Sparkasse Pfaffenhofen

Pfaffenhofen an der Ilm

Stammdaten

Register
Amtsgericht Ingolstadt HRA 170185
Vorher
Vereinigte Sparkassen des Landkreises Pfaffenhofen a.d. Ilm
Eingetragen
19.4.2000
Branche
Kreditinstitute des SparkassensektorsKreditinstitute mit SonderaufgabenKreditinstitute des Genossenschaftssektors
Gegenstand
Örtliche Versorgung mit Finanzdienstleistungen nach Maßgabe der Sparkassenordnung (Verordnung über die Organisation und den Geschäftsbetrieb der Sparkassen vom 1.12.1997, GVBl. 1997 S. 816 ff). In diesem Rahmen betreibt die Sparkasse als Kreditinstitut nach dem Gesetz über das Kreditwesen (KWG) alle banküblichen Geschäfte.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Vorsitzender des Vorstands
Ingrid Stocker
seit 6.10.2022
Vorstandsmitglied

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Sparkasse Pfaffenhofen

Pfaffenhofen a.d. Ilm

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht der Sparkasse Pfaffenhofen zum 31. Dezember 2023


Aufgrund der Anpassungen in den Risikosteuerungs- und -controllingprozessen an die neuen Anforderungen für die Risikotragfähigkeit wurde das Gebot der Darstellungsstetigkeit im Risikobericht zulässigerweise durchbrochen.

1. Grundlagen der Sparkasse und Geschäftsmodell


Die Sparkasse Pfaffenhofen ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Pfaffenhofen a.d. Ilm. Träger der Sparkasse ist der Zweckverband Sparkasse Pfaffenhofen. Mitglieder des Sparkassenzweckverbandes sind der Landkreis Pfaffenhofen, die Stadt Pfaffenhofen, der Markt Wolnzach und die Stadt Geisenfeld. Grundsätzlich betreibt die Sparkasse alle banküblichen Geschäfte, soweit es das bayerische Sparkassengesetz und die auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsverordnungen oder die Satzung der Sparkasse vorsehen. Organe der Sparkasse sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Der Vorstand, bestehend aus 2 Mitgliedern, leitet die Sparkasse in eigener Verantwortung, vertritt sie und führt ihre Geschäfte. Der Verwaltungsrat bestimmt die Richtlinien für die Geschäfte der Sparkasse und überwacht den Vorstand. Die Sparkasse Pfaffenhofen ist Mitglied des Sparkassenverbands Bayern und über diesen dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband angeschlossen. Sie haftet mit den anderen bayerischen Sparkassen gemäß § 8 Abs. 2 der Satzung des Sparkassenverbands Bayern für die Verbindlichkeiten des Sparkassenverbands Bayern. Die Sparkasse ist Mitglied im Sparkassenverband Bayern und über dessen Sparkassen-Teilfonds dem Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das institutsbezogene Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe als Einlagensicherungssystem nach dem Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) amtlich anerkannt. Das Sicherungssystem stellt im Entschädigungsfall sicher, dass den Kunden der Sparkassen der gesetzliche Anspruch auf Auszahlung ihrer Einlagen gemäß dem EinSiG erfüllt werden kann ("gesetzliche Einlagensicherung"). Darüber hinaus ist es das Ziel des Sicherungssystems, einen Entschädigungsfall zu vermeiden und die Sparkassen selbst zu schützen, insbesondere deren Liquidität und Solvenz zu gewährleisten ("diskretionäre Institutssicherung").


Die Sparkasse Pfaffenhofen unterliegt dem Regionalprinzip. Dabei steht im Vordergrund, auf Grundlage der Markt- und Wettbewerbserfordernisse vorrangig im Geschäftsgebiet den Wettbewerb zu stärken und alle Bevölkerungskreise, die Wirtschaft und die öffentliche Hand ausreichend mit geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen zu versorgen. Zum 31. Dezember 2023 unterhält die Sparkasse eine Hauptstelle, 14 Geschäftsstellen und eine SB-Geschäftsstelle in ihrem Geschäftsgebiet.

2. Wirtschaftsbericht

2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogenen Rahmenbedingungen


Das Jahr 2023 war von hoher Inflation geprägt, was die Kaufkraft der Einkommen sowie den Konsum schwächte. Zudem bremsten die in fast allen Währungsräumen fortgesetzten Zinssteigerungen die Nachfrage - beim Verbrauch, aber vor allem bei den Investitionen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) beziffert das Wachstum der Weltwirtschaft 2023 auf insgesamt 3,0 %. Das BIP der USA wuchs 2023 überdurchschnittlich, wohingegen der Euroraum gemäß der Schätzung des IWF nur noch 0,7 % realen Zuwachs erzielte (Quelle: DSGV).


In Deutschland kostete die bis weit in das Jahr 2023 hinein auf hohem Niveau bleibende Inflation ebenfalls Kaufkraft. Die Nominaleinkommensentwicklung zog erst zeitlich verzögert nach. Somit war im Jahresdurchschnitt die Entwicklung der verfügbaren Einkommen mit 5,9 % nominalem Zuwachs genauso hoch wie der Anstieg der Verbraucherpreise. Mit -0,8 % schrumpfte der private Verbrauch 2023 stärker als das BIP. Die Sparquote stieg leicht um zwei Promillepunkte auf 11,3% (Quelle: DSGV).


Investitionen und Bautätigkeit in Deutschland wurden durch das erhöhte Zinsniveau infolge hoher Inflationsraten stark gebremst. Zunächst wurde noch der gute Auftragsbestand bei begonnenen Projekten abgearbeitet. Doch das Angehen neuer Projekte kam fast völlig zum Erliegen. Die Bauinvestitionen sanken preisbereinigt um 2,1 %. Am stärksten war der Rückgang im Wohnungsbau (Quelle: DSGV).


Trotz der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung blieb der deutsche Arbeitsmarkt 2023 robust. Die Arbeitslosenquote hat sich trotz hoher Nettozuwanderung und stagnierender Produktion in der Abgrenzung der Bundesagentur für Arbeit 2023 nur moderat um vier Promillepunkte auf 5,7 % erhöht (Quelle: DSGV).


Das Jahr 2023 war für die bayerische Wirtschaft ein Jahr der Stagnation. Eine Rezession konnte - im Gegensatz zur deutschen Wirtschaft - jedoch vermieden werden. Das BIP im Freistaat dürfte sich in etwa auf Vorjahresniveau eingependelt haben. Der bayerische Arbeitsmarkt hat im Jahr 2023 erneut Stabilität bewiesen. Die Arbeitslosenquote im Freistaat war mit 3,4 % im Jahresdurchschnitt 2023 erneut die niedrigste unter allen Bundesländern. Im Landkreis Pfaffenhofen und somit dem überwiegenden Geschäftsgebiet der Sparkasse lag sie unterhalb der Quote des Freistaates bei 2,1 % (Quelle: Bundesagentur für Arbeit) und ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 0,2 % gestiegen.


Der Markt der Kreditinstitute im Landkreis Pfaffenhofen ist übersichtlich. Mit den Genossenschaftsbanken, welche die größte Konkurrenz darstellen und der Hypovereinsbank gibt es nur wenig stationäre Konkurrenz. Insgesamt sind drei direkt konkurrierende Filialbanken im Geschäftsgebiet der Sparkasse Pfaffenhofen ansässig. Daneben bietet noch die Postbank an 4 Standorten Finanzdienstleistungen an. Diese Banken haben insgesamt 18 Filialen incl. SB-Centern, d.h. in der Summe nur etwas mehr als die Sparkasse Pfaffenhofen insgesamt an Geschäftsstellen hat.


Die geldpolitische Bremsung war in fast allen großen Währungen in diesem Ausmaß und in dieser Geschwindigkeit ohne Beispiel. Im Euroraum wurden die Leitzinsen aus dem noch bis Mitte 2022 herrschenden Negativzins heraus in nur gut einem Jahr bis zum Herbst 2023 um 450 Basispunkte erhöht. Der Satz der Einlagefazilität erreichte zum Jahresende 4 % (Quelle: DSGV).

2.2 Bedeutsamste finanzielle Leistungsindikatoren


Folgende Kennziffern stellen unsere bedeutsamsten finanziellen Leistungsindikatoren dar:

Geschäftsverlauf: Entwicklung des Kundenkreditgeschäfts, der Kundeneinlagen und der Bilanzsumme

Vermögenslage: Eigenmittelzuführung und Eigenmittelausstattung

Finanzlage: LCR, NSFR und die Survival Period

Ertragslage: Betriebsergebnis vor Bewertung, Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven) und Cost-Income-Ratio (CIR)


Erstmals wurde im Berichtsjahr die Kennzahl Bilanzsumme als zusätzlicher, bedeutsamer finanzieller Leistungsindikator festgelegt.

2.3 Geschäftsverlauf


Im Prognosebericht des letzten Jahres hat die Sparkasse ausgeführt, dass angesichts der gesamtwirtschaftlichen Prognosen sowohl beim Kundenkreditvolumen als auch bei den Kundeneinlagen ein Bestand auf dem Niveau des Vorjahres erwartet wird. Die prognostizierten Erwartungen zum Geschäftsverlauf sind nicht eingetreten. Entgegen der Prognose bewegt sich der Bestand des Kundenkreditvolumens über dem Vorjahresniveau, während das Volumen der Kundeneinlagen darunter liegt.


Die Bilanzsumme sank im Jahr 2023 auf 1.804,7 Mio. EUR. Der Rückgang von 85,2 Mio. EUR oder 4,51 % im Vergleich zum Vorjahr ist im Wesentlichen auf die teilweise Rückführung von Refinanzierungsgeschäften bei der Deutschen Bundesbank sowie dem Rückgang bei den Kundeneinlagen zurückzuführen. Gleichermaßen ist ein Rückgang des Geschäftsvolumens (Bilanzsumme zzgl. Eventualverbindlichkeiten) um 67,1 Mio. EUR oder 3,48 % auf 1.859,4 Mio. EUR zu verzeichnen.


In Folge der Zinsentwicklung und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung war eine Reduzierung des Kreditneugeschäfts im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Dennoch liegen die Forderungen an Kunden, entgegen der Prognose, nach Abzug der Wertberichtigungen und der Vorsorgereserven nach § 340f HGB mit 1.240,1 Mio. EUR um 86,5 Mio. EUR (+ 7,50%) über dem Vorjahresniveau. Die Veränderungen sind im Wesentlichen auf die nach wie vor vorhandene Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten sowie gewerblichen Finanzierungen, als auch auf Auszahlungen von unwiderruflichen Kreditzusagen aus den Vorjahren zurückzuführen.


Die Eigenanlagen (Forderungen an Kreditinstitute, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere) der Sparkasse reduzierten sich um 180,8 Mio. EUR auf 489,5 Mio. EUR. Der Bestand an Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere war im Geschäftsjahr 2023, in erster Linie wegen Fälligkeiten und Verkäufen vor Fälligkeit zur Stützung der unterjährigen Liquidität sowie Umschichtung in Forderungen an Kunden, rückläufig. Aus selbigen Gründen verringerte sich auch der Bestand im Bereich Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere. Die Reduzierung der Forderungen an Kreditinstitute resultiert überwiegend aus einer geringeren Anlage im Rahmen der Einlagenfazilität bei der deutschen Bundesbank.


Bei der Barreserve war im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 10,1 Mio. EUR auf 20,1 Mio. EUR (+ 100,65%) zu verzeichnen, der im Wesentlichen auf eine stichtagsbedingte Erhöhung des Mindestreserveguthabens bei der Deutschen Bundesbank zurückzuführen ist. Der unter den Beteiligungen ausgewiesene Anteilsbesitz der Sparkasse nimmt um 0,3 Mio. EUR auf 19,7 Mio. EUR (+ 1,65 %) zu. Hierzu trägt eine Zuschreibung auf eine Verbundbeteiligung am Jahresende bei. Die Sachanlagen haben sich abschreibungsbedingt minimal um 0,2 Mio. EUR auf 14,7 Mio. EUR (-1,57 %) verringert.


Bei den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten war ein Rückgang um 38,0 Mio. EUR auf 173,2 Mio. EUR (- 17,99%) zu verzeichnen, was hauptsächlich in einer Reduzierung der Mittelaufnahme bei der Deutschen Bundesbank in Form von Offenmarktgeschäften begründet ist.


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden weisen, entgegen unserer Erwartungen des Vorjahres, einen Rückgang um 64,6 Mio. EUR auf 1.399,4 Mio. EUR (- 4,41%) auf. Während die Spareinlagen mit 152,6 Mio. EUR um 78,7 Mio. EUR (- 34,02 %) unter dem Vorjahresniveau liegen, weisen die anderen Verbindlichkeiten mit 1.246,8 Mio. EUR eine leichte Steigerung von 14,0 Mio. EUR oder 1,14 % auf. Diese Entwicklung beruht auf den täglich fälligen Verbindlichkeiten, die um 333,3 Mio. EUR (-27,08 %) von 1.230,5 Mio. EUR auf 897,2 Mio. EUR gesunken sind, während die Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist deutlich von 2,2 Mio. EUR um 347,3 Mio. EUR auf 349,5 Mio. EUR gestiegen sind. Diese Umschichtung bei den anderen Verbindlichkeiten liegt in der Rückkehr der Guthabenverzinsung für längerfristige Anlageprodukte begründet.


Die Sparten des Dienstleistungs- und Verbundgeschäftes haben sich unterschiedlich entwickelt. Dies ist auf einen deutlichen Anstieg im Wertpapiergeschäft zurückzuführen. Dagegen mussten in den Sparten Versicherungsgeschäft und Neuvermittlung Bausparverträge leichte und beim Immobilienvermittlungsgeschäft spürbare Rückgänge beim Vertragsvolumen hingenommen werden.

