Verlustvorträge -
Steueranrechnungen/Sonstiges 174
Latente Steuern (vor Saldierung) 1.757
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern -627
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 1.130

Aktiva

1.1.2024
in Mio. € Aktive/passive latente Steuern (netto) Latente Steuern gemäß KonzernGewinn- und Verlustrechnung Veränderung erfolgsneutral gebildeter aktiver/passiver latenter Steuern Konsolidierungskreisänderungen/
Wechselkursänderungen/ sonstige Veränderungen
Immaterielle Vermögenswerte -979 260 - -114
Sachanlagen -119 -15 - -8
Finanzielle Vermögenswerte -36 10 5 0
Vorräte 821 6 - -8
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 59 -20 - -
Rückstellungen 510 -61 -88 -7
Verbindlichkeiten 119 -23 -2 4
Steuerliche Verlustvorträge 67 11 - 1
Steueranrechnungen/Sonstiges -57 92 - -4
Latente Steuern (vor Saldierung) 385 261 -85 -137
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern -
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 385
Davon: Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -25
31.12.2024
in Mio. € Aktive/passive latente Steuern (netto)
Immaterielle Vermögenswerte -832 89
Sachanlagen -142 64
Finanzielle Vermögenswerte -21 3
Vorräte 819 835
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 38 55
Rückstellungen 354 404
Verbindlichkeiten 98 179
Steuerliche Verlustvorträge 80 80
Steueranrechnungen/Sonstiges 31 133
Latente Steuern (vor Saldierung) 424 1.842
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern - -527
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 424 1.315
Davon: Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte
31.12.2024
in Mio. € Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 921
Sachanlagen 207
Finanzielle Vermögenswerte 24
Vorräte 16
Forderungen/sonstige Vermögenswerte 18
Rückstellungen 50
Verbindlichkeiten 81
Steuerliche Verlustvorträge -
Steueranrechnungen/Sonstiges 102
Latente Steuern (vor Saldierung) 1.419
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern -527
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 892
Davon: Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die Konsolidierungskreisänderungen/Wechselkursänderungen/sonstigen Veränderungen beinhalteten im Wesentlichen latente Steuereffekte aus der Akquisition der Mirus Bio LLC, USA, (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen") sowie Effekte aus der Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte. Zudem ergaben sich wie im Vorjahr Wechselkurseffekte, die hauptsächlich aus der Umrechnung von in US-Dollar bilanzierten Posten in die Berichtswährung Euro resultierten.

Die latenten Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für Steueranrechnungen/Sonstiges entstanden im Wesentlichen aus Anpassungen latenter Steuerschulden für geplante Dividendenausschüttungen (Outside Basis Differences).

Für angesetzte aktive latente Steuern in Höhe von 381 Mio. € (31. Dezember 2023: 597 Mio. €), die latente Steuerschulden in Bezug auf die gleiche Steuerbehörde und das gleiche Steuersubjekt überstiegen, wurde aufgrund von positiven Ergebnisprognosen von einer wahrscheinlichen Realisierbarkeit ausgegangen, obwohl in der laufenden Periode oder der Vorperiode ein Verlust vorlag.

Für abzugsfähige temporäre Differenzen sowie sonstige Zinsvorträge in Höhe von 12.051 Mio. € (31. Dezember 2023: 13.523 Mio. €) wurde in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt. Der wesentliche Teil dieser Differenzen ist grundsätzlich nur bis 2029 nutzbar, wobei in diesem Zeitraum eine steuerwirksame Realisierung nicht erwartet wird.

Für steuerliche Mehr- und Minderbelastungen aufgrund von geplanten Dividendenausschüttungen (Outside Basis Differences) wurden latente Steuerschulden von insgesamt 88 Mio. € (31. Dezember 2023: 157 Mio. €) erfasst. Thesaurierte Gewinne der Tochtergesellschaften, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden, beliefen sich zum 31. Dezember 2024 auf 11.674 Mio. € (31. Dezember 2023: 10.404 Mio. €). Die daraus ermittelten, in künftigen Perioden im Fall von Dividendenausschüttungen zu versteuernden temporären Unterschiede würden zum 31. Dezember 2024 637 Mio. € (31. Dezember 2023: 592 Mio. €) betragen.

Entwicklung der Verlustvorträge

Die Verlustvorträge gliederten sich wie nachstehend aufgeführt:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Deutschland Ausland Summe Deutschland Ausland Summe
Verlustvorträge 947 499 1.446 726 536 1.262
Bestand an Verlustvorträgen, für die aktive latente Steuern gebildet wurden 155 133 288 156 95 251
Bestand an Verlustvorträgen, für die keine aktiven latenten Steuern gebildet wurden 792 366 1.158 570 441 1.011
Potenzielle aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 203 124 327 153 124 277
Angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 48 32 80 49 18 67
Nicht angesetzte aktive latente Steuern auf Verlustvorträge 155 92 247 104 106 210

Der überwiegende Teil der Verlustvorträge war entweder zeitlich unbegrenzt oder bis zu 20 Jahre nutzbar. Dies gilt auch für Verluste, für die keine latenten Steuern aktiviert worden sind.

Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge, die latente Steuerschulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde und für das gleiche Steuersubjekt übersteigen, werden nicht aktiviert, wenn es nicht wahrscheinlich ist, dass zukünftig für deren Nutzung ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird.

Ertragsteuererstattungsansprüche und Ertragsteuerverbindlichkeiten

Ertragsteuererstattungsansprüche bestanden zum 31. Dezember 2024 in Höhe von 520 Mio. € (31. Dezember 2023: 482 Mio. €) und resultierten vor allem aus Steuervorauszahlungen, die über der tatsächlichen Steuerschuld für das abgelaufene Geschäftsjahr und früherer Geschäftsjahre lagen, aus Ertragsteuererstattungsansprüchen für Vorjahre sowie aus anrechenbaren Quellensteuern. Die Ertragsteuerverbindlichkeiten einschließlich der Verbindlichkeiten für ungewisse Steuerverpflichtungen beliefen sich zum 31. Dezember 2024 insgesamt auf 1.569 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.488 Mio. €).

Aufteilung der Besteuerungsrechte (Pillar I)

Merck erwartet auf Basis des derzeitigen Kenntnisstands, dass die weiteren Bemühungen zur Konvergenz der internationalen Steuerregeln im Rahmen des Inclusive Framework der OECD ebenfalls Auswirkungen auf die Besteuerung des Konzerns haben werden.

Die im Rahmen der OECD-Regelungen vorgesehene Aufteilung der Besteuerungsrechte zwischen den Staaten wird derzeit noch verhandelt. Die Analyse der vorliegenden Entwürfe ergab, dass Merck wahrscheinlich zu den Unternehmen gehören wird, für die die Regelungen Anwendung finden werden. Aufgrund des Verhandlungsstands und der Unklarheit über die Teilnahme wesentlicher Staaten kann derzeit noch keine verlässliche Aussage über die erwarteten Auswirkungen getroffen werden.

(16) Operativer Cashflow

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Operativer Cashflow

Die Ermittlung und Darstellung des operativen Cashflows erfolgt nach den folgenden Grundsätzen:

Die Darstellung des operativen Cashflows erfolgt nach der indirekten Methode ausgehend vom Ergebnis nach Steuern.

Das Wahlrecht zur Erfassung von vereinnahmten Zinsen sowie geleisteten Zinszahlungen wird dahingehend ausgeübt, dass eine Erfassung im operativen Cashflow erfolgt.

Steuerzahlungen werden grundsätzlich innerhalb des operativen Cashflows ausgewiesen. Lediglich bei signifikanten Transaktionen, bei denen die dazugehörigen Steuerzahlungen praktisch ermittelbar sind, erfolgt ein Ausweis im jeweiligen Bestandteil der Konzernkapitalflussrechnung.

Die geleisteten Steuerzahlungen im Geschäftsjahr 2024 betrugen insgesamt 1.186 Mio. € (Vorjahr: 1.060 Mio. €). Erhaltene Steuererstattungen fielen in Höhe von 214 Mio. € (Vorjahr: 38 Mio. €) an. Ihr Anstieg resultierte im Wesentlichen daraus, dass die geleisteten Steuervorauszahlungen für Vorjahre die festgesetzten Steuern überstiegen.

Die Zinsauszahlungen beliefen sich auf 261 Mio. € (Vorjahr: 208 Mio. €). Die vereinnahmten Zinsen betrugen 124 Mio. € (Vorjahr: 77 Mio. €).

Die Veränderung der Rückstellungen beinhalteten im Geschäftsjahr 2024 einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Bildung von Rückstellungen für Nachlaufkosten im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"). Im Vorjahr beinhalteten sie einen hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Bildung von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten im Zusammenhang mit den Studienergebnissen der beiden Phase-III-Studien zu Evobrutinib. Darüber hinaus beinhalteten sie einen hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrag aus der Inanspruchnahme von Restrukturierungsrückstellungen zur geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen, die im Vorjahr gebildet wurden.

Die Position Neutralisierung Gewinne/Verluste aus Anlagenabgängen umfasste im Vorjahr die ergebniswirksamen Effekte aus der Veräußerung einer nicht strategischen Marke des Unternehmensbereichs Healthcare sowie eines Portfolios an Lizenzen und Patenten des Unternehmensbereichs Electronics. Die dazugehörigen Zahlungsmittelzuflüsse waren im Vorjahr Teil des Cashflows aus Investitionstätigkeiten.

Die Veränderungen der sonstigen nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge beinhalteten im Vorjahr die Neutralisierung der ergebniswirksamen Bewertungsanpassungen von bedingten Gegenleistungen. Die dazugehörigen Zahlungsmittelzuflüsse waren ebenfalls Teil des Cashflows aus Investitionstätigkeiten.

Operative Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten

(17) Geschäfts- oder Firmenwerte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Geschäfts- oder Firmenwerte

Ein Geschäfts- oder Firmenwert wird im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses als Vermögenswert zum Erwerbszeitpunkt angesetzt. Von dem Wahlrecht zur Bewertung der nicht beherrschenden Anteile zum Erwerbszeitpunkt zu ihrem beizulegenden Zeitwert (Full-Goodwill-Methode) wird kein Gebrauch gemacht.

Durch den Wertminderungstest nach IAS 36 soll sichergestellt werden, dass Vermögenswerte nicht höher als mit ihrem erzielbaren Betrag in der Bilanz angesetzt werden. Der erzielbare Betrag ist dabei der höhere der beiden Beträge aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert.

Methodik der Wertminderungstests

Die Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgen auf Ebene der Unternehmensbereiche Life Science, Healthcare und Electronics. Diese Gruppen zahlungsmittelgenerierender Einheiten (ZMGE) stellen die niedrigste Ebene dar, auf der Geschäfts- oder Firmenwerte bei Merck für interne Managementzwecke überwacht werden.

Die Durchführung der Wertminderungstests erfolgt planmäßig einmal jährlich im 3. Quartal sowie anlassbezogen bei Vorliegen von Wertminderungsindikatoren. Die Existenz von Wertminderungsindikatoren wird anhand mehrerer Faktoren, beispielsweise auf der Basis von Veränderungen in den Mittelfristplanungen, Analystenprognosen, Multiplikatorbewertungen sowie der durchschnittlichen Marktkapitalisierung von der Merck KGaA im Vergleich zum bilanziellen Konzerneigenkapital, überwacht.

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags erfolgte im Geschäftsjahr 2024 ebenso wie im Vorjahr bei allen ZMGE auf Basis des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten, der mithilfe der Discounted-Cashflow-Methode (Stufe 3 in der Bewertungshierarchie des IFRS 13) ermittelt wurde.

Im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts werden die geplanten Nach-Steuer-Cashflows aus der von den Unternehmensbereichen erstellten Mittelfristplanung abgeleitet. Die Mittelfristplanungen aller ZMGE wurden im Vergleich zum Vorjahr zur Erhöhung der Genauigkeit um zwei Jahre verlängert und umfassen einen Zeitraum von sechs Jahren (Vorjahr: vier Jahre) beginnend ab dem Folgejahr. In der ZMGE Healthcare erfolgt ein Übergang auf die ewige Rente nach sechs Jahren (Vorjahr: vier Jahre) beginnend ab dem Folgejahr. Aufgrund umfangreicher Investitionen in die ZMGE Life Science und Electronics werden für diese zwei weitere Jahre (Vorjahr: vier weitere Jahre) nach dem Mittelfristplanungszeitraum unter Berücksichtigung geschäftsspezifischer Annahmen geplant und dann unter Anwendung einer nachhaltigen Wachstumsrate in die ewige Rente überführt.

Die Umsatzplanungen basieren auf internen Erfahrungswerten sowie überwiegend nicht am Markt beobachtbaren Inputfaktoren, wie beispielsweise über neue Produkte aus der Entwicklungspipeline, erwartete zukünftige Marktanteile, Verkaufspreise und -mengen sowie Erweiterungsinvestitionen. Die in der Planung angesetzten Ergebnismargen beruhen auf Erfahrungswerten, die um erwartete Profitabilitätsentwicklungen angepasst werden.

Der Diskontierungsfaktor nach Steuern wird auf Basis der nachfolgenden Inputparameter abgeleitet:

Risikoloser Zinssatz Abgeleitet aus der Rendite langlaufender Staatsanleihen nach der Svensson-Methode
Betafaktor Abgeleitet aus der jeweiligen sektorspezifischen Peergroup
Marktrisikoprämie Auf Basis einer Kombination aus unterschiedlichen Schätzmethoden; beispielsweise historischen und impliziten Aktienrenditen
Fremdkapitalkosten und Kapitalstruktur Abgeleitet aus Marktdaten der jeweiligen Peergroup-Unternehmen

Die langfristige Wachstumsrate nach dem Detailplanungszeitraum wird unter Berücksichtigung des erwarteten langfristigen Wachstums und langfristiger Inflationserwartungen bestimmt.

Wesentliche wertbestimmende Annahmen

In der ZMGE Life Science belief sich das erwartete durchschnittliche Umsatzwachstum im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente auf einen höheren einstelligen Prozentsatz (Vorjahr: höherer einstelliger Prozentsatz). Die Umsatzerwartung der ZMGE Life Science stützt sich insbesondere auf die angenommene langfristige positive Entwicklung in den Geschäftseinheiten Process Solutions und Life Science Services, begründet durch ein weiterhin hohes Marktwachstum sowie die andauernde Erweiterung des Portfolios. Die angewandte EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig allokierter Konzernkosten rund 30 % (Vorjahr: rund 31 %).

Die im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten erwarteten Umsatzerlöse in der ZMGE Healthcare waren im Detailplanungszeitraum im Durchschnitt in etwa stabil (Vorjahr: Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich). Die Umsatzentwicklung beinhaltete die Zulassungswahrscheinlichkeit von Wirkstoffkandidaten aus den bestehenden Forschungs- und Entwicklungsprogrammen. Die verwendete EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig zugeordneter Konzernkosten rund 31 % (Vorjahr: rund 30 %).

Bei der Ermittlung des erzielbaren Betrags der ZMGE Electronics belief sich das erwartete durchschnittliche Umsatzwachstum im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente auf einen höheren einstelligen Prozentsatz (Vorjahr: höherer einstelliger Prozentsatz). Die Umsatzerwartung der ZMGE Electronics beruht insbesondere auf dem langfristigen Wachstumstrend im Markt für Halbleitermaterialien sowie positiven Umsatzbeiträgen als Folge umfangreicher Investitionen. Die verwendete EBITDA-pre-Marge im Zeitraum bis zum Übergang in die ewige Rente betrug nach Berücksichtigung anteilig allokierter Konzernkosten rund 27 % (Vorjahr: rund 29 %).

Nachfolgend sind die weiteren wesentlichen wertbestimmenden Annahmen der Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte quantifiziert.

Langfristige Wachstumsrate Gewichtete Kapitalkosten nach Steuern
in % 2024 2023 2024 2023
Life Science 2,00 % 2,00 % 8,3 % 8,2 %
Healthcare 1,00 % 1,00 % 6,3 % 6,3 %
Electronics 2,00 % 2,00 % 7,6 % 8,1 %

Zur Diskontierung der Nettozahlungsströme wurden Kapitalkosten nach Steuern zugrunde gelegt.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Bestimmung des erzielbaren Betrags unterliegt Ermessensspielräumen und bedeutenden Schätzungsunsicherheiten. Annahmen zur Höhe der Nettozahlungsströme, der langfristigen Wachstumsraten sowie der Diskontierungsfaktoren sind aufgrund der ihnen innewohnenden Unsicherheit als wesentliche Quelle von Schätzungsunsicherheiten anzusehen. Obwohl seitens Merck davon ausgegangen wird, dass die zur Berechnung des erzielbaren Betrags verwendeten Annahmen angemessen sind, könnten Veränderungen dieser Annahmen zu Wertminderungsaufwendungen der Geschäfts- oder Firmenwerte führen, die eine nachteilige Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben können. Insbesondere in Bezug auf die ZMGE Electronics besteht eine hohe Abhängigkeit von den Annahmen zum langfristigen Wachstumstrend im Markt für Halbleitermaterialien.

Im Zeitpunkt der Durchführung der Wertminderungstests im Geschäftsjahr 2024 lag der erzielbare Betrag unverändert zum Vorjahr mit mehr als 15 % deutlich über dem Buchwert der jeweiligen ZMGE. Ungeachtet dessen wurden die Bewertungsergebnisse gegen extern verfügbare "Sum-of-the-parts"-Bewertungen verplausibilisiert sowie mittels Multiplikatorbewertungen auf Basis von Peergroup-Informationen validiert.

Im Rahmen der anlassunabhängigen Wertminderungstests wurden zudem Sensitivitätsanalysen der wesentlichen Annahmen vorgenommen. In der nachfolgenden Tabelle ist dargestellt, in welchem Umfang die wesentlichen Annahmen bei isolierter Betrachtung jeweils mindestens hätten verändert werden können, ohne dass es im Rahmen der Wertminderungstests zu einer Wertminderung gekommen wäre:

Verminderung Nettozahlungsströme Verminderung langfristige Wachstumsrate Erhöhung Kapitalkosten nach Steuern
in % in Prozentpunkten in Prozentpunkten
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Life Science >10 >10 >2 >2 >2 >2
Healthcare >10 >10 >2 >2 >2 >2
Electronics >10 >10 >2 >2 >2 >2

Die nachfolgend dargestellten Geschäfts- oder Firmenwerte entstanden vor allem im Rahmen der Akquisitionen der Versum Materials, Inc., USA, der Sigma-Aldrich Corporation, USA, der AZ Electronic Materials S.A., Luxemburg, der Millipore Corporation, USA, sowie der Serono SA, Schweiz.

Geschäfts- oder Firmenwerte
in Mio. € Life Science Healthcare Electronics Summe
Restbuchwerte, 1.1.2023 1 12.193 1.525 4.671 18.389
Zugänge - - - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Umbuchungen - - - -
Wertminderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz -406 - -138 -544
Restbuchwerte, 31.12.2023 1 11.787 1.525 4.532 17.845
Restbuchwerte, 1.1.2024 1 11.787 1.525 4.532 17.845
Zugänge 468 - 122 590
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - -162 -162
Umbuchungen - - - -
Wertminderungen - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz 665 0 215 880
Restbuchwerte, 31.12.2024 1 12.919 1.525 4.708 19.152

1 Die Restbuchwerte entsprechen dem Bruttowert.

Die währungsbedingten Änderungen der Geschäfts- oder Firmenwerte resultierten nahezu ausschließlich aus der Umrechnung der zum überwiegenden Teil in US-Dollar geführten Geschäfts- oder Firmenwerte aus den Akquisitionen der Versum Materials, Inc., USA, der Sigma-Aldrich Corporation, USA, und der Millipore Corporation, USA.

Aus den durchgeführten Wertminderungstests der Geschäfts- oder Firmenwerte ergab sich weder im Geschäftsjahr 2023 noch im Geschäftsjahr 2024 ein Wertminderungsbedarf.

Die Zugänge im Geschäftsjahr 2024 waren auf die Akquisition von Mirus Bio LLC, USA, Unity-SC SAS, Frankreich, sowie HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Die Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte resultierte aus der geplanten Veräußerung des Surface-Solutions-Geschäfts (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

(18) Sonstige immaterielle Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Ansatz und erstmalige Bewertung von erworbenen immateriellen Vermögenswerten

Bei Einlizenzierungen wird der auf den Erwerb von geistigem Eigentum entfallende Anteil der Gegenleistung als immaterieller Vermögenswert aktiviert. Werden im Rahmen der Transaktion auch Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen vereinbart, die vom veräußernden Vertragspartner zu erbringen sind, wird der darauf entfallende Anteil der Gegenleistung bilanziell abgegrenzt und entsprechend der Leistungserbringung als Teil der Forschungs- und Entwicklungskosten erfasst.

An Meilensteinzahlungen geknüpfte bedingte Gegenleistungen im Zusammenhang mit erworbenen immateriellen Vermögenswerten, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses entstehen, werden bilanziell bei Erreichen des Meilensteinereignisses als immaterielle Vermögenswerte und als finanzielle Verbindlichkeiten erfasst. Bedingte Gegenleistungen in Form von umsatzabhängigen Lizenzzahlungen werden im Zeitpunkt ihrer Entstehung aufwandswirksam erfasst.

Bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zum Erwerbszeitpunkt mit dem beizulegenden Zeitwert aktiviert.

Ansatz und erstmalige Bewertung selbst geschaffener immaterieller Vermögenswerte

Die Kriterien für eine Aktivierung von Entwicklungskosten nach IAS 38 sind für die Entwicklung von Wirkstoffkandidaten im Unternehmensbereich Healthcare aufgrund hoher Unsicherheiten bis zur Zulassung pharmazeutischer Produkte nicht erfüllt. Die nach einer eventuellen Zulassung durch die zuständigen Behörden noch anfallenden Kosten sind unwesentlich und werden daher nicht als immaterielle Vermögenswerte angesetzt. In den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics werden Entwicklungskosten aktiviert, sobald die kumulativen Ansatzkriterien erfüllt sind und entsprechend nachgewiesen werden können. Dies umfasst auch Aufwendungen, die für die REACH-Registrierung erforderlich sind. Eine Aktivierung von entwicklungsbezogenen Kosten erfolgt auch bei internen Softwareprojekten sowie bei der Weiterentwicklung erworbener ERP-Programme, sofern die maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Folgebewertung

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden planmäßig linear über den Nutzungszeitraum abgeschrieben. Für Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen sowie Marktzulassungen, Patente, Lizenzen, ähnliche Rechte und Software beträgt die gewöhnliche Nutzungsdauer zwischen drei und 24 Jahre. Merck berücksichtigt bei der Bestimmung der Nutzungsdauern unter anderem die für die jeweiligen Vermögenswerte typischen Produktlebenszyklen sowie öffentlich verfügbare Informationen über die geschätzte Nutzungsdauer von ähnlichen Vermögenswerten. Der Abschreibungsaufwand wird funktionskostengerecht zugewiesen oder, sofern nicht möglich, innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst.

Die Identifikation von Anhaltspunkten für Wertminderungen erfolgt unter Einbeziehung der verantwortlichen Fachbereiche und unter Berücksichtigung externer und interner Informationsquellen. Die Existenz von Wertminderungsindikatoren wird durch Merck anhand mehrerer Faktoren, insbesondere auf Basis von Planabweichungen von Umsatzgrößen sowie der Analyse von Veränderungen in den Mittelfristplanungen, überprüft. Bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt eine entsprechende Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungskosten, die innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen wird.

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie noch nicht nutzungsbereite erworbene und selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern anlassbezogen oder mindestens einmal jährlich auf einen Wertminderungsbedarf hin überprüft.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Erwerb immaterieller Vermögenswerte

Umfangreiche Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten bestehen bei der Identifikation und Bewertung von immateriellen Vermögenswerten, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworben werden.

Im Zusammenhang mit Einlizenzierungsvereinbarungen im Unternehmensbereich Healthcare ist die ermessensbehaftete Einschätzung zu treffen, ob geleistete Einstands- und Meilensteinzahlungen eine Vergütung für noch zu erbringende Entwicklungsdienstleistungen des Vertragspartners darstellen oder ob es sich um Anschaffungskosten für einen aktivierungspflichtigen immateriellen Vermögenswert handelt.

Bestimmung der Nutzungsdauer

Bei der Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe der sonstigen immateriellen Vermögenswerte sind wesentliche Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betrifft im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Nutzungsdauer.

Sofern die Abschreibungen der immateriellen Vermögenswerte aus Kundenbeziehungen, Markennamen, Warenzeichen, Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem um 10 % höher gewesen wären, beispielsweise aufgrund verkürzter Nutzungsdauern, hätte dies im Geschäftsjahr 2024 zu einer Verringerung des Ergebnisses vor Ertragsteuern um 71 Mio. € geführt (Vorjahr: 78 Mio. €).

Identifikation von Wertminderungs- und Wertaufholungsbedarf

Ermessensentscheidungen sind bei der Beurteilung substanzieller Hinweise für Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von sonstigen immateriellen Vermögenswerten erforderlich. Zudem sind im Zuge des Wertminderungstests zur Ermittlung der angemessenen Abschreibungshöhe wesentliche bewertungsbezogene Annahmen und Schätzungen erforderlich.

Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen Marktzulassungen, Patente, Lizenzen, ähnliche Rechte und Sonstiges Software und in Entwicklung befindliche Software
in Mio. € Bestimmte Nutzungsdauer Noch nicht nutzungsbereit
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2023 10.391 11.302 1.379 1.096
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - - - -
Sonstige Zugänge 0 20 284 92
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Sonstige Abgänge 3 -25 -9 -13
Umbuchungen - 16 -14 5
Währungsumrechnungsdifferenz -351 -112 -3 -16
31.12.2023 10.043 11.200 1.637 1.165
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2023 -4.743 -10.509 -887 -695
Abschreibungen -581 -202 - -104
Wertminderungen -26 -24 -31 -
Wertaufholungen - - 5 -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - - -
Sonstige Abgänge -3 25 3 12
Umbuchungen - 0 - -
Währungsumrechnungsdifferenz 156 91 2 16
31.12.2023 -5.196 -10.619 -908 -770
Restbuchwerte, 31.12.2023 4.847 580 729 395
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2024 10.043 11.200 1.637 1.165
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 12 199 37 0
Sonstige Zugänge - 4 141 103
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -2 -35 - -5
Sonstige Abgänge - -3 -1 -11
Umbuchungen 3 38 -37 9
Währungsumrechnungsdifferenz 506 84 11 28
31.12.2024 10.563 11.487 1.788 1.288
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2024 -5.196 -10.619 -908 -770
Abschreibungen -553 -161 - -110
Wertminderungen -3 -34 -192 -15
Wertaufholungen - - - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 2 33 - 3
Sonstige Abgänge - 1 0 10
Umbuchungen -2 1 - 12
Währungsumrechnungsdifferenz -263 -63 -3 -16
31.12.2024 -6.015 -10.843 -1.103 -885
Restbuchwerte, 31.12.2024 4.548 644 685 404
Geleistete Anzahlungen Summe
in Mio. €
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2023 - 24.169
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - -
Sonstige Zugänge 0 396
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -
Sonstige Abgänge - -44
Umbuchungen - 6
Währungsumrechnungsdifferenz - -482
31.12.2023 - 24.045
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2023 - -16.833
Abschreibungen - -887
Wertminderungen - -81
Wertaufholungen - 5
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -
Sonstige Abgänge - 37
Umbuchungen - 0
Währungsumrechnungsdifferenz - 265
31.12.2023 - -17.493
Restbuchwerte, 31.12.2023 - 6.551
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2024 - 24.044
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 0 249
Sonstige Zugänge 3 251
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -41
Sonstige Abgänge - -16
Umbuchungen -1 12
Währungsumrechnungsdifferenz - 629
31.12.2024 2 25.129
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2024 - -17.493
Abschreibungen - -824
Wertminderungen - -243
Wertaufholungen - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 38
Sonstige Abgänge - 12
Umbuchungen - 10
Währungsumrechnungsdifferenz - -345
31.12.2024 - -18.846
Restbuchwerte, 31.12.2024 2 6.282

Zu- und Abgänge

Die Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen resultierten im Wesentlichen aus der Akquisition der Mirus Bio LLC, USA (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Die Zugänge der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte waren im Wesentlichen auf Einlizenzierungen von geistigem Eigentum im Unternehmensbereich Healthcare zurückzuführen. Im Vorjahr entfielen diese hauptsächlich auf die Einlizenzierungen von Wirkstoffkandidaten von Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co. Ltd., China, und Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China, (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

Im Bereich Software und in Entwicklung befindliche Software entstanden die Zugänge hauptsächlich aus der unternehmensinternen Entwicklung von IT-Anwendungen. Die Bruttobuchwerte und die anteiligen kumulierten Abschreibungen der bilanzierten Software entfielen im Wesentlichen auf erworbene Software sowie selbst erstellte Anwendungen und Weiterentwicklungen erworbener ERP-Programme, welche sich bereits in einem nutzungsbereiten Zustand befanden. Diese waren im Wesentlichen in den Verwaltungskosten enthalten.

