Stammdaten

Register
Amtsgericht Jena HRB 508399
Eingetragen
5.10.2012
Branche
Herstellung von elektronischen Bauelementen a. n. g.Herstellung von Geräten der UnterhaltungselektronikHerstellung von bestückten Leiterplatten
Gegenstand
Herstellung und Vertrieb von Halbleitern, insbesondere von MEMS mit CMOS-Halbleiterbauelementen

Finanzübersicht

Historie

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Management

NameRolle
Markus Ackermann
seit 11.12.2020
Prokura
Geschäftsführer
Rudi De Winter
seit 11.12.2020
Prokura
Volker Herbig
seit 11.12.2020
Prokura
Alba Gina Morganti
seit 20.11.2017
Prokura

Wirtschaftlich Berechtigte

0.00% identifiziert100.00% ungelöst

Ungelöste Beteiligungen (1)

NameAnteil
X-FAB Silicon Foundries SEBEL
100.00%

Gesellschafter

1 Gesellschafter

GmbH-Struktur

X-FAB Silicon Foundries SE
Belgium
25.000 €
100.00%

Bilanzkonten

Gewinn- und Verlustrechnung

Posten

Konzern- und Jahresabschlüsse

X-FAB MEMS Foundry GmbH

Erfurt

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023

A. Grundlagen des Unternehmens

1. Geschäftsmodell des Unternehmens

Die X-FAB MEMS Foundry GmbH (kurz: X-FAB MEMS Foundry) ist ein auf die Fertigung von integrierten MEMS-Schaltkreisen spezialisiertes Unternehmen (Pure-Play MEMS-Foundry). Sie wurde 2012 gegründet, um ihren Kunden innovative MEMS-Technologien, umfassenden Design- und Engineering-Support sowie eine flexible und schnelle Volumenfertigung zur Verfügung zu stellen. Es stehen sowohl eigene MEMS-Technologieplattformen zur Verfügung als auch die Möglichkeit, kundenspezifische Fertigungsprozesse zu installieren, dies sowohl auf 6-Zoll- als auch auf 8 Zoll-Wafern. Die Anwendungsgebiete von MEMS (Micro-Electro-Mechanical-Systems) sowie der Technologien zur Herstellung dieser sind extrem vielfältig und reichen von Beschleunigungs- und Drehsensoren bis hin zu Sensoren für biomedizinische Anwendungen.

Die Hauptkunden sind in den Branchen Automobil und Medizin tätig.

X-FAB MEMS Foundry geht aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen MEMS-Produkten kombiniert mit dem Angebot eigener Open-Plattform-Technologien sowie der Möglichkeit, sowohl auf 6-Zoll- als auch auf 8-Zoll-Wafergröße zu fertigen, davon aus, sich klar von ihren Wettbewerbern abgrenzen zu können. Die Gesellschaft ist bestrebt, solides Fachwissen zu MEMS-Prozesstechnologien mit exzellentem Service, ständiger Erreichbarkeit und erstklassiger technischer Unterstützung zu kombinieren. Diese Eckpfeiler erlauben es der X-FAB MEMS Foundry, die Abläufe der Produktentwicklung und die Lieferkette für die Halbleiterprodukte ihrer Kunden optimal zu gestalten. X-FAB MEMS Foundry investiert in den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen, die auf Stabilität, Zuverlässigkeit und dem Vertrauen in die Fachkenntnisse des Unternehmens basieren. Neben der eigentlichen Fertigung sind wir bestrebt, unseren Kunden während des gesamten Produktentwicklungszyklus hervorragende technische Unterstützung sowie schnellen, unkomplizierten und flexiblen Foundry-Zugang zu bieten. Von der ersten Entwicklungsphase bis hin zur Serienfertigung garantieren wir einen umfassenden Online-Support mit Zugriff auf technische Dokumentationen, Prozess-Design-Kits, Electronic Design Automation und den aktuellen Produktstatus in den Fertigungslinien.

2. Forschung und Entwicklung

Die übergeordneten Vorgaben für die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der X-FAB MEMS Foundry sind aus der globalen F&E-Strategie der X-FAB-Gruppe abgeleitet. Damit werden wichtige Beiträge zur Umsetzung der Produktmarketingstrategie im Bereich "More-than-Moore Technologien" geleistet. Neben der Entwicklung von Sensortechnologien umfasst dies auch Prozesse für die 3D und Wafer Level Integration sowie in Zukunft Wafer-level packaging (WLP).

Der Kern der Geschäftstätigkeit der X-FAB MEMS Foundry ist die Entwicklung und die Herstellung von mikroelektromechanischen Systemen sowie daraus abgeleiteten Verfahrenstechnologien. Dabei werden durch die X-FAB MEMS Foundry eigene Technologieplattformen - sogenannte Open Platform Processes (OPP) - entwickelt und am Markt angeboten. Einen wesentlichen Anteil am gesamten MEMS-Markt stellt jedoch die Auftragsfertigung von kundenspezifischen Prozessketten dar. Dies ist innerhalb der X-FAB MEMS Foundry durch das CUSP-Geschäftsmodell abgebildet (Customer Specific Process). Die CUSP-Technologien werden durch Entwicklungsprojekte oder Transferprojekte als Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Kundenauftrag durchgeführt. Ein wesentliches Merkmal dieser CUSP-Technologien ist eine sehr enge Kundenbeziehung durch kundenspezifische Anpassungen des technologischen Prozesses, wodurch ein höherer Kundennutzen durch individuelle Anpassung der Produkteigenschaften erzielt werden kann. Es entsteht aber auch eine Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung des Kunden bzw. seines Produktes. Ferner sind Entwicklungsinhalt, Entwicklungsziel, Zeitplanung sowie wesentliche Projektentscheidungen in der Regel durch den Kunden vorgegeben.

Das äußerst dynamische Marktumfeld erfordert schnelle Entwicklungs- und Produktentwicklungszyklen sowie eine mit dem Kunden als Produkteigner abgestimmte Vorgehensweise bei Entwicklungs- und Fertigungsaktivitäten. Um die Aktivitäten innerhalb der X-FAB-Gruppe im Bereich MEMS zu bündeln und zu intensivieren, ist seit 2014 die Business Unit (BU) MEMS installiert, welche die Bereiche Technologieentwicklung, Marketing sowie Geschäftsentwicklung vereint. In 2023 erfolgte die Umbenennung in BU Microsystems. Diese Umbenennung reflektiert die gestiegene Bedeutung der Systemintegration Anwendungen im Kunden - und Projektportfolio.

Insbesondere das Anbieten komplexer Technologiedienstleistungen, das zielgerichtete Ausführen der Prozessimplementierung sowie die Optimierung des Fertigungsportfolios stehen im Zentrum des Aufgaben- und Kompetenzbereiches der BU Microsystems. Der Bereich Forschung und Entwicklung wurde in 2015 in die sechs Fachgruppen Sensors, Acoustics, 3D-Packaging, Advanced Materials, Enhanced Functionality und Design-Test-Simulation unterteilt. Dies ermöglicht eine weitere Vertiefung der Expertise und Spezialisierung der Arbeitsgruppen auf Produkte und Applikation. Im Jahr 2017 wurden die Fachgruppen Advanced Materials und Enhanced Functionality zur Gruppe Functions und Materials zusammengelegt, um die Aktivitäten in den grundlagennahen Entwicklungen zu bündeln. Im Jahr 2020 wurden die Fachgruppen 3D-Packaging und Acoustic zu der Gruppe MEMS Core Technology zusammengeführt und die Mitglieder der Gruppe Design-Test-Simulation den existierenden Gruppen in Erfurt und Itzehoe zugeordnet.

In der X-FAB MEMS Foundry Erfurt sind im Berichtsjahr Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 7,7 Mio. EUR angefallen (Vj. 4,9 Mio. EUR). Der wesentliche Grund für diesen signifikanten Anstieg liegt im erhöhten Materialaufwand für einen spezifischen Prozess, der mit einer hohen Waferanzahl noch dem Entwicklungsstadium zuzuordnen ist, von 2,8 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio EUR). Im Berichtszeitraum waren im Bereich der Forschung und Entwicklung durchschnittlich 30 Mitarbeiter beschäftigt (Vj. 26).

Die hauptsächlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in 2023 waren:

Inertialsensorik: Fertigungsfreigabe von bestehender OPP Technologien für 3D-Inertialsensoren (XMB10) in Erwartung des Fertigungshochlaufes.

Fertigungshochlauf einer Technologie für hoch pixelierte Automobilscheinwerfer

Drucksensorik: Optimierung bestehender OPP Technologien für Drucksensoren, (XMS30, XMB30, XH035) und kundenspezifische Erweiterungen (MM10, MMS10, und PMS30) mit Fortführung der Entwicklung für Automobilanwendungen. Im Fokus standen kleinere und somit kostengünstigere Drucksensoren für die Kunden.

TSV (through-silicon via) Technologie: Die Siliziumdurchkontaktierung ermöglicht neue Ansätze in der waferbasierten Aufbau- und Verbindungstechnik und kann als modulare Ergänzung für MEMS wie auch CMOS-Technologien eingesetzt werden. Die Einzelprozessoptimierung für Teile der gesamten Prozesskette wurden in Vorbereitung der Volumenproduktionen einem Stresstest unterzogen.

