Stammdaten

Register
Amtsgericht Göttingen HRB 205800
Vorher
Dieckerhoff Guss GmbHGMH Guss Maschinenbau GmbH
Eingetragen
4.9.2002
Branche
Herstellung von Maschinen für die Metallerzeugung, von Walzwerkseinrichtungen und GießmaschinenHerstellung von Gipserzeugnissen für den BauHerstellung von Schlössern und Beschlägen aus unedlen Metallen
Gegenstand
Erbringung von Dienstleistungen für die Errichtung, den Erwerb und den Betrieb von Gießereien und Werken für Maschinenbau sowie sonstiger Anlagen, die dem Zweck der vorgenannten Betriebe dienlich oder förderlich sind, sowie für die Herstellung, die Weiterverarbeitung und den Vertrieb von Gießereierzeugnissen und die Vornahme einschlägiger Handelsgeschäfte und Dienstleistungen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Atnan Bunjaku
seit 26.5.2023
Prokura
Geschäftsführer

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

Germany
25.500 €
85.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

Pleissner Guss GmbH

Herzberg am Harz

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

1. Grundlagen des Unternehmens

1.1. Geschäftsmodell

Der Pleissner Standort Herzberg am Harz steht für mehr als 115 Jahre Tradition und Innovation in der Gießerei-Industrie. Vom Firmensitz im Südharz werden Gussstücke im Stahlguss in den Gewichtssegmenten von 0,05 t bis 12 t vertrieben. Am Pleissner Guss-Standort in Herzberg werden zusammen mit der Tochtergesellschaft, der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG, rd. 180 Mitarbeiter beschäftigt. Zu den Kernaktivitäten zählen neben dem weiten Anwendungsbereich der Industriearmaturen und Flüssigkeitspumpen die Energietechnik, die Bahnverkehrstechnik, die Off-Shore-Ausrüstung sowie der allgemeine Maschinenbau. Als neues Produktsegment wird höher legierter Blockstahlguss angeboten und vermarktet. Auch das Marktsegment Defence wird neu seit 2023 beliefert. Unsere Kunden sind überwiegend deutsche und europäische Unternehmen, die ihre Produkte weltweit vertreiben. Darüber hinaus bestehen jedoch auch direkte Beziehungen zu internationalen Kunden außerhalb der Europäischen Union. Die Pleissner Guss GmbH wird in Asien unter anderem durch eine Schwestergesellschaft, die Groeditz Mould Science (Shenzhen) Co. Ltd., unterstützt. Kundenpflege und -akquisition in den USA ist über die Groeditz Steel North America Inc. abgesichert.

Neben der Gießtechnik bietet die Pleissner Guss GmbH am Markt die gesamte vor- und nachgelagerte Wertschöpfungstiefe an. Die Dienstleistungen umfassen die Werkstoffberatung, die Simulation des Gießvorgangs inklusive Erstarrungsverhalten bis hin zur vollständigen Gussteile-Entwicklung und Modellbau. Zu den nachgelagerten Dienstleistungen gehören zerstörungsfreie Prüfungen inklusive Durchstrahlungsprüfung sowie mechanische Vor- und Fertigbearbeitung und Farbgebung der Fertigteile.

Unser Qualitätsanspruch wird durch ein integriertes Managementsystem (IMS) abgesichert, das die Elemente der Qualitätssicherung ebenso abdeckt, wie Fragen der Arbeitssicherheit und des Umwelt- und Energiemanagements. Die Pleissner Guss GmbH ist nach Qualität (ISO 9001:2015), Umwelt (ISO 14001:2015) und Energie (ISO 50001:2018) zertifiziert.

1.2. Grundlagen der internen Steuerung und Steuerungskennzahlen

Zu den wichtigsten Kennzahlen, die zur Steuerung des Unternehmens geführt und analysiert werden, gehören die Umsatzerlöse, das Rohergebnis und das Jahresergebnis.

Im Rahmen der zu berichtenden qualifiziert-komparativen Prognose zu den einzelnen Leistungskennziffern werden folgende Beschreibungen gewählt:

Abweichung zum Vergleichswert * Beschreibung der Intensität
-5% bis +5% leicht, moderat, nicht wesentlich
-5% bis -10% und +5% bis +10% deutlich, spürbar, merklich, bemerkbar, fühlbar, wahrnehmbar
> +/- 10% signifikant, erheblich

* bezogen auf Umsatzerlöse

Abweichung zum Vergleichswert * Beschreibung der Intensität
-250 T€ bis 250 T€ leicht, moderat, nicht wesentlich
-500 bis -250 T€ und 250 T€ bis 500 T€ deutlich, spürbar, merklich, bemerkbar, fühlbar, wahrnehmbar
> +/- 500 T€ signifikant, erheblich

* bezogen auf Jahresergebnis / Rohergebnis

1.3. Forschung und Entwicklung

Die Herstellung komplexer Gussteile aus Stahl-Edelstahl- und Superduplex-Legierungen ist technisch äußerst anspruchsvoll. Die Aufwendungen zur Nacharbeit technologisch nicht vermeidbarer Erstarrungsrisse sind ein wesentlicher Kostenfaktor bei der finalen Herstellung der Bauteile. Vor diesem Hintergrund ist ein Programm zur Optimierung und Weiterentwicklung der Formstoffsysteme aufgelegt worden, um den Rissanteil und die damit entstehenden Kosten deutlich zu reduzieren. Das Programm wird bis 2024 fortgesetzt. Darüber hinaus wurde ein unternehmensweiter Aktionsplan ausgearbeitet, um das Qualitätsniveau weiter spürbar zu verbessern. Qualitätsrisiken werden durch eine stetige Verbesserung reduziert. In monatlichen Kennzahlenreports wird das Qualitätsniveau als auch Maßnahmen getrackt.

2. Wirtschaftsbericht

2.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Prognosen der verschiedenen Wirtschaftsforschungsinstitute für das Jahr 2023 sind zu ihrem Erstellungszeitpunkt Ende 2022 bereits von einer sich abschwächenden wirtschaftlichen Lage ausgegangen. So erwartete der Sachverständigenrat für Deutschland im Jahr 2023 einen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts von 0,2 % und eine Verbraucherinflation von 7,4 %, wobei diese Prognose mit erheblichen Abwärtsrisiken behaftet war. 1 Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Jahr 2023 waren geprägt von anhaltenden und aufkommenden kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten, zunehmender geopolitischer Instabilität und Fragmentierung sowie der Klimakrise. 2 Während die Weltwirtschaft nach einem kräftigen Jahresauftakt erst im Sommer 2023 etwas an Schwung verloren hat, befindet sich Deutschland aufgrund des Anstiegs der Energiepreise sowie der Verbraucherpreisinflation schon seit über einem Jahr im Abschwung. 3

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Dezember 2023 - gemessen am ifo Geschäftsklimaindex - nochmals verschlechtert. 4 Im Verarbeitenden Gewerbe beurteilten die Unternehmen die laufenden Geschäfte aufgrund eines weiter rückläufigen Auftragsbestandes deutlich pessimistischer. 5 Bei den energieintensiven Unternehmen hat die Unsicherheit nochmals zugenommen. 6 Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima dagegen leicht verbessert. 7

Für Deutschland wird für das gesamte Jahr 2023 von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 % ausgegangen, was im Wesentlichen auf eine langsamere Erholung der Industrie und des privaten Konsums zurückzuführen ist. 8

Die globale Stahlerzeugung hat sich nach den Rückgängen der letzten zwei Jahre wieder stabilisiert, was jedoch hauptsächlich auf die chinesische Erzeugung zurückzuführen ist. 9 Ohne China setzte sich hingegen der Abwärtstrend der Produktion weiter fort, was sich in einer Reduktion im Vergleich zur Vorjahresmenge um 2 Prozent zeigt. 10 In der Europäischen Union ist die Situation jedoch wesentlich angespannter, da sich die Nachfragebedingungen im Jahresverlauf 2023 erheblich verschlechtert haben. 11 Hier wird von einem Produktionsrückgang in der Stahlerzeugung von 5 Prozent ausgegangen. 12

Energie

Die Internationale Energieagentur (iea) ging zum Ende des Geschäftsjahres 2023 davon aus, dass die weltweiten Energieinvestitionen im Berichtsjahr 2023 um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 2,8 Bio. US-$ gestiegen sind.

Die u. a. durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Volatilität auf den Märkten für fossile Brennstoffe sowie unterstützende politische Maßnahmen, wie der US-Inflation Reduction Act, haben den Investitionen in umweltfreundliche Energie 13 einen erheblichen Auftrieb gegeben. Mit einem prognostizierten Wachstum von 8 Prozent auf 1,7 Bio. US-$ sind diese Investitionen im Jahr 2023 deutlich stärker gestiegen als die Investitionen in fossile Energieträger. 14 Für letztere nimmt die iea eine Steigerung um 5 Prozent auf 1,1 Bio. US-$ an, wobei 15 Prozent auf Kohle und 75 Prozent auf Öl und Gas entfallen.

Hinsichtlich der Investitionen in die elektrische Energieerzeugung entfällt im Berichtsjahr das höchste Wachstum auf Kernkraft (+19 Prozent auf 63 Mrd. US-$), gefolgt von erneuerbaren Energien (+11 Prozent auf 659 Mrd. US-$) sowie Netze und Speicher (+5 Prozent auf 368 Mrd. US-$). Die Investitionen in fossile Energien zur elektrischen Energieerzeugung werden nach den Einschätzungen zum Ende des Geschäftsjahres 2023 um 2 Prozent auf 106 Mrd. US-$ gesunken sein. 15

Maschinenbau

Für das Geschäftsjahr 2023 hat der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) seine Produktionsprognose angehoben, trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten weltweit, die auch im Maschinen- und Anlagenbau ihre Spuren hinterließen. 16

Die Produktion zeigte sich in den ersten zehn Monaten des Berichtsjahres 2023 vergleichsweise robust, unterstützt durch hohe Auftragsbestände und eine verbesserte Lieferketten-Situation. Bis einschließlich Oktober konnte ein reales Produktionswachstum von 0,9 Prozent verzeichnet werden. 17

Der im Vergleich zum Vorjahr zurückgehende Auftragsbestand ist jedoch immer weniger in der Lage die Produktion zu stützen. So lagen die Bestellungen im deutschen Maschinen- und Anlagenbau seit Jahresanfang jeden Monat unter den Vorjahreswerten. Insgesamt betrug der reale Rückgang in den ersten zehn Monaten des Jahres 2023 13 Prozent. 18

Den weltweiten preisbereinigten Maschinenumsatz erwartet der VDMA im Berichtsjahr auf dem Niveau von 2022. 19

Entwicklung in der Gießereibranche

Die Eisen- und Stahlgießereien haben in den ersten 11 Monaten des Jahres 2023 einen Produktionsrückgang von 2,5 % auf 2,864 Mio. t verzeichnet. Die NE-Metallgießereien registrierten einen Anstieg von 3,0 % mit einer Tonnage von 0,783 Mio. t. 20

Die Gießerei-Industrie erwirtschaftete von Januar - November 2023 7,3 Mrd. Euro Umsatz auf der FE-Seite sowie 5,8 Mrd. Euro auf der NE-Metallseite. Insgesamt verbuchten die Gießereien ein Umsatzwachstum von 1,9 %. 21

Die Kapazitätsauslastung lag im Durchschnitt (Wertermittlung Anfang des Quartals) 2023 bei 83 % und damit rein rechnerisch unter dem Durchschnittsniveau des Jahres 2022 von 89%. 22

2.2. Geschäftsverlauf

2.2.1. Besondere Ereignisse im Geschäftsjahr

Die nicht zufriedenstellende Zusammenarbeit in Form von Liefertermineinhaltungen als auch Qualität der Gussputzausführungen mit externen Gussputzdienstleistern in 2022 führte zum strategischen Entschluss, eine eigene Tochtergesellschaft in Polen zu gründen.

Mit Wirkung zum 20. Januar 2023 wurde daher die Steel and Casting Services (SCS) Sp. z o.o., Lublin (Polen), gegründet. Zum Ende des 1. Quartals 2023 nahm SCS, deren Anteile zu 100 % von der Pleissner Guss GmbH gehalten werden, ihre Putz- und Schweißaktivitäten auf. Seit dem Beginn der Geschäftsaktivitäten wird die Tochtergesellschaft kontinuierlich durch Personal vom Standort Herzberg aus den Bereichen Fertigung und Technik unterstützt. Zum vierten Quartal 2023 wurde die Zulassung als Schweißbetrieb nach ISO 3834 Teil 2 erfolgreich bestanden. Die Bearbeitungsmengen von SCS für den Standort Herzberg konnten monatlich gesteigert werden, sodass im ersten Geschäftsjahr in Polen insgesamt 616 to. bearbeitet wurden. Die neue Gesellschaft wird dauerhaft bis zu 60 % der Gussteile aus Herzberg weiterbearbeiten

Vor dem Hintergrund der schlechten Ertragssituation und um den Fortbestand der Gießerei dauerhaft sichern zu können, wurde im Juli 2022 der Zukunftstarifvertrag Pleissner Guss mit dem Ziel der Produktivitätssteigerung und der Technologieführerschaft für anspruchsvolle Gussteile abgeschlossen. Bestandteil des Restrukturierungsvorhabens war es, im Rahmen eines Interessenausgleichs bis zum 30. Juni 2023 einen Personalabbau von insgesamt 68 Stellen zu erreichen. Aufgrund von betrieblichen Belangen wurde der geplante Stellenabbau nicht in vollem Umfang erreicht, was zu Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierungen in Höhe von € 1,1 Mio. geführt hat.

