Stammdaten

Register
Amtsgericht Charlottenburg (Berlin) HRB 134222
Vorher
vilindo GmbH
Eingetragen
16.5.2011
Branche
Einzelhandel mit pharmazeutischen ErzeugnissenGroßhandel mit kosmetischen Erzeugnissen und KörperpflegemittelnTätigkeiten der Großhandelsvermittlung von kosmetischen Erzeugnissen, Körperpflegemitteln, Putz- und Reinigungsmitteln
Gegenstand
Die Beratung zu und die Entwicklung und der Vertrieb von Produkten der Ernährung (z.B. hochwertige Nahrungsergänzungsmittel) Produkten der Apotheke (z.B. Medizinprodukte, traditionelle Arzneimittel) und Kosmetika insbesondere über e-Commerce-Plattformen.

Historie

Keine Bekanntmachungen für diesen Filter verfügbar

Management

NameRolle
Yvonne Maguhn
seit 25.8.2022
Prokura
Rense Johannes Kramer
seit 25.8.2022
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte
Beta

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (2)

NameAnteil
SA Europe B.V.NLD
99.52%
nu3 GmbHEigenbeteiligung
0.48%

Gesellschafter
Beta

2 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Name
Ort
Betrag
Anteil
SA Europe B.V.
Netherlands
213.288 €
99.52%
nu3 GmbH
Germany
1.023 €
0.48%

Beteiligungen
Beta

NameAnteil
No data available

Konzern- und Jahresabschlüsse

nu3 GmbH

Berlin

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva

31.12.2017
31.12.2016
A. Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 125.709,33 189.032,68
II. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 64.572,02 96.232,01
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 1) 3.026.683,27 3.026.683,27
  3.216.964,62 3.311.947,96
B. Umlaufvermögen    
I. Vorräte    
1. Fertige Erzeugnisse und Waren 4.076.949,86 4.349.293,45
2. Geleistete Anzahlungen 218.041,60 98.687,29
  4.294.991,46 4.447.980,74
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 67.780,24 276.413,50
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 0,00 1.029.895,62
3. sonstige Vermögensgegenstände 456.656,01 174.889,17
  524.436,25 1.481.198,29
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 351.216,27 1.292.772,97
  5.170.643,98 7.221.952,00
C. Rechnungsabgrenzungsposten 484.092,84 116.393,02
  8.871.701,44 10.650.292,98

Passiva

   
  31.12.2017
31.12.2016
A. Eigenkapital    
I. a) Gezeichnetes Kapital 195.951,00 195.951,00
b) Eigene Anteile 1) -1.023,00 -1.023,00
Ausgegebenes Kapital 194.928,00 194.928,00
II. Kapitalrücklage 51.198.799,63 51.198.799,63
III. Zur Durchführung einer beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlagen (Eintragung der Erhöhung des gezeichneten Kapitals auf € 208.193,00 am 12. April 2018) 2.531.221,54 0,00
IV. Verlustvortrag -43.629.295,19 -30.478.613,29
V. Jahresfehlbetrag -8.862.003,13 -13.150.681,90
  1.433.650,85 7.764.432,44
B. Rückstellungen    
sonstige Rückstellungen 177.205,91 523.101,19
  177.205,91 523.101,19
C. Verbindlichkeiten    
1. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 141.037,40 40.192,40
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.130.844,25 2.014.260,81
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 1.226.479,76 0,00
4. sonstige Verbindlichkeiten 3.762.483,27 308.306,14
(davon aus Steuern € 117.451,22; Vorjahr T€ 198)    
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 11.016,29; Vorjahr T€ 0)    
  7.260.844,68 2.362.759,35
  8.871.701,44 10.650.292,98

1) Vorjahreszahlen angepasst
1) Vorjahreszahlen angepasst

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

2017
2016
1. Umsatzerlöse 22.898.572,42 29.610.296,11
2. sonstige betriebliche Erträge 223.016,99 284.291,54
3. Materialaufwand    
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 17.331.924,01 20.954.367,63
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 137.559,04 127.962,61
  17.469.483,05 21.082.330,24
4. Personalaufwand    
a) Löhne und Gehälter 3.930.645,52 6.377.453,95
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 821.413,64 1.208.351,29
(davon für Altersversorgung € 17.004,57; Vorjahr T€ 27)    
  4.752.059,16 7.585.805,24
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 98.386,19 119.505,16
6. sonstige betriebliche Aufwendungen 9.021.831,77 14.172.595,66
7. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 81,82 6.979,78
8. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 639.358,83 88.663,08
9. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 3,88 -261,92
10. Ergebnis nach Steuern -8.859.451,65 -13.147.070,03
11. sonstige Steuern 2.551,48 3.611,87
12. Jahresfehlbetrag -8.862.003,13 -13.150.681,90

Anhang für das Geschäftsjahr 2017

ALLGEMEINE ANGABEN

Die Gesellschaft mit Sitz in 10179 Berlin, Brückenstr. 5, eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Charlottenburg (Berlin) unter Nr. HRB 134222B, ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft nach § 267 Abs. 2 HGB.

Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr wurde gemäß den Rechnungslegungsvorschriften des Handelsgesetzbuches für Kaufleute (§§ 242 ff. HGB) und den ergänzenden Vorschriften für Kapitalgesellschaften (§§ 264 ff. HGB) aufgestellt. Ergänzend zu diesen Vorschriften wurden die Regelungen des GmbH-Gesetzes beachtet.

Bei der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB angewendet.

Größenabhängige Erleichterungen bei der Erstellung des Jahresabschlusses (§ 288 HGB) wurden teilweise in Anspruch genommen.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde auf Basis der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit (Going Concern) aufgestellt. Die Gesellschaft erwartet gemäß der Mittelfristplanung der Jahre 2018-2020 auch für die Jahre 2018 und 2019 einen negativen Free Cashflow. Daher wird die Gesellschaft - trotz durchgeführter Kapitalmaßnahmen im 1. Quartal 2018 - zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf weitere Finanzierungsmittel in 2018 angewiesen sein. Die Geschäftsführung erachtet es als wahrscheinlich, dass diese notwendigen Finanzierungsmittel von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden bereits konkrete Verhandlungen für strategische Partnerschaften mit verschiedenen Investoren geführt. Aufgrund der fehlenden rechtsverbindlichen Zusage von weiteren Finanzierungsmitteln sowie der inhärenten Planungsunsicherheit, besteht jedoch eine wesentliche Unsicherheit in Bezug auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit und damit ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB.

BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (§§ 238 bis 263 HGB). Darüber hinaus hat die Gesellschaft die ergänzenden Vorschriften zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Kapitalgesellschaften beachtet.

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Anlagewerte werden zu Anschaffungskosten angesetzt und, sofern sie der Abnutzung unterlagen, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungsdauer der Marken beträgt 15 Jahre und der erworbenen Software fünf Jahre.

Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens werden zu Anschaffungskosten bilanziert und, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen vermindert. Die Abschreibungsdauer beträgt zwischen drei und fünfzehn Jahre.

Abschreibungen werden linear auf Basis der voraussichtlichen Nutzungsdauern vorgenommen. Die Abschreibungssätze der Vermögensgegenstände des Anlagevermögens entsprechen im Wesentlichen den steuerlichen Höchstsätzen. Soweit bei einem Vermögensgegenstand des Anlagevermögens eine dauerhafte Wertminderung vorliegt, erfolgt eine Abschreibung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis EUR 410 werden im Jahr der Anschaffung vollständig abgeschrieben.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten angesetzt und sofern ein entsprechender Sachverhalt vorlag, auf den niedrigeren Börsen- oder Marktpreis am Abschlussstichtag abgeschrieben. Als Verbrauchsfolgeverfahren wird die FiFo-Methode verwendet. Soweit ein Börsen- oder Marktpreis nicht feststellbar war, werden sie auf den niedrigeren beizulegenden Wert abgeschrieben.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden grundsätzlich mit dem Nennbetrag angesetzt. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt. Unverzinsliche Forderungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind abgezinst.

Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung, deren Restlaufzeit nicht mehr als ein Jahr beträgt, werden mit dem Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet. Alle übrigen Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden mit ihrem Umrechnungskurs im Zugangszeitpunkt oder dem niedrigeren bzw. höheren Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag bewertet.

Die liquiden Mittel werden zum Nennwert angesetzt. Ein verfügungsbeschränktes Mietkautionskonto (TEUR 147, i. Vj. TEUR 147) wurde entgegen dem Vorjahr nicht mehr in den flüssigen Mitteln sondern unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem darstellen. Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten enthält zum 31. Dezember 2017 ein Disagio in Höhe von TEUR 470 aus dem Unterschiedsbetrag im Rahmen der Ausgabe einer Inhaberschuldverschreibung.

Die Posten des Eigenkapitals sind zum Nennwert ausgewiesen.

Die Rückstellungen werden in Höhe des Erfüllungsbetrages angesetzt, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, und berücksichtigen alle bis zur Jahresabschlusserstellung erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, soweit hinreichend objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bestehen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen Differenzen, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen, so wird eine sich daraus insgesamt ergebende Steuerbelastung als passive latente Steuern in der Bilanz angesetzt. Auf den Ansatz der sich daraus insgesamt ergebenden Steuerentlastung wird in Ausübung des Wahlrechts gem. § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB verzichtet.

ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER BILANZ

Die Entwicklung und Gliederung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist aus dem Anlagenspiegel ersichtlich; ebenso die Abschreibungen des Geschäftsjahres.

Das gezeichnete Kapital beträgt zum 31. Dezember 2017 EUR 195.951,00 (31. Dezember 2016: EUR 195.951,00) und ist eingeteilt in 195.951 (31. Dezember 2016: 195.951) Anteile, die auf EUR 1,00 lauten. Die Anzahl der genehmigten Anteile beträgt 208.193 (31. Dezember 2016: 195.951). Im Geschäftsjahr 2017 wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 12.242,00 beschlossen, was 12.242 Anteilen entspricht. Diese wurde jedoch erst am 12. April 2018 im Handelsregister eingetragen. Es werden 1.023 eigene Anteile im Nominalwert von EUR 1.023,00 zu den jeweiligen Stichtagen gehalten. Das Kapital war zu den Stichtagen voll eingezahlt.

Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in zwei Klassen von Anteilen, sog. "common shares" sowie "preferred shares". Die Anzahl der "common shares" beträgt zum 31. Dezember 2017 unverändert 31.442. Die Anzahl der "preferred shares" beträgt zum 31. Dezember 2017 unverändert 164.509. Die Erhöhung der Anzahl der "preferred shares" auf 176.751 wurde erst mit Eintragung der Kapitalerhöhung am 12. April 2018 wirksam. Es gibt keine Unterschiede bei den Stimmrechten oder der Gewinnverteilung, die "preferred shares" haben jedoch mehr Rechte bei einer Liquidation oder Akquisition. Gemäß Gesellschaftsvertrag wirkt die Präferenz bis zu einem Liquidationserlös in Höhe von EUR 60,5 Mio.

Im März 2017 wurde eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von TEUR 3.000 ausgegeben. Die Inhaberschuldverschreibung wird in 10 gleichen Raten quartalsweise getilgt. Die erste Tilgung ist zum 1. Januar 2018 fällig und somit wurde zum Bilanzstichtag bereits eine Rate i.H.v. TEUR 300 gezahlt. Die letzte Tilgungsrate ist am 1. April 2020 fällig. In jeder Zinsperiode gilt als Zinssatz der höhere Wert aus 9 % und EURIBOR plus 600 Basispunkten. Zusätzlich sind pro Jahr 1,5 % Zinsen auf den ausstehenden Inhaberschuldverschreibungsbetrag zu zahlen.

Die Inhaberschuldverschreibung beinhaltet zudem drei eingebettete Derivate: die Kündigungsrechte der beiden Vertragsparteien und den sog. Floor. Da alle Derivate sich auf dasselbe Risiko (Zinsrisiko) beziehen und zudem nicht unabhängig voneinander sind, da bei der Ausübung eines der Kündigungsrechte das andere Kündigungsrecht und der Floor verfallen, werden diese drei Derivate daher als ein einheitliches Derivat betrachtet. Die Derivate sind insgesamt mit TEUR 223 unter dem Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen.

Im Fall eines Kontrollwechsels (IPO, M&A, Veräußerung von allen oder im Wesentlichen allen Vermögenswerten, Veräußerung von mehr als 50 % der Anteile oder exklusive Lizenzierung von allen oder im Wesentlichen allen geistigen Eigentums der Gruppe) kann der Inhaber eine sofortige Rückzahlung der Inhaberschuldverschreibung verlangen (Wahrscheinlichkeit des Kontrollwechsels Put-Option).

Bei einem Kontrollwechsel muss die Gruppe eine sog. exit consideration zahlen, welche den höheren Wert aus TEUR 600 und der net exit consideration Series E darstellt. Der Wert der net exit consideration Series E ist von dem Fair Value der Series E Präferenzanteile oder umgewandelten Anteile im Falle eines Exitevents plus Ausschüttungen an eben solche Anteilseigner abhängig. Da das Management davon ausgeht, dass diese Formel in einem niedrigeren Wert als TEUR 600 resultiert, wird eine Verbindlichkeit aus exit consideration i.H.v. TEUR 600 ausgewiesen.

Im Rahmen der Verabschiedung des "Equity Incentive Plan" wurde am 20. Oktober 2015 durch Beschluss der Gesellschafterversammlung die Genehmigung für eine Eigenkapitalerhöhung in Höhe der ausgegebenen Optionen von bis zu 22.710 erteilt. Der Gewährungszeitpunkt lag im Mai 2016. Insgesamt wurden 17.861 Anteile gewährt. Die durchschnittliche durch die Anteile gewichtete Restlaufzeit beträgt 18 Monate. Die Optionen unterliegen einer Ausübungssperrfrist von drei bis vier Jahren (sog. "vesting period"). Die Optionen werden während dieser Sperrfrist graduell (sog. "graded vesting") monatlich von den Mitarbeitern verdient, unter Berücksichtigung eines sogenannten Cliff von sechs bis achtzehn Monaten.

Zum 31. Dezember 2017 waren durch die begünstigten Mitarbeiter Optionen in Höhe von 9.146 (31. Dezember 2016: 7.572) Anteilen erdient. Der Wert eines Stammanteils zum Gewährungszeitpunkt beträgt unter Berücksichtigung der Liquidationspräferenz EUR 76,39. Je nach Ausübungspreis variiert der Wert der gewährten Optionen zum Gewährungszeitpunkt zwischen EUR 0,01 und EUR 75,39. Unter Zugrundelegung der zum Stichtag erdienten Optionen wurde ein Personalaufwand in Höhe von TEUR 0 (31. Dezember 2016: TEUR 150) erfasst und gegen die Kapitalrücklage gebucht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden keine Optionen ausgeübt, sind verfallen oder verwirkt worden. Zum 31. Dezember 2017 sind 9.146 (31. Dezember 2016: 7.572) Optionen ausübbar.

Das Unternehmen ist zu mindestens 20 % an folgenden Unternehmen beteiligt:

Name Sitz Anteil letzter vorliegender Jahresabschluss Eigenkapital bzw. nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag Jahresergebnis
pu3 life GmbH Berlin 100,0 % 2017 2.770.973 € 2.937.661 €
BEAVITAPHARMA GmbH Berlin 100,0 % 2017 7.378,96 € -905 €
nu3 Schweiz GmbH Lachen (CH) 100,0 % 2017 -378.094 CHF -261.636 CHF

Alle Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr mit Ausnahme der Mietkaution. Diese endet mit dem Mietvertrag am 31.12.2022.