2.4 Vermögenslage


In der folgenden Tabelle wird die Bilanzstruktur der Sparkasse dargestellt:

AKTIVA 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR in % BS in % BS
Barreserve 20.134 10.034 1,1 0,5
Forderungen an Kreditinstitute 119.744 202.830 6,6 10,7
Forderungen an Kunden 1.240.055 1.153.574 68,8 61,0
Wertpapiergeschäft 369.760 467.497 20,5 24,8
Beteiligungen 19.669 19.349 1,1 1,0
Immaterielle Anlagewerte u. Sachanlagen 14.760 15.010 0,8 0,8
Sonstiges 20.566 21.625 1,1 1,1
Bilanzsumme (BS) 1.804.688 1.889.919 100,0 100,0
davon Anlagevermögen 237.207 240.552 13,1 12,7
PASSIVA 31.12.2023 31.12.2022 31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR in % BS in % BS
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 173.191 211.194 9,6 11,2
Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.399.379 1.464.015 77,6 77,5
Verbriefte Verbindlichkeiten 0 0 0,0 0,0
Nachrangige Verbindlichkeiten 3.204 3.204 0,2 0,2
Eigenkapital (inkl. Fonds für allg. Bankrisiken gem. § 340g HGB) 208.326 191.749 11,5 10,1
Sonstiges 20.588 19.757 1,1 1,0
Bilanzsumme (BS) 1.804.688 1.889.919 100,0 100,0


Im Prognosebericht des letzten Jahres hat die Sparkasse ausgeführt, dass sie trotz der Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise in Europa sowie der volatilen Zins- und Kapitalmärkte mit höheren Zuführungen zum Eigenkapital (inkl. dem Fonds für allg. Bankrisiken gem. § 340g HGB) rechnet. Die prognostizierten Erwartungen hinsichtlich der Vermögenslage wurden erfüllt sowie teilweise übertroffen.


In der Bilanzstruktur ergaben sich gegenüber dem Vorjahr folgende bedeutsamen Veränderungen:


Der Rückgang der Bilanzsumme ist bedingt durch die bereits unter dem Abschnitt Geschäftsverlauf beschriebenen Rückführung von Refinanzierungsgeschäften bei der Deutschen Bundesbank sowie dem Rückgang bei den Kundeneinlagen. Die hierfür erforderlichen Mittel wurden im Wesentlichen durch die Reduzierung der Forderungen an Kreditinstitute sowie des Wertpapierbestandes erbracht. Daneben fand auch eine Umschichtung des Wertpapierbestandes zu den Forderungen an Kunden statt.


Nach der durch den Verwaltungsrat noch zu beschließenden Verwendung des Jahresergebnisses wird das Eigenkapital (Sicherheitsrücklage inkl. dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g HGB) 208,3 Mio. EUR betragen. Dies entspricht einer Steigerung von 8,65 % gegenüber dem Vorjahr. Wie erwartet fiel die Zuführung zum Eigenkapital (incl. dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g HGB) insgesamt höher aus und lag sogar über dem Prognosewert des Vorjahres. Im Berichtsjahr wurde eine Zuführung zu dem Fonds für allgemeine Bankrisiken gem. § 340g HGB sowie zu den Vorsorgereserven gem. § 340f HGB vorgenommen.


Zum Bilanzstichtag verfügt die Sparkasse über eine angemessene aufsichtsrechtliche Eigenmittelbasis. Die Gesamtkapitalquote als Relation der Eigenmittel zum Gesamtrisikobetrag liegt bei 15,65 % (Vorjahr 15,79 %). Die Eigenmittelanforderungen in Höhe von 9,50 %, bestehend aus den Anforderungen aus Art. 92 CRR sowie § 6c KWG, wurden im Berichtsjahr, wie prognostiziert, jederzeit eingehalten.

2.5 Finanzlage


Im Prognosebericht des letzten Jahres hat die Sparkasse ausgeführt, dass sie über ausreichend Liquidität verfügt. Zudem prognostizierte die Sparkasse eine gesicherte Refinanzierung, die Erfüllung der aufsichtsrechtlich geforderten Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) und der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Fund Ratio - NSFR) sowie die Einhaltung der Survival Period. Die prognostizierten Erwartungen hinsichtlich der Finanzlage haben sich erfüllt.


Die Zahlungsfähigkeit der Sparkasse war im Geschäftsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Zur Überwachung unserer Zahlungsbereitschaft dienen kurz- und mittelfristiger Finanzpläne, die die fälligen Geldanlagen und -aufnahmen sowie die statistisch aus der Vergangenheit entwickelten Prognosewerte des Kundengeschäfts enthalten. Der Zeitraum für die Prognose der Liquiditätsentwicklung beträgt ein Jahr. Die eingeräumten Kredit- bzw. Dispositionslinien bei der Deutschen Bundesbank und der BayernLB wurden zeitweilig in Anspruch genommen. Die Möglichkeit zur Refinanzierung bei der Deutschen Bundesbank im Rahmen von gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (GLRG) wurde, bei reduziertem Bestand, beibehalten.


Die Mindestquote der Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) gemäß den Vorgaben der delegierten Verordnung (EU) 2015/61 wurde im gesamten Geschäftsjahr eingehalten. Sie lag am Bilanzstichtag mit 197,76 % deutlich über dem Mindestwert. Auch die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) lag durchgängig über der aufsichtlichen Mindestquote von 100 %. Sie betrug zum Bilanzstichtag 122,24 %. Ebenso war die Survival Period des kombinierten Stressszenarios im gesamten Geschäftsjahr größer als 3 Monate.

2.6 Ertragslage


Zur Analyse der Ertragslage wird für interne Zwecke und für den überbetrieblichen Vergleich der bundeseinheitliche Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation eingesetzt. Dieser beinhaltet eine detaillierte Aufspaltung und Analyse des Ergebnisses der Sparkasse in Relation zur Durchschnittsbilanzsumme. In das danach errechnete Betriebsergebnis vor Bewertung gehen die ordentlichen Erträge aus Zins-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäften ein. Zur Ermittlung des Betriebsergebnisses vor Bewertung werden die Erträge und Aufwendungen um periodenfremde und außergewöhnliche Posten bereinigt, die in der internen Darstellung dem neutralen Ergebnis zugerechnet werden.


Die Ertragslage stellt sich auf Basis des Betriebsvergleichs wie folgt dar:

Posten des Betriebsvergleichs 31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR %
Zinsüberschuss 29,7 27,9 1,8 6,5
Provisionsüberschuss 10,7 10,6 0,1 0,9
Sonstige ordentliche Erträge 1,2 1,2 0,0 0,0
Gesamtertrag 41,6 39,7 1,9 4,8
Allgemeine Verwaltungsaufwendungen: 22,7 21,4 1,3 6,1
- Personalaufwand 15,3 14,4 0,9 6,3
- andere Verwaltungsaufwendungen 7,4 7,0 0,4 5,7
Sonstige ordentliche Aufwendungen 0,5 0,5 0,0 0,0
Gesamtaufwand 23,2 21,9 1,3 5,9
Betriebsergebnis vor Bewertung 18,4 17,8 0,6 3,4
Bewertungsergebnis 1) 3,6 -19,5 -23,1 -118,5
Dotierung / Auflösung stiller / offener Reserven -18,0 4,1 22,1 539,0
Betriebsergebnis nach Bewertung 4,0 2,4 1,6 66,7
Neutrales Ergebnis -0,4 -0,3 0,1 33,3
Ergebnis vor Steuern 3,6 2,1 1,5 71,4
Steuern -2,9 -1,4 -1,5 107,1
Jahresergebnis 0,7 0,7 0,0 0,0

1) Ohne Zuführung bzw. Auflösung zu den Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.


Die in diesem Bericht angegebenen Zahlenwerte beruhen jeweils auf kaufmännisch exakten Rundungen. Die ausgewiesenen Summen können daher von den sich bei Summierung der Einzelwerte ergebenden Ergebnissen geringfügig abweichen.


Im Prognosebericht des letzten Jahres hat die Sparkasse ausgeführt, dass vor dem Hintergrund der Folgen des Russland-Ukraine-Kriegs und der damit verbundenen Energiekrise in Europa sowie der volatilen Zins- und Kapitalmärkte mit einem leicht unter dem Vorjahresniveau liegenden Betriebsergebnis vor Bewertung und einem moderaten Anstieg der Cost-Income-Ratio zu rechnen ist. Zudem prognostizierte die Sparkasse ein deutlich besseres Bewertungsergebnis und somit ein deutlich über dem Vorjahresniveau liegendes Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven). Die prognostizierten Erwartungen hinsichtlich der Ertragslage haben sich im Wesentlichen erfüllt bzw. wurden teilweise sogar übertroffen.


Der Zinsüberschuss ist die bedeutsamste Ertragsquelle im Geschäft der Sparkasse. Entsprechend der Prognose verzeichnete dieser einen leichten Anstieg. Ursächlich hierfür sind die deutlichen Zinsanstiege an den Geld- und Kapitalmärkten, welche sich im Geschäftsjahr sowohl auf das Kundenkreditgeschäft als auch auf das zinsbedingte Eigengeschäft der Sparkasse niedergeschlagen haben.


Der Provisionsüberschuss lag im Jahr 2023 entgegen der Prognose erfreulicherweise insgesamt leicht über dem Vorjahreswert. Ursächlich waren im Wesentlichen steigende Erlöse aus den Bereichen Giro- und Zahlungsverkehr sowie Wertpapiergeschäft, welche die rückläufigen Erträge aus den Bereichen Bauspar-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft überkompensiert haben.


Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen waren insgesamt, entgegen der Prognose, nur leicht steigend. Der leichte Anstieg ist insbesondere auf höhere Gehälter infolge von Tariferhöhungen zurückzuführen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen fielen im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls etwas höher aus. Durch das konsequente Kostenmanagement der Sparkasse konnte der Anstieg bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen, trotz des weiterhin allgemein gestiegenen Preisniveaus, gering gehalten werden.


Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt mit 1,01 % der Durchschnittsbilanzsumme (DBS) mit 0,07 % der DBS über dem Vorjahreswert und übertrifft somit unsere Erwartungen des Vorjahres.


Die auf Basis der Betriebsvergleichswerte zur Unternehmenssteuerung eingesetzte Cost-Income-Ratio (Verhältnis des aus Personal- und Sachaufwand bestehenden Verwaltungsaufwands zum um den sonstigen ordentlichen Aufwand gekürzten Bruttoertrag) beträgt 55,1 % (Vorjahr 54,5 %) und weist somit nur einen leichten Anstieg aus. Die Entwicklung war somit ebenfalls günstiger als unsere Erwartung.


Das Bewertungsergebnis (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven) fiel mit einem positiven Saldo von 3,6 Mio. EUR um 23,1 Mio. EUR deutlich günstiger aus als im Vorjahr und übertraf damit unsere Erwartungen. Ausschlaggebend hierfür waren maßgeblich die günstiger als in der Prognose angenommenen Bewertungsergebnisse im Wertpapierbereich. Hier konnten in Summe sogar Zuschreibungen verzeichnet werden. Auch das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft fiel geringer aus als im Vorjahr. Die Prognose, die Sparkasse rechne mit moderat steigender Risikovorsorge im Kreditgeschäft, ist somit im Berichtsjahr nicht eingetreten. Zusätzlich wurde das Bewertungsergebnis durch die teilweise Zuschreibung auf eine Verbundbeteiligung verbessert. Aus dem Ergebnis des Geschäftsjahres wurden weitere Zuführungen zum Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB sowie zu den Vorsorgereserven nach § 340f HGB vorgenommen. Eine Rückstellungsbildung nach IDW RS BFA 3 war nicht erforderlich.


Das Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven) liegt deutlich oberhalb dem Vorjahresniveau und entspricht somit der Tendenz der Erwartungen bzw. übertrifft diese sogar.


Das Betriebsergebnis nach Bewertung liegt mit 0,22 % der Durchschnittsbilanzsumme (DBS) um 0,09 % der DBS über dem Vorjahreswert.


Das neutrale Ergebnis verschlechterte sich marginal um 0,1 Mio. EUR auf einen negativen Saldo von 0,4 Mio. EUR. Die Veränderung im Vergleich zum Vorjahr ist unwesentlich.


Mit 0,7 Mio. EUR weist die Sparkasse gegenüber dem Vorjahr ein unverändertes Jahresergebnis aus.


Die gemäß § 26a Absatz 1 Satz 4 KWG offen zu legende Kapitalrendite, berechnet als Quotient aus Jahresüberschuss und Bilanzsumme, beträgt 0,04 % (Vorjahr 0,04 %).

2.7 Zusammenfassende Beurteilung der Geschäftsentwicklung und der Lage der Sparkasse


Die Sparkasse kann in Anbetracht der Entwicklungen an den Geld- und Kapitalmärkten auf ein positives Geschäftsjahr 2023 zurückblicken. Unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen sowie branchenspezifischen Entwicklung kann die geschäftliche Entwicklung, die Vermögens- und Finanzlage als gut beurteilt werden. Die Ertragslage hat sich sehr gut entwickelt. Die erforderlichen Bewertungsmaßnahmen konnten aus dem laufenden Ergebnis dargestellt werden. Die Eigenkapitalbasis wurde durch den Jahresüberschuss sowie insbesondere durch die Zuführung zu den Vorsorgereserven gemäß § 340f HGB und zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB weiter deutlich gestärkt.

3. Nichtfinanzielle Erklärung


Die Sparkasse ist zur Erstellung einer nichtfinanziellen Erklärung gemäß § 340a Abs. 1a HGB in Verbindung mit§ 289b HGB nicht verpflichtet.

4. Risikobericht

4.1 Risikomanagementsystem


Zur Sicherstellung der langfristigen Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf Basis der eigenen Substanz und Ertragskraft setzt die Sparkasse ein Risikotragfähigkeitskonzept mit einer regelmäßigen Berechnung der Risikotragfähigkeit (ökonomische Perspektive) und einer Kapitalplanung (normative Perspektive) ein. Die Risikotragfähigkeit wird ergänzt um Stresstests und es erfolgt eine prozessuale Verknüpfung mit den Strategien, der Risikoinventur und der Risikoberichterstattung. Erstmals zum 31. März 2023 wurden damit fristgerecht die Anforderungen der am 24. Mai 2018 veröffentlichten aufsichtlichen Leitlinien an bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte umgesetzt.


In der Geschäftsstrategie werden die Ziele der Sparkasse für jede wesentliche Geschäftstätigkeit sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele dargestellt. Die Risikostrategie umfasst die Ziele der Risikosteuerung der wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele.


