Wohlhaupter
GmbH
Frickenhausen
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
1.
Unternehmensprofil
Die Wohlhaupter GmbH ist Teil der weltweit agierenden
Allied Machine & Engineering Gruppe.
Die Allied Machine & Engineering Corp. mit Sitz
in Dover, Ohio (USA) ist ein Familienunternehmen mit einer
über 80-jährigen Tradition und aktuell ca. 600
Mitarbeitern in der Firmengruppe weltweit.
Am Standort Frickenhausen entwickelt, fertigt und
vertreibt die Wohlhaupter GmbH Präzisionswerkzeuge
für die Bohrungsbearbeitung, daneben wird das
komplette Spektrum der Allied-Marken in Deutschland,
Österreich sowie der Schweiz vertrieben. Im Gegenzug
vermarktet die Allied-Vertriebsorganisation die Produkte
der Marke Wohlhaupter weltweit.
Folgende Produktgruppen für Erstausrüster
und Fertigungsunternehmen befinden sich im Portfolio:
· Das modulare Werkzeugsystem Multi-Bore
zur kompletten Bohrungsbearbeitung · das
Programm einteilige Spannzeuge mit Steilkegel- und
HSK-Aufnahmen · Schneidelemente
· Bohrstangen für kundenspezifische
Lösungen · der Einstechkopf mit
Zubehör · universelle Plandrehköpfe
mit Zubehör · schwingungsdämpfende
Zwischenmodule NOVITECH · Kurzklemmhalter
ES-Bore · Reibwerkzeuge der Marke SCAMI aus
Italien · das komplette
Bohrbearbeitungsprogramm der Marken Allied, Superion,
Criterion und Thread Mills USA.
Die Anwendungsfelder für den Einsatz von
Wohlhaupter-Produkten sind äußerst breit
gefächert und in allen Branchen zu finden, in denen
Metall bearbeitet wird. Beispielhaft zu nennen sind Luft-
und Raumfahrt, Fahrzeugbau sowie allgemeiner Maschinenbau.
Mit Bohrungs-Durchmessern von 0,3mm bis zu 3.255mm und
Bohrungstiefen von bis zu 10 x Durchmesser deckt
Wohlhaupter das gesamte Größenspektrum ab.
Der Bereich Forschung und Entwicklung besitzt einen
hohen Stellenwert und sichert eine technologisch
führende Position im Markt. Im Berichtsjahr waren 9
Mitarbeiter direkt in diesem Bereich beschäftigt.
Aus der permanenten Entwicklungsarbeit kommt es Jahr
für Jahr zu weiteren Patent-Anmeldungen, welche auch
zukünftig für eine für die Kunden attraktive
Produkt-Palette sorgen.
2.
Wirtschaftliches Umfeld
Die deutsche Wirtschaft war im gesamten Jahresverlauf
2023 von einer wirtschaftlichen Stagnation bei gleichzeitig
hohen, wenn auch rückläufigen Inflationsraten
geprägt. Ursächlich für diese schwächer
als zu Jahresbeginn allgemein erwartete Entwicklung waren
vor allem die Nachwirkungen der massiven Kaufkraftverluste
im Zuge der Energiepreiskrise, die den privaten Konsum
geschwächt haben. Hinzu kommen die deutlich geringere
Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft sowie die
dämpfenden Effekte der geopolitischen Spannungen und
Krisen1.
Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland hat im Jahr
2023 um 0,3% abgenommen2. Neben dem durch eine immer noch
hohe Inflationsrate von im Jahresschnitt 5,9%3
beeinflussten, schwachen privaten Konsum sind auch die
Bauwirtschaft (durch deutlich höhere
Finanzierungskosten) sowie die Industrieproduktion (durch
eine weltweit schwache Nachfrage) als Bereiche mit
negativem Trend zu benennen. Zwar liegt die Preissteigerung
damit etwas unter dem historischen Höchstwert von
7,9%4 aus dem Jahre 2022, erweist sich aber dennoch
als Hemmschuh und wirtschaftlicher Risikofaktor.
Die Kennzahlen für die Europäische Union
sehen nur geringfügig besser aus. Die Europäische
Kommission beziffert die Zunahme des Bruttoinlandsproduktes
auf 0,5%. Die Inflationsrate wird mit 6,3% für die EU
etwas höher als für Deutschland angegeben5.
Weltweit lag das Wirtschaftswachstum 2023 bei 3,2%.
Betrachtet nach Ländergruppen lagen die
Industrienationen bei 1,6% und die die Schwellenländer
bei 4,3%. Es zeigt sich deutlich, dass vor allem China als
"Lokomotive" weiterhin mehr oder weniger ausgefallen ist
und nicht mehr die teils zweistelligen Wachstumsraten
vergangener Jahre erreicht. 6
Auch der Maschinenbau konnte sich der allgemein
negativen Entwicklung nicht entziehen. Zwar lagen die
Umsätze des Gesamtjahres 2023 aufgrund des hohen
Auftragsbestandes noch etwa auf Vorjahresniveau, haben aber
zu Jahresende deutlich nachgelassen.
Ein düsteres Bild zeigt der Auftragseingang,
welcher im Jahresvergleich um 12% zurückgegangen ist.
Hierbei fallen die Inlandsaufträge massiv hinter die
Auslandsorders zurück. 7
3.
Geschäftsverlauf
Entgegen dem allgemeinen Trend ist es der Wohlhaupter
GmbH gelungen, im Geschäftsjahr 2023 erneut den Umsatz
deutlich zu steigern, und zwar um 4,3% auf 26,9 Mio.
€.
Positiv bewerten wir, dass die
Umsatzgrößen über das ganze Jahr stabil auf
gutem Niveau waren, mit, bis auf zwei Ausnahmen, Werten
über 2,0 Mio. € pro Monat.
Bemerkenswert ist auch, dass der größte
Teil des Zuwachses aus dem Inland kam. In Deutschland
konnten wir die Auslieferungen um T€ 883 auf T€
16.726 steigern; dies entspricht einem Zuwachs von 5,6%.
Aber auch zum Beispiel Großbritannien (plus
159%) oder Indien (plus 13%) haben sich gut entwickelt.
Den Hoffnungen und Erwartungen in keiner Weise
entsprochen hat der Absatz in Asien. Sowohl China als auch
der für uns bedeutende südkoreanische Markt haben
enttäuscht, was sich aber in vollem Umfang in den
Berichten zur internationalen Konjunktur spiegelt.