Wertminderungen

Anlassbezogene Wertminderungen waren hauptsächlich dem Unternehmensbereich Healthcare zuzurechnen und im Wesentlichen auf gestoppte Entwicklungsprojekte zurückzuführen, davon 140 Mio. € im Zusammenhang mit der Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen").

Sonstige wesentliche Informationen

Die Effekte aus der Währungsumrechnung resultierten wie im Vorjahr im Wesentlichen aus der Umrechnung der in US-Dollar geführten sonstigen immateriellen Vermögenswerte.

Bei den noch nicht nutzungsbereiten Marktzulassungen, Patenten, Lizenzen, ähnlichen Rechten und Sonstigem handelte es sich um laufende Entwicklungsprojekte, die sich noch nicht in der Kommerzialisierungsphase befanden und somit noch keine bestimmte Nutzungsdauer besaßen. Diese entfielen im Wesentlichen auf den Unternehmensbereich Healthcare.

Übersicht wesentlicher sonstiger immaterieller Vermögenswerte

Die Buchwerte der Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen sowie Marktzulassungen, Patente, Lizenzen, ähnlichen Rechte und Sonstiges ließen sich wie folgt den Unternehmensbereichen zuordnen:

in Mio. € Restnutzungsdauer
in Jahren
Life Science Healthcare Electronics Summe 31.12.2024 Summe 31.12.2023
Kundenbeziehungen, Markennamen und Warenzeichen 2.988 - 1.559 4.548 4.847
Kundenbeziehungen 2.756 - 1.551 4.307 4.542
Davon aus den Akquisitionen:
Sigma-Aldrich Corporation 11,8-12,8 2.553 - 116 2.669 2.726
Versum Materials, Inc. 1,8-13,8 - - 1.434 1.434 1.545
Millipore Corporation 1,5-2,5 109 - - 109 170
Markennamen und Warenzeichen 233 - 8 241 305
Davon aus der Akquisition:
Sigma-Aldrich Corporation 2,9 222 - - 222 281
Marktzulassungen, Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte und Sonstiges
Bestimmte Nutzungsdauer 398 116 130 644 580
Patente, Lizenzen und ähnliche Rechte 395 - 125 520 447
Davon aus den Akquisitionen:
AZ Electronic Materials S.A. 0,3-8,3 - - 35 35 87
Versum Materials, Inc. 0,8-1,8 - - 67 67 107
Sonstige 3 116 5 124 134
Noch nicht nutzungsbereit 24 493 169 685 729
Davon aus der Akquisition:
Versum Materials, Inc. - - - 106 106 102

(19) Sachanlagen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Ansatz und erstmalige Bewertung

Merck erhält monetäre und nicht monetäre Zuwendungen der öffentlichen Hand. Bei nicht monetären Zuwendungen, wie zugeteilten Emissionszertifikaten, wird von der Möglichkeit der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert kein Gebrauch gemacht. Monetäre Zuwendungen für Vermögenswerte werden vom Buchwert abgezogen.

Geleistete Anzahlungen werden gemeinsam mit den Anlagen im Bau ausgewiesen.

Folgebewertung

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Sachanlagevermögen wird entsprechend dem Nutzungsverlauf planmäßig linear abgeschrieben und die Aufwendungen werden funktionskostengerecht allokiert. Den planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen liegen im Wesentlichen die folgenden Nutzungsdauern zugrunde:

Nutzungsdauer
Produktionsgebäude Maximal 40 Jahre
Verwaltungsgebäude Maximal 40 Jahre
Technische Anlagen 6 bis 25 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie andere Anlagen 3 bis 10 Jahre

Die Nutzungsdauern der Vermögenswerte werden regelmäßig überprüft und falls erforderlich an den erwarteten Verlauf angepasst.

Beim Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung wird ein Wertminderungstest durchgeführt. Hierbei finden externe und interne Informationen Berücksichtigung. Im Fall einer erforderlichen Wertminderung wird diese in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Bei einem Wegfall der Gründe für eine Wertminderung erfolgt eine entsprechende Wertaufholung auf die fortgeführten Anschaffungskosten, die innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge ausgewiesen wird.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Bestimmung der Nutzungsdauer und des Restwerts

Bei der Bestimmung der angemessenen Nutzungsdauer und des erwarteten Restwerts zur Ermittlung der Abschreibungshöhe von Sachanlagen sind Annahmen und Schätzungen erforderlich. Dies betrifft im Besonderen die Bestimmung der zugrunde zu legenden Restnutzungsdauer. Merck berücksichtigt bei diesen Schätzungen unter anderem die aus Erfahrungswerten abgeleiteten technischen Nutzungsdauern der Sachanlagen.

Identifikation von Wertminderungs- und Wertaufholungsbedarf

Ermessensentscheidungen sind bei der Identifikation objektiver Hinweise auf Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von Sachanlagen erforderlich.

in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2023 5.976 6.228 1.879
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - - -
Sonstige Zugänge 169 32 56
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - -
Sonstige Abgänge -85 -93 -82
Umbuchungen 385 542 120
Währungsumrechnungsdifferenz -119 -84 -27
31.12.2023 6.326 6.625 1.946
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2023 -2.588 -4.319 -1.380
Abschreibungen -332 -389 -173
Wertminderungen -1 -8 -2
Wertaufholungen - 1 -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - -
Sonstige Abgänge 67 88 77
Umbuchungen -9 1 5
Währungsumrechnungsdifferenz 43 43 19
31.12.2023 -2.820 -4.584 -1.454
Restbuchwerte, 31.12.2023 3.506 2.042 492
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2024 6.326 6.625 1.946
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 3 3 2
Sonstige Zugänge 325 36 52
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -185 -449 -61
Sonstige Abgänge -126 -179 -122
Umbuchungen 1.008 958 226
Währungsumrechnungsdifferenz 128 83 12
31.12.2024 7.480 7.077 2.054
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2024 -2.820 -4.584 -1.454
Abschreibungen -365 -433 -184
Wertminderungen -34 -21 -2
Wertaufholungen - - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 132 387 49
Sonstige Abgänge 95 169 119
Umbuchungen 3 17 -16
Währungsumrechnungsdifferenz -47 -46 -10
31.12.2024 -3.036 -4.510 -1.499
Restbuchwerte, 31.12.2024 4.445 2.567 556
in Mio. € Anlagen im Bau Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2023 2.429 16.513
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen - -
Sonstige Zugänge 1.723 1.981
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -
Sonstige Abgänge -18 -278
Umbuchungen -1.053 -6
Währungsumrechnungsdifferenz -37 -266
31.12.2023 3.045 17.943
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2023 -21 -8.308
Abschreibungen - -895
Wertminderungen -12 -23
Wertaufholungen - 1
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -
Sonstige Abgänge 0 233
Umbuchungen 3 1
Währungsumrechnungsdifferenz 1 106
31.12.2023 -29 -8.887
Restbuchwerte, 31.12.2023 3.016 9.056
Anschaffungs- und Herstellungskosten, 1.1.2024 3.045 17.943
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 2 10
Sonstige Zugänge 1.677 2.091
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -36 -731
Sonstige Abgänge -15 -442
Umbuchungen -2.211 -20
Währungsumrechnungsdifferenz 38 261
31.12.2024 2.500 19.112
Kumulierte Abschreibungen, 1.1.2024 -29 -8.887
Abschreibungen - -982
Wertminderungen -28 -85
Wertaufholungen - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 12 580
Sonstige Abgänge 6 389
Umbuchungen -4 0
Währungsumrechnungsdifferenz - -103
31.12.2024 -42 -9.087
Restbuchwerte, 31.12.2024 2.457 10.025

Die Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte standen im Zusammenhang mit der beabsichtigten Veräußerung des Surface-Solutions-Geschäfts. Die Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen betreffen im Wesentlichen den Erwerb von Mirus Bio LLC, USA, sowie Unity-SC SAS, Frankreich, (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Die Einzelzugänge im Geschäftsjahr 2024 bei den Anlagen im Bau mit einem Investitionsvolumen von jeweils mehr als 50 Mio. € betrafen die nachfolgend dargestellten Projekte:

Unternehmensbereich Investitionsprojekt Land
Life Science Membranfabrik Irland
Life Science Ausbau der Kapazitäten zur Prüfung der Arzneimittelsicherheit USA
Healthcare Forschungszentrum Deutschland
Healthcare Technologiezentrum Deutschland
Electronics Ausbau der Kapazitäten im Halbleitergeschäft Taiwan

Die monetären Zuwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2024 78 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) und entfielen auf eine Vielzahl unterschiedlicher Sachverhalte. Sie umfassten sowohl Zuwendungen zu Vermögenswerten als auch erfolgsbezogene Zuwendungen. Die genannten Investitionszuschüsse sind zum Teil an die Einstellung einer vereinbarten Anzahl von Mitarbeitenden an den entsprechenden Standorten gebunden. Merck geht davon aus, die Voraussetzungen zum Erhalt der Investitionszuschüsse zu erfüllen.

Die Wertberichtigungen in Höhe von 85 Mio. € (Vorjahr: 23 Mio. €) beinhalteten im Geschäftsjahr 2024 einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag für die Wertberichtigung von Sachanlagevermögen in Frankreich in den Bereichen Life Science und Healthcare.

(20) Leasing

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Leasing

Anwendungsbereich des IFRS 16

Merck nutzt die Wahlrechte des IFRS 16, Leasingverträge für immaterielle und geringwertige Vermögenswerte nicht als Leasingverträge zu erfassen. Der Ausweis der Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen erfolgt im Bilanzposten "Sachanlagen" (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen").

Soweit die Überlassung von Firmenwagen an Mitarbeitende als Leistung an Arbeitnehmende im Sinne des IAS 19 qualifiziert ist, wird IFRS 16 nicht angewandt. Die bilanzielle Behandlung erfolgt in diesem Fall ausschließlich nach IAS 19.

Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten

Für Leasingverträge über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten erfolgt eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten. Ansonsten wird vom Wahlrecht Gebrauch gemacht, auf eine Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten zu verzichten.

Abschreibungen der Nutzungsrechte aus Leasingverträgen

Grundsätzlich erfolgt die Abschreibung von Nutzungsrechten über die jeweilige Leasinglaufzeit. Sollte allerdings die Ausübungswahrscheinlichkeit einer vorhandenen Kaufoption als hinreichend hoch beurteilt werden oder ein automatischer Eigentumsübergang am Ende der Vertragslaufzeit stattfinden, so erfolgt die planmäßige Abschreibung über den Zeitraum, der bei vergleichbaren Vermögenswerten des Sachanlagevermögens Anwendung findet (siehe Anmerkung (19) "Sachanlagen").

Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes

Bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit wird der Grenzfremdkapitalzinssatz verwendet, sofern sich der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Zinssatz nicht zuverlässig ermitteln lässt. Die Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes basiert bei Merck auf dem risikolosen durations- und währungsadäquaten Zinssatz der jeweiligen Konzerngesellschaft. Dieser Zinssatz wird um einen Merck-spezifischen Risikoaufschlag angepasst. Zur Bestimmung des kurzfristigen Anteils der Leasingverbindlichkeit wendet Merck das Tilgungsmodell an. Der Kurzfristanteil der Leasingverbindlichkeiten entspricht hierbei dem Tilgungsanteil der nächsten zwölf Monate.

Ermittlung der Laufzeit von Leasingverhältnissen

Bei vorhandenen Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen erfolgt die Einschätzung ihrer Ausübung einzelfallbasiert unter Berücksichtigung von Faktoren wie Standortstrategien, Mietereinbauten und Spezifitätsgrad.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Leasing

Identifikation eines Leasingverhältnisses

Bei der Identifikation eines Leasingverhältnisses kann es bei der Frage, ob ein Austauschrecht des Leasinggebers substanziell ist, zu Ermessensentscheidungen kommen. Sofern vorliegende Fakten und Umstände eine andere Einschätzung nicht unterstützen, klassifiziert Merck Austauschrechte als nicht substanziell.

Bewertung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten

Bei Leasingverträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten bestehen bei der Separierung von Leasing- und Nichtleasingkomponenten Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten, sofern keine beobachtbaren Preise beim Vertragspartner oder anderen potenziellen Leasinggebern zur Verfügung stehen.

Ermittlung der Laufzeit von Leasingverhältnissen

Bei der Ermittlung der Laufzeit eines Leasingvertrags müssen bei vorhandenen Verlängerungs- und Kündigungsoptionen die Wahrscheinlichkeiten der Inanspruchnahme solcher Optionen beurteilt werden. Die Beurteilung der Ausübungswahrscheinlichkeit kann ermessensbehaftet sein, auch wenn auf vorhandene und maßgebliche Informationen des wirtschaftlichen Gesamtzusammenhangs wie Standortstrategien, Mietereinbauten oder Spezifitätsgrad abgestellt wird. Sollten die vorliegenden Informationen keine verlässliche Einschätzung zulassen, greift Merck auf Erfahrungswerte aus der Vergangenheit für vergleichbare Sachverhalte zurück.

Rund 50 % der Gesamtleasingverbindlichkeiten entfielen im Geschäftsjahr 2024 auf die zehn größten Leasingverträge. Im Vorjahr entfielen rund 50 % der Gesamtleasingverbindlichkeiten auf die 30 größten Leasingverträge. Ihnen lagen im Wesentlichen Nutzungsrechte an Büro- sowie Lager- und Laborgebäuden zugrunde. Sofern derzeit noch nicht als wahrscheinlich eingestufte Verlängerungsoptionen dieser Leasingverträge in Zukunft ausgeübt würden, ergäben sich weitere potenzielle undiskontierte Zahlungsmittelabflüsse von bis zu 183 Mio. € (Vorjahr: 235 Mio. €).

Soweit bei einzelnen Verträgen Kündigungsoptionen vorhanden sind, wurde deren Inanspruchnahme als unwahrscheinlich eingestuft, sodass zusätzliche Leasingzahlungen bereits in der dazugehörigen Leasingverbindlichkeit berücksichtigt waren.

Ermittlung des Grenzfremdkapitalzinssatzes

Sowohl die Ermittlung des risikolosen Zinssatzes als auch die Bestimmung des Risikozuschlags sind ermessensbehaftet.

Erstmalige Bewertung der Verbindlichkeit und des Nutzungsrechts aus Leasingverhältnissen

Bei der Bewertung der Leasingverbindlichkeit bestehen Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten im Hinblick auf die Beurteilung der Ausübungswahrscheinlichkeit von vorhandenen Kauf- beziehungsweise Kündigungs- sowie Verlängerungsoptionen.

Bei der Bewertung des Nutzungsrechts aus Leasingverträgen unterliegt Merck Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich etwaiger Rückbauverpflichtungen und der daraus resultierenden Zahlungen.

Die Überleitung der Restbuchwerte für Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen stellte sich wie folgt dar:

Nutzungsrechte
in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
Restbuchwerte, 1.1.2023 415 8 58 481
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge 157 4 45 206
Abgänge -23 - -1 -25
Abschreibungen -108 -2 -37 -147
Wertminderungen - - - -
Wertaufholungen - - - -
Sonstiges -13 1 -1 -14
31.12.2023 427 10 64 500
Nutzungsrechte
in Mio. € Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
Restbuchwerte, 1.1.2024 427 10 64 500
Veränderungen im Konsolidierungskreis 3 - - 3
Zugänge 314 1 40 356
Abgänge -21 0 -2 -23
Abschreibungen -126 -2 -37 -165
Wertminderungen - - - -
Wertaufholungen - - - -
Sonstiges 18 1 -3 16
31.12.2024 614 9 62 686

Die Restbuchwerte für Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung enthielten im Wesentlichen Nutzungsrechte für Fahrzeuge.

Die Zugänge bei Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten entfielen vor allem auf neu vereinbarte Nutzungsrechte für Labore, Bürogebäude und Lagerhäuser sowie auf vereinbarte Vertragsverlängerungen. Der größte Einzelzugang betraf den Unternehmensbereich Life Science und entfiel auf einen Mietvertrag in den USA für ein Laborgebäude. Dieses Gebäude dient dem Zweck der Kapazitätserweiterung für Biosicherheitsprüfungen und Dienstleistungen auf dem Gebiet der analytischen Entwicklung.

Die Aufwendungen und Erträge sowie die Zahlungen der unter IFRS 16 bestehenden Leasingverhältnisse stellten sich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung wie folgt dar:

in Mio. € 2024 2023
Nutzungsrechte
Abschreibungen -165 -147
Wertminderungen - -
Wertaufholungen - -
Aufwendungen für Leasingverhältnisse geringwertiger Vermögenswerte -8 -11
Aufwendungen für Leasingverträge mit variablen Leasingzahlungen - -
Erträge aus dem Unterleasing von Nutzungsrechten - -
Erträge aus Sale-and-Leaseback-Transaktionen - -
Zinsaufwendungen auf Leasingverbindlichkeiten -25 -14
Summe -198 -173
in Mio. € 2024 2023
Operativer Cashflow -24 -25
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -139 -149
Summe -163 -174

Bezogen auf den Bilanzstichtag verteilten sich die zukünftigen Zahlungen aus Leasingverhältnissen auf folgende Perioden:

31. Dezember 2024

in Mio. € Innerhalb von 1 Jahr In 1-5 Jahren Nach mehr als 5 Jahren Summe
Zukünftige Zahlungen aus Leasingverhältnissen 147 337 433 917
Zinsanteil der zukünftigen Zahlungen -21 -64 -82 -167
Barwert der künftigen Zahlungen aus Leasingverhältnissen 126 274 351 750

31. Dezember 2023

in Mio. € Innerhalb von 1 Jahr In 1-5 Jahren Nach mehr als 5 Jahren Summe
Zukünftige Zahlungen aus Leasingverhältnissen 130 278 152 560
Zinsanteil der zukünftigen Zahlungen -11 -22 -15 -47
Barwert der künftigen Zahlungen aus Leasingverhältnissen 120 256 137 513

(21) Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Etwaige Ausfallrisiken werden durch Wertminderungen berücksichtigt.

Die sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerte setzten sich folgendermaßen zusammen:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Summe
Forderungen aus nicht einkommensabhängigen Steuern 308 2 310 324 2 326
Rechnungsabgrenzungsposten 169 42 212 182 37 219
Vermögenswerte aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 35 - 35 33 - 33
Sonstige Vermögenswerte 109 90 199 95 76 171
Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 622 134 755 633 115 748

(22) Cashflow aus Investitionstätigkeit

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Cashflow aus Investitionstätigkeit

Behandlung von Einzahlungen für Investitionen aus öffentlichen Zuwendungen

Merck erfasst Einzahlungen für Investitionen aus öffentlichen Zuwendungen innerhalb des Cashflows aus Investitionstätigkeit.

Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte enthielten eine Einstandszahlung in Höhe eines niedrigen dreistelligen Millionen-Eurobetrags im Zusammenhang mit der Einlizenzierungsvereinbarung mit Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals Co. Ltd., China, sowie eine Einstandszahlung in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags im Zusammenhang mit der Einlizenzierungsvereinbarung mit Abbisko Therapeutics Co. Ltd., China (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen"), die beide im Geschäftsjahr 2023 abgeschlossen wurden.

Die Einzahlungen aus dem Abgang von immateriellen Vermögenswerten im Vorjahr resultierten im Wesentlichen aus dem Abgang von Rechten einer nicht strategischen Marke im Unternehmensbereich Healthcare sowie aus der Veräußerung eines Portfolios an Lizenzen und Patenten im Unternehmensbereich Electronics.

Die Auszahlungen für Akquisitionen abzüglich erworbener Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente waren im Wesentlichen auf den Erwerb von Mirus Bio LLC, USA, Unity-SC SAS, Frankreich, und Hub Organoids Holding B.V., Niederlande, zurückzuführen (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Der Mittelabfluss für Investitionen in sonstige Vermögenswerte resultierte im Wesentlichen aus der kurzfristigen Geldanlage in Termingelder, die nicht die Anforderungen einer Klassifizierung als Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erfüllten, sowie aus der kurzfristigen Investition freier Geldmittel in strukturierte Papiere, die auf marktgängigen Treibhausgasemissionszertifikaten basierten.

Der Mittelzufluss aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten resultierte im Wesentlichen aus Rückzahlungen kurzfristiger Geldanlagen in Wertpapiere, Termingelder und strukturierte Papiere, die auf marktgängigen Treibhausgasemissionszertifikate basierten. Im Vorjahr beinhaltete der Mittelzufluss aus dem Abgang von sonstigen Vermögenswerten zusätzlich erhaltene Zahlungen aus bedingten Gegenleistungen.

(23) Vorräte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Vorräte

Die Herstellungskosten der Vorräte beinhalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch dem Produktionsprozess zurechenbare Gemeinkosten, die auf Basis einer Normalauslastung der Produktionsanlagen ermittelt werden. Handelswaren werden zu Anschaffungskosten angesetzt. Bei der Ermittlung der fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten für fertige und unfertige Erzeugnisse, Rohstoffe und Handelswaren kommt das First-in-First-out-Verfahren (FIFO) zur Anwendung. Die Durchschnittsmethode wird für Hilfs- und Betriebsstoffe verwendet.

Die Vorräte werden mittels unternehmensbereichsspezifischer Verfahren auf Werthaltigkeit überprüft. Dabei werden den Anschaffungs- oder Herstellungskosten die Nettoveräußerungswerte gegenübergestellt. Liegt der Nettoveräußerungswert unter den fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten, erfolgt eine entsprechende Abwertung, die als Aufwand in den Umsatzkosten erfasst wird.

Wertminderungen können absatzmarktinduziert oder qualitätsbedingt sein sowie auf einer begrenzten Haltbarkeit beruhen. Entfällt der Grund für die Wertminderung, erfolgt eine Wertaufholung auf den niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem aktuellen Nettoveräußerungswert.

Da die Vorräte ganz überwiegend nicht im Rahmen langfristiger Fertigungsprozesse hergestellt werden, erfolgt keine Einbeziehung von Fremdkapitalkosten.

Geleistete Anzahlungen auf Vorräte werden in den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Identifikation von Wertminderungs- oder Wertaufholungsbedarf

Ermessensentscheidungen sind bei der Identifikation von Wertminderungen sowie bei der Identifikation eines Wertaufholungsbedarfs von Vorräten erforderlich. Schätzungsunsicherheiten bestehen in Bezug auf die Bestimmung des Nettoveräußerungswerts. Bei seiner Bestimmung finden insbesondere erwartete Absatzpreise sowie die erwarteten Kosten der Fertigstellung Berücksichtigung.

Im Einzelnen gliederten sich die Vorräte in folgende Posten:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 1.025 1.164
Unfertige Erzeugnisse 1.463 1.428
Fertige Erzeugnisse/Handelswaren 1.996 2.045
Vorräte 4.484 4.637

Der Rückgang der Vorräte im Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus der Umgliederung in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte aufgrund des beabsichtigten Verkaufs des Surface-Solutions-Geschäfts des Unternehmensbereichs Electronics (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen").

Die in den Umsatzkosten enthaltenen Wertminderungsaufwendungen werden in Anmerkung (10) "Umsatzkosten" dargestellt.

(24) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die keine signifikante Finanzierungskomponente beinhalten und nicht Gegenstand einer Factoringvereinbarung sind, werden im Rahmen der Erstbewertung mit dem Betrag des unbedingten Anspruchs auf Gegenleistung angesetzt. Bei Zugang von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird zudem eine Wertminderung zur Vorsorge für erwartete Kreditausfälle erfasst.

Sonstige Forderungen werden beim Ansatz zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich der direkt auf den Erwerb dieses Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten bewertet.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die potenziell aufgrund einer Factoringvereinbarung für einen Verkauf vorgesehen sind, werden erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die bei der Ermittlung von Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen zugrunde gelegten Bewertungsgrundsätze sind in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" im Abschnitt "Kreditrisiken" dargestellt.

Wertminderungen und Wertaufholungen werden, sofern der Vermögenswert der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dient und deshalb einen operativen Charakter aufweist, in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten "Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto)" ausgewiesen. Wenn der Vermögenswert nicht der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit dient, erfolgt der Ausweis innerhalb der Finanzierungserträge und -aufwendungen.

Weitere Informationen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen von finanziellen Vermögenswerten sind in Anmerkung (35) "Sonstige finanzielle Vermögenswerte" dargestellt.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

Hinsichtlich der bedeutenden Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten in Bezug auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen wird auf Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" verwiesen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen wurden wie folgt bewertet:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet Summe Zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet Summe
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen 3.902 25 3.926 3.945 25 3.969
Sonstige Forderungen vor Wertminderungen 168 - 168 175 - 175
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen vor Wertminderungen 4.070 25 4.094 4.120 25 4.144
Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -101 - -101 -97 - -97
Wertminderungen auf sonstige Forderungen -3 - -3 -1 - -1
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen nach Wertminderungen 3.966 24 3.990 4.022 25 4.046
Davon: Kurzfristig 3.938 24 3.963 3.994 25 4.019
Davon: Langfristig 27 - 27 28 - 28

Im Geschäftsjahr 2024 wurden in Italien Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Nennwert in Höhe von 44 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) zu einem Preis von 44 Mio. € (Vorjahr: 69 Mio. €) verkauft. Aus den verkauften Forderungen bestanden keine weiteren Rückgriffsrechte gegenüber Merck.

(25) Vertragsvermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Vertragsvermögenswerte

Vertragsvermögenswerte stellen vertragliche Ansprüche auf den Erhalt von Zahlungen von Kunden dar, bei denen die vertraglichen Leistungsverpflichtungen bereits erfüllt wurden, aber noch kein unbedingter Zahlungsanspruch entstanden ist.

Die Vertragsvermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

in Mio. € 2024 2023
1.1. 104 128
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 1 -
Sonstige Zugänge 398 339
Davon: Auf in Vorjahren erfüllte Leistungsverpflichtungen entfallend - -
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - -
Umgliederungen in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -373 -361
Währungsumrechnungsdifferenz 2 -3
Sonstiges - -
31.12. 132 104

Die Vertragsvermögenswerte resultierten insbesondere aus der Erbringung von Dienstleistungen und der Fertigung von Produkten in den Unternehmensbereichen Life Science und Electronics.

(26) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in Mio. € Rechtsstreitigkeiten Restrukturierung Umweltschutzverpflichtungen Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten
1.1.2024 59 210 149 181
Zuführung 40 123 16 104
Inanspruchnahme -26 -121 -5 -102
Auflösung -8 -63 -4 -24
Zinseffekt - 1 2 -
Währungsumrechnungsdifferenz -1 1 - 0
Veränderungen im Konsolidierungskreis/Sonstiges 0 -4 - 4
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - -1 - -
31.12.2024 65 147 158 162
Davon: Kurzfristig 54 106 21 138
Davon: Langfristig 11 40 137 25
in Mio. € Ertragsteuerliche Nebenleistungen Übrige
1.1.2024 127 127
Zuführung 26 62
Inanspruchnahme -7 -17
Auflösung -53 -30
Zinseffekt - 0
Währungsumrechnungsdifferenz 1 1
Veränderungen im Konsolidierungskreis/Sonstiges - -6
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - -1
31.12.2024 94 136
Davon: Kurzfristig 94 92
Davon: Langfristig - 44
in Mio. € Summe
1.1.2024 853
Zuführung 371
Inanspruchnahme -280
Auflösung -181
Zinseffekt 4
Währungsumrechnungsdifferenz 3
Veränderungen im Konsolidierungskreis/Sonstiges -6
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten -2
31.12.2024 762
Davon: Kurzfristig 505
Davon: Langfristig 257

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Merck greift bei der Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Erkenntnisse der Rechtsabteilung sowie mandatierter Rechtsanwälte zurück.

Für die Beurteilung der Ansatzpflicht von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten ist die Wahrscheinlichkeit der für möglich erachteten Verfahrensausgänge maßgeblich. Diese ist insbesondere beeinflusst durch

die Validität der vorgebrachten Argumente der gegnerischen Partei sowie

die Rechtslage und laufende Rechtsprechung in vergleichbaren Verfahren in der betreffenden Jurisdiktion.