Ein erster Teil der im Zukunftstarifvertrag vereinbarten Standortinvestitionen in Höhe von etwa € 6,0 Mio. wurde in Form der Werkzeugmaschine UniSpeed (€ 0,3 Mio.), einem neuen Linearbeschleuniger (€ 0,4 Mio.), einer neuen Gießgrube und dem ersten Abschnitt der neuen Mittelfrequenzinduktionsöfen (€ 1,3 Mio.) in 2023 umgesetzt. Der Verlauf der Zukunftsinvestitionen erfolgt planmäßig.

Zum 20. November 2023 wurde die Zulassung für Panzerstahl verschiedener Festigkeitsklassen durch die Bundeswehr für Pleissner Guss erteilt. Damit werden zusätzliche Geschäftsfelder und Potenziale ab 2024 erschlossen.

Aufgrund der angespannten Ergebnis- und Liquiditätssituation hat die Gesellschaft in 2023 Kostenzuschüsse seitens der Muttergesellschaft in Höhe von € 5,5 Mio. erhalten.

Zudem gab es Veränderungen in der Geschäftsführung. Die Geschäftsführer Mathias Hölscher und Il-Kyu Lee wurden zum 30. Juni 2023 bzw. 31. Januar 2024 abberufen. Die Geschäftsführung wird seitdem allein durch Dr. Tobias Dubberstein ausgeübt.

2.2.2. Umsatz- und Auftragsentwicklung

Im Einzelnen haben sich Auftragseingang, Auftragsbestand und Umsatz gegenüber dem Vorjahr wie folgt entwickelt:

2023 2022 Veränderung
Mio.€ Mio.€ Mio.€ %
Auftragseingang 23,6 29,3 -5,7 -19,5%
Auftragsbestand 9,5 16,7 -7,2 >100,0%
Umsatz 41,7 36,7 5,0 13,6%

Der Auftragseingang der Pleissner Guss GmbH (ohne interne Auftragseingänge der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG) blieb um 5,7 Mio. unterhalb des Vorjahresniveaus, was auf eine Konjunktur Abkühlung ab April 2023 zurückzuführen ist.

Als direkte Auswirkung verringerte sich zum Stichtag auch der Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresstichtag signifikant. Die rechnerische Auftragsreichweite zum Stichtag beträgt 3,3 Monate (bezogen auf das Budget 2024) nach 5,7 Monaten zum Vorjahresstichtag. Abhängig von der Wertschöpfungsstufe beträgt die Produktionsdauer der Produkte bis zu 4 Monate.

Die Umsätze sind dagegen insgesamt um 13,6 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Darin enthalten sind die Umsatzerlöse mit der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG für Produktions- und Verwaltungsdienstleistungen in Höhe von € 10,6 Mio. (Vorjahr € 10,1 Mio.). Bereinigt um diesen Effekt stellen sich die Umsatzerlöse mit Dritten bei € 31,1 Mio. (Vorjahr € 26,5 Mio.) ein, was einem Anstieg von 17,1 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Auftragsanalyse 2023 zeigt weiterhin eine deutliche Konzentration beim Vertriebsmarktsegment Öl & Gas, in dem die Umsatzerlöse noch einmal erheblich gesteigert werden konnten. Die Segmente Bahntechnik, der allgemeine Maschinenbau und Oil Tools konnten in 2023 das Planniveau signifikant übertreffen. Die Bereiche Power Generation, Baumaschinen und Militär schlossen in 2023 unter Plan und Vorjahresniveau ab. Ein erhöhter Edelstahlanteil gegenüber der Planung und eine weiterhin hohe Konzentration bei komplexeren Bauteilen sorgten für einen höheren Durchschnittspreis je Tonne.

2.2.3. Beschaffung

Die Beschaffung der an Drittkunden zu verkaufenden Produkte erfolgt über die Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG. Diese sieht sich auf ihrer Beschaffungsseite mit Einkaufs-Preisveränderungen konfrontiert, die sie im Rahmen des Liefervertrages an die Pleissner Guss GmbH weitergibt.

Die Versorgung im Beschaffungsbereich war kontinuierlich gegeben. Bedarfe werden zum Teil langfristig kontrahiert. Kursrisiken im Beschaffungsbereich bestehen nicht, da die Beschaffungsvorgänge in Euro abgerechnet werden.

Schrott

Die Preisentwicklung für Stahlschrott war im Geschäftsjahr 2023 geprägt von einer schwachen Inlandsnachfrage in Kombination mit einem geringen Angebot an Alt- und Neuschrotten. Die schwache Nachfrage in Deutschland war dabei insbesondere auf das deutlich rückläufige Produktionsniveau der schrottbasierten Elektrostahlwerke zurückzuführen. Im Zeitraum Januar bis Oktober 2023 lag die Stahlproduktion dieser Erzeugungsroute um 12,9 % unter dem Vorjahrszeitraum. 23

Das geringe Aufkommen im Altschrott-Bereich war auf die deutlich verringerten Bau- und Abbruchtätigkeiten infolge hoher Baukosten und -zinsen zurückzuführen. Das niedrige Niveau beim Neuschrott-Entfall ist durch die insgesamt rückläufige konjunkturelle Lage im produzierenden Gewerbe in Deutschland zu begründen. 24

Gestützt wurde das Schrottpreisniveau insbesondere durch eine erhöhte Nachfrage aus den Exportmärkten. Gemäß Short Range Outlook der Worldsteel Association wird die Stahlnachfrage weltweit im Jahr 2023 in Summe um 1,8 Prozent zugelegt haben; allerdings mit deutlichen regionalen Verschiebungen:

Die Wachstumsimpulse kommen insbesondere aus der Türkei (+19 Prozent), Indien (+8,6 %), Russland (+5,0 %) und China (+2,0 %), wohingegen Deutschland (-10,0 %), Italien (-7,2 %), Japan (-2,0 %) und USA (-1,1 %) rückläufig prognostiziert wurden. 25

Die Schrottpreisentwicklung in Deutschland war im Laufe des Geschäftsjahres volatil. Im Wesentlichen konnten dabei mit Blick auf die Referenzsorte 2/8 gemäß BDSV folgende Trends beobachtet werden:

In den ersten vier Monaten war eine sukzessive Steigerung des Schrottpreises um insgesamt 54,4 €/t auf den Höchstwert von 383,7 €/t im April 2023 zu verzeichnen. Die vier darauffolgenden Monate waren hingegen von einem überproportionalen Rückgang auf den Tiefstwert von 302,4 €/t im August 2023 geprägt. Ab September 2023 trat dann wieder eine leichte Belebung der Marktaktivitäten ein, die insbesondere durch eine hohe Aktivität im Exportmarkt hervorgerufen wurde. Die deutschen Schrottabnehmer kamen lediglich sehr schleppend aus der Sommerpause, wodurch hier allenfalls eine geringe Nachfrage zu verzeichnen war. Das Schrottpreisniveau hat sich seitdem mit 317,4 €/t im November 2023 auf vergleichsweise niedrigem Niveau verfestigt und nur geringe Marktpreisbewegungen waren zu verzeichnen. 26

Zuletzt gab es mit Blick auf die Versorgungssituation im Folgejahr sowohl inländisch als auch im Exportmarkt noch einmal deutliche Marktimpulse, wodurch zum Jahresende das Schrottpreisniveau weiter angestiegen ist. 27

In der Gesamtbetrachtung lag die Notierung der Sorte 2/8 BDSV bundesweit im Mittel 2023 bei 340,4 €/t, d.h. um 74,1 €/t niedriger als die durchschnittliche Notierung in 2022. 28

Legierungen

Die Versorgung der GMH Gruppe mit Legierungen wird bedarfsbezogen über Rahmenverträge sowie kurzfristige Ausschreibungen abgebildet. Die Konditionen orientieren sich hierbei grundsätzlich an der materialspezifischen Marktpreisentwicklung. Im Berichtsjahr 2023 sind die globalen Marktpreise von den Einflüssen des Krieges in der Ukraine und den internationalen Änderungen am Energiemarkt geprägt. Die Preisentwicklung stellte sich in der Folge für die verschiedenen Materialien differenziert dar. Nach teilweise starken Preisschwankungen zu Beginn des Jahres sind im zweiten Halbjahr konjunkturell bedingte Preisreduzierungen zu verzeichnen. Über den gesamten Berichtszeitraum wurde eine gesicherte Versorgung zu marktpreisgerechten Konditionen gewährleistet. 29

Strom/Gas

Die Strom- und Gaspreisentwicklung im Jahr 2023 wurde von den global herrschenden Krisen geprägt. So stand das erste Halbjahr 2023 noch stark unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine und der damit verbundenen hohen Unsicherheit der europäischen Gasversorgung. In Folge politischer Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiepreise gaben diese zwar bereits Anfang 2023 deutlich nach, hielten sich aber bis in den Spätsommer auf hohem Niveau bei gleichzeitig hoher Volatilität. Ab Jahresmitte konnten sich zunehmend fundamentale und wirtschaftliche Entwicklungen durchsetzen: eine hohe Inflation, die sich abzeichnende Rezession, eine schwache Energienachfrage insbesondere aus der Industrie und ein hohes (Gas-)Angebot sorgten für Abwärtspotential. Unterstützung fanden die Preise im letzten Quartal durch den Konflikt im Nahen Osten, die Diskussionen in Deutschland zum Industriestrompreis sowie zum Finanzhaushalt 2023 und 2024.

Seit November können die Unsicherheitsfaktoren die bärischen Tendenzen nicht mehr bremsen: die Strom- und Gaspreise fallen entlang der gesamten Terminmarktkurve. Der Settlementpreis für das Stromfrontjahr Base Cal 2024 lag im Dezember 2023 bei 91,30 €/MWh und für das Gasfrontjahr Base Cal 2024 THE bei 37,853 €/MWh. Die Strom- und Gaspreise des Terminmarktproduktes 2024 haben sich damit binnen eines Jahres wieder halbiert. 30

2.2.4. Produktion

Die Pleissner Guss GmbH hat seit April 2018 die Produktionstätigkeiten in die Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG ausgegliedert. Sämtliche Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, wie auch unfertige und fertige Erzeugnisse hält die Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG. Es sind keine Vorratsbestände per 31.12.2023 bei der Pleissner Guss GmbH zu verzeichnen, da die Übergabe der Gussteile der Gießerei KG zeitgleich mit dem Versand der Fertigteile an den Endkunden erfolgt.

Im Geschäftsjahr 2023 wurde die strategisch bedeutsame Produktion von Blockguss für Zielkunden im Schmiede- und Walzgeschäft extern als auch Intercompany für die GMH Gruppe um die Werke Energietechnik und Schmiedewerke Gröditz auf über 250t Liefergewicht ausgebaut. Ein Gütenspektrum um mittel- und hochlegierte Stahlgüten, Nickelbasis- und Manganbasislegierungen konnte weiter ausgebaut werden. Mehrere Lieferantenqualifikationen wurden abgeschlossen und die Lieferfreigabe von Sondergüten als Blockguss freigegeben.

Die im Geschäftsjahr 2022 eingeführte Blockfahrweise im Schmelzbetrieb zum Ausgleich von Produktionsschwankungen im Projektgeschäft Stahlguss wurde im Geschäftsjahr 2023 vollumfänglich beibehalten. Energieeffizient wurde damit die Produktivität im Schmelzbetrieb gesteigert. In den Stillstandswochen wurden Mitarbeiter größtenteils in anderen Produktionsabteilungen zielführend eingesetzt, um Engpässe in den nachgelagerten Produktionsschritten der Sekundärfertigung zu reduzieren.

Die sich abzeichnende konjunkturelle Abkühlung zum Start des dritten Quartals 2023 führte zu einer seit September anhaltenden Unterauslastung im Schmelzbetrieb. Der Unterauslastung wurde zum Jahresende 2023 in allen Betriebsabteilungen durch den Einsatz von Kurzarbeit sowie den Abbau von angesammelten Mehrarbeitstunden entgegengewirkt.

2.2.5. Investitionen

Die Investitionen des Geschäftsjahres der Pleissner Guss GmbH in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen betrugen insgesamt € 0,6 Mio. (Vorjahr € 0,3 Mio.) und erfolgten im Wesentlichen in den Bereichen der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie technische Anlagen und Maschinen.

Die Finanzierung der im Geschäftsjahr 2023 getätigten Investitionen erfolgte nicht aus dem eigenen Cashflow, sondern über Finanzmittel ihrem Mutterunternehmen, der Georgsmarienhütte Holding GmbH.

Für das kommende Geschäftsjahr sind für die Pleissner Guss GmbH und ihrer Tochtergesellschaft Investitionen in Höhe von rd. € 3,1 Mio. vorgesehen. Hierbei stehen Modernisierungen im Bereich der Brückenkrane und der Schmelzbehandlung sowie der Abschluss des 1. Zukunftsinvestitionspakets im Vordergrund. Die Finanzierung kann nicht aus dem eigenen Cashflow erfolgen. Bezüglich der Finanzierung der Investitionen steht die Gesellschaft im engen Austausch mit der Muttergesellschaft.

2.2.6. Finanzierung

Seit dem 1. April 2018 erfolgt die Finanzierung der Gesellschaft im Wesentlichen aus dem mit einer Bank abgeschlossenen Factoring-Vertrag. Der Factoring-Vertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Juli 2025.

Das zum Bilanzstichtag zugesagte Gesamthöchstobligo für Factoringforderungen beträgt € 5,7 Mio. Bei angekauften Forderungen von € 4,0 Mio. und abzüglich eines Kaufpreiseinbehalts von € 0,5 Mio. werden bei einem Abrechnungsguthaben von € 1,5 Mio. Mittel in Höhe von € 2,0 Mio. in Anspruch genommen.

