AUTO1 Group Operations SE

Bergmannstraße 72, 10961 Berlin, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 229440
Eingetragen
12.5.2021
Branche
Tätigkeiten der Großhandelsvermittlung von KraftwagenTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagenteilen und -zubehörTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Krafträdern, Kraftradteilen und -zubehör
Gegenstand
Die Erbringung erlaubnisfreier Dienstleistungen wie Unternehmensberatung, Coaching, Promotion, der Handel mit Waren verschiedener Art, insbesondere mit Kraftfahrzeugen, Kraftfahrzeugzubehör und -ersatzteilen, der Betrieb einer Website, die Bereitstellung eines interaktiven Online-Marktplatzes und die Erbringung aller damit im Zusammenhang stehenden Serviceleistungen sowie die Beteiligung an Unternehmen; ausgenommen sind genehmigungspflichtige Beratungsdienstleistungen.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorstandsmitglied
Anka Ehrich
seit 18.9.2025
Prokura
Robert Mallison
seit 9.3.2023
Prokura
Christian Schröder
seit 9.3.2023
Prokura
Vorstandsmitglied

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

AUTO1 Group SE

München

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Finanzübersicht

Zusammenfassung der Kennzahlen

Group FY 2021 FY 2022 Veränderung FY YoY
Verkaufte Autos ( ) 596.731 649.709 8,9%
Umsatzerlöse (in Mio. EUR) 4.775 6.534,1 36,8%
Umsatzerlöse pro Einheit (in EUR) 8.002 10.057 25,7%
Rohergebnis (in Mio. EUR) 430,9 488,2 13,3%
Rohergebnis pro Einheit (in EUR) 722 746 3,3%
Bereinigtes EBITDA (in Mio. EUR) (107,1) (165,6) (54,6%)

Segment Kennzahlen

Merchant FY 2021 FY 2022 Veränderung FY YoY
Verkaufte Autos ( ) 555.351 585.545 5,4%
davon C2B 481.190 497.254 3,3%
davon Remarketing 74.161 88,291 19,1%
Umsatzerlöse (in Mio. EUR) 4.196 5.477,6 30,5%
davon C2B 3.544,8 4.599,2 29,7%
davon Remarketing 651,2 878,4 34,9%
Umsatzerlöse pro Einheit (in EUR) 7.556 9.355 23,8%
Rohergebnis (in Mio. EUR) 415,9 418 0,5%
Rohergebnis pro Einheit (in EUR) 749 714 (4,7%)
Retail FY 2021 FY 2022 Veränderung FY YoY
Verkaufte Autos ( ) 41.380 64.164 55,1%
Umsatzerlöse (in Mio. EUR) 579 1.056,5 82,5%
Umsatzerlöse pro Einheit (in EUR) 13.992 16.466 17,7%
Rohergebnis (in Mio. EUR) 15 70,2 369,1%
Rohergebnis pro Einheit (in EUR) 362 1.039 187,2%

Differenzen können durch Rundungen bestehen.

Building the Best Way to Buy and Sell Cars Online

Die AUTO1 Group konzentriert sich darauf, das führende online Gebrauchtwagengeschäft in Europa aufzubauen. Als gründergeführtes Unternehmen verkörpern wir Unternehmergeist und bringen langjährige Industrieerfahrung sowie die nachgewiesene Skalierbarkeit des Geschäftsmodells mit, um auch langfristig erfolgreich unserer Mission nachzukommen.

AUTO1 ist Europas Used Car Powerhouse

2022 war unser stärkstes Jahr in Hinblick auf verkaufte Fahrzeuge und Rohergebnis

Verkaufte Fahrzeuge - Gruppe
T Fahrzeuge

Rohergebnis - Gruppe
Mio. EUR

Der Fokus in 2023 ist Profitabilität, anschließend planen wir beschleunigtes Wachstum auf Basis der verbesserten Rentabilität

01 SHAREHOLDER LETTER

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Im August letzten Jahres haben wir unser 10-jähriges Jubiläum gefeiert. Die ersten 10 Jahre unserer Reise waren in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Wir haben eine Plattform geschaffen, die den gesamten Gebrauchtwagenmarkt grundlegend verändert. Jedes Produkt auf unserer Plattform wird stets mit dem Ziel entwickelt, die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden zu erhöhen. Bis heute haben wir Millionen Kundinnen und Kunden dabei unterstützt, Autos zu kaufen und zu verkaufen. Gleichzeitig haben wir ein Weltklasse-Team aufgebaut, das außerordentlich talentiert ist und uns auf clevere, engagierte und entschlossene Art und Weise zum Marktführer gemacht hat.

Ich bin sehr stolz auf alle Erfolge, die wir in den vergangenen zehn Jahren erzielen konnten und ich freue mich darauf, auch die nächsten 10 Jahre unsere Mission weiter zu verwirklichen. Denn obwohl unser Unternehmen seit 2012 stark gewachsen ist, stehen wir noch ganz am Anfang unserer Reise.

Ein Rückblick auf das Jahr 2022

2022 war ein starkes und wichtiges Jahr für uns. In Hinblick auf die Marktsituation hat das Jahr den Schwung des vierten Quartals 2021 zu Anfang mitgenommen. Die Gebrauchtwagenpreise stiegen weiter an und alles deutete darauf hin, dass der Markt wachsen würde. Dieser Trend hielt genau 51 Tage lang, bis der Beginn des Ukraine-Krieges quasi über Nacht für viel Unsicherheit bei unseren Kundinnen und Kunden sorgte. Gleichzeitig nahm der ohnehin schon hohe Inflationsdruck weiter zu und schmälerte die Kaufkraft von europäischen Bürgern zusehends. Potenzielle Käuferinnen und Käufer fingen damit an, ihre Kaufentscheidungen hinauszuzögern. Das taten sie zum einen aufgrund der hohen Verunsicherung im Hinblick auf die anhaltenden Preissteigerungen, zum anderen weil das Auto, das sie besaßen, im Wert stieg. Noch nie in der Geschichte des über 100 Jahre alten Gebrauchtwagenmarktes hatten gebrauchte Fahrzeuge an Wert gewonnen. Deshalb entschieden sich viele europäische Bürger dafür, ihr Auto als Inflationsabsicherung zu behalten.

Aufgrund des mangelnden Angebots an Fahrzeugen stiegen die Gebrauchtwagenpreise im Laufe des Jahres kontinuierlich an, was die bereits erwähnten Entwicklungen noch weiter verstärkte: Die höheren Preise führten im Laufe des Jahres zu einer sinkenden Nachfrage, bis im vierten Quartal etwas Erstaunliches geschah: Die Preise fielen plötzlich. Wir hatten mit einem kontrollierten und sukzessiven Preisrückgang gerechnet. Stattdessen sahen wir uns mit einem schnellen Rückgang konfrontiert, der die Gebrauchtwagen-Preissteigerungen von mehr als einem Jahr innerhalb weniger Wochen zurücknahm.

Zusätzlich zu den stark schwankenden Preisen im letzten Jahr litt der Markt für Autotransporte unter Logistik-Engpässen. Die Kapazitäten wurden infolge des Rückgangs der Neuwagenverkäufe während der Pandemie teilweise abgebaut. Sowohl die Infrastruktur selbst als auch LKWs und die Anzahl der Fahrer wurden stark reduziert. Ein plötzlicher Nachholbedarf bei den Auslieferungen von Neuwagen im vierten Quartal führte zu starken Engpässen auf dem Transportmarkt. Die Preise für Kapazitäten stiegen in einigen Fällen um das Vierfache, was Hersteller dazu veranlasste, große Kapazitäten exklusiv für sich selbst zu reservieren.

Nichtsdestotrotz: Uns spornen Herausforderungen und das Lösen komplexer Probleme an; das ist Teil unserer AUTO1-DNA. Die zuvor erwähnten außergewöhnlichen Entwicklungen haben dazu geführt, dass der europäische Gebrauchtwagenmarkt im Jahr 2022 mit nur 26,1 Millionen Transaktionen deutlich geschrumpft ist und damit sogar unter der Transaktionsanzahl von 2016 lag. Mein höchster Respekt gilt unserem Team, das mit diesen Herausforderungen und der noch nie dagewesenen Volatilität beeindruckend umgegangen ist.

Das komplexe makroökonomische Umfeld hatte keinen Einfluss auf das Erreichen unserer strategischen Ziele. Wir haben 2022 wichtige Fortschritte gemacht und unsere Pläne umgesetzt, während wir auf externe Herausforderungen schnell und agil reagiert haben. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres haben wir uns das Ziel gesetzt, den Break-even beim bereinigten EBITDA im vierten Quartal 2023 zu erreichen. Gleichzeitig haben wir die Grundlage für beschleunigtes und profitables Wachstum in den kommenden Jahren geschaffen.

Wir haben 2022 Dank unserer kundenorientierten Strategie und unserer revolutionären Plattform unsere strategischen und finanziellen Ziele erreicht:

Marktanteil auf 2,5% aller verkaufter Gebrauchtwagen in Europa gesteigert, ein Plus von 19% im Jahresvergleich

Gesamtumsatz auf 6,534 Mrd. EUR gesteigert, ein Plus von 37% im Jahresvergleich

Retail-Umsatz auf mehr als 1 Mrd. EUR gesteigert, ein Plus von 83% im Jahresvergleich

Gesamt-Rohergebnis auf 488 Mio. EUR erhöht, ein Plus von 13% im Jahresvergleich

Retail-Rohergebnis auf 70,2 Mio. EUR erhöht, ein Plus von 369% im Jahresvergleich

Retail-Absatz auf 64.164 Fahrzeuge gesteigert, ein Plus von 55% im Jahresvergleich

Q3 und Q4 bereinigtes EBITDA zeigten jeweils eine Verbesserung von mehr als 10 Mio. EUR im Vergleich zu Q1 und Q2

Retail-Marketing-Kosten pro Fahrzeug auf 900 EUR im vierten Quartal reduziert, eine Reduktion von 68% im Jahresvergleich

NPS auf 70 gesteigert, ein Plus von 9 Punkten im Jahresvergleich

Verkaufte Fahrzeuge - Gruppe
T Fahrzeuge

Umsatz - Gruppe
Mrd. EUR

Rohergebnis - Gruppe
Mio. EUR

Wir haben zahlreiche Investitionen in allen Bereichen getätigt:

Wir haben unsere internen Gebrauchtwagen-Produktionskapazitäten um 57.000 Fahrzeuge auf 147.400 Einheiten pro Jahr erhöht, indem wir eigene Gebrauchtwagen-Produktionszentren in Italien, Belgien, Deutschland und den Niederlanden eröffnet haben

Wir haben den Anteil von Gebrauchtfahrzeugen, die wir in unseren eigenen Produktionszentren aufbereiten, von 6% im Januar auf 54% im Dezember erhöht

Wir haben die Anzahl an Autohero-Glastrucks um 86% auf 164 erhöht, um der rasch steigenden Anzahl an Retail-Kundinnen und Kunden ein einzigartiges Erlebnis bieten zu können

Die Markenbekanntheit von Autohero stieg auf 20% aller Europäerinnen und Europäer zwischen 18 und 64 Jahren in unseren Retail-Märkten, ein Plus von 66% im Jahresvergleich

Die Markenbekanntheit für unsere Sell-Only-Marken stieg auf 44% aller Europäerinnen und Europäer zwischen 18 und 64 Jahren in unseren Sell-Only-Märkten, ein Plus von 10% im Jahresvergleich

Der Anteil an automatisch bepreisten Fahrzeugen stieg auf 83%, ein Plus von 38% im Jahresvergleich

Das Volumen unseres Retail-Kreditportfolios in Deutschland und Österreich stieg auf 185 Mio. EUR, ein Plus von 277% im Jahresvergleich

2023 und darüber hinaus

Wir sind gespannt, was 2023 für uns bereit hält. Unser gesamtes Team ist hochmotiviert und arbeitet hart, um dieses Jahr zu einem vollen Erfolg zu machen. Wir konzentrieren uns dieses Jahr darauf, den Umschlag unserer Fahrzeuge in allen Geschäftsbereichen zu erhöhen, denn ein höherer Umschlag führt zu mehr Wachstum und noch zufriedeneren Kundinnen und Kunden. Außerdem werden wir für unsere Sell-Only-Endkunden durch eine Erweiterung unserer Abhol- und Abgabestationen noch besser erreichbar sein. Im Remarketing-Bereich werden wir einen starken Fokus darauf legen, für unsere Partnerhändler den Verkauf von Fahrzeugen noch einfacher und erfolgreicher zu machen. Wir ermöglichen das, indem wir unser Angebot weiter verbessern und mit unserer Plattform die bestmögliche Kundenerfahrung der Branche bieten. Zusätzlich arbeiten wir im Retail-Bereich weiter motiviert daran, die variablen Kosten pro Fahrzeug kontinuierlich zu reduzieren, indem wir die Adoption unseres Angebots erhöhen, während wir gleichzeitig die Kundenzufriedenheit auf hohem Niveau halten.

Wir sind überzeugt davon, dass wir alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche und schnelle Digitalisierung unseres Marktes geschaffen haben. Indem wir unseren Kundinnen und Kunden ein deutlich besseres Erlebnis bieten, wird unsere Plattform zunehmend zum zentralen Anlaufpunkt für Gebrauchtwagentransaktionen. Die Einführung, Skalierung und der Erfolg unseres Retail-Angebots unter dem Dach der Autohero-Marke war eine wichtige neue Ergänzung unserer Produktstrategie: Mit Autohero können wir Gebrauchtwagen direkt an Privatkunden verkaufen. Mit unseren Produkten - von Autohero und unserem Sell-Only-Angebot für Endkunden, bis hin zu Remarketing und AUTO1.com für Händler - haben wir die größte und stärkste Handelsplattform für Gebrauchtwagen aufgebaut. Nun sind wir in der Lage, Netzwerkeffekte zu unserem Vorteil zu nutzen und unseren Marktanteil weiter zu steigern.

Die Kombination dieser vier Angebote auf einer einzigen Plattform macht jedes einzelne Produkt für sich in vielerlei Hinsicht noch stärker. Um ein paar ausgewählte Netzwerkeffekte unserer Plattform zu nennen: Jedes Produkt steuert Preis- und Verkaufsdaten zu unseren zentralen Algorithmen zur automatischen Bepreisung von Fahrzeugen bei, was die Algorithmen noch präziser macht. Ein weiteres Beispiel sind Remarketing-Verkäuferinnen und Verkäufer, die von den höheren Preisen der Retail-Fahrzeuge profitieren. Außerdem erhöhen die Retail- und Remarketing-Volumen die Auslastung unseres europäischen Logistiknetzwerks, was zu niedrigeren Transportpreisen führt. Und Endkunden profitieren aufgrund unseres großen Sell-Only-Geschäftsbereichs von besten Preisen für ihre Inzahlungnahmen.

Warum sollten Sie sich darüber als Aktionärin oder Aktionär der AUTO1 Group freuen können?

Sie besitzen einen Anteil an einer einzigartigen Plattform, die in der Lage ist, einen der größten Märkte der Welt neu zu erfinden. Wir schaffen einzigartige Erlebnisse für unsere Kundinnen und Kunden, wir geben uns nie zufrieden und suchen ständig nach neuen Möglichkeiten und wir haben ein äußerst talentiertes Team, das unsere Plattform vorantreibt. Deshalb sind wir überzeugt davon, dass wir unseren Marktanteil in den kommenden Jahren vervielfachen werden. Ich erinnere mich noch gut an einen Investor, der vor vielen Jahren über die enorme Größe unseres Marktes und die traditionell schlechten Kundenerfahrungen erstaunt war. Er sagte zu mir: "Ihnen wird niemals der Markt aus gehen, wohl eher die Energie." Ich sah ihn an, lächelte und antwortete: "Wir werden unsere Energie immer behalten."

Zum Abschluss bedanke ich mich bei unseren Kundinnen und Kunden für ihr Vertrauen in uns, bei unserem Team für die harte Arbeit, die jeder einzelne geleistet hat, und bei Ihnen, unseren Aktionärinnen und Aktionären, für Ihre Unterstützung.

 

AUTO1 Group SE

Christian Bertermann, Co-Founder and Chief Executive Officer

02 BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

der Aufsichtsrat der Gesellschaft hat im Geschäftsjahr 2022 die ihm durch Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung zugewiesenen Aufgaben gewissenhaft wahrgenommen. Dieser Bericht informiert über die Arbeit des Aufsichtsrates im Geschäftsjahr 2022.

Der Aufsichtsrat hat den Vorstand im Berichtsjahr kontinuierlich überwacht und ihn bei allen für die Gesellschaft wesentlichen Belangen beratend begleitet. Zur Überwachung des Vorstands bedient sich der Aufsichtsrat eines nach seinen Vorgaben gestalteten Berichtssystems; ferner sind Maßnahmen von besonderer Bedeutung dem Aufsichtsrat vorab zur Zustimmung vorzulegen. Dadurch ist der Aufsichtsrat über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns jeweils zeitnah informiert und in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung stets eingebunden.

Arbeit des Aufsichtsrats; Sitzungsteilnahmen;
Zusammenwirken von Aufsichtsrat und Vorstand

Insgesamt tagte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2022 in sieben Sitzungen. Fünf der sieben Sitzungen fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Bergmannstraße 72, 10961 Berlin statt. Bei den anderen zwei der sieben Sitzungen handelte es sich um sog. hybride Sitzungen, d.h. die Sitzung fand in Präsenz in den vorgenannten Räumlichkeiten statt, wobei einzelne Mitglieder des Aufsichtsrats die Möglichkeit nutzten, sich per Videokonferenz einzuwählen ("Hybrid-Sitzung"). Der gesetzlich vorgeschriebene Turnus von zwei Sitzungen je Kalenderhalbjahr wurde dabei eingehalten. Darüber hinaus gab es mehrfach Beschlussfassungen des Aufsichtsrates im Umlaufverfahren. Die Mitglieder des Aufsichtsrats haben im Berichtszeitraum wie folgt an den Sitzungen des Aufsichtsrats teilgenommen:

Name Gesamt Bemerkung
Dr. Gerhard Cromme 7/7 -
Hakan Koç 7/7 -
Gerd Häusler 7/7 -
Sylvie Mutschler von Specht 6/7 in der Sitzung vom 08.02.2022 entschuldigt
Andrin Bachmann 4/4 bis 09.06.2022
Vassilia (Nelly) Kennedy 3/3 seit 09.06.2022 (bis 13.01.2023)
Lars Santelmann 2/2 seit 20.07.2022

Im Geschäftsjahr 2022 berichtete der Vorstand der Gesellschaft dem Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend, sowohl in den regulären Sitzungen als auch bei Bedarf außerhalb von Sitzungen zur Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft und des Konzerns sowie zu Fragen des Risikomanagements und der innerbetrieblichen Kontrollsysteme. Im Rahmen dieses Prozesses hat der Vorstand den Aufsichtsrat über alle relevanten Fragen der Strategie, der operativen Planung und der damit verbundenen Risiken und Chancen, der wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft sowie über alle relevanten geschäftspolitischen Vorgänge informiert. Der Inhalt der Berichte wurde in den Sitzungen des Aufsichtsrats intensiv diskutiert. Vorstand und Aufsichtsrat haben dabei eingehend über alle bedeutenden Geschäftsvorgänge und wesentlichen Entscheidungen des Geschäftsjahres 2022 beraten.

Auch außerhalb der Sitzungen standen die Mitglieder des Aufsichtsrats mit denen des Vorstands regelmäßig in Kontakt, insbesondere der Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses.

Zu Maßnahmen, die dem Aufsichtsrat vom Vorstand zur Zustimmung vorzulegen waren, wurden vom Vorstand die erforderlichen Informationen für die Entscheidungsfindung des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung gestellt.

Eine Einsicht in weitere Dokumente über die Berichte und Beschlussvorlagen des Vorstands hinaus war im Berichtsjahr nicht erforderlich.

Umgang mit Interessenkonflikten

Soweit im Berichtsjahr Rechtsgeschäfte Gegenstand der Beratung oder Beschlussfassung waren, zu denen ein Aufsichtsratsmitglied Partei war, hat das betroffene Aufsichtsratsmitglied an der jeweiligen Beratung bzw. Abstimmung nicht teilgenommen.

Schwerpunkte der Arbeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2022 insgesamt siebenmal und zwar am 8. Februar, 21. März, 4. April, 8. Juni, 9. Juni, 13. September und 1. November.

In der Aufsichtsratssitzung im Februar wurden insbesondere der vorläufige Jahresabschluss für 2021 und das Budget für 2022 besprochen. Auch wurde beschlossen, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 vorzuschlagen, Lars Santelmann als neues Mitglied in den Aufsichtsrat zu wählen. Gegenstand war ferner die ESG Berichterstattung.

Nachdem sich der Prüfungsausschuss in seiner Sitzung im März eingehend mit der Prüfungsqualität des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers der Gesellschaft befasste, beschloss der Aufsichtsrat in seiner Sitzung im März - auf Vorschlag des Prüfungsausschusses -, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 vorzuschlagen, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Berlin als Abschluss- und Konzernabschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 zu bestellen. Ein weiteres Thema der Aufsichtsratssitzung im März war die langfristige Planung der AUTO1 Gruppe.

Im April 2022 hat der Aufsichtsrat den Jahres- und Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 sowie den zusammengefassten Lagebericht gebilligt bzw. festgestellt. Gegenstand der Sitzung im April war ferner die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung 2022. Insbesondere beschloss der Aufsichtsrat, der ordentlichen Hauptversammlung 2022 vorzuschlagen, Vassilia (Nelly) Kennedy in den Aufsichtsrat der Gesellschaft zu wählen sowie die Satzung der Gesellschaft zu ändern, um insbesondere die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder von fünf auf sechs zu erhöhen.

In den Sitzungen im Juni 2022 präsentierte der Vorstand einen Überblick über die aktuelle Geschäftsentwicklung der AUTO1 Gruppe des Jahres und gab ein Strategie-Update, insbesondere mit Blick auf die angestrebte Profitabilität der AUTO1 Gruppe. Ferner wurden insbesondere die neuen Mitglieder des Aufsichtsrats Vassilia (Nelly) Kennedy sowie Lars Santelmann vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats vorgestellt und eine Änderung der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats zwecks Bildung eines ESG Ausschusses und eines Marketing- und Brandingausschusses beschlossen.

Gegenstand der Sitzung im September war insbesondere die Berichterstattung durch den Vorstand zu den Finanzkennziffern des 2. Quartals des Jahres. Der Aufsichtsrat befasste sich ferner mit Finanzierungsfragen, insbesondere erteilte er seine Zustimmung zur Verlängerung des Verfügbarkeitszeitraums der Bestandsfinanzierung bis Februar 2025 und zur Erhöhung des Verbriefungsprogramms für Kundenfinanzierungen. Gegenstand der Sitzung war auch die nach Deutschem Corporate Governance Kodex empfohlene Selbstbeurteilung des Aufsichtsrats.

In der letzten Sitzung des Jahres am 1. November berichtete der Vorstand über die Finanzkennziffern zum 3. Quartal, gab ein Update über die bisherige Geschäftsentwicklung im Oktober und erörterte das Budget für 2023. Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildeten strategische Entwicklungen der AUTO1 Gruppe.

Prüfungs- und Risikoausschuss

Der Aufsichtsrat hat einen Prüfungs- und Risikoausschuss ("Prüfungsausschuss") gebildet. Dieser befasst sich insbesondere jeweils im Vorfeld der Sitzungen des Aufsichtsrats neben der Überwachung der Rechnungslegung, des Rechnungslegungsprozesses, der Bilanzierung und der Abschlussprüfung, den Quartalsmitteilungen auch mit dem internen Kontrollsystem und dem Risikomanagement sowie dem Aufbau und der laufenden Arbeit der internen Revision. Ebenso bereitet er Entscheidungen des Aufsichtsrats rund um diese Themen vor und nimmt seine sonstigen gesetzlichen und in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats niedergelegten Aufgaben wahr.

Der Prüfungsausschuss besteht aus den drei Mitgliedern Gerd Häusler (Vorsitzender des Prüfungsausschusses), Dr. Gerhard Cromme und Andrin Bachmann (bis 9. Juni 2022) bzw. Lars Santelmann (seit 20. Juli 2022). Im Geschäftsjahr 2022 tagte der Ausschuss in sieben Sitzungen. Fünf der sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Bergmannstraße 72, 10961 Berlin statt; zwei der sieben Sitzungen fanden als Hybrid-Sitzung statt. Sämtliche Mitglieder des Prüfungsausschusses waren jeweils in allen Sitzungen anwesend. An den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 7. Februar, 21. März und 12. September nahmen jeweils auch Vertreter des Abschluss- und Konzernabschlussprüfers der Gesellschaft, die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Berlin, teil.

Präsidial- und Nominierungsausschuss

Der Präsidial- und Nominierungsausschuss ("Präsidialausschuss") wurde im Vorfeld des Börsengangs im Januar 2021 gebildet und besteht aus den drei Mitgliedern Dr. Gerhard Cromme (Vorsitzender des Präsidialausschusses), Gerd Häusler und Hakan Kog. Der Präsidialausschuss bereitet wesentliche Beratungen und Beschlussfassungen des Aufsichtsrats vor und entscheidet anstelle des Aufsichtsrats über die in der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats näher bestimmten Gegenstände; er benennt ferner als Nominierungsausschuss dem Aufsichtsrat geeignete Kandidaten und Kandidatinnen für dessen Vorschläge an die Hauptversammlung zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern. Der Präsidialausschuss tagte im Geschäftsjahr 2022 viermal. Die Sitzungen des Präsidialausschusses fanden in Präsenz in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Bergmannstraße 72, 10961 Berlin statt. Sämtliche Mitglieder des Präsidialausschusses waren jeweils in allen Sitzungen anwesend.

ESG Ausschuss

Der Aufsichtsrat hat am 9. Juni 2022 einen ESG Ausschuss gebildet. Dieser befasst sich insbesondere mit der Überwachung der Themengebiete Umwelt, Soziales und Unternehmensführung ("ESG Angelegenheiten"), der Maßnahmen der Gesellschaft zur Umsetzung von ESG Angelegenheiten sowie mit der Einrichtung eines Überwachungssystems für ESG Angelegenheiten. Auf Anforderung leistet er ferner Unterstützung des Prüfungsausschusses, insbesondere bei der Berichterstattung zu ESG Angelegenheiten.

Der ESG Ausschuss besteht aus den drei Mitgliedern Lars Santelmann (Vorsitzender des ESG Ausschusses), Hakan Kog und Sylvie Mutschler von Specht. Im Geschäftsjahr 2022 tagte der Ausschuss einmal. Diese Sitzung wurde in Präsenz in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Bergmannstraße 72, 10961 Berlin abgehalten. An der Sitzung nahmen alle Mitglieder des ESG Ausschusses mit Ausnahme von Hakan Kog teil (entschuldigt).

Marketing- und Brandingausschuss

Ferner hat der Aufsichtsrat am 9. Juni 2022 einen Marketing- und Brandingausschuss ("Marketing Ausschuss") gebildet. Dieser befasst sich mit der Überwachung der Themengebiete Marketing, Branding, Produktplatzierung, Werbung und Außenauftritt ("Marketing Angelegenheiten") sowie mit Maßnahmen zur Umsetzung von Marketing Angelegenheiten.

Der Marketing Ausschuss besteht aus den drei Mitgliedern Vassilia (Nelly) Kennedy (bis 13. Januar 2023) (Vorsitzende des Marketing Ausschusses), Hakan Kog und Sylvie Mutschler von Specht. Im Geschäftsjahr 2022 tagte der Ausschuss einmal in Präsenz in den Räumlichkeiten der Gesellschaft in der Bergmannstraße 72, 10961 Berlin, wobei sämtliche Mitglieder des Marketing Ausschusses an der Sitzung teilnahmen.

Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2022

Die Hauptversammlung vom 9. Juni 2022 hat auf Vorschlag des Aufsichtsrats die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Niederlassung Berlin zum Abschluss- und Konzernabschlussprüfer der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2022 bestellt.

Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat den Jahresabschluss der AUTO1 Group SE und den Konzernabschluss sowie den zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Die vorgenannten Unterlagen wurden allen Mitgliedern des Aufsichtsrats rechtzeitig zur Verfügung gestellt und in den Sitzungen des Prüfungsausschusseses vom 14. und 28. März 2023 sowie in der Sitzung des Aufsichtsrats vom 28. März 2023 jeweils eingehend behandelt. Der Abschlussprüfer nahm an den Sitzungen des Prüfungsausschusses am 14. und 28. März 2023 sowie an der Sitzung des Aufsichtsrats am 28. März 2023 teil, berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfung und stand während der Beratungen für Fragen und weitere Informationen zur Verfügung. Der Aufsichtsrat ist auf der Grundlage seiner eigenen Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sowie der zusammengefasste Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022 keinen Anlass zu Einwendungen geben und hat sich dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen.

Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 28. März 2023 den Jahres- und Konzernabschluss der AUTO1 Group SE zum 31. Dezember 2022 und den zusammengefassten Lagebericht jeweils gebilligt. Der Jahresabschluss der AUTO1 Group SE für das Geschäftsjahr 2022 ist damit festgestellt.

Corporate Governance und Entsprechenserklärung

Die Aktien der AUTO1 Group SE wurden erstmals im Februar 2021 zum Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse zugelassen.

Vorstand und Aufsichtsrat haben im Februar 2023 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese den Aktionären auf der Webseite der Gesellschaft unter im Bereich "Corporate Governance" dauerhaft zugänglich gemacht. Mit wenigen Ausnahmen, die in der Erklärung erläutert werden, hat die AUTO1 Group SE seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung von Februar/März 2022 den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governace Kodex ("DCGK") in der Fassung vom 16. Dezember 2019 entsprochen. Ferner wird die AUTO1 Group SE den Empfehlungen des DCGK in der Fassung vom 28. April 2022, mit Ausnahme der in der Erklärung erläuterten wenigen Abweichungen, künftig entsprechen.

Aus- und Fortbildung

Die Aufsichtsratsmitglieder nehmen die zur Erfüllung ihrer Aufgaben erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen in Eigenverantwortung wahr und werden dabei von der Gesellschaft unterstützt. Für konkrete Weiterbildungszwecke bietet die Gesellschaft bei Bedarf interne Fortbildungsmaßnahmen an.

Zwecks Einführung in den Aufsichtsrat (Onboarding) tauschen sich neue Mitglieder des Aufsichtsrats mit dem Vorstand der Gesellschaft sowie mit Führungskräften der AUTO1 Gruppe zu allgemeinen und aktuellen Themen im Zusammenhang mit dem Aufsichtsratsmandat aus. Sowohl Vassilia (Nelly) Kennedy als auch Lars Santelmann haben sich bei ihrer Amtseinführung mit dem Vorstand der Gesellschaft und dem General Counsel der AUTO1 Gruppe ausgetauscht; insbesondere wurden anstehende Sitzungen des Aufsichtsrats und der Ausschüsse bzw. deren grundsätzlicher Ablauf sowie die Struktur der AUTO1 Gruppe besprochen.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die folgenden Personen gehörten im Geschäftsjahr 2022 dem Aufsichtsrat der Gesellschaft an: Dr. Gerhard Cromme, Hakan Kog, Gerd Häusler, Sylvie Mutschler von Specht, Andrin Bachmann (bis 9. Juni 2022), Vassilia (Nelly) Kennedy (seit 9. Juni 2022 und bis 13. Januar 2023) sowie Lars Santelmann (seit 20. Juli 2022). Eine Tabelle, die für das Geschäftsjahr 2022 die Mitglieder des Aufsichtsrats mit ihren jeweiligen Amtszeiten sowie die Zusammensetzung der Ausschüsse zeigt, ist diesem Bericht angefügt.

Andrin Bachmann hat sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats mit Wirkung zum 9. Juni 2022 niedergelegt.

In der ordentlichen Hauptversammlung der Gesellschaft vom 9. Juni 2022 wurden Vassilia (Nelly) Kennedy als Nachfolgerin für Andrin Bachmann sowie Lars Santelmann als neues Aufsichtsratsmitglied in den Aufsichtsrat gewählt.

Der Vorstand der AUTO1 Group SE bestand im Geschäftsjahr 2022 aus den beiden Mitgliedern Christian Bertermann und Markus Boser.

Dank des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat dankt den Mitgliedern des Vorstands sowie allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Konzerns für ihre erfolgreiche Arbeit und den persönlichen Einsatz im Geschäftsjahr 2022, durch den die Erfolgsgeschichte der AUTO1 Gruppe weiter fortgeschrieben wird.

 

Berlin, im März 2023

Für den Aufsichtsrat

Dr. Gerhard Cromme, VORSITZENDER DES AUFSICHTSRATES

Mitglieder des Aufsichtsrats, des Prüfungs- und Risikoausschusses, des Präsidial- und Nominierungsausschusses, des ESG Ausschusses und des Marketing- und Brandingausschusses im Geschäftsjahr 2022

Name, Funktion Ausgeübter Beruf Mitglied seit Bestellt bis
Dr. Gerhard Cromme, Vorsitzender Aufsichtsrat 2018 2024
Hakan Kof, einfaches Mitglied bis 09.06.2022, stellvertretender Vorsitzender seit 09.06.2022 Unternehmer 2020 2024
Gerd Häusler, Mitglied Kaufmann 2018 2024
Sylvie Mutschler von Specht, Mitglied Unternehmerin 2021 2024
Andrin Bachmann, Mitglied und stellvertretender Vorsitzender bis 09.06.2022 Risikokapitalanleger 2018 2024
Vassilia (Nelly) Kennedy, Mitglied vom 09.06.2022 bis 13.01.2023 Unternehmerin seit 09.06.2022 2026
Lars Santelmann, Mitglied Unternehmerin seit 20.07.2022 2026

Prüfungs- und Risikoausschuss
(Audit Committee)

Name, Position

Gerd Häusler, Vorsitzender

Dr. Gerhard Cromme, Mitglied

Andrin Bachmann, Mitglied (bis 09.06.2022)

Lars Santelmann, Mitglied (seit 20.07.2022)

Präsidial- und Noniminerungsausschuss
(Presidential Committee)

Name, Position

Dr. Gerhard Cromme, Vorsitzender

Gerd Häusler, Mitglied

Hakan Kof, Mitglied

ESG Ausschuss
(ESG Committee)

Name, Position

Lars Santelmann, Vorsitzender

Hakan Kof, Mitglied

Sylvie Mutschler von Specht, Mitglied

Marketing- und Brandingausschuss
(Brand Committee)

Name, Position

Vassilia (Nelly) Kennedy, Vorsitzende

Hakan Kof, Mitglied

Sylvie Mutschler von Specht, Mitglied

03 ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT

Grundlagen des Konzerns

a. Geschäftsmodell

Wir sind Europas führender Käufer und Verkäufer von Gebrauchtwagen. Unsere digitalen Produkte basieren auf einer einzigartigen vertikal integrierten Plattform. Mit rund 650.000 verkauften Gebrauchtwagen im Jahr 2022 sind wir ein europaweit führender Partner für den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen.

Der Umsatz mit Gebrauchtwagen, einschließlich des Business-to-Business (B2B)-Geschäfts, beläuft sich in Europa auf rund 600 Milliarden Euro. Der Online-Anteil dieses Marktes befindet sich nach wie vor in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Wir sind überzeugt davon, dass dies eine sehr große Marktchance für uns darstellt.

Unsere führende Marktposition auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt basiert auf unseren breiten Ankaufskanälen, die es uns 2022 ermöglichten, durchschnittlich mehr als 2.100 Gebrauchtwagen pro Werktag zu beschaffen. Unter unseren Verbrauchermarken wie z.B. "wirkaufendeinauto.de" bieten wir Verbrauchern in neun Europäischen Ländern eine Online-Plattform an, um ihren Gebrauchtwagen an AUTO1 zu verkaufen. Zusätzlich können Betreiber von Fahrzeugflotten sowie gewerbliche Händler durch unsere Remarketing-Lösungen Fahrzeuge vermarkten.

Wir verkaufen die Autos über zwei sich ergänzende Vertriebskanäle: Unter unserer B2B Marke "AUTO1" betreiben wir Europas größte Großhandelsplattform für den Verkauf von Gebrauchtwagen. Wir verkaufen diese Autos über Online-Auktionen an mehr als 85.000 gewerbliche Händler in Europa. Unter unserer Handelsmarke "Autohero" haben wir für Verbraucher ein Angebot geschaffen, Gebrauchtwagen online zu kaufen. In neun europäischen Ländern bieten wir Endkunden unsere Gebrauchtwagen zu festen Preisen an.

Unsere Geschäftstätigkeit basiert auf einer vertikal integrierten, proprietären Technologieplattform, die speziell für Ankauf, Verkauf, Bestandsverwaltung und Lieferung von Gebrauchtwagen in Europa entwickelt wurde.

b. Ziele und Strategien

Wir sind davon überzeugt, dass die folgenden Wettbewerbsstärken die wesentlichen Treiber unseres Erfolgs sind und uns von unseren Wettbewerbern unterscheiden:

unsere führende Marktposition mit einem hohen Volumen und einer großen Vielfalt im Einkauf und Verkauf; und

unsere steigende Markenbekanntheit in Europa sowie das einzigartige Kundenerlebnis sowohl im Ankauf als auch im Verkauf.

Um weiterhin erfolgreich zu sein, haben wir die folgenden Schlüsselfaktoren unserer Strategie identifiziert:

Mit unserer Marke "Autohero" wollen wir Europas führender Einzelhändler für Gebrauchtwagen werden;

Kontinuierlicher Ausbau des Merchant Segments und Steigerung des Marktanteils; sowie

Fokussierung auf Profitabilität in 2023 mit anschließender Wachstumsbeschleunigung bei verbesserter Rentabiliät je Fahrzeug.

c. Konzernstruktur

Die AUTO1 Group SE ist die Muttergesellschaft der AUTO1 Group, die zum Bilanzstichtag 67 direkt oder indirekt kontrollierte und vollkonsolidierte Tochtergesellschaften umfasst. Der Konsolidierungskreis beinhaltet zwei Finanzierungsgesellschaften, die AUTO1 Funding B.V. und die Autohero Funding 1 B.V. Für weitere Informationen verweisen wir auf die Anhangsangabe 15 im Konzernabschluss.

Die direkten und indirekten Tochtergesellschaften der Gruppe führen alle unsere Geschäftstätigkeiten in Europa aus.

Die einzigen Finanzverbindlichkeiten der Gruppe werden im Rahmen von zwei Asset-Backed-Securitization ("ABS") Programmen über unsere Finanzierungsgesellschaften aufgenommen.

Zum Bilanzstichtag hatten wir zum einen Schuldverschreibungen im Rahmen der Inventory ABS-Facility in Höhe von EUR 455 Mio. ausgegeben, die durch den Gebrauchtwagenbestand besichert waren und keinen weiteren Rückgriff auf den Konzern zuließen. Um unsere paneuropäischen Geschäftsaktivitäten und die Finanzierung zu erleichtern, werden alle Fahrzeuge über unsere Tochtergesellschaften AUTO1 European Cars B.V. und Auto1 Italia Commercio S.R.L. angekauft.