Die Forderungen gegen die nu3 Schweiz GmbH in Höhe von TEUR 292, sind aufgrund des negativen Eigenkapitals der Gesellschaft vollständig wertberichtigt. Zum Vorjahresstichtag bestanden noch TEUR 1.030 Forderungen gegen verbundene Unternehmen.

Die sonstigen Rückstellungen beinhalten im Wesentlichen die Rückstellungen für noch nicht abgerechnete Leistungen in Höhe von TEUR 75 und Personalkosten in Höhe von TEUR 101.

Alle Verbindlichkeiten haben wie im Vorjahr zum Bilanzstichtag eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Die ausgegebene Inhaberschuldverschreibung mit einem Restbetrag von TEUR 2.700 zum Bilanzstichtag hat grundsätzlich eine Laufzeit bis April 2020, jedoch wird eine Rückzahlung im Geschäftsjahr 2018 als wahrscheinlich erachtet, weshalb diese als kurzfristig ausgewiesen wird. Die Verbindlichkeit ist durch Pfandrechte gesichert. Als Sicherheiten dienen eine Globalzession ("Global Assignment Agreement"), Kontoverpfändungen ("Account Pledge Agreement"), Verpfändung von geistigen Eigentumsrechten ("Agreement on the pledge of Intellectual Property Rights") sowie Sicherungsübereignung aller zum Bilanzstichtag existierenden und zukünftigen Vorräte ("Security Transfer of Moveable Assets").

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (TEUR 1.226) beinhalten ausschließlich Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

ERLÄUTERUNGEN ZU EINZELNEN POSTEN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten Erträge aus der Währungsumrechnung von TEUR 37.

Die periodenfremden Erträge belaufen sich auf insgesamt TEUR 80 (i. Vj. TEUR 83). Sie beinhalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen TEUR 47 (i. Vj. TEUR 33).

Die periodenfremden Aufwendungen belaufen sich in 2017 auf TEUR 454 (i. Vj. TEUR 118) und beinhalten im Wesentlichen Forderungsverluste in Höhe von TEUR 292 sowie Buchungen für Kreditor-Bereinigungen, Vorjahresrechnungen sowie Anpassungen nach Umsatzsteuer-Sonderprüfungen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten Aufwendungen aus der Währungsumrechnung von TEUR 30.

Sonstige Angaben

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag haben das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit nicht belastet.

HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Am Abschlussstichtag liegen weder Eventualverbindlichkeiten noch andere nicht aus der Bilanz ersichtliche Haftungsverhältnisse i. S. d. § 251 HGB vor.

MITARBEITER

Im Geschäftsjahr hat die Gesellschaft durchschnittlich 95 Mitarbeiter (Vj. 154 Mitarbeiter) beschäftigt. Diese verteilen sich wie folgt:

Management 7
Festangestellt 74
Teilzeit 7
Aushilfe 7
Gesamt 95

GESCHÄFTSFÜHRER

Familienname Vorname ausgeübter Beruf
Sünderhauf Dr. Robert Geschäftsführer nu3 GmbH
Ortner Kassian Geschäftsführer nu3 GmbH

Für die Angabe der Geschäftsführervergütung wird die Schutzklausel § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch genommen.

SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Aus Miet- und Leasingverträgen resultieren künftig sonstige finanzielle Verpflichtungen.

(in TEUR)
Mietaufwendungen 2018: 280
Mietaufwendungen 2019 - Dez 2022: 1.121
Gesamtbetrag 1.401

ERGEBNISVERWENDUNG

Die Geschäftsleitung schlägt den Gesellschaftern vor, den Jahresfehlbetrag von EUR -8.862.003,13 auf neue Rechnung vorzutragen.

KONSOLIDIERUNGSKREIS

Die Gesellschaft selbst stellt einen Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, auf, der das Unternehmen selbst und seine Tochterunternehmen, bei denen die Gesellschaft als Mutterunternehmen mittelbar oder unmittelbar einen beherrschenden Einfluss ausübt, umfasst. In den Konzernabschluss der nu3 GmbH werden zum 31. Dezember 2017 die folgenden Unternehmen im Rahmen der Vollkonsolidierung einbezogen:

nu3 life GmbH, Berlin

Beavita Pharma GmbH, Berlin

Der Konzernabschluss wird, da keine Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses besteht, nicht veröffentlicht.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Um das Geschäft im Lebensmitteleinzelhandel auszubauen, hat die nu3 GmbH im Januar 2018 eine Kapitalerhöhung in Höhe von TEUR 527 durchgeführt. Im Zuge dieser Erweiterung wurden insgesamt 2.550 "preferred shares" mit einem Nennwert von je EUR 1 an die beteiligten Investoren ausgegeben. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert der ausgegebenen "preferred shares" und dem bereitgestellten Kapital wurde in der Kapitalrücklage erfasst. Die Mittel werden primär in die Vorfinanzierung von Lagerbeständen investiert.

Außerdem wurden im Januar 2018 Bonusvereinbarungen mit fünf leitenden Angestellten geschlossen, die Bonuszahlungen im Falle eines Exits regeln. Eine Schätzung der finanziellen Auswirkungen kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden.

Ende März 2018 wurde eine Erweiterung der Series F Finanzierung in Höhe von TEUR 558 durchgeführt. Im Zuge dieser Erweiterung wurden insgesamt 2.698 "preferred shares" mit einem Nennwert von je EUR 1 an die beteiligten Investoren ausgegeben. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert der ausgegebenen "preferred shares" und dem bereitgestellten Kapital wurde in der Kapitalrücklage erfasst.

Mit Datum vom 7. Juni 2018 wurde eine weitere Extension der Series F Finanzierung abgeschlossen und eine Kapitalerhöhung um weitere EUR 870 sowie eine Einzahlung in die Kapitalrücklage von EUR 179.016 beschlossen. Die Einzahlungen sind noch nicht erfolgt, die Eintragung im Handelsregister ist noch ausstehend.

Für 2018 prüft die nu3 GmbH eine mögliche strategische Partnerschaft für die weitere Geschäftstätigkeit. Eine Schätzung der finanziellen Auswirkungen kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgenommen werden.

UNTERZEICHNUNG DES JAHRESABSCHLUSSES 2017

 

Berlin, den 11. Juni 2018

Dr. Robert Sünderhauf

Kassian Ortner

Entwicklung des Anlagevermögens 2017

Anschaffungskosten
01.01.2017
Zugänge
Abgänge
31.12.2017
Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie 328.646,25 834,65 0,00 329.480,90
  328.646,25 834,65 0,00 329.480,90
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 312.999,78 6.381,27 17.070,20 302.310,85
  312.999,78 6.381,27 17.070,20 302.310,85
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 1) 3.026.683,27 0,00 0,00 3.026.683,27
  3.026.683,27 0,00 0,00 3.026.683,27
  3.668.329,30 7.215,92 17.070,20 3.658.475,02
Abschreibungen
01.01.2017
Zugänge
Abgänge
31.12.2017
Anlagevermögen        
I. Immaterielle Vermögensgegenstände        
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie 139.613,57 64.158,00 0,00 203.771,57
  139.613,57 64.158,00 0,00 203.771,57
II. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 216.767,77 34.228,19 13.257,13 237.738,83
  216.767,77 34.228,19 13.257,13 237.738,83
III. Finanzanlagen        
Anteile an verbundenen Unternehmen 1) 0,00 0,00 0,00 0,00
  0,00 0,00 0,00 0,00
  356.381,34 98.386,19 13.257,13 441.510,40
Buchwerte
31.12.2017
31.12.2016
Anlagevermögen    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie 125.709,33 189.032,68
  125.709,33 189.032,68
II. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 64.572,02 96.232,01
  64.572,02 96.232,01
III. Finanzanlagen    
Anteile an verbundenen Unternehmen 1) 3.026.683,27 3.026.683,27
  3.026.683,27 3.026.683,27
  3.216.964,62 3.311.947,96