Darüber hinaus wurden im Geschäftsjahr durch das Mutterunternehmen Kostenzuschüsse in Höhe von € 5,5 Mio. gewährt.

2.2.7. Personal

Das Personal entwickelte sich im stichtagsbezogenen Vergleich wie folgt:

31.12.2023 31.12.2022
Belegschaft 98 103
davon Lohnempfänger 62 61
davon Angestellte 31 31
davon Auszubildende 5 11

Zeitarbeitskräfte wurden auch im Geschäftsjahr 2023 bei entsprechendem Bedarf aufgrund von Urlaubsabwesenheiten und hohen Krankenständen eingesetzt.

Die Pleissner Guss GmbH bildet in den Berufen Industriemechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Zerspanungsmechaniker, Werkstoffprüfer und Industriekaufmann aus. Im Geschäftsjahr 2023 wurden zwei neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. Die Ausbildungsquote beträgt damit 3,1 % nach 10,7 % im Vorjahr. Die Ausbildung und Übernahme des geeigneten Ausgebildeten ist für den weiteren Erfolg der Pleissner Guss GmbH von entscheidender Bedeutung, da die Rekrutierung von qualifizierten Fachkräften auf dem regionalen Arbeitsmarkt zunehmend schwieriger wird.

Am 15. Oktober 2018 wurde ein Standortentwicklungstarifvertrag (SETV) für die Pleissner Guss GmbH und die Tochter Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co KG mit der IG Metall mit einer Laufzeit bis zum 31. Dezember 2022 vereinbart. Im Sommer 2020 wurde aufgrund der Covid19 Pandemie der SETV neu verhandelt. Er wurde um den Entfall einer potenziellen Teil-Rückzahlung für 2020 und einen erhöhten Mitarbeiterbetrag für 2021 erweitert. Die Laufzeit der gesamten Vereinbarung ist datiert auf den 31. Dezember 2025. Am 30. Juni 2023 lief der zur Sicherstellung der Wirtschaftsfähigkeit am 28. Juni 2022 geschlossene Tarifvertrag über die Rückführung von Mitarbeiterverzichten und ein Ergänzungstarifvertrag zu einem modifizierten Standortentwicklungs-Tarifvertrag aus. Der darin avisierte strategische Personalabbau von 68 Mitarbeitern konnte aufgrund betrieblicher Belange nicht in vollem Umfang umgesetzt werden.

Im Rahmen der Tarifverhandlungen 2022 gab es eine Investitionszusage des Mutterunternehmens Georgsmarienhütte Holding GmbH in Höhe von € 6,7 Mio., mit deren Umsetzung im Geschäftsjahr 2023 begonnen wurde. Im kommenden Geschäftsjahr 2024 werden diese Investitionsmaßnahmen weiter umgesetzt.

Der im Geschäftsjahr 2022 verabschiedete Tarifabschluss führt zu tabellenwirksamen Erhöhungen in 2 Stufen: für Juni 2023 in Höhe von 5,2 % und Mai 2024 von 3,3%. Darüber hinaus sind an die Tarif-Mitarbeiter in 2023 und 2024 jährlich Inflationsausgleichsprämien von 1.500 Euro zu zahlen. Der Tarifvertrag endet zum 30. September 2024.

2.2.8. Umwelt

Im Rahmen der Geschäftstätigkeit der Pleissner Guss GmbH treten regelmäßig Umweltbelange in den Fokus. Deren Ablauf ist im allgemeinen Managementprozess der Gesellschaft integriert. Einflüsse auf die Umwelt in den Bereichen wie z.B. Abfall-/Entsorgung, Emissionen, Abwasser, Boden- Grundwasserschutz werden vor Umsetzung von Geschäftsmaßnahmen bewertet. Soweit sich hier Risiken für die Umwelt ergeben, werden entsprechende Maßnahmen zur Risikoverminderung und/oder -vermeidung ergriffen.

Die Umweltleistung des Unternehmens wird seit der Erstzertifizierung des Unternehmens im Jahr 2006 nach der gültigen Norm DIN EN ISO 14001 gemessen, dokumentiert und als Bestandteil des integrierten Managementsystems behandelt. Für das im Jahr 2023 durchgeführte periodische Audit wird die Zertifizierung für die DIN EN ISO 14001:2015 und die DIN EN ISO 50001:2018 im Dezember 2023 bestätigt.

Im Berichtsjahr 2023 gab es zwei lärmbasierte Nachbarschaftsbeschwerden. Anhand derer konnte ein unzulässiger Betriebszustand an einem Motor einer Absaugungsanlage identifiziert werden. Die schnellstmögliche Reparatur führte zu keinen weiteren nachbarschaftlichen Beschwerden. Brände oder sonstige Beanstandungen von Behörden gab es nicht.

Die Grundlage für größere oder zukünftige Investitionen mit Außenwirkung (§15 bzw. §16 BImSchV) ist das Vorhandensein eines Brandschutzkonzeptes und eines Ausgangszustandsberichts für den Boden. Es wurde mit Brandschutzexperten aus Braunschweig ein bauantragfähiges Konzept aufgestellt. Für den Ausgangszustandsbericht für den Boden wird ein Dienstleister angesprochen.

Im Dezember 2022 wurde der Bauantrag für die Verbesserung des Brandschutzes der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG eingereicht. Die Genehmigung des Bauantrages steht noch aus und wird für das erste Quartal 2024 erwartet. Am Standort waren sonst keine weiteren umweltrelevanten Vorgänge zu verzeichnen. Bedeutsame Risiken im Zusammenhang mit Umweltaspekten sehen wir daher momentan nicht.

2.3. Lage

2.3.1. Ertragslage

Die folgende Zusammenstellung nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gibt einen Überblick über die im Berichtsjahr eingetretenen Veränderungen der Ertragslage.

2023 2022 Veränderung
T€ % T€ % T€ %
Umsatzerlöse 41.655 100,0 36.652 100,0 5.003 13,7
Gesamtleistung 41.655 100,0 36.652 100,0 5.003 13,7
Materialaufwand 36.023 86,5 31.097 84,8 4.926 15,8
Rohergebnis 5.632 13,5 5.555 15,2 77 1,4
Personalaufwand 6.916 16,6 7.296 19,9 -380 -5,2
Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.555 13,3 7.841 21,4 -2.286 -29,2
Sonstige betriebliche Erträge 8.630 20,7 4.672 12,7 3.958 84,7
EBITDA 1.791 4,3 -4.910 -13,4 6.701 < -100,0
Abschreibungen 202 0,5 176 0,5 26 14,8
Betriebsergebnis (EBIT) 1.589 3,8 -5.086 -13,9 6.675 < -100,0
Finanzergebnis -113 -0,3 -55 -0,2 -58 > 100,0
Beteiligungsergebnis 1 0,0 1 0,0 0 0,0
Steuern 149 0,4 153 0,4 -4 -2,6
Jahresergebnis 1.328 3,2 -5.294 -14,4 6.622 < -100,0

Die Umsatzerlöse lagen mit € 41,7 Mio. deutlich oberhalb des Vorjahresniveaus, aber dennoch erheblich unterhalb der Planung. Der Anstieg des Drittkundengeschäfts (€ +4,5 Mio.), welcher im Wesentlichen aus einer Verlagerung des Tätigkeitsbereichs Power Generation hin zu Oil, Gas & Mooring sowie Bahntechnik begründet ist, wird dabei durch den Anstieg der Erlöse gegenüber der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG (€ +0,5 Mio.) gemildert.

Das Rohergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr um € 0,1 Mio. erhöht. Der prognostizierte Rohertrag wurde hingegen signifikant verfehlt. Dies entspricht einem Anteil, bezogen auf die Gesamtleistung, von 13,5% (Vorjahr 15,2%) und ist damit gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozentpunkte gesunken. Ursächlich hierfür ist, dass die gestiegenen Faktorkosten nicht vollständig an Dritte weitergegeben werden konnten.

Der Rückgang der Personalaufwendungen um € -0,4 Mio. resultiert hauptsächlich aus dem strategischen Mitarbeiterabbau (siehe 2.2.7). Gegenläufig wirkten sich die im vorherigen Geschäftsjahr abgeschlossen Tarifabschlüsse aus, die ab 1. Juni 2023 zu einer tabellenwirksamen Erhöhung von 5,2 % führten.

Der signifikante Rückgang (€ -2,3 Mio.) der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist im Wesentlichen durch den Wegfall der restrukturierungsbedingten Aufwendungen in Form von Abfindungen aus Personalanpassungsmaßnahmen in Höhe von € -1,5 Mio. und den Kosten für die Transfergesellschaft (€ -0,2 Mio.) sowie den geringeren Rechts- und Beratungskosten (€ -0,5 Mio.) gegenüber dem Vorjahr zu begründen.

Der erhebliche Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge ist im Wesentlichen auf die Kostenzuschüsse seitens der Muttergesellschaft in Höhe von € 5,5 Mio. (Vorjahr € 3,7 Mio.) und die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit der Restrukturierung in Höhe von € 1,1 Mio. (Vorjahr 0,0 Mio.) zurückzuführen (siehe 2.2.1).

Die Abschreibungen auf die immateriellen Vermögensgegenstände und das Sachanlagevermögen haben sich aufgrund der gestiegenen Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.

Insgesamt schließt das Geschäftsjahr 2023 mit einem Jahresüberschuss von € 1,3 Mio. ab. Hieraus ergibt sich eine entsprechende Umsatzrendite von 3,2% (Vorjahr -14,4%). Das positive Jahresergebnis resultiert jedoch aus den genannten Kostenzuschüsse seitens des Mutterunternehmens (€ 5,5 Mio.), sodass das um die Kostenzuschüsse bereinigte Jahresergebnis der Pleissner Guss GmbH auf € -4,2 Mio. sinkt und signifikant unterhalb der Planung liegt.

2.3.2. Vermögenslage

Die Entwicklung des Vermögens ergibt sich aus der nachfolgenden nach betriebswirtschaftlichen Kriterien zusammengestellten Übersicht:

31.12.2023 31.12.2022 Verände - rung
T€ % T€ % T€
Langfristig gebundenes Vermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände 4 0,0 13 0,2 -9
Sachanlagen 1.526 10,2 1.143 13,4 383
Finanzanlagen 4.161 27,9 4.140 48,7 21
5.691 38,2 5.296 62,3 395
Kurzfristig gebundenes Vermögen
Vorräte 0 0,0 2 0,0 -2
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 7.401 49,6 1.363 16,0 6.038
Liquide Mittel 1.774 11,9 1.789 21,0 -15
Rechnungsabgrenzungsposten 41 0,3 51 0,6 -10
9.216 61,8 3.205 37,7 6.011
14.907 100,0 8.501 100,0 6.406

Die Zugänge zum Anlagevermögen des Geschäftsjahres von € 0,7 Mio. beinhalten die Anschaffung des Linearbeschleunigers sowie die Beteiligung an der neu gegründete Tochtergesellschaft Steel and Casting Services Sp. z o.o. in Lublin, Polen.

Sämtliche Vorräte liegen bei der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind insgesamt um € 6,0 Mio. gestiegen und resultieren im Wesentlichen aus der Forderung gegen Gesellschafter aufgrund der Gewährung eines Kostenzuschusses für 2023 sowie aus der Darlehensausreichung an die neu gegründete Tochtergesellschaft Steel and Casting Services Sp. z o.o. Die Liquiden Mittel liegen zum Stichtag mit € 1,8 Mio. auf Vorjahresniveau.

Die Kapitalstruktur im Vergleich zum Vorjahresstichtag ergibt sich aus der nachfolgenden Übersicht:

31.12.2023 31.12.2022 Veränderung
T€ % T€ % T€
Eigenkapital 1.905 12,8 577 6,8 1.328
Mittel- und langfristige Fremdmittel
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 715 4,8 735 8,6 -20
Sonstige Rückstellungen 135 0,9 224 2,6 -89
850 5,7 959 11,3 -109
Kurzfristige Fremdmittel 0,0
Sonstige Rückstellungen 2.811 18,9 3.888 45,7 -1.077
Verbindlichkeiten 0,0
aus erhaltenen Anzahlungen 0 0,0 229 2,7 -229
aus Lieferungen und Leistungen 311 2,1 444 5,2 -133
gegenüber verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern 8.801 59,0 1.888 22,2 6.913
Sonstige 229 1,5 516 6,1 -287
12.152 81,5 6.965 81,9 5.187
14.907 100,0 8.501 100,0 6.406

Das Eigenkapital hat sich im Vergleich zum Vorjahr um € 1,3 Mio. erhöht, was aus dem positiven Jahresergebnis resultiert. Die Eigenkapitalquote beträgt zum Stichtag 12,8 % (Vorjahr 6,8 %).

Das mittel- und langfristige Fremdkapital besteht neben den Pensionsverpflichtungen auch aus Rückstellungen für Altersteilzeit.

Die Veränderung der kurzfristigen Rückstellungen in Höhe € -1,1 Mio. resultiert im Wesentlichen aus der Reduzierung der Personalrückstellungen.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern sind gegenüber dem Vorjahr um € 6,9 Mio. gestiegen und resultieren aus dem Liefer- und Leistungsverkehr.

Die sonstigen Verbindlichkeiten resultieren vornehmlich aus personalbezogenen Verbindlichkeiten.

