Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH

Orlaweg 1, 07743 Jena, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 207136
Vorher
CLONDIAG chip technologies GmbHCLONDIAG GmbHAlere Technologies GmbH
Eingetragen
24.6.1998
Branche
Forschung und Entwicklung im Bereich BiotechnologieHerstellung von Bestrahlungs- und Elektrotherapiegeräten und elektromedizinischen GerätenErbringung von Dienstleistungen von medizinischen Laboratorien
Gegenstand
forschende sowie beratende Tätigkeiten im Bereich der Biotechnik, insbesondere, aber nicht abschließend, in bezug auf biotechnologische und mikrosystemtechnische Produkte, und produziert und handelt solche Produkte

Finanzübersicht

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Katrin Fuhrmann
seit 30.12.2025
Prokura
Mark Andrew Koewler
seit 20.10.2025
Geschäftsführer
Geschäftsführer
Janka Teutschbein
seit 4.12.2024
Prokura
Andreas Löhmer
seit 4.12.2024
Prokura
Gregor Alzer
seit 27.3.2024
Prokura
Donal Moloney
seit 8.3.2024
Geschäftsführer
Yvonne Dr. Neudeck
seit 31.1.2020
Prokura
Geschäftsführer
Matthias Netz
seit 7.3.2016
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
Alere Switzerland GmbHCHE
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Alere Switzerland GmbH
Switzerland
89.400 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH

Jena

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH, Jena, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

- entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

- vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahres als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

- identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können; •

- gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben;

- beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

- ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

- beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

- beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

- führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Leipzig, 11. Juli 2024

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Bätz, Wirtschaftsprüfer

Weindorf, Wirtschaftsprüferin

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.788,50 10
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.975.543,47 9.295
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.506.708,00 1.920
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.773.257,42 1.734
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 826.806,91 395
13.082.315,80 13.344
13.084.104,30 13.354
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.869.904,27 1.625
2. Unfertige Erzeugnisse 1.919.296,79 987
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 322.235,29 1.153
4. Geleistete Anzahlungen 96.622,00 245
7.208.058,35 4.010
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 79.544,79 24
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 16.824.452,65 19.291
3. Sonstige Vermögensgegenstände 1.077.108,69 405
17.981.106,13 19.720
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 2.588.561,18 1.687
27.777.725,66 25.417
C. Rechnungsabgrenzungsposten 98.956,34 100
40.960.786,30 38.871

Passiva

EUR 31.12.2023
EUR
31.12.2022
TEUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 89.400,00 89
II. Kapitalrücklage 45.678.825,01 45.679
III. Verlustvortrag -13.193.107,53 -16.827
IV. Jahresüberschuss 482,56 3.634
32.575.600,04 32.575
B. Sonderposten für Zuwendungen
Sonderposten für Investitionszuschüsse und -zulagen in das Anlagevermögen 1.107.294,45 1.264
C. Rückstellungen
1. Steuerrückstellungen 180.337,50 351
2. Sonstige Rückstellungen 3.464.591,53 1.575
3.644.929,03 1.926
D. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3.075.649,61 2.457
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 24.112,12 369
3. Sonstige Verbindlichkeiten 533.201,05 275
davon aus Steuern EUR 533.101,05 (Vj. TEUR 251)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 0,00 (Vj. TEUR 0)
3.632.962,78 3.101
E. Rechnungsabgrenzungsposten 0,00 5
40.960.786,30 38.871

Gewinn- und Verlustrechnung für 2023

EUR 2023
EUR
2022
TEUR
1. Umsatzerlöse 41.667.306,00 40.359
2. Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 98.865,53 991
3. Sonstige betriebliche Erträge 286.745,79 721
davon Erträge aus der Währungsumrechnung EUR 25.658,45 (Vj. TEUR 39)
42.052.917,32 42.071
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 11.112.542,51 9.080
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 4.431.873,16 6.561
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 14.374.454,61 12.260
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 3.600.151,64 3.178
davon für Altersversorgung EUR 172.010,44 (Vj. TEUR 158)
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 1.907.673,17 2.137
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.839.422,27 4.875
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung EUR 30.257,90 (Vj. TEUR 113)
42.266.117,36 38.091
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 427.415,62 50
davon an verbundene Unternehmen EUR 427.413,81 (Vj. TEUR 50)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 240,62 3
427.175,00 47
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 193.377,90 373
11. Ergebnis nach Steuern 20.597,06 3.654
12. Sonstige Steuern 20.114,50 20
13. Jahresüberschuss 482,56 3.634

Anhang für 2023

Allgemeine Hinweise

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß Art. 75 EGHGB nach den §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB sowie nach den einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.

Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften. Die Gliederung der Bilanz ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Der Jahresabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt, da derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar sind.

Die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH hat ihren Sitz in Jena. Sie wird beim Amtsgericht Jena unter der Handelsregister-Nummer HRB 207136 geführt.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer pro rata temporis um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode vermindert. Abschreibungen auf Zugänge des Geschäftsjahres werden zeitanteilig vorgenommen. Die Nutzungsdauer liegt dabei zwischen 2 und 10 Jahren.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer um planmäßige, lineare Abschreibungen vermindert. Die Herstellungskosten umfassen dabei sämtliche Einzelkosten sowie angemessene Teile von Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie des Werteverzehrs des Anlagevermögens für die Fertigung.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 250,00 sind im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden; ihr sofortiger Abgang wurde unterstellt. Für Anlagegüter mit einem Netto-Einzelwert von mehr als EUR 250,00 bis EUR 1.000,00 wurde der jährlich steuerlich zu bildende Sammelposten aus Vereinfachungsgründen in die Handelsbilanz übernommen.

Von den jährlichen Sammelposten, deren Höhe insgesamt von untergeordneter Bedeutung ist, werden entsprechend den steuerlichen Vorschriften gemäß § 6 Abs. 2a EStG pauschalierend jeweils 20 % im Jahr, für dessen Zugänge er gebildet wurde, und den vier darauffolgenden Jahren abgeschrieben.

Die im Betriebsvermögen befindlichen Gebäude werden gemäß § 7 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG abgeschrieben. Die Nutzungsdauern variieren dabei zwischen 20 bis 25 Jahren (Gebäude).