Für die Bewertung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten sind zudem die nachfolgenden Faktoren relevant:

die Verfahrensdauer der anhängigen Rechtsstreitigkeit und die damit verbundenen Rechtskosten,

bei vergleichbaren Rechtsstreitigkeiten übliche Schadensersatz- und Strafzahlungen sowie

der zu verwendende Diskontierungsfaktor.

Rückstellungen für Restrukturierung

Merck beurteilt die Ansatzpflicht von Rückstellungen für Restrukturierung sowie die Höhe erwarteter Ressourcenabflüsse anhand formaler Restrukturierungspläne und der Erwartungshaltung der betroffenen Mitarbeitenden hinsichtlich der Durchführung der Restrukturierungsmaßnahmen.

Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen

Merck greift bei der Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen und bei der Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse auf Gutachten unabhängiger externer Sachverständiger und auf die Erkenntnisse eigener Fachleute zurück.

Wesentliche Parameter bei der Ermittlung des Barwerts des künftigen Erfüllungsbetrags von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen sind

der zukünftige Erfüllungszeitpunkt,

das Ausmaß des umweltbelastenden Schadens,

die anzuwendenden Sanierungsmethoden,

die damit verbundenen zukünftigen Kosten sowie

der Diskontierungsfaktor.

Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten

Die Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten und die Quantifizierung drohender Ressourcenabflüsse basieren auf internen Projektplänen sowie auf der Einschätzung der jeweiligen Sachverhalte durch eigene und externe Spezialisten.

Wesentliche Parameter bei der Bestimmung der Rückstellungshöhe bilden

die Nutzbarkeit oder Modifikationsmöglichkeit bereits gesicherter Fertigungskapazitäten bei Drittanbietern, insbesondere für pharmazeutische Wirkstoffe,

die Anzahl betroffener Patienten und die erwartete Dauer der weiteren Behandlung in klinischen Entwicklungsprogrammen,

der erwartete Zeitpunkt oder Zeitraum der Ressourcenabflüsse sowie

die Erwartungen hinsichtlich künftiger, die Verpflichtungen beeinflussender Ereignisse.

Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen

Zur Beurteilung einer Ansatzpflicht von Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen, welche nicht in den Anwendungsbereich des IAS 12 fallen, werden sachverhaltsbezogene Beurteilungen vorgenommen. Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen werden grundsätzlich als kurzfristige Rückstellungen klassifiziert, da jederzeit mit der Erteilung eines Bescheids der zuständigen Behörde gerechnet werden muss.

Bedeutende Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten

Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten

Die Beurteilung der Ansatzpflicht ist ebenso wie die Bewertung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in besonderem Maße mit Schätzungsunsicherheiten behaftet. Die Unsicherheiten betreffen vor allem die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit und der Höhe des Ressourcenabflusses.

Rückstellungen für Restrukturierung

Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für Restrukturierung betreffen vor allem die Bestimmung der Höhe des erwarteten Ressourcenabflusses. Diese ist maßgeblich von den getroffenen Annahmen bezüglich der Veränderung oder Beendigung der Beschäftigungsverhältnisse betroffener Mitarbeitender sowie vom vorgesehenen Umsetzungszeitpunkt des Restrukturierungsplans beeinflusst.

Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen

Die Beurteilung der Ansatzpflicht ist ebenso wie die Bewertung von Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen in besonderem Maße mit Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten behaftet.

Die Schätzungsunsicherheiten betreffen vor allem die Einschätzung des Zeitpunkts und der Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Ressourcenabflusses sowie die Beurteilung des Ausmaßes notwendiger Sanierungsmaßnahmen und die damit verbundene Bestimmung der Höhe der Verpflichtung.

Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten

Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten betreffen vor allem die Höhe des erwarteten Ressourcenabflusses.

Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen

Schätzungsunsicherheiten hinsichtlich der Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen betreffen vor allem die Auslegung von steuerlichen Vorschriften sowie die Auswirkungen von geänderter Rechtsprechung.

Rechtsstreitigkeiten

Der größte Einzelposten innerhalb der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten entfiel in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Eurobetrags auf die Rückstellung für erwartete Rechtskosten aus der Streitigkeit mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA, (außerhalb der USA und Kanadas: MSD) in den USA. Weitere Informationen finden sich in Anmerkung (27) "Eventualverbindlichkeiten".

Restrukturierung

Die zum 31. Dezember 2024 bestehenden Rückstellungen für Restrukturierung beinhalteten im Wesentlichen Verpflichtungen für Personalabbaumaßnahmen aus kommunizierten Restrukturierungsplänen.

Enthalten waren weiterhin Rückstellungen für das im Geschäftsjahr 2023 aufgelegte Programm zur stetigen Verbesserung der Prozesse und geschäftsnäheren Ausrichtung der Konzernfunktionen. Die Auflösungen bezogen sich in Höhe eines niedrigen zweistelligen Millionen-Eurobetrags auf dieses Programm.

Zudem enthielten die Rückstellungen für Restrukturierung Programme zur Effizienzsteigerung und kundennäheren Ausrichtung in den drei Geschäftsbereichen.

Mit der Inanspruchnahme wird größtenteils innerhalb der nächsten zwei Jahre gerechnet.

Umweltschutzverpflichtungen

Die Rückstellungen für Umweltschutzverpflichtungen bestanden im Wesentlichen für Verpflichtungen aus Bodensanierungen und Grundwasserschutz im Zusammenhang mit dem im Jahr 1987 aufgegebenen Pflanzenschutzmittelgeschäft in Deutschland und Lateinamerika.

Mit der Inanspruchnahme wird größtenteils nach mehr als einem Jahr gerechnet.

Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten

Die Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten berücksichtigten im Wesentlichen Kosten im Zusammenhang mit aufgegebenen Entwicklungsprojekten im Unternehmensbereich Healthcare sowie weitere Verpflichtungsüberschüsse aus sonstigen belastenden Verträgen.

Ein wesentlicher Teil der Rückstellungen für Abnahmeverpflichtungen und Nachlaufkosten war auf die Beendigung des Xevinapant-Programms (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarungen") zurückzuführen. Hierfür wurde eine Rückstellung für Nachlaufkosten in Höhe eines hohen zweistelligen Millionen-Eurobetrags gebildet. Nach Inanspruchnahmen bestand zum Ende des Geschäftsjahres noch ein mittlerer zweistelliger Millionen-Eurobetrag. Ein Ressourcenabfluss wird größtenteils innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet.

Die Inanspruchnahme der Rückstellung war im Wesentlichen auf die im Vorjahr beendeten klinischen Phase-III-Studien von Evobrutinib zurückzuführen.

Ertragsteuerliche Nebenleistungen

Die Rückstellungen für ertragsteuerliche Nebenleistungen umfassten im Wesentlichen mit Steuerschuldverhältnissen verbundene oder aus Steuerschuldverhältnissen entstandene Strafzahlungen aus Betriebsprüfungen sowie Zinsverpflichtungen.

Die Auflösung bezog sich im Wesentlichen auf Zinsen und Strafzahlungen aus einer Betriebsprüfung in Mexiko, für die im Geschäftsjahr eine Einigung mit den zuständigen Behörden erzielt wurde.

Übrige sonstige Rückstellungen

Die übrigen sonstigen Rückstellungen beinhalteten unter anderem Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen, für sonstige steuerliche Risiken, die keine Ertragsteuer nach IAS 12 darstellen, für Risiken aus Mitarbeitendenbeteiligungsprogrammen und Gewährleistungsverpflichtungen.

(27) Eventualverbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Eventualverbindlichkeiten

Bei der Identifikation von Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten und Steuersachverhalten greift Merck sowohl auf Beurteilungen der Rechtsabteilung und der Steuerabteilung als auch auf die Einschätzungen externer Berater und Rechtsanwälte zurück.

Wesentliche Faktoren bei der Identifikation von Eventualverbindlichkeiten sind

die Validität der vorgebrachten Argumente der gegnerischen Partei beziehungsweise der Steuerbehörde sowie

die Rechtslage und laufende Rechtsprechung in vergleichbaren Verfahren in der betreffenden Jurisdiktion.

Die Bewertung der Höhe der Eventualverbindlichkeiten basiert auf der bestmöglichen Schätzung, die wiederum auf der Eintrittswahrscheinlichkeit der für möglich erachteten Verfahrensausgänge beruht.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Eventualverbindlichkeiten

Sowohl die Identifikation als auch die Bewertung von Eventualverbindlichkeiten sind in einem hohen Maße unsicherheitsbehaftet.

Dies gilt sowohl bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit des Ressourcenabflusses als auch bei der Bestimmung der Höhe.

Die Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 224 Mio. € (31. Dezember 2023: 204 Mio. €) ergaben sich ganz überwiegend aus Rechtsstreitigkeiten und Steuersachverhalten.

Die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten betrafen hauptsächlich arbeits- und schadensersatzrechtliche Verpflichtungen. Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuersachverhalten bezogen sich vor allem auf steuerrechtliche Gewinnermittlungen, Zollregelungen und Verbrauchssteuersachverhalte.

Daneben bestanden Eventualverbindlichkeiten aus verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co., Inc., Rahway, NJ, USA, (außerhalb der USA und Kanadas: MSD) unter anderem wegen Verletzung der zwischen den Unternehmen geschlossenen Koexistenzvereinbarung und/oder Kennzeichnungsrechtsverletzungen im Hinblick auf die Verwendung des Kennzeichens "Merck". Merck hat in diesem Zusammenhang in diversen Ländern Klage gegen MSD erhoben und wurde von MSD seinerseits in den USA verklagt. Die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses - mit Ausnahme von Kosten der Rechtsverteidigung - wurde zum Bilanzstichtag als nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung eingeschätzt. Da eine verlässliche Quantifizierung der Eventualverbindlichkeit aus diesen Rechtsstreitigkeiten am Bilanzstichtag nicht möglich war, wurde dieser Sachverhalt in der Summe der Eventualverbindlichkeiten nicht berücksichtigt.

(28) Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

Die in den sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten enthaltenen Abgrenzungen für Personalaufwendungen umfassen insbesondere Verbindlichkeiten aus Urlaubsansprüchen, variablen und ergebnisabhängigen Vergütungsbestandteilen und Sozialversicherungsbeiträgen.

Die Vertragsverbindlichkeiten beinhalten Zahlungen, die Merck von Kunden vor vertraglicher Leistungserfüllung erhalten hat.

Die sonstigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Summe
Abgrenzungen für Personalaufwendungen 1.083 - 1.083 947 - 947
Lohn- und gehaltsbezogene Verbindlichkeiten 141 0 141 122 4 126
Verbindlichkeiten aus nicht einkommensabhängigen Steuern 140 1 141 163 1 164
Vertragsverbindlichkeiten 203 3 207 249 3 252
Weitere Rechnungsabgrenzungen 29 8 37 29 8 38
Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 1.597 12 1.609 1.510 17 1.527

Die Entwicklung der Abgrenzungen für Personalaufwendungen ist hauptsächlich auf höhere Abgrenzungen für Bonuszahlungen sowie für die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche des Merck Long-Term Incentive Plan zurückzuführen. Weitere Informationen zu dem Merck Long-Term Incentive Plan finden sich im Abschnitt "Anteilsbasierte Vergütung" in Anmerkung (32) "Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer".

Die Vertragsverbindlichkeiten entwickelten sich im Berichtszeitraum wie folgt:

2024 2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Summe
1.1. 249 3 252 282 3 285
Zugänge aus Unternehmenszusammenschlüssen 10 1 11 - - -
Sonstige Zugänge 1.282 - 1.282 1.290 0 1.290
Abgänge aus Unternehmensveräußerungen / Umgliederung in zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte -3 - -3 - - -
Erfolgswirksame Realisierung/Auflösung -1.338 - -1.339 -1.313 - -1.313
Kumulative Anpassung der Erlöse - - - - - -
Umgliederung langfristig/kurzfristig - - - - - -
Währungsumrechnungsdifferenz 4 0 4 -11 - -11
Sonstiges - - - - - -
31.12. 203 3 207 249 3 252

Im Geschäftsjahr 2024 wurden von den zum 1. Januar 2024 bestehenden Vertragsverbindlichkeiten in Höhe von 252 Mio. € (1. Januar 2023: 285 Mio. €) insgesamt 224 Mio. € (Vorjahr: 253 Mio. €) erfolgswirksam realisiert.

(29) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet.

In den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Verbindlichkeiten zum 31. Dezember 2024 waren Abgrenzungen für ausstehende Rechnungen in Höhe von 773 Mio. € (31. Dezember 2023: 775 Mio. €) enthalten.

Personal

(30) Zahl der Beschäftigten

Zum 31. Dezember 2024 belief sich die Zahl der Beschäftigten auf 62.557 (31. Dezember 2023: 62.908 Beschäftigte). Die Zahl der Beschäftigten des Jahres 2024 berücksichtigt alle Mitarbeitenden, die in vollkonsolidierten Tochterunternehmen beschäftigt sind mit Ausnahme der Mitarbeitenden der HUB Organoids Holding B.V., Niederlande, deren Akquisition am 23. Dezember 2024 abgeschlossen wurde (siehe Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen"). Die Aufteilung der durchschnittlichen Zahl der Beschäftigten auf die verschiedenen Funktionsbereiche ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt:

2024 2023
Produktion 23.471 24.105
Vertrieb 13.786 14.436
Verwaltung 11.837 11.938
Forschung und Entwicklung 6.426 6.516
Beschaffung und Logistik 4.916 4.971
Sonstiges 1.893 1.676
Durchschnittliche Zahl der Beschäftigten 62.329 63.642

(31) Personalaufwand

Der Personalaufwand setzte sich wie folgt zusammen:

in Mio. € 2024 2023
Löhne und Gehälter 5.441 5.330
Sozialabgaben und Aufwendungen für Unterstützung 917 853
Aufwendungen für Altersversorgung 379 368
Personalaufwand 6.736 6.552

Der Personalaufwand enthielt Aufwendungen in Höhe von 205 Mio. € (Vorjahr: 212 Mio. €) für beitragsorientierte Altersversorgungssysteme, die ausschließlich über externe Fonds finanziert werden und bei denen außer der Zahlung von Beiträgen keine weiteren Verpflichtungen für Merck bestehen. Ferner wurden an die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 98 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. €) und an gesetzliche Rentenversicherungen im Ausland Arbeitgeberbeiträge in Höhe von 121 Mio. € (Vorjahr: 122 Mio. €) abgeführt.

(32) Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Die Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.880 2.137
Langfristige Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer 236 217
Langfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 2.116 2.355
Kurzfristige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 66 84
Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 2.182 2.439

Die Rückstellungen für sonstige Leistungen an Arbeitnehmer enthielten unter anderem die Rückstellungen aus anteilsbasierter Vergütung, die im Abschnitt anteilsbasierte Vergütung in dieser Anmerkung näher erläutert werden.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen enthalten neben den Verpflichtungen für Rentenleistungen auch solche für sonstige Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses, wie beispielsweise für medizinische Versorgung.

Die Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus leistungsorientierten Pensionsplänen erfolgt für alle wesentlichen Pläne durch sachverständige Dritte anhand des versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahrens.

Die Bestimmung der Abzinsungssätze leistungsorientierter Pensionspläne erfolgt durch Rückgriff auf durations-und währungsadäquat ermittelte Abzinsungssätze externer Versicherungsmathematiker. Dabei finden Anleihen Berücksichtigung, die mindestens von einer der führenden Ratingagenturen zum Bilanzstichtag mit einem Rating von mindestens "AA" oder vergleichbar bewertet werden.

Die weiteren bei der Berechnung der Leistungsverpflichtung zugrunde gelegten versicherungsmathematischen Annahmen, wie die Gehaltssteigerungsraten und der Rententrend, werden pro Land in Abhängigkeit von den jeweiligen ökonomischen Gegebenheiten festgelegt. Ferner kommen die aktuellen landesspezifischen Sterbetafeln zur Anwendung (Deutschland: Heubeck 2018G; Schweiz: BVG 2020G; Großbritannien: S3PA).

Bis auf den Saldo aus den Zinsaufwendungen der definierten Leistungsverpflichtungen und den Zinserträgen aus dem Planvermögen, der in den Finanzierungserträgen und -aufwendungen ausgewiesen wird, werden die Aufwendungen für leistungsorientierte Versorgungspläne in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung funktionsgerecht zugeordnet.

Die Berechnung der definierten Leistungsverpflichtungen beruhte auf folgenden versicherungsmathematischen Annahmen und Durationen:

Deutschland Schweiz Großbritannien
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Abzinsungssatz 3,50 % 3,32 % 0,90 % 1,34 % 5,53 % 4,80 %
Künftige Gehaltssteigerung 2,97 % 2,74 % 2,00 % 3,84 % - -
Künftige Rentensteigerung 2,14 % 2,12 % - 0,02 % 2,98 % 2,90 %
Duration in Jahren 18 18 16 16 12 13
Andere Länder
2024 2023
Abzinsungssatz 4,26 % 4,52 %
Künftige Gehaltssteigerung 3,88 % 3,81 %
Künftige Rentensteigerung 1,81 % 1,75 %
Duration in Jahren 12 12

Durch das im Euroraum sowie in Großbritannien gestiegene Zinsniveau ergaben sich ein Rückgang des Barwerts der definierten Leistungsverpflichtungen sowie eine gesunkene Duration der Verpflichtungen.

Es handelte sich dabei um Durchschnittswerte, die mit dem Barwert der jeweiligen definierten Leistungsverpflichtung gewichtet wurden.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Im Rahmen der Ermittlung des Verpflichtungsbarwerts aus leistungsorientierten Pensionsplänen sind im Wesentlichen Ermessensentscheidungen bei der Methodenwahl zur Bestimmung des Abzinsungssatzes und der Auswahl geeigneter Sterbetafeln sowie Schätzungen künftiger Gehalts- und Rentensteigerungen erforderlich.

In der folgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Weise der Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen durch Veränderungen bei den maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen beeinflusst worden wäre:

31. Dezember 2024

in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
Erhöhung (+)/Verminderung (-) des Barwerts aller definierten Leistungsverpflichtungen, falls
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte niedriger wäre 278 93 21 15 407
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte höher wäre -243 -82 -19 -13 -358
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre -58 -16 - -8 -82
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte höher wäre 66 17 - 9 91
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre -135 - -8 -4 -148
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte höher wäre 148 47 9 5 209
die Lebenserwartung 1 Jahr niedriger wäre -110 -29 -9
die Lebenserwartung 1 Jahr höher wäre 108 28 9

31. Dezember 2023

in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
Erhöhung (+)/Verminderung (-) des Barwerts aller definierten Leistungsverpflichtungen, falls
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte niedriger wäre 302 91 23 18 433
der Abzinsungssatz 50 Basispunkte höher wäre -263 -80 -21 -16 -380
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre -73 -17 - -9 -98
die künftige Gehaltssteigerung 50 Basispunkte höher wäre 82 18 - 9 109
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte niedriger wäre -147 -3 -8 -5 -163
die künftige Rentensteigerung 50 Basispunkte höher wäre 161 44 9 5 218
die Lebenserwartung 1 Jahr niedriger wäre -116 -28 -10
die Lebenserwartung 1 Jahr höher wäre 115 27 10

Zur Ermittlung der Sensitivitäten wird grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert.

Sowohl die Leistungsverpflichtungen als auch das Planvermögen können im Zeitablauf schwanken. Gründe für solche Schwankungen können zum Beispiel Veränderungen des Marktzinses und damit des Abzinsungssatzes oder auch Anpassungen anderer versicherungsmathematischer Annahmen (zum Beispiel Lebenserwartung, erwartete künftige Rentensteigerung) sein. Dies kann dazu führen, dass eine Unterdeckung entsteht oder ansteigt. Je nach den anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften kann es in einzelnen Ländern notwendig werden, durch Zuführung liquider Mittel die Unterdeckung zu reduzieren.

Um Schwankungen der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen möglichst gering ausfallen zu lassen, berücksichtigt Merck bei der Vermögensverwaltung des Planvermögens auch die möglichen Schwankungen der Verpflichtungsseite. Die Zusammensetzung des Anlageportfolios ist dabei so gewählt, dass sich die Einflüsse exogener Faktoren auf das Planvermögen und die definierten Leistungsverpflichtungen im Idealfall ausgleichen.

Für die Beschäftigten bestanden je nach rechtlichen, wirtschaftlichen und steuerlichen Gegebenheiten des jeweiligen Lands unterschiedliche Systeme der Altersversorgung. Neu eintretenden Mitarbeitenden wurden ausschließlich Pläne angeboten, deren Leistungen auf Beiträgen und der Rendite ihrer Investitionen basieren. Einige dieser Pläne verlangten eine vom Arbeitgeber garantierte Mindestrendite auf die Investitionen. Andere Pläne basierten in der Regel auf der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Entgelt der Beschäftigten. Die Pensionsverpflichtungen umfassten sowohl Verpflichtungen aus laufenden Pensionen als auch Anwartschaften auf zukünftig zu zahlende Pensionen.

Der in der Konzernbilanz erfasste Wert der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen leitete sich wie folgt her:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen 4.784 4.949
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -2.973 -2.848
Finanzierungsstatus 1.811 2.101
Auswirkungen der Vermögensobergrenzen 34 4
Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 1.845 2.105
Vermögenswerte aus leistungsorientierten Versorgungsplänen 35 33
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.880 2.137

Den definierten Leistungsverpflichtungen lagen folgende Arten der durch den jeweiligen Plan bereitgestellten Leistungen zugrunde:

31. Dezember 2024
in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
Auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtungen
Annuität 2.410 1 340 67 2.818
Einmalzahlung - - - 129 129
Ratenzahlungen 2 - - 1 3
Nicht auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtungen
Annuität 630 1.100 - 5 1.735
Einmalzahlung 45 - 4 23 72
Ratenzahlungen 4 - - - 4
Sonstige - - - 4 4
Plan zur medizinischen Versorgung - - - 20 20
Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen 3.090 1.101 344 248 4.784
Beizulegender Zeitwert der Planvermögen 1.366 1.122 367 118 2.973
31. Dezember 2023
in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
Auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtungen
Annuität 2.568 1 354 72 2.995
Einmalzahlung - - - 127 127
Ratenzahlungen 1 - - - 1
Nicht auf dem Endgehalt basierende Leistungsverpflichtungen
Annuität 613 1.060 - 59 1.732
Einmalzahlung 33 - 4 29 66
Ratenzahlungen 4 - - - 4
Sonstige - - - 4 4
Plan zur medizinischen Versorgung - - - 18 18
Barwert der definierten Leistungsverpflichtungen 3.220 1.061 358 310 4.949
Beizulegender Zeitwert der Planvermögen 1.281 1.022 384 160 2.848

Der überwiegende Teil der definierten Leistungsverpflichtungen der Gesellschaften in Deutschland betraf Versorgungspläne, die Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen umfassten. Diese Verpflichtungen basierten sowohl auf Versorgungsregelungen mit dienstzeitabhängigen, endgehaltsbezogenen Leistungszusagen als auch auf zwei unterschiedlichen Direktzusagen für Neueintritte ab dem 1. Januar 2005, die nicht auf dem Endgehalt basierten. Für Neueintritte vom 1. Januar 2005 bis zum 31. Dezember 2020 ergab sich der Leistungsanspruch aus der Kumulation von jährlich ermittelten entgeltabhängigen Rentenbausteinen, die auf Basis eines definierten Versorgungsaufwands und einer altersabhängigen Verrentungstabelle berechnet wurden. Für Neueintritte seit dem 1. Januar 2021 ergab sich der Leistungsanspruch aus der Wertentwicklung von entgeltabhängigen Beiträgen des Arbeitgebers und freiwilligen, durch den Arbeitgeber aufgestockten Beiträgen der Beschäftigten in einen externen Fonds. Eine Mindestverzinsung der Beiträge wurde von Merck garantiert. Gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen bestanden in Deutschland nicht.

Die Verpflichtungen aus Versorgungsplänen in der Schweiz beruhten überwiegend auf der Gewährung von Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen, die die gesetzlich vorgegebenen Leistungen umfassten. Es wurden sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerbeiträge an die Pensionskassen entrichtet. Es bestanden gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen.

Die Verpflichtungen aus Versorgungsplänen in Großbritannien ergaben sich überwiegend durch dienstzeitabhängige, endgehaltsbezogene Leistungspläne, die seit dem Jahr 2006 für Neueintritte geschlossen waren. Die zugesagten Leistungen umfassten Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebenenleistungen. Arbeitgeber und Beschäftigte entrichteten Beiträge in die Pläne. Es bestanden gesetzliche Mindestfinanzierungsverpflichtungen. Seitens der Merck KGaA bestanden Garantien gegenüber den Treuhändern von zwei im Wesentlichen ausfinanzierten Pensionsplänen in Großbritannien. Diese beliefen sich zum 31. Dezember 2024 auf 160 Mio. € (31. Dezember 2023: 153 Mio. €). Die Garantien beziehen sich auf den als unwahrscheinlich eingeschätzten Fall, dass die in diesem Konzernabschluss einbezogenen Trägerunternehmen der Pensionspläne nicht dazu in der Lage sein sollten, mögliche Unterdeckungen durch die Zuführung liquider Mittel auszugleichen.

Die Entwicklung der Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen stellte sich wie folgt dar:

2023

in Mio. € Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Auswirkungen der Vermögensobergrenzen Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
1.1.2023 -4.437 2.634 -33 -1.835
Laufender Dienstzeitaufwand -112 - - -112
Zinsaufwendungen -156 - - -156
Zinserträge - 89 - 89
Ergebniswirksam erfasste Planverwaltungskosten - -3 - -3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 5 - - 5
Gewinne (+) oder Verluste (-) aus Abgeltung - - - -
Ergebniswirksam erfasste Effekte aus der Währungsumrechnung -37 37 - -
Sonstige ergebniswirksam erfasste Einflüsse - - - -
Ergebniswirksam erfasste Posten -300 123 - -177
Neubewertungen von definierten Leistungsverpflichtungen
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aus Veränderungen bei den demografischen Annahmen 17 - - 17
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen -356 - - -356
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen 2 - - 2
Neubewertung des Planvermögens
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen - 58 - 58
Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenzen
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) - - 29 29
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) -336 58 29 -250
Geleistete Zahlungen 157 -61 - 96
Eingezahlte Beträge - Arbeitgeber - 57 - 57
Eingezahlte Beträge - Arbeitnehmer -22 21 - -1
Zahlungsvorgänge 135 17 - 152
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - - - -
Im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungsdifferenzen -16 20 - 4
Sonstige Veränderungen 5 -4 - 1
Sonstiges -11 16 - 5
31.12.2023 -4.949 2.848 -4 -2.105

2024

in Mio. € Barwert aller definierten Leistungsverpflichtungen Beizulegender Zeitwert des Planvermögens Auswirkungen der Vermögensobergrenzen Nettoschuld aus leistungsorientierten Versorgungsplänen
1.1.2024 -4.949 2.848 -4 -2.105
Laufender Dienstzeitaufwand -131 - - -131
Zinsaufwendungen -148 - - -148
Zinserträge - 79 - 79
Ergebniswirksam erfasste Planverwaltungskosten - -3 - -3
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -1 - - -1
Gewinne (+) oder Verluste (-) aus Abgeltung 4 - - 4
Ergebniswirksam erfasste Effekte aus der Währungsumrechnung 7 -7 - -
Sonstige ergebniswirksam erfasste Einflüsse - - - -
Ergebniswirksam erfasste Posten -269 69 - -200
Neubewertungen von definierten Leistungsverpflichtungen
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aus Veränderungen bei den demografischen Annahmen 8 - - 8
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aus Veränderungen bei den finanziellen Annahmen 121 - - 121
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen 24 - - 24
Neubewertung des Planvermögens
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) aufgrund von erfahrungsbedingten Berichtigungen - 59 - 59
Veränderungen der Auswirkungen der Vermögensobergrenzen
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) - - -30 -30
Versicherungsmathematische Gewinne (+)/Verluste (-) 153 59 -30 182
Geleistete Zahlungen 208 -106 - 102
Eingezahlte Beträge - Arbeitgeber - 64 - 64
Eingezahlte Beträge - Arbeitnehmer -23 22 - -1
Zahlungsvorgänge 185 -20 - 165
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 114 -6 - 108
Im Eigenkapital erfasste Währungsumrechnungsdifferenzen -14 16 - 2
Sonstige Veränderungen -4 6 - 2
Sonstiges 96 16 - 112
31.12.2024 -4.784 2.973 -34 -1.845

Der tatsächliche Ertrag aus dem Planvermögen betrug im Berichtsjahr 138 Mio. € (Vorjahr: 147 Mio. €).