2.3.3. Finanzlage

Die wesentlichen Finanzmittelströme des Geschäftsjahres ergeben sich aus der folgenden zusammengefassten verkürzten Kapitalflussrechnung:

2023
T€
2022
T€
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 574 -4.996
Cashflow aus der Investitionstätigkeit -597 -321
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 8 6.745
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -15 1.428
Finanzmittelfonds am Anfang des Geschäftsjahres 1.789 361
Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres 1.774 1.789

Der Finanzmittelfonds setzt sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Guthaben bei Kreditinstituten 1.774 1.789

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit beträgt rd. € 0,6 Mio. und berücksichtigt neben dem Jahresergebnis (€ 1,3 Mio.) die Korrektur um nicht zahlungswirksame Abschreibungen (€ +0,2 Mio.), die gestiegene Mittelbindung im Bereich der Forderungen und anderer Aktiva (€ -0,5 Mio.), die Abnahme der Rückstellungen (€ -0,1 Mio.), die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind (€ +6,3 Mio.) sowie die Korrektur um nicht zahlungswirksame Erträge aus Kostenzuschüssen und Auflösungen von Rückstellungen im Bereich der Restrukturierung (€ -6,6 Mio.).

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von € -0,6 Mio. resultiert aus Anschaffungen in dem Bereich der Sach- und Finanzanlagen.

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (€ 0,0 Mio.) resultiert aus der Veränderung der Factoring-Finanzierung (€ - 0,2 Mio.) und dem zahlungswirksamen Teil der Kostenzuschüsse für das aktuelle Geschäftsjahr in Höhe von € 0,3 Mio.

2.4. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Ausgehend von der Nachfrage in 2022 waren die Erwartungen an das Geschäftsjahr 2023 erheblich über dem Niveau von 2022. Die Auftragseingänge waren im Geschäftsjahr 2023 jedoch gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Die Fertigungskapazitäten wurden entsprechend dem niedrigeren Auftragseingang gezielt angepasst.

Die Umsatzerlöse haben sich 2023 gegenüber dem Vorjahr erheblich erhöht. Ursächlich für diese Erhöhung ist die verkürzte Durchlaufzeit sowie Preis- und Struktureffekte. Für Faktorkostensteigerungen konnten Preiserhöhungen, zum Teil allerdings erst zeitversetzt im Geschäftsjahr 2023, durchgesetzt werden. Dies führt im Ergebnis bei einer erheblich gestiegenen Gesamtleistung und einem moderaten Anstieg des Rohergebnisses zu einem Rückgang der Rohergebnisquote um -1,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Das Jahresergebnis ist mit € 1,3 Mio. (Vorjahr € -5,3 Mio.) nur aufgrund der Kostenzuschüsse der Gesellschafterin in Höhe von € 5,5 Mio. deutlich positiv und verfehlt damit signifikant die Erwartungen.

Der Geschäftsverlauf ist aufgrund der beschriebenen Effekte wie auch im Vorjahr insgesamt nicht zufriedenstellend und verfehlt deutlich die Budgeterwartungen. Der negative Geschäftsverlauf und die Umsetzung der Investitionen erhöhten den Liquiditätsbedarf signifikant gegenüber der Planung, jedoch konnten alle Zahlungen zu jederzeit mit Unterstützung der Gesellschafterin vollständig gewährleistet werden.

3. Berichterstattung zur voraussichtlichen Entwicklung/ Prognosebericht

3.1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Nach einem stagnierenden Jahr 2023 stehen die wirtschaftlichen Aussichten für 2024 nun moderat auf Expansion, was im Wesentlichen auf das Anziehen des privaten Konsums aufgrund der Realeinkommenszuwächse zurückzuführen ist. 31 Dennoch ist eine große konjunkturelle Dynamik nicht absehbar, zumal das hohe Zinsniveau die Baubranche belastet und darüber hinaus keine größeren Impulse aus der Weltwirtschaft zu erwarten sind. 32 Zusätzlich wirken sich die im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Nachtragshaushalt 2021 notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen negativ auf die wirtschaftliche Expansion mit minus 0,3 Prozentpunkten aus, so dass im Jahr 2024 für das reale Bruttoinlandprodukt mit einer Zuwachsrate von 0,9 Prozentpunkten gerechnet wird. 33

Während die Forschungsergebnisse eine gewisse Zuversicht verbreiten, sieht die gefühlte Lage der Unternehmen jedoch wesentlich pessimistischer aus. Wie bereits beschrieben ist der ifo Geschäftsklimaindex im Dezember 2023 nochmals gefallen und die Unternehmen sehen für das erste Halbjahr 2024 weiterhin skeptisch auf die wirtschaftliche Entwicklung. 34

Dies wird besonders in der deutschen Stahlindustrie deutlich, in der sich der Abwärtstrend der Rohstahlproduktion zum Jahresende 2023 weiterhin fortgesetzt hat. 35 Danach erweist sich das Jahr 2023 mit einem weiteren Rückgang der zu einem der produktionsschwächsten Jahre in der deutschen Stahlindustrie. 36 Diese Entwicklung wird sich im Geschäftsjahr 2024 aufgrund der anhaltend hohen Strompreise in Verbindung mit einer schwachen Nachfrage weiter fortsetzen. 37 Verstärkt wird die Situation in Deutschland durch den neuerdings wegfallenden staatlichen Zuschuss zu den Übertragungsnetzentgelten, wodurch sich die Strombezugskosten der Unternehmen weiterhin signifikant erhöhen werden. 38

Besonders stark betroffen von dem bereits beschriebenen Abwärtstrend der Rohstahlproduktion ist in Deutschland die Elektrostahlproduktion. Die Rohstahlproduktion auf dieser schrottbasierten und damit besonders stromintensiven Route brach im Jahr 2023 um ca. 11 % ein und fällt damit auf ein - auf das Jahr hochgerechnetes - historisches Tief von 10,1 Millionen Tonnen. Dieses niedrige Produktionsniveau wurde zuletzt vor dreißig Jahren unterschritten. Verglichen mit dem Jahr vor Beginn des Energiepreisschocks hat die Erzeugung knapp 20 % verloren. 39

Die Worldsteel Association ist in ihrem aktuellen Short Range Outlook für die deutsche Stahlindustrie allerdings optimistisch gestimmt und prognostiziert nach zwei rezessiven Jahren in Folge eine Rückkehr zu einem Wachstum in Höhe von 10,6 %, womit folglich der Rückgang im Jahr 2023 ausgeglichen und das Produktionsniveau aus dem Jahr 2022 wieder erreicht würde. Für weitere international relevante Märkte mit hohem Anteil an Elektrostahlproduktion wie Italien (+4,8 %) sowie die Türkei (+5,0 %) wird ebenfalls ein robustes Wachstum prognostiziert. 40

Mobilität

Für das Jahr 2024 erwartet GlobalData ein geringes Wachstum der weltweiten Pkw-Produktion um 1,3 Prozent auf 91,2 Mio. Einheiten, insbesondere begründet durch verhaltene Wachstumsaussichten der globalen Wirtschaft. 41

Aufgrund abnehmender Auftragsbestände und des angespannten wirtschaftlichen Umfelds dürfte die europäische Pkw-Produktion ein niedrigeres Wachstum als der Weltmarkt verzeichnen. GlobalData hat die prognostizierte Stückzahl für den Jahresausblick zuletzt um 180 Tsd. Einheiten gesenkt und erwartet nun eine Steigerung der Produktion um 0,9 Prozent auf 18 Mio. Einheiten - bei weiterhin abwärts gerichteten Risiken. 42

Der VDA prognostiziert, dass im Geschäftsjahr 2024 in Deutschland rund 4,1 Mio. Pkw gefertigt werden. Dies entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 3 Prozent. Stärker dürfte die Auslandsproduktion deutscher OEM wachsen, für die ein Wachstum von 4 Prozent auf 10,6 Mio. Pkw erwartet wird. 43

Neben einer gedämpften Nachfrage belasten geopolitische Unsicherheiten, wirtschaftliche Herausforderungen und nach wie vor hohe Energie- sowie Verbraucherpreise die Branche. Daher dürfte die Automobilwirtschaft vor der Aussicht auf ein anspruchsvolles Umfeld im Geschäftsjahr 2024 stehen. 44

Energie

Die Economist Intelligence Unit (EIU) erwartet im Jahr 2024 eine beschleunigte Erholung der weltweiten Energienachfrage von der COVID-19-Pandemie. So dürfte die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent höher liegen und dessen Wachstumsrate deutlich übersteigen. Diese Entwicklung wird insbesondere durch Asien unterstützt, wo ein Anstieg um 3,1 Prozent erwartet wird - trotz der Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Aussichten Chinas. Mit einem Zuwachs von 1,6 Prozent wird im Nahen Osten die zweithöchste Wachstumsrate erwartet. Während für Südamerika (+0,4 Prozent) und USMCA 45 (+0,3 Prozent) lediglich geringe Zuwächse prognostiziert werden, dürfte die Energienachfrage in Europa mit -0,2 Prozent das dritte Jahr in Folge abwärtsgerichtet sein. 46

Hinsichtlich der Energieträger ist zu erwarten, dass die weltweite Nachfrage nach fossilen Brennstoffen im Jahr 2024 ein Rekordniveau erreichen wird - ungeachtet des weltweiten Drucks zur Reduzierung der CO 2 -Emissionen. Öl wird mit einem Anteil von 38,5 % Prozent den Großteil der weltweiten Energienachfrage auf sich vereinen, gefolgt von Kohle (29,3 Prozent) und Erdgas (23,1 Prozent). 47

Die Notwendigkeit, die Energieversorgung angesichts der Energiekrise zu stärken, gepaart mit Bemühungen zur Dekarbonisierung, wird viele Regierungen dazu veranlassen, mit einer noch schnelleren Einführung erneuerbarer Energien voranzuschreiten. Ihr Anteil am Verbrauch wird mit 14,1 Prozent jedoch weiterhin hinter fossilen Energieträgern liegen. Kernenergie wird laut Prognose 5,1 Prozent der weltweiten Nachfrage auf sich vereinen können. 48

Maschinenbau

Für das Jahr 2024 erwartet der VDMA ein schwieriges Marktumfeld und prognostiziert einen realen Produktionsrückgang in Höhe von 4 Prozent im deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Aufgrund der anhaltend rückläufigen Auftragseingänge, welche zu einem Abschmelzen der Auftragsbestände führen, hat der Verband die Produktionsprognose zuletzt um zwei Prozentpunkte nach unten korrigiert. 49 Den weltweiten preisbereinigten Maschinenumsatz erwartet der VDMA in 2024 auf dem Niveau von 2022. 50

Auch die im Rahmen des PwC-Maschinenbau-Barometers befragten Führungskräfte des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus erwarten ein herausforderndes Marktumfeld für die Branche im Jahr 2024. Aufgrund ausbleibender konjunktureller Impulse leiten sie für ihre Branche im Durchschnitt einen Umsatzrückgang von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ab. Als wesentliche Wachstumshemmnisse nannten die Befragten einen anhaltenden Fachkräftemangel, Kostendruck und geopolitische Entwicklungen. Auch ein schwieriges Regulierungsumfeld, eine schwache Nachfrage sowie ein nachteiliges Finanzierungsumfeld sind Aspekte, die das Wachstum der Branche hemmen. 51

Beschaffung von Schrott

Wesentliche Einflussfaktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung auf den Schrottmärkten und die damit verbundene Schrottpreisentwicklung im Geschäftsjahr 2024 beeinflussen werden, sind unter anderem die Verfügbarkeit von Neu- und Altschrotten, die bestehenden Schrottlagerbestände entlang der Absatzkette sowie die erhöhte internationale Nachfrage nach Schrott in Verbindung mit einem womöglich weiterhin reduzierten Angebot an Schrott. 52

Zuletzt hatte es im Dezember 2023 insbesondere aufgrund internationaler Nachfrageimpulse einen Preisanstieg über alle Schrottsorten zwischen 20-30 €/t gegeben. Ob dies allerdings im Geschäftsjahr 2024 für eine nachhaltige Nachfragebelebung auf dem deutschen Schrottmarkt sorgen wird, lässt sich derzeit schwer voraussagen. Wie bereits beschrieben sind die Konjunkturprognosen in vielen Stahl verarbeitenden Industrien, insbesondere der Baubranche, weiterhin wenig optimistisch. Erwartet werden daher zunächst lediglich stabile bis leicht steigende Preise. 53 Für das gesamte Geschäftsjahr 2024 wird entscheidend sein, ob konjunkturelle Impulse in der Bauwirtschaft oder strompreisreduzierende Maßnahmen die Industrieproduktion insbesondere im Bereich der Elektrostahlerzeugung wieder ankurbeln können.

Unter diesen Prämissen wäre ein mittleres Preisband für das Gesamtjahr 2024 zwischen 330 und 350 €/t für die BDSV Sorte 2/8 denkbar. 54 Bei dieser Annahme läge der Jahresdurchschnittspreis im Mittel in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Positive wie negative Entwicklungen der Schrottpreise werden in der Regel über Materialteuerungszuschläge an die Kunden weitergegeben.

Beschaffung von Legierungen

Nach Preisrückgängen der Märkte für Massen- und Edellegierungen ab dem zweiten Halbjahr 2023 sehen Markteinschätzungen für das erste Quartal 2024 ein steigendes Preisniveau vor. Mit Ende des zweiten Quartals 2024 besteht die Erwartung einer Stabilisierung der Preisentwicklung auf den Legierungsmärkten, welche nach jetziger Einschätzung bis zum Jahresende 2024 Bestand hat. 55

Positive wie negative Entwicklungen der Legierungspreise werden in der Regel über Materialteuerungszuschläge an die Kunden weitergegeben.