Ziel der Risikoinventur ist es, mindestens jährlich systematisch Risiken zu identifizieren, um deren Wesentlichkeit beurteilen zu können. Zudem werden regelmäßig quantitative und qualitative Analysen zur Bestimmung von Risiko- und Ertragskonzentrationen vorgenommen. Auf der Grundlage der zuletzt durchgeführten Risikoinventur wurden folgende Risiken in der ökonomischen und der normativen Perspektive als wesentlich eingestuft:

Risikoart Risikokategorie
Adressenrisiko Kundengeschäft
Eigengeschäft
Marktpreisrisiko Zinsänderungsrisiko
Spreadrisiko
Aktienrisiko
Immobilienrisiko
Währungsrisiko
Beteiligungsrisiko
Liquiditätsrisiko Zahlungsunfähigkeitsrisiko
Operationelles Risiko


Für die frühzeitige Identifizierung von wesentlichen Risiken sowie von risikoartenübergreifenden Effekten wurden Indikatoren abgeleitet, die auf quantitativen oder qualitativen Merkmalen basieren.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive ist die Gewährleistung des Gläubigerschutzes. Die wesentlichen Risiken werden vierteljährlich ermittelt und den Limiten gegenübergestellt.


Zur Berechnung des gesamtinstitutsbezogenen Risikos wurden für alle wesentlichen Risiken das Konfidenzniveau auf 99,9 % und der Risikobetrachtungshorizont auf ein Jahr rollierend festgelegt. Die Sparkasse berücksichtigt innerhalb des Adressenrisikos zwischen dem Kunden- und dem Eigengeschäft und innerhalb des Marktpreisrisikos zwischen den Risikofaktoren Zinsen, Spreads, Aktien und Währungen risikomindernde Diversifikationseffekte.


Das auf der Grundlage des Gesamtlimits eingerichtete Limitsystem stellt sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Risikoart Risikokategorie Limit Limitauslastung
Mio. EUR Mio. EUR %
Adressenrisiko 26,0 25,5 98,2
Kundengeschäft 10,0 9,4 94,2
Eigengeschäft 16,0 16,1 100,7
Marktpreisrisiko 132,0 105,7 80,1
Zinsänderungsrisiko 70,0 57,4 82,0
Spreadrisiko 13,0 9,5 73,1
Aktienrisiko 24,0 19,3 80,5
Immobilienrisiko 12,0 9,1 75,8
Währungsrisiko 13,0 10,4 80,2
Beteiligungsrisiko 6,0 4,8 80,6
Operationelles Risiko 16,0 12,5 78,3
Risikotragfähigkeitslimit/Gesamtrisiko 180,0 148,6 82,6


Rundungsdifferenzen möglich


Die zuständigen Abteilungen steuern die Risiken im Rahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen und der Limitvorgaben des Vorstands.


Ziel der Ermittlung der Risikotragfähigkeit in der normativen Perspektive ist die Fortführung der Sparkasse. Hierzu besteht ein zukunftsgerichteter Kapitalplanungsprozess bis zum Jahr 2026. Um einen Kapitalbedarf rechtzeitig identifizieren zu können, wurden Annahmen über die künftige Ergebnisentwicklung für das Planszenario sowie für ein adverses Szenario getroffen.


In der normativen Perspektive sind alle regulatorischen und aufsichtlichen Anforderungen sowie die darauf basierenden internen Anforderungen zu berücksichtigen. Relevante Steuerungsgrößen sind die Kernkapitalanforderung, die Gesamtkapitalanforderung (SREP-Gesamtkapitalanforderung, die kombinierte Pufferanforderung und die Eigenmittelempfehlung) sowie die Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals, die Höchstverschuldungsgrenze und die Großkreditgrenze.


Für den betrachteten Zeitraum von drei Jahren können die aufsichtlichen Anforderungen im Planszenario vollständig erfüllt werden. Gleiches gilt im Falle der Betrachtung adverser Entwicklungen, in dem jedoch nur die harten Mindestkapitalanforderungen zwingend einzuhalten sind.


Die der Risikotragfähigkeit zu Grunde liegenden Annahmen sowie die Angemessenheit der Methoden und Verfahren werden jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst (Validierung).


Stresstests werden ergänzend zur Risikotragfähigkeit durchgeführt. Ziel ist die Abbildung außergewöhnlicher aber plausibel möglicher Ereignisse über Szenario- und Sensitivitätsanalysen.


Die turnusmäßige Risikoberichterstattung an den Vorstand umfasst den Gesamtrisikobericht. Die Berichte enthalten neben quantitativen Informationen auch eine qualitative Beurteilung zu wesentlichen Positionen und Risiken. Auf besondere Risiken für die Geschäftsentwicklung und dafür geplante Maßnahmen wird gesondert eingegangen. Der Verwaltungsrat wird vierteljährlich über die Risikosituation informiert. Neben der turnusmäßigen Berichterstattung ist auch geregelt, in welchen Fällen eine Ad-hoc-Berichterstattung zu erfolgen hat.


Der Sicherung der Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit von Steuerungs- und Überwachungssystemen (Interne Kontrollverfahren) dienen neben eingerichteten Funktionstrennungen bei Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen auch die Tätigkeiten der Risikocontrolling-Funktion, der Compliance-Funktion und der Internen Revision.

4.2. Strukturelle Darstellung der wesentlichen Risiken

4.2.1 Adressenrisiko


Unter dem Adressenrisiko wird ein Verlust in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position verstanden, der durch eine Bonitätsverschlechterung einschließlich des Ausfalls eines Schuldners bedingt ist. Dabei wird das Adressenrisiko in das Ausfall- sowie das Migrationsrisiko eines Schuldners unterteilt.

Adressenrisiko im Kundengeschäft


Das Adressenrisiko im Kundengeschäft umfasst einerseits die Gefahr eines Verlustes durch einen drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines originären Kredites sowie von Eventualverbindlichkeiten wie beispielsweise Avale (Ausfallrisiko). Andererseits umfasst es auch die Gefahr, dass Sicherheiten teilweise oder ganz an Wert verlieren und deshalb zur Absicherung der Kredite nicht ausreichen oder überhaupt nicht beitragen können (Sicherheitenverwertungs- und -einbringungsrisiko).


Teil des Adressenrisikos im Kundengeschäft ist auch die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Ratingklasse) des Kreditnehmers ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko).


Die Steuerung des Adressenrisikos im Kundengeschäft erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen, der gestellten Sicherheiten sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Trennung zwischen Markt (1. Votum) und Marktfolge (2. Votum) bis in die Geschäftsverteilung des Vorstands

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung und Beurteilung des Kapitaldienstes auf Basis aktueller Unterlagen

Einsatz standardisierter Risikoklassifizierungsverfahren (Rating- und Scoringverfahren)

Interne, bonitätsabhängige Richtwerte für Kreditobergrenzen, die unterhalb der Großkreditgrenzen des KWG liegen, dienen der Vermeidung von Risikokonzentrationen im Kundenkreditportfolio. Einzelfälle, die diese Obergrenze überschreiten, unterliegen einer verstärkten Beobachtung

Regelmäßige Überprüfung von Sicherheiten

Einsatz eines Risikofrüherkennungsverfahrens, das gewährleistet, dass bei Auftreten von signifikanten Bonitätsverschlechterungen frühzeitig risikobegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden können

Festgelegte Verfahren zur Überleitung von Kreditengagements in die Intensivbetreuung oder Sanierungsbetreuung

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"

Kreditportfolioüberwachung auf Gesamthausebene mittels regelmäßigem Reporting


Zum 31. Dezember 2023 wurden etwa 49,3% der zum Jahresende ausgelegten Kreditmittel an Unternehmen und wirtschaftlich selbstständige Privatpersonen vergeben, 46,8 % an wirtschaftlich unselbstständige und sonstige Privatpersonen sowie 3,9 % an öffentliche Haushalte.


Die regionale Wirtschaftsstruktur spiegelt sich auch im Kreditgeschäft der Sparkasse wider. Schwerpunkte bilden mit 21,4 % die Ausleihungen an das Grundstücks- und Wohnungswesen. Darüber hinaus entfallen 8,5 % auf das Baugewerbe.


Zum 31. Dezember 2023 zeigt sich folgende Größenklassenstruktur des Gesamtkreditvolumens im Sinne des § 19 Abs. 1 KWG:

Größenklassen Kreditvolumen
Mio. EUR %
0 bis 1 Mio. EUR 846,1 53,8
> 1 bis 5 Mio. EUR 314,0 20,0
> 5 bis 10 Mio. EUR 134,1 8,5
> 10 bis 25 Mio. EUR 169,5 10,8
> 25 Mio. EUR 108,1 6,9


Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich gemäß den internen Ratingklassen im Kundengeschäft folgende Ratingklassenstruktur (nicht enthalten sind Kunden ohne Bonitätsnote, da unwesentlicher Bestand):

Ratingklasse Ausfallwahrscheinlichkeit in % Anzahl in % Volumen in %
1 bis 10 < 3,0 % 96,0 96,6
11 bis 15 (c) 3,0 % bis 45,0 % 3,5 3,1
16 bis 18 > 45,0 % 0,5 0,3


Konzentrationen bestehen im Kreditportfolio nicht.


Risikovorsorgemaßnahmen sind für Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, fällige Zins- und Tilgungszahlungen gemäß den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Bei der Bemessung der Risikovorsorgemaßnahmen werden die voraussichtlichen Realisationswerte der gestellten Sicherheiten berücksichtigt. Für latente Risiken im Forderungsbestand wurden Pauschalwertberichtigungen gebildet. Der Vorstand wird vierteljährlich über die Entwicklung der Strukturmerkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung der Limite und die Entwicklung der notwendigen Vorsorgemaßnahmen für Einzelrisiken schriftlich unterrichtet. Eine ad-hoc-Berichterstattung ergänzt bei Bedarf das standardisierte Verfahren.

Art der Risikovorsorge Anfangsbestand per 01.01.2023 Zuführung Auflösung Verbrauch Endbestand per 31.12.2023
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Einzelwertberichtigungen 2.284 638 628 283 2.011
Rückstellungen --- --- --- --- ---
Pauschalwertberichtigungen 1.329 --- 9 --- 1.320
Pauschale Rückstellungen 389 5 79 --- 315
Gesamt 4.002 643 716 283 3.646


Das Verfahren für die Bildung der Pauschalwertberichtigung ist im Anhang erläutert.

Adressenrisiko im Eigengeschäft


Das Adressenrisiko im Eigengeschäft umfasst die Gefahr eines Verlustes, der aus einem drohenden bzw. vorliegenden Zahlungsausfall eines Emittenten oder eines Kontrahenten (Ausfallrisiko) resultieren kann.


Ebenso besteht die Gefahr, dass sich im Zeitablauf die Bonitätseinstufung (Rating) des Schuldners ändert und damit ein möglicherweise höherer Spread gegenüber der risikolosen Zinskurve berücksichtigt werden muss (Migrationsrisiko). Dabei unterteilt sich das Kontrahentenrisiko in ein Wiedereindeckungs-, ein Vorleistungs- und ein Erfüllungsrisiko.


Zudem gibt es im Eigengeschäft das Risiko, dass die tatsächlichen Restwerte der Emissionen bei Ausfall von den prognostizierten Werten abweichen.


Ferner beinhalten Aktien eine Adressenrisikokomponente. Diese besteht in der Gefahr einer negativen Wertveränderung aufgrund von Bonitätsverschlechterung oder Ausfall des Aktienemittenten.


Die Steuerung des Adressenrisikos des Eigengeschäfts erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie unter besonderer Berücksichtigung der Größenklassenstruktur, der Bonitäten, der Branchen sowie des Risikos der Engagements.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Festlegung von Limiten je Partner (Emittenten- und Kontrahentenlimite)

Regelmäßige Bonitätsbeurteilung der Vertragspartner anhand von externen Ratingeinstufungen sowie eigenen Analysen

Berechnung des Adressenrisikos für die Risikotragfähigkeit in der ökonomischen Perspektive mit dem Kreditrisikomodell "Credit Portfolio View"


Die Eigengeschäfte umfassen zum Bilanzstichtag ein Volumen von 538,8 Mio. EUR (Marktwert). Wesentliche Positionen sind dabei Schuldverschreibungen und Anleihen (255,9 Mio. EUR), Aktien (61,3 Mio. EUR), Immobilien (90,5 Mio. EUR), sonstiges wie Edelmetalle (12,9 Mio. EUR) sowie Tages- und Termingelder (118,2 Mio. EUR). Die Fonds werden dabei vollständig durchgeschaut.


Die direkt und indirekt durch die Sparkasse gehaltenen Wertpapiere verfügen zu 98,4 % über ein Rating im Bereich des Investmentgrades von mindestens BBB-. Keine Ratings liegen bei Beständen in Aktien, Rohwaren und Immobilien vor.


Konzentrationen bestehen hinsichtlich der Forderungen an die Republik Italien sowie daraus ableitend in Form von Forderungen gegenüber ausländischen öffentlichen Haushalten.

4.2.2 Markpreisrisiko

Zinsänderungsrisiko


Das Zinsänderungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung der risikolosen Zinskurve ergibt. In einer periodischen Sicht bzw. in der normativen Perspektive können sich Veränderungen im Zinsüberschuss, im Bewertungsergebnis Wertpapiere sowie einer Bildung bzw. Veränderung einer Drohverlustrückstellung im Rahmen der verlustfreien Bewertung des Bankbuchs gemäß IDW RS BFA 3 n. F. ergeben. Schwankungen im Zinskonditionsbeitrag sind in die Betrachtung des Zinsänderungsrisikos in der normativen Perspektive integriert.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Zinsszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus", Betrachtung des laufenden Geschäftsjahres und der fünf Folgejahre bei der Bestimmung der Auswirkungen auf das handelsrechtliche Ergebnis

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "MPR"

Ermittlung des Zinsrisikokoeffizienten und des Frühwarnindikators gemäß § 25a Abs. 2 KWG auf Basis des BaFin-Rundschreibens 6/2019 vom 6. August 2019

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Die Auswirkungen eines Zinsschocks um + bzw. - 200 Basispunkte auf den Barwert der zinstragenden Geschäfte des Anlagebuchs stellen sich zum 31. Dezember 2023 wie folgt dar:

Zinsänderungsrisiken
Barwertveränderung
+200 Basispunkte -200 Basispunkte
TEUR -50.185,7 +58.914,6
in % der Eigenmittel -24,95 +29,30


Konzentrationen bestehen auf der Passivseite im kurzfristigen Laufzeitenbereich bzw. auf der Aktivseite im langfristigen Laufzeitenbereich.

Spreadrisiko


Das Spreadrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Spreads bei gleichbleibendem Rating ergibt. Dabei wird unter einem Spread die Differenz zu einer risikolosen Zinskurve verstanden. Der Spread ist unabhängig von der zu Grunde liegenden Zinskurve zu sehen, d. h. ein Spread in einer anderen Währung wird analog einem Spread in Euro behandelt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Spreadszenarien mittels der IT-Anwendung "Integrierte Zinsbuchsteuerung Plus"

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Konzentrationen bestehen in der Spreadklasse Staatsanleihen (Rating BBB).

