Carcoustics Deutschland GmbH

Neuenkamp 8, 51381 Leverkusen, DEU

Stammdaten

Register
Amtsgericht Köln HRB 49954
Eingetragen
3.9.2002
Branche
Herstellung von Verpackungsmitteln aus KunststoffenHerstellung von handgeführten Werkzeugen mit MotorantriebTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von Kraftwagen
Gegenstand
Gegenstand des Unternehmens ist insbesondere die Erforschung, Entwicklung, Herstellung, der Vertrieb und die Vermarktung von Produkten zur akustischen und thermischen Isolation, vorwiegend für Fahrzeuge, sowie das Erbringen von Serviceleistungen für die Automobilindustrie. Die Gesellschaft kann auch Dienstleistungen jeglicher Art für verbundene Unternehmen erbringen. Die Gesellschaft ist auch berechtigt, werbliche Maßnahmen zu ergreifen und sich diese vergüten zu lassen. Die Gesellschaft ist zu allen Handlungen berechtigt, die unmittelbar geeignet sind, den Gegenstand des Unternehmens zu fördern. Die Gesellschaft kann zu diesem Zweck andere Unternehmen gründen, erwerben , sich an solchen Unternehmen beteiligen sowie Zweigniederlassungen errichten.

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter
Beta

Name
Ort
Anteil
Carcoustics International GmbH
Germany
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Carcoustics International GmbH

Leverkusen

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022

I. Grundlagen des Konzerns

Geschäftstätigkeit und Organisation

Die Carcoustics-Gruppe ist ein internationaler, mittelständischer Automobilzulieferer mit Hauptsitz in Leverkusen und insgesamt 19 Standorten in Europa, Amerika und Asien. Die Gruppe produziert akustisch, schwingungstechnisch und thermisch wirksame Bauteile für die Automobil- und Nutzfahrzeuge-Industrie.

Forschung und Entwicklung

Die Carcoustics-Gruppe etabliert ihre Entwicklungszentren an ihren Vertriebs- und Fertigungszentren und in ihren wichtigsten Märkten. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr betrugen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung rund EUR 19,8 Mio. Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung betreffen die Entwicklung neuer Produkte und Systemlösungen sowie Modifikationen bzw. Weiterentwicklungen von vorhandenen Produkten.

Carcoustics verfügt über Entwicklungszentren in Europa (2), Asien (1) und Amerika (1), global geführt in der Abteilung "Innovation & Development (ID)". Die regionalen ID Center liefern Beiträge zur Auftragsakquise und unterstützen sowie steuern Innovationsprojekte. Die Prozessentwicklung wird in der globalen Abteilung "Global Engineering & Technology" gesteuert.

Beschaffung

Der bedarfsgerechte Einsatz von Rohstoffen ist im Carcoustics-Geschäftsmodell weiterhin ein wichtiges Element; einerseits zur Beeinflussung der Kostensituation, andererseits zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Carcoustics-Produkte.

In 2022 lag der Schwerpunkt des Einkaufs durch die Halbleiterkrise, COVID-19 sowie den Ukrainekrieg darauf, Versorgungsengpässe, Preiserhöhungen sowie Insolvenzen auf der Zulieferseite zu steuern, sodass für Carcoustics daraus keine vermeidbaren Lieferengpässe entstanden sind.

Konzernsteuerung

Die Steuerung des Konzerns erfolgte im Wesentlichen über die Leistungsindikatoren Umsatz, EBITDA (definiert als Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) und Net Profit (Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen). Diese Kennzahlen werden auf Monatsbasis geplant, berichtet und analysiert.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Gemäß IHS Markit wurden im Jahr 2022 in Europa insgesamt 15,6 Mio. Pkw produziert. Damit lag die Anzahl der produzierten PKW 1,8 % unter dem Vorjahresniveau. Die Märkte entwickelten sich dabei innerhalb von Europa unterschiedlich. Damit ist Europa die einzige Region, die im Jahr 2022 eine negative Entwicklung des Produktionsvolumens verzeichnet, was vor allem auf die Auswirkungen des Ukrainekriegs zurückzuführen ist. Die anhaltende Inflation mit steigenden Energie- und Materialpreisen macht es den produzierenden Unternehmen in Europa besonders schwer.

In Nordamerika wurden gemäß IHS Markit im gesamten Jahr 2022 etwa 14,3 Mio. Fahrzeuge produziert. Dies entspricht einer Produktionssteigerung von 9,8 % im Vergleich zu 2021. Die Steigerung der Produktionsvolumen ist vor allem auf die Erholung der Wirtschaft nach der COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

In China stieg das Volumen der PKW-Produktion um 6,0 % auf 26,3 Mio. Neufahrzeuge. Damit konnte China im Jahr 2022 den prozentualen Anstieg des Produktionsvolumens weiter fortsetzen. Trotz der wiederkehrenden Lockdowns in Teilen des Landes sowie den Großteil des Jahres geltenden strengen Beschränkungen zur Pandemiebekämpfung, konnte eine Steigerung der Produktion erreicht werden.

Insgesamt ist gemäß IHS Markit die globale Produktion von Fahrzeugen um 6,0% auf 81,8 Mio. Fahrzeuge angestiegen. Damit konnte die Produktion nach den Einschränkungen in den vergangenen Jahren durch die COVID-19-Pandemie wieder in einem stärkeren Maß steigen.

Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2022 wurde mit einem Jahresumsatz von EUR 376,9 Mio. abgeschlossen, der mit 19,2 % deutlich über dem Vorjahr (EUR 316,2 Mio.) liegt. Dieses Wachstum liegt über unserer Prognoseerwartung. Wesentliche Ursachen für die deutliche Umsatzsteigerung sind durchgesetzte Preiserhöhungen bei den Kunden, der Wechselkurseffekt aus der Aufwertung des USD gegenüber dem EUR sowie die Erholung der Produktionszahlen bei den Kunden (im Vorjahr belastet durch den Halbleitermangel). Carcoustics hat eine starke Positionierung bei Premiummarken und erhebliche Umsatzanteile außerhalb Europas. So stieg der Umsatzanteil der deutschen Premiumhersteller BMW, Daimler, Audi und Porsche weiterhin auf 64% (Vorjahr 63%) an. Regional verteilten sich die Umsatzanteile auf Europa mit 59% (Vorjahr 59%), Nordamerika mit 34% (Vorjahr 33%) und China auf 7% (Vorjahr 8%).

Das EBITDA des Geschäftsjahres 2022 hat deutlich unter den überproportional gestiegenen Kosten gelitten und reduzierte sich um EUR -16,8 Mio. auf EUR -1,1 Mio. gegenüber dem Vorjahr und verfehlt damit die Prognoseerwartung mit einem Ergebnis auf Vorjahresniveau erheblich. Ursächlich ist vor allem die deutlich gestiegene Materialquote um 5,4%-Prozentpunkte sowie auch sonstige deutlich erhöhte Personalkosten und sonstige betriebliche Aufwendungen (u.a. Energie, Frachten und Währungsverluste). Zudem hat Carcoustics in 2022 außergewöhnliche Erträge und Aufwendungen von netto EUR -2,7 Mio. verbucht, die unter anderem aus dem Restructuring Program resultieren (siehe III. Restructuring Program).

Das Berichtsjahr wurde mit einem Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen von EUR -17,8 Mio. abgeschlossen und liegt damit gleichfalls deutlich unter dem Vorjahr und der Prognoseerwartung.

Im Konzern waren im Geschäftsjahr 2022 durchschnittlich 2.149 Mitarbeiter beschäftigt, was einen Aufbau von 40 Mitarbeitern verglichen mit der Anzahl von 2.109 Mitarbeitern im Jahr 2021 bedeutet.

Insgesamt beurteilt Carcoustics die Geschäftsentwicklung bedingt durch die nachteilig verlaufende Preisentwicklung auf den Beschaffungs- und Absatzmärkten, weiterhin bestehende Hemmnisse durch COVID-19 und die Halbleiterknappheit als sehr ungünstig. Carcoustics steuert dieser Entwicklung mit dem Restructuring Program entgegen.

Ertragslage

Die Ertragslage in 2022 verschlechterte sich erheblich gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze der Fertigerzeugnisse stiegen zwar um EUR 49,7 Mio. auf EUR 320,4 Mio. im Vergleich zum Vorjahr. Ebenso verzeichneten die Umsatzerlöse an Werkzeugen im Jahr 2022 eine Steigerung um EUR 3,9 Mio. auf EUR 36,1 Mio. Jedoch konnten mit den gestiegenen Umsätzen nicht die überproportionalen Kostenerhöhungen kompensiert werden.

Der Gross Profit (definiert als Umsatzerlöse, Bestandsveränderungen, sonstige betriebliche Erträge und Materialaufwand im Verhältnis zu den Umsatzerlösen) konnte trotz des erheblichen Umsatzwachstums lediglich um EUR 10,6 Mio. auf EUR 175,6 Mio. gesteigert werden, was durch den Anstieg der Materialquote von 5,4%-Prozentpunkte begründet ist. Die daraus abgeleitete Marge reduzierte sich demnach gegenüber dem Vorjahr um 5,7 %-Punkte auf 46,5 %.

Die Personalaufwendungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um EUR 8,0 Mio., was insbesondere durch die Umsatzsteigerung, dem Wechselkurseffekt aus der Aufwertung des USD gegenüber dem EUR, höheren Tarifabschlüssen sowie den Restrukturierungsaufwendungen begründet ist. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um EUR 19,4 Mio. Die wesentlichen Kostensteigerungen gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Aufwandsarten Energie (EUR 2,8 Mio.), Ausgangsfrachten (EUR 2,5 Mio.), Währungsverluste (EUR 3,6 Mio.), außergewöhnliche Aufwendungen (EUR 1,8 Mio.), Fremdleistungen (EUR 1,7 Mio.), Reisekosten (EUR 1,1 Mio.) sowie Instandhaltung Maschinen &. Werkzeuge (EUR 1,0 Mio.).

Insgesamt verschlechterte sich der Net Profit um EUR -20,4 Mio. auf EUR -17,8 Mio. gegenüber dem Vorjahr.

Vermögens- und Finanzlage

Die Bilanzsumme hat sich im Berichtsjahr um EUR 6,6 Mio. auf EUR 200,2 Mio. erhöht, was einer Zunahme um 3,4% entspricht. Diese Entwicklung ist auf der Aktivseite weitestgehend auf die Zunahme der Vorräte um EUR 3,7 Mio. zurückzuführen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit EUR 38,1 Mio. trotz des höheren Umsatzes (+19,2%) um EUR 0,4 Mio. unter dem Vorjahr (-1,1%). Wichtigen Einfluss haben im Dezember 2022 vereinbarte, verkürzte Zahlungsziele mit den wichtigsten drei Kunden, wozu wir unter III. Restructuring Program berichten.