Neben den vorhandenen Kundenprojekten wurden zwei weitere Projekte akquiriert. Es befinden sich somit vier Projekte in der Industrialisierungsphase, welche die Kapazität der TSV Line perspektivisch vollständig auslasten werden.

µTP: Im Bereich µTransferprinting wurde das Anwendungsgebiet in Richtung Hallsensorik bzw. Photonics erweitert. Entsprechende Förderprojekte wurden bewilligt oder sind in der Antragsphase. Dazu wurde eine Roadmap für die photonische Systemintegration erarbeitet.

Die weitere Ausrichtung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in 2024 ist fokussiert auf:

Die Nutzung der X-FAB MEMS Foundry in der Vorproduktion und Fertigungshochlauf für ein spezielles, komplexes, hochintegriertes Kundenprojekt im Automobilbereich.

Aufbau einer Fertigungslinie für Temperatursensoren der 2. Generation für mobile Anwendungen.

Fertigungsfreigabe der nächsten Generation für Inertial Sensorik für einen Leitkunden.

Die Akquise von CUSP-Projekten mit einem Geschäftspotential > 1 Mio. EUR pro Jahr.

Einstellung und Qualifizierung von Fachpersonal zur Erreichung der Ziele.

Produktionsstart von weiteren Technologien.

Im Bereich µTP: Start von internen und externen Kundenprojekten.

Entwicklung einer Roadmap für Wafer-level packaging.

Abstimmung mit nationalen und internationalen Research und Technology Organisationen (RTO)


Auch im Jahr 2023 kooperierte die X-FAB MEMS Foundry erfolgreich mit Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstituten und Industriepartnern und beteiligte sich insgesamt an fünf öffentlich geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten auf Bundes- und EU-Ebene. Bei einem dieser fünf Projekte handelt es sich um ein großes EU-Förderprojekt das im Jahr 2023 gestartet wurde und im Bereich der integrierten Photonik angesiedelt ist.

F&E-Mitarbeiter der Gesellschaft waren im Jahr 2023an einem erteilten Patent als Erfinder beteiligt.

B. Wirtschaftsbericht

1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Halbleiter oder Chips sind laut Anlageexperten zum "strategisch vielleicht wichtigsten Rohstoff" der Weltwirtschaft geworden. Sie spielen eine entscheidende Rolle im Rahmen der Energietransformation und beim rasanten technischen Fortschritt. Autos, Roboter, Waschmaschinen: Industrie und Privathaushalte sind im Alltag längst von Chips abhängig. Die Nachfrage nach den Bauteilen ist damit auch ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Die jüngsten Vorhersagen für die Halbleiterindustrie sind ermutigend: "Im zweiten Halbjahr 2024 geht es voraussichtlich wieder aufwärts", sagt Ondrej Burkacky, Chipexperte der Beratungsgesellschaft McKinsey. [Onlineportal: Wallstreet Online 12/23]
Seit Beginn der COVID-Pandemie waren die Einnahmen der Chipproduzenten weltweit in die Höhe geschnellt, da Bauteile für den Endverbraucher für Computer und Mobiltelefone weltweit begehrt waren wie nie. Mit dem Ende der Pandemie brach der Bedarf für Produkte dieser Marktbereiche ein: 2023 ist der Umsatz Gartner zufolge um knapp elf Prozent auf 534 Milliarden gesunken. Konsumenten und Firmen haben gespart, auch wegen der zahlreichen Krisen und der hohen Inflation. Gartner-Chipspezialist Alan Priestley: "Die geringere Nachfrage an Smartphones und PCs sowie die schwächelnden Ausgaben für Rechenzentren drücken auf den Umsatz." [Onlineportal: Handelsblatt 12/23]
Laut einer Prognose von Gartner, Inc. aus dem Jahr 2022 sollten die weltweiten Halbleiterumsätze im Jahr 2023 um 3,6 Prozent zurückgehen. Ein 2023 aktualisierter Ausblick von Gartner, Inc. korrigierte den erwarteten Halbleiterumsatz für 2023 auf 534 Milliarden Dollar. Das sind 10,9 Prozent weniger als im Jahr 2022 und liegt damit deutlich unterhalb der Voraussage aus Gartners ersten Prognose. 2024 soll die Branche laut Gartner weltweit 624 Milliarden Dollar umsetzen. Das würde einem Wachstum von 17 Prozent entsprechen. [Onlineportal: ZDNET 12/23]
Die Erholung des Markts im Jahr 2024 soll für alle Arten von Chips gelten. Das größte Wachstum sagen die Marktforscher für Speicherchips voraus. Nach einem Minus von 38,8 Prozent in diesem Jahr soll es 2024 für ein Wachstum von mehr als 66 Prozent reichen. Die Umsatzsteigerungen werden aber nicht nur durch höhere Verkaufszahlen, sondern auch durch Preisanstiege ermöglicht: Der mit DRAM-Speicherbausteinen erzielte Umsatz soll um 88 Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar steigen. Allerdings ist dieses Marksegment für die Geschäftsbereiche der X-FAB wenig relevant und spiegelt eher die zu erwartende Lage am gesamten Halbleitermarkt wider.

Dies gilt ebenfalls für einen weiteren Wachstumsmarkt, den Gartner für den Computingbereich für Server für KI-Anwendungen beschreibt. [Onlineportal: ZDNET 12/23]
Das Marktforschungsinstitut IDC geht davon aus, dass die Halbleiterindustrie eine neue Wachstumswelle einläuten wird. Insgesamt soll sich der weltweite Halbleitermarkt in 2024, durch die nachfolgend erläuterten Megatrends getrieben, weiter erholen. Zu den Halbleiterprodukten gehören logische integrierte Schaltkreise (IC), analoge ICs, Mikroprozessor- und Mikrocontroller-ICs sowie Speicher. Die Megatrends werden wie folgt beschrieben:

1.

werde sich der Halbleiterabsatzmarkt im Jahr 2024 mit einer jährlichen Wachstumsrate von 20 Prozent erholen. Der Lagerabbauprozess in der Lieferkette setzt sich aufgrund der schwachen Marktnachfrage fort.

2.

sollen ADAS (Advanced Driver Assistance System) und Infotainment die Marktentwicklung für Automobilhalbleiter vorantreiben.

3.

hat unter dem Einfluss des US-Verbots China seine Produktionskapazität für die Halbleiterfertigung drastisch erweitert. Um die Kapazitätsauslastung aufrechtzuerhalten, bietet die chinesische Industrie weiterhin Vorzugspreise an, was voraussichtlich Druck auf "nichtchinesische" Foundries ausüben wird, was sich aufgrund des Technologie-Embargos auch auf Produktionsfertigkeiten in den älteren Prozesstechnologien auswirken wird.

4.

soll die CAGR des 2,5/3D-Verpackungsmarktes von 2023 bis 2028 voraussichtlich 22 Prozent betragen, da moderne kosten- und platzsparende Verpackungstechnologien immer weiter an Bedeutung gewinnen.


[Onlineportal: IT-Times.de 12/23]
Ein spezifischer Blick auf die relevanten Bereiche der Halbleiter- und Integrationsprozesse der X-FAB MEMS Foundry unter Betrachtung der Anwendungsbranchen Automobil, Industrie und Medizintechnik ist daher erforderlich.

Die Fertigungskapazitäten in diesen Bereichen bleiben durch jahrelange gebremste Re-Investitionen bis auf Weiteres knapp. Die Automotive-Industrie musste in den letzten Jahren mit Lieferengpässen kämpfen. "Für 2023 schätzen wir, dass weltweit fast 86 Mio. PKWs verkauft wurden. Das entspricht einem Anstieg von 8,9 Prozent gegenüber 2022, wobei die Nachfrage nach Neufahrzeugen von Produktionssteigerungen dank einer normalisierenden Supply-Chain profitieren konnte […] und übertrifft damit die Erwartungen in mehreren Regionen, was auf den Aufbau von Lagerbeständen zurückzuführen ist.", sagte Jeremie Bouchaud, Director for Autonomy, E/E & Semiconductor bei S&P Global Mobility in einem Interview für elektronic-net. [Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Jeremie Bouchaud, Director for Autonomy, E/E & Semiconductor bei S&P Global Mobility, führt im gleichen Interview aus: "Für 2024 erwarten wir, dass die Anzahl der verkauften PKWs nur noch um 2,8 Prozent steigen wird. Wir sind eher skeptisch, was die Aussichten auf eine weitere Erholung im Jahr 2024 angeht. Wir glauben, dass die Nachfrage nach Neufahrzeugen auf der Verbraucherseite durch höhere Fahrzeugpreise und schlechtere Kredit- und Darlehensbedingungen negativ beeinträchtigt wird. In unsere Prognose für 2024 sind viele Faktoren eingeflossen, einschließlich höherer Zinssätze, eine Verbesserung der Lieferketten, größere Probleme in Hinblick auf die Bezahlbarkeit der Fahrzeuge, hohe Neuwagenpreise, eine schwankende Zuversicht auf der Verbraucherseite, Bedenken hinsichtlich der Energiepreise und -versorgung, Risiken bei der Kreditvergabe oder anhaltende Wachstumsprobleme bei der Elektrifizierung. Dazu kommt aus unserer Sicht noch ein weiteres großes Problem, nämlich die Frage, wie sich die »natürliche« Nachfrage nach E-Fahrzeugen weiterentwickeln wird, wenn die Regierungen ihre interventionistische Förderpolitik zurückfahren." [Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Als Konsequenz ist deshalb für 2024 zu erwarten, dass das Halbleiterumsatzwachstum im Automotive-Markt geringer ausfallen wird als in den letzten Jahren. Dabei ist zu bemerken, dass die Umsätze 2021, 2022 und 2023 enorm gestiegen sind, 31 Prozent in 2021, dann 27 Prozent und im letzten Jahr waren es immerhin noch 19 Prozent. Deshalb wird erwartet, dass die Wachstumsrate in 2024 für den Automobilbereich deutlich geringer ausfallen wird, jedoch immer noch im unteren zweistelligen Bereich. [Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Es wird erwartet, dass der MEMS-Markt in 2024 keine deutlich andere Dynamik als der Halbleiter Gesamtmarkt hat. Nach Yole wird der Markt von 2022 von 14,5 Milliarden USD auf 20 Milliarden USD in 2028 wachsen [Quelle: Yole Status of the MEMS Industry 2023]. Nach Yole beträgt damit das CAGR 22-28 5% im Betrachtungszeitraum. Die für die X-FAB MEMS Foundry relevanten Marktsegmente Consumer, Automobil, und Medizin mit den Applikationen Mechanische-, Optische-, Chemische- und Biologische- Sensoren und Aktuatoren befinden sich alle auf einem Wachstumspfad.