Des Weiteren haben wir - um die Weiterentwicklung des Produkts Ratenkauf für Kunden von Autohero in Deutschland und Österreich zu erleichtern - seit dem Geschäftsjahr 2022 die Ratenkaufforderungen über unsere zweite Finanzierungsgesellschaft refinanziert. Zum Bilanzstichtag hatten wir Forderungen aus Ratenkäufen in Höhe von insgesamt EUR 186 Mio. (davon EUR 152 Mio. langfristige Forderungen), durch die Ausgabe von Schuldinstrumenten im Rahmen der Consumer Loan ABS-Facility in Höhe von EUR 176 Mio. refinanziert.

Die Aktien der AUTO1 Group SE sind seit dem 4. Februar 2021 im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Durch die Erlöse aus dem Börsengang haben wir erhebliche Mengen an Barmitteln aufgenommen und konnten unsere Eigenkapitalbasis dadurch signifikant stärken. Auch unter Berücksichtigung der Liquiditätsabflüsse in den Jahren 2021 und 2022 verfügte die Gruppe zum Bilanzstichtag über Barmittel in Höhe von EUR 542 Mio.

d. Segmente

Der Konzern ist in zwei Segmente strukturiert: "Merchant" und "Retail". Die Segmente bieten Produkte für verschiedene Kundengruppen an und werden getrennt, da sie in einigen Bereichen unterschiedliche Technologien- (Nutzung verschiedener Verkaufsplattformen) und Marketingstrategien erfordern. Dabei beziehen beide Segmente Fahrzeuge aus den beiden Einkaufskanälen des Konzerns. Die Einkaufskanäle umfassen den Ankauf von Privatpersonen (C2B-Channel) und den Ankauf im Rahmen des Remarketings (Remarketing-Channel) von gewerblichen Händlern.

Merchant

Im Merchant Segment werden Gebrauchtwagen an gewerbliche Autohändler über die Händlermarke AUTO1.com verkauft. Die Merchant Umsätze beinhalten zudem Auktionsgebühren, Gebühren für Logistikdienstleistungen sowie alle sonstigen Gebühren, die im Zusammenhang mit der Bereitstellung der Fahrzeuge an die Händler stehen.

Die Umsatzerlöse aus dem "Merchant"-Geschäft werden abhängig von der Beschaffung der Fahrzeuge unterschieden. Alle Autos, die über das Netzwerk des Konzerns von Privatpersonen angekauft werden, sind als "C2B" klassifiziert. Autos, die von gewerblichen Flottenbetreibern oder Händlern und nicht über das Filialnetz angekauft wurden, werden hingegen als "Remarketing" klassifiziert. In beiden Bereichen gibt es keine Geschäftsaktivitäten, aus denen eigenständige Umsatzerlöse resultieren, daher sind C2B und Remarketing lediglich unterschiedliche Beschaffungskanäle. Die Verkäufe erfolgen an denselben Kundenkreis über einen identischen Vertriebskanal.

Retail

Das Retail-Segment konzentriert sich unter der Marke Autohero auf den Verkauf von Gebrauchtwagen an Privatkunden. Zusätzlich sind Einnahmen aus dem Angebot von Finanzierungen und anderen Produkten sowie Dienstleistungen zum Gebrauchtwagenkauf enthalten. Die Beschaffung von Fahrzeugen für das "Retail"-Geschäft erfolgt überwiegend über C2B aber auch über Remarketing.

e. Steuerungssysteme

Zur Steuerung der Geschäftstätigkeit werden die wichtigsten finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren Umsatzerlöse, Anzahl verkaufter Fahrzeuge, Rohergebnis bzw. Gross Profit (d. h. Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand) und bereinigte EBITDA Marge (AEBITDA Marge) verwendet, wobei Umsatz und Rohergebnis auf Segmentbasis und bereinigtes EBITDA auf Gruppenbasis ermittelt werden. Diese Leistungsindikatoren spiegeln das klare Wachstumsziel des Konzerns wider und werden zusammen mit den nichtfinanziellen Leistungsindikatoren genutzt, um den Erfolg und die Performance zu messen.

Auf Segmentbasis verwendet die AUTO1 Group neben den finanziellen auch nichtfinanzielle Leistungsindikatoren zur Steuerung des Unternehmens:

Anzahl der verkauften Autos

GPU (Gross Profit per Unit bzw. Rohergebnis pro verkauftem Fahrzeug)

Im bereinigten EBITDA werden die folgenden nicht operativen Effekte nicht berücksichtigt: (i) anteilsbasierte Vergütungen, (ii) Aufwendungen für strategische Projekte, (iii) Aufwendungen für die Einrichtung einer Kapitalstruktur sowie (iv) sonstige nicht operative Aufwendungen. Die sonstigen nicht operativen Aufwendungen umfassen Aufwendungen für Beratungskosten im Zusammenhang mit Finanzierungen, Aufwendungen für definierte Rechtsstreitigkeiten sowie übrige nicht operative Aufwendungen, wie u.a. Abfindungszahlungen.

f. Forschung und Entwicklung

Wir sehen AUTO1 in erster Linie als Technologieunternehmen mit dem Ziel, unsere Tech-Plattform kontinuierlich zu verbessern und so die Nutzung für Händler und Privatleute so angenehm wie möglich zu gestalten. Um die hiermit verbundenen Herausforderungen wie die Gestaltung der Websites und Apps bis hin zur Automatisierung von Prozessabläufen, die Prognose von Angebot & Nachfrage sowie die Herausforderungen der Kundenbetreuung zu bewältigen, investiert AUTO1 vor allem in Fachpersonal. Über 515 Tech-Mitarbeiter aus über 60 Ländern (ca. 72 % davon Software-Engineers) arbeiten an 17 Standorten an plattformübergreifenden Innovationen sowie der Sicherstellung eines reibungslosen Ablaufs.

Wir glauben, dass uns die Investitionen in diesem Bereich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil verschaffen. Händler, Kunden und externe Partner sind bei der Nutzung unserer Produkte mit einem zentralen IT-Netzwerk verbunden. Durch die Verwendung einer Microservice-Architektur, Cloud-Technologien und der Integration der Datenerfassung und Analyse durch unser Data Science Team sind wir in der Lage, von unserer Tech-Plattform aus alle Funktionsbereiche von AUTO1 zu managen. Diese Funktionsbereiche sind beispielsweise:

Digitale Inspektion des Autos

Pricing Algorithmus

Bestellabwicklung

Echtzeit-Auktionsplattform, Bestandsverwaltung und Betriebsleistungsindikatoren

Rechnungs- und Zahlungsabwicklung

Logistik und Flottenmanagement

Marketing und CRM

In 2022 betrugen die Technologieaufwendungen TEUR 51.963, darunter Gehälter für mehrere hundert IT-Entwickler und Softwareingenieure sowie Aufwendungen für IT. Es erfolgte bislang keine Aktivierung von signifikanten Beträgen der Aufwendungen in unsere Technologieplattformen.

Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Durch die Folgen des Ukraine-Krieges erlitt die Weltwirtschaft im Geschäftsjahr 2022 einen starken Einbruch und wuchs nur um 3,4 %, nachdem sie im Vorjahr noch von der Lockerung der Corona-Maßnahmen in vielen Ländern profitieren konnte. 1

Das Wachstum im Euroraum fiel mit 3,5 % etwas höher aus als im weltweiten Vergleich, während die deutsche Wirtschaft lediglich um 1,9 % im Jahr 2022 zulegte. Dies liegt vor allem daran, dass Deutschland im Gegensatz zu anderen EU-Staaten besonders stark von den hohen Energiepreisen betroffen war. Das überraschend überdurchschnittliche Wachstum im Euroraum lässt sich durch die im Zuge der Corona-Pandemie aufgestaute Nachfrage vieler Privathaushalte, die trotz angespannter Marktsituation hohen Unternehmensinvestitionen sowie dem Rückgang der Transportkosten erklären. 1

a. branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für den europäischen Automarkt war 2022 ein weiteres herausforderndes Jahr. Hohe Energiepreise, steigende Zinssätze und der Krieg in der Ukraine führten zu sinkenden Konsumausgaben seitens der Verbraucher und einem vorübergehenden Verzicht auf teure Anschaffungen wie den Kauf eines Gebrauchtwagens.

Die sinkende Nachfrage nach Gebrauchtwagen führte im weiteren Jahresverlauf zu erhöhten Lagerbeständen und nach einem Anstieg in der ersten Jahreshälfte zu einem kontinuierlichen Rückgang der Gebrauchtwagenpreise in der zweiten Jahreshälfte.

Im Dezember 2022 betrug der Online-Marktanteil europaweit verkaufter B2C-Gebrauchtwagen nur 2,4 %. 2 Dies zeigt deutlich das hohe Potenzial im Online-Bereich.

Ungeachtet des angespannten Marktumfelds glauben wir daran, dass der Gebrauchtwagenmarkt als einer der letzten großen Märkte vor dem nachhaltigen Wandel von Offline zu Online steht. Dauerhaft zunehmende Internet- und Smartphone-Penetration treiben den Wechsel zu einem Online-Angebot beim Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen voran. Mit unserem Angebot sind wir gerüstet, um diese Nachfrage bedienen zu können.

b. Geschäftsverlauf

Die AUTO1 Group hat im Geschäftsjahr 2022 mit dem Verkauf von 649.709 Gebrauchtwagen (2021: 596.731) ein starkes Wachstum verzeichnet. Die Umsatzerlöse haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 36,8 % erhöht und betragen TEUR 6.534.119 (2021: TEUR 4.774.973). Die Umsatzsteigerung betrifft sowohl das Segment Merchant als auch Retail. Im Merchant Segment konnten die Umsätze im Jahr 2022 um 30,5 % erhöht werden. Die Umsatzerlöse im Retail-Segment wurden mit dem Verkauf von 64.164 Fahrzeugen (2021: 41.380) auf TEUR 1.056.525 (2021: TEUR 578.985) erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von 55,1 % an verkauften Einheiten. Dieser beruht insbesondere auf der wachsenden Bekanntheit der Marke und der daraus erzeugten gestiegenen Nachfrage nach Gebrauchtwagen von Autohero. Der Materialaufwand belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR 6.045.907 (2021: TEUR 4.344.097). Das Rohergebnis ist damit deutlich auf TEUR 488.212 angestiegen (2021: TEUR 430.876). Parallel dazu konnte auch die Rohergebnismarge pro Auto um EUR 24 auf EUR 746 erhöht werden.

Das bereinigte EBITDA der AUTO1 Group hat sich von TEUR -107.100 auf TEUR -165.578 weiter reduziert. Ausschlaggebend dafür waren insbesondere höhere Personalaufwendungen, aufgrund einer höheren durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl, sowie gestiegene Logistikaufwendungen.

Die AUTO1 Group verfolgt konsequent das Ziel die Profitabilität zu steigern und anschließend das Wachstum - bei verbesserter Rentabilität je Fahrzeug - zu beschleunigen. Hierbei ist insbesondere die weitere Umstellung auf Inhouse-Aufbereitung der Autohero-Fahrzeuge, die Reduzierung der Marketingaufwendungen sowie generelle Optimierung der Kosten vorgesehen.

1 Vgl. IWF, World Economic Outlook January 2023.

2 V gl. Indicata Market Watch Covid-19, Edition 35, January 2023.

c. Lage des Konzerns

1. Ertragslage

Die Gruppenergebnisse im Geschäftsjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr 2021 lauten wie folgt:

1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Umsatzerlöse (in TEUR) 6.534.119 4.774.973
Umsatzwachstum in % 36,8 68,7
Rohergebnis (in TEUR) 488.212 430.876
bereinigtes EBITDA (in TEUR) 1 (165.578) (107.100)
Bereinigte EBITDA Marge in % (2,5) (2,2)
EBITDA (in TEUR) (182.984) (124.412)
EBITDA Marge in % 2 (2,8) (2,6)
Verkaufte Autos ( ) 649.709 596.731
Durchschnittliche mitarbeiteranzahl 3 6.094 4.704

1 EBITDA bereinigt um separat ausgewiesene Positionen, die nicht betriebliche Effekte wie anteilsbasierte Vergütungen und sonstige nicht-operative Kosten umfassen. Für die Überleitung auf das bereinigte EBITDA siehe nachfolgende Tabelle.

2 Definiert als EBITDA dividiert durch Umsatzerlöse.

3 Vollzeitäquivalent.

Die folgende Tabelle zeigt die Überleitung vom EBITDA auf das bereinigte EBITDA:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 -31. Dez. 2021
EBITDA (182.984) (124.412)
Anteilsbasierte Vergütung 8.029 5.689
Sonstige nicht operative Aufwendungen 9.377 11.623
bereinigtes EBITDA (165.578) (107.100)

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse der AUTO1 Group haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz der rückläufigen Effekte auf dem Gebrauchtwagenmarkt um 36,8 % (2021: TEUR 4.774.973) auf TEUR 6.534.119 erhöht. Dabei entfielen Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 5.477.595 (2021: TEUR 4.195.988) auf das Merchant-Segment und TEUR 1.056.525 (2021: TEUR 578.985) auf das Retail-Segment.

Im Merchantgeschäft wurde ein Umsatzanstieg von 31 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Entgegen der in 2022 um 8,4 % rückläufigen Marktentwicklung der gesamten europaweit verkauften Gebrauchtfahrzeuge, wurde die Anzahl der verkauften Autos im Merchant Segment um 30.194 auf 585.545 erhöht. Dies spiegelt unsere starke Positionierung in diesem Segment wider. Gleichzeitig hat sich der durchschnittliche Verkaufspreis pro Einheit um 23,8 % auf EUR 9.355 erhöht, so dass die stark gestiegenen Gebrauchtwagenpreise durch das weiterhin geringe Neuwagenangebot zum Umsatzanstieg beigetragen haben.

Das Retailgeschäft verzeichnete ebenfalls einen starken Umsatzanstieg (82 % Wachstum im Vergleich zum Vorjahr), der insbesondere auf der weiteren Zunahme des Bekanntheitsgrads der Marke Autohero und unserem attraktiven Angebotsbestand beruhte. Wir konnten eine starke Verbrauchernachfrage in allen unseren europäischen Märkten verzeichnen. So wurde die Anzahl der verkauften Fahrzeuge von 41.380 Einheiten im Jahr 2021 auf 64.164 Einheiten im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöht. Ein Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um EUR 2.474 auf EUR 16.466 trug ebenfalls zur Steigerung der Umsatzerlöse bei.

Rohgewinnentwicklung

Der Materialaufwand hat sich leicht überproportional zu den Umsatzerlösen um 39,2 % bzw. um TEUR 1.701.810 auf TEUR 6.045.907 erhöht, wovon TEUR 5.059.594 im Merchantgeschäft und TEUR 986.313 im Retailgeschäft anfielen. Der Materialaufwand enthält u. a. die Kosten für die verkauften Fahrzeuge, die externen Transportkosten (Kosten für den Transport bis zum Kunden) als Aufwendungen für bezogene Leistungen sowie weitere Dienstleistungen im Zusammenhang mit der operativen Abwicklung des Fahrzeugan- bzw. -verkaufs.

Das Rohergebnis hat sich positiv entwickelt und nahm im Geschäftsjahr 2022 um TEUR 57.336 auf TEUR 488.212 zu. Im Merchant Segment wurde dabei ein Rohergebnis von TEUR 418.000 (2021: TEUR 415.908) erzielt. Der Beitrag des Retail Segments zum Rohergebnis wurde von TEUR 14.968 im Vorjahr auf TEUR 70.211 erhöht. Der Rohergebnisanteil des Retail Segments soll auch weiterhin ausgebaut werden.

Geschäftsentwicklung nach Segment

Merchant

1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Umsatzerlöse (in TEUR) 5.477.595 4.195.988
davon C2B * 4.599.187 3.544.726
davon Remarketing * 878.407 651.262
Umsatzwachstum in % 30,5 55,6
Rohergebnis (in TEUR) 418.000 415.908
Verkaufte Autos ( ) 585.545 555.351
davon C2B 497.254 481.190
davon Remarketing 88.291 74.161
GPU (in EUR) 714 749

* Auswertung der Umsatzerlöse nach Beschaffungskanal.

Retail

1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Umsatzerlöse (in TEUR) 1.056.525 578.985
Umsatzwachstum in % 82,5 337,0
Rohergebnis (in TEUR) 70.211 14.968
Verkaufte Autos ( ) 64.164 41.380
GPU (in EUR) * 1.039 362

* GPU ist nicht gleich Rohergebnis/Anzahl der verkauften Autos, da die Auswirkungen der Bestandsveränderungen durch die Aktivierung von internen Aufbereitungskosten, die nicht Teil des Materialaufwands sind, nicht berücksichtigt werden.

Entwicklung des EBITDA und des bereinigten EBITDA

Das EBITDA der AUTO1 Group hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 58.572 auf TEUR -182.984 verringert. Wesentliche Treiber für diese Entwicklung waren zum einen gestiegene Personalaufwendungen und zum anderen höhere sonstige betriebliche Aufwendungen.

Der Anstieg des Personalaufwands beruht auf einer Erhöhung der durchschnittlichen Mitarbeiteranzahl der AUTO1 Group. Hierbei stehen dem Anstieg im ersten Halbjahr 2022 Reduzierungen aufgrund der stärkeren Fokussierung auf die Profitabilität im zweiten Halbjahr 2022 gegenüber. Die Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungen haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um TEUR 2.341 auf TEUR 8.029 erhöht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 12,8 % bzw. um TEUR 43.428 auf TEUR 384.046 gestiegen. Die Erhöhung resultierte im Wesentlichen aus einem Anstieg der internen Logistikaufwendungen um TEUR 21.997 auf TEUR 79.971 als Folge von erhöhten Transportpreisen gegenüber dem Vorjahr. Die Marketingaufwendungen wurden dagegen um TEUR 10.119 auf TEUR 193.156 gesenkt.

Das bereinigte EBITDA wurde um die anteilsbasierten Vergütungen und sonstige nicht operative Aufwendungen, die mit TEUR 7.099 (2021: TEUR 8.274) im Wesentlichen strategische Projekte und Kapitalstrukturierungen betrafen, korrigiert und belief sich im Geschäftsjahr 2022 auf TEUR -165.578 (2021: TEUR -107.100).

Entwicklung des Konzernverlustes

Im Geschäftsjahr 2022 erwirtschaftete der Konzern einen Konzernverlust in Höhe von TEUR 246.372 (2021: TEUR 374.054). Dem Rückgang des bereinigten EBITDA steht dabei eine Verbesserung des Finanzergebnisses gegenüber. Die Verbesserung des Finanzergebnisses ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr das sonstige Finanzergebnis durch die vorzeitige Rückzahlung der Wandelanleihe zum Zeitpunkt des Börsengangs in Höhe von TEUR 209.049 belastet wurde.

2. Finanzlage

Merchant

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Konzernverlust (246.372) (374.054)
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit (392.364) (467.249)
Netto CAPEX (46.089) (24.654)
Zufluss (Abfluss) aus liquiden finanziellen Vermögenswerten 603.537 (615.155)
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 557.448 (639.809)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 270.694 1.056.460
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu beginn der Periode 106.653 157.251
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Periode 542.431 106.653

Der Zahlungsmittelbestand betrug zum Jahresende TEUR 542.431 (2021: TEUR 106.653) und hat sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 435.778 erhöht. Der Zahlungsmittelbestand enthält kurzfristige Festgeldanlagen in Höhe von TEUR 330.000 (2021: TEUR 0). Unter Berücksichtigung der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen Geldmarktanlagen von TEUR 0 (2021: TEUR 614.432), welche zusammen mit dem Zahlungsmittelbestand als liquide Reserven betrachtet werden, haben sich die liquiden Reserven im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 178.654 verringert.

Der Cashflow aus der betrieblichen Geschäftstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 TEUR -392.364 (2021: TEUR -467.249). Dieser ergab sich insbesondere durch den Anstieg der kurz- und langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bedingt durch die positive Entwicklung des Ratenkaufprogramms, das durch Inanspruchnahme der neuen non-recourse Consumer Loan Asset Backed Securitization (ABS)-Facility (Laufzeit bis April 2027) in Höhe von TEUR 175.523 refinanziert wurde. Außerdem wurde der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beeinflusst durch den weiteren Aufbau des Vorratsbestandes, der sich durch das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 34.024 erhöht hatte und durch Inanspruchnahme der non-recourse Inventory ABS-Facility in Höhe von TEUR 455.000 (Laufzeit bis Januar 2025) finanziert wurde. Darüber hinaus haben gestiegene Personalaufwendungen und Zahlungen in Verbindung mit den höheren sonstigen betrieblichen Aufwendungen zum negativen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit beigetragen. Im Vorjahr waren insbesondere die Vorräte angestiegen.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich für das Jahr 2022 auf TEUR 557.448 (2021: TEUR -639.809) und resultierte insbesondere aus Einzahlungen aus der Veräußerung liquider Finanzanlagen in Höhe von TEUR 603.537 (2021: Auszahlungen von TEUR 615.155). Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit des Vorjahres war überwiegend auf den Erwerb liquider Finanzanlagen zurückzuführen. Als Zahlungsmittelabfluss wirkten sich in 2022 unverändert hohe Investitionen von TEUR 30.111 in die Autohero-Lieferwagenflotte und in den Aufbau von Aufbereitungscentern für Gebrauchtwagen aus.

Der positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2022 TEUR 270.694 (2021: TEUR 1.056.460). Dieser resultierte vor allem aus der Erhöhung der das Vorratsvermögen refinanzierenden Inventory ABS-Facility (mit Laufzeit bis Januar 2025) sowie der Aufnahme der neuen Consumer Loan ABS-Facility (mit Laufzeit bis April 2027), welche das Ratenkaufprogramm in Deutschland und Österreich von Autohero refinanziert. Der positive Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit im Vorjahr war im Wesentlichen geprägt durch die Kapitalerhöhung im Rahmen des Börsengangs sowie der Rückzahlung der Wandelanleihe.

3. Vermögenslage

Das Sachanlagevermögen ist insbesondere aufgrund des weiteren Aufbaus von Produktionszentren für die Aufbereitung von Fahrzeugen zum Verkauf auf der Autohero-Plattform sowie durch Investitionen in die Autohero-Lieferwagenflotte insgesamt um TEUR 39.398 auf TEUR 123.490 angestiegen.

Die langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum 31. Dezember 2022 TEUR 151.703 (2021 TEUR 41.430). Diese bestanden aus Ratenkaufforderungen, die den Autohero-Kunden in Deutschland und Österreich angeboten werden und welche ab dem Geschäftsjahr 2022 refinanziert werden.

Der Bestand an Vorräten hat sich um TEUR 34.024 auf TEUR 617.573 erhöht. Von dem Vorratsbestand sind TEUR 455.000 im Rahmen der Inventory ABS-Facility finanziert worden. Die Erhöhung des Vorratsbestands ergibt sich zum einen aus einer höheren Anzahl an Fahrzeugen, bedingt durch das Wachstum der AUTO1 Group, sowie zum anderen aus etwas höheren durchschnittlichen Ankaufspreisen pro Einheit. Der erhöhte Vorratsbestand soll das zukünftige Wachstum des Konzerns sicherstellen.

Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen sind insbesondere aufgrund der Erhöhung der kurzfristigen Ratenkaufforderungen um TEUR 28.245 auf TEUR 117.547 erhöht.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte haben sich auf TEUR 3.035 (2021: TEUR 616.248) verringert. Der Rückgang ist mit dem Verkauf der Geldmarktfonds sowie dem Ausweis der kurzfristigen Geldmarktinstrumente unter den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten verbunden.

Die sonstigen Vermögenswerte betreffen hauptsächlich Umsatzsteuerforderungen, welche u. a. infolge des Wachstums gestiegen sind.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente haben sich von TEUR 106.653 auf TEUR 542.431 erhöht und beinhalten zum 31. Dezember 2022 kurzfristige Termingelder von TEUR 330.000 (2021: TEUR 0).

Das Eigenkapital der AUTO1 Group hat sich zum 31. Dezember 2022 auf TEUR 684.884 verringert (2021: TEUR 921.014). Die Eigenkapitalquote betrug damit zum Ende des Berichtsjahres 40,6 % (2021: 56,7 %). Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist maßgeblich durch den Konzernverlust des Jahres 2022 begründet.

Die vollständig besicherte Investment-Grade rated Inventory ABS-Facility mit einem ursprünglichen Rahmen der Senior Notes von TEUR 400.000 wurde im Jahr 2022 auf einen Betrag von TEUR 800.000 verdoppelt. Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2022 betrug die Höhe der Inanspruchnahme TEUR 444.000. Zusätzlich wurde zur Refinanzierung des Ratenkaufprogramms eine weitere vollständig besicherte Consumer Loan ABS-Facility mit einem Senior Notes-Gesamtvolumen von TEUR 127.500 abgeschlossen. Im Dezember 2022 wurde diese Kreditlinie auf einen Betrag von TEUR 212.500 erhöht. Zum 31. Dezember 2022 valutiert diese mit einem Betrag von TEUR 175.523. Beide Kreditlinien werden aufgrund ihres langfristigen Charakters unter den langfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten ausgewiesen. Daneben besteht aus der Inventory ABS-Facility eine Mezzanine-Tranche von TEUR 11.000, die als kurzfristige Finanzverbindlichkeit ausgewiesen ist. Zu weiteren Details verweisen wir auf die Ausführungen im Anhang des Konzerns unter Liquiditätsrisiken.

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten im Wesentlichen Leasingverbindlichkeiten, von denen zum 31. Dezember 2022 der langfristige Anteil TEUR 49.233 (2021: TEUR 38.117) und der kurzfristige Anteil TEUR 24.809 (2021: TEUR 19.523) betrug.

Die kurzfristigen Schulden bestanden im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, welche aufgrund der verglichen mit dem Vorjahresstichtag leicht reduzierten Ankaufaktivitäten stichtagsbedingt etwas gesunken sind. Die unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Vertragsverbindlichkeiten sind ebenfalls infolge des geringeren Geschäftsvolumens zum Bilanzstichtag gesunken.

4. Gesamteinschätzung

Der Vorstand beurteilt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der AUTO1 Group als positiv. Trotz der im Geschäftsjahr 2022 bestehenden negativen gesamtwirtschaftlichen und branchenbezogenen Marktentwicklungen konnte der Konzern ein starkes Wachstum verzeichnen. Der Umsatz und das Rohergebnis des Konzerns erreichten im Jahr 2022 ein neues Allzeithoch. Dem Konzern gelang es, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen und gleichzeitig die Marke Autohero und das Merchant Segment weiter auszubauen. Daneben wurde mit der Erweiterung der Inventory ABS-Facility zur Refinanzierung des Inventars sowie der Inanspruchnahme der neuen Consumer Loan ABS-Facility zur Finanzierung des Ratenkaufprogramms das geplante Wachstum langfristig gesichert.

Prognose-, Chancen- und Risikobericht

Risikobericht

Im Laufe des Jahres 2022 haben wir unser internes Risikomanagement-Team weiter verbessert mit dem Ziel, ein umfassendes konzernweites Risikomanagement-System (RMS) zu implementieren, das AUTO1 in die Lage versetzt, die Entscheidungsfindung durch die Bereitstellung konsistenter, vergleichbarer und transparenter Informationen zu unterstützen und durch welches ein gemeinsames Verständnis von Risiken und Chancen im gesamten Unternehmen geschaffen wird. Ziel des Risikomanagement-Teams ist es, eine Strategie zu entwickeln und Ziele zu definieren, die ein optimales Gleichgewicht zwischen dem Wachstum des Unternehmens und der Minderung der damit verbundenen Risiken gewährleisten und so den Unternehmenswert nachhaltig und methodisch fördern. Der folgende Bericht stellt die für AUTO1 als wesentlich erachteten Risiken und Chancen dar und gibt einen Überblick über das RMS.

Risikomanagementsystem

Der Vorstand der AUTO1 Group SE (AUTO1) übernimmt die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und den Betrieb eines wirksamen RMS für AUTO1.

Das Risikomanagement-Team hat das RMS auf der Grundlage des Rahmenwerks des Committee of Sponsoring Organizations of the Treadway Commission (COSO) Enterprise Risk Management Standard implementiert. Darüber hinaus orientiert sich das RMS an den Anforderungen des vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) veröffentlichten Prüfungsstandards 981. Das Risikomanagement bei AUTO1 besteht aus den folgenden Elementen:

Risikoidentifikation

Die strukturierte Identifizierung und Bewertung von Risiken und Chancen sind entscheidende Komponenten zur Sicherung eines widerstandsfähigen und profitablen Wachstums. Risiken sind definiert als die Möglichkeit negativer Abweichungen von der erwarteten Unternehmensperformance, während Chancen als die Möglichkeit positiver Abweichungen definiert sind. Wir versuchen nicht, Risiken um jeden Preis zu vermeiden; unser Ziel ist es, die mit unseren Entscheidungen und Geschäftsaktivitäten verbundenen Chancen und Risiken aus einer informierten Perspektive sorgfältig abzuwägen. Identifizierung und Bewertung von Risiken erfolgen mit Hilfe verschiedener Instrumente wie Workshops und Risikoumfragen durch die Risk Owner im Tagesgeschäft und durch das Risikomanagementteam im halbjährlichen Rhythmus.

Die Identifikation von Risiken erfolgt durch alle Mitarbeiter von AUTO1, sowohl zentral als auch dezentral. Im Rahmen des RMS identifizieren die Risk Owner in den verschiedenen Abteilungen des Konzerns Risiken, indem sie das interne und externe Umfeld aufkommende Risiken hin untersuchen. Darüber hinaus umfasst die Risikoidentifikation die Erkennung möglicher Verflechtungen zwischen Risiken auf Basis qualitativer Faktoren. Diese Verflechtungen führen häufig zur Identifizierung neuer Risiken. Um die Kommunikation mit den verschiedenen Abteilungen und Märkten zu vereinfachen und zu beschleunigen, unterstützen die Risikobeauftragten das Risikomanagementteam bei der Erfassung und Bewertung von Risiken.

Unser Ansatz zu EsG-Risiken

Die Identifizierung von Risiken und Chancen im Zusammenhang mit sozialen und ökologischen Faktoren ist ein wichtiger Aspekt der unternehmerischen Nachhaltigkeit. Um Risiken und Chancen im Zusammenhang mit sozialen und ökologischen Faktoren zu identifizieren, führen wir eine Analyse unserer Betriebsabläufe und unserer Lieferketten durch, die eine Bewertung der ökologischen und sozialen Auswirkungen von AUTO1 sowie eine Bewertung der potenziellen Risiken und Chancen im Zusammenhang mit diesen Auswirkungen umfasst. Indem wir uns mit diesen Risiken und Chancen auseinandersetzen, können wir unsere Nachhaltigkeitsleistung verbessern, mögliche negative Auswirkungen abmildern und neue Chancen nutzen. Ausführlichere Informationen zu unseren Nachhaltigkeitspraktiken finden Sie in unserem jährlichen Environmental-, Social- und Governance-Bericht (ESG-Bericht).

Risikobewertung

Sobald die Risiken identifiziert sind, bewerten und quantifizieren unsere Risikoverantwortlichen mit Unterstützung des Risikomanagementteams die einzelnen Risiken auf der Grundlage von:

Auswirkung: das Ausmaß, in dem das Risiko, falls es sich verwirklicht, die AUTO1 und ihre Ziele beeinträchtigen würde.

Eintrittswahrscheinlichkeit: steht für die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte Auswirkung eines Risikos innerhalb eines Jahres nach dem Bewertungsdatum eintritt.

Die Folgenabschätzung wird entweder auf einer quantitativen oder einer qualitativen Skala durchgeführt, falls Risiken nicht quantifiziert werden können oder qualitative Aspekte überwiegen (z. B. Reputationsrisiken). Die Auswirkungsskala reicht von unbedeutend bis signifikant und bezieht sich auf die potenziellen Auswirkungen auf das bereinigte EBITDA.

Alle Risiken werden auf einer Brutto- und Nettorisikobasis bewertet, um die Wirksamkeit der Abhilfemaßnahmen zu verstehen und hervorzuheben. Im folgenden Risikobericht werden die Risiken erläutert, die auf Bruttobasis einen wesentlichen Einfluss auf die Gruppe haben. Das Bruttorisiko stellt das inhärente Risiko dar, bevor Strategien zur Risikominderung und entsprechende Maßnahmen berücksichtigt werden. Das Nettorisiko stellt das verbleibende Risiko dar, nachdem alle durchgeführten Minderungsmaßnahmen berücksichtigt wurden. Die Eintrittswahrscheinlichkeit bezieht sich auf die geschätzte Wahrscheinlichkeit, dass ein Risiko innerhalb eines Zeithorizonts von einem Jahr eintritt.

Die Kombination der beiden oben beschriebenen Dimensionen ergibt die Risikobewertung. Die Risikomatrix erleichtert den Vergleich der relativen Priorität der Risiken und erhöht die Transparenz über die Risikoexposition von AUTO1.

Risk Matrix

Identifizierte Risiken im roten Bereich der Matrix und signifikante Risiken werden als hoch eingestuft und erfordern Maßnahmen und Überwachung durch das Management mit hoher Priorität.

Risiken im gelben Bereich werden als moderate Risiken eingestuft und erfordern mittelfristige Maßnahmen und eine regelmäßige Überwachung.

Risiken im grünen Bereich werden als geringe Risiken eingestuft und haben eine niedrigere Priorität.

Risikobehandlung

Gemeinsam mit ihren Vorgesetzten und dem Vorstand sind die Risikoverantwortlichen dafür verantwortlich, dass in ihrem Zuständigkeitsbereich angemessene risikomindernde Maßnahmen und Kontrollen geschaffen und umgesetzt werden. Die Risikoverantwortlichen bewerten die Risiken im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Ergebnisse und Wahrscheinlichkeiten und prüfen die verfügbaren Ressourcen, die bestehenden Kontrollen und Maßnahmen im Vergleich zu den möglichen Chancen.

Die Behandlung von Risiken bezieht sich auf die Maßnahmen oder Techniken, die zur Bewältigung der bewerteten Risiken eingesetzt werden. Der Risikoverantwortliche wählt in Abstimmung mit dem Management eine der folgenden Optionen aus Risikovermeidung, Risikominderung, Risikotransfer oder Risikoakzeptanz.

Risikoüberwachung

Bei der Risikoüberwachung handelt es sich um den Prozess der kontinuierlichen Nachverfolgung von Risiken, die identifiziert, bewertet und gemeinsam mit dem jeweiligen Risk Owner und Manager behandelt wurden. Ziel ist es, die aktuellen Wahrscheinlichkeiten, Auswirkungen und den Umsetzungsstatus von Abhilfemaßnahmen zu bewerten. Das Risikomanagementteam und die jeweiligen Risikoverantwortlichen sind gemeinsam für die Einspeisung der kontinuierlichen Überwachungsdaten in die Risikoanalysetools verantwortlich. Die fortlaufende Risikoüberwachung ist in unsere tägliche Arbeit integriert.

Darüber hinaus hat AUTO1 eine Ad-hoc-Berichterstattung integriert, die das Risikomanagement-Team und den Vorstand über signifikante und aktuelle Risikoereignisse und relevante Entwicklungen auf dem Laufenden hält.

Risikoberichterstattung

Der Vorstand wird monatlich über die gruppenweite Risikosituation, insbesondere über wesentliche Risiken, informiert. Gemeinsam mit dem Vorstand informiert das Risikomanagementteam den Prüfungsausschuss vierteljährlich über Risikomanagementaktivitäten und bestehende Risiken. Kritische Risiken werden dem Vorstand und dem Prüfungsausschuss zeitnah mitgeteilt, um eine rasche und wirksame Abhilfe zu gewährleisten.

Internes Kontrollsystem in Bezug auf die Finanzberichterstattung

Wie auch im deutschen Aktiengesetz geregelt überwacht der Aufsichtsrat die Wirksamkeit des Internen Kontrollsystems (IKS), was AUTO1 dazu verpflichtet, auf ein praktikables und umfassendes IKS hinzuarbeiten. Im Jahr 2022 haben wir unser IKS weiterentwickelt, um Fehler, Ineffizienzen und Compliance-Verstöße ausreichend zu verhindern. Darüber hinaus haben wir unsere internen Kontrollen verstärkt, um potenzielle Fälle von Unstimmigkeiten und Fehlverhalten durch interne und externe Beteiligte zu vermeiden.

Das RMS von AUTO1 wurde eingerichtet, um das Risikobewusstsein zu schärfen, eine offene Kommunikation über Risiken zu fördern, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen und Maßnahmen voranzutreiben, um ein proaktives Management von Risiken sicherzustellen, die im schlimmsten Fall die Leistung oder Existenz des Unternehmens bedrohen. Das IKS zielt darauf ab, das allgemeine Bewusstsein für interne Kontrollen als entscheidende Komponente einer guten Unternehmensführung zu schärfen. Ein weiteres Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die Effizienz zu steigern, indem die Komplexität durch den Austausch von Best Practices und die Standardisierung von Prozessen reduziert wird. Das für die Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse zuständige IKS hat die Aufgabe sicherzustellen, dass die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung der Gruppe korrekt und zuverlässig sind.

Um die die Wirksamkeit des IKS zu überwachen, steht der Vorsitzende des Prüfungsausschusses in regelmäßigem Austausch mit den verantwortlichen Abteilungen. Das System wird ständig an die Anforderungen von COSO und die Erwartungen der Gruppe angepasst. Die Innenrevision bewertet die IKS-Politik der Gruppe, wo immer dies angebracht ist, und prüft das IKS als Ganzes.

Interne Revision

Die AUTO1 stellt die Qualität ihrer Prozesse sicher, indem sie interne Revisionen durchführt und dem Prüfungsausschuss vierteljährlich einen zusammenfassenden Bericht über ihre Aktivitäten vorlegt. Die interne Revision der AUTO1 hat das Ziel, unabhängige und objektive Prüfungs- und Beratungsleistungen zu erbringen, um die Einhaltung der internen Kontrollen zu gewährleisten und somit die Geschäftstätigkeit von AUTO1 zu verbessern. Durch den systematischen und disziplinierten Ansatz der internen Revision werden die Unternehmensführung, das Risikomanagement und die Kontrollprozesse von AUTO1 kontinuierlich verbessert und bewertet. Die interne Revision trägt auch dazu bei, potenzielles Fehlverhalten, unethische Geschäftspraktiken oder vermutete betrügerische Aktivitäten aufzudecken und darauf zu reagieren.

Die interne Revision richtet sich nach den obligatorischen Elementen des International Professional Practices Framework des Institute of Internal Auditors, einschließlich der Grundprinzipien für die berufliche Praxis der Innenrevision, des Ethikkodex, der internationalen Normen für die berufliche Praxis der Innenrevision und der Definition der Innenrevision. Bis Ende 2022 wurde die Innenrevision von AUTO1 von einer Big Four-Firma als externem Dienstleister unterstützt. Ab Q3 2022 führt das Internal Audit Team interne Audits durch.