Das Working Capital, definiert als Vorratsbestand und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte vermindert um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten, hat sich um EUR 4,5 Mio. auf EUR 48,7 Mio. vermindert. Darin wirken im Wesentlichen höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (EUR 7,7 Mio.), die die gestiegenen Vorräte (EUR 3,7 Mio.) übersteigen. Die höheren Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus den gestiegenen Umsätzen sowie der zeitweisen Aussetzung von Skontoziehungen.

Das Eigenkapital verminderte sich um EUR 12,9 Mio. auf EUR 34,2 Mio. In der Verminderung wirken der Jahresfehlbetrag mit EUR -17,8 Mio., teilweise kompensiert durch Wechselkurseffekte aus der Umrechnung mit EUR 4,9 Mio. Die Eigenkapitalquote verminderte sich auf 17,1 % (Vorjahr 24,3 %).

Die Rückstellungen erhöhten sich um EUR 6,0 Mio. auf EUR 27,5 Mio., davon entfallen EUR 3,8 Mio. auf Rückstellungen auf für das Restructuring Program (siehe III. Restructuring Program).

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erhöhten sich um EUR 5,8 Mio. auf EUR 56,8 Mio. Dem stand ein leichter Abbau liquider Mittel von EUR 0,6 Mio. gegenüber. Die Nettoverschuldung hat sich damit um EUR 6,4 Mio. auf EUR 49,3 Mio. erhöht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin betreffen ein Darlehen in Höhe von EUR 38,8 Mio. Dieses hat sich durch Kapitalisierung der darauf anfallenden Zinsen um EUR 1,1 Mio. in 2022 erhöht. Wie im Anhang beschrieben, hat der Gesellschafter einen umfassenden Rangrücktritt auf dieses Darlehen erklärt. Unter Berücksichtigung dieses Rangrücktritts beläuft sich das wirtschaftliche Eigenkapital (bestehend aus dem bilanziellen Eigenkapital und den mit Rangrücktritt versehenen Gesellschafterforderungen) auf EUR 72,9 Mio., was einer wirtschaftlichen Eigenkapitalquote von 36,5 % (im Vorjahr 43,8 %) entspricht.

Die in der Kapitalflussrechnung gezeigten Cash Earnings verminderten sich mit der Verlustsituation um EUR -16,6 Mio. auf EUR -2,5 Mio. deutlich. Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit liegt hingegen mit EUR 2,1 Mio. nur leicht hinter dem Vorjahr (EUR 2,4 Mio.). Im Vergleich zum Vorjahr wirken der Abbau des Working Capitals aus den erläuterten Gründen (im Vorjahr gab es einen deutlichen Aufbau) sowie der Aufbau kurzfristiger Rückstellungen.

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit liegt mit EUR -8,3 Mio. unter dem Niveau des Vorjahres (EUR -11,1 Mio. im Vorjahr). Hier wirkt der Verkauf einer Immobilie, der zu einem Verkaufserlös von EUR 4,5 Mio. abgeschlossen wurde. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet im Wesentlichen Ratentilgungen auf ein KfW-Darlehen in Höhe von EUR 5,0 Mio. Dem stand der Zufluss eines weiteren KfW-Darlehen von EUR 10,0 Mio. gegenüber. Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen wirkten sich mit EUR 2,8 Mio. positiv auf den Finanzmittelfonds aus. In Summe führten diese Cash Flows zu einem leichten Abbau des Finanzmittelfonds um EUR 0,6 Mio. auf EUR 7,4 Mio. zum Jahresende. Zum gleichen Zeitpunkt standen Carcoustics nicht gezogene Betriebsmittellinien von EUR 25,2 Mio. (im Vorjahr EUR 26,0 Mio.) zur Verfügung.

III. Chancen- und Risikobericht

Risikomanagementsystem

Das Carcoustics-Risikomanagement hat sich in den Führungsstrukturen der Unternehmensgruppe etabliert. Das Risikomanagement bei Carcoustics umfasst wesentliche Risiken. Alle diese Risiken werden bewertet und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen. In den Regionen, auf Werksebene und in den Geschäftsbereichen werden die Risiken beschrieben, analysiert, bewertet und besprochen bzw. entsprechende Gegenmaßnahmen implementiert. Das Executive Management Board sowie der Beirat werden regelmäßig über die Chancen und Risiken informiert.

Carcoustics begegnet seinen Risiken unter anderem durch ein Programm zur Kostenreduzierung und individuelle Maßnahmen in diversen Bereichen.

Einkauf

Es besteht das Risiko, dass ein Bruch in der Lieferkette durch Lieferanten verursacht wird. Aspekte wie Kapazitätsengpässe, fehlende Alternativen, Qualitätsmängel oder Insolvenzen der Lieferanten können zu einem Mangel an Produktionsmaterial führen, der wiederum zu einem Ausfall in der Lieferung an die Kunden führen kann.

Carcoustics steuert dieses Risiko vor und während der Zusammenarbeit durch die Bewertung der Lieferanten unter verschiedenen Gesichtspunkten. Insbesondere in der COVID-19-Krise wurde ein erweitertes Financial Screening aufgebaut, um im Vorfeld drohende Insolvenzen oder Lieferengpässe besser zu bewerten. Hierbei wurde basierend auf der systemseitigen Ermittlung der Lieferperformance das Eskalationsmodell ausgerollt, welches dann in verschiedenen Ebenen zu konkreten Maßnahmen und Ableitungen führt. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als moderat und abnehmend. Ein weiteres Risiko sind die noch immer hohen Rohstoffkosten für Chemikalien. Während die Indizes für diese Rohstoffe leicht sinken, werden diese Reduzierungen durch Effekte wie Energiekosten, Lohnkosten sowie Inflation kompensiert. Auch hier analysiert Carcoustics die konkrete Liefersituation und qualifiziert alternative Lieferanten, um flexibel auf steigende Preise reagieren und diesen durch Saving-Maßnahmen entgegenwirken zu können. Außerdem wurde ein Material Price Increase Board eingeführt und eine Preiseffekt-Datenbank aufgebaut. Das Material Board tagt monatlich und synchronisiert die Preiserhöhungen auf der Materialseite mit der Sales-Seite. Dadurch hat Carcoustics eine gute Transparenz der Effekte für das Unternehmen. Insgesamt beurteilt Carcoustics das Risiko im Einkauf als moderat, aber den Gesamteffekt für Carcoustics als hoch.

Trotz der regelmäßigen Analyse der Kosten im Einkauf können Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen werden. Auf Grund der langfristigen Kundenverträge besteht die Gefahr, dass andere Kostenerhöhungen nicht vollständig weitergegeben werden können. Das hieraus resultierende Risiko beurteilt Carcoustics als moderat mit der Tendenz zu hoch ein .

Gleichzeitig strebt Carcoustics Kooperationen mit neuen und strategisch wichtigen Zulieferern an, um langfristig neue Materialien und Lösungen zu entwickeln und stabile Partnerschaften mit Zulieferern zu etablieren. Darüber werden verstärkt regionale Partnerschaften aufgebaut, um damit lokale Vorteile durch die enge Zusammenarbeit im Bereich der Materialentwicklung zu heben. Durch die Erweiterung der Supplier Portfolios durch alternative Lieferanten in den Regionen Europa, Asien und Amerika kann Carcoustics Reaktionszeiten reduzieren und auf regionale Unterschiede bei der Beschaffung eingehen. Dabei spielt auch der Ausbau von regionalen Lieferanten eine wichtige Rolle. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Im Bereich Einkauf/Lieferanten sehen wir aktuell nur geringe Einschränkungen aus dem Ukraine-Russland-Konflikt, da wir in den Lieferantenthemen aus der Ukraine alternative Lieferanten auf dem Weltmarkt sehen. Der besonders betroffene Bereich der Energiekosten führt bei Carcoustics nicht zu Versorgungsengpässen, da die Produktion des Unternehmens im Wesentlichen nicht mit Gas betrieben wird. Die gestiegenen Energiepreise im Bereich Strom und Gas müssen jedoch auch von Carcoustics getragen werden und resultieren zu einem großen Teil aus den Energiekosten unserer Zulieferanten. Auch die Preise von Aluminium unterliegen seit Beginn des Ukraine-Russland-Kriegs erhöhten Schwankungen und werden daher genau beobachtet.

Insgesamt schätzt Carcoustics das Risiko aus der Krise für den Einkauf jedoch als moderat ein, unter Verweis auf die Ausführungen im Abschnitt Produktion.

Produktion

Bei Carcoustics kommen sieben verschiedene Fertigungstechnologien zum Einsatz: Thermoformen, Aluminiumformen, Polyurethanschäumen, Stanzen, Vakuumformen, Spritzgussverfahren und Blasformen.

Es besteht das Risiko, die bestehenden Lieferverpflichtungen aufgrund einer Produktionsunterbrechung nicht erfüllen zu können. Dies kann durch den Ausfall von Maschinen oder Werkzeugen verursacht werden. Im Fall von Kapazitätsengpässen ist es aufgrund der globalen Produktionsstruktur in vielen Fällen möglich die Produktion auf andere Werke zu verlagern. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als moderat. Einschränkungen durch fehlende Lieferungen aus der Ukraine und Russland bei unseren OEM-Kunden zu Beginn des Konflikts konnten schnell ausgeglichen werden und haben aktuell keine direkten Auswirkungen auf unsere Produktion. Des Weiteren kann Rohstoffknappheit aufgrund des Konfliktes auch in der Zukunft Produktionsausfälle bei Automobilherstellern verursachen, die sich wesentlich auf unsere Absatzmenge auswirken können.

Auch eine wesentliche, allgemeine konjunkturelle Eintrübung als Folge des Konfliktes sowie damit im Zusammenhang stehende Sanktionen können die Kundenabrufe beeinflussen und für Carcoustics zu Umsatzverlusten führen.

Carcoustics steht daher im engen Austausch mit seinen Kunden und passt die eigenen Produktionskapazitäten daraufhin flexibel an.

Ob und wie die Kunden die Produktionszahlen in 2023 nach- bzw. aufholen, hängt sowohl von der Dauer des Ukraine-Russland-Konflikts sowie von der Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation ab. Carcoustics ist durch kontinuierliches Monitoring und die Möglichkeit zu flexiblen Produktionsanpassungen auf Abrufmengenschwankungen vorbereitet.

Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Carcoustics verfügt in seinen Standorten weltweit über Experten in den jeweils eingesetzten Technologien. Es besteht die Chance, dass ein Netzwerk entsteht, das einen Wissenstransfer ermöglicht und somit eine Bereicherung für alle Carcoustics-Standorte bildet. Das vor Ort vorhandene Wissen kann sowohl für die Prozessoptimierung an anderen Standorten als auch für die Entwicklung neuer Prozesse und Produkte genutzt werden. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Der gezielte Einsatz von Automatisierungslösungen bietet viele Potenziale hinsichtlich Kapazitätserhöhungen. Der kontinuierliche Ausbau von Automatisierungstechnik bei Carcoustics führt zu Kapazitätserhöhung. Ebenso können Prozessverbesserungen zu Kosteneinsparungen führen. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Produktentwicklung

In Teams werden Produkte entwickelt, berechnet und in hauseigenen Anlagen getestet, um akustische oder thermische Vorteile zu bewirken.

Der Anwendungsbereich von Carcoustics-Produkten hängt stark von den Entwicklungen in der Automobilindustrie ab. Der Trend zu alternativen Antriebskonzepten spielt daher eine große Rolle und kann auch ein Risiko darstellen. Allerdings haben die vergangenen Jahre gezeigt, dass Carcoustics bei namhaften deutschen OEMs in der Lage war, große Aufträge für neue BEV-Plattformen (Battery Electric Vehicles) zu generieren und somit auch in diesem Bereich von den Kunden als wichtiger Partner angesehen wird. Aus diesem Grund hat Carcoustics in diesen Bereich investiert und wird dies auch in Zukunft weiter tun. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als gering.

Gleichzeitig sieht Carcoustics die Möglichkeit, sich durch neue Produkte im BEV-Bereich als zuverlässiger Partner zu etablieren. Der seit Jahren wachsende Markt für BEV stellt ein großes Potential dar und hat daher für die Produktentwicklung bei Carcoustics eine hohe Priorität. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als hoch.

Carcoustics-Produkte bieten Lösungen für alle bestehenden Antriebskonzepte. Auch neue Fahrzeugkonzepte erfordern neben akustischen Maßnahmen auch Wärmedämmungs- und Leichtbaukonzepte. In diesen Bereichen kann Carcoustics seine hohe Materialkompetenz einbringen. Die Zahl der Anfragen in den Bereichen Leichtbau und Wärmedämmung ist in den letzten Jahren weiter gestiegen. Die Anforderungen an den akustischen Komfort sowie das Wärmemanagement bleiben ein zentrales Thema beim Einsatz von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als hoch.

Neben neuen oder alternativen Antriebskonzepten besteht auch das Risiko, dass Innovationen im Bereich Material oder Maschinen versäumt werden. Um dies zu verhindern, schafft Carcoustics in verschiedenen Bereichen Freiräume, um Raum für Innovationen zu bieten und die Mitarbeiter zu innovativem Denken zu inspirieren. Hierfür wurden Innovationsmanager definiert, die Ideen sammeln und bündeln. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics daher als gering.

Vertrieb

Bei Carcoustics ist der Vertrieb nach Kundengruppen unterteilt. Der Automotive-Bereich ist in global oder lokal verantwortlichen Strukturen organisiert. OEMs vergeben große Serienaufträge nur an Lieferanten, die über Produktionsstätten in den relevanten, globalen Märkten verfügen. Die anhaltenden politischen Spannungen in China können sowohl die Produktion von Carcoustics in den chinesischen Standorten als auch die Lieferkette spürbar beeinträchtigen. Durch die globale Produktionsstruktur und das noch relativ geringe Business in China ist Carcoustics jedoch in der Lage, Kunden auf den Kontinenten zu folgen. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als gering.

Um eine Abhängigkeit von einzelnen Kunden, Aufträgen oder Technologien zu vermeiden, verfolgt Carcoustics das Konzept einer Mischung aus Kunden, Aufträgen und Technologien in jedem Werk. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als gering.

Carcoustics hat sich als zuverlässiger Anbieter akustischer, schwingungstechnisch und thermisch wirksamer Bauteile für die Automobil- und Nutzfahrzeuge-Industrie etabliert. Mit dem bestehenden Produktportfolio besteht die Chance weitere Kunden zu gewinnen. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat. Darüber hinaus bergen die Fertigung und der Verkauf von Bauteilen ein generelles Ausfallrisiko von Kundenforderungen. Diesem Risiko wird durch regelmäßige Bonitätsüberprüfungen und durch die Gewährung angemessener Kreditlimits begegnet. Das Forderungsmanagement stellt sicher, dass Zahlungen pünktlich eingehen und erhebliche Forderungsausfälle vermieden werden. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als gering.

Außerdem stärkt Carcoustics seine lokalen Teams in China und in den USA, um die Akquisitionen mit lokalen OEMs voranzutreiben. So wurde in diesem Jahr bspw. in Shanghai ein neues Entwicklungszentrum mit deutlich mehr Möglichkeiten als bisher eröffnet, um mit lokalen Kunden in China gemeinsam vor Ort Entwicklungen voranzutreiben. In Americas hat Carcoustics die Sales-Organisation, sowie das TechCenter North America neu strukturiert, um insbesondere neben dem Wachstum mit europäischen Transplants im Bereich der BIG 3 USA, sowie den neuen NEV-Kunden zu wachsen. Hierzu ist parallel eine Kostenoptimierung erforderlich und mit Maßnahmenplänen hinterlegt, welche die Hit-Rate in den Akquisitionen erhöht. Beides führt in Summe zu Umsatzwachstum in der Region Americas in den nächsten Jahren. Die Chancen aus diesem Vorgehen beurteilt Carcoustics als hoch.

Auch in Europa besteht ein großes Potenzial das bestehende Geschäft auszuweiten. Durch die Vielzahl an in Europa ansässigen OEMs ergibt sich die Möglichkeit ein breites Kundenportfolio anzusprechen. Die geographische Lage der Produktionsstandorte von Carcoustics ermöglicht es zudem, die wichtigsten Industriezentren in Europa in kurzer Distanz zu erreichen und somit eine Nähe zum Kunden sicherzustellen. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als hoch.

Durch die stark gestiegenen Logistikkosten in den letzten Jahren bemühen sich viele OEMs, lokale Zulieferer zu finden, um die Kosten zu senken und das Risiko einer Störung in der Lieferkette zu verringern. Zudem wird auch ein geringerer CO 2 -Fußbadruck bei kürzerer Lieferstrecke ein immer wichtigeres Argument für Carcoustics' Kunden. Die Nähe von Carcoustics' Produktionsstandorten zu seinen Kunden ermöglicht es, eine geringe Lieferstrecke zum Kunden zu realisieren. Je stärker der Trend zu lokalem Bezug durch die OEMs wird, desto mehr könnte Carcoustics die Chance durch die günstige Lage der Standorte nutzen. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Risiko eines Absatzrückgangs in der Automobilindustrie

Das Jahr 2022 war geprägt von den Auswirkungen des Ukraine-Russland-Kriegs sowie den daraus resultierenden gestiegenen Material- und Energiekosten. Für das Jahr 2023 wird kein hohes Marktwachstum in der Automobilindustrie erwartet. Diese Situation hat Carcoustics sehr genau beobachtet.

Carcoustics hat bereits im letzten Jahr im Zuge der Ausbreitung der Covid-19-Pandemie Maßnahmen getroffen, um flexibel auf die Absatzrückgänge reagieren zu können. Dadurch sieht sich Carcoustics auch im Jahr 2023 in einer guten Lage, um flexibel auf die jeweiligen Marktsituationen reagieren zu können. Daher beurteilt Carcoustics das Risiko als gering.

Durch die derzeit unsichere Entwicklung der Weltwirtschaft besteht zudem das Risiko einer Rezession. Diese würde sich auch negativ auf die wirtschaftliche Situation von Carcoustics auswirken, da der Absatz an Automobilen weltweit und somit auch die Nachfrage an Carcoustics' Produkten zurückgehen könnte. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Die derzeit angespannte Marktsituation beeinflusst ebenfalls die Geschäftsaktivitäten von Carcoustics' Wettbewerbern. Durch Liquiditätsprobleme von Wettbewerbern können sich zusätzliche Absatzmärkte ergeben. Die Chance hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Restructuring Program

Im Zeitraum November und Dezember 2022 haben der Beirat und das Management der Carcoustics International GmbH entschieden, ein Restructuring Program für die Carcoustics Group auf Grund der schwachen Ertragslage in 2022 einzuleiten, um die nachhaltige Ertragsfähigkeit über die nächsten Jahre sicherzustellen. Das Programm besteht (i) aus einer Vielzahl operativer Maßnahmen (u.a. die Schließung und Verlagerung des Werks Klaus, Österreich, nach Senec, Slowakei; den Abbau von Personal; die Verlagerung von Overheadfunktionen in weniger kostenintensive Standorte, ein Sale & Rent Back einer Betriebsimmobilie) und (ii) Beiträge des Gesellschafters, der finanzierenden Banken und der Kunden (Stakeholder), insbesondere durch Erhöhung der Verkaufspreise aufgrund gestiegener Kosten für Material, Energie und direkten Lohnkosten sowie der vorübergehenden Reduzierung der Zahlungsziele. Carcoustics wird bei diesem strukturierten Programm von externen Beratern unterstützt. Im Zusammenhang mit dem Restrukturierungsprogram sind im Geschäftsjahr 2022 EUR 3,9 Mio. Aufwendungen entstanden.

Zu dem Restructuring Program gehört auch, die Finanzsituation der Carcoustics Group nachhaltig abzusichern.

Es besteht das Risiko, dass die Ziele des Restructuring Programs nicht oder nicht in dem erwarteten Umfang erreicht werden. Wie beschrieben, sieht das Programm notwendige Beiträge von externen Stakeholdern vor (insbesondere der Kunden und der finanzierenden Banken), die ihre Beteiligung an dem Programm nach ihren jeweiligen Entscheidungskriterien und der Erfolgswahrscheinlichkeit der einzuleitenden Maßnahmen beurteilen. Auch sind die o.g. Maßnahmen, insbesondere die Verlagerung von einem Werksstandort finanziellen und rechtlichen Risiken unterworfen. Insgesamt schätzt Carcoustics die Risiken aus der Umsetzung des Restructuring Program als hoch ein.

Liquiditätsrisiken

Liquiditätsrisiken entstehen aus der möglichen Unfähigkeit, bestehende oder zukünftige Zahlungsverpflichtungen aufgrund einer unzureichenden Verfügbarkeit von Zahlungsmitteln zu erfüllen. Carcoustics ermittelt und steuert das Liquiditätsrisiko durch einen regelmäßigen Liquiditätsforecast.

