X-FAB MEMS Foundry GmbH
Erfurt
Jahresabschluss zum Geschäftsjahr
vom 01.01.2023 bis zum 31.12.2023
Lagebericht
für das Geschäftsjahr 2023
A. Grundlagen des Unternehmens
1. Geschäftsmodell des Unternehmens
Die X-FAB MEMS Foundry GmbH (kurz: X-FAB MEMS
Foundry) ist ein auf die Fertigung von integrierten
MEMS-Schaltkreisen spezialisiertes Unternehmen (Pure-Play
MEMS-Foundry). Sie wurde 2012 gegründet, um ihren
Kunden innovative MEMS-Technologien, umfassenden Design-
und Engineering-Support sowie eine flexible und schnelle
Volumenfertigung zur Verfügung zu stellen. Es stehen
sowohl eigene MEMS-Technologieplattformen zur
Verfügung als auch die Möglichkeit,
kundenspezifische Fertigungsprozesse zu installieren, dies
sowohl auf 6-Zoll- als auch auf 8 Zoll-Wafern. Die
Anwendungsgebiete von MEMS
(Micro-Electro-Mechanical-Systems) sowie der Technologien
zur Herstellung dieser sind extrem vielfältig und
reichen von Beschleunigungs- und Drehsensoren bis hin zu
Sensoren für biomedizinische Anwendungen.
Die Hauptkunden sind in den Branchen Automobil und
Medizin tätig.
X-FAB MEMS Foundry geht aufgrund ihrer
langjährigen Erfahrung in der Entwicklung und
Fertigung von kundenspezifischen MEMS-Produkten kombiniert
mit dem Angebot eigener Open-Plattform-Technologien sowie
der Möglichkeit, sowohl auf 6-Zoll- als auch auf
8-Zoll-Wafergröße zu fertigen, davon aus, sich
klar von ihren Wettbewerbern abgrenzen zu können. Die
Gesellschaft ist bestrebt, solides Fachwissen zu
MEMS-Prozesstechnologien mit exzellentem Service,
ständiger Erreichbarkeit und erstklassiger technischer
Unterstützung zu kombinieren. Diese Eckpfeiler
erlauben es der X-FAB MEMS Foundry, die Abläufe der
Produktentwicklung und die Lieferkette für die
Halbleiterprodukte ihrer Kunden optimal zu gestalten. X-FAB
MEMS Foundry investiert in den Aufbau langfristiger
Kundenbeziehungen, die auf Stabilität,
Zuverlässigkeit und dem Vertrauen in die
Fachkenntnisse des Unternehmens basieren. Neben der
eigentlichen Fertigung sind wir bestrebt, unseren Kunden
während des gesamten Produktentwicklungszyklus
hervorragende technische Unterstützung sowie
schnellen, unkomplizierten und flexiblen Foundry-Zugang zu
bieten. Von der ersten Entwicklungsphase bis hin zur
Serienfertigung garantieren wir einen umfassenden
Online-Support mit Zugriff auf technische Dokumentationen,
Prozess-Design-Kits, Electronic Design Automation und den
aktuellen Produktstatus in den Fertigungslinien.
2. Forschung und Entwicklung
Die übergeordneten Vorgaben für die
Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der X-FAB MEMS
Foundry sind aus der globalen F&E-Strategie der
X-FAB-Gruppe abgeleitet. Damit werden wichtige
Beiträge zur Umsetzung der Produktmarketingstrategie
im Bereich "More-than-Moore Technologien" geleistet. Neben
der Entwicklung von Sensortechnologien umfasst dies auch
Prozesse für die 3D und Wafer Level Integration sowie
in Zukunft Wafer-level packaging (WLP).
Der Kern der Geschäftstätigkeit der X-FAB
MEMS Foundry ist die Entwicklung und die Herstellung von
mikroelektromechanischen Systemen sowie daraus abgeleiteten
Verfahrenstechnologien. Dabei werden durch die X-FAB MEMS
Foundry eigene Technologieplattformen - sogenannte Open
Platform Processes (OPP) - entwickelt und am Markt
angeboten. Einen wesentlichen Anteil am gesamten MEMS-Markt
stellt jedoch die Auftragsfertigung von kundenspezifischen
Prozessketten dar. Dies ist innerhalb der X-FAB MEMS
Foundry durch das CUSP-Geschäftsmodell abgebildet
(Customer Specific Process). Die CUSP-Technologien werden
durch Entwicklungsprojekte oder Transferprojekte als
Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Kundenauftrag
durchgeführt. Ein wesentliches Merkmal dieser
CUSP-Technologien ist eine sehr enge Kundenbeziehung durch
kundenspezifische Anpassungen des technologischen
Prozesses, wodurch ein höherer Kundennutzen durch
individuelle Anpassung der Produkteigenschaften erzielt
werden kann. Es entsteht aber auch eine Abhängigkeit
von der wirtschaftlichen Entwicklung des Kunden bzw. seines
Produktes. Ferner sind Entwicklungsinhalt,
Entwicklungsziel, Zeitplanung sowie wesentliche
Projektentscheidungen in der Regel durch den Kunden
vorgegeben.
Das äußerst dynamische Marktumfeld
erfordert schnelle Entwicklungs- und
Produktentwicklungszyklen sowie eine mit dem Kunden als
Produkteigner abgestimmte Vorgehensweise bei Entwicklungs-
und Fertigungsaktivitäten. Um die Aktivitäten
innerhalb der X-FAB-Gruppe im Bereich MEMS zu bündeln
und zu intensivieren, ist seit 2014 die Business Unit (BU)
MEMS installiert, welche die Bereiche
Technologieentwicklung, Marketing sowie
Geschäftsentwicklung vereint. In 2023 erfolgte die
Umbenennung in BU Microsystems. Diese Umbenennung
reflektiert die gestiegene Bedeutung der Systemintegration
Anwendungen im Kunden - und Projektportfolio.
Insbesondere das Anbieten komplexer
Technologiedienstleistungen, das zielgerichtete
Ausführen der Prozessimplementierung sowie die
Optimierung des Fertigungsportfolios stehen im Zentrum des
Aufgaben- und Kompetenzbereiches der BU Microsystems. Der
Bereich Forschung und Entwicklung wurde in 2015 in die
sechs Fachgruppen Sensors, Acoustics, 3D-Packaging,
Advanced Materials, Enhanced Functionality und
Design-Test-Simulation unterteilt. Dies ermöglicht
eine weitere Vertiefung der Expertise und Spezialisierung
der Arbeitsgruppen auf Produkte und Applikation. Im Jahr
2017 wurden die Fachgruppen Advanced Materials und Enhanced
Functionality zur Gruppe Functions und Materials
zusammengelegt, um die Aktivitäten in den
grundlagennahen Entwicklungen zu bündeln. Im Jahr 2020
wurden die Fachgruppen 3D-Packaging und Acoustic zu der
Gruppe MEMS Core Technology zusammengeführt und die
Mitglieder der Gruppe Design-Test-Simulation den
existierenden Gruppen in Erfurt und Itzehoe zugeordnet.
In der X-FAB MEMS Foundry Erfurt sind im Berichtsjahr
Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in
Höhe von 7,7 Mio. EUR angefallen (Vj. 4,9 Mio. EUR).
Der wesentliche Grund für diesen signifikanten Anstieg
liegt im erhöhten Materialaufwand für einen
spezifischen Prozess, der mit einer hohen Waferanzahl noch
dem Entwicklungsstadium zuzuordnen ist, von 2,8 Mio. EUR
(Vj. 0,7 Mio EUR). Im Berichtszeitraum waren im Bereich der
Forschung und Entwicklung durchschnittlich 30 Mitarbeiter
beschäftigt (Vj. 26).
Die hauptsächlichen Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten in 2023 waren:
| ― |
Inertialsensorik:
Fertigungsfreigabe von bestehender OPP Technologien
für 3D-Inertialsensoren (XMB10) in Erwartung des
Fertigungshochlaufes.
|
| ― |
Fertigungshochlauf einer
Technologie für hoch pixelierte
Automobilscheinwerfer
|
| ― |
Drucksensorik: Optimierung
bestehender OPP Technologien für Drucksensoren,
(XMS30, XMB30, XH035) und kundenspezifische
Erweiterungen (MM10, MMS10, und PMS30) mit
Fortführung der Entwicklung für
Automobilanwendungen. Im Fokus standen kleinere und
somit kostengünstigere Drucksensoren für
die Kunden.
|
| ― |
TSV (through-silicon via)
Technologie: Die Siliziumdurchkontaktierung
ermöglicht neue Ansätze in der
waferbasierten Aufbau- und Verbindungstechnik und
kann als modulare Ergänzung für MEMS wie
auch CMOS-Technologien eingesetzt werden. Die
Einzelprozessoptimierung für Teile der gesamten
Prozesskette wurden in Vorbereitung der
Volumenproduktionen einem Stresstest unterzogen.
|
| ― |
Neben den vorhandenen
Kundenprojekten wurden zwei weitere Projekte
akquiriert. Es befinden sich somit vier Projekte in
der Industrialisierungsphase, welche die
Kapazität der TSV Line perspektivisch
vollständig auslasten werden.
|
| ― |
µTP: Im Bereich
µTransferprinting wurde das Anwendungsgebiet in
Richtung Hallsensorik bzw. Photonics erweitert.
Entsprechende Förderprojekte wurden bewilligt
oder sind in der Antragsphase. Dazu wurde eine
Roadmap für die photonische Systemintegration
erarbeitet.
|
Die weitere Ausrichtung der Forschungs- und
Entwicklungsaktivitäten in 2024 ist fokussiert
auf:
| ― |
Die Nutzung der X-FAB MEMS
Foundry in der Vorproduktion und Fertigungshochlauf
für ein spezielles, komplexes, hochintegriertes
Kundenprojekt im Automobilbereich.
|
| ― |
Aufbau einer Fertigungslinie
für Temperatursensoren der 2. Generation
für mobile Anwendungen.
|
| ― |
Fertigungsfreigabe der
nächsten Generation für Inertial Sensorik
für einen Leitkunden.
|
| ― |
Die Akquise von CUSP-Projekten
mit einem Geschäftspotential > 1 Mio. EUR pro
Jahr.
|
| ― |
Einstellung und Qualifizierung
von Fachpersonal zur Erreichung der Ziele.
|
| ― |
Produktionsstart von weiteren
Technologien.
|
| ― |
Im Bereich µTP: Start von
internen und externen Kundenprojekten.
|
| ― |
Entwicklung einer Roadmap
für Wafer-level packaging.
|
| ― |
Abstimmung mit nationalen und
internationalen Research und Technology
Organisationen (RTO)
|
Auch im Jahr 2023 kooperierte die X-FAB MEMS Foundry
erfolgreich mit Universitäten, Fachhochschulen,
Forschungsinstituten und Industriepartnern und beteiligte
sich insgesamt an fünf öffentlich
geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten auf
Bundes- und EU-Ebene. Bei einem dieser fünf Projekte
handelt es sich um ein großes EU-Förderprojekt
das im Jahr 2023 gestartet wurde und im Bereich der
integrierten Photonik angesiedelt ist.