Wesentliche Risiken

Die AUTO1 Group ist als international tätiges Unternehmen gesamtwirtschaftlichen, branchenspezifischen, finanziellen und strategischen Risiken ausgesetzt. Als wesentliche Risiken bezeichnen wir Risiken, die erhebliche Auswirkungen auf unsere Geschäftsbereiche und unsere internen und externen Stakeholder haben können. Der Risikobericht stellt die für die AUTO1 als wesentlich erachteten Risiken auf Bruttorisikobasis dar.

Risikobereiche

Insgesamt haben wir keine Risiken oder Risikocluster identifiziert, die den Fortbestand von AUTO1 gefährden könnten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Risikocluster der AUTO1 und zeigt die wesentlichen Risiken, die wir gemäß unserer oben beschriebenen Methodik zur Risikobewertung identifiziert haben. Im Vergleich zum Risikobericht 2021 wurden zwei Risikobereiche hinzugefügt: Makroökonomisches Umfeld und der Krieg in der Ukraine sowie Umwelt- und Sozialverantwortung, um Veränderungen im geschäftlichen und regulatorischen Umfeld zu berücksichtigen. Im Vergleich zum Risikobericht 2021 wurden keine zusätzlichen Risikobereiche als kritisch eingestuft.

Übersicht über die Risikocluster

WICHTIGSTE BRUTTORISIKEN BEWERTUNG 2022 2021
Wahrscheinlichkeit Auswirkung Wahrscheinlichkeit Auswirkung
Strategische Risiken          
Makroökonomisches Umfeld und der Krieg in der Ukraine Signifikant Wahrscheinlich Wesentlich -- --
Umwelt- und Soziale Verantwortung Moderat Wahrscheinlich Gering -- --
Wettbewerbsumfeld Moderat Möglich Mäßig Möglich Mäßig
Hemmnisse für den Online-Kauf von Gebrauchtwagen Moderat Unwahrscheinlich Mäßig Möglich Mäßig
Regulatorische Änderungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt Moderat Möglich Gering Möglich Gering
Rechts- und Compliance-Risiken          
Allgemeine rechtliche und Compliance-Risiken Gering Unwahrscheinlich Gering Unwahrscheinlich Gering
Geldwäschebekämpfung Moderat Möglich Mäßig Möglich Mäßig
Datenschutz Moderat Möglich Mäßig Möglich Mäßig
Operationelle Risiken          
Logistik und Inventar Moderat Wahrscheinlich Mäßig Unwahrscheinlich Gering
IT-Sicherheit Moderat Unwahrscheinlich Mäßig Unwahrscheinlich Mäßig
Mitarbeiter Moderat Unwahrscheinlich Mäßig Unwahrscheinlich Mäßig
Finanzielle und Berichterstattungsrisiken          
Liquiditätsrisiko Moderat Unwahrscheinlich Erheblich Unwahrscheinlich Erheblich
Zinsänderungsrisiko Moderat (Veränderung) Wahrscheinlich Gering Unwahrscheinlich Gering
Fair-Value-Risiko Moderat (Veränderung) Möglich Gering Unwahrscheinlich Gering

Die Gesamtrisikosituation wird durch eine umfassende Bewertung der folgenden Risikokomplexe ermittelt:

Strategische Risiken

Rechtliche und Compliance Risiken

Operationelle Risiken

Finanzielle und Berichterstattungsrisiken

a. strategische Risiken

Makroökonomisches Umfeld und der Krieg in der Ukraine

Die europäische Wirtschaft war im Jahr 2022 von anhaltenden Störungen geprägt, die vom Krieg in der Ukraine und der weltweiten Pandemie ausgingen und negative Schocks bei Angebot und Nachfrage auslösten. Steigende Zinssätze, eine hohe Inflation und ein geringes Verbrauchervertrauen kennzeichnen das derzeitige makroökonomische Umfeld. Die Zentralbanken haben die Zinssätze schrittweise erhöht, um die Inflation unter Kontrolle zu bekommen und die Wirtschaft zu stabilisieren, was das Wirtschaftswachstum bremsen kann.

Der Krieg in der Ukraine hat nur begrenzte direkte Auswirkungen auf unser Geschäft, da wir in der Ukraine und in Russland weder produzieren noch wesentliche Geschäfte tätigen. Wir haben einige IT-Mitarbeiter in der Ukraine, aber sie können Remote arbeiten und es wurde ihnen angeboten, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Nichtsdestotrotz zwingt die mit dem derzeitigen makroökonomischen Umfeld verbundene Unsicherheit die Verbraucher dazu, Ausgaben kurzfristig zu priorisieren, und erhöht den Druck auf die persönlichen Finanzen. Das hohe Inflationsniveau schmälert die Kaufkraft und dämpft damit die Stimmung der Verbraucher, was sich in einem tatsächlichen Rückgang der Konsumausgaben niederschlagen kann. Diese Unsicherheiten könnten dazu führen, dass die Menschen länger an ihren Autos festhalten, was die Beschaffung von Gebrauchtwagen erschwert. Wir gehen davon aus, dass es sich um ein signifikantes Risiko handelt, und mit dem Fortbestehen des Krieges können die Unsicherheiten zunehmen. Wir begegnen diesen Unsicherheiten, indem wir die Wirtschaftsindikatoren genau beobachten und die Geschäftsstrategie entsprechend anpassen, insbesondere betreffend Anlagestrategie und Konzentration auf die Wirtschaftlichkeit je Fahrzeug.

Ökologische und soziale Verantwortung

AUTO1 hat das Potenzial, eine wichtige Rolle in der Kreislaufwirtschaft der europäischen Automobilindustrie zu spielen. Die Einführung und Befolgung nachhaltiger Praktiken ist entscheidend für die langfristige Anpassungsfähigkeit des Unternehmens. Die Branche wird von gesetzlichen und regulatorischen Entwicklungen sowie von Umweltbedenken der Verbraucher beeinflusst, und die Auswirkungen des Klimawandels auf wichtige Stakeholder stellen eine Gefahr für unsere Gruppe dar. Insbesondere die Richtlinie zur nichtfinanziellen Berichterstattung (NFRD), die EU-Taxonomievorschriften und die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) wirken sich auf die Geschäftstätigkeit und das Wachstum von AUTO1 aus, indem sie unsere Nachhaltigkeitsstrategie und ethische Verantwortung bestimmen. Wenn wir unsere Versprechen, unsere Nachhaltigkeitsverpflichtungen zu erfüllen, nicht einhalten, könnte dies unser Ansehen als verantwortungsvolles Unternehmen schaden. Darüber hinaus kann dies zu rechtlichen Risiken oder behördlichen Sanktionen führen und unseren Zugang zu externen Finanzierungen erschweren.

Unsere Bewertung der Nachhaltigkeitsrisiken ist Teil des gesamten Risikomanagements. Unser Ziel ist es, zu bewerten, wie sich unsere Geschäftstätigkeit auf Umwelt-, Sozial- und Mitarbeiterbelange auswirkt und ob wir die erforderlichen Risikomanagement-, Compliance- und Governance-Standards erfüllen, um unsere Nachhaltigkeitsstrategie erfolgreich umzusetzen. Auf der Grundlage dieser Risikoanalyse führen wir Maßnahmen und Initiativen ein, um die damit verbundenen Risiken zu mindern. So haben wir beispielsweise mit dem Start unseres CO 2-Kompensationsprojekts und der gleichzeitigen Arbeit an der Effizienz unseres Vertriebsnetzes und unseres Energieverbrauchs wichtige Schritte in Richtung unseres Ziels unternommen, bis 2030 ein klimaneutrales Unternehmen zu sein. Darüber hinaus planen wir, neue Wege zu finden und umzusetzen, um unsere Umweltauswirkungen zu verbessern und unsere Treibhausgasemissionen wirksam zu verringern. Darüber hinaus haben wir uns verpflichtet, die Governance-Maßnahmen zu stärken, die es uns ermöglicht haben, auf unsere ESG-Ziele hinzuarbeiten und gleichzeitig das nachhaltige Wachstum unseres Unternehmens zu unterstützen. Ausführlichere Informationen über unsere Nachhaltigkeitspraktiken sind in unserem jährlichen ESG-Bericht enthalten.

Wettbewerbsumfeld

AUTO1 ist der größte Gebrauchtwagenhändler in Europa. Wir sind in einer wettbewerbsintensiven Branche tätig, und der Druck von bestehenden und neuen Wettbewerbern kann sich negativ auf unser Geschäft und unsere Betriebsergebnisse auswirken. Vor allem im Retail Segment erwarten wir, dass neue und bestehende Wettbewerber mit konkurrierenden Marken, Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen weiterhin in den Online- und traditionellen Automobilmarkt eintreten werden, auch wenn 2022 zwei Wettbewerber, Cazoo und Carnext, die meisten unserer Märkte verlassen haben. Neue Wettbewerber könnten es möglicherweise schwieriger machen, Bestände zu erwerben, Kunden anzuziehen, Daten zu sammeln und Autos zu einem rentablen Preis zu verkaufen. Zu unseren Hauptkonkurrenten gehören unabhängige Gebrauchtwagenhändler, Kleinanzeigen-Websites und -Apps, Mietwagenunternehmen, die Gebrauchtwagen aus ihren Flotten direkt an Verbraucher verkaufen sowie professionelle Händler. Wir bieten ein attraktives, zuverlässiges Angebot zu wettbewerbsfähigen Preisen. Sollte uns dies nicht gelingen, könnten sich potenzielle Käufer und Verkäufer von Gebrauchtwagen dazu entscheiden, ihre Fahrzeuge über einen unserer Wettbewerber zu handeln.

Außerdem könnten bestehende E-Commerce-Unternehmen wie Amazon oder große Automobilhersteller wie Volkswagen direkt in den Online-Gebrauchtwagenmarkt einsteigen. Einige dieser Unternehmen verfügen über beträchtliche Ressourcen und sind möglicherweise in der Lage, den Kunden Zugang zu einem großen Fahrzeugbestand zu verschaffen oder Autos von Verbrauchern zu hohen Preisen zu kaufen und gleichzeitig ein wettbewerbsfähiges Online-Erlebnis zu bieten.

Der europäische Gebrauchtwagenmarkt befindet sich in einer Phase der Unsicherheit, in der die historisch hohen Auto- und Benzinpreise die Stimmung belasten. Die aktuellen makroökonomischen Entwicklungen haben die Probleme in der Automobil-Lieferkette verstärkt, und da immer weniger Autos gegen Neuwagen eingetauscht werden, ist die Beschaffung von Gebrauchtwagen schwieriger geworden. Dies hat AUTO1 gezwungen, kosteneffizienter zu werden und die Profitabilität je Fahrzeug, die für uns eine hohe Priorität hat, weiter zu priorisieren, insbesondere im Retail Segment.

Angesichts dieses Wettbewerbsumfelds sind wir davon überzeugt, dass unser einzigartiges Online-Angebot in Verbindung mit unserer gesteigerten Markenbekanntheit die richtige Antwort für die Zukunft ist, die es AUTO1 ermöglicht, unseren Kundenstamm zu vergrößern und die Kundenbeziehungen zu vertiefen, indem wir das attraktivste Angebot für den Online-Kauf und -Verkauf von Autos anbieten.

Hemmnisse für den Online-Kauf von Gebrauchtwagen

Im Rahmen des Einzelhandelssegments haben die traditionellen Händler immer noch eine relativ starke Position. Für einige Gebrauchtwagenkäufer ist die fehlende Möglichkeit, ein Fahrzeug persönlich zu besichtigen und Probe zu fahren, immer noch ein Grund, sich gegen den Online-Kauf eines Gebrauchtwagens zu entscheiden. Dies könnte ein Hindernis für das Online-Geschäftsmodell von AUTO1 sein. Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir unsere Wahrscheinlichkeitseinschätzung zu diesem Risiko von möglich auf unwahrscheinlich herabgestuft, da AUTO1 erhebliche Investitionen in die Gestaltung unserer Websites und Apps sowie in unsere technologische Infrastruktur getätigt hat. Außerdem entscheiden sich immer mehr Menschen für den Online-Autokauf, und wir versuchen, ein bequemes, überzeugendes Kundenerlebnis zu bieten, das AUTO1 von traditionellen Gebrauchtwagenhändlern unterscheidet. Wir bieten Autohero-Kunden die Möglichkeit, über unsere Online-Plattform Finanzierungen und Garantieleistungen abzuschließen, ihr aktuelles Auto zu bewerten und in Zahlung zu geben sowie die Lieferung und Abholung zu planen. Unsere Übergabeexperten liefern die Autos in Markenfahrzeugen an die Kunden aus, und wir bieten ein Rückgaberecht von zwanzig Tagen für alle verkauften Autos. Wir haben weiter in unsere Fulfillment-Plattform investiert, die aus über 400 Übergabe- und Abholstellen in zehn Ländern besteht, sowie in unsere Beziehungen zu Logistikanbietern. Wir sind davon überzeugt, dass eine einheitliche Plattform ein erheblicher Vorteil ist, vor allem, wenn wir unser Geschäft im Laufe der Zeit weiter ausbauen wollen.

Regulatorische Änderungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt

Als europäischer Konzern sind lokale regulatorische Änderungen Teil unseres Tagesgeschäfts. Diese Änderungen können sich auf unser Geschäft auswirken. Neue Vorschriften oder Maßnahmen, die von Regierungsbehörden eingeführt werden, können zu einem Rückgang bestimmter Fahrzeugtypen führen, einschließlich derjenigen in unserem Bestand. Solche Entwicklungen können sich negativ auf unsere Margen auswirken und zu Wertminderungen unserer Bestände führen.

Ein Teil der von uns gekauften und verkauften Fahrzeuge bietet nicht die modernsten innovativen Funktionen, wie z. B. autonomes Fahren, und es gibt keine Garantie dafür, dass wir in der Lage sein werden, schnell Fahrzeuge mit solchen Funktionen zu beschaffen, wenn diese stark nachgefragt werden. Ebenso können Maßnahmen von Herstellern oder Händlern einen erheblichen Einfluss auf die Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt haben. Wenn diese Parteien beschließen, größere Anreize für den Verkauf von Neuwagen (z. B. Rabatte oder attraktive Finanzierungen) oder generell niedrigere Preise für Neuwagen anzubieten, könnte dies den Kauf eines Neuwagens attraktiver machen. Infolgedessen könnten die Preise für Gebrauchtwagen sinken.

b. Rechtliche und Compliance-Risiken

Allgemeine rechtliche und Compliance-Risiken

Als europäisches Unternehmen, das Autos online kauft und verkauft, gelten für uns eine ganze Reihe von Gesetzen, Vorschriften und Compliance-Anforderungen. Autos sind technisch komplex und können versteckte Mängel aufweisen, von denen einige erst nach dem Verkauf sichtbar werden. Solche Mängel können Ansprüche von Kunden und Geschäftspartnern nach sich ziehen und zu Rechtsstreitigkeiten führen. Dies gilt insbesondere für Geschäfte mit Verbrauchern, da diese den Verbraucherschutzgesetzen unterliegen, die im Gegensatz zu unseren gewerblichen Kunden einen erhöhten Rechtsschutz bieten.

Um diese Risiken zu mindern, werden alle von uns gehandelten Fahrzeuge einer strengen Prüfung durch geschulte Fachleute unterzogen, die die Fahrzeuge im Rahmen unseres Qualitätssicherungsprozesses inspizieren und Probefahrten durchführen. Durch diese Inspektionen und die transparente Kommunikation des Fahrzeugzustands an unsere Kunden können wir die mit versteckten Mängeln verbundenen Risiken, wie z. B. Reklamationen nach dem Verkauf, Rechtsstreitigkeiten und andere rechtliche Risiken sowie die damit verbundenen Kosten, erheblich verringern.

Risiko der Nichteinhaltung von Anti-Geldwäsche-Vorschriften

Der traditionelle europäische Gebrauchtwagenmarkt gilt als stark fragmentiert und undurchsichtig. Gleichzeitig werden Gebrauchtwagen als hochwertige Güter eingestuft. In Kombination bergen diese Faktoren das Risiko, dass der Gebrauchtwagenmarkt für illegale Aktivitäten wie Geldwäsche und damit verbundene Straftaten genutzt wird. Als Unternehmen, das mit Gebrauchtwagen handelt, laufen wir Gefahr, auf Personen und Unternehmen zu treffen, die in solche illegalen Aktivitäten verwickelt sind.

Um dieses Risiko zu mindern, haben wir Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche (AML) sowie zur Berichterstattung und Schulung eingeführt, die Teil unseres konzernweiten Compliance-Management-Systems sind. Als übergreifende Maßnahme verfolgen wir ein striktes bargeldloses Geschäftsmodell, das sicherstellt, dass unsere Transaktionen über Bankkonten abgewickelt werden, die umfassenden KYC-Anforderungen (Know-Your-Customer) unterliegen, und wir identifizieren unsere Geschäftspartner unabhängig, um sicherzustellen, dass sie seriös sind.

Darüber hinaus haben wir einen AML-Beauftragten ernannt und verfügen über AML-Fachwissen innerhalb unseres Compliance-Teams, das auf der Grundlage unserer AML-Richtlinie ein webbasiertes und persönliches AML-Schulungsprogramm eingerichtet hat. Um diese Maßnahmen zu verstärken, haben wir interne und externe Meldewege eingerichtet, um die Berichterstattung zu erleichtern und unsere Prozesse regelmäßig zu überwachen und anzupassen, um den sich entwickelnden AML-Anforderungen gerecht zu werden.

Risiko der Nichteinhaltung von Datenschutzbestimmungen

Da wir personenbezogene Daten verarbeiten, sind wir mit dem Risiko der Nichteinhaltung der Allgemeinen Datenschutzverordnung (DSGVO) und den allgemeinen Risiken im Umgang mit solchen Daten konfrontiert. Insbesondere der Umgang mit den personenbezogenen Daten unserer nicht-gewerblichen Geschäftspartner kann das Risiko von Beschwerden bei nationalen Datenschutzbehörden und die damit verbundenen Risiken bergen.

Um diesen Risiken entgegenzuwirken, überwachen wir unsere Produkte und Prozesse, um sicherzustellen, dass sie im Einklang mit der Datenschutz-Grundverordnung stehen. Wir haben außerdem ein Datenschutzmanagementsystem eingeführt, das eine Datenschutzrichtlinie und eine IT-Sicherheitsrichtlinie umfasst, auf deren Grundlage wir unsere Mitarbeiter zu diesem Thema schulen. Aus Sicht der Unternehmensführung verfügen wir über ein spezielles Datenschutzteam, zu dem ein Datenschutzbeauftragter gehört, der unsere Datenschutzmaßnahmen überwacht, regionale Datenschutzkontakte, die in allen Regionen, in denen wir tätig sind, das Bewusstsein für den Datenschutz schärfen, sowie ein Datenschutzkoordinator, der unsere Datenschutzmaßnahmen konzernweit umsetzt. Um die besonderen Risiken im Zusammenhang mit den personenbezogenen Daten der Verbraucher zu mindern, verfügen wir über ein spezielles Verfahren, das sich mit dem Recht auf Auskunft, Löschung und anderen datenschutzbezogenen Anfragen befasst.

c. Operative Risiken

Logistik und Gebrauchtwagenbestand

Unsere Logistikprozesse hängen stark von der Koordination der Datenaustauschsysteme, dem Logistikteam und der Kommunikation mit unseren Logistikpartnern ab. Aufgrund des starken Wachstums des Geschäftsvolumens in den letzten Jahren ist ein Ausbau und eine kontinuierliche Optimierung dieser Prozesse erforderlich. Ineffiziente Prozesse, Fehlplanungen oder ausfallende IT-Systeme können das Risiko erhöhter Logistik- und Personalkosten sowie Lieferverzögerungen bergen, die sich auf den Rohertrag und das Nettoergebnis auswirken können.

Die Verwaltung des Gebrauchtwagenbestands ist eine Schlüsselkomponente für unser Geschäft. Das starke Wachstum der letzten Jahre mit mehr als 400 Filialen in verschiedenen europäischen Ländern, das entsprechende Transport- und Logistiknetz und die Einführung zusätzlicher Dienstleistungen haben das Geschäft in kurzer Zeit belastbarer, aber auch komplexer gemacht. Um dem entgegenzuwirken, ist eine kontinuierliche Anpassung der Personal- und Systemanforderungen notwendig.

Im Vergleich zum letzten Jahr haben wir unsere Einschätzung des Risikos erhöhter Logistik- und Personalkosten sowie Lieferverzögerungen von "gering" auf "mittel" angehoben, da ab 2022 neue Vorschriften für den Straßentransportsektor in der gesamten EU gelten werden. Die Vorschriften üben Druck auf die Logistikkapazitäten und die Transportkosten aus. Der anhaltende Krieg in der Ukraine hat die Zahl der Fahrer aus Russland und der Ukraine verringert, was in Verbindung mit den gestiegenen Logistikanforderungen der OEMs und den oben erwähnten verschärften Vorschriften zu einem erhöhten Druck auf die Logistik geführt hat. In Anbetracht der derzeit herausfordernden Rahmenbedingungen, zu denen auch die Kraftstoffinflation gehört, gehen wir davon aus, dass die Probleme im Zusammenhang mit den Logistikkapazitäten auch im Jahr 2023 bestehen bleiben. Nichtsdestotrotz haben wir geeignete Maßnahmen ergriffen, um diese Entwicklungen abzumildern, und das Gesamtrisiko wird aufgrund des Marktvolumens, der flexiblen Planung und der Diversifizierung unserer Dienstleister als moderat eingestuft.

IT-Sicherheit

Als Online-Dienstleister mit E-Commerce-Komponenten ist AUTO1 in hohem Maße von der Leistungsfähigkeit und Stabilität verschiedener Online-Plattformen sowie von Schnittstellen zu Tools von Drittanbietern abhängig. Da der Einkauf und Verkauf von Fahrzeugen auf unserer Online-Plattform getätigt werden, haben technische Störungen oder Ausfälle unmittelbare Auswirkung auf die gesamte Wertschöpfungskette.

Um die Sicherheit und Stabilität der Systeme zu gewährleisten, ist AUTO1 an geografisch getrennte und redundante Serverzentren angeschlossen. Der Betrieb der Plattform wird überwacht, um bei Störungen geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Zum Schutz vor unbefugten Zugriffen und Angriffen hat AUTO1 eine mehrstufige Systemsicherheit und einen personalisierten, rollenbasierten Zugang eingerichtet. Ein Prozess der Benutzerverwaltung zur Dokumentation von Neuzugängen und Abgängen ist definiert.

Das starke Wachstum von AUTO1 erfordert den ständigen Ausbau der IT-Systeme, um der steigenden Komplexität und Größe gerecht zu werden. Um die notwendige Skalierbarkeit zu erreichen, werden zusätzliche Cloud-Services eines etablierten Anbieters genutzt.

Aufgrund der kritischen Auswirkungen von IT-Risiken unterliegt die IT-Entwicklung und -Wartung einer ständigen Qualitätskontrolle. Es gibt mehrere Verfahren, mit denen in dringenden Fällen kurzfristig notwendige IT-Änderungen vorgenommen werden können.

Im Laufe des Jahres 2022 haben wir unsere IT-Sicherheitsinfrastruktur weiter gestärkt, indem wir ein spezielles Sicherheitsteam eingerichtet haben, das unsere E-Commerce-Plattform verbessert und das Risiko von Sicherheitsvorfällen verringert, indem es für optimierte Prozesse auf der gesamten Plattform sorgt. Ab 2023 werden wir eine neue Sicherheitssoftware einführen, die Algorithmen des maschinellen Lernens nutzt, um bösartiges Verhalten auf Servern und Mitarbeiterendgeräten zu erkennen und Bedrohungen automatisch zu entschärfen. Die Wahrscheinlichkeit von IT-Risiken wird im Allgemeinen als gering eingeschätzt, und die Auswirkungen von IT-Risiken auf die Leistungsindikatoren sind moderat. Insgesamt geht der Vorstand davon aus, dass die Auswirkung des Risikos als mittel und die Wahrscheinlichkeit als unwahrscheinlich einzustufen ist, da die Maßnahmen zur Minderung der Risiken als geeignet angesehen werden.

Personelle Risiken

Das kontinuierliche Wachstum von AUTO1 ermöglicht es dem Unternehmen, ein hochtalentiertes Team anzuziehen, zu rekrutieren, zu motivieren und zu binden. Der Wettbewerb um solche qualifizierten Mitarbeiter wird immer intensiver. Gelingt es uns nicht, talentierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, könnte dies unsere Fähigkeit beeinträchtigen, unsere Geschäftstätigkeit und unsere Wettbewerbsposition aufrechtzuerhalten und auszubauen.

Die Bedeutung der Menschen für die Kontinuität des Unternehmens ist entscheidend, daher bieten wir unseren Mitarbeitern eine wettbewerbsfähige Vergütung und zeitgemäße Beschäftigungslösungen bieten.

Wir setzen langfristige Anreizpläne für unsere leitenden und wichtigen Mitarbeiter ein und führen Karriereentwicklungspläne durch, um unsere Führungskräfte zu halten und weiterzuentwickeln. Darüber hinaus haben wir vor kurzem ein Matching-Share-Programm eingeführt, sodass jeder Mitarbeiter, der länger als sechs Monate im Unternehmen ist, Aktien erwerben kann und je nach Dauer seiner Betriebszugehörigkeit zusätzliche Matching-Shares erhält. Bei AUTO1 legen wir Wert auf ein offenes Arbeitsumfeld, in dem die Leistungsbeurteilung ehrlich und konstruktiv innerhalb des Unternehmens geteilt wird. Wir haben eine starke, wertegeleitete Kultur, die in unsere Einstellungs-, Einarbeitungs- und Schulungsprozesse eingebettet ist. Unser HR-Team führt Umfragen zum Mitarbeiterengagement als Teil unserer offenen Gesprächskultur durch, um unsere Transparenz und unser Verständnis für die Bedürfnisse der Mitarbeiter weiter zu verbessern. Feedback-Zyklen werden zweimal im Jahr organisiert.

d. Finanzielle Risiken

Von den finanziellen Risiken sind für AUTO1 die Liquiditäts-, Kredit- und Zinsrisiken relevant.

Liquiditätsrisiko

Unter den potenziellen finanziellen Risiken ist das Liquiditätsrisiko für AUTO1 am relevantesten, da es keine wesentlichen Fremdwährungstransaktionen und Ausfallrisiken gibt. Die wichtigsten Liquiditätsressourcen von AUTO1 sind die liquiden Mittel in Höhe von EUR 542 Mio. zum 31. Dezember 2022, unsere Inventory Asset-Backed-Securitisation (ABS)-Facility für Vorräte mit ungenutzten Zusagen in Höhe von EUR 356 Mio. zum 31. Dezember 2022 und unsere Consumer Loan ABS-Facility für Pkw-Kredite mit ungenutzten Zusagen in Höhe von EUR 37 Mio. zum 31. Dezember 2022. Aufgrund der hohen Barbestände und der Tatsache, dass AUTO1 außer den ABS-Programmen für Vorräte und Konsumentenkredite keine weiteren Finanzschulden hat, ist das kurzfristige Liquiditätsrisiko für AUTO1 sehr begrenzt. Basierend auf der langfristigen Planung der Gruppe gehen wir davon aus, dass die derzeitigen liquiden Mittel von AUTO1 ausreichen, um die geplante Expansion des Geschäfts von Autohero und die laufenden Geschäftsaktivitäten von AUTO1 zu unterstützen, bis wir die Rentabilität und einen positiven Cashflow aus dem operativen Geschäft und den Investitionen erreichen. Bis zu diesem Zeitpunkt benötigt AUTO1 Zugang zu den Banken und Kapitalmärkten, um ihren Bedarf an Asset-Backed-Finanzierungen für Vorräte und Autohero-Autokredite zu decken. AUTO1 ist zuversichtlich, dass sie in der Lage sein wird, diese Märkte bei Bedarf zu nutzen.

Zinsänderungs- und Kreditrisiko

Die Zinsänderungsrisiken sind für AUTO1 trotz der erwarteten Leitzinserhöhungen derzeit begrenzt. Unsere Inventory ABS-Facility ist variabel verzinst, sodass sich höhere Zinssätze negativ auf unser prognostiziertes Nettoergebnis auswirken würden. Dies wird durch ein aktives Asset-Liability Management verwaltet und unsere liquiden Mittel ausgeglichen, die ebenfalls variablen Zinssätzen unterliegen, sodass sich höhere Zinssätze positiv auf unser prognostiziertes Nettoergebnis auswirken würden. Wir gehen jedoch davon aus, dass sich unsere liquiden Mittel in den nächsten zwei Jahren verringern werden, da wir aus diesen die laufenden negativen Cashflows aus dem operativen Geschäft und den Investitionen finanzieren, während der in Anspruch genommene Betrag unserer Inventory ABS-Facility mit der Zunahme unseres Vorratsvermögens voraussichtlich steigen wird. Dies bedeutet, dass sich höhere Leitzinsen zunehmend negativ auf unser Nettoergebnis auswirken würden.

Daher haben wir unsere Einschätzung des Risikos im Vergleich zum letzten Jahr von "gering" auf "moderat" angehoben.

Unser stark diversifiziertes Autokreditportfolio in Höhe von EUR 186 Mio. zum 31. Dezember 2022 wird durch eine Asset-Backed-Verbriefung refinanziert, bei der wir den Risikoselbstbehalt und die Zinsüberschuss-Tranche halten. Die Rendite aus dem Risikoselbstbehalt kann durch Zinsänderungen und Ausfallverluste beeinträchtigt werden. Bei unseren Konsumentenkrediten für Autos handelt es sich um festverzinsliche Darlehen mit Laufzeiten von 3-8 Jahren, während sie durch eine Fazilität mit variablen Zinssätzen refinanziert werden. Wir haben eine Reihe von Zinscaps erworben, die die maximale variable Zinskomponente für einen erheblichen Teil der Refinanzierungsschulden, die für die ausgegebenen Konsumentenkredite aufgenommen wurden, effektiv auf 1 % begrenzen und damit die potenziellen Auswirkungen von Zinsänderungen verringern. Darüber hinaus spiegelt die Rendite die Performance der zugrunde liegenden Konsumentenkredite im Hinblick auf Ausfälle und Rückzahlungen wider. AUTO1 steuert das Risiko durch (i) ihren Underwriting-Prozess und (ii) ihre Mahn- und Inkassoprozesse. AUTO1 wählt die Kunden, denen sie Finanzierungen gewährt, durch externe Kreditauskünfte und Einkommensüberprüfungen aus. AUTO1 verfügt über eine interne Inkasso- und Mahnabteilung, die säumige und nicht zahlende Kunden genau überwacht und entsprechende Maßnahmen ergreift, bis hin zur Wiederinbesitznahme von Fahrzeugen und rechtlichen Schritten. Die Säumigkeits- und Ausfallquoten im Jahr 2022 lagen innerhalb der erwarteten Parameter. Der Vorstand ist sich jedoch bewusst, dass die erwarteten wirtschaftlichen Aussichten für 2023 eine kontinuierliche und sorgfältige Überwachung des Kreditportfolios erfordern werden. In Erwartung dessen wurden bereits im Jahr 2022 einige Kreditvergabestandards verschärft.

Fair-Value-Risiken

Bei den Vorratsbeständen gibt es zwei wesentliche Faktoren, die laufenden Risiken unterliegen: Beschaffung und Absatz. Um unseren Kunden ein breites und attraktives Angebot machen zu können, sind wir auf Verbraucher und Händler angewiesen, die uns geeignete Fahrzeuge anbieten. Im Gegensatz zu den Herstellern produzieren wir unser Fahrzeugangebot nicht selbst, haben aber die Flexibilität, die Preise entsprechend der Attraktivität des Bestandes anzupassen. Die Beschaffung von Gebrauchtwagen erfolgt über unseren Bewertungsalgorithmus, wobei bei hohen Transaktionsvolumina eine korrekte Berechnung für jede einzelne Bewertung nicht jederzeit gewährleistet werden kann. Da wir Gebrauchtwagen ankaufen und bewerten, besteht immer die Möglichkeit, dass Gebrauchsspuren, wie z. B. Lackschäden, nicht erkannt werden und der Ankaufspreis entsprechend zu hoch ist.

Während sich die Gebrauchtwagen in unserem Bestand befinden, können sie beschädigt, zerstört oder gestohlen werden. Da wir uns bei der Lagerung auch auf externe Partner verlassen, ist die Möglichkeit der Kontrolle begrenzt. Unser Bestand wird auf der Grundlage unserer Erwartungen für die künftige Nachfrage beschafft. Ein Nachfragerückgang würde zu einer Erhöhung der Lagerbestände, einer langsameren Umschlaggeschwindigkeit und entsprechendem Druck auf Preise und Margen führen. Da Gebrauchtwagen, insbesondere die neueren Modelle, recht schnell an Wert verlieren, könnten längere Lagerzeiten auch zu einer höheren Wertminderung führen. Insbesondere besteht ein potenzielles Risiko sinkender Gebrauchtwagenpreise aufgrund eines höheren Angebots an Neufahrzeugen, was möglicherweise zu mehr Transaktionen, aber auch zu einem potenziellen Rückgang der durchschnittlichen Verkaufspreise führen würde. Der Ausbruch des Krieges in der Ukraine wirkte sich auf unsere Lagerbestände aus, wir konnten sie jedoch optimieren und einen hohen Umsatz beibehalten, was ein Beweis für die Stärke unserer Plattform ist. In Anbetracht dessen haben wir unsere Einschätzung des Risikos im Vergleich zum Vorjahr von "gering" auf "mittel" angehoben.

AUTO1 betreibt ein eigenes Risikosystem, von dem wir glauben, dass es einen Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf das Bestandsmanagement darstellt. Bevor wir einen uns angebotenen Gebrauchtwagen kaufen, analysieren unsere Algorithmen die erwartete GPU, die erwartete Verkaufsgeschwindigkeit, den vorhandenen Lagerbestand und die Markttrends. Wenn diese Algorithmen den betreffenden Gebrauchtwagen als besonders schwer verkäuflich einschätzen, kaufen wir ihn in der Regel nicht sofort, sondern stellen ihn zur Versteigerung online. AUTO1 steuert die Risiken aus der Bewirtschaftung des Gebrauchtwagenbestands so, dass negative Entwicklungen auf die Leistungsindikatoren als gering bzw. ausreichend kalkulierbar eingeschätzt werden.

Chancenbericht

Aus den nachfolgend beschriebenen Chancen können sich positive Auswirkungen auf die Entwicklung der Leistungsindikatoren ergeben.

a. Die zunehmende Digitalisierung im Gebrauchtwagenmarkt

Der Gebrauchtwagenmarkt ist einer der größten Absatzmärkte der Welt und unserer Meinung nach der größte vertikale Industriebereich, der noch einen begrenzten Online-Anteil hat.

Gebrauchtwagen werden heute noch fast ausschließlich offline verkauft. Wir schätzen, dass der derzeitige Online-Anteil auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt sehr gering ist. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Verbraucher heutzutage bereits Online-Ressourcen bei der Suche nach geeigneten Gebrauchtwagen nutzen, sind wir der festen Überzeugung, dass der Online-Anteil stark ansteigen wird.

Sowohl Verbraucher als auch professionelle Händler stehen beim Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen vor besonderen Herausforderungen. Für die Verbraucher gibt es nur eine begrenzte Auswahl an lokalen Angeboten, Herausforderungen aufgrund fehlender Abwicklungsdienste und wenig Transparenz bei der Preisgestaltung. Einzelne professionelle Händler versuchen dies auszunutzen und schaden somit dem Vertrauen in und dem Image von Gebrauchtwagenhändlern. Gleichzeitig können professionelle Händler selbst keine Skaleneffekte erzielen und sind zudem auf lokale Märkte beschränkt, was zu einer starken Fragmentierung des Gebrauchtwagenmarktes führt.

Angesichts der Herausforderungen, mit denen sowohl Verbraucher als auch professionelle Händler konfrontiert sind, glauben wir, dass der europäische Gebrauchtwagenmarkt eine umfassende Online-Plattform braucht, die nahtlose grenzüberschreitende Transaktionen ermöglicht. Wir sind überzeugt, dass wir über einzigartige Technologielösungen verfügen, die den Herausforderungen des Online-Kaufs und -Verkaufs von Autos gerecht werden, da wir unsere Plattform auf der Grundlage der Bedürfnisse von Verbrauchern und Händlern aufbauen und ausrichten. Dadurch sind wir in der Lage unsere operative Leistung stetig zu verbessern.

Die anhaltenden Herausforderungen in der Lieferkette, die durch die Kombination von anhaltenden Turbulenzen verursacht wurden, die einen negativen Angebots- und Nachfragerückgang auslösten, stellen weiterhin einen erheblichen Störfaktor dar, der die Liquidität der europäischen Automärkte verringert hat. Trotz der herausfordernden Marktaussichten glauben wir, dass der europäische Gebrauchtwagenmarkt auf einen langfristigen Wachstumspfad zurückkehren wird, sobald die oben genannten Herausforderungen überwunden sind. Unsere robuste Plattform, unser effizientes Logistiknetzwerk und unsere kontinuierliche Konzentration auf die Schaffung eines herausragenden Kundenerlebnisses sind die Hauptantriebskräfte für unsere Wachstums- und Rentabilitätsziele.

b. Kundenerlebnis

Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein einzigartiges Kundenerlebnis zu bieten. Dazu gehört, den Kauf und Verkauf von Gebrauchtwagen so komfortabel wie möglich zu gestalten. Unsere Websites und Apps bieten dafür eine Reihe von Funktionen und werden kontinuierlich verbessert. Schon heute bieten wir Dienstleistungen an, die vom Zugang zu einem riesigen Gebrauchtwagenbestand bis hin zu begleitenden Services wie Logistik, Abmeldung und Zulassung sowie Finanzierung und Finanzierungsvermittlung reichen. Wir haben in die Gestaltung unserer Websites, Apps und technologischen Infrastruktur investiert, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Auf dieser Basis und unserer marktführenden Position beim An- und Verkauf von Gebrauchtwagen in Europa sehen wir erhebliche Chancen für eine nachhaltige Kundenbindung. Wir glauben, dass AUTO1 das Image von Gebrauchtwagenhändlern durch unsere transparente und diskriminierungsfreie Online-Plattform verbessern und neu ausrichten kann, indem wir das positive Markenimage steigern und eine wünschenswerte Möglichkeit schaffen, Autos online zu kaufen und zu verkaufen.

c. Integrierte Technologieplattform

Als Technologieunternehmen war die Einrichtung und kontinuierliche Verbesserung einer integrierten und umfassenden Technologieplattform von Anfang an eine der wichtigsten Prioritäten. Alle Beteiligten - ob Verbraucher, Händler oder Partner - sind mit derselben Technologie- und Datenplattform verbunden. Die AUTO1 Group hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Gebrauchtwagenhandel durch den Einsatz von Technologie zu entlasten. Unser Unternehmen hat die Vision, den weltweiten Gebrauchtwagenhandel zu vereinfachen und zu standardisieren und ihn in Richtung alternativer Mobilitätslösungen zu transformieren.