Im Rahmen der kurz- und mittelfristigen Liquiditätsplanung hat Carcoustics Mitte 2022 einen KfW-Kredit in Höhe von EUR 10 Mio. aufgenommen. Zudem betreibt Carcoustics ein verstärktes Working Capital-Management und eine Überprüfung aller Ausgaben, um die Liquiditätsrisiken zu verringern. Zum Jahresanfang 2023 standen nicht gezogene Betriebsmittellinien von EUR 25,2 Mio. (im Vorjahr EUR 26,0 Mio) zur Verfügung. Im Jahr 2022 wurde die Liquidität zudem maßgeblich von gestiegenen Einkaufspreisen und dem damit gebundenen Kapital in den Vorräten, sowie der Teilrückzahlung von den KFW-Kredit beeinflusst.

Die im Restructuring Program enthaltenen Maßnahmen, insbesondere die notwendigen Beiträge externer Stakeholder, haben erhebliche Auswirkungen auf die Finanzierung von Carcoustics. Insbesondere sind hier die Maßnahmen zur Erhöhung der nachhaltigen Verkaufspreise und die vorübergehende Reduzierung der Zahlungsziele mit Kunden zu nennen. Aufgrund von direkten Kostenerhöhungen (Material, Energie und direkten Lohnkosten) hat Carcoustics in ersten Monaten des Jahres 2023 mit den wesentlichen OEM-Kunden Term Sheets über Preisanpassungen geschlossen. Am 27. März wurde mit den finanzierenden Banken ein Covenants Waiver bis einschließlich 31. März 2024 vereinbart, inkl. der Festlegung von Ersatz-Covenants. Daraus folgt, dass die regulären Covenants ab dem 1. April einzuhalten sind und wieder zum 30. Juni 2024 getestet werden. Am 24. April 2023 hat Carcoustics die Zahlung eines subordinierten Shareholder Darlehens in der Höhe von EUR 14 Mio. erhalten. Damit konnte eine (unter weiteren, s.o. zum Restructuring Program) wesentliche Maßnahme umgesetzt werden, die eine Durchfinanzierung bis einschließlich 31. März 2024 sicherstellen soll. Es ist Teil der Vereinbarung mit den Kunden und Banken, bis zum 30. Juni 2023 ein Restrukturierungskonzept zu erarbeiten sowie ein IDW S 6 Gutachten durch einen renommierten Sanierungsgutachter erstellen zu lassen.

Hinsichtlich der Banken ist die Vermeidung eines Covenant-Bruchs (Kennzahlen mit Banken, die von Carcoustics einzuhalten sind) zu erwähnen, die eine wichtige Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Kreditlinien mit den Banken ist. Die finanzierenden Banken haben (bedingt auf die Leistung der Beiträge der übrigen Stakeholder) zugesagt, auf die Einhaltung der nach den Kreditverträgen vereinbarten Covenants bis zum 31. März 2024 zu verzichten und dafür keine Gebühren zu berechnen.

Carcoustics beabsichtigt, mit seinen wesentlichen OEM Kunden entsprechende Vereinbarungen über Preisanpassungen im ersten Quartal 2023 zu schließen. Eine vorübergehende Reduzierung der Zahlungsziele konnte im Januar 2023 bereits erreicht werden, wobei diese jedoch nicht schriftlich fixiert ist. Term Sheets mit den wesentlichen Kunden über Preisanpassungen aufgrund von direkten Preisanpassungen (für Material, Energie und direkten Lohnkosten (Material, Energie und direkten Lohnkosten) wurden im April 2023 geschlossen. Es ist Teil der Vereinbarung mit den Kunden und Banken, bis zum 30. Juni 2023 ein IDW S 6 Gutachten durch einen renommierten Sanierungsgutachter erstellen zu lassen. Damit dürften entscheidende Regelungen erreicht werden, die eine Durchfinanzierung für 2023 gewährleisten würden.

Da die Liquiditätsrisiken eine hohe Abhängigkeit von der Umsetzung des Restructuring Programs haben, werden diese analog als hoch eingeschätzt.

Rechtliche Risiken

Bei Risiken, die aus den im Jahr 2013 vom Bundeskartellamt aufgegriffenen Verhaltensweisen resultieren können, bemüht sich die Carcoustics-Gruppe um Aufklärung. Carcoustics steht derzeit in Gesprächen mit einem Kunden. Es wurde vereinbart, diese Gespräche im Jahr 2023 weiterzuführen. Das Risiko hieraus beurteilt Carcoustics als moderat.

Risiken aus dem Klimawandel

In der ganzen Welt werden verstärkt die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels deutlich. Die Zunahme von extremen Wetterereignissen bedroht auch die Lieferketten in der Automobilindustrie. Durch das Prinzip des Dual Sourcings kann Carcoustics aber immer schnell und flexibel auf solche Ereignisse reagieren. Die Risiken für die eigenen Produktionsstätten durch den Klimawandel werden durch die geographische Lage als gering beurteilt. Insgesamt wird das Risiko des Klimawandels für die Gruppe als gering beurteilt.

Zusammenfassung der Chancen- und Risikolage

Die größten Chancen sieht Carcoustics in der Erweiterung der Kompetenzen zur Entwicklung und Vorentwicklung von innovativen Produktlösungen für weltweit bestehende Kunden sowie neue Kunden in den Regionen China und USA insbesondere im Bereich der New Energy Vehicles. Als größtes Risiko werden die derzeit stark steigenden Material- und Energiepreise und damit verbundenen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation von Carcoustics sowie die gesamte Automobilbranche gesehen. Die Schere zwischen der Entwicklung der Einkaufspreise und Verkaufspreise stellt derzeit das größte Risiko für Carcoustics dar. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen vor allem in Vertrieb und Einkauf hat Carcoustics einen detaillierten Plan ausgearbeitet, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Eine mögliche Rezession in 2023 könnte die wirtschaftliche Situation von Carcoustics ebenfalls negativ beeinflussen. Angesichts der oben genannten Risiken wurde ein Projektteam gegründet, das die wirtschaftliche Entwicklung, Vertriebs- und Einkaufspreise, Working Capital und sonstige Overhead-Kosten bei Carcoustics kontinuierlich beobachtet und schnell auf neue Entwicklungen reagieren kann.

Die Geschäftsführung geht von der Fortführung des Unternehmens aus. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, bestehen bei Zusammenwirken mehrerer Einzelrisiken, d.h. für den Fall, dass das eingeleitete Restructuring Program in seiner Gesamtheit scheitert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich mehrere bzw. alle Risiken verwirklichen wird derzeit insgesamt als gering eingeschätzt. Die bei allen unternehmerischen Aktivitäten verbleibenden Risiken können jedoch auch durch ein umfassendes Risikomanagement nicht ausgeschlossen werden.

Prognosebericht

Das Analyse-Institut IHS Markit prognostiziert für 2023, dass die weltweite Fahrzeugproduktion auf 85,0 Mio. Fahrzeuge steigen wird. Dies entspricht einem prozentualen Anstieg um 4,0 %. Dabei wird für alle Regionen eine Steigerung des Produktionsvolumens prognostiziert, wobei das prozentuale Wachstum in China am geringsten im Vergleich zu anderen Regionen ausfällt.

Insgesamt fällt das Wachstum des weltweiten Automobilmarkts moderat aus. Grund hierfür ist insbesondere die Inflation in Europa durch den Ukraine-Russland-Konflikt. Steigende Energie-, Logistik- und Materialkosten dämpfen das Konsumverhalten der Endverbraucher. Die Region Americas zeigt in 2023 die besten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Wachstum.

Weitere konjunkturelle Risiken resultieren in 2023 aus dem weltweit starken Anstieg von Zinsen und Rohstoffpreisen, der Coronavirus-Pandemie und möglichen Infektionsschutzmaßnahmen, sowie einer potenziellen Eskalation des Kriegs in der Ukraine oder anderer geopolitischer Spannungen.

Gleichzeitig zeigt sich weiterhin im Kundenbereich die deutliche Verschiebung der Aktivitäten von Verbrennermotoren hin zu Elektro- oder Brennstoffzellen-betriebenen Fahrzeugen und Konzepten. Für Carcoustics bedeutet dies, durch entsprechende Nähe zu den entsprechenden Entwicklungsbereichen bei den Zielkunden frühzeitig bereits in der Vorentwicklungsphase mit Material- und Produktinnovationen präsent sein zu müssen. In 2022 konnten weitere Aufträge im Bereich von Elektrofahrzeugen gewonnen werden.

Im Bereich der Globalisierung ist auch in 2023 die gesamte Organisation weiterhin auf diese Anforderungen in Asien, Europa und Amerikas hin auszurichten und anzupassen. Insbesondere der Ausbau des Bereiches Innovation & Development (ID) mit den vier ID-Zentren in Shanghai (China), Leverkusen (Deutschland), Klaus (Österreich) und Troy/Howell (USA) zählt zu den Fokusthemen der Strategieumsetzung 2023.

Im Bereich der Beschaffung steigen auch in 2023 die Rohmaterialpreise bei den Chemikalien durch Produktionsverknappungen und generelle Verfügbarkeiten, sowie höhere Energiekosten im Markt. Carcoustics wird hier entsprechend mit Entwicklung & Qualifizierung neuer Materiallieferanten sowie mit entsprechenden Preisverhandlungen mit den Kunden reagieren (Anpassung der Produktpreise). Zudem wird im Bereich der Optimierung von Materialeinsatz ein Hauptaugenmerk auf den Einsparpotenzialen in 2023 liegen, um diese Preissteigerungen zu kompensieren.

Das Ende des Ukraine-Russland-Konfliktes ist zum Zeitpunkt der Konzernabschlusserstellung nicht absehbar. Wir erwarten in 2023 ähnliche Effekte und Einschränkungen sowie Kostenentwicklungen wie in 2022. Durch die Optimierung von Kostenstrukturen erwarten wir in 2023 eine bessere Ergebnisentwicklung als in 2022.

Die Entwicklung in 2023 wird auf allen Managementebenen eng begleitet und analysiert. Zur Liquiditätsabsicherung wurde in 2022 ein Managementkreis installiert, der die Liquidität eng auf Basis entsprechender Berichte zur Liquiditätsentwicklung und deren wichtiger Treiber steuert und überwacht. Zudem wird die Liquiditätsentwicklung durch externe Gutachten auf Plausibilität und Steuerungssystematik hin regelmäßig überprüft.

Auf Basis der oben genannten Punkte erwarten wir in 2023 einen leichten Anstieg der Umsatzerlöse, insb. aufgrund der Verkaufspreisanpassungen durch Weitergabe von Kostensteigerungen an unsere Kunden sowie eine merkliche Verbesserung des EBITDA und Net-Loss im Vergleich zu 2022 aufgrund der bereits in 2022 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen sowie eines strikten Kostensparprogramms.