Aktienrisiko


Das Aktienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Aktienkursen ergibt. Neben dem Marktpreisrisiko beinhalten Aktien auch eine Adressenrisikokomponente.


In der normativen Perspektive umfasst das Aktienrisiko darüber hinaus das Risiko, dass Dividendenerträge nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden können.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Konzentrationen bestehen nicht.

Immobilienrisiko


Das Immobilienrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Marktwerten aus Immobilien ergibt. Immobilieninvestitionen umfassen sowohl Direktinvestitionen (Renditeobjekte, Rettungserwerb) als auch indirekte Investitionen (Immobilienfonds, Beteiligungen in Immobiliengesellschaften).


In der normativen Perspektive umfasst das Immobilienrisiko darüber hinaus das Mietertragsrisiko aus eigenen, fremdgenutzten Immobilien.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Ermittlung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "caballito"


Konzentrationen bestehen in der Land-Nutzungsart-Kombination "Deutschland-Büro".

Währungsrisiko


Das Währungsrisiko wird definiert als die Gefahr eines Verlustes in einer bilanziellen oder außerbilanziellen Position, welcher sich aus der Veränderung von Währungskursen ergibt.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Berechnungen auf Basis verschiedener Szenarien

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der IT-Anwendung "MPR"

Berücksichtigung von Risiken aus Fonds nach dem Durchschauprinzip


Konzentrationen bestehen in der Währung US-Dollar.

4.2.3 Beteiligungsrisiko


Das Beteiligungsrisiko umfasst die Gefahr eines Verlustes durch eine negative Wertänderung einer Beteiligung.


Je nach Beteiligungsart unterscheidet man nach dem Risiko aus strategischen Beteiligungen, Funktionsbeteiligungen und Kapitalbeteiligungen.


Die Steuerung des Beteiligungsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Rückgriff auf das Beteiligungscontrolling des Sparkassenverbands Bayern für die Verbundbeteiligungen

In der normativen Perspektive wird die Auswirkung auf aufsichtliche Quoten durch Beteiligungen berücksichtigt

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis einer Szenarioanalyse

Regelmäßige Auswertung und Beurteilung der Jahresabschlüsse der Beteiligungsunternehmen

Regelmäßige qualitative Beurteilung der Unternehmensentwicklung, der strategischen Ausrichtung sowie der Marktstellung des jeweiligen Beteiligungsunternehmens


Das Beteiligungsportfolio besteht vorwiegend aus strategischen Beteiligungen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe. Daneben bestehen weitere Beteiligungen, die unter Renditegesichtspunkten und zur Diversifizierung gehalten werden.


Konzentrationen bestehen nicht.

4.2.4 Liquiditätsrisiko


Das Liquiditätsrisiko setzt sich aus dem Zahlungsunfähigkeits- und dem Refinanzierungskostenrisiko zusammen. Das Liquiditätsrisiko umfasst in beiden Bestandteilen auch das Marktliquiditätsrisiko. Dieses ist das Risiko, dass aufgrund von Marktstörungen oder unzulänglicher Markttiefe Finanztitel an den Finanzmärkten nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder nicht zu fairen Preisen gehandelt werden können.


Das Zahlungsunfähigkeitsrisiko stellt die Gefahr dar, Zahlungsverpflichtungen nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht nachzukommen.


Das Refinanzierungskostenrisiko bildet die Gefahr ab, dass die Refinanzierungskosten über der in der Planung angesetzten Höhe liegen. Dies kann auf der Schwankung des institutseigenen Spreads sowie aus der unerwarteten Veränderung der Refinanzierungsstruktur beruhen.


Das Refinanzierungskostenrisiko in der ökonomischen Perspektive ergibt sich aus der negativen Veränderung des Liquiditätsbeitrages aufgrund von marktbedingten Spreadschwankungen.


In der normativen Perspektive wird die GuV-Auswirkung des Refinanzierungskostenrisikos in Form höherer Zinsaufwendungen abgebildet. Aufgrund des Einflusses von Bilanzbeständen und der Zinsentwicklung wird das Refinanzierungskostenrisiko zusammen mit dem Zinsänderungsrisiko betrachtet.


Die Steuerung des Liquiditätsrisikos erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der LCR

Regelmäßige Ermittlung und Überwachung der strukturellen Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Regelmäßige Ermittlung der Survival Period und Festlegung einer Risikotoleranz

Diversifikation der Vermögens- und Kapitalstruktur

Regelmäßige Erstellung von Liquiditätsübersichten auf Basis einer hausinternen Liquiditätsplanung, in der die erwarteten Mittelzuflüsse den erwarteten Mittelabflüssen gegenübergestellt werden

Tägliche Disposition der laufenden Konten

Liquiditätsverbund mit Verbundpartnern der Sparkassenorganisation

Definition eines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses sowie eines Notfallplans

Erstellung einer Refinanzierungsplanung

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis des Varianz-Kovarianz-Ansatzes mittels der von der SR entwickelten IT-Anwendung "RKR"

Regelmäßige Überwachung der Fundingkonzentration zur Ermittlung und Begrenzung des Anteils einzelner Kontrahenten an der Gesamtrefinanzierung


Unplanmäßige Entwicklungen, wie z. B. vorzeitige Kündigungen sowie Zahlungsunfähigkeit von Geschäftspartnern, werden dadurch berücksichtigt, dass im Rahmen der Risiko- und Stressszenarien sowohl ein Abfluss von Kundeneinlagen als auch eine erhöhte Inanspruchnahme offener Kreditlinien simuliert wird.


Konzentrationen bestehen bei den täglich fälligen Einlagen.

4.2.5 Operationelles Risiko


Das operationelle Risiko bedeutet die Gefahr eines Verlustes durch Schäden, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder in Folge externer Einflüsse eintreten. In dieser Definition ist das Rechtsrisiko enthalten.


Die Steuerung der operationellen Risiken erfolgt entsprechend der festgelegten Strategie.


Der Risikomanagementprozess umfasst folgende wesentliche Elemente:

Jährliche Schätzung von operationellen Risiken auf Basis der Szenario bezogenen Schätzung von risikorelevanten Verlustpotenzialen aus der IT-Anwendung "OpRisk-Szenarien"

Systematische Sammlung und Analyse eingetretener Schadensfälle in einer Schadensfalldatenbank

Periodische Steuerung und normative Perspektive: Abbildung im Plan- und adversen Szenario

Ökonomische Perspektive: Ermittlung des Value-at-Risk auf Basis der IT-Anwendung "OpRisk-Schätzverfahren"

Erstellung von Notfallplänen, insbesondere im Bereich der IT


Aufgrund der ausschließlichen Nutzung von IT-Anwendungen des Sparkassenverbunds bzw. der S-Rating und Risikosysteme GmbH bestehen hohe Abhängigkeiten im Falle eines Ausfalls der IT.


Konzentrationen bestehen nicht.

4.2.6 Gesamtbeurteilung der Risikolage


Unser Haus verfügt über ein dem Umfang der Geschäftstätigkeit entsprechendes System zur Steuerung, Überwachung und Kontrolle der vorhandenen Risiken gemäß § 25a KWG. Mit den eingerichteten Risikosteuerungs- und -controllingprozessen können die wesentlichen Risiken frühzeitig identifiziert und gesteuert sowie relevante Informationen an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden.


Das Risikotragfähigkeitslimit (ökonomische Perspektive) war am Bilanzstichtag mit 82,6 % ausgelastet. Die Mindestanforderungen an die Einhaltung aufsichtlicher Kenngrößen der normativen Perspektive der Risikotragfähigkeit wurden sowohl im Planszenario als auch unter der Berücksichtigung adverser Entwicklungen vollständig erfüllt. Demnach war und ist die Risikotragfähigkeit gegeben.


Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Insgesamt beurteilen wir unsere Risikolage als ausgewogen.

5. Voraussichtliche Entwicklung mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken


Die folgenden Prognosen zur voraussichtlichen Entwicklung der Sparkasse im nächsten Jahr stellen Einschätzungen dar, welche wir auf Basis der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben.


Der Prognosezeitraum umfasst das Geschäftsjahr 2024. Unsere Prognosen basieren insbesondere auf der in der Sparkassen-Finanzgruppe üblichen Ergebnisvorschaurechnung (EVR), bei der wir für die Zinsentwicklung eine Auflösung der inversen Zinskurve ab dem 2. Halbjahr 2024 durch einen Rückgang bei den kurzfristigen Zinsen angenommen haben.


Prognosen sind naturgemäß mit Unsicherheit behaftet. Wir weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse durch die Veränderungen der zugrunde liegenden Annahmen wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können.

5.1 Rahmenbedingungen


Im Januar 2024 wurde die Wirtschaftstätigkeit bereits durch einige sich addierende externe Einflüsse gebremst. Die meisten Prognosen für das Gesamtjahr 2024 gehen jedoch vom Einsetzen einer Erholung im weiteren Jahresverlauf aus. Als mittleres Szenario erwarten die Chefvolkswirte der Finanzgruppe 2024 ein Wachstum in Deutschland in Höhe von 0,3 %, wohingegen für den Euroraum 0,8 % prognostiziert werden. 2024 wäre damit das fünfte schwache Jahr in Folge mit einer nur knapp über dem Vor-Pandemie-Niveau des realen BIP verlaufenden Wertschöpfung. Dabei könnte das Wachstum 2024 vor allem aus einer Zunahme des privaten Konsums generiert werden (Quelle: DSGV).


Die schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen bleiben nach Einschätzung der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) 2024 grundsätzlich bestehen. Auch der Faktor "Unsicherheit" stellt demnach eine große Belastung für die Konjunktur im Freistaat dar. Vor allem in energieintensiven Branchen ist darüber hinaus weiterhin mit massivem Kostendruck zu rechnen. Das außenwirtschaftliche Umfeld bleibt unsicher, wodurch exportseitig nur schwache konjunkturelle Impulse zu erwarten sind. Ein Hemmschuh für die bayerische Wirtschaft ist weiterhin das hohe Zinsniveau, das die Investitionsneigung der Unternehmen dämpft und die Bauwirtschaft belastet. Laut vbw Konjunkturprognose soll das bayerische BIP im Jahresdurchschnitt 2024 um maximal 0,3 % wachsen (Quelle: vbw).


Der bayerische Arbeitsmarkt soll sich 2024 weiterhin stabil zeigen und die Konjunktur stützen, wenngleich ein weiterer moderater Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet wird (Quelle: Bayer. Staatsministerium f. Familie, Arbeit und Soziales).

5.2 Chancen und Risiken


Als Risiken im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse negativen Prognose- bzw. Zielabweichung führen können. Zu den Risiken gehören dabei vor allem die in der Risikoberichterstattung dargestellten unternehmensspezifischen und banküblichen Gefahren.


Darüber hinaus sehen wir das Risiko, dass sich im Einlagengeschäft der über Konditionen geführte Wettbewerb verstärkt. Dies würde zu einem Anstieg unseres Zinsaufwands führen.


Diverse geopolitische Spannungen und eine sich weiter als prognostiziert eintrübende Konjunktur können sich negativ auf unsere Ertragslage auswirken. Insbesondere kann dies zu künftigen Wertberichtigungen auf das Kredit- und Wertpapierportfolio führen.


Bei Immobilienfonds waren zuletzt verstärkte Kündigungen bzw. Anteilsscheinrückgaben durch Anleger zu beobachten. Bei einigen Fondsgesellschaften führte dies zu Liquiditätsproblemen. Damit einhergehend gerieten die Kurse dieser Immobilienfonds unter Druck. Wir sehen das Risiko, dass bei einem Anhalten dieser Entwicklung auch Teile unserer Investitionen in Immobilienfonds von Kurskorrekturen betroffen sein können und dies unsere Ertragslage belastet.


Als Chancen im Sinne des Prognoseberichts werden künftige Entwicklungen oder Ereignisse gesehen, die zu einer für die Sparkasse positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können.


Chancen sehen wir vor allem in einer schnelleren Erholung des wirtschaftlichen Umfelds, einer regeren Nachfrage nach Immobilien und Büroflächen, in einem zunehmenden Modernisierungs- und Innovationsbedarf bei den Unternehmen sowie in einem verstärkten energetischen Sanierungsbedarf bei Bestandsimmobilien, die die Bautätigkeit stärker als prognostiziert ankurbeln könnte. Dies würde zu einer stärkeren Kreditnachfrage und einem Anstieg des Zinsertrags führen.


In der aktuellen wirtschaftlichen Situation stehen wir unseren Kunden im Rahmen unseres öffentlichen Auftrags als verlässlicher Partner auch in schwierigen Zeiten zur Verfügung. Dies bietet nach unserem Selbstverständnis die besten Chancen auf langfristige und im beiderseitigen Interesse erfolgreiche Geschäftsverbindungen mit unseren privaten und gewerblichen Kunden.


Das verstärkte Kostenmanagement bei den Geschäftsbanken im regionalen Bankenmarkt führt zu einem Rückzug von Wettbewerbern aus der Fläche. Hier bietet sich die Chance, die Sparkasse als regionale Alternative zu positionieren und Marktanteile auszubauen.

5.3 Geschäftsentwicklung der Sparkasse


Abgeleitet aus der Bestandsentwicklung des Jahres 2023 rechnen wir beim Kundenkreditvolumen mit einem leichten Wachstum, vorrangig getragen durch die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten, gewerblichen Krediten sowie einer Volumenausweitung bei den öffentlichen Haushalten. Das Wachstum wird gestützt durch den Abbau der historisch hohen offenen Zusagen, insbesondere bei Wohnungsbaukrediten und im gewerblichen Bereich.


Im Einlagengeschäft setzt sich der über Konditionen geführte Wettbewerb fort. Vor dem Hintergrund der erwarteten konjunkturellen Entwicklung gehen wir bei den Kundeneinlagen von einem moderaten Rückgang aus. Dies ist insbesondere auf die prognostizierte Entwicklung bei den privaten Anlegern zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Abkehr der EZB vom Verwahrentgelt hin zu Guthabenzinsen sowie die Kapitalmarktentwicklung auch Wertpapieranlagen im nicht bilanzwirksamen Festzinsbereich wieder deutlich attraktiver macht, was zu entsprechenden Umschichtungen führen kann.