F&E-Mitarbeiter der Gesellschaft waren im Jahr
2023an einem erteilten Patent als Erfinder beteiligt.
B. Wirtschaftsbericht
1. Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene
Rahmenbedingungen
Halbleiter oder Chips sind laut Anlageexperten zum
"strategisch vielleicht wichtigsten Rohstoff" der
Weltwirtschaft geworden. Sie spielen eine entscheidende
Rolle im Rahmen der Energietransformation und beim rasanten
technischen Fortschritt. Autos, Roboter, Waschmaschinen:
Industrie und Privathaushalte sind im Alltag längst
von Chips abhängig. Die Nachfrage nach den Bauteilen
ist damit auch ein Frühindikator für die
wirtschaftliche Entwicklung. Die jüngsten Vorhersagen
für die Halbleiterindustrie sind ermutigend: "Im
zweiten Halbjahr 2024 geht es voraussichtlich wieder
aufwärts", sagt Ondrej Burkacky, Chipexperte der
Beratungsgesellschaft McKinsey. [Onlineportal: Wallstreet
Online 12/23]
Seit Beginn der COVID-Pandemie waren die Einnahmen
der Chipproduzenten weltweit in die Höhe geschnellt,
da Bauteile für den Endverbraucher für Computer
und Mobiltelefone weltweit begehrt waren wie nie. Mit dem
Ende der Pandemie brach der Bedarf für Produkte dieser
Marktbereiche ein: 2023 ist der Umsatz Gartner zufolge um
knapp elf Prozent auf 534 Milliarden gesunken. Konsumenten
und Firmen haben gespart, auch wegen der zahlreichen Krisen
und der hohen Inflation. Gartner-Chipspezialist Alan
Priestley: "Die geringere Nachfrage an Smartphones und PCs
sowie die schwächelnden Ausgaben für
Rechenzentren drücken auf den Umsatz." [Onlineportal:
Handelsblatt 12/23]
Laut einer Prognose von Gartner, Inc. aus dem Jahr
2022 sollten die weltweiten Halbleiterumsätze im Jahr
2023 um 3,6 Prozent zurückgehen. Ein 2023
aktualisierter Ausblick von Gartner, Inc. korrigierte den
erwarteten Halbleiterumsatz für 2023 auf 534
Milliarden Dollar. Das sind 10,9 Prozent weniger als im
Jahr 2022 und liegt damit deutlich unterhalb der Voraussage
aus Gartners ersten Prognose. 2024 soll die Branche laut
Gartner weltweit 624 Milliarden Dollar umsetzen. Das
würde einem Wachstum von 17 Prozent entsprechen.
[Onlineportal: ZDNET 12/23]
Die Erholung des Markts im Jahr 2024 soll für
alle Arten von Chips gelten. Das größte Wachstum
sagen die Marktforscher für Speicherchips voraus. Nach
einem Minus von 38,8 Prozent in diesem Jahr soll es 2024
für ein Wachstum von mehr als 66 Prozent reichen. Die
Umsatzsteigerungen werden aber nicht nur durch höhere
Verkaufszahlen, sondern auch durch Preisanstiege
ermöglicht: Der mit DRAM-Speicherbausteinen erzielte
Umsatz soll um 88 Prozent auf 87,4 Milliarden Dollar
steigen. Allerdings ist dieses Marksegment für die
Geschäftsbereiche der X-FAB wenig relevant und
spiegelt eher die zu erwartende Lage am gesamten
Halbleitermarkt wider.
Dies gilt ebenfalls für einen weiteren
Wachstumsmarkt, den Gartner für den Computingbereich
für Server für KI-Anwendungen beschreibt.
[Onlineportal: ZDNET 12/23]
Das Marktforschungsinstitut IDC geht davon aus, dass
die Halbleiterindustrie eine neue Wachstumswelle
einläuten wird. Insgesamt soll sich der weltweite
Halbleitermarkt in 2024, durch die nachfolgend
erläuterten Megatrends getrieben, weiter erholen. Zu
den Halbleiterprodukten gehören logische integrierte
Schaltkreise (IC), analoge ICs, Mikroprozessor- und
Mikrocontroller-ICs sowie Speicher. Die Megatrends werden
wie folgt beschrieben:
| 1. |
werde sich der
Halbleiterabsatzmarkt im Jahr 2024 mit einer
jährlichen Wachstumsrate von 20 Prozent erholen.
Der Lagerabbauprozess in der Lieferkette setzt sich
aufgrund der schwachen Marktnachfrage fort.
|
| 2. |
sollen ADAS (Advanced Driver
Assistance System) und Infotainment die
Marktentwicklung für Automobilhalbleiter
vorantreiben.
|
| 3. |
hat unter dem Einfluss des
US-Verbots China seine Produktionskapazität
für die Halbleiterfertigung drastisch erweitert.
Um die Kapazitätsauslastung aufrechtzuerhalten,
bietet die chinesische Industrie weiterhin
Vorzugspreise an, was voraussichtlich Druck auf
"nichtchinesische" Foundries ausüben wird, was
sich aufgrund des Technologie-Embargos auch auf
Produktionsfertigkeiten in den älteren
Prozesstechnologien auswirken wird.
|
| 4. |
soll die CAGR des
2,5/3D-Verpackungsmarktes von 2023 bis 2028
voraussichtlich 22 Prozent betragen, da moderne
kosten- und platzsparende Verpackungstechnologien
immer weiter an Bedeutung gewinnen.
|
[Onlineportal: IT-Times.de 12/23]
Ein spezifischer Blick auf die relevanten Bereiche
der Halbleiter- und Integrationsprozesse der X-FAB MEMS
Foundry unter Betrachtung der Anwendungsbranchen Automobil,
Industrie und Medizintechnik ist daher erforderlich.
Die Fertigungskapazitäten in diesen Bereichen
bleiben durch jahrelange gebremste Re-Investitionen bis auf
Weiteres knapp. Die Automotive-Industrie musste in den
letzten Jahren mit Lieferengpässen kämpfen.
"Für 2023 schätzen wir, dass weltweit fast 86
Mio. PKWs verkauft wurden. Das entspricht einem Anstieg von
8,9 Prozent gegenüber 2022, wobei die Nachfrage nach
Neufahrzeugen von Produktionssteigerungen dank einer
normalisierenden Supply-Chain profitieren konnte […]
und übertrifft damit die Erwartungen in mehreren
Regionen, was auf den Aufbau von Lagerbeständen
zurückzuführen ist.", sagte Jeremie Bouchaud,
Director for Autonomy, E/E & Semiconductor bei S&P
Global Mobility in einem Interview für elektronic-net.
[Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Jeremie Bouchaud, Director for Autonomy, E/E &
Semiconductor bei S&P Global Mobility, führt im
gleichen Interview aus: "Für 2024 erwarten wir, dass
die Anzahl der verkauften PKWs nur noch um 2,8 Prozent
steigen wird. Wir sind eher skeptisch, was die Aussichten
auf eine weitere Erholung im Jahr 2024 angeht. Wir glauben,
dass die Nachfrage nach Neufahrzeugen auf der
Verbraucherseite durch höhere Fahrzeugpreise und
schlechtere Kredit- und Darlehensbedingungen negativ
beeinträchtigt wird. In unsere Prognose für 2024
sind viele Faktoren eingeflossen, einschließlich
höherer Zinssätze, eine Verbesserung der
Lieferketten, größere Probleme in Hinblick auf
die Bezahlbarkeit der Fahrzeuge, hohe Neuwagenpreise, eine
schwankende Zuversicht auf der Verbraucherseite, Bedenken
hinsichtlich der Energiepreise und -versorgung, Risiken bei
der Kreditvergabe oder anhaltende Wachstumsprobleme bei der
Elektrifizierung. Dazu kommt aus unserer Sicht noch ein
weiteres großes Problem, nämlich die Frage, wie
sich die »natürliche« Nachfrage nach
E-Fahrzeugen weiterentwickeln wird, wenn die Regierungen
ihre interventionistische Förderpolitik
zurückfahren." [Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Als Konsequenz ist deshalb für 2024 zu erwarten,
dass das Halbleiterumsatzwachstum im Automotive-Markt
geringer ausfallen wird als in den letzten Jahren. Dabei
ist zu bemerken, dass die Umsätze 2021, 2022 und 2023
enorm gestiegen sind, 31 Prozent in 2021, dann 27 Prozent
und im letzten Jahr waren es immerhin noch 19 Prozent.
Deshalb wird erwartet, dass die Wachstumsrate in 2024
für den Automobilbereich deutlich geringer ausfallen
wird, jedoch immer noch im unteren zweistelligen Bereich.
[Onlineportal: elektronik-net 01/24]
Es wird erwartet, dass der MEMS-Markt in 2024 keine
deutlich andere Dynamik als der Halbleiter Gesamtmarkt hat.
Nach Yole wird der Markt von 2022 von 14,5 Milliarden USD
auf 20 Milliarden USD in 2028 wachsen [Quelle: Yole Status
of the MEMS Industry 2023]. Nach Yole beträgt damit
das CAGR
22-28 5% im Betrachtungszeitraum. Die für
die X-FAB MEMS Foundry relevanten Marktsegmente Consumer,
Automobil, und Medizin mit den Applikationen Mechanische-,
Optische-, Chemische- und Biologische- Sensoren und
Aktuatoren befinden sich alle auf einem Wachstumspfad.
Getrieben wird dieses MEMS-Wachstum durch die
Verbreitung von neuen Sensor- und Aktorentypen in mobilen
Geräten, dem rapiden Wachstum von RF-MEMS, der
Entwicklung des IoT-Marktes, dem Trend zum teil- oder
vollautomatisierten Fahren sowie der Verbreitung von einmal
verwendbaren Sensoren oder Aktoren in Lab-on-Chip Systemen
in der Medizindiagnostik. Beispiele für neue Sensor-
und Aktorentypen, die für die X-FAB MEMS Foundry eine
Rolle spielen, sind Thermopiles, Gassensoren oder
MEMS-Systeme zur Zellsortierung oder DNA-Sequenzierung.
Durch den Aufbau von technologischen
Alleinstellungsmerkmalen, z.B. die Prozessierung von edlen
Metallen auf Wafern oder das Verfahren des
Mikrotransfer-Drucks, für die Systemintegration und
Hochvolumenfertigung von MEMS- bzw. "Veredelung" von
CMOS-Wafern hat sich die X-FAB MEMS Foundry, nach
Einschätzung der Geschäftsführung, eine sehr
gute Wettbewerbsposition erarbeitet und damit eine gute
Marktstellung eingenommen. Gerade für innovative
Lösungen im Bereich Medical ist die X-FAB MEMS Foundry
der Partner für produktionstaugliche und
mengenskalierbare Fertigungslösungen.
2. Geschäftsverlauf
Das Wichtigste im Überblick
Im Jahr 2023 wurde ein Anstieg des
Umsatzes von 58,8 Mio. EUR auf 73,9 Mio. EUR (+25,7
%) verzeichnet. Die Planvorgabe für das
Kerngeschäft von ca. 89,1 Mio. EUR wurde mit 72,6 Mio.