1) Vorjahreszahlen angepasst

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

nu3 GmbH, Berlin

INHALTSVERZEICHNIS

1.0 Unternehmensbeschreibung

1.1 Geschäftsmodell

1.2 Forschung und Entwicklung

1.3 Ziele und Strategien

1.4 Wirtschaftsbericht

1.4.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

1.4.3 Finanzielle Leistungsindikatoren

1.4.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

1.4.5 Geschäftsverlauf

1.4.6 Investitionen

1.4.7 Finanzierungsmaßnahmen

1.4.9 Personalbereich

1.4.10 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

2.0 Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

2.1 Chancen

2.2 Risiken

2.2.1 Finanzielle und bestandsgefährdende Risiken

2.2.2 Sonstige Risiken

2.3 Prognosebericht

2.3.1 Voraussichtliche Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen

2.3.2 Voraussichtliche Entwicklung der branchenbezogenen Rahmenbedingungen

2.3.3 Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2018

1.0 Unternehmensbeschreibung

1.1 Geschäftsmodeli

1 Die nu3 GmbH wurde 2011 von Dr. Robert Sünderhauf, Kassian Ortner und Felix Kaiser gegründet. Das Unternehmen handelt mit Nahrungsergänzungsmitteln und Lebensmitteln in den Bereichen Sporternährung, Gewichtsmanagement, gesunde Ernährung sowie Naturkosmetik. Es werden sowohl Dritt- als auch Eigenmarken über eigene E-Commerce-Plattformen vertrieben. Der Bezug der Drittmarken erfolgt in der Regel direkt über den Hersteller, in seltenen Fällen über Zwischenhändler. Eigenmarken werden bei Lohnherstellern teilweise nach unternehmenseigenen Rezepturen produziert. Die Abfüllung erfolgt teilweise über eine eigene Abfüllanlage. Die nu3 GmbH verfügt über ein Büro in Berlin und ein Lager in Großbeeren. Das Lager wird von einem externen Dienstleister geführt.

2 Die wesentlichen Geschäftsprozesse und Bereiche umfassen den Einkauf, das Marketing, die Logistik, den Kundenservice, die Produktentwicklung sowie die IT zum Betreiben der E-Commerce-Plattformen.

3 Das operative Geschäft der nu3-Gruppe verteilt sich im Wesentlichen auf zwei Gesellschaften. Die nu3 life GmbH, Berlin, übernimmt das Schweizer Geschäft, die nu3 GmbH, Berlin, (Holding) wickelt das restliche Europageschäft ab. Die nu3 life GmbH soll im Laufe des Jahres 2018 mit Wirkung zum 01.01.2018 auf die nu3 GmbH verschmolzen werden, um die Geschäftsprozesse zu verschlanken. Die Geschäftstätigkeit in Brasilien wurde im Vorjahr veräußert.

1.2 Forschung und Entwicklung

4 Die nu3 GmbH startete seine Geschäftstätigkeit mit dem Vertrieb von etablierten Handelsmarken. In attraktiven Marktnischen werden eigene Produkte unter den Eigenmarken "BEAVITA" und "nu3" entwickelt und vertrieben. Für die Produktentwicklung wird der neuste Stand der Wissenschaft und Forschung einbezogen, der öffentlich zugänglichen Publikationen entnommen wird. Diese Publikationen werden regelmäßig geprüft und kritisch intern diskutiert. Nu3 beschäftigt ein eigenes Team von Spezialisten, das sich auf Lebensmittelentwicklung und -forschung spezialisiert hat. Auch wird mit innovativen Rohstoffherstellern zusammengearbeitet sowie der Austausch mit Universitäten angestrebt, um die eigene Produktentwicklung zu fördern. Die Herstellung sowie Abfüllung übernehmen Lohnfertiger. Kleinere Mengen werden über eine eigene Abfüllanlage verpackt.

1.3 Ziele und Strategien

5 Die nu3 GmbH hat als reines E-Commerce Handelsunternehmen angefangen, entwickelt sich nun aber immer mehr zur vertikal integrierten Marke mit eigener Produktentwicklung und Vermarktung von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Das Unternehmen strebt für diesen Sektor die Marktführerschaft in Europa an.

6 In 2017 standen Deutschland, die Schweiz, Österreich, Frankreich und Belgien im Fokus des Geschäfts. Über Online-Marketing-Kanäle wie Suchmaschinen-Marketing und Soziale Medien werden die eigenen Marken aufgebaut und Kunden akquiriert. Über ein ausgefeiltes und stark automatisiertes Customer Relationship Management (Kundenbeziehungsmanagement) werden langfristige Beziehungen zu den Kunden aufgebaut. Dabei bietet nu3 innovative Produkte der funktionalen, d.h. zweckgebundenen Ernährung zu attraktiven Preisen. Besonderer Fokus liegt auf dem frühen Erkennen neuer Trends, die zeitnah in innovative Produkte übersetzt werden.

7 Neben den klassischen Online-Marketing-Kanälen hat nu3 2017 den Zugang zu seinen Kunden weiter ausgebaut. So wurde eine Partnerschaft mit der Lebensmitteleinzelhandelskette COOP in der Schweiz sowie mit der Drogeriekette Di in Belgien gestartet. Auch wurde die Präsenz der Produkte der Marke nu3 auf Amazon erfolgreich ausgebaut. Ziel ist, den Kunden einen möglichst einfachen Zugang zu Produkten der eigenen Marke zu ermöglichen. Das Geschäft mit Partnermarken wurde planmäßig reduziert auf ausgewählte Partner. Diese Reduzierung der Partnermarkenprodukte soll auch in 2018 fortgesetzt werden.

8 Besonderer Fokus lag auch in 2017 auf dem Ausbau technischer Fähigkeiten und Systeme. Die eigene Shop-Software wurde ebenso weiterentwickelt wie intelligente, intern entwickelte Lösungen für das Online-Marketing, die eine effiziente Bearbeitung großer Datenmengen durch wenige Personalressourcen bei der Kundenakquise und -bindung erlauben. Auf diese Weise sollen die Marketingkosten als Quote im Verhältnis zum Umsatz weiter reduziert werden. Diese Systeme sind teilweise selbstlernend (künstliche Intelligenz) und verbessern ihre Leistungsfähigkeit mit der Zeit und der zunehmenden Datenmenge. Das technische Know-How stellt neben der Fähigkeit, Produkttrends früh zu erkennen und schnell in innovative Produkte zu übersetzen, das zentrale Alleinstellungsmerkmal von nu3 gegenüber dem Wettbewerb dar.

1.4 Wirtschaftsbericht

1.4.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

9 2017 waren die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Kernmärkten der nu3 GmbH, Deutschland, Schweiz und Frankreich, weiterhin gut. Alle Märkte weisen ein solides Wirtschaftswachstum und eine gleichbleibend hohe Nachfrage nach Arbeitskräften auf.

10 Die deutsche Konjunktur befand sich in einem dynamischen Aufschwung, der über das gesamte Jahr anhielt. 1 Das Bruttoinlandsprodukt ist um 2,2% gegenüber 2016 gewachsen, primär getrieben durch eine starke Binnennachfrage. Die Zahl der Erwerbstätigen hat mit 44,3 Millionen den höchsten Stand seit der deutschen Wiedervereinigung erreicht. 2

11 Ein ähnliches Bild zeichnet sich in der Schweiz ab. Jedes Quartal konnte mit einem positiven Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts abgeschlossen werden. In Summe wurde in 2017 ein Wachstum von 1% erreicht. 3 Die Stimmung der Schweizer Konsumenten hat sich weiter verbessert und Ende 2017 den höchsten Stand seit Mitte 2014 erreicht. 4 Die Arbeitslosenquote sank im Laufe des Jahres 2017 von 3,7% (Januar 2017) auf 3,3% im Januar 2018. 5

1 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2017, Pressemitteilung zur Wirtschaftlichen Entwicklung vom 17.12.2017.
2 Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 011 vom 11.01.2018.
3 Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Medienmitteilung vom 01.03.2018.
4 Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Tabelle Konsumentenindex vom 1. Februar 2018.
5 Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Die Lage am Arbeitsmarkt, Januar 2018 vom 9. Februar 2018.