Die Geschäftsaktivitäten von AUTO1 werden durch eine vertikal integrierte, proprietäre Technologieplattform unterstützt, die speziell für den Kauf, den Verkauf, das Portfoliomanagement und die Auslieferung von Gebrauchtwagen in Europa entwickelt wurde. Unsere Verbrauchermarken, darunter "wir kaufen dein auto.de", bieten Privatpersonen in ganz Europa eine einfache und problemlose Möglichkeit, ihre Gebrauchtwagen an AUTO1 zu verkaufen. Gewerbliche Händler und Flottenbetreiber können unsere Remarketing-Lösungen nutzen, um ihre Fahrzeuge zu vermarkten.

Als Europas größte Großhandelsplattform für den Verkauf von Gebrauchtwagen bietet unsere B2B-Marke "AUTO1" eine umfassende Lösung für gewerbliche Käufer, die Fahrzeuge erwerben möchten. Darüber hinaus haben wir die Marke "Autohero" geschaffen, die unsere proprietäre Einzelhandelsanwendung nutzt, um Verbrauchern eine bequeme und transparente Möglichkeit zu bieten, Gebrauchtwagen online zu kaufen. Unsere Algorithmen und Geschäftslogik arbeiten zusammen, um den Bestand zu verwalten und die richtigen Autos den richtigen Kunden zuzuordnen. Unser Bestand wird außerdem durch eine eigene Datenanalyse geteilt und optimiert, um Kundenzufriedenheit und eine effiziente Preisgestaltung zu gewährleisten.

AUTO1 entwickelt regelmäßig eigene Software, um Einkauf und Verkauf zu optimieren und neue Produkte einzuführen. Unser Ziel ist es, unsere technische Plattform kontinuierlich zu verbessern, um sie für Händler und Privatpersonen so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Plattform ist beliebig skalierbar und wird durch Vergleichsdaten immer intelligenter. Die Einrichtung neuer Einkaufszentren, die Ausweitung des Händlernetzes und die Einführung neuer Produkte wie Verbraucherfinanzierung, Versicherung und Einzelhandel erfordern Investitionen in die IT-Infrastruktur, um mehr Umsatz zu erzielen. Diese Skalierbarkeit wird es uns auch in Zukunft ermöglichen, bestehende und neue Märkte zu erschließen.

d. Pan-europäisches Logistiknetzwerk

Im Jahr 2022 war AUTO1 mit seinen Mitarbeitern in über 30 Ländern aktiv. Fast jedes zweite Handelsgeschäft findet grenzüberschreitend statt. Dies ist nur möglich dank eines engmaschigen Logistiknetzwerks, das einen schnellen und zuverlässigen Transport gewährleistet. AUTO1 betreibt über 400 Abgabestellen in Europa und arbeitet darüber hinaus mit Logistikpartnern zusammen, die sowohl den Transport als auch die Lagerung unserer Bestände in bis zu 130 Lagerhallen übernehmen. Darüber hinaus beauftragen wir unsere Logistikpartner mit der Aufbereitung von Fahrzeugen für Autohero nach unseren Verkaufsstandards. Wir glauben, dass wir damit der größte Kunde in der europäischen Automobillogistik sind, wenn man von den Automobilherstellern absieht. Das bestehende Netzwerk birgt erhebliche Chancen in der kommenden Verlagerung von offline zu online. Durch die Entlokalisierung von Angebot und Nachfrage auf eine europäische Plattform ist der Bedarf an einem entsprechend großen Logistiknetzwerk eine Markteintrittsbarriere für potentielle Wettbewerber und stärkt die Position von AUTO1.

e. Netzwerk von Produktionszentren

Im Jahr 2022 setzte AUTO1 den Aufbau eigener Gebrauchtwagen-Produktionszentren fort, um das Autohero-Geschäft zu unterstützen und die Aufbereitungskapazitäten der Vertragspartner zu ergänzen. Mittlerweile sind sieben Produktionszentren in Betrieb, wodurch die jährliche Aufbereitungskapazität von AUTO1 auf mehr als 143.000 Fahrzeuge steigt. Durch die Internalisierung des Produktionsprozesses wird unser Geschäft effizienter. Es ermöglicht uns, den gesamten Prozess von Anfang bis Ende zu kontrollieren, um unseren Kunden die beste Qualität zu garantieren. Die internen Produktionszentren ermöglichen es uns insbesondere, Autos schneller, billiger und besser zu reparieren als unsere externen Zulieferer. Darüber hinaus haben wir ein vollständig digitalisiertes Logistiksystem in unseren Produktionszentren eingeführt, um die Produktionsprozesse schneller und skalierbarer zu machen. Die gesteigerte Effizienz ermöglicht es uns, unsere Wachstumsziele kontinuierlich zu erreichen, und wird wesentlich dazu beitragen, unser Kundenerlebnis und unsere operative Leistung zu verbessern.

f. Gesamtrisikoeinschätzung

Die aufgezeigten Risiken und Chancen können die zukünftige Entwicklung von AUTO1 beeinflussen. Unsere Einschätzung der Gesamtrisikolage basiert auf einer konsolidierten Betrachtung aller wesentlichen Einzelrisiken und Chancen. Insgesamt haben wir keine Risiken oder Risikocluster identifiziert, die den Fortbestand von AUTO1 gefährden könnten. Das implementierte und fortlaufend überwachte und weiterentwickelte Risikomanagementsystem ermöglicht es dem Konzern, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen und damit potenzielle Risiken zu vermeiden oder zu mindern und mögliche Chancen zu nutzen.

Prognosebericht

Makroökonomie

In der Konjunkturprognose vom Januar 2023 geht der internationale Währungsfonds (IWF) davon aus, dass sich das globale Wachstum von 3,4 % im Jahr 2022 auf 2,9 % im Jahr 2023 abschwächen wird. Das Wachstum im Euroraum wird in 2023 bei 0,7 % seinen Tiefpunkt erreichen, bevor es in 2024 auf 1,6 % steigen soll. Die Anhebung der Zentralbankzinsen zur Bekämpfung der Inflation und der Krieg Russlands in der Ukraine belasten weiterhin die globale Wirtschaftstätigkeit. Die rasche Ausbreitung von COVID-19 in China dämpfte das Wachstum im Jahr 2022, aber die jüngste Wiedereröffnung hat den Weg für eine schneller als erwartete Erholung geebnet. Für Industrieländer wird eine Inflationsrate von durchschnittlich 4,6 % und in Schwellen- und Entwicklungsländern von durchschnittlich 8,1 % erwartet. 3

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird das weltweite Bruttoinlandsprodukt 2023 um 2,2 % steigen und die Inflationsrate auf einem leicht abgeschwächten jedoch weiterhin hohen Niveau von 6,6 % verharren. Im Euroraum wird für das Jahr 2023 ein leichter Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 % sowie ein Inflationsniveau von 6,8 % prognostiziert. 4

Branche

In 2022 stiegen die Preise auf dem europäischen Gebrauchtwagenmarkt bis zum Ende des dritten Quartals, was auf die mangelnde Verfügbarkeit von Halbleitern für Neuwagen sowie angespannte Liefer- und Logistikketten zurückzuführen war. Im vierten Quartal war jedoch ein starker Preisrückgang zu verzeichnen, der sich in etwas abgeschwächter Form auch in 2023 fortsetzt. 5

Erwartungen der AUTO1 Group

Die im Vorjahr für das Jahr 2022 prognostizierten Umsatzerlöse von EUR 5,7 Mrd. bis EUR 6,8 Mrd. (auf EUR 6,0 Mrd. bis EUR 7,0 Mrd. im Halbjahresfinanzbericht 2022 erhöht) wurden durch die erzielten Umsatzerlöse von EUR 6,5 Mrd. am oberen Ende der Prognose erreicht. Die im Geschäftsjahr 2022 erzielte bereinigte EBITDA Marge von -2,5 % bewegte sich in der Mitte des prognostizierten Korridors zwischen -2,0 % und -3,0 %. Der für das Geschäftsjahr 2022 prognostizierte Verkauf von insgesamt 650.000 bis 770.000 Fahrzeugen wurde vor dem Hintergrund der rückläufigen Entwicklung auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit dem Verkauf von tatsächlich rund 650.000 Fahrzeugen erreicht.

Der Vorstand der AUTO1 Group fokussiert sich im Geschäftsjahr 2023 auf Profitabilität und erwartet dementsprechend ein geringeres Wachstum im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022.

Für die verkauften Fahrzeuge ist eine Gesamtzahl von 625.000 bis 690.000 Fahrzeugen geplant. Dabei wird eine Anzahl von 590.000 Fahrzeugen und einem Korridor von plusminus 5 % im Segment Merchant sowie 65.000 bis 70.000 Fahrzeugen im Segment Retail, prognostiziert.

Für das Rohergebnis wird insgesamt ein Anstieg erwartet. Infolgedessen, soll das Rohergebnis der Gruppe für 2023 bei EUR 500 Mio. bis EUR 550 Mio. liegen. Dabei sollten die Rohergebnisse beider Segmente in Folge von jeweils höheren GPUs steigen.

Das bereinigte EBITDA der Gruppe für 2023 wird aufgrund der gesteigerten Effizienz auf EUR -60 Mio bis EUR -90 Mio. geschätzt.

Wir prognostizieren, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise im Merchant Segment leicht fallen und im Autohero Bereich stabil bleiben werden. Somit wird davon ausgegangen, dass sich der Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2023 auf dem Niveau des Jahres 2022 bewegen wird.

Insbesondere vor dem Hintergrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich Dauer und Auswirkungen des Krieges in der Ukraine, können sich damit einhergehende wirtschaftliche Einschränkungen in vielen Ländern Europas ergeben, die eine verlässliche Abschätzung aller Auswirkungen auf die zu erwartende Geschäftsentwicklung von AUTO1 nur eingeschränkt zulassen. Dadurch kann die Entwicklung der Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2023 von der geplanten Entwicklung abweichen. Die Prognose basiert auf der zum Aufstellungszeitpunkt bekannten Konzernzusammensetzung im Prognosezeitraum.

Etwaige Sondereinflüsse nach dem Prognosezeitraum von einem Jahr, welche die wirtschaftliche Lage des Konzerns beeinflussen könnten, sind dem Vorstand bis auf den Krieg in der Ukraine derzeit nicht bekannt.

3 IWF, World Economic Outlook January 2023.

4 abgerufen am 10.01.2023.

5 Indicata Market Watch, Edition 36, February 2023.

Ergänzende Lageberichterstattung zum Jahresabschluss AUTO1 Group SE, München, für das Geschäftsjahr 2022

Der Lagebericht wurde mit dem Konzernlagebericht zusammengefasst. Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem gesetzlichen Jahresabschluss der AUTO1 Group SE (die "Gesellschaft"), der nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des deutschen Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt wurde. Der Jahresabschluss und der zusammengefasste Lagebericht werden im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Grundlagen der Gesellschaft

Die AUTO1 Group SE ist die Muttergesellschaft des AUTO1 Group-Konzerns und operiert von ihrer Konzernzentrale in Berlin, Deutschland, aus. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft umfasst im Wesentlichen Managementdienstleistungen für den Konzern, die durch den Vorstand der Gesellschaft erbracht werden, der auch die Gesellschaft vertritt und die Konzernstrategie festlegt.

Da der gesetzliche Jahresabschluss der Gesellschaft nach HGB und der Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt wurde, bestehen Unterschiede hinsichtlich der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Diese Unterschiede betreffen in erster Linie Verpflichtungen für anteilsbasierte Vergütungen und Finanzinstrumente. Zudem könnten sich Unterschiede bei der Darstellung von Erträgen und Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung ergeben.

Am 4. Februar 2021 schloss die AUTO1 Group SE den Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgreich ab. Seit diesem Zeitpunkt werden die Aktien (ISIN: DE000A2LQ884, WKN: A2LQ88) im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Wesentliche Steuerungsgröße der AUTO1 Group SE ist das Jahresergebnis.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft

1. Ertragslage der Gesellschaft

Die Ertragslage der Gesellschaft ist nachfolgend in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellt.

TEUR 2022 2021
Umsatzerlöse 2.355 1.554
sonstige betriebliche Erträge 1.962 33.400
Personalaufwand (1.032) (1.259)
sonstige betriebliche Aufwendungen (18.117) (221.234)
Zinsen und ähnliche Erträge 3.984 89
Abschreibungen auf Geldmarktinstrumente - (621)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (2.299) (29.151)
Steuern vom Einkommen und Ertrag 12 (18)
Jahresfehlbetrag (13.135) (217.240)

Die Umsatzerlöse im laufenden Geschäftsjahr stiegen um TEUR 801 auf TEUR 2.355 (2021: TEUR 1.554) und betreffen überwiegend Managementdienstleistungen für die AUTO1 Group Operations SE.

Die sonstigen betrieblichen Erträge haben sich um TEUR 31.438 auf TEUR 1.962 (2021: TEUR 33.400) verringert. Diese beinhalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge und Erträge aus der Währungsumrechnung. Die sonstigen betrieblichen Erträge waren im Vorjahr insbesondere durch die im Rahmen der Wandlung und Tilgung des Wandeldarlehens ergebniswirksam erfasste Auflösung des passivierten Kündigungsrechts für die Wandelanleihe positiv beeinflusst.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen TEUR 18.117 (2021: TEUR 221.234) und beinhalten im Wesentlichen Verluste aus dem Abgang von Geldmarktinstrumenten in Höhe von TEUR 7.422 (2021: TEUR 0) sowie Aufwendungen für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme von TEUR 6.316 (2021: TEUR 85.328). Im Vorjahr waren Aufwendungen im Zusammenhang mit der Wandlung und Tilgung der Wandelanleihe von TEUR 104.326 enthalten.

Die Zinsen und ähnliche Erträge beinhalten im Wesentlichen Zinsen auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen (TEUR 3.058; 2021: TEUR 0). Die Zinsen und ähnliche Aufwendungen von TEUR 2.299 (2021: TEUR 29.151) betrafen hauptsächlich Zinsen aus Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 2.173; 2021: TEUR 0). Die Zinsaufwendungen des Vorjahres umfassten im Wesentlichen Zinsen für die Wandelanleihe.

Der Jahresfehlbetrag verbesserte sich insbesondere durch die oben beschriebenen Vorjahreseffekte auf TEUR -13.135 (2021: TEUR -217.240).

2. Vermögenslage der Gesellschaft

Die nachfolgende Tabelle enthält die zusammengefasste Bilanz der Gesellschaft:

TEUR

Aktiva

31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Finanzanlagen 934.508 934.508
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 517.689 169.230
Sonstige Vermögensgegenstände und Abgrenzungsposten 5.691 19.711
Geldmarktinstrumente - 534.432
Guthaben bei Kreditinstituten 273.968 83.010
Summe Aktiva 1.731.856 1.740.891
Passiva    
31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Rückstellungen 41.146 69.198
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 592 222
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 47.560 50.137
Sonstige Verbindlichkeiten - 40
Summe Schulden 89.298 119.597
Nettovermögen 1.642.558 1.621.294
Eigenkapital 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Gezeichnetes Kapital 214.803 212.335
Kapitalrücklage 1.687.414 1.655.484
Bilanzverlust (259.659) (246.525)
Summe Eigenkapital 1.642.558 1.621.294

Bei den Finanzanlagen handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen in Höhe von unverändert TEUR 934.508 (2021: TEUR 934.508).

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen haben sich um TEUR 348.459 auf TEUR 517.689 erhöht und betreffen die Weiterreichung von Emissionserlösen aus dem Börsengang an die Tochtergesellschaften zur Finanzierung des weiteren Wachstums.

Die sonstigen Vermögensgegenstände und Abgrenzungsposten (TEUR 5.691; 2021: TEUR 19.711) beinhalten überwiegend Forderungen an das Finanzamt aus Umsatzsteuer von TEUR 4.912 (2021: TEUR 18.984).

Die Geldmarktinstrumente, welche Anlagen in Geldmarktfonds betrafen, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig veräußert.

Die Rückstellungen haben sich insbesondere durch die Erfüllung eines Teils der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme durch Aktien um TEUR 28.052 auf TEUR 41.146 (2021: TEUR 69.198) verringert. Entsprechend erhöhte sich sowohl das gezeichnete Kapital durch die Ausgabe neuer Aktien als auch die Kapitalrücklage durch Umbuchung des Residualwerts der zuvor in den Rückstellungen passivierten Aufwendungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentlichen aus dem zentralen Cash Management sowie aus der Übertragung von Umsatzsteuer aus dem umsatzsteuerlichen Organkreis, deren Träger die Gesellschaft ist.

3. Finanzlage der Gesellschaft

Am Jahresende verfügte die AUTO1 Group SE über kurzfristig verfügbare liquide Mittel in Höhe von TEUR 273.968 (2021: TEUR 617.442), die im Wesentlichen Guthaben bei Kreditinstituten in Höhe von TEUR 18.651 (2021: TEUR 2.990) und TEUR 255.000 (2021: TEUR 80.000) kurzfristige Anlagen in Geldmarktinstrumente betrafen. Im Vorjahr enthielten die liquiden Mittel Geldmarktfonds in Höhe von TEUR 534.432, welche im abgelaufenen Geschäftsjahr vollständig veräußert wurden.

I. Risiko- und Chancenbericht

Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft unterliegt in allen wesentlichen Aspekten den gleichen Chancen und Risiken wie die des Konzerns. Da die AUTO1 Group SE direkt und indirekt Mehrheitsgesellschafterin aller Konzerngesellschaften ist, ist sie an den Risiken beteiligt, die in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit dieser Gesellschaften auftreten. Die allgemeine Risikobeurteilung des Managements stimmt daher mit der des Konzerns überein und beeinflusst im Jahresabschluss die Werthaltigkeit der Finanzanlagen bzw. Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

II. Prognosebericht

Der im Vorjahr für das Geschäftsjahr 2022 prognostizierte deutliche Rückgang des Jahresfehlbetrags wurde erreicht. Aufgrund der Art der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft ist deren zukünftige Entwicklung eng mit der Entwicklung des Konzerns verbunden. Aus diesem Grund verweisen wir auf den Prognosebericht des Konzerns, der auch die Erwartungen des Managements hinsichtlich der Muttergesellschaft darstellt. Wir erwarten, dass sich der Jahresfehlbetrag der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2023 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 leicht verbessern wird.

Übernahmerelevante Angaben

Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das gezeichnete Kapital der AUTO1 Group SE belief sich zum 31. Dezember 2022 auf EUR 215.695.838 und war gemäß § 4 der Satzung eingeteilt in 215.695.838 nennwertlose auf den Inhaber lautende Stückaktien. Die Aktien sind voll eingezahlt. Jede Aktie ist mit gleichen Rechten und Pflichten verbunden und hat eine Stimme.

Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übernahme von Aktien betreffen

Die Gesellschaft hielt zum 31. Dezember 2022 Aktien mit einem Nominalwert von insgesamt EUR 892.467 als eigene Aktien, aus denen der Gesellschaft nach § 71b AktG keine Rechte zustehen.

Direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Zum 31. Dezember 2022 hielten BM Digital GmbH, Schönefeld (Deutschland), HKVV GmbH, Schönefeld (Deutschland), und SVF Midgard (Cayman) Ltd, George Town (Cayman Islands), direkt je eine Beteiligung am Kapital der AUTO1 Group SE, die 10 % der Stimmrechte überschritt.

Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und die Änderung der Satzung

Nach § 7 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus einer oder mehreren Personen. Der Aufsichtsrat bestimmt die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Vorstand von AUTO1 Group SE besteht derzeit aus zwei Personen. Der Aufsichtsrat bestellt die Mitglieder des Vorstands auf Grundlage der Art. 9 Abs. 1, Art. 39 Abs. 2 und Art. 46 SE-Verordnung, §§ 84, 85 AktG und § 7 Abs. 3 der Satzung für eine Amtszeit von höchstens sechs Jahren. Wiederbestellungen sind zulässig.

Bei Satzungsänderungen sind die §§ 179 ff. AktG zu beachten. Über Satzungsänderungen hat die Hauptversammlung zu entscheiden (§§ 119 Abs. 1 Nr. 6, 179 Abs. 1 AktG). Der Aufsichtsrat ist befugt, Änderungen der Satzung zu beschließen, die nur die Fassung betreffen (§ 11 der Satzung).

Befugnisse des Vorstands insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der AUTO1 Group SE bis zum 7. Februar 2026 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmalig oder mehrmals um insgesamt bis zu EUR 95.544.063 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stückaktien zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021).

Das Grundkapital der AUTO1 Group SE ist um bis zu EUR 6.624.900 durch Ausgabe von bis zu 6.624.900 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2020), um die Bedienung von Bezugsrechten, die bis zum 31. Januar 2021 gewährt wurden, zu gewährleisten. Das Grundkapital ist darüber hinaus um insgesamt bis zu EUR 79.934.175 durch Ausgabe von insgesamt bis zu 79.934.175 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2021). Das Bedingte Kapital 2021 dient der Gewährung von Aktien an Inhaber bzw. Gläubiger von Wandelschuldverschreibungen sowie an Inhaber von Optionsrechten aus Optionsschuldverschreibungen, die bis zum 13. Januar 2026 von AUTO1 Group SE ausgegeben werden.

Nichtfinanzielle Erklärung

Das Mutterunternehmen AUTO1 Group SE wird einen gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 315b Abs. 3 HGB erstellen und auf der Internetseite der Gesellschaft unter veröffentlichen.

Erklärung zur Unternehmensführung (ungeprüft)

Die Konzernerklärung zur Unternehmensführung (§§ 289f, 315d HGB), einschließlich der Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG, ist auf der Internetseite der AUTO1 Group SE unter https://ir.auto1-group.com/websites/auto1/German/6900/corporate-governance.html veröffentlicht.

Die prozessunabhängige Überwachung des implementierten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystems wird durch die Interne Revision wahrgenommen. Im Rahmen ihrer risikoorientierten Prüfungsplanung beurteilt sie die Angemessenheit und Wirksamkeit der implementierten Governance-Prozesse und -Systeme.

Der Vorstand und der Prüfungsausschuss werden regelmäßig über die Prüfungen der Internen Revision, die Ergebnisse der IKS-Prüfungen und der Chancen- und Risikoinventur sowie deren Weiterentwicklungen informiert. Im Rahmen seiner Überwachungstätigkeit liegen dem Vorstand keine Informationen vor, die gegen die Angemessenheit und Wirksamkeit von dem implementierten Internen Kontroll- und Risikomanagementsystem im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sprechen.

 

Berlin, 27. März 2023

AUTO1 Group SE

Christian Bertermann, CEO

Markus Boser, CFO

KONZERNABSCHLUSS

Konzernbilanz zum 31. DEZEMBER 2022

Aktiva

TEUR Konzernanhang 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Immaterielle Vermögenswerte 6.1 12.361 118
Sachanlagen 6.2 123.490 84.092
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 6.6 151.703 41.430
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.7 12.189 12.202
Sonstige Vermögenswerte 6.8 - 7
Latente Steueransprüche 6.4 515 948
Langfristige Vermögenswerte   300.258 138.797
Vorräte 6.5 617.573 583.549
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 6.6 117.547 89.302
Ertragsteuerforderungen   3.028 868
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 6.7 3.035 616.248
Sonstige Vermögenswerte 6.8 105.028 91.492
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 6.9 542.431 106.653
Kurzfristige Vermögenswerte   1.388.642 1.488.112
Summe Aktiva   1.688.900 1.626.909

Passiva

     
TEUR Konzernanhang 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Gezeichnetes Kapital 6.10 215.696 213.138
Kapitalrücklage 8 1.711.745 1.679.904
Sonstige Rücklagen 8 63.790 90.363
Verlustvortrag   (1.308.764) (1.062.391)
Eigenkapital der Eigentümer des Mutterunternehmens   682.467 921.014
Nicht beherrschende Anteile   2.417 -
Gesamtes Eigenkapital   684.884 921.014
Finanzierungsverbindlichkeiten 6.13 617.398 330.000
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.15 49.256 38.139
Rückstellungen 6.12 454 95
Sonstige Verbindlichkeiten 6.16 1.616 1.616
Latente Steuerschulden 6.4 853 95
Langfristige Schulden   669.577 369.945
Finanzierungsverbindlichkeiten 6.13 11.295 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 6.14 143.285 171.030
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 6.15 33.560 19.525
Rückstellungen 6.12 16.049 18.616
Sonstige Verbindlichkeiten 6.16 124.626 125.198
Ertragsteuerverbindlichkeiten   5.624 1.581
Kurzfristige Schulden   334.439 335.950
Summe Schulden   1.004.016 705.895
Summe Passiva   1.688.900 1.626.909

Konzerngesamtergebnisrechnung für den Zeitraum 1. JANUAR - 31. DEZEMBER 2022

TEUR Konzernanhang 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Umsatzerlöse 5.1 6.534.119 4.774.973
Materialaufwand 5.2 (6.045.907) (4.344.097)
Rohergebnis   488.212 430.876
Sonstige betriebliche Erträge 5.3 16.146 16.352
Personalaufwand 5.4 (303.296) (231.022)
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.5 (384.046) (340.618)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)   (182.984) (124.412)
Aufwand für Abschreibungen 6.1 6.2 (36.748) (27.073)
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)   (219.732) (151.485)
Zinserträge und sonstige Finanzerträge 5.6 1.005 4.121
Zinsaufwendungen und sonstige Finanzaufwendungen 5.6 (13.323) (14.746)
Sonstiges Finanzergebnis 5.6 (6.960) (209.843)
Ergebnis vor Steuern   (239.010) (371.953)
Ertragsteueraufwand 5.7 (7.362) (2.101)
Konzernverlust   (246.372) (374.054)
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen   (246.372) (374.054)
Sonstiges Ergebnis      
Posten, die in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wurden oder anschließend umgegliedert werden können:      
Umrechnungsdifferenzen aus der Fremdwährungsumrechnung   (195) (39)
Gewinn oder Verlust aus derivativen Finanzinstrumenten 9 3.176 -
Latente Steuern 9 (759) -
Sonstiges Ergebnis nach Steuern   2.222 (39)
Konzerngesamtergebnis   (244.150) (374.093)
davon den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnen   (246.567) (374.093)
davon den nicht beherrschenden Anteilen zuzurechnen   2.417 -
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) 12 (1,15) (1,81)

Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung für den Zeitraum 1. JANUAR - 31. DEZEMBER 2022

Gezeichnetes Kapital Sonstige Rücklagen
TEUR Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Übrige Rücklagen Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen Verlustvortrag
Konzernanhang 8   8 8 8  
Stand 1.1.2022 212.335 803 1.679.904 91.260 (896) (1.062.392)
Konzernverlust - - - - - (246.372)
Sonstiges Ergebnis - - - - (195) -
Konzern Gesamtergebnis - - - - (195) (246.372)
Anteilsbasierte Vergütung (89) 89 - 8.029 - -
Kapitalerhöhungen 2.558 - 31.841 ** (34.399) ** - -
Sonstige Veränderungen - - - - (9) -
Stand 31.12.2022 214.804 892 1.711.745 64.890 (1.100) (1.308.764)
TEUR Summe Eigentümer des Mutterunternehmens Nicht beherrschende Anteile * Summe Eigenkapital
Konzernanhang   8  
Stand 1.1.2022 921.014 - 921.014
Konzernverlust (246.372) - (246.372)
Sonstiges Ergebnis (195) 2.417 2.222
Konzern Gesamtergebnis (246.567) 2.417 (244.150)
Anteilsbasierte Vergütung 8.029 - 8.029
Kapitalerhöhungen - - -
Sonstige Veränderungen (9) - (9)
Stand 31.12.2022 682.467 2.417 684.884

* beinhaltet im Wesentlichen Rücklagen aus der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (siehe Anhangangabe 9)

** inkl. DLOM-Umgliederung

Gezeichnetes Kapital Sonstige Rücklagen
TEUR Gezeichnetes Kapital Eigene Anteile Kapitalrücklage Übrige Rücklagen Rücklage aus Währungsumrechnungsdifferenzen Verlustvortrag
Stand 1.1.2021 3.462 - 587.135 103.063 (857) (688.338)
Konzernverlust - - - - - (374.054)
Sonstiges Ergebnis - - - - (39) -
Konzern Gesamtergebnis - - - - (39) (374.054)
Ausgabe von Anteilen 203.229 803 1.102.243 - - -
Transaktionskosten für die Ausgabe von Aktien - - (21.321) - - -
Anteilsbasierte Vergütung - - - 5.688 - -
Kapitalerhöhungen 5.644 - 11.847 (17.491) - -
Stand 31.12.2021 212.335 803 1.679.904 91.260 (896) (1.062.392)
TEUR Summe Summe Eigenkapital
Stand 1.1.2021 4.465 4.465
Konzernverlust (374.054) (374.054)
Sonstiges Ergebnis (39) (39)
Konzern Gesamtergebnis (374.093) (374.093)
Ausgabe von Anteilen 1.306.275 1.306.275
Transaktionskosten für die Ausgabe von Aktien (21.321) (21.321)
Anteilsbasierte Vergütung 5.688 5.688
Kapitalerhöhungen - -
Stand 31.12.2021 921.014 921.014

Konzernkapitalflussrechnung für den Zeitraum 1. JANUAR - 31. DEZEMBER 2022

TEUR Konzernanhang 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Konzernverlust   (246.372) (374.054)
Anpassungen für      
Aufwand für Abschreibungen 6.1 6.2 36.748 27.073
Finanzergebnis 5.6 19.278 220.468
Ertragsteueraufwand 5.7 7.362 2.101
Veränderung der Rückstellungen   (2.208) 11.493
Aufwand aus anteilsbasierten Vergütungen 6.11 8.029 5.688
Verlust aus dem Abgang von Sachanlagevermögen   2.462 -
Sonstige nicht zahlungswirksame Effekte   17.175 6.311
Veränderungen der betrieblichen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten      
Veränderung der betrieblichen Vermögenswerte   (197.224) (516.086)
Veränderung der betrieblichen Verbindlichkeiten   (20.996) 154.457
Sonstige Cashflows aus der betrieblichen Tätigkeit      
Erhaltene Zinsen   688 4.121
Gezahlte Zinsen   (10.700) (7.583)
Zinsen auf Leasingverbindlichkeit * 6.3 (1.557) (1.559)
Gezahlte Steuern   (5.049) 321
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit   (392.364) (467.249)
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen   (34.241) (26.619)
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte **   (12.801) (40)
Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte   (3.473) (1.436.685)
Einzahlungen aus dem Verkauf von Sachanlagen   953 2.005
Einzahlungen aus finanziellen Vermögenswerten   607.010 821.530
Cashflow aus der Investitionstätigkeit   557.448 (639.809)
Einzahlungen in das gezeichnete Kapital   - 1.008.060
Transaktionskosten bei der Kapitalerhöhung   - (26.981)
Einzahlungen / (Auszahlungen) aus der Ausgabe / (Rückzahlung) von Wandelanleihen   - (232.349)
Einzahlungen aus der Aufnahme von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   915.523 345.000
Auszahlungen für die Tilgung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten   (614.640) (15.000)
Transaktionskosten in Bezug auf Aufnahme von Krediten   (1.938) -
Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten   (28.251) (22.270)
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit   270.694 1.056.460
Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   435.778 (50.598)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode   106.653 157.251
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende der Periode 6.9 542.431 106.653

* Die Zinsen auf Leasingverbindlichkeiten waren in der Vorjahreskapitalflussrechnung unter den Gezahlten Zinsen ausgewiesen.

** Die Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte waren in der Vorjahreskapitalflussrechnung unter den Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen ausgewiesen.

Konzernanhang zum Konzernabschluss per 31. Dezember 2022

1. Berichtendes Unternehmen

Die AUTO1 Group (im Folgenden auch "AUTO1" oder "Konzern" genannt) besteht aus der Muttergesellschaft AUTO1 Group SE, München, Deutschland (im Folgenden auch "AUTO1 SE" oder "Gesellschaft" genannt), und ihren direkten und indirekten Tochterunternehmen. Die Gesellschaft ist im Handelsregister des Amtsgerichts München unter der Handelsregisternummer 241031B eingetragen. Die Adresse der Gesellschaft lautet Bergmannstraße 72, 10961 Berlin, Deutschland.

Die AUTO1 Group ist ein europaweit tätiger Online-Marktplatz für den An- und Verkauf von Gebrauchtwagen an Händler und Privatpersonen mit Geschäftsaktivitäten in über 30 Ländern. AUTO1 arbeitet mit mehr als 87.000 aktiven Handelspartnern zusammen. Im Jahr 2022 wurden über AUTO1 rund 650.000 Fahrzeuge in über 30 europäischen Ländern verkauft.

2. Grundlagen der Aufstellung

2.1 Grundlagen der Rechnungslegung

Der Vorstand der AUTO1 hat den vorliegenden Konzernabschluss der AUTO1 Group zum und für das am 31. Dezember 2022 endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards ("IFRS") und den vom IFRS Interpretations Committee (IFRIC) herausgegebenen Interpretationen, wie sie von der Europäischen Union ("EU") übernommen wurden und in der EU anzuwenden sind, aufgestellt.

Der Konzernabschluss der AUTO1 Group für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2022 enthält gemäß § 315e des Handelsgesetzbuchs ("HGB") auch zusätzliche Angaben, die auf den Anforderungen des deutschen Handelsrechts beruhen. Der Konzernabschluss wird in Euro, die gleichzeitig die funktionale Währung der Muttergesellschaft ist, aufgestellt. Alle Beträge werden in Tausend Euro (TEUR) angegeben, sofern nicht anders vermerkt. Bei der Summierung von Einzelbeträgen oder Prozentangaben können Rundungsdifferenzen auftreten.

Dieser Konzernabschluss umfasst die Konzernbilanz, die Konzerngesamtergebnisrechnung bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie sonstigem Ergebnis, die Konzernkapitalflussrechnung, die Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und den Konzernanhang zum Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2022 sowie Vergleichszahlen für das am 31. Dezember 2021 endende Geschäftsjahr.

Der Konzernabschluss wurde am 27. März 2023 vom Vorstand der AUTO1 Group SE aufgestellt und unmittelbar dem Aufsichtsrat zur Billigung vorgelegt.

2.2 Bewertungsgrundlagen

Der Konzernabschluss wurde grundsätzlich nach dem Anschaffungs- bzw. Herstellungskostenprinzip (historische Kosten) aufgestellt. Ausnahmen davon sind die Bilanzierung von anteilsbasierten Vergütungen, von zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Vermögenswerte sowie die Bewertung von derivativen finanziellen Instrumenten.

2.3 Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Aufstellung des Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den IFRS erfordert vom Vorstand Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen, die sich auf die Anwendung der Rechnungslegungsgrundsätze und die ausgewiesenen Beträge von Vermögenswerten, Verbindlichkeiten, Erträgen und Aufwendungen auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen in Einzelfällen abweichen.

Schätzungen und zugrunde liegende Annahmen werden laufend überprüft. Überarbeitungen von Schätzungen werden prospektiv erfasst.

Die nachstehenden Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen haben bei der Anwendung von Rechnungslegungsgrundsätzen die größten Auswirkungen auf die im Konzernabschluss ausgewiesenen Beträge:

Die Bestimmung der Laufzeit der Leasingverhältnisse (Anhangangabe 4.6)

Die Bewertung des Vorratsvermögens (Anhangangabe 4.7)

Bei den folgenden Schätzungen und Annahmen besteht ein erhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung innerhalb des nächsten Geschäftsjahres führen:

Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes der anteilsbasierten Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (Anhangangabe 6.11)

3. Anwendung neuer und geänderter Standards

Grundsätzlich wendet AUTO1 neue und überarbeitete IFRS-Vorschriften erst ab dem Zeitpunkt an, zu dem sie verpflichtend anzuwenden sind. Der Konzern hat in der jährlichen Berichtsperiode ab 1. Januar 2022 die folgenden Standards und Änderungen erstmalig angewandt:

Änderung an IFRS 3: Verweis auf das Rahmenkonzept

Änderungen an IAS 16: Sacheinlagen - Einnahmen vor der beabsichtigten Nutzung

Änderungen an IAS 37: Kosten für die Erfüllung eines Vertrags

Verbesserungen zu IFRS 2018 - 2020: Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41

Die oben aufgelisteten Änderungen hatten keine Auswirkung auf Vorjahresangaben oder im laufenden Jahr erfasste Beträge und es wird davon ausgegangen, dass sie keinen wesentlichen Einfluss auf zukünftige Berichtsperioden haben werden.

Verschiedene neue Rechnungslegungsstandards und Interpretationen wurden veröffentlicht, sind jedoch für Berichtsperioden zum 31. Dezember 2022 nicht verpflichtend und wurden vom Konzern nicht vorzeitig angewendet. Die Auswirkungen dieser neuen Regelungen auf die laufende oder auf künftige Berichtsperioden werden vom Konzern als nicht wesentlich angesehen.

4. Zusammenfassung der wesentlichen Rechnungslegungsmethoden

Die unten aufgeführten Rechnungslegungsgrundsätze wurden von den Konzerngesellschaften für alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Zeiträume einheitlich angewendet, ausgenommen wie in den entsprechenden Grundsätzen erläutert.

4.1 Darstellung

Die Darstellung in der Konzernbilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als kurzfristig eingestuft, wenn sie voraussichtlich innerhalb eines Jahres realisiert oder beglichen werden. Latente Steuerforderungen und -verbindlichkeiten und ähnliche Verpflichtungen werden grundsätzlich als langfristige Posten dargestellt.

4.2 Konsolidierungsgrundlagen

In den Konzernabschluss werden die AUTO1 Group SE und ihre Tochterunternehmen, über die die AUTO1 Group SE mittel- oder unmittelbar Beherrschung ausübt, einbezogen. Der Konsolidierungskreis umfasst neben der AUTO1 Group SE derzeit 67 (2021:60) Tochterunternehmen. Der Konzernabschluss umfasst die Abschlüsse der Tochterunternehmen ab dem Zeitpunkt, an dem die Beherrschung beginnt, bis zum Zeitpunkt, an dem die Beherrschung endet. Die AUTO1 Group SE beherrscht ein Tochterunternehmen, wenn sie die Verfügungsgewalt über das Tochterunternehmen besitzt, eine Chance bzw. ein Risiko im Hinblick auf die variablen Rückflüsse aus dem Tochterunternehmen hat und in der Lage ist, die Höhe der variablen Rückflüsse auf der Grundlage von Stimm- oder anderen Rechten zu beeinflussen.

Die Abschlüsse der konsolidierten Tochterunternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden zum Berichtsstichtag des Konzernabschlusses und nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Alle konzerninternen Vermögenswerte und Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Transaktionen zwischen konsolidierten Unternehmen werden im Laufe des Konsolidierungsprozesses eliminiert. Änderungen der Kapitalbeteiligungen an Tochterunternehmen des Konzerns, die die prozentuale Beteiligung der Muttergesellschaft ohne Verlust der Beherrschung verringern oder erhöhen, werden als Eigenkapitaltransaktionen zwischen Eigentümern erfasst.