Die in Vorjahren vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen gemäß § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB wurden beibehalten. Im Geschäftsjahr 2023 sind keine außerplanmäßigen Abschreibungen für die dauerhafte Wertminderung auf technische Anlagen vorgenommen worden.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind zu letzten Einstandspreisen oder zu niedrigeren Tagespreisen am Bilanzstichtag aktiviert. Für die Bewertung gleichartiger Vermögensgegenstände wurde das Vereinfachungsverfahren gemäß § 256 HGB in Anspruch genommen, indem unterstellt wird, dass die zuletzt beschafften Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe zuerst verwendet werden. In begründeten Ausnahmefällen (Material mit Mindesthaltbarkeitsdatum) wird das zuerst beschaffte Material zuerst verwendet.

Dem strengen Niederstwertprinzip gemäß § 253 Abs. 4 HGB wurde Rechnung getragen.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse werden auf Basis von Einzelkalkulationen, die auf der aktuellen Betriebsabrechnung beruhen, zu Herstellungskosten bewertet, wobei neben den direkt zurechenbaren Material- und Fertigungseinzelkosten auch anteilig die Abschreibung sowie Material- und Fertigungsgemeinkosten einbezogen werden.

Handelswaren sind zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Marktpreisen bilanziert.

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt. In den Fällen der verlustfreien Bewertung für fertige und unfertige Erzeugnisse wurden Abwertungen auf die voraussichtlichen Verkaufspreise, gegebenenfalls gemindert um Abschläge für noch anfallende Kosten, vorgenommen (strenges Niederstwertprinzip gem. § 253 Abs. 4 HGB).

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Zweifelhafte Forderungen wurden einzeln bewertet und bei Bedarf einzeln wertberichtigt. Im Hinblick auf das latente Ausfallrisiko wird eine Pauschalwertberichtigung gebildet.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert angesetzt.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält Auszahlungen des Geschäftsjahres, die erst im Folgejahr aufwandswirksam werden. Die Bewertung erfolgte zu Auszahlungsbeträgen.

Für Zuschüsse und Zulagen zum Erwerb von Anlagevermögen werden Sonderposten für Investitionszuwendungen gebildet. Die Bildung des Sonderpostens für Investitionszulagen erfolgte erstmalig ab dem Geschäftsjahr 2006 und letztmalig für im Geschäftsjahr 2013 erhaltene Investitionszulagen. Der Sonderposten wird korrespondierend in Höhe der anteiligen Abschreibung der bezuschussten Vermögensgegenstände aufgelöst.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen Verbindlichkeiten und drohende Verluste aus schwebenden Geschäften. Sie sind in der Höhe angesetzt, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung zu deren Erfüllung notwendig ist (d. h. einschließlich zukünftiger Kosten- und Preissteigerungen). Dabei wurden Rückstellungen mit einer Laufzeit von über einem Jahr mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre (Veröffentlichung der Deutschen Bundesbank) abgezinst.

Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag angesetzt.

Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten wurden infolge ihrer kurzfristigen Fälligkeit grundsätzlich mit dem Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag umgerechnet.

Für die Ermittlung latenter Steuern aufgrund von temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen oder aufgrund steuerlicher Verlustvorträge werden die Beträge der sich ergebenden Steuerbe- und -entlastung mit dem unternehmensindividuell Steuersatz (31,57 %) zum Zeitpunkt des Abbaus der Differenzen bewertet und nicht abgezinst. Die Aktivierung latenter Steuern unterbleibt in Ausübung des dafür bestehenden Ansatzwahlrechts (§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB). Die temporären Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz belaufen sich dabei auf TEUR 133,3 (Vorjahr TEUR 123,3) und liegen im Wesentlichen in den sonstigen Rückstellungen. Steuerlich nutzbare Verlustvorträge bestehen zum 31. Dezember 2022 in Höhe von EUR 15,2 Mio.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen und gegen Gesellschafter

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Gesellschafter betragen insgesamt TEUR 16.824 (Vorjahr TEUR 19.291). Davon resultieren TEUR 16.824 (Vorjahr TEUR 19.291) aus Lieferungen und Leistungen.

Sonstige Vermögensgegenstände

Sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 1.077 (Vorjahr TEUR 405) haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Im Wesentlichen setzten sie sich zusammen aus der Forderung Umsatzsteuer TEUR 365 (Vorjahr TEUR 341) und der Forderung Transfergesellschaft TEUR 712 (Vorjahr TEUR 62).

Flüssige Mittel

Die Bankguthaben (TEUR 2.588, Vorjahr TEUR 1.686) sind in Höhe von TEUR 207 (Vorjahr TEUR 207) zur Absicherung einer Avalbürgschaft verpfändet.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage resultiert aus den Agios der in der Gesellschafterversammlung vom 29. Dezember 1999 beschlossenen Kapitalerhöhung. Die Aufgelder belaufen sich auf insgesamt EUR 1.524.937,82. Des Weiteren enthält sie andere Zuzahlungen i. S. d. § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von EUR 283.424,05. Im Rahmen der Kapitalerhöhung vom 16. April 2002 wurden Agios in Höhe von insgesamt EUR 1.662.000,00 eingezahlt. Gemäß Notarvertrag UR 48/2006 vom 28. Februar 2006 erfolgten weitere Einzahlungen in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von insgesamt EUR 14.433.768,97. Hiervon entfallen EUR 1.479.573,69 auf das Geschäftsjahr 2007 und EUR 12.954.195,28 auf das Jahr 2006. Gemäß Gesellschafterbeschluss vom 25. August 2017 erfolgte im Geschäftsjahr 2017 eine weitere Einzahlung in die Kapitalrücklage gemäß § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB in Höhe von EUR 27.774.694,17.

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 beträgt die Kapitalrücklage insgesamt TEUR 45.679 (Vorjahr TEUR 45.679).

Sonderposten für Investitionszuwendungen

Sonderposten für Investitionszuschüsse gemäß IDW HFA 1/1984

Für von der Thüringer Aufbaubank ausgezahlte Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" wurde ein Sonderposten in Höhe von ursprünglich TEUR 3.622 gebildet.

Die Auflösung der für erhaltene Investitionszuschüsse und GA-Mittel für das Anlagevermögen gebildeten Sonderposten erfolgt anteilig ertragswirksam über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände.

Sonderposten für Investitionszulage gemäß IDW HFA 1/1984

Die für die Jahre 2006 bis 2013 in Höhe von ursprünglich TEUR 2.211 gebildeten Sonderposten werden anteilig ertragswirksam über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der geförderten Vermögensgegenstände aufgelöst. Soweit abweichende Bescheide ergangen sind bzw. Berichtigungsanträge gestellt wurden, wurden die Sonderposten entsprechend vermindert bzw. erhöht.