Beschaffung von Strom/Gas

Die Preisentwicklung am Energiemarkt korreliert stark mit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in der Eurozone. Der konjunkturelle Ausblick bis zur Jahresmitte 2024 ist derzeit schwach. Dies spiegelt sich auch im derzeitigen Preisniveau für Strom und Gas bezogen auf das Frontjahr 2024 wider. Das Frontjahr 2024 notiert zum Berichtszeitraum schwächer als der Kontrakt für 2025. Es ist davon auszugehen, dass mit dem zunehmenden Ausbau der erneuerbaren Energien der Einfluss des Wetters auf die Preisentwicklung zunehmen und die Preise insbesondere für kurzfristige Handelsprodukte stärker schwanken werden.

Die starke Kohleverstromung ließ die Preise für Emissionszertifikate 2023 im ersten Quartal punktuell auf 100 €/t steigen. Zum Berichtszeitpunkt nach einem volatilem zweiten und dritten Quartal 2023 liegen die Preise wieder unter 70 €/t. Dem CO 2 -Zertifikatspreis kommt aktuell nur eine untergeordnete Rolle für die Preisbildung der Strom- und Gaspreise zu. 56

Die Kosten der Netznutzung für Strom und Erdgas werden im Jahr 2024 gegenüber der Vorperiode gruppenweit im Durchschnitt deutlich ansteigen. Die Auswirkungen des am 13. Dezember 2023 vorgestellten Haushaltsentwurfs auf die Netzentgelte können zum Berichtszeitpunkt nicht vollständig abgeschätzt werden. Insbesondere bei den Stromnetzentgelten muss von einer Verdopplung ausgegangen werden. 57

Die Versorgungssicherheit mit Strom und Gas ist zum Berichtszeitpunkt für den Jahresbeginn 2024 grundsätzlich gewährleistet. Der Markt ist insgesamt gut versorgt. Es wird davon ausgegangen, dass die Gasspeicher über den Winter nicht geleert werden und im Sommer die Einspeicherung bei einem Füllstand von 40% starten kann. 58

Entwicklung in der Gießereibranche

Mit dem Fahrzeug- und Maschinenbau sind traditionell über 80% der deutschen Gussproduktion abgedeckt.

Während die Auftragslage aus dem Maschinenbau bis zum Frühjahr 2022 sehr gut lief, entwickelte sich der Fahrzeugbau schwach. Im weiteren Verlauf des Jahres 2022 entwickelte sich die Nachfrage aus dem Maschinenbau dann ausgehend von einem hohen Niveau rückläufig. Anfang 2023 bietet der Auftragsbestand noch ein gutes Polster für die erste Jahreshälfte. Die gestiegenen Erzeugerpreise, welche maßgeblich mit hohen Energie- und Lohnkosten in Verbindung stehen, wirken sich derweil negativ auf die Nachfrage aus. Im Fahrzeugbau zeichnete sich zuletzt eine vorsichtig optimistischere Produktion ab. Ausgehend von einem historisch niedrigen Niveau aufgrund der Coronapandemie und den damit verbundenen Engpässen in der Halbleiterbeschaffung, verfügt der Fahrzeugbau über einen sehr hohen Auftragsbestand. In der zweiten Jahreshälfte 2022 konnte die Produktion bereits darauf aufbauend zulegen. Die inflationsbedingte abnehmende Kaufkraft bremst die Nachfrage nach Fahrzeugen moderat. Hinsichtlich des Auftragsbestandes wirkt sich die gleichwohl noch nicht akut auf die Produktion und die automobile Gussnachfrage aus. 59

Während der Maschinenbau für das Jahr 2023 von einem realen Produktionsrückgang über alle Sparten von 2% ausgeht, erwartet der Fahrzeugbau ein Produktionsplus von 6%. In dieser Schätzung berücksichtigt ist der Hochlauf der Teslaproduktion in Brandenburg, ohne diese die Fahrzeugbauproduktion um rund 1% zulegen dürfte. 60

Das zuletzt gesehene Umsatzplus der Gießereien ist bei gesunkener Produktion zum großen Teil auf gestiegene und weitergegebene Kosten für Rohstoffe und Energie zurückzuführen. An den Börsen haben die Energiepreise zuletzt Entspannungssignale gezeigt. Gleichwohl liegt das Niveau teils noch deutlich über dem Vorkriegsniveau. Zudem haben sich Gießereien und andere Industrieunternehmen teils vertraglich gebunden und beziehen ihre Energie unberührt von den jüngsten Preiskorrekturen zu hohen Preisen. Zwar hat die Bundesregierung inzwischen Maßnahmen zur Drosselung der Mehrkosten verkündet, die Voraussetzungen und Verfahren lassen gleichwohl darauf schließen, dass nicht alle Gießereien gleichermaßen davon profitieren. Zudem stellt sich künftig die Frage, wo sich die Energiepreise mittelfristig einpendeln und ob die Bundesregierung und die EU eine Strategie für den Erhalt des Standortes Europa etablieren. Auch die im Herbst verhandelten Tariflöhne werden die Gießereien im Jahr 2023 finanziell belasten. 61

Die Gießerei-Industrie befindet sich neben der Energiewende auch in großen Teilen inmitten der Mobilitätswende. Durch politisch zeitlich enger gesetzte Zielmarken bei der Dekarbonisierung des Verkehrssektors ergeben sich schon für 2023 Effekte im Fahrzeugbau. 62

Die Coronapandemie stellt kein größeres Risiko mehr dar. Die langersehnte Kehrtwende der chinesischen Null-Covid-Politik kann jedoch ebenso wie die mehrwöchigen Lockdowns im Vorjahr zu Problemen in den Lieferketten und einer Schwächung der chinesischen Gesamtnachfrage führen. Eine Schwächung der globalen Rohstoffnachfrage wäre dann vorstellbar. Prognosen zum weiteren Infektionsgeschehen lassen sich aufgrund der wenig zuverlässigen chinesischen Daten nicht anstellen. 63

Der Krieg in der Ukraine wird nicht in absehbarer Zeit zu Ende sein. Die damit verbundenen Sanktionen und wirtschaftlichen Folgen werden die Volkswirtschaften noch lange begleiten. Wenngleich eine Gasknappheit aufgrund der milden Wetterlage der vergangenen Wochen inzwischen für den Frühjahr 2023 auszuschließen ist, wird die energieintensive Industrie im Jahr 2023 abermals im Fokus stehen. Hohe Preisvolatilitäten und insbesondere Ausschläge nach oben sind nicht auszuschließen. Auch die Speicherstände gilt es in der zweiten Jahreshälfte wieder im Auge zu behalten, das Russland im Gegensatz zum Vorjahr nun komplett als Lieferant ausfällt. Eine weitere Eskalation des Krieges ist derweil nicht auszuschließen, wobei die ökonomischen Folgen möglicher Szenarien nicht seriös zu bewerten sind. 64

Bei einem mit Abwärtsrisiko behafteten Gleichbleiben der Gussproduktion ist von einer weiteren Umsatzsteigerung der Gießereien von rund 10 % auszugehen. Die Unsicherheiten jeglicher Prognosen bleiben derweil sehr hoch. 65

3.2. Geschäftsverlauf und Lage

Die im Weiteren getroffenen Aussagen basieren auf der von der Geschäftsführung verabschiedeten operativen Planung der Pleissner Guss GmbH. Grundlage dieser Planung sind die von uns gesetzten Prämissen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Für das Jahr 2024 ist mit einer leichten Belebung der Auftragslage zum zweiten Quartal zu rechnen. Die Auftragseingänge erreichen zu Beginn des Jahres nicht das Niveau der Vorjahre. Weitere Neuaufträge sollen im Bereich der Rüstung akquiriert werden. Insbesondere die Erlangung der Panzerstahlzulassung für Stahlguss zum Ende 2023 wird die Angebotsaktivitäten im Bereich der Rüstungsprodukte weiter erhöhen.

Die Business Unit "Industrials", zu der Pleissner Guss gehört, plant den Anteil des Intercompany Geschäfts innerhalb der Business Unit deutlich zu erhöhen, sodass zukünftig ein wesentlicher Anteil der Aufträge der Pleissner Guss GmbH hieraus kommen soll. Zu diesem Zweck wird die Fertigung von sogenannten Rohblöcken qualifiziert und in der Folge industrialisiert. Perspektivisch soll die Blockfertigung als ein zusätzliches Geschäftsfeld ausgebaut werden und auch an Drittkunden vermarktet werden. Mit der Inbetriebnahme der neuen Mittelfrequenztiegelöfen werden auch im Intercompany-Bereich neue Geschäftsfelder für das Recycling von Materialresten aus der Fertigung von hochlegierten aufgestickten Stählen möglich sein. Für das Jahr 2024 rechnen wir mit einer Rohblockversandtonnage von rd. 350 t.

Die Marktvorgaben für die Faktorkosten sind weitestgehend auf Niveau des Jahres 2023. Lediglich bei Strom und Gas wird ein weiterer Anstieg erwartet.

Wir erwarten hinsichtlich des Rohergebnisses eine signifikante Verbesserung gegenüber dem Geschäftsjahr 2023.

Im Personalbereich rechnen wir für 2024 mit den tariflich vereinbarten Steigerungen. Die anstehende steuerfreie Inflationsausgleichsprämie wird tarifkonform Anfang des Jahres 2024 bezahlt und ist bereits im Geschäftsjahr 2023 zu 16/18-tel zurückgestellt worden.

Das Unternehmen plant für 2024 mit steigenden Umsätzen und - unter Berücksichtigung der Maßnahmen aus dem Standort-Tarifvertrag - mit einem negativen Ergebnis in Höhe von € - 2 Mio. für den Standort Herzberg. Dies führt bis Ende 2024 zu einer bilanziellen Überschuldung. Im Geschäftsjahr 2025 wird ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Die Finanzierungsplanung sieht für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 unter Berücksichtigung des Factorings und der Inanspruchnahme einer zugesagten Intercompany-Kreditlinie der Gesellschafterin für die Gesellschaften Pleissner Guss GmbH und Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG in Höhe von € 9,8 Mio. ab dem 18. Dezember 2023 eine auskömmliche Liquiditätsdeckung für die Gesellschaft vor.

Ausgehend von der Budgetplanung 2024 werden für die einzelnen Leistungskennziffern zusammenfassend folgende Veränderungen erwartet:

2023
T€
2024
Umsatzerlöse * 31.063 signifikante Erhöhung
Rohergebnis 5.632 signifikante Erhöhung
Jahresergebnis ** -4.172 signifikante Erhöhung

* ohne Umsätze mit der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG

** vor Kostenzuschüssen der Gesellschafterin

Zum Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses erreicht die Gesellschaft ihre Budgetziele. Wir gehen daher weiter davon aus, dass die Budgetwerte zum Ende des Jahres erreicht werden.

3.3. Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur Lage

Schwerpunkt der Maßnahmen im Geschäftsjahr 2024 ist die weitere Industrialisierung der Roh-Blockfertigung als zusätzliches Geschäftsfeld für Pleissner Guss. Auch der Bereich um das Segment Defence soll weiterwachsen. Daneben soll durch ein Programm zur Produktions-Prozessverbesserung der Nacharbeitsanteil signifikant reduziert werden. Die Einführung eines modernen Prozessleitsystems im Schmelzbetrieb wird spürbare positive Kostensenkungseffekte haben. Mittels bestehender Planungs- und Kontrollinstrumente soll insbesondere die Lieferperformance gesteigert werden, um den künftigen Kundenanforderungen wesentlich besser gerecht werden zu können.

4. Chancen- und Risikobericht

4.1. Chancenmanagement

Die systematische Suche nach Chancen ist ein bedeutender Teil des Managementprozesses der Pleissner Guss GmbH. In regelmäßigen Führungs- und Strategierunden wird das Marktumfeld aufgenommen und analysiert. Aus diesen Informationen werden konkrete Marktchancen abgleitet und unter Berücksichtigung der internen Kompetenzen und Ressourcen auf ihre Realisierbarkeit untersucht und bewertet. Neben der Untersuchung des Marktumfelds fokussiert sich die Suche nach Chancen auch auf den Bereich der konzerninternen Potentiale.

4.2. Risikomanagement

Wir bekennen uns zu einer risikobewussten Unternehmensführung, bei der die Sicherung des Fortbestands der Gesellschaft immer höchste Priorität hat.

Innerhalb der GMH Gruppe ist es Aufgabe des Risikomanagements, alle Mitarbeiter zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Risiken zu veranlassen. Weiterhin sollen damit die Förderung des Risikobewusstseins und eine Weiterentwicklung der Risiko- und Überwachungskultur erfolgen. Risiken, die sich weder auf Kern- noch auf Unterstützungsprozesse beziehen, werden in der Gesellschaft nicht eingegangen. Kernprozesse sind hierbei die Entwicklung und Umsetzung des Geschäftsmodells, die Beschaffung der Waren und Dienstleistungen, die Sicherstellung der Liquidität sowie die Entwicklung von Fach- und Führungskräften. Eingegangene Ertragsrisiken müssen durch die erwartete Rendite angemessen prämiert werden. Nicht vermeidbare Risiken sind - soweit wirtschaftlich sinnvoll - zu versichern. Die verbleibenden Risiken werden mit dem Instrumentarium des Risikomanagements gesteuert.

Das Risikomanagement-System der GMH Gruppe beinhaltet eine ad-hoc-Meldefunktion, um Geschäftsführungs- und Leitungsfunktionen auf allen Ebenen umgehend über Risiken zu informieren. Die Risikoverantwortlichen in den verschiedenen Teilbereichen haben die Aufgabe, Risiken ihres Verantwortungsbereiches durch geeignete Maßnahmen zu steuern. Die Risikoinventurliste ist zweimal jährlich jeweils im Vorfeld der Budget- und Controllinggespräche im Programm Antares RiMIS zu aktualisieren und freizugeben. Wesentliche Risiken werden in den Controlling- und Budgetgesprächen diskutiert. Die Risikorichtlinie und Risikostrategie für die Geschäftsführungen und Risikoverantwortlichen der GMH Gruppe runden das Risikomanagement ab. Regelmäßige Schulungen zum Risikomanagement werden jährlich sowie nach Bedarf über die GMH Akademie angeboten.