Im Auftragseingang zeigt sich ein nochmals besseres
Bild. Hier lag der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr
für den Berichtszeitraum bei 8,4%, was auch eine gute
Grundlage für einen positiven Start in das Jahr 2024
war.
Zusammenfassend können wir berichten, dass zwar
viele Themen aus den vorangegangenen Krisenjahren (wie hohe
Inflation, Beeinträchtigung der Materialversorgung,
hohe Energiepreise, große Unsicherheit bezüglich
der Zukunftsaussichten) im Berichtsjahr immer noch eine
bedeutende Rolle gespielt haben, diese aber insgesamt nicht
mehr so viel negativen Einfluss ausgeübt haben.
Für das Geschäftsjahr 2023 kann die
Wohlhaupter GmbH von einem Jahresüberschuss von
T€ 1.323 berichten.
4.
Darstellung der Lage
4.1
Ertragslage
Die Umsatzerlöse sind mit T€ 26.956 um 4,3%
gegenüber 2022 gestiegen.
Hervorzuheben sind die Produktgruppen
"Kundenspezifische Lösungen" mit plus 37% und
"Schneideelemente" mit plus 18%. Unterstützend wurden
auch gestiegene Kosten über Erhöhungen der
Listenpreise weitergegeben.
Die Gesamtleistung im Jahr 2023 lag bei T€
27.639 gegenüber T€ 25.783 im Jahr 2022.
Die Materialaufwandsquote zeigt sich mit 42,1%
gegenüber 42,4 % im Vorjahr leicht verringert.
Der Rohertrag (Umsatzerlöse abzüglich
Bestandsveränderungen, aktivierte Eigenleistungen und
Materialaufwand) beträgt T€ 15.994. Die
Rohertragsquote liegt etwas verbessert bei 57,9% (Vorjahr
57,6%).
Aufgrund der gestiegenen Umsatzerlöse hat sich
die Personalaufwandsquote mit 38,7% um 2 Prozentpunkte
verbessert.
Die Abschreibungen bewegen sich mit T€ 614 auf
einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr (2022: T€
658).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind um
T€ 539 auf T€ 3.634 gestiegen, was unter anderem
auf erhöhte IT-Aufwendungen in Zusammenhang mit einem
Cyberangriff, Reise- und Werbekosten, Fahrzeugkosten sowie
erhöhte Fortbildungskosten zurückzuführen
ist.
Das EBIT hat sich mit einer Steigerung von T€
1.053 auf T€ 1.514 ähnlich positiv wie im Vorjahr
entwickelt.
4.2 Finanzlage
4.2.1
Kapitalstruktur
Der Jahresüberschuss von T€ 1.323
führt zu einer Erhöhung des Eigenkapitals auf
T€ 3.615.
Mit nun 22% erhöht sich dadurch auch die
Eigenkapitalquote signifikant (2022: 15%).
Die Finanzierungsstrategie ist auf den Mutterkonzern
ausgerichtet und erfolgt hauptsächlich durch
mittelfristige Darlehen von Allied Machine &
Engineering Corporation.
Die mittel- und langfristigen Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich durch
Tilgungsleistungen weiter von T€ 6.653 auf T€
5.691 verringert.
Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten lagen zum Stichtag in einer Höhe von
T€ 229 vor.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
gegenüber Dritten liegen stichtagsbedingt mit T€
1.222 höher als im Vorjahr (2022: T€ 811).
Die kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen sind nahezu unverändert
gegenüber dem Vorjahr. Die sonstigen Verbindlichkeiten
stellen sich dagegen mit T€ 318 um T€ 238
verringert dar.
Das Gesamtkapital zum Stichtag 31.12.2023
beträgt T€ 16.409 gegenüber T€ 15.242
im Vorjahr.
4.2.2
Investitionen
Das Jahr 2023 verlief im Hinblick auf Investitionen
eher ruhig.
Neben den üblichen, laufenden Zugängen im
GWG-Bereich (hauptsächlich für IT-Hard- und
Software) gab es nur einen kleinen Zugang für eine
neue Verpackungsmaschine im Bereich Versand.
In Auftrag gegeben wurde aber schon ein großes,
hoch automatisiertes Lagersystem mit einem Anschaffungswert
im oberen sechsstelligen Bereich.
Insgesamt stehen für das Berichtsjahr
Zugänge (ohne sonstige Ausleihungen) von T€ 297
zu Buche.
4.2.3
Liquidität
Die Liquiditätslage stellt sich weiterhin
positiv dar. Es konnte allen Zahlungsverpflichtungen
problemlos nachgekommen werden, und, wo möglich,
wurden Skonti genutzt.
Der Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit liegt mit T€ 982 auf
einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Ähnlich verhält sich der Mittelabfluss aus
Investitionstätigkeit mit minus T€ 278 im
Berichtsjahr zu minus T€ 264 in der Vorperiode.
Durch eine rege Tilgungsleistung fällt der
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit mit T€
1.157 dagegen deutlich größer aus als im Vorjahr
(2022: T€ 786).
Unter dem Strich liegen die Finanzmittelfonds zum
Stichtag bei T€ 180 (zu T€ 632 im Jahr 2022).
Freie Kreditlinien bei Kreditinstituten bestehen zum
Stichtag in Höhe von T€ 771.
In der weiteren Verkürzung der
durchschnittlichen Laufzeit der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen von 20,8 Tagen auf 17,5 Tagen bildet sich
der Erfolg des firmeneigenen Mahnwesens ab.
Die Laufzeit der Verbindlichkeiten hat sich dagegen
mit nun 37,8 Tagen deutlich erhöht, was wir dem immer
weiter zunehmenden Anteil am Zukauf von Produkten aus der
eigenen Firmengruppen zuschreiben, für die wir eher
unüblich lange Zahlungsziele in Anspruch nehmen
können.
Weiterhin wird die Liquiditätslage mittels eines
rollierenden Verfahrens kontinuierlich überwacht.
4.3 Vermögenslage
Die immateriellen Vermögensgegenstände
liegen nun bei T€ 55 nach T€ 75 im Vorjahr.
Die Sachanlagen haben sich durch den Überhang
der Abschreibungen gegenüber den Zugängen um
T€ 297 verringert.
Die Finanzanlagen betreffen im Wesentlichen die
Rückdeckungsversicherung sowie den Ausgleichanspruch
zur Pensionsrückstellung.
Mit nun T€ 1.100 haben sich diese erneut leicht
verringert (Vorjahr: T€ 1.149).