Die Unterlegung der Leistungsverpflichtungen mit Finanzmitteln stellt eine Vorsorge für künftige Mittelabflüsse dar, die in einigen Ländern (zum Beispiel Schweiz und Großbritannien) aufgrund bestehender gesetzlicher Vorgaben, in anderen Ländern (zum Beispiel Deutschland) auf freiwilliger Basis erfolgt.

Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens verteilte sich auf folgende Anlageklassen:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Summe Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 85 - 85 74
Eigenkapitalinstrumente 660 - 660 620
Fremdkapitalinstrumente 1.216 - 1.216 1.219
Immobilien 157 252 409 180
Wertpapierfonds 52 440 492 48
Versicherungsverträge - 53 53 -
Sonstige 56 2 58 62
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 2.226 747 2.973 2.202
31.12.2023
in Mio. € Keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt Summe
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 74
Eigenkapitalinstrumente - 620
Fremdkapitalinstrumente - 1.219
Immobilien 193 373
Wertpapierfonds 392 439
Versicherungsverträge 61 61
Sonstige - 62
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 646 2.848

Im Planvermögen waren weder Finanzinstrumente, die von Konzerngesellschaften emittiert wurden, noch von Konzerngesellschaften genutzte Vermögenswerte direkt enthalten.

Die Einzahlungen des Arbeitgebers in das Planvermögen und die direkten Zahlungen an Planteilnehmer werden im folgenden Jahr voraussichtlich 50 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) beziehungsweise 109 Mio. € (Vorjahr: 107 Mio. €) betragen.

Die erwarteten Auszahlungen der undiskontierten Leistungen aus den Plänen stellten sich wie folgt dar:

31. Dezember 2024

Erwartete Auszahlungen der undiskontierten Leistungen
in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
2025 101 24 20 16 162
2026 108 25 20 21 174
2027 120 27 21 19 188
2028 115 28 22 14 179
2029 119 28 22 17 187
2030-2034 668 168 119 107 1.062

31. Dezember 2023

Erwartete Auszahlungen der undiskontierten Leistungen
in Mio. € Deutschland Schweiz Großbritannien Andere Länder Summe
2024 99 26 17 22 164
2025 105 24 17 24 171
2026 109 25 18 29 181
2027 122 27 19 21 188
2028 118 27 19 21 185
2029-2033 662 151 103 133 1.050

Die gewichtete Duration der definierten Leistungsverpflichtungen betrug 16 Jahre (Vorjahr: 17 Jahre).

Sonstige personalbezogene Rückstellungen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige personalbezogene Rückstellungen

In den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen sind Verpflichtungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen enthalten. Nicht enthalten ist jedoch die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche des Merck Long-Term Incentive Plan (LTIP), da diese nach dem Abschlussstichtag keinen Wertschwankungen mehr unterliegt und deshalb unter den sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird. Bezüglich weiterer Informationen zu diesen Vergütungsprogrammen wird auf unten stehende Ausführungen verwiesen.

Innerhalb der sonstigen personalbezogenen Rückstellungen sind außerdem Altersteilzeitverpflichtungen und sonstige Abfindungen, die nicht in Zusammenhang mit Restrukturierungsprogrammen gebildet werden, sowie Verpflichtungen aus Langzeitkonten und Jubiläumsgeldern berücksichtigt.

Die sonstigen personalbezogenen Rückstellungen entwickelten sich wie folgt:

in Mio. € Langfristige sonstige personalbezogene Rückstellungen Kurzfristige sonstige personalbezogene Rückstellungen Gesamt
Stand 1.1.2024 217 84 301
Zuführung 108 149 257
Inanspruchnahme -17 -114 -131
Auflösung -31 -34 -65
Zinseffekt 1 - 1
Währungsumrechnungsdifferenz 7 3 10
Umgliederungen langfristig/kurzfristig/Verbindlichkeiten -42 -21 -64
Veränderungen im Konsolidierungskreis/Sonstiges - 0 0
Umgliederung in die Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten -7 -2 -8
Stand 31.12.2024 236 66 302

Anteilsbasierte Vergütung

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Anteilsbasierte Vergütung

Für die bei Merck bestehenden anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit ausschließlichem Barausgleich (Merck Long-Term Incentive Plan) werden Rückstellungen gebildet und in den sonstigen personalbezogenen Rückstellungen ausgewiesen. Die in den Monaten nach dem Bilanzstichtag zur Auszahlung kommende Tranche wird in die Abgrenzungen für Personalaufwendungen umgegliedert und deren Auszahlung dort entsprechend abgebildet.

Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtungen wird zum Bilanzstichtag durch einen externen Gutachter mittels einer Monte-Carlo-Simulation ermittelt. Die bedeutendsten Parameter in der Bewertung der anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit Barausgleich sind langfristige Unternehmenserfolgskennzahlen sowie die Veränderung der Aktie der Merck KGaA im Verhältnis zu der Veränderung des DAX ®. Zusätzlich wird ein Nachhaltigkeitsfaktor in die Bewertungsparameter einbezogen.

Die erwarteten Volatilitäten basieren auf der impliziten Volatilität der Aktie der Merck KGaA und des DAX ® entsprechend der Restlaufzeit der jeweiligen Tranche. Die in das Bewertungsmodell einfließenden Dividendenzahlungen orientieren sich an der mittelfristigen Dividendenerwartung.

Änderungen des inneren Werts der anteilsbasierten Vergütungsprogramme werden verursachungsgerecht den jeweiligen Funktionskosten zugeordnet. Änderungen des Zeitwerts werden innerhalb der Finanzierungserträge beziehungsweise Finanzierungsaufwendungen erfasst.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Anteilsbasierte Vergütung

Die Bewertung der langfristigen anteilsbasierten Vergütungsprogramme impliziert umfangreiche Schätzungsunsicherheiten. In der nachfolgenden Übersicht wird dargestellt, in welcher Höhe die langfristigen Rückstellungen aus anteilsbasierten Vergütungsprogrammen (Buchwert zum 31. Dezember 2024: 17 Mio. € / Buchwert zum 31. Dezember 2023: 14 Mio. €) durch Veränderungen des DAX ® -Kursniveaus beziehungsweise des Schlusskurses der Aktie der Merck KGaA zum Bilanzstichtag beeinflusst worden wären. Die genannten Beträge hätten zu einer korrespondierenden Verringerung beziehungsweise Erhöhung des Ergebnisses vor Ertragsteuern geführt.

Erhöhung (+)/Verminderung (-) der Rückstellung
in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Veränderung des Aktienkurses der Merck KGaA 10 % 2 1
-10 % -2 -1
Veränderung des DAX ® -Kursniveaus 10 % - -
-10 % - -

Zur Ermittlung der Sensitivitäten wurde grundsätzlich der jeweils betrachtete Parameter bei ansonsten konstant gehaltenen Bewertungsannahmen variiert. In die Analyse wurden diejenigen Tranchen miteinbezogen, die künftigen Wertschwankungen unterliegen können. Nicht einbezogen wurde die Tranche 2022 für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns, da diese zwischen dem 31. Dezember 2024 und dem Auszahlungszeitpunkt keinen Wertschwankungen unterliegen wird (31.Dezember 2023: kein Einbezug der Tranche 2021 für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns).

Die bei Merck bestehenden anteilsbasierten Vergütungsprogramme mit ausschließlichem Barausgleich richten sich an einer kennzahlenbasierten Zielerreichung sowie an der langfristigen Performance der Aktie der Merck KGaA aus. Den berechtigten Mitarbeitenden wird eine bestimmte Anzahl virtueller Aktien, den Merck Share Units (MSU), zum Ende eines dreijährigen Performance-Zeitraums in Aussicht gestellt. Die Anzahl der in Aussicht gestellten MSU hängt ab vom für die jeweilige Person definierten Zuteilungswert und vom Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem 1. Januar des jeweiligen Performance-Zeitraums (Basiskurs). Nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums wird die Anzahl der dann zu gewährenden MSU abhängig von der Entwicklung definierter finanzieller Steuerungskennzahlen (KPI) sowie eines Nachhaltigkeitsfaktors festgestellt.

Maßgeblich für die Bewertung sind die Performance der Aktie der Merck KGaA gegenüber der Performance des DAX ® mit einer Gewichtung von 50 %, die Entwicklung der EBITDA-pre-Marge während des Performance-Zeitraums im Verhältnis zu einem festgelegten Zielwert mit einer Gewichtung von 25 % sowie die Entwicklung des organischen Umsatzwachstums im Verhältnis zu einem festgelegten Zielwert, ebenfalls mit einer Gewichtung von 25 %. Abhängig von der Entwicklung dieser finanziellen KPI werden den Berechtigten nach Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums zwischen 0 % und 150 % der in Aussicht gestellten MSU gewährt.

Die Festlegung der Zielwerte der KPIs für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns erfolgt durch die Geschäftsleitung der Merck KGaA.

Anschließend werden die anhand finanzieller Ziele bemessenen MSU mit einem Nachhaltigkeitsfaktor multipliziert. Dieser basiert auf den drei Nachhaltigkeitszielen "Fortschritt für Menschen schaffen", "Nachhaltigen Geschäftserfolg gemeinsam erzielen" und "Unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren".

Für die LTIP-Tranche 2024 wurde für die drei Nachhaltigkeitsziele folgende Gewichtung festgelegt:

"Fortschritt für Menschen schaffen" 30 %

"Nachhaltigen Geschäftserfolg gemeinsam erzielen" 30 %

"Unseren ökologischen Fußabdruck reduzieren" 40 %

Der Nachhaltigkeitsfaktor umfasst eine Spanne von 0,8 bis 1,2. Somit werden den Berechtigten abhängig vom Ergebnis der finanziellen KPI (0 %-150 %) und dem Nachhaltigkeitsfaktor nach dem Ende des jeweiligen Performance-Zeitraums zwischen 0 % und 180 % der in Aussicht gestellten MSU gewährt.

Auf Grundlage der gewährten MSU erfolgt eine Barauszahlung nach Ablauf des dreijährigen Performance-Zeitraums. Der für die Auszahlung maßgebliche Wert einer gewährten MSU entspricht dem Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage vor dem Ende des Performance-Zeitraums. Die Auszahlungsbeträge der jeweiligen Tranchen sind auf das Zweieinhalbfache des individuellen Zuteilungswerts begrenzt. Für die Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA schließt sich an den dreijährigen Performance-Zeitraum eine Haltefrist von einem weiteren Jahr an.

Die nachfolgende Tabelle stellt die wesentlichen Parameter sowie die Entwicklung der Anzahl der in Aussicht gestellten Merck Share Units (MSU) für die einzelnen Tranchen dar:

2021er-Tranche 2022er-Tranche 2023er-Tranche 2024er-Tranche
Performance-Zeitraum 1.1.2021 - 31.12.2023/ 31.12.2024 1 1.1.2022 - 31.12.2024/ 31.12.2025 1 1.1.2023 - 31.12.2025/ 31.12.2026 1 1.1.2024 - 31.12.2026/ 31.12.2027 1
Laufzeit 3 / 4 1 Jahre 3 / 4 1 Jahre 3 / 4 1 Jahre 3 / 4 1 Jahre
Basiskurs der Aktie der Merck KGaA in € (60-Tage-Durchschnitt der Aktie der Merck KGaA vor dem Beginn des Performance-Zeitraums) 132,43 212,16 173,46 149,40
Basiskurs des DAX ® (60-Tage-Durchschnitt des DAX ® vor dem Beginn des Performance-Zeitraums) 12.995,23 15.684,57 13.722,30 15.778,70
Anzahl in Aussicht gestellter MSU
Erstmals in Aussicht gestellt im Geschäftsjahr 2021 756.546 - - -
Verfallen 41.813 - - -
Ausgezahlt - - - -
31.12.2021 714.733 - - -
Erstmals in Aussicht gestellt im Geschäftsjahr 2022 - 552.469 - -
Verfallen 40.704 20.282 - -
Ausgezahlt 1.253 227 - -
31.12.2022 672.776 531.960 - -
Erstmals in Aussicht gestellt im Geschäftsjahr 2023 - - 729.531 -
Verfallen 26.455 22.829 19.901 -
Ausgezahlt 2.016 1.673 1.266 -
31.12.2023 644.305 507.458 708.364 -
Erstmals in Aussicht gestellt im Geschäftsjahr 2024 - - - 894.239
Verfallen - 17.306 25.708 18.432
Ausgezahlt 573.459 1.610 1.011 696
31.12.2024 2 70.846 488.542 681.645 875.111

1 Performance-Zeitraum bzw. Laufzeit für die im jeweiligen Jahr an die Geschäftsleitung der Merck KGaA ausgegebene Tranche.
2 Für die 2021er-Tranche sind zum 31.12.2024 ausschließlich die MSUs der Geschäftsleitung der Merck KGaA ausstehend.

Der Gesamtwert der Verpflichtungen für anteilsbasierte Vergütung betrug zum 31. Dezember 2024 81 Mio. € (31. Dezember 2023: 68 Mio. €). Davon waren zum 31. Dezember 2024 17 Mio. € (31. Dezember 2023: 14 Mio. €) in den Rückstellungen enthalten. Für das Geschäftsjahr 2024 ergab sich ein Nettoaufwand von 66 Mio. € (Vorjahr: Nettoertrag von 39 Mio. €). Die im Geschäftsjahr 2021 ausgegebene dreijährige Tranche endete für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns mit Ablauf des Geschäftsjahres 2023 und führte im Geschäftsjahr 2024 zu Auszahlungen in Höhe von 54 Mio. €. Die im Geschäftsjahr 2022 ausgegebene dreijährige Tranche endete für die Teilnehmenden des Merck KGaA Konzerns mit Ablauf des Geschäftsjahres 2024 und wurde zum 31. Dezember 2024 von den kurzfristigen Rückstellungen an Arbeitnehmer in die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert. Für diese Tranche wurde aufgrund einer Entscheidung der Geschäftsleitung der Merck KGaA entsprechend der Planbedingungen der erwartete Auszahlungsbetrag um einen mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrag erhöht. Die Tranche wird im Geschäftsjahr 2025 zu voraussichtlichen Auszahlungen in Höhe von insgesamt 57 Mio. € führen. Für die im Geschäftsjahr 2021 an die Geschäftsleitung der Merck KGaA ausgegebene Tranche endete die einjährige Halteperiode mit Ablauf des Geschäftsjahres 2024. Die entsprechenden Rückstellungen wurden zum 31.12.2024 in die sonstigen kurzfristigen nicht finanziellen Verbindlichkeiten umgegliedert. Die Tranche wird im Geschäftsjahr zu voraussichtlichen Auszahlungen in Höhe von 7 Mio. € führen. Der Durchschnitt der Schlusskurse der Aktie der Merck KGaA im Xetra ® -Handel während der letzten 60 Handelstage belief sich zum Bewertungsstichtag auf 149,81 €.

Kapitalstruktur, Geldanlage und Finanzierungstätigkeit

(33) Eigenkapital

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bewertung nicht beherrschender Anteile im Rahmen eines Unternehmenserwerbs

In Fällen, in denen nicht sämtliche Anteile einer Gesellschaft erworben werden, erfolgt die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile zum beizulegenden Zeitwert des anteiligen bilanzierten Nettovermögens.

Entsprechend den Satzungsbestimmungen der Merck KGaA sind die Kommanditaktionäre wirtschaftlich nicht nur am Ergebnis und Vermögen der Merck KGaA, sondern auch am Ergebnis und Vermögen der E. Merck KG beteiligt. Sie partizipieren damit am Gesamtergebnis und am Gesamtvermögen des E. Merck-Konzerns und sind daher nicht mit den fremden Gesellschaftern bei Tochterunternehmen gleichzusetzen. Unser Ausweis des langfristigen zur Verfügung gestellten Kapitals folgt dieser Betrachtungsweise. Das Gesellschaftskapital für den E. Merck-Konzern setzt sich aus dem Gesellschaftskapital der E. Merck KG (374 Mio. €) und dem gezeichneten Kapital der Merck KGaA (168 Mio. €) zusammen. Im Vorjahr hatte sich das Gesellschaftskapital durch die Umgliederung einer Abfindungsverpflichtung in die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 4 Mio. € verringert. Das Gesellschaftskapital der E. Merck KG ist gemäß IAS 32 als kündbares Finanzinstrument zu klassifizieren. Aufgrund der herrschenden Gesellschafterverhältnisse und der langfristigen Gesellschaftsverträge kann jedoch in der Regel von einer annähernd unendlichen Haltedauer des kündbaren Finanzinstruments ausgegangen werden. Das gezeichnete Kapital der Merck KGaA war zum Bilanzstichtag in 129.242.251 auf den Inhaber lautende Stückaktien ohne Nennbetrag sowie eine Namensaktie eingeteilt. Auf jede Aktie entfällt ein rechnerischer Anteil am Grundkapital in Höhe von 1,30 €. Der bei der Ausgabe von Aktien durch die Merck KGaA über den Nennbetrag hinaus erzielte Betrag wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Im Jahr 2024 wurden an die Kommanditaktionäre der Merck KGaA 284 Mio. € (Vorjahr: 284 Mio. €) ausgeschüttet. Außerdem hat die E. Merck KG 682 Mio. € (Vorjahr: 801 Mio. €) ausgezahlt. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen der Gewinnrücklagen; im Vorjahr betrug die Entnahme aus den Gewinnrücklagen der E. Merck KG 100 Mio. €.

Gewinnrücklagen

Die Gewinnrücklagen entwickelten sich wie folgt:

in Mio. € Sonderrücklage durch die Gesellschafter der E.Merck KG Gewinnrücklagen/ Bilanzgewinn Leistungsorientierte Versorgungspläne
1.1.2023 712 18.485 -516
Ergebnis nach Steuern - 2.750 -
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis - - -201
Gesamtergebnis - 2.750 -201
Ausschüttung/Gewinnverwendung - -1.085 -
Kapitalherabsetzungen/Kapitalerhöhungen - -269 -
Einstellung in die/ Entnahme aus der Sonderrücklage durch die Gesellschafter der E. Merck KG -100 100 -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - -1 -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges - 31 -4
31.12.2023 611 20.011 -721
1.1.2024 611 20.011 -721
Ergebnis nach Steuern - 2.687 -
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis - - 93
Gesamtergebnis - 2.687 93
Ausschüttung/Gewinnverwendung - -966 -
Kapitalerhöhungen - - -
Einstellung in die/ Entnahme aus der Sonderrücklage durch die Gesellschafter der E. Merck KG 1 -1 -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - - -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges - 78 1
31.12.2024 613 21.809 -627
in Mio. € Eigenkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung Gewinnrücklagen
1.1.2023 53 18.734
Ergebnis nach Steuern - 2.750
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis 160 -41
Gesamtergebnis 160 2.709
Ausschüttung/Gewinnverwendung - -1.085
Kapitalherabsetzungen/Kapitalerhöhungen - -269
Einstellung in die/ Entnahme aus der Sonderrücklage durch die Gesellschafter der E. Merck KG - -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - -1
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges -27 -
31.12.2023 186 20.088
1.1.2024 186 20.088
Ergebnis nach Steuern - 2.687
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis 30 123
Gesamtergebnis 30 2.810
Ausschüttung/Gewinnverwendung - -966
Kapitalerhöhungen - -
Einstellung in die/ Entnahme aus der Sonderrücklage durch die Gesellschafter der E. Merck KG - -
Transaktionen ohne Beherrschungsänderung - -
Veränderung Konsolidierungskreis / Sonstiges -48 31
31.12.2024 169 21.963

Die Gewinnrücklagen hatten sich im Vorjahr durch die Umgliederung einer Abfindungsverpflichtung in die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 269 Mio. € verringert.

Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse

Die direkt im Eigenkapital berücksichtigten Ergebnisse entwickelten sich folgendermaßen (siehe ebenfalls Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente"):

in Mio. € Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen Unterschiedsbetrag aus der Währungsumrechnung Direkt im Eigenkapital berücksichtigte Ergebnisse
1.1.2023 -54 -12 3.159 3.093
Ergebnis nach Steuern - - - -
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis -2 5 -1.015 -1.012
Anpassung an Marktwerte / Erfolgsneutrale Veränderung 98 -17 -1.000 -919
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -95 22 -15 -88
Umgliederung in Vermögenswerte - - - -
Steuereffekt -5 0 - -5
31.12.2023 -56 -7 2.143 2.081
1.1.2024 -56 -7 2.143 2.081
Direkt im Eigenkapital berücksichtigtes Ergebnis -52 -2 1.429 1.375
Anpassung an Marktwerte / Erfolgsneutrale Veränderung 92 0 1.444 1.536
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -149 -2 -15 -166
Umgliederung in Vermögenswerte - - - -
Steuereffekt 5 - - 5
31.12.2024 -108 -9 3.572 3.455

Nicht beherrschende Anteile

Grundlage für die Berechnung der Anteile nicht beherrschender Gesellschafter war das bilanzierte Eigenkapital der betreffenden Tochtergesellschaften.

Die Anteile nicht beherrschender Gesellschafter am Konzerneigenkapital und am Ergebnis beinhalteten im Wesentlichen die Fremdanteile an den Gesellschaften Versum Materials Taiwan Co., Ltd., Taiwan, und Merck Ltd., Thailand, sowie an der börsennotierten Gesellschaft PT Merck Tbk., Indonesien.

(34) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten auch kurzfristige Geldanlagen mit einer maximalen Laufzeit von drei Monaten, die unmittelbar in einen festgelegten Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können. Die Erträge aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten werden in den Zinserträgen ausgewiesen.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzten sich wie folgt zusammen:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Kassenbestände, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 764 507
Kurzfristige Geldanlagen (bis 3 Monate) 1.761 1.481
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.525 1.987

Die Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, die den Finanzmittelfonds gemäß IAS 7 bilden, ist in der Konzernkapitalflussrechnung dargestellt.

In den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten waren verfügungsbeschränkte Zahlungsmittel in Höhe von 368 Mio. € (31. Dezember 2023: 404 Mio. €) enthalten. Diese betrafen im Wesentlichen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente bei Tochtergesellschaften, bei denen Kapitalverkehrsbeschränkungen bestanden.

Das maximale Ausfallrisiko entsprach dem Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente.

(35) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die nachfolgenden Ausführungen beinhalten nicht die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze für derivative Finanzinstrumente. Diese sind in Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Ansatz und Erstbewertung

Finanzielle Vermögenswerte werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet und am Erfüllungstag angesetzt. Bei finanziellen Vermögenswerten, die in Folgeperioden nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, umfasst die Erstbewertung zudem direkt zurechenbare Transaktionskosten. Eine entstehende Differenz zwischen dem beizulegenden Zeitwert eines Finanzinstruments beim erstmaligen Ansatz (Level 2 und 3 in der Bewertungshierarchie des IFRS 13) und dem Transaktionspreis wird linear über die Laufzeit ergebniswirksam erfasst.

Detaillierte Informationen zu den Bewertungsmethoden von finanziellen Vermögenswerten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, finden sich in Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert".

Klassifizierung und Folgebewertung

Im Ansatzzeitpunkt werden finanzielle Vermögenswerte in eine der folgenden Bewertungskategorien eingeteilt, die zugleich den Klassen von Finanzinstrumenten im Sinne des IFRS 9 entsprechen:

Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten,

erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert oder

erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert.

Diese Klassifizierung erfolgt anhand des Geschäftsmodells und der Ausgestaltung der vertraglichen Zahlungsströme. Zu fortgeführten Anschaffungskosten und erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertete finanzielle Vermögenswerte werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode sowie unter Berücksichtigung von etwaigen Wertminderungsaufwendungen bilanziert. Die Vorgehensweise zur Ermittlung der Wertminderungen ist in Anmerkung (41) "Management von Finanzrisiken" dargestellt.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte finanzielle Vermögenswerte werden zur Vereinnahmung ihrer vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich den Charakter von Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag beinhalten, gehalten. Für Finanzinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, sieht das Geschäftsmodell vor, sowohl die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen als auch die finanziellen Vermögenswerte zu verkaufen. Die Zahlungsströme dieser Klasse beinhalten ebenfalls ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag.

Eine erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt im Konzern außer bei derivativen Finanzinstrumenten mit positivem Marktwert lediglich bei Fremdkapitalinstrumenten, deren vertragliche Ausstattungsmerkmale nicht zu Zahlungsströmen führen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen. Dies umfasst insbesondere bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen der Veräußerung von Geschäften im Sinne des IFRS 3 mit dem Erwerber vertraglich vereinbart wurden (siehe Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert"). Merck macht vom Wahlrecht zur erfolgswirksamen Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert von Fremdkapitalinstrumenten keinen Gebrauch.

Eigenkapitalinstrumente werden bei Vorliegen einer längerfristigen Halteabsicht grundsätzlich als erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert. Weitere Ausführungen zur Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert finden sich in Anmerkung (42) "Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert".

Eine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten erfolgt lediglich, wenn sich das Geschäftsmodell zur Steuerung von finanziellen Vermögenswerten ändert.

Ausbuchung

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn der Anspruch auf die Gegenleistung durch die andere Vertragspartei erfüllt wurde, keine begründete Erwartung mehr besteht, dass die andere Vertragspartei ihrer vertraglichen Verpflichtung nachkommen wird, oder wenn der Konzern die vertraglichen Rechte einschließlich aller wesentlichen Risiken und Chancen an dem finanziellen Vermögenswert auf eine andere Vertragspartei überträgt.

Ausweis

Bewertungseffekte von Fremdkapitalinstrumenten werden in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Konzern-Gesamtergebnisrechnung wie folgt ausgewiesen:

Kategorie Charakter des Vermögenswerts Wertminderungen und Wertaufholungen Abgangsgewinne und -verluste / Wertveränderungen
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten Operativ Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen
Finanziell Finanzierungserträge und -aufwendungen Finanzierungserträge und -aufwendungen
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Operativ Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) Sonstiges Ergebnis im Konzerneigenkapital (bei Ausbuchung: Umbuchung in sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen)
Finanziell Finanzierungserträge und -aufwendungen Sonstiges Ergebnis im Konzerneigenkapital (bei Ausbuchung: Umbuchung in Finanzierungserträge und -aufwendungen)
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Operativ Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen
Finanziell Finanzierungserträge und -aufwendungen
Kategorie Fremdwährungsgewinne und -verluste Zinserträge und -aufwendungen
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen Finanzierungserträge und -aufwendungen (unter Anwendung der Effektivzinsmethode)
Finanzierungserträge und -aufwendungen
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen Finanzierungserträge und -aufwendungen (unter Anwendung der Effektivzinsmethode)
Finanzierungserträge und -aufwendungen
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen Finanzierungserträge und -aufwendungen
Finanzierungserträge und -aufwendungen

Der Ausweis der Erträge aus der Aufzinsung und der Erträge oder Aufwendungen aus zinssatzinduzierten Änderungen bei bedingten Gegenleistungen, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, erfolgt in den Finanzierungserträgen und -aufwendungen.

Der Ausweis der Bewertungseffekte von Eigenkapitalinstrumenten in der Konzernbilanz und in der KonzernGewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Konzern-Gesamtergebnisrechnung stellt sich wie folgt dar:

Kategorie Charakter des Vermögenswerts Wertveränderungen Fremdwährungsgewinne und -verluste Dividendenerträge
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Operativ Ausweis von Veränderungen des Buchwerts unter den direkt im sonstigen Ergebnis im Konzerneigenkapital berücksichtigten Ergebnissen Ausweis von Fremdwährungsgewinnen und -verlusten im sonstigen Ergebnis im Konzerneigenkapital Sonstige betriebliche Erträge
Umbuchung in die Gewinnrücklagen/ Bilanzgewinn
Finanziell Ausweis von Veränderungen des Buchwerts unter den direkt im sonstigen Ergebnis im Konzerneigenkapital berücksichtigten Ergebnissen Ausweis von Fremdwährungsgewinnen und -verlusten im sonstigen Ergebnis im Konzerneigenkapital Finanzierungserträge
Umbuchung in die Gewinnrücklagen/ Bilanzgewinn
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Operativ Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen Sonstige betriebliche Erträge oder sonstige betriebliche Aufwendungen Sonstige betriebliche Erträge
Finanziell Finanzierungserträge und -aufwendungen Finanzierungserträge und -aufwendungen Finanzierungserträge

Zum Stichtag ergab sich folgende Zusammensetzung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Summe
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 580 3 583 222 4 225
Darlehen gegenüber Dritten 22 3 25 22 4 25
Sonstiges 558 - 558 200 - 200
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert 0 799 799 198 644 842
Eigenkapitalinstrumente - 798 798 - 643 643
Fremdkapitalinstrumente 0 1 1 198 1 199
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert 75 370 445 63 333 396
Bedingte Gegenleistungen - 151 151 - 125 125
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 0 162 162 33 161 194
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang (finanziell) 70 - 70 27 - 27
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang (operativ) 5 57 61 3 47 50
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang (operativ) 8 - 8 37 - 37
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 662 1.172 1.835 520 981 1.501

Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerte mit Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten betraf hauptsächlich kurzfristige Investitionen in strukturierte Papiere auf Basis marktgängiger Treibhausgasemissionszertifikate.