 

Leverkusen, den 29. Juni 2023

Carcoustics International GmbH

Die Geschäftsführung

Kai Uwe Frühauf, CEO

Cathrin Hirsch, CEO

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022

Aktiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1.535.566,26 1.505.737,63
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.535.566,29 1.505.737,63
II. Sachanlagen 88.020.959,27 85.781.621,82
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 20.078.924,20 22.411.923,86
2. Technische Anlagen und Maschinen 53.828.492,48 54.248.627,46
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5.006.143,63 4.475.636,81
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 9.107.398,96 4.645.433,69
III. Finanzanlagen 1.564.950,58 1.433.007,45
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 8.000,00 8.000,00
2. Sonstige Ausleihungen 1.556.950,58 1.425.007,45
91.121.476,11 88.720.366,90
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte 44.468.926,40 40.777.229,45
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 16.558.135,02 16.826.393,14
2. Unfertige Erzeugnisse 1.312.398,07 1.129.151,43
3. Fertige Erzeugnisse und Waren 5.817.411,42 4.436.478,86
4. Werkzeuge 19.692.510,22 19.958.256,14
5. Geleistete Anzahlungen 2.316.245,95 547.953,58
6. Erhaltene Anzahlungen -1.227.774,28 -2.121.003,70
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 49.625.931,11 47.833.814,63
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 38.134.199,92 38.560.930,08
2. Sonstige Vermögensgegenstände 11.491.731,19 9.272.884,55
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 7.438.161,90 7.996.014,91
101.533.019,41 96.607.058,99
C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.188.616,67 1.069.306,63
D. Aktive latente Steuern 6.331.485,19 7.165.157,89
200.174.597,38 193.561.890,41

Passiva

31.12.2022 31.12.2021
EUR EUR EUR EUR
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 2.507.900,00 2.507.900,00
II. Kapitalrücklage 96.684.638,73 96.684.638,73
III. Umrechnungsdifferenz aus der Währungsumrechnung -4.283.768,59 -9.221.044,87
IV. Konzernverlustvortrag -42.895.480,77 -45.468.793,08
V. Konzernjahresverlust/-gewinn -17.799.081,86 2.573.312,31
VI. Nicht beherrschende Anteile -1.784,93 -1.111,91
34.212.422,58 47.074.901,18
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 1.940.577,22 1.787.346,38
2. Steuerrückstellungen 945.652,81 1.627.586,98
3. Sonstige Rückstellungen 24.573.668,65 18.029.906,59
27.459.898,68 21.444.839,95
C. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 56.761.254,91 50.948.504,72
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.856.402,89 26.117.890,16
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 221.761,01 102.603,34
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 38.764.482,37 37.635.419,78
5. Sonstige Verbindlichkeiten 6.390.369,61 7.984.693,84
135.994.270,79 122.789.111,84
D. Rechnungsabgrenzungsposten 974.509,08 1.001.020,68
E. Passive latente Steuern 1.533.496,25 1.252.016,76
200.174.597,38 193.561.890,41

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022

2022 2021
EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse 376.876.502,50 316.211.027,42
2. Verminderung/Erhöhung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 437.407,73 158.577,29
3. Sonstige betriebliche Erträge 9.227.557,97 8.555.894,23
4. Materialaufwand -210.906.383,44 -159.920.510,49
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -210.399.472,54 -159.484.182,97
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -506.910,90 -439.327,52
5. Personalaufwand -91.526.154,97 -83.520.782,44
a) Löhne und Gehälter -73.263.922,00 -67.011.830,17
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung -18.262.232,97 -16.508.952,27
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -9.474.462,01 -8.270.954,68
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen -85.211.278,95 -65.794.761,47
-10.576.811,17 7.418.489,86
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 73.243,11 101.563,01
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen -3.906.954,70 -3.022.983,56
Finanzergebnis -3.833.711,59 -2.921.420,55
10. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -2.776.587,24 -1.374.346,85
11. Ergebnis nach Steuern -17.187.110,00 3.122.722,46
12. Sonstige Steuern -612.644,88 -576.826,30
13. Konzernjahresergebnis vor nicht beherrschenden Anteilen -17.799.754,88 2.545.896,16
14. Fremdanteile am Ergebnis 673,02 27.416,15
15. Konzernjahresergebnis nach nichtbeherrschenden Anteilen -17.799.081,86 2.573.312,31

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022

I. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss

Die Carcoustics International GmbH, Leverkusen (im Folgenden: "CC International") hat ihren Sitz im Neuenkamp 8, 51381 Leverkusen und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Köln (Handelsregisternummer HRB 49871).

Die CC International hat nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften gemäß §§ 290 bis 315 HGB und unter teilweiser Berücksichtigung der Deutschen Rechnungslegungsstandards ("DRS") den vorliegenden Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 aufgestellt. Die ergänzenden Regelungen des Gesetzes für Gesellschaften mit beschränkter Haftung ("GmbHG") wurden dabei ebenfalls beachtet.

Der Konzernabschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, bestehen bei Zusammenwirken mehrerer Einzelrisiken, d.h. für den Fall, dass das eingeleitete Restructuring Program in seiner Gesamtheit scheitert. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich mehrere bzw. alle Risiken verwirklichen wird derzeit insgesamt als gering eingeschätzt. Die bei allen unternehmerischen Aktivitäten verbleibenden Risiken können jedoch auch durch ein umfassendes Risikomanagement nicht ausgeschlossen werden.

Die gesetzlichen Gliederungsschemata der §§ 266 und 275 Abs. 2 i.V.m. § 298 Abs. 1 HGB wurden angewandt. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert beibehalten. Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen haben den gleichen Abschlussstichtag.

Im Interesse einer klaren Darstellung ist das gesetzliche Gliederungsschema im Bereich der Vorräte um die Position "Werkzeuge" erweitert. Hierbei handelt es sich um im Kundenauftrag angeschaffte Werkzeuge/Entwicklungskosten, welche noch an den Kunden zu fakturieren sind.

II. Angaben zum Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasste die CC International sowie die nachfolgenden Gesellschaften, bei denen die CC International unmittelbar oder mittelbar über die Mehrheit der Stimmrechte verfügte:

Name des Unternehmens Sitz Anteil am Kapital
%
Carcoustics Austria Ges.m.b.H. Klaus/Österreich 100,00
Carcoustics Automotive Parts (Langfang) Co., Limited Langfang/China 100,00
Carcoustics Belgium N.V. Genk/Belgien 100,00
Carcoustics Deutschland GmbH Leverkusen/Deutschland 100,00
Carcoustics España SA Valencia/Spanien 100,00
Carcoustics Haldensleben GmbH Haldensleben/Deutschland 100,00
Carcoustics Industrial S. de R.L. de C.V. Querétaro/Mexiko 100,00
Carcoustics Leverkusen GmbH Leverkusen/Deutschland 100,00
Carcoustics Shared Services GmbH Leverkusen/Deutschland 100,00
Carcoustics Slovakia Novaky s.r.o. Novaky/Slowakei 100,00
Carcoustics Slovakia Senec s.r.o. Senec/Slowakei 100,00
Carcoustics Tech Center North America Inc. Troy/USA 100,00
Carcoustics TechConsult GmbH Leverkusen/Deutschland 100,00
Carcoustics USA Inc. Howell/USA 100,00
Carcoustics USA South Inc. Buford/USA 100,00
Carcoustics Automotive Parts (Shenyang) Co., Limited Shenyang/China 100,00
Carcoustics Poland Sp. z o.o. Bielany Wrocławskie/Polen 100,00

Zusätzlich ist nach § 290 Abs. 2 Nr. 4 HGB die folgende Zweckgesellschaft in den Konzernabschluss einbezogen, da bei wirtschaftlicher Betrachtung die Mehrheit der Chancen und Risiken durch die CC International getragen werden:

Name des Unternehmens Sitz Anteil am Kapital
%
TANIMA GmbH & Co. KG Pullach/Deutschland 94,00

Nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurde das unten aufgeführte Tochterunternehmen:

Name des Unternehmens Sitz Anteil am Kapital
%
Carcoustics France S.à r.l. Paris/Frankreich 100

Die Carcoustics France S.à r.l. wurde nicht in den Konzernabschluss einbezogen, da diese von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns war. Das Eigenkapital der Carcoustics France S.à r.l. betrug zum Bilanzstichtag TEUR 144, der Jahresüberschuss belief sich für 2022 auf TEUR 13.

III. Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode gemäß § 301 Abs. 1 HGB durch Verrechnung der Beteiligungsbuchwerte mit dem anteiligen Eigenkapital, basierend auf den beizulegenden Zeitwerten der übernommenen Vermögenswerte und Schulden der zu konsolidierenden Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Die nach der Zuordnung von stillen Reserven und stillen Lasten verbleibenden Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert oder auf der Passivseite unter dem Posten "Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung" bilanziert.

Die Schuldenkonsolidierung erfolgt nach § 303 Abs. 1 HGB durch Eliminierung der Forderungen mit den entsprechenden Verbindlichkeiten zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Währungskursbedingte Differenzen aus der Schuldenkonsolidierung werden erfolgsneutral als Eigenkapitaldifferenz aus der Währungsumrechnung erfasst.

Zwischenergebnisse gemäß § 304 Abs. 1 HGB aus Lieferungen und Leistungen zwischen einbezogenen Gesellschaften wurden in Höhe von TEUR 176 (im Vorjahr TEUR 43) eliminiert. Währungskursbedingte Differenzen aus der Zwischenergebniseliminierung werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Rahmen der Aufwands- und Ertragskonsolidierung nach § 305 Abs. 1 HGB werden Umsätze, Aufwendungen und Erträge zwischen den einbezogenen Gesellschaften gegeneinander aufgerechnet.

Latente Steuern ergeben sich aus temporären Differenzen zwischen den in der Konzernbilanz angesetzten Buchwerten und steuerlichen Wertansätzen. Die aufgrund dieser Unterschiede zukünftig voraussichtlich eintretenden Steuerentlastungen bzw. -belastungen werden aktiviert bzw. passiviert. Des Weiteren ergeben sich Steuerlatenzen aus Konsolidierungsmaßnahmen. Auf Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden keine latenten Steuern gebildet. Die Bewertung der Differenzen erfolgt zu dem zum Zeitpunkt der Realisation voraussichtlich gültigen Steuersatz. Bei der Berechnung der inländischen latenten Steuern kommt ein Körperschaftsteuersatz von 15,00 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (5,5 %) und ein Gewerbesteuersatz von 9,56% (im Vorjahr 9,56%) zum Ansatz. Somit ergibt sich ein Gesamtsteuersatz für inländische latente Steuern von 25,39% (im Vorjahr 25,39 %). Für die Konsolidierungsbuchungen wird ein konzerneinheitlicher Durchschnittssteuersatz von 30,0 % angewandt. Bei einem Aktivüberhang erfolgt die Beurteilung der Werthaltigkeit unter Berücksichtigung der zukünftigen Ergebnisentwicklung des betreffenden Konzernunternehmens.