4.3. Umfeld und Branche

Das größte Risiko besteht in der allgemeinen und branchenspezifischen Konjunkturentwicklung und weltpolitischen Verwerfungen, wobei die Auslöser unterschiedlich sein können.

4.4. Leistungswirtschaftliche Chancen und Risiken

Um Faktorkostensteigerungen entgegenzuwirken, werden Maßnahmenpläne in Zusammenarbeit mit der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG zur Produktivitätsverbesserung und generell zur Ergebnisverbesserung aufgestellt. Die vollständige Umsetzung dieser Maßnahmen unterliegt gewissen Risiken.

Um die Qualität der Produkte zu gewährleisten, werden im Unternehmen seitens des Qualitätswesens regelmäßige interne Prozessaudits in den einzelnen Produktionsbereichen sowie Prozessaudits in den Bereichen der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG durchgeführt. Darüber hinaus unterliegt die Pleissner Guss GmbH einer Reihe von wiederkehrenden externen Audits, die sich aus der Pflicht zur Zertifizierung ergeben. Zusätzlich finden zum Teil Audits durch vom Kunden beauftragte Auditoren statt.

Risiken im Bereich der Fertigung von Sonderwerkstoffen ist durch den Aufbau und den Erhalt qualifizierter Personalkapazitäten Rechnung getragen. Mit der hierdurch gegebenen Möglichkeit zu eigenen Untersuchungen und Entwicklungen sowie durch die Zusammenarbeit mit externen Instituten können die genannten Risiken deutlich reduziert werden.

Im Bereich Öl & Gas besteht eine gewisse Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden, dem über eine Verbreiterung der Kundenstruktur und einem zusätzlichen Geschäftsfeld, der Rohblockfertigung, entgegengewirkt werden soll.

Risiken können sich aus der Volatilität der Preisentwicklung diverser Einsatzstoffe ergeben, deren Weitergabe an unsere Endkundenerst mit einem Zeitverzug erfolgt.

In einer Verzögerung im Aufbau der Gussputzdienstleistungsgesellschaft, die im Resultat der angestrebten Kapazitätserweiterung im Bereich der Putzerei entgegenwirkt.

Darüber hinaus kann es im Produktionsbereich zu Risiken aufgrund unvorhergesehener Instandhaltungsaufwendungen kommen; diesen Risiken wird durch vorbeugende Wartung einerseits und durch die Priorisierung von Ersatzreparaturen/Investitionen andererseits entgegengewirkt.

4.5. Finanzwirtschaftliche Risiken

Es bestehen derzeit keine wesentlichen Währungsrisiken. Einerseits werden die meisten Beschaffungs- und Absatzgeschäfte in EURO fakturiert, andererseits werden für Währungsrisiken (aus Schwankungen des US-Dollars) entsprechende Devisensicherungsgeschäfte abgeschlossen, sofern Aufträge in Fremdwährungen vorliegen.

Zinsrisiken bestehen für die Pleissner Guss GmbH insoweit, dass sich der Finanzierungszins aus der Factoringfinanzierung an dem EURIBOR für Dreimonatsgeld plus einer festen Zinsmarge orientiert. Infolge von Leitzinserhöhungen durch die EZB, stieg auch der EURIBOR für Dreimonatsgeld im Geschäftsjahr signifikant an. Um das daraus resultierende Risiko abzufedern, hat die Gesellschaft einen Zinscap zur Absicherung abgeschlossen. Weitere Verbindlichkeiten, soweit verzinslich, werden zu einem festen Zinssatz abgeschlossen.

Soweit Auftragsrisiken versichert werden können, wird von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht oder entsprechende Zahlungsbedingungen wie z.B. Vorkasse mit Kunden vereinbart.

Aufgrund der Umsatztätigkeit ist die Pleissner Guss GmbH naturgemäß von dem Risiko des Ausfalls von Forderungen aus Warenlieferungen bedroht. Dieses Risiko wird durch den Abschluss von Warenkreditversicherungen signifikant verringert. Grundsätzlich werden auf Ebene der Pleissner Guss GmbH sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen das Ausfallrisiko versichert. In Ausnahmefällen wird mit Vorkasse gearbeitet. Die Risikoposition der Pleissner Guss GmbH reduziert sich hierdurch auf den jeweiligen vereinbarten Selbstbehalt im Falle eines Forderungsausfalls. Ebenfalls risikomindernd wirkt sich das bewährte Factoring von Forderungen aus dem Warenverkehr aus.

Die Liquiditätsrisiken werden täglich überwacht. Die für ein effizientes Liquiditätsmanagement erforderlichen Informationen werden durch eine fortlaufende aktualisierte und rollierende Finanzplanung mit einem Planungshorizont von zwölf Monaten sowie durch eine tägliche Finanzvorschau sichergestellt. Zudem wurde der Pleissner Guss GmbH zur Sicherung der Liquidität ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von € 9,8 Mio. eingeräumt. Zudem haben wir uns von der Geschäftsführung der Gesellschafterin bestätigen lassen, dass man die bisher verfolgte Strategie weiterhin unterstützt. Es ist daher nicht davon auszugehen, dass die 2025 auslaufenden Gesellschafterdarlehen nicht verlängert werden. Für die Zukunft wird daher kein bestandsgefährdendes Risiko gesehen.

Aus heutiger Sicht gehen wir daher davon aus, dass die Finanzierung für die Jahre 2024 und 2025 sichergestellt ist.

4.6. Sonstige Risiken

Die Steuerung der Unternehmensgruppe ist maßgeblich von ihrer leistungsfähigen Informationstechnologie (IT) abhängig. Die ständige Aufrechterhaltung und Optimierung der IT-Systeme erfolgt durch hochqualifizierte Experten der GMH Systems. Unberechtigtem Datenzugriff wird durch Einsatz entsprechend aktueller Virensoftware, Firewalls, adäquaten Zugangs- und Zugriffskonzepten und vorhanden Backup-Systemen vorgebeugt. Für unerwartete IT-Systemausfälle existieren entsprechende Notfallpläne.

Neben Naturkatastrophen ist das Unternehmen auch Risiken durch Feuer und Unfällen ausgesetzt. Durch Versicherungen sind wesentliche Elementarrisiken abgedeckt. Die eventuelle Schadenshöhe beschränkt sich hierbei auf die vereinbarte Selbstbeteiligung.

Im Personalbereich bestehen Risiken in der Beschaffung qualifizierten Personals für die Produktionsbereiche, um den wachsenden Kapazitätsbedarf aus Umsatzwachstum abdecken zu können.

Weitergehende Risiken aus den verschiedenen globalen und nationalen Krisen (Russland-Ukraine-Krieg, Nahost-Konflikt, deutscher Nachtragshaushalt 2021) können aktuell nicht vollständig bewertet, Auswirkungen für die GMH Gruppe aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden. Neben der Möglichkeit weiter ansteigender Energiepreise und einer eingeschränkten Verfügbarkeit von Energie auf der Versorgungs- und Beschaffungsseite können Sanktionen und Beschränkungen auf dem Absatzmarkt zu Minderabnahmemengen unserer Kunden und damit zu Umsatzausfällen führen.

4.7. Gesamtbild der Risikolage

Das bedeutendste Risiko wird in der allgemeinen und branchenspezifischen Konjunkturentwicklung gesehen und der eigenen Fähigkeit, ein zusätzliches Geschäftsfeld innerhalb einer Periode aufbauen zu können.

Im Geschäftsjahr 2023 bestanden für die Pleissner Guss GmbH keine bestandsgefährdenden Risiken.

Risiken sehen wir insbesondere im Marktumfeld und daraus resultierenden Abweichungen zu den geplanten Umsätzen. Dem stehen gleichzeitig entsprechende Chancen gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Gesamtrisiko- und Chancensituation aufgrund der auslaufenden Pandemie und den daraus erwachsenen allgemeinen Marktentwicklungen verbessert. Aus heutiger Sicht sehen wir, insbesondere aufgrund der finanziellen Unterstützung und des Rückhalts der Gesellschafterin, auch für die Zukunft den Bestand des Unternehmens nicht gefährdet.

 

Herzberg am Harz, den 23. Februar 2024

Pleissner Guss GmbH

Dr. Tobias Dubberstein

1 vgl. Sachverständigenrat; Jahresgutachten 2022/23, Kapitel 1
2 vgl. Europäische Kommission, Pressemitteilung vom 27. September 2023
3 vgl. Gemeinschaftsdiagnose 2-2023, Herbst 2023
4 vgl. ifo Geschäftsklima Deutschland; Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im Dezember 2023
5 vgl. ebenda
6 vgl. ebenda
7 vgl. ebenda
8 vgl. Gemeinschaftsdiagnose 2-2023, Herbst 2023
9 vgl. Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hintergrundinformationen zur Stahlkonjunktur, November 2023
10 vgl. ebenda
11 vgl. ebenda
12 vgl. ebenda
13 Hierzu zählen erneuerbare Energien, Kernkraft, Netze, Speicherung, emissionsarme Brennstoffe, Effizienzverbesserungen sowie erneuerbare Energien für den Endverbrauch und Elektrifizierung
14 Hierzu zählen die Versorgung und Energieerzeugung
15 vgl. iea: World Energy Investment 2023
16 vgl. VDMA: Jahrespressekonferenz - Dezember 2023
17 vgl. ebenda
18 vgl. ebenda
19 vgl. VDMA: Maschinenbau: Prognosen international - November 2023
20 vgl. BDG: BDG-Volkswirtschaft Geschäftsberichte Berichtsjahr 2023
21 vgl. ebenda
22 vgl. ebenda
23 WV Stahl (2023): Rohstahlproduktion in Deutschland im Oktober 2023, 21. November 2023
24 ifo (2023): ifo Konjunkturperspektiven 11/2023, November 2023
25 Worldsteel Association (2023): worldsteel Short Range Outlook October 2023, 17. Oktober 2023
26 vgl. BDSV (2023): BDSV
Durchschnittliche Lagerverkaufspreise, November 2023
27 eigene Einschätzung
28 vgl. BDSV (2023): BDSV
Durchschnittliche Lagerverkaufspreise, Dezember 2023
29 eigene Einschätzung
30 eigene Einschätzung
31 vgl. Kieler Konjunkturberichte Nr. 110(2023/Q4) vom 12. Dezember 2023
32 vgl. ebenda
33 vgl. ebenda
34 vgl. ifo Geschäftsklima Deutschland; Ergebnisse der ifo Konjunkturumfragen im Dezember 2023
35 vgl. Wirtschaftsvereinigung Stahl, Medieninformation, Berlin vom 19. Dezember 2023
36 vgl. ebenda
37 vgl. ebenda
38 vgl. ebenda
39 vgl. WV Stahl (2023): Medieninformation, Rückblick 2023, 19.12.2023
40 vgl. Worldsteel Association (2023): wordsteel Short Range Outlook October 2023, 17. Oktober 2023
41 vgl. LMC Automotive: Executive Snapshot - November 2023
42 vgl. LMC Automotive: Executive Snapshot - November 2023
43 vgl. VDA: Konjunkturbarometer Dezember 2023
44 vgl. VDA: Internationale Pkw-Märkte ؎ Oktober 2023
45 USA, Kanada und Mexiko
46 vgl. EIU: Energy outlook 2024
47 vgl. ebenda
48 vgl. ebenda
49 vgl. VDMA: Jahres-Pressekonferenz 2023
50 vgl. VDMA: Maschinenbau: Prognosen international
51 vgl. PwC Maschinenbau-Barometer - Ausblick 2024
52 vgl. BDSV (2023): BDSV Schrottmarkt Marktkommentar Dezember 2023, 21. Dezember 2023
53 vgl. EUWID (2023): Recycling und Entsorgung, Ausgabe 51/52 2023, 19.12.2023
54 eigene Einschätzung
55 eigene Einschätzung
56 eigene Einschätzung
57 eigene Einschätzung
58 vgl. DVGW e.V.: Füllstände der Gasspeicher für Deutschland mit Reichweitenprognose
59 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
60 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
61 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
62 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
63 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
64 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023
65 vgl. BDG: Volkswirtschaft Februar 2023

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.622,00 13.285,00
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 361.716,00 409.268,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 695.894,00 335.642,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 206.585,00 209.657,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262.068,08 188.292,02
1.526.263,08 1.142.859,02
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.160.848,66 4.139.340,51
2. Beteiligungen 0,00 1.055,40
4.160.848,66 4.140.395,91
5.690.733,74 5.296.539,93
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
Waren 0,00 1.880,00
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 760.759,06 705.098,12
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 889.357,11 171.618,34
3. Forderungen gegen Gesellschafter 5.095.035,09 0,00
4. Sonstige Vermögensgegenstände 655.909,40 486.069,67
7.401.060,66 1.362.786,13
III. Guthaben bei Kreditinstituten 1.774.258,67 1.788.635,62
9.175.319,33 3.153.301,75
C. Rechnungsabgrenzungsposten 40.878,93 50.867,70
14.906.932,00 8.500.709,38

Passiva

31.12.2023
31.12.2022
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital 30.000,00 30.000,00
II. Kapitalrücklage 4.797.329,73 4.797.329,73
III. Verlust-/Gewinnvortrag -4.250.444,44 1.043.604,43
IV. Jahresüberschuss/-fehlbetrag 1.327.616,24 -5.294.048,87
1.904.501,53 576.885,29
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 714.825,00 735.380,00
2. Sonstige Rückstellungen 2.946.177,43 4.111.927,44
3.661.002,43 4.847.307,44
C. Verbindlichkeiten
1. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0,00 228.605,12
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 311.163,86 443.637,56
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 8.801.469,88 1.873.979,21
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern 0,00 13.886,91
5. Sonstige Verbindlichkeiten 228.794,30 516.407,85
(davon aus Steuern € 58.001,55; Vorjahr € 320.271,99)
(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit € 0,00; Vorjahr € 2.073,16)
9.341.428,04 3.076.516,65
14.906.932,00 8.500.709,38

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023

2023
2022
1. Umsatzerlöse 41.655.360,81 36.651.835,77
2. Sonstige betriebliche Erträge 8.630.076,78 4.672.411,91
3. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 34.626.756,64 30.230.191,98
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.396.576,09 867.166,26
4. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter 5.781.461,18 5.990.861,65
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 1.134.099,06 1.305.590,19
(davon für Altersversorgung € 10.570,96; Vorjahr € 45.207,52)
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 202.393,78 176.418,86
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 5.555.357,50 7.841.086,07
7. Erträge aus Beteiligungen 764,69 839,20
(davon aus verbundenen Unternehmen € 764,69; Vorjahr € 839,20)
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 42.171,15 11.689,21
(davon aus verbundenen Unternehmen € 32.459,10; Vorjahr € 11.689,21)
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 154.833,94 66.884,98
(davon an verbundene Unternehmen € 0,00; Vorjahr € 1.244,44)
10. Ergebnis vor sonstigen Steuern 1.476.895,24 -5.141.423,90
11. Sonstige Steuern 149.279,00 152.624,97
12. Jahresüberschuss/- fehlbetrag 1.327.616,24 -5.294.048,87

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

1. Allgemeine Angaben

Die Pleissner Guss GmbH hat ihren Sitz in Herzberg am Harz und ist eingetragen in das Handelsregister beim Amtsgericht Göttingen (HRB 205800).