EUR in 2023 damit unterschritten. Bezogen auf das
Kerngeschäft der X-FAB MEMS Foundry GmbH betrug die
Umsatzsteigerung 2023 15,0 Mio. EUR (+26,0 %). Die
Wachstumsrate der Gesellschaft liegt damit über dem
von der Semiconductor Industry Association (SIA)
ermittelten rückläufigen Branchendurchschnitt von
-8,2 %, was zu einem hohen Maße an den gesteigerten
Umsätzen im Bereich "Industrial" (+95 %) und
Automotive (+37 %) zurückzuführen ist.
Zu den Umsätzen aus dem Kerngeschäft
zählen alle Erlöse aus der Herstellung und dem
Verkauf von Wafern, Prototypen sowie aus dem Verkauf von
Fotomasken. Nicht enthalten sind im Wesentlichen
konzerninterne Dienstleistungen.
Im Verlauf des Jahres 2023 hat die X-FAB MEMS Foundry
kontinuierlich das Fertigungsvolumen für verschiedene
strategische Kunden, insbesondere im Bereich von Automobil-
und Medizinanwendungen gesteigert und gleichzeitig in der
Vergangenheit begonnene Investitionsvorhaben
vorangetrieben, die langfristig neues Geschäft und
eine höhere Wertschöpfung am Standort Erfurt
ermöglichen.
Parallel zu einem gestiegenen Fertigungsvolumen
konnten wichtige Forschungs- und Entwicklungsprojekte
fortgeführt und neue begonnen werden. Die Ergebnisse
dieser Arbeiten werden in den kommenden Jahren einen
wichtigen Beitrag zur Profitabilität des Unternehmens
beitragen.
Das
Betriebsergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT)
erreichte im Jahr 2023 nicht die Erwartungen von 25,9 Mio.
EUR. Gegenüber dem Vorjahr hat sich das EBIT um 10,0
Mio. EUR auf 16,4 Mio. EUR mehr als verdoppelt. Die
gesteigerten Umsatzerlöse führten im Berichtsjahr
ergebnisseitig zum dritten Mal in Folge zu einem positiven
EBIT und Jahresüberschuss.
Umsatzverteilung
Das Marktsegment "Automotive" war mit einem Anteil
von 52,2 % und einem Anstieg um 10,3 Mio. EUR auf 38,5 Mio.
EUR auch im Jahr 2023 das stärkste Segment. Mit einem
Wachstum von 0,5 Mio. EUR auf 22,1 Mio. EUR und einem
Marktanteil von 29,9 % präsentierte sich "Medical"
erneut als zweitstärkstes Marktsegment. Das Segment
"Industrial" verzeichnete ebenfalls einen signifikanten
Anstieg um 3,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr auf 6,5
Mio. EUR. Der Umsatz des Segments "Communications &
Consumer - CCC" stieg um 1,0 Mio. EUR auf 5,4 Mio. EUR im
Vorjahresvergleich.
Die beiden folgenden Diagramme zeigen die
Diversifikation in Bezug auf die Marktsegmente:
Der hohe Marktanteil im Marktsegment "Automotive" ist
generell als äußerst positiv zu bewerten, da die
Produktlebenszyklen hier deutlich länger sind als
beispielsweise im Segment "CCC". Hier ist das Potential nur
kurzfristig groß, tendenziell sind die Produkte aber
eher kurzlebig. Als ebenso zukunftsweisend und wichtig
für die X-FAB MEMS Foundry sind die stetigen
Umsätze und Anteile bei Industrieprodukten und
medizintechnischen Produkten.
Wie im Vorjahr bleibt der stärkste
Wirtschaftsraum für die X-FAB MEMS Foundry GmbH der
Raum EMEA (Europe - Middle East - Africa) mit einem
Umsatzanteil von 85,7 % (+2,0 % im Vergleich zum Vorjahr).
Die Umsatzanteile der Regionen North America und Asia
Pacific sind auch in 2023 nahezu unverändert:
| ― |
North America 0,5 % (Vj. 0,6
%)
|
| ― |
Asian Pacific 13,8 % (Vj. 15,6
%)
|
3. Lage
Ertragslage
Die gesamten Umsatzerlöse sind im Wesentlichen
aufgrund des höheren Auftragsbestands gegenüber
dem Vorjahr um 15,1 Mio. EUR auf 73,9 Mio. EUR gestiegen.
Dies entspricht einem Anstieg um 25,7 %. Der bereinigte
Umsatz stieg um 26,0%. Damit wurde das im Vorjahr
prognostizierte Umsatzwachstum von 54,8 % unterschritten.
Zurückzuführend ist dies hauptsächlich auf
die Verfügbarkeit von 8-Zoll Startmaterialen, die von
anderen X-FAB Fertigungsstandorten zur Verfügung
gestellt werden und Produktionsengpässen in bestimmten
Fertigungsbereichen.
In den Umsatzerlösen sind unter anderem auch
Erträge aus der Verpachtung von Anlagen (1,1 Mio. EUR)
sowie Erträge aus Konzernumlagen (0,2 Mio. EUR)
enthalten.
Zur Berechnung der nachstehend genannten Kennzahl
"Book-to-Bill Rate", also dem Verhältnis von
Auftragseingang zum Umsatz, ist die Verwendung der gesamten
Umsatzerlöse nicht zweckmäßig. Um eine
Vergleichbarkeit der Kennzahl zu gewährleisten,
dürfen Erlöse aus Verpachtung,
Materialverkäufen und Konzernumlagen nicht mit in die
Berechnung der Book-to-Bill Rate einbezogen werden. Der
bereinigte Umsatz in 2023 betrug 72,6 Mio. EUR, im Vorjahr
waren es 57,6 Mio. EUR. Der Auftragseingang im Jahr 2023
sank um 5,8 Mio. EUR auf 55,5 Mio. EUR im Vergleich zum
Vorjahr (2022: 61,3 Mio. EUR). Wesentliche Gründe
für den gesunkenen Auftragseingang war das Segment
"CCC" mit einem Rückgang von 96,8 % - hier wurden
Bestellungen in 2022 aufgegeben, deren Abarbeitung sich in
die Folgejahre erstreckt. Die Book-to-Bill-Rate
beträgt damit 0,77 für das Jahr 2023, nach 1,07
im Vorjahr. Bei einem Wert >1 lässt sich im
Allgemeinen eine nachfolgend positive Entwicklung der
Umsätze ableiten. Da bei X-FAB MEMS Foundry die
wesentlichen Kunden Großbestellungen abgeben,
führt dies zu Periodenverschiebungen auf Jahresebene
im Auftragseingang und somit auch in der Book-to-Bill-Rate.
Der Bestand an fertigen und unfertigen Erzeugnissen
hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2022 um 1,7 Mio.
EUR erhöht. Im Vorjahreszeitraum wurden die
Bestände um 1,0 Mio. EUR aufgebaut. Der höhere
Bestandsaufbau im aktuellen Berichtszeitraum lässt
sich auf den angestiegenen Anteil von Produkten, die auf
Startmaterial basieren, das durch andere
X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde. Die
Gesamtleistung, also die Summe aus Umsatzerlösen und
Bestandsänderung im Kerngeschäft, betrug damit in
2023 74,2 Mio. EUR - im Vorjahr 58,6 Mio. EUR.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sanken um
0,4 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR. Hauptursache sind die im
Vorjahresvergleich um 0,4 Mio. EUR geringeren
Fördermittel. Ebenso sanken die Erträge aus
Kursdifferenzen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Mio. EUR
auf 0,7 Mio. EUR.
Die Materialaufwendungen setzen sich aus Aufwendungen
für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für
bezogene Waren (8,5 Mio. EUR) und Aufwendungen für
bezogene Leistungen (33,5 Mio. EUR) zusammen. Sie haben
sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4,6 Mio. EUR
bzw. 12,3 % auf insgesamt 42,0 Mio. EUR erhöht. Die
Verrechnung der CMOS-Prozessschritte mit der X-FAB
Semiconductor Foundries GmbH, Erfurt, erfolgt auf Basis der
Maschinennutzung, die als Kosten für Fremdbearbeitung
abgebildet werden.
Im Wesentlichen veränderten sich folgende
Kostenpositionen insbesondere mengenbedingt bei den
Materialkosten:
| ― |
Kosten für Fremdbearbeitung
- Steigerung um 2,5 Mio. EUR auf 30,7 Mio. EUR
|
| ― |
Kosten für direktes
Material - Steigerung um 0,8 Mio. EUR auf 5,2 Mio.
EUR
|
| ― |
Kosten für indirektes
Material - Steigerung um 0,6 Mio. EUR auf 2,3 Mio.
EUR
|
Der Anstieg in den Materialaufwendungen lässt
sich im Wesentlichen durch das gesteigerte
Produktionsniveau und dem Anteil von Produkten, die auf
Startmaterial basieren, das durch andere
X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde.
Die Materialaufwandsquote bezogen auf die
Gesamtleistung (mit Kernumsatz) betrug in 2023 56,6 % und
ist damit 7,2 % niedriger als im Vorjahreszeitraum (63,8
%).
Die
Personalaufwendungen betrugen insgesamt 8,9 Mio. EUR
und sind im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Mio. EUR
gestiegen. Das entspricht einem Anstieg um 11,0 %. Im
Vergleich zum Geschäftsjahr 2022 wurden 2023
durchschnittlich sechs Mitarbeiter mehr beschäftigt,
was einem Aufbau von 5,2 % entspricht. Im Bereich
Produktion wurden im Durchschnitt zwei Mitarbeiter und im
Bereich Forschung und Entwicklung vier Mitarbeiter mehr
beschäftigt. In den sonstigen Geschäftsbereichen
ist die Anzahl der Mitarbeiter unverändert. Die Zahl
der Auszubildenden erhöhte sich im Durchschnitt von 20
im Vorjahr auf 21 im Berichtsjahr. Der im Verhältnis
zu den Mitarbeiterzahlen leicht höhere Anstieg der
Personalkosten lässt sich zum einen durch zwei
Tariferhöhungen von 3,5 % im April und 1,5 % im
Oktober begründen und zum anderen durch die Auszahlung
eines Inflationsausgleichs im Juni 2023.
Der erhöhte Umsatz und die hohe Auslastung
führten trotz gestiegener Personalkosten zu einer
Verringerung in der Personalaufwandsquote bezogen auf die
Gesamtleistung (mit Kernumsatz) in Höhe von 12,1 %
(Vj. 13,8 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände und
Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens
sanken moderat von 4,6 Mio. EUR im Vorjahr auf 4,1 Mio. EUR
in 2023.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich
um 0,3 Mio. EUR auf 5,2 Mio. EUR erhöht. Dabei haben
sich im Wesentlichen die der X-FAB MEMS Foundry in Rechnung
gestellten gruppeninternen Umlagen um 0,5 Mio. EUR auf 1,8
Mio. EUR erhöht. Die Aufwendungen aus Kursdifferenzen
sanken hingegen um 0,5 Mio. EUR auf 0,4 Mio. EUR.