Bei den Vorräten sehen wir in allen
Teilbereichen (RHB, unfertige Erzeugnisse, fertige
Erzeugnisse und Handelswaren) deutliche Zunahmen auf einen
Gesamtwert von nun T€ 9.365.
Getrieben wurde dieser Aufbau vor allem durch die in
der Allied-Firmengruppe gelebte Strategie der
Hochverfügbarkeit, um für den Kunden immer
äußerst kurze Lieferzeiten realisieren zu
können. Ein Aspekt ist dabei auch immer der
vorsorgliche Bestandsaufbau für mögliche
Störungen in der Zulieferkette.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
(einschl. gegen verbundene Unternehmen) unterliegen
natürlichen Schwankungen und sind für den
Stichtag 31.12.2023 in einer Höhe von T€ 3.285
ausgewiesen.
Die Bilanzsumme hat sich im Ergebnis deutlich auf
T€ 16.409 erhöht (2021: T€ 15.242).
5.
Gesamtaussage zu Geschäftsverlauf und Lage
Entgegen dem allgemeinen Trend in Deutschland sowie
der Maschinenbau- und Präzisionswerkzeug-Branche hat
sich der Geschäftsverlauf des Jahres 2023 für die
Wohlhaupter GmbH positiv dargestellt.
Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf unser
Geschäft haben sich spürbar verringert.
Wirtschaftliche Auswirkungen des zweiten Brandherdes in
Nahost waren für uns nicht wahrnehmbar; dieser
Konflikt scheint Deutschland eher politisch zu
berühren.
Erfolge im Vertriebsbereich ebenso wie bei der
kontinuierlichen Verbesserung von Fertigungsprozessen haben
dazu beigetragen, dass wir aktuell für das Unternehmen
von einer sehr stabilen Lage berichten können. Die
Geschäftsführung ist mit dem
Geschäftsverlauf und der Lage der Gesellschaft sehr
zufrieden.
6.
Finanzielle Leistungsindikatoren
Bei den finanziellen Steuerungskennzahlen liegt unser
Fokus auf der laufenden Überwachung und Optimierung
von
o Umsatz o Rohertrag o EBIT (Ergebnis
vor Steuern vom Einkommen und Ertrag und vor Zinsergebnis)
Die Darstellung und Analyse der finanziellen
Leistungsindikatoren erfolgt durch die Berichterstattung
über den Geschäftsverlauf und die Lage an die
jeweils relevanten Adressaten.
Darüber hinaus wird die verfügbare
Liquidität (Kassen- und Bankbestände
zuzüglich freier Kreditlinien) laufend überwacht,
aber nicht zur Steuerung des Unternehmens verwendet.
7.
Chancen- und Risikobericht
7.1 Risikosteuerung
Die Überwachung der wirtschaftlichen Risiken des
laufenden Geschäfts erfolgt durch ein permanentes
Controlling- und Berichtssystem.
Hierdurch wird sichergestellt, dass die
Unternehmensführung zeitnah alle relevanten
Informationen zur Erkennung von Entwicklungen erhält,
welche die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
beeinträchtigen sowie den Bestand des Unternehmens
gefährden könnten.
Vor Beginn eines jeden Geschäftsjahres wird eine
alle relevanten Unternehmensbereiche umfassende Planung
erstellt. Neben der Absatzplanung werden Investitions-,
Personal- und Budgetpläne erstellt. Alle
Einzelpläne werden in die Plan-GuV überführt
und zeigen die betriebswirtschaftliche Sinnigkeit und
Machbarkeit auf.
Monatlich wird eine Betriebswirtschaftliche
Auswertung mit Plan-Ist-Vergleich von GuV und Bilanz
erstellt und besprochen.
7.2 Marktumfeld
Wie oben unter "2. Wirtschaftliches Umfeld" schon
berichtet, konnten die deutschen Maschinenbauer zwar noch
ungefähr das Produktions- und Umsatzniveau des Jahres
2022 halten.Beim Auftragseingang musste die deutsche
Maschinenbaubranche aber im Jahr 2023 nochmals ein Minus
von im Mittel 12% hinnehmen.
Für unseren direkten Teilbereich
"Präzisionswerkzeuge" zeichnet sich mit ca. minus 9%
Auftragseingang ein nur leicht besseres Bild ab.8
Trotz sinkender Auftragsbestände sieht der VDMA
aber noch keine dramatische Entwicklung, sondern eher eine
übliche Schwächephase im Rahmen der
langjährigen Zyklen.
Nachdem sich im Laufe der ersten Jahreshälfte
die Konjunkturerwartungen der führenden
Wirtschaftsinstitute immer weiter nach unten korrigiert
hatten (der IWF sprach im April 2024 von nur noch 0,2%
Wachstum in Deutschland für das laufende Jahr) zeigt
sich mittlerweile eine zaghafte Aufhellung.
So treffen sich in der letzten VDMA-Prognose die
Kurven von aktueller Lage und Erwartung. Traditionell wird
eigentlich die aktuelle Lage immer etwas besser als die
Aussicht bewertet.
Das letzte Kreuzen dieser beiden Kurven gab es im
Zuge der Corona-Pandemie mit dem bekannten,
überdurchschnittlichen Wachstum nach dem zuvor
erfolgten Absturz.
Die laufende Transformation im Automotive-Bereich
(weg vom Verbrenner hin zum Elektromotor) ist weiterhin
eines der ganz großen Themen in der Industrie wie in
der Gesellschaft; mit einem generellen Risiko einer
Belastung für die Gesamtwirtschaft durch eventuell
sinkende Automobil-Produktion in Deutschland. Insgesamt
sehen wir aber hierin für Wohlhaupter eher eine Chance
auf die Übernahme von Marktanteilen von Wettbewerbern,
da unsere Abhängigkeit vom Automotive-Sektor deutlich
niedriger als bei etlichen Marktbegleitern ist.
Auch im zweiten großen Transformationsthema
unserer Zeit, der Wandlung des Energiesektors weg von
fossilen Energieträgern hin zu regenerativen Quellen,
sehen wir bedeutende Wachstumschancen.
Auch hier lautet das Stichwort "Dekarbonisierung".
Sowohl bei der Produktion der neuen Anlagen zur
Energieerzeugung selbst (wie z.B. Windrädern) als auch
bei den für die Herstellung dieser Anlagen
benötigten neuen Maschinen werden unsere Produkte
benötigt.
7.3 Vertrieb
Durch die Direktbetreuung unserer Kunden in der
DACH-Region durch 10 Mitarbeiter im
Vertriebs-Außendienst sehen wir gleichbleibend gute
Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung.