4.3 Fremdwährungsumrechnung

Funktionale und Darstellungswährung

Die in den Abschlüssen der einzelnen Unternehmen des Konzerns enthaltenen Posten werden unter Verwendung der Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen tätig ist (die "funktionale Währung"), bewertet. Der Konzernabschluss wird in Euro, der Darstellungswährung der AUTO1 Group SE, aufgestellt.

Transaktionen und Salden

Transaktionen in Fremdwährungen werden mit dem Wechselkurs der funktionalen Währung zum Transaktionszeitpunkt umgerechnet. Wechselkursgewinne und -verluste, die sich aus der Abwicklung solcher Transaktionen und aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen zu den Wechselkursen am Jahresende ergeben, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

Konzerngesellschaften

Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von ausländischen Geschäftsbetrieben (von denen keiner die Währung eines Hochinflationslandes hat), deren funktionale Währung von der Darstellungswährung abweicht, wird wie folgt in die Darstellungswährung umgerechnet:

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden zum Schlusskurs am jeweiligen Bilanzstichtag umgerechnet;

die Erträge und Aufwendungen werden zu den durchschnittlichen Wechselkursen umgerechnet (es sei denn, dies ist keine vernünftige Annäherung an die kumulative Wirkung der an den Transaktionszeitpunkten geltenden Kurse; in diesem Fall werden Erträge und Aufwendungen zu den Zeitpunkten der Transaktionen umgerechnet), und

alle sich daraus ergebenden Umrechnungsdifferenzen werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei vollständigem oder teilweisem Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs, der zum Verlust der Beherrschung, des maßgeblichen Einflusses oder der gemeinschaftlichen Führung führt, wird der in Zusammenhang mit diesem ausländischen Geschäftsbetrieb bis zu diesem Zeitpunkt kumuliert in der Währungsumrechnungsrücklage erfasste Betrag in den Gewinn oder Verlust als Teil des Abgangserfolgs umgegliedert. Bei nur teilweisem Abgang, ohne Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens, das einen ausländischen Geschäftsbetrieb umfasst, wird der entsprechende Teil der kumulierten Umrechnungsdifferenz den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet.

Der Euro ist die funktionale Währung der Unternehmen im Konsolidierungskreis, die primär im europäischen Währungsraum geschäftlich tätig sind.

Die wichtigsten Umrechnungseffekte resultieren aus ausländischen Geschäftsbetrieben mit den folgenden funktionalen Währungen:

Schlusskurs zum Durchschnittskurs für das Geschäftsjahr
Fremdwährung pro
EUR
31. Dez. 2022 31. Dez. 2021 2022 2021
SEK 11,12 10,25 10,63 10,14
PLN 4,68 4,60 4,68 4,56

4.4 Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte werden beim Erstansatz zu Anschaffungskosten bewertet und anschließend über die Nutzungsdauer von 3 bis 16 Jahren linear abgeschrieben.

4.5 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsverluste angesetzt. Die Anschaffungskosten von Sachanlagen bestehen aus direkt der Anschaffung zurechenbaren Aufwendungen, die anfallen, um die Anlage in einen betriebsfähigen Zustand zu versetzen. Nachträgliche Anschaffungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder gegebenenfalls als separater Vermögenswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Konzern den zukünftigen wirtschaftlichen Nutzen behält und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Alle anderen Ausgaben (z. B. für laufende Reparatur- und Instandhaltungskosten) werden beim Anfall aufwandswirksam erfasst.

Die Abschreibung von Sachanlagen wird auf linearer Basis über die folgenden Nutzungsdauern berechnet:

Sachanlagen Durchschnittliche Nutzungsdauer
Gebäude 5 - 15 Jahre
Sonstige Betriebs- und Büroausstattung 3 - 13 Jahre
Autohero Lieferwagenflotte 10 Jahre

Zusätzlich zur planmäßigen Abschreibung wird eine Werthaltigkeitsprüfung durchgeführt, wenn es relevante Ereignisse oder Änderungen der Umstände gibt, die auf eine mögliche Wertminderung der Sachanlagen hindeuten, und bei Bedarf eine Wertminderung verbucht.

Sachanlagen werden entweder zum Zeitpunkt der Veräußerung ausgebucht oder wenn festgestellt wird, dass kein wirtschaftlicher Nutzen mehr aus diesen Posten erwächst. Gewinne oder Verluste aus Veräußerungen oder Stilllegungen werden in der Periode, in der sie anfallen, erfolgswirksam erfasst.

Die Restbuchwerte und die geschätzte Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.

4.6 Leasingverhältnisse

Ein Vertrag ist ein oder enthält ein Leasingverhältnis, wenn er ein Recht auf die Kontrolle der Nutzung eines identifizierten Vermögenswertes für einen bestimmten Zeitraum gegen Entgelt überträgt. Im Konzern beziehen sich solche Verträge vor allem auf das Leasing von Immobilien und Fahrzeugen, bei denen ein Konzernunternehmen als Leasingnehmer auftritt. Diese Verträge werden als Nutzungsrechte ("Right-of-Use Assets") unter den Sachanlagen und als Leasingverbindlichkeiten ausgewiesen.

Die Leasingverbindlichkeit, welche unter den sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesen wird, wird beim Erstansatz zum Barwert der zum Zeitpunkt des Leasingbeginns nicht gezahlten Leasingzahlungen bewertet, die mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz ("Incremental Borrowing Rate") des Konzerns abgezinst werden. Bei der Folgebewertung wird der Betrag der Leasingverbindlichkeit um den Zinsaufwand für die Leasingverbindlichkeit erhöht und um die geleisteten Leasingzahlungen verringert. Die Leasingverbindlichkeit wird neu bewertet, wenn sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Änderung eines Index oder Zinssatzes ändern, wenn sich die Schätzung des Betrags ändert, der im Rahmen einer etwaigen Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen ist, oder wenn sich die Einschätzung ändert, ob eine Kauf- oder Verlängerungsoption mit hinreichender Sicherheit ausgeübt wird oder eine Kündigungsoption mit hinreichender Sicherheit nicht ausgeübt wird. Leasingzahlungen in Bezug auf den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeit werden in der Kapitalflussrechnung unter dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

Das Nutzungsrecht wird beim Erstansatz mit den Anschaffungskosten bewertet, die sich aus dem Betrag der Leasingverbindlichkeit, den vor oder zu Beginn des Leasingvertrags geleisteten Zahlungen, den Wiederherstellungskosten und den anfänglichen direkten Kosten zusammensetzen, abzüglich erhaltener Anreize bei Vertragsabschluss, und bei Folgebewertungen zu fortgeführten Anschaffungskosten, d. h. abzüglich kumulierter Abschreibungen und sonstiger Wertminderungen und bereinigt um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeit.

Wenn eine geleaste Immobilie untervermietet wird, werden die Unter-Leasingverträge entweder als Operating-Leasingverhältnis oder als Finanzierungsleasing eingestuft, wobei die Übertragung von Risiken und Nutzen in Bezug auf das Nutzungsrecht aus dem Haupt-Leasingvertrag bewertet wird.

Der Konzern hat bei der Bestimmung der Laufzeit einiger Leasingverträge, bei denen er als Leasingnehmer auftritt und die Verlängerungsoptionen enthalten, Ermessensentscheidungen vorgenommen. Das Ermessen hinsichtlich der Frage, ob der Konzern mit angemessener Sicherheit solche Optionen ausüben wird, wirkt sich auf die Laufzeit des Leasingvertrages aus und damit auf die Höhe der ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten und Nutzungsrechte.

4.7 Vorräte

Die Vorräte des Konzerns bestehen insbesondere aus Gebrauchtwagen. Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten für den Fahrzeugbestand werden durch Einzelbewertung ("specific identification") ermittelt. Des Weiteren werden interne und externe Aufbereitungskosten aktiviert. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufspreis abzüglich ggf. noch anfallender Kosten für Aufbereitung und Reparatur sowie der Kosten für die Veräußerung der Fahrzeuge. Die Verkaufspreise werden aus historischen Daten und Trends, wie z. B. Verkaufspreis und Lagerumschlagzeiten ähnlicher Fahrzeuge, abgeleitet. In jedem Berichtszeitraum verbucht der Konzern im Materialaufwand alle notwendigen Anpassungen, um den Fahrzeugbestand zum niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten oder Nettoveräußerungswert auszuweisen. Falls sich die geschätzten Autoverkaufspreise erheblich ändern oder die Nachfrage nach Gebrauchtwagen zurückgeht, könnten erhebliche Anpassungen erforderlich werden, um die Vorräte zum Nettoveräußerungswert auszuweisen.

Der Konzern teilt die Fahrzeuge hierbei in Cluster ein, welche anhand des Einkaufslandes, der Kraftstoffart, der Verweildauer im Bestand und des Kaufpreises bestimmt werden. Für die jeweiligen Cluster bestimmt der Konzern die potenziell erzielbaren Margen anhand von historischen und aktuellen Ist-Daten. Ergibt sich aus der Analyse eine negative Marge, die auf einen potenziellen Verlust hindeutet bzw. auf einen tatsächlichen Wertverlust schließen lässt, da das Fahrzeug zum Bewertungszeitpunkt bereits mit einer negativen Marge veräußert wurde, muss eine Anpassung vorgenommen werden. Diese Wertminderung berücksichtigt ebenfalls zum Stichtag bestehende Unsicherheiten hinsichtlich eventuell eintretender negativer Verkaufspreisauswirkungen. Zusätzlich werden die Kosten für die Aufbereitung berücksichtigt. Dies betrifft überwiegend die Autos des Retailgeschäfts.

4.8 Finanzinstrumente

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und ausgegebene Schuldinstrumente werden ab dem Zeitpunkt, zu dem sie entstanden sind, angesetzt. Alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden erstmals am Handelstag erfasst, wenn das Unternehmen Vertragspartei nach den Vertragsbestimmungen des Instruments geworden ist.

Finanzielle Vermögenswerte

Erstmalige Bewertung von finanziellen Vermögenswerten

Beim Erstansatz bewertet der Konzern einen finanziellen Vermögenswert zu seinem beizulegenden Zeitwert zuzüglich -im Falle von finanziellen Vermögenswerten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden - der Transaktionskosten, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswertes zugeordnet werden können. Die Transaktionskosten eines finanziellen Vermögenswertes, der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente wird beim Erstansatz zum Transaktionspreis bewertet.

Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten

Bei der erstmaligen Erfassung wird ein finanzieller Vermögenswert wie folgt eingestuft und bewertet:

zu fortgeführten Anschaffungskosten

FVOCI-Schuldinstrumente (Investments in Schuldinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden)

FVOCI-Eigenkapitalinstrumente (Eigenkapitalinvestments, die zum beizulegenden Zeitwert mit Änderungen im sonstigen Ergebnis bewertet werden)

FVTPL (zum beizulegenden Zeitwert mit Wertänderungen im Gewinn oder Verlust)

Finanzielle Vermögenswerte werden nach der erstmaligen Erfassung nicht reklassifiziert, es sei denn, der Konzern ändert sein Geschäftsmodell zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte. In diesem Fall werden alle betroffenen finanziellen Vermögenswerte am ersten Tag der Berichtsperiode re-klassifiziert, die auf die Änderung des Geschäftsmodells folgt.

Ein finanzieller Vermögenswert wird zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und er nicht als FVTPL designiert wurde:

Er wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung darin besteht, finanzielle Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme zu halten, und

die Vertragsbedingungen des finanziellen Vermögenswerts führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Ein Schuldinstrument wird zu FVOCI designiert, wenn beide der folgenden Bedingungen erfüllt sind und es nicht als FVTPL designiert wurde:

Es wird im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten, dessen Zielsetzung sowohl im Halten finanzieller Vermögenswerte zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch im Verkauf finanzieller Vermögenswerte besteht, und

seine Vertragsbedingungen führen zu festgelegten Zeitpunkten zu Zahlungsströmen, die ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen.

Beim erstmaligen Ansatz eines Eigenkapitalinstruments, das nicht zu Handelszwecken gehalten wird, kann der Konzern unwiderruflich wählen, Folgeänderungen im beizulegenden Zeitwert des Investments im sonstigen Ergebnis auszuweisen. Diese Wahl wird einzelfallbezogen für jedes Investment getroffen.

Alle finanziellen Vermögenswerte, die nicht zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI bewertet werden, werden zu FVTPL bewertet. Bei der erstmaligen Erfassung kann der Konzern unwiderruflich entscheiden, finanzielle Vermögenswerte, die ansonsten die Bedingungen für die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zu FVOCI erfüllen, zu FVTPL zu designieren, wenn dies dazu führt, ansonsten auftretende Rechnungslegungsanomalien ("accounting mismatch") zu beseitigen oder signifikant zu verringern.

Innerhalb der AUTO1 Group bestehen die finanziellen Vermögenswerte aus den Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere finanzielle Vermögenswerte, darunter derivative Finanzinstrumente.

Finanzielle Vermögenswerte - Einschätzung des Geschäftsmodells

Der Konzern trifft eine Einschätzung hinsichtlich der Ziele des Geschäftsmodells, in dem der finanzielle Vermögenswert gehalten wird, auf einer Portfolio-Ebene, da dies die Art, wie das Geschäft gesteuert und Informationen an das Management gegeben werden, am besten widerspiegelt. Die zu berücksichtigenden Informationen schließen ein:

die angegebenen Richtlinien und Ziele für das Portfolio und die Durchführung dieser Richtlinien in der Praxis; hier kommt es darauf an, ob die Strategie des Managements darauf ausgerichtet ist, die vertraglichen Zinserträge zu vereinnahmen, ein bestimmtes Zinssatzprofil beizubehalten, die Laufzeit eines finanziellen Vermögenswertes mit der Laufzeit einer damit verbundenen Verbindlichkeit oder den erwarteten Mittelabflüssen abzustimmen oder Zahlungsströme durch den Verkauf der Vermögenswerte zu realisieren,

wie die Ergebnisse des Portfolios ausgewertet und an das Konzernmanagement berichtet werden,

die Risiken, die sich auf die Ergebnisse des Geschäftsmodells (und der nach diesem Geschäftsmodell gehaltenen finanziellen Vermögenswerte) auswirken und wie diese Risiken gesteuert werden,

wie die Manager vergütet werden - zum Beispiel, ob die Vergütung auf dem beizulegenden Zeitwert der verwalteten Vermögenswerte oder auf den vereinnahmten vertraglichen Zahlungsströmen basiert - und

Häufigkeit, Umfang und Zeitpunkt von Verkäufen finanzieller Vermögenswerte in vorherigen Perioden und die Erwartungen über zukünftige Verkaufsaktivitäten.

Finanzielle Vermögenswerte, die zu Handelszwecken gehalten oder verwaltet werden und deren Wertentwicklung anhand des beizulegenden Zeitwertes beurteilt wird, werden zu FVTPL bewertet.

Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen sind

Für Zwecke dieser Einschätzung ist der "Kapitalbetrag" definiert als beizulegender Zeitwert des finanziellen Vermögenswertes beim erstmaligen Ansatz. "Zins" ist definiert als Entgelt für den Zeitwert des Geldes und für das Ausfallrisiko, das mit dem über einen bestimmten Zeitraum ausstehenden Kapitalbetrag verbunden ist, sowie für andere grundlegende Kreditrisiken, Kosten (zum Beispiel Liquiditätsrisiko und Verwaltungskosten) und eine Gewinnmarge.

Bei der Einschätzung, ob die vertraglichen Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den Kapitalbetrag sind, berücksichtigt der Konzern die vertraglichen Vereinbarungen des Instruments. Dies verlangt eine Einschätzung, ob der finanzielle Vermögenswert eine vertragliche Vereinbarung enthält, die den Zeitpunkt oder den Betrag der vertraglichen Zahlungsströme ändern könnte, sodass diese nicht mehr diese Bedingungen erfüllen. Bei der Beurteilung berücksichtigt der Konzern:

bestimmte Ereignisse, die den Betrag oder den Zeitpunkt der Zahlungsströme ändern würden,

Bedingungen, die den Zinssatz, inklusive variabler Zinssätze, anpassen würden,

vorzeitige Rückzahlungs- und Verlängerungsmöglichkeiten und

Bedingungen, die den Anspruch des Konzerns auf Zahlungsströme eines speziellen Vermögenswertes einschränken (zum Beispiel kein Rückgriffsrecht).

Eine vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit steht im Einklang mit dem Kriterium der ausschließlichen Zins- und Tilgungszahlungen, wenn der Betrag der vorzeitigen Rückzahlung im Wesentlichen nicht geleistete Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag umfasst, wobei angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages enthalten sein kann.

Zusätzlich wird eine Bedingung für einen finanziellen Vermögenswert, der gegen einen Auf- oder Abschlag gegenüber dem vertraglichen Nennbetrag erworben worden ist, die es erlaubt oder erfordert, eine vorzeitige Rückzahlung zu einem Betrag, der im Wesentlichen den vertraglichen Nennbetrag plus aufgelaufener (jedoch nicht gezahlter) Vertragszinsen (die ein angemessenes Entgelt für die vorzeitige Beendigung des Vertrages beinhalten können) darstellt, zu leisten, als im Einklang mit dem Kriterium behandelt, sofern der beizulegende Zeitwert der vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeit zu Beginn nicht signifikant ist.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen alle bargeldbezogenen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt des Erwerbs oder der Investition eine Restlaufzeit von weniger als drei Monaten haben. Zu den Zahlungsmitteln gehören hauptsächlich Bankguthaben und Kassenbestand. Die Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Termingelder. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern bilanziert Wertberichtigungen für erwartete Kreditverluste (ECL) für:

finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, und

sonstige Forderungen.

Abgesehen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die aus Ratenkäufen stammen, bemisst der Konzern im Geschäftsjahr aufgrund von Unwesentlichkeit keine Wertberichtigungen für den erwarteten 12-Monats-Kreditverlust, da dies ansonsten lediglich den Posten der Bankguthaben betrifft. AUTO1 unterhält ausschließlich Geschäftsbeziehungen zu Hausbanken mit sehr guter Bonität.

Bei der Festlegung, ob das Ausfallrisiko eines finanziellen Vermögenswertes seit der erstmaligen Erfassung signifikant angestiegen ist, und bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten berücksichtigt der Konzern angemessene und belastbare Informationen, die relevant und ohne unangemessenen Zeit- und Kostenaufwand verfügbar sind. Dies umfasst sowohl quantitative als auch qualitative Informationen und Analysen, die auf vergangenen Erfahrungen des Konzerns und fundierten Einschätzungen, inklusive zukunftsgerichteter Informationen, beruhen. Grundsätzlich geht der Konzern bei finanziellen Vermögenswerten von einem signifikanten Anstieg des Kreditrisikos aus, wenn finanzielle Vermögenswerte mehr als 30 Tage überfällig sind. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn der finanzielle Vermögenswert mehr als 90 Tage überfällig ist.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, bei denen die Einbringlichkeit als gering eingestuft wird (z. B. bei Insolvenz des Händlers), gelten als uneinbringlich. Solche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden abgeschrieben. Der Bruttobuchwert solcher Forderungen wird um den entsprechenden zuvor auf dem Wertberichtigungskonto verbuchten Betrag vermindert. Abgeschriebene Forderungen können im Einklang mit den Mahnverfahren des Konzerns weiterhin eingezogen werden.

Der Konzern sieht im Merchantgeschäft kein wesentliches Ausfallrisiko für die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, da die tatsächliche Rechnungsstellung erst zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erfolgt und nach Zahlungseingang das Fahrzeug an den Händler übergeben wird. Bis zum Zeitpunkt des Zahlungseingangs für die Forderungen hat der Konzern eine Zahlungsaufforderung gegenüber den Händlern, der eine Vertragsverbindlichkeit des Konzerns zur Erfüllung seiner Verpflichtung zur Übergabe des Fahrzeugs bei Zahlungseingang gegenübersteht.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten zu einem wesentlichen Teil Forderungen aus dem Retail Segment, welche im Rahmen des Ratenkaufforderungsprogramms mit den Endkunden abgeschlossen wurden. Diese Forderungen werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Die Ermittlung der erwarteten Kreditverluste (ECL) für Ratenkaufforderungen erfolgt in zwei Stufen:

Für Ratenkaufforderungen, bei denen sich seit dem Erstansatz das Kreditrisiko nicht signifikant erhöht hat, erfasst der Konzern Kreditverluste, die die Ausfälle während der Laufzeit darstellen, die sich bei einem Ausfall in den 12 Monaten nach dem Berichtsstichtag ergeben würden.

Bei Ratenkaufforderungen, bei denen das Kreditrisiko seit dem Erstansatz erheblich zugenommen hat, wird eine Wertberichtigung für Kreditverluste auf Grundlage der über die Restlaufzeit des jeweiligen Ratenkaufvertrags erwarteten Ausfallwahrscheinlichkeit vorgenommen.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die Erfassung von erwarteten Kreditverlusten (ECL) für alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, erfolgt in zwei Stufen:

Für finanzielle Vermögenswerte, bei denen sich seit dem Erstansatz das Kreditrisiko nicht signifikant erhöht hat, erfasst der Konzern Kreditverluste, die die Ausfälle während der Laufzeit darstellen, die sich bei einem Ausfall in den 12 Monaten nach dem Berichtsstichtag oder in einem kürzeren Zeitraum ergeben würden, soweit die erwartete Laufzeit eines Finanzinstruments weniger als 12 Monate beträgt.

Bei denjenigen finanziellen Vermögenswerten, bei denen das Kreditrisiko seit dem Erstansatz erheblich zugenommen hat, wird eine Wertberichtigung für Kreditverluste vorgenommen, die über die Restlaufzeit des finanziellen Vermögenswertes erwartet werden.

Da alle sonstigen finanziellen Vermögenswerte des Konzerns von grundsätzlich hoher Kreditqualität sind und der Bruttobuchwert der entsprechenden Vermögenswerte gering ist, führt die Anwendung des oben genannten Prinzips nicht zu wesentlichen Wertminderungen.

Ausbuchung

Der Konzern bucht die finanziellen Vermögenswerte aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus den Vermögenswerten auslaufen oder wenn die Rechte auf den Erhalt der Zahlungsströme in einer Transaktion übertragen werden, bei der im Wesentlichen alle Risiken und Chancen aus dem Eigentum an den finanziellen Vermögenswerten übertragen werden. Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt, aufgehoben oder abgelaufen sind.

Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmalige Bewertung von finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Im Falle von finanziellen Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden dabei die direkt zurechenbaren Transaktionskosten abgezogen.

Klassifizierung von finanziellen Verbindlichkeiten

Finanzielle Verbindlichkeiten werden entweder als solche klassifiziert, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, soweit sie nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden müssen. Wenn zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten eingebettete Derivate enthalten, die nicht eng mit dem Basisinstrument verbunden sind, werden diese eingebetteten Derivate getrennt und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, werden im Gewinn oder Verlust nach der Effektivzinsmethode verbucht.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stellen Beträge dar, die dem Konzern vor Ende des Geschäftsjahres erbracht wurden und noch nicht bezahlt sind. Die Beträge sind nicht abgesichert und werden in der Regel innerhalb von 30 Tagen nach der Erfassung bezahlt. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten werden als kurzfristige Schulden erfasst, es sei denn, die Zahlung ist nicht innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtszeitraum fällig. Sie werden beim Erstansatz zum beizulegenden Zeitwert abzgl. Transaktionskosten ausgewiesen und in der Folgebewertung anhand der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Finanzierungsverbindlichkeiten

Finanzierungsverbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert abzüglich entstandener Transaktionskosten ausgewiesen. Finanzierungsverbindlichkeiten werden in der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jeder Differenzbetrag zwischen dem Auszahlungsbetrag (abzüglich Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird anhand der Effektivzinsmethode erfolgswirksam über die Laufzeit der Kredite erfasst. Gebühren und direkt zurechenbare Ausgaben, die bei der Einrichtung von Kreditfazilitäten gezahlt werden, werden in dem Maße im Aufwand erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass die Fazilität ganz oder teilweise in Anspruch genommen wird. In diesem Fall wird die Gebühr über die Dauer der Kreditfazilität verteilt. Wenn zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Finanzierungsverbindlichkeiten eingebettete Derivate enthalten, die nicht eng mit dem Basisinstrument verbunden sind, werden diese eingebetteten Derivate getrennt und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Finanzierungsverbindlichkeiten werden aus der Bilanz ausgebucht, wenn die im Vertrag festgelegte Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder abgelaufen ist.

Finanzierungsverbindlichkeiten werden als kurzfristige Verbindlichkeit klassifiziert, es sei denn, der Konzern hat ein uneingeschränktes Recht, die Rückzahlung der Verbindlichkeit für mindestens zwölf Monate nach dem Berichtszeitraum aufzuschieben.

Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften

AUTO1 Group hält derivative Finanzinstrumente ausschließlich zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken, die sich aus der Refinanzierung des Ratenkaufportfolios ergeben. Beim erstmaligen Ansatz und im Rahmen der Folgebewertung werden Derivate mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet.

Derivative Finanzinstrumente werden grundsätzlich als Sicherungsinstrumente designiert, um Schwankungen in Zahlungsströmen, die aus Zinssatzänderungen resultieren, abzusichern. Zu Beginn der designierten Sicherungsbeziehung werden die Risikomanagementziele und -strategien, die hinsichtlich der Absicherung verfolgt werden, dokumentiert. Darüber hinaus erfolgt eine Dokumentation der wirtschaftlichen Beziehung zwischen dem gesicherten Grundgeschäft und dem Sicherungsinstrument und der Erwartung, dass sich Veränderungen der Zahlungsströme des gesicherten Grundgeschäfts und des Sicherungsinstruments kompensieren.

Absicherung von Zahlungsströmen

Wenn ein Derivat als ein Instrument zur Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedge) designiert ist, wird der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes im sonstigen Ergebnis erfasst und kumuliert in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen eingestellt. Der wirksame Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwertes, der im sonstigen Ergebnis erfasst wird, ist begrenzt auf die kumulierte Änderung des beizulegenden Zeitwertes des gesicherten Grundgeschäfts (berechnet auf Basis des Barwertes) seit Absicherungsbeginn. Ein unwirksamer Teil der Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes des Derivats wird unmittelbar im Gewinn oder Verlust erfasst.

Der Konzern erfasst nur die Veränderung im beizulegenden Zeitwert des inneren Werts von Zinssicherungsgeschäften als Sicherungsinstrument in der Absicherung von Zahlungsströmen. Die Veränderung im beizulegenden Zeitwert des Zeitwerts von Zinssicherungsgeschäften wird separat als Kosten der Sicherungsbeziehung bilanziert und in eine Rücklage für Kosten der Absicherung im Eigenkapital eingestellt.

Wenn die Absicherung nicht mehr die Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften erfüllt oder das Sicherungsinstrument verkauft wird, ausläuft, beendet wird oder ausgeübt wird, wird die Bilanzierung der Sicherungsbeziehung prospektiv beendet. Wenn die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Zahlungsströmen beendet wird, verbleibt der Betrag, der in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen eingestellt worden ist, im Eigenkapital, bis dieser Betrag in dem Zeitraum oder den Zeiträumen in den Gewinn oder Verlust umgegliedert wird, in dem bzw. in denen die abgesicherten erwarteten zukünftigen Zahlungsströme den Gewinn oder Verlust beeinflussen.

Falls nicht mehr erwartet wird, dass die abgesicherten zukünftigen Zahlungsströme eintreten, werden die Beträge, die in die Rücklage für Sicherungsbeziehungen und die Rücklage für Kosten der Absicherung eingestellt worden sind, unmittelbar in den Gewinn oder Verlust umgegliedert.

4.9 Rückstellungen

Rückstellungen werden für gegenwärtige faktische Verpflichtungen aus vergangenen Ereignissen gebildet, die wahrscheinlich zu einem Mittelabfluss führen werden, vorausgesetzt, dass eine zuverlässige Schätzung der Höhe der Verpflichtungen möglich ist.

Wird der Mittelabfluss zur Tilgung einer Rückstellung nach Ablauf eines Jahres erwartet, wird die Rückstellung zum Barwert des erwarteten Mittelabflusses erfasst. Erstattungsforderungen von Dritten werden in der Bilanz separat ausgewiesen, wenn deren Realisierung so gut wie sicher ist.

4.10 Leistungen an Arbeitnehmer

Verbindlichkeiten für Löhne und Gehälter, einschließlich nicht-monetärer Leistungen sowie Jahresurlaub, die voraussichtlich innerhalb von 12 Monaten nach Ende der Periode, in der die Mitarbeiter die damit verbundenen Leistungen erbringen, vollständig beglichen werden, werden für die Leistungen der Mitarbeiter bis zum Ende der Berichtsperiode erfasst und mit den Beträgen bewertet, die bei der Begleichung der Verbindlichkeiten voraussichtlich gezahlt werden. Die Verbindlichkeiten werden in der Bilanz als kurzfristige Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sind zahlbar, wenn das Beschäftigungsverhältnis vom Konzern vor dem normalen Renteneintrittsdatum beendet wird oder wenn ein Mitarbeiter im Austausch für diese Leistungen freiwillig ausscheidet. Der Konzern erfasst Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses zu dem früheren der folgenden Zeitpunkte: (a) wenn der Konzern das Angebot dieser Leistungen nicht mehr zurückziehen kann; und (b) wenn das Unternehmen Kosten für eine Restrukturierung erfasst, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 fällt und die Zahlung von Leistungen aus Anlass der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses beinhaltet. Leistungen, die mehr als zwölf Monate nach dem Ende des Berichtszeitraums fällig werden, werden auf den Barwert abgezinst.

4.11 Anteilsbasierte Vergütung

Die anteilsbasierten Vergütungspläne des Konzerns beinhalten regelmäßig ein Erfüllungswahlrecht der AUTO1. Dieses wird in der Regel dahingehend ausgeübt, dass sich der Konzern für einen Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente entscheidet.

Entsprechend wird der beizulegende Zeitwert am Tag der Gewährung der anteilsbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente als Aufwand mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals über den Zeitraum erfasst, in dem die Arbeitnehmer einen uneingeschränkten Anspruch auf die Eigenkapitalinstrumente erwerben. Der als Aufwand erfasste Betrag wird angepasst, um die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente widerzuspiegeln, für die die entsprechenden Dienstbedingungen und marktunabhängigen Leistungsbedingungen erwartungsgemäß erfüllt werden, sodass der letztlich als Aufwand erfasste Betrag auf der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente basiert, die die entsprechenden Dienstbedingungen und marktunabhängigen Leistungsbedingungen am Ende des Erdienungszeitraums erfüllen.

4.12 Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen, die sich aus vergangenen Ereignissen ergeben und deren Existenz erst durch das Eintreten eines oder mehrerer ungewisser zukünftiger Ereignisse, die nicht vollständig durch den Konzern kontrolliert werden können, bestätigt wird. Darüber hinaus können Eventualverbindlichkeiten gegenwärtige Verpflichtungen sein, die sich aus vergangenen Ereignissen ergeben, die jedoch nicht in der Bilanz ausgewiesen werden, da es nicht wahrscheinlich ist, dass ein Mittelabfluss erforderlich ist, um die Verpflichtung zu erfüllen, oder die Höhe der Verpflichtung nicht mit ausreichender Verlässlichkeit bewertet werden kann. Solche Eventualverbindlichkeiten werden gemäß IAS 37 nicht in der Bilanz erfasst, sondern im Anhang offengelegt.

4.13 Gezeichnetes Kapital

Die Nennwertaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Zusätzliche Kosten, die direkt der Ausgabe neuer Anteile oder Optionen zugeordnet werden können, werden direkt im Eigenkapital abzüglich Steuern unter dem Posten ausgewiesen. Wenn eine Konzerngesellschaft Eigenkapitalinstrumente der Gesellschaft erwirbt, beispielsweise im Rahmen eines Anteilsrückkaufs oder eines anteilsbasierten Vergütungsplans, wird das gezahlte Entgelt, einschließlich aller direkt zurechenbaren zusätzlichen Kosten (nach Ertragsteuern), von dem auf die Eigentümer entfallenden Eigenkapital als eigene Anteile abgezogen, bis die Anteile annulliert oder neu ausgegeben werden. Wenn solche Anteile nachfolgend erneut ausgegeben werden, wird jedes erhaltene Entgelt nach Abzug aller direkt zurechenbaren zusätzlichen Transaktionskosten und der damit verbundenen Ertragsteuereffekte in dem auf die Eigentümer entfallenden Eigenkapital berücksichtigt. Für Details siehe Anhangangabe 6.10 Eigenkapital.

4.14 Umsatzrealisierung

Umsatzerlöse werden realisiert, wenn ein Kunde die Verfügungsgewalt über die zugesagten Güter oder Dienstleistungen erhält, und zwar in Höhe des Betrags, den das Unternehmen im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen erwartet.

Gebrauchtwagenverkauf an Händler (Merchant)

Der Konzern verkauft die von privaten Verkäufern erworbenen Gebrauchtwagen durch Online-Auktionen an Händler. Der entsprechende Umsatzerlös wird nach erfolgreichem Abschluss einer Auktion erfasst, sofern der Händler alle vertraglichen Verpflichtungen (wie z. B. die Überweisung des Kaufpreises) erfüllt. Die verkauften Fahrzeuge unterliegen keinem Rückgaberecht.

Die Fahrzeuge werden zu einem festen Vertragspreis verkauft, der sich aus dem bei der Auktion erzielten Preis und allen anderen damit verbundenen Gebühren (Auktionsgebühren, Handlinggebühren für das Fahrzeug und die Dokumente) zusammensetzt. Der Konzern kann jedoch bei Kundenbeschwerden Preisnachlässe für zukünftige Fahrzeugkäufe anbieten. Sobald diese dem Kunden angeboten werden, werden die Preisnachlässe als Minderung der realisierten Umsatzerlöse sowie der entsprechenden Vertragsverbindlichkeiten erfasst.

Der Händler kann wählen, das Fahrzeug selbst abzuholen oder liefern zu lassen. Da der Transport separat beauftragt werden kann, nachdem das Fahrzeug ersteigert wurde, stellt diese Dienstleistung eine separate Leistungsverpflichtung des Konzerns gegenüber dem Händler dar. Die Umsatzrealisation erfolgt sowohl in Bezug auf den Gebrauchtwagenverkauf als auch den Transport zeitpunktbezogen.

Umsatz- und andere Steuern der Kunden, die zum Zeitpunkt des Verkaufs im Auftrag von Regierungsbehörden erhoben werden, werden in den Umsatzerlösen und sonstigen betrieblichen Erträgen sowie in den Materialaufwendungen nicht berücksichtigt.

Neben dem Erwerb von Gebrauchtwagen durch private Verkäufer (Customer-to-Business bzw. C2B) erwirbt der Konzern auch Gebrauchtwagen von gewerblichen Autohändlern (Remarketing). Entsprechend lässt sich der Bereich Merchant nach den Beschaffungskanälen der Gebrauchtwagen C2B und Remarketing unterteilen.

Remarketing

Der Bereich Remarketing unterscheidet sich in der Beschaffung der Fahrzeuge von Customer-to-Business (C2B). Der Ankauf der Autos erfolgt in diesen Fällen nicht über das Filialen-Netzwerk des Konzerns. Bei den Verkäufern handelt es sich um gewerbliche Flottenbesitzer oder Autohändler. Der Kauf wird über den Remarketing Channel des Konzerns abgewickelt. Nach Abschluss der Bewertung werden die Fahrzeuge zur Auktion angemeldet. Sofern sich der Verkäufer nicht für den Direktverkauf an AUTO1 entscheidet, teilt er AUTO1 den Mindestverkaufspreis mit, zu dem er bereit ist, das Fahrzeug in die Auktion zu geben.

Ein Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und AUTO1 über das Fahrzeug steht unter der aufschiebenden Bedingung der Annahme eines von einem Dritten im Rahmen einer Auktion abgegebenen Angebots. Wird im Rahmen der Auktion der Mindestverkaufspreis des Verkäufers oder ein höheres Kaufangebot erzielt, kauft AUTO1 das Fahrzeug vom Verkäufer. Wird kein Gebot zum Mindestverkaufspreis oder zu einem darüber liegenden Preis abgegeben, kommt kein Kaufvertrag zwischen dem Verkäufer und AUTO1 zustande. Falls der Konzern dem Verkäufer ein Angebot unter dem vom Verkäufer festgelegten Mindestverkaufspreis unterbreitet, kann der Verkäufer innerhalb von zwei Werktagen nach Beendigung der Auktion entscheiden, ob er dieses Angebot annimmt.

Die Verfügungsmacht an dem Fahrzeug geht erst auf den Käufer über, wenn AUTO1 die Zahlung des Kaufpreises erhält. Die Umsatzrealisierung erfolgt zum gleichen Zeitpunkt. AUTO1 trägt das Bestandsrisiko vom Zeitpunkt des Abschlusses der Auktion bis zur Übertragung der Kontrolle an den Käufer. AUTO1 trägt zudem die Hauptverantwortung für die Erfüllung des Leistungsversprechens, da der Kaufvertrag zwischen Käufer und AUTO1 abgeschlossen wird. Dem Kunden von AUTO1 ist der Ankaufskanal des Fahrzeuges grundsätzlich unbekannt. AUTO1 trägt die Hauptverantwortung im Zusammenhang mit Gewährleistungs- bzw. Servicefragen der Käufer und führt zudem jegliche Kommunikation mit diesen, sodass allein AUTO1 im Außenverhältnis zu den Käufern auftritt. Der Käufer geht daher davon aus, dass er das Fahrzeug von AUTO1 erwirbt. Darüber hinaus legt AUTO1 die Kriterien für die Bewertung der Fahrzeuge fest, validiert die Bewertung der Fahrzeuge, legt die Bedingungen der Auktion fest und genehmigt das Ergebnis der Auktion.

Gebrauchtwagenverkauf an Privatkunden (Retail)

Der Konzern verkauft Fahrzeuge auch an Privatkunden. Die Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt erfasst, an dem das Fahrzeug an den Kunden übergeben wird. Die an Privatkunden verkauften Fahrzeuge unterliegen einem 21-tägigen Rückgaberecht. Die Bestimmungen des IFRS 15 zu variablen Gegenleistungen werden für die Bilanzierung der Rückgaberechte angewandt, d. h. AUTO1 erfasst Umsatzerlöse für die übertragenen Fahrzeuge in Höhe der Gegenleistung, auf die AUTO1 erwartungsgemäß Anspruch hat, also ohne die Beträge, die AUTO1 dem Kunden für die zurückgegebenen Fahrzeuge voraussichtlich erstatten wird. In Höhe der Verpflichtung zur Rückerstattung werden eine Verbindlichkeit sowie ein Vermögenswert für das Recht auf das zurückzuerstattende Fahrzeug erfasst.