Getrieben wird dieses MEMS-Wachstum durch die Verbreitung von neuen Sensor- und Aktorentypen in mobilen Geräten, dem rapiden Wachstum von RF-MEMS, der Entwicklung des IoT-Marktes, dem Trend zum teil- oder vollautomatisierten Fahren sowie der Verbreitung von einmal verwendbaren Sensoren oder Aktoren in Lab-on-Chip Systemen in der Medizindiagnostik. Beispiele für neue Sensor- und Aktorentypen, die für die X-FAB MEMS Foundry eine Rolle spielen, sind Thermopiles, Gassensoren oder MEMS-Systeme zur Zellsortierung oder DNA-Sequenzierung.

Durch den Aufbau von technologischen Alleinstellungsmerkmalen, z.B. die Prozessierung von edlen Metallen auf Wafern oder das Verfahren des Mikrotransfer-Drucks, für die Systemintegration und Hochvolumenfertigung von MEMS- bzw. "Veredelung" von CMOS-Wafern hat sich die X-FAB MEMS Foundry, nach Einschätzung der Geschäftsführung, eine sehr gute Wettbewerbsposition erarbeitet und damit eine gute Marktstellung eingenommen. Gerade für innovative Lösungen im Bereich Medical ist die X-FAB MEMS Foundry der Partner für produktionstaugliche und mengenskalierbare Fertigungslösungen.

2. Geschäftsverlauf

Das Wichtigste im Überblick
Im Jahr 2023 wurde ein Anstieg des Umsatzes von 58,8 Mio. EUR auf 73,9 Mio. EUR (+25,7 %) verzeichnet. Die Planvorgabe für das Kerngeschäft von ca. 89,1 Mio. EUR wurde mit 72,6 Mio. EUR in 2023 damit unterschritten. Bezogen auf das Kerngeschäft der X-FAB MEMS Foundry GmbH betrug die Umsatzsteigerung 2023 15,0 Mio. EUR (+26,0 %). Die Wachstumsrate der Gesellschaft liegt damit über dem von der Semiconductor Industry Association (SIA) ermittelten rückläufigen Branchendurchschnitt von -8,2 %, was zu einem hohen Maße an den gesteigerten Umsätzen im Bereich "Industrial" (+95 %) und Automotive (+37 %) zurückzuführen ist.

Zu den Umsätzen aus dem Kerngeschäft zählen alle Erlöse aus der Herstellung und dem Verkauf von Wafern, Prototypen sowie aus dem Verkauf von Fotomasken. Nicht enthalten sind im Wesentlichen konzerninterne Dienstleistungen.

Im Verlauf des Jahres 2023 hat die X-FAB MEMS Foundry kontinuierlich das Fertigungsvolumen für verschiedene strategische Kunden, insbesondere im Bereich von Automobil- und Medizinanwendungen gesteigert und gleichzeitig in der Vergangenheit begonnene Investitionsvorhaben vorangetrieben, die langfristig neues Geschäft und eine höhere Wertschöpfung am Standort Erfurt ermöglichen.

Parallel zu einem gestiegenen Fertigungsvolumen konnten wichtige Forschungs- und Entwicklungsprojekte fortgeführt und neue begonnen werden. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden in den kommenden Jahren einen wichtigen Beitrag zur Profitabilität des Unternehmens beitragen.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) erreichte im Jahr 2023 nicht die Erwartungen von 25,9 Mio. EUR. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das EBIT um 10,0 Mio. EUR auf 16,4 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Die gesteigerten Umsatzerlöse führten im Berichtsjahr ergebnisseitig zum dritten Mal in Folge zu einem positiven EBIT und Jahresüberschuss.

Umsatzverteilung
Das Marktsegment "Automotive" war mit einem Anteil von 52,2 % und einem Anstieg um 10,3 Mio. EUR auf 38,5 Mio. EUR auch im Jahr 2023 das stärkste Segment. Mit einem Wachstum von 0,5 Mio. EUR auf 22,1 Mio. EUR und einem Marktanteil von 29,9 % präsentierte sich "Medical" erneut als zweitstärkstes Marktsegment. Das Segment "Industrial" verzeichnete ebenfalls einen signifikanten Anstieg um 3,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr auf 6,5 Mio. EUR. Der Umsatz des Segments "Communications & Consumer - CCC" stieg um 1,0 Mio. EUR auf 5,4 Mio. EUR im Vorjahresvergleich.

Die beiden folgenden Diagramme zeigen die Diversifikation in Bezug auf die Marktsegmente:



Der hohe Marktanteil im Marktsegment "Automotive" ist generell als äußerst positiv zu bewerten, da die Produktlebenszyklen hier deutlich länger sind als beispielsweise im Segment "CCC". Hier ist das Potential nur kurzfristig groß, tendenziell sind die Produkte aber eher kurzlebig. Als ebenso zukunftsweisend und wichtig für die X-FAB MEMS Foundry sind die stetigen Umsätze und Anteile bei Industrieprodukten und medizintechnischen Produkten.

Wie im Vorjahr bleibt der stärkste Wirtschaftsraum für die X-FAB MEMS Foundry GmbH der Raum EMEA (Europe - Middle East - Africa) mit einem Umsatzanteil von 85,7 % (+2,0 % im Vergleich zum Vorjahr). Die Umsatzanteile der Regionen North America und Asia Pacific sind auch in 2023 nahezu unverändert:

North America 0,5 % (Vj. 0,6 %)

Asian Pacific 13,8 % (Vj. 15,6 %)


3. Lage

Ertragslage
Die gesamten Umsatzerlöse sind im Wesentlichen aufgrund des höheren Auftragsbestands gegenüber dem Vorjahr um 15,1 Mio. EUR auf 73,9 Mio. EUR gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg um 25,7 %. Der bereinigte Umsatz stieg um 26,0%. Damit wurde das im Vorjahr prognostizierte Umsatzwachstum von 54,8 % unterschritten. Zurückzuführend ist dies hauptsächlich auf die Verfügbarkeit von 8-Zoll Startmaterialen, die von anderen X-FAB Fertigungsstandorten zur Verfügung gestellt werden und Produktionsengpässen in bestimmten Fertigungsbereichen.

In den Umsatzerlösen sind unter anderem auch Erträge aus der Verpachtung von Anlagen (1,1 Mio. EUR) sowie Erträge aus Konzernumlagen (0,2 Mio. EUR) enthalten.

Zur Berechnung der nachstehend genannten Kennzahl "Book-to-Bill Rate", also dem Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz, ist die Verwendung der gesamten Umsatzerlöse nicht zweckmäßig. Um eine Vergleichbarkeit der Kennzahl zu gewährleisten, dürfen Erlöse aus Verpachtung, Materialverkäufen und Konzernumlagen nicht mit in die Berechnung der Book-to-Bill Rate einbezogen werden. Der bereinigte Umsatz in 2023 betrug 72,6 Mio. EUR, im Vorjahr waren es 57,6 Mio. EUR. Der Auftragseingang im Jahr 2023 sank um 5,8 Mio. EUR auf 55,5 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (2022: 61,3 Mio. EUR). Wesentliche Gründe für den gesunkenen Auftragseingang war das Segment "CCC" mit einem Rückgang von 96,8 % - hier wurden Bestellungen in 2022 aufgegeben, deren Abarbeitung sich in die Folgejahre erstreckt. Die Book-to-Bill-Rate beträgt damit 0,77 für das Jahr 2023, nach 1,07 im Vorjahr. Bei einem Wert >1 lässt sich im Allgemeinen eine nachfolgend positive Entwicklung der Umsätze ableiten. Da bei X-FAB MEMS Foundry die wesentlichen Kunden Großbestellungen abgeben, führt dies zu Periodenverschiebungen auf Jahresebene im Auftragseingang und somit auch in der Book-to-Bill-Rate.

Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 um 1,7 Mio. EUR erhöht. Im Vorjahreszeitraum wurden die Bestände um 1,0 Mio. EUR aufgebaut. Der höhere Bestandsaufbau im aktuellen Berichtszeitraum lässt sich auf den angestiegenen Anteil von Produkten, die auf Startmaterial basieren, das durch andere X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde. Die Gesamtleistung, also die Summe aus Umsatzerlösen und Bestandsänderung im Kerngeschäft, betrug damit in 2023 74,2 Mio. EUR - im Vorjahr 58,6 Mio. EUR.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um 0,4 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR. Hauptursache sind die im Vorjahresvergleich um 0,4 Mio. EUR geringeren Fördermittel. Ebenso sanken die Erträge aus Kursdifferenzen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio. EUR auf 0,7 Mio. EUR.
Die Materialaufwendungen setzen sich aus Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren (8,5 Mio. EUR) und Aufwendungen für bezogene Leistungen (33,5 Mio. EUR) zusammen. Sie haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,6 Mio. EUR bzw. 12,3 % auf insgesamt 42,0 Mio. EUR erhöht. Die Verrechnung der CMOS-Prozessschritte mit der X-FAB Semiconductor Foundries GmbH, Erfurt, erfolgt auf Basis der Maschinennutzung, die als Kosten für Fremdbearbeitung abgebildet werden.

Im Wesentlichen veränderten sich folgende Kostenpositionen insbesondere mengenbedingt bei den Materialkosten:

Kosten für Fremdbearbeitung - Steigerung um 2,5 Mio. EUR auf 30,7 Mio. EUR

Kosten für direktes Material - Steigerung um 0,8 Mio. EUR auf 5,2 Mio. EUR

Kosten für indirektes Material - Steigerung um 0,6 Mio. EUR auf 2,3 Mio. EUR


Der Anstieg in den Materialaufwendungen lässt sich im Wesentlichen durch das gesteigerte Produktionsniveau und dem Anteil von Produkten, die auf Startmaterial basieren, das durch andere X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde.

Die Materialaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung (mit Kernumsatz) betrug in 2023 56,6 % und ist damit 7,2 % niedriger als im Vorjahreszeitraum (63,8 %).

Die Personalaufwendungen betrugen insgesamt 8,9 Mio. EUR und sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Mio. EUR gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 11,0 %. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 wurden 2023 durchschnittlich sechs Mitarbeiter mehr beschäftigt, was einem Aufbau von 5,2 % entspricht. Im Bereich Produktion wurden im Durchschnitt zwei Mitarbeiter und im Bereich Forschung und Entwicklung vier Mitarbeiter mehr beschäftigt. In den sonstigen Geschäftsbereichen ist die Anzahl der Mitarbeiter unverändert. Die Zahl der Auszubildenden erhöhte sich im Durchschnitt von 20 im Vorjahr auf 21 im Berichtsjahr. Der im Verhältnis zu den Mitarbeiterzahlen leicht höhere Anstieg der Personalkosten lässt sich zum einen durch zwei Tariferhöhungen von 3,5 % im April und 1,5 % im Oktober begründen und zum anderen durch die Auszahlung eines Inflationsausgleichs im Juni 2023.
Der erhöhte Umsatz und die hohe Auslastung führten trotz gestiegener Personalkosten zu einer Verringerung in der Personalaufwandsquote bezogen auf die Gesamtleistung (mit Kernumsatz) in Höhe von 12,1 % (Vj. 13,8 %).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens sanken moderat von 4,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 4,1 Mio. EUR in 2023.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 0,3 Mio. EUR auf 5,2 Mio. EUR erhöht. Dabei haben sich im Wesentlichen die der X-FAB MEMS Foundry in Rechnung gestellten gruppeninternen Umlagen um 0,5 Mio. EUR auf 1,8 Mio. EUR erhöht. Die Aufwendungen aus Kursdifferenzen sanken hingegen um 0,5 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR. Periodenfremde Aufwendungen waren weder im Vorjahr noch im Berichtszeitraum zu verzeichnen.

Das Finanzergebnis als Saldo aus sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sowie Zinsen und ähnlichen Aufwendungen verbesserte sich im Geschäftsjahr um 0,3 Mio. EUR auf 0,1 Mio. EUR. Die Zinserträge von 0,4 Mio. EUR (Vj. 0,0 Mio. EUR) EUR übersteigen im Geschäftsjahr die Zinsaufwendungen in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR).

Die Position Erstattete (iVj. Entrichtete) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weist einen Saldo von 11,2 Mio. EUR aus. Sie ist im Wesentlichen aus Erträgen aus der Zuführung von aktiven latenten Steuern (13,3 Mio. EUR) charakterisiert. Des Weiteren fielen Ertragssteueraufwendungen im Rahmen der Mindestbesteuerung, die neben der Nutzung der in vergangenen Perioden aufgebauten Verlustvorträgen anfällt, in Höhe von 2,1 Mio EUR an.

Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) ist, maßgeblich aufgrund des höheren Umsatzes, im Vergleich zum Vorjahr um 10,0 Mio. EUR gestiegen und damit das dritte Jahr seit Gründung der X-FAB MEMS Foundry GmbH mit 16,4 Mio. EUR im positiven Bereich. Im Vorjahr betrug es 6,4 Mio. EUR. Zurückzuführen ist die positive Ergebnisentwicklung maßgeblich auf die gesteigerten Umsatzerlöse im Berichtszeitraum, aber auch auf den hohen Fixkostenanteil im Produktionsbereich, der durch deutliche Skaleneffekte und somit einen unterproportionalen Kostenanstieg charakterisiert ist. Die Gesellschaft befindet sich in der Aufbauphase und gewinnt sowohl innerhalb der X-FAB Gruppe als auch am Standort Erfurt mehr und mehr an Relevanz.
Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 27,7 Mio. EUR (Vj. 5,6 Mio. EUR). Das geplante Jahresergebnis von 22,7 Mio. EUR konnte damit übertroffen werden.

Vermögenslage und Kapitalstruktur
Im Anlagevermögen wurden im Bereich der immateriellen Vermögensgegenstände nahezu keine Investitionen getätigt, wodurch auch die Abschreibung auf dem Vorjahresniveau von 0,1 Mio. EUR bleiben. Zum Bilanzstichtag valutierten die immateriellen Vermögensgegenstände mit 0,1 Mio. EUR. Im Berichtsjahr wurden im Sachanlagevermögen, nach Abzug von Fördermitteln von den Anschaffungskosten, 4,7 Mio. EUR insbesondere in den Ausbau und die Optimierung der Fertigungsanlagen investiert und 4,0 Mio. EUR planmäßig abgeschrieben. Damit erhöht sich das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2023 von 18,1 Mio. EUR auf 18,7 Mio. EUR. Der Hauptfokus der Investitionen in 2023 lag in der Erweiterung der Produktionsfähigkeiten und -kapazität. Aufgrund von Lieferverzögerungen sowie zeitaufwendigen internen Spezifikationsanforderungen und -abläufen, konnten die mit rund 17 Mio. EUR geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr nicht vollumfänglich realisiert werden.

Die Vorräte haben sich vor allem mengenbedingt insgesamt um 3,6 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR erhöht. Der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erhöhte sich um 2,0 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR. Der Anstieg ist im Wesentlichen durch einen erhöhten Bestand an Edelmetall-Targets und an Startmaterial, das durch andere X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde, sowie eine bestandsmäßig höhere Lagerhaltung zur Absicherung etwaiger Schwankungen in Lieferketten charakterisiert. Der Bestand an unfertigen Erzeugnissen und Leistungen ist aufgrund des höheren Produktionsniveaus um 1,2 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR gestiegen. Bei den fertigen Erzeugnissen war stichtagsbezogen ein Bestandsaufbau um 0,5 Mio. EUR auf 0,7 Mio. EUR zu verzeichnen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände im Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Mio. EUR erhöht. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen zum Jahresende stichtagsbedingt und aufgrund des Umsatzanstieges um 6,7 Mio. EUR auf 10,7 Mio. EUR. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 4,2 Mio. EUR auf 7,1 Mio. EUR und sind im Wesentlichen durch Forderungen im Zusammenhang mit dem Intercompany Cash-Management Agreement (6,5 Mio. EUR) charakterisiert. Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 1,0 Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR und setzen sich im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt (2,3 Mio. EUR) zusammen.

Im Berichtsjahr wurden erstmalig aktive latente Steuern in Höhe von 13,3 Mio. EUR bilanziert.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt nahezu unverändert 0,1 Mio. EUR.
Der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2023 beträgt 27,7 Mio. EUR (Vj. 5,6 Mio. EUR). Da im ablaufenden Geschäftsjahr keine Kapitalmaßnahmen durchgeführt und keine Gewinne ausgeschüttet wurden, erhöht sich das Eigenkapital von 29,9 Mio. EUR auf 57,6 Mio. EUR.
Steuerrückstellungen wurden aufgrund des positiven Jahresergebnisses und dem damit angestiegenen Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe von 2,6 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR) gebildet. Die sonstigen Rückstellungen verringern sich zum 31. Dezember 2023 um 0,2 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR. Der Rückgang ist insbesondere auf niedrigere Rückstellungen für nachkommende Rechnungen zurückzuführen.