Aktive Steuerlatenzen aus Verlustvorträgen werden in der Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung angesetzt. Auf Ebene der einzelnen konsolidierten Gesellschaften wurde von dem Wahlrecht zur Verrechnung von passiven latenten Steuern mit aktiven latenten Steuern Gebrauch gemacht. Im Falle eines nach Verrechnung von passiven latenten Steuern bestehenden Aktivüberhangs von latenten Steuern erfolgte eine Aktivierung gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB.

IV. Angaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die Jahresabschlüsse der einbezogenen Tochterunternehmen werden in den Konzernabschluss entsprechend der gesetzlichen Vorschriften einheitlich nach den bei der CC International geltenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden einbezogen. Im Einzelnen werden im Konzern folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet:

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer der immateriellen Vermögensgegenstände wird grundsätzlich ein Zeitraum von drei bis zehn Jahren angesetzt.

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um lineare Abschreibungen, angesetzt. Planmäßige Abschreibungen werden nach der voraussichtlichen Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände vorgenommen. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen vorgenommen. Zugänge von beweglichen Anlagegegenständen werden pro rata temporis, das heißt ab dem Zeitpunkt ihres Zugangs, abgeschrieben.

Den Abschreibungen liegen folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde:

Jahre
Gebäude 25 bis 33
Technische Anlagen und Maschinen 14
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 10 bis 15
Werkzeuge 5

Die geringwertigen Anlagegüter bis EUR 250,00 werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter über EUR 250,00 bis EUR 800,00 können voll abgeschrieben oder als Sammelposten ab dem Zugangsjahr linear über fünf Jahre abgeschrieben werden. Geringwertige Anlagegüter über EUR 800,00 bis EUR 1.000,00 werden ab dem Zugangsjahr als Sammelposten linear über 5 Jahre oder alternativ über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die sonstigen Ausleihungen werden zu Anschaffungskosten bewertet. Bei voraussichtlich dauernder Wertminderung werden Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert vorgenommen.

Die Bewertung der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Waren erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Alle erkennbaren Risiken, die sich aus der Lagerhaltung und verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Abwertung berücksichtigt.

Die Ersatzteile werden nach drei Kategorien unterschieden: Verbrauchsmaterialien, Ersatzteile 1 mit einem Wert kleiner als EUR 1.000 und mit einem Wert größer als EUR 1.000.

1 Ersatzteile sind Bauteile, die beschädigte, verschlissene oder fehlende Bauteile ersetzen sollen. Diese werde beispielsweise neben den Maschinen gelagert, um somit schnell bei Bedarf abgenutzte Bauteile zu ersetzen.

Verbrauchsmaterialien sind zum Beispiel Schrauben, Lampen, Stecker und Dichtungen und werden aufgrund ihres geringen Wertes direkt als Aufwand erfasst.

Ersatzeile mit einem Wert kleiner als EUR 1.000 werden zu einem Festwert angesetzt, der alle drei Jahre durch eine körperliche Bestandsaufnahme überprüft wird. Im Rahmen der jährlichen Bestandsbewertung erfolgt eine 10 %-ige Abwertung.

Bei dem Bestand an Ersatzteilen mit einem Wert größer als EUR 1.000 wird jährlich eine körperliche Bestandsaufnahme durchgeführt und pauschal mit 10% abgewertet.

Die fertigen und unfertigen Erzeugnissen sind zu Herstellungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet worden. Die Herstellungskosten enthalten neben den Material- und Fertigungseinzelkosten auch anteilige Gemeinkosten und durch die Fertigung veranlasste Abschreibungen. Des Weiteren werden angemessene Teile der Verwaltungskosten in die Herstellungskosten einbezogen, soweit sie auf den Zeitraum der Herstellung entfallen. Fremdkapitalkosten werden nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt. Alle erkennbaren Risiken, die sich aus der Lagerhaltung und verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Abwertung berücksichtigt.

Die Bewertung der Werkzeuge erfolgt grundsätzlich zu Anschaffungskosten unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips. Alle erkennbaren Risiken, die sich aus der Lagerhaltung und verminderten Verwertbarkeit ergeben, werden durch angemessene Abwertung berücksichtigt.

Die geleisteten und erhaltenen Anzahlungen sind zum Nennbetrag angesetzt.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die flüssigen Mittel werden mit dem Nennwert angesetzt. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erkennbare Einzelrisiken durch angemessene Wertberichtigungen berücksichtigt. Dem allgemeinen Ausfall- und Kreditrisiko wird durch eine Pauschalwertberichtigung von 1 % auf die Nettoforderungen Rechnung getragen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden erfolgte Auszahlungen zum Bilanzstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital entspricht der Satzung und dem Handelsregistereintrag und ist voll eingezahlt.

Passive Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung werden in einem gesonderten Posten nach dem Eigenkapital entsprechend § 301 Abs. 3 HGB ausgewiesen. Passive Unterschiedsbeträge werden aufgelöst, sofern die zum Zeitpunkt des Erwerbs der Anteile oder der erstmaligen Konsolidierung erwartete ungünstige Entwicklung der künftigen Ertragslage eingetreten ist oder zu diesem Zeitpunkt erwartete Aufwendungen zu berücksichtigen sind sowie wenn am Bilanzstichtag feststeht, dass sie einem realisierten Gewinn entsprechen.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen angesetzt. Als Bewertungsmethode wurde im Wesentlichen das Teilwertverfahren angewendet. Der angewendete Rechnungszinsfuß für die österreichischen Verpflichtungen beträgt 2,01% (im Vorjahr 2,01%) sowie eine jährliche Bezugssteigerung in Höhe von 2,4 % für Angestellte und 2,7% für gewerbliche Mitarbeiter. Dabei wurde im Wesentlichen die Sterbetafel Österreich zugrunde gelegt. Die Berechnungsgrundlagen für die Abfertigungsrückstellung basieren auf der letzten Lohn- und Gehaltsabrechnung Dezember 2022.

Steuerrückstellungen enthalten ausschließlich die tatsächlichen Steuerschulden für laufende und frühere Perioden, soweit sie noch nicht beglichen sind.

Die Steuerrückstellungen und sonstigen Rückstellungen sind nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung so bemessen, dass sie den voraussichtlichen Verpflichtungen und erkennbaren Risiken in Höhe des Erfüllungsbetrages Rechnung tragen.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihren Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Als passive Rechnungsabgrenzungsposten sind erhaltene Zahlungen zum Bilanzstichtag angesetzt, soweit sie Ertrag für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag unter Beachtung der Anschaffungskosten und des Niederstwertprinzips umgerechnet. Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger werden mit dem Kurs zum Bilanzstichtag angesetzt. Zum Zugangszeitpunkt werden die Vermögensgegenstände und Schulden mit dem tagesaktuellen Umrechnungskurs bewertet und erfasst.

Bei der Umrechnung der Jahresabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften, deren Währung von der des Mutterunternehmens - dem Euro - abweicht, werden die Bilanzposten - mit Ausnahme des Eigenkapitals - mit dem Devisenkassamittelkurs am Konzernbilanzstichtag umgerechnet. Das gezeichnete Kapital sowie die in Vorjahren dotierten Rücklagen werden mit historischen Kursen umgerechnet. Die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt auf Basis von Jahresdurchschnittskursen. Alle Umrechnungsdifferenzen werden erfolgsneutral in dem im Konzerneigenkapital ausgewiesenen Posten "Eigenkapitaldifferenz aus Währungsumrechnung" erfasst (sog. modifizierte Stichtagskursmethode gemäß § 308a HGB).

Die verwendeten Umrechnungskurse lauten:

Währungskurse zum 31. 12. 2022 Jahresstichtagskurs Jahresdurchschnittskurs
EUR EUR
1 PLN (Polen) 0,21343 0,21353
1 CNY (China) 0,13544 0,14124
1 MXN (Mexiko) 0,04794 0,04716
1 USD (USA) 0,93427 0,94859

V. Erläuterungen der Konzernbilanz-Posten

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt. Der Anlagenspiegel ist dem Anhang als Anlage beigefügt.

Von den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben TEUR 1.466 (im Vorjahr TEUR 1.983) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. Sämtliche übrige Forderungen und Vermögensgegenstände haben wie im Vorjahr eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr.

Der Finanzmittelfonds setzt sich, wie im Vorjahr, aus dem Kassenbestand sowie den Guthaben bei Kreditinstituten zusammen. Für den gesamten Finanzmittelfonds in Höhe von TEUR 7.438 (im Vorjahr TEUR 7.996) bestehen keine relevanten Verfügungsbeschränkungen.

Für Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten in den Handels- und Steuerbilanzen, die sich im Wesentlichen auf Differenzen aus abweichenden Abschreibungen auf das Anlagevermögen beziehen, wurden in den Einzelabschlüssen der konsolidierten Tochterunternehmen aktive latente Steuern in Höhe von TEUR 4.084 (im Vorjahr TEUR 2.927) gebildet. Des Weiteren wurden aktive latente Steuern auf ergebniswirksame Konzernbuchungen in Höhe von insgesamt TEUR 356 (im Vorjahr TEUR 362) mit einem Konzernsteuersatz von 30,0 % (im Vorjahr 30,0 %) gebildet.

Auf die Nutzung von Verlustvorträgen unter Berücksichtigung der jeweiligen in der Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verlustverrechnung entfallen aktive latente Steuern von insgesamt TEUR 1.891 (im Vorjahr 3.876) auf folgende Tochterunternehmen:

Name des Unternehmens 2022 2021
TEUR TEUR
Carcoustics Slovakia Novaky s.r.o., Novaky/Slowakei 0 55
Carcoustics Tech Center North America (Tax Group USA) 0 588
Carcoustics Automotive Parts (Shenyang) Co., Limited, Shenyang/China 459 610
Carcoustics Industrial S. de R.L. de C.V., Querétaro/Mexiko 1.432 2.623
1.891 3.876

Die passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.533 (im Vorjahr TEUR 1.252) beziehen sich ebenfalls auf Differenzen aus abweichenden Abschreibungen auf das Anlagevermögen. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 281 gestiegen.

Das gezeichnete Kapital beträgt TEUR 2.508 (im Vorjahr TEUR 2.508) und ist voll eingezahlt. Die Anteile an der Carcoustics International GmbH werden zu 100 % von der Jiachuang GmbH, Düsseldorf, gehalten. Das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklage in der Konzernbilanz entsprechen dem gezeichneten Kapital und der Kapitalrücklage der Muttergesellschaft.