Insgesamt erwarten wir aufgrund der vorgenannten Entwicklungen im Kredit- und Einlagengeschäft sowie der für das Jahr 2024 erwarteten weiteren Rückführung von Refinanzierungsgeschäften bei der Deutschen Bundesbank einen leichten Rückgang der Bilanzsumme.

5.4 Vermögenslage


Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs, der weiterhin hohen Inflation und dem sehr geringen Wirtschaftswachstum rechnen wir mit deutlich niedrigeren Zuführungen zum Eigenkapital (inkl. dem Fonds für allg. Bankrisiken gem. § 340g HGB). Aufgrund unserer angemessen Eigenmittelbasis gehen wir davon aus, dass die Eigenmittelanforderungen, bestehend aus den Anforderungen aus Art. 92 CRR sowie § 6c KWG, auch im Jahr 2024 jederzeit eingehalten werden können.

5.5 Finanzlage


Nach unserer mittelfristigen Finanz- und Liquiditätsplanung verfügen wir auch im Prognosezeitraum jederzeit über eine ausreichende Liquidität. Darüber hinaus ist auch die Refinanzierung gesichert. Die aufsichtsrechtlich geforderte Liquiditätsdeckungsquote (Liquidity Coverage Ratio - LCR) und die strukturelle Liquiditätsquote (Net Stable Funding Ratio - NSFR) können wir auch weiterhin jederzeit erfüllen. Ebenso wird die Survival Period des kombinierten Stressszenarios, wie in der Risikostrategie definiert, größer als 3 Monate sein. Eventuell auftretende, erhöhte Liquiditätsabflüsse kann die Sparkasse durch entsprechende Maßnahmen im Eigenbestand sowie durch die Aufnahme von Refinanzierungsgeschäften auffangen.

5.6 Ertragslage


Vor dem Hintergrund des Wettbewerbs, der weiterhin hohen Inflation und dem sehr geringen Wirtschaftswachstum rechnen wir mit einem deutlich unter dem Vorjahresniveau liegenden Betriebsergebnis vor Bewertung.


Ursächlich ist ein moderater Rückgang der Zinsspanne sowie ein deutlich steigender Verwaltungsaufwand, während sich der ordentliche Ertrag incl. dem Provisionsüberschuss in etwa auf Vorjahresniveau bewegt.


Wir gehen von einem deutlichen Anstieg der Cost-Income-Ratio aus.


Beim Bewertungsergebnis (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven) des Jahres 2024 rechnen wir aufgrund steigender Risikovorsorge im Kreditgeschäft sowie einer ungünstigeren Bewertung im Wertpapierbereich mit deutlich höheren Belastungen.


Damit gehen wir von einem deutlich unter dem Vorjahresniveau liegenden Betriebsergebnis nach Bewertung (ohne Veränderung der stillen bzw. offenen Reserven) aus.

5.7 Gesamtaussage


Bei der prognostizierten Entwicklung der Ertragslage sollte eine weitere Stärkung der Eigenmittel gesichert sein. Aufgrund unserer vorausschauenden Finanzplanung gehen wir davon aus, dass auch im Prognosezeitraum die Risikotragfähigkeit und die Einhaltung aller bankaufsichtsrechtlichen Kennziffern durchgängig gewährleistet ist. Insgesamt rechnen wir vor dem Hintergrund der derzeitigen Rahmenbedingungen und der sich daraus voraussichtlich ergebenden Belastungen des Ergebnisses für das Geschäftsjahr 2024 mit einer im Vergleich zu 2023 zwar negativeren, aber insgesamt immer noch guten Ertragslage.


Wir beurteilen unsere Perspektiven für das Geschäftsjahr 2024 unter Berücksichtigung der oben dargestellten Rahmenbedingungen insgesamt leicht negativer als im Vorjahr. Wesentliche Einflüsse, die den Geschäftsablauf und das prognostizierte Ergebnis für das Geschäftsjahr 2024 beeinträchtigen könnten, sind aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

 

Pfaffenhofen a.d. Ilm, 28. März 2024


Der Vorstand

Tino Müller Ingrid Stocker

 

Pfaffenhofen a.d. Ilm, 03. Mai 2024


Vorsitzender des Verwaltungsrates

Albert Gürtner

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023

der Sparkasse Pfaffenhofen
Sitz Pfaffenhofen a.d. Ilm
eingetragen beim
Amtsgericht Ingolstadt
Handelsregister-Nr. HRA 170 185

Jahresbilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Barreserve
a) Kassenbestand 7.700.597,51 7.655
b) Guthaben
bei der
Deutschen Bundesbank
12.433.428,64 2.380
20.134.026,15 10.034
2. Schuldtitel öffentlicher
Stellen und Wechsel,
die zur Refinanzierung
bei der Deutschen
Bundesbank
zugelassen sind
a) Schatzwechsel und
unverzinsliche
Schatzanweisungen
sowie ähnliche
Schuldtitel öffentlicher Stellen
0,00 0
b) Wechsel 0,00 0
0,00 0
3. Forderungen
an Kreditinstitute
a) täglich fällig 79.905.862,30 158.496
b) andere Forderungen 39.837.657,31 44.334
119.743.519,61 202.830
4. Forderungen
an Kunden
1.240.054.803,31 1.153.574
darunter:
durch
Grundpfandrechte
gesichert
745.055.844,72 EUR (709.586)
Kommunalkredite 96.524.382,89 EUR (70.497)
5. Schuldverschreibungen
und andere
festverzinsliche Wertpapiere
a) Geldmarktpapiere
aa) von öffentlichen
Emittenten
0,00 0
darunter:
beleihbar bei
der Deutschen
Bundesbank
0,00 EUR (0)
ab) von anderen Emittenten 0,00 0
darunter:
beleihbar bei
der Deutschen
Bundesbank
0,00 EUR (0)
0,00 0
b) Anleihen und
Schuldverschreibungen
ba) von öffentlichen Emittenten 70.117.884,61 73.853
darunter:
beleihbar bei der Deutschen
Bundesbank
70.117.884,61 EUR (66.280)
bb) von anderen Emittenten 64.183.980,85 122.435
darunter:
beleihbar bei
der Deutschen
Bundesbank
19.036.636,85 EUR (53.407)
134.301.865,46 196.288
c) eigene
Schuldverschreibungen
0,00 0
Nennbetrag 0,00 EUR (0)
134.301.865,46 196.288
6. Aktien und
andere nicht
festverzinsliche
Wertpapiere
235.458.113,32 271.209
6a. Handelsbestand 0,00 0
7. Beteiligungen 19.668.549,46 19.349
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
433.615,78 EUR (434)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
8. Anteile an
verbundenen
Unternehmen
0,00 0
darunter:
an Kreditinstituten 0,00 EUR (0)
an Finanzdienst-
leistungsinstituten
0,00 EUR (0)
an Wertpapierinstituten 0,00 EUR (0)
9. Treuhandvermögen 715.352,24 893
darunter:
Treuhandkredite 715.352,24 EUR (893)
10. Ausgleichsforderungen
gegen die öffentliche
Hand einschließlich
Schuldverschreibungen
aus deren Umtausch
0,00 0
11. Immaterielle Anlagewerte
a) Selbst geschaffene
gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche
Rechte und Werte
0,00 0
b) entgeltlich erworbene
Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und
ähnliche Rechte und Werte
sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
18.051,00 32
c) Geschäfts- oder Firmenwert 0,00 0
d) geleistete Anzahlungen 0,00 0
18.051,00 32
12. Sachanlagen 14.742.445,65 14.978
13. Sonstige Vermögensgegenstände 19.427.726,29 20.256
14. Rechnungsabgrenzungsposten 423.048,81 476
Summe der Aktiva 1.804.687.501,30 1.889.919

Passivseite

31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten
a) täglich fällig 746.027,71 662
b) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist
172.444.497,35 210.532
173.190.525,06 211.194
2. Verbindlichkeiten
gegenüber Kunden
a) Spareinlagen
aa) mit vereinbarter
Kündigungsfrist
von drei Monaten
152.613.916,37 231.295
ab) mit vereinbarter
Kündigungsfrist von
mehr als drei Monaten
0,00 0
152.613.916,37 231.295
b) andere Verbindlichkeiten
ba) täglich fällig 897.247.733,07 1.230.509
bb) mit vereinbarter
Laufzeit oder Kündigungsfrist
349.516.922,23 2.210
1.246.764.655,30 1.232.719
1.399.378.571,67 1.464.015
3. Verbriefte Verbindlichkeiten
a) begebene Schuldverschreibungen 0,00 0
b) andere verbriefte Verbindlichkeiten 0,00 0
darunter:
Geldmarktpapiere 0,00 EUR (0)
0,00 0
3a. Handelsbestand 0,00 0
4. Treuhandverbindlichkeiten 715.352,24 893
darunter:
Treuhandkredite 715.352,24 EUR (893)
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.664.739,17 622
6. Rechnungsabgrenzungsposten 178.653,26 165
7. Rückstellungen
a) Rückstellungen für
Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen
11.837.887,00 12.065
b) Steuerrückstellungen 154.548,46 135
c) andere Rückstellungen 6.037.054,23 5.877
18.029.489,69 18.078
8. (weggefallen)
9. Nachrangige Verbindlichkeiten 3.204.000,00 3.204
10. Genussrechtskapital 0,00 0
darunter:
vor Ablauf von zwei Jahren fällig 0,00 EUR (0)
11. Fonds für
allgemeine Bankrisiken
127.520.000,00 111.620
12. Eigenkapital
a) gezeichnetes Kapital 0,00 0
b) Kapitalrücklage 0,00 0
c) Gewinnrücklagen
ca) Sicherheitsrücklage 80.298.000,00 79.630
80.298.000,00 79.630
d) Bilanzgewinn 508.170,21 499
80.806.170,21 80.129
Summe der Passiva 1.804.687.501,30 1.889.919
1. Eventualverbindlichkeiten
a) Eventualverbindlichkeiten
aus weitergegebenen
abgerechneten Wechseln
0,00 0
b) Verbindlichkeiten
aus Bürgschaften
und
Gewährleistungsverträgen
23.924.140,20 17.281
c) Haftung aus der
Bestellung von Sicherheiten
für fremde Verbindlichkeiten
30.775.469,39 19.254
54.699.609,59 36.535
2. Andere Verpflichtungen
a) Rücknahmeverpflichtungen
aus unechten Pensionsgeschäften
0,00 0
b) Platzierungs- und
Übernahmeverpflichtungen
0,00 0
c) Unwiderrufliche Kreditzusagen 118.344.082,25 163.862
118.344.082,25 163.862

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

1.1.-31.12.2022
EUR EUR EUR TEUR
1. Zinserträge aus
a) Kredit- und
Geldmarktgeschäften
31.163.168,51 20.553
darunter:
abgesetzte negative Zinsen
0,00 EUR (196)
b) festverzinslichen
Wertpapieren und
Schuldbuchforderungen
3.325.776,10 3.269
34.488.944,61 23.821
2. Zinsaufwendungen 9.689.831,02 467
darunter:
abgesetzte positive Zinsen 5.389,09 EUR (853)
24.799.113,59 23.355
3. Laufende Erträge aus
a) Aktien und anderen nicht
festverzinslichen Wertpapieren
3.704.103,29 4.209
b) Beteiligungen 881.625,92 589
c) Anteilen an verbundenen Unternehmen 0,00 0
4.585.729,21 4.798
4. Erträge aus Gewinngemeinschaften,
Gewinnabführungs- oder
Teilgewinnabführungsverträgen
0,00 0
5. Provisionserträge 11.404.760,63 11.278
6. Provisionsaufwendungen 705.128,40 717
10.699.632,23 10.561
7. Nettoertrag des Handelsbestands 0,00 0
8. Sonstige betriebliche Erträge 2.122.903,11 2.020
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 60.285,66 EUR (170)
aus der Abzinsung von Rückstellungen 44.393,36 EUR (0)
9. (weggefallen) 42.207.378,14 40.734
10. Allgemeine Verwaltungsaufwendungen
a) Personalaufwand
aa) Löhne und Gehälter 12.057.837,95 11.262
ab) Soziale Abgaben und Aufwendungen
für Altersversorgung und für Unterstützung
3.606.979,79 3.715
darunter:
für Altersversorgung 1.362.982,19 EUR (1.521)
15.664.817,74 14.977
b) andere Verwaltungsaufwendungen 6.934.262,53 6.595
22.599.080,27 21.571
11. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen
675.583,50 653
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen 880.851,31 946
darunter:
aus der Fremdwährungsumrechnung 91.168,22 EUR (5)
aus der Aufzinsung von Rückstellungen 156.274,47 EUR (413)
13. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
Forderungen und bestimmte
Wertpapiere sowie
Zuführungen zu
Rückstellungen im Kreditgeschäft
0,00 11.318
14. Erträge aus Zuschreibungen
zu Forderungen und
bestimmten Wertpapieren
sowie aus der Auflösung von
Rückstellungen im Kreditgeschäft
4.437.235,94 0
4.437.235,94 11.318
15. Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf
Beteiligungen, Anteile
an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen
behandelte Wertpapiere
2.953.501,96 4.129
16. Erträge aus
Zuschreibungen zu
Beteiligungen, Anteilen
an verbundenen Unternehmen
und wie Anlagevermögen
behandelten Wertpapieren
0,00 0
2.953.501,96 4.129
17. Aufwendungen aus
Verlustübernahme
0,00 0
18. Zuführungen zum
Fonds für allgemeine Bankrisiken
15.900.000,00 0
19. Ergebnis der
normalen Geschäftstätigkeit
3.635.597,04 2.118
20. Außerordentliche Erträge 0,00 0
21. Außerordentliche Aufwendungen 0,00 0
22. Außerordentliches Ergebnis 0,00 0
23. Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag
2.910.812,09 1.416
24. Sonstige Steuern, soweit
nicht unter Posten 12 ausgewiesen
47.425,12 45
2.958.237,21 1.461
25. Jahresüberschuss 677.359,83 657
26. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 0,00 0
677.359,83 657
27. Entnahmen aus Gewinnrücklagen
a) aus der Sicherheitsrücklage 0,00 0
b) aus anderen Rücklagen 0,00 0
0,00 0
677.359,83 657
28. Einstellungen in Gewinnrücklagen
a) in die Sicherheitsrücklage 169.189,62 158
b) in andere Rücklagen 0,00 0
169.189,62 158
29. Bilanzgewinn 508.170,21 499

ANHANG


Der Jahresabschluss wurde nach den für Kreditinstitute geltenden Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) und der Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsinstitute (RechKredV) aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung richtet sich nach den vorgeschriebenen Formblättern. Die Bilanz wurde unter teilweiser Verwendung des Jahresergebnisses aufgestellt.