Periodenfremde Aufwendungen waren weder im Vorjahr noch im
Berichtszeitraum zu verzeichnen.
Das Finanzergebnis als Saldo aus sonstigen Zinsen und
ähnlichen Erträgen sowie Zinsen und
ähnlichen Aufwendungen verbesserte sich im
Geschäftsjahr um 0,3 Mio. EUR auf 0,1 Mio. EUR. Die
Zinserträge von 0,4 Mio. EUR (Vj. 0,0 Mio. EUR) EUR
übersteigen im Geschäftsjahr die Zinsaufwendungen
in Höhe von 0,3 Mio. EUR (Vj. 0,2 Mio. EUR).
Die Position Erstattete (iVj. Entrichtete) Steuern
vom Einkommen und vom Ertrag weist einen Saldo von 11,2
Mio. EUR aus. Sie ist im Wesentlichen aus Erträgen aus
der Zuführung von aktiven latenten Steuern (13,3 Mio.
EUR) charakterisiert. Des Weiteren fielen
Ertragssteueraufwendungen im Rahmen der Mindestbesteuerung,
die neben der Nutzung der in vergangenen Perioden
aufgebauten Verlustvorträgen anfällt, in
Höhe von 2,1 Mio EUR an.
Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) ist,
maßgeblich aufgrund des höheren Umsatzes, im
Vergleich zum Vorjahr um 10,0 Mio. EUR gestiegen und damit
das dritte Jahr seit Gründung der X-FAB MEMS Foundry
GmbH mit 16,4 Mio. EUR im positiven Bereich. Im Vorjahr
betrug es 6,4 Mio. EUR. Zurückzuführen ist die
positive Ergebnisentwicklung maßgeblich auf die
gesteigerten Umsatzerlöse im Berichtszeitraum, aber
auch auf den hohen Fixkostenanteil im Produktionsbereich,
der durch deutliche Skaleneffekte und somit einen
unterproportionalen Kostenanstieg charakterisiert ist. Die
Gesellschaft befindet sich in der Aufbauphase und gewinnt
sowohl innerhalb der X-FAB Gruppe als auch am Standort
Erfurt mehr und mehr an Relevanz.
Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 27,7
Mio. EUR (Vj. 5,6 Mio. EUR). Das geplante Jahresergebnis
von 22,7 Mio. EUR konnte damit übertroffen werden.
Vermögenslage und Kapitalstruktur
Im Anlagevermögen wurden im Bereich der
immateriellen Vermögensgegenstände nahezu keine
Investitionen getätigt, wodurch auch die Abschreibung
auf dem Vorjahresniveau von 0,1 Mio. EUR bleiben. Zum
Bilanzstichtag valutierten die immateriellen
Vermögensgegenstände mit 0,1 Mio. EUR. Im
Berichtsjahr wurden im Sachanlagevermögen, nach Abzug
von Fördermitteln von den Anschaffungskosten, 4,7 Mio.
EUR insbesondere in den Ausbau und die Optimierung der
Fertigungsanlagen investiert und 4,0 Mio. EUR
planmäßig abgeschrieben. Damit erhöht sich
das Anlagevermögen zum 31. Dezember 2023 von 18,1 Mio.
EUR auf 18,7 Mio. EUR. Der Hauptfokus der Investitionen in
2023 lag in der Erweiterung der Produktionsfähigkeiten
und -kapazität. Aufgrund von Lieferverzögerungen
sowie zeitaufwendigen internen Spezifikationsanforderungen
und -abläufen, konnten die mit rund 17 Mio. EUR
geplanten Investitionen für das Geschäftsjahr
nicht vollumfänglich realisiert werden.
Die Vorräte haben sich vor allem mengenbedingt
insgesamt um 3,6 Mio. EUR auf 10,5 Mio. EUR erhöht.
Der Bestand an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen
erhöhte sich um 2,0 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR. Der
Anstieg ist im Wesentlichen durch einen erhöhten
Bestand an Edelmetall-Targets und an Startmaterial, das
durch andere X-FAB-Produktionsstandorte vorgefertigt wurde,
sowie eine bestandsmäßig höhere
Lagerhaltung zur Absicherung etwaiger Schwankungen in
Lieferketten charakterisiert. Der Bestand an unfertigen
Erzeugnissen und Leistungen ist aufgrund des höheren
Produktionsniveaus um 1,2 Mio. EUR auf 4,9 Mio. EUR
gestiegen. Bei den fertigen Erzeugnissen war
stichtagsbezogen ein Bestandsaufbau um 0,5 Mio. EUR auf 0,7
Mio. EUR zu verzeichnen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sich die
Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände im
Vergleich zum Vorjahr um 9,9 Mio. EUR erhöht. Die
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen zum
Jahresende stichtagsbedingt und aufgrund des
Umsatzanstieges um 6,7 Mio. EUR auf 10,7 Mio. EUR. Die
Forderungen gegen verbundene Unternehmen stiegen um 4,2
Mio. EUR auf 7,1 Mio. EUR und sind im Wesentlichen durch
Forderungen im Zusammenhang mit dem Intercompany
Cash-Management Agreement (6,5 Mio. EUR) charakterisiert.
Die sonstigen Vermögensgegenstände sanken um 1,0
Mio. EUR auf 2,6 Mio. EUR und setzen sich im Wesentlichen
aus Forderungen gegenüber dem Finanzamt (2,3 Mio. EUR)
zusammen.
Im Berichtsjahr wurden erstmalig aktive latente
Steuern in Höhe von 13,3 Mio. EUR bilanziert.
Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beträgt
nahezu unverändert 0,1 Mio. EUR.
Der Jahresüberschuss im Geschäftsjahr 2023
beträgt 27,7 Mio. EUR (Vj. 5,6 Mio. EUR). Da im
ablaufenden Geschäftsjahr keine Kapitalmaßnahmen
durchgeführt und keine Gewinne ausgeschüttet
wurden, erhöht sich das Eigenkapital von 29,9 Mio. EUR
auf 57,6 Mio. EUR.
Steuerrückstellungen wurden aufgrund des
positiven Jahresergebnisses und dem damit angestiegenen
Aufwand aus Steuern vom Einkommen und Ertrag in Höhe
von 2,6 Mio. EUR (Vj. 0,7 Mio. EUR) gebildet. Die sonstigen
Rückstellungen verringern sich zum 31. Dezember 2023
um 0,2 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR. Der Rückgang ist
insbesondere auf niedrigere Rückstellungen für
nachkommende Rechnungen zurückzuführen.
Die Verbindlichkeiten sind insgesamt um 14,1 Mio. EUR
auf 32,7 Mio. EUR gesunken. Hauptgründe hierfür
sind die Tilgung von Darlehen sowie der verringerte Bestand
von Verbindlichkeiten gegenüber verbunden Unternehmen.
Die erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen sind mit 2,1
Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr leicht, um 0,9 Mio.
Euro, gestiegen. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen erhöhten sich zum Jahresende
stichtagsbedingt um 0,1 Mio. EUR auf 1,0 Mio. EUR. Die
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
haben sich um EUR 7,2 Mio. EUR auf 11,5 Mio. EUR
verringert. Die sonstigen Verbindlichkeiten sanken
ebenfalls um 1,7 Mio. EUR auf 0,9 Mio. EUR und bestehen zum
Großteil aus Verbindlichkeiten aus Mietkäufen
(0,5 Mio. EUR).
Angaben zur Fälligkeitsstruktur der
Verbindlichkeiten sind dem Anhang zu entnehmen.
Zum Bilanzstichtag bestehen zinstragende
Verbindlichkeiten in Höhe von 17,2 Mio. EUR, die aus
dem im August 2022 über 25 Mio. EUR aufgenommenen
KfW-Darlehen resultieren.
Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Zuge des
absoluten Eigenkapitalanstieges auf 61,0 % (Vj. 38,0 %) und
liegt damit erstmalig oberhalb der Zielgröße von
60 %.
Das Working Capital (kurzfristiges
Umlaufvermögen abzgl. kurzfristiger Verbindlichkeiten
und Rückstellungen) ist mit 43,1 Mio. EUR im
Vorjahresvergleich (36,3 Mio. EUR) deutlich positiv. Die
kurzfristigen Schulden sind somit weiterhin
vollständig durch kurzfristig liquidierbare
Vermögensgegenstände gedeckt.
Die Bilanzsumme steigt von 78,6 Mio. EUR auf 94,3
Mio. EUR.
Finanzlage
Ziel des Finanzmanagements der X-FAB MEMS Foundry ist
es, jederzeit einen angemessenen Finanzmittelfonds
auszuweisen, um allen finanziellen Verpflichtungen
nachkommen zu können.
Der Cashflow
[1]
aus laufender Geschäftstätigkeit verringert
sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Mio. EUR auf 5,8 Mio.
EUR. Ursächlich ist die Veränderung des
Nettoumlaufvermögens um -12,8 Mio. EUR. Positiv
entgegen wirkt das gegenüber dem Vorjahr um 22,1 Mio.
EUR verbesserte Jahresergebnis von 27,7 Mio. EUR, der aber
in Höhe von 13,3 Mio. EUR aus zahlungsunwirksamen
Erträgen in Zusammenhang mit der Aktivierung von
latenten Steuern auf Verlustvorträge stammt.
Zu dem Mittelabfluss im Nettoumlaufvermögen
führte insbesondere die Zunahme der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen um 6,7 Mio. EUR, der Abbau der
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in
Höhe von 7,2 Mio. EUR und die Zunahme des
Vorratsbestandes um 3,6 Mio. EUR.
Der Mittelabfluss im Cashflow aus
Investitionstätigkeit fällt im Berichtszeitraum
mit ‑11,3 Mio. EUR geringer aus als im Vorjahr (- 5,7
Mio. EUR) aus und besteht aus Auszahlungen für
Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände
sowie Auszahlungen an Schwesterunternehmen im Rahmen des
Intercompany Cash Management Agreements von 6,5 Mio. EUR.
Aus erteilten Investitionsaufträgen ergeben sich zum
Bilanzstichtag Bestellobligo von 0,5 Mio. EUR.
Im Berichtsjahr war ein Cashflow aus
Finanzierungstätigkeit in Höhe von -6,3 Mio. EUR
zu verzeichnen (i. Vj. 23,4 Mio. EUR). Hierbei handelt es
sich um planmäßige Tilgungszahlungen eines KfW
Darlehen, welches im August 2022 aufgenommen wurde.
Zusammengefasst konnten im Jahr 2023 aus dem
operativen Cashflow die Investitionsausgaben gedeckt
werden. Die liquiden Mittel verringerten sich um 11,8 Mio.
EUR und betragen zum Jahresende 31,3 Mio. EUR.
4. Finanzielle und nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren
Key Performance Indicators (KPI)
Die X-FAB MEMS Foundry verwendet neun verschiedene
finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die
monatlich an das Management berichtet werden und zur
Überwachung und Steuerung der Produktion bzw. des
Unternehmens dienen. Die bedeutsamsten Leistungsindikatoren
betreffen den (bereinigten) Umsatz und das EBIT.