Die Verbindlichkeiten sind insgesamt um 14,1 Mio. EUR auf 32,7 Mio. EUR gesunken. Hauptgründe hierfür sind die Tilgung von Darlehen sowie der verringerte Bestand von Verbindlichkeiten gegenüber verbunden Unternehmen. Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind mit 2,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr leicht, um 0,9 Mio. Euro, gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich zum Jahresende stichtagsbedingt um 0,1 Mio. EUR auf 1,0 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen haben sich um EUR 7,2 Mio. EUR auf 11,5 Mio. EUR verringert. Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken ebenfalls um 1,7 Mio. EUR auf 0,9 Mio. EUR und bestehen zum Großteil aus Verbindlichkeiten aus Mietkäufen (0,5 Mio. EUR).

Angaben zur Fälligkeitsstruktur der Verbindlichkeiten sind dem Anhang zu entnehmen.

Zum Bilanzstichtag bestehen zinstragende Verbindlichkeiten in Höhe von 17,2 Mio. EUR, die aus dem im August 2022 über 25 Mio. EUR aufgenommenen KfW-Darlehen resultieren.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Zuge des absoluten Eigenkapitalanstieges auf 61,0 % (Vj. 38,0 %) und liegt damit erstmalig oberhalb der Zielgröße von 60 %.

Das Working Capital (kurzfristiges Umlaufvermögen abzgl. kurzfristiger Verbindlichkeiten und Rückstellungen) ist mit 43,1 Mio. EUR im Vorjahresvergleich (36,3 Mio. EUR) deutlich positiv. Die kurzfristigen Schulden sind somit weiterhin vollständig durch kurzfristig liquidierbare Vermögensgegenstände gedeckt.

Die Bilanzsumme steigt von 78,6 Mio. EUR auf 94,3 Mio. EUR.
Finanzlage
Ziel des Finanzmanagements der X-FAB MEMS Foundry ist es, jederzeit einen angemessenen Finanzmittelfonds auszuweisen, um allen finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Der Cashflow [1] aus laufender Geschäftstätigkeit verringert sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Mio. EUR auf 5,8 Mio. EUR. Ursächlich ist die Veränderung des Nettoumlaufvermögens um -12,8 Mio. EUR. Positiv entgegen wirkt das gegenüber dem Vorjahr um 22,1 Mio. EUR verbesserte Jahresergebnis von 27,7 Mio. EUR, der aber in Höhe von 13,3 Mio. EUR aus zahlungsunwirksamen Erträgen in Zusammenhang mit der Aktivierung von latenten Steuern auf Verlustvorträge stammt.
Zu dem Mittelabfluss im Nettoumlaufvermögen führte insbesondere die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 6,7 Mio. EUR, der Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 7,2 Mio. EUR und die Zunahme des Vorratsbestandes um 3,6 Mio. EUR.
Der Mittelabfluss im Cashflow aus Investitionstätigkeit fällt im Berichtszeitraum mit ‑11,3 Mio. EUR geringer aus als im Vorjahr (- 5,7 Mio. EUR) aus und besteht aus Auszahlungen für Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände sowie Auszahlungen an Schwesterunternehmen im Rahmen des Intercompany Cash Management Agreements von 6,5 Mio. EUR. Aus erteilten Investitionsaufträgen ergeben sich zum Bilanzstichtag Bestellobligo von 0,5 Mio. EUR.
Im Berichtsjahr war ein Cashflow aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von -6,3 Mio. EUR zu verzeichnen (i. Vj. 23,4 Mio. EUR). Hierbei handelt es sich um planmäßige Tilgungszahlungen eines KfW Darlehen, welches im August 2022 aufgenommen wurde.

Zusammengefasst konnten im Jahr 2023 aus dem operativen Cashflow die Investitionsausgaben gedeckt werden. Die liquiden Mittel verringerten sich um 11,8 Mio. EUR und betragen zum Jahresende 31,3 Mio. EUR.
4. Finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Key Performance Indicators (KPI)

Die X-FAB MEMS Foundry verwendet neun verschiedene finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die monatlich an das Management berichtet werden und zur Überwachung und Steuerung der Produktion bzw. des Unternehmens dienen. Die bedeutsamsten Leistungsindikatoren betreffen den (bereinigten) Umsatz und das EBIT.

Die im Plan angestrebte Bruttomarge [2] von 34,9 % konnte mit 33,5 % knapp nicht erfüllt werden. Ebenso konnten die "Line Yield" als Kennziffer für die Produktionsausbeute mit 93,2 % (Vorgabe: 94,5 %) und die "On Time Delivery" (Lieferpünktlichkeit) mit 64,9 % (Vorgabe 95,0 %) nicht erfüllt werden. Grund für die deutliche Zielverfehlung war hauptsächlich die verlangsamte Abarbeitung von Aufträgen in der Produktion durch steigende Komplexität aufgrund einer zunehmenden Diversifizierung der Produktpalette und durch die fehlende Verfügbarkeit von weiteren Produktionspersonal am Arbeitsmarkt zu Anfang des Jahres. Ein weiterer Grund ist die fehlende Kapazität im Produktionsbereich Nassätzen, die im 1. Halbjahr einen Engpass darstellte und durch eine Erweiterung der Kapazität beseitigt wurde. Die"AVI Yield" (Testausbeute) mit einem Wert von 98,2 % (Vorgabe: 98,0 %) hat den Zielwert übererfüllt. Der finanzielle KPI für "Kosten für Ersatz- und Verschließteile" lag unter dem Zielwert und damit im grünen Bereich.

Personal
Zum 31. Dezember 2023 waren bei der X-FAB MEMS Foundry 123 Mitarbeiter und 25 Auszubildende beschäftigt.

Der Anteil der in der Produktion Beschäftigten betrug zum Geschäftsjahresende 69,9 % (Vj. 71,9 %). Auf den Bereich Forschung & Entwicklung entfielen 25,2 % der Mitarbeiter (Vj. 23,1 %), in den sonstigen Geschäftsbereichen waren rund 4,9 % der Mitarbeiter tätig (Vj. 5,0 %).

Leiharbeiter wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht beschäftigt.


2022 2023

Durchschnitt per 31.12. Durchschnitt per 31.12.
Produktion 85 87 87 86
Forschung & Entwicklung 26 28 29 31
Sonstige Geschäftsbereiche 6 6 6 6
Summe 116 121 122 123
Auszubildende 20 23 21 25
Leiharbeiter 0 0 0 0


Personalentwicklung und Training
X-FAB bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um die Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter weiterzuentwickeln. So wurde in 2022 konzernweit eine neue Online-Training Plattform für alle Mitarbeiter eingeführt. Diese Plattform beinhaltet neben X-FAB spezifischen Trainings zusätzlich von dem Anbieter zur Verfügung gestellte Trainings in den unterschiedlichsten Bereichen. Zusätzlich dazu wurde das Trainingsportal "X-FAB Campus" genutzt und weiterentwickelt. In diesem Portal wird laufend über Weiterbildungsangebote, Talent- und Management-Programme sowie Aufstiegsqualifizierungen informiert und Entwicklungsmaßnahmen können verfolgt und ausgewertet werden.

Darüber hinaus ist seit einigen Jahren in der X-FAB-Gruppe eine neue Perspektive der Kundenorientierung implementiert, um auch nachhaltig und langfristig als Unternehmen bestehen zu können. Ziel ist es, Verhaltens- und Denkweisen zu fördern, welche dazu beitragen, nicht nur externe, sondern auch interne Kunden zufrieden zu stellen. Um für jeden einzelnen Mitarbeiter die unternehmensinternen definierten "Vision, Mission & Values" transparent zu machen, läuft seit 2015 dieses gruppenweite Projekt, an dem die Teilnahme für jeden neuen Mitarbeiter verpflichtend ist.

Fester elementarer Bestandteil sind weiterhin die jährlich stattfindenden Zielvereinbarungs- und Leistungsbeurteilungsgespräche in der Personalentwicklungsstrategie. X-FAB unterstützt hierbei Führungskräfte und Mitarbeiter bei der Erreichung von individuellen und Unternehmenszielen.

C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht

1. Prognosebericht

Die Geschäftsführung erwartet für die X-FAB MEMS Foundry für 2024 einen Umsatzanstieg von rund 14,1 % auf 82,8 Mio. EUR bezogen auf den bereits definierten bereinigten Umsatz (ohne Konzernumlagen etc.). Dabei wird erwartet, dass dieses Wachstum insbesondere durch Kunden bzw. Produkte generiert wird, die in das Automotive sowie Medical-Segment einzuordnen sind und deren Margen im Zielbereich liegen.
In der Herstellung von Produkten für diese Marktsegmente liegt eine der Kernkompetenzen der X-FAB MEMS Foundry. Entsprechend hoch ist bei diesen Produkten auch die Wertschöpfung am Standort Erfurt.