Die Privatkunden können beim Kauf der Fahrzeuge zwischen verschiedenen Garantiepaketen wählen, welche im Falle der Buchung als zusätzliche Garantiepakete eine eigenständig abgrenzbare Dienstleistung darstellen, da der Konzern dem Kunden diese Dienstleistung zusätzlich zur Lieferung des Fahrzeugs gewährt. Die Garantie stellt demnach eine separate Leistungsverpflichtung dar, der ein eigenständiger Transaktionspreis zugeordnet wird. Der Transaktionspreis, der den Garantien zugeordnet wurde, wird über den Garantiezeitraum realisiert.

Der Konzern vereinnahmt Umsatzerlöse für die Vermittlung von Autohero-Kunden an Partnerbanken. Die Vermittlungsprovision wird im Falle eines erfolgreichen Abschlusses eines Finanzierungsvertrags gezahlt. Die Realisierung erfolgt im Wesentlichen zum gleichen Zeitpunkt, zu dem auch der entsprechende Fahrzeugverkauf verbucht wird.

Seit Februar 2021 bietet die AUTO1 Group ihren Kunden die Möglichkeit eines Ratenkaufs in Deutschland und Österreich an. Der Kunde kann zwischen Zeiträumen von 36 bis 96 Monaten wählen. Die Zinssätze werden auf der Grundlage der Bewertung des individuellen Kreditrisikoprofils angeboten. Der Vertrag enthält somit eine signifikante Finanzierungskomponente, sodass die Gegenleistung um den Zeitwert des Geldes anzupassen ist. Die realisierte Finanzierungskomponente wird innerhalb der Retail-Umsatzerlöse ausgewiesen. Die Ausnahmeregelung in IFRS 15.63 wird für die Ratenkaufverträge nicht angewandt. Diese kommt nur zur Anwendung, wenn der Konzern erwartet, dass der Zeitraum zwischen der Übergabe der Fahrzeuge und der Zahlung durch den Kunden ein Jahr oder weniger beträgt. Die für die Ratenkäufe verwendeten vertraglichen Zinssätze spiegeln das Kreditrisiko des einzelnen Kunden wider. Sie sind daher angemessen und werden zur Bestimmung des Transaktionspreises verwendet (IFRS 15.64).

4.15 Ertragsteuern

Die Ertragsteuern für den Berichtszeitraum entsprechen der Summe der tatsächlichen und der latenten Ertragsteuern.

Tatsächliche Ertragsteuern

Der tatsächliche Ertragsteueraufwand wird unter Anwendung der am Berichtsstichtag in den Ländern, in denen die AUTO1 Group tätig ist, geltenden Steuervorschriften berechnet. Bei der Beurteilung von Ertragsteuerpositionen sind Schätzungen erforderlich. Die Veranlagung durch die jeweiligen Steuerbehörden kann abweichend ausfallen. Die Ungewissheit wird dadurch berücksichtigt, dass ungewisse Steuerpositionen nur dann ausgewiesen werden, wenn die AUTO1 Group die Eintrittswahrscheinlichkeit auf mehr als 50 % schätzt.

Tatsächliche Ertragsteuerschulden bzw. Ertragsteuererstattungsansprüche für die laufende Periode oder für frühere Perioden werden mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Zahlung an die Steuerbehörde bzw. eine Erstattung der Steuerbehörde erwartet wird.

Latente Ertragsteuern

Latente Steuern werden in Übereinstimmung mit IAS 12 auf temporäre Differenzen zwischen den Buchwerten von Vermögenswerten und Schulden im Konzernabschluss und der entsprechenden steuerlichen Basis erfasst. Darüber hinaus werden latente Steueransprüche (aktive latente Steuern) für steuerliche Verlust- und Zinsvorträge ausgewiesen. Latente Steuerverbindlichkeiten (passive latente Steuern) werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen ausgewiesen. Latente Steueransprüche werden für temporäre Differenzen und steuerliche Verlust- und Zinsvorträge in dem Umfang ausgewiesen, in dem es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft ein zu versteuerndes Ergebnis verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und/oder Verlust- und Zinsvorträge verwendet werden können.

Latente Steuern werden zu den Steuersätzen bewertet, die voraussichtlich für die Periode gelten, in der der Steueranspruch realisiert oder die Steuerverbindlichkeit beglichen wird.

Die Veränderung des Bestands der latenten Steuern wird im Gewinn oder Verlust ausgewiesen, sofern sie sich auf Posten bezieht, die erfolgswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst wurden. Wenn sich die Posten im Konzernabschluss direkt auf das Eigenkapital oder das sonstige Ergebnis beziehen, werden die entsprechenden latenten Steuern ebenfalls in diesen Posten ausgewiesen.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen in Verbindung mit Anteilen an Tochterunternehmen, Zweigniederlassungen und assoziierten Unternehmen und Anteilen an gemeinsamen Vereinbarungen bilanziert, es sei denn, der zeitliche Verlauf der Umkehr der zu versteuernden temporären Differenzen kann gesteuert werden und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflöst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerverbindlichkeiten werden saldiert ausgewiesen, wenn der Konzern ein einklagbares Recht zur Aufrechnung von laufenden Steuerforderungen mit laufenden Steuerverbindlichkeiten hat und sich die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten auf dasselbe Steuersubjekt beziehen und von derselben Steuerbehörde festgesetzt werden.

IFRIC 23 beinhaltet Klarstellungen, wie die in IAS 12 festgelegten Ansatz- und Bewertungsvorschriften anzuwenden sind, wenn Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung besteht und umfasst tatsächliche und latente Steueransprüche oder Steuerschulden. Gemäß IFRIC 23 können unsichere steuerliche Behandlungen gesondert oder zusammen mit einer oder mehreren anderen unsicheren steuerlichen Behandlungen zusammengefasst zu berücksichtigen sein. Hierbei ist diejenige Methode zu wählen, die sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet. Bei der Beurteilung ist davon auszugehen, dass eine Steuerbehörde sämtliche Beträge prüfen wird, zu deren Prüfung sie befugt ist und dass sie für deren Prüfung über sämtliche einschlägigen Informationen verfügt. Wenn es als unwahrscheinlich angesehen wird, dass die Steuerbehörde eine unsichere steuerliche Behandlung akzeptiert, so ist zur Berücksichtigung der Auswirkung der Unsicherheit in Abhängigkeit davon, welche Methode sich besser für die Vorhersage der Auflösung der Unsicherheit eignet, entweder der wahrscheinlichste Betrag oder der Erwartungswert auf jede unsichere steuerliche Behandlung anzuwenden.

Die Unternehmen des Konzerns sind weltweit in einer Vielzahl von Ländern ertragsteuerpflichtig. Bei der Beurteilung der weltweiten Ertragsteueransprüche und -schulden kann insbesondere die Interpretation von steuerlichen Vorschriften mit Unsicherheiten behaftet sein. Eine unterschiedliche Sichtweise der jeweiligen Finanzbehörden bezüglich der richtigen Interpretation von steuerlichen Normen kann nicht ausgeschlossen werden. Änderungen der Annahmen über die richtige Interpretation von steuerlichen Normen wie zum Beispiel aufgrund geänderter Rechtsprechungen fließen in die Bilanzierung der ungewissen Ertragsteueransprüche und -schulden im entsprechenden Wirtschaftsjahr ein.

4.16 Bewertung zum beizulegenden Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, zu dem am Bewertungsstichtag in einem geordneten Geschäftsvorfall im Hauptmarkt oder, wenn keiner vorhanden ist, im vorteilhaftesten Markt, zu dem der Konzern zu diesem Zeitpunkt Zugang hat, ein Vermögenswert verkauft oder eine Schuld übertragen werden würde. Der beizulegende Zeitwert einer Schuld spiegelt das Risiko der Nichterfüllung wider.

Sofern verfügbar, ermittelt der Konzern den beizulegenden Zeitwert eines Finanzinstruments auf Basis notierter Preise auf einem aktiven Markt für dieses Instrument. Ein Markt wird dann als aktiv angesehen, wenn Transaktionen für den jeweiligen Vermögenswert oder die jeweilige Verbindlichkeit in ausreichender Frequenz und in ausreichendem Umfang stattfinden, sodass Preisinformationen fortlaufend zur Verfügung stehen.

Sofern keine notierten Preise auf einem aktiven Markt existieren, verwendet der Konzern Bewertungstechniken, die die Verwendung relevanter, beobachtbarer Inputfaktoren maximieren und die Verwendung nicht beobachtbarer Inputfaktoren minimieren. In die verwendete Bewertungstechnik fließen alle Faktoren ein, die die Marktteilnehmer bei der Preisfindung einer solchen Transaktion berücksichtigen würden.

Der Konzern bewertet die zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendeten Inputfaktoren anhand einer dreistufigen Hierarchie. Die Hierarchie gibt an, inwieweit die zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendeten Inputfaktoren am Markt beobachtbar sind.

Inputfaktoren auf Stufe 1 sind unangepasste Preisnotierungen auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Schulden.

Inputfaktoren auf Stufe 2 sind andere als die auf Stufe 1 genannten Marktpreisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld entweder unmittelbar oder mittelbar zu beobachten sind, einschließlich Preisnotierungen für ähnliche Vermögenswerte oder Schulden auf aktiven Märkten, Preisnotierungen für identische oder ähnliche Vermögenswerte oder Schulden auf Märkten, die nicht aktiv sind, sowie andere Inputfaktoren als Preisnotierungen, die für den Vermögenswert oder die Schuld beobachtet werden können.

Inputfaktoren auf Stufe 3 sind Inputfaktoren, die für die Bewertung von Bedeutung sind, auf dem Markt nicht beobachtbar sind und die Einschätzungen des Vorstands über die Annahmen beinhalten, die die Marktteilnehmer bei der Preisfindung für den Vermögenswert oder die Schuld verwenden würden (einschließlich Annahmen über das Risiko).

Wenn die zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendeten Inputfaktoren in unterschiedliche Stufen der Fair Value-Hierarchie eingeordnet werden können, wird die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert in ihrer Gesamtheit der Stufe der Fair Value-Hierarchie zugeordnet, die dem niedrigsten Inputfaktor entspricht, der für die Bewertung insgesamt wesentlich ist.

Im Zusammenhang mit der Beurteilung der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch das Management kann der Konzern einen unabhängigen externen Bewertungsexperten hinzuziehen, der geeignete Bewertungstechniken anwendet und den beizulegenden Zeitwert von Vermögenswerten und Schulden bestimmt.

Der Konzern erfasst Umgruppierungen zwischen verschiedenen Stufen der Fair Value-Hierarchie zum Ende der Berichtsperiode, in der die Änderung eingetreten ist. Im abgelaufenen Berichtszeitraum fanden keine Umgruppierungen zwischen Stufen der Fair Value-Hierarchie statt.

Abgesehen von der Bewertung der Geldmarktinstrumente, welche zur Stufe 1 der Bewertungskategorie zugeordnet werden, sowie der derivativen finanziellen Vermögenswerte zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken, die zur Stufe 2 gehören, fallen alle übrigen in diesem Abschluss angewandten Bewertungen zum beizulegenden Zeitwert in Stufe 3.

4.17 Segmentberichterstattung

Über Geschäftssegmente wird in einer Art und Weise berichtet, die mit der internen Berichterstattung an den Hauptentscheidungsträger des Konzerns übereinstimmt.

Der Vorstand beurteilt die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und trifft strategische Entscheidungen. Der Vorstand, der als Hauptentscheidungsträger bestimmt wurde, besteht aus Christian Bertermann (Gründer / Chief Executive Officer) und Markus Boser (Chief Financial Officer).

4.18 Ergebnis je Aktie

Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie errechnet sich durch Division:

des auf die Eigentümer des Unternehmens entfallenden Ergebnisses, ohne Berücksichtigung der Kosten für die Bedienung des Eigenkapitals mit Ausnahme der Stückaktien,

durch den gewichteten Durchschnitt der im Geschäftsjahr in Umlauf befindlichen Stückaktien, bereinigt um Gratisaktien, die im Geschäftsjahr ausgegeben wurden, und ohne Berücksichtigung der eigenen Anteile.

Verwässertes Ergebnis je Aktie

Im verwässerten Ergebnis je Aktie erfolgt eine Anpassung der bei der Ermittlung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie verwendeten Werte zur Berücksichtigung:

des Nachsteuereffekts von Zinsen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen, die mit der Verwässerung potenzieller Stückaktien zusammenhängen, und

des gewichteten Durchschnitts der zusätzlichen Stückaktien, die sich unter der Annahme der Umwandlung aller verwässerten potenziellen Stückaktien in Umlauf befunden hätten.

Das verwässernde Instrument wird bei der Anpassung nicht berücksichtigt, soweit dadurch der Verlust je Aktie sinkt bzw. sich das Ergebnis je Aktie erhöht.

5. Anhang zur Konzerngesamtergebnisrechnung

5.1 Umsatzerlöse

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Händlerplattform (Merchant) 5.477.595 4.195.988
Privatkundengeschäft (Retail) 1.056.524 578.985
Summe Umsatzerlöse 6.534.119 4.774.973

Infolge des dynamischen Wachstums von Autohero und erhöhter Handelstätigkeit im Merchantgeschäft, welche von gestiegenen Gebrauchtwagenpreisen begleitet wurde, haben sich die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.759.146 erhöht.

Die Umsatzerlöse im Retail Segment enthalten Zinserträge in Höhe von TEUR 4.568 (2021: TEUR 495), die durch die Vergabe von Ratenkäufen im Privatkundengeschäft resultierten und die zur Erfassung einer signifikanten Finanzierungskomponente nach IFRS 15 führen. Diese Zinserträge stellen keine Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden dar.

Die AUTO1 Group hat die per 31. Dezember 2021 bilanzierten Vertragsverbindlichkeiten für noch an Kunden zu erfüllende Leistungsverpflichtungen, die Zahlungen geleistet hatten, im Geschäftsjahr 2022 vollständig erfüllt und in den Umsatzerlösen erfasst.

Die in den Segmentangaben enthaltenen Informationen zu den Umsatzerlösen unter Anhangangabe 11 erfüllen die Vorschriften von IFRS 15.114. Diese Umsatzangaben beruhen auf den Ausweis- und Bewertungskriterien des IFRS 15. Entsprechend werden keine weiteren aufgeschlüsselten Angaben zu den Umsatzerlösen bereitgestellt.

5.2 Materialaufwand

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Kosten der verkauften Fahrzeuge (5.794.933) (4.165.068)
Sonstiger Materialaufwand (250.974) (179.029)
Summe (6.045.907) (4.344.097)

Der Materialaufwand stieg leicht überproportional zu den Umsatzerlösen des Konzerns. Die sonstigen Materialaufwendungen beinhalten unter anderem Kosten für externen Transport (Kosten für den Transport zum Kunden), Handling von Dokumenten und sonstige Kosten im Zusammenhang mit der Abwicklung von Fahrzeugkäufen und -verkäufen sowie in- und externe Aufwendungen für die Aufbereitung von Fahrzeugen.

Der sonstige Materialaufwand enthält die Bestandsveränderungen aus der Aktivierung von internen Aufbereitungsaufwendungen in Höhe von TEUR 3.562 (2021: TEUR 0) sowie Aufwendungen aus der Refinanzierung und der zugehörigen Zinssicherung in Höhe von TEUR 1.686 (2021: TEUR 0).

5.3 Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge bestanden hauptsächlich aus Währungsumrechnungsgewinnen und periodenfremden Erträgen, im Wesentlichen aus Erstattungen von Umsatzsteuer sowie Versicherungsleistungen.

5.4 Personalaufwand

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Löhne und Gehälter (232.696) (178.314)
Sozialabgaben (55.048) (41.054)
Anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente (8.029) (5.688)
Sonstige (7.523) (5.965)
Summe (303.296) (231.022)

Der Anstieg der Personalaufwendungen beruhte auf einer wachsenden Anzahl an Mitarbeitern in Folge der weiteren Ausweitung unserer Geschäftsaktivitäten.

Im Geschäftsjahr 2022 betrugen die Beiträge an beitragsorientierte Versorgungspläne TEUR 27.594 (2021: TEUR 15.834).

Die folgende Tabelle stellt die durchschnittliche Anzahl der Vollzeitäquivalent Mitarbeiter in dem Geschäftsjahr dar:

2022 2021
Mitarbeiter 6.054 4.649
Führungskräfte 40 55
Summe 6.094 4.704

5.5 Sonstige betriebliche Aufwendungen

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan.2021 - 31. Dez. 2021
Aufwendungen für Marketing (193.156) (203.275)
Aufwendungen für interne Logistik (79.971) (57.974)
Rechts-, Beratungs- und Abschlussaufwendungen (11.928) (18.028)
Aufwendungen für IT von Drittanbietern (11.445) (8.096)
Periodenfremde Aufwendungen (10.469) (7.637)
Gebäudebezogene Aufwendungen (10.281) (7.105)
Wertminderung von Forderungen (3.450) (1.356)
Sonstige Aufwendungen (63.346) (37.147)
Summe (384.046) (340.618)

Mit der Ausweitung der Geschäftsaktivitäten haben sich auch die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöht. Der Haupttreiber für den Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen waren höhere Aufwendungen für interne Logistik aufgrund einer höheren Anzahl von transportierten Fahrzeugen sowie gestiegener Transportpreise. Die Marketingaufwendungen sowie die Rechts- und Beratungskosten wurden im Vergleich zum Vorjahr reduziert. Die periodenfremden Aufwendungen betreffen u. a. Logistik- und Zulassungskosten. Die sonstigen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Kosten für IT, Mietnebenkosten, Kosten für Abfragen von Fahrgestellnummern, Reise- und Recruitingkosten, Währungsumrechnungsverluste, Kosten für Versicherungen, Kreditverluste, Abgaben und Beiträge sowie Kosten für Freiberufler. Ein Großteil dieser Aufwendungen hat sich entsprechend der Steigerung der Umsatzerlöse erhöht.

5.6 Finanzerträge und Finanzierungsaufwendungen

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Zinserträge und sonstige Finanzerträge    
Zinserträge 793 3.952
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 212 170
Summe 1.005 4.122
Zinsaufwendungen und sonstige Finanzaufwendungen    
Zinsaufwendungen (9.259) (10.377)
Sonstige Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen (4.063) (4.369)
Summe (13.322) (14.746)
Sonstiges Finanzergebnis (6.960) (209.843)
Finanzergebnis (19.277) (220.467)

Die Zinserträge und sonstige Finanzerträge ergaben sich im Wesentlichen aus der Verzinsung der Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente sowie der liquiden Finanzanlagen. Die Zinserträge des Vorjahres betreffen insbesondere die Verzinsung von Umsatzsteuern des Jahres 2018.

Die Zinsaufwendungen betrafen hauptsächlich die Zinsen aus der Inventory ABS-Facility (TEUR 7.185; 2021: TEUR 1.540) zur Refinanzierung des Vorratsvermögens sowie die Zinsen auf die Leasingverbindlichkeiten (TEUR 1.557; 2021: TEUR 1.559). Die Zinsaufwendungen des Vorjahres enthielten darüber hinaus Zinsen für die zurückgezahlte Wandelanleihe (TEUR 5.727).

Das sonstige Finanzergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres beinhaltet einen Verlust aus der Veräußerung von Geldmarktfonds in Höhe von TEUR 7.422 (2021: TEUR 0). Die Rückzahlung zum beizulegenden Zeitwert des eigebetteten Derivats aus der zurückgezahlten Wandelanleihe in Höhe von TEUR 209.049 war im Vorjahr im sonstigen Finanzergebnis ausgewiesen.

5.7 Ertragsteuern

Der erfolgswirksam erfasste Ertragsteueraufwand in der Konzerngesamtergebnisrechnung setzt sich folgendermaßen zusammen:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Steueraufwand aus latenten Steuern (299) (773)
Tatsächlicher Steueraufwand (laufendes Jahr) (2.917) (2.724)
Tatsächlicher Steueraufwand (Änderungen der Schätzungen in Bezug auf Vorjahre) (4.146) 1.397
Summe (7.362) (2.100)

Der effektive Ertragsteueraufwand kann wie folgt erläutert werden:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan.2021- 31. Dez. 2021
Ergebnis vor Steuern (239.010) (371.953)
Ertragsteuersatz (der Muttergesellschaft) 30,175% 30,175%
Ertragsteuer zum Ertragsteuersatz 72.121 112.237
Zunahme / (Abnahme) des Ertragsteueraufwands aufgrund folgender Faktoren:    
Auswirkungen von Abweichungen zwischen den inländischen und ausländischen Steuersätzen (2.290) (2.097)
Auswirkung von steuerlich nicht abzugsfähigen Aufwendungen / steuerfreiem Einkommen (4.861) (8.342)
Auswirkung des Nichtansatzes von aktiven latenten Steuern für steuerliche Verlustvorträge (68.464) (119.792)
Auswirkung des Nichtansatzes von aktiven latenten Steuern auf temporäre Differenzen 851 14.878
Steuern für frühere Jahre (4.358) 1.009
Sonstige Differenzen (362) 7
Gesamte Ertragsteuererträge (+) / -aufwendungen (-) (7.362) (2.100)
Effektiver Steuersatz (3,080%) (0,565%)

Der zur Ermittlung des erwarteten Steuerertrages angewandte Steuersatz entspricht dem Steuersatz der AUTO1 Group SE, Berlin, Deutschland, und setzt sich aus dem Steuersatz für die Körperschaftsteuer inklusive Solidaritätszuschlag von 15,825 % und dem Gewerbesteuersatz von 14,350 % zusammen. Anhangangabe 6.4 enthält weitere Ausführungen in Bezug auf latente Steuern.

6. Anhang zur Konzernbilanz

6.1. Immaterielle Vermögenswerte

TEUR Erworbene immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttobuchwert zum 1. Januar 2022 272 272
Zugänge 12.803 12.803
Abgänge - -
Währungsumrechnungsdifferenzen (2) (2)
Bruttobuchwert zum 31. Dezember 2022 13.073 13.073
Kumulierte Abschreibung zum 1. Januar 2022 154 154
Zugänge 558 558
Abgänge - -
Währungsumrechnungsdifferenzen - -
Kumulierte Abschreibung zum 31. Dezember 2022 712 712
Nettobuchwerte zum 31. Dezember 2022 12.361 12.361
TEUR Erworbene immaterielle Vermögenswerte Summe
Bruttobuchwert zum 1. Januar 2021 234 234
Zugänge 40 40
Abgänge 2 2
Bruttobuchwert zum 31. Dezember 2021 272 272
Kumulierte Abschreibung zum 1. Januar 2021 109 109
Zugänge 47 47
Abgänge 2 2
Kumulierte Abschreibung zum 31. Dezember 2021 154 154
Nettobuchwerte zum 31. Dezember 2021 118 118

Die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns betreffen im Wesentlichen eine erworbene Marke.

6.2 Sachanlagen

TEUR Grundstücke und Gebäude Sonstige Sachanlagen Nutzungsrechte Summe
Bruttobuchwert zum 1. Januar 2022 1.310 36.603 115.248 153.161
Zugänge 4.587 29.653 44.789 79.029
Abgänge - 3.093 15.364 18.457
Währungsumrechnungsdifferenzen - (104) 282 178
Bruttobuchwert zum 31. Dezember 2022 5.897 63.059 144.955 213.911
Kumulierte Abschreibung zum 1. Januar 2022 340 10.354 58.375 69.069
Zugänge 379 6.814 28.997 36.190
Abgänge - 217 15.307 15.524
Währungsumrechnungsdifferenzen - 434 252 686
Kumulierte Abschreibung zum 31. Dezember 2022 719 17.385 72.317 90.421
Nettobuchwerte zum 31. Dezember 2022 5.178 45.674 72.638 123.490
TEUR Grundstücke und Gebäude Sonstige Sachanlagen Nutzungsrechte Summe
Bruttobuchwert zum 1. Januar 2021 796 12.666 97.468 110.930
Zugänge 521 26.098 34.237 60.856
Abgänge - 2.146 16.385 18.531
Währungsumrechnungsdifferenzen (7) (15) (72) (94)
Bruttobuchwert zum 31. Dezember 2021 1.310 36.603 115.248 153.161
Kumulierte Abschreibung zum 1. Januar 2021 269 6.749 51.580 58.598
Zugänge 73 3.745 23.203 27.021
Abgänge - 141 16.352 16.493
Währungsumrechnungsdifferenzen (2) 1 (55) (56)
Kumulierte Abschreibung zum 31. Dezember 2021 340 10.354 58.376 69.070
Nettobuchwerte zum 31. Dezember 2021 970 26.249 56.872 84.091

Die größte Gruppe der Sachanlagen von AUTO1 umfasst geleaste Immobilien, welche die Ankaufsfilialen und Produktionscenter betreffen. Diese werden als Nutzungsrechte ausgewiesen. Anhangangabe 6.3 enthält weitere Angaben zu den Leasingverhältnissen. Des Weiteren hat sich durch Investitionen in die Autohero-Lieferwagenflotte und in die Betriebs- und Geschäftsausstattung, die auch geleistete Anzahlungen auf die Lieferwagen enthalten, das sonstige Sachanlagevermögen erhöht.

6.3 Leasingverhältnisse

Die Leasingverhältnisse des Konzerns betreffen im Wesentlichen Immobilien, wobei diese in die für den Fahrzeugankauf genutzten Filialen und die Produktionszentren - in welchen die Gebrauchtwagen aufbereitet werden - eingeteilt werden. Die Leasingverhältnisse werden als Nutzungsrechte ("Right-of-Use Assets") erfasst, die in der Konzernbilanz unter den Sachanlagen (siehe Anhangangabe 6.2) und den entsprechenden Leasingverbindlichkeiten (siehe Anhangangabe 6.15) ausgewiesen werden.

In Bezug auf die Leasingverhältnisse wurden folgende Beträge erfolgswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte an Sachanlagen (28.997) (23.203)
Zinsaufwand für Leasingverbindlichkeiten (1.557) (1.559)
Summe (30.554) (24.762)

Der Abschreibungsaufwand für Nutzungsrechte an Sachanlagen wird durch die Laufzeit des Leasingverhältnisses bestimmt.

Nachfolgend wird die Restlaufzeitenanalyse der nicht abgezinsten vertraglichen Cashflows der Leasingverbindlichkeiten dargestellt:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Restlaufzeitenanalyse - Vertragliche nicht abgezinste Cashflows    
< 1 Jahr 25.572 21.101
1 - 5 Jahre 42.768 35.371
> 5 Jahre 8.443 4.155
Summe nicht abgezinste Leasingverbindlichkeiten zum 31.12. 76.783 60.627
Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz zum 31.12. 74.042 57.639

Die Zahlungen für die Leasingverträge im Berichts- und Vergleichszeitraum werden in der Kapitalflussrechnung in Bezug auf den Tilgungsanteil unter dem Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit ausgewiesen.

6.4 Latente Steuern

Latente Steueransprüche auf steuerliche Verlustvorträge, Zinsvorträge, Steuergutschriften und abzugsfähige temporäre Differenzen werden nur in dem Umfang erfasst, in dem die Realisierung der Steuerentlastung durch zukünftige steuerpflichtige Gewinne wahrscheinlich ist.

Die Veränderungen der latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten ergeben sich aus den unten dargestellten Auswirkungen. Die Änderungen der latenten Steuern, die sich aus der Umkehrung von temporären Differenzen ergeben, wurden erfolgswirksam in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Es wurde ein Betrag in Höhe von TEUR 760, welcher auf temporären Differenzen von in Sicherungsbeziehungen einbezogenen derivativen Finanzinstrumenten beruht, als latente Steuer im sonstigen Ergebnis berücksichtigt und direkt im Eigenkapital erfasst.

Die nachfolgende Tabelle weist die latenten Steueransprüche und -verbindlichkeiten aus:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Latente Steueransprüche 515 948
Latente Steuerverbindlichkeiten (853) (95)
Ausgewiesene latente Steuern (netto) (338) 853

Die latenten Steueransprüche und Steuerverbindlichkeiten werden nach Berücksichtigung von Saldierungen dargestellt. Im Vorjahr wurden diese vor Saldierung abgebildet.

Die latenten Steuern entsprechend der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit temporären Differenzen stellen sich zum 31. Dezember 2022 wie folgt dar:

31. Dez. 2022
TEUR Sachanlagen Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden (3)
Vorräte 246 -
Sonstige Forderungen 5 (17.459)
Finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) 100 -
Rückstellungen (kurzfristig) 31 -
Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig) 16.704 -
Summe temporäre Differenzen 17.086 (17.462)
Verlustvorträge 38 -
Summe 17.124 (17.462)
Saldierung von Posten (16.609) 16.609
Summe nach Saldierung 515 (853)

Die latenten Steuern nach Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit temporären Differenzen stellen sich zum 31. Dezember 2021 wie folgt dar:

31. Dez. 2021
TEUR Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden
Sachanlagen 3 (25)
Vorräte 324 -
Sonstige Forderungen 13 (17.598)
Finanzielle Verbindlichkeiten (langfristig) - (43)
Rückstellungen (kurzfristig) 314 -
Sonstige Verbindlichkeiten (kurzfristig) 17.636 -
Summe temporäre Differenzen 18.290 (17.666)
Verlustvorträge 229 -
Summe 18.519 (17.666)
Saldierung von Posten (17.571) 17.571
Summe nach Saldierung 948 (95)

Latente Steueransprüche wurden in Bezug auf die folgenden temporären Differenzen (Bruttobetrag) gemäß IAS 12 nicht erfasst, da ein zukünftiger steuerpflichtiger Gewinn, den der Konzern nutzen kann, derzeit noch nicht hinreichend konkretisiert ist.

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Sonstige Vermögenswerte 20 623
Rückstellungen 278 545
Finanzielle Verbindlichkeiten - 64
Sonstige Verbindlichkeiten 278 817
Summe 576 2.049

Darüber hinaus wurden latente Steueransprüche in Bezug auf die folgenden steuerlichen Verlust- und Zinsvorträge, die nicht verfallen (unbegrenzte vortragsfähige Verlust- und Zinsvorträge), nicht erfasst:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Steuerliche Verlustvorträge (KöSt) 1.056.227 875.195
Steuerliche Verlustvorträge (GewSt) 876.903 805.065
Zinsvortrag 77.067 68.611

Zum 31. Dezember 2022 wurden keine latenten Steuerverbindlichkeiten im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen erfasst, da der Konzern den Zeitpunkt der Umkehrung der damit verbundenen zu versteuernden temporären Differenzen kontrolliert. Eine Umkehrung der zu versteuernden temporären Differenzen in der vorhersehbaren Zukunft ist seitens des Managements nicht geplant. Zum 31. Dezember 2022 bestehen im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen zu versteuernde temporäre Differenzen in Höhe von TEUR 1.104 (2021: TEUR 900).

6.5 Vorräte

Der Buchwert der Vorräte umfasst den Fahrzeugbestand in Höhe von TEUR 617.573 zum 31. Dezember 2022 (31. Dezember 2021: TEUR 583.549). Für eine Aufteilung der Vorräte nach den Segmenten Merchant und Retail siehe Anhangangabe 11. Der Fahrzeugbestand wurde im Laufe des abgelaufenen Geschäftsjahres durch das Wachstum der Gruppe und insbesondere im Bereich Autohero ausgebaut.

Wesentliche Beträge des Fahrzeugbestands werden als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten verpfändet (siehe Anhangangabe 6.13). Im Geschäftsjahr 2022 beliefen sich die im Materialaufwand erfassten Anschaffungskosten der Fahrzeuge auf TEUR 5.781.239 (2021: TEUR 4.159.341). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wurden die Vorräte um TEUR 26.891 (31. Dezember 2021: TEUR 13.198) aufgrund einer Abwertung auf den Nettoveräußerungswert reduziert. Die Abwertung wurde als Aufwand erfasst.

Sowohl Wertminderungen als auch Wertaufholungen sind im Materialaufwand ausgewiesen.

6.6 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen    
Forderungen aus Ratenkäufen 151.703 41.430
Summe 151.703 41.430
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen - -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 66.569 62.402
Forderungen aus Ratenkäufen 33.932 7.603
Sonstige Forderungen 17.046 19.297
Summe 117.547 89.302

Der Anstieg der kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf das Wachstum des Ratenkaufgeschäfts in Deutschland und Österreich zurückzuführen. Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2021 begonnen Autohero-Fahrzeuge auf Raten zu verkaufen. Dies führte dazu, dass AUTO1 langfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum Bilanzstichtag ausweist. Zum Ende der Berichtsperiode betrugen die Forderungen aus Ratenkäufen (kurz- und langfristig) insgesamt TEUR 185.635 (2021: TEUR 49.032). Die Ratenkaufforderungen aus Deutschland und Österreich dienen als Sicherheiten gegenüber den Gläubigern aus der Consumer Loan ABS-Facility.

Zum Bilanzstichtag betragen die Wertberichtigungen auf die kurz- und langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen TEUR 7.606 (2021: TEUR 4.155).

6.7 Sonstige finanzielle Vermögenswerte

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte    
Kautionen 5.772 12.102
Derivative finanzielle Vermögenswerte 6.417 -
Sonstige - 100
Summe 12.189 12.202
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte    
Geldmarktfonds und Geldmarktinstrumente - 614.432
Kautionen 3.035 1.816
Summe 3.035 616.248

Die kurzfristigen Geldmarktfonds und Geldmarktinstrumente haben im Vorjahr liquide Anlagen zur Minderung der Effekte negativer Zinssätze umfasst, welche aus den Erlösen aus dem Börsengang finanziert wurden und kurzfristig veräußert werden konnten. Zum 31. Dezember 2022 werden die Anlagen in kurzfristige Geldmarktinstrumente in Höhe von TEUR 330.000 aufgrund ihrer beabsichtigten Nutzung zur kurzfristigen Tilgung von Verbindlichkeiten innerhalb der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente ausgewiesen. Die zum 31. Dezember 2021 gehaltenen Geldmarktfonds mit einem Buchwert von TEUR 534.432 wurden im Geschäftsjahr 2022 vollständig veräußert.

Die Kautionen betreffen in erster Linie Sicherheitsleistungen für Mietverträge. Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich um erworbene Zinssicherungsinstrumente zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken aus der Refinanzierung des Ratenkaufprogramms.

6.8 Sonstige Vermögenswerte

Die sonstigen Vermögenswerte umfassen hauptsächlich Umsatzsteuerforderungen in Höhe von TEUR 82.184 (2021: TEUR 78.340) sowie aktive Rechnungsabgrenzungsposten für Versicherungen und Werbekampagnen.

6.9 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Barguthaben in Höhe von TEUR 143.128 (2021: TEUR 55.984) werden als Sicherheit für Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten verpfändet (siehe Anhangangabe 6.13).

Die Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Termingelder in Höhe von TEUR 330.000 (2021: TEUR 0) mit Laufzeiten kürzer als drei Monate.

6.10 Eigenkapital

Die AUTO1 Group SE wurde am 14. Mai 2018 gegründet.

Stammaktien Series A Aktien Series A1 Aktien Series B Aktien Series C Aktien Series D Aktien
Stand am 31. Dez. 2020 1.282.451 65.331 309.825 342.618 440.793 358.467
Aus Gesellschaftsmitteln und Aktiensplit (sowie Zusammenführung der Aktienklassen) 171.835.699 (65.331) (309.825) (342.618) (440.793) (358.467)
Ausgegeben im Rahmen des IPOs 26.315.790 - - - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Wandelanleihe) 8.059.961 - - - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich LTIP 2017) 4.529.732 - - - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich VSIP/MD Pool) 1.114.367          
Stand am 31. Dez. 2021 213.138.000 - - - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich VSIP/MD Pool/SCP) 2.557.838          
Stand am 31. Dez. 2022 215.695.838 - - - - -
Series E Aktien Series 1 Aktien Series 1a Aktien
Stand am 31. Dez. 2020 605.526 24.348 33.004
Aus Gesellschaftsmitteln und Aktiensplit (sowie Zusammenführung der Aktienklassen) (605.526) (24.348) (33.004)
Ausgegeben im Rahmen des IPOs - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Wandelanleihe) - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich LTIP 2017) - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich VSIP/MD Pool)      
Stand am 31. Dez. 2021 - - -
Gegen Sachleistung ausgegeben (Ausgleich VSIP/MD Pool/SCP)      
Stand am 31. Dez. 2022 - - -

Die Stammaktien sind und die Aktien der Series A bis E waren nennwertlose Aktien, welche voll eingezahlt sind. Alle Stammaktien sind in Bezug auf das Restvermögen der Gesellschaft gleichrangig. Die Inhaber dieser Aktien haben Anspruch auf die von Zeit zu Zeit erklärten Dividenden und sind bei Hauptversammlungen des Unternehmens zu einer Stimme pro Aktie berechtigt.

Die Hauptversammlung vom 14. Januar 2021 hatte die Schaffung eines genehmigten Kapitals beschlossen. Danach ist der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrates bis zum 13. Januar 2026 gegen Bar- und/ oder Sacheinlage einmal oder mehrmals, um insgesamt bis zu EUR 86.559.075 zu erhöhen, wobei das Bezugsrecht der Aktionäre ausgeschlossen werden kann (Genehmigtes Kapital 2021/I).

Am 4. Februar 2021 schloss die AUTO1 Group SE den Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgreich ab. Seit diesem Zeitpunkt werden die Aktien (ISIN: DE000A2LQ884, WKN: A2LQ88) im Regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.

Die Hauptversammlung vom 2. Februar 2021 hat darüber hinaus die Bedingungen des Genehmigten Kapitals 2021/I geändert. Das Genehmigte Kapital 2021/I wurde dabei auf EUR 103.746.000 erhöht. Dieses darf nunmehr bis zum 7. Februar 2026 verwendet werden.