Die im Plan angestrebte Bruttomarge
[2]
von 34,9 % konnte mit 33,5 % knapp nicht erfüllt
werden. Ebenso konnten die "Line Yield" als Kennziffer
für die Produktionsausbeute mit 93,2 % (Vorgabe: 94,5
%) und die "On Time Delivery" (Lieferpünktlichkeit)
mit 64,9 % (Vorgabe 95,0 %) nicht erfüllt werden.
Grund für die deutliche Zielverfehlung war
hauptsächlich die verlangsamte Abarbeitung von
Aufträgen in der Produktion durch steigende
Komplexität aufgrund einer zunehmenden
Diversifizierung der Produktpalette und durch die fehlende
Verfügbarkeit von weiteren Produktionspersonal am
Arbeitsmarkt zu Anfang des Jahres. Ein weiterer Grund ist
die fehlende Kapazität im Produktionsbereich
Nassätzen, die im 1. Halbjahr einen Engpass darstellte
und durch eine Erweiterung der Kapazität beseitigt
wurde. Die"AVI Yield" (Testausbeute) mit einem Wert von
98,2 % (Vorgabe: 98,0 %) hat den Zielwert
übererfüllt. Der finanzielle KPI für "Kosten
für Ersatz- und Verschließteile" lag unter dem
Zielwert und damit im grünen Bereich.
Personal
Zum 31. Dezember 2023 waren bei der X-FAB MEMS
Foundry 123 Mitarbeiter und 25 Auszubildende
beschäftigt.
Der Anteil der in der Produktion Beschäftigten
betrug zum Geschäftsjahresende 69,9 % (Vj. 71,9 %).
Auf den Bereich Forschung & Entwicklung entfielen 25,2
% der Mitarbeiter (Vj. 23,1 %), in den sonstigen
Geschäftsbereichen waren rund 4,9 % der Mitarbeiter
tätig (Vj. 5,0 %).
Leiharbeiter wurden im abgelaufenen
Geschäftsjahr nicht beschäftigt.
|
2022 |
2023 |
|
Durchschnitt |
per 31.12. |
Durchschnitt |
per 31.12. |
| Produktion |
85 |
87 |
87 |
86 |
| Forschung &
Entwicklung |
26 |
28 |
29 |
31 |
| Sonstige
Geschäftsbereiche |
6 |
6 |
6 |
6 |
| Summe |
116 |
121 |
122 |
123 |
| Auszubildende |
20 |
23 |
21 |
25 |
| Leiharbeiter |
0 |
0 |
0 |
0 |
Personalentwicklung und Training
X-FAB bietet eine Reihe von Möglichkeiten, um
die Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Mitarbeiter
weiterzuentwickeln. So wurde in 2022 konzernweit eine neue
Online-Training Plattform für alle Mitarbeiter
eingeführt. Diese Plattform beinhaltet neben X-FAB
spezifischen Trainings zusätzlich von dem Anbieter zur
Verfügung gestellte Trainings in den
unterschiedlichsten Bereichen. Zusätzlich dazu wurde
das Trainingsportal "X-FAB Campus" genutzt und
weiterentwickelt. In diesem Portal wird laufend über
Weiterbildungsangebote, Talent- und Management-Programme
sowie Aufstiegsqualifizierungen informiert und
Entwicklungsmaßnahmen können verfolgt und
ausgewertet werden.
Darüber hinaus ist seit einigen Jahren in der
X-FAB-Gruppe eine neue Perspektive der Kundenorientierung
implementiert, um auch nachhaltig und langfristig als
Unternehmen bestehen zu können. Ziel ist es,
Verhaltens- und Denkweisen zu fördern, welche dazu
beitragen, nicht nur externe, sondern auch interne Kunden
zufrieden zu stellen. Um für jeden einzelnen
Mitarbeiter die unternehmensinternen definierten "Vision,
Mission & Values" transparent zu machen, läuft
seit 2015 dieses gruppenweite Projekt, an dem die Teilnahme
für jeden neuen Mitarbeiter verpflichtend ist.
Fester elementarer Bestandteil sind weiterhin die
jährlich stattfindenden Zielvereinbarungs- und
Leistungsbeurteilungsgespräche in der
Personalentwicklungsstrategie. X-FAB unterstützt
hierbei Führungskräfte und Mitarbeiter bei der
Erreichung von individuellen und Unternehmenszielen.
C. Prognose-, Chancen- und Risikobericht
1. Prognosebericht
Die Geschäftsführung erwartet für die
X-FAB MEMS Foundry für 2024 einen Umsatzanstieg von
rund 14,1 % auf 82,8 Mio. EUR bezogen auf den bereits
definierten bereinigten Umsatz (ohne Konzernumlagen etc.).
Dabei wird erwartet, dass dieses Wachstum insbesondere
durch Kunden bzw. Produkte generiert wird, die in das
Automotive sowie Medical-Segment einzuordnen sind und deren
Margen im Zielbereich liegen.
In der Herstellung von Produkten für diese
Marktsegmente liegt eine der Kernkompetenzen der X-FAB MEMS
Foundry. Entsprechend hoch ist bei diesen Produkten auch
die Wertschöpfung am Standort Erfurt.
Für den Bereich MEMS tritt die X-FAB MEMS
Foundry als Schnittstelle zum Kunden auf - unter anderem
werden daher auch teilweise Produkte der X-FAB MEMS Foundry
Itzehoe über die X‑FAB MEMS Foundry zum Kunden
hin fakturiert. Hier erhält die X-FAB MEMS Foundry nur
eine geringe Marge, da sie nicht zur Wertschöpfung
beiträgt. Es wird im Vergleich zum Berichtsjahr ein
Umsatzrückgang mit diesen Produkten erwartet.
Insgesamt wird für das Geschäftsjahr 2024 mit
einer weiteren Ergebnisverbesserung gegenüber 2023
gerechnet.
Gemäß den Planungsrechnungen der
Gesellschaft wird in den Jahren 2024 bis 2026 mit weiteren
Jahresüberschüssen und einer kontinuierlichen
Ergebnisverbesserung gerechnet.
Die Unternehmensplanung sieht bis 2026 eine
jährliche Steigerung der Umsatzerlöse um rund 32
% sowie ein deutlich positives EBITDA zur deutlichen
Erweiterung der Innenfinanzierung der Gesellschaft und
damit Stabilisierung des Geschäftsmodells vor.
Erwartungen für das Geschäftsjahr
2024:
| ― |
Anstieg des bereinigten Umsatzes
um ca. 14,1 % auf 82,1 Mio. EUR.
|
| ― |
EBIT-Verbesserung um 6,2 Mio.
EUR auf 22,7 Mio. EUR.
|
| ― |
Investitionen in Höhe von
55,9 Mio. EUR.
|
| ― |
Die Investitionen dienen
hauptsächlich der Kapazitätserweiterung und
Erneuerung von Produktionsanlagen sowie selektiv der
Herstellung von "Capabilities" (neuen
Fertigungsfähigkeiten). Die Finanzierung der
Investitionen kann in 2024 nur teilweise durch den
operativen Cashflow abgesichert werden.
|
2. Chancenbericht
Mit dem weiteren Ausbau der Reinraumfläche
werden die Voraussetzungen für ein Wachstum mit neuen
Technologien geebnet, wie beispielsweise mit TSV, Wafer
Level Integration und Functional Surfaces. Dadurch
können neue Anwendungen in Medizin und
Industriebereich adressiert und die Kundenbasis ausgebaut
werden.
Die X-FAB MEMS Foundry hat im Jahr 2023 einen
Zuwendungsbescheid im Rahmen des Important Project of
Common European Interest (IPCEI) on Microelectronics and
Communication Technologies erhalten und wird damit in den
nächsten 6 Jahren standort-relevanten
F&E-Aktivitäten mit deutschen und
europäischen Partnern durchführen und damit
Grundlagen für weiteres Geschäftswachstum legen.
3. Risikobericht
Ein Risikomanagementsystem ist installiert, welches
an allen Standorten der X-FAB-Gruppe zum Einsatz kommt.
Jährlich werden die Risiken neu bewertet und das
Management monatlich bzw. quartalsweise informiert. Auf
diese Weise können Frühindikatoren ermittelt
werden, die eine rechtzeitige Reaktion auf sich
verändernde Marktbedingungen ermöglichen. Dies
schließt auch die regelmäßige
Überprüfung der erforderlichen Einhaltung von in
Darlehensverträgen vereinbarten Finanzkennzahlen mit
ein.
Die nachfolgende Risikodarstellung erfolgt vor
Berücksichtigung von geplanten
Risikobegrenzungsmaßnahmen.
Schwerpunkte für die Bewertung von Risiken sind
die zyklische Entwicklung des Marktes, Abhängigkeiten
von wesentlichen Kunden und Lieferanten in den
Schlüsselindustrien Automotive, Medical and
Industrial, technologierelevante Aspekte, lange
Produktionszeiten, Forderungsausfallrisiken, hohe Fixkosten
und das damit verbundene Risiko von Verlusten bei
anhaltender Unterauslastung, die US-Dollarentwicklung sowie
Haftungsverhältnisse gegenüber verbundenen
Unternehmen. Diese Risiken wurden im Zuge der Planung
bewertet und entsprechend berücksichtigt. Für die
kommenden beiden Geschäftsjahre wird die
Eintrittswahrscheinlichkeit der jeweiligen Einzelrisiken
als gering eingeschätzt. Die jeweiligen Auswirkungen
auf die Vermögens‑, Finanz- und Ertragslage sind
indes bei einem möglichen Eintritt moderat bis
wesentlich.
Technische Risiken bestehen vor allem im
unvorhergesehenen Ausfall von Fertigungsanlagen auf Grund
ihres hohen Alters. Zur Minimierung dieses Risikos sind
spezielle Wartungszyklen vereinbart, die einen solchen
Ausfall vorbeugen. Des Weiteren ist ein
Obsoleszenz-Management installiert, um eine objektive
Bewertung und Priorisierung des Anlagenparks zu
ermöglichen und eine Basis für die Entscheidung
von Erhaltungsinvestitionen zu geben. Die
Wahrscheinlichkeit des Eintritts wird als gering bis
moderat eingeschätzt. Die konkreten Effekte auf die
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage können ebenso
als gering bis moderat eingestuft werden.
Risiken in der Versorgung mit notwendigen
Ausgangsmaterialien und Betriebsstoffen haben im
Berichtsjahr zugenommen. Die angespannte Situation in den
Lieferketten weltweit wurde an verschiedenen Stellen
sichtbar. Frühzeitiges Eingreifen des
Procurement-Managements konnte kritische Situation
abmildern; Produktionsunterbrechungen wurden vermieden. Die
Wahrscheinlichkeit des Eintritts wird als gering bis
moderat eingeschätzt. In Abhängigkeit des
Ereignisses können die konkreten Effekte auf die
zukünftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage
als gering bis schwerwiegend eingestuft werden.