Für den Bereich MEMS tritt die X-FAB MEMS Foundry als Schnittstelle zum Kunden auf - unter anderem werden daher auch teilweise Produkte der X-FAB MEMS Foundry Itzehoe über die X‑FAB MEMS Foundry zum Kunden hin fakturiert. Hier erhält die X-FAB MEMS Foundry nur eine geringe Marge, da sie nicht zur Wertschöpfung beiträgt. Es wird im Vergleich zum Berichtsjahr ein Umsatzrückgang mit diesen Produkten erwartet. Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2024 mit einer weiteren Ergebnisverbesserung gegenüber 2023 gerechnet.
Gemäß den Planungsrechnungen der Gesellschaft wird in den Jahren 2024 bis 2026 mit weiteren Jahresüberschüssen und einer kontinuierlichen Ergebnisverbesserung gerechnet.
Die Unternehmensplanung sieht bis 2026 eine jährliche Steigerung der Umsatzerlöse um rund 32 % sowie ein deutlich positives EBITDA zur deutlichen Erweiterung der Innenfinanzierung der Gesellschaft und damit Stabilisierung des Geschäftsmodells vor.

Erwartungen für das Geschäftsjahr 2024:

Anstieg des bereinigten Umsatzes um ca. 14,1 % auf 82,1 Mio. EUR.

EBIT-Verbesserung um 6,2 Mio. EUR auf 22,7 Mio. EUR.

Investitionen in Höhe von 55,9 Mio. EUR.

Die Investitionen dienen hauptsächlich der Kapazitätserweiterung und Erneuerung von Produktionsanlagen sowie selektiv der Herstellung von "Capabilities" (neuen Fertigungsfähigkeiten). Die Finanzierung der Investitionen kann in 2024 nur teilweise durch den operativen Cashflow abgesichert werden.


2. Chancenbericht

Mit dem weiteren Ausbau der Reinraumfläche werden die Voraussetzungen für ein Wachstum mit neuen Technologien geebnet, wie beispielsweise mit TSV, Wafer Level Integration und Functional Surfaces. Dadurch können neue Anwendungen in Medizin und Industriebereich adressiert und die Kundenbasis ausgebaut werden.
Die X-FAB MEMS Foundry hat im Jahr 2023 einen Zuwendungsbescheid im Rahmen des Important Project of Common European Interest (IPCEI) on Microelectronics and Communication Technologies erhalten und wird damit in den nächsten 6 Jahren standort-relevanten F&E-Aktivitäten mit deutschen und europäischen Partnern durchführen und damit Grundlagen für weiteres Geschäftswachstum legen.

3. Risikobericht

Ein Risikomanagementsystem ist installiert, welches an allen Standorten der X-FAB-Gruppe zum Einsatz kommt. Jährlich werden die Risiken neu bewertet und das Management monatlich bzw. quartalsweise informiert. Auf diese Weise können Frühindikatoren ermittelt werden, die eine rechtzeitige Reaktion auf sich verändernde Marktbedingungen ermöglichen. Dies schließt auch die regelmäßige Überprüfung der erforderlichen Einhaltung von in Darlehensverträgen vereinbarten Finanzkennzahlen mit ein.

Die nachfolgende Risikodarstellung erfolgt vor Berücksichtigung von geplanten Risikobegrenzungsmaßnahmen.

Schwerpunkte für die Bewertung von Risiken sind die zyklische Entwicklung des Marktes, Abhängigkeiten von wesentlichen Kunden und Lieferanten in den Schlüsselindustrien Automotive, Medical and Industrial, technologierelevante Aspekte, lange Produktionszeiten, Forderungsausfallrisiken, hohe Fixkosten und das damit verbundene Risiko von Verlusten bei anhaltender Unterauslastung, die US-Dollarentwicklung sowie Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen Unternehmen. Diese Risiken wurden im Zuge der Planung bewertet und entsprechend berücksichtigt. Für die kommenden beiden Geschäftsjahre wird die Eintrittswahrscheinlichkeit der jeweiligen Einzelrisiken als gering eingeschätzt. Die jeweiligen Auswirkungen auf die Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage sind indes bei einem möglichen Eintritt moderat bis wesentlich.

Technische Risiken bestehen vor allem im unvorhergesehenen Ausfall von Fertigungsanlagen auf Grund ihres hohen Alters. Zur Minimierung dieses Risikos sind spezielle Wartungszyklen vereinbart, die einen solchen Ausfall vorbeugen. Des Weiteren ist ein Obsoleszenz-Management installiert, um eine objektive Bewertung und Priorisierung des Anlagenparks zu ermöglichen und eine Basis für die Entscheidung von Erhaltungsinvestitionen zu geben. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts wird als gering bis moderat eingeschätzt. Die konkreten Effekte auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage können ebenso als gering bis moderat eingestuft werden.

Risiken in der Versorgung mit notwendigen Ausgangsmaterialien und Betriebsstoffen haben im Berichtsjahr zugenommen. Die angespannte Situation in den Lieferketten weltweit wurde an verschiedenen Stellen sichtbar. Frühzeitiges Eingreifen des Procurement-Managements konnte kritische Situation abmildern; Produktionsunterbrechungen wurden vermieden. Die Wahrscheinlichkeit des Eintritts wird als gering bis moderat eingeschätzt. In Abhängigkeit des Ereignisses können die konkreten Effekte auf die zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als gering bis schwerwiegend eingestuft werden.

Die Bewertung aller Risiken hat ergeben, dass sich die Gesamtrisikosituation durch den positiven Geschäftsverlauf und den optimistischen Geschäftsausblick der Folgejahre deutlich verbessert hat. In der Gesamtbetrachtung der aktuellen Risikosituation werden nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken gesehen. Geplante Investitionen in die Kapazitätserweiterung und den Aufbau neuer Fähigkeiten sollen durch die Innenfinanzierung des Unternehmens sowie durch das im Vorjahr aufgenommene KfW-Darlehen sichergestellt werden.

Einfluss der US-Dollarentwicklung
Insgesamt werden sowohl Umsatz als auch Ergebnis der X-FAB MEMS Foundry durch die US-Dollarkurs-Entwicklung beeinflusst. So lag der Anteil des Umsatzes, den die X-FAB MEMS Foundry in 2023 in US-Dollar generiert hat, bei ca. 25,5 % - im Vorjahr waren es rund 23,5 %.

Zur Absicherung werden auch im Jahr 2023 Währungsrisiken aus Verkäufen in US-Dollar durch den Bezug von Waren in US-Dollar zu einem Großteil kompensiert. Die Auswirkungen von üblichen Währungsschwankungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sind bezugnehmend auf die Absicherungsmaßnahmen daher als gering bis moderat einzuschätzen.

Strompreise in Deutschland
Staatliche Abgaben und Steuern auf Elektroenergie haben zu einer erheblichen Belastung der deutschen Fertigungsstandorte geführt. Weitere Erhöhungen und weitere Belastungen im Zuge der sogenannten Energiewende können nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund und durch häufige, teilweise auch mehrere Jahre rückwirkende, Gesetzesänderung besteht eine erhebliche Planungsunsicherheit. Generell ist die Wettbewerbsfähigkeit des Fertigungsstandorts Deutschland durch überhöhte Strompreise erheblich beeinträchtigt. Verstärkt wurde diese Entwicklung zusätzlich durch den Ukrainekonflikt und den sich daraus ergebenden Sanktionen, die den Strompreis deutlich erhöhten. Diese Entwicklung hat im vergangenen Jahr zu signifikanten Kostenerhöhungen im Energie- und Prozessgasbereich geführt. Es wird für 2024 und 2025 von leicht rückläufigen Strompreisen auf weiterhin hohem Niveau ausgegangen. Sollten die Stromkosten in Zukunft stärker als geplant steigen, würde das eine zusätzliche Ergebnisbelastung bedeuten. Im internationalen Wettbewerb können diese Kostenerhöhungen nur im sehr begrenzten Maße an Kunden weitergegeben werden.

Insbesondere werden erhebliche Kostensteigerungen durch die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien und die Bepreisung der CO2-Emission erwartet. Inwieweit langfristig Entlastungen, abgesehen von Übergangsmaßnahmen wie der Strompreisbremse für energieintensive Unternehmen wie der X-FAB MEMS Foundry, beschlossen werden, ist aktuell nicht vorhersehbar. Es ist davon auszugehen, dass signifikante Investitionen in die Versorgungssicherheit erfolgen (z.B. Netzausbau, Stromspeicher), welche dann als zusätzliche Kostentreiber für den Strompreis wirken werden.

1 Kapitalflussrechnung nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen aufgestellt; keine Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 21.
2 Berechnet als Umsatzerlöse abzüglich Umsatzkosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen für das Jahr.