Steuerrückstellungen

Steuerrückstellungen in Höhe von TEUR 180 (Vorjahr TEUR 351) betreffen:

in TEUR 2023 2022
Rückstellung Gewerbesteuer 180 190
Rückstellung Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag 0 161

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen in Höhe von TEUR 3.465 (Vorjahr TEUR 1.575) betreffen:

in TEUR 2023 2022
Ausstehende Rechnungen 1.222 703
Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen 511 474
Rückstellungen für Restrukturierungskosten 1.429 75
Urlaubsrückstellung 202 191
Rückstellungen für Abschluss und Prüfung 24 61
Sonst. Rückstellungen 77 70
Summe 3.465 1.575

Verbindlichkeiten

Sämtliche Verbindlichkeiten haben analog dem Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wurden folgende Sicherheiten bestellt:

Für die Kontokorrentlinie der Sparkasse Jena-Saale-Holzland wurde eine erstrangige Grundschuld in Höhe von TEUR 3.600 mit dinglicher und persönlicher Zwangsvollstreckungsunterwerfung in Höhe von TEUR 360 am Gewerbeobjekt Löbstedter Str. 82 in Jena, Gemarkung Löbstedt, Flur 2, Flurstück 136/14 und 136/34 eingetragen.

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 24, Vorjahr TEUR 369) umfassen ausschließlich Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Mittelbare Pensionsverpflichtung

Arbeitnehmer der Gesellschaft können im Rahmen von direkten Vereinbarungen mit Pensions- bzw. Unterstützungskassen Pensionszusagen erwerben, für die die Gesellschaft die Gehaltsumwandlungen und ggf. Zuzahlungen durchführt, jedoch keine direkte Verpflichtung gegenüber dem Arbeitnehmer eingeht. Alleiniger Anspruch besteht ausschließlich zwischen Arbeitnehmer und der Pensions- bzw. Unterstützungskasse. Insofern ist die Gesellschaft auch nicht mittelbar verpflichtet, Pensionszahlungen an die Arbeitnehmer zu leisten.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse wurden gemäß Art. 75 EGHGB und gemäß § 277 HGB in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Die Umsätze in Höhe von TEUR 41.667 (Vorjahr TEUR 40.359) gliedern sich wie folgt:

in TEUR 2023 2022
Produktion 36.608 31.184
Forschung & Entwicklung 5.036 9.114
Sonstige Erlöse
- Vermietung 2 2
- Sonstiges 21 59
Summe Umsatzerlöse 41.667 40.359

Dabei werden die Leistungen im Bereich Forschung & Entwicklung im Wesentlichen als Dienstleistungen für Unternehmen in Europa erbracht; die Lieferung der Produktion erfolgt über eine europäische Konzerngesellschaft überwiegend nach Afrika.

In den sonstigen Erlösen enthaltene periodenfremde Erträge setzen sich aus der Zahlung der Steuerentlastung nach § 9b Absatz 1 des Stromsteuergesetzes für das Jahr 2021 in Höhe von TEUR 15 zusammen. Im Vorjahr resultierten die periodenfremden Erträge aus den Zahlungen der Steuerentlastung nach § 9b Absatz 1 des Stromsteuergesetzes für das Jahr 2020 (TEUR 15), aus einer Rückerstattung von Gerichtskosten aus einem Rechtsstreit im Jahr 2022 (TEUR 20), aus einer Rückerstattung von Vorfinanzierungsaufwendungen nach Abschluss der Leistung der Transfergesellschaft im Jahr 2022 (TEUR 14) und aus der Rückerstattung von Beiträgen der PSVaG für die Jahre 2019 und 2020 (TEUR 6).

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten analog dem Vorjahr im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Sonderposten für Zuwendungen (Investitionszuschüsse und -zulagen) in Höhe von TEUR 157 (Vorjahr TEUR 121) sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 41 (Vorjahr TEUR 71).

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen für das Geschäftsjahr betragen TEUR 6.839 (Vorjahr TEUR 4.875) und betreffen überwiegend die Raumkosten inkl. Rückstellung für Rückbauverpflichtungen und Grundstücksaufwendungen in Höhe von TEUR 2.560 (Vorjahr TEUR 2.043), Fremdleistungen in Höhe von TEUR 401 (Vorjahr TEUR 454), Kosten der Restrukturierung in Höhe von TEUR 1.502 (Vorjahr TEUR 11) sowie Reparatur- und Instandhaltungsaufwendungen in Höhe von TEUR 732 (Vorjahr TEUR 805).

Steuern vom Einkommen und Ertrag

Am 02. Oktober 2017 erwarb die Abbott Laboratories Inc. (Illinois, USA) 100 % der Anteile der Alere Inc. (Waltham, USA). Die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH ist als Tochtergesellschaft mittelbar vom Anteilseignerwechsel betroffen. Gemäß § 8c KStG wirkt sich die Übernahme des Konzernes auch bei den mittelbar Beteiligten aus. Im Rahmen der Veranlagung 2022 (erstmalig VZ 2017) wurde in der Steuererklärung ein Antrag nach § 8d KStG durch die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH gestellt. Demnach ist der § 8c KStG nicht anzuwenden, so dass zum 31. Dezember 2022 der fortführungsgebundener Verlustvortrag weiterhin festgestellt wurde. Für das Veranlagungsjahr 2023 wird im Rahmen der Erstellung der Körperschaftsteuererklärung die weitere Inanspruchnahme des § 8d KStG geprüft und beantragt.

Die im Dezember 2023 mit Beschluss des Mindeststeuergesetzes eingeführte Ausnahme in § 274 Abs. 3 HGB bedeutet, dass latente Steuern im Zusammenhang mit Ertragsteuern, die sich aus anwendbaren oder angekündigten Steuervorschriften zur Umsetzung der Modellregeln der Säule 2 ergeben, bei der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH weder erfasst noch ausgewiesen werden. Eine zusätzliche Steuerbelastung aus der Umsetzung der Modellregeln der Säule 2 wird derzeit nicht erwartet.