12 Auch Frankreichs Wirtschaft konnte sich in 2017 sehr erfreulich entwickeln. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs mit 1,6% so stark wie seit 2011 nicht mehr. 6 Die Arbeitslosenquote sank im Laufe des Jahres 2017 um 1,1% auf 8,9%. 7

13 Negative Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung hatte der Wechselkurs EURO/Schweizer Franken. Der EURO gewann kontinuierlich an Wert und stieg von 1,078 CHF/EUR im Januar 2017 auf 1,164 CHF/EUR im Dezember 2017. 8 Da die Einkaufs- und Fixkosten der nu3 GmbH im Wesentlichen in EURO gezahlt werden, hatte der steigende Wert des EUROs einen negativen Einfluss auf Umsatz und EBITDA. Eine Absicherung von Wechselkursrisiken findet aktuell nicht statt.

1.4.2 Branchenbezogene Rahmenbedingungen

14 Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel, funktionale Lebensmittel sowie Naturkosmetik wächst in Europa bereits seit mehreren Jahren mit stabilen einstelligen prozentualen Wachstumsraten. 9 Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend auch in den nächsten Jahren anhält, da gesunde Ernährung nach wie vor ein Megatrend ist. 10

15 Wettbewerber der nu3 GmbH sind primär andere Online-Unternehmen, z.B. Versandapotheken, Sportnahrungsanbieter und Onlineshops für Naturprodukte. Sowohl Versandapotheken als auch Sportnahrungsanbieter treten teilweise mit sehr aggressiven Preisen in den Markt. Mehrere Unternehmen, zum Beispiel Online Apotheken, nehmen dafür auch negative Jahresergebnisse in Kauf. 11 Durch seine vertikale Integration und technischen Fähigkeiten ist die nu3 GmbH jedoch nach Ansicht der Geschäftsführung gut gerüstet, in diesem Wettbewerb zu bestehen. Die qualitativ hochwertige Beratung und Betreuung der Kunden führt außerdem zu starken Wiederkaufraten bei nu3, was die Investitionen in Marketing in den nächsten Jahren deutlich reduzieren sollte und in 2017 bereits reduziert hat. In der Schweiz konnte bereits eine starke Marktposition erarbeitet werden. 12

6 Quelle: Statista, Frankreich Wachstum reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2007 bis 2017 (gegenüber Vorjahr).
7 Quelle: Ministère des L'Europe et des Affaires Étrangères, Französische Botschaft, Pressemitteilung vom 20.02.2018.
8 Quelle: Deutsche Bundesbank, Monatsbericht, Januar 2018.
9 Quelle: Euromonitor international, dietary supplements in Europe report 2015 (2016)
10 Quelle: foodtrendsreport@google.com (2016).
11 Quelle: Jahresabschluss Shop-Apotheke B.V. (2017), DocMorris N.V. (2017)
12 Quelle: Einschätzung des Managements

16 Im Bereich der Marketingkanäle ist zu beobachten, dass Soziale Medien wie Facebook und Instagram für den Aufbau junger, innovativer Marken eine immer zentralere Rolle spielen. Klassische Marketingkanäle wie TV oder Printmedien verlieren demgegenüber an Nutzern und damit an Bedeutung. Nu3 trägt dieser Entwicklung Rechnung und baut seine Aktivitäten im Bereich Soziale Medien konsequent aus.

17 Generell ist zu beobachten, dass sich auch der E-Commerce Markt für Nahrungsergänzungsmittel und funktionale Lebensmittel weiter professionalisiert. Dies stellt immer höhere Herausforderungen für die technischen Fähigkeiten der Wettbewerber dar. Die nu3 GmbH ist nach Ansicht der Geschäftsführung hier bestens aufgestellt und mit seiner innovativen Shop-Software sowie seinen intern entwickelten Programmen im Bereich der Kundenakquisition und -bindung einer der Innovationstreiber im Markt. Dies umfasst auch den hohen Grad an Automatisierung von Standardprozessen.

1.4.3 Finanzielle Leistungsindikatoren

18 Als finanzielle Leistungsindikatoren sehen die Gesellschafter und Geschäftsführer die Umsatzentwicklung, Rohertragsmarge, Marketingkostenquote sowie EBITDA-Marge an. Die nachfolgende Tabelle vergleicht die Kennzahlenentwicklung der Geschäftsjahre 2016 und 2017.

2017 2016
Umsatz 22.899 TEUR 29.610 TEUR
Wachstum in% -23% 26%
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, für bezogene Waren und bezogene Leistungen 17.469 TEUR 21.082 TEUR
Rohertragsmarge 13 24% 29%
Marketingkosten 3.316 TEUR 5.976 TEUR
Marketingkostenquote 14 14% 20%
EBITDA -8.122 TEUR -12.946 TEUR
EBITDA-Marge 15 -35% -44%

1.4.4 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

19 Der wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikator für die nu3 GmbH ist die Kundenzufriedenheit, die maßgeblich von der Qualität der gelieferten Produkte und Services beeinflusst wird. Die Kundenzufriedenheit ist wichtig, um eine solide Stammkundschaft aufzubauen und langfristig das Unternehmen zu stabilisieren. Bei negativer Entwicklung wäre das langfristige Wachstum gefährdet. Die Kundenzufriedenheit wird über die Wiederkaufrate der Kunden sowie über die systematische Auswertung der Kundenmeldungen im Kundenservice gemessen. Die Wiederkaufrate hat sich in 2017 zunächst als direkte Folge der Restrukturierung negativ entwickelt. Im vierten Quartal konnte jedoch wieder in allen Märkten eine positive Entwicklung verzeichnet werden. Das im Kundenservice gewonnene Feedback wurde zeitnah ausgewertet und - falls möglich - für Verbesserungen der Produkte und Services genutzt.

13 Rohertragsmarge ist hier und im Folgenden definiert als: Umsatzerlöse nach Abzug der Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, bezogene Waren und bezogene Leistungen dividiert durch Umsatzerlöse.
14 Marketingkostenquote ist definiert als Marketingkosten dividiert durch Umsatzerlöse.
15 EBITDA-Marge ist definiert als EBITDA (Jahresergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) dividiert durch Umsatzerlöse.

1.4.5 Geschäftsverlauf

20 Als Folge der im Oktober 2016 gestarteten Restrukturierung des Geschäfts sanken die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2017 um 6.711 TEUR auf 22.899 TEUR. Die Geschäftsaktivitäten in Skandinavien wurden deutlich reduziert. In den deutsch- und französischsprachigen Ländern wurde das Angebot an Partnerprodukten um nahezu 50% verringert.

21 Die Rohertragsmarge sank leicht um 5%-Punkte auf 24%. Die lag primär an der Reduzierung des Partnermarkenportfolios. In diesem Zusammenhang wurden Produkte der auszulistenden Marken mit starken Rabatten abgestoßen oder komplett abgeschrieben. Folglich handelt es ich bei dem Rohertragsmargenrückgang um einen temporären Effekt. Bereits in 2018 ist mit einer steigenden Rohertragsmarge zu rechnen, da zum einen der Abverkauf der auszulistenden Drittmarken abgeschlossen sein und außerdem der Anteil der eigenen margenstarken Marken am Umsatz erhöht wird.

22 Die Marketingkostenquote sank um 6%-Punkte auf 14%, da die Effizienz bei der Neukundenakquise durch Fokussierung und Automatisierung von Prozessen deutlich erhöht werden konnte.