Daneben sehen wir große Chancen zu einer noch
breiteren Marktdurchdringung in der Verstärkung der
Kooperationen mit regional agierenden Händlern.
Mit circa 2.000 aktiven Kunden aus verschiedensten
Branchen ist das Unternehmen sehr breit aufgestellt, was
die Gefahr der Abhängigkeit von Einzelkunden
minimiert.
In der Abwicklung bieten wir durch unseren Webshop
sowie durch elektronische Auftragsabwicklung (EDI) moderne
Bestellsysteme.
Durch einen sehr hohen Verfügbarkeitsgrad
können wir in aller Regel innerhalb eines Tages die
Ware zum Kunden verbringen und ziehen auch hieraus
Wettbewerbsvorteile.
Im Auslandsgeschäft werden gemeinsam mit der
Muttergesellschaft Allied Machine & Engineering Kunden
in rund 50 Ländern weltweit bedient, was uns Chancen
auf Zuwachs in bisher von Wohlhaupter noch wenig
erschlossenen Ländern bietet. Speziell der US-Markt
hat noch großes Potential für Wohlhaupter
Produkte.
Der Ukraine-Krieg bedeutet wie im Vorjahr
vertriebsseitig kein unmittelbares Risiko. Der Umsatz
sowohl mit Russland als auch der Ukraine selbst bewegte
sich in den letzten Jahren unter einem Anteil von 0,1%.
Es bestehen keine bedeutenden Währungsrisiken,
da im Wesentlichen in EURO fakturiert wird.
7.4 Beschaffung
Erwartungsgemäß hat sich im Jahr 2023 die
Lage an unseren Beschaffungsmärkten beruhigt.
Die allgemeine Stabilisierung der Lieferketten sowie
die weltweit eher schwache Nachfrage haben die
Schwierigkeiten bei der Beschaffung bestimmter Materialien
kleiner werden lassen. Ebenso hat der Druck auf die
Beschaffungspreise nachgelassen, so dass wir nur vereinzelt
moderate Preiserhöhungen im Einkauf zu verzeichnen
haben.
Die Umstellung auf einen größeren Anteil
an Eigenfertigung hat ebenfalls zu einer entspannteren
Situation beigetragen.
Auch auf den Energiemärkten ist eine deutliche
Beruhigung eingetreten. Die Strompreise haben sich
spürbar reduziert, sind aber immer noch auf einem
höheren Niveau als vor der Ukraine-Krise. Die
Volatilität hat deutlich nachgelassen und bringt
dadurch mehr Planungssicherheit.
Aktuell sehen wir keine bedeutenden Risiken
bezüglich der Verfügbarkeit von Vormaterialien,
Energie oder Dienstleistungen.
7.5 Personal
Die Gesamtanzahl der Mitarbeiter am Bilanzstichtag
betrug 130, davon waren 14 Auszubildende in den Berufen
Industriemechaniker, Industriekauffrau/-kaufmann und
Fachinformatiker.
Dem Fachkräftemangel begegnen wir mit einer
Fortsetzung und Ausweitung der dualen Ausbildung in den
Berufen Industriemechaniker, Industriekaufmann/-frau,
Fachinformatiker sowie durch unser Angebot für duale
Studiengänge.
Darüber hinaus unterstützen wir
nebenberufliche Weiterbildungsqualifikationen, etwa zum
Industriemeister oder Techniker, aber auch
Studiengänge zum Bachelor oder Master.
Der Tarifabschluss aus dem Herbst 2022 hat durch
seine lange Laufzeit Planungssicherheit bis zum Ende des
Jahres 2024 gebracht.
Die Tarifbindung sowie unsere zusätzlichen
Sozialleistungen, wie zum Beispiel unsere Kantine,
verbessern die Möglichkeiten zur Mitarbeitergewinnung
deutlich.
7.6 Finanzierung
Wir sind im Wesentlichen über unsere
Mutterunternehmen finanziert; es besteht in diesem Bereich
daher eine starke Abhängigkeit von Allied Machine
& Engineering.
Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch den
Vorteil der Unabhängigkeit von Banken und
Kreditversicherern.
Die positive wirtschaftliche und finanzielle
Entwicklung erlaubt uns, kleinere Investitionen aus dem
operativen Cash-Flow zu finanzieren.
7.7 Risiken aus Garantien
Wir geben für ausgewählte Produkte eine
über die gesetzliche Gewährleistung hinaus
gehende 3-Jahres-Garantie für den Inlandsmarkt. Unser
anhaltend hoher Qualitätsstandard hält den Bedarf
für Rückstellungen und das insgesamt mit der
Leistungszusage verbundene Risiko aber gering. Der
Rückstellungsbedarf bewegt sich prozentual auf dem
Niveau der Vorjahre.
Auch dieses Instrument dient eher als Chance
bezüglich der Kundengewinnung und Kundenzufriedenheit.
7.8 Ukraine Krieg, Nahost Konflikt und
Weltpolitik
Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine dauert
nun schon über zwei Jahre an. Der Ausgang und die
finalen und langfristigen Folgen sind immer noch nicht
absehbar und stellen daher weiterhin ein bedeutendes Risiko
dar; auch wenn sich im bisherigen Verlauf gezeigt hat, dass
die Weltwirtschaft auch mit einer solchen Situation ganz
gut umgehen kann.
Mit dem Überfall der Hamas auf die israelische
Zivilbevölkerung im Oktober 2023 und dem nachfolgenden
bewaffneten Konflikt hat sich ein weiteres geopolitisches
Thema dramatisch zugespitzt. Aufgrund der geringen
Industrialisierung und der Abwesenheit von
weltwirtschaftlich bedeutendem Bergbau schätzen wir
die Risiken daraus für die Wohlhaupter GmbH als eher
gering ein.
Mit etwas mehr Sorge blicken wir dagegen auf die
Entwicklungen rund um Taiwan; diese Spannungen könnten
jederzeit eskalieren, was zumindest die Halbleiter-Branche
stark beeinflussen dürfte.
7.9 Cyber-Kriminalität
Eine latente und zunehmende Bedrohung stellt
mittlerweile für alle Unternehmen und Organisationen
die Cyber-Kriminalität dar.
Die Wohlhaupter GmbH wurde im November Opfer eines
solchen Angriffs, bei welchem zwar kein Virus oder Trojaner
eingesetzt wurde, aber etliche Daten verschlüsselt und
dadurch unbrauchbar wurden.