Außerbilanzielle Geschäfte, Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen in Höhe von insgesamt TEUR 16.159 (Vorjahr TEUR 17.204) für folgende Sachverhalte:

in TEUR 2023 2022
Bereits erteilte Investitionsaufträge 416 453
Bestellte Waren und Dienstleistungen 14.603 15.114
Absicherung einer Avalbürgschaft 207 207
Miet- und Leasingverträge 933 1.430
davon:
- Restlaufzeit bis 1 Jahr 316 371
- Restlaufzeit 1 bis 5 Jahre 617 1.059

Bestellobligo für Investitionen, Waren und Dienstleistungen dienen dem operativen Geschäft. Miet- und Leasinggeschäfte umfassen im Wesentlichen die Anmietung von Räumlichkeiten sowie das Kfz-Leasing und somit der flexiblen Handhabung von Kapazitätsverminderungen und -ausweitungen. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sämtliche Verträge vollumfänglich während der Laufzeit in Anspruch genommen werden.

Nachtragsbericht

Die Sanktionen gegenüber Russland sowie die Auswirkungen des anhaltenden Russland-Ukraine-Krieges werden auch zukünftig einen Einfluss auf den Beschaffungsprozess ausüben. Die anhaltende Verteuerung der Rohstoffpreise und der Energiepreise nehmen einen starken Einfluss auf die Entwicklung der Produktionskosten. Bezüglich der Produktionsmengen und den daraus resultierenden Umsatzerlösen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Vorhersage getroffen werden, da Abbotts diversifizierte Geschäftsbereiche des Gesundheitswesens auf verschiedene Weise betroffen sind.

Im Hinblick auf die Geschäfts- und Finanzlage oder das Betriebsergebnis ist aufgrund der bestehenden Verrechnungsmodelle (Transfer Price Agreements) kein wesentlicher negativer Einfluss zu erwarten.

Darüber hinaus sind keine weiteren Ereignisse nach dem Bilanzstichtag eingetreten, die wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft gehabt haben.

Sonstige Angaben

Geschäftsführung

Mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen, waren im Geschäftsjahr 2023 und darüber hinaus zu Geschäftsführern bestellt:

Name, Vorname ausgeübter Beruf Firma Land bestellt am
Halloran, Damian Patrick Vice President, Infectious Disease, Emerging Markets Abbott Laboratories USA 04.10.2017
Krammer, Karen Ann DVP, Assistant Controller Abbott Laboratories USA 29.03.2021, eingetragen im HRB am 12.05.2021
Moloney, Donal Senior Director, International Operations, Infectious Disease Abbott Rapid Dx International Ltd. Irland 01.01.2024, eingetragen im HRB am 08.03.2024
Schmahl, Stephan Lorenz Site Director Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH Deutschland 01.01.2024, eingetragen im HRB am 08.03.2024

Im Geschäftsjahr 2023 und darüber hinaus sind die folgenden Geschäftsführer ausgeschieden:

Herr Boxwell, William Paul GF bestellt am 04.10.2017, ausgeschieden am 01.01.2024 (im HRB ausgetragen am 08.03.2024)
Herr Dr. Such, Hans Olaf GF bestellt am 17.04.2019 ausgeschieden am 29.02.2024 (im HRB ausgetragen am 08.03.2024)

Die folgenden Prokuristen waren im Geschäftsjahr 2023 und darüber hinaus bestellt:

Herr Netz, Matthias bestellt am 07.03.2016
Herr Winkler, Uwe bestellt am 17.04.2019
Frau Neudeck, Yvonne bestellt am 18.12.2019
Herr Ullrich, Thomas bestellt am 18.12.2019, abberufen am 19.02.2024
Herr Vehlow, Stefan bestellt am 18.12.2020
Herr Alzer, Gregor bestellt am 19.02.2024

Allgemeine Vertretungsregelung

Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten.

Die folgenden Geschäftsführer hatten im Geschäftsjahr 2023 Einzelvertretungsbefugnis: Damian Patrick Halloran, Paul William Boxwell (abberufen zum 01.01.2024), Karen Ann Krammer und Donal Moloney.

Die Prokuristen besitzen jeweils Gesamtprokura gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem anderen Prokuristen.

Die Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2023 lediglich für einen Geschäftsführer Gehalt gezahlt, so dass diesbezüglich von der Schutzklausel des § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht wird und die Angaben hierzu unterlassen werden. Die anderen Geschäftsführer erhalten von den jeweiligen Konzerngesellschaften Bezüge.

Mitarbeiter

Die Gesellschaft beschäftigte im Jahresdurchschnitt 266 Arbeitnehmer (Vorjahr 237 Arbeitnehmer), davon

- Gewerbliche Arbeitnehmer: 76
- Angestellte: 187
- Auszubildenden 1
- Werkstudenten 2

Konzernverhältnisse

Der Jahresabschluss der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH fließt in den Jahresabschluss der 100%-igen Gesellschafterin Alere Switzerland GmbH ein und wird im Jahresabschluss der Alere Inc., Waltham (USA), konsolidiert.

Über den konsolidierten Jahresabschluss der Alere Inc., Waltham (USA) wird der Jahresabschluss der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH in den Konzernabschluss der Abbott Laboratories Inc., Illinois (USA), einbezogen. Der Abschluss der Abbott Laboratories Inc., Illinois (USA) ist auf der Homepage der Abbott Inc. (http://www.abbottinvestor.com/financials/annual-reports) und der SEC (US Securities and Exchange Commission) einzusehen.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar des Abschlussprüfers beläuft sich im Geschäftsjahr 2023 auf TEUR 45 (Vorjahr TEUR 40). Es umfasst ausschließlich Abschlussprüferleistungen.

Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2023 von TEUR 0,482 auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Jena, 31. März 2024

Die Geschäftsführung

Damian Patrick Halloran

Donol Moloney

Stefan Schmahl

Karen Ann Krammer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
Umbuchungen
Euro
31.12.2023
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.209.499,68 0,00 3.320,75 0,00 1.206.178,93
1.209.499,68 0,00 3.320,75 0,00 1.206.178,93
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 17.661.028,19 73.682,63 279.749,14 181.692,08 17.636.653,76
2. Technische Anlagen und Maschinen 17.131.493,56 384.921,37 299.096,48 0,00 17.217.318,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 12.472.922,81 828.582,10 562.625,08 3.657,30 12.742.537,13
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 395.322,56 616.833,73 0,00 -185.349,38 826.806,91
47.660.767,12 1.904.019,83 1.141.470,70 0,00 48.423.316,25
Anlagevermögen 48.870.266,80 1.904.019,83 1.144.791,45 0,00 49.629.495,18
Abschreibungen
01.01.2023
Euro
Zugänge
Euro
Abgänge
Euro
31.12.2023
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.199.579,18 6.526,00 1.714,75 1.204.390,43
1.199.579,18 6.526,00 1.714,75 1.204.390,43
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.366.357,03 507.407,40 212.654,14 8.661.110,29
2. Technische Anlagen und Maschinen 15.211.972,56 692.621,37 193.983,48 15.710.610,45
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10.738.763,39 701.118,40 470.602,08 10.969.279,71
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
34.317.092,98 1.901.147,17 877.239,70 35.341.000,45
Anlagevermögen 35.516.672,16 1.907.673,17 878.954,45 36.545.390,88
Buchwerte
31.12.2023
Euro
31.12.2022
Euro
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.788,50 9.920,50
1.788,50 9.920,50
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 8.975.543,47 9.294.671,16
2. Technische Anlagen und Maschinen 1.506.708,00 1.919.521,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.773.257,42 1.734.159,42
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 826.806,91 395.322,56
13.082.315,80 13.343.674,14
Anlagevermögen 13.084.104,30 13.353.594,64

Lagebericht 2023

I. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH (im Folgenden auch "Abbott Jena") wurde 1998 gegründet und ist ein Unternehmen der Abbott-Gruppe (im Folgenden auch "Abbott"). Die Muttergesellschaft der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH ist die Alere Switzerland GmbH ("Alere Schweiz") mit Sitz in der Schweiz.

Seit Oktober 2017 gehört die Alere-Gruppe mit der Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH zur Abbott-Gruppe. Abbott ist ein global agierender Konzern mit einer mehr als 130-jährigen Firmengeschichte im Bereich der Medizintechnik. Die Muttergesellschaft der Abbott-Gruppe, Abbott Laboratories, ist börsennotiert mit Geschäftssitz in Illinois, USA.

Abbott ist ein diversifiziertes Biowissenschaftsunternehmen, das auf verschiedenen globalen Märkten tätig ist, darunter sind die Pharma-, die Ernährungindustrie und die Medizintechnik, vor allem in den Bereichen Gefäße und Diagnostik. Abbott entwickelt, produziert und verkauft Produkte an Einzelhändler, Regierungsbehörden und Gesundheitseinrichtungen in aller Welt.

Die diagnostische Industrie umfasst Produkte, die Diagnosen im Gesundheitswesen erleichtern und laufende Behandlungen überwachen. In-vitro-Diagnostika ("IVD") werden als medizinische Geräte und Reagenzien definiert, die zur Untersuchung von Proben wie Blut, Urin, Stuhl, Gewebe und anderen Körperflüssigkeiten aus dem menschlichen Körper verwendet werden, um Krankheiten, Zustände und Infektionen zu erkennen. Dieser Markt wird durch die Zunahme chronischer und infektiöser Krankheiten, einschließlich der COVID-19-Pandemie, und das Wachstum der alternden Bevölkerung angetrieben. 1 Die weitere Expansion des IVD-Marktes dürfte sein Wachstum um durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr steigern. Während COVID-19-Tests 32,6 Milliarden US-Dollar zum Markt beitragen werden, wird der Großteil des Umsatzes, nämlich 94,8 Milliarden US-Dollar, durch nicht auf COVID-19 bezogene IVD-Tests generiert. Die Analysten gehen davon aus, dass der IVD-Markt bis 2027 ein Volumen von über 140 Milliarden US-Dollar erreichen wird, angetrieben durch steigende Verkäufe bestehender Produkte und die Entwicklung neuer Produkte. 2 Neben dem Verkauf oder der Vermietung von IVD-Instrumenten können die Unternehmen diese auch kostenlos beim Kunden aufstellen und von den laufenden Einnahmen aus Reagenzien und/oder anderen Testkomponenten profitieren.

Die Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH ist mit der Entwicklung und Produktion von patientennahen Schnelltests im Bereich der globalen Diagnostikbranche tätig. Die Produkte untergliedern sich in die zwei Produktfamilien Pima und m-PIMA. Beide konkurrieren im Geschäftsfeld der molekularen Diagnostik (Amplifikation von DNA/RNA) mit Anbietern wie Becton Dickinson, Cepheid, Hologic und Roche.

Unser Ziel ist es, Anwendern und Patienten möglichst zuverlässige und kostengünstige Diagnosesysteme für Point-of-Care-Anwendungen zur Verfügung zu stellen. Unsere Entwicklungen und Produkte sollen sowohl den Zugang zu fortschrittlicher Diagnostik verbessern als auch zu einer höheren Qualität der medizinischen Prävention und Therapie beitragen. Der Fokus des Unternehmens liegt in der Entwicklung und Herstellung von Diagnosetests und damit verbundenen Technologien.

1 Vgl. Allied Market Research, In Vitro Diagnostics (IVD) Market Global Opportunity Analysis and Industry Forecast, 2020-2027

2 The IVD Market in 2023: $130 Billion and Growing (kaloramainformation.com) (Abruf 15.03.2024)

Forschung und Entwicklung

Seit dem 1. April 2019 besteht ein Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungsvertrag mit der Abbott Rapid Diagnostics International Unlimited Company Malta (im Folgenden auch "Abbott Malta"). Abbott Malta besitzt in diesem Zusammenhang die Patente und beauftragt die Gesellschaft mit der Erbringung von bestimmten Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen.

Im ersten Halbjahr 2023 setzte der Bereich Forschung und Entwicklung (FuE bzw. R&D) die bestehenden Projektaktivitäten zur Weiterentwicklung von Lateral-Flow-Tests planmäßig fort.

Im Zuge einer konzernweiten Bewertung der Projektfortschritte zur Mitte des Geschäftsjahres wurde das Projekt, welches den Schwerpunkt der Forschungsaktivitäten der Gesellschaft ausmachte, eingestellt. Aufgrund fehlender Folgeprojekte startete daraufhin eine Restrukturierung des Forschungsbereiches zur Anpassung der verfügbaren Kapazitäten an die verbleibenden Projektstrukturen.

Die Umsatzerlöse des Bereichs Forschung und Entwicklung betrugen im Geschäftsjahr 2023 rund EUR 5,0 Mio. (Vorjahr rund EUR 9,1 Mio.).