Im Geschäftsjahr 2022 wurden folgende Kapitalerhöhungen durchgeführt: Mit Eintragung im Handelsregister am 2. Februar 2022 wurde eine Erhöhung des Grundkapitals um EUR 2.013.521 auf EUR 215.151.521 vorgenommen. Mit Eintragung im Handelsregister am 14. April 2022 erfolgte die Erhöhung des Grundkapitals um EUR 277.929 auf EUR 215.429.450. Mit Eintragung im Handelsregister am 24. August 2022 wurde das Grundkapital um EUR 193.102 auf EUR 215.622.552 erhöht. Die Eintragung im Handelsregister am 22. November 2022 führte zu einer Erhöhung des Grundkapitals um EUR 73.286 auf EUR 215.695.838. Diese Kapitalerhöhungen standen im Zusammenhang mit der Erfüllung von anteilsbasierten Vergütungen in Aktien und wurden jeweils unter teilweiser Ausschöpfung des Genehmigten Kapitals 2021/I durchgeführt. Das Genehmigte Kapital 2021/I beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 2022 nach teilweiser Ausschöpfung EUR 95.544.063.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des Grundkapitals und der Kapitalrücklagen:

TEUR Grundkapital Kapitalrücklagen
Stand zum 1. Januar 2022 213.138 1.679.904
Kapitalerhöhung (VSIP/ MD Pool) im Februar 2022 * 2.014 24.252
Kapitalerhöhung (VSIP/ MD Pool) im April 2022 278 3.844
Kapitalerhöhung (VSIP/MD Pool/SCP) im August 2022 193 2.619
Kapitalerhöhung (VSIP/MD Pool/SCP) im November 2022 73 1.126
Stand zum 31. Dezember 2022 215.696 1.711.745

* Kapitalrücklage inkl. Discount for lack of marketability (DLOM)-Umgliederung

TEUR Grundkapital Kapitalrücklagen
Stand zum 1. Januar 2021 3.462 587.135
Kapitalerhöhung im Januar 2021 169.656 (169.656)
IPO-Erlöse im Februar 2021 26.316 973.684
Transaktionskosten im Februar 2021 - (21.324)
Wandelanleihe im Februar 2021 8.060 298.218
Kapitalerhöhung (LTIP 2017) im März 2021 4.530 (4.530)
Anteilsbasierte Vergütungen (LTIP 2017) im März 2021 - 225
Kapitalerhöhung (VSIP/ MD Pool) im November/ Dezember 2021 1.114 (1.114)
Anteilsbasierte Vergütungen (VSIP/MD Pool) im November/ Dezember 2021 - 17.266
Stand zum 31. Dezember 2021 213.138 1.679.904

6.11 Anteilsbasierte Vergütung

I. Incentive-Programm für virtuelle Anteile

Konditionen

Die Gesellschaft hat ein Incentive-Programm für virtuelle Anteile ("Virtual Share Incentive Program") eingerichtet. Im Rahmen dieses Programms erhielten Mitarbeiter, freie Mitarbeiter oder Berater der AUTO1, die an dem Programm teilnahmen, virtuelle Anteile, die an das Arbeits- oder Dienstverhältnis geknüpft sind. Die virtuellen Anteile werden in vier jährlichen Tranchen übertragen. Die virtuellen Anteile wären im Falle eines der folgenden dargestellten Liquiditätsereignisse in bar abgerechnet worden: (i) bei einem Verkauf von mindestens 50 % aller Anteile an der Gesellschaft, (ii) bei einer Übertragung einzelner Vermögenswerte der Gesellschaft (Asset Deal) oder (iii) bei der Liquidation der Gesellschaft. Der Barbetrag als Ausgangsgröße der Berechnung entsprach dem Differenzbetrag des Wertes der Stammanteile der Gesellschaft über den festgelegten Ausübungspreis bei Eintritt eines solchen Liquiditätsereignisses.

Durch die Vereinbarung von Nebenabreden im Jahr 2019 wurde die Definition eines Liquiditätsereignisses auf einen Börsengang der Aktien der AUTO1 Group SE an einer international anerkannten Börse erweitert. Im Falle eines Börsengangs ist die AUTO1 Group SE berechtigt, etwaige Zahlungsansprüche - ganz oder teilweise - in Aktien der AUTO1 Group SE zu begleichen. Entscheidet sich die AUTO1 Group SE für den Ausgleich in Aktien, erhält der Berechtigte eine Anzahl von Aktien der AUTO1 Group SE, die dem jeweiligen Anteil des Netto-Barzahlungsanspruchs entspricht, wobei der Wert einer Stammaktie der AUTO1 Group SE der Angebotspreis zum Zeitpunkt des Börsengangs zugrunde gelegt wird. Die Unverfallbarkeit der gewährten virtuellen Aktien bleibt nach dem Börsengang gemäß dem festgelegten Unverfallbarkeitsplan unverändert.

Mit der Etablierung aller vorbereitenden Maßnahmen, die zu einem erfolgreichen Börsengang der Aktien der AUTO1 Group SE führen sollen, wurde im September 2020 ein Szenariowechsel von einem wahrscheinlichen Exit durch Verkauf (s. o.) zum IPO vollzogen. Der Börsengang war ab diesen Zeitpunkt das wahrscheinlichste Szenario. Dies hatte Auswirkungen auf die bilanzielle Beurteilung der aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen. Infolgedessen führte der Szenariowechsel im Jahr 2020 vor dem Hintergrund der vertraglichen Änderung im Jahr 2019 zu einer Umgliederung des Plans mit Barausgleich ("cash-settled") in einen Plan mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente ("equity-settled") im September 2020, sodass ein Aufwand für die anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erfasst wurde. Folglich kam es zu einer Ausbuchung der Verpflichtung für den Barausgleich, da diese Erfüllungsoption nun als unwahrscheinlich angesehen wurde.

Der Aufwand für den verbleibenden Erdienungszeitraum wird auf Basis des beizulegenden Zeitwerts der virtuellen Anteile, bewertet zum ursprünglichen Gewährungszeitpunkt, ermittelt.

Die sonstigen Rücklagen im Eigenkapital in Bezug auf die anteilsbasierten Vergütungen haben sich wie folgt entwickelt:

TEUR
Anteilsbasierte Vergütung am 1. Jan. 2022 91.260
+ Erfassung der anteilsbasierten Vergütung ("equity-settled") 8.029
- Umgliederung der anteilsbasierten Vergütung in die Kapitalrücklage (34.398)
Anteilsbasierte Vergütung am 31. Dez. 2022 64.891

Der Effekt auf den Gewinn oder Verlust kann dem Kapitel 5.4 entnommen werden.

Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Der Aufwand für das Incentive-Programm wird auf Basis der beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt ermittelt. Der beizulegende Zeitwert wurde nach einem simulationsbasierten Optionspreismodell ermittelt. Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine weiteren virtuellen Anteile aus dem Incentive Programm (VSIP) gewährt. Der Durchschnittsaktienkurs am Tag der Ausübung für in der Periode ausgeübte virtuelle Anteile beträgt EUR 1,52.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden virtuellen Anteile haben einen gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis von EUR 2 und eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 5 Monaten.

II. Restricted Stock Units (RSU)

Konditionen

Ausgewählten Führungskräften wurden im Jahr 2017 so genannte "Restricted Stock Units" gewährt, die ebenfalls wie oben beschrieben als virtuelle Anteile mit Barausgleich eingestuft wurden. Die Unverfallbarkeit dieser "Restricted Stock Units" ist lediglich abhängig von (i) einem erfolgreichen Börsengang oder (ii) vom Verkauf von mehr als 50 % der ausstehenden Anteile der Gesellschaft, der ein bestimmtes Vielfaches an Einnahmen und internen Renditen auf der Grundlage einer vorherigen Finanzierungsrunde erzielt. Diese marktbezogenen Leistungsbedingungen werden an jedem Bilanzstichtag in die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts einbezogen.

Infolge der Änderung des Szenarios wurden auch die den Vorstandsmitgliedern gewährten "Restricted Stock Units" zum 30. September 2020 in anteilsbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente umklassifiziert. Es wurden die jeweiligen beizulegenden Zeitwerte am Tag der Gewährung im Jahr 2017 verwendet, um die Auswirkungen zu berechnen.

Wie oben beschrieben, gilt der Börsengang als Liquiditätsereignis in Zusammenhang mit den "Restricted Stock Units". Am 23. Januar 2021 wurden diese Zuteilungen in Vorbereitung auf den Börsengang rechtlich in virtuelle Aktien zu gleichen Bedingungen gewandelt ("LTIP 2017"). Nach dem Börsengang am 23. März 2021 stimmte die AUTO1 Group SE zu, junge Stammaktien in Höhe von rund 2,2 % des Grundkapitals für den Teilausgleich durch Eigenkapitalinstrumente dieser Zuteilungen auszugeben (Ausübung von 4.529.732 virtuellen Aktien), da die an die Zuteilungen gekoppelten marktbasierten Leistungsbedingungen teilweise erfüllt waren.

Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Aufgrund der Reklassifizierung wurde der Aufwand für die Restricted Stock Units auf Basis der beizulegenden Zeitwerte zum Gewährungszeitpunkt ermittelt. Der beizulegende Zeitwert wurde nach einem simulationsbasierten Optionspreismodell ermittelt. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wurden folgende wesentliche Parameter zugrunde gelegt: ein Aktienkurs von EUR 15,78 (Ausgangsbasis des simulationsbasierten Optionswertkalküls; Angabe nach dem im Geschäftsjahr 2021 vorgenommenen Aktiensplit), eine erwartete Volatilität von 18 % und ein risikoloser Zinssatz von 0 %. In Abhängigkeit vom erzielten Unternehmenswert im Falle eines erfolgreichen Börsengangs bzw. Verkaufs von mehr als 50 % der ausstehenden Anteile der Gesellschaft wurde eine Gewährung von bis zu 3,75 % der ausstehenden Anteile der Gesellschaft unterstellt. Die erwartete Volatilität wurde von der historischen Volatilität von Peergroup-Unternehmen abgeleitet. Die Bewertung ergab einen gesamten beizulegenden Zeitwert von TEUR 338 für die Restricted Stock Units.

III. Anteile - Vorstandsmitglied

Konditionen

Im März 2020 wurde einem Vorstandsmitglied eine weitere Beteiligung als zusätzlicher Anreiz im Zusammenhang mit der künftigen Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Konzern gewährt. Der Anreiz wurde durch die Ausgabe von 33.004 neuen, auf den Namen lautenden nennwertlosen Aktien der Series 1a mit einem Nennwert von je EUR 1,00 umgesetzt. Im Falle einer Dividenden- oder Exit-Zahlung unterlagen die Aktien der Series 1a nur dann einer Dividenden-/Exit-Zahlung, wenn die vereinbarte negative Liquiditätspräferenz überschritten wird. Die Anteile haben einen Erdienungszeitraum von 48 Monaten mit bestimmten Wandlungsrechten in Stammaktien im Falle eines IPOs. Die gewährten Anreize beziehen sich auf einen Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten. Folglich werden die Anreize als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Erfassung des Aufwands erfolgt auf Basis des jeweiligen Erdienungszeitraums und wird im Eigenkapital erfasst.

Die Series 1a Shares wurden im Verlauf des Börsengangs unter Berücksichtigung der bestehenden negativen Liquiditätspräferenzen für diese Aktien in Stammaktien gewandelt. Alle sonstigen Bedingungen blieben unverändert.

Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt der Anteile wurde nach einem simulationsbasierten Optionspreismodell ermittelt. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wurden folgende wesentliche Parameter zugrunde gelegt: ein Aktienkurs von EUR 20,22 (Ausgangsbasis des simulationsbasierten Optionswertkalküls), eine erwartete Volatilität von 19 %, eine negative Liquiditätspräferenz von EUR 11,74 je Anteil, ein risikoloser Zinssatz von 0 % und eine Dividendenrendite von 0 %. Die erwartete Volatilität wurde von der historischen Volatilität von Peergroup Unternehmen abgeleitet. Die Bewertung ergab einen beizulegenden Zeitwert nach IFRS 2 von EUR 8,08 pro Anteil.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Anteile haben einen gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreis nach IFRS 2 von EUR 9,8 und eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 8 Monaten.

IV. Long-Term Incentive Plan 2020 - Vorstandsmitglied

Konditionen

Im Dezember 2020 wurden einem weiteren Vorstandsmitglied Bezugsrechte auf Aktien der Gesellschaft unter einem neuen langfristigen Vergütungsprogramm (Long-Term Incentive Plan 2020) als Anreiz im Zusammenhang mit der künftigen Tätigkeit als Vorstandsmitglied im Konzern gewährt. Es wurde ein bedingtes Kapital zur Bedienung der Aktienoptionen geschaffen. Der Anreiz wurde durch die Gewährung von 7.500.000 Aktienoptionen mit Bezugsrechten auf bis zu 6.624.900 Stammaktien umgesetzt. Das Vesting erfolgt in 20 gleichen Tranchen zum Ende eines jeden Kalenderquartals. Die Aktienoptionen werden im Falle eines erfolgreichen IPOs in Aktien gewandelt. Die Ausübung der Aktienoptionen hängt neben dem Vesting von einer Wartefrist sowie festgelegten Performance Bedingungen ab. Die gewährten Anreize beziehen sich auf einen Ausgleich in Eigenkapitalinstrumenten. Folglich werden die Anreize als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Erfassung des Aufwands erfolgt auf Basis des jeweiligen Erdienungszeitraums und wird im Eigenkapital erfasst.

In Folge des Börsengangs blieben alle Bedingungen unverändert.

Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt der Bezugsrechte wurde nach einem simulationsbasierten Optionspreismodell ermittelt. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wurden folgende wesentliche Parameter zugrunde gelegt: ein Aktienkurs von EUR 15,30 (voll verwässerter Aktienkurs als Ausgangsbasis des simulationsbasierten Optionswertkalküls), eine erwartete Volatilität von 25 %, ein fester Ausübungspreis von EUR 15,76, eine verbleibende Wartezeit bis zum 31. Dezember 2024 (betreffend 6.000.000 Aktienoptionen) bzw. 31. Dezember 2025 (betreffend 1.500.000 Aktienoptionen), ein jeweils anschließendes Ausübungszeitfenster bis zum 31. Dezember 2027 und ein risikoloser Zinssatz von 0 %. Die erwartete Volatilität wurde von der historischen Volatilität von Peergroup-Unternehmen abgeleitet. Die Bewertung ergab einen gewichteten durchschnittlichen beizulegenden Zeitwert von EUR 0,66 je Bezugsrecht.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden Bezugsrechte auf Aktien haben einen Ausübungspreis von EUR 15,76 und eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 26 Monaten.

Überleitung ausstehender Bezugsrechte

2022
Anzahl der Bezugsrechte Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
Ausstehend am 1. Januar 7.500.000 15,76
Im Zeitraum verfallen - -
Im Zeitraum gewährt - -
Im Zeitraum ausgeübt - -
Ausstehend am 31. Dezember 7.500.000 15,76
Ausübbar am 31. Dezember - -
2021
Anzahl der Bezugsrechte Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
Ausstehend am 1. Januar 7.500.000 15,76
Im Zeitraum verfallen - -
Im Zeitraum gewährt - -
Im Zeitraum ausgeübt - -
Ausstehend am 31. Dezember 7.500.000 15,76
Ausübbar am 31. Dezember - -

V. AUTO1 Share Compensation Program 2021

Konditionen

Im Geschäftsjahr 2021 wurde ein neues Programm zur anteilsbasierten Vergütung eingeführt, das Mitarbeitern virtuelle Anteile als Anreiz im Zusammenhang mit der künftigen Tätigkeit im Konzern gewährt (AUTO1 Share Compensation Program 2021). Die virtuellen Anteile werden den Begünstigten unentgeltlich gewährt. Die Anzahl der gewährten virtuellen Anteile ergibt sich aus einem Zuteilungsbetrag in EUR, der für jeden einzelnen Begünstigten festgelegt wird. Der Zuteilungsbetrag wird in virtuelle Anteile umgerechnet, indem der Betrag durch den durchschnittlichen Börsenkurs der Aktien der AUTO1 Group SE während eines im Zuteilungsschreiben angegebenen Referenzzeitraums dividiert wird. Das Vesting erfolgt nach dem Ablauf von 18 Monaten. Der Ausgleich kann innerhalb bestimmter Ausübungszeiträume zweimal pro Jahr vom Begünstigten beantragt werden Das Programm räumt der AUTO1 Group SE ein Wahlrecht hinsichtlich des Ausgleichs der virtuellen Anteile ein (Barausgleich oder Ausgleich mit Eigenkapitalinstrumenten). Da kein Kriterium des IFRS 2.41 erfüllt ist, wurde das Programm als anteilsbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Erfassung des Aufwands erfolgt auf Basis des jeweiligen Erdienungszeitraums und wird im Eigenkapital erfasst.

Bemessung der beizulegenden Zeitwerte

Dem beizulegenden Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt der Bezugsrechte wurde wie folgt bestimmt. Die Anzahl der gewährten virtuellen Anteile ergibt sich aus einem Zuteilungsbetrag in EUR, der für jeden einzelnen Teilnehmer festgelegt und später in virtuelle Anteile umgerechnet wird, durch Division des Betrags durch den durchschnittlichen Börsenkurs der realen Aktien der AUTO1 Group SE während eines im Zuteilungsangebot festgelegten Referenzzeitraums. Eine Optionspreisbewertung unter Berücksichtigung üblicher Inputparameter wie u.a. einer Volatilität ist insofern nicht erforderlich.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden virtuellen Anteile haben eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 7 Monaten.

VI. Virtual Option Program

Konditionen

Im Rahmen des Virtual Option Programms erhalten Mitarbeiter und Freiberufler einen Teil ihrer Vergütung in Form von virtuellen Optionen. Jede virtuelle Option gewährt dem Teilnehmer ein Optionsrecht gegenüber der Gesellschaft, das durch Übertragung von Aktien der AUTO1 Group erfüllt wird. Alternativ kann der Ausgleich nach dem Ermessen der Gesellschaft auch durch eine Barzahlung erfolgen. Die virtuellen Optionen werden in drei Tranchen mit drei verschiedenen Unverfallbarkeitsfristen gewährt, die für jeden Teilnehmer individuell festgelegt werden. Der Teilnehmer kann die Optionsrechte aus den ihm zugeteilten virtuellen Optionen frühestens nach Ablauf der jeweiligen Unverfallbarkeitsfrist für die jeweilige Tranche ausüben. Die virtuellen Optionen können innerhalb bestimmter Ausübungszeiträume mindestens zweimal im Jahr ausgeübt werden. Die Optionsrechte haben eine Laufzeit von fünf Jahren, beginnend mit dem Ablauf der jeweiligen Unverfallbarkeitsfrist.

Da kein Kriterium des IFRS 2.41 erfüllt ist, wurde das Programm als anteilbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Erfassung des Aufwands erfolgt auf Basis des jeweiligen Erdienungszeitraums und wird im Eigenkapital erfasst.

Bemessung zum beizulegenden Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt der Bezugsrechte wurde wie folgt bestimmt. Der Teilnehmer erhält virtuelle Anteile abhängig von der im Zuteilungsangebot festgelegten Anzahl. Der Ausübungspreis der virtuellen Anteile ist annähernd Null, weshalb der Wert einer Option dem durchschnittlichen Börsenkurs der realen Aktien der AUTO1 Group SE während eines im Zuteilungsangebot festgelegten Referenzzeitraums entspricht. Eine Optionspreisbewertung unter Berücksichtigung üblicher Inputparameter wie u.a. einer Volatilität ist insofern nicht erforderlich.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden virtuellen Anteile haben eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 26 Monaten.

Überleitung ausstehender virtueller Optionen

2022
Anzahl der virtuellen Optionen Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis
Ausstehend am 1. Januar - -
Im Zeitraum verfallen 6.666 -
Im Zeitraum gewährt 629.065 -
Im Zeitraum ausgeübt - -
Ausstehend am 31. Dezember 622.399 -
Ausübbar am 31. Dezember - -

VII. Matching Share Plan

Konditionen

Im einmalig aufgesetzten Matching Share Programm hatten Mitarbeiter mit einem ununterbrochenen Beschäftigungsverhältnis die Möglichkeit, Matching-Aktien zu erhalten, wenn der jeweilige Teilnehmer in Investmentaktien investiert. Die Unverfallbarkeitsfristen für die Gewährung von Matching-Aktien betragen ein Jahr ("Mindesthaltefrist") bzw. zwei Jahre ("zusätzliche Haltefrist"). Für je drei vom Teilnehmer erworbene und während der Mindesthaltefrist ununterbrochen gehaltene Investmentaktien erhält der Teilnehmer eine Matching-Aktie. Für jeweils drei vom Teilnehmer erworbene und während der zusätzlichen Haltefrist ununterbrochen gehaltene Investmentaktien wird dem Teilnehmer eine weitere Matching-Aktie gewährt. Teilnehmer mit einem ununterbrochenen Arbeitsverhältnis von mindestens drei Jahren erhalten eine zusätzliche Matching-Aktie für jeweils drei Investmentaktien, die während der zusätzlichen Haltefrist ununterbrochen gehalten werden. Nach Ermessen der Gesellschaft kann der Ausgleich auch durch eine Barzahlung erfolgen.

Da kein Kriterium des IFRS 2.41 erfüllt ist, wurde das Programm als anteilbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente klassifiziert. Die Erfassung des Aufwands erfolgt auf Basis des jeweiligen Erdienungszeitraums und wird im Eigenkapital erfasst.

Bemessung zum beizulegenden Zeitwert

Der beizulegende Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt der Bezugsrechte wurde wie folgt bestimmt. Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit reale Aktien der AUTO1 Group SE zu erwerben. Ein Teilnehmer erhält abhängig von dem im Zuteilungsangebot festgehaltenen Konditionen nach einer Haltedauer von einem Jahr eine Aktie pro drei gekaufte Aktien und nach 2 Jahren Haltedauer eine bzw. zwei Aktien. Der Wert bestimmt sich durch den durchschnittlichen Börsenkurs der realen Aktien der AUTO1 Group SE während eines im Zuteilungsangebot festgelegten Referenzzeitraums. Eine Optionspreisbewertung unter Berücksichtigung üblicher Inputparameter wie u.a. einer Volatilität ist insofern nicht erforderlich.

Die zum 31. Dezember 2022 ausstehenden virtuellen Anteile haben eine gewichtete durchschnittliche Restvertragsdauer von 12 Monaten.

6.12 Rückstellungen

TEUR 1. Jan. 2022 Inanspruchnahme Auflösung Zugänge Umbuchungen 31. Dez. 2022
Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 10.299 6.754 769 1.305 - 4.081
Rückstellungen für Fahrzeuge 8.317 3.641 4.153 11.249 - 11.772
Sonstige Rückstellungen 95 - - 555 - 650
Summe 18.711 10.395 4.922 13.109 - 16.503

Die Rückstellungen für Fahrzeuge wurden hauptsächlich im Zusammenhang mit Garantien sowie für das Rückgaberecht gebildet.

6.13 Finanzierungsverbindlichkeiten

Im Dezember 2020 wurde das strukturierte Unternehmen AUTO1 Funding B.V. mit Sitz in Amsterdam, Niederlande, gegründet, das von der AUTO1 Group SE beherrscht und voll konsolidiert wird. Die AUTO1 Funding B.V. gab im Januar 2021 im Rahmen einer Verbriefung ("Inventory ABS-Facility"; sog. "Non-Recourse-Finanzierung") Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen aus, um den wachsenden Fahrzeughandel des Konzerns zu finanzieren. Die Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen werden u. a. durch einen wesentlichen Teil des Vorratsvermögens besichert.

Darüber hinaus wurde im Februar 2022 das strukturierte Unternehmen Autohero Funding 1 B.V. mit Sitz in Amsterdam, Niederlande, gegründet, das von der AUTO1 Group SE beherrscht und voll konsolidiert wird. Die Autohero Funding 1 B.V. gab im April 2022 im Rahmen einer Verbriefung ("Consumer Loan ABS-Facility"; sog. "Non-Recourse-Finanzierung") Schuldinstrumente aus, um das wachsende Ratenkaufprogramm von Autohero zu finanzieren. Die Schuldinstrumente werden u. a. durch einen wesentlichen Teil der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von Autohero besichert.

Diese beiden "non-recourse" Schuldinstrumente werden in der Bilanz wie folgt erfasst:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Finanzierungsverbindlichkeiten (langfristige)    
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 617.398 330.000
Summe 617.398 330.000
Finanzierungsverbindlichkeiten (kurzfristige)    
Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten 11.000 -
Aufgelaufene Zinsen und Gebühren 295 -
Summe 11.295 -

Die Verbindlichkeiten gegenüber Finanzinstituten betreffen die zum Stichtag in Anspruch genommenen Darlehen aus dem Vorratsverbriefungsprogramm sowie dem Ratenkaufforderungs-Refinanzierungsprogramm.

6.14 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind nicht abgesichert.

Die Buchwerte werden aufgrund ihrer Kurzfristigkeit als gleichwertig mit deren beizulegenden Zeitwerten betrachtet. Die Zahlung erfolgt in der Regel innerhalb von 30 Tagen, hängt jedoch von den individuellen Zahlungsbedingungen ab.

6.15 Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Sonstige langfristige finanzielle Verbindlichkeiten    
Leasingverbindlichkeiten 49.233 38.117
Sonstige 23 22
Summe 49.256 38.139
Sonstige kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten    
Leasingverbindlichkeiten 24.809 19.523
Sonstige 8.751 2
Summe 33.560 19.525

Die Anhangangabe 6.3 enthält weitere Angaben zu den Leasingverhältnissen.

6.16 Sonstige Verbindlichkeiten

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Sonstige langfristige Verbindlichkeiten    
Personalbezogene Verbindlichkeiten 1.616 1.616
Summe 1.616 1.616
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten    
Personalbezogene Verbindlichkeiten 21.156 20.297
Vertragsverbindlichkeiten 101.357 98.812
Sonstige 2.112 6.089
Summe 124.626 125.198

Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren hauptsächlich aus Vertragsverbindlichkeiten und personalbezogenen Verbindlichkeiten.

Die Vertragsverbindlichkeiten betreffen das Händlergeschäft. Es wird eine Vertragsverbindlichkeit korrespondierend zur Forderung erfasst, wenn eine Zahlung von einem Händler fällig ist. Die Umsatzerlöse in Bezug auf ausstehende Vertragsverbindlichkeiten werden mit Zahlung erfasst.

Die personalbezogenen Verbindlichkeiten umfassen überwiegend Urlaubsansprüche, Lohnsteuerverbindlichkeiten und Sozialversicherungsabgaben.

7. Anhang zur Konzernkapitalflussrechnung

Die Cashflows aus Finanzierungstätigkeit werden mit der Bilanz wie folgt abgestimmt:

TEUR 31. Dez. 2022 Mittelabflüsse Mittelzuflüsse Aufgelaufener Zinsaufwand (zahlungsunwirksam)
Finanzierungsverbindlichkeiten 628.693 (616.578) 915.523 295
Leasingverbindlichkeiten 74.042 (28.251) - 1.557
Summe 702.735 (644.829) 915.523 1.852
TEUR Bezahlte Zinsaufwendungen (Mittelabfluss) Zugänge/ Abgänge (zahlungsunwirksam)
Finanzierungsverbindlichkeiten - (547)
Leasingverbindlichkeiten (1.557) 44.809
Summe (1.557) 44.262
TEUR Wechselkursänderungen 1. Jan. 2022
Finanzierungsverbindlichkeiten - 330.000
Leasingverbindlichkeiten (155) 57.639
Summe (155) 387.639
TEUR 31. Dez. 2021 Mittelabflüsse Mittelzuflüsse Aufgelaufener Zinsaufwand (zahlungsunwirksam)
Finanzierungsverbindlichkeiten 330.000 (232.349) 330.000 13.187
Leasingverbindlichkeiten 57.639 (22.270) - 1.559
Summe 387.639 (254.619) 330.000 14.746
TEUR Bezahlte Zinsaufwendungen (Mittelabfluss) Zugänge/ Abgänge (zahlungsunwirksam)
Finanzierungsverbindlichkeiten (7.583) (96.826)
Leasingverbindlichkeiten (1.559) 32.230
Summe (9.142) (64.596)
TEUR Wechselkursänderungen 1. Jan. 2021
Finanzierungsverbindlichkeiten - 323.571
Leasingverbindlichkeiten 225 47.454
Summe 225 371.025

Die zahlungsunwirksamen Änderungen der Finanzierungsverbindlichkeiten beziehen sich im Wesentlichen auf Zugänge von Leasingverbindlichkeiten.

Die sonstigen zahlungsunwirksamen Änderungen im operativen Cashflow beziehen sich im Wesentlichen auf die Bewertung der Vorräte. In den Anpassungen für das Finanzergebnis sind u. a. zahlungsunwirksame Veräußerungsverluste für Geldmarktfonds enthalten.

8. Anhang zur Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung

Gezeichnetes Kapital und Kapitalrücklage

Anzahl der Anteile 2022 2021
Ausgegeben am 1. Januar 213.138.000 3.462.363
Aktiensplit (Vorjahr) sowie Ausgabe während des Jahres 2.557.838 209.675.637
Ausgegeben am 31. Dezember 215.695.838 213.138.000
Genehmigtes Kapital - Nennwert EUR 95.544.063 98.101.901

Bei den ausgegebenen Anteilen handelt es sich um Stammaktien ohne Nennwert, die ihren Inhabern das Recht auf das Restvermögen der Gesellschaft und auf eine Stimme pro Anteil bei den Hauptversammlungen einräumen. AUTO1 hält zum Bilanstichtag 31. Dezember 2022 892.467 (2021: 802.854) eigene Anteile.

Die Kapitalrücklage umfasst das dem Unternehmen von den Aktionären über das gezeichnete Kapital hinaus als Agio zugeflossene Eigenkapital. Außerdem wird im Rahmen der Erfüllung von Beteiligungsprogrammen in Aktien der das gezeichnete Kapital übersteigende Betrag in der Kapitalrücklage eingestellt.

Für weitere Details und Sachverhalte, die das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage betrafen siehe Anhangangabe 6.10 und 6.11.

Art und Zweck der Sonstigen Rücklagen

Rücklage für Währungsumrechnung

Die Rücklage für Währungsumrechnung umfasst alle Fremdwährungsdifferenzen, die sich aus der Umrechnung der Abschlüsse von ausländischen Tochtergesellschaften ergeben.

Übrige Rücklage

Die übrigen Rücklagen umfassen die im Eigenkapital ausgewiesenen Beteiligungsprogramme, welche seitens des Konzerns noch nicht erfüllt wurden.

Nicht beherrschende Anteile

Die nicht beherrschenden Anteile resultieren im Wesentlichen aus der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen in der Autohero Funding 1 B.V. (siehe Anhangangabe 9 - Absicherung von Zahlungsströmen).

9. Finanzinstrumente

Die folgende Übersicht bildet die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Verbindlichkeiten, einschließlich ihrer Einordnung in die Bewertungskategorien des IFRS 9 ab. Die Buchwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen Forderungen sowie der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen aufgrund ihrer kurzen Laufzeit ihren beizulegenden Zeitwerten. Der beizulegende Zeitwert der langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann insbesondere aufgrund von Veränderungen im Zinsumfeld vom Buchwert abweichen. Für alle anderen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten traten keine Änderungen ein, die eine wesentliche Auswirkung auf die beizulegenden Zeitwerte dieser Instrumente seit ihrer erstmaligen Erfassung gehabt hätten.

31. Dez. 2022

TEUR Bewertungskategorie Buchwert Zeitwert Zeitwert-Hierarchie
Finanzielle Vermögenswerte        
Langfristige finanzielle Vermögenswerte   163.892    
davon Forderungen aus Ratenkäufen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 151.703 146.991 2
davon derivative finanzielle Vermögenswerte Keine Bewertungskategorie gem. IFRS 9 6.417 6.417 2
davon sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 5.771 n.v n.v
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 117.547 n.v n.v
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte   3.035    
davon sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 3.035 n.v n.v
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 542.431 n.v n.v
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Langfristige Finanzverbindlichkeiten   666.653    
davon Finanzierungsverbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 617.398 617.398 2
davon Leasingverbindlichkeiten Keine Bewertungskategorie gem. IFRS 9 49.233 n.v n.v
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 23 n.v n.v
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 11.295 11.295 2
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 143.285 n.v n.v
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten   33.560    
davon Leasingverbindlichkeiten Keine Bewertungskategorie gem. IFRS 9 24.809 n.v n.v
davon sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 8.751 n.v n.v

31. Dez. 2021

TEUR Finanzielle Vermögenswerte Bewertungskategorie Buchwert Zeitwert Zeitwert-Hierarchie
Langfristige finanzielle Vermögenswerte   53.632    
davon Forderungen aus Ratenkäufen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 41.430 n.v n.v
davon sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 12.202 n.v n.v
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 89.302 n.v n.v
Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte   616.248    
davon Geldmarktfonds und Geldmarktinstrumente Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVTPL) 614.432 614.432 1
davon sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.816 n.v n.v
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 106.653 n.v n.v
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Langfristige Finanzverbindlichkeiten   368.139    
davon Finanzierungsverbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 330.000 330.201 2
davon Leasingverbindlichkeiten Keine Bewertungskategorie gem. IFRS 9 38.117 n.v n.v
davon sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 22 n.v n.v
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 171.029 n.v n.v
Sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten   19.525    
davon Leasingverbindlichkeiten Keine Bewertungskategorie gem. IFRS 9 19.523 n.v n.v
davon sonstige kurzfristige Finanzverbindlichkeiten Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten 2 n.v n.v

Das Nettoergebnis aus Finanzinstrumenten setzt sich wie folgt zusammen:

31. Dez. 2022

TEUR Zinsen Wertminderung Gewinn (+) / Verlust (-) aus der Bewertung Summe
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.005 (3.450) 20 (2.425)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FVTPL - - (7.319) (7.319)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte FVOCI (166) - 3.176 3.010
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (13.323) - 360 (12.963)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten FVTPL - - - -
Nettoergebnis (12.484) (3.450) (3.763) (19.697)

31. Dez. 2021

TEUR Zinsen Wertminderung Gewinn (+) / Verlust (-) aus der Bewertung Summe
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte 4.121 (1.355) - 2.766
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte - - (794) (794)
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten (14.746) - - (14.746)
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten - - (209.049) (209.049)
Nettoergebnis (10.625) (1.355) (209.843) (221.823)

Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine Finanzinstrumente gehalten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden und deren beizulegender Zeitwert der Stufe 3 zugeordnet wurde.

Die Abweichung zwischen beizulegendem Zeitwert und Buchwert der langfristigen Finanzierungsverbindlichkeiten wird als unwesentlich erachtet, da diese einer variablen Verzinsung unterliegen.

Management des finanziellen Risikos

Die bedeutendsten finanziellen Risiken des Konzerns sind das Kreditrisiko, das Marktrisiko, das Zinsänderungsrisiko und das Liquiditätsrisiko.

Der Vorstand des Unternehmens trägt die Verantwortung für den Aufbau und die Kontrolle des Konzern-Risikomanagements.

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte entsprechen dem maximalen Ausfallrisiko.

Das Kreditrisiko gegenüber gewerblichen Geschäftspartnern des Konzerns wird in dem Umfang begrenzt, wie eine Anzahlung in bar erhalten wird. Im Übrigen werden Wertminderungen vorgenommen, die jedoch geringfügig sind. Der Wertminderungsaufwand betrug im Berichtszeitraum TEUR 3.450 (2021: TEUR 1.355). Forderungen, deren Einbringlichkeit als sehr gering eingestuft wird, werden abgeschrieben. Die Abschreibung stellt ein Ausbuchungsereignis dar. Da die Wertminderungsverluste unwesentlich sind, weist die AUTO1 Group diesen Betrag in der Konzerngesamtergebnisrechnung nicht in einer separaten Zeile aus.

Aufgrund des kurzen Zahlungsziels ergibt sich für die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kein wesentlicher Wertberichtigungsbedarf. Für den Bestand an langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, welche aus dem Angebot der Ratenkauf-Option erfasst wurden, ergibt sich aufgrund von Veränderungen des Zinsniveaus ein vom Buchwert abweichender Fair Value.

Der Konzern verfügte zum 31. Dezember 2022 über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von TEUR 542.431 (2021: TEUR 106.653). Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente werden bei Banken und Finanzinstituten hinterlegt, die hohe Kreditratings internationaler Ratingagenturen aufweisen.

Die geschätzte Wertberichtigung auf Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wurde auf Grundlage erwarteter Verluste innerhalb von zwölf Monaten berechnet und spiegelt die kurzen Laufzeiten wider. Der Konzern nimmt an, dass seine Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf Grundlage der externen Ratings der Banken und Finanzinstitute ein geringes Ausfallrisiko aufweisen. Zum 31. Dezember 2022 beträgt die Wertminderung TEUR 0 (2021: TEUR 0).

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte entspricht der maximalen Kreditrisikoposition des Konzerns. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beliefen sich zum Abschlussstichtag auf TEUR 269.250 (2021: TEUR 130.731). Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte belaufen sich auf TEUR 3.035 (2021: TEUR 616.248) für die kurzfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte sowie TEUR 12.189 (2021: TEUR 12.202) für die langfristigen finanziellen Vermögenswerte. Zudem hält der Konzern keine nach der EquityMethode bilanzierte Finanzanlagen zum 31. Dezember 2022 (2021: TEUR 0). Eine bilanzielle Saldierung von finanziellen Vermögenswerten wird nicht vorgenommen. Darüber hinaus bestehen keine außerbilanziellen Aufrechnungspotentiale aufgrund von etwaigen Globalnettingvereinbarungen.

Marktrisiko

Marktrisiken ergeben sich aus dem Wechselkursrisiko bei konzerninternen Finanzierungen in Euro, die den Tochterunternehmen von der Muttergesellschaft zur Verfügung gestellt werden, wenn die funktionale Währung des Tochterunternehmens nicht der Euro ist. Die Auswirkungen durch Wechselkursschwankungen am letzten Berichtsstichtag und an den entsprechenden Vergleichsstichtagen ist jedoch unwesentlich.

Zinsänderungsrisiko

Ein Zinsänderungsrisiko ergibt sich u.a. aus der Inventory ABS-Facility, die variabel verzinst ist. Zum 31. Dezember 2022 ist diese Kreditlinie in Höhe von TEUR 455.000 in Anspruch genommen worden. Das Zinsänderungsrisiko aus der Inventory ABS-Facility wird bislang nicht gesichert.

Daneben besteht ein Zinsänderungsrisiko bei der Consumer Loan ABS-Facility, da die Erträge aus den Ratenkaufforderungen auf einer festen Verzinsung beruhen und die Refinanzierung durch die Consumer Loan ABS-Facilitiy einer variablen Verzinsung unterliegt. Zum 31. Dezember 2022 ist die Consumer Loan ABS-Facility in Höhe von TEUR 175.523, in Anspruch genommen worden. AUTO1 verwendet eine Absicherungsstrategie, die sicherstellen soll, dass keine Nominalwerte über EUR 25 Mio. aus der Consumer Loan ABS-Facility einem Zinsänderungsrisiko ausgesetzt sind. Um Schwankungen der Zahlungsströme aus Änderungen der Zinssätze abzusichern, werden für diese Zwecke Zinscapgeschäfte abgeschlossen. Es wird eine Sicherungsquote von 1:1 angewandt. Die wirtschaftliche Beziehung zwischen dem Sicherungsinstrument und dem abgesicherten Grundgeschäft wird auf Grundlage der Referenzzinssätze, der Laufzeiten, der Zinsanpassungstermine und der Fälligkeiten sowie der Nominalwerte hergestellt. Die voraussichtliche Wirksamkeit wird anhand der Critical Terms bestimmt.

Die Hauptursachen für eine Unwirksamkeit im Rahmen dieser Sicherungsbeziehungen können Unterschiede in den Zinsanpassungsterminen zwischen den Zinscaps und dem Grundgeschäft sein. Eine für möglich gehaltene Erhöhung der Marktzinssätze um 100 Basispunkte zum Abschlussstichtag hätte - unter Berücksichtigung abgeschlossener Zinssicherungsinstrumente - den Gewinn oder Verlust um TEUR 4.642 vermindert. Die Veränderung der beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente hätte das Eigenkapital um TEUR 1.883 erhöht.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko, dass der Konzern möglicherweise nicht in der Lage ist, seine finanziellen Verbindlichkeiten vertragsgemäß durch Lieferung von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten zu erfüllen. Die Steuerung der Liquidität im Konzern soll sicherstellen, dass soweit möglich stets ausreichend liquide Mittel verfügbar sind, um unter normalen, wie auch unter angespannten Bedingungen den Zahlungsverpflichtungen bei Fälligkeit nachkommen zu können, ohne untragbare Verluste zu erleiden oder die Reputation des Konzerns zu schädigen.