23 Das negative EBITDA sank im Umsatzverhältnis deutlich um 9%-Punkte auf -35%, ein Erfolg der eingeleiteten Restrukturierung. Zusätzlich sind in diesem Ergebnis noch Restrukturierungskosten enthalten, die insbesondere in der ersten Hälfte des Jahres 2017 angefallen sind.

24 Insgesamt beurteilt die Geschäftsführung den Geschäftsverlauf in 2017 als zufriedenstellend. Die Ende 2016 begonnene Restrukturierung konnte erfolgreich umgesetzt und bis September 2017 abgeschlossen werden. Seitdem wachsen alle Regionen mit deutlich positivem Deckungsbeitrag.

25 Ein Abgleich der Prognose im Lagebericht 2016 zeigt, dass die Erwartungen weitestgehend eingetreten sind. Der Umsatz hat sich aufgrund der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen rückläufig entwickelt. Dafür konnte die EBITDA-Marge verbessert werden. Entgegen der Prognose ist die Rohertragsmarge in 2017 nicht moderat angestiegen, sondern leicht gesunken. Dies ist auf den schnellen, über Rabatte oder Abschreibungen herbeigeführten Lagerabbau der ausgelisteten Partnermarkenprodukte zurückzuführen, der sich stärker als erwartet in einer Verringerung der Rohertragsmarge niedergeschlagen hat.

Die qualitativen Ziele konnten sämtlich erreicht werden. Im ersten Halbjahr wurde die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen, während im zweiten Halbjahr wieder ein moderates Umsatzwachstum erzielt werden konnte, wobei der Deckungsbeitrag nach variablen Kosten und inklusive Marketingausgaben in allen Märkten positiv war.

1.4.6 Investitionen

26 Das Unternehmen tätigte im Berichtsjahr keine wesentlichen Investitionen.

1.4.7 Finanzierungsmaßnahmen

27 Im März 2017 wurde eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von TEUR 3.000 ausgegeben. Im November 2017 beschlossen die Gesellschafter eine Kapitalerhöhung in Höhe von 2,5 Mio. EUR.

1.4.9 Personalbereich

28 Der Mitarbeiterbestand verminderte sich von 2016 zu 2017 um durchschnittlich 59 Mitarbeiter auf 95 Mitarbeiter.

1.4.10 Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Vermögenslage

29 Die Aktivseite beinhaltet im Wesentlichen Vorräte, Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Barmittelbestände. Das Vorratsvermögen sank um TEUR 153 auf TEUR 4.295. Die Lagerreduzierung ergibt sich aus einer Portfoliobereinigung in 2017. Das Unternehmen trennte sich von langsam drehenden Partnermarkenartikeln und entfernte diese dauerhaft aus seinem Angebot. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen reduzierten sich um TEUR 1.030. Die Barmittelbestände betrugen zum Geschäftsjahresende TEUR 351 (Vorjahr: TEUR 1.293).

30 Auf der Passivseite ist die Veränderung gegenüber dem Vorjahr vor allem aus den zur Durchführung einer beschlossenen Kapitalerhöhung geleisteten Einlagen und den erhöhten Verlustvortrag geprägt. Zusätzlich wurde im März 2017 ein externes Darlehen aufgenommen, welches sich zum Bilanzstichtag auf 2.700 TEUR sowie 823 TEUR für eine Exit consideration sowie eingebettete Derivate belief. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beliefen sich auf 1.226 TEUR.

Finanzlage

31 Die Eigenkapitalquote sank um 46,7% auf 16,2% per 31. Dezember 2017. Der Rückgang ist auf einen um 13.151 TEUR gestiegenen Verlustvortrag, den Jahresfehlbetrag von 8.862 TEUR sowie auf die Ausgabe der Inhaberschuldverschreibung zurückzuführen.

32 Der Anstieg des Verlustvortrags resultiert aus dem Jahresfehlbetrag 2016.

33 Im März 2017 wurde eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von 3.000 TEUR ausgegeben. Die Inhaberschuldverschreibung wird in 10 gleichen Raten quartalsweise getilgt. Die erste Tilgung ist zum 1. Januar 2018 fällig und somit wurde zum Bilanzstichtag bereits eine Rate i.H.v. 300 TEUR gezahlt. Die letzte Tilgungsrate ist am 1. April 2020 fällig. In jeder Zinsperiode gilt als Zinssatz der höhere Wert aus 9 % und EURIBOR plus 600 Basispunkten. Zusätzlich sind pro Jahr 1,5 % Zinsen auf den ausstehenden Inhaberschuldverschreibungsbetrag zu zahlen.

34 Die Inhaberschuldverschreibung beinhaltet zudem drei eingebettete Derivate: die Kündigungsrechte der beiden Vertragsparteien und den sog. Floor. Da alle Derivate sich auf dasselbe Risiko (Zinsrisiko) beziehen und zudem nicht unabhängig voneinander sind, da bei der Ausübung eines der Kündigungsrechte das andere Kündigungsrecht und der Floor verfallen, werden diese drei Derivate daher als ein einheitliches Derivat betrachtet. Die Derivate sind insgesamt mit 223 TEUR unter dem Posten "Sonstige Verbindlichkeiten" ausgewiesen.

35 Im Fall eines Kontrollwechsels (IPO, M&A, Veräußerung von allen oder im Wesentlichen allen Vermögenswerten, Veräußerung von mehr als 50 % der Anteile oder exklusive Lizenzierung von allen oder im Wesentlichen allen geistigen Eigentums der Gruppe) kann der Inhaber der Inhaberschuldverschreibung eine sofortige Rückzahlung der Inhaberschuldverschreibung verlangen (Wahrscheinlichkeit des Kontrollwechsels Put-Option).

36 Bei einem Kontrollwechsel muss die Gruppe eine sog. exit consideration zahlen, welche den höheren Wert aus 600 TEUR und der net exit consideration Series E darstellt. Der Wert der net exit consideration Series E ist von dem Fair Value der Series E Präferenzanteile oder umgewandelten Anteile im Falle eines Exitevents plus Ausschüttungen an eben solche Anteilseigner abhängig. Da das Management davon ausgeht, dass diese Formel in einem niedrigeren Wert als 600 TEUR resultiert, wird eine Verbindlichkeit aus exit consideration i.H.v. 600 TEUR ausgewiesen.

37 Das Unternehmen erhöhte im November 2017 das Eigenkapital um 2,5 Mio. EUR. Das Kapital ist per 31.12.2017 komplett eingezahlt. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 12. April 2018.

38 Setzt sich die Geschäftsentwicklung wie geplant fort, wird die nu3 GmbH auch in 2018 auf die Zuführung externer Finanzierungsmittel angewiesen sein. Aktuell wird geprüft, ob diese seitens der aktuellen Investoren geleistet oder durch neue Partner eingebracht werden.

Ertragslage

39 Die nu3 GmbH befindet sich nach wie vor im Aufbau. Das Unternehmen ist komplett durch Risikokapital finanziert, welches nach Geschäftsplan zu investieren ist. Daher ist bis zur Gewinnschwelle mit einer anhaltend negativen Ertragslage zu rechnen. Im Geschäftsjahr 2017 verringert sich das negative Jahresergebnis jedoch deutlich um 4.289 TEUR auf -8.862 TEUR. Damit wurde ein bedeutender Schritt hin zur Erreichung der Gewinnschwelle gemacht.

40 Der Nettoumsatz entwickelte sich in allen Märkten, die die nu3 GmbH bearbeitet, rückläufig aufgrund der Restrukturierung. Der Umsatzrückgang erfolgte im Wesentlichen im Geschäft mit Partnermarken, während das Geschäft mit den Marken nu3 und BEAVITA im Jahresverlauf deutlich zweistellig gewachsen ist. Über die neuen Vertriebskanäle Lebensmitteleinzelhandel und Amazon werden ausschließlich Produkte der eigenen Marken vertrieben. Umsatzverlust bzw. -Zuwachs sind überwiegend auf sinkende (Partnermarkengeschäft) bzw. steigende Mengen (eigene Marken) zurückzuführen, nicht jedoch auf signifikante Preisveränderungen.