 

Erfurt, den 14. Juni 2024

X-FAB MEMS Foundry GmbH

Der Geschäftsführer Dr. Gabriel Kittler

Bilanz zum 31. Dezember 2023

Aktiva


31.12.2023 31.12.2022

EUR EUR EUR EUR
A. Anlagevermögen



I. Immaterielle Vermögensgegenstände



1. Entgeltlich erworbene Software und



Lizenzen 54.009
183.441
2. Geleistete Anzahlungen 23.038 77.047 0 183.441
II. Sachanlagen



1. Technische Anlagen und Maschinen 14.736.369
13.450.378
2. Andere Anlagen, Betriebs- und



Geschäftsausstattung 187.969
179.638
3. Geleistete Anzahlungen und Anlagen



im Bau 3.704.654 18.628.991 4.265.008 17.895.024


18.706.038
18.078.465
B. Umlaufvermögen



I. Vorräte



1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 4.905.686
2.931.265
2. Unfertige Erzeugnisse, unfertige



Leistungen 4.814.422
3.789.719
3. Fertige Erzeugnisse 801.915 10.522.022 170.024 6.891.008
II. Forderungen und sonstige



Vermögensgegenstände



1. Forderungen aus Lieferungen und



Leistungen 10.667.559
3.993.755
2. Forderungen gegen verbundene



Unternehmen 7.101.064
2.882.595
3. Sonstige Vermögensgegenstände 2.577.500 20.346.124 3.534.030 10.410.380
- davon aus Steuern



EUR 2.350.826 (i. Vj. EUR 0) -



III. Kassenbestand und Guthaben bei



Kreditinstituten
31.382.917
43.143.610


62.251.063
60.444.998
C. Rechnungsabgrenzungsposten
103.177
93.490
D. Aktive latente Steuern
13.253.024
0


94.313.302
78.616.953


Passiva


31.12.2023 31.12.2022

EUR EUR
A. Eigenkapital

I. Gezeichnetes Kapital 25.000 25.000
II. Kapitalrücklage 80.000.000 80.000.000
III. Bilanzverlust -22.451.857 -50.149.751

57.573.143 29.875.249
B. Rückstellungen

1. Steuerrückstellungen 2.586.540 713.339
2. Sonstige Rückstellungen 1.099.645 1.272.360

3.686.185 1.985.699
C. Verbindlichkeiten

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 17.187.500 23.437.500
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.132.889 1.185.884
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen 1.009.229 882.656
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen

Unternehmen 11.475.604 18.665.302
5. Sonstige Verbindlichkeiten 890.120 2.580.435
- davon aus Steuern

EUR 0 (i. Vj. EUR 81.580) -

- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit

EUR 3.143 (i. Vj. EUR 2.985) -


32.695.342 46.751.777
D. Rechnungsabgrenzungsposten 358.632 4.228

94.313.302 78.616.953

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2023


2023 2022

EUR EUR EUR EUR
1. Umsatzerlöse
73.900.300
58.785.324
2. Erhöhung des Bestandes an fertigen und unfertigen



Erzeugnissen und Leistungen
1.656.593
1.019.389
3. Sonstige betriebliche Erträge
1.095.788
1.522.027
- davon aus Währungsumrechnung EUR 646.698 (i. Vj. EUR 794.319) -



4. Materialaufwand



a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -8.539.814
-6.886.485
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -33.462.380 -42.002.195 -30.527.745 -37.414.230
5. Personalaufwand



a) Löhne und Gehälter -7.452.108
-6.728.440
b) Soziale Abgaben -1.496.929 -8.949.037 -1.334.590 -8.063.031
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände



des Anlagevermögens und Sachanlagen
-4.115.066
-4.563.242
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
-5.157.393
-4.853.807
- davon aus Währungsumrechnung EUR 404.758
(i. Vj. EUR 938.876) -




8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
370.314
0
- davon aus verbundenen Unternehmen EUR 55.358,97
(i. Vj. EUR 0,00) -




9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-303.718
-204.697
10. Erstattete (i. Vj. Entrichtete) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
11.206.542
-652.441
11. Ergebnis nach Steuern
27.702.129
5.575.292
12. Sonstige Steuern (i. Vj. Sonstige Steuern)
-4.235
-5.285
13. Jahresüberschuss
27.697.894
5.570.007
14. Verlustvortrag aus dem Vorjahr
-50.149.751
-55.719.758
15. Bilanzverlust
-22.451.857
-50.149.751

Anhang für das Geschäftsjahr 2023

Allgemeine Angaben

Die X-FAB MEMS Foundry GmbH hat ihren Sitz in Erfurt, Haarbergstraße 67, und ist eingetragen in das Handelsregister HRB 508399 beim Amtsgericht Jena.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde gemäß §§ 242 ff. und §§ 264 ff. HGB aufgestellt.

Die Gesellschaft erfüllt zum Bilanzstichtag die Größenkriterien für eine große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend:

Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um planmäßige (3 - 5 Jahre, lineare Methode) bzw. im Falle dauernder Wertminderung um außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um planmäßige Abschreibungen bzw. im Falle dauernder Wertminderung um außerplanmäßige Abschreibungen, vermindert. Es wird linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer der technischen Anlagen beträgt zwischen 7 und 10 Jahren, die der anderen Anlagen sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt zwischen 3 bis 10 Jahren. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 800 werden aufwandswirksam im Jahr des Zugangs erfasst. Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig.

Erhaltene Investitionszuschüsse und - zulagen der öffentlichen Hand im Zusammenhang mit Investitionen vermindern die Anschaffungs- und Herstellungskosten der geförderten Vermögensgegenstände.

Die Vorräte wurden zu Anschaffungskosten, Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden Werten angesetzt. Fremdkapitalzinsen sind in den Herstellungskosten nicht einbezogen worden.

Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind mit gleitenden Durchschnittspreisen unter Berücksichtigung des Niederstwertprinzips angesetzt.

Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie die unfertigen Leistungen wurden auf der Basis von Einzelkalkulationen, die auf dem aktuellen Abrechnungs- bzw. Arbeitsstand beruhen, zu Herstellungskosten bewertet. Der Ansatz beinhaltet neben den Material- und Fertigungseinzelkosten sowie dem Werteverzehr des Anlagevermögens Gemeinkosten in angemessener Höhe. Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten sowie Kosten für soziale Einrichtungen wurden nicht aktiviert. Die Bewertung erfolgte verlustfrei.

Für erkennbare Risiken im Vorratsvermögen, die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren Wiederbeschaffungskosten ergeben, wurden angemessene Abwertungen vorgenommen.

Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten Dritter.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Fremdwährungsforderungenwurden mit dem Anschaffungskurs oder dem niedrigeren Stichtagskurs umgerechnet. Ausgenommen sind Fremdwährungsforderungen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Diese werden gemäß § 256a HGB mit dem Devisenkassamittelkurs bewertet und daraus resultierende unrealisierte Umrechnungsgewinne oder -verluste gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Allen risikobehafteten Posten ist durch Bildung angemessener Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge berücksichtigt.

Die Bewertung der flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert, Fremdwährungsbeständewurden mit dem Stichtagskurs am Bilanzstichtag umgerechnet.

Unter den Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem Abschlussstichtag
ausgewiesen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Latente Steuern werden auf temporäre Differenzen zwischen den Wertansätzen in Steuer- und Handelsbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge gebildet, sofern mit deren Nutzung innerhalb eines Zeitraumes von maximal fünf Jahren zu rechnen ist. Ein sich ergebener Überhang aktiver latenter Steuern wird gemäß § 274 Abs. 1 HGB angesetzt. Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem Steuersatz, der zum Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen voraussichtlich gültig und zum Bilanzstichtag bereits verabschiedet ist.

Das gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst, was im Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr nicht erforderlich war.

Alle Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Erfüllungsbetrag passiviert; Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Anschaffungskurs oder dem höheren Stichtagskurs umgerechnet. Ausgenommen sind Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Hier erfolgt die Umrechnung zum Bilanzstichtag ohne Einschränkung zum Devisenkassamittelkurs.

Erläuterungen zur Bilanz

Anlagevermögen

Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagespiegel (Anlage zum Anhang) dargestellt.

Vorräte

Im Geschäftsjahr waren Wertberichtigungen auf Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige sowie Fertigerzeugnisse in Höhe von TEUR 49 vorrangig aufgrund von verminderter Gängigkeit erforderlich.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 10.668 (Nominalwert), die allesamt, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr aufweisen, wurde eine pauschale Wertberichtigung (0,5 %) der Forderungen gegen fremde Dritte in Höhe von TEUR 28vorgenommen.

Die Forderungen aus verbundenen Unternehmen betragen TEUR 7.101 (Vj.: TEUR 2.883). Sie resultieren in Höhe von TEUR 6.522 (Vj.: TEUR 0) aus dem Intercompany Cash Management Agreement, dass 2023 innerhalb der X-FAB Gruppe geschlossen wurde, und in Höhe von TEUR 579 (Vj.: TEUR 2.883) aus Lieferungen und Leistungen.

Es bestehen in Höhe von TEUR 55 Forderungen gegen Gesellschafter (Vj. TEUR 90) aus Lieferungen und Leistungen.

Die sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 2.577 betreffen im Wesentlichen Forderungen aus Umsatzsteuer von TEUR 2.351.

Bis auf die Forderungen aus Kautionen in Höhe von TEUR 146 (Vj. TEUR 146), die in den sonstigen Vermögensgegenständen enthalten sind, haben die restlichen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

Latente Steuern aus temporären Differenzen resultieren aus den sonstigen Rückstellungen und der Abschreibungen von digitalen Wirtschaftsgütern (passive latente Steuern). Unter Berücksichtigung aktiver latenter Steuern auf steuerliche Verlustvorträge aus Körperschaftsteuer in Höhe von TEUR 43.008 und Gewerbesteuer in Höhe von TEUR 39.773, welche voraussichtlich innerhalb der nächsten 5 Jahre genutzt werden können, ergibt sich, unter Zugrundlegung eines Steuersatzes von 32,275 %, insgesamt eine aktive latente Steuerforderung von TEUR 13.253. Dieser Betrag unterliegt der Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 HGB.
Vom Wahlrecht zur Aktivierung überhängender aktiver latenter Steuern gem. § 274 Abs. 1 HGB macht die Gesellschaft erstmalig Gebrauch. Es ergibt sich in diesem Zusammenhang ein der Höhe nach außergewöhnlicher Ertrag von TEUR 13.253.