Die Bewertung aller Risiken hat ergeben, dass sich
die Gesamtrisikosituation durch den positiven
Geschäftsverlauf und den optimistischen
Geschäftsausblick der Folgejahre deutlich verbessert
hat. In der Gesamtbetrachtung der aktuellen Risikosituation
werden nach wie vor keine bestandsgefährdenden Risiken
gesehen. Geplante Investitionen in die
Kapazitätserweiterung und den Aufbau neuer
Fähigkeiten sollen durch die Innenfinanzierung des
Unternehmens sowie durch das im Vorjahr aufgenommene
KfW-Darlehen sichergestellt werden.
Einfluss der US-Dollarentwicklung
Insgesamt werden sowohl Umsatz als auch Ergebnis der
X-FAB MEMS Foundry durch die US-Dollarkurs-Entwicklung
beeinflusst. So lag der Anteil des Umsatzes, den die X-FAB
MEMS Foundry in 2023 in US-Dollar generiert hat, bei ca.
25,5 % - im Vorjahr waren es rund 23,5 %.
Zur Absicherung werden auch im Jahr 2023
Währungsrisiken aus Verkäufen in US-Dollar durch
den Bezug von Waren in US-Dollar zu einem Großteil
kompensiert. Die Auswirkungen von üblichen
Währungsschwankungen auf die Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage sind bezugnehmend auf die
Absicherungsmaßnahmen daher als gering bis moderat
einzuschätzen.
Strompreise in Deutschland
Staatliche Abgaben und Steuern auf Elektroenergie
haben zu einer erheblichen Belastung der deutschen
Fertigungsstandorte geführt. Weitere Erhöhungen
und weitere Belastungen im Zuge der sogenannten
Energiewende können nicht ausgeschlossen werden. Aus
diesem Grund und durch häufige, teilweise auch mehrere
Jahre rückwirkende, Gesetzesänderung besteht eine
erhebliche Planungsunsicherheit. Generell ist die
Wettbewerbsfähigkeit des Fertigungsstandorts
Deutschland durch überhöhte Strompreise erheblich
beeinträchtigt. Verstärkt wurde diese Entwicklung
zusätzlich durch den Ukrainekonflikt und den sich
daraus ergebenden Sanktionen, die den Strompreis deutlich
erhöhten. Diese Entwicklung hat im vergangenen Jahr zu
signifikanten Kostenerhöhungen im Energie- und
Prozessgasbereich geführt. Es wird für 2024 und
2025 von leicht rückläufigen Strompreisen auf
weiterhin hohem Niveau ausgegangen. Sollten die Stromkosten
in Zukunft stärker als geplant steigen, würde das
eine zusätzliche Ergebnisbelastung bedeuten. Im
internationalen Wettbewerb können diese
Kostenerhöhungen nur im sehr begrenzten Maße an
Kunden weitergegeben werden.
Insbesondere werden erhebliche Kostensteigerungen
durch die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare
Energien und die Bepreisung der CO2-Emission erwartet.
Inwieweit langfristig Entlastungen, abgesehen von
Übergangsmaßnahmen wie der Strompreisbremse
für energieintensive Unternehmen wie der X-FAB MEMS
Foundry, beschlossen werden, ist aktuell nicht
vorhersehbar. Es ist davon auszugehen, dass signifikante
Investitionen in die Versorgungssicherheit erfolgen (z.B.
Netzausbau, Stromspeicher), welche dann als
zusätzliche Kostentreiber für den Strompreis
wirken werden.
1 Kapitalflussrechnung nach
betriebswirtschaftlichen Grundsätzen aufgestellt;
keine Anwendung des Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr.
21.
2 Berechnet als Umsatzerlöse abzüglich
Umsatzkosten im Verhältnis zu den Umsatzerlösen
für das Jahr.
Erfurt, den 14. Juni
2024
X-FAB
MEMS Foundry GmbH
Der
Geschäftsführer Dr. Gabriel Kittler
Bilanz zum 31. Dezember 2023
Aktiva
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
EUR |
EUR |
EUR |
EUR |
| A.
Anlagevermögen |
|
|
|
|
| I.
Immaterielle Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
| 1.
Entgeltlich erworbene Software und |
|
|
|
|
| Lizenzen |
54.009 |
|
183.441 |
|
| 2.
Geleistete Anzahlungen |
23.038 |
77.047 |
0 |
183.441 |
| II.
Sachanlagen |
|
|
|
|
| 1.
Technische Anlagen und Maschinen |
14.736.369 |
|
13.450.378 |
|
| 2.
Andere Anlagen, Betriebs- und |
|
|
|
|
| Geschäftsausstattung |
187.969 |
|
179.638 |
|
| 3.
Geleistete Anzahlungen und Anlagen |
|
|
|
|
| im
Bau |
3.704.654 |
18.628.991 |
4.265.008 |
17.895.024 |
|
|
18.706.038 |
|
18.078.465 |
| B.
Umlaufvermögen |
|
|
|
|
| I.
Vorräte |
|
|
|
|
| 1.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe |
4.905.686 |
|
2.931.265 |
|
| 2.
Unfertige Erzeugnisse, unfertige |
|
|
|
|
| Leistungen |
4.814.422 |
|
3.789.719 |
|
| 3.
Fertige Erzeugnisse |
801.915 |
10.522.022 |
170.024 |
6.891.008 |
| II.
Forderungen und sonstige |
|
|
|
|
| Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
| 1.
Forderungen aus Lieferungen und |
|
|
|
|
| Leistungen |
10.667.559 |
|
3.993.755 |
|
| 2.
Forderungen gegen verbundene |
|
|
|
|
| Unternehmen |
7.101.064 |
|
2.882.595 |
|
| 3.
Sonstige Vermögensgegenstände |
2.577.500 |
20.346.124 |
3.534.030 |
10.410.380 |
| -
davon aus Steuern |
|
|
|
|
| EUR
2.350.826 (i. Vj. EUR 0) - |
|
|
|
|
| III.
Kassenbestand und Guthaben bei |
|
|
|
|
| Kreditinstituten |
|
31.382.917 |
|
43.143.610 |
|
|
62.251.063 |
|
60.444.998 |
| C.
Rechnungsabgrenzungsposten |
|
103.177 |
|
93.490 |
| D.
Aktive latente Steuern |
|
13.253.024 |
|
0 |
|
|
94.313.302 |
|
78.616.953 |
Passiva
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
EUR |
EUR |
| A.
Eigenkapital |
|
|
| I.
Gezeichnetes Kapital |
25.000 |
25.000 |
| II.
Kapitalrücklage |
80.000.000 |
80.000.000 |
| III.
Bilanzverlust |
-22.451.857 |
-50.149.751 |
|
57.573.143 |
29.875.249 |
| B.
Rückstellungen |
|
|
| 1.
Steuerrückstellungen |
2.586.540 |
713.339 |
| 2.
Sonstige Rückstellungen |
1.099.645 |
1.272.360 |
|
3.686.185 |
1.985.699 |
| C.
Verbindlichkeiten |
|
|
| 1.
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten |
17.187.500 |
23.437.500 |
| 2.
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen |
2.132.889 |
1.185.884 |
| 3.
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und |
|
|
| Leistungen |
1.009.229 |
882.656 |
| 4.
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen |
|
|
| Unternehmen |
11.475.604 |
18.665.302 |
| 5.
Sonstige Verbindlichkeiten |
890.120 |
2.580.435 |
| -
davon aus Steuern |
|
|
| EUR
0 (i. Vj. EUR 81.580) - |
|
|
| -
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit |
|
|
| EUR
3.143 (i. Vj. EUR 2.985) - |
|
|
|
32.695.342 |
46.751.777 |
| D.
Rechnungsabgrenzungsposten |
358.632 |
4.228 |
|
94.313.302 |
78.616.953 |
Gewinn-
und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2023
|
2023 |
2022 |
|
EUR |
EUR |
EUR |
EUR |
| 1.
Umsatzerlöse |
|
73.900.300 |
|
58.785.324 |
| 2.
Erhöhung des Bestandes an fertigen und
unfertigen |
|
|
|
|
| Erzeugnissen
und Leistungen |
|
1.656.593 |
|
1.019.389 |
| 3.
Sonstige betriebliche Erträge |
|
1.095.788 |
|
1.522.027 |
| -
davon aus Währungsumrechnung EUR 646.698 (i. Vj.
EUR 794.319) - |
|
|
|
|
| 4.
Materialaufwand |
|
|
|
|
| a)
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren |
-8.539.814 |
|
-6.886.485 |
|
| b)
Aufwendungen für bezogene Leistungen |
-33.462.380 |
-42.002.195 |
-30.527.745 |
-37.414.230 |
| 5.
Personalaufwand |
|
|
|
|
| a)
Löhne und Gehälter |
-7.452.108 |
|
-6.728.440 |
|
| b)
Soziale Abgaben |
-1.496.929 |
-8.949.037 |
-1.334.590 |
-8.063.031 |
| 6.
Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände |
|
|
|
|
| des
Anlagevermögens und Sachanlagen |
|
-4.115.066 |
|
-4.563.242 |
| 7.
Sonstige betriebliche Aufwendungen |
|
-5.157.393 |
|
-4.853.807 |
-
davon aus Währungsumrechnung EUR 404.758
(i. Vj. EUR 938.876) - |
|
|
|
|
| 8.
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge |
|
370.314 |
|
0 |
-
davon aus verbundenen Unternehmen EUR 55.358,97
(i. Vj. EUR 0,00) - |
|
|
|
|
| 9.
Zinsen und ähnliche Aufwendungen |
|
-303.718 |
|
-204.697 |
| 10.
Erstattete (i. Vj. Entrichtete) Steuern vom Einkommen
und vom Ertrag |
|
11.206.542 |
|
-652.441 |
| 11.
Ergebnis nach Steuern |
|
27.702.129 |
|
5.575.292 |
| 12.
Sonstige Steuern (i. Vj. Sonstige Steuern) |
|
-4.235 |
|
-5.285 |
| 13.
Jahresüberschuss |
|
27.697.894 |
|
5.570.007 |
| 14.
Verlustvortrag aus dem Vorjahr |
|
-50.149.751 |
|
-55.719.758 |
| 15.
Bilanzverlust |
|
-22.451.857 |
|
-50.149.751 |
Anhang für
das Geschäftsjahr 2023
Allgemeine Angaben
Die X-FAB MEMS Foundry GmbH hat ihren Sitz in Erfurt,
Haarbergstraße 67, und ist eingetragen in das
Handelsregister HRB 508399 beim Amtsgericht Jena.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde
gemäß §§ 242 ff. und §§ 264
ff. HGB aufgestellt.
Die Gesellschaft erfüllt zum Bilanzstichtag die
Größenkriterien für eine große
Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 3 HGB.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren
die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
maßgebend:
Erworbene
immaterielle Vermögensgegenstände sind zu
Anschaffungskosten bilanziert und werden, sofern sie der
Abnutzung unterliegen, entsprechend ihrer Nutzungsdauer um
planmäßige (3 - 5 Jahre, lineare Methode) bzw.
im Falle dauernder Wertminderung um
außerplanmäßige Abschreibungen vermindert.