41 Die Rohertragsmarge hat sich trotz des starken Ausbaus des Geschäfts mit eigenen Marken sowie dem Fokus auf profitables Partnermarkengeschäft leicht reduziert. In Summe sank die Rohertragsmarge um 5%-Punkte auf 24% in 2017. Dies ist auf den stark rabattierten Abverkauf ausgelisteter Partnermarkenprodukte zurückzuführen, die teilweise auch komplett abgeschrieben wurden.

42 Neben den Kosten für die Herstellung der Produkte sind insbesondere die Kosten für den Versand, die Bezahlung und das Marketing relevant. Die Versand- und Lagerhaltungskosten sind im Berichtsjahr gesunken, was am geringeren Umsatz lag. Logistikkosten pro Bestellung konnten stabil gehalten werden trotz sinkenden Volumens.

43 Durch eine deutlich verbesserte Effizienz in der Kundenakquise konnten die Marketingkosten erheblich gesenkt werden von 20% in 2016 auf 14% in 2017. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei verbesserte intern entwickelte Programme zur Kundenakquise. Auch die Kundenbindung konnte durch intelligente Softwarelösungen deutlich verbessert werden. Dieser positive Trend wird sich auch in 2018 fortsetzen. Außerdem wurde die relativ kostenintensive Werbung im TV durch effizientere Maßnahmen in den Sozialen Medien ersetzt.

Nu3 GmbH leitete im September 2016 ein Programm zur Erhöhung der Liquiditätsreichweite ein. Als Maßnahmen wurde der Automatisierungsgrad erhöht, was zu einer Reduktion des Personaleinsatzes führte. Die Personalkosten sanken um 2.834 TEUR auf 4.752 TEUR in 2017.

2.0 Chancen-, Risiko- und Prognosebericht

2.1 Chancen

44 Zu den Chancen und Zielen für 2018 zählen:

a.

Stärkung der Marke nu3 durch eine Steigerung der Markenbekanntheit und Attraktivität des Produktangebots. Letzteres wird durch innovative Produkte sowie preislich attraktivere Angebote erweitert.

b.

Ausbau des Wachstums durch die Erschließung neuer Vertriebskanäle, Verbesserung der Produktmargen sowie die Prüfung des Markteintritts in neue Märkte. In diesem Zusammenhang soll ebenfalls die Rohmarge weiter erhöht werden bei möglichst konstanten Marketingausgaben.

c.

Automatisierung und Verschlankung von Prozessen. Nur die ständige Verbesserung von Prozessen und Organisationsstrukturen gewährleistet einen langfristig effizienten Einsatz von Ressourcen. Daher werden auch in 2018 Backend-Prozesse vereinfacht und digitalisiert.

d.

Reduzierung der Lager- und Versandaufwendungen durch Lageroptimierung.

e.

Weitere Verbesserung des Datenschutzes im Unternehmen, insbesondere vor dem Hintergrund der Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen im 2. Quartal 2018. Hierauf bereitet sich das Unternehmen bereits seit mehreren Monaten vor, um alle Anforderungen ausreichend zu erfüllen.

Wie in den Vorjahren, ist das Ziel dieser Bemühungen, unseren aktuellen und zukünftigen Kunden einen möglichst leichten Zugang zu gesunden Produkten und Rezepten zu ermöglichen. Für ein gesundes, fittes und glückliches Leben.

2.2 Risiken

2.2.1 Finanzielle und bestandsgefährdende Risiken

45 Die Gesellschaft erwartet gemäß der Mittelfristplanung der Jahre 2018-2020 auch für die Jahre 2018 und 2019 einen negativen Free Cashflow. Daher wird die Gesellschaft - trotz durchgeführter Kapitalmaßnahmen im 1. und 2. Quartal 2018 - zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit auf weitere Finanzierungsmittel in 2018 angewiesen sein. Die Geschäftsführung erachtet es als wahrscheinlich, dass diese notwendigen Finanzierungsmittel von den Gesellschaftern zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden bereits konkrete Verhandlungen für strategische Partnerschaften mit verschiedenen Investoren geführt. Aufgrund der fehlenden rechtsverbindlichen Zusage von weiteren Finanzierungsmitteln sowie der inhärenten Planungsunsicherheit, besteht jedoch eine wesentliche Unsicherheit in Bezug auf die Fortführung der Unternehmenstätigkeit und damit ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB.

46 Ein weiteres finanzielles Risiko könnte im Zahlungsausfall von Endkunden (B2C-Geschäft) bestehen. Im Endkundengeschäft hat sich die nu3 GmbH durch Factoring weitgehend gegenüber Zahlungsausfall abgesichert. Im Geschäft mit Geschäftskunden (B2B) ist aufgrund der hohen Kreditwürdigkeit der Geschäftspartner ebenfalls nicht mit einem kurz- oder mittelfristigen Zahlungsausfall zu rechnen.

47 Darüber hinaus können Währungsrisiken die Umsatz- und Ertragslage negativ beeinflussen. Die nu3 GmbH betreibt im wesentlichen Umfang Geschäft in der Schweiz und setzt sich somit dem Währungsrisiko EURO zu Schweizer Franken aus. In 2017 hat sich dies negativ auf die Umsatz- und Ertragslage des Schweizer Geschäfts ausgewirkt. Um zukünftig solchen Entwicklungen entgegenzuwirken, wird die Absicherung des Währungsrisikos geprüft.

48 Weiterhin könnten steigende Einkaufspreise zu sinkenden Margen führen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass steigenden Einkaufspreise zu einem Preisanstieg im gesamten Wettbewerbsumfeld führen würden und somit die negativen Auswirkungen begrenzt wären. In der Vergangenheit war zu beobachten, dass Wettbewerber steigende Rohstoffpreise weitestgehend an den Endkunden Weitergaben.

2.2.2 Sonstige Risiken

49 Mögliche sonstige Risiken für die weitere Entwicklung könnten sich sowohl aus sich verändernden gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch durch neue Wettbewerber ergeben. Die flexiblen Strukturen und effizienten Prozesse erlauben nu3 jedoch, auf solche Herausforderung schnell und effektiv zu reagieren. In der Vergangenheit wurde dies bereits mehrfach unter Beweis gestellt.

50 Denkbar wäre auch, dass nu3 ein durch einen Hersteller illegal in den Verkehr gebrachtes Produkt ohne eigene Kenntnis dieser Tatsache vertreibt. Sowohl Rechtsstreitigkeiten als auch Imageschäden könnten die Folge sein. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, hat nu3 eine firmeninterne Produktaufnahmesoftware entwickelt, in der verschiedene Prüfprozeduren zu durchlaufen sind, um das Fehlerpotenzial zu reduzieren. Diese Software wurde der zuständigen Aufsichtsbehörde vorgestellt.

51 Darüber hinaus könnten Produkte mit Schadstoffen kontaminiert sein, ohne dass dies nu3 bekannt ist. In diesem Falle können innerhalb kurzer Frist Rückrufaktionen gestartet werden, um Schaden von Kunden abzuhalten. Zusätzlich durchläuft nu3 derzeit die IFS Zertifizierung, die Mitte 2018 erfolgreich abgeschlossen werden soll.

52 Weiterhin ist die nu3 GmbH als stark auf IT-Lösungen basierendes Unternehmen IT-Risiken ausgesetzt. Durch einen technischen Ausfall könnten die Online-Angebote der nu3 GmbH für Kunden nicht mehr erreichbar sein, was zu Umsatzeinbußen führen würde. Um dies zu verhindern, werden die technischen Systeme der nu3 GmbH permanent überwacht und durch redundante Strukturen verstärkt, die bei Zusammenbruch einer Instanz das System funktionsfähig halten.