2. Produktion

Mit Wirkung zum 1. Oktober 2016 wurde der Vertrag über die Lieferung von Produkten zwischen Alere International Limited (im Folgenden auch "AIL") und der Gesellschaft im Rahmen einer vertraglichen Fertigungsvereinbarung abgeschlossen. Abbott Jena ist Auftragsfertiger für die Plattformen Pima (Schnelltests) und m-PIMA (jeweils Analyzer und Schnelltests) im Abbott-Konzern.

Die Produktionsmengen der Pima und m-PIMA Schnelltest des Geschäftsjahres 2023 lagen mit 28 % unter den Mengen des Vorjahres. Der Pima-Bereich zeigt dabei einen Rückgang von 38,2 %. Die m-PIMA Produktionsmengen setzten den positiven Trend der letzten Jahre fort und konnten um 9,8 % erhöht werden.

2023
Anzahl
2022
Anzahl
Veränderung
Anzahl
%
Pima - Plattform
Schnelltests 1.333.600 2.156.200 -822.600 -38,2
m-PIMA - Plattform
Analyzer 350 426 -76 -17,8
Schnelltests 653.500 595.023 58.477 9,8

Die Gesellschaft ist seit dem Geschäftsjahr 2020 Legal Manufacturer für die neu entwickelten Panbio-Schnelltests zur Detektion des Corona-Virus. Daraus ergeben sich für den Standort jedoch ausschließlich Aufgaben im Bereich Forschung und Entwicklung (Quality und Regulatory Affairs).

Wirtschaftsbericht

3. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

In der Diagnostikbranche treiben verschiedene Faktoren das Wachstum an, wie die alternde Bevölkerung, hohe Infektions- und Epidemieraten, neue Biomarker und höhere Ausgaben in Schwellenländern. Eine alternde Weltbevölkerung und die Nachfrage nach einer besseren Gesundheitsversorgung in den Entwicklungsländern sind treibende Kräfte auf dem IVD-Markt. Immer mehr Menschen im Alter zwischen 45 und 75 Jahren in den Industrieländern nehmen mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch, z. B. Herz- und Krebstests. In den Entwicklungsländern, wo steigende Einkommen und ein höherer Lebensstandard zu einem neuen Gesundheitsbewusstsein und einer wachsenden Nachfrage nach qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung geführt haben, besteht unserer Einschätzung nach ein erhebliches Wachstumspotenzial. Dieses Wachstum wirkt dem Fehlen eines signifikanten Wachstums in den großen Märkten Europas, Japans und der USA nur geringfügig entgegen. Die Regierungen führen neue Vorsorge- und Krankenversicherungsprogramme ein, die den Einsatz von IVDs weiter fördern könnten. Die Revolution in der Bioinformatik hat die klinische und traditionelle Medizintechnik mit Komponenten aus der Telekommunikations-, Informations- und Computerindustrie verschmolzen und damit Nischenmärkte für Point-of-Care-Testgeräte eröffnet, was sich positiv auf die diagnostischen Tests auswirken kann. 3

Abbott Jena bleibt mit seinen speziellen Produkten weiterhin über die europäische Vertriebsgesellschaft wesentlich im afrikanischen Markt für HIV-Diagnostik etabliert.

3 Vgl. PR Newswire, "Worldwide Market for In Vitro Diagnostic Tests, 2018-2023", September 19, 2018, https://www.prnewswire.com/news-releases/worldwide-market-for-in-vitro-diagnostic-tests-2018-2023-300715297.html

4. Geschäftsverlauf

a) Ertragslage

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
%
Umsatzerlöse 41.667 40.359 1.308 3
Bestandsveränderung 99 991 -892 -90
Gesamtleistung 41.766 41.350 416 1
Materialaufwand 15.544 15.641 -97 -1
Rohergebnis 26.222 25.709 513 2
Sonstige betriebliche Erträge 287 721 -434 -60
Personalaufwand 17.975 15.438 2.537 16
Abschreibungen 1.908 2.137 -229 -11
Sonstige betriebliche Aufwendungen 6.839 4.875 1.964 40
Operatives Ergebnis -213 3.980 -4.193 -105
Finanzergebnis 427 47 330 -100
Steuern vom Einkommen und Ertrag -193 -373 180 -48
Sonstige Steuern -20 -20 0 0
Jahresergebnis 0 3.634 -3.634 -100

Das Jahresergebnis von EUR 0 Mio. lag unter dem Ergebnis des Vorjahres (EUR 3,6 Mio.). Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2023 wurde im Wesentlichen durch gestiegene Personalaufwendungen sowie die Einstellung eines Konzernprojektes im Bereich Forschung und Entwicklung und den damit verbundenen Restrukturierungskosten beeinflusst.

Der kontinuierliche Aufbau an Personal, insbesondere in den Bereichen Produktion, Qualitätskontrolle sowie Product Support, erhöhte die Personalaufwände um 16,4 % auf EUR 18,0 Mio. (Vorjahr EUR 15,4 Mio.). Hintergrund dieses Anstieges ist, dass Produktionskapazität für angekündigte Produktionsmengen vorgehalten und Ressourcen in den Bereichen Qualitätskontrolle und Product Support für zusätzliche Anforderungen erhöht werden sollten.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren Restrukturierungskosten aus dem Bereich Forschung und Entwicklung in Höhe von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr EUR 0 Mio.) enthalten. Aufgrund der Beendigung des zentralen R&D Projektes und mangels Vorhandensein von Folgeprojekten, wurde zur Beibehaltung der Kostendeckung des Standortes Jena eine Restrukturierung notwendig. Das Ziel der Umstrukturierung lag in der Bildung eines auf dem Markt und gegenüber dem Kunden nachhaltig bestandsfähigen Unternehmens. Die Personalanpassungsmaßnahme, in dessen Folge der Forschungsbereich um bis zu 30 Arbeitnehmer/innen reduziert wurde, war ausschlaggebend für die angefallenen Aufwendungen.

Die Umsatzerlöse setzten sich wie folgt zusammen:

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
%
Produktion 36.607 31.204 5.403 17,32
PIMA Plattform 7.233 11.384 -4.151 -36,46
m-PIMA Plattform 12.514 11.229 1.285 11,44
Verwaltungskosten 16.860 8.591 8.269 96,25
Forschung und Entwicklung 5.036 9.114 -4.078 -44,74
Sonstige Erlöse 24 41 -17 -41,46
Gesamt 41.667 40.359 1.308 3,24

Die Umsatzerlöse erhöhten sich von EUR 40,4 Mio. auf EUR 41,7 Mio., aber lagen damit dennoch 5 % unter den prognostizierten Erlösen von EUR 44 Mio. für das Geschäftsjahr 2023. Die verschiedenen Umsatzbereiche waren dabei von unterschiedlichen Einflüssen geprägt.