Die Pleissner Guss GmbH ist zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2023 eine mittelgroße Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Der Jahresabschluss wird nach den Rechnungslegungsvorschriften für Kapitalgesellschaften des Handelsgesetzbuches (HGB) und den weiteren rechtsformspezifischen Vorschriften des GmbHG aufgestellt. Die Gesellschaft nimmt die größenabhängigen Erleichterungen des § 288 Abs. 2 HGB in Anspruch.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren nach § 275 Abs. 2 HGB aufgestellt.

Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

Im Interesse einer besseren Klarheit und Übersichtlichkeit werden die nach den gesetzlichen Vorschriften bei den Posten der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung anzubringenden Vermerke ebenso wie die Vermerke, die wahlweise in der Bilanz bzw. Gewinn- und Verlustrechnung anzubringen sind, weitestgehend im Anhang aufgeführt.

2. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, Währungsumrechnung

Entgeltlich von Dritten erworbene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden zu Anschaffungskosten aktiviert und ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer entsprechend linear, im Zugangsjahr zeitanteilig, abgeschrieben. Dabei wird entgeltlich erworbene EDV-Software über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 3 bis 5 Jahren abgeschrieben. Soweit die beizulegenden Werte einzelner immaterieller Vermögensgegenstände des Anlagevermögens ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen.

Das Aktivierungswahlrecht für selbstgeschaffene immaterielle Vermögensgegenstände im Sinne des § 248 Abs. 2 HGB wird nicht angewendet.

Sachanlagen sind mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, bei abnutzbaren Vermögensgegenständen abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, bewertet. Während Gebäude in Abhängigkeit von dem Jahr der Herstellung über eine Nutzungsdauer von bis zu 33 Jahren abgeschrieben werden, erfolgt die Abschreibung der übrigen Sachanlagen über einen Zeitraum von 5 bis 20 Jahren. Gebraucht erworbene Anlagegüter werden verkürzt abgeschrieben. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen im Zugangsjahr grundsätzlich zeitanteilig. Soweit die beizulegenden Werte einzelner Vermögensgegenstände ihren Buchwert unterschreiten, werden zusätzlich außerplanmäßige Abschreibungen bei voraussichtlich dauernder Wertminderung vorgenommen. Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen alle direkt dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten sowie notwendige Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten.

Geringwertige Anlagegüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten bis zu € 1.000,00 betragen, werden abweichend von den ertragsteuerlichen Regelungen im Zeitpunkt ihres Zugangs als Aufwand behandelt.

Bei den Finanzanlagen sind die Anteile an verbundenen Unternehmen, die Beteiligungen und die Wertpapiere zu Anschaffungskosten oder den niedrigeren beizulegenden Werten bewertet. Bei Wegfall der Gründe für die Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.

Unverzinsliche und niedrigverzinsliche Ausleihungen werden mit dem Barwert bzw. die übrigen Ausleihungen mit dem Nominalwert bilanziert.

Rückdeckungsversicherungen, durch die entsprechende Versorgungszusagen kongruent abgesichert sind, werden nach dem Deckungskapitalverfahren mit dem Erfüllungsbetrag der korrespondierenden Rückstellungen angesetzt (Passivprimat). Im Fall der Überversicherung wird der übersteigende Teil zum steuerlichen Aktivwert bewertet.

Die Rückdeckungsversicherungsansprüche sind im Rahmen eines Treuhandvertrags (CTA) an einen Treuhänder übertragen und werden daher nach § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit den Pensionsrückstellungen saldiert.

Die Vorräte sind zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips bewertet. Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und/oder niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, sind durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt. In allen Fällen wurde verlustfrei bewertet, d.h. soweit die voraussichtlichen Verkaufspreise abzüglich der bis zum Verkauf anfallenden Kosten zu einem niedrigeren beizulegenden Wert führen, wurden entsprechende Abwertungen vorgenommen.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Die Ermittlung der Anschaffungskosten bei den Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Waren erfolgt anhand des Durchschnittswertverfahrens.

Die Bewertung der unfertigen und fertigen Erzeugnisse erfolgt grundsätzlich zu Herstellungskosten. Die Herstellungskosten enthalten die aktivierungspflichtigen Bestandteile des § 255 Abs. 2 HGB.

Geleistete Anzahlungen werden in Höhe des Nominalwertes bilanziert.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennwert bzw. mit dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Bei Forderungen, deren Einbringlichkeit mit erkennbaren Risiken behaftet ist, werden angemessene Wertabschläge vorgenommen; uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben.

Zur Abdeckung des allgemeinen Kreditrisikos wird eine Pauschalwertberichtigung von 1,50 % auf die nicht delkredereversicherten und nicht bereits einzelwertberichtigten Nettoforderungen gebildet. Zur Abdeckung des Zinsrisikos wird darüber hinaus eine Pauschalwertberichtigung von 1,50 % auf die nicht einzelwertberichtigten Bruttoforderungen gebildet.

Durch Forderungsverkäufe im Rahmen von Factoring wird der Forderungsbestand gemindert, soweit ein Ankauf von angedienten Forderungen durch den Erwerber vorgenommen wurde. Kaufpreisabschläge aus Factoring wurden insoweit aktiviert, wie sie im Rahmen der Wertaufhellungsphase durch Zahlungen der Kunden sicher entstanden sind.

Die flüssigen Mittel sind zum Nennwert am Bilanzstichtag angesetzt.

Als aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind Auszahlungen vor dem Abschlussstichtag angesetzt, soweit sie Aufwand für einen bestimmten Zeitraum nach diesem Zeitpunkt darstellen.

Das gezeichnete Kapital wird zum Nennwert bilanziert.

Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr sind - bei Anwendung der Nettomethode - mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Erfolgswirkungen aus einer Änderung des Diskontierungszinssatzes werden im Finanzergebnis erfasst.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnung nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) unter Berücksichtigung der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck bewertet, wobei bei der Anwendung der Richttafeln ein unternehmensspezifischer Abschlag von 66 % bezüglich des Invaliditätsrisikos vorgenommen wurde. Die Verpflichtungen wurden mit einem geschätzten Zinssatz von 1,83 % für eine pauschale Laufzeit von 15 Jahren (§ 253 Abs. 2 Satz 2 HGB) abgezinst. Der von der Deutschen Bundesbank für den Monat Dezember 2023 veröffentlichte Marktzinssatz der vergangenen 15 Jahre beträgt 1,82 %. Zudem wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,50 % und Rentensteigerungen von jährlich 1,50 % zugrunde gelegt sowie eine Fluktuation in Höhe von 1,00 % p.a. unterstellt.

Bei verpfändeten oder im Rahmen eines Treuhandvertrags (CTA) an einen Treuhänder übertragenen Ansprüchen aus Rückdeckungsversicherungen (Deckungsvermögen) wurden diese mit bestehenden Verpflichtungen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeit werden nach Maßgabe des Blockmodells gebildet. Die Bewertung der Rückstellungen für Altersteilzeit erfolgt unter Zugrundelegung eines individuellen Rechnungszinssatzes und auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Heubeck nach versicherungsmathematischen Grundsätzen. Es wurden jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 2,50 % zugrunde gelegt. Die Rückstellungen für Altersteilzeit enthalten Aufstockungsbeträge und bis zum Bilanzstichtag aufgelaufene Erfüllungsverpflichtungen.

Die Garantie- und Gewährleistungsrückstellungen umfassen neben pauschalen alle erkennbaren Einzelrisiken.

Rückstellungen für unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen werden gebildet, soweit diese voraussichtlich in den ersten drei Monaten des Folgejahres ausgeführt werden.

Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Geschäftsvorfälle in fremder Währung werden grundsätzlich mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt der Erstverbuchung bzw. bei bestehender Bewertungseinheit zum Sicherungskurs erfasst. Nicht in Bewertungseinheiten einbezogene Bilanzposten werden zum Stichtag wie folgt bewertet:

Langfristige Fremdwährungsforderungen werden zum Devisenbriefkurs bei Entstehung der Forderung oder zum niedrigeren beizulegenden Wert, unter Zugrundelegung des Devisenkassamittelkurses am Abschlussstichtag, angesetzt (Imparitätsprinzip). Kurzfristige Fremdwährungsforderungen (Restlaufzeit von einem Jahr oder weniger) sowie liquide Mittel oder andere kurzfristige Vermögensgegenstände in Fremdwährungen werden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Latente Steuern werden auf die Unterschiede in den Bilanzansätzen der Handelsbilanz und der Steuerbilanz angesetzt, sofern sich diese in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf die bestehenden körperschaft- und gewerbesteuerlichen Verlustvorträge gebildet, soweit innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Verlustverrechnung zu erwarten ist. Aktive und passive latente Steuern werden saldiert ausgewiesen. Im Falle eines Aktivüberhangs der latenten Steuern zum Bilanzstichtag wird von dem Aktivierungswahlrecht des § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB kein Gebrauch gemacht. Der Berechnung der latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 30,00 % zugrunde (15,825 % für die Körperschaftsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und 14,175 % für die Gewerbesteuer).

Zum Bilanzstichtag ergibt sich nach Saldierung der aktiven und passiven latenten Steuern (Gesamtdifferenzenbetrachtung) ein Aktivüberhang der latenten Steuern, so dass sich aufgrund der Nichtausübung des Aktivierungswahlrechts insgesamt kein Ausweis latenter Steuern in der Bilanz ergibt.

Die den Saldierungsbereich betreffenden aktiven und passiven latenten Steuern resultieren aus folgenden temporären Differenzen:

Bilanzposten Passive latente Steuer Aktive latente Steuer
Sachanlagevermögen X
Finanzanlagen X
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen X
Sonstige Rückstellungen X

3. Erläuterungen zur Bilanz

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im (Brutto-)Anlagenspiegel (Bestandteil des Anhangs) dargestellt.

Sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren in Höhe von T€ 866 (Vorjahr T€ 0) aus dem Finanzverkehr und im Übrigen aus Lieferungen und Leistungen.

Die Forderungen gegen Gesellschafter entfallen wie im Vorjahr ausschließlich auf verbundene Unternehmen und resultierten in Höhe von T€ 5.200 (Vorjahr T€ 0) aus einem Kostenzuschuss der Georgsmarienhütte Holding GmbH und im Übrigen aus Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.

Der sich aus der Anwendung des § 253 Abs. 6 HGB in Bezug auf die Abzinsung der Pensionsrückstellungen mit der Verlängerung des Durchschnittsbildungszeitraums von sieben auf zehn Jahre ergebende Unterschiedsbetrag beträgt zum 31. Dezember 2023 T€ 13. Zum Bilanzstichtag greift eine hieraus resultierende Ausschüttungssperre nicht, da ausreichend frei verfügbare Rücklagen (Gewinn- und Kapitalrücklagen) vorhanden sind.

Bei den Pensionsrückstellungen sind Verrechnungen mit Deckungsvermögen gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB vorgenommen, die sich wie folgt zusammensetzen:

Verrechnete Vermögensgegenstände (Deckungsvermögen) Rückdeckungsversicherung
Historische Anschaffungskosten T€ 550
Beizulegender Zeitwert T€ 655
Verrechnete Erträge aus dem Deckungsvermögen T€ 8
Verrechnete Verpflichtungen Versorgungszusagen Pensionen
Erfüllungsbetrag T€ 655
Verrechnete Aufwendungen in Form von Zinszuführungen zu den Altersversorgungsrückstellungen T€ 8

Erträge aus dem Deckungsvermögen (T€ 8) wurden mit Aufwendungen aus der Aufzinsung (T€ 15) und Erträgen aus Änderungen des Abzinsungssatzes (T€ 5) gemäß § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB saldiert. Nach Saldierung verbleibt hieraus unter dem Posten 'Zinsen und ähnliche Aufwendungen' ein Restsaldo in Höhe von T€ 3.