In Ausübung des Wahlrechtes nach § 11 Satz 3 RechKredV enthalten die zu Posten oder Unterposten der Bilanz nach Restlaufzeiten gegliederten Beträge keine anteiligen Zinsen. Das jeweilige Wahlrecht zur Aufrechnung gemäß § 340f Abs. 3 HGB und § 340c Abs. 2 HGB wurde in Anspruch genommen.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN


Die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden entspricht den allgemeinen Bewertungsvorschriften der §§ 252 ff. HGB unter Berücksichtigung der für Kreditinstitute geltenden Sonderregelungen (§§ 340 ff. HGB).

Forderungen


Forderungen an Kunden und Kreditinstitute (einschließlich Schuldscheindarlehen) haben wir zum Nennwert bilanziert. Bei der Auszahlung von Darlehen einbehaltene Disagien werden auf deren Laufzeit bzw. Festzinsbindungsdauer verteilt.


Für akute Ausfallrisiken haben wir bei Forderungen an Kunden in Höhe des zu erwartenden Ausfalls Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Außerdem haben wir Pauschalwertberichtigungen nach den Grundsätzen der Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS BFA 7 auf den latent gefährdeten Forderungsbestand gebildet. Dabei wurde die Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlustes über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten geschätzt.

Wertpapiere


Wertpapiere der Liquiditätsreserve sowie grundsätzlich auch die Wertpapiere des Anlagebestands werden nach dem strengen Niederstwertprinzip mit ihren Anschaffungskosten bzw. mit den niedrigeren Börsenkursen bzw. Marktpreis oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei den verzinslichen Wertpapieren des Anlagebestands werden im Hinblick auf die Dauerbesitzabsicht nur Abschreibungen vorgenommen, soweit es sich voraussichtlich um eine dauernde Wertminderung handelt.


Für die Ermittlung des Bewertungskurses haben wir die Wertpapiere daraufhin untersucht, ob zum Bilanzstichtag ein aktiver Markt vorliegt. Für die Abgrenzung, ob ein aktiver Markt vorliegt, haben wir die Kriterien zugrunde gelegt, die in der MiFID II (Markets in Financial Instruments Directive - Richtlinie 2014/65/EU des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014) für die Abgrenzung eines liquiden von einem illiquiden Markt festgelegt wurden. In den Fällen, in denen wir insoweit nicht von einem aktiven Markt ausgehen konnten, haben wir die Bewertung anhand von gerechneten Kursen des kursversorgenden Systems vorgenommen, denen unter Verwendung laufzeit- und risikoadäquater Zinssätze ein Discounted Cashflow-Modell zugrunde liegt.


Anteile an einem Investmentvermögen, die als Sondervermögen ausgestaltet sind, werden, soweit kein Börsen- oder Marktpreis vorliegt, mit dem Rücknahmepreis ggf. abzüglich Illiquiditätsabschlag bewertet.


Immobilienfonds ohne unmittelbare Veräußerungsabsicht werden zu Wiederbeschaffungskosten bewertet.


Zum Bilanzstichtag bestanden Geschäfte aus Wertpapierentleihe in Höhe von nominal 65.000 TEUR. Hierbei gehen wir nicht von einem Übergang des wirtschaftlichen Eigentums der Wertpapiere aus. Entliehene Wertpapiere erscheinen nicht in der Bilanz.

Beteiligungen


Beteiligungen werden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen


Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände werden mit ihren Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert. In 2008 erfolgte bei neu erworbenen beweglichen Vermögensgegenständen der Wechsel von der degressiven auf die lineare Abschreibung auf der Grundlage der von der Finanzverwaltung veröffentlichten AfA-Tabellen. Bis 2009 erworbene oder selbst erstellte Gebäude werden planmäßig mit den höchsten steuerlich zulässigen Sätzen abgeschrieben. Ab 2010 neu angeschaffte oder selbst erstellte Gebäude werden linear über eine Nutzungsdauer von 33,3 bis 50 Jahren, gebraucht erworbene Gebäude anteilig gekürzt, abgeschrieben. Liegt der nach vorstehenden Grundsätzen ermittelte Wert von Vermögensgegenständen über dem Wert, der ihnen am Abschlussstichtag beizulegen ist und handelt es sich dabei um eine voraussichtlich dauernde Wertminderung, wird dem durch außerplanmäßige Abschreibungen Rechnung getragen. Geringwertige Vermögensgegenstände, deren Anschaffungskosten 250 Euro ohne Umsatzsteuer nicht übersteigen, werden im Jahr der Anschaffung sofort als Aufwand erfasst.


Für geringwertige Vermögensgegenstände von über 250 Euro bis einschließlich 1.000 Euro, jeweils ohne Umsatzsteuer, wird ein Sammelposten gebildet. Dieser wird linear über fünf Jahre abgeschrieben.

Sonstige Vermögensgegenstände


Die sonstigen Vermögensgegenstände werden nach dem strengen Niederstwertprinzip zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert am Bilanzstichtag bewertet.

Verbindlichkeiten


Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag passiviert.

Rückstellungen


Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrags gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist. Soweit erforderlich werden künftige Preis- und Kostensteigerungen berücksichtigt. Bei Rückstellungen mit einer Ursprungslaufzeit von einem Jahr oder weniger erfolgt keine Abzinsung. Die übrigen Rückstellungen werden gemäß § 253 Abs. 2 HGB mit dem Rechnungszins der Rückstellungsabzinsungsverordnung (RückAbzinsV) abgezinst.


Rückstellungen für Pensionen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen entsprechend dem Teilwertverfahren auf der Grundlage der Heubeck Richttafeln RT 2018 G ermittelt. Sie wurden pauschal mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Geschäftsjahren abgezinst, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB). Dieser Zinssatz beträgt 1,82 %. Aus der Berechnung der Rückstellungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangen sieben Geschäftsjahre ergibt sich ein Unterschiedsbetrag von 148 TEUR. Bei der Ermittlung der Rückstellungen für Pensionen wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,40 % (ohne Karrieretrend) und Rentensteigerungen von jährlich 2,40 % unterstellt. Der Karrieretrend wurde gesondert berücksichtigt. Bei der Aufzinsung der Pensionsrückstellungen wurde unterstellt, dass sich der Verpflichtungsumfang sowie der Diskontsatz erst zum Ende der Periode ändern. Die Erfolge aus der Änderung des Abzinsungssatzes bzw. Zinseffekten einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden saldiert mit dem Aufzinsungsergebnis im sonstigen betrieblichen Aufwand bzw. Ertrag erfasst.


Für die Verpflichtung zur Leistung von Beihilfen an Pensionäre und aktive Mitarbeiter für die Zeit ihres Ruhestandes, in Krankheits-, Geburts- und Todesfällen wird eine Rückstellung gebildet. Der Bemessung wird die aktuelle Sterbetafel des BMF (Bundesministerium der Finanzen) zur Bewertung einer lebenslangen Nutzung oder Leistung gemäß § 14 Abs. 1 BewG und die Vereinfachungsregelung des § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB für die Ermittlung des Abzinsungssatzes zugrunde gelegt. Bei dieser sowie allen übrigen wesentlichen Rückstellungen wird die Änderung des Verpflichtungsumfangs bei der Aufzinsung unterjährig berücksichtigt. Die Erfolge aus Änderungen des Abzinsungssatzes werden im Falle von Rückstellungen für Bankprodukte im Zinsbereich, ansonsten unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Die Erfolge aus Zinseffekten einer geänderten Schätzung der Restlaufzeit werden in dem GuV-Posten ausgewiesen, in dem auch die Aufwendungen zur Rückstellungsdotierung ausgewiesen werden. Auch bei der Ermittlung der Aufzinsungserfolge dieser Rückstellungen haben wir unterstellt, dass eine Änderung des Abzinsungssatzes erst zum Ende der Periode eintritt.

Verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs)


Nach IDW RS BFA 3 n. F. sind die zinsbezogenen Instrumente des Bankbuchs (Zinsbuch) einer verlustfreien Bewertung zu unterziehen. Zu diesem Zweck werden die zinsbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden sowie derivative Finanzinstrumente des Bankbuchs, insbesondere Zins-Swaps, einem Saldierungsbereich zugeordnet. Für diesen ist unter Berücksichtigung von voraussichtlich zur Bewirtschaftung des Bankbuchs erforderlichen Aufwendungen (Refinanzierungs-, Risiko- und Verwaltungskosten) zu prüfen, ob aus den noch zu erwartenden Zahlungsströmen bis zur vollständigen Abwicklung des Bestands ein Verlust droht. Die Sparkasse wendet die barwertige Berechnungsmethode an. Der Barwert ergibt sich aus den zum Abschlussstichtag abgezinsten Zahlungsströmen des Bankbuchs. Betrags- und Laufzeitinkongruenzen sind mittels fiktiver Geschäfte zu schließen. Auf der Passivseite ist dabei der angenommene individuelle Refinanzierungsaufschlag der Sparkasse zu berücksichtigen. Die künftigen für die vollständige Abwicklung des Bankbuchs benötigten Verwaltungskosten wurden aus statistischen Daten abgeleitet. Der ermittelte Verwaltungskostensatz wurde auch für den Einbezug sogenannter Overheadkosten berücksichtigt. Weiterhin wurden Gebühren und Provisionserträge, die direkt aus den Zinsprodukten resultieren, im Rahmen der verlustfreien Ermittlung des Bankbuchs berücksichtigt. Zum 31. Dezember 2023 ergibt sich kein Verpflichtungsüberschuss.

Fonds für allgemeine Bankrisiken


Es besteht ein Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB.

Strukturierte Finanzinstrumente


Strukturierte Finanzinstrumente werden grundsätzlich als einheitlicher Vermögensgegenstand gemäß den Voraussetzungen des IDW RS HFA 22 bilanziert. Soweit die strukturierten Finanzinstrumente aufgrund des eingebetteten derivativen Finanzinstruments wesentliche erhöhte oder zusätzliche (andersartige) Chancen oder Risiken im Vergleich zum Basisinstrument aufweisen, erfolgt eine getrennte Bilanzierung.

Derivative Finanzinstrumente


Die zur Steuerung der globalen Zinsänderungsrisiken abgeschlossenen Zinsswaps wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen und waren somit nicht gesondert zu bewerten.

Währungsumrechnung


Die Währungsumrechnung erfolgt gemäß § 256a i.V.m. 340h HGB. Die Umrechnung der auf fremde Währung lautenden Bilanzposten und der am Bilanzstichtag nicht abgewickelten Kassageschäfte erfolgte generell mit dem Kassamittelkurs. Eine besondere Deckung gemäß § 340h HGB sehen wir als gegeben an, soweit eine Identität von Währung und Betrag der gegenläufigen Geschäfte vorliegt. Die Umrechnungsergebnisse aus Geschäften, die in die besondere Deckung einbezogen sind, werden saldiert je Währung in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. Aufwendungen ausgewiesen.

ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

Aktivseite

Posten 3: Forderungen an Kreditinstitute

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Forderungen an die eigene Girozentrale 3.684 4.235
Die Forderungen gliedern sich nach ihren Restlaufzeiten wie folgt: Posten 3 b) andere Forderungen
- bis drei Monate 13.291 2.769
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 6.051 14.481
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 17.714 20.000
- mehr als fünf Jahre 1 4.355

Posten 4: Forderungen an Kunden

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Forderungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (incl. antizipativer Zinsen) 15.522 15.431
Die Forderungen gliedern sich nach ihren Restlaufzeiten wie folgt:
- bis drei Monate 29.202 26.159
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 89.187 70.367
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 319.231 340.133
- mehr als fünf Jahre 773.852 695.688
- mit unbestimmter Laufzeit 28.302 20.991


Im Rahmen des sogenannten Pfandbriefpoolings wurden Kommunalkredite in Höhe von 30,8 Mio. EUR an die BayernLB bei gleichzeitiger Stundung der Kaufpreisforderung übertragen. Die Landesbank kann diese Forderungen als Deckungswerte im Rahmen der Emission von Öffentlichen Pfandbriefen nutzen. Aufgrund der vertraglichen Rückübertragungsmöglichkeiten verbleibt das wirtschaftliche Eigentum an den Forderungen bei der Sparkasse. Die Sparkasse weist die Forderungen daher weiterhin in ihrer Bilanz im Aktivposten 4 "Forderungen an Kunden" und auch im Unterausweis Kommunalkredite aus.


Diese Forderungen sind mit ihrem Buchwert in den Angaben zur "Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten" enthalten.

Posten 5: Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Im folgenden Geschäftsjahr fällige Wertpapiere 37.062 63.474
- Börsenfähige Wertpapiere (ohne antizipative Zinsen), davon sind 132.717 194.682
- börsennotiert 126.165 183.070
- nicht börsennotiert 6.552 11.612
- Nicht mit dem Niederstwert bewertet:
- Buchwert (ohne antizipative Zinsen) 85.852 120.524
davon entfällt auf börsenfähige Wertpapiere 85.852 120.524
- Beizulegender Zeitwert 82.718 114.571


Bei den nicht mit dem Niederstwert bewerteten börsenfähigen Wertpapieren handelt es sich um Wertpapiere des Anlagevermögens.


Aufgrund der bestehenden Marktlage gehen wir davon aus, dass die Wertminderungen bei den wie Anlagevermögen bewerteten Wertpapieren nicht von Dauer sind, da es sich nur um eine marktzinsbedingte Wertminderung handelt, die als nicht von Dauer angesehen wird und eine Einlösung zum Nennwert erfolgt.

31.12.2023 31.12.2022
TEUR TEUR
Im Unterposten 5. bb) Anleihen und Schuldverschreibungen von anderen Emittenten sind enthalten
- Nachrangige Vermögensgegenstände (incl. antizipativer Zinsen) 2.831 2.898

Posten 6: Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Börsenfähige Wertpapiere (ohne antizipative Erträge), davon sind 96.190 122.846
- börsennotiert --- ---
- nicht börsennotiert 96.190 122.846

Anteile an Investmentvermögen


An folgenden Investmentvermögen halten wir mehr als 10% der Anteile:

Bezeichnung des
Investmentvermögens
Marktwert Buchwert Differenz
Marktwert zu
Buchwert
Ertragsausschüttungen für das Geschäftsjahr
TEUR TEUR TEUR TEUR
Aktienfonds
(national/international)
Value Intelligence ESG 35.445 29.852 5.593 15
Value Intelligence Gold 3.614 3.000 614 2
Janus Henderson Horizon 3.739 3.739 --- 125
Rentenfonds
(national/international)
PAFI-Fonds 45.236 45.236 --- 252
PAFI-Corp-Fonds 36.219 35.000 1.219 537
Short-Term-Credit-Fonds 19.736 19.736 --- 254


Für die dargestellten Investmentvermögen lagen keine Beschränkungen in der Möglichkeit der täglichen Rückgabe vor.