Die Umsätze im Bereich der Produktion erhöhten sich um 17,3 % gegenüber dem Vorjahr.

Wesentlicher Treiber war dabei die Verrechnung von Verwaltungskosten im Rahmen der bestehenden Verträge im Bereich Contract Manufacturing mit EUR 16,9 Mio. (Vorjahr EUR 8,6 Mio.). Darin enthalten sind einerseits gestiegene Verrechnungen in Zusammenhang mit erhöhten Verschrottungskosten aus dem Bereich m-PIMA, sowie die Weiterbelastung von vorgehaltenen Produktionskapazitäten und Verwaltungskosten.

Die m-PIMA-Plattform konnte auch in 2023 den positiven Trend bestätigen und die Produktumsätze um 11,4 % gegenüber dem Vorjahr steigern. Gleichzeitig verzeichnete der Bereich Pima einen Umsatzrückgang, aufgrund reduzierter Nachfrage und dem vorrangigen Abverkauf von Beständen aus dem Zentrallager der AIL um 36,5 %.

Die Umsatzerlöse aus Forschung und Entwicklung entwickelten sich im Geschäftsjahr mit EUR 5,0 Mio. (Vorjahr EUR 9,1 Mio.) deutlich rückläufig. Aufgrund der Einstellung des zentralen R&D Projektes Mitte 2023, reduzierten sich die erbrachten Forschungsleistungen wesentlich ab dem 3. Quartal.

Sowohl die Fertigungsvereinbarung mit AIL als auch der Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungsvertrag mit Abbott Malta umfassen festgelegte Margen für die Umsätze an verbundene Unternehmen, wodurch Abbott Jena keinem preisbezogenen Marktrisiko ausgesetzt ist. Das volumenbezogene Marktrisiko besteht unverändert und ist durch die vertraglich geregelte Weiterverrechnung von Verwaltungskosten im Rahmen des Cost Plus Modells abgesichert. Etwaige Weiterberechnungen von R&D Restrukturierungskosten können sich weiterhin positiv in 2024 auswirken.

b) Finanzlage

Die Entwicklung des Eigenkapitals ist durch den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres geprägt. Die Gesellschaft weist zum Bilanzstichtag ein Eigenkapital in Höhe von EUR 32,6 Mio. aus (Vorjahr EUR 32,6 Mio.). Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 80 % (Vorjahr 84 %) zum 31.12.2023.

Die Gesellschaft weist seit 2017 eine hohe finanzielle Stabilität auf, das langfristige Vermögen ist vollständig durch das Eigenkapital finanziert. Gleichzeitig stellt die seit April 2018 erfolgte Einbindung in den Cashpool von Abbott die Liquidität der Gesellschaft sicher. Der Cashpool stellt mit dem Saldo zum Bilanzstichtag eine Forderung gegen verbundene Unternehmen in Höhe von EUR 12,2 Mio. dar und ist sich somit gegenüber dem Vorjahr konstant. Die Veränderung ergibt sich aus dem monatlichen Saldo des Intercompany Nettings.

Im Geschäftsjahr 2023 wurden Investitionen in Höhe von EUR 1,9 Mio. getätigt (Vorjahr EUR 0,9 Mio.), insbesondere in den Bereichen Hardware, Teceinrichtungen.

c) Vermögenslage

2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
%
AKTIVA 40.961 38.871 2.090 5,38
Anlagevermögen 13.084 13.354 -270 -2,02
Immaterielle Vermögensgegenstände 2 10 -8 -80,00
Sachanlagen 13.082 13.344 -262 -1,96
Umlaufvermögen 27.778 25.417 2.361 9,29
Vorräte 7.208 4.010 3.198 79,75
Forderungen & sonst. Vermögensgeg. 17.981 19.720 -1.739 -8,82
Liquide Mittel 2.589 1.687 902 53,47
Rechnungsabgrenzungsposten 99 101 -2 -1,98
2023
TEUR
2022
TEUR
Veränderung
TEUR
%
PASSIVA 40.961 38.871 2.090 5,38
Eigenkapital 32.576 32.575 1 0,00
Sonderposten für Investitionszuwendung 1.107 1.264 -157 -12,42
Rückstellungen 3.645 1.926 1.719 89,25
Verbindlichkeiten 3.633 3.101 532 17,16
gegenüber verb. Unternehmen 24 369 -345 -93,50
aus Lieferung und Leistungen & Sonst. 3.609 2.732 877 32,10
Rechnungsabgrenzungsposten 0 5 -5 -100,00

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Berichtsjahr von EUR 38,9 Mio. auf EUR 41,0 Mio.

Das Anlagevermögen reduzierte sich um EUR 0,3 Mio. auf EUR 13,1 Mio., was im Wesentlichen auf Abschreibungen des Geschäftsjahres zurückzuführen ist.

Der Anstieg des Umlaufvermögens von EUR 25,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 27,8 Mio. ergibt sich im Wesentlichen aus der Veränderung der Vorräte von EUR 4,0 Mio. auf EUR 7,2 Mio., welche auf erhöhte Bestände im Bereich m-PIMA zurückgeht.

Gleichzeitig reduzierten sich die Forderungen gegen verbundene Unternehmen von EUR 19,7 Mio. auf EUR 18,0 Mio. Sie bestehen überwiegend gegen AIL und bilden die Forderungen aus Produktverkäufen sowie die Weiterberechnungen von Verwaltungskosten ab. Dies gilt auch für Forderungen aus dem R&D-Serviceagreement gegenüber Abbott Malta.

d) Finanzielle Leistungsindikatoren: Prognose-Ist-Vergleich

Als finanzielle Leistungsindikatoren nutzt die Gesellschaft die Entwicklung des Umsatzes, insbesondere des Produktumsatzes, sowie das operative Jahresergebnis (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Einmaleffekten) und das Jahresergebnis. Allerdings sind diese Kennziffern aus konzerninternen Gründen eher an der US-amerikanischen Rechnungslegung orientiert, so dass die HGB-Kennzahlen allenfalls Richtwerte darstellen können und Unschärfen enthalten.