Dank guter Vorbereitung auf ein solches Szenario
(u.a. auch durch ein gutes Datensicherungskonzept) konnte
der Geschäftsbetrieb innerhalb von 2 Wochen
stufenweise wieder hergestellt werden, wenngleich dies
natürlich mit enormen Anstrengungen und Aufwendungen
verbunden war. Diese Attacke hat uns gezeigt, dass unsere
Vorsorge gut war, uns aber auch nochmals Optionen für
weitere Verbesserungen des Schutzes aufgezeigt. Gleichwohl
wird es niemals eine einhundertprozentige Sicherheit in
diesem ewigen Wettlauf geben.
Wir sind uns also dieser Risiken permanent bewusst,
wissen aber auch, wie in einem (hoffentlich nicht
eintretenden) neuerlichen Fall zu reagieren wäre.
7.10 Zusammenfassung der Chancen und
Risiken
Zusammenfassend sehen wir als wesentliche Chancen die
weitere Gewinnung von Marktanteilen durch die
Transformation im Automotive-Bereich hin zum Elektroauto
sowie des Energiesektors hin zu regenerativen Energien.
Ebenso ergeben sich Chancen aus der permanenten Entwicklung
neuer Produkte, wie zuletzt beispielsweise unsere
Kurzklemmhalter "ES Bore". Wachstumschancen bieten sich
auch im Auslandsgeschäft, insbesondere auf dem
US-Markt.
Als wesentliche Risiken sehen wir vor allem
weltpolitische Entwicklungen, vor allem die zunehmenden
bewaffneten Konflikte oder die Spannungen zwischen den USA
und China sowie den Fachkräftemangel.
Auch das weitere Erstarken von nationalpopulistischen
politischen Kräften in etlichen Ländern in Europa
und der Welt (vor allem den USA mit der anstehenden
Präsidentenwahl im November 2024) nehmen wir als
Risiko für eine freie Wirtschaft wahr. Hoffnung macht,
dass in manchen Ländern (z.B. Polen) sich der
politische Wind auch wieder drehen kann.
Bedeutende Risiken bezüglich der
Verfügbarkeit und den Preisen von Vormaterialien,
Energie oder Dienstleistungen sehen wir derzeit dagegen
nicht.
8.
Prognosebericht
Für das Geschäftsjahr 2024 haben wir
aufgrund der allgemein sehr zurückhaltenden Prognosen
ebenfalls eine eher konservative Ergebnis- und
Umsatzplanung aufgestellt, die aber dennoch von einem
leichten Umsatzwachstum, einem leicht besseren
Rohertrag sowie - vor allem aufgrund höherer
Personalaufwendungen - einem deutlich niedrigeren EBIT wie
im Jahr 2023 ausgeht.
Der bisherige Geschäftsverlauf über das
erste Halbjahr 2024 gibt Anlass zur Hoffnung auf einen
etwas positiveren Verlauf als geplant. Nach einem starken
Jahresanfang sehen wir im 2. Quartal eine leichte
Beruhigung des Geschäfts, aber keinen sich
fortsetzenden negativen Trend.
Sowohl im Umsatz als auch beim Auftragseingang liegen
wir dicht am Budget.
Die im September 2024 beginnenden Tarifverhandlungen
der Metall- und Elektroindustrie erwarten wir mit Spannung.
Die bislang durchgedrungenen Vorstellungen der IG Metall
lassen schwierige Verhandlungen erwarten.
Alles in allem sehen wir uns aber gut aufgestellt und
für alle denkbaren Szenarien gerüstet.
Frickenhausen, 19.08.2024
Frank-M. Wohlhaupter
1 Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums
für Wirtschaft und Klimaschutz vom 13.12.2023 2
Quelle: Deutscher Bundestag - Kurzmeldung vom 21.02.2024 3
Quelle: Destatis - Pressemitteilung Nr. 020 vom 16. Januar
2024 4 Quelle: Destatis - Pressemitteilung Nr. 022 vom 17.
Januar 2023 5 Quelle: Europäische Kommission -
Wirtschaftsprognose Winter 2024 6 Quelle: Statista - IWF
Prognose vom 30. April 2024 7 Quelle: VDMA - AE-Auswertung
2024-12 8 Quelle: VDMA - AE-Auswertung 2024-12
Bilanz
Aktiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
3.058.608,95 |
3.423.894,67 |
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
55.224,48 |
74.701,48 |
| II.
Sachanlagen |
1.902.975,18 |
2.199.842,38 |
| 1.
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken |
1.127,00 |
1.435,00 |
| 2.
technische Anlagen und Maschinen |
1.235.394,00 |
1.734.606,00 |
| 3.
andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung |
333.309,00 |
355.664,00 |
| 4.
geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
333.145,18 |
108.137,38 |
| III.
Finanzanlagen |
1.100.409,29 |
1.149.350,81 |
| 1.
Anteile an verbundenen Unternehmen |
24.003,68 |
24.003,68 |
| 2.
Sonstige Finanzanlagen |
1.076.405,61 |
1.125.347,13 |
| B.
Umlaufvermögen |
13.267.771,21 |
11.753.491,11 |
| I.
Vorräte |
9.365.903,93 |
8.444.575,21 |
| II.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände |
3.493.020,25 |
2.675.584,71 |
| 1.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen |
1.976.870,48 |
1.117.756,38 |
| 2.
sonstige Vermögensgegenstände |
1.516.149,77 |
1.557.828,33 |
| III.
Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei
Kreditinstituten und Schecks |
408.847,03 |
633.331,19 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
83.355,67 |
65.356,58 |
| Aktiva |
16.409.735,83 |
15.242.742,36 |
Passiva
|
|
31.12.2023
EUR |
31.12.2022
EUR |
| A.
Eigenkapital |
3.614.640,91 |
2.291.452,54 |
| I.
Gezeichnetes Kapital |
563.500,00 |
563.500,00 |
| II.
Kapitalrücklage |
5.988.861,34 |
5.988.861,34 |
| III.
Verlustvortrag |
4.260.908,80 |
5.099.952,18 |
| IV.
Jahresüberschuss |
1.323.188,37 |
839.043,38 |
| B.
Sonderposten für Zuschüsse und Zulagen |
3.999,96 |
|
| C.
Rückstellungen |
3.128.664,16 |
2.798.296,63 |
| D.
Verbindlichkeiten |
9.655.587,05 |
10.152.993,19 |
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
229.199,35 |
|
| 2.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen |
7.886.050,83 |
8.784.223,09 |
| 3.
sonstige Verbindlichkeiten |
1.540.336,87 |
1.368.770,10 |
| E.