Stammkapital

Das Stammkapital der X-FAB MEMS Foundry GmbH beträgt TEUR 25.

Rückstellungen

Wesentliche Positionen unter den sonstigen Rückstellungen (TEUR 1.100) sind personalbezogene Rückstellungen (TEUR 664), Rückstellungen für ausstehende Rechnungen (TEUR 223) sowie für Berufsgenossenschaft (TEUR 66).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten in TEUR sind wie folgt strukturiert:


31.12. 2023 31.12. 2022
Art der Verbindlichkeit Restlaufzeit
≤ 1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
≤ 5 Jahre
Gesamt Restlaufzeit
≤ 1 Jahr
Restlaufzeit
>1 Jahr
≤ 5 Jahre
Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 6.250 10.937 17.187 6.250 17.188 23.438
2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 2.133 0 2.133 1.186 0 1.186
3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.009 0 1.009 883 0 883
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 11.476 0 11.476 18.665 0 18.665
- davon gegenüber Gesellschaftern 1.038 0 1.038 524 0 524
5. Sonstige Verbindlichkeiten 890 0 890 2.129 451 2.580
- davon aus Steuern
0 0 82 0 82
- davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 3 0 3 3 0 3


Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind durch eine Garantieerklärung der X-FAB Silicon Foundries SE über TEUR 25.000 sowie eine gesamtschuldnerische Mithaftung der X-FAB Semiconductor Foundries GmbH besichert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 11.476 (Vj. TEUR 17.451) aus Lieferungen und Leistungen.

Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 451 (Vj. TEUR 1.145) resultieren aus Mietkaufverträgen, die im Jahr 2022 abgeschlossen wurden und durch Sicherungsübereignungen von technischen Anlagen und Maschinen besichert sind.

Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von über 5 Jahren bestehen nicht.

Die übrigen Verbindlichkeiten sind unbesichert.

Haftungsverhältnisse

Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen:

Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Kreditlinie in Höhe von TEUR 200.000 für die gesamte X-FAB Gruppe unterzeichnet. Die Linie hat eine Laufzeit bis Dezember 2026. Die Kreditlinie wird durch ein Bankenkonsortium bereitgestellt und kann für Investitionen, Umlaufvermögen und allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Die Unternehmen der X-FAB Gruppe können die Linie in Anspruch nehmen und sichern diese über Garantien ab. Die Haftsumme zum Bilanzstichtag 2023 betrug TEUR 171.688 (Vj. TEUR 189.383). Dies entspricht den Summen der Inanspruchnahme der Linien per 31. Dezember 2023. Das Risiko der Inanspruchnahme wird als gering eingeschätzt, da die X-FAB-Gruppe einen ausreichend hohen Bestand an Barmitteln hält, durch den die Inanspruchnahme der Linie zurückgeführt werden könnte.

Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch für Bankdarlehen von verbundenen Unternehmen in Höhe von TEUR 17.187. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund der Planungsrechnungen der verbundenen Unternehmen als gering eingeschätzt.

Erhaltene Investitionszuschüsse in Höhe von TEUR 2.898 sind im Falle der Nichteinhaltung der Bedingungen (z. B. Verbleibefristen bis zu 5 Jahren) zurückzuzahlen. Die Gesellschaft geht aktuell nicht von einer Rückzahlungspflicht aus, da die Zuwendungsbedingungen aus Sicht der Gesellschaft eingehalten wurden.

Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag keine angabepflichtigen Haftungsverhältnisse gemäß § 251 i. V. m. § 268 Abs. 7 HGB.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Es bestehen in Höhe von TEUR 1.432 sonstige finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende Sachverhalte:


TEUR
Zahlungsverpflichtungen aus Mietverträgen (Restlaufzeit 12 Jahre) 488
Zahlungsverpflichtungen aus Dienstleistungsverträgen (unbefristet) 437
Bestellobligo aus erteilten Investitionsaufträgen 507


Von den genannten sonstigen finanziellen Verpflichtungen entfällt ein Betrag in Höhe von TEUR 437 auf verbundene Unternehmen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß § 275 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Umsatzerlöse

Von den Umsatzerlösen entfallen nach Lieferorten 40 % auf Inlandsumsatz, 48 % auf Auslandsumsatz außerhalb der EU und 12 % auf Umsatz in EU-Ländern; nach Marktsegmenten, die den Tätigkeitsarten entsprechen, 52 % auf Autoindustrie, 30 % auf Medical, 7 % auf Communications, Consumer und Computer ("CCC"), 9 % auf Industrial und 2 % auf Übrige.

Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge

In den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen sind realisierte und unrealisierte Kursgewinne in Höhe von TEUR 647 und -verluste in Höhe von TEUR 405 aus Währungsumrechnungen enthalten.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind TEUR 185 periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und aus der Herabsetzung der Pauschalwertberichtigung enthalten.

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis beläuft sich auf TEUR 67 und resultiert aus Zinserträgen und Zins- und ähnlichen Aufwendungen.

Bilanzverlust

Im Bilanzverlust des Geschäftsjahres in Höhe von TEUR 22.452 ist ein Verlustvortrag in Höhe von TEUR 50.150 enthalten.

Sonstige Angaben

Geschäftsführer

Geschäftsführer der X-FAB MEMS Foundry GmbH war im Geschäftsjahr:

Herr Dr. Gabriel Kittler, Dr. Ingenieur für Elektrotechnik und Informationstechnik, Ilmenau, Deutschland


Herr Dr. Kittler ist einzelvertretungsbefugt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.

Mitarbeiter

Im Geschäftsjahr 2023 waren im Durchschnitt 122 (Vj. 116) Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 58 (Vj. 50) Angestellte und 64 (Vj. 66) gewerbliche Arbeitnehmer. Darüber hinaus sind 20 Azubis (Vj. 20) beschäftigt.

Abschlussprüferhonorar

Das vom Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr erfasste Gesamthonorar setzt sich wie folgt zusammen:


2023

TEUR
Abschlussprüfungsleistungen 23
Gesamt 23


Vorschlag zur Ergebnisverwendung

Die X-FAB MEMS Foundry GmbH weist zum 31. Dezember 2023 einen Jahresüberschuss ein Höhe von TEUR 27.698 aus. Unter Berücksichtigung des bestehenden Verlustvortrags wird ein Bilanzverlust in Höhe von TEUR 22.452 ausgewiesen (Vortrag auf neue Rechnung).

Konzernverhältnisse

Dieser Jahresabschluss wird in den von der X-FAB Silicon Foundries SE, Tessenderlo, aufzustellenden Konzernabschluss als höchste Konzernspitze einbezogen. Der Konzernabschluss der X-FAB Silicon Foundries SE wird im Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Erfurt, 14. Juni 2024

X-FAB MEMS Foundry GmbH

Dr. Gabriel Kittler, Geschäftsführer

Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023


Anschaffungs- und Herstellungskosten

1.1.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.12.2023

TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögens-




gegenstände




1. Entgeltlich erworbene




Software und Lizenzen 816 16 0 0 832
2. Geleistete Anzahlungen 0 23 0 0 23

816 39 0 0 855
II. Sachanlagen




1. Technische Anlagen und




Maschinen 59.205 7 5.139 0 64.351
2. Andere Anlagen, Betriebs-




und Geschäftsausstattung 753 90 28 2 869
3. Geleistete Anzahlungen




und Anlagen im Bau 4.265 4.607 -5.167 0 3.705

64.223 4.704 0 2 68.925

65.039 4.743 0 2 69.780

Kumulierte Abschreibungen

1.1.2023 Zugänge Abgänge 31.12.2023

TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögens-



gegenstände



1. Entgeltlich erworbene



Software und Lizenzen 633 145 0 778
2. Geleistete Anzahlungen 0 0 0 0

633 145 0 778
II. Sachanlagen



1. Technische Anlagen und



Maschinen 45.755 3.860 0 49.615
2. Andere Anlagen, Betriebs-



und Geschäftsausstattung 573 110 2 681
3. Geleistete Anzahlungen



und Anlagen im Bau 0 0 0 0

46.328 3.970 2 50.296

46.961 4.115 2 51.074

Buchwerte

31.12.2023 31.12.2022

TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögens-

gegenstände

1. Entgeltlich erworbene

Software und Lizenzen 54 183
2. Geleistete Anzahlungen 23 0

77 183
II. Sachanlagen

1. Technische Anlagen und

Maschinen 14.736 13.450
2. Andere Anlagen, Betriebs-

und Geschäftsausstattung 188 180
3. Geleistete Anzahlungen

und Anlagen im Bau 3.705 4.265

18.629 17.895

18.706 18.078



Rundungsdifferenzen können auftreten.

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers


An die X-FAB MEMS Foundry GmbH, Erfurt
Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der X-FAB MEMS Foundry GmbH, Erfurt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der X-FAB MEMS Foundry GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.


Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.


Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Jena, den 14. Juni 2024

KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Lauer, Wirtschaftsprüfer

Leser, Wirtschaftsprüfer

Feststellung des Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2023 wurde in der Gesellschafterversammlung am 27. August 2024 festgestellt.

Beschluss über die Ergebnisverwendung

Es wurde beschlossen, den ausgewiesenen Bilanzverlust von € 22.451.857 auf neue Rechnung vorgetragen.

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