Die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewerteten Eigenkapitalinstrumente beinhalteten hauptsächlich Anteile an börsennotierten und nicht börsennotierten Gesellschaften, die in innovative Technologien und Produkte investieren oder im Rahmen des zukunftsorientierten M-Ventures-Portfolios gehalten werden:

in Mio. € Beizulegender Zeitwert 31.12.2024 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert: Hierarchiestufe nach IFRS 13 Beizulegender Zeitwert 31.12.2023 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert: Hierarchiestufe nach IFRS 13
Artios Pharma Limited, Großbritannien <50 Level 3 <25 Level 3
Asceneuron SA, Schweiz <25 Level 3 <15 Level 3
Celestial AI Inc., USA <100 Level 3 <25 Level 3
DNA Script S.A.S., Frankreich <25 Level 3 <50 Level 3
ElectronInks Inc., USA <15 Level 3 <15 Level 3
Formo Bio GmbH, Deutschland <15 Level 3 <15 Level 3
IDRX, Inc., USA <25 Level 3 <25 Level 3
InfraServ GmbH & Co. Wiesbaden KG, Deutschland <25 Level 3 <15 Level 3
iOnctura B.V., Niederlande <25 Level 3 <15 Level 3
Lightcast Discovery Ltd., Großbritannien <25 Level 3 <15 Level 3
MoonLake Immunotherapeutics Ltd., Kaimaninseln 145 Level 1 152 Level 1
Mosa Meat B.V., Niederlande <25 Level 3 <25 Level 3
Nouscom AG, Schweiz <15 Level 3 <15 Level 3
Pictor Labs, Inc., USA <15 Level 3 <15 Level 3
Plexium Inc., USA <15 Level 3 <15 Level 3
Precigen, Inc., USA 19 Level 1 25 Level 1
SeeQC Inc., USA <15 Level 3 <15 Level 3
Storm Therapeutics Limited, Großbritannien <15 Level 3 <15 Level 3
Theolytics Ltd., Großbritannien <15 Level 3 <15 Level 3
Vera Therapeutics, Inc., USA 78 Level 1 27 Level 1
Vizgen Inc., USA <15 Level 3
Wiliot Ltd., Israel <25 Level 3 <25 Level 3
Sonstige (mit Notierung an einem aktiven Markt) 2 Level 1 3 Level 1
Sonstige (ohne Notierung an einem aktiven Markt) 221 Level 3 184 Level 3
Summe 798 643

Die Fremdkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert reduzierten sich im Geschäftsjahr 2024 aufgrund fällig gewordener Geldmarktpapiere.

Die bedingten Gegenleistungen enthielten wie im Vorjahr insbesondere Ansprüche aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, im Jahr 2017.

Details zu den Abgängen von erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapitalinstrumenten sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

in Mio. € Gründe für die Veräußerung Beizulegender Zeitwert zum Zeitpunkt der Ausbuchung Im sonstigen Ergebnis erfasster kumulierter Gewinn (+) oder Verlust (-) aus der Veräußerung Umgliederung der kumulierten Gewinne (+) oder Verluste (-) innerhalb des Konzerneigenkapitals in die Gewinnrücklagen
2024
Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente Portfoliobereinigung und vollständiger Erwerb durch Dritte 7 0 0
2023
MoonLake Immunotherapeutics Ltd., Kaimaninseln Teilverkauf 11 10 10
Weitere erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Eigenkapitalinstrumente Portfoliobereinigung und vollständiger Erwerb durch Dritte 29 18 17

(36) Finanzschulden/Kapitalmanagement

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Finanzschulden/Kapitalmanagement

Mit Ausnahme von Leasingverbindlichkeiten und Derivaten mit negativen Marktwerten werden Finanzschulden im Rahmen der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode folgebewertet.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Leasingverbindlichkeiten und Derivaten sind in den Anmerkungen (20) "Leasing" sowie (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Die Zusammensetzung der Finanzschulden sowie eine Überleitung zu den Nettofinanzverbindlichkeiten sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Nominalwert
31.12.2024
in Mio. €
31.12.2023
in Mio. €
Laufzeit bis Zinssatz
in %
in Mio. Währung
US-Dollar-Anleihe 2015/2025 1.537 - März 2025 3,250 1.600 USD
Euro-Anleihe 2020/2025 749 - Juli 2025 0,125 750
Anleihen (kurzfristig) 2.286 -
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 287 277
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1.080 602
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 14 20
Verbindlichkeiten aus Derivaten (Finanztransaktionen) 31 77
Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) 137 122
Kurzfristige Finanzschulden 3.836 1.098
US-Dollar-Anleihe 2015/2025 - 1.444 März 2025 3,250 1.600 USD
Euro-Anleihe 2020/2025 - 748 Juli 2025 0,125 750
Euro-Anleihe 2022/2026 499 499 Juni 2026 1,875 500
Euro-Anleihe 2019/2027 599 598 Juli 2027 0,375 600
Euro-Anleihe 2020/2028 748 748 Juli 2028 0,500 750
Euro-Anleihe 2022/2030 498 497 Juni 2030 2,375 500
Euro-Anleihe 2019/2031 798 797 Juli 2031 0,875 800
Hybridanleihe 2024/2054 793 - Aug. 2054 1 3,875 800
Hybridanleihe 2014/2074 - 499 Dez. 2074 2 3,375 500
Hybridanleihe 2019/2079 - 499 Juni 2079 3 1,625 500
Hybridanleihe 2019/2079 633 632 Juni 2079 4 2,875 634
Hybridanleihe 2020/2080 841 840 Sept. 2080 5 1,625 842
Anleihen (langfristig) 5.407 7.802
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 41 7
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 880 990
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 45 47
Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) 625 393
Langfristige Finanzschulden 6.997 9.239
Finanzschulden 10.833 10.337
Abzüglich:
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.525 1.987
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 6 650 480
Nettofinanzverbindlichkeiten 7 7.658 7.870

1 Merck hat das Recht, die im August 2024 begebene Hybridanleihe im November 2029 vorzeitig zurückzuzahlen.
2 Merck übte im Dezember 2024 das Recht aus, die im Dezember 2014 begebene Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen.
3 Merck übte im Dezember 2024 das Recht aus, die im Juni 2019 begebene Hybridanleihe vorzeitig zurückzuzahlen.
4 Merck hat das Recht, die im Juni 2019 begebene Hybridanleihe im Juni 2029 vorzeitig zurückzuzahlen.
5 Merck hat das Recht, die im September 2020 begebene Hybridanleihe im September 2026 vorzeitig zurückzuzahlen.
6 Ohne kurzfristige Derivate (operativ) und bedingte Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 erfasst werden.
7 Nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) nicht definiert.

Bei den von der Merck KGaA begebenen Hybridanleihen handelt es sich um Anleihen, die von führenden Ratingagenturen nur zur Hälfte als zusätzliche Verschuldung angerechnet werden, sodass die Emissionen für das Rating vorteilhaft gegenüber klassischen Anleiheemissionen waren. Bilanziell werden diese Anleihen vollumfänglich als Fremdkapital erfasst. Auch wenn Merck eine Rückzahlung zum erstmöglichen Zeitpunkt beabsichtigt, werden diese Anleihen bilanziell grundsätzlich als langfristige Finanzschulden ausgewiesen.

Mit Ankündigung vom 20. November 2023 erfolgte die Teilrückzahlung eines Nominalvolumens in Höhe von 275 Mio. € von in den Jahren 2019 und 2020 begebenen Hybridanleihen.

Im Dezember 2024 erfolgte die vorzeitige Rückzahlung der im Jahr 2014 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. € sowie der im Jahr 2019 begebenen Hybridanleihe mit einem Nominalvolumen in Höhe von 500 Mio. €.

Für die Finanzschulden waren keine Pfandrechte oder ähnlichen Sicherheiten hinterlegt. In den Kreditverträgen wurden keine Financial Covenants vereinbart. Die durchschnittlichen Fremdkapitalkosten betrugen am 31. Dezember 2024 2,2 % (31. Dezember 2023: 2,1 %).

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Schulden gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG.

Informationen zu den Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen sind der Anmerkung (44) "Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen" zu entnehmen.

Kapitalmanagement

Ziel des Kapitalmanagements ist die Sicherstellung der erforderlichen finanziellen Flexibilität, um den Geschäftsbetrieb langfristig aufrechtzuerhalten und strategische Optionen wahrnehmen zu können. Die Beibehaltung eines stabilen Investment-Grade-Ratings, die Sicherung der Liquidität, die Begrenzung finanzwirtschaftlicher Risiken sowie die Optimierung der Kapitalkosten sind Ziele der Finanzpolitik und setzen wichtige Rahmenbedingungen für das Kapitalmanagement. Dabei stellen die Nettofinanzverbindlichkeiten sowie der Verschuldungsgrad, berechnet als Verhältnis zwischen dem EBITDA pre und den Nettofinanzverbindlichkeiten, wichtige Kennzahlen im Rahmen des Kapitalmanagements bei Merck dar.

Der Kapitalmarkt stellt für Merck traditionell eine wesentliche Finanzierungsquelle dar, unter anderem über die Ausgabe von Anleihen. Aus dem Debt Issuance Program, unter dem alle Euro-Anleihen begeben wurden, bestanden zum 31. Dezember 2024 Verbindlichkeiten in Höhe von 3,9 Mrd. € (31. Dezember 2023: 3,9 Mrd. €). Darüber hinaus stand Merck zur Deckung des kurzfristigen Kapitalbedarfs ein Commercial Paper Program mit einem Volumen von 2,5 Mrd. € (31. Dezember 2023: 2,5 Mrd. €) zur Verfügung, das zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 ebenso wie zum Vorjahresstichtag nicht in Anspruch genommen wurde.

Eine weitere wesentliche Finanzierungsquelle für Merck sind Kreditvereinbarungen. Zum Abschlussstichtag bestanden folgende Finanzierungszusagen von Kreditinstituten gegenüber Merck:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Finanzierungszusagen von Kreditinstituten Inanspruchnahme Finanzierungszusagen von Kreditinstituten Inanspruchnahme
Syndizierter Kredit 2.500 - 2.500 -
Bilaterale Kreditvereinbarungen mit Kreditinstituten 375 - 375 -
Diverse Banklinien 287 287 277 277
Projektfinanzierungsdarlehen 41 41 7 7
3.203 328 3.158 283
in Mio. € Verzinsung Laufzeit der Finanzierungszusage
Syndizierter Kredit Variabel 2029
Bilaterale Kreditvereinbarungen mit Kreditinstituten Variabel 2025
Diverse Banklinien Variabel <1 Jahr
Projektfinanzierungsdarlehen Fix 2027

Es lagen keine Anzeichen dafür vor, dass eingeräumte Kreditrahmen in ihrer Verfügbarkeit eingeschränkt waren.

(37) Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Die Bewertung sonstiger finanzieller Verbindlichkeiten, mit Ausnahme von Verbindlichkeiten aus Derivaten und bedingten Gegenleistungen, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 erfasst werden, erfolgt im Rahmen der Erstbewertung zum beizulegenden Zeitwert und in Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze von Derivaten sind in Anmerkung (38) "Derivative Finanzinstrumente" dargestellt.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten setzten sich wie folgt zusammen:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Summe Kurzfristig Langfristig Summe
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 351 229 580 385 348 733
Davon: Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen 46 - 46 65 - 65
Davon: Zinsabgrenzungen 50 - 50 47 - 47
Verbindlichkeiten aus Derivaten (operativ) 38 18 56 7 18 25
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 389 247 636 392 366 758

Die übrigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten enthielten eine Abfindungsverpflichtung in Höhe von 164 Mio. € (31. Dezember 2023: 273 Mio. €). Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Personen betrafen Ansprüche von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern der Geschäftsleitung der Merck KGaA.

(38) Derivative Finanzinstrumente

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Derivative Finanzinstrumente

Die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfolgt unter Anwendung der Vorschriften des IFRS 9. Bilanzielle Absicherungen werden für mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretende geplante Transaktionen in fremder Währung und für die Absicherung von beizulegenden Zeitwerten bilanzierter Vermögenswerte eingegangen. Bilanzielle Absicherungen von Zahlungsströmen in Fremdwährung führen dazu, dass die betreffenden Grundgeschäfte im Zeitpunkt ihres Eintretens per Saldo zu den fixierten Fremdwährungskursen statt zum Stichtagskurs im Transaktionszeitpunkt angesetzt werden. Bilanzielle Absicherungen von beizulegenden Zeitwerten bilanzierter Vermögenswerte führen dazu, dass die gegenläufigen Wertänderungen der betreffenden Grund- und Sicherungsgeschäfte sich gegenseitig kompensieren.

Als Sicherungsinstrumente im Rahmen von bilanziellen Absicherungen kommen bei Merck im Wesentlichen nur Derivate zum Einsatz. Zur Messung der Effektivität werden die Dollar-Offset-Methode sowie Regressionsanalysen angewendet.

Unwirksamkeiten können im zeitlichen Anfall der geplanten zukünftigen Zahlungsströme oder bei einem Wegfall eines zu sichernden Grundgeschäfts entstehen. Derivate, die die Dokumentations- oder Effektivitätserfordernisse für die bilanzielle Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht oder nicht mehr erfüllen, deren Grundgeschäft nicht mehr besteht oder für die die Vorschriften zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen nicht angewendet werden, werden je nach Saldo entweder als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte oder Schulden ausgewiesen.

Beim Einsatz von Optionen als Sicherungsinstrument wird lediglich ihr innerer Wert designiert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Zeitwertkomponente von Optionen, die zur bilanziellen Absicherung verwendet werden, werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage für Kosten der bilanziellen Absicherung innerhalb des Konzerneigenkapitals erfasst. Die weitere Bilanzierung dieser Beträge hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab.

Beim Einsatz von Forward-Kontrakten als Sicherungsinstrument wird lediglich das Spot-Element designiert. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Forward-Elements in Forward-Kontrakten werden im sonstigen Ergebnis und in der Rücklage für Kosten der bilanziellen Absicherung innerhalb des Konzerneigenkapitals erfasst. Die weitere Bilanzierung dieser Beträge hängt von der Art der abgesicherten Transaktion ab.

Merck hat virtuelle Strombezugsverträge abgeschlossen. Aufgrund der Ausgestaltung der Verträge als Stromdifferenzkontrakt erfüllen diese die Definition von Verträgen über den Kauf von nicht-finanziellen Posten mit Nettoausgleich in bar, die den Charakter eines derivativen Finanzinstruments aufweisen. Diese sind gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Da kein physischer Strombezug erfolgt, ist die Eigenverbrauchsausnahme (own use exemption), die es erlaubt, bestimmte derivative Finanzinstrumente als schwebende Geschäfte zu behandeln, nicht einschlägig.

Der Ausweis derivativer Finanzinstrumente in der Konzernbilanz und in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Konzerngesamtergebnisrechnung stellt sich - mit Ausnahme der bilanziellen Behandlung von Beträgen, die direkt aus der Rücklage in die erstmaligen Anschaffungskosten oder in den sonstigen Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Verbindlichkeit einbezogen werden - wie folgt dar:

Bilanzieller Sicherungszusammenhang Art der Absicherung Charakter des Grundgeschäfts Marktwert Ausweis in der Konzernbilanz
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang von Zahlungsströmen Währungssicherung Operative Transaktionen Positive Marktwerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Negative Marktwerte Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang Währungssicherung Finanztransaktionen Positive Marktwerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Negative Marktwerte Finanzschulden
Virtuelle Strombezugsverträge Operative Transaktionen Positive Marktwerte Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Negative Marktwerte Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Ausweis von Marktwertänderung in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie in der Konzerngesamtergebnisrechnung
Bilanzieller Sicherungszusammenhang während der Laufzeit bei Fälligkeit
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang von Zahlungsströmen Anpassung an Marktwerte (erfolgsneutral) Sonstige betriebliche Erträge
Anpassung an Marktwerte (erfolgsneutral) Sonstige betriebliche Aufwendungen
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang Finanzierungserträge und -aufwendungen
Sonstige betriebliche Erträge
Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Nominalvolumina der zu den Bilanzstichtagen gehaltenen Derivate stellten sich wie folgt dar:

31.12.2024 31.12.2023
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen 2.928 - 2.075 -
Währungssicherung 2.928 - 2.075 -
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 11.056 - 7.380 -
Währungssicherung 11.056 - 7.380 -
Virtuelle Strombezugsverträge 1
13.984 - 9.455 -

1 Die virtuellen Strombezugsverträge haben keine festgelegten Nominalwerte.

Der Anstieg der Nominalvolumina der Derivate zur Währungssicherung ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang ergab sich insbesondere aus Maßnahmen zur Umsetzung der Sicherungsstrategie.

Die beizulegenden Zeitwerte der Derivate stellten sich wie folgt dar:

31. Dezember 2024

Positive Marktwerte
Finanztransaktionen Operative Transaktionen
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen - - 8 -
Währungssicherung - - 8 -
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 70 - 5 57
Währungssicherung 70 - - -
Virtuelle Strombezugsverträge - - 5 57
70 - 13 57
Negative Marktwerte
Finanztransaktionen Operative Transaktionen
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen - - 36 -
Währungssicherung - - 36 -
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 31 - 2 18
Währungssicherung 31 - - -
Virtuelle Strombezugsverträge - - 2 18
31 - 38 18

31. Dezember 2023

Positive Marktwerte
Finanztransaktionen Operative Transaktionen
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen - - 37 -
Währungssicherung - - 37 -
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 27 - 3 47
Währungssicherung 27 - - -
Virtuelle Strombezugsverträge - - 3 47
27 - 40 47
Negative Marktwerte
Finanztransaktionen Operative Transaktionen
in Mio. € Kurzfristig Langfristig Kurzfristig Langfristig
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen - - 5 -
Währungssicherung - - 5 -
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 77 - 2 18
Währungssicherung 77 - - -
Virtuelle Strombezugsverträge - - 2 18
77 - 7 18

Sämtliche bilanziellen Sicherungsbeziehungen waren wie im Vorjahr zeitpunktbezogen. Für Derivate bestand die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Saldierung aufgrund der bestehenden Rahmenverträge zum Derivatehandel, die Merck mit Geschäftsbanken abgeschlossen hatte. Eine tatsächliche Aufrechnung fände hierbei nur im Fall einer eintretenden Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners statt. Eine bilanzielle Saldierung von Derivaten fand nicht statt.

Die nachfolgende Tabelle stellt das potenzielle Saldierungsvolumen bei den ausgewiesenen derivativen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dar:

31. Dezember 2024

Potenzielles Saldierungsvolumen
in Mio. € Bruttoausweis Saldierung Nettoausweis aufgrund von Globalnettingvereinbarungen im Zusammenhang mit finanziellen Sicherheiten Potenzieller Nettobetrag
Derivate mit positivem Marktwert 139 - 139 48 - 91
Derivate mit negativem Marktwert -88 - -88 -48 - -40

31. Dezember 2023

Potenzielles Saldierungsvolumen
in Mio. € Bruttoausweis Saldierung Nettoausweis aufgrund von Globalnettingvereinbarungen im Zusammenhang mit finanziellen Sicherheiten Potenzieller Nettobetrag
Derivate mit positivem Marktwert 114 - 114 40 - 74
Derivate mit negativem Marktwert -102 - -102 -40 - -62

Die Rücklagen für die bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen und für die Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen des Konzerns betrafen die nachfolgenden Sicherungsinstrumente (siehe ebenfalls Anmerkung (33) "Eigenkapital"):

Kosten der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen
in Mio. € Zeitwert von Optionen Termin Element von Fremdwährungs-Forwards Summe Innerer Wert von Optionen Spot-Element von Fremdwährungs-Forwards Summe
1.1.2023 -1 -11 -12 -4 -50 -54
Anpassung an Marktwerte (direkt im Konzerneigenkapital berücksichtigt) -5 -12 -17 31 67 98
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung - 22 22 -36 -59 -95
Umgliederung in Vermögenswerte - - - - - -
Ertragsteuereffekt - - - - -4 -5
31.12.2023 -6 -1 -7 -10 -46 -56
1.1.2024 -6 -1 -7 -10 -46 -56
Anpassung an Marktwerte (direkt im Konzerneigenkapital berücksichtigt) -8 8 0 109 -17 92
Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung - -2 -2 -121 -28 -149
Umgliederung in Vermögenswerte - - - - - -
Ertragsteuereffekt - - - - 4 5
31.12.2024 -13 4 -9 -22 -86 -108

(39) Finanzierungserträge und -aufwendungen / Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten

Die Finanzierungserträge und -aufwendungen stellten sich wie folgt dar:

in Mio. € 2024 2023
Zinsen und ähnliche Erträge 165 154
Zinserträge aus Zinsderivaten - -
Abgangsgewinne aus der Veräußerung von Fremdkapitalinstrumenten mit Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 3 1
Wertaufholungen von Fremdkapitalinstrumenten:
mit Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten (ohne Forderungen aus Lieferung und Leistungen und Vertragsvermögenswerten) - -
mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert - -
Umgliederungen von Gewinnen, die zuvor im sonstigen Ergebnis erfasst wurden für Fremdkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert - -
Erträge aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Fremdkapitalinstrumenten mit erfolgswirksamer Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert 5 25
Erträge aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Eigenkapitalinstrumenten mit erfolgswirksamer Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert - -
Erträge aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der anteilsbasierten Vergütungsprogramme 0 -
Währungsergebnis aus Finanzierungstätigkeit 27 -
Sonstige finanzielle Erträge - 19
Finanzierungserträge 201 198
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -322 -341
Aufwendungen aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts von Fremdkapitalinstrumenten und Eigenkapitalinstrumenten mit erfolgswirksamer Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert -7 2
Aufwendungen aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der anteilsbasierten Vergütungsprogramme -11 -2
Währungsergebnis aus Finanzierungstätigkeit - -2
Sonstige finanzielle Aufwendungen - -3
Finanzierungsaufwendungen -340 -345
Finanzergebnis -139 -147

Die Zinserträge und -aufwendungen und ähnliche Erträge und Aufwendungen ergaben sich wie folgt:

2024 2023
in Mio. € Zinserträge Zinsaufwendungen Zinserträge Zinsaufwendungen
Finanzinstrumente 121 -240 91 -218
Davon: Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 1 50 - 42 -
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert 1 - 1 -
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert 1 69 - 48 -
Davon: Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten - -240 - -218
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert - - - -
Leasingverhältnisse - -25 - -14
Pensionsrückstellungen - -69 - -67
Steuerpositionen 28 -14 39 -50
Sonstige langfristige Rückstellungen - -4 - -5
Sonstige Zinserträge/-aufwendungen und ähnliche Erträge und Aufwendungen 16 -10 23 -9
Aktivierung von Fremdkapitalkosten auf 38 22
Sachanlagen 26 18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 13 4
Zinserträge/-aufwendungen und ähnliche Erträge und Aufwendungen 165 -322 154 -341

1 Vorjahreszahl wurde angepasst.

Die Nettogewinne und -verluste, Währungsergebnisse sowie Dividendenerträge der Finanzinstrumente (ohne im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge) stellten sich nach Bewertungskategorie wie folgt dar:

Nettogewinne und Nettoverluste
in Mio. € Währungsergebnis Dividenden Wertminderungen/ Wertaufholungen (netto) Anpassungen beizulegender Zeitwert Abgangsergebnis
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 2024 1 -8 3
2023 -3 -51 1
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente 2024 0
2023 -
Davon: Abgegangene Investitionen 2024 -
2023 -
Davon: Noch gehaltene Investitionen 2024 0
2023 -
Fremdkapitalinstrumente 2024 - 0
2023 0 - -
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (ohne Derivate) 2024 1 - 43
2023 - - 95
Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 2024 - -
2023 - -
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (ohne Derivate) 2024 - 1
2023 - 1
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang (netto) 2024 - 133
2023 - -18
Summe 2024 2 1 -8 177 3
2023 -3 0 -51 79 1
Nettogewinne und Nettoverluste
in Mio. € Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten -5
-50
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente
Davon: Abgegangene Investitionen
Davon: Noch gehaltene Investitionen
Fremdkapitalinstrumente
-
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (ohne Derivate) 43
95
Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten -
-
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert (ohne Derivate) 1
1
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang (netto) 133
-18
Summe 171
29

In den obigen Darstellungen sind Zinserträge und -aufwendungen bei den Derivaten ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang, außer bei virtuellen Strombezugsverträgen, als Bestandteil der Anpassungen beizulegender Zeitwerte ausgewiesen.

Das Währungsergebnis der Eigenkapitalinstrumente mit erfolgsneutraler Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde im sonstigen Ergebnis erfasst.

(40) Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit

Bei der Ermittlung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Dividendenauszahlungen sowie Gewinnentnahmen im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zu erfassen.

Darüber hinaus wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Einzahlungen und Auszahlungen für Posten mit großer Umschlagshäufigkeit, großen Beträgen und kurzen Laufzeiten zu saldieren. Dies betrifft vor allem rollierende Finanzierungen über Commercial Paper sowie kurzfristige Bankkredite in den Posten Einzahlung aus der Neuaufnahme von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden sowie Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden.

Die Veränderungsrechnung für Finanzschulden stellte sich wie folgt dar:

2024

Zahlungswirksam Zahlungsunwirksam
in Mio. € 1.1.2024 Einzahlungen Rückzahlungen Zinszahlungen Leasing Veränderung von Leasingverbindlichkeiten Wechselkurseffekte
Finanzschulden 10.337 2.832 -3.302 -16 383 118
Vermögenswerte aus Derivaten -27 661 - - - -
Zahlungsunwirksam
in Mio. € Anpassung des beizulegenden Zeitwerts Sonstiges Veränderungen Konsolidierungskreis 31.12.2024
Finanzschulden 457 7 17 10.833
Vermögenswerte aus Derivaten -703 - - -70

2023

Zahlungswirksam Zahlungsunwirksam
in Mio. € 1.1.2023 Einzahlungen Rückzahlungen Zinszahlungen Leasing Veränderung von Leasingverbindlichkeiten Wechselkurseffekte
Finanzschulden 10.880 1.787 -3.020 -14 201 -83
Vermögenswerte aus Derivaten -16 609 - - - -
Zahlungsunwirksam
in Mio. € Anpassung des beizulegenden Zeitwerts Sonstiges Veränderungen Konsolidierungskreis 31.12.2023
Finanzschulden 603 -15 0 10.337
Vermögenswerte aus Derivaten -620 - - -27

Die Zinszahlungen aus Leasingverhältnissen wurden im operativen Cashflow erfasst, dienten in der obigen Tabelle jedoch als Überleitungsposten, da die zugrunde liegenden Leasingverbindlichkeiten Teil der Finanzschulden waren. In der Veränderung von Leasingverbindlichkeiten waren die Zugänge sowie Abgänge von Nutzungsrechten aus Leasingverträgen sowie die Effekte aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten enthalten.

Die Anpassungen des beizulegenden Zeitwerts der übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden entfielen vollständig auf Verbindlichkeiten aus Derivaten. In der Konzernkapitalflussrechnung wurden die zahlungswirksamen Veränderungen von Vermögenswerten aus Derivaten in Höhe von 661 Mio. € (Vorjahr: 609 Mio. €) gemeinsam mit Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden in Höhe von 3.302 Mio. € (Vorjahr: 3.020 Mio. €) in der Zeile Rückzahlungen von übrigen kurz- und langfristigen Finanzschulden mit einem Saldo in Höhe von 2.641 Mio. € (Vorjahr: 2.410 Mio. €) ausgewiesen. In der obigen Überleitungsrechnung wurden Veränderungen von Vermögenswerten aus Derivaten separat ausgewiesen, da sie nicht Teil der Finanzschulden waren.