Rechnungsabgrenzungsposten |
6.843,75 |
|
| Passiva |
16.409.735,83 |
15.242.742,36 |
Gewinn- und Verlustrechnung
|
1.1.2023 - 31.12.2023
EUR |
1.1.2022 - 31.12.2022
EUR |
| 1.
Rohergebnis |
16.450.770,63 |
15.280.949,57 |
| 2.
Personalaufwand |
10.685.845,81 |
10.472.488,32 |
| a)
Löhne und Gehälter |
9.037.162,42 |
8.875.441,58 |
| b)
soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung |
1.648.683,39 |
1.597.046,74 |
| davon
für Altersversorgung |
57.105,06 |
25.001,42 |
| 3.
Abschreibungen |
614.057,19 |
658.311,35 |
| a)
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
614.057,19 |
658.311,35 |
| 4.
sonstige betriebliche Aufwendungen |
3.633.995,67 |
3.094.652,09 |
| 5.
sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
19.229,67 |
19.665,04 |
| 6.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
210.367,20 |
233.515,47 |
| davon
an verbundene Unternehmen |
179.868,63 |
204.831,16 |
| davon
sonstige Zinsen und ähnliche Aufwendungen aus
Abzinsung |
23.701,00 |
25.550,00 |
| 7.
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag |
0,00 |
|
| 8.
Ergebnis nach Steuern |
1.325.734,43 |
841.647,38 |
| 9.
sonstige Steuern |
2.546,06 |
2.604,00 |
| 10.
Jahresüberschuss |
1.323.188,37 |
839.043,38 |
Anhang
I. Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss
Die Gesellschaft ist nach den in § 267 Abs.
2 HGB bezeichneten Größenmerkmalen als
mittelgroße Kapitalgesellschaft einzustufen.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 wurde
gemäß den §§ 242 ff. und
§§ 264 ff. HGB sowie den
einschlägigen Vorschriften des GmbHG aufgestellt.
Die zur Erläuterung der Bilanz und Gewinn- und
Verlustrechnung erforderlichen Angaben sind, soweit
gesetzlich zulässig, in den Anhang übernommen.
Die Gesellschaft nimmt die für mittelgroße
Gesellschaften geltenden Angabenerleichterungen teilweise
in Anspruch.
Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgte unter
der Annahme der Unternehmensfortführung.
1. Angaben zur Identifikation der Gesellschaft laut
Registergericht
Firmenname laut
Registergericht
|
Wohlhaupter GmbH
|
Firmensitz laut
Registergericht
|
Frickenhausen
|
Registereintrag
|
Handelsregister
|
Registergericht
|
Stuttgart
|
Registergerichtsnummer
|
221738
|
II. Angaben zu Bilanzierungs- und
Bewertungsmethoden
1. Auf die einzelnen Posten angewandte
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Immaterielle Vermögensgegenstände
Erworbene immaterielle Anlagewerte wurden zu
Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung
unterlagen, um planmäßige Abschreibungen
vermindert. Die voraussichtlichen Nutzungsdauern betragen
zwischen 3 und 5 Jahren.
Sachanlagen
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs-
bzw. Herstellungskosten angesetzt und, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen vermindert.
In die Herstellungskosten wurden neben den
unmittelbar zurechenbaren Kosten auch notwendige
Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste
Abschreibungen einbezogen.
Die planmäßigen Abschreibungen wurden nach
der voraussichtlichen Nutzungsdauer (2 bis 14 Jahre)
der Vermögensgegenstände linear vorgenommen. Im
Zugangsjahr erfolgt die Abschreibung zeitanteilig.
Bei voraussichtlich dauerhaften Wertminderungen
werden außerplanmäßige Abschreibungen auf
den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.
Aus Vereinfachungsgründen wird das steuerliche
Sammelpostenverfahren auch in der Handelsbilanz angewandt.
Geringwertige Anlagegüter mit Einzelanschaffungskosten
bis zu € 250 werden im Zugangsjahr voll im Aufwand
erfasst. Zugänge mit Anschaffungskosten zwischen
€ 250 bis zu € 1.000 werden im Jahr der
Anschaffung in einen Sammelposten eingestellt und
über 5 Jahre linear abgeschrieben.
Finanzanlagen
Die Finanzanlagen wurden wie folgt angesetzt und
bewertet:
- Anteile an verbundenen Unternehmen zu
Anschaffungskosten
- Sonstige Ausleihungen zum Nennwert
(langfristige Kautionen), zum Deckungskapital zzgl.
Gewinnguthaben (Ansprüche aus
Rückdeckungsversicherungen) bzw. in Höhe des
Erfüllungsbetrags der korrespondierenden
Pensionsrückstellung (Ausgleichsanspruch
für Pensionszahlungen)
Soweit erforderlich, wurde der am Bilanzstichtag
vorliegende niedrigere beizulegende Wert angesetzt.
Vorräte
Bei den Vorräten wurden die Roh-, Hilfs- und
Betriebsstoffe in Gruppen zusammengefasst und mit den
durchschnittlichen Anschaffungskosten oder mit den
niedrigeren Werten zum Bilanzstichtag bewertet.
Der Ansatz der unfertigen Erzeugnisse sowie der
fertigen Erzeugnisse erfolgte mit den Herstellungskosten.
Die Herstellungskosten enthalten die Einzelkosten,
angemessene Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie den
Werteverzehr des Anlagevermögens, soweit dieser durch
die Fertigung veranlasst ist. Zinsen für Fremdkapital
wurden nicht angesetzt. Soweit die Wertansätze den
niedrigeren beizulegenden Wert überstiegen haben,
wurden Abschreibungen auf den niedrigeren Wert zum
Bilanzstichtag vorgenommen.
Bei den Waren erfolgte die Bewertung mit den
durchschnittlichen Anschaffungskosten oder mit den
niedrigeren Werten zum Bilanzstichtag.
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände wurden mit dem Nennwert bzw.
einem niedrigeren Wert nach Berücksichtigung
angemessener Einzelwertberichtigungen für erkennbare
Risiken - und bei den Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen - durch Abzug einer Pauschalwertberichtigung
ausgewiesen.
Rückstellungen
Rückstellungen wurden für alle ungewissen
Verbindlichkeiten und erkennbaren Risiken in Höhe des
nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrags gebildet. Unverzinsliche
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von über
einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
Marktzinssatz gemäß
§ 253 Abs. 2 S. 1 bzw. S. 2 HGB
abgezinst.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten wurden zum Erfüllungsbetrag
angesetzt.