Die Umrechnungsdifferenz aus der Währungsumrechnung im Eigenkapital in Höhe von TEUR -4.284 (im Vorjahr -9.221) berücksichtigt die sich aus der Umrechnung der in ausländischer Währung aufgestellten Jahresabschlüsse in Euro ergebenden Umrechnungsdifferenzen.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 24.573 (im Vorjahr TEUR 18.030) enthalten im Wesentlichen Rückstellungen für den Personal-/Sozialbereich TEUR 5.826 (im Vorjahr TEUR 4.079), für Werkzeuge TEUR 4.567 (im Vorjahr TEUR 4.037), für noch nicht abgerechnete Leistungen TEUR 3.203 (im Vorjahr TEUR 2.695), für Vertrieb TEUR 3.722 (im Vorjahr TEUR 3.261) sowie für Restrukturierung TEUR 2.333 (im Vorjahr 0).

Die Angaben zu den Verbindlichkeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel dargestellt.

31.12.2022 Restlaufzeit bis ein Jahr Restlaufzeit von mehr als einem Jahr Davon: Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren Betrag der gesicherten Verbindlichkeiten
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 56.761 6.250 50.511 0 0
(Vorjahr) (50.949) (5.000) (45.949) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 33.856 33.252 604 0 0
(Vorjahr) (26.117) (25.767) (350) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 222 222 0 0 0
(Vorjahr) (103) (103) (0) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 38.764 0 38.746 0 0
(Vorjahr) (37.635) (0) (37.635) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 6.390 6.204 187 0 0
(Vorjahr) (7.985) (7.301) (684) (39) (0)
Summe 135.994 45.928 90.067 0 0
(Vorjahr) (122.789) (38.171) (84.618) (39) (0)

Der im August 2018 abgeschlossene Konsortialkredit, der die bisherige Betriebsmittelfinanzierung abgelöst und erhöht hat, ist unbesichert. Zum Jahresende betrugen die Verbindlichkeiten aus diesem Kreditvertrag TEUR 34.258. Er sieht übliche Konditionen vor. Dazu gehören Financial Covenants und sonstige Verpflichtungen sowie eine sogenannte Guarantor Coverage durch wichtige Gruppengesellschaften.

In 2020 und 2022 hat Carcoustics Ratentilgungsdarlehen aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 in Höhe von TEUR 20.000 und TEUR 10.000 aufgenommen. Zum Bilanzstichtag beliefen sich die Verbindlichkeiten aus den Darlehen auf TEUR 22.500. Für die Darlehen gelten die Konditionen für Förderkredite der KfW und wichtige Konditionen aus dem Konsortialkreditvertrag.

Weitere wesentliche Besicherungen bestehen nicht.

Bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen bestehen branchenübliche Eigentumsvorbehalte.

In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen von TEUR 222 (im Vorjahr TEUR 103) sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von TEUR 68 (im Vorjahr TEUR 0) sowie Darlehensverbindlichkeiten von TEUR 154 (im Vorjahr TEUR 103) enthalten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern betragen TEUR 38.764 (im Vorjahr TEUR 37.635 ). Es handelt sich um ein verzinsliches Darlehen, das die Gesellschafterin Jiachuang GmbH, Düsseldorf der CC International GmbH gewährt hat. Das Darlehen ist nicht besichert und hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2026. Die angefallenen Jahreszinsen können dem Darlehensbetrag zugeschrieben werden. Der Gesellschafter hat einen Rangrücktritt gemäß § 39 Abs. 2 InsO erklärt. Dadurch erhöht sich die handelsrechtliche Eigenkapitalquote von 17,1% auf die wirtschaftliche Eigenkapitalquote von 36,5 % der Bilanzsumme bei Hinzurechnung dieses subordinierten Gesellschafterdarlehens.

Die sonstigen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen mit TEUR 290 (im Vorjahr TEUR 1.594) aus Verbindlichkeiten aus dem Kartellrechtsverfahren, mit TEUR 3.021 (im Vorjahr TEUR 2.558) aus Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern und im Rahmen der sozialen Sicherheit, mit TEUR 2.085 (im Vorjahr TEUR 2.923) aus Steuern und mit TEUR 248 (im Vorjahr TEUR 301) aus einem spanischen Investitionsdarlehen der öffentlichen Hand.

VI. Erläuterungen der Konzern-GuV-Posten

Die Umsatzerlöse lassen sich nach Umsatzart und Absatzregionen unterscheiden:

2022 2021
TEUR TEUR
Umsatzart
Fertigerzeugnisse 320.443 270.743
Handelswaren 2.439 1.510
Werkzeuge 36.077 32.136
Sonstige 17.916 11.822
376.876 316.211
Absatzregionen
Deutschland 128.993 108.722
Europa ohne Deutschland 91.652 73.659
NAFTA 129.827 108.248
Rest der Welt 26.404 25.582
376.876 316.211

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten mit TEUR 4.540 (im Vorjahr TEUR 2.759) Währungsgewinne. In 2022 betrugen die periodenfremden Erträge TEUR 1.706 (im Vorjahr TEUR 1.992). Die periodenfremden Erträge enthalten im Wesentlichen TEUR 9 aus der Auflösung von Wertberichtigungen und TEUR 1.364 Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Zusätzlich sind außergewöhnliche Erträge aus dem Verkauf einer Immobilie in Leverkusen in Höhe von TEUR 1.569 (im Vorjahr TEUR 0) angefallen.

Der Personalaufwand enthält mit TEUR 779 (im Vorjahr TEUR 709) Aufwendungen für Altersversorgung.

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen betragen insgesamt TEUR 9.474 (im Vorjahr TEUR 8.271).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten mit TEUR 12.414 (im Vorjahr TEUR 11.202) Mieten&Leasing Kosten, Energiekosten TEUR 10.221 (im Vorjahr TEUR 7.431), Kosten für Ausgangsfrachten TEUR 8.935 (im Vorjahr TEUR 6.470), Fremdleistungen TEUR 8.221 (im Vorjahr TEUR 6.497), Währungsverluste TEUR 5.871 (im Vorjahr TEUR 2.226), Reisekosten TEUR 1.883 (im Vorjahr TEUR 774) und Instandhaltung Maschinen &. Werkzeuge TEUR 5.496 (im Vorjahr TEUR 4.493).

In 2022 betrugen die periodenfremden Aufwendungen TEUR 775 (im Vorjahr TEUR 786). Die periodenfremden Aufwendungen enthalten im Wesentlichen TEUR 403 für Aufwendungen für Personalkosten, TEUR 147 für Beratungskosten, TEUR 47 Bonus. Zusätzlich sind außergewöhnliche Aufwendungen in Höhe von TEUR 4.271 (im Vorjahr TEUR 1.631) angefallen, die vor allem auf das Restructuring Program (siehe Lagebericht III) zurückzuführen sind und enthalten unter anderem Kosten für die Schließung und Verlagerung des Werks Klaus, Österreich, nach Senec, Slowakei, den Abbau von Personal im indirekten Bereich und die Verlagerung von Funktionen in weniger kostenintensive Standorte.

In den Zinsaufwendungen sind Aufwendungen gegenüber der Gesellschafterin von TEUR 1.129 (im Vorjahr TEUR 1.096) und TEUR 19 aus der Abzinsung von Rückstellungen enthalten.

In den Steuern vom Einkommen und Ertrag sind Steueraufwendungen der Einzelgesellschaften in Höhe von TEUR 2.186 (im Vorjahr TEUR 3.334) sowie hierauf entfallende Konsolidierungseffekte von insgesamt TEUR 708 Ertrag (im Vorjahr TEUR 398) enthalten. Diese bestehen im Wesentlichen aus Ertragsteuern (zuzüglich Solidaritätszuschlag) des laufenden Jahres in Höhe von TEUR 1.559 (im Vorjahr TEUR 2.427 ) sowie Rückerstattungen für Vorjahre in Höhe von TEUR 82 (im Vorjahr Zahlungen TEUR 509). Latente Steuererträge aus den Einzelgesellschaften betragen TEUR 692 (im Vorjahr latenter Steuerertrag: TEUR 581), zusätzlich ergaben sich aus der Auflösung von latenten Steuern auf die Verlustvorträge latente Steueraufwendungen in Höhe von insgesamt TEUR 1.985 (im Vorjahr latenter Steuerertrag: TEUR 942). Latente Steueraufwendungen aus Konzernbuchungen ergaben sich in Höhe von TEUR 5 (im Vorjahr latenter Steuerertrag: TEUR 39).

VII. Sonstige Angaben

1. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum 31. Dezember 2022 bestanden folgende nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen sowie aus Bestellungen von Sachanlagen:

im Jahr 2022 In den Jahren 2023-2026 Ab dem Jahr 2027
TEUR TEUR TEUR
Verpflichtungen aus Miet-, Pacht- und Leasingverträgen 7.369 18.782 9.673
begonnene Investitionsvorhaben 4.686 37 0
12.055 18.819 9.673

Bei den Miet-, Pacht- und Leasingverträgen handelt es sich um sog. "Operating Lease"-Verträge, die zu keiner Bilanzierung der Objekte/Gegenstände bei der Gesellschaft führen. Der Vorteil dieser Verträge liegt in der im Vergleich zum Erwerb geringeren Kapitalbindung sowie im Wegfall des Verwertungsrisikos. Risiken könnten sich aus der Vertragslaufzeit ergeben, sofern die Objekte nicht mehr vollständig genutzt werden könnten (Drohverlustrückstellung), wozu es derzeit jedoch keine Anzeichen gibt.

2. Arbeitnehmer

Im Jahresdurchschnitt wurden im Konzern insgesamt 2.149 (im Vorjahr 2.109) Mitarbeiter beschäftigt, davon waren 992 (im Vorjahr 1.004) Angestellte und 1.157 (im Vorjahr 1.105) gewerbliche Arbeitnehmer.

Wirtschaftsprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr berechnete Gesamthonorar für Abschlussprüfungsleistungen beträgt TEUR 242.Darüber hinaus sind TEUR 145 für sonstige Leistungen berechnet worden.

3. Organmitglieder

Während des abgelaufenen Geschäftsjahres wurden die Geschäfte des Mutterunternehmens geführt durch die Geschäftsführer:

Kai Uwe Frühauf, Sprecher der Geschäftsführung, Langenhagen (bis zum 04. Januar 2022 und ab dem 01. Februar 2023)

Thomas Sundermann, kaufmännischer Geschäftsführer, Leichlingen (bis zum 04. Februar 2022), Sprecher der Geschäftsführung (ab dem 05. Februar 2022 bis zum 31. Januar 2023)

Cathrin Hirsch, kaufmännische Geschäftsführerin, Bochum (ab dem 1. Januar 2023)

Vorschüsse und Kredite bestehen keine. Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung werden in Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Absatz 4 HGB nicht angegeben, da sich die Bezüge der Mitglieder der Geschäftsführung anderweitig ermitteln lassen würden.