Das
Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen bzw. im Falle
dauernder Wertminderung um außerplanmäßige
Abschreibungen, vermindert. Es wird linear abgeschrieben.
Die Nutzungsdauer der technischen Anlagen beträgt
zwischen 7 und 10 Jahren, die der anderen Anlagen sowie der
Betriebs- und Geschäftsausstattung beträgt
zwischen 3 bis 10 Jahren. Geringwertige
Wirtschaftsgüter bis zu einem Wert von EUR 800 werden
aufwandswirksam im Jahr des Zugangs erfasst. Die
Abschreibungen auf Zugänge des
Sachanlagevermögens erfolgen zeitanteilig.
Erhaltene
Investitionszuschüsse und -
zulagen der öffentlichen Hand im Zusammenhang
mit Investitionen vermindern die Anschaffungs- und
Herstellungskosten der geförderten
Vermögensgegenstände.
Die
Vorräte wurden zu Anschaffungskosten,
Herstellungskosten bzw. zu den niedrigeren beizulegenden
Werten angesetzt. Fremdkapitalzinsen sind in den
Herstellungskosten nicht einbezogen worden.
Die Bestände an
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind mit gleitenden
Durchschnittspreisen unter Berücksichtigung des
Niederstwertprinzips angesetzt.
Die
unfertigen und fertigen Erzeugnisse sowie die unfertigen
Leistungen wurden auf der Basis von
Einzelkalkulationen, die auf dem aktuellen Abrechnungs-
bzw. Arbeitsstand beruhen, zu Herstellungskosten bewertet.
Der Ansatz beinhaltet neben den Material- und
Fertigungseinzelkosten sowie dem Werteverzehr des
Anlagevermögens Gemeinkosten in angemessener
Höhe. Vertriebs- und Verwaltungsgemeinkosten sowie
Kosten für soziale Einrichtungen wurden nicht
aktiviert. Die Bewertung erfolgte verlustfrei.
Für erkennbare Risiken im Vorratsvermögen,
die sich aus überdurchschnittlicher Lagerdauer,
geminderter Verwertbarkeit und niedrigeren
Wiederbeschaffungskosten ergeben, wurden angemessene
Abwertungen vorgenommen.
Abgesehen von handelsüblichen
Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei von Rechten
Dritter.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sind zum Nennwert
angesetzt. Fremdwährungsforderungenwurden mit dem
Anschaffungskurs oder dem niedrigeren Stichtagskurs
umgerechnet. Ausgenommen sind Fremdwährungsforderungen
mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Diese
werden gemäß § 256a HGB mit dem
Devisenkassamittelkurs bewertet und daraus resultierende
unrealisierte Umrechnungsgewinne oder -verluste gesondert
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Allen
risikobehafteten Posten ist durch Bildung angemessener
Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine
Kreditrisiko ist durch pauschale Abschläge
berücksichtigt.
Die Bewertung der
flüssigen Mittel erfolgt zum Nennwert,
Fremdwährungsbeständewurden mit dem Stichtagskurs
am Bilanzstichtag umgerechnet.
Unter den
Rechnungsabgrenzungsposten werden Ausgaben vor dem
Abschlussstichtag
ausgewiesen, die Aufwand für
eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.
Latente Steuern werden auf temporäre
Differenzen zwischen den Wertansätzen in Steuer- und
Handelsbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge
gebildet, sofern mit deren Nutzung innerhalb eines
Zeitraumes von maximal fünf Jahren zu rechnen ist. Ein
sich ergebener Überhang aktiver latenter Steuern wird
gemäß § 274 Abs. 1 HGB angesetzt. Die
Bewertung der latenten Steuern erfolgt mit dem Steuersatz,
der zum Zeitpunkt der Umkehrung der temporären
Differenzen voraussichtlich gültig und zum
Bilanzstichtag bereits verabschiedet ist.
Das
gezeichnete Kapital ist zum Nennwert bilanziert.
Die
sonstigen Rückstellungen berücksichtigen
alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten.
Sie sind mit dem nach vernünftiger kaufmännischer
Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag angesetzt.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr werden grundsätzlich abgezinst, was im
Geschäftsjahr wie auch im Vorjahr nicht erforderlich
war.
Alle
Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen
Erfüllungsbetrag passiviert;
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem
Anschaffungskurs oder dem höheren Stichtagskurs
umgerechnet. Ausgenommen sind
Fremdwährungsverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit
von weniger als einem Jahr. Hier erfolgt die Umrechnung zum
Bilanzstichtag ohne Einschränkung zum
Devisenkassamittelkurs.
Erläuterungen zur Bilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des
Anlagevermögens ist unter Angabe der Abschreibungen
des Geschäftsjahres im Anlagespiegel (Anlage zum
Anhang) dargestellt.
Vorräte
Im Geschäftsjahr waren Wertberichtigungen auf
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, unfertige sowie
Fertigerzeugnisse in Höhe von TEUR 49 vorrangig
aufgrund von verminderter Gängigkeit erforderlich.
Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände
Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Höhe von TEUR 10.668 (Nominalwert), die allesamt,
wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr
aufweisen, wurde eine pauschale Wertberichtigung (0,5 %)
der Forderungen gegen fremde Dritte in Höhe von TEUR
28vorgenommen.
Die Forderungen aus verbundenen Unternehmen betragen
TEUR 7.101 (Vj.: TEUR 2.883). Sie resultieren in Höhe
von TEUR 6.522 (Vj.: TEUR 0) aus dem Intercompany Cash
Management Agreement, dass 2023 innerhalb der X-FAB Gruppe
geschlossen wurde, und in Höhe von TEUR 579 (Vj.: TEUR
2.883) aus Lieferungen und Leistungen.
Es bestehen in Höhe von TEUR 55 Forderungen
gegen Gesellschafter (Vj. TEUR 90) aus Lieferungen und
Leistungen.
Die sonstigen Vermögensgegenstände in
Höhe von TEUR 2.577 betreffen im Wesentlichen
Forderungen aus Umsatzsteuer von TEUR 2.351.
Bis auf die Forderungen aus Kautionen in Höhe
von TEUR 146 (Vj. TEUR 146), die in den sonstigen
Vermögensgegenständen enthalten sind, haben die
restlichen Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit von unter
einem Jahr.
Latente Steuern aus temporären Differenzen
resultieren aus den sonstigen Rückstellungen und der
Abschreibungen von digitalen Wirtschaftsgütern
(passive latente Steuern). Unter Berücksichtigung
aktiver latenter Steuern auf steuerliche
Verlustvorträge aus Körperschaftsteuer in
Höhe von TEUR 43.008 und Gewerbesteuer in Höhe
von TEUR 39.773, welche voraussichtlich innerhalb der
nächsten 5 Jahre genutzt werden können, ergibt
sich, unter Zugrundlegung eines Steuersatzes von 32,275 %,
insgesamt eine aktive latente Steuerforderung von TEUR
13.253. Dieser Betrag unterliegt der
Ausschüttungssperre des § 268 Abs. 8 HGB.
Vom Wahlrecht zur Aktivierung überhängender
aktiver latenter Steuern gem. § 274 Abs. 1 HGB macht
die Gesellschaft erstmalig Gebrauch. Es ergibt sich in
diesem Zusammenhang ein der Höhe nach
außergewöhnlicher Ertrag von TEUR 13.253.
Stammkapital
Das Stammkapital der X-FAB MEMS Foundry GmbH
beträgt TEUR 25.
Rückstellungen
Wesentliche Positionen unter den sonstigen
Rückstellungen (TEUR 1.100) sind personalbezogene
Rückstellungen (TEUR 664), Rückstellungen
für ausstehende Rechnungen (TEUR 223) sowie für
Berufsgenossenschaft (TEUR 66).
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten in TEUR sind wie folgt
strukturiert:
|
31.12.
2023 |
31.12.
2022 |
| Art der
Verbindlichkeit |
Restlaufzeit
≤ 1 Jahr |
Restlaufzeit
>1 Jahr
≤ 5 Jahre |
Gesamt |
Restlaufzeit
≤ 1 Jahr |
Restlaufzeit
>1 Jahr
≤ 5 Jahre |
Gesamt |
| 1. Verbindlichkeiten
gegenüber Kreditinstituten |
6.250 |
10.937 |
17.187 |
6.250 |
17.188 |
23.438 |
| 2. Erhaltene Anzahlungen
auf Bestellungen |
2.133 |
0 |
2.133 |
1.186 |
0 |
1.186 |
| 3. Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen |
1.009 |
0 |
1.009 |
883 |
0 |
883 |
| 4. Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen |
11.476 |
0 |
11.476 |
18.665 |
0 |
18.665 |
| -
davon gegenüber Gesellschaftern |
1.038 |
0 |
1.038 |
524 |
0 |
524 |
| 5. Sonstige
Verbindlichkeiten |
890 |
0 |
890 |
2.129 |
451 |
2.580 |
| -
davon aus Steuern |
|
0 |
0 |
82 |
0 |
82 |
| -
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit |
3 |
0 |
3 |
3 |
0 |
3 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
sind durch eine Garantieerklärung der X-FAB Silicon
Foundries SE über TEUR 25.000 sowie eine
gesamtschuldnerische Mithaftung der X-FAB Semiconductor
Foundries GmbH besichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen resultieren in Höhe von TEUR 11.476 (Vj.
TEUR 17.451) aus Lieferungen und Leistungen.
Sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 451
(Vj. TEUR 1.145) resultieren aus Mietkaufverträgen,
die im Jahr 2022 abgeschlossen wurden und durch
Sicherungsübereignungen von technischen Anlagen und
Maschinen besichert sind.
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von
über 5 Jahren bestehen nicht.
Die übrigen Verbindlichkeiten sind unbesichert.
Haftungsverhältnisse
Verbindlichkeiten aus
Gewährleistungsverträgen:
Im Geschäftsjahr 2021 wurde eine Kreditlinie in
Höhe von TEUR 200.000 für die gesamte X-FAB
Gruppe unterzeichnet. Die Linie hat eine Laufzeit bis
Dezember 2026. Die Kreditlinie wird durch ein
Bankenkonsortium bereitgestellt und kann für
Investitionen, Umlaufvermögen und allgemeine
Unternehmenszwecke verwendet werden. Die Unternehmen der
X-FAB Gruppe können die Linie in Anspruch nehmen und
sichern diese über Garantien ab. Die Haftsumme zum
Bilanzstichtag 2023 betrug TEUR 171.688 (Vj. TEUR 189.383).
Dies entspricht den Summen der Inanspruchnahme der Linien
per 31. Dezember 2023. Das Risiko der Inanspruchnahme wird
als gering eingeschätzt, da die X-FAB-Gruppe einen
ausreichend hohen Bestand an Barmitteln hält, durch
den die Inanspruchnahme der Linie zurückgeführt
werden könnte.
Die Gesellschaft haftet gesamtschuldnerisch für
Bankdarlehen von verbundenen Unternehmen in Höhe von
TEUR 17.187. Das Risiko einer Inanspruchnahme wird aufgrund
der Planungsrechnungen der verbundenen Unternehmen als
gering eingeschätzt.