Grundlagen für die Umrechnung von
Fremdwährungsposten in Euro
Geschäftsvorfälle in fremder Währung
wurden zum jeweiligen Tageskurs eingebucht.
Forderungen und Verbindlichkeiten in fremder
Währung sind mit dem Devisenkassamittelkurs am
Bilanzstichtag bewertet. Beträgt die Restlaufzeit mehr
als ein Jahr, wurden (nur) eventuelle Kursverluste am
Bilanzstichtag berücksichtigt.
III. Angaben zur Bilanz
Brutto-Anlagenspiegel
Die Aufgliederung und Entwicklung der Anlagenwerte
ist dem Anlagenspiegel zu entnehmen.
Angaben zu Ausleihungen, Forderungen und
Verbindlichkeiten gegenüber Gesell-
schaftern
Es bestehen die
folgenden Rechte und Pflichten:
|
31.12.2023
|
31.12.2022
|
|
T€
|
T€
|
Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen
|
2.111
|
2.111
|
Angabe zu den Restlaufzeitvermerken
Art der Forderung zum
|
Gesamtbetrag
|
davon mit
einer Restlaufzeit von
|
|
|
mehr als 1 Jahr
|
mehr als 1 Jahr
|
|
31.12.2023
|
31.12.2023
|
31.12.2022
|
|
T€
|
T€
|
T€
|
gegen verbundene
Unternehmen
|
1.977
|
0
|
0
|
sonstige
Vermögensgegenstände
|
1.516
|
14
|
14
|
Summe
|
3.493
|
14
|
14
|
Pensionsrückstellungen
Zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen wurde
das Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected-Unit-Credit
Methode) angewendet.
Für die Berechnungen wurden folgende Annahmen
getroffen:
pauschale
durchschnittliche Restlaufzeit von 15 Jahren
|
|
Abzinsungssatz
|
1,82%
|
erwartete Lohn- und
Gehaltssteigerungen
|
0 %
|
Sterbetafeln nach Prof.
Dr. Klaus Heubeck "HEUBECK-RICHTTAFELN 2018 G"
|
|
Aus der Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit
dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn
Jahre (1,82%) ergibt sich im Vergleich zur Abzinsung mit
dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben
Jahre (1,74%) ein Unterschiedsbetrag in Höhe von
€ 8.669 (Vorjahr: € 45.012). Dieser
Unterschiedsbetrag ist für die Ausschüttung
gesperrt.
Angabe zu den Restlaufzeiten/Verbindlichkeitenspiegel
sowie Sicherungsrechten
Art der Verbindlichkeit
zum
|
|
31.12.2023
|
|
|
31.12.2022
|
|
|
|
Restlaufzeit
|
|
Restlaufzeit
|
|
Gesamt
|
bis 1 Jahr
|
mehr als 1 Jahr
|
Gesamt
|
bis 1 Jahr
|
mehr als 1 Jahr
|
|
T€
|
T€
|
T€
|
T€
|
T€
|
T€
|
Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
|
229
|
229
|
0
|
0
|
0
|
0
|
gegenüber
verbundenen Unternehmen
|
7.886
|
2.408
|
5.478
|
8.784
|
2.132
|
6.653
|
sonstige
Verbindlichkeiten
|
1.540
|
1.540
|
0
|
1.369
|
1.369
|
0
|
Summe
|
9.655
|
4.177
|
5.478
|
10.153
|
3.501
|
6.653
|
Die bilanzierten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten sind durch Sicherungsübereignung der
Vorräte sowie durch Globalabtretung von Forderungen
aus Warenlieferungen und Leistungen gesichert.
Von den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen ist ein Betrag i. H. v.
T€ 2.820 durch Sicherungsübereignung der
Vermögensgegenstände gesichert.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als
5 Jahren bestehen i. H. v. T€ 1.518
(Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen).
Nicht in der Bilanz erscheinende Geschäfte
Die Gesellschaft hat Pacht- und Leasingverträge
über die Nutzung von Grundstücken und
Gebäuden, einen Teil der Betriebs- und
Geschäftsausstattung sowie Kraftfahrzeugen
abgeschlossen. Den Vorteilen der Verringerung der
Kapitalbindung sowie des Investitionsrisikos steht ein
Liquiditätsnachteil bezüglich der Pacht- und
Leasingaufwendungen gegenüber. Die Restlaufzeiten
liegen bei den Leasingverträgen zwischen 9 und 53
Monaten. Der Pachtvertrag hat eine Restlaufzeit von 8,5
Monaten. Darüber hinaus besteht ein Bestellobligo in
Höhe von T€ 497.
|
31.12.2023
|
|
31.12.2022
|
|
T€
|
|
T€
|
fällig innerhalb
eines Jahres
|
1.002
|
|
496
|
fällig nach mehr
als einem Jahr
|
266
|
|
295
|
Gesamt
|
1.268
|
|
791
|
IV. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Gewinne bzw. Verluste aus Währungsumrechnung
Die sonstigen betrieblichen Erträge bzw.
Aufwendungen beinhalten Gewinne aus Währungsumrechnung
in Höhe von T€ 1,1 (Vorjahr: T€ 72,8)
bzw. Verluste aus Währungsumrechnung in Höhe
von T€ 1,2 (Vorjahr: T€ 16,5).
Erläuterung der Erträge und Aufwendungen von
außergewöhnlicher Größenord-
nung oder außergewöhnlicher Bedeutung
Im Personalaufwand (Löhne und Gehälter) ist
die Inflationsausgleichsprämie in Höhe von
T€ 180 enthalten.
Durch den Cyberangriff sind ca. T€ 80 an
Aufwendungen entstanden, denen Versicherungserstattungen
zum Cyberangriff in Höhe von ca. T€ 80
entgegenstehen.
V. Sonstige Angaben
Durchschnittliche Zahl der während des
Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitneh-
mer
|
|
Zahl
|
Gewerbliche Arbeitnehmer
|
|
72
|
Angestellte
|
|
46
|
Gesamtzahl der
durchschnittlich beschäftigten Arbeitnehmer
|
|
118
|
Namen der Geschäftsführer
Während des abgelaufenen Geschäftsjahrs
wurden die Geschäfte des Unternehmens durch folgende
Personen geführt:
Herr Dipl.-Ing. (FH)
Frank-M. Wohlhaupter
|
|
alleiniger
Geschäftsführer
|
|
Hinsichtlich der Angabe zu den Gesamtbezügen der
Geschäftsführer wurde von der Schutzklausel
gemäß § 286 Abs. 4 HGB Gebrauch gemacht.