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Drohende Verluste aus der Abwicklung von Liefer- und Leistungsverträgen 1.130 1.770
Freiwillige und tarifliche Verpflichtungen aus Arbeitszeitverträgen 871 1.871
Gewährleistungsverpflichtungen 274 180
Verpflichtungen aus Rechnungsnachläufen 246 203
Unterlassene Instandhaltung 245 0
Boni und Rabatte 143 52
Sonstige 37 36
2.946 4.112

Sämtliche Verbindlichkeiten sind wie im Vorjahr innerhalb eines Jahres fällig.

Für die ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen am Bilanzstichtag keine Angabe pflichtigen Sicherheiten.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Gesellschaftern, die ebenfalls ausschließlich gegenüber verbundenen Unternehmen bestehen, resultieren wie im Vorjahr aus Lieferungen und Leistungen.

4. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Umsatzerlöse setzen sich nach geographisch bestimmten Märkten wie folgt zusammen:

2023
T€
2022
T€
Deutschland 21.260 21.756
Restliches Europa 19.695 13.177
Asien 627 1.719
Amerika 74 0
41.655 36.652

Nach Tätigkeitsbereichen gegliedert ergeben sich Umsatzerlöse wie folgt:

2023
T€
2022
T€
Oil, Gas & Mooring 20.287 15.522
Maschinenbau Allgemein 4.614 3.565
Bahntechnik 2.779 1.562
Power Generation 2.070 5.030
Oil Tools 849 306
Baumaschinen 340 363
Militär 124 184
Umsatzerlöse Kerngeschäft (Außenumsatzerlöse) 31.063 26.532
Sonstige Dienstleistungen 10.592 10.120
41.655 36.652

Die Umsätze aus sonstigen Dienstleistungen sind durch die Berechnung von Leistungen der Mechanischen Bearbeitung und anderen Dienstleistungen der Pleissner Guss GmbH an die Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co KG begründet.

Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung aus Kostenzuschüssen seitens der Gesellschafterin (T€ 5.500, Vorjahr T€ 3.650) und der Auflösung von Rückstellungen für Restrukturierung (T€ 1.118; Vorjahr T€ 0). Weiterhin sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (T€ 62; Vorjahr T€ 9), aus Wertberichtigungen auf Forderungen (T€ 1; Vorjahr T€ 111) und sonstige periodenfremde Erträge (T€ 51 (Vorjahr T€ 225) enthalten.

Im Vorjahr enthielt der Personalaufwand Erträge von außergewöhnlicher Bedeutung aus der erstmaligen Anwendung des IDW RH RAB 1.021 in Höhe von T€ 115.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von T€ 19 (Vorjahr T€ 293). Im Vorjahr waren Aufwendungen von außergewöhnlicher Bedeutung aus Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von T€ 1.933 enthalten.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge beinhalten Erträge aus Änderungen des Abzinsungssatzes in Höhe von T€ 2 (Vorjahr T€ 0).

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beinhalten Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen in Höhe von T€ 13 (Vorjahr T€ 11) und Aufwendungen aus Änderungen des Abzinsungssatzes von T€ 0 (Vorjahr T€ 13).

5. Bewertungseinheiten

Sofern die Voraussetzungen hierfür vorliegen, werden bei der Absicherung von Grundgeschäften durch derivative Finanzinstrumente Bewertungseinheiten i. S. d. § 254 HGB gebildet. Die Wirksamkeit (Effektivität) der Sicherungsbeziehungen wird grundsätzlich anhand der Critical Terms Match Methode (Übereinstimmung der bewertungsrelevanten Parameter von Grund- und Sicherungsgeschäft) prospektiv festgestellt und zu jedem Bilanzstichtag überprüft. Zur bilanziellen Abbildung der wirksamen Teile der gebildeten Bewertungseinheiten wird die sog. Einfrierungsmethode (kompensatorische Bewertung) angewendet. Die Ermittlung der Marktwerte erfolgte nach der Mark-to-Market Methode.

Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos der variablen Finanzierungskosten beim Factoring (Grundgeschäft) wurden Zins-Caps (Sicherungsgeschäft) abgeschlossen und mit dem Grundgeschäft zu einer Portfolio-Bewertungseinheit zusammengefasst. Das abgesicherte Nominalvolumen des Grundgeschäfts beträgt T€ 2.000 und resultiert aus den monatlich verkauften Forderungen. Zur Ermittlung der prospektiven und retrospektiven Effektivität wurde in diesem Fall die Discounted Cashflow Methode herangezogen. Hierbei werden auf Basis aktueller Marktdaten (Zinsstrukturkurve) ausstehende Cashflows aus dem Derivat gemäß gängiger finanzmathematischer Modelle berechnet und anschließend diskontiert. Zur Berechnung der Effektivität wurden die Clean Values herangezogen. Die Sensitivitäten berechnen sich aus einer Parallelverschiebung der Zinskurve um jeweils 100BPS in beide Richtungen. Die Marktwerte dieser derivativen Finanzinstrumente liegen zum Stichtag um insgesamt T€ 0 über den fortgeführten Buchwerten der aktivierten Prämien und um insgesamt T€ 13 darunter. Hinsichtlich der unter dem fortgeführten Buchwert liegenden Marktwerte wurde für den effektiven Teil der Bewertungseinheit auf die Vornahme einer außerplanmäßigen Abschreibung der aktivierten Prämie verzichtet. Für den ineffektiven Teil war im Geschäftsjahr eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von T€ 0 vorzunehmen.

6. Sonstige Angaben

a) Haftungsverhältnisse und Eventualverpflichtungen

Es bestehen Eventualverbindlichkeiten aus dem Entfall tariflicher Sonderzahlungen für die Jahre 2018 bis 2023 (T€ 1.169, Vorjahr T€ 1.104) im Zusammenhang mit dem Standortentwicklungstarifvertrag vom 15.10.2018, modifiziert am 9. September 2020 und am 28. Juni 2022. Die Geschäftsführung geht aufgrund der Beschaffenheit des Tarifvertrags in Bezug auf den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen davon aus, dass die Umstände, die zu einem Wiederaufleben der Verbindlichkeiten führen könnten, nicht eintreten werden und mit einer Inanspruchnahme nicht zu rechnen ist.

b) Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Geschäfte

Am Bilanzstichtag bestehen folgende finanzielle Verpflichtungen:

31.12.2023
T€
31.12.2022
T€
Bestellobligo schwebende Verpflichtungen im Zusammenhang mit begonnenen Investitionsvorhaben 185 440
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen 1.965 2.170
2.150 2.610

Von den Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen entfallen T€ 1.507 (Vorjahr T€ 1.696) auf einen Mietvertrag mit dem verbundenen Unternehmen GMH Grundstücks GmbH & Co. KG, Georgsmarienhütte, für die Nutzung des Betriebsgeländes in Herzberg am Harz. Der jährliche Mietzins beläuft sich auf T€ 188.

Der Einsatz von Miet- und Leasingverträgen dient der Verbesserung der Bilanzstruktur sowie der Verteilung des Liquiditätsabflusses über mehrere Perioden. Die Abflüsse liquider Mittel stellen dabei sowohl ein Risiko als auch einen Vorteil dar.

Die Gesellschaft verkauft Forderungen im Rahmen von Factoring. Mit diesem Programm werden die Liquidität und der Finanzmittelfonds gestärkt, Finanzierungskosten reduziert und die latenten Ausfallrisiken im Forderungsbestand an den Erwerber übertragen. Zum Bilanzstichtag sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von T€ 3.967 (Vorjahr T€ 4.191) veräußert. Die von der Factoringbank noch nicht gezahlten Kaufpreiseinbehalte (Sperrkonto) belaufen sich zum Bilanzstichtag auf T€ 535 (Vorjahr T€ 467) und sind in Höhe von T€ 12 (Vorjahr T€ 6) wertberichtigt.

c) Geschäfte mit nahestehenden Personen

Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen, die der Angabepflicht des § 285 Nr. 21 HGB unterliegen, lagen im Geschäftsjahr 2023 nicht vor.

d) Arbeitnehmer

Es waren ohne Auszubildende durchschnittlich beschäftigt:

2023 2022
Gewerbliche Arbeitnehmer 66 68
Angestellte 31 34
97 102

e) Geschäftsführung

Die Geschäftsführung setzt sich wie folgt zusammen:

 

Dr. Tobias Dubberstein, Leipzig

Plant Director

 

Il-Kyu Lee, Nidderau (bis 31. Januar 2024)

Geschäftsführer Vertrieb, CSO der GMH Gruppe

 

Mathias Hölscher, Pellworm (bis 30. Juni 2023)

Kaufmännischer Geschäftsführer, CFO der GMH Gruppe

Die Herren Hölscher und Lee haben für ihre Geschäftsführertätigkeit in der Gesellschaft keine Bezüge erhalten.

Hinsichtlich der Angaben zu den Bezügen der Geschäftsführung sowie der ehemaligen Geschäftsführer nehmen wir die Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB in Anspruch.

f) Gesamthonorar des Abschlussprüfers

Auf die Angabe des von dem Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr berechneten Gesamthonorars gemäß § 285 Nr. 17 HGB wird verzichtet, da die Angabe im Konzernabschluss der Georgsmarienhütte Holding GmbH, Georgsmarienhütte, enthalten ist.

g) Angaben zum Anteilsbesitz

Die Gesellschaft besitzt unmittelbar an folgenden Unternehmen mindestens 20 % der Anteile:

Anteil am Kapital Eigenkapital 31.12.2023 Ergebnis 2023
unmittelbar
%
mittelbar
%
T€ T€
Pleissner Beteiligungs GmbH, Herzberg am Harz 100,0 0,0 16 -2
Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG, Herzberg am Harz 99,9 0,1 4.114 1
Steel and Casting Services Sp. z o.o., Lublin, Polen 100,0 0,0 -651 -674

Die Gesellschaft fungiert als alleinige persönlich haftende Gesellschafterin der Pleissner Guss Gießerei GmbH & Co. KG, Herzberg am Harz.

h) Konzernverhältnisse

Die Gesellschaft wird als Tochterunternehmen in den Konzernabschluss der Georgsmarienhütte Holding GmbH mit Sitz in Georgsmarienhütte, die den Konzernabschluss für den kleinsten und größten Kreis von Unternehmen aufstellt, einbezogen. Der Konzernabschluss der Georgsmarienhütte Holding GmbH ist beim Betreiber des Unternehmensregisters elektronisch einzureichen und im Unternehmensregister bekannt machen zu lassen.

Die Pleissner Guss GmbH nimmt die Befreiung von der Verpflichtung zur Aufstellung eines eigenen Teilkonzernabschlusses gemäß § 291 HGB in Anspruch.

i) Nachtragsbericht

Umstände bzw. Ereignisse, die einen Nachtragsbericht erforderlich machen, liegen nicht vor.

j) Ergebnisverwendung

Die Geschäftsführung schlägt vor, den Jahresüberschuss von T€ 1.328 sowie den Verlustvortrag von T€ -4.250 vollständig auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Herzberg am Harz, den 23. Februar 2024

Pleissner Guss GmbH

Dr. Tobias Dubberstein

Entwicklung des Anlagevermögens

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2023
Zugang
Abgang
Umbuchung
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.621.278,74 0,00 0,00 0,00 2.621.278,74
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 1.108.359,82 3.329,55 0,00 0,00 1.111.689,37
2. Technische Anlagen und Maschinen 5.124.428,19 427.594,45 0,00 22.500,00 5.574.522,64
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.384.851,19 109.195,69 65.000,00 0,00 1.429.046,88
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 188.292,02 96.276,06 0,00 -22.500,00 262.068,08
7.805.931,22 636.395,75 65.000,00 0,00 8.377.326,97
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 5.995.987,96 21.508,15 0,00 6.017.496,11
2. Beteiligungen 1.055,40 0,00 1.055,40 0,00 0,00
5.997.043,36 21.508,15 1.055,40 0,00 6.017.496,11
16.424.253,32 657.903,90 66.055,40 0,00 17.016.101,82
Abschreibungen
01.01.2023
Zugang
Abgang
31.12.2023
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 2.607.993,74 9.663,00 0,00 2.617.656,74
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 699.091,82 50.881,55 0,00 749.973,37
2. Technische Anlagen und Maschinen 4.788.786,19 89.842,45 0,00 4.878.628,64
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 1.175.194,19 52.006,78 4.739,09 1.222.461,88
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0,00 0,00 0,00 0,00
6.663.072,20 192.730,78 4.739,09 6.851.063,89
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 1.856.647,45 0,00 0,00 1.856.647,45
2. Beteiligungen 0,00 0,00 0,00 0,00
1.856.647,45 0,00 0,00 1.856.647,45
11.127.713,39 202.393,78 4.739,09 11.325.368,08
Restbuchwerte
31.12.2023
31.12.2022
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.622,00 13.285,00
II. Sachanlagen
1. Bauten auf fremden Grundstücken 361.716,00 409.268,00
2. Technische Anlagen und Maschinen 695.894,00 335.642,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 206.585,00 209.657,00
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 262.068,08 188.292,02
1.526.263,08 1.142.859,02
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4.160.848,66 4.139.340,51
2. Beteiligungen 0,00 1.055,40
4.160.848,66 4.140.395,91
5.690.733,74 5.296.539,93

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die Pleissner Guss GmbH, Herzberg am Harz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pleissner Guss GmbH, Herzberg am Harz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pleissner Guss GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Osnabrück, den 23. Februar 2024

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Dr. Achim Lienau, Wirtschaftsprüfer

ppa. Philipp Bußmann, Wirtschaftsprüfer

Der Jahresabschluss zum 31.12.2023 wurde am 18.04.2024 festgestellt.

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