53 Durch die Verarbeitung von Kundendaten ist die nu3 GmbH im Besitz sensibler Kundeninformationen. Diese könnten durch interne Fehler oder einen schadhaften externen Angriff in den Besitz unbefugter Dritter gelangen. Um dies zu verhindern, hat die nu3 GmbH mehrere Instanzen zum Schutz der eigenen Daten aufgebaut. Zusätzlich verfügt die nu3 GmbH über ein Berechtigungssystem, dass die Zugänge zu sensiblen Informationen für die eigenen Mitarbeiter regelt und beschränkt, um das Risiko des Datenmissbrauchs zu reduzieren.

54 Gegen Standardrisiken hat sich die nu3 GmbH weitgehend durch Versicherungen geschützt. Diese umfassen beispielsweise eine Haftpflichtversicherung, eine Produkthaftpflichtversicherung, eine Feuerversicherung sowie eine Inhaltsversicherung.

55 Im März 2017 wurde eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von 3.000 TEUR ausgegeben. Die Inhaberschuldverschreibung wird im Abschnitt "Finanzlage" im Detail beschrieben. Sie ist an mehrere finanzielle Bedingungen, sogenannte "Covenants", geknüpft. So ist beispielsweise stets ein Mindestkapitalbestand von 750 TEUR auf den an den Inhaber verpfändeten Geschäftskonten vorzuhalten. Bei Bruch eines Covenants besteht die Möglichkeit der Heilung innerhalb eines festgesetzten Zeitraums. Gelingt dies nicht, kann der Inhaber die sofortige Rückzahlung des Darlehens fordern. In diesem Fall wäre die nu3 GmbH einem erheblichen Liquiditätsrisiko ausgesetzt, dass zur Illiquidität und damit Insolvenz führen kann. Um dies zu vermeiden, überwacht die Geschäftsführung die Einhaltung der Covenants in regelmäßigen, kurzen Zeitintervallen. Zusätzlich besteht hierzu eine Berichtspflicht gegenüber dem Inhaber.

56 Abgesehen vom Abschluss der Inhaberschuldverschreibung und den damit verbundenen Risiken ergaben sich in 2017 keine wesentlichen Veränderungen der Risiken gegenüber dem Vorjahr.

2.3 Prognosebericht

2.3.1 Voraussichtliche Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen

57 Auch in 2018 kann von einer weiter anhaltenden positiven Geschäftsentwicklung ausgegangen werden. Für Deutschland rechnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 2,3% (preisbereinigt) gegenüber 2017. Auch kann von einem weiteren Anstieg der erwerbstätigen Bevölkerung ausgegangen werden. 16

58 Gleiches gilt für die Schweiz, in der ein kräftiges Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 2,4% erwartet wird. Der Anstieg wird sowohl durch eine lebhafte Auslandskonjunktur als auch durch eine starke Inlandsnachfrage getrieben. 17

59 Ebenso wird für Frankreich ein starkes Wirtschaftsjahr 2018 erwartet. Die europäische Kommission sieht das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 2,0% gegenüber dem Vorjahr, und somit eine um 0,2% höhere Wachstumsrate als in 2017.

16 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vom 25.04.2018.
17 Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Expertengruppe Konjunkturprognose des Bundes vom 20.03.2018.

2.3.2 Voraussichtliche Entwicklung der branchenbezogenen Rahmenbedingungen

60 Von diesem positiven Wirtschaftsumfeld wird auch der Markt für Nahrungsergänzungsmittel und funktionale Ernährung weiterhin profitieren. Neben der starken gesamtwirtschaftlichen Lage ist nicht davon auszugehen, dass das Interesse breiter Bevölkerungsschichten am Thema gesunde Ernährung und Fitness in 2018 abnimmt. Allerdings ist zu beobachten, dass der Trend weg von funktionalen Ernährungsprodukten zur Gewichtskontrolle hin zu funktionalen Ernährungsprodukten zur Förderung der Fitness anhält. Auch kann von einer weiterhin starken Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln zur Stärkung der Gesundheit ausgegangen werden.

2.3.3 Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2018

61 Die in 2017 im Rahmen der Restrukturierung eingeschlagene Strategie soll auch in 2018 erfolgreich weiterverfolgt werden. Dies bedeutet, dass in allen Ländern, in denen nu3 derzeit aktiv ist, das Wachstum bei positivem Deckungsbeitrag nach Marketingkosten fortgesetzt und möglichst noch verstärkt werden soll. Dabei wird der Fokus weiterhin primär auf der Entwicklung der eigenen Marken nu3 und BEAVITA liegen, die sowohl in Online- als auch in Offlinekanälen noch stärker an Präsenz gewinnen sollen. Es wird erwartet, dass die eigenen Marken deutliche zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnen können, während das Geschäft mit Partnermarken stabil bis leicht rückläufig verlaufen wird. In Summe sollte der Umsatz der nu3 GmbH nach dem Rückgang in 2017 im zweistelligen Bereich wachsen. Dieses Wachstum wird durch einen Ausbau der Aktivitäten in den Sozialen Medien als auch der Präsenz im Lebensmitteleinzelhandel erreicht. Zusätzlich werden permanent neue Marketing- und Vertriebskanäle getestet.

62 Der Ausbau der eigenen Marken wird die Rohertragsmarge in 2018 moderat ansteigen lassen. Die Marketingkostenquote, die bereits in 2017 deutlich reduziert werden konnten, wird in 2018 abermals leicht sinken. Dies ist auf die immer höhere Effizienz in der Kundenakquise zurückzuführen.

63 Darüber hinaus wird weiterhin stark in die technischen und prozessualen Fähigkeiten von nu3 investiert werden. Die Geschäftsleitung ist der festen Überzeugung, dass nur eine konsequente Digitalisierung aller Geschäftsprozesse auf -aufgaben das langfristige Bestehen am Markt sichern kann. Der Fokus wird hier weiterhin auf den Marketingprozessen (Kundenakquise und -bindung) sowie auf den Backendprozessen (Bestellverarbeitung, Einkauf, Finanzen) liegen.

64 Der steigende Umsatz bei anwachsender Rohertragsmarge und leicht rückläufiger Marketingkostenquote wird zu einer weiteren Verbesserung der EBITDA-Marge und zu einer weiteren Reduzierung der Verluste aus dem laufenden Geschäft in 2018 führen.

 

11. Juni 2018

Die nu3 Geschäftsführung

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die nu3 GmbH, Berlin

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der nu3 GmbH, Berlin, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der nu3 GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesendichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit

Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Allgemeine Angaben" des Anhangs sowie Abschnitt 2.2.1 des Lageberichts, in denen die gesetzlichen Vertreter darlegen, dass der Fortbestand der Gesellschaft von der Zuführung weiterer Eigen- oder Fremdmittel abhängig ist. Wie in Abschnitt "Allgemeine Angaben" des Anhangs und Abschnitt 2.2.1 des Lageberichts dargelegt, weist dies auf das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen kann und ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht sind bezüglich dieses Sachverhalts nicht modifiziert.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu fuhren, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrundeliegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrundeliegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Berlin, den 11. Juni 2018

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Philipp Medrow, Wirtschaftsprüfer

ppa. Johannes Häner, Wirtschaftsprüfer

Nachrichten & Medien

Insolvenzbekanntmachungen

Aktuelle Insolvenzverfahren

Prüfen, ob Insolvenzverfahren für dieses Unternehmen vorliegen

Handelsregister Dokumente

Gesellschafterliste
Aktueller Abdruck
Chronologischer Abdruck

Organisationen an dieser Adresse

81 nahegelegene Organisationen

Liste von Unternehmen und Organisationen an oder in der Nähe dieser Geschäftsadresse. Die Daten umfassen Firmennamen, Adressen, Registrierungsdetails und Branchenklassifikationen.
Die Informationen auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Quellen, offiziellen Registern oder werden von Drittanbietern bereitgestellt. Fusionbase übernimmt keine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität der Daten. Melde dich bei Fragen oder Anregungen über unser Kontaktformular.