Angaben über den Anteilsbesitz an anderen
Unternehmen
Firmenname / Sitz
|
Anteilshöhe
|
Jahresergebnis
|
Eigenkapital
|
|
|
T€
|
T€
|
Wohlhaupter India
Private Limited / Neu Delhi, Indien*
|
99,99%
|
9
|
385
|
* Jahresabschluss zum 31.3.2023
Konzernverhältnisse
Der Jahresabschluss der Wohlhaupter GmbH wird in den
Konzernabschluss der Allied Machine & Engineering Corp.
mit Sitz in Dover, Ohio (USA) einbezogen. Der
Konzernabschluss der Allied Machine & Engineering Corp.
stellt gleichzeitig den größten und kleinsten
Konzernkreis dar.
Unterschrift der Geschäftsführung
Frickenhausen, 19.
August 2024
|
gez. Frank-M.
Wohlhaupter
|
|
|
Anschaffungs-,
Herstellungs- kosten
|
Zugänge
|
Abgänge
|
Anschaffungs-,
Herstellungs- kosten
|
|
|
01.01.2023
|
|
|
31.12.2023
|
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
|
358.655,62
|
1.603,68
|
0
|
360.259,30
|
II.
Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken
|
3.078,37
|
0
|
0
|
3.078,37
|
|
2. technische Anlagen
und Maschinen
|
3.588.761,42
|
0
|
0
|
3.588.761,42
|
|
3. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattungen
|
914.165,81
|
71.101,51
|
0
|
985.267,32
|
|
4. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
475.000,00
|
225.007,80
|
0
|
700.007,80
|
|
Summe Sachanlagen
|
4.981.005,60
|
296.109,31
|
0
|
5.277.114,91
|
III.
Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Anteile an
verbundenen Unternehmen
|
24.003,68
|
0
|
0
|
24.003,68
|
|
2. sonstige Ausleihungen
|
1.125.347,13
|
17.966,59
|
66.908,11
|
1.076.405,61
|
|
Summe Finanzanlagen
|
1.149.350,81
|
17.966,59
|
66.908,11
|
1.100.409,29
|
|
Summe
Anlagevermögen
|
6.489.012,03
|
315.679,58
|
66.908,11
|
6.737.783,50
|
|
|
kumulierte
Abschreibungen
|
Abschreibung
Geschäftsjahr
|
Abgänge
|
kumulierte
Abschreibungen
|
|
|
01.01.2023
|
|
|
31.12.2023
|
|
|
€
|
€
|
€
|
€
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
|
283.954,14
|
21.080,68
|
0
|
305.034,82
|
II.
Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken
|
1.643,37
|
308
|
0
|
1.951,37
|
|
2. technische Anlagen
und Maschinen
|
1.854.155,42
|
499.212,00
|
0
|
2.353.367,42
|
|
3. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattungen
|
558.501,81
|
93.456,51
|
0
|
651.958,32
|
|
4. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
366.862,62
|
0
|
0
|
366.862,62
|
|
Summe Sachanlagen
|
2.781.163,22
|
592.976,51
|
0
|
3.374.139,73
|
III.
Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Anteile an
verbundenen Unternehmen
|
0
|
0
|
0
|
0
|
|
2. sonstige Ausleihungen
|
0
|
0
|
0
|
0
|
|
Summe Finanzanlagen
|
0
|
0
|
0
|
0
|
|
Summe
Anlagevermögen
|
3.065.117,36
|
614.057,19
|
0
|
3.679.174,55
|
|
|
Buchwert
|
|
|
|
|
|
31.12.2023
|
|
|
|
|
|
€
|
|
|
|
Anlagevermögen
|
|
|
|
|
I.
Immaterielle Vermögensgegenstände
|
55.224,48
|
|
|
|
II.
Sachanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Grundstücke,
grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken
|
1.127,00
|
|
|
|
|
2. technische Anlagen
und Maschinen
|
1.235.394,00
|
|
|
|
|
3. andere Anlagen,
Betriebs- und Geschäftsausstattungen
|
333.309,00
|
|
|
|
|
4. geleistete
Anzahlungen und Anlagen im Bau
|
333.145,18
|
|
|
|
|
Summe Sachanlagen
|
1.902.975,18
|
|
|
|
III.
Finanzanlagen
|
|
|
|
|
|
1. Anteile an
verbundenen Unternehmen
|
24.003,68
|
|
|
|
|
2. sonstige Ausleihungen
|
1.076.405,61
|
|
|
|
|
Summe Finanzanlagen
|
1.100.409,29
|
|
|
|
|
Summe
Anlagevermögen
|
3.058.608,95
|
|
|
|
sonstige Berichtsbestandteile
Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 16.10.2024 festgestellt.
Bestätigungsvermerk
Bei dem vorstehenden Jahresabschluss handelt es sich
um die nach § 327 HGB für Offenlegungszwecke
verkürzte Fassung. Zu dem vollständigen
Jahresabschluss und dem Lagebericht wurde der folgende
Bestätigungsvermerk erteilt:
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN
ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Wohlhaupter GmbH
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Wohlhaupter GmbH -
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der
Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem
Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der
Wohlhaupter GmbH für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
· entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.
Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023 und · vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht
dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss,
entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und
stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3
Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung
zu keinen Einwendungen gegen die
Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des
Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit
§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
· identifizieren und beurteilen wir die
Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im
Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen
Handlungen oder Irrtümern, planen und führen
Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken
durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die
ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für
unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als
das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden,
da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken,
Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten,
irreführende Darstellungen bzw. das
Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten
können.
· gewinnen wir ein Verständnis von
dem für die Prüfung des Jahresabschlusses
relevanten internen Kontrollsystem und den für die
Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die
unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch
nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit
dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
· beurteilen wir die Angemessenheit der
von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von
den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten
Werte und damit zusammenhängenden Angaben.
· ziehen wir Schlussfolgerungen über
die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf
der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine
wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen
oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir
zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit
besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk
auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und
im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere
Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum
unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder
Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr
fortführen kann.
· beurteilen wir Darstellung, Aufbau und
Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich
der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde
liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
· beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von
der Lage der Gesellschaft.
· führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im
Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter
Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere
die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen
Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und
beurteilen die sachgerechte Ableitung der
zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein
eigenständiges Prüfungsurteil zu den
zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde
liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein
erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige
Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Pforzheim, 28. August
2024
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dhmp NEXT GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
Roland Sprinz, Wirtschaftsprüfer
René Asprion, Wirtschaftsprüfer
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