Der Betrag der nicht ausgenutzten Kreditlinien, die für die künftige betriebliche Tätigkeit und zur Erfüllung von Verpflichtungen eingesetzt werden können, sowie Ausführungen zur Veränderung der Finanzschulden finden sich in Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement".

(41) Management von Finanzrisiken

Marktschwankungen von Währungskursen und Zinssätzen stellen bedeutende Ergebnis- und Zahlungsstromrisiken des Konzerns dar. Merck aggregiert diese konzernweiten Risiken und steuert sie zentral, unter anderem durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten. Zur Abschätzung von bestehenden Risiken aus Währungskurs- und Zinssatzschwankungen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keiner wesentlichen Risikokonzentration aus Finanztransaktionen ausgesetzt.

Als Sicherungsinstrumente nutzt Merck im Wesentlichen marktgängige Devisentermingeschäfte, Devisenoptionen und Zinsswaps. Die Strategie zur Absicherung von Zins- und Währungsschwankungen aus geplanten zukünftigen und bereits bilanzwirksamen Transaktionen wird von einem hierfür eingesetzten und in regelmäßigen Abständen tagenden Risikokomitee festgelegt. Der Einsatz von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt und unterliegt einer ständigen Risikokontrolle durch Group Treasury. Es gilt das Verbot der Spekulation. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt. Derivate werden nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen. Es erfolgt eine ständige Überwachung der damit verbundenen Ausfallrisiken.

Weitere Informationen zum Management von Finanzrisiken enthält der Risiko- und Chancenbericht im Konzernlagebericht.

Fremdwährungsrisiken

Aufgrund der internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen der Finanzierungstätigkeit transaktionalen Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder zu eliminieren, werden Währungsrisiken fortlaufend analysiert und unterschiedliche Sicherungsstrategien angewendet.

Das gesamte Fremdwährungs-Exposure wird in mehrere definierte Teilmengen mit unterschiedlichem Risikoprofil unterteilt und systematisch mit geeigneten Sicherungsinstrumenten abgesichert. Die Absicherung erfolgt auf Basis eines regelmäßig überprüften Währungskorbs. Der zeitliche Absicherungshorizont beträgt maximal zwölf Monate.

Durch den Einsatz von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen werden Währungsrisiken aus den folgenden Transaktionen ökonomisch abgesichert:

konzerninterne Finanzierungen in nicht funktionaler Währung sowie

Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber Dritten in nicht funktionaler Währung.

Durch den Einsatz von Devisentermingeschäften und Devisenoptionen werden Währungsrisiken aus den folgenden Transaktionen bilanziell abgesichert:

geplante Transaktionen in nicht funktionaler Währung, die für die nächsten zwölf Monate mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwartet werden sowie

feste Kaufverpflichtungen der nächsten zwölf Monate in nicht funktionaler Währung.

In der nachfolgenden Tabelle werden das Netto-Exposure sowie die Auswirkungen von transaktionalen Wechselkursschwankungen der wichtigsten Währungen gegenüber dem Euro in Bezug auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital am Bilanzstichtag dargestellt:

31. Dezember 2024

in Mio. € CHF CNY JPY KRW TWD
Netto-Exposure -636 817 102 231 191
Wechselkurs -10 % (Aufwertung gegenüber €) Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -64 82 10 23 19
Konzerneigenkapital (sonstiges Ergebnis) - -75 -8 -11 -5
Wechselkurs +10 % (Abwertung gegenüber €) Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 64 -82 -10 -23 -19
Konzerneigenkapital (sonstiges Ergebnis) - 49 6 9 4
in Mio. € USD
Netto-Exposure 685
Wechselkurs -10 % (Aufwertung gegenüber €) 69
-94
Wechselkurs +10 % (Abwertung gegenüber €) -69
49

31. Dezember 2023

in Mio. € CHF CNY JPY KRW TWD
Netto-Exposure -593 474 31 294 117
Wechselkurs -10 % (Aufwertung gegenüber €) Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung -59 47 3 29 12
Konzerneigenkapital (sonstiges Ergebnis) 2 -93 -10 -9 -6
Wechselkurs +10 % (Abwertung gegenüber €) Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 59 -47 -3 -29 -12
Konzerneigenkapital (sonstiges Ergebnis) -2 77 9 7 5
in Mio. € USD
Netto-Exposure 420
Wechselkurs -10 % (Aufwertung gegenüber €) 42
-58
Wechselkurs +10 % (Abwertung gegenüber €) -42
52

Bei dieser Darstellung wurden Effekte aus der bilanziellen Absicherung von geplanten Zahlungsströmen im Konzerneigenkapital entsprechend berücksichtigt. Das Netto-Exposure der oben genannten Währungen setzte sich jeweils aus den folgenden Komponenten zusammen:

geplante Zahlungsströme der nächsten zwölf Monate in der jeweiligen Währung abzüglich

der Nominalwerte der Sicherungsinstrumente dieser geplanten Zahlungsströme.

Die geplanten Zahlungsströme der nächsten zwölf Monate werden in Übereinstimmung mit der Risikomanagementstrategie analysiert und aufgeteilt. In der ersten Teilmenge erfolgt die Absicherung von 25 % eines regelmäßig untersuchten Währungskorbs. In einer zweiten Teilmenge erfolgt die Absicherung eines flexibleren Währungskorbs, der anhand der Absicherungskosten und der Korrelation zum Euro ausgewählt wird. In Summe über alle Absicherungsteilmengen wird durch die Sicherungsstrategie eine wirtschaftliche Absicherungsquote von mindestens 40 % erreicht, die in Abhängigkeit von Szenario-Analysen regelbasiert bis auf 90 % gesteigert werden kann. Bilanzposten in den oben genannten Währungen waren wie im Vorjahr durch eingegangene Derivatepositionen vollständig ökonomisch abgesichert, sofern sie nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft entsprachen. Demzufolge wirkten sie sich nicht auf das oben dargestellte Netto-Exposure aus.

Die Auswirkungen der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen in Fremdwährung stellten sich für die wesentlichen Fremdwährungen wie folgt dar:

31. Dezember 2024

in Mio. € CNY JPY KRW TWD USD
Nominalvolumen 1.075 91 96 42 1.610
Davon: Kurzfristig 1.075 91 96 42 1.610
Davon: Langfristig - - - - -
Beizulegender Zeitwert des Sicherungsinstruments -8 - 4 - -24
Davon: Positive Marktwerte 1 1 4 - 6
Davon: Negative Marktwerte -9 -1 - - -30
Fälligkeitsprofil Januar 2025- Dezember 2025 Januar 2025- Dezember 2025 Januar 2025- Dezember 2025 Januar 2025- Dezember 2025 Januar 2025- Dezember 2025
Absicherungsquote 1 1:1 1:1 1:1 1:1 1:1
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der offenen Sicherungsinstrumente seit 1. Januar 2024 -8 - 4 - -24
Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte seit 1. Januar 2024 8 - -4 - 24
Gewichteter durchschnittlicher Sicherungskurs 7,68 159,90 1.480,00 34,09 1,08

1 Die Sicherungsinstrumente und die dazugehörigen Grundgeschäfte notierten in derselben Währung, weshalb die Absicherungsquote 1:1 beträgt.

31. Dezember 2023

in Mio. € CNY JPY KRW TWD USD
Nominalvolumen 922 114 78 52 839
Davon: Kurzfristig 922 114 78 52 839
Davon: Langfristig - - - - -
Beizulegender Zeitwert des Sicherungsinstruments 22 5 1 - 6
Davon: Positive Marktwerte 23 5 1 1 8
Davon: Negative Marktwerte -2 - - -1 -2
Fälligkeitsprofil Januar 2024- Dezember 2024 Januar 2024- Dezember 2024 Januar 2024- Dezember 2024 Januar 2024- Dezember 2024 Januar 2024- Dezember 2024
Absicherungsquote 1 1:1 1:1 1:1 1:1 1:1
Änderung des beizulegenden Zeitwerts der offenen Sicherungsinstrumente seit 1. Januar 2023 22 5 1 - 6
Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte seit 1. Januar 2023 -22 -5 -1 - -6
Gewichteter durchschnittlicher Sicherungskurs 7,63 146,50 1.415,00 33,26 1,10

1 Die Sicherungsinstrumente und die dazugehörigen Grundgeschäfte notierten in derselben Währung, weshalb die Absicherungsquote 1:1 beträgt.

Neben den zuvor dargestellten transaktionalen Fremdwährungsrisiken bestanden ferner Translationsrisiken, da eine Vielzahl der Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums ansässig ist und von der Berichtswährung abweichende funktionale Währungen hat. Durch Währungskursschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften in die Berichtswährung Euro werden erfolgsneutral im Konzerneigenkapital abgebildet.

Zinsrisiken

Das Netto-Exposure des E. Merck-Konzerns in Bezug auf Zinssatzänderungen setzte sich wie folgt zusammen:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Kurzfristige oder variabel verzinsliche Geldanlagen 3.082 2.415
Kurzfristige oder variabel verzinsliche Geldaufnahmen -3.804 -1.086
Netto-Zins-Exposure -722 1.330

Zum Anstieg der Geldanlagen und Geldaufnahmen siehe Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement".

Die Effekte auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das Konzerneigenkapital aus einer parallelen Verschiebung der Zinskurve um +100 oder -100 Basispunkte, bezogen auf alle kurzfristigen oder variabel verzinslichen Geldanlagen und Geldaufnahmen im Anwendungsbereich des IAS 32, mit Ausnahme der bedingten Gegenleistungen, sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Bei einer Verschiebung nach unten wurde der Zinssatz für diejenigen Instrumente, die eine vertragliche Zinsuntergrenze bei 0 % beinhalteten, entsprechend begrenzt:

in Mio. € 2024 2023
+100 -100 +100 -100
Marktzinsänderung Basispunkte Basispunkte Basispunkte Basispunkte
Auswirkungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 19 -19 17 -17
Auswirkungen im Konzerneigenkapital (sonstiges Ergebnis) - - - -

Strompreisrisiken

Zur Abdeckung der eingekauften Strommengen in Europa und den USA mit Energiezertifikaten aus erneuerbaren Quellen schloss Merck im Rahmen der Umsetzung seiner Nachhaltigkeitsstrategie sogenannte virtuelle Strombezugsverträge ab. Hierzu bestanden zum Stichtag Verträge mit Wind- und Solarparkbetreibern in den USA und in Spanien. Die Wind- und Solarparks in Spanien waren noch im Bau befindlich. Die grundsätzliche Ausgestaltung mit festem Ausübungspreis für Merck und der Übernahme des Exposure aus variablen Spot-Energiepreisen in den jeweiligen Marktgebieten war bei allen Verträgen identisch. Für die produzierten und Merck zugerechneten Strommengen erhält Merck Grünstromzertifikate. Merck nutzt die erhaltenen Zertifikate ausschließlich selbst. Die Verträge haben am Bilanzstichtag eine verbleibende Laufzeit von neun bis 16 Jahren.

Der finanziell bedeutsamste dieser Verträge besteht mit einem Windenergie-Projektentwickler in den USA über eine zuzurechnende installierte Leistung von 68 Megawatt. Der beizulegende Zeitwert des Vertrags betrug zum Stichtag 50 Mio. € (Vorjahr: 44 Mio. €). Der Strompreis von etwa 40 % der erwarteten Produktionsmenge aus diesem virtuellen Strombezugsvertrag ist über ein separates Sicherungsinstrument wirtschaftlich abgesichert. Hierdurch wird die preisliche Fixierung des virtuellen Strombezugsvertrags für diese Menge per Saldo wieder aufgehoben. Die Vorschriften zur bilanziellen Absicherung konnten nicht angewendet werden.

In Summe führten die Verträge einschließlich des Sicherungsinstruments im Geschäftsjahr 2024 zu einem Nettogewinn aus der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von 6 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €), der in den sonstigen betrieblichen Erträgen beziehungsweise in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen wurde.

Eine Veränderung der wesentlichen Bewertungsparameter hätte sich auf den beizulegenden Zeitwert der Verträge ohne Berücksichtigung des Sicherungsinstruments wie folgt ausgewirkt:

31. Dezember 2024

Veränderung der zukünftig erwarteten Strompreise Veränderung der jährlich erwarteten Produktionsmenge Veränderung Kapitalkosten nach Steuern
in Prozent in Prozent in Prozentpunkten
in Mio. € +10 -10 +10 -10 +1 -1
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der virtuellen Strombezugsverträge 20 -19 6 -6 -3 3

31. Dezember 2023

Veränderung der zukünftig erwarteten Strompreise Veränderung der jährlich erwarteten Produktionsmenge Veränderung Kapitalkosten nach Steuern
in Prozent in Prozent in Prozentpunkten
in Mio. € +10 -10 +10 -10 +1 -1
Veränderung des beizulegenden Zeitwerts der virtuellen Strombezugsverträge 19 -19 6 -6 -3 3

Liquiditätsrisiken

Das Risiko, dass Merck seinen Zahlungsverpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann, wird sowohl durch die Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein konzernweites Cash-Management begrenzt. Informationen zu begebenen Anleihen sowie weiteren Finanzierungsquellen sind der Anmerkung (36) "Finanzschulden/Kapitalmanagement" zu entnehmen.

Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet.

In der nachfolgenden Liquiditätsrisikoanalyse sind die undiskontierten, vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten und die Nettozahlungsströme aus Derivaten mit negativen beizulegenden Zeitwerten dargestellt:

31. Dezember 2024

Zahlungsmittelabfluss <1 Jahr Zahlungsmittelabfluss 1-5 Jahre Zahlungsmittelabfluss >5 Jahre
in Mio. € Buchwert Zins Tilgung Zins Tilgung Zins
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Anleihen und Commercial Paper 1 7.693 -123 -2.287 -311 -4.126 -26
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 327 -9 -287 -1 -41 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.275 - -2.275 - - -
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 2.006 -53 -1.126 -78 -550 -21
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 514 - -290 - -224 -
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 59 -5 -13 -8 -45 -
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 20 - -15 - -5 -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 52 - -34 - -9 -
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 36 - -36 - - -
Rückerstattungsverbindlichkeiten 869 - -869 - - -
Leasingverbindlichkeiten 761 -21 -126 -64 -274 -82
14.612 -211 -7.357 -462 -5.274 -129
Zahlungsmittelabfluss >5 Jahre
in Mio. € Tilgung
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Anleihen und Commercial Paper 1 -1.300
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen -330
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden -
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang -10
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang -
Rückerstattungsverbindlichkeiten -
Leasingverbindlichkeiten -351
-1.991

1 Für die Hybridanleihen wurde eine Rückzahlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt angenommen.

31. Dezember 2023

Zahlungsmittelabfluss <1 Jahr Zahlungsmittelabfluss 1-5 Jahre Zahlungsmittelabfluss >5 Jahre
in Mio. € Buchwert Zins Tilgung Zins Tilgung Zins
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Anleihen und Commercial Paper 1 7.802 -164 -1.000 -241 -4.888 -63
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 283 -8 -277 -1 -7 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.546 - -2.546 - - -
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen 1.656 -52 -666 -97 -550 -35
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 667 - -319 - -348 -
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 68 -5 -20 -9 -47 -
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 2 - - - -2 -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 96 - -79 - -8 -
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 5 - -5 - - -
Rückerstattungsverbindlichkeiten 877 - -877 - - -
Leasingverbindlichkeiten 515 -11 -120 -22 -256 -15
14.518 -240 -5.909 -370 -6.106 -113
Zahlungsmittelabfluss >5 Jahre
in Mio. € Tilgung
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Anleihen und Commercial Paper 1 -1.934
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -
Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen -440
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden -
Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang -10
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang -
Rückerstattungsverbindlichkeiten -
Leasingverbindlichkeiten -137
-2.521

1 Für die Hybridanleihen wurde eine Rückzahlung zum frühestmöglichen Zeitpunkt angenommen.

Kreditrisiken

Kreditrisiko bedeutet für den Konzern das Risiko eines finanziellen Verlusts, sofern ein Kunde oder ein anderer Vertragspartner nicht in der Lage ist, seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Kreditrisiken bestehen für Merck im Wesentlichen aufgrund von bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstigen Forderungen, sonstigen Fremdkapitalinstrumenten, Derivaten und Vertragsvermögenswerten.

Die Kreditrisiken werden fortlaufend überwacht. Zudem werden die Risiken aus Kreditvergaben an Kunden und im Zuge von sonstigen Geschäftsbeziehungen gesteuert.

Der Konzern analysiert alle um mehr als 90 Tage überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und überprüft, ob ein Ausfall vorliegt. Weiterhin werden alle anderen um mehr als 30 Tage überfälligen Finanzinstrumente dahingehend überprüft, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos existiert. Beides dient der Untersuchung, ob objektive Hinweise auf eine Wertminderung bestehen, aufgrund derer eine zusätzliche Risikovorsorge zu erfassen ist.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Kreditrisiken

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerte wendet der Konzern ein vereinfachtes Wertminderungsmodell an, welches einen erwarteten Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit berücksichtigt. Zur Bewertung erwarteter Kreditausfälle werden die Vermögenswerte auf Basis des bestehenden Kreditrisikos und der jeweiligen Fälligkeitsstruktur gruppiert.

Die dabei zu berücksichtigenden Kundengruppen mit vergleichbaren Ausfallrisiken ergeben sich unternehmensbereichsspezifisch und entsprechend dem Geschäftssitz der jeweiligen Kunden.

Die Herleitung der prozentualen Abschlagssätze für das vereinfachte Wertminderungsmodell berücksichtigt Ausfallraten aus der Vergangenheit und aktuelle makroökonomische Erwartungen durch die Einbeziehung von länderspezifischen Ratings, da viele Kunden direkt oder indirekt von der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Sitzlands abhängig sind (öffentliche und private Gesundheitssysteme, Universitäten und forschende Unternehmen der Pharmaindustrie sowie im Rahmen von Entwicklungsplänen geförderte Industrien, insbesondere in Asien). Diese Länderratings werden zu drei separaten Ratinggruppen aggregiert. Historische Ausfallraten und Länderratings werden im Wertminderungsmodell als Approximation für die zukünftig zu erwartenden Ausfälle herangezogen.

Wenn sich das Rating eines Lands ändert, sind dementsprechend nicht mehr die historischen Ausfallraten der bisherigen Ratinggruppe, sondern die historischen Ausfallraten der Ratinggruppe, der das jeweilige Land neu zugeordnet wurde, anzuwenden.

Bei Hinweisen darauf, dass einzelne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen oder Vertragsvermögenswerte nicht oder nicht vollständig werthaltig sind, werden zusätzliche Wertminderungen zur Vorsorge für erwartete Kreditausfälle gebildet.

Um die finanzielle Stabilität und Planbarkeit des operativen Geschäfts sicherzustellen, wird ein Ausfall grundsätzlich immer angenommen, wenn der Schuldner seine Verbindlichkeiten nicht mehr vollumfänglich begleichen kann.

Von einem Schuldner mit beeinträchtigter Bonität wird bereits ausgegangen, sofern objektive Hinweise auf finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners vorliegen, wie das Verschwinden eines aktiven Markts für seine Produkte oder eine drohende Insolvenz. Die Nominalwerte von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die bereits bei Zugang bonitätsbeeinträchtigt sind, werden unter Anwendung des risikoadjustierten Effektivzinssatzes angesetzt. Der Zinssatz spiegelt die ursprünglich für die Gesamtlaufzeit erwarteten Kreditverluste wider.

Wertminderungen von sonstigen Forderungen

Bei den in den sonstigen Forderungen enthaltenen Leasingforderungen findet das vereinfachte Wertminderungsmodell Anwendung, während für die übrigen sonstigen Forderungen das dreistufige Modell zur Anwendung kommt. Zur Ermittlung von Wertminderungen von sonstigen Forderungen wird das individuelle Kreditrating des Vertragspartners herangezogen. Sofern von einem deutlich erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen wird, wird bei der Ermittlung des erwarteten Kreditverlusts die Gesamtlaufzeit betrachtet.

Im Rahmen von Einzelfalluntersuchungen wird zudem geprüft, ob objektive Erkenntnisse auf eine verminderte Werthaltigkeit von sonstigen Forderungen hindeuten. Zu solchen Hinweisen zählen beispielsweise ökonomische Schwierigkeiten des Schuldners, Vertragsverletzungen oder die Neuverhandlung von vertraglichen Zahlungspflichten.

Wertminderungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten

Investitionen in Fremdkapitalinstrumente, welche entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet werden, werden grundsätzlich als Investitionen mit geringem Risiko eingeschätzt, sodass der erwartete Kreditverlust der kommenden zwölf Monate zur Bemessung der Höhe der Wertminderung herangezogen wird.

Von den Vorgaben zur pflichtweisen Erfassung einer Risikovorsorge in Höhe des über die gesamte Laufzeit zu erwartenden Kreditverlusts wird im Zugangszeitpunkt und in der Folgebewertung bei finanziellen Vermögenswerten mit einem nur geringen Ausfallrisiko abgesehen. Für diese Vermögenswerte erfolgt daher keine Untersuchung, ob ein signifikanter Anstieg des Kreditrisikos vorliegt. Merck geht von keinem erhöhten Kreditrisiko zum Bilanzstichtag aus, sofern der Vertragspartner über ein entsprechendes Kreditrating (Investment Grade) verfügt.

Bei Erkenntnissen über eine Bonitätsverschlechterung des Schuldners, die sich noch nicht im bestehenden Kreditrating niederschlägt, erfolgen eine Anpassung der Kreditrisikoeinschätzung sowie eine Erhöhung der für zu erwartende Kreditverluste gebildeten Wertminderungen. In allen anderen Fällen erfolgt keine erneute Risikoeinschätzung zum Bilanzstichtag und das ursprünglich angenommene Risikoprofil wird beibehalten.

Sofern von einem deutlich erhöhten Ausfallrisiko ausgegangen wird, wird der erwartete Kreditverlust über die Gesamtlaufzeit des finanziellen Vermögenswerts berücksichtigt.

Das maximale Ausfallrisiko bei allen oben genannten Posten zum Berichtszeitpunkt entspricht den Nettobuchwerten abzüglich etwaiger Kreditversicherungsentschädigungen.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Kreditrisiken

Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Vertragsvermögenswerten

In Bezug auf Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie von

Vertragsvermögenswerten bestehen ausgeprägte Ermessensspielräume und Schätzungsunsicherheiten in Bezug auf

die Identifikation von Kundengruppen mit gleichen Ausfallrisiken,

die Identifikation von beeinträchtigter Bonität sowie

die Bestimmung der erwarteten Kreditverluste.

Wertminderungen von sonstigen finanziellen Vermögenswerten

Die Bestimmung der individuellen Wertminderungen ist ermessensbehaftet.

In der nachfolgenden Tabelle werden die innerhalb der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Wertminderungsaufwendungen für finanzielle Vermögenswerte aus operativen Transaktionen und Vertragsvermögenswerten sowie Erträge aus Wertaufholungen dargestellt:

in Mio. € 2024 2023
Wertminderungen und Wertaufholungen von finanziellen Vermögenswerten (netto) -8 -51
Davon: Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen -7 -50
Davon: Für Vertragsvermögenswerte - -
Davon: Für sonstige Fremdkapitalinstrumente, die zu fortgeführten Anschaffungskosten folgebewertet sind -2 -1
Davon: Für sonstige Fremdkapitalinstrumente, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet sind - -

Die oben dargestellten Wertminderungsaufwendungen und Wertaufholungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bezogen sich in voller Höhe auf Forderungen, die aus Verträgen mit Kunden resultierten. Die Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vorjahr in Höhe eines mittleren zweistelligen Millionen-Eurobetrags entfielen im Wesentlichen auf Forderungen gegenüber einem Vertriebspartner des Unternehmensbereichs Healthcare.

Kreditrisiken von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Das Kreditrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen von den individuellen Umständen des einzelnen Kunden beeinflusst. Darüber hinaus berücksichtigt Merck weitere Faktoren wie das generelle Ausfallrisiko der jeweiligen Branche sowie des Lands, in dem der Kunde operiert.

Das Kreditrisiko von Kunden wird mittels etablierter Kreditmanagementprozesse bewertet. Dies geschieht insbesondere durch Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Konzern überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Kunden in den jeweiligen Ländern und führt, sofern erforderlich, kreditrisikoreduzierende Maßnahmen durch.

Die nachfolgenden Tabellen stellen eine Übersicht des Exposure der Kreditrisiken gegliedert nach Unternehmensbereichen und Länderratings, die von führenden Ratingagenturen ermittelt werden, dar:

31. Dezember 2024

in Mio. € Life Science Healthcare Electronics Sonstiges Konzern
Externes Rating von mindestens A- oder vergleichbar 1.213 1.001 554 9 2.777
Externes Rating von mindestens BBB- oder vergleichbar 170 293 11 - 474
Externes Rating von weniger als BBB- oder vergleichbar 65 608 - - 673
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen 1.448 1.903 565 9 3.926

31. Dezember 2023

in Mio. € Life Science Healthcare Electronics Sonstiges Konzern
Externes Rating von mindestens A- oder vergleichbar 1.260 1.003 565 10 2.838
Externes Rating von mindestens BBB- oder vergleichbar 158 280 15 - 454
Externes Rating von weniger als BBB- oder vergleichbar 66 609 2 - 676
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen 1.484 1.892 582 10 3.969

Waren wurden üblicherweise unter Eigentumsvorbehalt verkauft. Weitere Sicherheiten wurden grundsätzlich nicht verlangt. Der Umfang der kreditversicherten Forderungen war für Merck von untergeordneter Bedeutung.

Die Wertminderungen basierend auf den erwarteten Kreditverlusten stellten sich für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2024 wie folgt dar:

31. Dezember 2024

in Mio. € Nicht überfällig Bis zu 90 Tage überfällig Bis zu 180 Tage überfällig Bis zu 360 Tage überfällig Mehr als 360 Tage überfällig Summe
Erwarteter Kreditverlust 0,3 % 0,4 % 1,5 % 25,7 % 70,7 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen 3.310 408 51 47 111 3.926
Davon: Mit signifikanten Ausfallrisiken 4 1 1 10 74 90
Wertminderungen -9 -2 -1 -12 -78 -101
Davon Forderungen mit signifikanten Ausfallrisiken betreffend -3 - - -10 -72 -85

Die Wertminderungen basierend auf den erwarteten Kreditverlusten stellten sich für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

31. Dezember 2023

in Mio. € Nicht überfällig Bis zu 90 Tage überfällig Bis zu 180 Tage überfällig Bis zu 360 Tage überfällig Mehr als 360 Tage überfällig Summe
Erwarteter Kreditverlust 0,4 % 0,8 % 7,4 % 39,0 % 72,4 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vor Wertminderungen 3.342 432 67 55 73 3.969
Davon: Mit signifikanten Ausfallrisiken 10 1 4 18 46 79
Wertminderungen -15 -3 -5 -22 -53 -97
Davon Forderungen mit signifikanten Ausfallrisiken betreffend -9 -1 -4 -18 -46 -78

Kreditrisiken aus sonstigen Forderungen

Zum 31. Dezember 2024 bestanden sonstige Forderungen vor Wertminderungen in Höhe von 168 Mio. € (31. Dezember 2023: 175 Mio. €). Davon waren sonstige Forderungen in Höhe von 163 Mio. € (31. Dezember 2023: 172 Mio. €) der Stufe 1 des dreistufigen Wertminderungsmodells, für die im Rahmen der Betrachtung des individuellen Kreditrisikos des jeweiligen Vertragspartners der erwartete Kreditverlust der kommenden zwölf Monate zur Bemessung der Höhe der Wertminderung herangezogen wurde, zugeordnet. Die gebildeten Wertminderungen für sonstige Forderungen sind in der nächstfolgenden Tabelle dargestellt.

Kreditrisiken aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten

Merck begrenzt Kreditrisiken aus sonstigen finanziellen Vermögenswerten, indem Verträge ganz überwiegend nur mit Vertragspartnern guter Bonität abgeschlossen werden. Das Kreditrisiko aus Finanzkontrakten wird täglich auf Basis von Marktinformationen über Credit-Default-Swapsätze sowie regelmäßig über Ratinginformationen überwacht.