Posten 7: Beteiligungen


Unter den Beteiligungen werden die Anteile an folgenden Unternehmen ausgewiesen. Die Unternehmen weisen nach den letzten uns vorliegenden Jahresabschlüssen Eigenkapital und Ergebnis wie folgt aus:

Name und Sitz der Gesellschaft Höhe des
Kapitalanteils
Eigenkapital Ergebnis des
Geschäftsjahres
% TEUR TEUR
Deka Erwerbsgesellschaft mbH & Co. KG, Neuhardenberg 0,1 1.859.741
(31.12.2022)
---
Deutsche Sparkassen Leasing AG & Co. KG, Bad Homburg v.d. Höhe 0,1 697.089
(30.09.2022)
51.994
(2021/2022)
LBS-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG,
München
0,6 474.303
(31.12.2022)
---
VBG Versicherungsbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, München 0,6 1.330.461
(30.06.2023)
---
Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe mbH & Co.
KG, Neuhardenberg
0,1 3.285.298
(31.12.2022)
---
Bayern Card-Services Beteiligungs GmbH & Co. KG, München 0,6 2.792
(31.12.2022)
2.942
IZB SOFT Verwaltungs-GmbH & Co. KG, München 0,6 23.173
(31.12.2022)
2
S-Immo-Beteiligungs-GmbH & Co. KG, München 0,6 5.500
(31.12.2022)
809


Darüber hinaus ist die Sparkasse Pfaffenhofen an folgenden Unternehmen beteiligt, die keinen Jahresabschluss offenzulegen haben:

Name und Sitz der Gesellschaft Höhe des
Kapitalanteils
%
Sparkassenverband Bayern Körperschaft des öffentlichen Rechts, München (Stammkapital I) 0,6
Sparkassenverband Bayern Körperschaft des öffentlichen Rechts, München (Stammkapital II) 0,5


Der übrige Anteilsbesitz nach § 285 Nr. 11 HGB ist für die Beurteilung der Vermögens- Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

Posten 9: Treuhandvermögen


Das Treuhandvermögen betrifft in voller Höhe Forderungen an Kunden.

Posten 12: Sachanlagen


Die Sachanlagen entfallen mit 2.709 TEUR auf Grundstücke und Bauten, die von der Sparkasse im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit genutzt werden, und mit 865 TEUR auf die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Posten 13: Sonstige Vermögensgegenstände


In den sonstigen Vermögensgegenständen sind als wesentliche Einzelposten Edelmetalle in Höhe von 4.366 TEUR, Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 12.339 TEUR sowie Steuererstattungsansprüche in Höhe von 2.562 TEUR enthalten.


Die Sparkasse hält als unbeschränkt haftende Gesellschafterin Anteile an der DKE-GbR mit Sitz in Berlin in der Rechtsform der Gesellschaft des bürgerlichen Rechts.

Latente Steuern


Aufgrund abweichender Ansatz- und Bewertungsvorschriften zwischen Handels- und Steuerbilanz und außerbilanzieller Korrekturen bestehen zum 31. Dezember 2023 Steuerlatenzen. Dabei wird der Gesamtbetrag der künftigen Steuerbelastungen durch absehbare Steuerentlastungen überdeckt. Eine passive Steuerabgrenzung war demzufolge nicht erforderlich, auf den Ansatz aktiver latenter Steuern wurde verzichtet. Die wesentlichen künftigen Steuerbelastungen resultieren aus unterschiedlichen Wertansätzen bei den Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie den Beteiligungen. Die zum Ausgleich der künftigen Steuerbelastungen benötigten absehbaren künftigen Steuerentlastungen ergeben sich im Wesentlichen aus unterschiedlichen bilanziellen Ansätzen bei den Forderungen an Kunden, Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichen Wertpapieren, Aktien und nicht festverzinslichen Wertpapieren sowie den Rückstellungen. Die Ermittlung der Differenzen erfolgte unter Zugrundelegung eines Steuersatzes von 28,839 % (Körperschafts- und Gewerbesteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag). Aus Beteiligungen an Personengesellschaften resultierende, lediglich der Körperschaftsteuer und dem Solidaritätszuschlag unterliegende Differenzen wurden bei den Berechnungen mit 15,825 % bewertet. Verlustvorträge, die zu einer Steuerentlastung führen und kompensatorisch in die Berechnung der latenten Steuern einzubeziehen sind, bestehen nicht.

Entwicklung des Anlagevermögens

Entwicklung des Anlagevermögens (Angaben in TEUR)
Immaterielle
Anlagewerte
Sachanlagen Sonstige Vermögensgegenstände
Entwicklung der Anschaffungs-/Herstellungskosten Stand am 1.1. des
Geschäftsjahres
153 43.784 16.864
Zugänge --- 429 183
Abgänge --- 137 340
Umbuchungen --- 2 ---
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 153 44.078 16.707
Entwicklung der kumulierten Abschreibungen Stand am 1.1. des Geschäftsjahres 121 28.806 ---
Abschreibungen im Geschäftsjahr 14 662 ---
Zuschreibungen im Geschäftsjahr --- --- ---
Änderung der gesamten Abschreibungen im Zusammenhang mit Zugängen --- --- ---
im Zusammenhang mit Abgängen --- 134 ---
im Zusammenhang mit Umbuchungen --- 2 ---
Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 135 29.336 ---
Buchwerte Stand am 31.12. des Geschäftsjahres 18 14.742 16.707
Stand am 31.12. des Vorjahres 32 14.978 16.864
Bilanzposten Buchwert 31.12.2022*)
TEUR
Nettoveränderungen
TEUR
Buchwert 31.12.2023*)
TEUR
Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 120.524 - 64 120.460
Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 68.805 - 3.194 65.611
Beteiligungen 19.349 320 19.669

*) ohne antizipative Zinsen und sonstige Abgrenzungen

Passivseite

Posten 1: Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Verbindlichkeiten gegenüber der eigenen Girozentrale 110.404 111.407
- Durch eigene Vermögenswerte besicherte Verbindlichkeiten 172.366 210.038
Die Verbindlichkeiten gliedern sich nach ihren Restlaufzeiten wie folgt:
Posten 1 b) mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
- bis drei Monate 2.724 2.527
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 70.211 48.342
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 34.926 99.164
- mehr als fünf Jahre 62.540 61.374

Posten 2: Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

31.12.2023 31.12.2022
In diesem Posten sind enthalten: TEUR TEUR
- Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 660 444
Die Verbindlichkeiten gliedern sich nach ihren Restlaufzeiten wie folgt:
Posten 2 b bb) andere Verbindlichkeiten mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist
- bis drei Monate 142.398 1.219
- mehr als drei Monate bis ein Jahr 172.021 916
- mehr als ein Jahr bis fünf Jahre 34.187 75
- mehr als fünf Jahre 911 ---

Posten 4: Treuhandverbindlichkeiten


Die Treuhandverbindlichkeiten entfallen in voller Höhe auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten.

Posten 6: Rechnungsabgrenzungsposten


Der passive Rechnungsabgrenzungsposten enthält 11 TEUR (im Vorjahr 14 TEUR) Unterschiedsbetrag aus dem Ansatz von Hypothekendarlehen und anderen Forderungen mit ihrem Nennbetrag, soweit dieser höher als der Auszahlungsbetrag oder die Anschaffungskosten ist und Zinscharakter hat.

Posten 9: Nachrangige Verbindlichkeiten


Für von der Sparkasse eingegangene nachrangige Verbindlichkeiten sind im Geschäftsjahr insgesamt Aufwendungen von 32 TEUR angefallen.


Folgende nachrangige Verbindlichkeiten übersteigen 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten:

Betrag Währung Zinssatz fällig am außerordentliches Kündigungsrecht
TEUR %
500 EUR 1,00 13.07.2026 nein


Eine vorzeitige Rückzahlungsverpflichtung auf Verlangen der Gläubiger ist nicht gegeben. Eine Umwandlungsmöglichkeit in Kapital oder eine andere Schuldform ist nicht vereinbart oder vorgesehen.


Die übrigen nachrangigen Verbindlichkeiten (ohne anteilige Zinsen) von insgesamt 2.704 TEUR übersteigen im Einzelfall nicht 10 % des Gesamtbetrags der nachrangigen Verbindlichkeiten. Sie haben eine Durchschnittsverzinsung von 1,00 % und eine Ursprungslaufzeit von 6 Jahren; davon werden in dem Jahr, das auf den Bilanzstichtag folgt, keine Beträge fällig.


Die Bedingungen der nachrangigen Verbindlichkeiten entsprechen den Anforderungen des Artikels 63 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR).

Mehrere Posten betreffende Angaben

Vermögensgegenstände und Schulden in fremder Währung


Auf Fremdwährung lauten Vermögensgegenstände im Gesamtbetrag von 14.499 TEUR und Verbindlichkeiten im Gesamtbetrag von 4.633 TEUR.

ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZU DEN POSTEN UNTER DEM BILANZSTRICH

Posten 1: Eventualverbindlichkeiten


Hinsichtlich der unter den Eventualverbindlichkeiten ausgewiesenen Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Gewährleistungen sowie Haftung aus der Bestellung von Sicherheiten für fremde Verbindlichkeiten sind bis zum Aufstellungszeitpunkt des Jahresabschlusses keine Erkenntnisse und Informationen bekannt geworden, die eine Inanspruchnahme daraus erwarten lassen. Bei unseren Kreditgewährungen werden in diesem Posten für Kreditnehmer übernommene Bürgschaften und Gewährleistungsverträge erfasst. Auf Basis der regelmäßigen Bonitätsbeurteilungen der Kunden im Rahmen unserer Kreditrisikomanagementprozesse gehen wir für die hier ausgewiesenen Beträge davon aus, dass sie nicht zu einer wirtschaftlichen Belastung der Sparkasse führen werden. Auch haben sich im letzten Jahr keine Ansprüche Dritter ergeben. Zum Abschlussstichtag bestanden keine Rückgriffsforderungen, Regress- oder Erstattungsansprüche.

Posten 2: Andere Verpflichtungen


Wir gehen derzeit mit überwiegender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die unwiderruflichen Kreditzusagen künftig von den Kreditnehmern in Anspruch genommen werden. In den unwiderruflichen Kreditzusagen sind nach den Erkenntnissen der Sparkasse keine akut ausfallgefährdeten Kredite enthalten.

ANGABEN UND ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Posten 5: Provisionserträge - Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung


Die wesentlichen an Dritte erbrachten Dienstleistungen für Verwaltung und Vermittlung entfallen auf die Vermittlung von Produkten der Verbundpartner (Versicherungen, Bausparverträge, Immobilien und Investmentzertifikate).

Posten 8: Sonstige betriebliche Erträge


Der Posten "Sonstige betriebliche Erträge" der Gewinn- und Verlustrechnung enthält Erträge aus Grundstücken in Höhe von 868 TEUR sowie Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 480 TEUR als wesentliche Einzelbeträge.

Posten 29: Bilanzgewinn


Der Verwaltungsrat wird den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 in seiner für den 02.07.2024 vorgesehenen Sitzung feststellen. Der Vorschlag für die Verwendung des Ergebnisses sieht vor, den Bilanzgewinn vollständig der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

Ausschüttungssperre


Am Abschlussstichtag bestehen gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB (Unterschiedsbetrag aus der Berechnung der Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Geschäftsjahre und der vergangenen sieben Geschäftsjahre) ausschüttungsgesperrte Beträge in Höhe von 148 TEUR.


Der Bilanzgewinn unterliegt keiner Ausschüttungssperre gemäß § 253 Abs. 6 Satz 2 HGB, da in Vorjahren bereits in diesem Zusammenhang 148 TEUR der Sicherheitsrücklage zugeführt wurden.

Beeinflussung des Jahresergebnisses durch steuerrechtliche Vorschriften


Die Sparkasse Pfaffenhofen fällt aufgrund der Nichterreichung der Umsatzerlösgrenze des § 1 MinStG nicht in den Anwendungsbereich der Mindestbesteuerung.

SONSTIGE ANGABEN

Derivative Finanzinstrumente


Die Arten und der Umfang derivativer Finanzinstrumente, bezogen auf die Nominalwerte der zu Grunde liegenden Referenzwerte, sind in folgender Aufstellung zusammengestellt:

Derivative Finanzinstrumente
Nominalbeträge
nach Restlaufzeiten
- in TEUR - Bis 1 Jahr 1-5 Jahre > 5 Jahre Insgesamt
Zinsrisiken
Zinsswaps --- 30.000 --- 30.000
davon Handelsgeschäfte --- --- --- ---
davon Deckungsgeschäfte --- --- --- ---


Nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente

- in TEUR - Nominalbeträge Zeitwert
positiv
Zeitwert
negativ
Buchwert Bilanzausweis
Zinsrisiken
Zinsswaps 1 30.000 --- 548 --- ---

1 Die Zinsswaps dienen der Steuerung des globalen Zinsänderungsrisikos und wurden in die verlustfreie Bewertung der zinsbezogenen Geschäfte des Bankbuchs (Zinsbuchs) einbezogen. Daher sind sie nicht gesondert zu bewerten.


Für Zinsswaps werden die beizulegenden Zeitwerte als Barwert zukünftiger Zinszahlungsströme auf Basis der Marktzinsmethode ermittelt. Dabei finden die Diskontierungskurven zum Bilanzstichtag Verwendung, die den Veröffentlichungen Refinitivs entnommen werden.

Angaben zu nicht passivierten pensionsähnlichen Verpflichtungen


Sparkassen haben ihren Arbeitnehmern Leistungen der betrieblichen Altersversorgung nach Maßgabe des "Tarifvertrags über die zusätzliche Altersvorsorge der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes -Altersvorsorge-TV-Kommunal (ATV-K)" zugesagt. Um den anspruchsberechtigten Mitarbeitern die Leistungen der betrieblichen Altersversorgung gemäß ATV-K zu verschaffen, ist die Sparkasse Pfaffenhofen Mitglied in der Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden (ZVK).