Erhaltene Investitionszuschüsse in Höhe von
TEUR 2.898 sind im Falle der Nichteinhaltung der
Bedingungen (z. B. Verbleibefristen bis zu 5 Jahren)
zurückzuzahlen. Die Gesellschaft geht aktuell nicht
von einer Rückzahlungspflicht aus, da die
Zuwendungsbedingungen aus Sicht der Gesellschaft
eingehalten wurden.
Darüber hinaus bestehen zum Bilanzstichtag keine
angabepflichtigen Haftungsverhältnisse
gemäß § 251 i. V. m. § 268 Abs. 7 HGB.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Es bestehen in Höhe von TEUR 1.432 sonstige
finanzielle Verpflichtungen. Im Einzelnen betreffen diese
Verpflichtungen folgende Sachverhalte:
|
TEUR |
| Zahlungsverpflichtungen
aus Mietverträgen (Restlaufzeit 12 Jahre) |
488 |
| Zahlungsverpflichtungen
aus Dienstleistungsverträgen (unbefristet) |
437 |
| Bestellobligo aus
erteilten Investitionsaufträgen |
507 |
Von den genannten sonstigen finanziellen
Verpflichtungen entfällt ein Betrag in Höhe von
TEUR 437 auf verbundene Unternehmen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde
gemäß § 275 HGB nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt.
Umsatzerlöse
Von den Umsatzerlösen entfallen nach Lieferorten
40 % auf Inlandsumsatz, 48 % auf Auslandsumsatz
außerhalb der EU und 12 % auf Umsatz in
EU-Ländern; nach Marktsegmenten, die den
Tätigkeitsarten entsprechen, 52 % auf Autoindustrie,
30 % auf Medical, 7 % auf Communications, Consumer und
Computer ("CCC"), 9 % auf Industrial und 2 % auf
Übrige.
Sonstige betriebliche Aufwendungen und Erträge
In den sonstigen betrieblichen Erträgen und
Aufwendungen sind realisierte und unrealisierte Kursgewinne
in Höhe von TEUR 647 und -verluste in Höhe von
TEUR 405 aus Währungsumrechnungen enthalten.
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind
TEUR 185 periodenfremde Erträge aus der Auflösung
von Rückstellungen und aus der Herabsetzung der
Pauschalwertberichtigung enthalten.
Finanzergebnis
Das Finanzergebnis beläuft sich auf TEUR 67 und
resultiert aus Zinserträgen und Zins- und
ähnlichen Aufwendungen.
Bilanzverlust
Im Bilanzverlust des Geschäftsjahres in
Höhe von TEUR 22.452 ist ein Verlustvortrag in
Höhe von TEUR 50.150 enthalten.
Sonstige Angaben
Geschäftsführer
Geschäftsführer der X-FAB MEMS Foundry GmbH
war im Geschäftsjahr:
| ― |
Herr Dr. Gabriel Kittler, Dr.
Ingenieur für Elektrotechnik und
Informationstechnik, Ilmenau, Deutschland
|
Herr Dr. Kittler ist einzelvertretungsbefugt und von
den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2023 waren im Durchschnitt 122
(Vj. 116) Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 58 (Vj.
50) Angestellte und 64 (Vj. 66) gewerbliche Arbeitnehmer.
Darüber hinaus sind 20 Azubis (Vj. 20)
beschäftigt.
Abschlussprüferhonorar
Das vom Abschlussprüfer für das
Geschäftsjahr erfasste Gesamthonorar setzt sich wie
folgt zusammen:
|
2023 |
|
TEUR |
|
Abschlussprüfungsleistungen |
23 |
| Gesamt |
23 |
Vorschlag zur Ergebnisverwendung
Die X-FAB MEMS Foundry GmbH weist zum 31. Dezember
2023 einen Jahresüberschuss ein Höhe von TEUR
27.698 aus. Unter Berücksichtigung des bestehenden
Verlustvortrags wird ein Bilanzverlust in Höhe von
TEUR 22.452 ausgewiesen (Vortrag auf neue Rechnung).
Konzernverhältnisse
Dieser Jahresabschluss wird in den von der X-FAB
Silicon Foundries SE, Tessenderlo, aufzustellenden
Konzernabschluss als höchste Konzernspitze einbezogen.
Der Konzernabschluss der X-FAB Silicon Foundries SE wird im
Bundesanzeiger veröffentlicht.
Erfurt, 14. Juni 2024
X-FAB
MEMS Foundry GmbH
Dr.
Gabriel Kittler, Geschäftsführer
Entwicklung
des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2023
|
Anschaffungs- und Herstellungskosten |
|
1.1.2023 |
Zugänge |
Umbuchungen |
Abgänge |
31.12.2023 |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| I.
Immaterielle Vermögens- |
|
|
|
|
|
| gegenstände |
|
|
|
|
|
| 1.
Entgeltlich erworbene |
|
|
|
|
|
| Software
und Lizenzen |
816 |
16 |
0 |
0 |
832 |
| 2.
Geleistete Anzahlungen |
0 |
23 |
0 |
0 |
23 |
|
816 |
39 |
0 |
0 |
855 |
| II.
Sachanlagen |
|
|
|
|
|
| 1.
Technische Anlagen und |
|
|
|
|
|
| Maschinen |
59.205 |
7 |
5.139 |
0 |
64.351 |
| 2.
Andere Anlagen, Betriebs- |
|
|
|
|
|
| und
Geschäftsausstattung |
753 |
90 |
28 |
2 |
869 |
| 3.
Geleistete Anzahlungen |
|
|
|
|
|
| und
Anlagen im Bau |
4.265 |
4.607 |
-5.167 |
0 |
3.705 |
|
64.223 |
4.704 |
0 |
2 |
68.925 |
|
65.039 |
4.743 |
0 |
2 |
69.780 |
|
Kumulierte
Abschreibungen |
|
1.1.2023 |
Zugänge |
Abgänge |
31.12.2023 |
|
TEUR |
TEUR |
TEUR |
TEUR |
| I.
Immaterielle Vermögens- |
|
|
|
|
| gegenstände |
|
|
|
|
| 1.
Entgeltlich erworbene |
|
|
|
|
| Software
und Lizenzen |
633 |
145 |
0 |
778 |
| 2.
Geleistete Anzahlungen |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
633 |
145 |
0 |
778 |
| II.
Sachanlagen |
|
|
|
|
| 1.
Technische Anlagen und |
|
|
|
|
| Maschinen |
45.755 |
3.860 |
0 |
49.615 |
| 2.
Andere Anlagen, Betriebs- |
|
|
|
|
| und
Geschäftsausstattung |
573 |
110 |
2 |
681 |
| 3.
Geleistete Anzahlungen |
|
|
|
|
| und
Anlagen im Bau |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
46.328 |
3.970 |
2 |
50.296 |
|
46.961 |
4.115 |
2 |
51.074 |
|
Buchwerte |
|
31.12.2023 |
31.12.2022 |
|
TEUR |
TEUR |
| I.
Immaterielle Vermögens- |
|
|
| gegenstände |
|
|
| 1.
Entgeltlich erworbene |
|
|
| Software
und Lizenzen |
54 |
183 |
| 2.
Geleistete Anzahlungen |
23 |
0 |
|
77 |
183 |
| II.
Sachanlagen |
|
|
| 1.
Technische Anlagen und |
|
|
| Maschinen |
14.736 |
13.450 |
| 2.
Andere Anlagen, Betriebs- |
|
|
| und
Geschäftsausstattung |
188 |
180 |
| 3.
Geleistete Anzahlungen |
|
|
| und
Anlagen im Bau |
3.705 |
4.265 |
|
18.629 |
17.895 |
|
18.706 |
18.078 |
Rundungsdifferenzen können auftreten.
Bestätigungsvermerk
des unabhängigen Abschlussprüfers
An die X-FAB MEMS Foundry GmbH, Erfurt
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der X-FAB MEMS Foundry
GmbH, Erfurt, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember
2023 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2023
sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der X-FAB
MEMS Foundry GmbH für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2023 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte
Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter
Beachtung der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens- und Finanzlage der
Gesellschaft zum 31. Dezember 2023 sowie ihrer
Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1.
Januar bis zum 31. Dezember 2023 und
|
| ― |
vermittelt der beigefügte
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der
Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen
steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem
Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
dar.
|
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses
und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317
HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers
für die Prüfung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks
weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen
unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen
handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und
haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in
Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den
Jahresabschluss und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich
für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den
deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden
handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen
Belangen entspricht, und dafür, dass der
Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die
gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen
Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen
wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen
im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und
führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf
diese Risiken durch sowie erlangen
Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet
sind, um als Grundlage für unsere
Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus
dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche
Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher
als das Risiko, dass aus Irrtümern resultierende
wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt
werden, da dolose Handlungen kollusives
Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte
Unvollständigkeiten, irreführende
Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen
interner Kontrollen beinhalten können.
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gewinnen wir ein
Verständnis von dem für die Prüfung
des Jahresabschlusses relevanten internen
Kontrollsystem und den für die Prüfung des
Lageberichts relevanten Vorkehrungen und
Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu
planen, die unter den gegebenen Umständen
angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein
Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme
der Gesellschaft abzugeben.
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beurteilen wir die
Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern
angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die
Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern
dargestellten geschätzten Werte und damit
zusammenhängenden Angaben.
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ziehen wir Schlussfolgerungen
über die Angemessenheit des von den gesetzlichen
Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes
der Fortführung der Unternehmenstätigkeit
sowie, auf der Grundlage der erlangten
Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche
Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder
Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung
der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können.
Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine
wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir
verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die
dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im
Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese
Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges
Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen
unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis
zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten
Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse
oder Gegebenheiten können jedoch dazu
führen, dass die Gesellschaft ihre
Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen
kann.
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beurteilen wir Darstellung,
Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt
einschließlich der Angaben sowie ob der
Jahresabschluss die zugrunde liegenden
Geschäftsvorfälle und Ereignisse so
darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung
der deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Buchführung ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der
Gesellschaft vermittelt.
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beurteilen wir den Einklang des
Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine
Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild
von der Lage des Unternehmens.
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führen wir
Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen
Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben
im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender
geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir
dabei insbesondere die den zukunftsorientierten
Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde
gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die
sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten
Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges
Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten
Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen
geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches
unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse
wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben
abweichen.
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Wir erörtern mit den für die
Überwachung Verantwortlichen unter anderem den
geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie
bedeutsame Prüfungsfeststellungen,
einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im
internen Kontrollsystem, die wir während unserer
Prüfung feststellen.
Jena, den 14. Juni 2024
KPMG
AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Lauer,
Wirtschaftsprüfer
Leser,
Wirtschaftsprüfer
Feststellung des
Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss der Gesellschaft für das
Geschäftsjahr 2023 wurde in der
Gesellschafterversammlung am 27. August 2024
festgestellt.
Beschluss
über die Ergebnisverwendung
Es wurde beschlossen, den ausgewiesenen Bilanzverlust
von € 22.451.857 auf neue Rechnung vorgetragen.
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