Die Wertminderungen der finanziellen Vermögenswerte entwickelten sich wie folgt:

2024

in Mio. € 1.1. Nettozuführungen Inanspruchnahme Umgliederung innerhalb der Stufen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) -97 -7 5 1
Davon: Stufe 2 -20 3 - 1
Davon: Stufe 3 -74 -10 5 -
Davon: POCI 1 -3 1 - -
Vertragsvermögenswerte - - - -
Davon: Stufe 2 - - - -
Davon: Stufe 3 - - - -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) -1 -2 - -
Davon: Stufe 1 - - - -
Davon: Stufe 2 - - - -
Davon: Stufe 3 - -2 - -
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -99 -8 5 1
in Mio. € Effekte aus der Währungsumrechnung Änderungen des Konsolidierungskreises
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) -3 -
Davon: Stufe 2 - -
Davon: Stufe 3 -3 -
Davon: POCI 1 - -
Vertragsvermögenswerte - -
Davon: Stufe 2 - -
Davon: Stufe 3 - -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) - -
Davon: Stufe 1 - -
Davon: Stufe 2 - -
Davon: Stufe 3 - -
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -3 -
in Mio. € 31.12.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) -101
Davon: Stufe 2 -16
Davon: Stufe 3 -83
Davon: POCI 1 -2
Vertragsvermögenswerte -
Davon: Stufe 2 -
Davon: Stufe 3 -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) -3
Davon: Stufe 1 -
Davon: Stufe 2 -
Davon: Stufe 3 -2
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -105

1 Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität.

2023

in Mio. € 1.1. Nettozuführungen Inanspruchnahme Umgliederung innerhalb der Stufen
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) -63 -50 11 -
Davon: Stufe 2 -31 2 - 7
Davon: Stufe 3 -31 -50 11 -7
Davon: POCI 1 -1 -2 - -
Vertragsvermögenswerte - - - -
Davon: Stufe 2 - - - -
Davon: Stufe 3 - - - -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) -1 -1 - -
Davon: Stufe 1 - - - -
Davon: Stufe 2 - - - -
Davon: Stufe 3 - -1 - -
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -64 -51 11 -
in Mio. € Effekte aus der Währungsumrechnung Änderungen des Konsolidierungskreises
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) 4 -
Davon: Stufe 2 1 -
Davon: Stufe 3 2 -
Davon: POCI 1 - -
Vertragsvermögenswerte - -
Davon: Stufe 2 - -
Davon: Stufe 3 - -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) - -
Davon: Stufe 1 - -
Davon: Stufe 2 - -
Davon: Stufe 3 - -
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte 4 -
in Mio. € 31.12.
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (inkl. kurzfristige Leasingforderungen) -97
Davon: Stufe 2 -20
Davon: Stufe 3 -74
Davon: POCI 1 -3
Vertragsvermögenswerte -
Davon: Stufe 2 -
Davon: Stufe 3 -
Sonstige Forderungen (inkl. langfristige Leasingforderungen) -1
Davon: Stufe 1 -
Davon: Stufe 2 -
Davon: Stufe 3 -1
Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte -99

1 Finanzielle Vermögenswerte mit bereits bei Erwerb oder Ausreichung beeinträchtigter Bonität.

Es ergaben sich keine wesentlichen Änderungen der Zuführungen und Auflösungen der Wertminderungen in Stufe 2 aus der Veränderung der prozentualen Abschlagssätze für das vereinfachte Wertminderungsmodell.

(42) Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Angaben zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Nachfolgend sind die Bewertungstechniken und wesentlichen Inputfaktoren dargestellt, die bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten zur Anwendung kommen:

Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1)

Enthaltene Finanzinstrumente Beschreibung der Bewertungstechnik Wesentliche verwendete Inputfaktoren zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente Aktien Ableitung aus einem aktiven Markt Notierte Preise an einem aktiven Markt
Sonstige Fremdkapitalinstrumente Anleihen
Sonstige (kurzfristige) Geldanlagen
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente Aktien
Sonstige Fremdkapitalinstrumente Öffentlich gehandelte Fonds Ableitung aus einem aktiven Markt Notierte Preise an einem aktiven Markt
Sonstige (kurzfristige) Geldanlagen
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Kurzfristig gehandelte Geldanlagen und Fonds
Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden Anleihen Ableitung aus einem aktiven Markt Notierte Preise an einem aktiven Markt

Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2)

Enthaltene Finanzinstrumente Beschreibung der Bewertungstechnik Wesentliche verwendete Inputfaktoren zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Derivate (ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang) Devisentermingeschäfte und Fremdwährungsoptionen Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren Am Markt beobachtbare Kassa- und Terminkurse sowie Wechselkursvolatilitäten
Derivate (mit bilanziellem Sicherungszusammenhang) Devisentermingeschäfte und Fremdwährungsoptionen Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren Am Markt beobachtbare Kassa- und Terminkurse sowie Wechselkursvolatilitäten
Finanzielle Schulden
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Derivate (ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang) Devisentermingeschäfte und Fremdwährungsoptionen Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren Am Markt beobachtbare Kassa- und Terminkurse sowie Wechselkursvolatilitäten
Derivate (mit bilanziellem Sicherungszusammenhang) Devisentermingeschäfte und Fremdwährungsoptionen Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren Am Markt beobachtbare Kassa- und Terminkurse sowie Wechselkursvolatilitäten
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Finanzschulden Bankverbindlichkeiten und sonstige Darlehensverbindlichkeiten Abzinsung zukünftiger Zahlungsströme Am Markt beobachtbare Zinssätze

Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3)

Finanzielle Vermögenswerte Enthaltene Finanzinstrumente Beschreibung der Bewertungstechnik Wesentliche verwendete Inputfaktoren zur Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente Eigenkapitalbeteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen Abzinsung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme Erwartete Zahlungsströme aus jüngster Unternehmensplanung, durchschnittliche Kapitalkosten, erwartete langfristige Wachstumsrate
Ableitung aus beobachtbaren Preisen im Rahmen von Eigenkapitalrefinanzierungen in hinreichender zeitlicher Nähe zum Abschlussstichtag unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen Abgeleitete beobachtbare Preise aus Eigenkapitalrefinanzierungen
Kostenbasierte Bewertungsmodelle Anschaffungskosten
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aufgrund einer Factoringvereinbarung für einen Verkauf vorgesehen sind Nennwert abzüglich Factoringgebühren Nennwert der potenziell zu veräußernden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, durchschnittliche Gebühren für Forderungsverkäufe
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Derivate (ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang) Virtuelle Strombezugsverträge Abzinsung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme Strom-Future-Preiskurven, erwartete Stromproduktionsmengen, Diskontierungsfaktoren
Bedingte Gegenleistungen Bedingte Gegenleistungen aus der Veräußerung von Geschäften oder Anteilen an Kapitalgesellschaften Abzinsung wahrscheinlichkeitsgewichteter zukünftiger Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelte Umsatzplanungen, Meilensteinzahlungen, Eintrittswahrscheinlichkeiten von regulatorischen und kommerziellen Ereignissen, Diskontierungsfaktoren
Sonstige Fremdkapitalinstrumente Darlehen mit variablen Rückflüssen Abzinsung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme Erwartete Zahlungsströme aus jüngster Planung, Diskontierungsfaktoren
Beteiligungen an nicht börsennotierten Fonds Berücksichtigung der beizulegenden Zeitwerte der Unternehmen, an denen die Fonds beteiligt sind Nettoinventarwerte der Fondsbeteiligungen
Anteile mit Kündigungs- oder Rückgabeoptionen Ableitung aus beobachtbaren Preisen im Rahmen von Refinanzierungen in hinreichender zeitlicher Nähe zum Abschlussstichtag unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen Abgeleitete beobachtbare Preise aus ähnlichen Refinanzierungen
Schuldverschreibungen mit Wandlungsrecht auf Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren Am Markt beobachtbare Zinssätze
Finanzielle Schulden
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Derivate (ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang) Virtuelle Strombezugsverträge und deren Sicherungsgeschäft Abzinsung erwarteter zukünftiger Zahlungsströme Strom-Future-Preiskurven, erwartete Stromproduktionsmengen, Diskontierungsfaktoren
Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren
Bedingte Gegenleistungen Bedingte Gegenleistungen aus dem Erwerb von Geschäften Abzinsung wahrscheinlichkeitsgewichteter zukünftiger Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelte Umsatzplanungen, Meilensteinzahlungen, Eintrittswahrscheinlichkeiten von regulatorischen und kommerziellen Ereignissen, Diskontierungsfaktoren

Bei Bewertungen von Finanzinstrumenten zum beizulegenden Zeitwert wird das Kontrahentenrisiko berücksichtigt. Bei originären Finanzinstrumenten, wie sonstigen Verbindlichkeiten oder zinstragenden Wertpapieren, erfolgt dies in Form von Risikoaufschlägen auf den Diskontierungszins; bei Derivaten erfolgt die Berücksichtigung in Form von Marktwertabschlägen, sogenannten Credit Valuation Adjustments und Debit Valuation Adjustments. Umgruppierungen zwischen den einzelnen Leveln der Bewertungshierarchie zum beizulegenden Zeitwert erfolgen zum Ende des Monats, in dem das auslösende Ereignis - beispielsweise ein Börsengang - stattfindet.

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen (Level 3)

Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten aus bedingten Gegenleistungen erfolgt, indem die erwarteten zukünftigen Zahlungszuflüsse und -abflüsse aus Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelten mit entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet und abgezinst werden. Die bedeutendsten Parameter im Rahmen der Bewertung von bedingten Gegenleistungen sind

die geschätzten Erfolgswahrscheinlichkeiten der einzelnen Meilensteinereignisse,

die zur Ableitung von Lizenzentgelten unterstellte Umsatzplanung sowie

der verwendete Diskontierungsfaktor.

Bei der Bestimmung der Erfolgswahrscheinlichkeiten der einzelnen Meilensteinereignisse in Zusammenhang mit der Entwicklung von Wirkstoffkandidaten wird auf empirisch verfügbare Erfolgswahrscheinlichkeiten von Entwicklungsprogrammen in vergleichbaren Phasen der klinischen Entwicklung in den betreffenden Indikationsgebieten abgestellt. Zur Ableitung der Umsatzplanungen wird auf interne Umsatzplanungen sowie Umsatzplanungen von externen Branchendiensten zurückgegriffen. Der Diskontierungszinssatz (nach Steuern) zum 31. Dezember 2024 von 6,0 % (31. Dezember 2023: 6,6 %) wurde aus den durchschnittlichen gewichteten Kapitalkosten ermittelt.

Erträge und Aufwendungen aus der Abzinsung wahrscheinlichkeitsgewichteter zukünftiger Meilensteinzahlungen und Lizenzentgelte und aus Änderungen der Diskontierungszinssätze werden im Finanzergebnis erfasst.

Bedeutende Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten

Eigenkapitalbeteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen

Sowohl die Bestimmung der im Rahmen von Discounted-Cashflow-Verfahren einzubeziehenden Parameter als auch die Ableitung des beizulegenden Zeitwerts aus beobachtbaren Preisen von Eigenkapitalrefinanzierungen sind mit Ermessensentscheidungen und Schätzungsunsicherheiten behaftet.

Vermögenswerte aus bedingten Gegenleistungen

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten aus bedingten Gegenleistungen ist in hohem Maße ermessensbehaftet.

Die materiell bedeutsamste bedingte Gegenleistung war der zukünftige Kaufpreisanspruch aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, am 31. August 2017. Dieser wurde beim erstmaligen Ansatz im Jahr 2017 durch einen externen Gutachter ermittelt und auf dieser Basis fortgeführt. Der Buchwert zum 31. Dezember 2024 betrug 126 Mio. € (31. Dezember 2023: 118 Mio. €).

Mit Erreichen des letzten regulatorischen Meilensteins im Zusammenhang mit der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts im Geschäftsjahr 2024 ist die Zulassungswahrscheinlichkeit keine wertbestimmende Größe mehr für die bedingte Gegenleistung, sondern lediglich der Anspruch auf umsatzabhängige Lizenzentgelte und der Diskontierungsfaktor. Sofern im Rahmen der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts dieser bedingten Gegenleistung am Bilanzstichtag der Diskontierungsfaktor geringer oder höher eingeschätzt worden wäre, hätte dies zu den nachfolgenden Bewertungsänderungen mit entsprechenden Auswirkungen auf das Ergebnis vor Ertragsteuern geführt:

31. Dezember 2024

Veränderung der Zulassungswahrscheinlichkeit
in Mio. € -10
%
unverändert 10
%
5,5 % 3
Veränderung des Diskontierungsfaktors 6,0 % (unverändert) 0
6,5 % -3

31. Dezember 2023

Veränderung der Zulassungswahrscheinlichkeit
in Mio. € -10
%
unverändert 10
%
6,1 % -3 3 9
Veränderung des Diskontierungsfaktors 6,6 % (unverändert) -6 0 6
7,1 % -8 -3 3

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2024 für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar:

31. Dezember 2024

Buchwert Beizulegender Zeitwert 1
in Mio. € Konzernanhang Kurzfristig Langfristig Summe Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1) Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2)
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34 867 - 867
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (ohne Leasingforderungen) 24 3.932 25 3.957
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 580 3 583
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente 35 - 798 798 243 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 24 24 - 24 - -
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 0 1 1 1 -
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 34 1.658 - 1.658 1.658 -
Bedingte Gegenleistungen 35 - 151 151 - -
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 0 162 162 68 -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 35, 38 75 57 131 - 70
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 35, 38 8 - 8 - 8
Leasingforderungen (nach IFRS 16 zu bewerten) 2 24 6 3 9
Summe 7.150 1.200 8.350 1.970 78
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 29 2.275 - 2.275
Finanzschulden 36 3.667 6.373 10.040 7.469 2.355
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 37 336 224 560
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 37 15 5 20 - -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 36, 37, 38 34 18 52 - 31
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 37, 38 36 - 36 - 36
Rückerstattungsverbindlichkeiten 9 869 - 869
Leasingverbindlichkeiten (nach IFRS 16 zu bewerten) 2 36 137 625 761
Summe 7.368 7.244 14.612 7.469 2.422
Beizulegender Zeitwert 1
in Mio. € Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3) Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (ohne Leasingforderungen)
Sonstige Fremdkapitalinstrumente
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente 555 798
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 24 24
Sonstige Fremdkapitalinstrumente - 1
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 1.658
Bedingte Gegenleistungen 151 151
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 94 162
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 61 131
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang - 8
Leasingforderungen (nach IFRS 16 zu bewerten) 2
Summe 885 2.933
Finanzielle Verbindlichkeiten
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Finanzschulden - 9.824
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 20 20
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 21 52
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang - 36
Rückerstattungsverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten (nach IFRS 16 zu bewerten) 2
Summe 41 9.932

1 Für Angaben über bestimmte beizulegende Zeitwerte wurde die Erleichterungsvorschrift des IFRS 7.29(a) in Anspruch genommen. Bei den Leasingverbindlichkeiten wird explizit im IFRS 7.29(d) die Angabe über den beizulegenden Zeitwert nicht verlangt.
2 Wertansätze aus IFRS 16 sind vom Anwendungsbereich des IFRS 13 ausgenommen (IFRS 13.6(b)).

Die nachfolgende Tabelle stellt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Schulden zum 31. Dezember 2023 für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten gemäß IFRS 9 dar:

31. Dezember 2023

Buchwert Beizulegender Zeitwert 1
in Mio. € Konzernanhang Kurzfristig Langfristig Summe Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1) Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2)
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3 34 1.022 - 1.022
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (ohne Leasingforderungen) 24 3.988 25 4.012
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 222 4 225
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente 35 - 643 643 207 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 24 25 - 25 - -
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 198 1 199 199 -
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3 34 965 - 965 965 -
Bedingte Gegenleistungen 35 - 125 125 - -
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 35 33 161 194 98 -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 35, 38 30 47 77 - 27
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 35, 38 37 - 37 - 37
Leasingforderungen (nach IFRS 16 zu bewerten) 2 24 6 3 9
Summe 6.526 1.008 7.534 505 65
Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 29 2.546 - 2.546
Finanzschulden 36 899 8.846 9.745 7.367 1.935
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 37 385 345 731
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 37 - 2 2 - -
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 36, 37, 38 79 18 96 - 77
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 37, 38 5 - 5 - 5
Rückerstattungsverbindlichkeiten 9 877 - 877
Leasingverbindlichkeiten (nach IFRS 16 zu bewerten) 2 36 122 393 515
Summe 4.912 9.605 14.518 7.367 2.017
Beizulegender Zeitwert 1
in Mio. € Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3) Summe
Finanzielle Vermögenswerte
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen (ohne Leasingforderungen)
Sonstige Fremdkapitalinstrumente
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Eigenkapitalinstrumente 436 643
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 25 25
Sonstige Fremdkapitalinstrumente - 199
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 3 - 965
Bedingte Gegenleistungen 125 125
Sonstige Fremdkapitalinstrumente 95 194
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 50 77
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang - 37
Leasingforderungen (nach IFRS 16 zu bewerten) 2
Summe 731 2.265
Finanzielle Schulden
Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten
Finanzschulden - 9.302
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
Bedingte Gegenleistungen 2 2
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 20 96
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang - 5
Rückerstattungsverbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten (nach IFRS 16 zu bewerten) 2
Summe 22 9.406

1 Für Angaben über bestimmte beizulegende Zeitwerte wurde die Erleichterungsvorschrift des IFRS 7.29(a) in Anspruch genommen. Bei den Leasingverbindlichkeiten wird explizit im IFRS 7.29(d) die Angabe über den beizulegenden Zeitwert nicht verlangt.
2 Wertansätze aus IFRS 16 sind aus dem Anwendungsbereich des IFRS 13 ausgenommen (IFRS 13.6(b)).
3 Vorjahreszahlen wurden angepasst.

Die Entwicklung der in Level 3 eingestuften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten stellte sich im Vorjahr wie folgt dar:

2023

Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Sonstige Fremdkapitalinstrumente Bedingte Gegenleistungen Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang
Nettobuchwerte, 1.1.2023 93 250 53
Zugänge 21 - -
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) 10 56 2
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend 10 6 -2
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) 5 10 -
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend 5 10 -
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-)
Währungsumrechnungsdifferenz -2 - -3
Abgänge -21 -190 -2
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - - -
Sonstiges -11 - -
Nettobuchwerte, 31.12.2023 95 125 50
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Eigenkapitalinstrumente
Nettobuchwerte, 1.1.2023 415
Zugänge 59
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis)
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen)
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) 47
Währungsumrechnungsdifferenz -1
Abgänge -29
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 -3
Sonstiges -51
Nettobuchwerte, 31.12.2023 436
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Bedingte Gegenleistungen
Nettobuchwerte, 1.1.2023 22 -4
Zugänge 72 -
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) - 0
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - 0
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) - -
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - -
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) -
Währungsumrechnungsdifferenz - -
Abgänge -69 2
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - -
Sonstiges - -
Nettobuchwerte, 31.12.2023 25 -2
Finanzielle Schulden
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang Summe
Nettobuchwerte, 1.1.2023 -23 806
Zugänge - 152
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) 1 69
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend 1 16
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) - 14
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - 14
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) 47
Währungsumrechnungsdifferenz - -5
Abgänge 3 -307
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - -3
Sonstiges - -62
Nettobuchwerte, 31.12.2023 -20 710

Die Entwicklung der in Level 3 eingestuften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden für jede einzelne Klasse von Finanzinstrumenten stellte sich im Geschäftsjahr 2024 wie folgt dar:

2024

Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Sonstige Fremdkapitalinstrumente Bedingte Gegenleistungen Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang
Nettobuchwerte, 1.1.2024 95 125 50
Zugänge 30 10 -
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) 0 46 8
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - 7 8
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) 3 12 1
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend 3 12 1
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-)
Währungsumrechnungsdifferenz 3 - 3
Abgänge -19 -42 -
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - - -
Sonstiges -19 - -
Nettobuchwerte, 31.12.2024 94 151 61
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Eigenkapitalinstrumente
Nettobuchwerte, 1.1.2024 436
Zugänge 107
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis)
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen)
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) -3
Währungsumrechnungsdifferenz 0
Abgänge -4
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 -
Sonstiges 19
Nettobuchwerte, 31.12.2024 555
Finanzielle Vermögenswerte Finanzielle Schulden
Erfolgsneutrale Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Bedingte Gegenleistungen
Nettobuchwerte, 1.1.2024 25 -2
Zugänge 44 -18
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) - 1
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend 0 1
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) - -
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - -
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) 0
Währungsumrechnungsdifferenz - -
Abgänge -44 -
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - -
Sonstiges - -
Nettobuchwerte, 31.12.2024 24 -20
Finanzielle Schulden
Erfolgswirksame Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert
in Mio. € Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang Summe
Nettobuchwerte, 1.1.2024 -20 710
Zugänge - 173
Umgruppierungen in Level 3 aus Level 1/Level 2 - -
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (sonstiges betriebliches Ergebnis) -3 52
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend -3 13
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) (Finanzierungserträge/ -aufwendungen) - 16
Davon: Auf zum Bilanzstichtag gehaltene Vermögenswerte/ Schulden entfallend - 16
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+)/ Verluste (-) -2
Währungsumrechnungsdifferenz - 6
Abgänge 2 -108
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1/Level 2 - -
Sonstiges - -
Nettobuchwerte, 31.12.2024 -21 845

Die Abgänge im Berichtszeitraum betrafen insbesondere erhaltene Zahlungen im Zusammenhang mit der bedingten Gegenleistung aus der Veräußerung des Biosimilars-Geschäfts an ein Tochterunternehmen der Fresenius SE & Co. KGaA, Bad Homburg vor der Höhe, sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen von Factoringvereinbarungen. In der Zeile "Sonstiges" wurden hauptsächlich Darlehen ausgewiesen, die im Geschäftsjahr in Eigenkapitalinstrumente gewandelt wurden. Im Vorjahr wurde zudem die Umgliederung des beizulegenden Zeitwerts der Eigenkapitalbeteiligung an der Calypso Biotech B.V., Niederlande, (Calypso) in die zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte in der Zeile "Sonstiges" ausgewiesen. Die Eigenkapitalinstrumente an Calypso wurden zum 8. Januar 2024 für einen mittleren zweistelligen MillionenEurobetrag veräußert. Die im sonstigen Ergebnis erfassten kumulativen Erträge in Höhe von 48 Mio. € wurden in die Gewinnrücklagen umgegliedert. Weitere Informationen zur Veräußerungsgruppe finden sich in Anmerkung (6) "Akquisitionen und Desinvestitionen". Die erfolgsneutral erfassten Gewinne und Verluste von Vermögenswerten des Level 3 wurden unter der Bezeichnung "Anpassung an Marktwerte" im sonstigen Ergebnis in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesen.

(43) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliederten sich wie folgt:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 745 1.431
Erwerb von Sachanlagen 325 483
Sonstige finanzielle Verpflichtungen 1.071 1.914

Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestanden insbesondere aufgrund bedingter Gegenleistungen im Rahmen von Einlizenzierungsvereinbarungen. In diesen Vereinbarungen ist Merck Verpflichtungen zu Meilensteinzahlungen beim Erreichen von bestimmten Zielen eingegangen. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass sämtliche Meilensteine erreicht werden, müsste Merck bis zu 745 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.431 Mio. €) für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten zahlen. Sonstige finanzielle Verpflichtungen aus möglichen zukünftigen umsatzbasierten Lizenzentgelten und Meilensteinzahlungen sind in obiger Tabelle nicht enthalten. Der Rückgang der sonstigen finanziellen Verpflichtungen zum Erwerb immaterieller Vermögenswerte war im Wesentlichen auf die Beendigung des Xevinapant-Programms zurückzuführen (siehe Anmerkung (7) "Kollaborations- und Lizenzvereinbarung").

Die erwarteten Fälligkeiten der Verpflichtungen zum Erwerb immaterieller Vermögenswerte stellten sich wie folgt dar:

in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023
Innerhalb von 1 Jahr 38 278
In 1 - 5 Jahren 349 548
Nach mehr als 5 Jahren 359 604
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten 745 1.431

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen wurden zum Nominalwert dargestellt.

Sonstige Angaben

(44) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Nahestehend zum E. Merck-Konzern sind die E. Merck Beteiligungen KG und die Emanuel-Merck-Vermögens-KG. Daneben sind auch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der E. Merck KG, assoziierte Gesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen des E. Merck-Konzerns sowie Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind, nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24. Des Weiteren sind die Mitglieder des Vorstands und des Gesellschafterrats der E. Merck KG, der Geschäftsleitung der Merck KGaA sowie ihre nahen Familienangehörigen nahestehende Personen; von diesem Personenkreis beherrschte Unternehmen oder unter gemeinschaftlicher Führung von diesem Personenkreis stehende Unternehmen sind ebenfalls nahestehende Unternehmen.

Die Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen stellten sich wie folgt dar:

Erlöse Aufwendungen
in Mio. € 2024 2023 2024 2023
E. Merck Beteiligungen KG 1,6 0,4 66,3 59,1
Emanuel-Merck-Vermögens-KG 0,9 0,5 0,0 0,0
Merck Capital Asset Management Limited, Malta 0,1 0,0 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 0,6 0,9 0,1 0,0
Gemeinschaftsunternehmen 3,3 2,3 0,0 0,0
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 0,4 0,2 0,1 0,6
Im Mehrheitsbesitz befindliche nicht beherrschte Unternehmen 0,4 0,3 0,1 0,0
Mitglieder des Vorstands der E. Merck KG und der Geschäftsleitung der Merck KGaA 0,0 0,0 2,1 0,4
Forderungen Verbindlichkeiten
in Mio. € 31.12.2024 31.12.2023 31.12.2024 31.12.2023
E. Merck Beteiligungen KG 16,5 14,8 1.957,0 1.591,0
Emanuel-Merck-Vermögens-KG 20,9 21,0 0,0 0,0
Merck Capital Asset Management Limited, Malta 0,0 0,0 0,0 0,0
Assoziierte Unternehmen 8,9 19,5 0,0 0,0
Gemeinschaftsunternehmen 0,8 0,6 0,0 0,0
Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften 3,0 2,9 2,9 0,2
Im Mehrheitsbesitz befindliche nicht beherrschte Unternehmen 0,0 0,0 0,5 0,9
Mitglieder des Vorstands der E. Merck KG und der Geschäftsleitung der Merck KGaA 0,0 0,0 46,3 64,4

Die Erlöse enthielten Zinserträge in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) von der Emanuel-Merck-Vermögens-KG. Die Aufwendungen enthielten Zinsaufwendungen in Höhe von 66,3 Mio. € (Vorjahr: 59,1 Mio. €) gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG. Diese standen im Zusammenhang mit Finanzforderungen und -schulden. Zum 31. Dezember 2024 betrugen die Finanzforderungen an die Emanuel-Merck-Vermögens-KG 20,9 Mio. € (31. Dezember 2023: 21,0 Mio. €) und die Finanzschulden gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG 1.956,9 Mio. € (31. Dezember 2023: 1.590,9 Mio. €). Es bestanden keine Besicherungen oder Garantien; weder zugunsten noch zulasten des E. Merck-Konzerns.

Die verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Mitgliedern des Vorstands der E. Merck KG und der Geschäftsleitung der Merck KGaA in Höhe von 46,3 Mio. € (31. Dezember 2023: 64,4 Mio. €) betrafen überwiegend nicht ausgezahlte unbedingte Vergütungen für deren Tätigkeit als Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA. Daraus ergaben sich Zinsaufwendungen in Höhe von 2,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €).

Der Aufwand aus im Berichtsjahr 2024 vorgenommenen Wertminderungen auf Forderungen gegenüber nicht konsolidierten Tochtergesellschaften betrug 0,0 Mio. € (Vorjahr: 7,0 Mio. €).

Angaben zu Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind, sind in Anmerkung (32) "Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer" enthalten.

In diesen Konzernabschluss einbezogene Gesellschaften erfassten, ebenso wie im Vorjahr, Aufwendungen für von Mitgliedern des Vorstands der E. Merck KG bei diesen Gesellschaften erbrachte Leitungsaufgaben. Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2024, ebenso wie im Vorjahr, keine wesentlichen Geschäfte zwischen Gesellschaften des E. Merck-Konzerns und Mitgliedern des Vorstands oder des Gesellschafterrats der E. Merck KG, der Geschäftsleitung der Merck KGaA sowie ihren nahen Familienangehörigen statt.

(45) Aufwand für Abschlussprüfer

Der Aufwand für den Konzernabschlussprüfer (Deloitte) gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 9 HGB setzte sich wie folgt zusammen:

2024
in Mio. € Konzern Davon: Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland
Abschlussprüfungen 12,3 5,4
davon für das Vorjahr 0,5 0,5
Sonstige Bestätigungsleistungen 1,2 1,0
Steuerberatungsleistungen - -
Sonstige Leistungen - -
Summe 13,4 6,4

Die Aufwendungen für sonstige Bestätigungsleistungen gegenüber der Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft entstanden im Wesentlichen für die Prüfung der (Konzern-) Nachhaltigkeitserklärung der Merck KGaA sowie für die freiwillige Prüfung im Zusammenhang mit der geplanten Veräußerung der Geschäftseinheit Surface Solutions.