Die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden finanziert die Versorgungsverpflichtungen im Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren (Hybridfinanzierung). Hierbei werden im Rahmen eines Abschnittdeckungsverfahrens ein Umlagesatz und ein Zusatzbeitrag, bezogen auf die zusatzversorgungspflichtigen Entgelte der versicherten Beschäftigten, ermittelt. Aus den Zusatzbeiträgen wird gemäß § 64 ZVK-Satzung innerhalb des Vermögens der ZVK ein separater Kapitalstock aufgebaut. Insgesamt betrug im Geschäftsjahr 2023 der Finanzierungssatz (Umlagesatz 3,75 % und Zusatzbeitrag 4,00 %) 7,75 % der umlagepflichtigen Gehälter. Der Umlagesatz bleibt im Jahr 2024 unverändert.


Der Rechtsanspruch der versorgungsberechtigten Mitarbeiter zur Erfüllung des Leistungsanspruchs gemäß ATV-K richtet sich gegen die ZVK, während die Verpflichtung der Sparkasse ausschließlich darin besteht, der ZVK im Rahmen des mit ihr begründeten Mitgliedschaftsverhältnisses die erforderlichen, satzungsmäßig geforderten Finanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtaufwendungen für die Zusatzversorgung bei versorgungspflichtigen Entgelten von 9.708 TEUR betrugen im Geschäftsjahr 2023 752 TEUR.


Nach der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) in seinem Rechnungslegungsstandard IDW RS HFA 30 n. F. vertretenen Rechtsauffassung begründet die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung bei einem externen Versorgungsträger wie der ZVK handelsrechtlich eine mittelbare Versorgungsverpflichtung. Die ZVK hat im Auftrag der Sparkasse den nach Rechtsauffassung des IDW (vgl. IDW RS HFA 30 n. F.) zu ermittelnden Barwert der auf die Sparkasse im umlagefinanzierten Abrechnungsverband entfallenden Leistungsverpflichtung zum 31. Dezember 2023 ermittelt. Unabhängig davon, dass es sich bei dem Kassenvermögen um Kollektivvermögen aller Mitglieder des umlagefinanzierten Abrechnungsverbandes handelt, ist es gemäß IDW RS HFA 30 n. F. für Zwecke der Angaben im Anhang nach Art. 28 Abs. 2 EGHGB anteilig in Abzug zu bringen. Auf dieser Basis beläuft sich der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag auf 13.074 TEUR.


Der Barwert der auf die Sparkasse entfallenden Leistungsverpflichtung wurde in Anlehnung an die versicherungsmathematischen Grundsätze und Methoden (Anwartschaftsbarwertverfahren), die auch für unmittelbare Pensionsverpflichtungen angewendet wurden, unter Berücksichtigung einer gemäß Satzung der ZVK unterstellten jährlichen Rentensteigung von 1% und unter Anwendung der aus den Heubeck-Richttafeln RT 2005 G abgeleiteten Richttafeln RTZV-P ermittelt. Als Diskontierungszinssatz wurde gemäß § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB i. V. m. der Rückstellungsabzinsungsverordnung der auf Basis der vergangenen zehn Jahre ermittelte durchschnittliche Marktzinssatz von 1,82 % verwendet, der sich bei einer pauschal angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Da es sich nicht um ein endgehaltbezogenes Versorgungssystem handelt, sind erwartete Gehaltssteigerungen nicht zu berücksichtigen. Die Daten zum Versichertenbestand der Versorgungseinrichtung per 31. Dezember 2023 liegen derzeit noch nicht vor, sodass auf den Versichertenbestand per 31. Dezember 2022 abgestellt wurde.


Der gemäß Art. 28 Abs. 2 EGHGB anzugebene Betrag bezieht sich auf die Einstandspflicht der Sparkasse gemäß § 1 Abs. 1 Satz 3 BetrAVG, bei der die Sparkasse für die Erfüllung der zugesagten Leistung einzustehen hat (Subsidiärhaftung), sofern die ZVK die vereinbarten Leistungen nicht erbringt. Hierfür liegen gemäß der Einschätzung des verantwortlichen Aktuars im Aktuar-Gutachten 2023 für die Sparkasse keine Anhaltspunkte vor. Vielmehr bestätigt der verantwortliche Aktuar der ZVK in diesem Gutachten die Angemessenheit der rechnungsmäßigen Annahmen zur Ermittlung des Finanzierungssatzes und bestätigt auf Basis des versicherungsmathematischen Äquivalenzprinzips die dauernde Erfüllbarkeit der Leistungsverpflichtungen der ZVK.

Gesamtbezüge des Vorstandes und des Verwaltungsrates


Die Gesamtbezüge des Vorstandes betrugen im Geschäftsjahr 2023 763 TEUR, die Aufwandsentschädigungen der Mitglieder des Verwaltungsrates 77 TEUR.

Pensionsrückstellungen und -zahlungen für bzw. an frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene


An frühere Mitglieder des Vorstandes und deren Hinterbliebene wurden 606 TEUR gezahlt; die Pensionsrückstellungen für diesen Personenkreis betrugen am 31. Dezember 2023 9.753 TEUR.

Kreditgewährungen an Vorstand und Verwaltungsrat


Die Kredite und Vorschüsse an den Vorstand sowie die zu seinen Gunsten eingegangenen Haftungsverhältnisse betragen 70 TEUR. Die entsprechenden Kreditgewährungen an Mitglieder des Verwaltungsrates belaufen sich auf 208 TEUR.

Honorare für den Abschlussprüfer


Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern ist gemäß § 22 SpkO sowie § 340k HGB gesetzlicher Abschlussprüfer unseres Jahresabschlusses. Für Abschlussprüfungsleistungen fielen im Geschäftsjahr 2023 Aufwendungen in Höhe von 196 TEUR an, davon betrafen 4 TEUR das Vorjahr. Die Aufwendungen für andere Bestätigungsleistungen belaufen sich auf 29 TEUR und entfallen im Wesentlichen auf vom Abschlussprüfer erbrachte Leistungen gemäß § 89 Wertpapierhandelsgesetz.

Verwaltungsrat und Vorstand

Verwaltungsrat

Vorsitzender: Albert Gürtner, Landrat des Landkreises Pfaffenhofen a.d. Ilm
Stellvertretender Vorsitzender: Thomas Herker, 1. Bürgermeister der Stadt Pfaffenhofen a.d. Ilm
Mitglieder: Paul Weber, 1. Bürgermeister der Stadt Geisenfeld
Jens Machold, 1. Bürgermeister der Marktgemeinde Wolnzach
Franz Böhm, Geschäftsführer und Gesellschafter der ADVERMA Advertising & Marketing GmbH, Rohrbach
Josef Reitmeier, geschäftsführender Gesellschafter vom Einrichtungshaus Weiß, Geisenfeld
Martin Schmid, 1. Bürgermeister der Stadt Vohburg

Vorstand

Vorsitzender: Tino Müller
Mitglied: Ingrid Stocker

Mitarbeiter / -innen

Im Jahresdurchschnitt wurden beschäftigt: 2023
Vollzeitkräfte 120
Teilzeit- und Ultimokräfte 118
238
Auszubildende 20
Insgesamt 258

 

Pfaffenhofen an der Ilm, 28. März 2024


Sparkasse Pfaffenhofen


Vorstand

(Tino Müller) (Ingrid Stocker)

 

Pfaffenhofen an der Ilm, 03. Mai 2024


Sparkasse Pfaffenhofen


Vorsitzender des Verwaltungsrats

(Albert Gürtner)

Offenlegung nach § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG

Anlage zum Jahresabschluss gemäß § 26a Abs. 1 Satz 2 KWG zum 31. Dezember 2023

("Länderspezifische Berichterstattung")


Die Sparkasse Pfaffenhofen hat keine Niederlassungen im Ausland. Sämtliche nachfolgende Angaben entstammen dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2023 und beziehen sich ausschließlich auf ihre Geschäftstätigkeit als regional tätige Sparkasse in der Bundesrepublik Deutschland. Die Tätigkeit der Sparkasse Pfaffenhofen besteht im Wesentlichen darin, Einlagen oder andere rückzahlbare Gelder von Privat- und Firmenkunden entgegenzunehmen und Kredite für eigene Rechnung zu gewähren.


Die Sparkasse Pfaffenhofen definiert den Umsatz als Saldo aus der Summe folgender Komponenten der Gewinn- und Verlustrechnung nach HGB: Zinserträge, Zinsaufwendungen, laufende Erträge aus Aktien etc., Erträge aus Gewinngemeinschaften etc., Provisionserträge, Provisionsaufwendungen, Nettoertrag/-aufwand des Handelsbestands und sonstige betriebliche Erträge. Der Umsatz beträgt für den Zeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2023 42.207 TEUR.


Die Anzahl der Lohn- und Gehaltsempfänger in Vollzeitäquivalenten beträgt im Jahresdurchschnitt 176.


Der Gewinn vor Steuern beträgt 3.636 TEUR.


Die Steuern auf den Gewinn betragen 2.911 TEUR. Die Steuern betreffen laufende Steuern.


Die Sparkasse Pfaffenhofen hat im Geschäftsjahr keine öffentlichen Beihilfen erhalten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers


An die Sparkasse Pfaffenhofen

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Prüfungsurteile


Wir haben den Jahresabschluss der Sparkasse Pfaffenhofen, bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Sparkasse für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.


Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Sparkasse zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile


Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften von der Sparkasse unabhängig und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO i. V. m. § 340k Abs. 3 HGB, dass alle von uns beschäftigten Personen, die das Ergebnis der Prüfung beeinflussen können, keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses


Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2023 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Bewertung der Forderungen an Kunden aus dem risikorelevanten gewerblichen Kreditgeschäft


Zu den angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundlagen verweisen wir auf die Angaben im Anhang, Abschnitt "Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden".

Das Risiko für den Abschluss


Die Identifikation eines Wertberichtigungserfordernisses und die Ermittlung einer Einzelwertberichtigung für Kundenforderungen aus dem risikorelevanten gewerblichen Kreditgeschäft beinhalten wesentliche Schätzunsicherheiten und Ermessensspielräume, die sich durch die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Kreditnehmers sowie durch die Bewertung von Kreditsicherheiten ergeben. Die Bewertung der Forderungen an Kunden aus dem risikorelevanten gewerblichen Kreditgeschäft hat wesentliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss, insbesondere auf die Ertragslage der Sparkasse.

Unsere Vorgehensweise in der Prüfung


Im Rahmen unseres risikoorientierten Prüfungsansatzes haben wir die Prozesse und Verfahren zur Risikofrüherkennung im risikorelevanten gewerblichen Kundenkreditgeschäft sowie zur ordnungsgemäßen buchhalterischen Erfassung von Einzelwertberichtigungen einer Aufbau- und Funktionsprüfung unterzogen.


Darüber hinaus führten wir aussagebezogene Prüfungshandlungen in Form von Einzelfallprüfungen bestimmter Kreditengagements durch. Die in die Einzelfallprüfung einbezogenen Kreditengagements wurden in einer bewussten Auswahl nach Risikomerkmalen bestimmt. Zu den herangezogenen Risikomerkmalen gehörten insbesondere Bonitäts- und Besicherungsaspekte. Die ausgewählten Kreditengagements haben wir hinsichtlich einer ordnungsgemäßen Handhabung des Kreditgeschäfts untersucht und beurteilt, ob mit hinreichender Sicherheit eine Rückführung der Forderung durch den Kreditnehmer zu erwarten ist. Sofern dies nicht zu erwarten ist, haben wir die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen insbesondere hinsichtlich der Höhe der in Zukunft noch zu erwartenden Zahlungseingänge aus der Verwertung vorhandener Kreditsicherheiten gewürdigt.

Unsere Schlussfolgerungen


Auf Basis der durchgeführten Prüfungshandlungen konnten wir uns von der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern getroffenen Annahmen bei der Bewertung der Forderungen an Kunden aus dem risikorelevanten gewerblichen Kreditgeschäft überzeugen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter (Vorstand) und des Aufsichtsorgans (Verwaltungsrat) für den Jahresabschluss und den Lagebericht


Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kreditinstitute geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die internen Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.


Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.


Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.


Der Verwaltungsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Sparkasse zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts


Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Sparkasse vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.


Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.


Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Sparkasse zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Sparkasse ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Sparkasse vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Sparkasse.

führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit dem Verwaltungsrat unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.


Wir geben gegenüber dem Verwaltungsrat eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihm alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.


Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit dem Verwaltungsrat erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Jahresabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO:


Wir sind nach § 22 Abs. 3 der Sparkassenordnung i. V. m. § 340k Abs. 3 Satz 1 HGB gesetzlicher Abschlussprüfer der Sparkasse.


Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem Prüfungsbericht nach Artikel 11 EU-APrVO in Einklang stehen.


Wir haben folgende Leistungen zusätzlich zur Abschlussprüfung für das geprüfte Unternehmen erbracht:

Prüfung des Wertpapierdienstleistungs- und Depotgeschäfts

Bestätigung gemäß § 16j Abs. 2 FinDAG

Verantwortliche Wirtschaftsprüfer


Der verantwortliche Wirtschaftsprüfer für die Prüfung ist Herr Jürgen Röthemeyer.

 

München, den 29. Mai 2024


Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern

Öttl Röthemeyer
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Bericht des Verwaltungsrates für das Geschäftsjahr 2023


Der Verwaltungsrat wurde vom Vorstand regelmäßig durch mündliche und schriftliche Berichte über die allgemeine wirtschaftliche Lage, die Geschäftsentwicklung sowie die wirtschaftlichen Verhältnisse der Sparkasse unterrichtet.


Der Verwaltungsrat hat 2023 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er überwachte die Geschäftsführung und fasste in seinen 5 Sitzungen die gesetzlich notwendigen Beschlüsse.


Die Prüfungsstelle des Sparkassenverbandes Bayern hat den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss 2023 geprüft und den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.


Jahresabschluss und Lagebericht für 2023 hat der Verwaltungsrat gebilligt und in seiner heutigen Sitzung festgestellt.


Entsprechend dem Vorschlag des Vorstandes beschloss der Verwaltungsrat, den Bilanzgewinn in Höhe von € 508.170.21 in voller Höhe der Sicherheitsrücklage zuzuführen.

 

Pfaffenhofen a.d. Ilm, 02. Juli 2024


Verwaltungsratsvorsitzender


Sparkasse Pfaffenhofen

Albert Gürtner
Landrat

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

4 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
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