Der Konzern nutzt eine Kostenrechnung zur Berechnung seiner Produkt- und Servicekosten. Dies ermöglicht eine Überwachung des Zahlungsmittelbedarfs und die Optimierung der Zuflüsse auf das eingesetzte Kapital.

Der Konzern strebt an, die Höhe der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf einem Stand zu halten, der über den erwarteten Zahlungsabflüssen aus finanziellen Verbindlichkeiten liegt. Der Konzern überwacht zudem die Höhe der erwarteten Einzahlungen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen zusammen mit den erwarteten Auszahlungen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Verbindlichkeiten. Zum 31. Dezember 2022 betragen die erwarteten Zahlungsströme aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstigen Forderungen, die innerhalb von zwei Monaten fällig werden, TEUR 85.446 (2021: TEUR 89.302). Dies berücksichtigt nicht die möglichen Auswirkungen von extremen Umständen (zum Beispiel Naturkatastrophen), die nicht realistisch prognostiziert werden können.

Im Dezember 2020 wurde eine gesicherte rated Inventory ABS-Facility, die sich auf die Refinanzierung des Vorratsbestands bezieht, abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wurde die Inventory ABS-Facility in Höhe von TEUR 455.000 in Anspruch genommen. Im Dezember 2022 wurde die Kreditlinie bis zum 31. Januar 2025 verlängert. Unterjährig erfolgte eine Erweiterung dieser Kreditlinie. Die Eckdaten dieser Kreditlinie sind wie folgt:

Art Junior Notes Mezzanine Notes Senior Notes
Höhe der Kreditlinie 200.000.000 EUR 35.000.000 EUR 800.000.000 EUR
Zinssatz 5,00% 4,50% + EURIBOR (0%-floor) 1,75% + EURIBOR (0%-floor)
Laufzeit 31. Januar 2025    
Sicherheiten Abtretung von Vorräten als Sicherheit sowie von Bankkonten der AUTO1 Funding B.V. und AUTO1 European Cars B.V. und Anteilen an der AUTO1 European Cars B.V.    

Im April 2022 wurde im Zuge der Refinanzierung des Ratenkaufprogramms eine neue gesicherte Consumer Loan ABS-Facility abgeschlossen. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 wurde die Consumer Loan ABS-Facility in Höhe von TEUR 175.523 in Anspruch genommen. Im Dezember 2022 wurde die Kreditlinie erweitert. Die Eckdaten dieser Kreditlinie sind wie folgt:

Art Junior Notes Mezzanine Notes Senior Notes
Höhe der Kreditlinie 12.500.000 EUR 25.000.000 EUR 212.500.000 EUR
Zinssatz 5,00% 5,00% 1,40% - 1,55% + EURIBOR
Laufzeit 08. April 2027    
Sicherheiten Abtretung von Forderungen sowie von Bankkonten der Autohero Funding 1 B.V. als Sicherheit    

Bedeutung des Liquiditätsrisikos

Im Folgenden sind die vertraglichen undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen der finanziellen Verbindlichkeiten zum Berichtsstichtag aufgeführt.

31. Dez. 2022

TEUR < 1 Jahr 1 -5 Jahre > 5 Jahre Summe Buchwert
Finanzierungsverbindlichkeiten 11.295 619.523 - 630.818 628.693
davon ABS Kreditlinien 11.295 619.523   630.818 628.693
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten - 23 - 23 23
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 153.877 - - 153.877 153.877
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen 25.572 42.768 8.443 76.783 74.042
Summe 190.744 662.314 8.443 861.501 856.635

31. Dez. 2021

TEUR < 1 Jahr 1 - 5 Jahre > 5 Jahre Summe Buchwert
Finanzierungsverbindlichkeiten 6.325 330.527 - 336.852 330.000
davon ABS Kreditlinien 6.325 330.527 - 336.852 330.000
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2 22 - 24 24
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten 171.030 - - 171.030 171.030
Verbindlichkeiten aus Leasingverpflichtungen 21.101 35.371 4.155 60.627 57.639
Summe 198.458 365.920 4.155 568.533 558.693

Absicherung von Zahlungsströmen

Zum 31. Dezember 2022 wurden folgende Instrumente gehalten, um sich gegen Zinsänderungsrisiken aus dem Ratenkaufgeschäft abzusichern:

31. Dez. 2022 Restlaufzeit
Zinsänderungsrisiko, Zinscaps 1-6 Monate 6-12 Monate Mehr als ein Jahr
Nominalwerte (in TEUR) 115.968 105.740 63.778
Durchschnittlicher Capzinssatz 1,1% 1,1% 1,0%

Im Vorjahr wurde keine Absicherung von Zahlungsströmen vorgenommen, da das Ratenkaufgeschäft erst in 2022 refinanziert wurde.

Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als gesichertes Grundgeschäft designiert wurden, stellten sich zum Abschlussstichtag wie folgt dar:

31. Dez. 2022

Zinsänderungsrisiko Wertänderung zur Berechnung der Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehung Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen Rücklage für Kosten der Absicherung In der Rücklage für die Absicherung von Zahlungsströmen verbleibende Salden aus Sicherungsbeziehungen, bei denen die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nicht mehr angewendet wird
Variabel verzinsliche Instrumente (in TEUR) 3.990 4.006 (830) -

Die Beträge, die sich auf Posten beziehen, die als Sicherungsinstrumente designiert worden sind, sowie die Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehungen lauten folgendermaßen:

Zinsänderungsrisiko
(in TEUR)
31. Dez. 2022
Nominalbetrag Zinscaps 120.169
Buchwert Vermögenswerte 6.417
Bilanzposten, in dem das Sicherungsinstrument enthalten ist Sonstige finanzielle Vermögenswerte (langfristig)
Veränderungen im Wert des Sicherungsinstruments, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden 4.006
Erfolgswirksam erfasste Unwirksamkeit der Sicherungsbeziehungen -
Gesamtergebnisrechnungsposten, der die Unwirksamkeit der Absicherung beinhaltet -
Kosten der Absicherung, erfasst im sonstigen Ergebnis (830)
Betrag, der aus der Rücklage für Absicherung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert worden ist 50
Betrag, der aus der Rücklage für Kosten der Absicherung in den Gewinn oder Verlust umgegliedert worden ist 216
Gesamtergebnisposten, der von der Umgliederung betroffen ist Materialaufwand

Die folgende Tabelle enthält eine Überleitung der Risikokategorien der Eigenkapitalkomponenten und der Analyse der Positionen im sonstigen Ergebnis nach Steuern, die aus der Bilanzierung zur Absicherung von Zahlungsströmen resultieren:

TEUR Rücklage für Absicherung Rücklage für Kosten der Absicherung
Buchwert zum 1. Januar 2022 - -
Veränderungen im beizulegenden Zeitwert 4.056 (1.046)
Betrag, der in die Gesamtergebnisrechnung umgegliedert wurde (50) 216
Steuern auf Bewegungen in den Rücklagen (959) 199
Buchwert zum 31. Dezember 2022 3.047 (631)

Verwaltung des Kapitals

Die nachfolgende Tabelle quantifiziert die Positionen des Managed Capital der AUTO1 Group:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Anlagevermögen und sonstige langfristige Vermögenswerte 300.258 138.796
Inventar 617.573 583.549
Liquide Mittel 542.431 106.653
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten (105.802) 461.960

Die AUTO1 Group hat sich bei der Verwaltung ihres Kapitals (Eigenkapital und Finanzschulden) zum Ziel gesetzt,

ihre Fähigkeit zur Unternehmensfortführung zu sichern, so dass sie weiterhin Erträge für die Aktionäre und Vorteile für andere Interessengruppen erzielen kann und

eine optimale Kapitalstruktur aufrechtzuerhalten, um die Kapitalkosten zu senken.

Unter einer optimalen Kapitalstruktur versteht der Konzern, dass genügend Kapital verfügbar ist, um seine Aktiva nachhaltig zu finanzieren. Dabei betrachtet die Gruppe vier Hauptgruppen von Vermögenswerten:

Anlagevermögen und sonstige langfristige Vermögenswerte

Inventar

Liquide Mittel

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten

Dabei werden über die rated Inventory ABS-Facility bis zu 90 % des Inventars finanziert. Das verbleibende Inventar und alle anderen Vermögenswerte mit Ausnahme der Nutzungsrechte (Right-of-Use Assets) werden durch den Konzern finanziert. Die in den sonstigen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten enthaltenen Ratenkaufforderungen werden über die Consumer Loan ABS-Facility refinanziert.

Die AUTO1 Group SE kontrolliert die Liquiditätsrisiken der AUTO1 Group hauptsächlich durch die Bildung ausreichender Kapitalrücklagen und Kreditlinien bei Banken sowie durch die laufende Überwachung der erwarteten und tatsächlichen Cashflows und die Aufrechterhaltung eines ausgewogenen Portfolios von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten im Hinblick auf die Restlaufzeiten.

Die folgende Tabelle weist das gesamte Eigenkapital und die Eigenkapitalquote des Konzerns aus:

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Gesamtes Eigenkapital 684.884 921.014
Bilanzsumme 1.688.900 1.626.909
Eigenkapitalquote 40,6% 56,6%

10. Eventualverbindlichkeiten

Aus der Anwendung des Local-Reverse-Charge-Verfahrens auf Inlandsverkäufe von regulär besteuerten Fahrzeugen an registrierte Unternehmen in Frankreich bestehen bei der AUTO1 Group Eventualverbindlichkeiten gegenüber dem französischen Fiskus in Höhe von TEUR 7.467 (2021: TEUR 7.467).

11. Geschäftssegmente

Die Gruppe hat zwei strategische Bereiche: "Merchant" und "Retail", die die berichtspflichtigen Segmente darstellen. Diese strategischen Bereiche bieten Produkte für unterschiedliche Kundenkreise an und werden separat gesteuert, da sie zum Teil unterschiedliche Technologien (Verwendung unterschiedlicher Verkaufsplattformen) und Marketingstrategien erfordern. Die Geschäftssegmente wurden nicht zusammengefasst.

Für diese Segmente werden zu Steuerungszwecken monatliche Berichte aufgestellt, die der Vorstand von AUTO1 überprüft.

Alle Umsätze werden mit externen Kunden erzielt. Für die Bewertung der Ertragskraft der Segmente wird das Rohergebnis verwendet, definiert als Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand.

Informationen über die berichtspflichtigen Segmente

Merchant Retail AUTO1 Group
TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Umsatzerlöse 5.477.595 4.195.988 1.056.525 578.985 6.534.119 4.774.973
davon:            
C2B 4.599.187 3.544.726 - - - -
Remarketing 878.408 651.262 - - - -
Materialaufwand (5.059.594) (3.780.080) (986.314) (564.017) (6.045.908) (4.344.097)
Rohergebnis 418.000 415.908 70.211 14.968 488.211 430.876
TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Vorräte 303.026 228.571 314.547 354.978 617.573 583.549

Merchant

Das Merchant-Geschäft betrifft in erster Linie den Verkauf von Gebrauchtwagen an gewerbliche Autohändler über die Plattform AUTO1.com. Gebühren für Logistikdienstleistungen und alle anderen Gebühren in Zusammenhang mit der Bereitstellung der Fahrzeuge für Händler sind im Merchant Segment inbegriffen.

Die Erlöse aus dem "Merchant"-Geschäft werden nach der Beschaffung der Fahrzeuge unterteilt. Alle Fahrzeuge, die über das Filialnetzwerk der Gruppe angekauft werden, sind als "C2B"-Fahrzeuge klassifiziert. Im Gegensatz dazu werden alle Autos, die von gewerblichen Händlern über den Remarketing-Kanal gekauft werden, als "Remarketing"-Fahrzeuge kategorisiert. Es bestehen keine Geschäftsaktivitäten, die eigenständige Umsatzerlöse aus den Geschäftssegmenten zur Folge haben; daher handelt es sich bei C2B und Remarketing lediglich um unterschiedliche Beschaffungskanäle. Die Verkäufe erfolgen an denselben Kundenkreis über denselben Vertriebskanal.

Retail

Das Privatkundengeschäft betrifft im Wesentlichen den Verkauf von Gebrauchtwagen an Privatkunden über Autohero.com in acht europäischen Länden.

Überleitungsrechnung der Informationen über berichtspflichtige Segmente

Zwischen den berichtspflichtigen Segmenten werden Transaktionen getätigt, die den Transfer von Gebrauchtwagen und gemeinsame Vertriebsleistungen umfassen. Die an den Hauptentscheidungsträger berichteten Beträge entsprechen den Beträgen nach Konsolidierung. Die für die Segmente ausgewiesenen Kennzahlen stellen Kennziffern in Übereinstimmung mit IFRS dar. Unterschiede zwischen der Gewinn- und Verlustgröße der berichtspflichtigen Segmente (Rohergebnis) und dem Ergebnis vor Steuern in der Konzerngesamtergebnisrechnung beziehen sich daher auf alle wesentlichen Posten der Konzerngesamtergebnisrechnung unterhalb des Rohergebnisses.

Geografische Informationen

Das Herkunftsland von AUTO1 ist Deutschland. Darüber hinaus sind für das Geschäft des Konzerns insbesondere die Länder Frankreich und Italien von Bedeutung.

Die nachfolgende Darstellung zeigt die Umsatzerlöse des Konzerns sowie die langfristigen Vermögenswerte, unterschieden nach Herkunftsland von AUTO1 und anderen Ländern. Bei der Darstellung der Informationen auf geografischer Grundlage basieren die Umsatzerlöse auf den geografischen Standorten der Kunden.

Umsatzerlöse

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Deutschland 1.360.372 906.625
Frankreich 1.130.219 844.546
Italien 800.069 476.846
Übrige Länder 3.243.459 2.546.956
Summe 6.534.119 4.774.973

Es gibt keinen externen Kunden, dessen Anteil an den Umsatzerlösen 10 % oder mehr beträgt.

Die langfristigen Vermögenswerte (ohne Finanzinstrumente und ohne latente Steueransprüche) aufgegliedert nach Standort der Vermögenswerte, stellen sich wie folgt dar:

Langfristige Vermögenswerte

TEUR 31. Dez. 2022 31. Dez. 2021
Deutschland 200.471 80.063
Spanien 20.712 8.680
Italien 17.431 10.224
Übrige Länder 61.129 38.882
Summe 299.743 137.849

12. Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten und verwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf gewesenen Stammaktien.

2022 2021
Ergebnis je Aktie (unverwässert und verwässert) (1,15) (1,81)

In der Berechnung werden eigene Anteile nicht berücksichtigt.

1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Konzernverlust der Periode in TEUR (246.372) (374.054)
Verlust, den Inhabern der Stammaktien zurechenbar (für unverwässertes und verwässertes Ergebnis je Aktie) (246.372) (374.054)

Der gewichtete Durchschnitt der Stammaktien in 2022 (unverwässert und verwässert) wurde folgendermaßen ermittelt:

In Tausend Aktien 2022
Stammaktien zum 1. Jan. 211.587
Auswirkung der Kapitalerhöhung im Februar 2022 1.836
Auswirkung der erdienten Stammaktien im Februar 2022 59
Auswirkung der Kapitalerhöhung im April 2022 und von erdienten Stammaktien 229
Auswirkung der erdienten Stammaktien im Mai 2022 42
Auswirkung der erdienten Stammaktien im August 2022 25
Auswirkung der Kapitalerhöhung im August 2022 20
Auswirkung der Kapitalerhöhung und der erdienten Stammaktien im November 2022 30
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien zum 31. Dez. 213.828

Bei der Berechnung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der Stammaktien zum 31. Dezember 2022 wurden folgende Optionen unberücksichtigt gelassen, da sie einer Verwässerung entgegengewirkt hätten:

In Tausend Aktien 2022
Nicht erdiente Stammaktien aus den Anteilen - Vorstandsmitglied 343
Potentielle Stammaktien aus dem Incentive-Programm für virtuelle Anteile 1.780
Potentielle Stammaktien aus dem Long-Term Incentive Plan 2017 2.265
Potentielle Stammaktien aus dem Long-Term Incentive Plan 2020 7.500
Potentielle Stammaktien aus dem Share Compensation Program 328
Potentielle Stammaktien aus dem Virtual Options Program 622
Potentielle Stammaktien aus dem Matching Share Program 17
Gesamte Anzahl potentieller Stammaktien 12.855

Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien in 2021 (unverwässert und verwässert):

In Tausend Aktien 2021
Stammaktien zum 1. Jan. 171.293
IPO Kapitalerhöhung und Aktien aus der Wandelanleihe im Februar 2021 31.165
Auswirkung der erdienten Stammaktien im Februar 2021 59
Auswirkung der Kapitalerhöhung ("LTIP 2017") 3.435
Auswirkung der erdienten Stammaktien im Mai 2021 42
Auswirkung der erdienten Stammaktien im August 2021 25
Auswirkung der Kapitalerhöhung ("ausgeübte virtuelle Aktien") 202
Auswirkung der erdienten Stammaktien im November 2021 7
Auswirkung der Kapitalerhöhung ("ausgeübte virtuelle Aktien") 28
Gewichteter Durchschnitt der Stammaktien zum 31. Dez. 206.255

Bei der Berechnung des verwässerten gewichteten Durchschnitts der Stammaktien zum 31. Dezember 2021 wurden folgende Optionen unberücksichtigt gelassen, da sie einer Verwässerung entgegengewirkt hätten:

In Tausend Aktien 2021
Nicht erdiente Stammaktien aus den Anteilen - Vorstandsmitglied 617
Nicht erdiente Stammaktien aus dem Neuen Incentive-Programm - Individuelle Vereinbarung 131
Potentielle Stammaktien aus dem Incentive-Programm für virtuelle Anteile 3.565
Potentielle Stammaktien aus dem Long-Term Incentive Plan 2017 2.265
Potentielle Stammaktien aus dem Long-Term Incentive Plan 2020 7.500
Potentielle Stammaktien aus dem Share Compensation Program 9
Gesamte Anzahl potentieller Stammaktien 14.087

Zusätzliche potentielle Stammaktien resultierten aus den Restricted Stock Units.

13. Angaben zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Führungskräfte in Schlüsselpositionen

Bei AUTO1 wurden die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats als Führungskräfte in Schlüsselpositionen betrachtet.

Der Vorstand besteht aus Christian Bertermann (Gründer / Chief Executive Officer) und Markus Boser (Chief Financial Officer).

Die Mitglieder des Aufsichtsrates sind Gerhard Cromme (Vorsitzender des Aufsichtsrats), Aufsichtsratsmitglied, Hakan Koç (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats), Gründer, Unternehmer, Gerd Häusler, Kaufmann, Silvie Mutschler von Specht, Unternehmerin, Vassilia Kennedy (vom 9. Juni 2022 bis 13. Januar 2023), Unternehmerin, und Lars Santelmann (seit 20. Juli 2022), Unternehmer.

Die Vergütung der Führungskräfte in Schlüsselposition umfasst:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Kurzfristig fällige Leistungen 1.803 1.759
Anteilsbasierte Vergütung 766 1.052
Gesamt 2.569 2.811

Zum 31. Dezember 2022 hat der Konzern keine Pensionszusagen gegenüber Mitgliedern des Vorstands oder des Aufsichtsrats gewährt.

14. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die folgende Tabelle stellt die Honorare für die von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland, dem Konzernprüfer für den Konzernabschluss zum und für das am 31. Dezember 2022 abgeschlossene Geschäftsjahr, erbrachten Dienstleistungen dar:

TEUR 1. Jan. 2022 - 31. Dez. 2022 1. Jan. 2021 - 31. Dez. 2021
Abschlussprüfungsleistungen 694 522
Andere Bestätigungsleistungen 318 311
Steuerberatungsleistungen - 35
Sonstige Leistungen 50 15
Summe 1.062 883

Das Honorar für Abschlussprüfungsleistungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Deutschland, bezog sich vor allem auf die Prüfung des Konzernabschlusses und des Jahresabschlusses der AUTO1 Group SE. Im Honorar für Abschlussprüfungsleistungen des abgelaufenen Geschäftsjahres sind Honorare in Höhe von TEUR 143 enthalten, die sich auf das Geschäftsjahr 2021 beziehen. Andere Bestätigungsleistungen betreffen u.a. die prüferische Durchsicht von Zwischenabschlüssen sowie die Erteilung von Comfort Lettern und beinhalten Honorare in Höhe von TEUR 182 für Leistungen aus dem Vorjahr. Die sonstigen Leistungen entfallen auf Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der nichtfinanziellen Erklärung.

15. Angaben zu Tochterunternehmen

Am 31. Dezember 2022 war die AUTO1 Group SE direkt oder indirekt an 67 (2021: 60) Unternehmen beteiligt. Alle Unternehmen wurden im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Die Tochterunternehmen sind nachfolgend dargestellt.

Zudem zeigt die Aufstellung die Tochterunternehmen, die die Befreiungsmöglichkeiten gemäß § 264 Abs. 3 HGB und § 264b HGB bzw. nach niederländischem Gesellschaftsrecht in Anspruch nehmen. Für diese Gesellschaften ist der Konzernabschluss der AUTO1 Group SE der befreiende Konzernabschluss.

Die AUTO1 Group hält keine Eigentumsanteile an den strukturierten Unternehmen AUTO1 Funding B.V. und Autohero Funding 1 B.V., über welche ausschließlich die Finanzierung im Rahmen der ABS-Facilities durchgeführt wird. Basierend auf den Bedingungen der Vereinbarungen, auf Grund derer die Unternehmen errichtet wurden, erhält die AUTO1 Group jedoch im Wesentlichen die gesamten Erträge aus deren Tätigkeit und ihren Nettovermögen. Die AUTO1 Group hat zudem die Möglichkeit, die Tätigkeiten der Unternehmen zu steuern, die deren Erträge im Wesentlichen beeinflussen. Der Ausweis von nicht beherrschenden Anteilen am Konzernverlust unterbleibt aus Wesentlichkeitsgründen.

Name Sitz Summe der direkten und indirekten Anteile zum 31. Dez. 2022
in %
Summe der direkten und indirekten Anteile zum 31. Dez. 2021 in %
A1 Engineering LLC Kiev, Ukraine 100,00 100,00
AGENZIA1 S.R.L. Mailand, Italien 100,00 100,00
AUTO1 Albania SPHK Tirana, Albanien 100,00 100,00
Autol Car Export S.R.L Verona, Italien 100,00 0,00 ***
Autol Car Trade S.R.L Verona, Italien 100,00 0,00 ***
AUTO1 Danmark ApS Kopenhagen, Dänemark 100,00 100,00
AUTO1 European Auctions GmbH & Co. KG Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 European Auctions Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 European Cars B.V. * Amsterdam, Niederlande 100,00 100,00
AUTO1 Finance B.V. Amsterdam, Niederlande 100,00 0,00 ***
AUTO1 FT Investment GmbH & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 FT MI GmbH & Co. KG * Berlin, Deutschland 80,00 80,00 **
AUTO1 FT PANAS GmbH & Co. KG * Berlin, Deutschland 80,00 80,00 **
AUTO1 FT Partners Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 Funding B.V. Amsterdam, Niederlande 0,00 0,00 **
AUTO1 Global Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 Group Operations SE * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 IT Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 IT Services Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
AUTO1 Italia Commercio S.R.L. Mailand, Italien 100,00 100,00
AUTO1 Marketing Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 Operation Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 Operation Services Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
AUTO1 Polska Sp. z o.o. Warschau, Polen 100,00 100,00
AUTO1 Production SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00
AUTO1 Remarketing GmbH Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 RS D.O.O. Belgrad, Serbien 100,00 100,00
AUTO1 Sales Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
AUTO1 Sales Services Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
AUTO1 Slovakia s.r.o. Bratislava, Slowakei 100,00 0,00 ***
AUTO1 Czechia s.r.o. Prag, Tschechische Republik 100,00 100,00
AUTO1.com GmbH Berlin, Deutschland 100,00 100,00
Autohero AB Stockholm, Schweden 100,00 100,00
Autohero Belgium BV Antwerpen, Belgien 100,00 100,00
Autohero France SAS Neuilly-sur-Seine, Frankreich 100,00 100,00
Autohero Funding 1 B.V. Amsterdam, Niederlande 0,00 0,00 ***
Autohero GmbH * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
Autohero Inc. Delaware, USA 100,00 100,00
Autohero Italia S.R.L. Mailand, Italien 100,00 100,00
Autohero NL B.V. * Amsterdam, Niederlande 100,00 100,00
Autohero Österreich GmbH Wien, Österreich 100,00 100,00
Autohero Plus Spain S.L. Madrid, Spanien 100,00 100,00
Autohero Poland Sp. z o.o. Warschau, Polen 100,00 100,00
Autohero Services GmbH & Co. KG. * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
Autohero Services Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
Autowholesale Automotive Finland Oy Tampere, Finnland 100,00 100,00
GAB Service UG (haftungsbeschränkt) Berlin, Deutschland 100,00 100,00
L&L Auto Info GmbH Berlin, Deutschland 100,00 100,00
NOI COMPRIAMO AUTO.IT S.R.L. Mailand, Italien 100,00 100,00
VAMANCIA S.L. Madrid, Spanien 100,00 100,00
VKDB Sverige AB Stockholm, Schweden 100,00 100,00
WijKopenAutos B.V. * Amsterdam, Niederlande 100,00 100,00
wirkaufendeinauto.de GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
WKA BENL Holding B.V. * Amsterdam, Niederlande 100,00 100,00
WKA BV Antwerpen, Belgien 100,00 100,00
WKDA Automobile DE SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
WKDA Automotive SRL Bukarest, Rumänien 100,00 100,00
WKDA Booking Services SE & Co. KG * Berlin, Deutschland 100,00 100,00
WKDA Booking Services Verwaltungs GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
WKDA Deutschland GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
WKDA France S.A.S Issy-les-Moulinaux, Frankreich 100,00 100,00
WKDA FRSM UG (haftungsbeschränkt) Berlin, Deutschland 100,00 100,00
WKDA GmbH (vormals: AUTO1 FT Investment Verwaltungs GmbH) Berlin, Deutschland 100,00 100,00
WKDA Mitte SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Mobil Ost SE &Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Mobil Süd SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Mobil West SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Mobil Mitte SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Ost SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Österreich GmbH Wien, Österreich 100,00 100,00
WKDA Portugal, Unipessoal Lda. Carnaxide, Portugal 100,00 100,00
WKDA Purchasing SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA Services GmbH Berlin, Deutschland 0,00 100,00 ****
WKDA Süd SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***
WKDA West SE & Co.KG * Berlin, Deutschland 100,00 0,00 ***

* Inanspruchnahme der Befreiung gemäß § 264 Abs. 3 oder § 264b HGB bzw. nach niederländischem Gesellschaftsrecht.

** Verzicht auf die Bilanzierung von nicht beherrschenden Anteilen am Konzernverlust aufgrund untergeordneter Bedeutung.

*** Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2022 neu gegründet.

**** Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2022 auf die AUTO1 Group Operations SE verschmolzen.

16. Ereignisse nach dem Berichtszeitraum

Nach dem Bilanzstichtag gab es keine Ereignisse von wesentlicher Bedeutung.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Berlin, 27. März 2023

AUTO1 Group SE

Christian Bertermann, CEO

Markus Boser, CFO

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die AUTO1 Group SE, München

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der AUTO1 Group SE, München, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns (im Folgenden "zusammengefasster Lagebericht") der AUTO1 Group SE für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Der Bestand und die Werthaltigkeit der Vorräte

Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verweisen wir auf die Anhangangaben im Abschnitt 4.7. Darüber hinaus verweisen wir auf die Anhangangabe Nr. 6.5 zu den Wertminderungen auf die Vorräte.

Das Risiko für den Abschluss

In der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022 sind unter den Vorräten Gebrauchtwagen in Höhe von EUR 618 Mio ausgewiesen; der Bestand wurde im Wesentlichen im aktuellen Geschäftsjahr in Höhe von EUR 27 Mio wertgemindert.

Die Gebrauchtwagen verteilen sich europaweit auf eine Vielzahl von Lagerstandorten. Neben den durch AUTO1 betriebenen Standorten entfällt der wesentliche Teil der Vorräte auf Drittläger. Die Erfassung und Fortschreibung der Gebrauchtwagen erfolgt über ein von AUTO1 selbstentwickeltes IT-System, das aufgrund des erheblichen Wachstums des Konzerns einem ständigen Ausbau unterliegt. Zum Bilanzstichtag führt die Gesellschaft körperliche Bestandsaufnahmen sowie - bei Drittlägern - einen Abgleich mit den Bestandsmeldungen der Lagerhalter durch.

Aufgrund der komplexen Bestandsführung, dem individuell zugeschnittenen IT-System, der hohen Umschlagshäufigkeit sowie des aufwendigen Inventurprozesses besteht das Risiko für den Abschluss, dass der Bestand an Gebrauchtwagen nicht zutreffend ermittelt wird.

Die zunächst zu Anschaffungskosten bewerteten Vorräte sind im Wert zu mindern, wenn ihre voraussichtlichen Nettoveräußerungswerte die Anschaffungskosten nicht mehr decken. Die Ermittlung der Nettoveräußerungswerte ist ermessensbehaftet. Der Nettoveräußerungswert erfordert teilweise zukunftsorientierte Schätzungen bezüglich der potenziell erzielbaren Margen ggf. inklusive der Kosten für die Aufbereitung. Die vergangenheitsbezogene Ermittlung der erwarteten Margen basiert dabei u. a. auf Faktoren wie Tage im Bestand, dem Einkaufspreispreiscluster, dem Land und der Kraftstoffart.

Es besteht das Risiko für den Abschluss, dass die Gebrauchtwagen aufgrund gegebenenfalls nicht erkanntem Wertminderungsbedarf überbewertet sind.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Wir haben auf Basis unseres erlangten Prozessverständnisses die Einrichtung, Ausgestaltung und in den von AUTO1 betriebenen Standorten die Funktionsfähigkeit der identifizierten internen Kontrollen bezüglich des Bestands der Gebrauchtwagen beurteilt. Wir haben zufallsimitierend Standorte ausgewählt und Inventuraufnahmen der Gesellschaft begleitet sowie uns insbesondere anhand von zufallsimitierend ausgewählten Stichproben von der korrekten Erfassung und dem Zustand der vorhandenen Bestände überzeugt.

Weiterhin haben wir Drittbestätigungen über alle bei Dritten gelagerten Bestände eingeholt.

Die Übernahme der gezählten Mengen von den Zähllisten bzw. der gemeldeten Mengen aus den Drittbestätigungen ins Bestandssystem haben wir für unsere Inventurstichproben sowie für alle Meldungen aus den Drittbestätigungen abgestimmt. Zudem haben wir wesentliche Abweichungen zwischen den gezählten und gemeldeten Mengen und den Mengen laut Bestandssystem analysiert.

Wir haben auf Basis unseres erlangten Prozessverständnisses die Einrichtung und Ausgestaltung der identifizierten internen Kontrollen bezüglich der Bewertung der Gebrauchtwagen beurteilt.

Auf der Basis einer repräsentativ ausgewählten Stichprobe haben wir die Anschaffungskosten für den Fahrzeugbestand beurteilt, indem wir die erfassten Anschaffungskosten mit den zugrunde liegenden Ankaufverträgen und Zahlungsausgängen abgestimmt haben.

Die für die Ermittlung des Nettoveräußerungswerts angesetzten Verkaufspreise haben wir anhand der unmittelbar nach dem Abschlussstichtag realisierten Absatzpreise beurteilt. Darüber hinaus haben wir anhand der historischen Erfahrungswerte der Gesellschaft beurteilt, ob die erfassten Wertminderungen angemessen sind. Ferner haben wir uns von der Prognosegüte der geschätzten Wertminderungen überzeugt, indem wir die geschätzten Margen früherer Geschäftsjahre mit den tatsächlich realisierten Margen verglichen und Abweichungen analysiert haben.

Die rechnerische Richtigkeit der Berechnungen zur Ermittlung des Nettoveräußerungswerts und zur Ermittlung des Wertminderungsbedarfs haben wir für eine risikoorientiert ausgewählte Stichprobe von Gebrauchtwagen nachvollzogen.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Vorgehensweise zur Erfassung der vorhandenen Gebrauchtwagenbestände ist sachgerecht.

Die Ermittlung der Nettoveräußerungswerte ist angemessen.

Die Realisierung der Umsatzerlöse

Zu den angewandten Bilanzierungsgrundlagen verweisen wir auf den Konzernanhang Ziffer 4.14.

Das Risiko für den Abschluss

Die Umsatzerlöse des Konzerns belaufen sich im Geschäftsjahr 2022 auf EUR 6.534 Mio und werden in den beiden Segmenten Merchant und Retail erzielt. Die Umsatzerlöse stellen für den Konzern einen der wichtigsten Leistungsindikatoren im abgelaufenen Geschäftsjahr dar und bilden zudem eine bedeutende Entscheidungsgrundlage für die Abschlussadressaten.

Die Umsatzerlöse im Segment Merchant resultieren insbesondere aus dem Verkauf von Gebrauchtwagen durch Online-Auktionen an Händler sowie aus den zugehörigen Gebühren. Der Ankauf der Gebrauchtwagen erfolgt entweder von privaten Verkäufern über das Filialen-Netzwerk des Konzerns oder von gewerblichen Autoverkäufern. Umsatzerlöse im Segment Retail werden insbesondere aus dem Online-Verkauf von höherwertigen Gebrauchtwagen an Privatkunden erzielt.

Die Erfassung und Abgrenzung der Umsatzerlöse aus dem Online-Gebrauchtwagenhandel erfolgt durch die Verwendung spezieller auf die Umsatzrealisierung zugeschnittener IT-Systeme. Das erhebliche Wachstum des Konzerns verlangt den ständigen Ausbau der IT-Systeme, um der steigenden Komplexität und Größe gerecht zu werden. Anpassungen, die in den IT-Systemen vorgenommen werden, und daraus resultierende manuelle Nacharbeiten haben eine unmittelbare Auswirkung auf den gesamten Prozess der Umsatzrealisierung.

Es besteht das Risiko für den Konzernabschluss, dass Umsatzerlöse ohne zugrunde liegende Lieferungen oder Leistungen erfasst werden.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung

Zur Prüfung des Bestands der Umsatzerlöse haben wir Ausgestaltung und Einrichtung der internen Kontrollen bezüglich der für die Umsatzrealisierung relevanten IT-Systeme beurteilt.

Wir haben den zutreffenden Zeitpunkt und die Höhe der erfassten Umsatzerlöse durch den Abgleich der Rechnungen mit den im System erfassten Daten, externen Liefernachweisen und Zahlungseingängen für eine auf Basis einer repräsentativ ausgewählten Stichprobe von Umsatztransaktionen des relevanten Geschäftsjahres gewürdigt. Zusätzlich haben wir unter Verwendung von internen Datenanalysetools die Entwicklung der Umsatzerlöse im Jahresverlauf, die zugrunde liegenden Buchungsmuster und die Buchungsverantwortlichen analysiert. Dabei wurde u. a. auch untersucht, ob zu jeder Buchung in den Umsatzerlösen aus Gebrauchtwagenverkäufen entsprechende Materialaufwendungen erfasst wurden.

Unsere Schlussfolgerungen

Die Vorgehensweise des Konzerns zur Erfassung der Umsatzerlöse ist sachgerecht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts:

den uns voraussichtlich nach dem Datum dieses Bestätigungsvermerks zur Verfügung zu stellenden gesonderten nichtfinanziellen Bericht, auf den im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird, und

die Erklärung zur Unternehmensführung, auf die im zusammengefassten Lagebericht Bezug genommen wird.

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts. Die sonstigen Informationen umfassen nicht den Konzernabschluss, die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht sowie unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder

unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der bereitgestellten Datei "auto1groupse-2022-12-31-de.zip" (SHA256-Hashwert: 6a4824602501374332270e8cffdb04c97219140188a398d-706fa7152ba80762d) enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten bereitgestellten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist nachstehend weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) angewendet.

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d. h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende bereitgestellte Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 9. Juni 2022 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 8. Februar 2023 vom Vorsitzenden des Aufsichtsrats beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2021 als Konzernabschlussprüfer der AUTO1 Group SE tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Björn Knorr.

 

Berlin, 28. März 2023

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Jessen, Wirtschaftsprüfer

Knorr, Wirtschaftsprüfer

05 WEITERE INFORMATIONEN

Glossar

ABS/Verbriefungsprogramme

Abkürzung für die Asset-Backed-Sesuritization Facilities, mit denen langfristig die kosteneffiziente Finanzierung des Inventars sowie der Ratenkaufkredite gesichert wird.

AUTO1 Group SE

Das Unternehmen zusammen mit seinen konsolidierten Tochterunternehmen.

Autohero

Bezeichnung für den Verkaufskanal der AUTO1 Group, der Gebrauchtwagen an Privatkund.innen verkauft.

Bereinigtes EBITDA

EBITDA bereinigt um separat ausgewiesene Positionen, die nicht betriebliche Effekte enthalten, die sich aus anteilsbasierten Vergütungen sowie sonstigen nicht-operativen Aufwendungen zusammensetzen.

C2B

Bezeichnung für den Ankaufskanal der AUTO1 Group, der für die Beschaffung von Gebrauchtwagen von Privatpersonen über "wirkkaufendeinauto" und entsprechenden Marken in allen Ankaufsländern steht.

Rohergebnis pro Einheit

Definiert als Rohergebnis geteilt durch die Anzahl verkaufter Autos.

Merchant

Bezeichnung für den Verkaufskanal der AUTO1 Group, der an den Großhandel gerichtet ist. Über dieses Segment werden Gebrauchtwagen der AUTO1 Group an Händler verkauft.

Remarketing

Bezeichnung für den Ankaufskanal der AUTO1 Group, der für die Beschaffung von Gebrauchtwagen von Händlern steht.

Retail

siehe Autohero.

Rohergebnis

Umsatzerlöse abzüglich Materialaufwand.

Rohergebnismarge

Rohergebnis als prozentualer Anteil am Gesamtumsatz.

Finanzkalender 2023

3. Mai Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Q1 2023) und Earnings Call
7. Juni Hauptversammlung
2. August Veröffentlichung Trading Update (Q2 2023) und Earnings Call
13. September Veröffentlichung Halbjahresfinanzbericht (H1 2023)
8. November Veröffentlichung Quartalsmitteilung (Q3 2023) und Earnings Call

Kontakt

Investor Relations

Philip Reicherstorfer

+49 30 2016 38 213

ir@auto1-group.com

Alexander Enge

+49 30 2016 38 213

ir@auto1-group.com

Herausgeber

AUTO1 Group SE

Bergmannstraße 72,

10961 Berlin

+49 30 2016 38 1901

ir@auto1-group.com

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42 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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