Konsolidierungskreis

(46) Aufstellung des Anteilsbesitzes

Nachfolgend ist die Anteilsbesitzliste der E. Merck KG zum 31. Dezember 2024 dargestellt:

Land Gesellschaft Sitz Anteil am Kapital
(%)
Davon: E. Merck KG
(%)
I. Vollkonsolidierte Unternehmen
Deutschland
Deutschland E. Merck KG Darmstadt Obergesellschaft
Deutschland AZ Electronic Materials GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Biochrom GmbH A) Berlin 100,00
Deutschland Chemitra GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Emedia Export Company mbH Gernsheim 100,00
Deutschland Merck 12. Allgemeine Beteiligungs-GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 13. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 15. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 16. Allgemeine Beteiligungs-GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 20. Allgemeine Beteiligungs-GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 21. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 24. Allgemeine Beteiligungs-GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 25. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Chemicals GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Consumer Health Holding Germany GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Display Trading GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Electronics KGaA A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Export GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Financial Services GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Financial Trading GmbH Gernsheim 100,00
Deutschland Merck Gernsheim Holding GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Healthcare Germany GmbH A) Weiterstadt 100,00
Deutschland Merck Healthcare Holding GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Healthcare KGaA A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Holding GmbH Gernsheim 100,00
Deutschland Merck International GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Internationale Beteiligungen GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck KGaA Darmstadt 70,27 70,27
Deutschland Merck Life Science Holding GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Life Science KGaA A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck LS RTU GmbH A) Weiterstadt 100,00
Deutschland Merck Patent GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Performance Materials GmbH Wiesbaden 100,00
Deutschland Merck Performance Materials Holding GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Real Estate GmbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Merck Schuchardt OHG Hohenbrunn 100,00
Deutschland Merck Site Management GmbH A) Gernsheim 100,00
Deutschland Merck Surface Solutions GmbH A) Gernsheim 100,00
Deutschland Merck Vierte Allgemeine Beteiligungsgesellschaft mbH Gernsheim 100,00
Deutschland Merck Wohnungs- und Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH A) Darmstadt 100,00
Deutschland Sigma-Aldrich Biochemie GmbH Hamburg 99,99
Deutschland Sigma-Aldrich Chemie GmbH Schnelldorf 99,99
Deutschland Sigma-Aldrich Chemie Holding GmbH Taufkirchen 99,99
Deutschland Sigma-Aldrich Grundstücks GmbH & Co. KG Schnelldorf 100,00
Deutschland Sigma-Aldrich Logistik GmbH Schnelldorf 100,00
Deutschland Sigma-Aldrich Verwaltungs GmbH Schnelldorf 100,00
Deutschland Unity Semiconductor GmbH Dresden 100,00
Deutschland Versum Materials Germany GmbH Darmstadt 100,00
Übriges Europa
Belgien Merck Chemicals NV/SA Hoeilaart 100,00
Belgien Merck Life Science BV Hoeilaart 100,00
Belgien Merck NV/SA Hoeilaart 100,00
Bulgarien Merck Bulgaria EAD Sofia 100,00
Dänemark Merck A/S Söborg 99,98
Dänemark Merck Life Science A/S Söborg 99,99
Estland Merck Serono OÜ Tallinn 100,00
Finnland Merck Life Science OY Espoo 99,99
Finnland Merck OY Espoo 100,00
Frankreich Gonnon S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Merck Biodevelopment S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Merck Chimie S.A.S. Fontenay s/Bois 99,86
Frankreich Merck Performance Materials S.A.S. Trosly Breuil 99,86
Frankreich Merck S.A. Lyon 99,86
Frankreich Merck Santé S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Merck Serono S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Millipore S.A.S. Molsheim 99,87
Frankreich Sigma-Aldrich Chimie S.a.r.l. Saint Quentin Fallavier 99,87
Frankreich Sigma-Aldrich Chimie SNC Saint Quentin Fallavier 99,99
Frankreich Sigma-Aldrich Holding S.a.r.l. Saint Quentin Fallavier 99,99
Frankreich Unity-SC SAS Montbonnot-Saint-Martin 100,00
Frankreich Unity Semiconductor SAS Montbonnot-Saint-Martin 100,00
Griechenland Merck Commercial Industrial Pharmaceutical Chemical Single Member S.A. Maroussi 100,00
Großbritannien BioReliance Limited Aberdeen 100,00
Großbritannien Epichem Group Limited Gillingham 99,99
Großbritannien Merck Holding Ltd. Feltham 100,00
Großbritannien Merck Investments Ltd. Feltham 100,00
Großbritannien Merck Life Science UK Limited Gillingham 99,99
Großbritannien Merck Performance Materials Limited Feltham 99,99
Großbritannien Merck Serono Ltd. Feltham 99,99
Großbritannien Millipore (U.K.) Limited Feltham 99,99
Großbritannien SAFC Biosciences Limited Gillingham 99,99
Großbritannien SAFC Hitech Limited Gillingham 99,99
Großbritannien Sigma-Aldrich Company Limited Gillingham 99,99
Großbritannien Versum Materials UK Limited Feltham 100,00
Irland Merck Finance Limited Carrigtwohill 100,00
Irland Merck Life Science Limited Arklow 99,99
Irland Merck Millipore Ltd. Carrigtwohill 99,99
Irland Merck Serono (Ireland) Ltd. Dublin 100,00
Irland Millipore Cork Unlimited Company Carrigtwohill 99,99
Irland Sigma-Aldrich Ireland Ltd. Arklow 99,99
Irland Versum Materials Ireland Limited Dublin 100,00
Italien Istituto di Ricerche Biomediche Antoine Marxer RBM S.p.A. Colleretto Giacosa 99,74
Italien Merck Life Science S.r.l. Mailand 100,00
Italien Merck S.r.l. Mailand 100,00
Italien Merck Serono S.p.A. Rom 99,74
Italien Versum Materials Italia S.r.l. Mailand 100,00
Kroatien Merck d.o.o. Zagreb 100,00
Lettland Merck Serono SIA Riga 100,00
Litauen Merck Serono, UAB Vilnius 100,00
Luxemburg Merck Chemicals Holding S.à r.l. Luxemburg 100,00
Luxemburg Merck Finance S.à r.l. Luxemburg 100,00
Luxemburg Merck Finanz S.à.r.l. Luxemburg 100,00
Luxemburg Merck Holding S.à r.l. Luxemburg 99,99
Luxemburg Merck Invest SCS Luxemburg 100,00
Luxemburg Merck Re S.A. Luxemburg 100,00
Luxemburg Millipore International Holdings S.à r.l. Luxemburg 100,00
Luxemburg Sigma-Aldrich Global S.à r.l. Luxemburg 100,00
Luxemburg Sigma-Aldrich S.à r.l. Luxemburg 99,99
Malta Merck Capital Holding Limited Pietà 100,00
Malta Merck Capital Limited Pietà 100,00
Niederlande eyrise B.V. Veldhoven 100,00
Niederlande HUB Organoids B.V. Utrecht 99,99
Niederlande HUB Organoids Holding B.V. Utrecht 99,99
Niederlande HUB Organoids IP B.V. Utrecht 99,99
Niederlande Merck B.V. Schiphol-Rijk 99,98
Niederlande Merck Chemicals B.V. Amsterdam 100,00
Niederlande Merck Europe B.V. Amsterdam 99,98
Niederlande Merck Holding Netherlands B.V. Schiphol-Rijk 100,00
Niederlande Merck Life Science N.V. Amsterdam 99,99
Niederlande Merck Ventures B.V. Amsterdam 99,98
Niederlande Serono Tri Holdings B.V. Schiphol-Rijk 99,98
Niederlande Sigma-Aldrich B.V. Amsterdam 99,99
Niederlande Versum Materials Holdings Nederland B.V. Amsterdam 100,00
Niederlande Versum Materials International B.V. Amsterdam 100,00
Niederlande Versum Materials Netherlands B.V. Amsterdam 100,00
Niederlande Versum Materials Netherlands International B.V. Amsterdam 100,00
Niederlande Versum Materials Pacific B.V. Amsterdam 100,00
Norwegen Merck Life Science AS Oslo 99,99
Österreich Merck Chemicals and Life Science GesmbH Wien 100,00
Österreich Merck Gesellschaft mbH Wien 100,00
Österreich Sigma-Aldrich Handels GmbH Wien 100,00
Polen Merck Business Solutions Europe Sp. z o.o. Breslau 99,98
Polen Merck Life Science Sp. z o.o. Posen 99,99
Polen Merck Sp. z o.o. Warschau 99,99
Portugal Merck, S.A. Algés 99,91
Rumänien Merck Romania S.R.L. Bukarest 100,00
Russland Merck Life Science LLC Moskau 100,00
Russland Merck LLC Moskau 100,00
Schweden Merck AB Solna 100,00
Schweden Merck Life Science AB Solna 100,00
Schweiz Ares Trading SA Aubonne 99,98
Schweiz Chord Therapeutics SA Eysins 99,98
Schweiz Merck & Cie KmG Altdorf 100,00 48,37
Schweiz Merck (Schweiz) AG Zug 99,98
Schweiz Merck Performance Materials (Suisse) SA Eysins 100,00
Schweiz Merck Serono SA Aubonne 99,98
Schweiz SeroMer Holding SA Eysins 100,00
Schweiz Sigma-Aldrich (Switzerland) Holding AG Buchs 99,99
Schweiz Sigma-Aldrich Chemie GmbH Buchs 99,99
Schweiz Sigma-Aldrich International GmbH Buchs 99,99
Schweiz Sigma-Aldrich Production GmbH Buchs 99,99
Serbien Merck d.o.o. Beograd Belgrad 100,00
Slowakei Merck Life Science spol. s r.o. Bratislava 99,99
Slowakei Merck spol. s r.o. Bratislava 100,00
Slowenien Merck d.o.o. Ljubljana 100,00
Spanien Merck Chemicals and Life Science S.A.U. Madrid 99,99
Spanien Merck Life Science S.L.U. Madrid 99,99
Spanien Merck, S.L.U. Madrid 100,00
Tschechien Merck Life Science spol. s r.o. Prag 99,99
Tschechien Merck spol. s r.o. Prag 99,99
Türkei Merck Ilac, Ecza Ve Kimya Ticaret Anonim Sirketi Istanbul 99,99
Ungarn Merck Kft. Budapest 99,99
Ungarn Merck Life Science Kft. Budapest 99,99
Nordamerika
Kanada EMD Inc. Mississauga 99,98
Kanada MilliporeSigma Canada Ltd. Oakville 99,99
USA Aldrich Chemical Co. LLC Milwaukee 100,00
USA Aldrich Chemical Foreign Holding LLC St. Louis 99,99
USA Aldrich-APL, LLC Urbana 100,00
USA BioControl Systems, Inc. Wilmington 100,00
USA BioReliance Corporation Rockville 100,00
USA Cell Marque Corporation Rocklin 100,00
USA Cerilliant Corporation Round Rock 100,00
USA Electron Transfer Technologies, Inc. West Trenton 100,00
USA EMD Biotech LLC Wilmington 100,00
USA EMD Digital Inc. Burlington 100,00
USA EMD Finance LLC Wilmington 100,00
USA EMD Group Holding, Inc. Wilmington 100,00
USA EMD Holding Corp. Rockland 100,00
USA EMD Invest LLC Wilmington 100,00
USA EMD Millipore Corporation Burlington 100,00
USA EMD Performance Materials Corp. Wilmington 100,00
USA EMD Serono Holding, Inc. Rockland 100,00
USA EMD Serono Research & Development Institute, Inc. Billerica 100,00
USA EMD Serono, Inc. Wilmington 100,00
USA Exelead Inc. Wilmington 100,00
USA FloDesign Sonics, Inc. Wilmington 100,00
USA Intermolecular, Inc. Wilmington 100,00
USA J.C. Schumacher Company Glendale 100,00
USA Millipore Asia Ltd. Wilmington 100,00
USA MilliporeSigma Distribution LLC Wilmington 100,00
USA Mirus Bio, LLC Wilmington 100,00
USA Research Organics, LLC Cleveland 100,00
USA SAFC Biosciences, Inc. Lenexa 100,00
USA SAFC Carlsbad, Inc. Carlsbad 100,00
USA SAFC, Inc. Madison 100,00
USA Sigma Chemical Foreign Holding LLC St. Louis 99,99
USA Sigma Redevelopment Corporation St. Louis 100,00
USA Sigma-Aldrich Co. LLC St. Louis 100,00
USA Sigma-Aldrich Corporation St. Louis 100,00
USA Sigma-Aldrich Manufacturing LLC St. Louis 100,00
USA Sigma-Aldrich Missouri Insurance Company St. Louis 100,00
USA Sigma-Aldrich Research Biochemicals, Inc. Wilmington 100,00
USA Sigma-Aldrich RTC, Inc. Laramie 100,00
USA Sigma-Aldrich, Inc. Madison 100,00
USA Sigma-Genosys of Texas LLC The Woodlands 100,00
USA Supelco, Inc. Bellefonte 100,00
USA Unity Semiconductor Inc. Ashland 100,00
USA Versum Materials Manufacturing Company, LLC Wilmington 100,00
USA Versum Materials Technology LLC Wilmington 100,00
USA Versum Materials US International, Inc. Wilmington 100,00
USA Versum Materials US, LLC Wilmington 100,00
USA Versum Materials, Inc. Wilmington 100,00
Asien-Pazifik (APAC)
Australien Merck Healthcare Pty. Ltd. Macquarie Park 99,98
Australien Merck Life Science PTY LTD Bayswater 99,99
Australien Merck Pty. Ltd. Bayswater 99,99
Australien Sigma-Aldrich Oceania Pty. Ltd. Bayswater 99,99
China Merck Chemicals (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 100,00
China Merck Display Materials (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 100,00
China Merck Electronic Materials (Suzhou) Ltd. Suzhou 100,00
China Merck Electronics (Zhangjiagang) Co., Ltd. Zhangjiagang 100,00
China Merck Holding (China) Co., Ltd. Schanghai 100,00
China Merck Life Science Ltd. Kowloon 99,99
China Merck Life Science Technologies (Nantong) Co., Ltd. Nantong 100,00
China Merck Ltd. Hong Kong 100,00
China Merck Performance Materials Hong Kong Ltd. Hong Kong 100,00
China Merck Pharmaceutical (HK) Ltd. Hong Kong 100,00
China Merck Pharmaceutical Distribution (Jiangsu) Co., Ltd. Nantong 100,00
China Merck Pharmaceutical Manufacturing (Jiangsu) Co., Ltd. Nantong 100,00
China Merck Serono (Beijing) Pharmaceutical Distribution Co., Ltd. Peking 100,00
China Merck Serono (Beijing) Pharmaceutical R&D Co., Ltd. Peking 100,00
China Merck Serono Co., Ltd. Peking 100,00
China Merck Testing and Certification (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 99,99
China SAFC Hitech (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 99,99
China Sigma-Aldrich (Shanghai) Trading Co., Ltd. Schanghai 99,99
China Sigma-Aldrich (Wuxi) Life Science & Technology Co., Ltd. Wuxi 99,99
China Unity Semiconductor China Co., Ltd Schanghai 100,00
China Versum Materials (Dalian) Co., Ltd. Dalian 100,00
China Versum Materials (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 100,00
Indien Merck Life Science Pvt. Ltd. Mumbai 100,00
Indien Merck Performance Materials Pvt. Ltd. Mumbai 100,00
Indien Merck Specialities Pvt. Ltd. Mumbai 100,00
Indien Sigma-Aldrich Chemicals Private Limited Bangalore 99,99
Indonesien P.T. Merck Chemicals and Life Sciences Jakarta 100,00
Indonesien P.T. Merck Tbk. Jakarta 86,65
Japan Merck Biopharma Co., Ltd. Tokio 99,98
Japan Merck Electronics Ltd. Tokio 100,00
Japan Merck Holdings G.K. Tokio 100,00
Japan Merck Ltd. Tokio 100,00
Japan Merck Performance Materials G.K. Tokio 100,00
Japan Sigma-Aldrich Japan G.K. Tokio 99,99
Japan Versum Materials Japan Inc. Tokio 100,00
Malaysia Merck Sdn Bhd Kuala Lumpur 100,00
Malaysia Sigma-Aldrich (M) Sdn Bhd Kuala Lumpur 100,00
Malaysia Versum Materials Malaysia Sdn Bhd Kuala Lumpur 100,00
Neuseeland Merck Life Science Limited Auckland 99,99
Neuseeland Merck Ltd. Auckland 99,99
Philippinen Merck Business Solutions Asia Inc. Taguig 100,00
Philippinen Merck Inc. Taguig 99,97
Republik Korea Merck Electronic Materials Ltd. Seoul 100,00
Republik Korea Merck Ltd. Seoul 99,99
Republik Korea Merck Performance Materials Ltd. Pyeongtaek-si 100,00
Republik Korea Sigma-Aldrich Korea Ltd. Seoul 99,99
Republik Korea Versum Materials ADM Korea Inc. Ansan-si 100,00
Republik Korea Versum Materials HYT Inc. Ansan-si 100,00
Republik Korea Versum Materials Korea Inc. Siheung-si 100,00
Republik Korea Versum Materials PM Korea Inc. Siheung-si 100,00
Republik Korea Versum Materials SPC Korea Ltd. Pyeongtaek-si 100,00
Singapur Merck Performance Materials Pte. Ltd. Singapur 100,00
Singapur Merck Pte. Ltd. Singapur 99,99
Singapur Sigma-Aldrich Pte. Ltd. Singapur 99,99
Singapur Unity Semiconductor Pte.Ltd. Singapur 100,00
Singapur Versum Materials Singapore International Pte. Ltd. Singapur 100,00
Singapur Versum Materials Singapore Pte. Ltd. Singapur 100,00
Taiwan Merck Ltd. Taipeh 100,00
Taiwan Merck Performance Materials Ltd. Taipeh 100,00
Taiwan SAFC Hitech Taiwan Co., Ltd. Kaohsiung 99,99
Taiwan Unity Semiconductor Limited Company Zhubei City 100,00
Taiwan Versum Materials Taiwan Co., Ltd. Taipeh 74,00
Thailand Merck Ltd. B) Bangkok 45,11
Vietnam Merck Healthcare Vietnam Limited Ho-Chi-Minh-Stadt 100,00
Vietnam Merck Vietnam Company Limited Ho-Chi-Minh-Stadt 100,00
Lateinamerika
Argentinien Merck S.A. Buenos Aires 99,99
Argentinien Sigma-Aldrich de Argentina S.R.L. Buenos Aires 99,99
Brasilien Merck S.A. Rio de Janeiro 100,00
Brasilien Sigma-Aldrich Brasil Ltda. Barueri 100,00
Chile Merck S.A. Santiago de Chile 100,00
Chile Sigma-Aldrich Quimica Ltda. Santiago de Chile 100,00
Ecuador Merck C.A. Quito 100,00
Guatemala Merck, S.A. Guatemala-Stadt 100,00
Kolumbien Merck S.A. Bogota 100,00
Mexiko Merck Biopharma Distribution S.A. de C.V. Mexiko-Stadt 100,00
Mexiko Merck, S.A. de C.V. Mexiko-Stadt 100,00
Mexiko Sigma-Aldrich Quimica, S. de R.L. de C.V. Toluca 100,00
Panama Merck, S.A. Panama-Stadt 100,00
Panama Mesofarma Corporation Panama-Stadt 100,00
Peru Merck Peruana S.A. Lima 100,00
Uruguay Ares Trading Uruguay S.A. Montevideo 99,98
Mittlerer Osten und Afrika (MEA)
Ägypten Merck Ltd. Kairo 100,00
Algerien Merck Algerie SARL C) Algier 49,00
Israel Inter-Lab Ltd. Jawne 99,98
Israel InterPharm Laboratories Ltd. Jawne 99,98
Israel Merck Serono Ltd. Herzliya Pituach 99,98
Israel PMatX Ltd. Jawne 99,98
Israel QLight Nanotech Ltd. Jerusalem 100,00
Israel Sigma-Aldrich Israel Ltd. Rechovot 100,00
Israel Versum Materials Israel Ltd. Tel Aviv 100,00
Kenia Merck Healthcare and Life Science Limited Nairobi 100,00
Saudi-Arabien MERCK Limited Riad 100,00
Saudi-Arabien Merck Regional Headquarters Company (A One-Person Limited Liability Company) Riad 100,00
Südafrika Merck (Pty) Ltd. Modderfontein 99,99
Südafrika Merck Life Science (Pty) Ltd. Modderfontein 99,99
Tunesien Merck Promotion SARL Tunis 100,00
Tunesien Merck SARL Tunis 100,00
Vereinigte Arabische Emirate Merck Serono Middle East FZ-Ltd. Dubai 100,00
II. At-equity konsolidierte Unternehmen
Übriges Europa
Großbritannien MM Domain Holdco Limited London 50,00
Nordamerika
USA Syntropy Technologies LLC Wilmington 50,00
III. Wegen untergeordneter Bedeutung nach IFRS 9 erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertete Unternehmen sowie sonstige Eigenkapitalpositionen
Deutschland
Deutschland beeOLED GmbH Dresden 21,58
Deutschland Emanuel Merck GmbH Darmstadt 100,00 100,00
Deutschland GreenTech Accelerator Gernsheim GmbH Gernsheim 20,00
Deutschland Merck 26. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 27. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 28. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 29. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 37. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 38. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 39. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 40. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 41. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 42. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 43. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 44. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 45. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 46. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 47. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 48. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Deutschland Merck 49. Allgemeine Beteiligungs-GmbH Darmstadt 100,00
Übriges Europa
Belgien ReWind Therapeutics NV Leuven-Heverlee 25,72
Frankreich MERCK 8ème S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Surface Solutions S.A.S. Lyon 99,86
Frankreich Scipio Bioscience S.A.S. Montrouge 21,68
Großbritannien Macrophage Pharma Limited London 22,20
Großbritannien Merck Cross Border Trustees Ltd. Feltham 100,00
Großbritannien Merck Ltd. Feltham 99,99
Großbritannien Merck Pension Trustees Ltd. Feltham 99,99
Großbritannien Outrun Therapeutics Limited Dundee 35,39
Großbritannien Sigma Chemical Co. Ltd. Gillingham 99,99
Großbritannien Surface Materials Ltd London 100,00
Niederlande i Onctura B.V. Amsterdam 20,08
Norwegen Merck AS Oslo 100,00
Polen Bissantille Investments Sp. z o.o. Warschau 100,00
Russland Chemical Trade Limited LLC Moskau 100,00
Schweiz CAMAG Chemie-Erzeugnisse und Adsorptionstechnik AG Muttenz 39,11
Schweiz Repronovo SA Lausanne 24,51
Nordamerika
Kanada Future Fertility Inc. Toronto 29,37
USA Altoida, Inc. Suwanee 26,30
USA ActiThera Inc. Dover 49,99
USA ImmuneBridge Inc. Wilmington 30,05
USA Indi Molecular, Inc. Wilmington 32,15
USA MemryX Inc. Ann Arbor 20,66
USA Pictor Labs, Inc. Los Angeles 22,24
USA Polaris Electro-Optics, Inc Wilmington 24,92
USA Prolog Healthy Living Fund II, L.P. D) St. Louis 44,53
USA Surface Solutions, LLC Wilmington 100,00
Asien-Pazifik (APAC)
China Merck Testing (Shanghai) Co., Ltd. Schanghai 100,00
Japan Merck Semiconductor Solutions Ltd. Tokio 100,00
Japan Resonac Versum Materials Co. LTD E) Kawasaki 35,00
Malaysia Surface Solutions Sdn. Bhd. Kuala Lumpur 100,00
Singapur Merck Life Science Testing Services Pte. Ltd. Singapur 99,99
Südkorea Surface Solutions, Inc. Gwacheon-si 100,00
Thailand Surface Materials (Thailand) Ltd. Bangkok 100,00
Lateinamerika
Brasilien Surface Solutions Brasil Ltda. São Paulo 100,00
Dominikanische Republik Merck Dominicana, S.R.L. Santo Domingo 100,00
Mittlerer Osten und Afrika (MEA)
Algerien Novapharm Production SARL Wilaya de Tipiza 20,00
Israel Genopore Ltd. Ramat-Gan 20,17
Israel Metabomed Ltd. Jawne 20,44
Israel PxE Computational Imaging Ltd. Rechovot 29,18
Israel Sentaur Bio Ltd. Jawne 98,37
Nigeria Merck Pharmaceutical and Life Sciences Ltd. Lagos 99,98
IV. Im Mehrheitsbesitz befindliche nicht beherrschte Unternehmen
Deutschland
Deutschland Merck Foundation gGmbH Darmstadt 100,00
Lateinamerika
Venezuela Merck S.A. Caracas 99,98
Venezuela Representaciones MEPRO S.A. Caracas 99,98

A) Es handelt sich um ein Unternehmen, das von der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 HGB beziehungsweise § 264b HGB Gebrauch machte.
B) Vollkonsolidierung aufgrund von Stimmrechtsmehrheit.
C) Vollkonsolidierung aufgrund vertraglicher Vereinbarung.
D) Es handelt sich um geschlossene Fonds, die nach IFRS 9 als Fremdkapitalinstrumente klassifiziert werden.
E) Es handelt sich um eine Beteiligungsgesellschaft im Sinne des IFRS 11 (gemeinschaftliche Tätigkeit).

 

Darmstadt, 06. März 2025

Johannes Baillou

Wolfgang Büchele

Belén Garijo

Kai Beckmann

Peter Guenter

Matthias Heinzel

Helene von Roeder

Khadija Ben Hammada

Weitere Informationen

Wiedergabe des Bestätigungsvermerks

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die E. Merck KG, Darmstadt

Eingeschränkte Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der E. Merck KG, Darmstadt, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzernkapitalflussrechnung und der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Informationen zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der E. Merck KG, Darmstadt, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Die im Konzernlagebericht enthaltenen, als ungeprüft gekennzeichneten, lageberichtsfremden Angaben haben wir nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der beigefügte Konzernabschluss mit Ausnahme der Auswirkungen der im Abschnitt "Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile" beschriebenen Sachverhalte in allen wesentlichen Belangen den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS® Accounting Standards (im Folgenden "IFRS Accounting Standards"), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt mit Ausnahme dieser Auswirkungen unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht mit Ausnahme der Auswirkungen der im Abschnitt "Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile" beschriebenen Sachverhalte hinsichtlich des Eigenkapitalausweises und der korrespondierenden Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen, mit Ausnahme der Auswirkungen dieser Sachverhalte, steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit einem den deutschen gesetzlichen Vorschriften entsprechenden Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf die Inhalte der im Konzernlagebericht enthaltenen als ungeprüft gekennzeichneten lageberichtsfremden Angaben.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung mit Ausnahme der genannten Einschränkungen der Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die eingeschränkten Prüfungsurteile

Entgegen IAS 32.18 (b) i. V. m. IAS 32.16A (c) und IAS 32.16A (e) sind die auf die Komplementäre und Kommanditisten der E. Merck KG, Darmstadt, entfallenden Kapitalanteile nicht im Fremdkapital, sondern im Eigenkapital ausgewiesen; zudem wurde in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der darauf entfallende Ergebnisanteil nicht als Finanzierungsaufwand erfasst. Darüber hinaus wird die Beteiligung der Kommanditaktionäre an der MERCK Kommanditgesellschaft auf Aktien, Darmstadt, entgegen den Vorschriften des IFRS 10.22 nicht als nicht beherrschende Anteile separat im Eigenkapital ausgewiesen. Diese Sachverhalte beeinträchtigen auch die im Konzernlagebericht erfolgte Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage des Konzerns. Daneben werden im Konzernanhang entgegen IAS 24.17 und § 314 Abs. 1 Nr. 6 Buchstaben a und b HGB i. V. m. § 315e Abs. 1 HGB die Organbezüge nicht angegeben.

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere eingeschränkten Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die im Konzernlagebericht enthaltenen lageberichtsfremden und als ungeprüft gekennzeichneten Angaben.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im Konzernlagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Gesellschafterrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht, den Konzern zu liquidieren, oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs, oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Gesellschafterrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

planen wir die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns einzuholen als Grundlage für die Bildung der Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 7. März 2025

Deloitte GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Christoph Schenk, Wirtschaftsprüfer

gez. Daniel Weise, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

6 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.