Die im Geschäftsjahr erzielten Produktumsätze (ohne die Weiterberechnung der Verwaltungskosten) liegen bei EUR 19,8 Mio. und somit unter denen des Vorjahres (EUR 22,6 Mio.). Dies entspricht einem Rückgang um 13 % und liegt unter den Prognosen für das Geschäftsjahr 2023 von EUR 25,0 Mio. Die bestehende Weiterberechnung der Verwaltungskosten an AIL fängt diesen Rückgang auf. Die prognostizierten Umsatzerlöse von EUR 44 Mio. konnten in 2023 insbesondere durch den Rückgang der Verrechnung im R&D Bereich nicht realisiert werden. Mit EUR 41,7 Mio. lagen die Erlöse um 5 % unter der Prognose.

5. Gesamtaussage

Das Geschäftsjahr 2023 zeigt sowohl im Bereich Forschung und Entwicklung als auch im Produktionsbereich ungeplante Einflussgrößen. Im Produktionsbereich realisierten sich die erwarteten Produktionsmengen, insbesondere im Pima-Bereich, nicht in vollem Umfang. Die gestiegene Nachfrage nach m-PIMA Kartuschen konnte diesen Rückgang in Summe nicht kompensieren.

Der Bereich Forschung und Entwicklung ist durch das Ende eines wesentlichen Konzernprojektes entscheidend geprägt und wirkt sich damit wesentlich auf das Jahresergebnis 2023 aus. Das Projektende halbierte die verrechneten R&D Leistungen und verursachte, durch die notwendige Restrukturierung, zusätzliche Aufwände die von der Gesellschaft getragen werden mussten und das Ergebnis damit von EUR 3,6 Mio. im Vorjahr auf EUR 0 Mio. reduzierten.

II. Prognosebericht

Für 2024 streben wir in der aktuellen Planung einen Gesamtumsatz von EUR 32 Mio. an. Dieser ergibt sich einerseits aus dem geplanten Produktumsatz von insgesamt EUR 22 Mio., der sich auf Basis der zugrundeliegenden Mengenplanung, insbesondere im Bereich der m-PIMA Produkte, ergibt und einem Anstieg um 20 % ggü. dem Geschäftsjahr 2023 entspricht. Die Platzierung weiterer m-PIMA-Geräte im Feld und der daraus resultierende Anstieg im Kartuschenbedarf bildet die Grundlage unserer Einschätzung.

Im R&D Bereich gehen wir für das Jahr 2024 von einem Umsatz von EUR 0,6 Mio. aus. Diese signifikante Reduzierung ist das Ergebnis der Umstrukturierung aus 2023 und den verbleibenden Ressourcen im Forschungsbereich.

Insgesamt erwarten wir für 2024 ein leicht positives Ergebnis im einstelligen Millionenbereich. Diese Einschätzung ergibt sich aufgrund der bestehenden konzerninternen Produktions- und R&D Verrechnungsverträge. Gleichzeitig liegt unser Fokus weiterhin auf der Kostenkontrolle und -optimierung durch die Nutzung von Synergieeffekten aufgrund der Einbindung in den Abbott-Konzern.

III. Chancen- und Risikobericht

Die kontinuierlich fortgesetzte Integration in den Abbott-Konzern bietet Abbott Jena die Möglichkeit, den eingeschlagenen Weg eines effizienten und integrierten Forschungs- und Produktionsunternehmens weiterhin zu verfolgen.

Die weitere Entwicklung der m-PIMA-Plattform hat für uns die größte strategische Bedeutung. Die Produktion zu wettbewerbsfähigen Kosten ist essenziell für die weitere Marktfähigkeit unserer Analyzer und Schnelltests. Chancen bieten sich insbesondere durch Skaleneffekte in den Produktionstechnologien. Diese unterstützen volumenabhängige Degressionseffekte in der Herstellung, die eine kontinuierliche Verbesserung der Stückkosten ermöglichen können. Mit steigender Produktvielfalt und steigendem Produktionsvolumen wollen wir unsere Position innerhalb des Konzerns sichern.

Große strategische Bedeutung hat für uns nicht allein das weltweite Vertriebsnetz des Abbott-Konzerns, welches das weitere Wachstum unserer Gesellschaft gewährleistet, sondern auch die langjährige Erfahrung in der Diagnostiksparte. Das Marktumfeld, das hinsichtlich unserer Produkte auch durch einzelne große Nicht-Regierungs-Organisationen (sog. NGO) geprägt ist, ist durch eine teilweise volatile Nachfrage gekennzeichnet. Diesem Marktrisiko, das sich durch die Finanzierungsstrukturen dieses Kundensegments ergibt, wollen wir durch eine enge Verknüpfung von Marktprognosen und Produktionsplanung begegnen.

Die Finanzierung ist durch die Einbindung in den Abbott-Konzern und die hierdurch im Bedarfsfall zur Verfügung gestellten Mittel sichergestellt. Ein Finanzierungsrisiko besteht damit unserer Einschätzung nach nicht.

Insofern sind Risiken, die aus dem Fixkostenvolumen resultieren, unter der Prämisse zu sehen, dass diese über die Produkt- und Entwicklungsaufträge konzernintern abgedeckt sind. Aufgrund der Verbundbeziehungen stufen wir auch Ausfall- und Bonitätsrisiken sowie Währungsrisiken als nicht bedeutend ein.

Mit der weiterführenden Integration in den Abbott-Konzern sollen die Strukturen der Gesellschaft analysiert und auf die Konzernbelange zugeschnitten werden. In diesem Zusammenhang werden sich auch in unserer Gesellschaft Neu- und Umstrukturierungen ergeben, die wir als Chance zur verbesserten Marktanpassung ansehen.

Unserer Einschätzung nach ergeben sich gegenwärtig keine wesentlichen Auswirkungen durch den Russland-Ukraine-Krieg auf die Abbott Jena. Die angespannte Weltlage kann sich potenziell auf die Beschaffungsprozesse auswirken. Bisher haben wir es geschafft, schwerwiegende Auswirkungen auf unsere Lieferfähigkeit zu vermeiden.

Zusammenfassend gehen wir von einer positiven Gesamtentwicklung der Gesellschaft aus.

 

Jena, 31. März 2024

Die Geschäftsführung

Stephan Schmahl

Donal Moloney

Damian Patrick Halloran

Karen Ann Krammer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.