Der Beirat setzt sich wie folgt zusammen:

Herr Yi Li, Chairman, Fuxin Dare Automotive Parts Co., Ltd., Liaoning (ab dem 26. November 2022)

Frau Ying Han, Member of the Advisory Board, Fuxin Dare Automotive Parts Co., Ltd., Liaoning

Herr Jialin Zhou, Member of the Advisory Board, Senior Engineer, Fuxin Dare Automotive Parts Co., Ltd., Liaoning (bis zum 31. März 2022)

Herr Axel Schulmeyer, Chairman, Automotive Management and Consulting, Hösbach (bis zum 25. November 2022)

Herr Jeff Xu, Member of the Advisory Board, President of DARE NA., Dare Auto Inc., Michigan (ab dem 1. Oktober 2022)

Herr Chunhu Wang Member of the Advisory Board, NBHX Trim Group, Bruchsal (ab dem 16. Januar 2023 bis zum 22. Februar 2023)

Die Gesamtbezüge des Beirats werden in Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Absatz 4 HGB nicht angegeben, da nur ein Beiratsmitglied Bezüge von Carcoustics bezieht.

4. Befreiungen

Für die deutschen Tochtergesellschaften Carcoustics Shared Services GmbH, Carcoustics Deutschland GmbH, Carcoustics TechConsult GmbH, Carcoustics Haldensleben GmbH und TANIMA GmbH & Co. KG wird die Befreiung von der Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts sowie der Offenlegung des Einzelabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 HGB (bzw. für TANIMA GmbH & Co. KG gemäß § 264b HGB) in Anspruch genommen.

5. Konzernabschluss

Die Carcoustics International ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Jiachuang GmbH, Düsseldorf (HRB 77612). Oberstes Mutterunternehmen ist die Fuxin Dare Automotive Parts Co., Ltd., Fuxin, China (größter und kleinster Konzernkreis). Der Konzernabschluss wird auf der Website "China Securities Regulatory Commission" öffentlich bekannt gegeben.

6. Ergebnisverwendungsvorschlag

Die Geschäftsführung empfiehlt das Jahresergebnis der Muttergesellschaft (Carcoustics International GmbH) auf neue Rechnung vorzutragen.

7. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Stichtag

Für das Jahr 2023 gehen wir davon aus, dass makroökonomische Herausforderungen wie die hohe Inflationsrate die Wirtschaft belasten und das Rezessionsrisiko in Europa und Nordamerika erhöhen. Weitere konjunkturelle Risiken resultieren aus dem weltweit starken Anstieg von Zinsen und Rohstoffpreisen, der Coronavirus-Pandemie und möglichen Infektionsschutzmaßnahmen, sowie einer potenziellen Eskalation des Kriegs in der Ukraine oder anderer geopolitischer Spannungen.

Aufgrund von direkten Kostenerhöhungen (Material, Energie und direkten Lohnkosten) hat Carcoustics in den ersten Monaten des Jahres 2023 mit den wesentlichen OEM-Kunden Term Sheets über Preisanpassungen geschlossen. Am 27. März wurde mit den finanzierenden Banken ein Covenants Waiver bis einschließlich 31. März 2024 vereinbart, inkl. der Festlegung von Ersatz-Covenants. Daraus folgt, dass die regulären Covenants ab dem 1. April einzuhalten sind und zum 30. Juni 2024 wieder getestet werden. Am 24. April 2023 hat Carcoustics die Zahlung eines subordinierten Shareholder Darlehens in der Höhe von EUR 14 Mio. erhalten. Damit konnte eine (unter weiteren, s.o. zum Restructuring Program) wesentliche Maßnahme umgesetzt werden, die eine Durchfinanzierung bis einschließlich 31. März 2024 sicherstellen soll. Es ist Teil der Vereinbarung mit den Kunden und Banken, bis zum 30. Juni 2023 ein Restrukturierungskonzept zu erarbeiten sowie ein IDW S 6 Gutachten durch einen renommierten Sanierungsgutachter erstellen zu lassen.

 

Leverkusen, den 29. Juni 2023

Carcoustics International GmbH

Die Geschäftsführung

Kai Uwe Frühauf, CEO

Cathrin Hirsch, CFO

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Carcoustics International GmbH, Leverkusen

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Carcoustics International GmbH. Leverkusen, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, dem Konzerneigenkapitalspiegel und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 sowie dem Konzernanhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der Carcoustics International GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2022 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfling zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist inr Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weiteigehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind; um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "I. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss" im Konzernanhang sowie die Angaben in Abschnitt "III. Chancen- und Risikobericht", Unterabschnitt "Zusammenfassung der Chancen- und Risikolage" des Konzernlageberichts. in denen die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der Fortbestand des Konzerns davon abhängig ist, dass das eingeleitete Restrukturierungsprogramm in seiner Gesamtheit nicht scheitelt. Wie im Abschnitt "I. Allgemeine Angaben zum Konzernabschluss" im Konzernanhang und Abschnitt "III. Chancen- und Risikobericht". Unterabschnitt "Zusammenfassung der Chancen- und Risikolage" des Konzernlageberichts dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten zusammen mit den anderen dort ausgeführten Sachverhalten auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin. die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen. Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung; Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus, sind sie dafür verantwortlich auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, üb der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist. und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar- stellt sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile z.um Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und fuhren Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertreten angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit so- wie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise. ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvemerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese .Angaben unangemessen sind. unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung. Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Frankfurt am Main, den 29.Juni 2023

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thomas Heck, Wirtschaftsprüfer

Zheng Wang, Wirtschaftsprüferin

Konzern-Kapitalflussrechnung 2022

2022 2021
EUR EUR
Konzernergebnis vor nicht beherrschenden Anteilen -17.799.755 2.545.896
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 9.474.462 8.270.955
Zinserträge und -aufwendungen 3.833.712 2.921.421
Aufwendungen aus außerordentlichen Posten 2.704.354 1.630.482
Auszahlungen aus außerordentlichen Posten -759.310 -1.305.482
Cash Earnings nach DVFA/SG -2.546.537 14.063.271
Abnahme der kurzfristigen Rückstellungen 3.333.993 -1.251.897
Verlust aus dem Abgang von Anlagevermögen 120.686 248.522
Zunahme (-)/Abnahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -4.769.451 -7.790.236
Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 6.630.299 -1.968.102
Ertragssteueraufwand (laufend) 1.477.660 2.936.040
Ertragssteuerzahlungen -2.159.594 -3.836.654
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 2.087.056 2.400.944
Einzahlungen aus Abgängen von Sachanlagen 4.591.291 209.388
Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen -12.159.784 -11.091.017
Einzahlungen (+) für Investitionen in immaterielle Anlagen 2.531 3.709
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Anlagen -701.413 -151.474
Auszahlungen (-) für Investitionen in Finanzanlagen -131.943 -122.255
erhaltene Zinsen 73.243 101.563
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -8.326.075 -11.050.086
gezahlte Zinsen -2.777.892 -1.926.806
Einzahlungen aus der Aufnahme von (Finanz-)Krediten 10.812.750 18.295.299
Auszahlungen (-) aus der Tilgung von Anleihen und (Finanz-)Krediten -5.111.985 -7.859.681
Rückzahlung gewährtes Darlehen an nicht-konsolidiertes verbundenes Unternehmen 0 120.450
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 2.922.873 8.629.263
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -3.316.146 -19.879
Wechselkurs- und bewertungsbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds 2.758.293 1.098.991
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 7.996.015 6.916.903
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 7.438.162 7.996.015

Entwicklung des Konzerneigenkapitals 2022

Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gezeichnetes
Kapital
Kapitalrücklage Eigenkapitaldifferenz
aus Währungs-
umrechnung
EUR EUR EUR
31. Dezember 2020 2.507.900 96.684.639 -12.899.367
Kapitalerhöhung/-herabsetzung
Einstellung / Entnahmen Rücklagen
Ausschüttung
Währungsumrechnung 3.678.322
Sonstige Veränderungen
Änderung des Konsolidierungskreises
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag
31. Dezember 2021 2.507.900 96.684.639 -9.221.045
Kapitalerhöhung/-herabsetzung
Einstellung / Entnahmen Rücklagen
Ausschüttung
Währungsumrechnung 4.937.276
Sonstige Veränderungen
Änderung des Konsolidierungskreises
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag
31. Dezember 2022 2.507.900 96.684.639 -4.283.768
Eigenkapital des Mutterunternehmens
Gewinnvortrag/
Verlustvortrag
Konzernjahresüberschuss/-
fehlbetrag, der dem
Mutterunternehmen
zuzurechnen ist
Summe
EUR EUR EUR
31. Dezember 2020 -38.006.484 -7.462.309 40.824.379
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen -7.462.309 7.462.309 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 3.678.322
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag 2.573.312 2.573.312
31. Dezember 2021 -45.468.793 2.573.312 47.076.013
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen 2.573.312 -2.573.312 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 4.937.276
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -17.799.082 -17.799.082
31. Dezember 2022 -42.895.481 -17.799.082 34.214.208
Nicht beherrschende Anteile
Nicht beherrschende
Anteile vor
Eigenkapital-
differenz aus
Währung-
sumrechnung und
Jahresergebnis
Auf nicht
beherrschende
Anteile entfallende
Eigenkapitaldifferenz
aus Währungs-
umrechnung
Auf nicht
beherrschende
Anteile entfallende
Gewinne/ Verluste
Summe
EUR EUR EUR EUR
31. Dezember 2020 10.470 0 15.834 26.304
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen 15.834 -15.834 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 0
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -27.416 -27.416
31. Dezember 2021 26.304 0 -27.416 -1.112
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen -27.416 27.416 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 0
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -673 -673
31. Dezember 2022 -1.112 0 -673 -1.785
Konzern-
eigenkapital Summe
EUR
31. Dezember 2020 40.850.683
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 3.678.322
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag 2.545.896
31. Dezember 2021 47.074.901
Kapitalerhöhung/-herabsetzung 0
Einstellung / Entnahmen Rücklagen 0
Ausschüttung 0
Währungsumrechnung 4.937.276
Sonstige Veränderungen 0
Änderung des Konsolidierungskreises 0
Konzernjahresüberschuss /-fehlbetrag -17.799.755
31. Dezember 2022 34.212.423

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